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Joseph v. Eichendorff

Gedichte

V

J

Simion

Berlin 1841

Joseph

von

Eicendor{

Werke

Er#er Theil

Gedicte

W

Au+gabe le~ter Hand

J

Simion

Berlin ÉÐÌÉ

Inhalt

I . Wanderlieder

Ï

II . Sängerleben

69

III . Zeitlieder

151

IV . Frühling und Liebe

229

V . Totenopfer

327

VI . Gei#lice Gedicte

351

VII . Romanzen

425

VIII . Au+ dem Spani<en

521

Fußnote

546

Gedictverzeicni+

547

W

I.

Wanderlieder

Viele Boten gehn und gingen Zwi<en Erd und Himmel+lu#, Solcen Gruß kann keiner bringen, Al+ ein Lied au+ fri<er Bru#.

J

Fri<e Fahrt

Laue Lu} kommt blau ge]o^en, Frühling, Frühling so\ e+ sein! Waldwärt+ Hörnerklang ge<o^en, Mut’ger Augen licter Scein; Und da+ Wirren bunt und bunter Wird ein magi< wilder Fluß, In die <öne Welt hinunter Lo%t dic diese+ Strome+ Gruß.

Und ic mag mic nict bewahren! Weit von euc treibt mic der Wind, Auf dem Strome wi\ ic fahren, Von dem Glanze selig blind! Tausend Stimmen lo%end <lagen, Hoc Aurora ]ammend weht, Fahre zu! ic mag nict fragen, Wo die Fahrt zu Ende geht!

W

A\gemeine+ Wandern

Vom Grund bi+ zu den Gipfeln, So weit man sehen kann,

9

Je~t blüht’+ in a\en Wipfeln, Nun geht da+ Wandern an:

Die Que\en von den Klu}en, Die Ström auf grünem Plan, Die Lercen hoc in Lü}en, Der Dicter fri< voran.

Und die im Tal verderben In trüber Sorgen Ha}, Er möct @e a\e werben Zu dieser Wander<a}.

Und von den Bergen nieder Er<a\t sein Lied in+ Tal, Und die zer#reuten Brüder Faßt Heimweh a\zumal.

Da wird die Welt so munter Und nimmt die Reise<uh, Sein Liebcen miµendrunter Die ni%t ihm heimlic zu.

Und über Felsenwände Und auf dem grünen Plan Da+ wirrt und jauczt ohn Ende – Nun geht da+ Wandern an!

10

Der frohe Wander+mann

Wem Goµ wi\ recte Gun# erweisen, Den <i%t er in die weite Welt; Dem wi\ er seine Wunder weisen In Berg und Wald und Strom und Feld.

Die Trägen, die zu Hause liegen, Erqui%et nict da+ Morgenrot, Sie wi^en nur von Kinderwiegen, Von Sorgen, La# und Not um Brot.

Die Bäclein von den Bergen springen, Die Lercen <wirren hoc vor Lu#, Wa+ so\t ic nict mit ihnen @ngen Au+ vo\er Kehl und fri<er Bru#?

Den lieben Goµ laß ic nur walten; Der Bäclein, Lercen, Wald und Feld Und Erd und Himmel wi\ erhalten, Hat auc mein Sac auf+ be# be#e\t!

J

Im Walde

E+ zog eine Hoczeit den Berg entlang, Ic hörte die Vögel <lagen,

11

Da bli~ten viel Reiter, da+ Waldhorn klang, Da+ war ein lu#ige+ Jagen!

Und eh ic’+ gedact, war a\e+ verha\t, Die Nact bede%et die Runde, Nur von den Bergen noc rau<et der Wald Und mic <auert im Herzen+grunde.

W

Zwielict

Dämmrung wi\ die Flügel spreiten, Scaurig rühren @c die Bäume, Wolken ziehn wie <were Träume – Wa+ wi\ diese+ Graun bedeuten?

Ha# ein Reh du, lieb vor andern, Laß e+ nict a\eine grasen, Jäger ziehn im Wald und blasen, Stimmen hin und wieder wandern.

Ha# du einen Freund hienieden, Trau ihm nict zu dieser Stunde Freundlic wohl mit Aug und Munde, Sinnt er Krieg im tü%’<en Frieden.

12

Wa+ heut müde gehet unter, Hebt @c morgen neugeboren. Mance+ bleibt in Nact verloren – Hüte dic, bleib wac und munter!

W

Nact+

Ic wandre durc die #i\e Nact, Da <leict der Mond so heimlic sact O} au+ der dunklen Wolkenhü\e, Und hin und her im Tal Erwact die Nactiga\, Dann wieder a\e+ grau und #i\e.

O wunderbarer Nactgesang:

Von fern im Land der Ströme Gang, Lei+ <auern in den dunklen Bäumen –

Wirr# die Gedanken mir, Mein irre+ Singen hier I# wie ein Rufen nur au+ Träumen.

W

13

Der wandernde Mu@kant

1

Wandern lieb ic für mein Leben, Lebe eben wie ic kann, Wo\t ic mir auc Mühe geben, Paßt e+ mir doc gar nict an.

Scöne alte Lieder weiß ic, In der Kälte, ohne Scuh Draußen in die Saiten reiß ic, Weiß nict, wo ic abend+ ruh.

Mance Scöne mact wohl Augen, Meinet, ic ge[el’ ihr sehr, Wenn ic nur wa+ wo\te taugen, So ein armer Lump nict wär. –

Mag dir Goµ ein’n Mann be<eren Wohl mit Hau+ und Hof versehn! Wenn wir zwei zusammen wären, Möct mein Singen mir vergehn.

W

14

2

Wenn die Sonne lieblic <iene Wie in Wel<land lau und blau, Ging’ ic mit der Mandoline Durc die überglänzte Au.

In der Nact dann Liebcen lau<te An dem Fen#er süß verwact, Wün<te mir und ihr, un+ beiden, Heimlic eine <öne Nact.

Wenn die Sonne lieblic <iene Wie in Wel<land lau und blau, Ging’ ic mit der Mandoline Durc die überglänzte Au.

W

3

Ic reise über+ grüne Land, Der Winter i# vergangen, Hab um den Hal+ ein gülden Band, Daran die Laute hangen.

Der Morgen tut ein’n roten Scein, Den rect mein Herze spüret,

15

Da greif ic in die Saiten ein, Der liebe Goµ mic führet.

So @lbern geht der Ströme Lauf Fernüber <a\t Geläute, Die Seele ru} in @c: Glü% auf! Ring+ grüßen frohe Leute.

Mein Herz i# rect von Diamant, Ein’ Blum von Edel#einen, Die funkelt lu#ig über+ Land In tausend <önen Sceinen.

Vom Sclo^e in die weite Welt Scaut eine Jungfrau ’runter, Der Lieb#e @e im Arme hält, Die sehn nac mir herunter.

Wie bi# du <ön! Hinau+, im Wald Gehn Wa^er auf und unter, Im grünen Wald @ng, daß e+ <a\t, Mein Herz, bleib frei und munter!

Die Sonne un+ im Dunklen läßt, Im Meere @c zu spülen, Da ruh ic au+ vom Tage+fe# Fromm in der roten Kühle.

16

Hoc führet durc die #i\e Nact Der Mond die goldnen Scafe, Den Krei+ der Erden Goµ bewact, Wo ic tief unten <lafe.

Wie liegt a\ fal<e Pract so weit! <laf wohl auf #i\er Erde, Goµ <ü~ dein Herz in Ewigkeit, Daß e+ nie traurig werde!

W

4

Bi# du mancmal auc ver#immt, Drü% dic zärtlic an mein Herze, Daß mir’+ fa# den Atem nimmt, Streic und kneif in süßem Scerze,

Wie ein recter Liebe+tor Lehn ic san} an dic die Wange Und du @ng# mir fein in+ Ohr. Wohl im Hofe bei dem Klange

Ka~e miaut, Hund heult und be\t, Nacbar <imp} mit wilder Miene –

17

Doc wa+ kümmert un+ die Welt, Süße, traute Violine!

W

5

Mürri< @~en @e und maulen Auf den Bänken #umm und breit, Gähnend #re%en @c die Faulen, Und die Ke%en sucen Streit.

Da komm ic durc+ Dorf ge<riµen, Fernher durc den Abend kühl, Ste\ mic in de+ Kreise+ Miµen, Grüß und zieh mein Geigenspiel.

Und wie ic den Bogen <wenke, Ziehn die Klänge in der Rund A\en rect durc die Gelenke Bi+ zum tief#en Herzen+grund.

Und nun geht’+ an+ Gläserklingen, An ein Walzen um und um, Je mehr ic #reic, je mehr @e springen Keiner fragt er# lang: warum? –

18

Jeder wi\ dem Geiger reicen Nun sein Scer]ein auf die Hand – Da vergeht ihm gleic sein Streicen, Und fort i# der Mu@kant.

Und @e sehn ihn fröhlic #eigen Nac den Walde+höhn hinau+, Hören ihn von fern noc geigen, Und gehn a\ vergnügt nac Hau+.

Doc in Walde+ grünen Ha\en Ra# ic dann noc mance Stund, Nur die fernen Nactiga\en Sclagen tief au+ näct’gem Grund.

Und e+ rau<t die Nact so leise Durc die Walde+einsamkeit, Und ic @nn auf neue Weise, Die der Men<en Herz erfreut.

W

6

Durc Feld und Bucenha\en Bald @ngend, bald fröhlic #i\, Rect lu#ig sei vor a\en Wer ’+ Reisen wählen wi\!

19

Wenn’+ kaum im O#en glühte, Die Welt noc #i\ und weit:

Da weht rect durc+ Gemüte Die <öne Blütenzeit!

Die Lerc al+ Morgenbote Sic in die Lü}e <wingt, Eine fri<e Reisenote Durc Wald und Herz erklingt.

O Lu#, vom Berg zu <auen Weit über Wald und Strom, Hoc über @c den blauen Tiefklaren Himmel+dom!

Vom Berge Vöglein ]iegen Und Wolken so ge<wind, Gedanken über]iegen Die Vögel und den Wind.

Die Wolken ziehn hernieder, Da+ Vöglein senkt @c gleic, Gedanken gehn und Lieder Fort bi+ in+ Himmelreic.

W

20

Die Zigeunerin

Am Kreuzweg, da lau<e ic, wenn die Stern Und die Feuer im Walde verglommen, Und wo der er#e Hund be\t von fern. Da wird mein Bräut’gam herkommen.

„ Und al+ der Tag graut’, durc da+ Gehölz Sah ic eine Ka~e @c <lingen, Ic <oß ihr auf den nußbraunen Pelz, Wie tat die weitüber springen! “

’+ i# <ad nur um+ Pelzlein, du krieg# mic nit! Mein Sca~ muß sein wie die andern:

Braun und ein Stu~bart auf ung’ri<en Scniµ Und ein fröhlice+ Herze zum Wandern.

W

Der wandernde Student

Bei dem angenehm#en Weµer Singen a\e Vögelein, Klat<t der Regen auf die Bläµer, Sing ic so für mic a\ein.

21

Denn mein Aug kann nict+ entde%en, Wenn der Bli~ auc grausam glüht, Wa+ im Wandern könnt er<re%en Ein zufriedene+ Gemüt.

Frei von Mammon wi\ ic <reiten Auf dem Feld der Wi^en<a}, Sinne ern# und nehm zuzeiten Einen Mund vo\ Rebensa}.

Bin ic müde vom Studieren, Wann der Mond triµ san} herfür, P]eg ic dann zu mu@zieren Vor der A\er<ön#en Tür.

W

Der Maler

Au+ Wolken, eh im näct’gen Land Erwact die Kreaturen, Langt Goµe+ Hand, Zieht durc die #i\en Fluren Gewaltig die Konturen, Strom, Wald und Felsenwand.

22

Wac auf, wac auf! die Lerce ru}, Aurora tauct die Strahlen Verträumt in Du}, Beginnt auf Berg und Talen Ring+um ein himmli< Malen In Meer und Land und Lu}.

Und durc die Sti\e, lictge<mü%t, Au+ wunderbaren Lo%en Ein Engel bli%t. – Da rau<t der Wald er<ro%en, Da gehn die Morgenglo%en, Die Gipfel #ehn verzü%t.

O licte Augen, ern# und mild, Ic kann nict von euc la^en! Bald wieder wild Stürmt’+ her von Sorg und Ha^en – Durc die verworrnen Ga^en Führ mic, mein göµlic Bild!

W

23

Der Soldat

1

I# auc <mu% nict mein Rößlein, So i#’+ doc rect klug, Trägt im Fin#ern zu ’nem Sclößlein Mic ra< noc genug.

I# da+ Scloß auc nict präctig:

Zum Garten au+ der Tür Triµ ein Mädcen doc a\näctig Dort freundlic herfür.

Und i# auc die Kleine Nict die Scön# auf der Welt, So gibt’+ doc ju# keine, Die mir be^er gefä\t.

Und sprict @e vom Freien:

So <wing ic mic auf mein Roß – Ic bleibe im Freien, Und @e auf dem Scloß.

W

24

2

Wagen mußt du und ]üctig erbeuten, Hinter un+ <on durc die Nact hör ic’+ <reiten, <wing auf mein Roß dic nur <ne\ Und küß noc im Flug mic, wild<öne+ Kind, Ge<wind, Denn der Tod i# ein ra<er Gese\.

W

Seemann+ Ab<ied

Ade, mein Sca~, du moct# mic nict, Ic war dir zu geringe. Ein# wandel# du bei Mondenlict Und hör# ein süße+ Klingen, Ein Meerweib @ngt, die Nact i# lau, Die #i\en Wolken wandern, Da denk an mic, ’+ i# meine Frau, Nun suc dir einen andern!

Ade, ihr Land+knect, Mu+ketier! Wir ziehn auf wildem Ro^e, Da+ bäumt und über<lägt @c <ier Vor mancem Felsen<lo^e, Der Wa^ermann bei Bli~e+<ein

25

Tauct auf in dunklen Näcten, Der Hai[< <nappt, die Möwen <rein – Da+ i# ein lu#’ge+ Fecten!

Stre%t nur auf eurer Bärenhaut Daheim die faulen Glieder, Goµ Vater au+ dem Fen#er <aut, Sci%t seine Sünd]ut wieder, Feldwebel, Reiter, Mu+ketier, Sie mü^en a\ ersaufen, Derweil mit fri<em Winde wir Im Paradie+ einlaufen.

W

Die Spie\eute

Frühmorgen+ durc die Klü}e Wir blasen Vi$toria! Eine Lerce fährt in die Lü}e:

„ Die Spie\eut @nd <on da! “ Da dehnt ein Turm und re%t @c Ver<lafen im Morgengrau, Wie au+ dem Traume #re%t @c Der Strom durc die #i\e Au,

26

Und ihre Äuglein balde Tun auf die Bäclein a\ Im Wald, im grünen Walde, Da+ i# ein lu#’ger Sca\!

Da+ i# ein lu#’ge+ Reisen, Der Eicbaum kühl und fri< Mit Scaµen, wo wir speisen, De%t un+ den grünen Ti<. Zum Früh#ü% mu@zieren Die muntern Vögelein, Der Wald, wenn @e pau@eren, Stimmt wunderbar mit ein, Die Wipfel tut er neigen, Al+ gesegnet’ er un+ da+ Mahl, Und zeigt un+ zwi<en den Zweigen Tief unten da+ weite Tal.

Tief unten da i# ein Garten, Da wohnt eine <öne Frau, Wir können nict lange warten, Durc+ Giµertor wir <aun, Wo die weißen Statuen #ehen, Da i#’+ so #i\ und kühl, Die Wa^erkün#e gehen, Der Flieder du}et <wül. Wir ziehn vorbei und @ngen

27

In der #i\en Morgenzeit, Sie hört’+ im Traume klingen, Wir aber @nd <on weit.

W

Vor der Stadt

Zwei Mu@kanten ziehn daher Vom Wald au+ weiter Ferne, Der eine i# verliebt gar sehr, Der andre wär e+ gerne.

Die #ehn a\hier im kalten Wind Und @ngen <ön und geigen:

Ob nict ein süßverträumte+ Kind Am Fen#er @c wo\t zeigen?

W

28

Dryander mit der Komödiantenbande

Mic brennt’+ an meinen Reise<uhn, Fort mit der Zeit zu <reiten – Wa+ wo\en wir agieren nun Vor so viel klugen Leuten? E+ hebt da+ Dac @c von dem Hau+ Und die Kuli^en rühren Und #re%en @c zum Himmel ’rau+, Strom, Wälder mu@zieren!

Und au+ den Wolken langt e+ sact, Ste\t a\e+ durceinander, Wie @c’+ kein Autor hat gedact:

Volk, Für#en und Dryander.

Da gehn die einen müde fort, Die andern nahn behende, Da+ alte Stü%, man spielt’+ so fort Und kriegt e+ nie zu Ende.

Und keiner kennt den le~ten Akt Von a\en, die da spielen, Nur der da droben <lägt den Takt, Weiß, wo da+ hin wi\ zielen.

W

29

Der verliebte Reisende

1

Da fahr ic #i\ im Wagen, Du bi# so weit von mir, Wohin er mic mag tragen, Ic bleibe doc bei dir.

Da ]iegen Wälder, Klü}e Und <öne Täler tief, Und Lercen hoc in Lü}en, Al+ ob dein’ Stimme rief. Die Sonne lu#ig <einet Weit über da+ Revier, Ic bin so froh verweinet Und @nge #i\ in mir.

Vom Berge geht’+ hinunter, Da+ Po#horn <a\t im Grund, Mein’ Seel wird mir so munter, Grüß dic au+ Herzen+grund.

2

Ic geh durc die dunklen Ga^en Und wandre von Hau+ zu Hau+, Ic kann mic noc immer nict fa^en, Sieht a\e+ so trübe au+.

30

Da gehen viel Männer und Frauen, Die a\e so lu#ig sehn, Die fahren und lacen und bauen, Daß mir die Sinne vergehn.

O} wenn ic bläulice Streifen Seh über die Däcer ]iehn, Sonnen<ein draußen <weifen, Wolken am Himmel ziehn.

Da treten miµen im Scerze Die Tränen in+ Auge mir, Denn die mic lieben von Herzen Sind a\e so weit von hier.

3

Lied, mit Tränen halb ge<rieben, Dorthin über Berg und Klu}, Wo die Lieb#e mein geblieben, Scwing dic durc die blaue Lu}!

I# @e rot und lu#ig, sage:

Ic sei krank von Herzen+grund; Weint @e nact+, @nnt #i\ bei Tage, Ja, dann sag: ic sei gesund!

31

I# vorbei ihr treue+ Lieben, Nun, so end auc Lu# und Not, Und zu a\en, die mic lieben, Flieg und sage: ic sei tot!

4

Ac Liebcen, dic ließ ic zurü%e, Mein liebe+, herzige+ Kind, Da lauern viel Men<en vo\ Tü%e, Die @nd dir so feindlic ge@nnt.

Die möcten so gerne zer#ören Auf Erden da+ <öne Fe# Ac, könnte da+ Lieben aufhören, So mögen @e nehmen den Re#.

Und a\e die grünen Orte, Wo wir gegangen im Wald, Die @nd nun wohl ander+ geworden, Da i#’+ nun so #i\ und kalt.

Da @nd nun am kalten Himmel Viel tausend Sterne ge#e\t, E+ <eint ihr goldne+ Gewimmel Weit über+ be<neite Feld.

32

Mein’ Seele i# so beklommen, Die Ga^en @nd leer und tot, Da hab ic die Laute genommen Und @nge in meiner Not.

Ac, wär ic im #i\en Hafen! Kalte Winde am Fen#er gehn, <laf ruhig, mein Liebcen, <lafe, Treu’ Liebe wird ewig be#ehn

5

Grün war die Weide, Der Himmel blau, Wir saßen beide Auf glänzender Au.

Sind’+ Nactiga\en Wieder, wa+ ru}, Lercen, die <a\en Au+ warmer Lu}?

Ic hör die Lieder, Fern, ohne dic, Lenz i#’+ wohl wieder, Doc nict für mic.

33

6

Wolken, wälderwärt+ gegangen, Wolken, ]iegend über+ Hau+, Könnt ic an euc fe# mic hangen, Mit euc ]iegen weit hinau+!

Tag’lang durc die Wälder <weif ic, Vo\ Gedanken @~ ic #i\, In die Saiten ]üctig greif ic, Wieder dann auf einmal #i\.

Scöne, rührende Ge<icten Fa\en ein mir, wo ic #eh, Lu#ig muß ic <reiben, dicten, I# mir selber gleic so weh.

Mance+ Lied, da+ ic ge<rieben Wohl vor mancem langen Jahr, Da die Welt vom treuen Lieben <ön mir überglänzet war;

Find ic’+ wieder je~t vo\ Bangen:

Werd ic wunderbar gerührt, Denn so lang i# da+ vergangen, Wa+ mic zu dem Lied verführt. Diese Wolken ziehen weiter, A\e Vögel @nd erwe%t,

34

Und die Gegend glänzet heiter, Weit und fröhlic aufgede%t.

Regen ]üctig abwärt+ gehen, Sceint die Sonne zwi<endrein, Und dein Hau+, dein Garten #ehen Überm Wald im #i\en Scein.

Doc du harr# nict mehr mit Scmerzen, Wo so lang dein Lieb#er sei – Und mic tötet noc im Herzen Dieser Scmerzen Zauberei.

W

Rü%kehr

Mit meinem Saitenspiele, Da+ <ön geklungen hat, Komm ic durc Länder viele Zurü% in diese Stadt.

Ic ziehe durc die Ga^en, So [n#er i# die Nact, Und a\e+ so verla^en, Haµ’+ ander+ mir gedact.

35

Am Brunnen #eh ic lange, Der rau<t fort, wie vorher, Kommt mancer wohl gegangen, E+ kennt mic keiner mehr.

Da hört ic geigen, pfeifen, Die Fen#er glänzten weit, Dazwi<en drehn und <leifen Viel fremde, fröhlice Leut.

Und Herz und Sinne mir brannten, Mic trieb’+ in die weite Welt, E+ spielten die Mu@kanten, Da [el ic hin im Feld.

W

Auf einer Burg

Einge<lafen auf der Lauer Oben i# der alte Riµer; Drüber gehen Regen<auer, Und der Wald rau<t durc da+ Giµer.

Eingewacsen Bart und Haare, Und ver#einert Bru# und Krause,

36

Si~t er viele hundert Jahre Oben in der #i\en Klause.

Draußen i# e+ #i\ und friedlic, A\e @nd in+ Tal gezogen, Walde+vögel einsam @ngen In den leeren Fen#erbogen.

Eine Hoczeit fährt da unten Auf dem Rhein im Sonnen<eine, Mu@kanten spielen munter, Und die <öne Braut die weinet.

W

Jahrmarkt

Sind’+ die Häuser, @nd’+ die Ga^en? Ac, ic weiß nict, wo ic bin! Hab ein Liebcen hier gela^en, Und manc Jahr ging seitdem hin.

Au+ den Fen#ern <öne Frauen Sehn mir freundlic in+ Ge@ct, Keine kann so fri<lic <auen, Al+ mein liebe+ Liebcen @ct.

37

An dem Hause poc ic bange – Doc die Fen#er #ehen leer, Au+gezogen i# @e lange, Und e+ kennt mic keiner mehr.

Und ring+um ein Rufen, Handeln, Scmu%e Waren, bunter Scein, Herrn und Damen gehn und wandeln Zwi<endurc in bunten Reihn.

Zierlic Bü%en, freundlic Bli%en, Mance+ ]üct’ge Liebe+wort, Händedrü%en, heimlic Ni%en – Nimmt @e a\ der Strom mit fort.

Und mein Liebcen sah ic eben Traurig in dem lu#’gen Scwarm, Und ein <öner Herr daneben Führt @e #olz und ern# am Arm.

Doc verblaßt war Mund und Wange, Und gebrocen war ihr Bli%, Seltsam <aut’ @e #umm und lange, Lange noc auf mic zurü%. –

Und e+ endet Tag und Scerzen, Durc die Ga^en pfei} der Wind –

38

Keiner weiß, wie un+re Herzen Tief von Scmerz zerri^en @nd.

W

In der Fremde

Ic hör die Bäclein rau<en Im Walde her und hin, Im Walde in dem Rau<en Ic weiß nict, wo ic bin.

Die Nactiga\en <lagen Hier in der Einsamkeit, Al+ wo\ten @e wa+ sagen Von der alten, <önen Zeit.

Die Monde+<immer ]iegen, Al+ säh ic unter mir Da+ Scloß im Tale liegen, Und i# doc so weit von hier!

Al+ müßte in dem Garten Vo\ Rosen weiß und rot, Meine Lieb#e auf mic warten, Und i# doc lange tot.

39

Sehnsuct E+ <ienen so golden die Sterne, Am Fen#er ic einsam #and Und hörte au+ weiter Ferne Ein Po#horn im #i\en Land. Da+ Herz mir im Leib entbrennte, Da hab ic mir heimlic gedact:

Ac, wer da mitreisen könnte In der präctigen Sommernact!

Zwei junge Gese\en gingen Vorüber am Berge+hang, Ic hörte im Wandern @e @ngen Die #i\e Gegend entlang:

Von <windelnden Felsen<lü}en, Wo die Wälder rau<en so sact, Von Que\en, die von den Klü}en Sic #ürzen in die Walde+nact.

Sie sangen von Marmorbildern, Von Gärten, die überm Ge#ein In dämmernden Lauben verwildern, Palä#en im Monden<ein, Wo die Mädcen am Fen#er lau<en, Wann der Lauten Klang erwact Und die Brunnen ver<lafen rau<en In der präctigen Sommernact.

40

Ab<ied

O

Täler weit, o Höhen,

O

<öner, grüner Wald,

Du meiner Lu# und Wehen Andäct’ger Aufenthalt! Da draußen, #et+ betrogen, Sau# die ge<ä}’ge Welt, Sclag noc einmal die Bogen Um mic, du grüne+ Zelt!

Wenn e+ beginnt zu tagen, Die Erde damp} und blinkt, Die Vögel lu#ig <lagen, Daß dir dein Herz erklingt:

Da mag vergehn, verwehen Da+ trübe Erdenleid Da so\# du aufer#ehen In junger Herrli%eit!

Da #eht im Wald ge<rieben, Ein #i\e+, ern#e+ Wort Von rectem Tun und Lieben, Und wa+ de+ Men<en Hort. Ic habe treu gelesen Die Worte, <lict und wahr, Und durc mein ganze+ Wesen Ward’+ unau+spreclic klar.

41

Bald werd ic dic verla^en, Fremd in der Fremde gehn, Auf buntbewegten Ga^en De+ Leben+ Scauspiel sehn; Und miµen in dem Leben Wird deine+ Ern#+ Gewalt Mic Einsamen erheben So wird mein Herz nict alt.

W

Wann der Hahn kräht

Wann der Hahn kräht auf dem Dace, Pu~t der Mond die Lampe au+, Und die Stern ziehn von der Wace, Goµ behüte Land und Hau+!

W

Der Morgen

Fliegt der er#e Morgen#rahl Durc da+ #i\e Nebeltal,

42

Rau<t erwacend Wald und Hügel:

Wer da ]iegen kann, nimmt Flügel! Und sein Hütlein in die Lu} Wir} der Men< vor Lu# und ru}:

Hat Gesang doc auc noc Scwingen, Nun, so wi\ ic fröhlic @ngen!

Hinau+, o Men<, weit in die Welt, Bangt dir da+ Herz in krankem Mut; Nict+ i# so trüb in Nact ge#e\t, Der Morgen leict mact’+ wieder gut.

W

Miµag+ruh

Über Bergen, Fluß und Talen, Sti\er Lu# und tiefen Qualen Webet heimlic, <i\ert, Strahlen! Sinnend ruht de+ Tag+ Gewühle In der dunkelblauen Scwüle, Und die ewigen Gefühle, Wa+ dir selber unbewußt, Treten heimlic, groß und leise Au+ der Wirrung fe#er Gleise, Au+ der unbewacten Bru#, In die #i\en, weiten Kreise.

43

Der Abend

Scweigt der Men<en laute Lu#:

Rau<t die Erde wie in Träumen Wunderbar mit a\en Bäumen, Wa+ dem Herzen kaum bewußt, Alte Zeiten, linde Trauer, Und e+ <weifen leise Scauer Weµerleuctend durc die Bru#.

W

Die Nact

Wie <ön, hier zu verträumen Die Nact im #i\en Wald, Wenn in den dunklen Bäumen Da+ alte Märcen ha\t.

Die Berg im Monde+<immer Wie in Gedanken #ehn, Und durc verworrne Trümmer Die Que\en klagend gehn.

Denn müd ging auf den Maµen Die Scönheit nun zur Ruh,

44

E+ de%t mit kühlen Scaµen Die Nact da+ Liebcen zu.

Da+ i# da+ irre Klagen In #i\er Walde+pract, Die Nactiga\en <lagen Von ihr die ganze Nact.

Die Stern gehn auf und nieder – Wann komm# du, Morgenwind, Und heb# die Scaµen wieder Von dem verträumten Kind?

Scon rührt @c’+ in den Bäumen, Die Lerce we%t @e bald – So wi\ ic treu verträumen Die Nact im #i\en Wald.

W

Wegweiser

„ Je~t mußt du rect+ dic <lagen, Scleic dort und lau<e hier, Dann <ne\ drau]o+ im Jagen – So wird noc wa+ au+ dir.“

45

Dank! doc durc+ Weltgewimmel, Sagt mir, ihr weisen Herrn, Wo geht der Weg zum Himmel? Da+ eine wüßt ic gern.

W

Täu<ung

Ic ruhte au+ vom Wandern, Der Mond ging eben auf, Da sah ic fern im Lande Der alten Tiber Lauf, Im Walde lagen Trümmer, Palä#e auf #i\en Höhn Und Gärten im Monde+<immer – O Wel<land, wie bi# du <ön!

Und al+ die Nact vergangen, Die Erde bli~te so weit, Einen Hirten sah ic hangen Am Fel+ in der Einsamkeit. Den fragt ic ganz geblendet:

„Komm ic nac Rom noc heut?“ Er dehnt’ @c halbgewendet:

„Ihr seid nict rect ge<eut!“

46

Eine Winzerin lact’ herüber, Man sah @e vor Weinlaub kaum, Mir aber ging’+ Herze über – E+ war ja a\e+ nur Traum.

W

Scöne Fremde

E+ rau<en die Wipfel und <auern, Al+ macten zu dieser Stund Um die halbversunkenen Mauern Die alten Göµer die Rund.

Hier hinter den Myrtenbäumen In heimlic dämmernder Pract, Wa+ spric# du wirr wie in Träumen Zu mir, phanta#i<e Nact?

E+ funkeln auf mic a\e Sterne Mit glühendem Liebe+bli%, E+ redet trunken die Ferne Wie von kün}igem, großem Glü%!

V

47

Liebe in der Fremde

1

Jeder nennet froh die Seine, Ic nur #ehe hier a\eine, Denn wa+ früge wohl die Eine:

Wen der Fremdling eben meine? Und so muß ic, wie im Strome dort die We\e, Ungehört verrau<en an de+ Frühling+ Scwe\e.

2

Wie kühl <wei} @c’+ bei näct’ger Stunde, Die Zither treulic in der Hand! Vom Hügel grüß ic in die Runde Den Himmel und da+ #i\e Land.

Wie i# da a\e+ so verwandelt, Wo ic so fröhlic war, im Tal. Im Wald wie #i\! der Mond nur wandelt Nun durc den hohen Bucensaal.

Der Winzer Jauczen i# verklungen Und a\ der bunte Leben+lauf, Die Ströme nur, im Tal ge<lungen, Sie bli%en mancmal @lbern auf.

48

Und Nactiga\en wie au+ Träumen Erwacen o} mit süßem Sca\, Erinnernd rührt @c in den Bäumen Ein heimlic Flü#ern übera\.

Die Freude kann nict gleic verklingen, Und von de+ Tage+ Glanz und Lu# I# so auc mir ein heimlic Singen Geblieben in der tief#en Bru#.

Und fröhlic greif ic in die Saiten, O Mädcen, jenseit+ überm Fluß, Du lau<e# wohl und hör#’+ von weitem Und kenn# den Sänger an dem Gruß!

3

Über die beglänzten Gipfel Fernher kommt e+ wie ein Grüßen, Flü#ernd neigen @c die Wipfel Al+ ob @e @c wo\ten kü^en.

I# er doc so <ön und milde! Stimmen gehen durc die Nact, Singen heimlic von dem Bilde – Ac, ic bin so froh verwact!

49

Plaudert nict so laut, ihr Que\en! Wi^en darf e+ nict der Morgen! In der Mondnact linde We\en Senk ic #i\ mein Glü% und Sorgen. –

4

Je~t wandr ic er# gern! Am Fen#er nun lau<en Die Mädcen, e+ rau<en Die Brunnen von fern.

Au+ <immernden Bü<en Ihr Plaudern, so lieb, Erkenn ic dazwi<en, Ic höre mein Lieb!

Kind hüt dic! bei Nact P]egt Amor zu wandern, Ru} leise die andern, Da <reiten erwact

Die Göµer zur Ha\e In+ Freie hinau+, E+ bringt @e dir a\e Der Dicter in+ Hau+.

50

Lu#ige Mu@kanten

Der Wald, der Wald! daß Goµ ihn grün erhalt, Gibt gut Quartier und nimmt doc nict+ dafür.

Zum grünen Wald wir Herberg halten, Denn Ho{art i# nict unser Ziel, Im Wirt+hau+, wo wir nict bezahlten, E+ war der Ehre gar zuviel. Der Wirt, er wo\t un+ gar nict la^en, Sie ließen Kann und Kartenspiel, Die ganze Stadt war in den Ga^en,

Und von den Bänken mit Gebrau+ Stürzt’ die Scule herau+, Wuc+ der Haufe von Hau+ zu Hau+, Scwenkt’ die Mü~en und jubelt’ und wogt’, Der Hat<ier, die Stadtwact, der Beµelvogt, Wie wenn ein Prinz zieht auf die Freit, Gab a\e+, a\e+ un+ für#lic Geleit. Wir aber <lugen den Markt hinab Un+ durc die Leut mit dem Wander#ab, Und hoc mit dem Tamburin, daß e+ <a\t’ –

Zum Wald, zum Wald, zum <önen, grünen Wald!

51

Und da nun a\e <lafen gingen, Der Wald #e%t’ seine Irrlict’ an, Die Frö<e tapfer Ständcen bringen, Die Fledermau+ <wirrt lei+ voran, Und in dem Fluß auf feuctem Steine Gähnt laut der alte Wa^ermann, Strählt @c den Bart im Monden<eine,

Und fragt ein Irrlict, wer wir @nd? Da+ aber du%t @c ge<wind; Denn über ihn weg im Wind Durc die Wipfel der wilde Jäger geht, Und auf dem alten Turm @c dreht Und kräht der Weµerhahn un+ nac:

Ob wir nict einkehrn unter sein Dac? O Go%el, verfa\en i# ja dein Hau+, E+ @eht die Eule zum Fen#er herau+, Und au+ a\en Toren rau<et der Wald.

Der Wald, der Wald, der <öne, grüne Wald!

Und wenn wir müd ein#, sehn wir blinken Eine goldne Stadt #i\ überm Land, Am Tor Sankt Peter <on tut winken:

„Nur hier herein, Herr Mu@kant!“ Die Engel von den Zinnen fragen, Und wie @e un+ er# rect erkannt,

52

Sie gleic die @lbernen Pauken <lagen, Sankt Peter selb# die Be%en <wenkt, Und vo\ Geigen hängt Der Himmel, Cä$ilia an zu #reicen fängt, Dazwi<en Hoc vivat! daß e+ pra^elt und puf}, Werfen die andern vom Wa\ in die Lu} Stern<nuppen, Kometen, Gar präctige Raketen Versengen Sankt Peter den Bart, daß er lact, Und wir ziehen heim, <öner Wald, gute Nact!

W

Wandersprüce

1

E+ geht wohl ander+, al+ du mein#:

Derweil du rot und fröhlic <ein#, I# Lenz und Sonnen<ein ver]ogen, Die liebe Gegend <warz umzogen; Und kaum ha# du dic au+geweint, Lact a\e+ wieder, die Sonne <eint – E+ geht wohl ander+, al+ man meint.

2

Herz, in deinen sonnenhe\en Tagen halt nict karg zurü%!

53

A\wärt+ fröhlice Gese\en Trif} der Frohe und sein Glü%.

Sinkt der Stern: a\eine wandern Mag# du bi+ an+ End der Welt – Bau du nur auf keinen andern Al+ auf Goµ, der Treue hält.

3

Wa+ wi\# auf dieser Station So breit dic niederla^en? Wie bald nict blä# der Po#i\ion, Du mußt doc a\e+ la^en.

4

Die Lerce grüßt den er#en Strahl,

Daß er die Bru# ihr zünde, Wenn träge Nact noc übera\ Durc<leict die tiefen Gründe.

Und du wi\#, Men<enkind, der Zeit Verzagend unterliegen? Wa+ i# dein kleine+ Erdenleid? Du mußt e+ über]iegen!

54

5

Der Sturm geht lärmend um da+ Hau+,

Ic bin kein Narr und geh hinau+, Aber bin ic eben draußen, Wi\ ic mic wa%er mit ihm zausen.

6

Ewig muntre+ Spiel der Wogen! Viele ha# du <on belogen, Mancer kehrt nict mehr zurü%. Und doc we%t da+ We\en<lagen Immer wieder fri<e+ Wagen, Fal< und lu#ig wie da+ Glü%

7

Der Wandrer, von der Heimat weit, Wenn ring+ die Gründe <weigen, Der Sci{er in Meere+einsamkeit, Wenn die Stern au+ den Fluten #eigen:

Die beiden <auern und lesen In #i\er Nact, Wa+ @e nict gedact, Da e+ noc fröhlicer Tag gewesen.

W

55

Wandernder Dicter

Ic weiß nict, wa+ da+ sagen wi\! Kaum tret ic von der Scwe\e #i\, Gleic <wingt @c eine Lerce auf Und jubiliert durc+ Blau vorauf.

Da+ Gra+ ring+um, die Blumen gar Stehn mit Juwelen und Perln im Haar, Die <lanken Pappeln, Bu< und Saat Verneigen @c im größten Staat.

Al+ Bot vorau+ da+ Bäclein eilt, Und wo der Wind die Wipfel teilt, Die Au ver#ohlen nac mir <aut, Al+ wär @e meine liebe Braut.

Ja, komm ic müd in+ Nactquartier, Die Nactiga\ noc vor der Tür Mir Ständcen bringt, Glühwürmcen bald I\uminieren ring+ den Wald.

Umson#! da+ i# nun einmal so, Kein Dicter rei# inkognito, Der lu#’ge Frühling merkt e+ gleic, Wer König i# in seinem Reic.

W

56

Erinnerung

1

Linde+ Rau<en in den Wipfeln, Vöglein, die ihr fernab ]iegt, Bronnen von den #i\en Gipfeln, Sagt, wo meine Heimat liegt?

Heut im Traum sah ic @e wieder, Und von a\en Bergen ging Solce+ Grüßen zu mir nieder, Daß ic an zu weinen [ng.

Ac, hier auf den fremden Gipfeln:

Men<en, Que\en, Fel+ und Baum, Wirre+ Rau<en in den Wipfeln A\e+ i# mir wie ein Traum.

2

Die fernen Heimathöhen, Da+ #i\e, hohe Hau+, Der Berg, von dem ic gesehen Jeden Frühling in+ Land hinau+,

Muµer, Freunde und Brüder, An die ic so o} gedact,

57

E+ grüßt mic a\e+ wieder In #i\er Monde+nact.

W

Heimweh

Wer in die Fremde wi\ wandern, Der muß mit der Lieb#en gehn, E+ jubeln und la^en die andern Den Fremden a\eine #ehn.

Wa+ wi^et ihr, dunkele Wipfel, Von der alten, <önen Zeit? Ac, die Heimat hinter den Gipfeln, Wie liegt @e von hier so weit!

Am lieb#en betract ic die Sterne, Die <ienen, wie ic ging zu ihr, Die Nactiga\ hör ic so gerne, Sie sang vor der Lieb#en Tür.

Der Morgen, da+ i# meine Freude! Da #eig ic in #i\er Stund Auf den höc#en Berg in die Weite, Grüß dic, Deut<land, au+ Herzen+grund!

58

An der Grenze

Die treuen Berg #ehn auf der Wact:

„Wer #reict bei #i\er Morgenzeit Da au+ der Fremde durc die Heid?“ Ic aber mir die Berg betract Und lac in mic vor großer Lu#, Und rufe rect au+ fri<er Bru# Parol und Feldge<rei sogleic:

Vivat Ö#reic!

Da kennt mic er# die ganze Rund, Nun grüßen Bac und Vöglein zart Und Wälder ring+ nac Lande+art, Die Donau bli~t au+ tiefem Grund, Der Stephan+turm auc ganz von fern Gu%t übern Berg und säh mic gern, Und i# er’+ nict, so kommt er doc gleic, Vivat Ö#reic!

W

Wanderlied der Prager Studenten

Nac Süden nun @c lenken Die Vöglein a\zumal,

59

Viel Wandrer lu#ig <wenken Die Hüt im Morgen#rahl.

Da+ @nd die Herrn Studenten, Zum Tor hinau+ e+ geht, Auf ihren In#rumenten Sie blasen zum Valet:

Ade in die Läng und Breite O Prag, wir ziehn in die Weite:

Et habeat bonam pa$em, Qui sedet po# forna$em!

Nact+ wir durc+ Städtlein <weifen, Die Fen#er <immern weit, Am Fen#er drehn und <leifen Viel <ön gepu~te Leut.

Wir blasen vor den Türen Und haben Dur# genung, Da+ kommt vom Mu@zieren, Herr Wirt, einen fri<en Trunk!

Und @ehe über ein kleine+ Mit einer Kanne Weine+ Venit ex sua domo – Beatu+ i\e homo!

60

Nun weht <on durc die Wälder Der kalte Borea+, Wir #reicen durc die Felder, Von Scnee und Regen naß, Der Mantel ]iegt im Winde, Zerri^en @nd die Scuh, Da blasen wir ge<winde Und @ngen noc dazu:

Beatu+ i\e homo Qui sedet in sua domo Et sedet po# forna$em Et habet bonam pa$em!

W

Rü%kehr

Wer #eht hier draußen? – Mact auf ge<wind! Scon funkelt da+ Feld wie ge<li{en, E+ i# der lu#ige Morgenwind, Der kommt durc den Wald gep[{en.

Ein Wandervöglein, die Wolken und ic, Wir rei#en um die Weµe, Und jede+ dact: nun spute dic, Wir tre{en @e noc im Beµe!

61

Da @nd wir nun, je~t a\e herau+, Die drin noc Kü^e tau<en! Wir brecen son# mit der Tür in+ Hau+:

Klang, Du} und Walde+rau<en.

Ic komme au+ Italien fern Und wi\ euc a\e+ bericten, Vom Berg Vesuv und Roma+ Stern Die alten Wunderge<icten.

Da @ngt eine Fei auf blauem Meer, Die Myrten trunken lau<en – Mir aber gefa\t doc nict+ so sehr, Al+ da+ deut<e Walde+rau<en!

W

Zur Hoczeit

Wa+ da+ für ein Gezwit<er i#! Durc+ Blau die Scwalben zu%en Und <rein: „Sie haben @c geküßt!“ Vom Baum Rotkehlcen gu%en.

Der Storc #olziert von Bein zu Bein; „Da muß ic [<en gehen –“

62

Der Abend wie im Traum darein Scaut von den #i\en Höhen.

Und wie im Traume von den Höhen Seh ic nact+ meiner Lieb#en Hau+, Die Wolken darüber gehen Und lö<en die Sterne au+.

W

Der irre Spielmann

Au+ #i\er Kindheit un<uldiger Hut Trieb mic der to\e, frevelnde Mut. Seit ic da draußen so frei nun bin, Find ic nict wieder nac Hause mic hin.

Durc+ Leben jag ic manc trügri< Bild, Wer i# der Jäger da? wer i# da+ Wild? E+ pfei} der Wind mir <neidend durc+ Haar, Ac Welt, wie bi# du so kalt und klar!

Du fromme+ Kindlein im #i\en Hau+, Scau nict so lü#ern zum Fen#er hinau+!

63

Frag mic nict, Kindlein, woher und wohin? Weiß ic doc selber nict, wo ic bin!

Von Sünde und Reue zerri^en die Bru#, Wie rasend in verzweifelter Lu#, Brec ic im Fluge mir Blumen zum Strauß, Wird doc kein fröhlicer Kranz darau+! –

Ic möct in den tief#en Wald wohl hinein, Rect au+ der Bru# den Jammer zu <rein, Ic möcte reiten an+ Ende der Welt, Wo der Mond und die Sonne hinunterfä\t.

Wo <windelnd beginnt die Ewigkeit, Wie ein Meer, so er<re%lic #i\ und weit, Da @nken a\ Ström und Segel hinein, Da wird e+ wohl endlic auc ruhig sein.

W

Le~te Heimkehr

Der Wintermorgen glänzt so klar, Ein Wandrer kommt von ferne, Ihn <üµelt Fro#, e+ #arrt sein Haar, Ihm log die <öne Ferne,

64

Nun endlic wi\ er ra#en hier, Er klop} an seine+ Vater+ Tür.

Doc tot @nd, die son# aufgetan, Verwandelt Hof und Habe, Und fremde Leute sehn ihn an, Al+ käm er au+ dem Grabe; Ihn <auert tief im Herzen+grund, In+ Feld eilt er zur selben Stund.

Da sang kein Vöglein weit und breit, Er lehnt’ an einem Baume, Der <öne Garten lag ver<neit, E+ war ihm wie im Traume, Und wie die Morgenglo%e klingt, Im #i\en Feld er nieder@nkt.

Und al+ er auf#eht vom Gebet, Nict weiß, wohin @c wenden, Ein <öner Jüngling bei ihm #eht, Faßt mild ihn bei den Händen:

„Komm mit, so\# ruhn nac kurzem Gang.“ – Er folgt, ihn rührt der Stimme Klang.

Nun durc die Berge+einsamkeit Sie wie zum Himmel #eigen, Kein Glo%enklang mehr reict so weit,

65

Sie sehn im öden Scweigen Die Länder hinter @c verblühn, Scon Sterne durc die Wipfel glühn.

Der Führer je~t die Fa%el sact Erhebt und <weigend <reitet, Bei ihrem Scein die #i\e Nact Gleicwie ein Dom @c weitet, Wo un@ctbare Hände baun – Den Wandrer faßt ein heimlic Graun.

Er sprac: „Wa+ bringt der Wind herauf So fremden Laut getragen, Al+ hört ic ferner Ströme Lauf, Dazwi<en Glo%en <lagen?“ „Da+ i# de+ Nactgesange+ Wehn, Sie loben Goµ in #i\en Höhn.“

Der Wandrer drauf: „Ic kann nict mehr – I#’+ Morgen, der so blendet? Wa+ leucten dort für Länder her?“ – Sein Freund die Fa%el wendet:

„Nun ruh zum le~ten Male au+, Wenn du erwac#, @nd wir zu Hau+.“

Z

66

II.

Sängerleben

Singen kann ic nict wie du Und wie ic nict der und jener, Kann# du’+ be^er, @ng fri< zu! Andre @ngen wieder <öner, Droben an dem Himmel+tor Wird’+ ein wunderbarer Chor.

J

Sclimme Wahl

Du sah# die Fei ihr goldne+ Haar @c #rählen, Wenn morgen+ früh noc a\e Wälder <weigen, Gar viele da im Fel+grund @c ver#eigen, Und weiß doc keiner, wen @e wird erwählen.

Von einer andern Dam hört ic erzählen Im plaµen Land, die Bauern ring+ dir zeigen Ihr Scloß, Park, Weiler – a\e+ i# dein eigen, Frei# du da+ Weib – wer möct im Wald @c quälen!

Sie werden dic auf einen Phaeton heben, Da+ Hoczeit+karmen tönt, e+ blinkt die Fla<e, Weitrau<end hinterdrein viel vornehm Wesen.

Doc #rei} beim Zug dic au+ dem Walde eben Der Feie Bli%, und brennt dic nict zu A<e:

Fahr wohl, bi# nimmer ein Poet gewesen!

W

Anklänge

1

Vöglein in den sonn’gen Tagen! Lü}e blau, die mic verfahren!

71

Könnt ic bunte Flügel rühren, Über Berg und Wald @e <lagen!

Ac! e+ sprict de+ Frühling+ Scöne, Und die Vögel a\e @ngen:

Sind die Farben denn nict Töne, Und die Töne bunte Scwingen?

Vöglein, ja, ic laß da+ Zagen! Winde san} die Segel rühren, Und ic la^e mic entführen, Ac! wohin? mag ic nict fragen.

2

Ac! wie i# e+ doc gekommen, Daß die ferne Walde+pract So mein ganze+ Herz genommen, Mic um a\e Ruh gebract!

Wenn von drüben Lieder wehen, Waldhorn gar nict enden wi\, Weiß ic nict, wie mir ge<ehen, Und im Herzen bet ic #i\.

Könnt ic zu den Wäldern ]ücten Mit dem Grün in fri<er Lu#

72

Mic zum Himmel+glanz aufricten – Stark und frei wär da die Bru#!

Hörnerklang und Lieder kämen Nict so <merzlic an mein Herz, Fröhlic wo\t ic Ab<ied nehmen, Zög auf ewig wälderwärt+.

W

Intermezzo

Wie so leicte läßt @c’+ leben! Blond und rot und etwa+ fei#, Tue wie die andern eben Daß dic jeder Bruder heißt, Speise, wa+ die Zeiten geben, Bi+ die Zeit auc dic verspei#!

3

Wenn die Klänge nahn und ]iehen In den Wogen süßer Lu#, Ac! nac tiefern Melodien Sehnt @c einsam o} die Bru#.

Wenn auf Bergen blüht die Frühe, Wieder buntbewegt die Straßen,

73

Freut @c a\e+, wie e+ glühe, Himmelwärt+ die Erde blühe:

Einer doc muß tief erbla^en, Goldne Träume, Sternenlu# Wo\ten ewig ihn nict la^en – Sehnt @c einsam o} die Bru#.

Und au+ solcer Scmerzen Scwe\en, Wa+ so lange dür#end rang, Wi\ an+ Lict nun ra#lo+ que\en, Stürzend mit den Wa^erfä\en, Himmel#äubend, jubelnd, bang, Nac der Ferne san} zu ziehen, Wo so himmli< Rufen sang, Ac! nac tiefern Melodien.

Blüten lict nun Blüten drängen, Daß er möct vor Glanz erblinden; In den dunklen Zaubergängen, Von den eigenen Gesängen Hold gelo%t, kann er nict [nden Au+ dem Labyrinth der Bru#. A\e+, a\e+ wi\’+ verkünden In den Wogen süßer Lu#.

Doc durc diese+ Rau<en wieder Hört er heimlic Stimmen ziehen,

74

Wie ein Fa\ verlorner Lieder Und er <aut betro{en nieder:

„Wenn die Klänge nahn und ]iehen In den Wogen süßer Lu#, Ac! nac tiefern Melodien Sehnt @c einsam o} die Bru#!“

4

Ewig+ Träumen von den Fernen! Endlic i# da+ Herz erwact Unter Blumen, Klang und Sternen In der dunkelgrünen Nact.

Sclummernd unter blauen We\en Ruht der Knabe unbewußt, Engel ziehen durc die Bru#; Oben hört er in den We\en Ein unendlic Wort zerrinnen, Und da+ Herze weint und lact, Doc er kann @c nict be@nnen In der dunkelgrünen Nact.

Frühling wi\ da+ Blau befreien. Au+ der Grüne, au+ dem Scein Ru} e+ lo%end: Ewig dein – Au+ der Minne Zaubereien Muß er sehnen @c nac Fernen,

75

Denkend alter Wunderpract, Unter Blumen, Klang und Sternen In der dunkelgrünen Nact.

Heil’ger Kampf nac langem Säumen, Wenn süß<auernd an da+ Lict Lieb in dunkle Klagen brict! Au+ der Scmerzen Sturz und Scäumen Steigt Geliebte, Himmel, Fernen – Endlic i# da+ Herz erwact Unter Blumen, Klang und Sternen In der dunkelgrünen Nact.

Und der Streit muß @c versöhnen, Und die Wonne und den Scmerz Muß er ewig himmelwärt+ Sclagen nun in vo\en Tönen:

Ewig+ Träumen von den Fernen! Endlic i# da+ Herz erwact Unter Blumen, Klang und Sternen In der dunkelgrünen Nact.

W

76

Reµung

Ic spielt, ein frohe+ Kind, im Morgen<eine, Der Frühling <lug die Augen auf so he\e, Hinunter rei#en Ström und Wolken <ne\e, Ic #re%t die Arme nac in+ Blaue, Reine.

Noc wußt ic’+ selb# nict, wa+ da+ a\e+ meine:

Die Lerc, der Wald, der Lü}e blaue We\e, Und träumend #and ic an de+ Frühling+ Scwe\e, Von fern rief’+ immerfort: Ic bin die Deine!

Da kam ein alter Mann gegangen, Mit hohlen Augen und bleicen Wangen, Er <lic gebogen und <ien so krank; Ic grüßt ihn <ön, doc für den Dank Faßt’ er mic tü%i< <ne\ von hinten, Sclang um die Arme mir dreiface Binden, Und wie ic rang und um Hülfe rief, Ge<wind noc ein andrer zum Alten lief, Und von a\en Seiten kamen Men<en gelaufen, Ein dunkelverworrner, trübseliger Haufen. Die drängten mic gar tü%i< in ihre Miµe, Führten durc+ Land mic mit eiligem Scriµe. Wie wandt ic sehnend mic o} zurü%e! Die Heimat <i%te mir Ab<ied+bli%e; Die Bü<e langten nac mir mit grünen Armen,

77

E+ <rien a\e Vöglein rect zum Erbarmen. Doc die Alten hörten nict die fernen Lieder, Sum#en dü#ere Worte nur hin und wieder, Führten mic endlic in ein alte+ Hau+, Da wogt’ e+ unten in Nact und Grau+, Da war ein Hämmern, ein Scacern und Rumoren, Al+ häµe da+ Chao+ noc nict au+gegoren. Hier hielt der Alte würdig und breit:

„Mein Sohn“, sprac er zu mir, „da+ i# die Nü~li%eit! Die haben wir so zum gemeinen Be#en erfunden. Da+ betracte hüb< ]eißig und sei ge<eit.“ – So ließen @e mic Armen a\ein und gebunden.

Da <aut ic weinend au+ meinem Kerker Hinau+ in da+ Leben durc dü#ern Erker, Und unten sah ic den Lenz @c breiten, Blühende Träume über die Berge <reiten, Drüber die blauen, unendlicen Weiten. Durc+ farbige Land auf blauen Flü^en Zogen bunte Scif]ein, die wo\ten mic grüßen. Vorüber kamen die Wolken gezogen, Vorüber @ngende Vöglein ge]ogen; E+ wo\t der große Zug mic mit fa^en, Ac, Men<en, wann werd’t ihr mic wieder hinunterla^en! Und im dunkelgrünen Walde munter Sca\te die Jagd hinauf und hinunter,

78

Eine Jungfrau zu Roß und bli~ende Reiter – Über die Berge immer weiter und weiter Rief Waldhorn immerfort dazwi<en:

Mir nac in den Wald, den fri<en!

Ac! weiß denn niemand, niemand um mein Trauern? Wie a\e Fernen mir propheti< @ngen Von meinem kün}’gen wundervo\en Leben!

Von innen fühlt ic blaue Scwingen ringen, Die Hände konnt ic innig# betend heben – Da sprengt’ ein großer Klang so Band wie Mauern.

Da ward ic im inner#en Herzen so munter, Scwindelten a\e Sinne in den Lenz hinunter, Weit waren kleinlice Mühen und Sorgen, Ic sprang hinau+ in den farbigen Morgen.

W

Hippogryph

Da+ i# da+ Flügelpferd mit Silber<e\en, Da+ heitere Gese\en Emporhebt über Heidekraut und Klü}e, Daß durc den Strom der Lü}e,

79

Die um den Reisehut melodi< pfeifen, De+ Ern#+ Gewalt und Totenlärm der Sclü}e Al+ Frühlingsjauczen nur die Bru# mag #reifen; Und so im Flug belau<en De+ trunknen Liedergoµe+ rü#’ge Söhne, Wenn a\e Höhn und Täler blühn und rau<en, Im Morgenbad de+ Leben+ ew’ge Scöne, Die, in dem Glanz er<ro%en, Sie glühend anbli%t au+ den dunklen Lo%en.

W

Die zwei Gese\en

E+ zogen zwei rü#’ge Gese\en Zum er#enmal von Hau+, So jubelnd rect in die he\en, Klingenden, @ngenden We\en De+ vo\en Frühling+ hinau+.

Die #rebten nac hohen Dingen, Die wo\ten, tro~ Lu# und Scmerz, Wa+ Rect+ in der Welt vo\bringen, Und wem @e vorübergingen, Dem lacten Sinnen und Herz. –

Der er#e, der fand ein Liebcen,

80

Die Scwieger kau}’ Hof und Hau+; Der wiegte gar bald ein Bübcen, Und sah au+ heimlicem Stübcen Behaglic in+ Feld hinau+.

Dem zweiten sangen und logen Die tausend Stimmen im Grund, Verlo%end’ Sirenen, und zogen Ihn in der buhlenden Wogen Farbig klingenden Sclund.

Und wie er au}auct’ vom Sclunde, Da war er müde und alt, Sein Scif]ein da+ lag im Grunde, So #i\ war’+ ring+ in die Runde, Und über die Wa^er weht’+ kalt.

E+ @ngen und klingen die We\en De+ Frühling+ wohl über mir; Und seh ic so ke%e Gese\en, Die Tränen im Auge mir Scwe\en – Ac Goµ, führ un+ liebreic zu dir!

W

81

Da+ Bilderbuc

Von der Poe@e suct Kunde Mancer im gelehrten Buc, Nur de+ Leben+ <öne Runde Lehret dic den Zauberspruc; Doc in #i\geweihter Stunde Wi\ da+ Buc er<lo^en sein, Und so bli% ic heut hinein, Wie ein Kind im Frühling+weµer Fröhlic Bilderbücer bläµert, Und e+ <wei} der Sonnen<ein Auf den buntgemalten Leµern, Und gelinde weht der Wind Durc die Blumen, durc da+ Herz Alte Freuden, alten Scmerz – Weinen möct ic, wie ein Kind!

W

Mandelkerngedict

Zwi<en Akten, dunkeln Wänden Bannt mic, Freiheitbegehrenden, Nun de+ Leben+ #renge P]ict,

82

Und au+ Scränken, Akten<icten Lacen mir die beleidigten Musen in da+ Amt+ge@ct.

Al+ an Lenz und Morgenröte Noc da+ Herz @c erlabete, O du #i\e+, heitre+ Glü%! Wie ic nun auc heiß mic sehne, Ac, au+ dieser Sandebene Führt kein Weg dahin zurü%.

Al+ der le~te Balkentreter Steh ic armer Enterbeter In de+ Staate+ Symphonie, Ac, in diesem Scwa\ von Tönen Wo fänd ic da de+ eigenen Herzen+ süße Melodie?

Ein Gedict so\ ic euc spenden:

Nun, so geht mit dem Leidenden Nict zu #renge in+ Gerict! Nehmt den Wi\en für Gewährung, Kühnen Reim für Begei#erung, Diesen Un@nn al+ Gedict!

W

83

Der Unverbe^erlice

Ihr habt den Vogel gefangen, Der war so frank und frei, Nun i# ihm ’+ Fliegen vergangen, Der Sommer i# lange vorbei.

E+ liegen wohl Federn neben Und unter und über mir, Sie können mic a\e nict heben Au+ diesem Meer von Papier.

Papier! wie hör ic dic <reien, Da a\e+ die Federn <wenkt In langen, em@gen Reihen – So wird der Staat nun gelenkt.

Mein Fen#er am Pulte #eht o{en, Der Sonnen<ein <wei} über+ Dac, Da wird so uralte+ Ho{en Und Wün<en im Herzen wac.

Die lu#igen Kameraden, Lercen, Que\en und Wald, Sie rau<en <on wieder und laden:

84

Gese\e, komm# du nict bald? Und wie ic durc die Gardinen Hinau^ah in ke%em Mut, Da hört ic lacen im Grünen, Ic kannte da+ Stimmlein rect gut.

Und wie ic hinau#rat zur Scwe\e, Da blühten die Bäume <on a\ Und Liebcen, so frühling+he\e, Saß drunter beim Vogel<a\.

Und eh wir un+ beide besannen, Da wiehert’ da+ Flügelroß – Wir ]ogen selbander von dannen, Daß e+ unten die Screiber verdroß.

W

Die Werber

„O Frühling, wie bi# du he\e! Ade nun Hof und Hau+!“ Und jubelnd auf den Scwe\en Mit fröhlicen Gese\en

85

Wandert der Dicter au+. Doc ihre Lieder we%en Ring+ leise+ Zi<eln bald, Kobold’ au+ a\en He%en Erweisen @c mit Ne%en Gar wunderbar im Wald.

Zu Roß, so <ön und wü#e, Ein hohe+ Weib ]iegt her, Behelmt, entblößt die Brü#e, Ihr Aug we%t wild Gelü#e, Sie heißt Soldatenehr.

Ihr nac au+ Felsenri~en Scaun graue Wicte klein, Ver#reun von ihren Mü~en Dukaten ring+, die bli~en Blutrot in+ Land herein.

Der Sclau#e gar durc+ Blaue Al+ Flügelbübcen <wirrt, Führt über Berg und Aue Daher die <ön#e Fraue – Die mact er# a\’ verwirrt.

Und der Dicter in dem Toben Steht einsam auf der Höh,

86

Die andern @nd zer#oben, So #i\ nun i#’+ da oben, Sein Herz tut ihm so weh.

Er hört der Que\en Gänge Durc die Waldeinsamkeit, Da @nnt er auf Gesänge, Die Welt gibt vo\e Klänge, Sein Herz wird ihm so weit.

Und jeden Frühling wieder Von der <önen Jugendzeit Singt er vom Berg hernieder Und Heimweh faßt die Brüder, Die in dem Tal zer#reut.

W

Soneµe

1

So viele Que\en von den Bergen rau<en, Die brecen zornig au+ der Felsenha\e, Die andern plaudern in melod’<em Fa\e Mit Nymphen, die im Grün vertraulic lau<en.

Doc wie @e irrend auc die Bahn vertau<en,

87

Sie tre{en endlic doc zusammen a\e, Ein Strom, mit brüderlicer Wogen Scwa\e Erfri<end durc da+ <öne Land zu rau<en.

An Burgen, die vom Felsen einsam gro\en, Au+ Walde+dunkel, zwi<en Rebenhügeln Vorübergleitend in die du}’ge Ferne,

Entwandelt er zum Meer, dem wundervo\en, Wo träumend @c die sel’gen Inseln spiegeln Und auf den Fluten ruhn die ew’gen Sterne.

2

So eitel kün#lic haben @e verwoben Die Kun#, die selber @e nict gläubig acten, Daß @e die Sünd in diese Un<uld bracten:

Wer unter<eidet, wa+ noc #ammt von oben?

Doc wer mag würdig jene Reinen loben, Die in der Zeit hocmüt’gem Trieb und Tracten Die heil’ge Flamme treu in @c bewacten, Au+ ihr die alte Scönheit neu erhoben!

O Herr! gib Demut denen, die da irren, Daß, wenn ihr’ Kün#e a\ zu<anden werden,

88

Sie törict nict den Goµ in @c ver]ucen! Begei#erung, wa+ fal< i#, zu entwirren, Und Freudigkeit, wo’+ öde wird auf Erden, Verleihe denen, die dic redlic sucen!

3

Ein Wunderland i# oben aufge<lagen, Wo goldne Ströme gehn und dunkel <a\en, Gesänge durc da+ Rau<en tief verha\en, Die möcten gern ein hohe+ Wort dir sagen.

Viel goldne Brü%en @nd dort kühn ge<lagen, Darüber alte Brüder @nnend wa\en – Wenn Töne wie im Frühling+regen fa\en, Befreite Sehnsuct wi\ dorthin dic tragen.

Wie bald läg unten a\e+ Bange, Trübe, Du #rebte# lau<end, bli%te# nict mehr nieder, Und höher winkte #et+ der Brüder Liebe:

Wen einmal so berührt die heil’gen Lieder, Sein Leben tauct in die Mu@k der Sterne, Ein ewig Ziehn in wunderbare Ferne!

4

Wer einmal tief und dur#ig hat getrunken,

89

Den zieht zu @c hinab die Wunderque\e, Daß er melodi< mitzieht, selb# al+ We\e, Auf der die Welt @c brict in tausend Funken.

E+ wäc# sehnsüctig, #ürzt und leuctet trunken Jauczend im Inner#en die heil’ge Que\e, Bald Bahn @c brecend durc die Klu} zur He\e, Bald kühle rau<end dann in Nact versunken.

So laß e+ ungeduldig brausen, drängen! Hoc <webt der Dicter drauf in goldnem Nacen, Sic selber heilig opfernd in Gesängen.

Die alten Felsen spalten @c mit Kracen, Von drüben grüßen <on verwandte Lieder, Zum ew’gen Meere führt er a\e wieder.

5

Nict Träume @nd’+ und leere Wahnge@cte, Wa+ von dem Volk den Dicter unter<eidet. Wa+ er inbrün#ig bildet, liebt und leidet, E+ i# de+ Leben+ wahrha}e Ge<icte.

Er fragt nict viel, wie ihn die Menge ricte, Der eignen Ehr nur in der Bru# vereidet; Denn wo begei#ert er die Bli%e weidet,

90

Grüßt ihn der Weltkrei+ mit verwandtem Licte. Die <öne Muµer, die ihn hat geboren, Den Himmel liebt er, der ihn auserkoren, Läßt beide Haupt und Bru# @c heiter <mü%en.

Die Menge selb#, die herbrau#, ihn zu fragen Nac seinem Rect, muß den Beglü%ten tragen, Al+ Element ihm bietend ihren Rü%en.

6

Ihm i#’+ verliehn, au+ den verworrnen Tagen, Die um die andern @c wie Kerker dicten, Zum blauen Himmel @c emporzuricten, In Freudigkeit: Hie bin ic, Herr! zu sagen.

Da+ Leben hat zum Riµer ihn ge<lagen, Er so\ der Scönheit neid’<e Kerker licten; Daß nict @c a\e göµerlo+ vernicten, So\ er die Göµer zu be<wören wagen.

Triµ er# die Lieb auf seine blüh’nden Hügel,Fühlt er die reicen Kränze in den Haaren, Mit Morgenrot muß @c die Erde <mü%en;

Süß<auernd dehnt der Gei# die großen Flügel, E+ glänzt da+ Meer – die mut’gen Sci{e fahren,

91

Da i# nict+ mehr, wa+ ihm nict so\te glü%en! Wehmut

1

Ic kann wohl mancmal @ngen, Al+ ob ic fröhlic sei, Doc heimlic Tränen dringen, Da wird da+ Herz mir frei.

So la^en Nactiga\en, Spielt draußen Frühling+lu}, Der Sehnsuct Lied er<a\en Au+ ihre+ Kä[g+ Gru}.

Da lau<en a\e Herzen, Und a\e+ i# erfreut, Doc keiner fühlt die Scmerzen, Im Lied da+ tiefe Leid.

2

Sage mir mein Herz, wa+ wi\# du? Un#et <wei} dein bunter Wi\; Mance+ andre Herz wohl #i\# du, Nur du selb# wir# niemal+ #i\.

„Eben, wenn ic munter @nge,

92

Um die Ang# mir zu zer#reun, Ruh und Frieden mancen bringe, Daß @c viele #i\ erfreun:

Faßt mic er# rect tief Verlangen Nac viel andrer, beßrer Lu#, Die die Töne nict erlangen – Ac, wer sprengt die müde Bru#?“

3

E+ waren zwei junge Grafen Verliebt bi+ in den Tod, Die konnten nict ruhn, noc <lafen Bi+ an den Morgen rot.

O trau den zwei Gese\en, Mein Liebcen, nimmermehr, Die gehn wie Wind und We\en, Goµ weiß: wohin, woher. –

Wir grüßen Land und Sterne Mit wunderbarem Klang Und wer un+ spürt von ferne, Dem wird so wohl und bang.

Wir haben wohl hienieden

93

Kein Hau+ an keinem Ort, E+ reisen die Gedanken Zur Heimat ewig fort.

Wie eine+ Strome+ Dringen Geht unser Leben+lauf, Gesange+ Mact und Ringen Tut he\e Augen auf.

Und Ufer, Wolken]ügel, Die Liebe hoc und mild – E+ wird in diesem Spiegel Die ganze Welt zum Bild.

Dic rührt die fri<e He\e, Da+ Rau<en heimlic kühl, Da+ lo%t dic zu der We\e, Weil’+ draußen leer und <wül.

Doc wo\e nie dir halten Der Bilder Wunderfe#, Tot wird ihr freie+ Walten, Hält# du e+ weltlic fe#.

Kein Beµ darf er hier [nden. Wohl in den Tälern <ön Sieh# du sein Gold @c winden,

94

Dann plö~lic meerwärt+ drehn. Intermezzo

Dein Bildni+ wunderselig Hab ic im Herzen+grund, Da+ @eht so fri< und fröhlic Mic an zu jeder Stund.

Mein Herz #i\ in @c @nget Ein alte+, <öne+ Lied, Da+ in die Lu} @c <winget Und zu dir eilig zieht.

W

Laß da+ Trauern

Laß, mein Herz, da+ bange Trauern Um vergangne+ Erdenglü%, Ac, von diesen Felsenmauern Scweifet nur umson# der Bli%.

Sind denn a\e fortgegangen:

Jugend, Sang und Frühling+lu#? La^en, <eidend, nur Verlangen

95

Einsam mir in meiner Bru#? Vöglein hoc in Lü}en reisen, Sci{e fahren auf der See, Ihre Segel, ihre Weisen Mehren nur de+ Herzen+ Weh.

I# vorbei da+ bunte Ziehen, Lu#ig über Berg und Klu}, Wenn die Bilder wecselnd ]iehen, Waldhorn immer weiterru}?

So\ die Lieb auf sonn’gen Maµen Nict mehr baun ihr präctig Zelt, Übergolden Wald und Scaµen Und die weite, <öne Welt? –

Laß da+ Bangen, laß da+ Trauern, He\e wieder nur den Bli%! Fern von dieser Felsen Mauern Blüht dir noc gar mance+ Glü%!

W

Dicterfrühling

Wenn die Bäume lieblic rau<en,

96

An den Bergen, an den Seen, Die im Sonnen<eine #ehen, Warme Regen niederrau<en, Mag ic gern begei#ert lau<en. Denn um die erfri<ten Hügel Auf und nieder @c bewegen Fühl ic Winde, Goµe+ Flügel, Und mir selber wacsen Flügel, Atm ic #i\ den neuen Segen.

Wie der Kranke von der Scwe\e Endlic wieder in die warme Lu} hinau+#re%t Bru# und Arme, Und e+ spült de+ Leben+ We\e Fort die Glieder in da+ He\e:

Also kommt ein neue+ Leben O} auf mic herab vom Himmel, Und ic seh vor mir mein Streben Lict und unvergänglic <weben Durc de+ Leben+ bunt Gewimmel.

Wi\ erqui%t nun a\e+ prangen, Irrt der Dicter durc die Scaµen, Durc die blumenreicen Maµen, Denkt der Zeiten, die vergangen, Ferner Freunde vo\ Verlangen, Und e+ weben @c die Träume

97

Wie von selb# zum Werk der Musen, Und ring+ Berge, Blumen, Bäume Wacsen in die heitern Räume Nac der Melodie im Busen.

W

Intermezzo

Wohl vor lauter Sinnen, Singen Kommen wir nict rect zum Leben; Wieder ohne recte+ Leben Muß zu Ende gehn da+ Singen; Ging zu Ende dann da+ Singen:

Mögen wir auc nict länger leben.

Aufgebot

Waldhorn bringt Kund getragen, E+ hab nun aufge<lagen Auf Berg und Tal und Feld Der Lenz seine bunten Zelt!

In+ Grün ziehn Sänger, Reiter,

98

Ein jeglic Herz wird weiter, Möct jauczend über+ Grün Mit den Lercen in+ Blaue ziehn.

Wa+ #eh# du so a\eine, Pilgrim, im grünen Sceine? Lo%t dic der Wunderlaut Nict auc zur fernen Braut?

„Ac! diese tausendfacen Heilig ver<lungnen Spracen, So lo%end Lu#, wie Scmerz, Zerreißen mir da+ Herz.

Ein Wort wi\ mir’+ verkünden, O} i#’+, al+ müßt ic’+ [nden, Und wieder i#’+ nict so, Und ewig frag ic: Wo?“ –

So #ürz dic einmal, Gese\e, Nur fri< in die Frühling+we\e! Da spür# du’+ im Inner#en gleic, Wo ’+ recte Himmelreic.

Und wer dann noc mag fragen:

Freudlo+ in blauen Tagen Der wandern und fragen mag

99

Bi+ an den Jüng#en Tag! Intermezzo

Der Bürgermei#er

Hocweiser Rat, geehrte Ko\egen! Bevor wir un+ heut auf+ Raten legen, Biµ ic, er# reif\ic zu erwägen:

Ob wir vie\eict, um Zeit zu gewinnen, Heut sogleic mit dem Raten beginnen, Oder ob wir er# proponieren mü^en, Wa+ un+ versammelt und wa+ wir a\e wi^en? – Ic muß p]ictmäßig voran<i%en hierbei, Daß die Art der Ge<ä}e zweierlei sei:

Die einen @nd die eiligen, Die andern die langweiligen. Auf jene p]eg ic cito zu <reiben, Die andern können liegenbleiben. Die liegenden aber, geehrte Brüder, Zerfa\en in wict’ge und höc#wict’ge wieder. Bei jenen – nun – man wird verwegen, Man <reibt nac amtlicem Überlegen More solito hier, und dort ad acta, Die Diener rennen, man ]uct, verpa%t da, Der Staat ]oriert und bleibt im Takt da, Doc werden die Zeiten so unge<li{en, Wild umzuspringen mit den Begri{en,

100

Kommt gar, wie heute, ein Fa\, der eilig Und doc höc#wictig zugleic – dann freilic Muß man von neuem unter<eiden:

Ob er mehr eilig oder mehr wictig. Ic biµe, meine Herrn, ver#ehn Sie mic rictig! Der Punkt i# von Ein]uß. Denn wir vermeiden Die spe$ie+ fa$ti, wie bi\ig, sofort, Findt @c der Fa\ mehr eilig al+ liegend. I# aber da+ Wictige überwiegend, Wäre die Eile am unrecten Ort. Meine Herren, @e haben nun die Prämi^en, Sie werden den Be<luß zu [nden wi^en.

W

Terzeµ

Hirt

Wenn @c der Sommermorgen #i\ erhebt, Kein Wölkcen in den blauen Lü}en <webt, Mit Wonne<auern naht da+ Lict der Welt, Daß @c die Ährenfelder leise neigen, Da @nk ic auf die Knie im #i\en Feld,

101

Und bete, wenn noc a\e Stimmen <weigen. Jäger

Doc keiner atmet so den Strom von Lü}en, Al+ wie der Jäger in den grünen Klü}en! Wo euc der Atem <windelnd <on vergangen, Hat seine recte Lu# er# angefangen, Wenn tief da+ Tal au{unkelt durc die Bäume, Der Aar @c auf<wingt in die klaren Räume.

Hirt

Und @nkt der Miµag müde auf die Maµen, Ra# ic am Bäclein in den kühl#en Scaµen, Ein leise+ Flü#ern geht in a\en Bäumen, Da+ Bäclein plaudert wirre wie in Träumen, Die Erde säuselt kaum, al+ ob @e <liefe, Und mit den Wolken in den #i\en Räumen Sci{ ic #i\ fort zur unbekannten Tiefe.

Jäger

Und wenn die Tiefe <wül und träumend ruht, Steh ic am Berg wie auf de+ Lande+ Hut, Seh fern am Horizont die Weµer #eigen, Und durc die Wipfel, die @c leise neigen, Rau<t droben <we\end ein gewaltig Lied,

102

Da+ ewig fri< mir durc die Seele zieht. Hirt

E+ bli~t von fern, die Heimcen Ständcen bringen, Und unter Blüten, die im Wind @c rühren, Die Mädcen plaudernd @~en vor den Türen; Da laß ic meine Flöte drein erklingen, Daß ring+um durc die laue Sommernact In Fel+ und Bru# der Widerha\ erwact.

Jäger

Doc wenn die Täler unten läng# <on dunkeln, Seh ic vom Berge noc die Sonne funkeln Der Adler #ürzt @c jauczend in die Gluten, E+ brict der Strom mit feuertrunknen Fluten Durc+ enge Steingeklü}, wie er @c reµe Zum ew’gen Meer – ac, wer da Flügel häµe!

Angela

Wenn von den Auen Die Flöte @ngt, Au+ Walde+rau<en Da+ Horn erklingt, Da #eh ic @nnend

103

Im Morgenlict – Wem ic so\ folgen, Ic weiß e+ nict.

Doc kehrt ihr beide Im le~ten Strahl Der Sonne wieder Zurü% in+ Tal,

Scaut mir so freudig In+ Ange@ct:

Da weiß ic’+ plö~lic – Doc sag ic’+ nict. Intermezzo

W

Chor der Scmiede

Bi# zum kün}’gen Holmgang Nun gehämmert, Nordmann! Sclängelt @c im Todkampf Glutrot ein# dein Scwertbli~ – Sehr weint da die Heldbraut – Denk! der Wa{enmei#er Hämmert, @nget! I#’+ auc

104

Ungereimt, so klappt’+ doc! Morgenlied

Ein Stern #i\ nac dem andern fä\t Tief in de+ Himmel+ Klu} Scon zu%en Strahlen durc die Welt, Ic wiµre Morgenlu}.

In Qualmen #eigt und @nkt da+ Tal; Verödet noc vom Fe# Liegt #i\ der weite Freudensaal, Und tot noc a\e Gä#.

Da hebt die Sonne au+ dem Meer Eratmend ihren Lauf; Zur Erde geht, wa+ feuct und <wer, Wa+ klar, zu ihr hinauf.

Hebt grüner Wälder Trieb und Mact Neurau<end in die Lu}, Zieht hinten Städte, eitel Pract, Blau Berge durc den Du}.

Spannt au+ die grünen Tepp’ce weic, Von Strömen he\ durcrankt, Und <a\end glänzt da+ fri<e Reic,

105

So weit da+ Auge langt. Der Men< nun au+ der tiefen Welt Der Träume triµ herau+, Freut @c, daß a\e+ noc so hält, Daß noc da+ Spiel nict au+.

Und nun geht’+ an ein Fleißigsein! Umsumsend Berg und Tal Agieret lu#ig groß und klein Den Plunder a\zumal.

Die Sonne #eiget einsam auf, Ern# über Lu# und Weh Lenkt @e den unge#örten Lauf Zu #i\er Glorie. –

Und wie er dehnt die Flügel au+, Und wie er auc @c #e\t, Der Men< kann nimmermehr hinau+ Au+ dieser Narrenwelt.

W

106

Intermezzo

Chor der Scneider

Nur vom Ganzen fri< geri^en, Eh die Ware ganz ver<li^en, Hier ein uralt gülden Stü%, Gibt so ’n gewi^en frommen Bli%, Hier ein bunter wel<er Fli%, Drauf ein Stü% Hau+leinewand, Mact da+ Wel<e er# pikant. Hie ’nen Fe~en Bärenhaut, Daß man auc da+ Deut<e <aut, Drüber einen span’<en Kragen, Da+ Erhabne wird behagen, Fri< ge#icelt, fein zum Werke, Und wird auc nict+ Ganze+ drau+, Sieht e+ doc gar niedlic au+.

W

Guter Rat

Springer, der in lu}’gem Screiten

107

Über die gemeine Welt, Kokeµieret mit den Leuten, Sicerlic vom Seile fä\t.

Sci{er, der nac jedem Winde Bla+ er wi~ig oder dumm, Seine Segel #e\t ge<winde, Kommt im Wa^er <mählic um.

Weisen Sterne doc die Rictung, Hör# du nact+ doc fernen Klang, Dorthin liegt da+ Land der Dictung, Fahre zu und frag nict lang.

W

Umkehr

Leben kann man nict von Tönen, Poe@e geht ohne Scuh, Und so wandt ic denn der Scönen Endlic auc den Rü%en zu.

Lange durc die Welt getrieben Hat mic nun die irre Ha#, Immer doc bin ic geblieben

108

Nur ein unge<i%ter Ga#. Übera\ zu spät zum Scmause Kam ic, wenn die andern vo\, Trank die Neigen vor dem Hause, Wußt nict, wem ic’+ trinken so\.

Mußt mic vor Fortuna bü%en Ehrfurct+vo\ bi+ auf die Zeh’n, Vornehm wandt @e mir den Rü%en, Ließ mic so gebogen #ehn.

Und al+ ic mic aufgerictet Wieder fri< und frei und #olz, Sah ic Berg’ und Tal gelictet, Blühen jede+ dürre Holz.

Welt hat eine plumpe Pfote, Wandern kann man ohne Scuh – De% mit deinem Morgenrote Wieder nur den Wandrer zu!

W

109

Intermezzo

Blonder Riµer

Blonder Riµer, blonder Riµer, Deine Bli%e, welt<merzdunkel, Staµ durc Helme+ Eisengiµer, Durc die Bri\e gläsern funkeln.

Hinterm Ohre, #aµ vom Leder, Zornig mit verwegner Finte Zieh# du #aµ de+ Scwert+ die Feder, Und #aµ Blute+ ]ießet Dinte.

Federspri~eln, Ehr bekle%en, Ungeheuere+ Ge<naµer! Wilde Re%en, wilde Re%en, Trampelt nict die Welt noc plaµer.

W

Liede+mut

Wa+ Lorbeerkranz und Lobe#and! E+ du}et #i\ die Frühling+nact Und rau<t der Wald vom Felsenrand,

110

Ob’+ jemand hört, ob niemand wact. E+ <lä} noc a\e+ Men<enkind, Da pfei} sein lu#’ge+ Wanderlied Scon über+ Feld der Morgenwind Und frägt nict er#, wer mit ihm zieht.

Und ob ihr a\ zu Hause saßt, Der Frühling blüht doc, weil er muß, Und ob ihr’+ le# oder bleibenlaßt, Ic @nge doc au+ fri<er Bru#.

W

Entgegnung

„Sei antik doc, sei teutoni<, Lern, +kandiere unverdro^en, Freundcen, aber nur ironi<! Und vor a\em laß die Po^en, Die man son# genannt: romanti<.“ – Also hört man’+ ring+her <a\en; Aber mic bedünkt: pedanti<, Sei da+ Sclimm#e doc von a\en.

Wem der Herr den Kranz gewunden, Wird nac a\edem nict fragen,

111

Sondern muß, wie er’+ befunden, Auf die eigne Weise sagen, Stet+ auf+ neu mit freud’gem Scre%en, I# @e auc die alte blieben, Sic die <öne Welt entde%en, Ewig jung i#, wa+ wir lieben!

O} durc de+ Theater+ Ri~en Brict’+ mit wunderbarem Licte, Wenn der Herr in feur’gen Bli~en Dictend <reibt die Weltge<icte, Und da+ i# der Klang der Wehmut, Der durc a\e Dictergei#er Scauernd geht, wenn @e in Demut Über @c erkannt den Mei#er.

W

Der Isegrim

Akten#öße nact+ ver<lingen, Scwa~en nac der Welt Gebrauc, Und da+ große Tretrad <wingen Wie ein Oc+, da+ kann ic auc.

Aber glauben, daß der Plunder

112

Eben nict der Plunder wär, Sondern ein hocwictig Wunder, Da+ gelang mir nimmermehr.

Aber andre überwi~en, Daß ic mit dem Federkiel Könnt den mor<en Weltbau #ü~en, Scien mir immer Narrenspiel.

Und so, weil ic in dem Drehen Da #eh o} wie ein Pasqui\, Läßt die Welt mic eben #ehen – Mag @e’+ halten, wie @e wi\!

W

Tafe\ieder

1

(Damen-Liedertafel in Danzig)

Die Frauen

Gleic wie Eco frohen Liedern Fröhlic Antwort geben muß, So auc nahn wir und erwidern

113

Dankend den galanten Gruß. Die Männer

Oh, ihr Güt’gen und Charmanten! Für de+ Eco+ holden Scwung Nehmt der lu#’gen Mu@kanten Ganz ergebne Huldigung!

Frauen

Doc ihr huldigt, wi\’+ un+ dünken, Andern Göµern nebenbei. Rot und golden sehn wir’+ blinken Sagt, wie da+ zu nehmen sei?

Männer

Teure! zierlic, mit drei Fingern, Sicrer, mit der ganzen Hand – Und so fü\t man au+ den Dingern ’+ Gla+ nict halb, nein, bi+ zum Rand.

Frauen

Nun, wir sehen, ihr seid Mei#er. Doc wir @nd heut liberal; Ho{entlic, al+ <öne Gei#er,

114

Treibt ihr’+ etwa+ ideal. Männer

Jeder nippt und denkt die Seine, Und wer nict+ Besondre+ weiß:

Nun – der trinkt in+ A\gemeine Fri< zu a\er Scönen Prei+!

A\e

Rect so! Klingt denn in die Runde An zu Dank und Gegendank! Sänger, Fraun, wo die im Bunde, Da gibt’+ einen he\en Klang!

2

Trinken und Singen

Trinken und Singen Viel E^en mact viel breiter Und hil} zum Himmel nict, E+ kract die Himmel+leiter,

Kommt so ein <werer Wict. Da+ Trinken i# ge<eiter Da+ <me%t <on nac Idee, Da brauct man keine Leiter,

115

Da+ geht gleic in die Höh. Chor

Da brauct man keine Leiter, Da+ geht gleic in die Höh.

Viel Reden i# manierlic:

„Wohlauf?“ – Ein wenig ]au. – „Da+ Weµer i# spazierlic.“ Wa+ mact die liebe Frau? – „Ic danke“ – und so weiter, Und breiter al+ ein See Da+ Singen i# ge<eiter, Da+ geht gleic in die Höh.

Chor

Da+ Singen i# ge<eiter, Da+ geht gleic in die Höh.

Die Fi< und Mu@kanten Die trinken beide fri<, Die Wein, die andern Wa^er – Drum hat der dumme Fi< Staµ Flügel Flederwi<e Und liegt elend im See – Doc wir @nd keine Fi<e,

116

Da+ geht gleic in die Höh. Chor

Doc wir @nd keine Fi<e, Da+ geht gleic in die Höh.

Ja, Trinken fri< und Singen Da+ brict durc a\e+ Weh, Da+ @nd zwei gute Scwingen, Gemeine Welt, ade! Du Erd mit deinem Plunder, Ihr Fi<e samt der See, ’+ geht a\e+, a\e+ unter, Wir aber in die Höh!

Chor

’+ geht a\e+, a\e+ unter, Wir aber in die Höh!

3

Zum Ab<ied

Horct! die Stunde hat ge<lagen, Und ein Sci{er #eht am Bord, Grüßt noc einmal, und e+ tragen

117

Ihn die We\en rau<end fort. Sturm wühlt, und die Zeiten bäumen Sehnsüctig @c himmelan, Hoc in solcer We\en Scäumen Segle, kühner Steuermann!

Und den le~ten Becer, Brüder, Eh wir hier verla^en #ehn, Und den le~ten Klang der Lieder Auf ein freudig Wiedersehn!

4

Berliner Tafel

Viele Lercen he\erwact, Die zum Himmel #eigen, Viele Sterne in der Nact, Vieler Wipfel Neigen, Viele fri<e Herzen dann, Die begei#ert lau<en – Da brict er# der Lenz rect an, Klang und Walde+rau<en.

So @nd viele hier gese\t:

Rü#ige Gese\en, Die ihr’ Sac auf Klang ge#e\t,

118

Scauspiel und Nove\en, Viele dann, die rect @c freun, Wenn wir’+ löblic macen Und, grei} einer fal< darein, Auc von Herzen lacen.

Und wo solce Resonanz, Klingt da+ Lied er# he\e Wie wir hier vereint zum Kranz, Blüht die sand’ge Sce\e, Ku%u% ru} und Nactiga\ Und von Lu# und Scmerzen We%t der Sca\ den Widerha\ Ring+ in tausend Herzen.

Ein Land, da+ ihr <weigend meint Und wir freudig @ngen, Und ein Meer, da+ un+ vereint So\ hinüberbringen. Fri<e Fahrt denn, nah und fern, A\en mut’gen Seglern, Die getreu dem recten Stern, Scleglern oder Heglern!

5

Die Haimon+kinder Auf feur’gem Ro^e kommt Ba$cu+ daher,

119

Den Becer hoc in der Hand Sein Rößlein wird wild, sein Kopf i# ihm <wer, Er ver<üµet den Wein auf da+ Land.

Den Dicter erbarmet der Rebensa} In den Bügel er kühn @c #e\t Und trinkt mit dem Goµe Brüder<a} – Nun geht’+ er#, al+ ging’+ au+ der Welt!

„Ei, @eh da, so einsam, Herr Komponi#! Steig auf mit, ’+ i# <ad um die Scuh, Du lö# er# die Scwinge – und wo keine i#, Da mac un+ die Flügel dazu!“

Und wa+ @e ersonnen nun, @ngen die drei. „O weh!“ ru} ein Sänger herauf, „Ihr <reit ja die kö#lic#en Noten entzwei!“ Und <wingt zu den dreien @c auf.

Nun se~t der Tonkün#ler, +kandiert der Poet, Der Sänger gibt himmli<en Sca\ E+ läcelt Herr Ba$cu+: „Wahrha}ig, da+ geht, Und ’+ Trinken ver#ehen @e a\.“

Und wie @e nun a\e beisammen @nd, Hebt’+ sacte die seligen Leut, E+ wacsen dem Ro^e zwei Scwingen ge<wind

120

Und über]iegen die Zeit.

6

Der alte Held

(Tafe\ied zu Goethe+ Geburt#ag 1831)

„Ic habe gewagt und gesungen, Da die Welt noc #umm lag und bleic, Ic habe den Bann bezwungen, Der die <öne Braut hielt um<lungen Ic habe erobert da+ Reic.

Ic habe gefor<t und ergründet Und tat e+ euc treulic kund:

Wa+ da+ Leben dunkel verkündet, Die Heilige Scri}, die entzündet Der Herr in der Seelen Grund.

Wie rau<en nun Wälder und Que\en Und @ngen vom ewigen Port:

Scon seh ic Morgenrot <we\en, Und ihr dort, ihr jungen Gese\en, Fahrt immer immerfort!“

Und so, wenn e+ #i\ geworden, Scaut er vom Turm bei Nact

121

Und segnet den Sängerorden, Der an den blühenden Borden Da+ <öne Reic bewact.

Dort hat er nac Lu# und Streiten Da+ Panner aufge#e\t, Und die auf dem Strome der Zeiten Am Felsen vorübergleiten, Sie grüßen den alten Held.

7

Toa#

Auf da+ Wohlsein der Poeten, Die nict <i\ern und nict goethen, Durc die Welt in Lu# und Nöten Segelnd fri< auf eignen Böten.

W

Treue

Fri< auf, mein Herz! wie heiß auc da+ Gedränge, Bewahr ic doc mir kühl und frei die Bru#! Sci%t Wald und Flur doc noc die alten Klänge, Er<üµernd mic mit wunderbarer Lu#.

122

Und ob die Woge feindlic mit mir ränge:

So frömmer nur @ng ic au+ treuer Bru#; Da bleict da+ Weµer, Himmelblau <eint he\e, Da+ Meer wird #i\ und zum Delphin die We\e.

„Wa+ wo\t Ihr doc mit Eurem Liederspaße! De+ Würd’gern beut die große Zeit so viel!“ So <a\t’+ ho{ärtig nun auf jeder Ga^e, Und jeder #e%t @c drei# sein glänzend Ziel. Die Lieder, die ic #ammelnd hören la^e, Ew’ger Gefühle <wace+ Widerspiel – Sie @nd e+ wahrlic auc nict, wa+ ic meine, Denn ewig unerreicbar i# da+ Eine.

Doc lieben o}, der Sehnsuct Glut zu mildern, Gefangne wohl, da+ ferne Vaterland An ihre+ Kerker+ Mauern abzu<ildern. Ein Himmel+#trahl fä\t <weifend auf die Wand, Da rührt’+ lebendig @c in a\en Bildern. – Dem Auge <eint’+ ein lieblic bunter Tand – Doc wer der licten Heimat rect zu eigen, Dem wird der Bilder ern#er Gei# @c zeigen.

So wacse denn und treibe fröhlic Blüte, Du krä}ig grüner, deut<er Sange+baum! Rau< nur erfri<end fort mir in+ Gemüte Au+ deiner Wipfel klarem Himmel+raum!

123

Du aber, wunderbare, ew’ge Güte, Die mir den Himmel wie+ im <önen Traum, Erhalt auf Erden rü#ig mir die Seele, Daß ic, wo’+ immer ehrlic gilt, nict fehle!

W

Heimweh

An meinen Bruder

Du weißt’+, dort in den Bäumen Sclummert ein Zauberbann, Und nact+ o}, wie in Träumen, Fängt der Garten zu @ngen an.

Nact+ durc die #i\e Runde Weht’+ mancmal bi+ zu mir, Da ruf ic au+ Herzen+grunde, O Bruderherz, nac dir.

So fremde @nd die andern, Mir graut im fremden Land, Wir wo\en zusammen wandern,

124

Reic treulic mir die Hand! Wir wo\en zusammen ziehen, Bi+ daß wir wandermüd Auf de+ Vater+ Grabe knieen Bei dem alten Zauberlied.

W

Dicterlo+

Für a\e muß vor Freuden Mein treue+ Herze glühn, Für a\e muß ic leiden, Für a\e muß ic blühn, Und wenn die Blüten Frücte haben, Da haben @e mic läng# begraben.

W

Spruc

Bau nur auf Weltgun# rect Und paß auf jeden Wink und Gruß, Wir# dabei nimmer fröhlic werden!

125

E+ hat’+ kein Hund so <lect, Der hinter seinen Herren muß, Nict frei spazieren kann auf Erden.

W

Lo%ung

Hör# du nict die Bäume rau<en Draußen durc die #i\e Rund? Lo%t’+ dic nict, hinabzulau<en Von dem Sö\er in den Grund, Wo die vielen Bäce gehen Wunderbar im Monden<ein Und die #i\en Sclö^er sehen In den Floß vom hohen Stein?

Kenn# du noc die irren Lieder Au+ der alten, <önen Zeit? Sie erwacen a\e wieder Nact+ in Walde+einsamkeit, Wenn die Bäume träumend lau<en Und der Flieder du}et <wül Und im Fluß die Nixen rau<en – Komm herab, hier i#’+ so kühl.

126

W

Rü%bli%

Ic wo\t im Walde dicten Ein Heldenlied vo\ Pract, Verwi%elte Ge<icten, Rect @nnreic au+gedact. Da rau<ten Bäume, sprangen Vom Fel+ die Bäce drein, Und tausend Stimmen klangen Verwirrend au+ und ein. Und mance+ Jauczen <a\en Ließ ic au+ fri<er Bru#, Doc au+ den Helden a\en Ward nict+ vor tiefer Lu#.

Kehr ic zur Stadt er# wieder Au+ Feld und Wäldern kühl, Da kommen a\ die Lieder Von fern durc+ Weltgewühl, E+ ha\en Lu# und Scmerzen Noc einmal leise nac, Und bildend wird im Herzen Die alte Wehmut wac, Der Winter auc derweile Im Feld die Blumen brict – Dann gibt’+ vor Langerweile

127

Ein überlang Gedict! Zweifel

Könnt e+ jemal+ denn verblühen, Diese+ Glänzen, diese+ Lict, Da+ durc Arbeit, Sorgen, Mühen Wie der Tag durc Wolken brict, Blumen, die so farbig glühen, Um da+ öde Leben ]ict?

Golden @nd de+ Himmel+ Säume, Abwärt+ ziehen Furct und Nact, Rü#ig rau<en Ström und Bäume Und die heitre Runde lact, Ac, da+ @nd nict leere Träume, Wa+ im Busen da erwact!

Bunt ver<lingen @c die Gänge, To# die Menge her und hin, Sca\en zwi<endrein Gesänge, Die durc+ Ganze golden ziehn, Sti\ begegnet im Gedränge Dir de+ Leben+ ern#er Sinn.

Und da+ Herz denkt @c verloren, Be^er andrer Tun und Wu#, Fühlt @c wieder dann erkoren,

128

Ewig einsam doc die Bru#.

O

de+ Wecsel+, o de+ Toren,

O

der Scmerzen, o der Lu#!

W

Dicterglü%

O Welt, bin dein Kind nict von Hause, Du ha# mir nict+ ge<enkt, So hab ic denn fri< meine Klause In Morgenrot mir versenkt.

Fortuna, #reif nur die Höhen Und wende dein Ange@ct, Ic bleibe im Wald bei den Rehen Flieg zu, wir braucen dic nict.

Und ob auf Höhn und im Grunde Kein Streifcen auc meine blieb, Ic segne dic, <öne Runde, Ic habe dic dennoc so lieb!Glü%lice Fahrt

Wün<e @c mit Wün<en <lagen, Und die Gier wird nie ge#i\t. Wer i# in dem wü#en Jagen

129

Da der Jäger, wer da+ Wild? Selig, wer e+ fromm mag wagen, Durc da+ Treiben dumpf und wild In der fe#en Bru# zu tragen Heil’ger Scönheit hohe+ Bild!

Sieh, da brecen tausend Que\en Durc die felsenharte Welt, Und zum Strome wird ihr Scwe\en, Der melodi< #eigt und fä\t. Ring+um @c die Fernen he\en, Goµe+ Hauc die Segel <we\t – Reµend spülen @c die We\en In de+ Herzen+ #i\e Welt.

W

Sommer<wüle

1

Ic klimm zum Berg und <au zur niedern Erde, Ic klimm hinab und <au die Berge an, Süß-melancoli< spi~t @c die Gebärde Und gi}’ge Weltveractung [ct mic an; Doc wi\ au+ Scmerz und Haß nict+ Recte+ werden.

130

Ermanne dic! – Ic bin doc wohl ein Mann? – Und ac! wie träge Silb au+ Silbe <leicet, Mit Not hab ic den le~ten Reim erreicet.

O weg mit Reim und Leierklang und Singen! Faß, Leben, wieder mic lebendig an! Mit deiner Woge wi\ ic freudig ringen, Die tief mic #ürzt, hebt mic auc himmelan. Im Sturme spannt der Adler seine Scwingen – Bla+ zu! da spür ic wieder, daß ic Mann! Viel lieber wi\ ic ra<en Tod erwerben, Al+, so ver<mactend, leben+lang zu #erben.

2

Die Nactiga\ <weigt, @e hat ihr Ne# gefunden, Träg ziehn die Que\en, die so kühle sprangen, Von trüber Scwüle liegt die Welt umfangen, So hat den Lenz der Sommer überwunden.

Noc nie hat e+ die Bru# so tief empfunden, E+ i#, al+ ob viel Stimmen heimlic sangen:

„Auc dein Lenz, froher Sänger, i# vergangen, An Weib und Kind i# nun der Sinn gebunden!“

O komm, Geliebte, komm zu mir zurü%e! Kann ic nur deine he\en Augen <auen,

131

Fröhlic Ge#irn in dem verworrnen Treiben:

Wölbt hoc @c wieder de+ Gesange+ Brü%e, Und kühn darf ic der alten Lu# vertrauen, Denn ew’ger Frühling wi\ bei Liebe bleiben.

W

Fri< auf!

Ic saß am Screibti< bleic und krumm, E+ war mir in meinem Kopf ganz dumm Vor Dicten, wie ic a\e die Sacen So\te auf+ a\erbe#e macen. Da gu%t am Fen#er im Morgenlict Durc+ Weinlaub ein wunder<öne+ Ge@ct, Gu%t und lact, kommt ganz herein Und kramt mir unter den Bläµern mein. Ic, ganz verwundert: „Ic so\t dic kennen“ Sie aber, #aµ ihren Namen zu nennen:

„Pfui, in dem Sclafro% @eh# ja au+ Wie ein verfa\ene+ Scilderhau+! Wi\# du denn hier in der Tinte @~en Scau, wie die Felder da draußen bli~en!“ So drängt @e mic fort unter Lacen und Streit, Mir tat’+ um die <öne Zeit nur leid. Drunten aber unter den Bäumen

132

Stand ein Roß mit funkelnden Zäumen. Sie <wang @c lu#ig mit mir hinauf, Die Sonne draußen ging eben auf, Und eh ic mic konnte bedenken und fa^en, Riµen wir ra< durc die #i\en Ga^en, Und al+ wir kamen vor die Stadt, Da+ Roß auf einmal zwei Flügel haµ, Mir <auerte e+ rect durc a\e Glieder:

„Mein Goµ, i#’+ denn <on Frühling wieder?“ Sie aber wie+ mir, wie wir so zogen, Die Länder, die unten vorüber]ogen, Und hoc über dem a\er<ön#en Wald Macte @e läcelnd auf einmal halt. Da sah ic er<ro%en zwi<en den Bäumen Meine Heimat unten, wie in Träumen, Da+ Scloß, den Garten und die #i\e Lu}, Die blauen Berge dahinter im Du}, Und a\e die <öne alte Zeit In der wundersamen Einsamkeit. Und al+ ic mic wandte, war ic a\ein, Da+ Roß nur wiehert’ in den Morgen hinein, Mir aber war’+, al+ wär ic wieder jung, Und wußte der Lieder noc genung!

W

133

Krieg+lied

Nict mehr in Walde+<auern An jäher Klü}e Rand, Wo dunkle Tannen trauern, Sieh# du die Brut mehr lauern Auf wü#er Felsenwand.

Die Greifen nict mehr ]iegen, Lindwürm auf heißem Sand Nict mehr mit Löwen kriegen, Auf ihren Bäucen liegen Die Dracen im plaµen Land.

Doc wo da+ Leben <immelt, So weit man reisen kann, Von Würmern e+ noc wimmelt, Und wa+ auf Erden himmelt, Sie haucen’+ gi}ig an.

Noc halten @e in <lingen Die wunder<öne Braut, Bei Nact hört man ihr Singen Die #i\e Lu} durcdringen Mit tiefem Klagelaut. Da+ i# die Brut der Naµer,

134

Die immer neu ent#and:

Phili#er und ihre Gevaµer, Die macen groß Ge<naµer Im deut<en Vaterland.

Sankt Georg, du blanker Streiter, Leg deine Lanze ein, Und wo ein wa%rer Reiter, Dem noc da+ Herz wird weiter, Der #ece fri< mit drein!

W

Eldorado

E+ i# von Klang und Dü}en Ein wunderbarer Ort, Umrankt von #i\en Klü}en, Wir a\e spielten dort.

Wir a\e @nd verirret, Seitdem so weit hinau+ Unkraut die Welt verwirret, Findt keiner mehr nac Hau+.

Doc mancmal tauct’+ au+ Träumen,

135

Al+ läg e+ weit im Meer, Und früh noc in den Bäumen Rau<t’+ wie ein Grüßen her.

Ic hört den Gruß ver]iegen, Ic folgt ihm über Land, Und haµe mic ver#iegen Auf hoher Felsenwand.

Mein Herz ward mir so munter, Weit hinten a\e Not, Al+ ginge jenseit+ unter Die Welt in Morgenrot.

Der Wind spielt’ in den Lo%en, Da bli~t’ e+ drunten weit, Und ic erkannt er<ro%en Die alte Einsamkeit.

Nun jeden Morgen<immer Steig ic in+ Blütenmeer, Bi+ ic Glü%sel’ger nimmer Von dorten wiederkehr.

W

136

Frühling+klage

Ac, wa+ frommt da+ Wehen, Spro^en, In der <önen Frühling+zeit:

I# de+ Liede+ Born ver<lo^en Und der Seele Freudigkeit, Die er# Blüten bringt den Spro^en Und den Frühling in die Zeit.

Gib den alten Frieden wieder, In der Bru# den Sonnen<ein, Gib die Laute mir und Lieder, Dann laß blühen oder <nein, Selb# we% ic den Lenz mir wieder, So\t e+ auc der le~te sein!

W

An die Waldvögel

Konnt mic auc son# mit<wingen Über+ grüne Revier, Haµ ein Herze zum Singen Und Flügel wie ihr.

137

Flog über die Felder, Da blüht’ e+ wie Scnee, Und herauf durc die Wälder Spiegelt’ die See.

Ein Sci{ sah ic gehen Fort über da+ Meer, Meinen Lieb#en drin #ehen – Dact meiner nict mehr.

Und die Segel verzogen, Und e+ dämmert’ da+ Feld, Und ic hab mic ver]ogen In der weiten, weiten Welt.

W

Vorwärt+!

Wie der Strom @c <wingt Au+ den Wolken, die ihn tränken, A\e Bäce ver<lingt, Sie in+ Meer zu lenken – Drein möct ic versenken Wa+ in mir ringt!

138

Triµ nur mit in mein Sci{! Wo wir landen oder #randen, Erklinget da+ Ri{, Brict der Lenz au+ dem Sande, Hinter un+ dann in+ Branden Versenk ic da+ Sci{!

W

Frühe

Im O#en graut’+, der Nebel fä\t, Wer weiß, wie bald @c’+ rühret! Doc <wer im Sclaf noc ruht die Welt, Von a\em nict+ verspüret.

Nur eine frühe Lerce #eigt, E+ hat ihr wa+ geträumet Vom Licte, wenn noc a\e+ <weigt, Da+ kaum die Höhen säumet.

W

Zum Ab<ied

Der Herb#wind <üµelt die Linde, Wie geht die Welt so ge<winde!

139

Halte dein Kindlein warm. Der Sommer i# hingefahren, Da wir zusammen waren – Ac, die @c lieben, wie arm!

Wie arm, die @c lieben und <eiden! Da+ haben erfahren wir beiden, Mir graut vor dem #i\en Hau+. Dein Tüclein noc läßt du wehen, Ic kann’+ vor Tränen kaum sehen, Scau #i\ in die Ga^e hinau+.

Die Ga^en <auen noc näctig, E+ ra^elt der Wagen bedäctig – Nun plö~lic ra<er der Troµ Durc+ Tor in die Sti\e der Felder Da grüßen so mutig die Wälder, Lieb Töcterlein, fahre mit Goµ!

W

Vergebner Ärger

Im alten Hause #eh ic in Gedanken; E+ i# da+ Hau+ nict mehr, der Wind mit <auern Geht durc da+ Gra+ im Hof, und Eulen lauern In leeren Fen#ern, die <on halb versanken.

140

Mic ärgern nur die jungen, ke%en Ranken, Die wie zum Spoµ noc <mü%en Tor und Mauern, Die grünen Birken, die mit fal<em Trauern Leict überm Grabe meiner Lieben <wanken.

So, Nacteul selber, auf dem öden Gipfel Saß ic in meine+ Jugendglü%+ Ruinen, Dumpfbrütend über unerhörten Sorgen;

Da bli~ten Frühling+licter durc die Wipfel, Die leuctend unter mir da+ Land be<ienen, Und nict+ nac Eulen fragt der junge Morgen.

W

Der Wegelagerer

E+ i# ein Land, wo die Phili#er thronen, Die Krämer fahren und da+ Grün ver#auben, Die Liebe selber altklug feil<t mit Hauben – Herr Goµ, wie lang wi\# du die Brut ver<onen!

E+ i# ein Wald, der rau<t mit grünen Kronen, Wo frei die Adler hor#en, und die Tauben Un<uldig girren in den kühlen Lauben, Die noc kein Fuß betrat – dort wi\ ic wohnen!

141

Dort wi\ ic näctlic auf die Krämer lauern Und kühn zerhaun der armen Scönheit Bande, Die @e al+ niedre Magd zu Markte führen.

Hoc so\ @e #ehn auf grünen Felsenmauern, Daß mahnend über a\e #i\en Lande Die Lü}e nact+ ihr Zauberlied verführen.

W

Der Glü%+riµer

Wenn Fortuna spröde tut, Laß ic @e in Ruh, Singe rect und trinke gut, Und Fortuna kriegt auc Mut, Se~t @c mit dazu.

Doc ic geb mir keine Müh:

„He, noc eine her!“ Kehr den Rü%en gegen @e, Laß hoc leben die und die – Da+ verdrießt @e sehr.

Und bald rü%t @e sact zu mir:

„Ha# du deren mehr?“

142

Wie Sie sehn. – „Drei Kannen <ier, Und da+ lauter Klebebier!“ – ’+ wird mir gar nict <wer.

Drauf @e zu mir läcelt fein:

„Bi# ein ganzer Kerl!“ Ru} den Ke\ner, <reit nac Wein, Trinkt mir zu und <enkt mir ein, Ecte Blum und Perl.

Sie bezahlet Wein und Bier, Und ic, wieder gut, Führe @e am Arm mit mir Au+ dem Hau+, wie ’n Kavalier, A\e+ zieht den Hut.

W

Der Scre%enberger

Auf+ Wohlsein meiner Dame, Eine Windfahn i# ihr Panier Fortuna i# ihr Name, Da+ Lager ihr Quartier!

143

Und wendet @e @c weiter, Ic kümmre mic nict drum, Da draußen ohne Reiter, Da geht die Welt so dumm.

Staµ Pulverbli~ und Knaµern Au+ jedem wü#en Hau+ Gevaµern sehn und <naµern A\e Lu# zum Land hinau+.

Fortuna weint vor Ärger, E+ rinnet Perl auf Perl. „Wo i# der Scre%enberger? Da+ war ein andrer Kerl.“

Sie tut den Arm mir reicen, Fama blä# da+ Geleit, So zu dem Tempel #eigen Wir der Un#erbli%eit.

W

144

Tro#

E+ haben viel Dicter gesungen Im <önen deut<en Land, Nun @nd ihre Lieder verklungen, Die Sänger ruhen im Sand.

Aber solange noc kreisen Die Stern um die Erde rund, Tun Herzen in neuen Weisen Die alte Scönheit kund.

Im Walde da liegt verfa\en Der alten Helden Hau+, Doc au+ den Toren und Ha\en Brict jährlic der Frühling au+.

Und wo immer müde Fecter Sinken im mutigen Strauß, E+ kommen fri<e Ge<lecter Und fecten e+ ehrlic au+.

W

145

An die Dicter

Wo treue+ Wo\en, redlic Streben Und recten Sinn der Recte spürt, Da+ muß die Seele ihm erheben, Da+ hat mic jede+mal gerührt.

Da+ Reic de+ Glauben+ i# geendet, Zer#ört die alte Herrli%eit, Die Scönheit weinend abgewendet, So gnadenlo+ i# un+re Zeit.

O Einfalt, gut in frommen Herzen, Du züctig <öne Goµe+braut! Dic <lugen @e mit frecen Scerzen, Weil dir vor ihrer Klugheit graut.

Wo [nd# du nun ein Hau+, vertrieben, Wo man dir deine Wunder läßt, Da+ treue Tun, da+ <öne Lieben, De+ Leben+ fromm vergnüglic Fe#?

Wo [nde# du den alten Garten Dein Spielzeug, wunderbare+ Kind, Der Sterne heil’ge Reden+arten, Da+ Morgenrot, den fri<en Wind?

146

Wie hat die Sonne <ön ge<ienen! Nun i# so alt und <wac die Zeit; Wie #eh# so jung du unter ihnen, Wie wird mein Herz mir #ark und weit!

Der Dicter kann nict mit verarmen; Wenn a\e+ um ihn her zerfä\t, Hebt ihn ein göµlice+ Erbarmen – Der Dicter i# da+ Herz der Welt.

Den blöden Wi\en a\er Wesen, Im Irdi<en de+ Herren Spur, So\ er durc Liebe+kra} erlösen Der <öne Liebling der Natur.

Drum hat ihm Goµ da+ Wort gegeben, Da+ kühn da+ Dunkel#e benennt, Den frommen Ern# im reicen Leben, Die Freudigkeit, die keiner kennt.

Da so\ er @ngen frei auf Erden, In Lu# und Not auf Goµ vertraun, Daß a\er Herzen freier werden, Eratmend in die Klänge <aun.

Der Ehre sei er rect zum Horte, Der Scande leuct er in+ Ge@ct!

147

Viel Wunderkra} i# in dem Worte, Da+ he\ au+ reinem Herzen brict.

Vor Eitelkeit so\ er vor a\en Streng hüten sein un<uld’ge+ Herz, Im Fal<en nimmer @c gefa\en, Um eitel Wi~ und blanken Scerz.

Oh, laßt unedle Mühe fahren, O klingelt, gleißt und spielet nict Mit Lict und Gnad, so ihr erfahren, Zur Sünde mact ihr da+ Gedict!

Den lieben Goµ laß in dir walten, Au+ fri<er Bru# nur treulic @ng! Wa+ wahr in dir wird @c ge#alten, Da+ andre i# erbärmlic Ding.-

Den Morgen seh ic ferne <einen, Die Ströme ziehn im grünen Grund, Mir i# so wohl! – die’+ ehrlic meinen, Die grüß ic a\ au+ Herzen+grund!

W

148

Wün<elrute

Sclä} ein Lied in a\en Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu @ngen, Tri{# du nur da+ Zauberwort.

Z

149

III.

Zeitlieder

Wo ruhig @c und wilder Un#ete We\en teilen, De+ Leben+ <öne Bilder Und Kläng verworren eilen, Wo i# der @cre Halt? So ferne, wa+ wir so\en, So dunkel, wa+ wir wo\en, Faßt a\e die Gewalt.

J

Die Freunde

I

Wer auf den Wogen <liefe, Ein san} gewiegte+ Kind, Kennt nict de+ Leben+ Tiefe, Vor süßem Träumen blind.

Doc wen die Stürme fa^en Zu wildem Tanz und Fe#, Wen hoc auf dunklen Straßen Die fal<e Welt verläßt:

Der lernt @c wa%er rühren, Durc Nact und Klippen hin Lernt der da+ Steuer führen Mit @crem, ern#em Sinn.

Der i# vom ecten Kerne, Erprobt zu Lu# und Pein, Der glaubt an Goµ und Sterne, Der so\ mein Sci{mann sein!

J

153

II

An L

Vor mir liegen deine Zeilen, Sind nict Worte, Scri}en nict, Pfeile, die verwundend heilen, Freundesaugen, treu und <lict.

Niemal+ konnte so mic rühren Noc der Lieb#en Ange@ct, Wenn un+ Augen süß verführen, Und die Welt vo\ Glanz und Lict:

Al+ in Freunde+augen lesen Meiner eignen Seele Wort, Fe#er Treue männlic Wesen, In Betrübni+ Tro# und Hort.

So ver<lingen in Gedanken Sic zwei Stämme wundertreu, Andre dran @c mutig ranken Kron an Krone immer neu.

Präct’ger Wald, wo’+ kühl zu wohnen, Sti\e wacsend Baum an Baum, Mit den brüderlicen Kronen Rau<end in dem Himmel+raum!

155

III

An L

Mit vielem wi\ die Heimat mic erfreuen Ein heitre+ Scloß an blaugewundnem Flu^e, Gese\’ge Lu#, Mutwi\ und frohe Muße, Der Liebe heitre+ Spiel, süß zu zer#reuen.

Doc wie die Tage freundlic @c erneuen, Fehlt doc de+ Freunde+ Bru# in Tat und Muße, Der Ern#, der herrlic <welget im Genu^e, De+ reicen Bli%+ @c wahr und rect zu freuen.

Wo zwei @c treulic nehmen und ergänzen, Wäc# unvermerkt da+ freud’ge Werk der Musen. Drum laß mic wieder, Freund, an+ Herz dic drü%en!

Un+ beide wi\ noc <ön da+ Leben <mü%en Mit seinen reicen, heitern, vo\en Kränzen, Der Morgenwind wühlt um den o{nen Busen!

IV

An Fräulein

Scalkha}e Augen reizend aufge<lagen, Die Bru# empört, die Wün<e zu ver<weigen,

156

Sieht man den leicten Zelter dic be#eigen, Nac Lu# und Scerzen durc den Lenz zu jagen.

Zu jung, de+ Leben+ Ern#e zu entsagen – Kann ic nict länger spielen nun und <weigen, Wer Herrlic+ fühlt, der muß @c herrlic zeigen, Mein Ruhen i# ein ewig fri<e+ Wagen.

Laß mic, solang noc trunken un+re Augen, Ein’n blühnden Kranz au+ den vergangnen Stunden Dir heiter um die weiße Stirne winden;

Frag nict dann, wa+ mic deinem Arm entwunden, Drü% fe# den Kranz nur in die muntern Augen, Mein Haupt wi\ auc und so\ den seinen [nden!

V

An Fouqué

1

Seh ic de+ Tage+ wirrende+ Beginnen, Die bunten Bilder ]iehn und @c vereinen Möct ic da+ <öne Scaµenspiel beweinen, Denn eitel i#, wa+ jeder wi\ gewinnen.

Doc wenn die Straßen leer, einsam die Zinnen Im Morgenglanze wie Kometen <einen,

157

Ein #i\er Gei# #eht auf den dunklen Steinen, Al+ wo\t er @c auf alte Zeit be@nnen:

Da nimmt die Seele rü#ig @c zusammen, An Goµ gedenkend und an a\e+ Hohe, Wa+ ring+ gedeihet auf der Erden Runde.

Und au+ dem Herzen lang verhaltne Flammen, Sie brecen fröhlic in de+ Morgen+ Lohe, Da grüß ic, Sänger, dic au+ Herzen+grunde!

2

Von Seen und Wäldern eine näct’ge Runde Sah ic, und Dracen ziehn mit glühnden Scweifen, In Eice+wipfeln einen Hor# von Greifen, Da+ Nordlict <räge leuctend überm Grunde.

Durc Qualm dann klingend brac die Morgen#unde, Da <wei}en Riµer blank durc Nebel#reifen, Durc Winde <arf, die auf der Heide pfeifen, Ein Harfner sang, lobt’ Goµ au+ Herzen+grunde.

Tiefatmend #and ic über diesen Klü}en, De+ Leben+ Mark rührt’ <auernd an da+ meine, Wie ein geharn’<ter Riese da erhoben.

158

Kein ird’<er Laut mehr reicte durc die Lü}e, Mir war’+, al+ #ände ic mit Goµ a\eine, So einsam, weit und #ernhe\ war’+ da oben.

3

In Stein gehaun, zwei Löwen #ehen draußen, Bewacen ewig #umm die heil’ge Pforte. Wer @c, die Bru# vo\ Weltlu#, naht dem Orte, Den fü\t ihr #einern Bli%en bald mit Grausen.

Dir wäc# dein Herz noc bei der Wälder Sausen, Dic rühren noc die wilden Riesenworte, Nur Goµ vertraund, dem höc#en Scirm und Horte – So mag# du bei den alten Wundern hausen.

Ob auc die andern deine+ Lied+ nict acten, Der Heldenlu# und zarten Liebe+blüte, Gedanken treulo+ wecselnd mit der Mode:

So felsenfe#er sei dein große+ Tracten, Hau klingend Lu} dir, riµerlic Gemüte! Wir wo\en bei dir bleiben bi+ zum Tode.

W

159

Der Riese

E+ saß ein Mann gefangen Auf einem hohen Turm, Die Weµerfähnlein klangen Gar seltsam in den Sturm.

Und draußen hört’ er ringen Verworrner Ströme Gang, Dazwi<en Vöglein @ngen Und he\er Wa{en Klang.

Ein Liedlein <o\ gar lu#ig:

Heisa, solang Goµ wi\! Und wilder Menge Tosen; Dann wieder toten#i\.

So tausend Stimmen irren, Wie Wind’ im Meere gehn, Sic teilen und verwirren, Er konnte nict+ ver#ehn.

Doc spürt’ er, wer ihn grüße, Mit Scaudern und mit Lu#, E+ rührt’ ihm wie ein Riese Da+ Leben an die Bru#.

160

Sängerfahrt

Kühlrau<end unterm he\en Tiefblauen Himmel+dom Treibt seine klaren We\en Der ew’gen Jugend Strom.

Viel rü#ige Gese\en, Den Argonauten gleic, Sie fahren auf den We\en In+ du}’ge Frühling+reic.

Ic aber faß den Becer Daß e+ durc+ Sci{ erklingt, Am Ma# #eh ic al+ Sprecer, Der für euc a\e @ngt.

Wie #ehn wir hier so he\e! Wird mancer bald <lafen gehn, O Leben, wie bi# du <ne\e, O Leben, wie bi# du <ön!

Gegrüßt, du weite Runde, Burg auf der Felsenwand, Du Land vo\ großer Kunde, Mein grüne+ Vaterland!

161

Euc möct ic a\e+ geben, Und ic bin für#lic reic, Mein Herzblut und mein Leben, Ihr Brüder, a\e+ für euc!

So fahrt im Morgen<immer! Sei’+ Donau oder Rhein, Ein recter Strom brict immer In+ ew’ge Meer hinein.

W

In da+ Stammbuc der M.H.

Akro#icon mit aufgegebenen Endreimen

I# he\ der Himmel, heiter a\e We\en, Betriµ der Sci{er wieder seine Wogen, Vorüber Wald und Berge <ne\ ge]ogen, Er muß, wohin die vo\en Segel <we\en.

In Du} ver@nken bald a\ liebe Ste\en, Cypre^en nur noc ragen au+ den Wogen, Herüber kommt manc süßer Laut ge]ogen, E+ trinkt da+ Meer der Klagen san}e Que\en.

162

Nict+ weilt. – Doc zaubern Treue und Verlangen, Da muß @c blühnder alte Zeit erneuern, Oe{net die Ferne drauf die Wunderlictung,

Ruht dein Bild drin, bekränzt in heil’ger Dictung. – Fern laß den Freund nac O# und We# nur #euern, Frei <eint er wohl – du hält# ihn doc gefangen!

In E

+

W

Stammbuc

Mit einem Blaµe, ein Berg<loß vor#e\end

In klaren Ebenmaßen, <ön gefugt, Gleic dem Pala#e freundlic @c erhebend, Stark wie die Burg, die von dem Fel+ dort lugt, In ern#er Höh der alten Freiheit lebend,

Gleic jenem Turm #et+ nac dem Höc#en #rebend, Scloß, Burg und wa+ da irdi<, über]ügelnd – Dabei, #i\ wie die See dort, im Gemüt De+ Himmel+ Blau und wa+ auf Erden blüht,

In frommer Klarheit ewig heiter spiegelnd; Vor a\em dann fern über Strom und Land Den alten Freunden treulic zugewandt!

163

Auf dem Scwedenberge

Da hoben bunt und bunter Sic Zelte in die Lu}, Und Fähnlein wehten munter Herunter von der Klu}.

Und um die leicten Ti<e, An jenem Bäclein klar, Saß in der kühlen Fri<e Der lu#’gen Reiter Scar.

Eilt’ durc die rü#’gen Zecer Die Marketenderin, Reict’ ]üctig ihre Becer, Nimmt ]üct’ge Kü^e hin.

Da war ein Toben, Lacen, Weit in den Wald hinein, Die Trommel ging, e+ bracen Die lu#’gen Pfeifen drein.

Durc die verworrnen Klänge Stürmt’ fort manc wilde Bru#, Da <a\ten noc Gesänge Von Freiheit und von Lu#.

164

Fort i# da+ bunte Toben, Verklungen Sang und Klang, Und #i\e i#’+ hier oben Viel hundert Jahre lang.

Du Wald, so dunkel<aurig, Waldhorn, du Jägerlu#! Wie lu#ig und wie traurig Rühr# du mir an die Bru#!

W

Lieber a\e+

Soldat sein, i# gefährlic, Studieren sehr be<werlic, Da+ Dicten süß und zierlic, Der Dicter gar po^ierlic In diesen wilden Zeiten. Ic möct am lieb#en reiten, Ein gute+ Scwert zur Seiten, Die Laute in der Recten, Studentenherz zum Fecten. Ein wilde+ Roß i#’+ Leben, Die Hufe Funken geben, Wer’+ ehrlic wagt, bezwingt e+, Und wo e+ triµ, da klingt e+!

165

Soneµe

An A

1

Die Klugen, die nac Goµ nict wo\ten fragen, Den heil’gen Kampf gern irdi< möcten <licten, Zum Tod kein Herz, nict Lieb, @c aufzuricten, Verzehren @c nur selb# in eitlen Klagen.

Sind a\e eure Sci{e denn zer<lagen:

Sieht man die heil’ge Flagge dic aufricten, Vom Liebe+#urm, der jene mußt vernicten, Dein junge+ Sci{ @egreic hinweggetragen.

Südwinde spielen lau um Laut und Lo%en, Im Morgenrot de+ Hute+ Federn <wanken, Und Goµe+ Atem mact die Segel <we\en.

Wen noc die alten Heimatklänge lo%en, Dem fü\t der Segel wie der Töne Scwe\en Die Bru# mit jungen, ewigen Gedanken.

2

Wir @nd so tief betrübt, wenn wir auc <erzen, Die armen Men<en mühn @c ab und reisen,

166

Die Welt zieht ern# und #reng in ihren Gleisen, Ein feucter Wind verlö<t die lu#’gen Kerzen.

Du ha# so <öne Worte tief im Herzen, Du weißt so wunderbare, alte Weisen, Und wie die Stern am Firmamente kreisen Ziehn durc die Bru# dir ewig Lu# und Scmerzen.

So laß dein’ Stimme he\ im Wald er<einen! Da+ Waldhorn fromm wird auf und nieder wehen, Die Wa^er gehn und einsam Rehe weiden.

Wir wo\en #i\e @~en und nict weinen, Wir wo\en in den Rhein hinuntersehen, Und, wird e+ [n#er, nict von sammen <eiden.

3

E+ wi\ die Zeit mit ihrem Scuµ verde%en Den he\en Que\, der meiner Bru# entsprungen, Umson# Gebete himmelan ge<wungen, Sie mögen nict da+ Ohr der Gnade we%en.

So laß die Nact die grausen Flügel #re%en, Nur immerzu, mein tapfre+ Sci{; gedrungen! Wer einmal mit den Wogen hat gerungen, Fühlt @c da+ Herz gehoben in den Scre%en.

167

Scießt zu, tref}, Pfeile, die durc+ Dunkel <wirren! Ruhvo\ um Klippen überm tü%’<en Grunde Lenk ic mein Sci{, wohin die Sterne winken.

Mag dann der Steuermann nac langem Irren, Ra< ziehend a\e Pfeile au+ der Wunde, Tot an der Heimatkü#e nieder@nken!

W

Der Gei#

Näctlic dehnen @c die Stunden, Un<uld <la} in #i\er Buct, Fernab i# die Welt ver<wunden, Die da+ Herz in Träumen suct.

Und der Gei# triµ auf die Zinne, Und noc #i\er wird’+ umher, Scauet mit dem #arren Sinne In da+ wesenlose Meer.

Wer ihn sah bei Weµerbli%en Stehn in seiner Rü#ung blank:

Den mag nimmermehr erqui%en Reicen Leben+ fri<er Drang. –

168

Fröhlic an den öden Mauern Scwei} der Morgensonne Bli%, Da ver@nkt da+ Bild mit Scauern Einsam in @c selb# zurü%.

W

Klage

1809

O könnt ic mic niederlegen Weit in den tief#en Wald Zu Häupten den guten Degen, Der noc von den Vätern alt,

Und dür} von a\em nict+ spüren In dieser dummen Zeit, Wa+ @e da unten hantieren, Von Goµ verla^en, zer#reut;

Von für#licen Taten und Werken, Von alter Ehre und Pract, Und wa+ die Seele mag #ärken, Verträumend die lange Nact!

Denn eine Zeit wird kommen, Da mact der Herr ein End,

169

Da wird den Fal<en genommen Ihr unecte+ Regiment.

Denn wie die Erze vom Hammer, So wird da+ lo%re Ge<lect Gehaun sein von Not und Jammer Zu fe#em Eisen rect.

Da wird Aurora tagen Hoc über den Wald hinauf, Da gibt’+ wa+ zu @ngen und <lagen, Da wact, ihr Getreuen, auf.

W

An

Wie nac fe#en Felsenwänden Muß ic in der Einsamkeit Stet+ auf dic die Bli%e wenden. A\e, die in guter Zeit

Bei mir waren, sah ic <eiden Mit de+ fal<en Glü%e+ Scaum, Du blieb# <weigend mir im Leiden, Wie ein treuer Tannenbaum,

170

Ob die Felder lu#ig blühn, Ob der Winter zieht heran, Immer [n#er, immer grün – Reic die Hand mir, wa%rer Mann.

W

Nactfeier

1810

De%et Sclaf die weite Runde, Muß ic o} am Fen#er lau<en, Wie die Ströme unten rau<en, Räder sausen kühl im Grunde, Und mir i# so wohl zur Stunde; Denn hinab vom Felsenrande Spür ic Freiheit, uralt Sehnen, Fromm zerbrecend a\e Bande, Über Wälder, Strom und Lande Ke% die großen Flügel dehnen.

Wa+ je Große+ brac die Scranken, Seh ic durc die Sti\e gehen, Helden auf den Wolken #ehen, Ern#en Bli%e+, ohne Wanken, Und e+ wo\en die Gedanken

171

Mit den guten Alten hausen, Sic in ihr Gespräc vermi<en, Da+ da kommt in Walde+brausen. Mancem fü\t’+ die Bru# mit Grausen, Mic so\’+ laben und erfri<en!

Tag und Regung war ent]ohen, Übern See nur kam Geläute Durc die monderhe\te Weite, Und ring+ brannten auf den hohen Alpen #i\ die bleicen Lohen, Ew’ge Wäcter ecter Weihe, Al+, erhoben vom Verderben Und vom Jammer, da die dreie Einsam traten in da+ Freie, Frei zu leben und zu #erben.

Und so wacen heute viele Einsam über ihrem Kummer; Unerqui%t von fal<em Sclummer, Au+ de+ Wecsel+ wildem Spiele Scauend fromm nac einem Ziele. Durc die öde, #umme Leere Fühl ic mic euc #i\ verbündet; Ob der Tag da+ Rect verkehre, Ewig #rahlt der Stern der Ehre, Kühn in heil’ger Nact entzündet.

172

Zorn

1810

Seh ic im verfa\nen, dunkeln Hau+ die alten Wa{en hangen, Zornig au+ dem Ro#e funkeln, Wenn der Morgen aufgegangen,

Und den le~ten Klang ver]ogen, Wo im wilden Zug der Weµer, Auf+ gekreuzte Scwert gebogen, Ein# gehau# de+ Lande+ Reµer;

Und ein neu Ge<lect von Zwergen Scwindelnd um die Felsen kleµern, Frec, wenn’+ sonnig auf den Bergen, Feige krümmend @c in Weµern,

Ihre+ Heiland+ Blut und Tränen Spoµend noc einmal verkaufen, Ohne Klage, Wun< und Sehnen In der Zeiten Strom ersaufen;

Denk ic dann, wie du ge#anden Treu, da niemand treu geblieben:

Möct ic, über un+re Scande Tiefentbrannt in zorn’gem Lieben,

173

Wurzeln in der Felsen Marke, Und empor zu Himmel+licten Stumm an#rebend, wie die #arke Riesentanne, mic aufricten.

W

Symmetrie

1810

O Gegenwart, wie bi# du <ne\e, Zukun}, wie bi# du morgenhe\e, Vergangenheit so abendrot! Da+ Abendrot so\ ewig #ehen, Die Morgenhe\e fri< dreinwehen, So i# die Gegenwart nict tot.

Der Tor, der lahmt auf einem Bein, Da+ i# gar nict zu leiden, Sclagt ihm da+ andre Bein entzwei, So hinkt er doc auf beiden!

W

174

Heimkehr

1810

Heimwärt+ kam ic spät gezogen Nac dem väterlicen Hau+, Die Gedanken weit ge]ogen Über Berg und Tal vorau+. „Nur noc hier au+ diesem Walde!“ Sprac ic, #reicelt san} mein Roß, „Goldnen Haber krieg# du balde, Ruhn wir au+ auf lictem Scloß.“

„Doc warum auf diesen Wegen Sieht’+ so #i\ und einsam au+? Kommt denn keiner mir entgegen, Bin ic nict mehr Sohn vom Hau+? Kein’ Hoboe hör ic <a\en, Keine bunte Truppe mehr Seh ic froh den Burgpfad wa\en – Damal+ ging e+ lu#’ger her.“

Über die vergoldten Zinnen Trat der Monden eben vor, „Ho\a ho! i# niemand drinnen? Fe# verriegelt i# da+ Tor. Wer wi\ in der Nact mic weisen, Von de+ Vater+ Hof und Hau+!“

175

Mit dem Scwert hau ic die Eisen, Und da+ Tor springt ra^elnd auf.

Doc wa+ seh ic! wü#, verfa\en Zimmer, Hof und Bogen @nd, Einsam meine Triµe ha\en, Durc die Fen#er pfei} der Wind. A\e Ahnenbilder lagen Glanzlo+ in den Scuµ verwühlt, Und die Zither drauf, zer<lagen, Auf der ic al+ Kind gespielt.

Und ic nahm die alte Zither, Trat an+ Fen#er vo\er Gra+, Wo so o}e hinterm Giµer Son# die Muµer bei mir saß:

Gern mit Märlein mic erbaute, Daß ic #i\ saß, Abendrot, Strom und Wälder fromm be<aute – „Muµer, bi# du auc <on tot?“

So war ic in’ Hof gekommen – Wa+ ic da auf einmal sah, Hat den Atem mir benommen, Bleibt mir bi+ zum Tode nah Aufrect saßen meine Ahnen, Und kein Laut im Hofe ging,

176

Eingehü\t in ihre Fahnen, Da im ewig #i\en Ring.

Und den Vater unter ihnen Sah ic @~en an der Wand, Streng und #einern seine Mienen, Doc in tief#er Bru# bekannt; Und in den gefaltnen Händen Hielt er ern# ein blanke+ Scwert, Tät die Bli%e niemal+ wenden, Ewig auf den Stahl gekehrt.

Da rief ic au+ tief#en Scmerzen:

„Vater, spric ein einzig Wort, Wälz den Fel+ von deinem Herzen, Starre nict so ewig fort! Wa+ da+ Scwert mit seinem Sceinen Rede, wa+ dein Scauen wi\; Denn mir grau# durc Mark und Beine, Wie du so entse~lic #i\.“ –

Morgenleucten kam ge]ogen, Und der Vater ward so bleic, Adler hoc darüber zogen Durc da+ klare Himmelreic, Und der Väter #i\er Orden Sank zur Ruh in Ewigkeit,

177

Steine, wie e+ licte worden, Standen da im Hof zer#reut.

Nur der Degen blieb da droben Einsam liegen überm Grab; „Sei denn Hab und Gut zer#oben, Wenn ic dic, du Scwert, nur hab!“ Und ic faßt e+. – Leute wühlten Übern Berg, hinab, hinauf, Ob @e für verrü%t mic hielten – Mir ging he\ die Sonne auf.

W

Gebet

1810

Wa+ so\ ic, auf Goµ nur bauend Sclecter sein, al+ a\ die andern, Die, so wohlbehaglic <auend, Froh dem eignen Nict+ vertrauend, Die gemeine Straße wandern?

Warum gab# du mir die Güte, Die Gedanken himmelwärt+, Und ein riµerlic Gemüte,

178

Da+ die Treue heilig hüte In der Zeit treulosem Scerz?

Wa+ ha# du mic blank gerü#et, Wenn mein Volk mic nict begehrt, Keinen mehr nac Freiheit lü#et, Daß mein Herz, betrübt, verwü#et, Nur dem Grabe zugekehrt? –

Laß die Keµen mic zer<lagen, Frei zum <önen Goµe+#reit Deine he\en Wa{en tragen, Fröhlic beten, herrlic wagen, Gib zur Kra} die Freudigkeit!

W

Mahnung

1810

1

In Wind ver]iegen sah ic, wa+ wir klagen, Erbärmlic Volk um fal<er Gö~en Thronen,

Wen’ger Gedanken, deut<en Lande+ Kronen, Wie Felsen, au+ dem Jammer einsam ragen.

179

Da moct ic länger nict nac euc mehr fragen, Der Wald emp[ng, wie rau<end! den Ent]ohnen, In Burgen alt, an Strome+kühle wohnen Wo\t ic auf Bergen bei den alten Sagen.

Da hört ic Strom und Wald dort so mic tadeln:

„Wa+ wi\#, Lebend’ger du, hier überm Leben, Einsam verwildernd in den eignen Tönen?

E+ so\ im Kampf der recte Scmerz @c adeln, Den deut<en Ruhm au+ der Verwü#ung heben, Da+ wi\ der alte Goµ von seinen Söhnen!“

2

Wohl mancer, dem die wirbligen Ge<icten Der Zeit da+ ehrlic deut<e Herz zer<lagen, Mag, wie Prinz Hamlet, zu @c selber sagen:

Weh! daß zur Welt ic kam, @e einzuricten!

Weic, aufgelegt zu Lu# und fröhlicem Dicten, Möct er so gern @c mit der Welt vertragen, Doc, Race fordernd, au+ den leicten Tagen Sieht er der Väter Gei# @c #et+ aufricten.

Ruhlo+ und tödlic i# die fal<e Gabe:

De+ Großen Wink im tief#en Marke spüren, Gedanken ra#lo+ – ohne Kra} zum Werke.

180

Ent<ließ dic, wie du kann# nun, doc da+ merke:

Wer in der Not nict+ mag, al+ Lauten rühren, De+ Hand derein# wäc# mahnend au+ dem Grabe.

W

Der Tiroler Nactwace

1810

In #i\er Buct, bei [n#rer Nact, Sclä} tief die Welt im Grunde, Die Berge ring+ #ehn auf der Wact, Der Himmel mact die Runde, Geht um und um, Um+ Land herum Mit seinen goldnen Scaren, Die Frommen zu bewahren.

Kommt nur heran mit eurer Li#, Mit Leitern, Stri% und Banden, Der Herr doc noc viel #ärker i#, Mact euren Wi~ zu<anden. Wie wart ihr klug! – Nun <windelt Trug Hinab vom Felsenrande – Wie seid ihr dumm! o Scande!

181

Gleicwie die Stämme in dem Wald Wo\n wir zusammenhalten, Ein’ fe#e Burg, Tru~ der Gewalt, Verbleiben treu die alten. Steig, Sonne, <ön! Wirf von den Höhn Nact und die mit ihr kamen, Hinab in Goµe+ Namen.

W

An die Tiroler Im Jahre 1810

Bei Walde+rau<en, kühnem Sturz der Wogen, Wo Herden einsam läuten an den Klü}en, Habt ihr in eurer Berge heitern Lü}en Der Freiheit Lebensatem eingesogen.

Euc selb# die Reµer, seid ihr au+gezogen, Wie he\e Bäce brecen au+ den Klü}en; Hinunter <windelt Tü%e nac den Sclü}en, Der Freiheit Burg @nd eure Felsenbogen.

Hocherzig Volk, Geno^e größrer Zeiten! Du @nk# nun in der eignen Häuser Brande,

182

Zum Himmel noc ge#re%t die freien Hände. O Herr! laß diese Lohen wehn, @c breiten

Au{ordernd über a\e deut<en Lande, Und wer da fä\t, dem <enk so glorreic Ende!

W

An die mei#en

1810

I# denn a\e+ ganz vergeben+? Freiheit, Ruhm und treue Siµe, Riµerbild de+ alten Leben+, Zog im Lied durc eure Miµe Hohnverlact al+ Don Quijote; Euc de%t Sclaf mit plumper Pfote, Und die Ehre i# euc Zote.

Ob @c Kampf erneut’, verglice, Ob @c roh Gebirg+volk raufe, Suct der Klügre Weg’ und Sclice, Wie er nur sein Hau+ erlaufe. Ruhet, #ü~et nur und haltet! Unter@nkt, wa+ ihr ge#altet, Wenn der Muµerboden spaltet.

183

Wie so lu#ig, ihr Poeten, An den blumenreicen Hagen In dem Abendgold zu ]öten, Que\en, Nymphen naczujagen! Wenn er# mut’ge Scü^e fa\en, Von den <önen Widerha\en Laßt ihr zart Soneµe <a\en.

Wohlfeil Ruhm @c zu erringen, Jeder äng#lic <reibt und treibet; Keinem möct da+ Herz zerspringen, Glaubt @c selb# nict, wa+ er <reibet. Seid ihr Männer, seid ihr Cri#en? Glaubt ihr, Goµ zu überli#en, So in Selb#suct feig zu ni#en?

Einen Wald doc kenn ic droben, Rau<end mit den grünen Kronen, Stämme brüderlic verwoben, Wo da+ alte Rect mag wohnen. Mance auf sein Rau<en merken, Und ein neu Ge<lect wird #ärken Dieser Wald zu deut<en Werken.

W

184

Der Jäger Ab<ied

Wer hat dic, du <öner Wald, Aufgebaut so hoc da droben? Wohl den Mei#er wi\ ic loben, Solang noc mein’ Stimm’ er<a\t. Lebe wohl, Lebe wohl, du <öner Wald!

Tief die Welt verworren <a\t, Oben einsam Rehe grasen, Und wir ziehen fort und blasen, Daß e+ tausendfac verha\t:

Lebe wohl, Lebe wohl, du <öner Wald!

Banner, der so kühle wa\t! Unter deinen grünen Wogen Ha# du treu un+ auferzogen Frommer Sagen Aufenthalt! Lebe wohl, Lebe wohl, du <öner Wald!

Wa+ wir #i\ gelobt im Wald, Wo\en’+ draußen ehrlic halten, Ewig bleiben treu die Alten:

Deut< Panier, da+ rau<end wa\t,

185

Lebe wohl! Scirm dic Goµ, du <öner Wald!

W

Auf dem Rhein

Kühle auf dem <önen Rheine, Fuhren wir vereinte Brüder, Tranken von dem goldnen Weine, Singend gute deut<e Lieder. Wa+ un+ dort erfü\t die Bru#, So\en wir halten, Niemal+ erkalten Und vo\bringen treu mit Lu#! Und so wo\en wir un+ teilen, Eine+ Fel+ ver<iedne Que\en, Bleiben so auf hundert Meilen Ewig redlice Gese\en!

W

186

Tro#

Sag an, du he\e+ Bäclein du, Von Felsen einge<lo^en, Du rau<# so munter immerzu, Wo komm# du herge]o^en?

„Dort oben #eht de+ Vater+ Hau+ Sti\ in den klaren Lü}en, Da ruhn die alten Helden au+ In den kri#a\nen Klü}en.

Ic sah den Morgen freudig #ehn Hoc auf der Felsen<we\e, Die Adler ziehn und Ströme gehn, Und sprang hinau+ in+ He\e.“

Sag an, du königlicer Strom, Wa+ geht mein Herz mir auf, Seh ic dic ziehn durc Walde+dom? Wohin führt dic dein Lauf?

„E+ treibt und rau<t der Eisenque\ Noc fort mir durc die Glieder; Die Felsenlu}, so kühl und he\, Lo%t zu mir a\e Brüder.“

W

187

Zeicen

So Wunderbare+ hat @c zugetragen:

Wa+ au+ uralten Sagen Mit tief verworrener Gewalt o} sang Von Liebe, Freiheit, wa+ da+ Herz erlabe, Mit he\er Wa{en Klang E+ rictet @c geharni<t auf vom Grabe, Und an den alten Heer<ild hat’+ ge<lagen, Daß Scauer jede Bru# durcdrang.

W

Unmut

O Herb#! betrübt verhü\# du Strom, Wald und Blumenlu#, Erbleicte Flor, wie fü\# du Mit Sehnsuct nun die Bru#!

Weit hinter diesen Höhen Die hier mic eng um#e\t, Hör ic eratmend gehen Den großen Strom der Welt.

188

In lictem Glanze wandelt Der Helden heil’ger Mut, E+ #eigt da+ Land verwandelt Au+ seiner Söhne Blut.

Auc mic fü\t’ männlic Trauern, Wie euc, bei Deut<land+ Wehn – Und muß in Sehnsuct+<auern Hier ruhmlo+ untergehn!

W

Ent<luß

Gebannt im #i\en Kreise san}er Hügel, Sclingt @c ein Strom von ewig gleicen Tagen, Da mag die Bru# nict nac der Ferne fragen, Und läcelnd senkt die Sehnsuct ihre Flügel.

Viel andre #ehen kühn im Ro^e+bügel, De+ Leben+ höc#e Güter zu erjagen, Und wa+ @e wün<en, mü^en @e er# wagen, Ein #renger Gei# regiert de+ Ro^e+ Zügel. –

Wa+ @ngt ihr lo%end so, ihr #i\en Maµen Du Heimat mit den Regenbogenbrü%en, Ihr heitern Bilder, harmlo+ bunte Spiele?

189

Mic faßt der Sturm, wild ringen Lict und Scaµen, Durc Wolkenriß brict ]ammende+ Entzü%en – Nur zu, mein Roß! wir [nden noc zum Ziele!

W

Ab<ied+tafel

So rü%t denn in die Runde! E+ <leict die Zeit im Dunkeln, Sie so\ un+ rü#ig [nden Und heiter, #ark und gut! Gar viel i# zu vo\bringen, Gar viele+ muß mißlingen. So mag die le~te Stunde Nacleucten un+ und funkeln! Wo un+re Pfad @c winden, Wir @nd in Goµe+ Hut.

Dem Bruder meine+ Leben+, Der, fern, mit mir zusammen, Sei denn au+ Herzen+grunde Da+ er#e Gla+ gebract! Ic brauc ihn nict zu nennen,

190

Er aber wird mic kennen. Viel Land trennt un+ vergeben+, Ihm so\ die+ Wort, die Stunde, Durc a\e Adern ]ammen, Wie ic an ihn gedact!

Zu dir nun, heitre Scöne, Wend ic mic vo\ Gedanken. Wie @e zu dir @c wenden, Muß ic so fröhlic sein. So weit Poeten wohnen, So weit der Wälder Kronen, So weit kun#reice Töne Die heiteren Gedanken Und Himmel+grüße senden:

I# a\e+ mein und dein.

Laß nie die Scmac mic sehen, Daß auc dein Herz, der Lüge De+ andern Volk+ zum Raube, Bereuend feig und hohl, An Lict und Scmu% mag zagen! Nict wahr i#, wa+ @e sagen:

Daß Lieb und Lu# vergehen, Nict wahr, daß un+ betrüge Der <öne, freud’ge Glaube, Und also lebe wohl!

191

Ihr aber, klug Gese\en, Die mit hier in dem Kreise, Wohl quält ihr mic seit Jahren Mit weisem Rat und Wort. – Stoßt an, e+ sei verge^en! Im Meere, ungeme^en, Sind viele tausend We\en Und tausend Sci{e fahren, Ein jede+ seine Reise, Komm jede+ in seinen Port!

Vom Berg hinabgewendet, Seh ic die Ströme, Zinnen, Der Lieb#en Scloß darunter – Nun, Morgenlohe, hü\e In Glorie dein Reic! Dir, tie]ebend’ge Fü\e, Scleudr ic da+ Gla+ hinunter, Mir <windeln a\e Sinnen, So wend ic mic geblendet, Goµ segne dic und euc!

W

192

An meinen Bruder

1813

Steig aufwärt+, Morgen#unde! Zerreiß die Nact, daß ic in meinem Wehe Den Himmel wiedersehe, Wo ew’ger Frieden in dem blauen Grunde! Wi\ Lict die Welt erneuen, Mag auc der Scmerz in Tränen @c befreien.

Mein lieber Herzen+bruder! Sti\ war der Morgen – Ein Sci{ trug un+ beide, Wie war die Welt vo\ Freude! Du faßte# riµerlic da+ <wanke Ruder, Un+ beide treulic lenkend, Auf froher Fahrt nur einen Stern bedenkend.

Mic irrte mance+ Scöne, Viel reizte mic und viel mußt ic vermi^en. Von Lu# und Scmerz zerri^en, Wa+ so mein Herz hinau+ge#römt in Töne:

E+ waren Widerspiele Von deine+ Busen+ ewigem Gefühle.

Da ward die Welt so trübe, Ring+ #iegen Weµer von der Berge Spi~en, Der Himmel bor# in Bli~en,

193

Daß neuge#ärkt @c Deut<land drau+ erhübe. – Nun i# da+ Sci{ zer<lagen, Wie so\ ic ohne dic die Flut ertragen! –

Auf einem Fel+ geboren, Verteilen kühler rau<end @c zwei Que\en, Die eigne Bahn zu <we\en. Doc wie @e fern einander auc verloren:

E+ tre{en ecte Brüder Im ew’gen Meere doc zusammen wieder.

So wo\e Goµ du ]ehen, Daß er mit meinem Blut und Leben <alte, Die Seele nur erhalte, Auf daß wir freudig ein# un+ wiedersehen, Wenn nimmermehr hienieden:

So dort, wo Heimat, Lict und ew’ger Frieden!

W

Aufbruc

Silbern Ströme ziehn herunter, Blumen <wanken fern und nah, Ring+um regt @c’+ bunt und bunter – Lenz! bi# du <on wieder da?

194

„Reiter @nd’+, die bli~end ziehen, Wie viel glänz’ger Strome Lauf, Fahnen, liliengleic, erblühen, Lercenwirbel, Trommelwirbel We%en ring+ den Frühling auf.“

Horc! wa+ hör ic draußen klingen Wild verlo%end wie zur Jagd? Ac, da+ Herz möct mir zerspringen, Wie e+ jauczt und weint und klagt.

„Und in Walde+ grünen Ha\en, Tiefe Scauer in der Bru#, La^en wir die Hörner <a\en, In da+ Blau die Stimmen ha\en, So zum Scre%en wie zur Lu#.“

Wehe! dunkle Wolken de%en Seh ic a\ die junge Pract, Feur’ge Tode+zungen #re%en Durc die grimme Weµernact.

„Weµern gleic blüht Kampfe+fü\e, Bli~e zieht da+ gute Scwert, Mancer wird auf ewig #i\e – Herr Goµ, e+ ge<eh Dein Wi\e! Bla# Trompeten! Fri< mein Pferd!“

195

Regenbogen seh ic #eigen, Wie von Tränen sprühn die Au, Jenen @c erbarmend neigen Über den verweinten Gau.

„Also über Grau+ und Wogen, Hat der Vater gnadenreic Ein Triumphtor #i\ gezogen. Wer da fä\t, zieht durc den Bogen Heim in+ ew’ge Himmelreic.“

W

Tu<

Fängt die Sonne an zu #ecen, Tapfer <ießen Gra+ und Kräuter Und die Bäume <lagen au+:

Muß de+ Feind+ Gewalt zerbrecen, Nimmt der Winter <ne\ Reißau+, Erd und Himmel glänzen heiter; Und wir Mu@kanten fahren Lu#ig auf dem Fluß hinunter, Trommeln, pfeifen, blasen, geigen, Und die Hörner klingen munter.

196

Appe\

Ic hört viel Dicter klagen Von alter Ehre rein, Doc wen’ge mocten’+ wagen Und selber <lagen drein.

Mein Herz wo\t mir zerspringen, Suct’ mir ein ander Ziel, Denn ander+ sein und @ngen, Da+ i# ein dumme+ Spiel.

So #ieg ic mit Auroren Sti\ in+ Gebirg hinan, Ic war wie neugeboren, So kühle weht’+ mic an.

Und al+ ic, Bahn mir <a{end, Zum Gipfel trat hinauf, Da bli~ten <on von Wa{en Ring+um die Länder auf.

Die Hörner hört ic laden, Die Lu} war #reng und klar – Ihr neuen Kameraden, Wie @ngt ihr wunderbar!

197

Fri< auf, wir wo\en un+ <lagen, So Goµ wi\, übern Rhein Und weiter im fröhlicen Jagen Bi+ nac Pari+ hinein!

W

Soldatenlied

Wa+ zieht da für <re%lice+ Sausen, Wie Pfeifen durc Sturme+wehn? Da+ wendet da+ Herz rect vor Grausen, Al+ so\te die Welt vergehn.

Da+ Fußvolk kommt da ge<riµen, Die Trommeln wirbeln voran, Die Fahne in ihrer Miµen Weht über den grünen Plan,

Sie prangt in <neeweißem Kleide Al+ wie eine milde Braut, Die gibt dem hohe Freude, Wen Goµ ihr angetraut.

Sie haben @e rect um<lo^en, Dict Mann an Mann gerü%t,

198

So ziehen die Krieg+geno^en Streng, <weigend und unge<mü%t,

Wie Goµe+ dunkler Wi\e, Wie ein Gewiµer <wer, Da wird e+ ring+um so #i\e, Der Tod nur bli~t hin und her.

Wie seltsame Klänge <wingen Sic dort von der Walde+höh! Ja, Hörner @nd e+, die @ngen Wie rasend vor Lu# und Weh.

Die jungen Jäger @c zeigen Dort drüben im grünen Wald, Bald <immernd zwi<en den Zweigen, Bald lauernd im Hinterhalt.

Wohl @nkt da in ewige+ Scweigen Manc <lanke Riµerge#alt, Die anderen über ihn #eigen, Hurra! in dem <önen Wald, E+ funkelt da+ Blau durc die Bäume – „Ac, Vater, ic komme bald!“

Trompeten nur hör ic werben So he\ durc die Frühling+lu},

199

Zur Hoczeit oder zum Sterben So übermäctig e+ ru}.

Da+ @nd meine lieben Reiter, Die rufen hinau+ zur Sclact, Da+ @nd meine lu#igen Reiter, Nun, Liebcen, gute Nact!

Wie wird e+ da vorne so heiter, Wie sprühet der Morgenwind, In den Sieg, in den Tod und weiter, Bi+ daß wir im Himmel @nd!

W

Die ern#ha}e Fa#nact

1814

Wohl vor Wiµenberg auf den Scanzen Sind der edlen Werber viel, Wo\en da zur Fa#nact tanzen Ein gar seltsam Riµerspiel.

Und die Stadt vom Felsen droben Spiegelt @c im Sonnen<ein,

200

Wie ein Jungfräulein erhoben – Jeder wi\ ihr Bräut’gam sein.

Jäger! laßt die Hörner klingen Durc den Morgen kalt und blank! Wohl, @e läßt @c noc bezwingen, Hört @e alten deut<en Klang.

Drauf @e einen Reiter <ne\e Senden der so fröhlic <aut, Der blä# seinen Gruß so he\e Wirbt da um die #olze Braut.

„Sieh, wir werben lang ver#ohlen Scon um dic in Not und Tod, Komm! son# wo\en wir dic holen, Wann der Mond <eint blutig rot!“ Bleic <on fa\en Abendlicter – Und der Reiter blä# nur zu, Nact <on webt @c dict und dicter – Doc da+ Tor bleibt immer zu.

Nun so spielt denn, Mu@kanten, Bla# zum Tanz au+ fri<er Bru#! Herz und Sinne mir entbrannten, O du <öne, wilde Lu#!

201

Wer hat je so ’n Saal gesehen? Strom und Wälder spielen auf, Sterne auf und nieder gehen, Ste%en hoc die Lampen auf.

Ja der Herr leuct’t selb# zum Tanze, Fri< denn, Kameraden mein! Funkelnd <ön im Monde+glanze Strenge+ Lieb, mußt unser sein! –

Und e+ kam der Morgen heiter, Mancer Tänzer lag da tot, Und Vi$toria blie+ der Reiter Von dem Wa\ in+ Morgenrot.

Scle@er wohl zu Ruhm und Preise Haben @c die+ Lieb gewonnen, Und ein Scle@er diese Weise Rect au+ Herzen+lu# ersonnen.

W

Auf der Feldwact

Mein Gewehr im Arme #eh ic Hier verloren auf der Wact,

202

Sti\ nac jener Gegend seh ic, Hab so o} dahin gedact!

Fernher Abendglo%en klingen Durc die <öne Einsamkeit; So, wenn wir zusammen gingen, Hört ic’+ o} in alter Zeit.

Wolken da wie Türme prangen, Al+ säh ic im Du# mein Wien, Und die Donau he\ ergangen Zwi<en Burgen durc da+ Grün.

Doc wie fern @nd Strom und Türme! Wer da wohnt, denkt mein noc kaum, Herb#lic rau<en <on die Stürme, Und ic #ehe wie im Traum.

W

Wa{en#i\#and der Nact

Wind+gleic kommt der wilde Krieg geriµen, Durc da+ Grün der Tod ihm nacge<riµen, Manc Gespen# #eht @nnend auf dem Feld, Und der Sommer <üµelt @c vor Grausen,

203

Läßt die Bläµer, <ließt die grünen Klausen, Ab @c wendend von der blut’gen Welt.

Präctig war die Nact nun aufgegangen, Haµe a\e müµerlic umfangen, Freund und Feind mit leisem Frieden+kuß, Und, al+ wo\t der Herr vom Himmel #eigen, Hört ic wieder durc da+ tiefe Scweigen Ring+ der Wälder feierlicen Gruß.

In C.

W

Stammbuc

Dezember 1814

In verhängni+<weren Stunden, Streitend für da+ Vaterland, Haben wir un+ brüderlic gefunden, In der Menge #i\ erkannt.

Sieh! e+ ruhet nun der Degen Und die hohe Brandung fä\t, Sic verlaufend auf den alten Wegen, Und langweilig wird die Welt.

Doc der Ern# der heil’gen Stunden Waltet fort in mancer Bru#,

204

Und wa+ @c wahrha}ig hat verbunden, Bleibt gese\t in Not und Lu#.

Un@ctbar ge<wungne Brü%en Halten Lieb und Lieb vereint, Und in a\en he\en Leben+bli%en Grüß ic fern den lieben Freund.

Und so mag der Herr dic segnen! Fri<e Fahrt durc+ Leben wild, Gleicen Sinn und freudige+ Begegnen, Wo e+ immer Hohe+ gilt!

W

Der Frieden+bote

Sclaf ein, mein Liebcen, <laf ein, Lei+ durc die Blumen am Giµer Säuselt de+ Laube+ Geziµer, Rau<en die Que\en herein; Gesenkt auf den <neeweißen Arm Sclaf ein, mein Liebcen, <laf ein, Wie atme# du lieblic und warm!

Au+ dem Kriege kommen wir heim; In #ürmi<er Nact und Regen,

205

Wenn ic auf der Lauer gelegen, Wie dacte ic dorten dein! Goµ #and in der Not un+ bei, Nun droben, bei Monden<ein, Sclaf ruhig, da+ Land i# ja frei!

W

An meinen Bruder

1815

Wa+ Große+ @c begeben, Der Kön’ge Herrli%eit, Du sah#’+ mit freud’gem Beben, Dir war’+ vergönnt, zu leben In dieser Wunderzeit.

Und über diese Wogen Kam hoc ein himmli< Bild Durc+ #i\e Blau gezogen, Traf mit dem Zauberbogen Dein Herz so fe# und mild.

O wunderbare+ Grauen, Zur selben Stund den Herrn Im Weµerleucten <auen,

206

Und über den #ummen Gauen Sculdloser Liebe Stern!

Und hat nun au+gerungen Mein Deut<land @ege+wund:

Wa+ damal+ Lieb gesungen, Wa+ Scwerter dir geklungen, Klingt fort im Herzen+grund.

Laß bilden die Gewalten! Wa+ davon himmli< war, Kann nimmermehr veralten, Wird in der Bru# ge#alten Sic mance+ #i\e Jahr.

Die Fe^eln mü^en springen, Ja, endlic mact @c’+ frei, Und Große+ wird gelingen Durc Taten oder Singen, Vor Goµ i#’+ einerlei.

W

207

An Philipp Nac einer Wiener Redoutenmelodie)

Kenn# du noc den Zaubersaal, Wo süß Melodien wehen Zwi<en Sternen ohne Zahl Frauen auf und nieder gehen?

Kenn# du noc den Strom von Tönen, Der @c durc die bunten Reihen <lang, Von noc unbekannten Scönen Und von fernen, blauen Bergen sang?

Sieh! die licte Pract erneut Fröhlic @c in a\en Jahren, Doc die Brüder @nd zer#reut, Die dort froh beisammen waren.

Und der Bli% wird irre <weifen, Einsam #eh# du nun in Pract und Scerz, Und die alten Töne greifen Dir mit tausend Scmerzen an da+ Herz.

Uhren <lagen durc die Nact, Drein ver<lafne Geigen #reicen, Au+ dem Saale, überwact, Sic die le~ten Paare <leicen.

208

So i# unser Fe# vergangen, Und die lu#’gen Kerzen lö<en au+, Doc die Sterne draußen prangen, Und die führen mic und dic nac Hau+.

W

Hermann+ Enkel

Altdeut<! – Altdeut<? – Nun, da+ i#, Wa+ man so in Bücern lie#: – Kluge Ro^e – präct’ge De%en, Händel, Kruzi[xe, Re%en – Oh, wie herrlic #rahlt die+ Leben! Göµlic! – Doc mit Unter<ied. E+ ver#eht @c, daß man’+ deute – ’+ wär doc gar zu unbequem, Wenn man a\e+ wörtlic nähm, Wie’+ da durceinander blüht! – Diese Riµer – gute Leute, Ehrlic, tapfer, brave Reiter – Gegen un+ doc Bärenhäuter! Eigentlic @nd wir wohl weiter. Lehn#reu – Klö#er – Barbarei – Davon macen wir un+ frei. Fangen wir so an zu @cten:

209

Fürct ic, bleibt e+ bei Gedicten Nein doc! Eine+, geht mir bei, Eine+ bleibt doc: die+ Vernicten A\er Mode+klaverei! – Hohe Vaterländerei! Scniµ# du lo+ nict Hermann+ Söhne Von de+ Hal#uc+ <nöden Sclingen, Worin, sonder Kra} und Scöne, Un+re Väter <mählic hingen? Gab# du nict dem Löwen Mähne, Die ihm frec die Zeit ge#ohlen? Staµ de+ wind’gen Fra%+ Ge]aµer Der Litewka Scurz au+ Polen, Staµ de+ Franzen knabenglaµer Scnauze: seinen Henri quatre? – Bruder, ic sag’+ unverhohlen, Und auc du wir#’+ nict be#reiten:

Große Zeicen großer Zeiten! – Wahrlic, säh ic nict den Kragen Übern <warzen Ro% ge<lagen, Scien’ mir a\e+ Ironie. Doc wie sprec ic da? Ironi< – Diese+ Wort i# nict teutoni<. Undeut< i# die fal<e Freude:

Kün#eln am wahrha}en Wort! Ob auc feige Poe@e Sauere Ge@cter <neide:

210

Durc den wel<en Lügenwi~ Screitet #ramm der Deut<e fort Hinter seiner Nasenspi~, A\er Ehrli%eiten Si~, Biderb immer gradeau+. A\e+ Wel<e wird mir Grau+ Seit ic #e% im deut<en Kleide:

Du auc, Liebcen, wähle gleic Deine Tract dir altdeut< au+! Wie’+ auf Bildern noc zu <auen:

Wedel von dem Scweif der Pfauen, Dann von Spi~en, blumenreic, Wie ’ne miµelmäß’ge Sceibe, Eine #eife Hal+rotunde! ’+ i# so überm <lanken Leibe Wie ein Regen<irm gespannt, Obendrauf dann #aµ dem Knopf Scwebt der holde Frauenkopf, In da+ Blütenmeer von Kragen, Ariadnen gleic, ver<lagen. Oh, und ein moral’<er Kragen! Denn wer i# da so gewandt, Flü#ernd wa+ in+ Ohr zu sagen, Wa+ nict gleic die andern wi^en? Und – unmöglic i# da+ Kü^en!

W

211

Der Liedsprecer 1

1

Und wo ein tüctig Leben, Und wo ein Ehrenhau+, Da geht der Sänger eben Gern ga#lic ein und au+.

Der freudige Gese\e Grüßt Pfa{ und Riµer+mann, Und fri<e Morgenhe\e Weht a\’ im Liede an.

Und kühn im Ro^e+bügel Der Riµer waldwärt+ zieht, Und da+ Gebet nimmt Flügel Und über]iegt da+ Lied.

Denn ob’+ mit Scwert, mit Liedern Sic Bahn zum Himmel <af}; ’+ i# eine Scar von Brüdern Und eine Liebe+kra}.

Wo die vereint, da ranken ic wi\ig Stein und Erz, Da pfeilern die Gedanken Sic freudig himmelwärt+.

212

Die haben diese Bogen Kühn übern wilden Strom Empörter Zeit gezogen Zum wunderbaren Dom.

Die Burgen sahn wir fa\en, Die Adler zogen au+, Wehklagend durc die Ha\en Gehn Winde ein und au+.

Doc droben auf der Zinne Steht noc der Heldengei# Der – wa+ die Zeit beginne – Sti\ nac dem Kreuze wei#.

E+ wecseln viel Ge<lecter Und @nken in die Nact Steh fe#, du treuer Wäcter, Und nimm dein Land in act!

Scon hat zum Kreuze+licte Dein Volk @c ern# gewandt, Im Sturm der Weltgericte Tief <auernd dic erkannt.

Nun hebt @c wieder fröhlic Dein Hau+ im Morgen<ein,

213

Die Jungfrau minneselig Scaut weit in+ Land hinein.

Gesänge hör ic <a\en, Durc+ Grün ge<mü%te Gä# Wa\fahrten nac den Ha\en – Wem gilt da+ frohe Fe#?

Der König+sohn, ihr Preußen, Weilt auf dem Riµer<loß, Da+ i# nac Adler+ Weisen, Daß er der Höh Genoß.

Da+ i# de+ König+ Walten, Wa+ herrlic, groß und rect, Im Wecsel zu erhalten Dem kommenden Ge<lect.

Er hob die Heldenmale Zu neuer Herrli%eit, Damit da+ Volk im Tale Gedenk der großen Zeit.

Da+ ewig Alt und Neue, Da+ mit den Zeiten ringt, Da+, Für#, i#’+, wa+ da+ treue Herz deine+ Volk+ durcdringt.

214

Wo da+ noc ehrlic waltet, Da i# zu Goµe+ Ruhm Die Kreuze+fahn entfaltet, Und recte+ Riµertum.

Oh, reict dem Liedersprecer, Bevor er <eiden muß, Den hocgefü\ten Becer Zu seinem be#en Gruß!

Doc einzeln nict verha\en Darf, wa+ ic je~t gedact. Wa+ jeder meint, von allen, Sei’+ freudig auc gebract!

A\ riµerlice Gei#er Umringen fe# den Thron, Und auf zum höc#en Mei#er Dringt treuer Liebe Ton:

Dem riµerlicen König Heil, und dem König+sohn!

W

215

2

(Al+ die Kaiserin von Rußland da+ Scloß Marienburg besucte)

Wi\ Lu# die Tor’ er<ließen, Da bleib ic draußen nict, Da+ Hohe zu begrüßen, Da+ i# de+ Sänger+ P]ict.

Da+ i# die alte Ha\e Hier sang ic mance+ Mal, Die hohen Riµer a\e Ring+ um mic her im Saal.

Und von dem Helden#reiten Erklang manc kühne+ Lied, Da+ noc in näct’gen Zeiten Den #i\en Bau durczieht.

Doc farbenlo+ vergrauen Ohn Blüte Fel+ und Au – E+ fehlt’ der Scmu% der Frauen Dem hocgewalt’gen Bau.

Die Stärke regt da+ Wilde, Und nur, der Kra} gese\t,

216

Die königlice Milde Bezwingt die #arre Welt.-

Welc Glanz hat mic um]ogen Und fü\t da+ ganze Hau+, Al+ pfeilerten die Bogen In+ Himmelreic hinau+!

Und wa+ der Stein wi\ sagen, Der Men< in tief#er Bru#, In Klängen anzu<lagen, Da+ i# de+ Sänger+ Lu#:

O du – gleicbar der Hohen, Die diese+ Hau+ bewact Und Morgenrote+ Lohen Im Norden angefact –

Wa+ Große+ hier ersonnen, A\ Segen, der hier weilt, A\ Wohl, da+ hier begonnen, Dir, hohe Frau, zum Heil!

Und so nun wi\ ic neigen Mic vor der Maje#ät – Dann laßt mic gehn und <weigen, Bi+ ihr Sie wiederseht.

217

Der neue Raµenfänger

Jucheisa! und ic führ den Zug Hopp über Feld und Graben. De+ alten Plunder+ i# genug, Wir wo\en neuen haben.

Wa+! wir gering? Ihr vornehm, reic? Planierend <wirrt die Scere, Seid Lump+ wie wir, so @nd wir gleic, Hüb< breit wird die Misere!

Da+ alte Lied, da+ spiel ic neu, Da tanzen a\e Leute, Da+ i# die Vaterländerei, O Herr, mac un+ ge<eute! –

W

Der brave Sci{er

Der Sturm wo\t un+ zer<meµern, Wa+ mor< war, lag zer<e\t, E+ <rieb mit feur’gen Leµern Der Herr, und sprac in Weµern Zu der er<ro%nen Welt.

218

Durc wilder Wogen Spri~en Vorüber mancem Ri{, Wo auf Kora\enspi~en Die [n#ern Nornen @~en, Flog da da+ Preußen<i{.

Da+ war von ectem Kerne; Gedankenvo\ die Wact Scaut durc die wü#e Ferne Zum königlicen Sterne, Der leuctet au+ der Nact.

Und ob @e Nebel de%en, Wa+ groß und heilig war, Lenkten da au+ den Scre%en Gewaltig die treuen Re%en – Du miµen in dieser Scar.

Da sah man wohl den <lanken Wald kühner Ma#en @c Zum Himmel pfeilernd ranken! Du lehnte# vo\ Gedanken Auf deine Harfe dic.

Bald mäctiger, bald leise, Mit wunderbarem Klang, Zog# du Gesange+kreise,

219

Daß eine tiefe Weise Da+ wilde Meer bezwang.

Und Sturm und Nact verzogen, Scon bli~t’ e+ hier und da, Da+ Land #ieg au+ den Wogen, Und unter dem Frieden+bogen Die alte Vi$toria. –

Fahr wohl! wie Adler<wingen Wird in der Zeiten Scwung Dein Ringen und dein Singen Durc deut<e Herzen klingen, So bleib# du ewig jung!

W

Ablösung

Wir saßen gelagert im Grünen, So traulic und lu#ig gese\t, Die Licter de+ Frühling+ <ienen Hold spielend durc+ grüne Gezelt.

Im Frühling+glanz #i\ auf und nieder Ergingen der Frauen @c viel,

220

Und lieblice Augen und Lieder, Sie hielten ein herzlice+ Spiel.

Und unten von Tälern und Flü^en Ein <a\ende+, wirrende+ Reic –

O freudige+, er#e+ Begrüßen

Von Leben und Lieben zugleic!

Verla^en nun #ehen die Räume,

E+ <auen und rau<en a\ein

Die groß gewordenen Bäume So ern# in die Sti\e herein.

Von a\en, die dort son# gese^en, E+ sehnet @c niemand hierher, Sie haben den Frühling verge^en, Kennt keiner den anderen mehr.

Und wie ic so @nn, da erwacen Die alten Lieder in mir! Da hör ic auf einmal ein Lacen Und <a\en im grünen Revier.

Und fröhlice Lieder erklangen Au+ Herzen+grunde so rect, Und unter den Bäumen ergangen Erbli% ic ein ander Ge<lect.

221

Geö{net bleibt ewig zum Fe#e De+ Frühling+ lu#ige+ Hau+, E+ <wärmen so wecselnd die Gä#e Da immer herein und herau+.

Die vorigen Lieder verha\en, Wir @nken verblühend hinab, Und neue Gesänge er<a\en Hoc über dem blühenden Grab.

W

An die Lü~ow<en Jäger

Wunderlice Spießgese\en, Denkt ihr noc an mic, Wie wir an der Elbe We\en Lagen brüderlic?

Wie wir in de+ Spreewald+ Ha\en, Scauer in der Bru#, He\ die Hörner ließen <a\en So zu Scre% wie Lu#?

Mancer mußte da hinunter Unter den Rasen grün,

222

Und der Krieg und Frühling munter Gingen über ihn.

Wo wir ruhen, wo wir wohnen:

Jener Walde+hort Rau<t mit seinen grünen Kronen Durc mein Leben fort.

W

Bei Ha\e

Da #eht eine Burg überm Tale Und <aut in den Strom hinein, Da+ i# die fröhlice Saale, Da+ i# der Giebicen#ein.

Da hab ic so o} ge#anden, E+ blühten Täler und Höhn, Und seitdem in a\en Landen Sah ic nimmer die Welt so <ön!

Durc+ Grün da Gesänge <a\ten, Von Ro^en, zu Lu# und Streit, Scauten viel <lanke Ge#alten, Gleic wie in der Riµerzeit.

223

Wir waren die fahrenden Riµer, Eine Burg war noc jede+ Hau+, E+ <aute durc+ Blumengiµer Manc <öne+ Fräulein herau+.

Da+ Fräulein i# alt geworden, Und unter Phili#ern umher Zer#reut i# der Riµerorden, Kennt keiner den andern mehr.

Auf dem verfa\enen Sclo^e, Wie der Burggei#, halb im Traum, Steh ic je~t ohne Geno^en Und kenne die Gegend kaum.

Und Lieder und Lu# und Scmerzen, Wie liegen @e nun so weit – O Jugend, wie tut im Herzen Mir deine Scönheit so leid.

W

Wecsel

E+ fä\t nict+ vor, mir fä\t nict+ ein, Ic glaub die Welt #eht #i\,

224

Die Zeit triµ auf so lei+ und fein, Man weiß nict, wa+ @e wi\.

Auf einmal rührt @c’+ dort und hier – Wa+ da+ bedeuten mag? E+ i#, al+ hört# du über dir Einen fri<en Flügel<lag.

Ra< #eigen dunkle Weµer auf, Scon bli~t’+ und rau<t die Rund Der lu#’ge Sturmwind ]iegt vorauf – Da atm ic au+ Herzen+grund.

W

Ab<ied

Laß, Leben, nict so wild die Lo%en wehen E+ wi\ so ra<er Riµ mir nict mehr glü%en, Hoc überm Land von diamantnen Brü%en:

Mir <windelt, in den Glanz hinabzusehen.

„Vom Ro^e spielend meine Bli%e gehen Nac jüngern Augen, die mein Herz berü%en, Horc, wie der Frühling aufjauczt vor Entzü%en, Kann# du nict mit hinab, laß ic dic #ehen.“

225

Kaum noc herzinnig mein, wend# du dic wieder, I# da+ der Lohn für deine treu#en Söhne? Dein trunkner Bli%, fa# möct er mic er<re%en.

„Wer sagt’ dir, daß ic treu, weil ic so <öne? Leb wohl, und #re%# du müde ein# die Glieder, Wi\ ic mit Blumen dir den Rasen de%en.“

W

Vorbei

Da+ i# der alte Baum nict mehr, Der damal+ hier ge#anden, Auf dem ic gese^en im Blütenmeer Über den sonnigen Landen.

Da+ i# der Wald nict mehr, der sact Vom Berge rau<te nieder, Wenn ic vom Liebcen riµ bei Nact, Da+ Herz vo\ neuer Lieder.

Da+ i# nict mehr da+ tiefe Tal Mit den grasenden Rehen, In da+ wir nact+ vieltausendmal Zusammen hinau+gesehen. –

226

E+ i# der Baum noc, Tal und Wald, Die Welt i# jung geblieben, Du aber wurde# seitdem alt, Vorbei i# da+ <öne Lieben.

W

Weltlauf

Wa+ du ge#ern fri< gesungen, I# doc heute <on verklungen, Und beim le~ten Klange <reit A\e Welt nac Neuigkeit.

War ein Held, der legt’ verwegen Ein#mal+ seinen blut’gen Degen Al+ wie Goµe+ <were Hand Über da+ er<ro%ne Land.

Mußt’+ doc blühn und rau<en la^en, Und den toten Löwen fa^en Knaben nun nac Jungenart Unge#ra} an Mähn und Bart.

So viel Gipfel al+ da funkeln, Sahn wir abendlic verdunkeln,

227

Und e+ hat die alte Nact A\e+ wieder gleicgemact.

Wie im Turm der Uhr Gewicte Rü%et fort die Weltge<icte, Und der Zeiger <weigend krei#, Keiner rät, wohin er wei#.

Aber wenn die ehrnen Zungen Nun zum le~tenmal erklungen Auf den Turm der Herr @c #e\t, Um zu ricten diese Welt.

Und der Herr hat nict+ verge^en, Wa+ ge<ehen, wird er me^en Nac dem Maß der Ewigkeit – O wie klein i# doc die Zeit!

Z

228

IV.

Frühling und Liebe

J

An die Freunde

Der Jugend Glanz, der Sehnsuct irre Weisen, Die tausend Ströme durc da+ du}’ge Land, E+ zieht un+ a\ zu seinen Zauberkreisen. – Wem Goµe+dien# in tief#er Bru# entbrannt, Der @eht mit Wehmut ein unendlic Reisen Zu ferner Heimat, die er fromm erkannt; Und wa+ @c spielend wob al+ ird’<e Blume, Wölbt #i\ den Kelc zum ernsten Heiligtume.

So <auet denn da+ buntbewegte Leben Ring+um von meine+ Garten+ heitrer Zinn, Daß hoc die Bilder, die noc dämmernd <weben – Wo Morgenglanz geblendet meinen Sinn – An eurem Bli% erwacsen und @c heben. Verwü#end rau<t die Zeit darüber hin; In euren treuen Herzen neu geboren, Sind @e im wilden Strome unverloren.

W

231

Anklänge

1

Liebe, wunder<öne+ Leben, Wi\# du wieder mic verführen, So\ ic wieder Ab<ied geben Fleißig ruhigem Studieren?

O{en #ehen Fen#er, Türen, Draußen Frühling+boten <weben, Lercen <wirrend @c erheben, Eco wi\ im Wald @c rühren.

Wohl, da hil} kein Wider#reben, Tief im Herzen muß ic’+ spüren:

Liebe, wunder<öne+ Leben, Wieder wir# du mic verführen!

2

Hoc über #i\en Höhen Stand in dem Wald ein Hau+,

So einsam war’+ zu sehen Dort übern Wald hinau+.

Ein Mädcen saß darinnen Bei #i\er Abendzeit,

232

Tät seidne Fäden spinnen Zu ihrem Hoczeit+kleid.

3

Jagdlied

Durc <wankende Wipfel Scießt güldener Strahl, Tief unter den Gipfeln Da+ neblige Tal. Fern ha\t e+ am Sclo^e, Da+ Waldhorn ru}, E+ wiehern die Ro^e, In die Lu}, in die Lu}!

Bald Länder und Seen Durc Wolkenzug Tief <immernd zu sehen In <windelndem Flug, Bald Dunkel wieder Hü\t Reiter und Roß, O Lieb, o Liebe So laß mic lo+! –

Immer weiter und weiter Die Klänge ziehn, Durc Wälder und Heiden

233

Wohin, ac wohin? Erqui%lice Fri<e Süß-<aurige Lu#! Hoc ]aµern die Bü<e, Frei <lägt die Bru#.

W

Da+ Zauberne~

Fraue, in den blauen Tagen Ha# ein Ne~ du au+gehangen, Zart gewebt au+ seidnen Haaren, Süßen Worten, weißen Armen.

Und die blauen Augen spracen, Da ic waldwärt+ wo\te jagen „Zieh mir, Scöner, nict von dannen!“ Ac, da war ic dein Gefangner!

Hör# du nun den Frühling laden? – Jäger+ Waldhorn geht im Walde, Lo%end grüßen bunte Flaggen, Nac dem Sänger a\e fragen.

234

Ac, von euc, ihr Frühling+fahnen, Kann ic, wie von dir, nict la^en! Reisen in den blauen Tagen Muß der Sänger mit dem Klange.

Flügel hat, den du gefangen – A\e Sclingen mü^en la^en Und er wird dir weggetragen, Wenn die er#en Lercen sangen.

Lieb# du, treu dem alten Sange Wie dem Sänger, mic wahrha}ig:

Laß dein Scloß, den <önen Garten, Führ dic heim in Walde+practen!

Auf dem Zelter so\# du prangen, Um die <önen Glieder <lanke Seide, himmelblau, gespannet, Al+ ein süßge<mü%ter Knabe.

Und der Jäger @eht un+ fahren, Und er läßt da+ Wild, da+ Jagen, Wi\ nun ewig mit un+ wandern Mit dem fri<en Hörnerklange.

Wer von un+ verführt den andern, Ob e+ deine Augen taten,

235

Meine Laut’, de+ Jäger+ Blasen? – Ac, wir können’+ nict erraten;

Aber um un+ drei zusammen Wird der Lenz im grünen Walde Wohl ein Zauberne~e <lagen, Dem noc keiner je entgangen.

W

Der Scalk

Läuten kaum die Maienglo%en Leise durc den lauen Wind, Hebt ein Knabe froh er<ro%en Au+ dem Grase @c ge<wind, Scüµelt in den Blüten]o%en Seine feinen blonden Lo%en, Scelmi< @nnend wie ein Kind.

Und nun wehen Lercenlieder, Und e+ <lägt die Nactiga\, Rau<end von den Bergen nieder Kommt der kohle Wa^erfa\, Ring+ im Walde bunt Ge[eder: – Frühling, Frühling i# e+ wieder Und ein Jauczen übera\.

236

Und den Knaben hört man <wirren, Goldne Fäden zart und lind Durc die Lü}e kün#lic wirren – Und ein süßer Krieg beginnt:

Sucen, Fliehen, <mactend Irren, Bi+ @c a\e hold verwirren. – O beglü%te+ Labyrinth!

W

Frühling+gruß

E+ #eht ein Berg in Feuer, In feurigem Morgenbrand, Und auf de+ Berge+ Spi~e Ein Tannbaum überm Land.

Und auf dem höc#en Wipfel Steh ic und <au vom Baum, O Welt, du <öne Welt, du, Man @eht dic vor Blüten kaum!

W

237

Abendland<a}

Der Hirt bla# seine Weise, Von fern ein Scuß noc fä\t, Die Wälder rau<en leise Und Ströme tief im Feld.

Nur hinter jenem Hügel Noc spielt der Abend<ein – O häµ ic, häµ ic Flügel, Zu ]iegen da hinein!

W

Elfe

Bleib bei un+! wir haben den Tanzplan im Tal Bede%t mit Monde+glanze, Johanni+würmcen erleucten den Saal, Die Heimcen spielen zum Tanze.

Die Freude, da+ <öne leictgläubige Kind, E+ wiegt @c in Abendwinden:

Wo Silber auf Zweigen und Bü<en rinnt, Da wir# du die Scön#e [nden!

W

238

Frühling+mar<

Hoc über euren Sorgen Sah ic vom Berg in+ Land Vo\ tausend guter Morgen, Die Welt in Blüten #and.

Wa+ zagt ihr träg und blöde? Wa+ <ön i#, wird doc dein! Die Welt tut nur so spröde Und wi\ erobert sein.

Laßt die Trompeten laden, Durc+ Land die Trommeln gehn, E+ wimmeln Kameraden, Wo recte Banner wehn.

Wir ziehn durc die Provinzen, Da funkelt mance+ Scloß, Scön Lieb, hol dic vom Zwinger Und <wing dic mit auf+ Roß!

Und wenn da+ Blühen endet:

Noc taumelnd sprengen wir, Vom Abendrot geblendet, In+ le~te Nactquartier.

W

239

Die Lerce

Ic kann hier nict @ngen, Au+ dieser Mauern dunklen Ringen Muß ic mic <wingen Vor Lu# und tiefem Weh. O Freude, in klarer Höh Zu @nken und @c zu heben, In Gesang Über die grüne Erde dahinzu<weben, Wie unten die lict’ und dunkeln Streifen Wecselnd im Fluge vorüber<weifen, Au+ der Tiefe ein Wirren und Rau<en und Hämmern, Die Erde auf<immernd im Frühling+dämmern, Wie i# die Welt so vo\er Klang! Herz, wa+ bi# du bang? Mußt aufwärt+ dringen! Die Sonne triµ hervor, Wie glänzen mir Bru# und Scwingen, Wie #i\ und weit i#’+ droben am Himmel+tor!

W

Nactiga\

Nac den <önen Frühling+tagen, Wenn die blauen Lü}e wehen,

240

Wün<e mit dem Flügel <lagen Und im Grünen Amor zielt, Bleibt ein Jauczen auf den Höhen; Und ein Weµerleucten spielt Au+ der Ferne durc die Bäume Wunderbar die ganze Nact, Daß die Nactiga\ erwact Von den irren Wider<einen, Und durc a\e sel’ge Gründe In der Einsamkeit verkünde, Wa+ @e a\e, a\e meinen:

Diese+ Rau<en in den Bäumen Und der Men< in dunkeln Träumen.

W

Adler

Steig nur, Sonne, Auf die Höhn! Scauer wehn, Und die Erde bebt vor Wonne.

Kühn nac oben Grei} au+ Nact Walde+pract, Noc von Träumen kühl durcwoben.

241

Und vom hohen Fel+altar Stürzt der Aar Und ver@nkt in Morgenlohen.

Fri<er Morgen! Fri<e+ Herz, Himmelwärt+! Laß den Sclaf nun, laß die Sorgen!

W

Durceinander

Spa~en <rein und Nactiga\en, Nelke glüht und Di#el #ict, Rose <ön durc Ne^eln brict, Be^er noc hat mir gefa\en Liebcen+ spielende+ Augenlict; Aber fehlte auc nur ein+ von a\en, ’+ wär eben der närri<e Frühling nict.

W

242

Gleicheit

E+ i# kein Blümlein nict so klein, Die Sonne wird’+ erwarmen, Sceint in da+ Fen#er mild herein Dem König wie dem Armen, Hü\t a\e+ ein in Sonnen<ein Mit göµlicem Erbarmen.

W

Gedenk

E+ i# kein Vöglein so gemein, E+ spürt geheime Scauer, Wenn draußen #rei} der Sonnen<ein Vergoldend seinen Bauer.

Und du ha# e+ verge^en fa# In deine+ Kerker+ Spangen, O Men<lein, daß du Flügel ha# Und daß du hier gefangen.

W

243

Die Sperlinge

Alte+ Hau+ mit deinen Löcern, Geiz’ger Bauer, nun ade! Sonne <eint, von a\en Däcern Tröpfelt lu#ig <on der Scnee, Draußen auf dem Zaune munter We~en un+re Scnäbel wir, Durc die He%en rauf und runter, In dem Baume vor der Tür Tummeln wir in he\en Haufen Un+ mit großem Krieg+ge<rei, Um die Lieb#e un+ zu raufen, Denn der Winter i# vorbei!

W

Scneeglö%cen

’+ war doc wie ein leise+ Singen In dem Garten heute nact, Wie wenn laue Lü}e gingen:

„Süße Glö%lein, nun erwact, Denn die warme Zeit wir bringen, Eh’+ noc jemand hat gedact.“ – ’+ war kein Singen, ’+ war ein Kü^en, Rührt’ die #i\en Glö%lein sact,

244

Daß @e a\e tönen mü^en Von der kün}’gen bunten Pract. Ac, @e konnten’+ nict erwarten, Aber weiß vom le~ten Scnee War noc immer Feld und Garten, Und @e sanken um vor Weh. So <on mance Dicter #re%ten Sange+müde @c hinab, Und der Frühling, den @e we%ten, Rau<et über ihrem Grab.

W

Spaziergang

Ocse, wie bi# du so #aµlic, bedactsam, ]eißig und nü~lic! Wahrlic, ic brauce dic sehr – aber du bi# doc ein Oc+! Ho da! Karto{eln und ihr, ökonomi<e Kno\engewäcse, Screiten kaum kann man; gemac! mact euc nict gar zu sehr breit! Grüß dic, Klat<rose und Gänseblum, Buµerblum, ländlice+ Völkcen, Scmu%lo+ und ohne Geruc, un<uldig – weiter son# nict+? – Nelke, du reizende+ Kind, wie ha# du so gar nict+

245

Be<eidne+! Jauczende Farben vo\ Lu# ]amm# du in+ traurige Grün, Tief von den eigenen Dü}en du selber lu#ig berau<et, Spiele denn, brenne, von dir laß ic berau<en mic gern!

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Mädcenseele

Gar o} <on fühlt ic’+ tief, de+ Mädcen+ Seele Wird nict @c selb#, dem Lieb#en nur geboren. Da irrt @e nun ver#oßen und verloren, Sci%t heimlic Bli%e <ön al+ Boten au+, Daß @e auf Erden sucen ihr ein Hau+. Sie <lummert in der Scwüle, leict bede%t, Läcelt im Sclafe, atmet warm und leise, Doc die Gedanken @nd fern auf der Reise, Und auf den Wangen ]aµert träumri< Feuer, Hebt buhlend o} der Wind den zarten Scleier. Der Mann, der da zum er#enmal @e we%t, Zuer# hinunterlangt in diese Sti\e, Dem fä\t @e um den Hal+ vor Freude bang Und läßt ihn nict mehr a\ ihr Lebelang.

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Ste%brief

Grüß euc au+ Herzen+grund:

Zwei Augen he\ und rein, Zwei Rö+lein auf dem Mund Kleid blank au+ Sonnen<ein!

Nactiga\ klagt und weint, Wo\ü#ig rau<t der Hain, A\e+ die Lieb#e meint:

Wo weilt @e so a\ein?

Weil’+ draußen [n#er war, Sah ic viel he\ern Scein, Je~t i# e+ lict und klar, Ic muß im Dunkeln sein.

Sonne nict #eigen mag, Sieht so ver<lafen drein, Wün<et den ganzen Tag, Daß wieder Nact möct sein.

Liebe geht durc die Lu}, Holt fern die Lieb#e ein; Fort über Berg und Klu}! Und Sie wird doc noc mein!

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Morgen#ändcen

In den Wipfeln fri<e Lü}e, Fern melod’<er Que\en Fa\, Durc die Einsamkeit der Klü}e Walde+laut und Vogel<a\, Sceuer Träume Spielgeno^en, Steigen a\ beim Morgen<ein Auf de+ Weinlaub+ <wanken Spro^en Dir in+ Fen#er au+ und ein. Und wir nahn noc halb in Träumen, Und wir tun in Klängen kund, Wa+ da draußen in den Bäumen Singt der weite Frühling+grund. Regt der Tag er# laut die Scwingen:

Sind wir a\e wieder weit – Aber tief im Herzen klingen Lange nac noc Lu# und Leid.

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Au+@ct

Komm zum Garten denn, du Holde! In den warmen, <önen Tagen So\# du Blumenkränze tragen,

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Und vom kühl kri#a\nen Golde Mit den fri<en, roten Lippen,

Eh ic trinke, läcelnd nippen. Ohne Maß dann, ohne Ricter, Kü^end, trinkend @ngt der Dicter Lieder, die von selb# ent<weben:

Wunder<ön i# doc da+ Leben!

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Abend#ändcen

Sclafe, Liebcen, weil’+ auf Erden Nun so #i\ und seltsam wird! Oben gehn die goldnen Herden, Für un+ a\e wact der Hirt.

In der Ferne ziehn Gewiµer; Einsam auf dem Scif]ein <wank, Greif ic draußen in die Zither, Weil mir gar so <wül und bang.

Sclingend @c an Bäum und Zweigen, In dein #i\e+ Kämmerlein

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Wie auf goldnen Leitern #eigen Diese Töne au+ und ein.

Und ein wunder<öner Knabe Scif} hoc über Tal und Klu}, Rührt mit seinem goldnen Stabe Säuselnd in der lauen Lu}.

Und in wunderbaren Weisen Singt er ein uralte+ Lied, Da+ in linden Zauberkreisen Hinter seinem Scif]ein zieht.

Ac, den süßen Klang verführet Weit der buhleri<e Wind, Und durc Scloß und Wand ihn spüret Träumend jede+ <öne Kind.

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Nact

1

Die Vöglein, die so fröhlic sangen,

Der Blumen bunte Pract, ’+ i# a\e+ unter nun gegangen,

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Nur da+ Verlangen Der Liebe wact.

2

Triµ nict hinau+ je~t vor die Tür, Die Nact hat eignen Sang, Da+ Waldhorn ru}, al+ rief’+ nac dir, Betrüglic i# der irre Klang, Endlo+ der Wälder Labyrinth – Behüt dic Goµ, du <öne+ Kind!

3

Überm Lande die Sterne Macen die Runde bei Nact, Mein Sca~ i# in der Ferne, Liegt am Feuer auf der Wact.

Über+ Feld be\en Hunde; Wenn der Mond<ein erblic, Rau<t der Wald auf im Grunde:

Reiter, je~t hüte dic!

4

Hör# du die Gründe rufen In Träumen halb verwact? Oh, von de+ Sclo^e+ Stufen Steig nieder in die Nact! –

251

Die Nactiga\en <lagen, Der Garten rau<et sact E+ wi\ dir Wunder sagen Die wunderbare Nact.

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Wahl

Der Tanz, der i# zer#oben, Die Mu@k i# verha\t, Nun kreisen Sterne droben, Zum Reigen @ngt der Wald.

Sind a\e fortgezogen, Wie i#’+ nun leer und tot! Du ruf# vom Fen#erbogen:

„Wann kommt da+ Morgenrot!“

Mein Herz möct mir zerspringen, Darum so wein ic nict, Darum so muß ic @ngen, Bi+ daß der Tag anbrict.

Eh e+ beginnt zu tagen:

Der Strom geht #i\ und breit,

252

Die Nactiga\en <lagen, Mein Herz wird mir so weit!

Du träg# so rote Rosen, Du <au# so freudenreic, Du kann# so fröhlic kosen, Wa+ #eh# du #i\ und bleic?

Und laß @e gehn und treiben Und wieder nüctern sein, Ic wi\ wohl bei dir bleiben! Ic wi\ dein Lieb#er sein!

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Die Sti\e

E+ weiß und rät e+ doc keiner, Wie mir so wohl i#, so wohl! Ac, wüßt e+ nur Einer, nur Einer, Kein Men< e+ son# wi^en so\!

So #i\ i#’+ nict draußen im Scnee, So #umm und ver<wiegen @nd Die Sterne nict in der Höhe, Al+ meine Gedanken @nd.

253

Ic wün<t, e+ wäre <on Morgen, Da ]iegen zwei Lercen auf, Die über]iegen einander, Mein Herze folgt ihrem Lauf.

Ic wün<t, ic wäre ein Vöglein Und zöge über da+ Meer, Wohl über da+ Meer und weiter, Bi+ daß ic im Himmel wär!

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