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Philosophische Fakultät Institut Kunst- und Musikwissenschaft Lehrstuhl für Kunstgeschichte SEMINARARBEIT DIE

Philosophische Fakultät Institut Kunst- und Musikwissenschaft Lehrstuhl für Kunstgeschichte

SEMINARARBEIT

DIE PORTALFIGUREN ST. SEBALDS IN NÜRNBERG

Sarah Seefried

Matrikelnummer 3383021

TUD, Philosophische Fakultät, Institut für Kunst- und Musikwissenschaft, Lehrstuhl für Kunstgeschichte

Hochschullehrer:

Termin der Abgabe:

Prof. Dr. Bruno Klein

Wrocław, den 15.10.2012

INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis

I

Abbildungsverzeichnis

II

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

III

Einleitung

 

1

1 Allgemeines

2

 

1.1 Zur Literatur und Quellensituation

2

1.2 Historischer Abriss

3

1.3 St. Sebald im städtebaulichen Kontext

4

2 Bauplastik St. Sebalds

6

 

2.1

Portalplastik

6

2.1.1 Das Weltgerichtsportal

6

2.1.2 Das Marienkrönungsportal

9

2.1.3 Das Brautportal

11

2.1.4 Das Dreikönigsportal

14

2.2

Das Figurenprogramm

19

 

2.2.1

Zur Charakteristik und Programmatik

20

Der gotische Kirchenbau eine theoretische Interdependenz von Architektur und Bauplastik

3

23

4 Zusammenfassung und Ausblick

26

5 Farbtafeln

27

6 Abbildungsnachweise

42

7 Literaturverzeichnis

44

8 Erklärung zur Urheberschaft

47

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abb. 1: Holzschnitt von Nürnberg aus der Schedel'schen Weltchronik, Blatt 99v/100r, 1493 4

Abb. 2: Straßburg, Südportal, Tympana

10

Abb. 3: Straßburg, Südwestportal, Fürst der Welt und törichte Jungfrauen

13

Abb. 4: Straßburg, Laurentiusportal, Dreikönigsgruppe

16

Abb. 5: Würzburg, Dreikönigsgruppe, Madonna mit Kind und Balthasar

17

Abb. 6: Mühlhausen, Südfassade, Dreikönigsgruppe

18

Abb. 7: Nordseite St. Sebalds in Nürnberg mit Braut- (links) und Marienportal (rechts)

23

27

Taf. 1: Grundriss der romanischen Basilika Taf. 2: Grundriss nach 1379

28

Taf. 3: Weltgerichtsportal

29

Taf. 4: Weltgerichtsportal, Tympanon

30

Taf. 5: Fürstenportal, Bamberg, Tympanon

31

Taf. 6: Fürstenportal, Bamberg

32

Taf. 7: Marienkrönungsportal

33

Taf. 8: Marienkrönungsportal, Tympanon

34

Taf. 9: Brautportal

35

Taf. 10: Brautportal, Eva

36

Taf. 11: Brautportal, Adam

37

Taf. 12: ehemals Brautportal, Fürst der Welt, Frontansicht

38

Taf. 13: ehemals Brautportal, Fürst der Welt, Rückansicht

39

Taf. 14: Dreikönigsportal, rechtes Gewände, Madonna mit Kind und Balthasar

40

Taf. 15: Dreikönigsportal, linkes Gewände, Kaspar und Melchior

41

ABKÜRZUNGS- UND SYMBOLVERZEICHNIS

Abb.

Abbildung

ebda.

ebenda

et al.

et alii

f.

folgende

ff.

fortfolgende

GNM

Germanisches Nationalmuseum

Hl.

der/die Heilige

Hll.

die Heiligen

Jhd.

Jahrhundert

lt.

laut

s.

n.

sine nomine

St.

Sankt

Taf.

Tafel

v.

a.

vor allem

vgl.

Vergleiche

z.

B.

zum Beispiel

Einleitung

EINLEITUNG

Die ehemals katholische, heute evangelische Pfarrkirche St. Sebald in Nürnberg ist eine der zwei großen mittelalterlichen Stadtkirchen zu beiden Seiten der Pegnitz. Gemeinsam mit dem aufstrebenden Bürgertum beginnt die Pfarrei hier in der ersten Hälfte des 14. Jhds umfangreiche, repräsentative Umbauarbeiten, die Ausdruck von Emanzipation, Großmut und Selbstbewusstsein sein sollen. Sie gerät dabei in einen baugeschichtlichen Dialog mit der St. Lorenz Kirche auf der anderen Seite der Pegnitz, rezipiert die bedeutsamen Dome ihrer Zeit und erarbeitet sich innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit einen Übergang von der romanischen Formensprache zur Intergration hochgotischer Elemente. Diese Veränderung schließt planungstechnisch ab mit der repräsentativen Neugestaltung der vier Kirchenportale. Diese erhalten jeweils ein eigenes heilsgeschichtliches Programm, sind aber inhaltlich und liturgisch mit der inneren Organisation des Kirchenbaus verbunden. In ihnen spiegelt sich nicht nur die Entwicklung der Pfarrei, sondern ein großer Teil der Stadtgeschichte.

Im Folgenden sollen die Portale analysiert und in der Bau- und Regionalgeschichte verortet werden, um als Ergebnis des Exkursionsseminars eine Aussage über die kunsthistorische Bedeutung der Sebalduskirche im Fränkischen Gebiet treffen zu können.

Allgemeines

1

ALLGEMEINES

1.1 ZUR LITERATUR UND QUELLENSITUATION

Eine der frühesten literarischen Bearbeitungen der Stadtgeschichte Nürnbergs und der Bedeutung der Sebalduskirche stellt die bis heute wiederholt neu aufgelegte Weltchronik von (Schedel, 1978) dar, deren erster Druck bereits 1493 erfolgte und mit Holzschnitten illustriert war. In seiner Weltchronik beschränkt sich Schedel allerdings auf eine kurze Darstellung der wichtigsten Eigenschaften der Stadt und ist aus heutiger Sicht mehr als ein Image-Artikel, denn als eine tiefgreifende Bearbeitung von Fakten zu verstehen. Ausführlich monografisch bearbeitet wird die Geschichte der Sebalduskirche mehrfach im 20. Jahrhundert. Vielfach trifft man auf in Fraktur geschriebene Bücher der Zeit des Dritten Reiches, die kritisch mit neuerer Forschung gegenzulesen sind, da sie im Hinblick auf die Propagierung der Deutschen Sondergotik meist wertend und pathetisch aufgeladen sind. Nichtsdestotrotz kann die Monografie (Hoffmann, et al., 1912), die auch in jüngerer Zeit nachbearbeitet wurde, als Initiationsschrift für die monografische Erforschung der Sebalduskirche als Bau- und Kunstdenkmal betrachtet werden. Bis heute bildet sie vielfach den Ausgangspunkt neuerer Literatur zum Thema. 2007 erschien eine umfassende Monografie mit aktualisierter Bilddokumentation von (Weilandt, 2007), die jedoch kritisch gegenzulesen ist, da sie zum Einen keine wissenschaftliche Analyse, sondern eine Kontextverortung des Baus und seiner Bestandteile zum Ziel hat und zum Anderen Thesen aus fremder Literatur übernimmt, ohne Querverweise anzubringen bzw. diese zu erläutern. Vorteilhaft ist die hier enthaltene, verhältnismäßig umfassende Bibliografie. Für einen kurzen Überblick und Orientierung vor Ort sind die beiden Kirchenführer von (Bachmann, et al., 2007) und (Barth, 2007) zu empfehlen. Im Rahmen der detailliert dokumentierten Restaurierungsarbeiten in Bezug auf die Kirche findet sich ein wissenschaftlicher Bericht in (Bayern, 2008), der im Rahmen der Seminararbeit aber nicht eingesehen werden konnte. Außerdem verfügt die Kirche über einen eigenen Internetauftritt (Evangelische Kirchengemeinde St. Sebald), über den Computerrekonstruktionen und verkürzte Sachinformationen zu Bau und Geschichte zugänglich sind. Hierbei ist allerdings darauf zu achten, dass die Homepage das Datum der Erstellung der Daten nicht ausweist und in Hinsicht auf einige Informationen nicht aktuell zu sein scheint. Außerdem belegt sie keine ihrer Angaben mit Quellen. Sie eignet sich daher vorwiegend für eine Vorinformation und die Möglichkeit der Kontaktaufnahme zur Kirchenverwaltung.

Allgemeines

1.2 HISTORISCHER ABRISS

In Hinblick auf die Baugeschichte ist zu berücksichtigen, dass es sich hierbei um zwei voneinander verschiedene Bauten handelt, deren Strukturierung erheblichen Einfluss auf Position und Gestaltung der skulpturalen Elemente genommen hat. In der Rekonstruktion ergeben sich sinnvolle Zusammenhänge der Figuren erst nach der Feststellung ihres Alters, da sich viele von ihnen vor allem im Kircheninneren nicht mehr an ihrem originalen Aufstellungsort befinden.

Der ältere, heute nicht mehr erhaltene Bau (Taf. 1) wurde 1274 1 geweiht, wobei die früheste Teilweihe nämlich die des südlichen Querschiffes und der Ostkrypta bereits 1255 2 und damit achtzehn Jahre nach der Fertigstellung des Bamberger Doms stattfand. Der rekonstruierte Grundriss (Taf. 2) zeigt eine doppelchörige Anlage einer Pfeilerbasilika 3 mit einer Krypta unterhalb der östlichen Apsis, einem östlich gelegenen Querschiff und einem Turmpaar im Westen. Der darauf folgende Grundriss ist das Ergebnis von um 1300 einsetzenden Umbaumaßnahmen zu einer gotischen Kirche, bei denen in der Kernsubstanz jedoch das romanische Langhaus und die romanischen Portale im Westen erhalten wurden. Herausragende Bedeutung erlangten in der Kunstgeschichte die vier Portale der Kirche, deren Skulpturen mit Ausnahme der Skulpturengruppe des Brautportals der sogenannten „ersten Sebalder Werkstatt“ zugeordnet werden, deren führender Künstler als der „Katharinen-Meister“ bekannt ist. 4

Eine weitere Bauphase schloss sich in den Jahren 1340 1379 an, 5 in der der südliche Westturm erhöht und an den nördlichen angeglichen wurde und der Ostchor neu gebaut wurde. Das wachsende Ansehen der Kirche und die steigende Bevölkerungszahl, die mit einer ansteigenden Zahl an Pfarrklerikern einherging, machte mehr Raum für Altäre und liturgische Prozessionen notwendig. Diese Umbaumaßnahmen hatten eine Veränderung der Altarordnung und damit Umstellungen der zugehörigen Figuren und teilweise auch die Aufnahme neuer Skulpturen zur Folge. Bezüglich der Baugeschichte fällt auf, dass der Rang der Sebalduskirche und damit auch ihre Ausstattung erheblich bestimmt wurde von dem Faktor der Sebaldusverehrung, ihrer Funktion als Pfarrkirche und ihrer Rolle als Kirche der städtischen Führungsschicht. 6

1 vgl. (Weilandt, 2007 S. 21)

2 vgl. ebda.

3 vgl. ebda.

4 Vgl. (Martin, 1927)

5 vgl. (Weilandt, 2007 S. 67ff.)

6 vgl. ebda. S. 68

Allgemeines

1.3 ST. SEBALD IM STÄDTEBAULICHEN KONTEXT

Allgemeines 1.3 ST. SEBALD IM STÄDTEBAULICHEN KONTEXT Abb. 1: Holzschnitt von Nürnberg aus der Schedel'schen

Abb. 1: Holzschnitt von Nürnberg aus der Schedel'schen Weltchronik, Blatt 99v/100r, 1493

Im Falle Nürnbergs zeigt es sich als glücklicher Umstand, dass die 1493 veröffentlichte, sogenannte Schedelsche Weltchronik ein relativ detailliertes Bild der Besonderheiten der mittelalterlichen Nürnberger Gesellschaft und Stadtanlage zeichnet. So war Nürnberg wohl

„[…] im ganzen teutschen Land und auch bei äußeren Völkern eine namhaftige und viel besuchte Stadt. Ein berühmtes Gewerbehaus teutscher Land und mit schönen … Gebäuden gezieret. […]. Von den Nürnbergern wird berichtet, daß sie weder Bayern noch Franken, sondern ein ‚drittes Geschlecht‘ sein wollen […]. Alle, die des gemeinen Volks sind, sind entweder Werkleute, Erfinder oder Meister in mancherlei wunderwürdig subtiler Arbeit, oder Kaufleute oder Gewerbetreibende. […] Diese Stadt freuet sich nicht wenig ihres königlichen Patrons St. Sebald … Sie freuet sich auch der kaiserlichen Zeichen […]“. 7 Damit

nannte Schedel bereits alle Faktoren, die für Stadt- und Kirchenbaugeschichte von erheblicher Bedeutung sind: Nürnberg war eine bedeutende Handels- und Handwerksstadt und nicht zuletzt ein Zentrum für die Aus- und Fortbildung künstlerischer Fähigkeiten. Sie war seit 1423 8 der Standort der Reichsinsignien und damit auch politisch von Bedeutung. Und sie war ein Ort ausgeprägten Lokalpatriotismus, der sich in der Verehrung der

7 Vgl. (Schedel, 1978 S. Blatt CI) 8 (Heller, 2012) Beitrag Stadtgeschichte

Allgemeines

Lokalheiligen St. Sebalds niederschlug. Dieser war gleichsam ein Symbol und Schutzheiliger des aufstrebenden Bürgertums und der sich daraus entwickelnden, herrschenden Oberschicht der Patrizier. Die heute im Kern noch erhaltene Altstadt Nürnbergs stellt die etwaige Begrenzung der mittelalterlichen Stadtanlage dar. Sie wird etwa mittig von der Pegnitz geteilt. Beide Stadthälften sind nach den jeweiligen großen Pfarrkirchen benannt, so dass es eine Lorenzer und eine Sebalder Stadtseite gab. Beide Kirchen überragten die umstehenden Bauten um ein Vielfaches und bildeten jeweils ein Pendant zueinander. Sie bestimmten so gemeinsam mit der Burganlage die charakteristische Stadtsilhouette. St. Lorenz gehörte zur damaligen Zeit jedoch zu einer anderen Pfarrei und konnte innerhalb der Stadtorganisation keine gleichartige Bedeutung wie St. Sebald erlangen, da dem Kirchenpatron Laurentius keine derartige Verehrung zuteilwurde. Baugeschichtlich orientiert sich die Lorenzkirche daher an St. Sebald und beginnt um etwa 1250 ebenfalls mit Erweiterungsbauten. 9 Zeitlich fällt der gotische Umbau der Sebalduskirche zusammen mit der Errichtung zahlreicher Bürgerhäuser und bürgerlicher Stiftungen wie dem Heilig-Geist- Spital.

9 (Heller, 2012) Beitrag St. Lorenz

Bauplastik St. Sebalds

2 BAUPLASTIK ST. SEBALDS

2.1

PORTALPLASTIK

Die vier Portale der Kirche, die im Zuge der Erweiterungsbauten der Seitenschiffe zwischen 1310 und 1330 errichtet worden sind, zeichnen sich durch eine weitreichende Homogenität in Konzept und Gestaltung aus. Im Folgenden soll Ihre Struktur im Einzelnen wiedergegeben werden.

2.1.1 Das Weltgerichtsportal

Das Weltgerichtsportal 10 im Südwesten des Langhauses ist das älteste der vier Figurenportale. Es wird um 1310/15 datiert und der sogenannten „ersten Sebalder Werkstatt“ zugeordnet. (Taf. 3)

Das Spitzbogenportal ist mit einem tiefen Gewände versehen, in das zu jeder Seite der Tür vier Säulenbündel aus schmalen Halbsäulchen eingestellt sind. Deren Kapitelle sind mit deformierten, kriechenden Fantasiefiguren in Reliefoptik verziert und dienen als Konsolen für die darüber beginnenden spitzbogigen Archivolten aus unverziertem Werkstein. Zwischen die Grate der Spitzbögen und die aus den Säulenbündeln resultierenden Konsolen sind Figuren eingestellt. Heraldisch rechts vom Tympanon befindet sich zuvorderst eine Gruppe der Seligen in Abrahams Schoß. Dabei ist die Sitzfigur des Abraham ebenso groß wie die stehende Engelsfigur mit den Arma Christi neben ihm. Ein weiterer Engel mit Passionswerkzeugen befindet sich heraldisch links des Tympanons.

Im ebenfalls spitzbogigen Tympanon (Taf. 4) stellt ein Relief eine Weltgerichtsszene dar. Der untere Teil der Szene wird von tierischen Höllengestalten, einem Engel und dem Zug der Erlösten und Verdammten eingenommen. Deren Gewänder sind schwer und formlos und mit großen Falten versehen. Die Gesichter tragen jedoch fein ausgearbeitete, individuelle Züge und Frisuren. Einzelne Attribute wie Mönchstonsur und Klerikerhüte bestimmen an einigen Stellen sogar definitiv die gesellschaftliche Herkunft der Adressaten. Dabei finden sich Edelleute und Bischöfe auf beiden Seiten des Zuges. An einer langen Kette werden die Verdammten angeführt von einem Juden, deutlich erkennbar am spitzen Judenhut von einem Mischwesen mit fratzenhaftem Gesicht nach links zum Fegefeuer geführt, während

10 Im Mittelalter auch bekannt als die „Tür bei der Waage“, nach der nahe gelegenen Stadtwaage. Vgl. (Weilandt, 2007 S. 27ff.)

Bauplastik St. Sebalds

die Erlösten von einem Engel nach rechts geführt werden. Dabei sind die Körper der Figuren eng aneinandergereiht. Zwischen den Köpfen der vorderen Reihe sind weitere Köpfe dargestellt oder angedeutet, die die räumliche Tiefe einer Menschenmasse suggerieren. Darüber befindet sich eine felsenartige Struktur, aus der Teile kleinerer, nackter Körper herausragen. Diese definieren den Ort als den limbus puerorum die Vorhölle der ungetauften Kinder. Auf dessen Spitze thront eine Sitzfigur des Christus mit einem in tiefe Schüsselfalten gelegten Mönchsgewand, das die nackten Füße nicht bedeckt. Mit der linken Hand zeigt er durch eine Öffnung im Stoff auf die Speerwunde unterhalb seiner Brust, die Rechte hat er zum Segen erhoben. Eingerahmt wird er durch die knieenden und betenden Figuren der Maria und des Johannes 11 und zwei profilige Engel im Hintergrund, die die Himmelstrompeten blasen. Die zum Gebet gefalteten Hände der beiden Seitenfiguren sind nicht von den Gewändern bedeckt. Sie erscheinen stärker herausgearbeitet und körperhafter, aber auch schematisiert und steif. Im oberen Feldteil fallen die Figuren deutlich größer proportioniert aus als im Unteren. Zum oberen Teil des Tympanons hin sind die Figuren auch tiefer herausgearbeitet und beinahe vollplastisch. Bemerkenswert ist, dass das Tympanon sozusagen eine innere und eine äußere Feldgrenze hat. Die innere Feldgrenze wird stark durch die Figuren überschnitten, was im innersten Teil des Giebelfeldes eine zusätzliche, sehr tiefe Zurücksetzung des Hintergrundes erlaubt. Untersuchungen haben Reste barocker und mittelalterlicher Farbfassungen zu Tage gefördert. Daher ist davon auszugehen, dass alle vier hier untersuchten Portale ursprünglich farbig gefasst waren. 12

Zwei leere, von Baldachinen bekrönte Konsolen an der Stirnseite des Portals zeigen den ehemaligen Standort der Figuren der Hll. Katharina und Petrus an, die heute andernorts verbracht sind. 13

Als direkter Vorgänger lässt sich das Fürstenportal des Bamberger Doms (Taf. 6) recht eindeutig identifizieren. Auswahl und Anordnung der dargestellten Figuren weisen starke Parallelen zu diesem romanischen Portal auf. Das tiefe Gewände schließt hier in einem Rundbogen ab und ist mit einer Vielzahl unterschiedlich gemusterter Säulchen versehen, wobei jeder Zweiten eine Doppelfigur vorgestellt ist. Die Kapitelle sind mit Blatt- und

11 Identifizierbar nur durch das Fellgewand und die Betonung der Rippen als Verdeutlichung seiner asketischen Lebensweise.

12 Vgl. (Deutsche Bundesstiftung Umwelt)

13 Die Exkursion hat gezeigt, dass beide Konsolen heute wieder mit den entsprechenden Figuren besetzt sind und die bei der Recherche zu Tage geförderten Abbildungen mit leeren Konsolen (unter anderem auf der Homepage des Kirchenbaus selbst) bereits als veraltet zu betrachten sind.

Bauplastik St. Sebalds

Tierornament versehen und dienen dem oberen Teil des Gewändes als Konsole. Ihre Struktur zieht sich reliefartig bis zur Stirnseite hin vor, wo sie homogen mit je einer auf einer Halbsäule stehenden und durch einen Baldachin bekrönten Figur abschließt. Die Attribute identifizieren sie als Ecclesia heraldisch rechts und Synagoge heraldisch links. Auf der rechten Seite des Gewändes befindet sich auch hier eine Sitzfigur der Seligen in Abrahams Schoß, etwas weiter vorn ein Engel mit Posaune.

Das halbkreisförmige Tympanon (Taf. 5) füllt eine Weltgerichtsszene. Übergroß thront Christus in der Mitte, beide Hände zum Segen erhoben, die Speerwunde und seine nackten Füße durch das Gewand unverdeckt und hervorgehoben durch einen Kreuznimbus. Seitlich knien Maria und Johannes der Täufer, 14 die Fußspitzen Christi haltend und zu ihm emporblickend. Unter den Füßen des Weltenrichters knien zwei nackte Kinder in betender Haltung. Auf der linken Seite werden bewegte Figuren mit verzerrten Gesichtern durch ihre Attribute ebenfalls als Bischöfe und Könige identifizierbar von einem Mischwesen an einer Kette in die Verdammnis geführt. Auf der Rechten werden Edelfrauen, Könige und betendes Volk, flankiert von Engeln mit den Arma Christi, dem Erlöser zugeführt.

Motivisch und in der Anordnung sind hier also starke Parallelen sichtbar. 15 Vor allem fällt auf, dass bei beiden Portalen die Position der Gewändefiguren nicht in der Portalanlage vorbereitet wird, sondern additiv und scheinbar willkürlich erfolgt. Die Ursache hierfür wird aber in Bamberg eine vollkommen andere als in Nürnberg gewesen sein. Bei St. Sebald ist dieser Umstand vermutlich auf die direkte, unvariierte Transkription der Gewändefiguren Bambergs zurückzuführen. Stilistisch fallen aber vielfach Unterschiede auf. Die Szene in Bamberg wirkt weniger überfüllt, die Gewandbehandlung suggeriert einen dünneren Stoff mit schmalen, reichhaltigen und körperhaften Falten. Maria und Johannes treten auf Grund ihrer geringen Größe deutlich zurück, wobei sie im Nürnberger Giebelfeld in gleichem Größenverhältnis der Christusfigur beigeordnet sind. Die Einzelfiguren sind in Bamberg insgesamt tiefer ausgearbeitet, so dass eine Abstufung der Reliefhöhe wie in Nürnberg nicht zu Stande kommt. Insgesamt erscheint das Bamberger Weltgericht geordneter und ist fest, ohne jegliche Übertritte in die Feldbegrenzung des Tympanons eingeschrieben.

14 Hier vor allem durch die Darstellungstradition der Weltgerichtsszene identifiziert. 15 Sowohl (Weilandt, 2007) als auch jede andere Literatur zum Thema verweisen bei der Stilfrage auf Mainzer Vorbilder, unterlassen jedoch eine konkrete Benennung.

Bauplastik St. Sebalds

2.1.2 Das Marienkrönungsportal

Wie das Weltgerichtsportal wird das um 1315/1320 datierte Marienkrönungsportal 16 der „ersten Sebalder Werkstatt“ zugeordnet. Es befindet sich am nordwestlichen Ende des Langhauses, direkt gegenüber dem vorher genannten Portal. (Taf. 7)

Auch hier handelt es sich hier um ein Spitzbogenportal, dem an der Stirnseite zwei auf Konsolen stehende, mit Baldachinen bekrönte Figuren beigeordnet sind. 17 Auch hier besteht das Gewände aus je vier Säulenbündeln von Halbsäulchen, deren Kapitelle mit figürlichem Schmuck versehen sind.

Das Tympanonrelief (Taf. 8) ist zweizonig gegliedert und stellt Szenen der Marienlegende aus der Legenda Aurea dar. In der heraldisch rechten Hälfte der unteren Szene ist der Marientod dargestellt. Mit aufgerichtetem Kopf liegt Maria profilig im Zentrum der Szene auf dem Totenbett. Um sie herum stehen teilweise identifizierbare Apostel in demonstrativer Trauerhaltung. Hinter der Mitte des Bettes sind Christus, der die Seele Mariens auf dem Arm trägt und Petrus deutlich hervorgehoben. Klar von dieser Szene abgegrenzt folgt in der linken Hälfte die Grabtragung Mariens in einem von Tuch bedeckten Sarg. 18 Besonders hervorgehoben werden hierbei die Hände der begleitenden Personen. Während die Apostel den Sarg gefahrlos berühren, verkrüppeln und erblinden die Juden, 19 die sich am Sarg Mariens vergreifen wollen und sinken in Qual unter dem Sarg zusammen. Begleitet und verbunden werden die Szenen durch einen Zug von Engeln, die trauern bzw. liturgisches Gerät tragen. Hervorgehoben, da nicht durch andere Figuren überschnitten, ist in beiden Szenen Johannes, der Lieblingsjünger Christi. Die obere Zone zeigt schließlich die Krönung Mariens im Himmel. Der Szenenaufbau ist symmetrisch. Am rechten und linken Rand befinden sich jeweils ein knieender und ein stehender Engel, die mit ihren Flügeln in natürlicher Körperhaltung die Grenzen des Tympanonfeldes nachvollziehen. Die äußeren, knieenden Engel haben ihre Hände jeweils zum Gebet gefaltet. Die stehenden Engel führen jeweils einen Zeigegestus aus: der heraldisch Rechte zur Krone der Maria bzw. dem Himmelreich hin, der heraldisch Linke zu dem nackten Fuß Jesu bzw. der unteren Tympanonzone hin. In der Mitte sitzen Christus und zu seiner Rechten Maria auf einem

16 Auch „Tauftür“ nach dem dahinter befindlichen Taufbecken. Vgl. (Weilandt, 2007 S. 36f.)

17 Diese waren 1320 zwar bereits geplant, aber erst um 1370 aufgestellt und bleiben hier deshalb außen vor. Vgl.

18 Die Szene wird von Engeln begleitet, was (Weilandt, 2007) als ungewöhnlich hervorhebt. Daraus schließt er auf den Zweck der Betonung der liturgischen Instrumente und der Grabtragung als Prozession, sofern der ursprüngliche Zweck des Portals in Begräbnisprozessionen zum davorliegenden Friedhof lag. Vgl. ebda.

19 Identifizierbar durch eindeutig dargestellte Judenhüte.

Bauplastik St. Sebalds

breiten Thron, der im Hintergrund durch ein gespanntes, von einem Engel bekrönten Tuch verziert ist. Maria hat den Kopf geneigt und die Hände zum Gebet gefaltet, die Krone bereits auf ihrem Haupt. Christus erneut im Mönchsgewand hat die rechte Hand an ihrem Haupt zum Segen erhoben. Die linke Hand liegt einen Codex haltend locker in seinem Schoß. Er trägt ebenfalls eine Krone. Hinter Maria befindet sich ein einfacher Nimbus, hinter Jesus ein Kreuznimbus. Alle Figuren sind bis zum Hals von schwerem Gewand eingehüllt. In der unteren Szene sind die Gewandfalten regelmäßig und flach, in der oberen Szene reichhaltiger und tiefer aber dennoch nicht körperhaft. Nackt bleiben nur die Hände, die vorbildhafte Trauer- und Gebetsgesten ausführen und die Fußspitzen einiger Apostel und Jesu.

ausführen und die Fußspitzen einiger Apostel und Jesu. Abb. 2: Straßburg, Südportal, Tympana Das schwer zu

Abb. 2: Straßburg, Südportal, Tympana

Das schwer zu datierende, vermutlich aber etwas spätere Doppelportal des Straßburger Südquerhauses zeigt ebenfalls eine Darstellung der Mariengeschichte. Hier wird sie allerdings in vier Szenen ausgeführt: Marientod, Grabtragung, Himmelfahrt und Krönung Mariens. Explizit die Grabtragung Mariens als einzelne Szene darzustellen, ist in der Mariengeschichte eher ungewöhnlich. Dass die Bildidee von Nürnberg hier ins Straßburger Gebiet transferiert wurde, scheint also nicht gänzlich unmöglich. Dennoch unterscheiden sich die Darstellungen nicht nur stilistisch in hohem Maße voneinander. Besonders das Tympanon mit dem Relief der Entschlafung Mariens stellt alle Figuren in erzwungener, unnatürlicher Haltung dar. Die hintergründigen Apostel erscheinen als körperlose, stereotype Köpfe und keiner der Apostel ist durch Attribute von den anderen zu unterscheiden. Der Körper Mariens ist stark verdreht, um dem Betrachter eine möglichst vollständige Ansicht zu gewähren. Die darunter befindliche kleine Szene der Grabtragung verzichtet allerdings vollständig auf den antisemitischen Gehalt des Nürnberger Reliefs. Dies mag evtl. ein Anhaltspunkt zur Datierung des Reliefs nach 1349 sein dem Jahr in dem es in Straßburg zu einem der größten Judenpogrome der französischen Geschichte kam. Dass in Nürnberg

Bauplastik St. Sebalds

wiederum auf die mariengeschichtlich viel bedeutendere Szene der Himmelfahrt verzichtet wurde, um eine antisemitische Darstellung der Grabtragung anbringen zu können, kann wiederum als Indiz für die stark judenfeindliche Stimmung der Entstehungszeit erachtet werden. 20 Die abschließende Szene der von Engeln begleiteten Marienkrönung in Straßburg fällt indes vor allem dadurch auf, dass Maria nicht wie gewöhnlich zur Rechten Christi sondern zu dessen Linker sitzt. Die Gewandbehandlung in Straßburg unterstützt eine spätere Datierung ebenfalls, da sie stark antikisierend und feingliedrig ausgebildet ist und die Körperhaftigkeit der Figuren deutlich stärker unterstützt.

2.1.3 Das Brautportal

Ebenfalls noch der „ersten Sebalder Werkstatt“ zugeordnet ist das um 1320 oder später datierte Brautportal an der Nordostseite des Langhauses in unmittelbarer Nähe zum gotischen Umgangschor. 21 (Taf. 9)

Die um 1430/40 an den Stirnseiten angebrachten Figuren der Muttergottes mit Kind und des hl. Sebaldus 22 seien hier nur erwähnt, weil sie das bis dahin an dieser Stelle unvollständige Schema der beiden zuvor erläuterten Portale vervollständigen. Auch sie sind jeweils mit einem mittelalterlichen Baldachin ausgestattet. Als Konsole dient ihnen der Baldachin der jeweils äußersten Jungfrauenfiguren.

Unter einem Schutzdach wurde nachträglich, wohl in den 1340er Jahren, ein Maßwerkvorhang eingezogen. Das Spitzbogenfeld über der Tür selbst ist heute modern verglast. Ob es ursprünglich figürlichen Schmuck trug, ist unbekannt. Wenn der Maßwerkvorhang bereits zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Gewändefiguren geplant war, scheint es aber durchaus möglich, dass das Tympanon ohne ausführlichen Figurenschmuck gedacht war. Das Gewände ist auf beiden Seiten mit je fünf weiblichen Nischenfiguren ausgestattet, deren Reihe sich bis an die Stirnseite des Portals fortsetzt. Auf der heraldisch rechten Seite sind die fünf klugen Jungfrauen mit Öllämpchen, auf der heraldisch linken Seite die fünf törichten Jungfrauen des Matthäusevangeliums dargestellt. Je zwei davon stehen auf eigenen Konsolen, während die restlichen in Nischen über pseudoarchitektonisch angedeuteten Pfeilern angebracht sind. Alle Jungfrauenfiguren werden von einem Baldachin

20 Vgl. hierzu die Ereignisse der Rintfleisch-Verfolgung um das Jahr 1298, das eines der „ersten flächendeckenden Judenpogrome[…] seit dem ersten Kreuzzug“ war und vor allem fränkisches Gebiet betraf. Vgl. (Lotter, 2011) 21 Eindeutige Quellen zum Entstehungszeitraum fehlen hier. Vgl. (Weilandt, 2007 S. 39ff.)

22 Heute am Originalstandort durch Kopien ersetzt.

Bauplastik St. Sebalds

bekrönt. Oberhalb der zweit innersten Jungfrauen befinden sich auf Wappenkonsolen eine Figur der Eva (heraldisch rechts, Taf. 10) und des Adam (heraldisch links, Taf. 11). Mit der linken Hand bedecken diese, einen Strauß aus Blattwerk haltend, ihre Scham, während sie mit der rechten Hand die verbotene Frucht vor ihre Brust halten. In den danebenliegenden Bogenzwickeln befinden sich Reliefs je eines Propheten. Verdeckt von dem Maßwerkvorhang wird ein Brustbild des Christus als Bekrönung der Archivolte über dem Portal und kleinere Figuren seitlich des verglasten Spitzbogenfeldes.

Als dazugehörig zu betrachten ist eine vollplastische Figur des „Fürsten der Welt“ (Taf. 12 und Taf. 13), die sich heute im Inneren der Kirche befindet. Sie zeigt einen ansehnlichen Jüngling im Mantel, der die linke Hand mit Zeigegestus auf seine Brust gelegt hat und die Rechte locker geöffnet vor den Bauch hält. Beim Umschreiten der Figur wird man des am Rücken geöffneten Mantels gewahr, der den Blick auf einen von Maden und Gewürm zerfressenen Leib freigibt. Diese Figur muss sich, der Ikonographie des Jungfrauengleichnisses folgend, ebenfalls an der Stirnseite des Portals neben der äußersten törichten Jungfrau befunden haben, die sich ihm in leicht überdrehter Haltung zugewandt hat, ohne jedoch seine entstellte Rückseite sehen zu können. Betrachtet man jedoch die Ausrichtung der Figur des Fürsten der Welt, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass sie an der heraldisch rechten Stirnseite des Portals gestanden haben muss und damit auf der Seite der klugen Jungfrauen. Daher ist es fraglich, ob die heutige Anordnung der Jungfrauen der originalen Positionierung entspricht oder es sich um eine Fehlrekonstruktion in Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der Kirche nach dem zweiten Weltkrieg handelt. Detaillierte Informationen zu dieser Problematik liegen in der Literatur bisher nicht vor. Physiognomie und Gewandbehandlung weisen bei allen Figuren eine enge stilistische Verwandtschaft auf. Die Faltenbildung ist wie bei den bereits genannten Portalen flach und recht regelmäßig, ohne Betonung der darunter liegenden Körperlichkeit. Frei bleiben in der Hauptsache Hände und Gesichter der Figuren (Adam und Eva ausgenommen), wobei keine der Figuren individuelle Züge trägt, was auf eine starke Schematisierung schließen lässt, die eine zügige Werkstattarbeit begünstigte.

Eine Besonderheit ist, dass sich an diesem Portal die ältesten Stifterwappen der Kirche finden, wie sie im späteren Verlauf zur Regel werden. Diese stammen hauptsächlich von vorherrschenden Ratsfamilien der Stadt Nürnberg und sind an den Konsolen der jeweils gestifteten Figuren angebracht.

Bauplastik St. Sebalds

Bauplastik St. Sebalds Abb. 3: Straßburg, Südwestportal, Fürst der Welt und törichte Jungfrauen Der in der

Abb. 3: Straßburg, Südwestportal, Fürst der Welt und törichte Jungfrauen

Der in der mittelalterlichen Dichtung beschriebene „Fürst der Welt“ als Verführer im Zusammenhang mit den törichten Jungfrauen ist seit etwa 1280 in dieser Konzeption vom Figurenprogramm des Straßburger Münsters her bekannt. 23 Dort befinden sich im Gewände des kleinen südwestlichen Portals auf reichhaltig mit Blendmaßwerk verzierten Pfeilern zu beiden Seiten des Portals je drei Jungfrauen. Auf der heraldisch linken Seite die Klugen, die von einer Chistusfigur zum Portal geführt werden, auf der heraldisch rechten Seite die Törichten, die sich nach außen einer Figur des „Fürsten der Welt“ zuwenden. Dieser ist bekrönt und hält einen Apfel seit dem Exodus das Symbol der Verführung vor seiner Brust empor. Beinahe vollständig von der Nische verdeckt ist die Rückansicht des Fürsten, die ebenfalls eine Entstellung durch Kriechtiere erahnen lässt. Die Gewandbehandlung ist hier ähnlich körperlos wie in Nürnberg, wenn auch die Stege der Falten deutlich höher liegen. Alle Figuren sind von aufwändig verzierten Baldachinen bekrönt.

23 Vgl. (Bossche, 2001)

Bauplastik St. Sebalds

2.1.4 Das Dreikönigsportal

Das Dreikönigsportal ist das jüngste der vier Portale der Seitenschifferweiterungen und wird um 1330 datiert. Es ist der „zweiten Sebalder Werkstatt“ zuzuordnen und befindet sich südöstlich gegenüber dem Brautportal. 24

Da das Tympanon ursprünglich wohl keinen plastischen Schmuck trug und erst im 15. Jhd. mit einem Holzrelief versehen wurde, soll es hier außer Acht gelassen werden. 25 Das Gewände der Vorhalle ist sparsam mit Figuren ausgeschmückt. Auf kleinen, maßvoll dekorierten Konsolen befinden sich je zwei Figuren zu jeder Seite des Portals. Auf der heraldisch rechten Seite (Taf. 14) findet man zuinnerst eine bekrönte Standfigur der Madonna mit Kind. Sie ist in einen weiten Mantel gekleidet und hält in der linken Hand ein schlecht erhaltenes Zepter, das gemeinsam mit der Krone vorausdeutet auf ihre Erhebung zur Himmelskönigin. Das Christuskind wendet sich ihr zu und greift spielerisch nach ihrer Krone, was wohl ebenfalls als Vorausdeutung auf die Marienkrönung zu verstehen ist. Mit lächelndem Ausdruck wendet sich ihr Blick zur gegenüberliegenden Seite des Gewändes. Rechts von ihr kniet Balthasar ihr zugewandt. Die erhobenen, nicht mehr erhaltenen Arme waren sicherlich mit Gaben für das Jesuskind bestückt. Auf der heraldisch linken Seite des Portals (Taf. 15) sind zwei weitere Standfiguren der Könige mit Gaben angebracht. Interessanterweise sind diese leicht nach außen also von der Marienfigur hinweg gedreht. Zu Füßen der drei Könige befinden sich Wappen der Stifterfamilien. Insgesamt erscheinen die Figuren blockhaft. Nur die Marienfigur ist dynamischer, mit einer leichten Ausstellung der Hüfte gestaltet. Die Gewandbehandlung besonders der beiden Figuren auf der heraldisch linken Seite des Gewändes ist grob und sehr geradlinig. Auch hier wird jegliche Körperlichkeit, von den gut sichtbaren Händen abgesehen, negiert. Die deutlich gröbere Gewandbehandlung der Könige und die fehlende Filigranität in deren Haar sowie deren ovaler geformte Gesichter ohne die charakteristisch hervortretenden Wangenknochen, wie sie bei den bisher behandelten Portalfiguren zu finden sind, unterstützen die These, dass diese Figuren nicht aus exakt derselben Werkstatt stammen wie die Figuren der anderen Portale. Die Physiognomie der vier Figuren erscheint uniform, fast schablonenartig, so dass sie in jedem Fall als zusammengehörig zu betrachten sind.

Ergänzt wird die Gruppe durch zwei auf Konsolen aufgestellte, aber nicht mit Baldachinen versehene Bischofsfiguren der hl. Ulrich und Wolfgang an der Stirnseite heraldisch links des

24 Vgl. (Weilandt, 2007 S. 44ff.)

25 Vgl. ebda.

Bauplastik St. Sebalds

Portalbereichs, die vor 1330 angefertigt wurden und heute durch Kopien ersetzt sind. 26 Diese standen ersichtlich an der leeren Nische auf der rechten Seite ursprünglich zu beiden Seiten des Portals. Die heutige Szene, in der beide scheinbar in eine Diskussion vertieft sind, verfälscht also die ursprüngliche Intention. Außerdem vermutet man in der ursprünglichen Gestaltung eine weitere, heute verlorene Stifterfigur. Diese Frontfiguren haben keinen direkten liturgischen oder räumlichen Bezug zum Kircheninneren oder der Dreikönigsgruppe. Sie markieren nach aktuellem Forschungsstand die einzige Stelle, an der ein Stifter aktiv in das Gestaltungskonzept eingriff um repräsentative Stifterfiguren von Namenspatronen aufstellen zu lassen.

Die genaue Einordnung der Mariengruppe erweist sich als schwierig. Die erhaltenen Familienwappen der Stifter ermöglichen eine ungefähre Bestimmung des Entstehungszeitraumes. Fehlende Ehefrauenwappen verhindern jedoch eine konkrete Zuordnung zu belegten Individuen. Da die Aufstellung der vollplastischen Figuren in der Architektur des Gewändes nicht explizit vorbereitet ist, ist eine spätere Hinzufügung möglich, so dass die alleinige Datierung des Portalbaus den Entstehungszeitraum der Figuren ebenfalls nicht sicher belegt. Hinzu kommt, dass die Figurengruppe sich in Hinblick auf die Darstellungstradition der Anbetung und die Anordnung der Figuren als inhomogen erweist. Einzelne Merkmale können als tradiert betrachtet oder auch potentiellen Vorbildern zugeordnet werden, als Ganzes bleibt diese Gruppe jedoch einzigartig. So fällt als Erstes auf, dass die Maria das Jesuskind auf dem rechten Arm trägt und nicht wie üblich auf dem Linken. 27 Logischerweise müsste dementsprechend der kniende König links von ihr zu stehen kommen. So aber wenden sie und das Jesuskind sich vollständig von ihm ab, schenken ihm geradezu keine Beachtung. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Figuren im Laufe der Jahrhunderte eine Neupositionierung erfahren haben, doch war die Position der Maria nach der aktuellen Forschungsliteratur von Beginn an die Innerste zur Rechten des Portals. Ein Indiz, das für eine Neupositionierung spräche, ist die Gestaltung der Konsolen. Mit Ausnahme der äußersten Konsole des Balthasar, sind sie alle identisch gestaltet. Hier

26 Die Originale wurden in das GNM verbracht.

27 Die Exkursion speziell der ausführliche Besuch des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg hat gezeigt, dass dieses Gestaltungskonzept der Marienfigur besonders im fränkischen Raum mehrfach nachgewiesen werden kann. Hauptsächlich dominiert dennoch die übliche Darstellung des Jesuskindes auf dem linken Arm der Madonna, besonders im Zusammenhang mit Dreikönigsgruppen. Als ein Beispiel sei hier eine hölzerne Madonnenfigur von Veit Stoß (etwa 1520) genannt, die nachweislich als Vorlage für Steinplastiken gedient hat und heute im GNM aufbewahrt wird.

Bauplastik St. Sebalds

kann also entweder ein späterer Ersatz der Konsole erfolgt sein oder aber diese war ursprünglich der Marienfigur zugewiesen worden. Weiterhin schmiegt sich das Jesuskind sehr eng an ihre Schulter, was Ausdruck ihrer tiefen Verbundenheit und Liebe zueinander ist. Damit entfällt jedoch der präsentierende Charakter, der entsteht, wenn sich das Jesuskind etwas zurücklehnt und sich der Raum zwischen ihm und Maria zu den Königen hin öffnet. Die frontale Ausrichtung der Figur und ihr huldvoller Blick verleihen ihr ein majestätisches Auftreten, ergänzt um das mütterliche Element eines leichten Lächelns. Es finden sich hier also bereits einige Merkmale, die auf den sich entwickelnden „Weichen Stil“ hinausdeuten. Die bereits angesprochenen, fehlenden Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren, sind deren ungewöhnlicher Ausrichtung geschuldet. Es wird also die Aufgabe der zukünftigen Forschung sein, diese Positionierungen und Datierung erneut auf das Genaueste zu untersuchen.

und Datierung erneut auf das Genaueste zu untersuchen. Abb. 4: Straßburg, Laurentiusportal, Dreikönigsgruppe 16

Abb. 4: Straßburg, Laurentiusportal, Dreikönigsgruppe

Bauplastik St. Sebalds

Trotz der Besonderheiten, die einen Vergleich mit anderen Plastiken erschweren, kann man Seitenblicke auf andere Dreikönigsgruppen werfen. Ähnlichkeiten weist die Straßburger Madonna am Laurentiusportal zumindest in der demonstrativen Nähe zwischen Jesuskind und Gottesmutter auf, indem sich der Knabe eng an ihre Wange schmiegt. Stilistisch sind jedoch keine nennenswerten Gemeinsamkeiten zu finden, da diese Dreikönigsgruppe deutlich später zu datieren ist. Motivliche Ähnlichkeiten finden sich ebenfalls bei der Madonna des Regensburger Niedermünsters. Wie im Spiel greift auch hier das Jesuskind nach ihrer Krone.

im Spiel greift auch hier das Jesuskind nach ihrer Krone. Abb. 5: Würzburg, Dreikönigsgruppe, Madonna mit

Abb. 5: Würzburg, Dreikönigsgruppe, Madonna mit Kind und Balthasar

Bauplastik St. Sebalds

Ein lohnenswerteres Vergleichsobjekt könnte sich in der Dreikönigsgruppe im Würzburger Dom finden. 28 Hierbei ist von vornherein zu berücksichtigen, dass der Aufstellungsort ein ganz anderer ist: Alle vier Figuren sind im Innenraum an den Langhauspfeilern angebracht. Die bekrönte Madonna steht frontal auf einer einem Dienst entspringenden Konsole vor dem Pfeiler. Auf dem erhobenen linken Arm ruht das mit Nimbus versehene Christuskind, das spielerisch nach ihrer Krone greift und in der linken Hand einen Reichsapfel emporhält. Die rechte, erhobene Hand der Himmelskönigin hat ursprünglich sicher ebenfalls ein Zepter gehalten. Das mehrlagige, teilweise gemusterte Gewand der Madonna fällt in schweren, unregelmäßigen Falten nach unten, wobei eine leichte Ausstellung der Hüfte Mariens zu erahnen ist, die Darstellung sonst aber wenig körperhaft ist. Rechts von ihr kniet auf einer eigenen, etwas herabgesetzten Konsole Balthasar, die Königskrone auf seinem Knie abgelegt und ein Geschenk emporhaltend. Großer Wert wurde dabei auf die feingliedrige und elegante Herausarbeitung der Hände gelegt. Da diese in Nürnberg verloren sind, lässt sich ein Vergleich hier nicht vervollständigen. Nur so viel kann man sagen, dass auch der Nürnberger Balthasar gemäß dem gängigen Typus mit der Rechten ein Geschenk emporgehalten haben muss. Mit der Linken greift er wohl nach seiner Krone. Die hauptsächliche Übereinstimmung liegt hier in der Anordnung der Balthasarfigur zur Rechten der Madonna, jedoch schlüssiger konzeptioniert mit der Position des Jesuskindes auf Mariens linkem Arm.

mit der Position des Jesuskindes auf Mariens linkem Arm. Abb. 6: Mühlhausen, Südfassade, Dreikönigsgruppe Sehr

Abb. 6: Mühlhausen, Südfassade, Dreikönigsgruppe

Sehr interessant ist die überwältigende Ähnlichkeit mit einer Anbetungsgruppe, die sich über dem Südportal der Marienkirche in Mühlhausen befindet und etwa zeitgleich entstanden sein dürfte. Diese in einer Reihe angeordneten Figuren sind nahezu identisch mit der Konzeptionierung in Nürnberg, nur ist ihre Ausrichtung eine andere. Wie in Abb. 6 zu

28 Vgl. (Söding, 1994)

Bauplastik St. Sebalds

sehen ist, sind jeweils zwei Figuren aufeinander ausgerichtet sind und durch Blickbeziehungen miteinander kommunizieren. Eine ähnliche Aufstellung wäre auch in Nürnberg denkbar gewesen. Möglicherweise haben die Nürnberger Bildhauer hier auch Figuren eines anderen Konzeptes kopiert, ohne die Zusammengehörigkeit der einzelnen Figuren zu berücksichtigen.

2.2 DAS FIGURENPROGRAMM

Im Inneren der Kirche setzt sich die Ausgestaltung mit plastischem Schmuck fort. Zahlreiche Heiligenfiguren und Schmerzensmänner befinden sich dort an den Mittelschiffspfeilern, Seiten- und Chornischen. Dieses Programm war eng an die liturgischen Bedürfnisse der Kirche und die emanzipationsgeschichtliche Entwicklung der Pfarrei und des Stifterwesens gebunden. Der Großteil der Figuren befindet sich heute nicht mehr am originalen Standort. Die Rekonstruktion der Veränderungen, denen das Programm unterworfen war, ist für eine Erfassung der lokalen Entwicklung des Bildprogrammes unerlässlich und würde im Detail eine eigene wissenschaftliche Bearbeitung erfordern. Im Umfang der vorliegenden Seminararbeit soll daher lediglich auf bereits vorliegende Rekonstruktionsergebnisse, wie sie in (Weilandt, 2007) zusammengetragen werden, vorgestellt werden.

Der Übergang von dem kleineren, romanischen Chor mit drei Apsiden auf der Länge des Querhauses zum deutlich größeren und vor allem liturgisch viel praktischeren Umgangschor, dessen Weite sich an der Breite der Seitenschiffe des Langhauses orientiert, als Folge einer Notwendigkeit größeren Prozessionsvolumens, bedingte eine Erhöhung der Anzahl der Altarstellen und damit auch die Aufstockung des Bestandes an Andachtsbildern. Außerdem erfolgte eine Verschiebung des Hochaltars. Beides hatte zur Folge dass Figuren, die ursprünglich an den romanischen Langhauspfeilern des Mittelschiffes Aufstellung gefunden hatten, in den zuerst fertiggestellten, neuen Hochaltar- und Chorbereich hinein verschoben wurden. Außerdem wurden im Rahmen des regen Stifterwesens zahlreiche Andachtsfiguren (v. a. Schmerzensmänner) im Chorbereich aufgestellt. Diese Verschiebung der Figuren ergab die Möglichkeit das Figurenprogramm des Langhauses stilistisch und inhaltlich zu erneuern und den zeitgemäßen Entwicklungen anzupassen.

Stilistisch zusammengehörig und datierbar in den Entstehungszeitraum der Portale bzw. der Tätigkeit der ersten und zweiten Sebalder Werkstatt zuordenbar sind v. a. zwei

Bauplastik St. Sebalds

Figurengruppen. Zum Einen der um 1340/50 29 entstandene Figurenzyklus der im Langhaus befindlichen Altarstellen, bestehend aus einem Apostelzyklus 30 , von dessen Figuren zehn an ihrem Originalstandort erhalten sind und der sich nach Osten hin zum Hochchor ausrichtet 31 , und den (ursprünglich dem Heinrich-Kunigunden-Altar zugeordneten) Figuren der Hll. Heinrich und Kunigunde 32 , die stilistisch derselben Werkstatt zuzuordnen sind und den Aposteln auch in den Größenverhältnissen gleichen. Und zum Anderen die Schmerzensmänner des späten 14. Jhds im Darstellungstypus des umarmenden Christus. 33 Diese Figuren sind (vom Behaimschen Schmerzensmann abgesehen) untereinander so homogen und weisen derartig große Ähnlichkeiten in ihrer Anlage und motivischen Details auf, dass die Literatur hier von einem Replikenverhältnis spricht. Ihr Zweck war vor allem liturgischer Natur bzw. richtete sich auf das Seelenheil hin aus.

2.2.1 Zur Charakteristik und Programmatik

Für die Entwicklung des Bildprogrammes sind vor allem zwei Ereignisse von Bedeutung. Die Entwicklung des Stifterwesens brachte mit der Abschaffung der Anonymität des jeweiligen Stifters auch ein neues Rechtsverständnis ein. Der Stifter und in seiner Nachfolge auch seine Erben waren zeitlebens für die Finanzierung und Instandhaltung der jeweiligen Stiftung verantwortlich. 34 Der Anteil bürgerlicher Stifter aus Nürnberger Ratsfamilien an der Finanzierung der Umbaumaßnahmen der Kirche war also enorm. Dementsprechend ist auch davon auszugehen, dass der Nürnberger Rat ein entsprechendes Maß an Einfluss auf die Planung ausüben konnte. Damit war die Sebalduskirche nicht nur ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt, sondern auch Symbol eines aufstrebenden Stadtbürgertums unter kaiserlicher Hoheit.

Außerdem einflussreich war die lokale Entwicklung des Sebalduskultes. Ursprünglich waren Hochaltar und Kirche seit dem frühen Mittelalter dem Hl. Petrus geweiht. Lokale Verehrung des Hl. Sebaldus gab es wohl seit dem 11. Jhd. Er trägt den Beinamen „Apostel Nürnbergs“

29 Vgl. (Weilandt, 2007 S. 51f.)

30 Um 1347: Jacobus maior, Matthias, Matthäus, Jacobus minor, Judas Thaddäus, Simon, Philippus, Andreas, Thomas, Bartholomäus. Vgl. Ebda.

31 Lt. (Weilandt, 2007 S. 52) sind weitere, ähnliche Baldachine und Konsolen mit späteren Figuren versehen, so dass evtl. weitere, bisher unidentifizierte Apostelfiguren und den anderen, zeitgleich aufgestellten Stifterfiguren derselben Werkstatt befinden.

32 Um 1345, vgl. ebda,

33 Die vollplastischen Figuren sind benannt nach den identifizierten Stifterfamilien: Zenner um 1372, Sakramentsnische vor 1374, Behaim um 1375/80, Holzschuher vor 1379, Ebner vor 1379. Vgl. ebda. S. 85ff.

34 Vgl. ebda. S. 44ff.

Bauplastik St. Sebalds

und zeichnet sich legendär für die Missionierung des Nürnberger Gebietes verantwortlich. Nachdem er im 8. Jhd. andernorts verstarb, sollen wilde Ochsen seine Gebeine nach Nürnberg gebracht und so den Standpunkt der Sebaldusgrabes in der damaligen Peterskapelle markiert haben. Diese Heiligenlegende ist Gegenstand zahlreicher mittelalterlicher Darstellungen der fränkischen Region, besonders im 14. Jhd. Dargestellt wurde er mit den Attributen Pilgerstab, Muschel und häufig auch Rosenkranz. Da diese Attribute ebenfalls zur Darstellungstradition des Apostels Jakobus des Älteren gehören, werden frühe Sebaldusfiguren häufig als Jakobus identifiziert. Erst als im ausgehenden Mittelalter Sebaldus in seiner Funktion als Kirchenpatron mit dem Attribut einer Miniaturkirche dargestellt wird bzw. ein Darstellungswandel eintritt, der ihn anstatt als Eremit als Königssohn zeigt, wird die Sebaldusfigur eindeutig identifizierbar. Seit 1337 35 ist er als Patron des Hochaltars bezeugt und um 1340/50, im Zuge der erstmaligen Ausgestaltung der Kirche mit plastischem Schmuck, auch in bildlicher Form dargestellt. Nach der Neuweihe des Hochaltars 1379 ist er ebenfalls als dessen Hauptpatron belegt. Um 1380 wurden zahlreiche neue Darstellungen des Heiligen angefertigt und 1388 ein erster Schrein errichtet. Die Kanonisierung des Heiligen erfolgte jedoch erst 1425, als der Sebalduskult seinen Höhepunkt längst erreicht und sogar den Apostel Petrus, der immerhin auch der Hauptpatron der Diözese war 36 , als Hochaltartpatron verdrängt hatte. Die starke Verwurzelung des Kultes in der Region belegt auch die Tatsache, dass die Gebeine des von der katholischen Kirche kanonisierten Heiligen im Zuge der Reformation nicht aus der Kirche entfernt wurden. Der Sebalduskult ist somit ein außergewöhnliches Beispiel für die starke Aufwertung eines Lokalheiligen ohne Anerkennung durch die Kirche und unter starkem Einfluss der Bürgerschaft.

In Ausbau und Neugestaltung der Pfarrkirche, laufen also vielerlei Interessen zusammen:

Vom Repräsentationsbedürfnis als zentraleuropäische, wirtschaftlich bedeutende Handels- und Handwerksstadt, über die unterschwellige Emanzipation gegenüber dem Bistum Bamberg, bis hin zum Geltungsbedürfnis des erstarkenden Bürgertums galt es möglichst alle Bedürfnisse zu erfüllen. Andernorts lähmten solche Probleme und häufig auch eine Überdimensioniertheit des Bauvorhabens den Baufortschritt oft jahrelang. In St. Sebald tritt ein hohes Maß an vorausschauender Organisation zu Tage. Der Einfluss des Nürnberger Rates ist unbestreitbar; fällt doch mit seiner ersten Erwähnung als städtisches Gremium Mitte des 13. Jhds. Auch der erste Umbau zusammen. Das Langhaus in seinem romanischen Kern beim zweiten Umbau zu erhalten hatte mehrere Vorteile: Die Kirche blieb

35 Vgl. ebda. S. 67ff.

36 Vgl. ebda. S. 18ff.

Bauplastik St. Sebalds

während der Bauarbeiten benutzbar, man konnte sich an bereits vorhandenen Strukturen orientieren und die Vororganisation erheblich beschleunigen, sowie Baumaterial sparen. Gleichzeitig sah man offensichtlich hier auch die Aufgabe, Altes und Neues möglichst homogen zusammenzufügen. Das spiegelt sich nicht nur in der Architektur wieder, sondern auch im stilistisch und thematisch zusammengehörenden Figurenprogramm. So fällt bei allen Portalen beispielsweise ins Auge, dass die Größenverhältnis und die Bildprogramme sehr einheitlich sind. Allen Portalen gemein sind folgende Eigenschaften: 37

1. Verweise auf Exempla

2. Verweise auf Kirchenpatrone

3. Mariendarstellungen (Auffassung der Maria als Ecclesia)

4. Berührungen der menschlichen Ebene mit transzendenten Darstellungen der göttlichen Ebene

5. Verweise auf liturgische Funktionen

6. Vorbildhafte Darstellungen frommer Handlungen

7. Weitestgehend einheitlicher Stil, trotz großem zeitlichen Abstand

Insgesamt zeigt sich in der Topografie der Kirche 38 eine einheitliche Konzeption der Zyklen, die sich nicht nur auf die Portale, sondern auch auf die Altarfiguren im Inneren und die Fensterstiftungen bezieht. Dafür war eine zentralisierte Planungsinstanz nötig, die unter maßgeblichem Einfluss des Stadtrates 39 und des Sebalder Pfarrers stand. 40 Hauptprinzip war die Schaffung „einer sinnvollen Ordnung mit strenger Hierarchie der Orte“. 41

37 Vgl. ebda. S. 49

38 Vgl. ebda. S. 135ff.

39 Vertreten durch den Kirchenmeister und pfleger. Vgl. ebda.

40 Diese Einheitlichkeit setzt sich dann wohl ab dem späten 14. Jhd. nicht mehr fort. Vgl. ebda.

41 Vgl. ebda. S. 136 Wendlandt verweist hier auf das in der Literatur häufig angenommene Bedürfnis den irdischen Kirchenbau als Abbild des himmlischen Jerusalem zu konzeptionieren und als sinnbildliche Grenze zwischen irdischem und himmlischem Reich.

Der gotische Kirchenbau eine theoretische Interdependenz von Architektur und Bauplastik

3 DER GOTISCHE KIRCHENBAU EINE THEORETISCHE INTERDEPENDENZ VON ARCHITEKTUR UND BAUPLASTIK

THEORETISCHE INTERDEPENDENZ VON ARCHITEKTUR UND BAUPLASTIK Abb. 7: Nordseite St. Sebalds in Nürnberg mit Braut-

Abb. 7: Nordseite St. Sebalds in Nürnberg mit Braut- (links) und Marienportal (rechts)

Aufgrund schwieriger Standortverhältnisse kann St. Sebald nur bedingt als typisch für die hochgotische Gestaltungsweise betrachtet werden. Da die Kirche sich in starker Hanglage befindet und auf zwei Seiten bereits im Mittelalter von weiteren Gebäuden umgeben war, konnte die Erweiterung der Kirche nur in Richtung des Chores und nach oben hin erfolgen. In beiden Fällen wurde die maximale Ausdehnung entweder durch ästhetische Grundsätze oder durch statische Probleme vorgegeben. So musste das Gesamtvolumen des neuen Chorbaus optisch in einem ausgewogenen Verhältnis zum Langhaus stehen. Da die Grundmauern der Seitenschiffe des Langhauses unberührt blieben, konnten diese nur so weit erhöht werden, wie die Fähigkeit des alten Mauerwerkes ging den zusätzlichen Druck

Der gotische Kirchenbau eine theoretische Interdependenz von Architektur und Bauplastik

abzuleiten. Hierzu diente die nachromanische Innovation eines Kreuzrippengewölbes, das in der Lage war Lasten zu tragen und die Anbringung von Strebepfeilern. In einem solchen Fall wäre es nun nicht unüblich, einen möglichen Raummangel durch reiches Maßwerk und ausführliche Figurenprogramme zu kompensieren. An St. Sebald findet sich aber nur verhältnismäßig reduziertes Maßwerk im Bereich der großen Seitenschiff- und Chorfenster sowie verzierte Fialen auf den Strebepfeilern. Der Obergaden des Mittelschiffes dagegen bleibt mit schmucklosen, kleinen Rundfenstern versehen. Bauplastik gibt es hauptsächlich im Bereich der Portale und der Chorstrebepfeiler. Insgesamt befindet sich der ausführlichste Bauschmuck an der Außenseite des Chores, was ähnlich wie bei den Figuren im Kircheninneren eine hierarchische Ordnung, die zum Chor hin ansteigt, impliziert. Diese Stringenz in der Ausführung der Werkstattarbeit der Steinmetze setzt eine langfristige Planung und detaillierte vertragliche Vereinbarungen seitens der Bauorganisation voraus.

Wenn auch im Bereich des Chores und der Seitenschiffe möglichst viel Wandfläche zwischen den Strebepfeilern in Fensternischen aufgelöst wurde, bleiben die Wände des Westteils und des Mittelschiffs weitestgehend geschlossen und tragen außer den romanischen Bogenfriesen kaum Schmuckelemente. Hier knüpfen die Portale mit einer sehr schlichten und groben Gewändegliederung an. Gewändefiguren finden sich hauptsächlich bei den beiden Portalen, die nicht über ein gotisches Tympanonrelief verfügten. Die Bauplastik hat hier die schwierige Aufgabe, zwischen den großflächig sichtbaren romanischen Bauteilen und den repräsentativen neuen Elementen des gotischen Chores zu vermitteln. Deutlich wird dies beispielsweise durch die starke Reduktion im Bereich des Gewändes des Marienportales, das mit einem aufwändigen Tympanonrelief versehen ist und ein konkretes Pendant zu dem gegenüberliegenden Weltgerichtsportal darstellt. So ähnlich sich diese beiden Portale sind, so sehr unterscheiden sich die anderen beiden Portale voneinander. Während das Dreikönigsportal beinahe vollständig auf Wandvorlagen und Maßwerk verzichten und nur über eine minimale Anzahl von Figuren verfügt, ist das damit korrespondierende Brautportal mit einem reichhaltigen Figurenprogramm und einem aufwändigen Maßwerkvorhang versehen. Dass hier eine Händescheidung vorgenommen wird, bei der nicht mehr von der ersten, sondern bereits von der zweiten Sebalder Werkstatt gesprochen wird, ist wissenschaftlich bisher nicht hinreichend belegt und erscheint bei Betrachtung des Bauprozesses auch überflüssig. Maßgeblich für die Gestaltung der Portale und der Gesamtanlage waren, wie in der vorliegenden Arbeit bereits herausgestellt wurde, vor allem das Planungsorgan des Stadtrates und der Pfarrei. Zudem wäre eine detaillierte

Der gotische Kirchenbau eine theoretische Interdependenz von Architektur und Bauplastik

Untersuchung des Dreikönigsportals 42 grundlegend, um die Beziehung beider Portale zueinander und zur Baugeschichte sicher verorten zu können. Wenn also auch dieses Ungleichgewicht auf der östlichen Portalachse ins Auge fällt, gilt es dennoch das Gesamtbild im Auge zu behalten. Am gesamten Außenbau fügt sich das Figurenpersonal homogen in die Baustruktur ein, indem es vorwiegend an vertikalen Bauteilen angebracht ist.

42 Vgl. zur Originalitäts-Problematik 2.1.4

Zusammenfassung und Ausblick

4 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Die Sebalduskirche in Nürnberg bedient sich einer ausgesprochen homogenen Formensprache und eines insgesamt stimmigen Bildprogramms. Dabei spiegelt das äußere jeweils die Funktion des innenliegenden Raumabschnittes wieder. Dabei dient der bauplastische Schmuck nicht nur der Kommunikation mit den Laien sondern auch einer indirekten Kommunikation mit anderen Instanzen wie dem Bistum Bamberg über die Stadtgrenzen hinweg, indem man zum Beispiel ein veraltetes Portalprogramm bis ins Detail kopiert und lediglich einen zeitgemäßen Stil verwendet. Ebenso ist die Kirche Prestigeobjekt für die Mitglieder der Ratsfamilien, deren Wappen an den entsprechenden Stiftungen öffentlich für jedermann sichtbar sind. Mit stark reduziertem Schmuck in den Außenbereichen integriert sie den älteren, romanischen Baukörper unauffällig in das neue Baukonzept und passt sich den geografischen Gegebenheiten an.

Abschließend ist zu bemerken, dass die Forschungslage bezüglich St. Sebald verhältnismäßig schlecht gesichert ist. Belegte Fakten finden sich vor allem in Zusammenhang mit Restaurierungsarbeiten, die sich aber naturgemäß immer nur mit einem Ausschnitt des Ganzen befassen können. Moderne Monografien wiederholen vor allem Thesen und Beobachtungen aus der Fachliteratur zu Beginn des 20. Jhds. und lassen häufig detaillierte Quellenangaben vermissen, was zu Lasten der Aktualität geht. Aus diesen Gründen werden Fragestellungen, die einer Erforschung bedürften (wie z. B. das Dreikönigsportal betreffend) in der Literatur nicht erwähnt oder nicht hinreichend diskutiert.

Farbtafeln

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FARBTAFELN

Farbtafeln 5 FARBTAFELN Taf. 1: Grundriss der romanischen Basilika 27

Taf. 1: Grundriss der romanischen Basilika

Farbtafeln

Farbtafeln Taf. 2: Grundriss nach 1379 28

Taf. 2: Grundriss nach 1379

Farbtafeln

Farbtafeln Taf. 3: Weltgerichtsportal 29

Taf. 3: Weltgerichtsportal

Farbtafeln

Farbtafeln Taf. 4: Weltgerichtsportal, Tympanon 30

Taf. 4: Weltgerichtsportal, Tympanon

Farbtafeln

Farbtafeln Taf. 5: Fürstenportal, Bamberg, Tympanon 31

Taf. 5: Fürstenportal, Bamberg, Tympanon

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Farbtafeln Taf. 6: Fürstenportal, Bamberg 32

Taf. 6: Fürstenportal, Bamberg

Farbtafeln

Farbtafeln Taf. 7: Marienkrönungsportal 33

Taf. 7: Marienkrönungsportal

Farbtafeln

Farbtafeln Taf. 8: Marienkrönungsportal, Tympanon 34

Taf. 8: Marienkrönungsportal, Tympanon

Farbtafeln

Farbtafeln Taf. 9: Brautportal 35

Taf. 9: Brautportal

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Farbtafeln Taf. 10: Brautportal, Eva 36

Taf. 10: Brautportal, Eva

Farbtafeln

Farbtafeln Taf. 11: Brautportal, Adam 37

Taf. 11: Brautportal, Adam

Farbtafeln

Farbtafeln Taf. 12: ehemals Brautportal, Fürst der Welt, Frontansicht 38

Taf. 12: ehemals Brautportal, Fürst der Welt, Frontansicht

Farbtafeln

Farbtafeln Taf. 13: ehemals Brautportal, Fürst der Welt, Rückansicht 39

Taf. 13: ehemals Brautportal, Fürst der Welt, Rückansicht

Farbtafeln

Farbtafeln Taf. 14: Dreikönigsportal, rechtes Gewände, Madonna mit Kind und Balthasar 40

Taf. 14: Dreikönigsportal, rechtes Gewände, Madonna mit Kind und Balthasar

Farbtafeln

Farbtafeln Taf. 15: Dreikönigsportal, linkes Gewände, Kaspar und Melchior 41

Taf. 15: Dreikönigsportal, linkes Gewände, Kaspar und Melchior

Abbildungsnachweise

6

ABBILDUNGSNACHWEISE

Abb. 1: Holzschnitt von Nürnberg aus der Schedel'schen Weltchronik, Blatt 99v/100r, 1493:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1c/Nuremberg_chronicles_-_Nuremberga.

png | Stand: 13.10.2012

Abb. 2: Straßburg, Südportal, Tympana: http://upload.wikimedia.org/wikipedia /commons/e/e4/Notre-Dame%2C_Strasbourg%2C_south_portal.JPG?uselang=de | Stand:

13.10.2012

Abb. 3:

Straßburg,

Südwestportal,

Fürst

der

Welt

und

törichte

Jungfrauen:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4a/Cathedrale-de-Strasbourg-IMG_1203.

jpg?uselang=de | Stand: 13.10.2012

Abb.

wikipedia/commons/9/9d/France_Strasbourg_Magi.jpg | Stand: 13.10.2012

4:

Straßburg,

Laurentiusportal,

Dreikönigsgruppe:

http://upload.wikimedia.org/

Abb.

http://www.bildindex.de/obj20233488.html#|home | Stand: 13.10.2012

5:

Würzburg,

Dreikönigsgruppe,

Madonna

mit

Kind

und

Balthasar:

Abb. 6: Mühlhausen, Südfassade, Dreikönigsgruppe: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/

commons/c/c9/274M%C3%BChlhausen1009_153.JPG | Stand 13.0.2012

Abb. 7: Nordseite St. Sebalds in Nürnberg mit Braut- (links) und Marienportal (rechts):

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0a/N%C3%BCrnberg_St Sebald_komplet t_v_N.jpg | Stand: 13.10.2012

Taf. 1: Grundriss der romanischen Basilika: (Weilandt, 2007 S. 62) Abb. 46

Taf. 2: Grundriss nach 1379: (Weilandt, 2007 S. 75) Abb. 56

Taf. 3: Weltgerichtsportal: http://www.bildindex.de/obj30160070.html | Stand: 29.04.2012

Taf. 4: Weltgerichtsportal, Tympanon: (Weilandt, 2007 S. 34) Abb. 24

Taf. 5: Fürstenportal, Bamberg, Tympanon: (Weilandt, 2007 S. 34) Abb. 21

Taf.

6:

Fürstenportal,

Bamberg:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/86/

Bamberg_Dom_F%C3%BCrstenportal_2.jpg?uselang=de | Stand: 29.04.2012

Abbildungsnachweise

Taf. 7: Marienkrönungsportal: (Weilandt, 2007 S. 36) Abb. 23

Taf. 8: Marienkrönungsportal, Tympanon: (Weilandt, 2007 S. 37) Abb. 24

Taf. 9: Brautportal: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fb/N%C3%BCrnberg_

St_Sebald_001.jpg?uselang=de | Stand: 29.04.2012

Taf. 10: Brautportal, Eva: (Weilandt, 2007 S. 39)Abb. 26

Taf. 11: Brautportal, Adam: ebda. Abb. 27

Taf. 12: ehemals Brautportal, Fürst der Welt, Frontansicht: (Weilandt, 2007 S. 41) Abb. 28a

Taf. 13: ehemals Brautportal, Fürst der Welt, Rückansicht: ebda. Abb. 28b

Taf. 14: Dreikönigsportal, rechtes Gewände, Madonna mit Kind und Balthasar: (Weilandt,

2007 S. 44) Abb. 32a

Taf. 15: Dreikönigsportal, linkes Gewände, Kaspar und Melchior: (Weilandt, 2007 S. 45) Abb.

32b

Literaturverzeichnis

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LITERATURVERZEICHNIS

Bachmann, Thomas und Hörsch, Markus. 2007. Sebalduskirche Nürnberg. 3. Auflage. Nürnberg : s.n., 2007. Kirchenführer.

Barth, Hans-Martin. 2007. Die Sebalduskirche in Nürnberg. Königstein im Taunus : s.n., 2007. in: Langewiesche-Bücherei. Kirchenführer.

Bayern, Landesamt für Denkmalpflege, [Hrsg.]. 2008. Jahrbuch der Bayrischen

Denkmalpflege. Forschungen und Berichte. Berlin/München : s.n., 2008. Bd. Jg.

60/61.2006/07, (nicht eingesehen).

Bossche, Benoît Van den. 2001. Straßburg, das Münster. Regensburg : s.n., 2001. in:

Monumente der Gotik Bd. 1.

Deutsche Bundesstiftung Umwelt. DBU - Weltgerichtsportal St. Sebald | Bereich: Projekte.

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Erklärung zur Urheberschaft

8 ERKLÄRUNG ZUR URHEBERSCHAFT

Ehrenwörtliche Erklärung

Hiermit erkläre ich ehrenwörtlich, dass ich die vorliegende Arbeit selbst angefertigt habe. Die aus fremden Quellen direkt oder indirekt übernommenen Gedanken sind als solche kenntlich gemacht. Die Arbeit wurde bisher noch keiner anderen Prüfbehörde vorgelegt und noch nicht veröffentlicht. Ich bin mir bewusst, dass eine unwahre Erklärung rechtliche Folgen haben wird.

Wrocław, den 15.10.2012

Sarah Seefried