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© Uwe Fengler

Mein Smartphone

Mein neues mobiles Telefon ist kein Handy mehr, es heißt jetzt Smartphone. Es liegt gut in der Hand und ich kann den Touchscreen mit meinen rheumatischen Fingern, die ganz schön anschwellen können, etwas besser bedienen,

als die kleine Tastatur meines letzten mobilen Telefons, dass ich mir vor etwa vier Jahren leistete. Das Schreiben irgendwelcher Kurznachrichten fällt mir allerdings weiterhin schwer.

Das kleine Gerät kann außerdem ins Internet und ich könnte damit fotografieren. Die Qualität ist vergleichbar mit der, die meine erste digitale Kamera hatte, mit der ich ausprobieren wollte, ob das was für mich ist. Außerdem kann ich Musik damit hören.

Vor ein paar Jahren habe ich dem Zeitpunkt entgegen gefiebert, an dem endlich das Handy Internet, MP3-Player, Foto- und Video, ein paar kurzweilige Spiele, und was weis ich miteinander vereint. Ich habe immer gewusst:

Es wird kommen.

Und jetzt ist es da.

Und ich vergesse es, wie mein

altes

Hause.

Es

immer wieder zu

Handy

liegt

tagelang

stumm

geschaltet

in

meiner

Jackentasche

oder

in

meinem

Rucksack,

und

ich

sehe

nicht

nach

ob

ein

Anruf

oder

eine

Nachricht eingegangen ist.

Und dabei gehörte ich wahrscheinlich zu den ersten Personen, die ein mobiles Telefon besaßen. Irgendwie schon bald nach dem diese Dinger den Markt eroberten, hatte ich auch eines in meiner Hand. Es hatte eine komische Farbe, war unhandlich und im Vergleich zu den heutigen Geräten sehr groß und auch viel schwerer. Es hatte allerdings eine Tastatur, die ich bedienen

konnte.

Damals habe ich es mir eigentlich nur gekauft, damit ich auf meinen diversen beruflichen Reisen nicht mehr stundenlang vor irgendeiner Telefonzelle anstehen musste, wenn ich meine Frau für ein paar Minuten sprechen wollte.

Am Kölner Hauptbahnhof waren oft 15 – 25 Leute vor mir, und es gab unzählige Schlangen und öffentliche Telefone (da musste man Geld in einen Schlitz werfen, wenn man telefonieren

wollte)

Darauf hatte ich keinen Bock mehr und legte mir mein erstes

Handy zu. Und jetzt habe ich es eigentlich nur, weil ich es mir nicht mehr wegdenken will. Irgendwie gehört es zum Leben

und doch bleibt es auf meinem Schreibtisch liegen, wenn ich mein Büro verlasse ….

Ich

verhalte

mich

mit

Smartphone

also

nicht

anders,

als

mit

meinem

alten

Handy.

Fotos mache ich immer noch mit meinen digitalen oder analogen Kameras, Musik höre ich nachts stundenlang zu hause, unterwegs eher nicht, obwohl ich viel dabei habe, vergesse aber die Kopfhörer ständig …

Und wenn ich im Supermarkt bin und mein mobiles Gerät zufällig dabei haben sollte, rufe ich vielleicht meine Frau an, und frage sie, ob noch genug Milch im Kühlschrank steht, oder ob wir vielleicht ein paar frische Eier brauchen ….

…. haben Sie Ihr Handy immer dabei?

© Uwe Fengler