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10.02.

2009
Wichtige Entwicklungen des 19. Jahrhunderts:
Liberalismus

Grundlegende politische und ökonomische Ideen des Liberalismus


Der Liberalismus (lat.: „die Freiheit betreffend“) ist eine wirtschaftspolitische Lehre des 18.
Jahrhunderts. Das Modell der freien Marktwirtschaft hat seine Wurzeln in den Ideen des klassischen
Liberalismus. Es entstand die Idee, dass sich in der Politik sowie in der Wirtschaft Eigeninitiative
und Eigenverantwortung des Einzelnen frei entfalten können müsse. Der Staat sollte im
Liberalismus möglichst wenig in das wirtschaftliche und soziale Geschehen eingreifen.
Adam Smith (1723-1790) war ein britischer Moralphilosoph und Volkswirtschaftler. Er gilt als
Begründer der Nationalökonomie. Seine Idee einer liberalen Wirtschaftsordnung basierte auf drei
Tugenden: Klugheit, Gerechtigkeit und dem Guten. Er betrachtete menschliche Arbeit und
Arbeitsteilung als Quellen des Wohlstands. Die Voraussetzung dafür, ist ein funktionierender
Marktmechanismus, der über den Marktpreis Angebot und Nachfrage reguliert.
John Locke (1732-1704) war ein bedeutender englischer Philosoph, Psychologe und Pädagoge. Er
gilt als Begründer des Empirismus. Er vertrat das Recht auf Unverletzlichkeit von Person und
Eigentum, das der Staat schützen musste. Locke war gegen den Grundsatz der Volkssouveränität.
Aufgrund seiner Ideen hatte er einen großen Einfluss auf die Erkenntnistheorie und das politische
Programm des Liberalismus (Bsp.: Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung der Vereinigten
Staaten).

Die Entwicklung des süddeutschen Liberalismus am Beispiel Badens


–22.08.1818: Großherzog Karl Ludwig Friedrich (regierte Baden von 1811 bis zu seinem Tod in
1818) unterzeichnet Verfassungsurkunde für das Großherzogtum Baden
- 83 Paragraphen, 19 davon über Grundrechte
- liberale ständische Verfassung
- erste badische Verfassung, modernste Verfassung im Bund zu dieser Zeit
–Recht auf Volksvertretung
–Bevölkerung an staatlicher Willensbildung beteiligt
–Badische Verfassung für viele Jahrzehnte modernste Verfassung Deutschlands und auch
europaweit gehörte sie zu den fortschrittlichsten
–erfüllte alle Wünsche des Liberalismus
–ersten Anstöße zur Verfassungsgebung kamen aus dem innerstem Kreis der badischen Bürokratie
–Johann Niklas Friedrich Brauer wies bereits in 1806 auf die Notwendigkeit einer Verfassung hin,
es dauerte jedoch fast 12 Jahre bis zur Realisierung
–Brauer arbeitete den Code Civil zum Badischen Landrecht um
–dadurch erhielt das Großherzogtum im Jahre 1810 ein einheitliches und zeitgemäßes
Zivilgesetzbuch

Das Scheitern der Revolution 1848/49


Die Interessen der verschiedenen Bürgerschichten waren zu unterschiedlich:
–Bauern wollten Abschaffung der Grundherrschaft
–Arbeiter wollten Gleichheit und soziale Reformen
–Bürgertum forderte politische Mitsprache, Grundrechte und eine Verfassung für ganz Deutschland
–Schwierigkeiten beim Festlegen der Grenzen eines deutschen Nationalstaates
–„kleindeutschen Lösung“
–nach fast einem Jahr war Verfassung von Nationalversammlung ausgearbeitet
–durch die Hilfe des Militär gewannen Fürsten Macht zurück
–Preußischer König lehnte Krone ab
–Preußisches Militär schlug demokratische Aufstände nieder
Folgen:
–Politisierung der Arbeiterschaft und die Zusammenarbeit der Fürsten und des Bürgertum
–Idee eines gewählten Parlaments (Parlamentarismus)
–Idee einer Verfassung ( Konstitutionalismus)

Die Liberalen und die Gründung des Deutschen Nationalstaates 1871


–Deutsche Reichsgründung 18.01.1871: Beitritt der süddeutschen Staaten zum Norddeutschen
Bund→ Deutsches Reich, geändertes politisches System
–Gründung schon am 01.01.1871, aber Kaiserproklamation am 18.01.
–Liberalen: Idee einer nationalstaatlichen Einheit der deutschen Staaten
–Erste politische Partei Deutschlands: Deutsche Fortschrittspartei ( 1861 gegründet)
–Politischen Ziele: Liberalismus
–Zwischen 1866 und 1868 Konflikte im Bereich des politischen Liberalismus
–beiden größten Nachfolgerparteien: Nationalliberale Partei und Deutsche Volkspartei
–Liberalen verloren mit Gründung der Sozialdemokratie an politischem Einfluss

Anna Kothe, Karen Kistner, Niklas Krekeler, Anna Bergmann