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Nr. 16 – Mittwoch, 21. April 2010

O RTENAU

OAKLS

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„Unsere Technologie ist unser Türöffner“

Fuchs Technology fertigt in der Ortenau, liefert in die ganze Welt

E s hat was gefehlt. Gerhard Fuchs bringt auf den Punkt,

warum der Ruhestand nicht zum Dauerzustand wurde. COSS – Continous Optimized Shaft Sys- tem – ist der Name der aktu- ellen Konstruktion des Mannes, der seit 1969 eine Stahlbranche mit zahlreichen Erfindungen optimiert hat. „Rund 90 Pro- zent der Neuerungen bei Licht- bogenöfen stammen von uns“, womit die Fuchs-Systemtechnik GmbH gemeint ist, die Gerhard Fuchs mit seinem Mentor Wil- ly Korf – langjähriger Chef des Stahlwerkes in Kehl – entwi- ckeln konnte. In die ganze Welt wurden von Willstätt-Legelshurst Ent- wicklungen wie der wasserge- kühlte Elektrolichtbogenofen oder die mittlerweile in jedem

Ofen verbauten stromführenden Trägereinheiten verkauft. Ener- gierückgewinnung lautet das Zauberwort. Der COSS spart bei einem kleineren Ofen – rund ei- ne Million Tonnen Stahl pro Jahr – soviel Strom wie eine kleinere Stadt mit 16000 Einwohnern in der gleichen Zeit verbrauchen würde. Die Idee wollte Fuchs seinen Nachfolgern in Legels- hurst verkaufen:

Vorgewärmter Schrott spart viel Strom

„Ungefähr ein Dutzend Leute saßen mir gegenüber und haben mir erklärt, dass das nicht funk- tionieren wird“, erinnert er sich. „Dann mach ich es halt selbst“, dachte sich der heute 69-Jähri-

ge. Seit 1. Januar 2008 läuft die erste Anlage bei Shagang Steel, Zhangjiagang, China. „Noch besser als ich es selbst erwar- tet habe“, sind die Ergebnisse. Der zweitgrößte Stahlproduzent des Landes – 25 Millionen Ton- nen pro Jahr – vertraut auf die Technik, die mittlerweile aus Meißenheim kommt. Zum Ver- gleich: Die gesamte deutsche Stahlproduktion beläuft sich auf rund 46 Millionen Tonnen. „Wir verstehen uns seit mehr als an- derthalb Jahrzehnten ohne die gleiche Sprache zu sprechen“, erläutert Fuchs das Verhältnis zu Shen Wen Rong, seinem chi- nesischen Geschäftspartner. Die Idee des COSS ist denk- bar einfach. In den neben dem Ofen aufgestellten Turm wird die Abwärme eingeleitet. „Stahl

aufgestellten Turm wird die Abwärme eingeleitet. „Stahl Zukunftsorientiert sind nicht nur die Entwicklungen aus

Zukunftsorientiert sind nicht nur die Entwicklungen aus Meißenheim. Auch das von Jürgen

Grossmann entworfene Verwaltungsgebäude kann sich sehen lassen.

Foto: Bode

Verwaltungsgebäude kann sich sehen lassen. Foto: Bode Spart nicht nur Kosten, sondern – pro einer Million

Spart nicht nur Kosten, sondern – pro einer Million Tonnen Stahl – auch noch rund 13000 Tonnen CO 2 . Der von der Fuchs Technology AG entwickelte COSS. Foto: st

wird bei rund 1600 Grad Cel- sius abgestochen. Normaler- weise verpuffen diese Abgase ungenutzt.“ Im konventionellen Verfahren werden diese gar mit Wasser runtergekühlt. Mit der Abwärme wird der Stahlschrott vor dem eigentlichen Schmelz- vorgang auf Temperatur ge- bracht. Rund 500 Grad warm kommt dieser dann in den Ofen. Der Stromverbrauch sinkt so um 20 bis 25 Prozent.

Fünf weitere Anlagen sind bereits verkauft

Weiterer Vorteil des COSS:

„Sie müssen den Betrieb zum Nachladen nicht unterbrechen. Der Stahlschrott läuft auf einem Band in den Ofen, pro Minute werden zwischen vier und fünf Tonnen verarbeitet. Eine Unterbrechung bedeutet im normalen Verfahren einen Verlust von 15 bis 20 Kilowatt- stunden Strom. Schrott muss im COSS zudem nicht vorbereitet werden. Ein weiteres Plus ist eine ausreichend große Öff- nung, die ermöglicht, dass der

Schrott nicht sortiert werden muss. „Pro Tonne sparen sie so

weitere 10 Euro“, erklärt Fuchs:

„Die Investition rechnet sich im besten Fall nach sechs bis acht Monaten.“ Auch zeige sich die Entwicklung äußert wartungs- arm, was die

Effizienz

nes

ausgestat-

teten

bogenofens

noch

verbessern kann. Denn eine Woche S t i l l s t a n d

kosten ein Stahlwerk durchschnittlich drei bis fünf Millionen Euro. Fünf weitere Anlagen, die in Mei- ßenheim von 75 Mitarbeitern in der im Januar fertiggestellten 5000 Quadratmeter großen Hal- le gefertigt werden, sind bereits verkauft. Nach China, Mexiko, Rumä- nien und Indonesien, wo Fuchs gerade bei der Inbetriebnahme vor Ort ist. Aufgrund der Asche- wolke über Europa hat sich auch für den Meißenheimer Un-

ei-

über Europa hat sich auch für den Meißenheimer Un- ei- Gerhard Fuchs. derart Licht- einmal ternehmer

Gerhard

Fuchs.

derart

Licht-

einmal

ternehmer der Abflug verzögert. „250000 Flugmeilen kommen im Jahr schon zusammen“, lacht er. Insgesamt, erklärt Fuchs, würden rund 120 Arbeitsplätze durch die heimische Produktion gesichert. Darüber hinaus be- findet sich in Schaffhausen in der Schweiz die Konstruktion der Fuchs Technology AG: Wei- tere 15 Arbeitsplätze,die aber in naher Zukunft von Luzern aus tätig sein werden. Mit im Betrieb ist mittlerwei- le auch Markus Fuchs, der sei- nen Vater bei der Arbeit unter- stützt. Gerhard Fuchs: „Unsere Technologie ist unser Türöffner. Ohne diesen Vorsprung hätten auch wir keine Chance.“ Un- verzichtbar ist für ihn die hei- mische Fertigung. Andernorts könne man zwar billiger fertigen – was andere auch tun. Fuchs liegt es aber am Herzen, dass Deutschland Know-How-Träger bleibt. Die Ausbildung von Nachwuchs steht für ihn eben- so im Vordergrund. Denn bei Fertigung auf fremdem Terrain bestehe die Gefahr, dass dort nicht nur die Konstruktionsun- terlagen kopiert werden. ku

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