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Kleider machen Leute Vivien Cahn, Rachel Hoffmann, Akina Ingold Leitung: Alice Ruddigkeit Methodenvertiefung: Erhebung,
Kleider machen Leute
Vivien Cahn, Rachel Hoffmann, Akina Ingold
Leitung: Alice Ruddigkeit
Methodenvertiefung: Erhebung, Auswertung und
Interpretation experimenteller Befragungsdaten
FSS 2012
Der Einfluss von fachtypischem Aussehen und Geschlecht
auf die Zuschreibung von Kompetenz
Einleitung: Annahmen: • Studierende haben bestimmte Vorstellungen von studiengangspezifischen stereotypen
Einleitung:
Annahmen:
• Studierende haben bestimmte Vorstellungen von studiengangspezifischen stereotypen Kleidungsstilen.
• Verschiedenen Studiengängen werden unterschiedliche fachtypische Kompetenzen zugeschrieben.
• Studierende schreiben anderen Studierenden bestimmte fachtypische Kompetenzen zu - diese Zuschreibung kann lediglich aufgrund
des Kleidungstils und Aussehens geschehen.
Hypothesen:
Ergebnisse:
H1: Das fachtypische visuelle Framing wirkt sich auf die
Zuschreibung von Kompetenzen aus.
Zu Hypothese 1: BESTÄTIGT
Abb.1: Kompetenzeinschätzung nach Studiengangframe
H2: Das Geschlecht der dargestellten Person beeinflusst die
Kompetenzzuschreibung durch die Probanden.
Kreativ-soziale Kompetenz
F=76.296***, df=3, p≤0.001
BWL
Informatik
Kommunikationsdesign
Soziologie
H3: Die Interaktion von fachtypischem visuellen Framing
und fachtypischem Geschlecht des Models verstärkt die
Zuschreibung von Kompetenzen.
Konkurrenzorientierung
F=42.497***, df=3, p≤0.001
BWL
Informatik
Kommunikationsdesign
Soziologie
Verlässlichkeit
F=16.347***, df=3, p≤0.001
BWL
Informatik
Kommunikationsdesign
Methode:
Soziologie
Mathematisch-technische Kompetenz
• Experimentelle Online-Befragung
F=28.056***, df=3, p≤0.001
BWL
Informatik
Kommunikationsdesign
Design:
Soziologie
• 2 x 4 Design
0
1
2
3
4
5
6
7
Mittelwerte (1=gering, 7=hoch)
Variablen:
UV1: Fachtypisches visuelles Framing
UV2: Geschlecht des Models
AV: Zuschreibung von Kompetenzen
Das fachtypische visuelle Framing beeinflusst die Zuschreibung von Kompetenzen durch die
Probanden.
Wie angenommen wurden den Studiengängen unterschiedliche fachtypische Kompetenzen
zugeschrieben.
Stichprobe:
Die Ergebnisse des F-Tests sind statistisch hoch signifikant, daher kann Hypothese 1
angenommen werden.
n = 370 Studierende (m= 38%, w= 62%), Alter: 18 – 33, Ø = 22.7
Zu Hypothese 2: BESTÄTIGT
Einteilung in 4 Kompetenzdimensionen mithilfe einer
Hauptkomponentenanalyse*
Abb. 2: Unterschiede der Kompetenzdimensionen nach Geschlecht
Kompetenzen werden Frauen
Mittelwert
Ergebnisse des F-Tests
w
4,78
Kreativ-soziale Kompetenz
Konkurrenzorientierung
F=8.443**, df=1, p≤0.01
Flexibilität
und Männern, unabhängig vom
visuellen Framing, unterschied-
lich stark zugeschrieben.
Sozial-kreative Kompetenz
m
4,40
Durchsetzungsvermögen
Gewinnorientiertes Handeln
Selbstsicheres Auftreten
w
4,32
Konkurrenzorientierung
F=4.801*, df=1, p≤0.05
m
4,60
Kreativität
w
5,04
Teamfähigkeit
Verlässlichkeit
F=38.276***, df=1, p≤0.001
m
4,32
Einfühlungsvermögen
Frauen werden in den
Mathematisch-technische
w
3,75
F=57.384***, df=1, p≤0.001
Kompetenz
Verlässlichkeit
Mathematisch-technische Kompetenz
Dimensionen „sozial-kreative
Kompetenz“ und „Verlässlichkeit“ höher eingeschätzt, Männer hingegen dominieren in den
Bereichen „Konkurrenzorientierung“ und „Mathematisch-technische Kompetenz“.
m
4,71
Zuverlässigkeit
Organisationsfähigkeit
 Mathematisch-logisches Denken
 Technische Kompetenz
Die Ergebnisse des F-Tests sind statistisch signifikant, daher kann Hypothese 2 angenommen
werden.
*Rotationsmethode: Varimax mit Kaiser-Normalisierung; Kommunikationsfähigkeit wurde
aufgrund von Mehrdimensionalität ausgeschlossen.
Zu Hypothese 3: TEILWEISE BESTÄTIGT
Bei den Dimensionen „Konkurrenzorientierung“ (F inter =9.098***, df=3, p≤0.001) und
Visuelles Framing: 8 experimentelle Gruppen
„Verlässlichkeit“(F inter =8.359***, df=3, p≤0.001) besteht eine statistisch signifikante Interaktion
zwischen dem Geschlecht der dargestellten Person und dem fachtypischen Framing.
Bei den Dimensionen „Mathematisch-technische Kompetenz“(F inter =0.455 n.s., df=3, p≥0.05)
und „Kreativ-soziale Kompetenz“(F inter =0.551 n.s., df=3, p≥0.05) besteht keine signifikante
Interaktion.
Die Hypothese kann teilweise angenommen werden.
Abb.3: Interaktionsdiagramme zur Dimension „Konkurrenzorientierung“ je nach experimenteller Bedingung
7
BWL
Informatik
Kommunikations-
Soziologie
7
6
design
6
5
5
4
4
3
3
2
BWL
männlich
weiblich
2
Kommunikationsdesign
1
Soziologie
1
0
Informatik
0
männlich
weiblich
Diskussion:
Die Vermutung, das studiengang-stereotype Aussehen von Studierenden führe zu einer fachtypischen Kompetenzzuordnung, ohne dass die Studiengangzugehörtigkeit
bekannt ist, wurde bestätigt.
• Zudem gibt es geschlechterspezifische Unterschiede, welche über die Studiengangframes hinweg zu finden sind.
• Die zu großen Teilen hoch signifikanten Ergebnisse sind möglicherweise auf die prägnanten und eindeutigen visuellen Frames zurückzuführen.
• Treatment-Check ergab: Ein einheitliches Bild der weiblichen Informatikerin ist nicht in den Köpfen der Probanden präsent. Mögliche Erklärungen sind die niedrige
Frauenquote des Informatikstudiengangs und die Ähnlichkeit zum Stereotyp der Biologin. Bei den restlichen Fächern ergab sich hingegen eine hohe Übereinstimmung zwischen
intendiertem visuellen Frame und der Fachzuordnung durch die Probanden.
Vermutung: Der signifikante Interaktionseffekt aus Abb. 3 kommt dadurch zustande, dass die Studiengänge Soziologie und Kommunikationsdesign traditionell eher von Frauen
gewählt werden. Daher ist die Zuschreibung der Konkurrenzorientierung bei beiden Geschlechtern hier etwa gleich groß.
Die Fachzugehörigkeit der Probanden ist ein möglicher Einflussfaktor auf die Einschätzung der dargestellten Person, welcher weiterführender Studien bedarf.
Mittelwerte (1=gering, 7=hoch)
Mittelwerte (1=gering, 7=hoch)