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BERICHTE

FAHRRÄDER FÜR EIN BESSERES LEBEN

Wheels 4 Life – eine Hans Rey Charity.

H ans Rey ist eine MTB-Legende – er gehörte Anfang der 80er Jahre zu den ersten Stars der jungen inter-

nationalen Fahrradtrialszene. Es gab zwar einige andere Fahrer, die schon mal für eine Demonstration in die USA gereist waren,Hans war aber der erste europäische Bike- trialer, der die „unbegrenzten Möglichkeiten“ in den USA erkannte und konsequenterweise dorthin auswan- derte, um dieses Paradies zu erobern – das war 1987. Schon vor diesem Schritt hatte Hans seinen jahrelang ausgefüllten Posten als „Chefredakteur“ der Fahrrad- ecke in TRIALSPORT an Oli Scheffler weitergegeben, blieb als US-Korrespondent und Leser unserem Magazin aber bis heute erhalten. In den Jahrzehnten seines weltweiten Fahrradtrial- und MTB-Engagements war Hans erst nur leistungs- orientierter Wettbewerbsfahrer, wandte sich aber auch bald der Produktion eigener Fahrtechnik-Videos zu, mit denen er sich weit über die Trialszene hinaus einen Namen machte – eigentlich waren dies die ersten der- artigen Videos der Bikeszene (Anm. für jüngere Leser:

damals gab es noch keine DVDs). Hiermit wurde er auch zu einem Mitbegründer des MTB-Freeride-Trends und er hat viele Leute zu einer anderen, weniger wettkampf- orientierten Seite des Mountainbike Sports gebracht. In den Folgejahren begab Hans sich zunehmend auf kulturelle MTB-Welterkundungstouren. Dies waren Expeditionen auf Pfaden und in Gegenden, wo meist noch nie zuvor ein Fahrrad gefahren wurde. Auf diesen Touren begleitete ihn oft ein TV-Filmteam, dessen Bei- träge im amerikanischen Fernsehen und in vielen ande- ren Ländern weltweit gezeigt wurden. Die Videos – und aktuell natürlich auch DVDs – über Hans’ Abenteuer sind übrigens bis heute käuflich zu erwerben. So bikte Hans bis zu diesem Tag in über 60 Staaten dieser Welt und ist heute in vielen Ländern vielleicht bekannter als in Deutschland und der Schweiz – die Heimatländer sei-

in Deutschland und der Schweiz – die Heimatländer sei- 14 Text: Günter Kind, Fotos: wheels4life ner

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Text: Günter Kind, Fotos: wheels4life

ner Eltern und die Heimat seiner Kindheit und Jugend. Vor drei Jahren nahm der stets erfahrungshungrige Weltenbummler an einem persönlichkeitsbildenden Seminar teil, bei dem die Teilnehmer aufgefordert wur- den, ein beliebiges Projekt zu planen und durchzufüh- ren. In Hans reifte schnell die Idee, seine Kontakte in der MTB-Industrie zu nutzen, um ein Hilfsprojekt für Länder der dritten Welt zu gründen. Wie viele andere, persönliche Projekte fiel auch dieses Ziel in der Nachbetrachtung in folgende Kategorie:

wenn man vorher gewusst hätte, welche Probleme auf- tauchen und wie viel Arbeit damit verbunden sein würde, hätte man es wahrscheinlich nie begonnen. Glücklicherweise kommt diese Erkenntnis meist nur häppchenweise – und nachdem man schon so viel Ener- gie hineingesteckt hat, dass man sich nicht mehr abbringen lassen will. Außerdem ist Hans als Trialer auch nicht gerade dafür bekannt, dass er leicht aufgibt – ganz im Gegenteil! Nach der Überwindung aller bürokratischen und prak- tischen Hürden wurde im Dezember 2005 die Wohltä- tigkeitsstiftung „Wheels 4 Life“ letztlich offiziell in Kali- fornien eingetragen und nahm die Arbeit auf. Wheels 4 Life sammelt Spenden aus aller Herren Län- der, um die wirklich Armen dieser Welt mobiler zu ma- chen – mit Fahrrädern. Mobilität bedeutet in den für das Projekt ausgewählten Regionen oft einen gewalti- gen Unterschied. Mit einem Fahrrad können Erwachse- ne dort eventuell einen besseren Job wahrnehmen, um ihre Familie zu versorgen. Kinder können damit viel- leicht überhaupt erst eine Schule besuchen. Mit einem Fahrrad können Krankenschwestern oder Ärzte oft schneller zur Hilfe eilen. Natürlich könnte in einigen dieser Fälle ein Auto noch besser helfen, der Unterhalt dafür wäre für die Einheimischen aber völlig uner- schwinglich.

wäre für die Einheimischen aber völlig uner- schwinglich. Zitat Hans Rey: „Die Leute, welchen wir helfen,

Zitat Hans Rey: „Die Leute, welchen wir helfen, woh- nen oft in Lehmhütten, ohne Elektrizität, oder fließen- des Wasser. Wasser müssen sie oft Kilometer entfernt holen, alleine dabei helfen die Bikes sehr. Viele Personen haben eigentlich kein oder kaum ein Einkommen. Wenn jemand $ 300 im Jahr verdient, wäre das viel, aber da bleiben meist nie $ 150 übrig, um ein Bike zu kaufen. Öffentliche Transportmittel gibt es oft nicht oder sie sind nicht erschwinglich. Wenn ein so genann- tes Taxi (Minibus mit 20 Passagieren), $1.- pro Fahrt kostet, ist das einfach unerschwinglich. Mit einem Bike kann man sich viel schneller fortbewegen als zu Fuß und 4 -5 mal mehr Gewicht transportieren.“ Derzeit laufen bei „Wheels 4 Life“ Projekte in Mexiko, Guatemala, Bolivien, Haiti, Ghana, Nigeria, Südafrika, Ruanda, Uganda, Kenia, Tansania, Madagaskar, Türkei, Indien, Nepal und auf den Philippinen – nähere Infor- mationen zu den einzelnen Aktionen bietet die sehr informative Homepage www.wheels4life.org. An Hand dieser Schilderung ist sicher auch einfach nachvollziehbar, dass Hans keine teuren Mountainbikes seines Langzeitsponsors GT als Sportgeräte verteilt. Ver- einzelt werden zwar schon MTB’s in diese Länder ge- schafft, der Transport und die Einfuhrzölle sind in der Regel aber einfach zu teuer, das heißt, zu hohe Anteile der Spenden würden hierbei nicht den Bedürftigen zu Gute kommen. Meist werden die Spendengelder also dazu verwendet, um ortsübliche Fahrräder vor Ort zu kaufen. Damit wird einerseits die örtliche Wirtschaft zu- sätzlich unterstützt, andererseits ist die Ersatzteilversor- gung sichergestellt und die Spenden können sinnvoller in wirkliche Hilfe umgesetzt werden. Natürlich wird sehr genau geprüft, wer die Fahrräder bekommen soll, damit nicht etwa Missbrauch betrieben wird. Hierbei wird die Unterstützung von einheimischen Organisationen oder Personen in Anspruch genommen, die die wirklich be-

wird die Unterstützung von einheimischen Organisationen oder Personen in Anspruch genommen, die die wirklich be- 15
wird die Unterstützung von einheimischen Organisationen oder Personen in Anspruch genommen, die die wirklich be- 15
wird die Unterstützung von einheimischen Organisationen oder Personen in Anspruch genommen, die die wirklich be- 15
wird die Unterstützung von einheimischen Organisationen oder Personen in Anspruch genommen, die die wirklich be- 15
wird die Unterstützung von einheimischen Organisationen oder Personen in Anspruch genommen, die die wirklich be- 15

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