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SPZ/ASO Hohenems

Konrad Renn Str. 14


6845 Hohenems

SPZ HOHENEMS - FÖRDERKONZEPT


(Stand Jänner 2009)

Inhalt

I. Leitbild

II. Eckdaten des SPZ

III. Förderbereiche am Schulstandort


1. Allgemeine Sonderschulklassen
2. Förderklassen
3. Sprachheil- und Bewegungsklasse
4. Therapeutische Angebote
5. Elternarbeit

Förderkonzept SPZ/ASO Hohenems Stand Jänner 2009


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Leitbild

Jeder Mensch hat Stärken, besondere Fähigkeiten und eine eigene Wahrnehmung
der Welt, von der wir lernen können.
Es ist unser Anliegen, die uns anvertrauten Kinder auf der Grundlage dieser positiven
Eigenschaften ganzheitlich zu fördern.
Das Wertvollste im Leben ist die Entfaltung der Persönlichkeit.

Unsere Schule ist ein Ort der Begegnung und der Zusammenarbeit einer Vielfalt von
Kindern und Erwachsenen. Die Bandbreite an speziellen pädagogischen
Ausbildungen unseres Lehrkörpers ermöglicht die individuelle Förderung jedes
Kindes. Anerkannte Methoden und vielseitige Lernformen bestimmen den Unterricht.

Über die Vermittlung von Bildung hinaus liegt uns die Wahrung einer freundlichen
Atmosphäre an unserer Schule am Herzen, getragen von guten Umgangsformen und
gegenseitigem Respekt voreinander.

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Eckdaten des SPZ Hohenems

Schultyp: Allgemeine Sonderschule


Sonderpädagogisches Zentrum

Kontakt: SPZ/ASO Hohenems


Konrad Renn Str. 14
6845 Hohenems
T 05576/73325
E direktion@spzho.snv.at

Schülerzahlen: 60 Schülerinnen und Schüler


35 Knaben, 25 Mädchen
38 mit Muttersprache Deutsch
23 mit nicht Deutscher Muttersprache
54 blinde und sehbehinderte Schülerinnen und Schüler

Klassen: 3 Sonderschulklassen
3 Förderklassen,
1 Sprachheil- und Bewegungsklasse

Personalstand: Leitung: Mathis Irma


Integrationsbeauftragte: Amann Marion

7 Klassenvorstände
5 Begleitlehrerinnen
7 BlindenlehrerInnen
2 Lehrerinnen für WE/EH
2 SprachheillehrerInnen
2 IntegrationslehrerInnen in VS und HS
1 Lehrerin für Islam
1 Lehrer für MUZU
1 Ergotherapeutin
1 Physiotherapeutin

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Förderbereiche am Schulstandort

1. Allgemeine Sonderschulklassen

Beziehungsaufbau ist eine wesentliche Grundlage für erfolgreiches, nachhaltiges


Lernen. Langjähriges Begleiten und Betreuen in einer „familiären Atmosphäre“ ist für
viele SchülerInnen eine ganzheitliche, dem Lernen zuträgliche Unterstützung. Wir
LehrerInnen bieten dem Kind mit speziellen Bedürfnissen besondere Betreuung,
persönliche Ansprache und den nötigen Zeitraum zur Entwicklung. Wir sind um eine
gute Zusammenarbeit mit Eltern, TherapeutInnen und medizinischem Fachpersonal
zum Wohle des Kindes bemüht. Es ist für uns selbstverständlich, jede Schülerin und
jeden Schüler nachhaltig auf seinem Lernweg zu begleiten. Rasches Handeln und
Eingehen auf die kindlichen Bedürfnisse zählen wir zu unseren Stärken.

Die Schüler und Schülerinnen der ASO Oberstufe werden zusammen in


Partnerarbeit von zwei Lehrerinnen unterrichtet. Dadurch entstehen wesentliche
Vorteile in der pädagogischen Arbeit und eine bessere Möglichkeit, Kindern mit
Lerndefiziten und Lernschwächen individuellen Unterricht zu ermöglichen.
Gleichzeitig überlegten wir uns im Vorfeld, wie wir den Unterricht für unsere
SchülerInnen interessanter und ihren Bedürfnissen entsprechend gestalten können.

Zwei Klassen führende Lehrerinnen unterrichten gemeinsam 19 SchülerInnen im


Alter von 10 bis 15 Jahren. Dies umfasst den Lernstoff von der 3. bis zur 8. ASO.
Zwei Schüler werden nach dem Hauptschullehrplan unterrichtet. Die meisten unserer
SchülerInnen haben Verhaltensauffälligkeiten, Lernschwächen und/oder andere
besondere Bedürfnisse. Einige davon verfügen über geringe deutsche
Sprachkenntnisse, da sie Kinder von Zuwandererfamilien sind.

Wir arbeiten in zwei nebeneinander liegenden Klassen und haben die Möglichkeit
den Schulgang vor den Klassen in den Unterricht zu benützen. Die nötigen
Lernmaterialien fertigen wir großteils selbst. So ist es realisierbar, die
Rahmenbedingungen möglichst den Erfordernissen der Kinder anzupassen.

Wichtig ist uns ein Mitspracherecht der Schüler, das Einbringen ihrer Fähigkeiten,
Interessen, Begabungen und Wünsche. Die Förderung von Eigenständigkeit,
Zusammenarbeit, gegenseitiger Achtung und Unterstützung im gemeinsamen
Schulalltag sind wesentliche Momente der täglichen Arbeit. Schrittweise versuchen
wir, die SchülerInnen in ein eigenverantwortliches und selbständiges Arbeiten
einzuführen. Durch unser Angebot an vielseitigen Lernmaterialien, die ein
eigenständiges, möglichst experimentierendes Arbeiten mit Selbstkontrolle
ermöglichen, lernen die SchülerInnen einen achtsamen, respektvollen Umgang mit
Dingen und Ordnung zu halten. Jedes Lernmaterial ist nur einmal vorhanden.
Dadurch fördern wir das Warten, die Zusammenarbeit und gegenseitige Absprache.

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Die Einhaltung von Grundregeln ist unumgänglich und wichtig. Wir sind bei der
Einforderung sehr konsequent. Kommentar eines Schülers: „Bei euch macht das
Nachsitzen richtig Spaß. Da kann man ja was Sinnvolles lernen.“ Gleichzeitig
erhalten die SchülerInnen für sie neue Freiheiten im Schulalltag.

Wir möchten, dass die SchülerInnen ihre eigenen Stärken und Schwächen erkennen
und lernen, sie zu akzeptieren. Uns ist wichtig, dass sie auf ein Konkurrenzdenken
und gegenseitiges Messen verzichten. Stattdessen sollen die eigenen
Lernfortschritte im Mittelpunkt stehen. Aufgaben selbstständig anzufangen, auch bei
Schwierigkeiten durchzuhalten und erfolgreich zu beenden, die Arbeitsergebnisse
eigenständig zu kontrollieren ist für den individuellen Lernfortschritt maßgebend.

Die natürliche Neugier Neues zu erforschen ist ein wesentlicher Antrieb nachhaltigen
Lernens. Einige unserer Schüler waren/sind frustriert vom Lernen, orientieren sich an
ihren Misserfolgen bzw. sind der Meinung, Fehler zu machen ist eine Schande.

Die Wissbegier der SchülerInnen zu erhalten oder wieder zu wecken, den Mut Neues
selbstständig auszuprobieren oder auch Unbekanntes überhaupt zu wagen sind
grundlegende Förderziele unserer pädagogischen Arbeit.
Uns erschien sinnvoll, dass jede von uns schwerpunktmäßig ein Hauptfach
übernimmt. Somit haben wir ein „Deutschzimmer“ und ein „Mathezimmer“ mit den
nötigen Dingen ausgestattet. In den anderen Unterrichtsfächern betreuen wir die
Kinder auf ihrem Lernweg meist gemeinsam. Die Lerninhalte von
Sachunterrichtsthemen (Biologie, Geografie, Geschichte, ...) versuchen wir großteils
in Projekten zu erarbeiten. Die Schüler besitzen keine fixen Arbeitsplätze und
wechseln je nach Bedarf die Arbeitsräume. Die Arbeitsunterlagen sind nach
Themenschwerpunkten übersichtlich geordnet und für die Schüler frei zugänglich.
Sachthemen bezogene Materialien werden je nach Projektthema offen ausgelegt.
Für große Dinge steht uns auch der Gang zur Verfügung.

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Die Einführung in neue Themen geschieht in der „Großgruppe“.
Einführungsgeschichten wecken das Interesse und fördern das Einbringen von
Schülerideen. Gemeinsam sammeln wir interessante Dinge des Alltags, ordnen und
strukturieren sie, versehen sie mit den nötigen Begriffen (Wort- und Textkarten zum
Auslegen, Zuordnen, Umordnen, ...). Anschließend bearbeiten die SchülerInnen – je
nach Wunsch in Einzelarbeit mit einem Partner bzw. in Kleingruppen –
Arbeitsaufträge, Arbeitsblätter, Lernspiele, PC–Programme, ... oder auch ihre
eingebrachten Ideen. Die individuellen Arbeitsergebnisse können hinterher der
Gruppe präsentiert werden. Die Arbeitsblätter kontrollieren die SchülerInnen mittels
Kontrollblatt selbstständig. Eine Nachkontrolle ist derzeit noch erforderlich. Da die
Gruppe inzwischen über ein hohes Maß an Selbstdisziplin verfügt, planen wir,
zukünftig vermehrt Exkursionen anzubieten.

Wir unterrichten in einer Kleinschule. Unsere Schule besitzt daher keinen Physiksaal.
In der Klasse lassen sich physikalische und chemische Versuche nur sehr
eingeschränkt ausführen. Wir verfügen auch nicht über die nötigen Materialien.
Diesen Umstand beheben wir, indem wir als „Gastgruppe“ in der Hauptschule von
einem Fachlehrer für Physik und Chemie unterrichtet werden. In den
„Zauberstunden“ (Physik) und „Hexenstunden“ (Chemie) entdecken die Schüler
durch interessante Experimente ihnen unbekannte Phänomene der Umwelt und
Natur. Um die Lernmotivation zu heben, haben wir die Fächer neu benannt.
Zusätzlich stellen wir Experimentierkästen mit ungefährlichen Experimenten
(Magnetismus, Elektrizität, Licht, Sinneswahrnehmungen, ...) zusammen, die es den
SchülerInnen ermöglichen, selbstständig Phänomene zu erforschen, sowie das in
den Zauberstunden und Hexenstunden Gelernte zu wiederholen. In den Kästen
befinden sich schriftliche Anweisungen für weitere Versuche. Die SchülerInnen üben
dadurch geplant das Lesen von Anleitungen.

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Im Sportunterricht ist die Gruppe nicht getrennt. Dies ermöglicht, gleichzeitig
verschiedene Sportspiele und erlebnispädagogisch, psychomotorisch und
wahrnehmungsorientierte Bewegungsangebote anzubieten. Das Einbeziehen
aktueller Freizeitsportarten (Rad fahren, Schwimmen, Klettern, Training im
Fitnessstudio, Eishockey, Bewegung und Spiele in der Natur, ...) ist uns wichtig. Die
Schüler sollen Anregungen für ihre Freizeitgestaltung erhalten. Sie sollen erkennen,
dass Sport eine sinnvolle Möglichkeit ist, die freie Zeit zu verbringen und sie sollen
erleben, dass Bewegung Spaß macht.

Einerseits gibt es neue Anregungen von uns Lehrpersonen, andererseits kommen


viele Wünsche von den SchülerInnen. Abstimmungen werden inzwischen gut
akzeptiert und es kommt selten zu Konflikten. Ruhe, Ordnung, das Einhalten von
Regeln und ein Fairplay werden auch im Bewegungsunterricht von uns eingefordert.
Die SchülerInnen erhalten zeitweise die Möglichkeit, sich selbst zu organisieren,
Sportgeräte ohne direkte Anleitung zu holen, zu benützen und hinterher an ihren
Platz zu verräumen. Wir sind immer wieder überrascht welche kreativen Ideen und
motorischen Fähigkeiten sich dabei zeigen, welche sozialen Strukturen entstehen, ...
Gegenseitige Rücksichtsnahme wird langsam zur Selbstverständlichkeit. Der
Schulalltag zeigt, dass es nicht nötig ist, die SchülerInnen nach Alter und Geschlecht
zu trennen. Wir beobachten, dass gerade die „bunte Mischung“ viel Unerwartetes
entstehen lässt. Die älteren Mädchen sind motiviert, sich zu bewegen, die älteren
Jungs lernen Rücksicht zu nehmen.

Exkursion mit Waldarbeitern

Für Wünsche, Anregungen, Beschwerden gibt es einen Klassenbriefkasten. Die


schriftlichen Mitteilungen werden von uns vorsortiert und die Anliegen an die Klasse
im Sitzkreis diskutiert. Die SchülerInnen lernen Vorschläge, Änderungswünsche,
Konflikte im Gespräch aufzuarbeiten. Sie erhalten die Möglichkeit Lösungen zu
finden und auszuhandeln, gemeinsame Absprachen zu treffen und Abstimmungen
durchzuführen.

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Von uns verlangt die Umsetzung unserer Vision Flexibilität, viel Arbeit und
zusätzliches Engagement. Einer unserer Leitsätze: „Es gibt keinen Misserfolg, nur
Ergebnisse. Wichtig ist, was man daraus lernt.“

Weitere Angebote die im ASO Bereich zur Verfügung stehen sind:


• Reittherapie
• Klettern
• Sprachtherapie und Sprechförderung
• Intensivförderung in der deutschen Sprache
• Muttersprachlicher Zusatzunterricht
• Sehbehindertenbetreuung
• Malen nach Stern
• Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen: aks, IFS,
Schulpsychologischer Dienst, …

„Malen nach Stern“

Werkunterricht in den ASO Klassen

An unserer Schule nimmt das Unterrichtsfach Werken einen hohen Stellenwert ein.
Im textilen wie auch im technischen Bereich des Werkunterrichtes legen wir
besonders großen Wert auf Kreativität, Sorgfalt, Ausdauer, Schulung der Motorik,
Materialerfahrung und Freude am Tun.

Kreativität

Obwohl wir Werklehrer versuchen, Arbeitschritte und Arbeitsabläufe didaktisch bis ins
kleinste Detail auszuarbeiten, sind unsere Schüler oft motorisch nicht in der Lage,
schwierige Techniken zu erlernen oder gewisse Arbeitsabläufe genau
nachzuvollziehen. Dadurch entstehen oft Werkstücke, oder auch Teile von
Werkstücken, die sich sehr originell und kreativ präsentieren. Diese „Ergebnisse“ zu
akzeptieren und als „meine Arbeit“ zu betrachten, „stolz darauf zu sein“, fördert das
Selbstbewusstsein und wiederum die Kreativität.

Sorgfalt

Auch wenn die motorischen wie auch intellektuellen Fähigkeiten unserer Kinder
manchmal begrenzt sind, legen wir großen Wert auf die Sorgfalt bei der Ausführung
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der Arbeiten. Jedes Kind darf und soll nach seinen Möglichkeiten am Werkstück
arbeiten, im Rahmen dieser Möglichkeiten aber eben sorgfältig. Die Kinder
bekommen Zeit, Hilfe, Anregungen und Aufmerksamkeit, die Arbeiten sorgfältig
auszuführen und fertig zu stellen.

Ausdauer

Ausdauer ist ein Punkt, der uns bei der Herstellung eines Werkstückes sehr, sehr
wichtig erscheint. Mit viel Motivation und Konsequenz werden die Schüler
angehalten, eine gewisse Ausdauer zu erlernen und sich anzueignen. Mit dem Bezug
auf ein späteres Berufsleben können besonders die älteren Schüler angeregt
werden, Lustlosigkeit oder eine scheinbare Überforderung zu überwinden. Sie
werden zu einer positiven Arbeitshaltung motiviert.

Schulung der Motorik

Die Schulung der Motorik ist ein Schwerpunkt im Unterrichtsfach Werken. Mit dem
Erlernen verschiedener textiler Techniken und verschiedener Arbeiten im technischen
Bereich wird die Motorik, besonders die Geschicklichkeit der Hände, gefördert.

Materialerfahrung

In jedem Alter der Kinder ist der Umgang mit verschiedenen Materialien sehr wichtig.
Für die Jüngeren bedeutet das Arbeiten mit unterschiedlichen Materialien das
Kennenlernen und Begreifen von Materialien und erweitert die
Wahrnehmungsfähigkeit. Die älteren Schüler können sich an Hand von Erfahrungen
mit verschiedenen Materialien vielleicht schon beruflich orientieren.

Freude am Tun

Die Freude am Tun ist der wichtigste Aspekt im Unterricht des Faches Werken.
Begeisterung und Freude am Arbeiten wecken Kreativität, fördern die Teamfähigkeit
und Hilfsbereitschaft. Diese Freude regt auch zur aktiven Freizeitgestaltung mit
erlernten Techniken an.

In kleinen Werkgruppen ist es hier möglich, auf jeden einzelnen Schüler einzugehen,
ihn zu motivieren und Hilfestellung zu geben. Viele textile Techniken und technische
Arbeiten werden erlernt und durch wiederholen und üben vertieft. Unter diesen
Rahmenbedingungen fällt es oft auch schwierigen, verhaltensauffälligen Kindern
nicht so schwer, sich auf die gestellten Aufgaben zu konzentrieren.

Nicht selten entsteht eine geradezu familiäre Atmosphäre, in der die Schüler ihre
Sorgen und Probleme leichter mitteilen können. Neben der Arbeit - so nebenbei -
öffnen sich manche Kinder leichter, ein Junge z. B. stottert im Werkunterricht viel
weniger als sonst. Gründe dafür könnten die Ablenkung durch die Arbeit und der
Entfall des direkten Blickkontaktes sein.

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Werkstücke für zu Hause, Geschenke für Eltern und Geschwister, Kleidung für sich
selbst, auch Arbeiten für Ausstellungen und Bazare werden mit Eifer hergestellt.
Nachstehend einige Beispiele:

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2. Förderklassen

Kinder, die eine spezielle Unterstützung benötigen, werden in den Förderklassen in


Kleinstgruppen individuell von einem erfahrenen Lehrerteam unterrichtet. Durch
einen persönlichen Förderplan wird die Basis für die grundlegenden Lernziele
geschaffen.

Um diese Ziele zu erreichen, wird in den Förderklassen vermehrt auf Schwerpunkte


wertgelegt.

• Motorik: Grob- und Feinmotorik

• Wahrnehmungsschulung: Körperwahrnehmung, Raum-Lage, Figur-


Grundwahrnehmung, Sinnesschulung

• Körperpflege: Körperhygiene

• Selbstbewusstsein: Stärken und Schwächen an sich selber wahrnehmen und


akzeptieren lernen, Bedürfnisse äußern

• Eigenständigkeit: Mobilität fördern, richtiges Verhalten im Straßenverkehr

• lebenspraktische Übungen: Einkaufen, Kochen, einfache Haushaltsführung

• kognitive Förderung: Unterricht in den Kulturtechniken (Lesen, Schreiben,


Rechnen)

• soziales Lernen: Umgangsformen, Gruppenfähigkeit, Regelverständnis

• Vorbereitung in die Berufswelt durch verschiedene Projekte

Eine Vielfalt von Therapieangeboten ermöglicht eine Auswahl, die den Förderplan
jedes Kindes gezielt unterstützt. Folgende Therapiemöglichkeiten stehen zur
Verfügung: Sprachtherapie, Klangmassage, Ergotherapie, Klettern, Physiotherapie,
Schwimmen, Reiten.

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All unsere Maßnahmen haben das Ziel, die Kinder in ein selbständiges Leben und zu
einer positiven Persönlichkeitsentwicklung zu führen, damit sie ihren Platz in
Gesellschaft und Beruf finden.

„Einkaufen, Zubereiten und Kochen – manchmal sogar


ein Essen im Restaurant“

Unterstützte Kommunikation
Unterstützte Kommunikation zielt darauf, die Situation von Menschen mit schweren
Kommunikationsbeeinträchtigungen und ihren Kommunikationspartnerinnen zu
verbessern, indem ihnen Zeichen, Hilfsmittel, Techniken und Strategien zur
Verfügung gestellt werden, die die Lautsprache ergänzen oder ersetzen und die
Kommunikation effektiver werden lassen. Unterstützte Kommunikation setzt solche
und andere Methoden systematisch ein. Einerseits wird ein individuelles
Kommunikationssystem mit der betroffenen Person und ihren Bezugspersonen
erarbeitet, das sich an ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten orientiert. Andererseits
werden Personen im sozialen Umfeld angeleitet, wie sie durch ihr eigenes Verhalten
die kommunikative Situation verbessern können. Dadurch kann die nicht sprechende
Person ihre kommunikative Kompetenz erweitern und sich unabhängiger und
differenzierter mitteilen. Das Risiko einer zusätzlichen Entwicklungsbeeinträchtigung
sinkt, die Chancen für Partizipation und soziale Integration steigen.

TEACCH
Menschen mit Entwicklungsstörungen haben – ganz unabhängig von ihren
jeweiligen intellektuellen und motorischen Fähigkeiten – grundlegende
Schwierigkeiten in den Bereichen des sozialen Verhaltens und der Kommunikation.
Ihre Verhaltensweisen sind für andere Personen in ihrer
Umgebung oft nur schwer nachvollziehbar oder verständlich. Die heilpädagogische
Arbeit nach dem TEACCH Ansatz beinhaltet die Durchführung einer speziellen
Förderdiagnostik, um die Stärken und Schwächen des Kindes, Jugendlichen oder
Erwachsenen zu erheben. Im Anschluss daran, werden gemeinsam die Förderziele
bestimmt und ein Förderplan erstellt. Die konkrete Förderung besteht aus der Arbeit
mit dem Betroffenen (Einzel - oder Gruppenförderung) und der engen
Zusammenarbeit mit Eltern (z.B. Elternberatung, gezieltes Elterntraining,
Hausbesuche).

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Werken in den Förderklassen

Hier überwiegt die Freude am Tun. Die Kinder lernen spielerisch gewisse Techniken
und Abläufe verschiedener Arbeiten kennen. Die Stärken der Kinder werden
ausgebaut und Schwächen durch Üben ausgeglichen. Wochenthemen werden
bearbeitet und mit Werkstücken bereichert. Mit viel Begeisterung wird auch hier an
Werkstücken für zu Hause gearbeitet, Geschenke für Eltern und Geschwister
hergestellt.

Ausstellungen und Bazare geben weitere Motivation, z. B. an verschiedenen


Dekorationsgegenständen zu arbeiten.

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Morgenkreis im Stationsbetrieb in der Förderklasse 1

Den Unterricht beginnen wir täglich mit einem Ritual, dem Stationsbetrieb –
Morgenkreis. Dadurch haben die SchülerInnen einen Fixpunkt in ihrem Tagesablauf.
Sie können sich darauf einstellen, dass der Unterricht beginnt. Bei den
verschiedenen Stationen werden:
- Nervenbahnen aktiviert
- ihre täglichen Übungen haben einen Fixplatz
- sie kommen zur inneren Ruhe
- die Konzentrationsfähigkeit wird gesteigert
- eigenständiges arbeiten gefördert und gefordert
- Überkreuzübungen - linke und rechte Gehirnhälfte werden aktiviert und die
SchülerInnen motiviert
- Mundhygiene

Die Handmassage

Handmassage mit anschließenden Spiegelbildübungen (Raum/Lage): Bei der


Handmassage werden die Nervenenden stimuliert und die Beweglichkeit der
Finger verbessert. Auch die Gewöhnung an Körperkontakt kann hier eingeübt
werden. Wichtig: Wenn das Kind nicht mehr will, dann ist Schluss, das Kind sagt
wie fest, bzw. lange massiert wird. Bei den Synchronübungen/Überkreuzübungen
kommt Raum / Lage und das Körperschema zum Übungseinsatz, da einige
Kinder Schwierigkeiten haben, ihre Körperteile zu erkennen und benennen.

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Zähne putzen

Max Phrophylax besucht uns 2 x jährlich, hier lernen wir das richtige Zähneputzen
unter Anleitung von „Sissy“. Bei der täglichen Mundhygiene üben und
automatisieren wir dies. Der jährliche Besuch vom Dentamobil, dem Zahnarzt im
Kleinbus, soll die Ängste der Kinder vor dem Zahnarztbesuch abbauen.

Sprachtherapieübungen

Der Sprachtherapielehrer gibt uns die Übungen von jedem Kind bekannt und
diese werden dann täglich geübt.

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Name und Adresse schreiben:
am PC

Hier wird das Schreiben des eigenen Namens und der Adresse eingeübt.

Namen mit Buchstabenkärtchen

Die Kinder, welche den PC noch nicht alleine sinnvoll gebrauchen, legen den Namen
mit Buchstabenkärtchen.

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Augentrainer / Rhythmische Perlenreihe:

Beim Augentrainer handelt es sich um eine liegende Acht. Dabei wird die
Augenmuskulatur gefordert, denn es kommt vermehrt zu Verkürzungen der
Augenmuskulatur durch langes TV / Computer schauen. .
Wichtig: nur mit den Augen der Kugel nachschauen und den Kopf nicht drehen.
Zuerst im Sitzen, dann im Stehen und als Steigerung auf einem Bein.

Rhythmische Perlenreihen

Hier vertiefen beziehungsweise lernen die SchülerInnen Farben, Formen oder


Größen zu sortieren und auf einen Fädelstab zu stecken. Konzentrationsübungen
und Ausdauer werden in spielerische Form verpackt.

Klangmassage:
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Mit dem Anschlagen von tibetischen Klangschalen wird der Körper in Schwingung
versetzt. Die Kinder spüren die Schallwellen und nehmen ihren gesamten Körper
wahr.
Die Massage löst bzw. lockert Verspannungen, in dieser Zeit ist eine Lehrperson
nur für dieses Kind zuständig, es kann dabei erzählen was es spürt und ihm
durch den Kopf geht oder einfach nur genießen.
Wichtig: Die Klangmassage ist freiwillig und die Kinder werden langsam heran
geführt.

Verschiedene Verschlüsse / Schuhe binden:

Damit die SchülerInnen selbstständiger werden und weniger auf fremde Hilfe
angewiesen sind, werden auch die verschiedenen Verschlüsse gelernt und immer
wieder geübt.

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3. Sprachheil- und Bewegungsklasse – „Känguruklasse“

In der Sprachheil- und Bewegungsklasse unterrichten


und fördern wir Kinder mit nach dem Volksschullehrplan
auf der Vorschulstufe, der ersten und der zweiten
Schulstufe.
Die Kinder haben Bedürfnisse in Bezug auf Sprech-
und Sprachförderung und/oder Bewegungsförderung.
Die speziellen Bewegungs- und Sprachfördereinheiten
(pädagogische Diagnose, Korrektur und Training zu
Artikulation, Sprachentwicklungsverzögerung,
Sprachverständnisschwierigkeiten, Auffälligkeiten in den Bereichen Sprechrhythmus,
Grammatik, Wortschatz, Stimme, Atmung, Wortfindung..) werden nach persönlichen
Bedürfnissen der Schülerinnen geplant und einzeln, in Kleingruppen,
schulstufenweise oder in der gesamten Klasse durchgeführt. Wir arbeiten mit
verschiedenen Disziplinen zusammen um möglichst umfassende Abklärungen für
das Kind zu erhalten.

Gemeinsame Mahlzeiten dienen der Gesundheitsförderung und eines Trainings in


den Bereichen Saugen, Kauen, Schlucken (Training des orofacialen Bereichs),
feinmotorischer Fertigkeiten und guter Umgangsformen.

Als Diagnose- und Durchgangsklasse beherbergen und unterstützen wir Kinder


während eines Unterrichtsjahres, um sie danach an ihre Sprengelschule
zurückzuführen. Auf Wunsch der Eltern und bei einem klaren Bedarf kann das Kind
noch ein- oder zwei weitere Jahre bei uns an der Klasse verbleiben. Es besteht
während dieser Zeit die Möglichkeit stufenlos in einem Schuljahr zum Beispiel den
Stoff von zwei Schuljahren zu erarbeiten, falls das Kind das Potential und die
Motivation dazu mitbringt. Damit sind wir auch Anlaufstelle für Kinder, die schon im
Kindergarten dadurch auffallen, dass sie Schriftzeichen kennen und
zusammenlauten oder etwa Mengen spontan und schnell erfassen und im
Zahlenraum 10 zusammen- und wegzählen können. Begabte Kinder erhalten
„entsprechende Förderung“ für ihre Entwicklung und können ihrem inneren Plan
tempo- und interessensgemäß gefördert werden.

Unser Tagesablauf ist ritualisiert und wir beginnen in der Früh mit einer
Bewegungseinheit im Freien. Einer konzentrierten Arbeitsphase der Vermittlung und
des Trainings von Kulturtechniken (D, M, SU) folgt die große Pause. Im zweiten
Abschnitt des Vormittags sind kreative Fächer (Musik, Zeichnen, Werken) und
Bewegung auf dem Programm. Starkes Augenmerk richten wir auf eine
selbstständige Arbeitsweise und sozial-emotionale Kompetenz. Einzelne
Wochentage haben zudem verschiedene Schwerpunkte. Während all dieser
Angebote sind Kinder einzeln oder in kleinsten Gruppen zur Sprachheilarbeit, der
Physio- und Ergotherapie eingeteilt. Im Wintersemester gehen die Kinder einmal pro
Woche zum Heilpädagogischen Reiten mit und den Klassenlehrpersonen.

Die Elternarbeit ist ein fester Bestandteil im schulischen Alltag. Nach dem
Erstgespräch, der Kurzdiagnose und dem Anamnesegespräch laden wir die Eltern in
jedem Halbjahr zu einem einstündigen Dialog ein. Wir halten die Ergebnisse

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schriftlich fest und nehmen diese als Grundlage für einen Entwicklungsbericht
zusätzlich zu jedem Halbjahrs- und Schlusszeugnis.

Eine besonderer Zugang zur Welt der Eltern

Eines der vielen Projekte in der Sprachheil- und Bewegungsklasse ist die
Veranstaltungsreihe „Kinder lernen die Berufe ihrer Eltern kennen“. Diese Aktion
erstreckt sich über das ganze Schuljahr 2008/09.

Zwei Elternteile eröffnen dieses Jahr den Reigen und stellen den Beruf der
Krankenschwester und der Werkzeugmacherin vor. Mit allen Sinnen lassen sie die
Kinder Materialien ihres Berufsfeldes erfahren und erzählen spannende Erlebnisse
aus dem Krankenhaus oder was alles in einer Firma mit riesigen Maschinen
gearbeitet wird. Die Kinder stellen viele Fragen und erleben auf diesem Weg die
verschiedenen Kompetenzen ihrer Eltern, was sie mit Stolz erfüllt.

Neben der außergewöhnlichen Gestaltung der Elternbeiträge ist diese Aktion auch
ein wichtiger Bestandteil in der Zusammenarbeit mit dem Elternhaus. Mütter und
Väter, auch Großmütter und Großväter werden in ihrer Professionalität in der Schule
wahrgenommen und geschätzt. Dies erzeugt ein Klima der gegenseitigen Akzeptanz
und Achtung zwischen Schule und Elternhaus und erweitert die Elternarbeit auf
gleichberechtigter Ebene.

4. Therapeutische Angebote

ERGOTHERAPIE:

Im Bereich der Ergotherapie wird vor allem die Feinmotorik gefördert. Mit
spielerischen Übungen werden Handlungen des täglichen Lebens geübt,
Erfahrungen im Tasten und Spüren gemacht, die kognitiven Fähigkeiten erhöht, aber
auch die emotionale und soziale Entwicklung gefördert.

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PHYSIOTHERAPIE:
Im Bereich der Physiotherapie wird vor allem die Motorik des ganzen Körpers
gefördert. Das umfasst die Kräftigung der Muskulatur ebenso wie die Gleichgewichts-
und Koordinationsschulung. Die Verbesserung der Haltung durch gezielte
Rückenschule und der eigenen Körperwahrnehmung sind wesentliche Ziele der
Physiotherapie.

Beide Therapieformen erhöhen die Selbstständigkeit der Kinder im Alltag,


verbessern ihr Selbstwertgefühl und Wohlbefinden!

Die beiden Therapeutinnen kommen mehrmals pro Woche an die Schule und
arbeiten mit den Kindern hier im Haus.

Das hat viele Vorteile für Kinder, Eltern und Lehrer:

• Die Kinder können in ihrer vertrauten schulischen Umgebung einer Therapie


zugeführt werden.
• Die Eltern müssen ihre Kinder nicht mehr außerschulisch zu ambulanten
Therapiestellen bringen und sind somit entlastet.
• Die Lehrer und Lehrerinnen können auf diesem Weg direkt mit den
Therapeutinnen zusammen arbeiten und die Inhalte der Therapie im Unterricht
weiterführen.

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5. Zusammenarbeit mit Eltern

Die Elternarbeit ist ein fester Bestandteil in unserem schulischen Alltag. Neben den
üblichen Elternsprechtagen stellen wir den Erziehungsberechtigen und wichtigen
Bezugspersonen der SchülerInnen Einzeltermine zur Verfügung. Diese Termine
werden meistens verlässlich wahrgenommen. Die Elterngespräche werden
protokolliert und von allen Beteiligten unterschrieben. In vielen Fällen greifen wir
auch auf kurze schriftliche Mitteilungen zurück, wenn die Information keiner
mündlichen Aussprache bedarf.

Der Informationsaustausch zwischen LehrerInnen und Eltern beinhaltet folgende


Bereiche:

• Eltern kennen lernen in entspannter Atmosphäre


• Zusätzliche Informationen über die SchülerInnen einholen
• Meinungsaustausch zwischen LehrerInnen und Eltern
• Gegenseitige Unterstützung bei der Erziehungsarbeit
• Vorbeugung bei Konflikten oder Missverständnissen
• Beiderseitige Anregungen und Wünschen
• Mitteilung von beunruhigenden Entwicklungen der SchülerInnen, z.B.
Leistungsabfall, körperliche Symptome, aber auch unentschuldigtes
Fernbleiben vom Unterricht, sowie Verhaltensauffälligkeiten, u. a.

Zu großen und kleinen Festen und Feierlichkeiten werden die Eltern eingeladen. Bei
besonderen Gelegenheiten werden Theaterstücke, Lieder und Gedichte für die Eltern
zur Aufführung gebracht. Dies sind willkommene Gelegenheiten zum informellen
Austausch zwischen LehrerInnen und Eltern, aber auch zur Anhebung des
Selbstwertgefühls der SchülerInnen, die voller Stolz den Erwachsenen zeigen, was
sie können.

Team der Lehrerinnen und Lehrer


Hohenems, im Jänner 2009

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