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Sehr geehrter Herr .......

im Rahmen des Konjunkturpakets wurde beschlossen, den Breitbandinternetzugang in


ländlichen Gebieten kurzfristig auszubauen. Bis Ende nächsten Jahres sollen alle Bürger
einen solchen Zugang bekommen können. Darüber hinaus soll bis Ende 2014 75% der
Haushalte Zugang zu 50MBit – Anschlüssen bekommen. Das ist grundsätzlich eine gute
Entscheidung.

Realisiert werden sollen diese Zugänge allerdings per Funk im UHF – Bereich. Dieser
Funkbereich ist seit einiger Zeit starken Veränderungen unterworfen. Viele bisher durch
die analoge Ausstrahlung von Fernsehsendern genutzten Frequenzen werden durch die
Umstellung auf digitale Sendetechnik nicht mehr genutzt und so soll die Nutzung dieses
Bereichs gewinnbringend und en bloc an private Firmen wie t-mobile und Vodafone
verkauft werden, um dort Internetnutzungen installieren zu können. Interessanterweise
gab es eine Versteigerung von anderen Frequenzen mit ähnlicher Begründung (Internet
auch auf dem Land) schon einmal, ohne daß sich an der Versorgungslage etwas geändert
hätte.

Nun ist es so, daß als Sekundärnutzer die Veranstaltungstechnik die Frequenzen des
UHF-Bereichs ebenfalls benötigt, um z.B. Drahtlosmikrophone zu betreiben; dies im
Einklang mit den Sendeanstalten. Nach den derzeit gültigen Verträgen sollte dies noch bis
mindestens Ende 2015 möglich sein. Die kurzfristigen Entscheidungen der letzten Tage
stellen diese Nutzung in Frage, da weder eine Sekundärnutzung mit der Internettechnik
nach derzeitigem Stand der Technik, noch ein betriebssicheres Ausweichen auf andere
Frequenzen möglich ist — entweder aus technischen Gründen, oder weil andere nutzbare
Frequenzen schon belegt sind.

Nun gibt es auch in Neuss und vielen weiteren Orten des Rhein Kreises Neuss
Veranstaltungen, die man sich mit verkabelten Mikrophonen wie in den 50er Jahren
kaum vorstellen kann. Aber auch viele andere Bühnen, Fernsehsender und auch Sie als
Politiker nutzen oft kabellose Mikrophone. Dies wäre nach den aktuellen Beschlüssen
nicht mehr möglich und zulässig.

Mir ist klar, daß man schnellen Internetzugang für alle gut verkaufen kann; wie soll in
Ihren Augen aber die eher unsichtbare Anwendung der Veranstaltungstechnik, von der
Sie als redender Politiker und wir alle bei Shows profitieren, in Zukunft realisiert werden?

Um Ihnen eine Übersicht in das Thema zu geben, füge ich Ihnen ein paar Links mit anbei.

• Erklärung des Bundeswirtschafsministers zur Breitbandinitiative

• Text der Breitbandinitiative

• Portal mit vielen Informationen des Nutzerverbandes der UHF –


Technik

Über Ihre Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichem Gruß