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Station 1 - Breitenfeld

Lied: Heiliges Kreuz, sei hoch verehret (GL 820) 2 Strophen

Impuls:

„Einer trage des andern Last“ (Gal.6,2). Was heißt das

heute in einer Zeit, in der die Kirche eine Glaubwürdigkeits- und Leitungskrise durchlebt, in der ein neuer Atheismus sich breit macht, in der viele meinen, Gott wäre eine Erfindung des Menschen, eine Kopfgeburt, in der viele weniger den Glauben an das Göttliche, an die Erlösung, sondern eher Vertrauen auf die Selbsterlösung des Menschen setzen.

Man kann nicht an Gott glauben und untätig bleiben. Die Praxis des Evangeliums zeigt den Weg. Im Tun des Menschen – so hoffen und glauben wir- ist Gott selbst am Werk, auch wenn im Menschen oft Böses und Niederträchtiges vorhanden ist. Wir glauben und vertrauen darauf, dass das Gute siegt, wie es die Frohbotschaft verspricht. Was ist zu tun? „Legt einander keine Lasten auf!“ (Mt. 23,4 u. Lk. 11,46) sagt Jesus den Gesetzeslehrern. Wie oft machen wir einander das Leben schwer durch unnötige Probleme, die aus Unachtsamkeit, Gleichgültigkeit, sturem Formalismus entstehen? Der Kreuzweg erinnert sehr deutlich an unsere menschliche Existenz, die auch aus Fehlern, Versagen, Misserfolgen und Leid besteht. Dreimal werden wir Gelegenheit haben, innezuhalten und darüber nachzudenken, wie wir einander Lasten des täglichen Lebens abnehmen können und nicht noch zu erschweren.

„Wenn einer sich zu einer Verfehlung hinreißen lässt, meine Schwestern und Brüder, so sollt ihr, die ihr vom Geist erfüllt seid, ihn im Geist der Sanftmut wieder auf den rechten Weg bringen. Doch gebt acht, dass ihr nicht selbst in Versuchung geratet. Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Jeder prüfe sein eigenes Tun. Dann wird er sich nur im Blick auf sich selbst rühmen können, nicht aber im Vergleich mit anderen. Denn jeder wird seine eigene Bürde zu tragen haben.“ (Gal. 6,1-3.4.5)

Weg zur Station 2 - Gürtelgebet

L : Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade.

A.: Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade.

L.: Freu dich, Jerusalem, kommt alle zusammen, die ihr Jerusalem liebt. Die ihr Leid getragen, seid fröhlich von Herzen. Frohlocket und trinkt euch satt an der Quelle des Trostes, die in Fülle euch fließt.

A.: Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade.

Station 2 – Gürtelgebet

Meditation:

Wir sind es gewöhnt, in unserer Umgebung Kreuze zu sehen:

In der Kirche, als Halskette, am Berggipfel.

Doch die unsichtbaren Kreuze, die viele Menschen auf ihren Schultern tragen, fallen uns nur selten auf. Einige von ihnen leiden unendlich unter ihrer Last; sie drohen zusammenzubrechen. Manche sterben darunter.

Wir können nicht alle Kreuze sehen. Aber manche können wir mittragen.

Lied: Ubi caritas

Ubi caritas et amor, ubi caritas Deus ibi est

Asylkreuzweg:

Jesus Christus, der Asylsuchende

Guter Gott, wie oft verschließen wir die Augen gegen die Unmenschlichkeit in unserer Umgebung! Wie oft vergessen wir, dass jeder Mensch Würde besitzt und unsere Achtung verdient? Wie oft verstecken wir uns hinter den Gesetzen, um das Leid der anderen auszublenden? Herr, erbarme

dich!

Guter Vater, Veronika hat eine kleine Geste des Mitgefühls gezeigt, von der Jesus Kraft schöpfen konnte. Viele kleine, freundliche Gesten hinterlassen Spuren. Lass auch uns auf die Menschen im Abseits zugehen - auch entgegen der Meinung der anderen. Lass uns ein

Segen für sie werden. Christus, erbarme dich!

Gütiger Vater, Simon hat deinen Ruf nach Nächstenliebe gehört. Haben auch wir genügend Mitgefühl für andere, um ihnen die Last des Kreuzes abzunehmen? Sind wir bereit, ein Risiko einzugehen, um Ungerechtigkeit zu überwinden? Herr, erbarme dich!

Litanei:

L: Geht euren Weg gemeinsam, damit ihr Freund seid dem Fremden.

A: Keinen Tag soll es geben, an dem einer von uns sagen muss: Es ist keiner da, der mich anhört!

L: Geht euren Weg gemeinsam, damit ihr Not leichter ertragt.

A: Keinen Tag soll es geben, an dem einer von uns sagen muss: Ich halte es nicht mehr aus!

L: Geht euren Weg gemeinsam, damit ihr das Glück gerecht teilt.

A: Keinen Tag soll es geben, an dem einer von uns sagen muss: Die Welt ist so ungerecht!

L: Geht

zurückruft.

Verirrte

euren

Weg

gemeinsam,

damit

ihr

A: Keinen Tag soll es geben, an dem einer von uns sagen muss: Es gibt kein Zurück mehr!

Lied: Ubi caritas

Weg zur Station 3 – Altlerchenfeld

Lied: Bekehre uns… (1. + 2. Str. , Heinz + alle)

Michael:

Wenn wir jetzt durch die Straßen unserer Pfarren dem großen Holzkreuz folgen, machen wir uns bewusst, wie Jesus unter der Last seines Kreuzes zusammenbricht. Als er keine Kraft mehr spürt und am Boden liegt, wird Simon von Zyrene aufgefordert, das Kreuz mitzutragen.

Auch in unserer Umgebung gibt es Menschen, die zusammenbrechen und aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen können.

Nehme ich mir Zeit, diese Menschen wahrzunehmen?

Bleibe ich stehen und schaue ich hin, auch wenn ich wie Simon gerade von der Arbeit komme?

Zeit haben ist kein Zeitproblem.

Lied: Bekehre uns… (3. Str. , Heinz + alle)

Auf den Kreuzwegtafeln in unserer Altlerchenfelder Kirche ist dargestellt, wie sich das Gesicht Simon von Zyrenes verändert, je länger er das Kreuz Jesu mitträgt.

Zunächst ist sein Ausdruck unbeteiligt, fast abweisend, dann tritt Wärme in seine Gesichtszüge. Er hilft einem anderen aufzustehen und in ihm selbst entsteht etwas Lebendiges, Neues. Auch in mir kann etwas Neues entstehen, wenn ich helfe einen anderen aufzurichten.

Lied: Bekehre uns… (4. Str. , Heinz + alle)

In jedem von uns wiederholt sich das Kreuztragen Christi. Auch wir brechen unter unseren Lasten manchmal zusammen. Jesus lässt sich von Simon helfen. Wie wir zu manchen Zeiten anderen tragen helfen sollen, müssen wir ebenso lernen, selbst Hilfe anzunehmen, wenn wir die Grenzen unserer Kraft fühlen.

Lied: Bekehre uns… (6. Str. , Heinz + alle)

Station 3 – Altlerchenfeld

Lied: Herr, gib uns Mut zum Hören (1.+2. Strophe)

Der Evangelist Lukas berichtet uns (Lk 23, 26):

Als sie Jesus hinausführten, ergriffen sie einen Mann aus Zyrene namens Simon, der gerade vom Feld kam. Ihm luden sie das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrage. Lk23,26

Lied: Herr, gib uns Mut zum Hören (3. Strophe)

Text - Außer mir (Almut Haneberg):

Lied: Herr, gib uns Mut zum Hören (4. Strophe)

Geschichte „Die stärkende Last“:

Durch eine Oase ging ein finsterer Mann, Ben Sadok. Er war so gallig in seinem Charakter, dass er nichts Gesundes und Schönes sehen konnte, ohne es zu verderben. Am Rand der Oase stand ein junger Palmbaum im besten Wachstum. Der stach dem Mann in die Augen. Da nahm er einen schweren Stein und legte ihn der jungen Palme mitten in die Krone. Mit einem bösen Lachen ging er nach dieser Tat weiter.

Die junge Palme schüttelte sich und bog sich und versuchte, die Last abzuschütteln. Vergebens. Zu fest saß der Stein in der Krone. Da krallte sich der junge Baum tiefer in den Boden und stemmte sich gegen die steinerne Last. Er senkte seine Wurzeln so tief, dass sie die verborgene Wasserader der Oase erreichten, und stemmte den Stein so hoch, dass die Krone über jeden Schatten hinausreichte. Wasser aus der Tiefe und Sonnenglut aus der Höhe machten eine königliche Palme aus dem jungen Baum.

Nach Jahren kam Ben Sadok wieder, um sich an dem Krüppelbaum zu freuen, den er verdorben hatte. Er suchte vergebens. Da senkte die stolzeste Palme ihre Krone, zeigte den Stein und sagte: "Ben Sadok, ich muss dir danken, deine Last hat mich stark gemacht".

Bleiben wir noch in seinem Frieden bei der Agape – Dank sei Gott, dem Herrn.

STRASSENKREUZWEG

2013

von

in seinem Frieden bei der Agape – Dank sei Gott, dem Herrn. STRASSENKREUZWEG 2013 von BREITENFELD

BREITENFELD

nach

ALTLERCHENFELD

in seinem Frieden bei der Agape – Dank sei Gott, dem Herrn. STRASSENKREUZWEG 2013 von BREITENFELD
in seinem Frieden bei der Agape – Dank sei Gott, dem Herrn. STRASSENKREUZWEG 2013 von BREITENFELD