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Max Uray

Ja, mir geht es  !


VitalEnergiePlan:
Ein „Klick“ in die Welt der Lebensenergie

Die Erschließung der energetischen Natur des Menschen


mit den Methoden der psychodynamischen Rhythmik.
Inhaltsverzeichnis

Vorwort 4
1. Einleitung
Die „Suche“ als Urantrieb des Menschen 5
Das Angebot 6
Der Nutzen 7
2. Allgemeiner Teil
Die Lebensenergie 9
Geschichtliche Hintergründe 11
Die Rhythmenarten 13
Kausale oder synchrone Zusammenhänge? 13
Die Sonne als Energielieferant 14
Die Rhythmen in unserem Sonnensystem 15
Wie oben, so unten 16
Das Schwingungsresultat von Sonne und Mond 19
Der Resonanzkörper des Menschen 20
Der Start des Resonanzgeschehens 21
Die Systematik der Selbstregulierung 22
Der Schwingungsablauf 24
Die rhythmischen Phasen 25
Die 4 Sektoren 26
Die Phasenübergänge 29
Rhythmusmodelle 30
3. Die drei Grundpotentiale des Menschen
Drei Elemente als Naturprinzipien 32
Das Antriebspotential - aP 32
Das emotionale Potential - eP 33
Das mentale Potential - mP 34
Die psychologische Seite 35
4. Die drei einfachen Funktionen
Die Entdeckung der 3 Funktionsrhythmen 38
Die Funktionsaspekte 39
Äußere Einflüsse 40
Das innere Lernprogramm 41
Die Stoffwechselfunktion - SF 41
Die Kreislauffunktion - KF 42
Die Kopf-/Nervenfunktion - NF 42
Funktionsbelastungen 43
Störungen und Krankheiten 44
Die Sonderstellung des Atems 45
Die Funktionszyklen 45
Die Wandlungspunkte 46
5. Die Harmoniefunktion
Die Schwingungen des evolutiven Systems 48
Maxima und Minima 51
Die Schleifen 51
Die Qualität der Zeit 53
Psychosomatische Zusammenhänge 55
Synchronität und Harmonisierung 55
Die Lebensabschnitte und Entwicklungsphasen 60

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6. Besonderheiten und Querverbindungen
Die Verteilung der Maxima und Minima 63
Die „Hohlspindel“ 65
Leistungsfähigkeit, Dynamik und Flexibilität 67
Die Parallelen zum I-Ging 69
Musikalische und harmonikale Zusammenhänge 71
Typologische Querverbindungen 72
Zusammenhänge mit astronomischen Zyklen 73e
7. Der zwischenmenschliche Bereich
Allgemeine Betrachtungen 74
Rhythmenverwandtschaft und -fremdheit 76
Die Partnerschaftsfunktionen 78
Dominanz und Führung 79
Die partnerschaftlichen Aspekte 80
0°-Aspekt (Konjunktion) 81
30°-Aspekt (Semisextil) 82
60°-Aspekt (Sextil) 82
90°-Aspekt (Quadrat) 83
120°-Aspekt (Trigon) 84
150°-Aspekt (Quinkunx) 84
180°-Aspekt (Opposition) 85
Die energetische Situation in Teams 86
8. Von der Zeugung bis zur Geburt
Das Kind als energetisches Resultat seiner Eltern 88
Bub oder Mädchen? 91
Die Schwangerschaft 93
Die Geburtsprägung 95
9. Ergänzende Zusammenfassung
Der Energiekreis 98
Der Aufbau des Energiesystems im Menschen 98
Zusammenfassung 99
10. Die praktische Anwendung
Vorbemerkung 99
Die einzelnen Anwendungsbereiche 100
1. Gesundheit und Wohlbefinden 100
2. Freizeit und Urlaub 102
3. Sport 103
4. Partnerschaft 103
5. Kinder 104
6. Berufsleben 104
7. Wirtschaft und Öffentlicher Dienst 104
8. Testanalyse „Verkehrsunfälle“ 105
11. Tabellen für die praktische Arbeit
Der Energiekreis 106
Die drei Potentiale 107
Die Funktionen 110
Die partnerschaftlichen Aspekte 115

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12. Anhang
Erklärung der in den Graphiken verwendeten Abkürzungen 117
Erklärung einiger Fachausdrücke 118
Fachliteratur zum Thema 119
Weitere Fachliteratur 120
Über den Autor 121
13. Bildteil
Abbildungen und Grafiken zum Textteil 122
Beispiele aus der Praxis 144

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Vorwort
Dieses Buch ist das Ergebnis einer langjährigen, interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf
dem Gebiet der Vitalenergie. Was anfangs nur als systematische und vergleichende Untersuchung der
unterschiedlichen Ansätze zum Thema „Lebenskraft“ gedacht war, entwickelte sich allmählich zu einer
ausgereiften Methode, mit deren Hilfe die energetischen Veränderungen im Menschen aufgezeigt, berechnet,
dargestellt und analysiert werden können. Es entstand ein einfaches, in sich schlüssiges und logisches
System, das einen ganzheitlichen Zugang zur inneren Natur des Menschen erlaubt und auf
naturwissenschaftlichen Fakten beruht. Es verbindet die Erkenntnisse der verschiedenen Wissenschaften –
Physik, Astronomie, Biologie, Psychologie und Theologie – mit den uralten Überlieferungen der
Menschheit.
Wir befinden uns derzeit an der Schwelle zum Energiezeitalter. Der Umgang des Menschen mit der Energie
ist zum bestimmenden Faktor der Gegenwart und der Zukunft geworden. Dies gilt nicht nur für die
Erschließung und den Verbrauch von Energien, die uns die Natur zur Verfügung stellt oder die wir mit
technologischer Hilfe erzeugen, sondern auch für jene Energie, über die der Mensch in seinem Inneren
verfügt, die ihn vital und gesund erhält und die ihm das Leben mit seinen vielfältigen Äußerungen erst
ermöglicht.
Die Besonderheit dieses Buches liegt darin, dass es die Aufmerksamkeit des Lesers auf seine innere
Befindlichkeit lenkt, die von energetischen Faktoren abhängt. Dadurch ergibt sich von selbst eine
Bewußtseinserweiterung und -vertiefung sowie ein praxisorientierter Zugang in Richtung innerer
Energieorganisation. Die meisten modernen, forschenden und suchenden Menschen geben sich ja mit
wissenschaftlichen Theorien allein nicht mehr zufrieden und suchen ganzheitliche Erklärungen. Sie möchten
wohl ihre alltäglichen, subjektiven Erfahrungen über die Veränderungen im eigenen Wohlbefinden
wissenschaftlich erklärt haben. Die Erklärung muß sich aber mit ihrem inneren Wissen decken. Nur in
diesem Fall führt sie zu einem echten AHA!-Erlebnis. Obwohl dieses innere Wissen bei den meisten
Menschen verschüttet ist und kaum mehr direkt ins Bewußtsein tritt, so stellt sich doch bei „stimmigen“
Aussagen intuitiv eine Art Zustimmung ein, ein Gefühl von Gewißheit. Dieses Gefühl soll dieses Buch dem
Leser vermitteln.

Ein Hinweis zur 1. Auflage auf CD

Es empfiehlt sich, das Kapitel 11. sowie den 2. Teil dieses Buches mit den Skizzen und Grafiken (Kapitel
12.) auszudrucken. Sie können die Datei „Skizzen & Grafiken“ auch zusätzlich öffnen und als Fenster neben
den Textteil stellen.

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1. Einleitung

Die „Suche“ als Urantrieb des Menschen

Jeder Mensch strebt im Innersten seines Wesens nach Erfüllung seines Lebens bzw. nach Vollkommenheit.
Um dieses Ziel zu erreichen, entwickelt er spezielle Fähigkeiten, die ihm entsprechen, und er möchte
Befriedigung und Sinnhaftigkeit bei allem, was er tut, erfahren. Der Alltag mit seinen vielfachen
Anforderungen scheint aber sein Bestreben zu durchkreuzen und das Erreichen seiner Ziele manchmal in
weite Ferne zu rücken. Dann können sich Leid, Schwäche und Mangel an Sinnhaftigkeit breit machen und
allmählich die Oberhand gewinnen.

Das ist der Zeitpunkt, an dem viele Menschen innehalten, sich zu besinnen beginnen und sich auf die Suche
nach den essentiellen Werten des Lebens machen.

Die Suche wird dem modernen Menschen nicht leicht gemacht, denn es herrscht ein geradezu inflationäres
Angebot an Religionen, esoterischen Lehren und Ideologien, die allesamt das Heil des Menschen im Auge
haben und dennoch versagen müssen, wenn es ihnen nicht gelingt, ihn mit seiner inneren Natur zu verbinden.
Die Problematik besteht darin, dass die Reform des Menschen mit Methoden und Lehrsätzen, die von außen
an ihn herangetragen werden, nicht gelingt. Dem modernen Menschen fehlt meist der Zugang zum innersten
Kern, hat er doch seine inneren Sinne, seine Sensibilität und sein Urwissen, oft auch sein Gewissen, seit
langem verloren.

Es hat sich längst herumgesprochen, dass der Mensch der Schmied seines eigenen Schicksals ist und er selbst
die Verantwortung dafür trägt, so zu werden, wie er bestenfalls sein kann: vollkommen im Rahmen seiner
individuellen Möglichkeiten. Also ist es nur verständlich, dass einem niemand den eigenen Entwicklungsweg
abnehmen kann, ja nicht einmal wesentlich weiterhelfen kann. „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!“ heißt
eine Binsenweisheit, die allerdings noch immer ihre Gültigkeit hat.

Wie soll die eigene Entwicklung bzw. die „Rückverbindung zum Urgrund“ – ein anderes Wort für Religion –
aber funktionieren, wenn Vorbilder fehlen und esoterische Methoden und Kirchen letztlich versagen? Früher
war der Mensch mit der Natur verbunden, es gab Schamanen und Eingeweihte, die dem Menschen zur Seite
standen, und durch religiös geprägte Rituale wurde die Verbindung zur „anderen Welt“ hergestellt. Kinder
haben heute noch einen natürlichen Zugang zur Natur, nur bei ihren Eltern handelt es sich in den wenigsten
Fällen um Eingeweihte oder Seelenkundige. Es ist daher verständlich, dass ein heranwachsender Mensch den
Verlockungen der verschiedenen Seelenfänger leicht erliegen kann.

Es kann nur sinnvoll sein, wenn der Mensch in sich selbst nach der Erfüllung seines Lebens sucht. Die alte
Forderung „Mensch erkenne dich selbst!“ am Tempel von Delphi hat nichts an Aktualität eingebüßt, und die
überlieferten Worte Jesu „Strebe zuerst nach der Vollkommenheit Gottes, und alles andere wird dir
dazugegeben“ in Verbindung mit dem Hinweis „Dein himmlischer Vater ist inwendig in dir“ deuten die
Richtung an, in die der Mensch gehen kann.

Die Frage ist nur: was und wie soll man in sich suchen? Was ist es, das im Innersten gefunden werden kann?
Sind es Antworten auf brennende Fragen, sind es Einsichten, sind es Gefühle der Harmonie und des Glücks,
ist es Sinnhaftigkeit, sind es Wahrheiten, so es welche gibt? Sind es Erkenntnisse, die einem zufallen? Ja, es
ist von allem etwas, das sich offenbart, sobald man sich nach innen wendet und in sich hinein „horcht“. Das
Ideal, nach dem man strebt, ist hier allerdings nicht zu finden. Was zu allererst bewußt wird, ist das Verfehlen
des Ideals, also die Disharmonie, die Schwäche, das Leid, die Sinnlosigkeit. Die innere Wahrnehmung
erstreckt sich nämlich über den momentanen, individuellen Zustand. Es ist eine Art Bestandsaufnahme über
den Grad der Verwirklichung von Glück, Sinnfülle und Stärke – oder deren Gegenteil. Im aufmerksamen
Präsentsein, dem göttlichen Zustand der „Allgegenwart“, offenbart sich im nach-innen-Horchen der Grad an
Vollkommenheit oder Unvollkommenheit, an „Allmacht“, „Allgüte“ und „Allweisheit“, den drei göttlichen
Eigenschaften. Also wird das Abweichen von diesen Idealen als ein bestimmtes Gefühl und als Stimmung
bewußt, sobald man die Aufmerksamkeit nach innen richtet.

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Die Macht des Menschen ist eng verknüpft mit seinem Willen und seinen Handlungen, die Liebe wiederum
ist mit den Emotionen verbunden, während die Weisheit die Vollendung der mentalen Komponente darstellt.
Was liegt also näher, als sich mit dem eigenen Wollen und Tun, mit den eigenen Gefühlen sowie mit dem
eigenen Gedankenleben auseinanderzusetzen? Alle Disharmonien im Leben beruhen letztlich auf einem
gestörten Zusammenwirken dieser drei psychischen Komponenten.

Wer sich solcherart in steter Selbstbeobachtung übt, wird bald bemerken, dass die inneren Zustände einem
permanentem Wandel unterliegen. Einmal ist man unternehmungslustig, man könnte Bäume ausreißen; dann
ist man wieder erholungsbedürftig und antriebslos. Nach einer Zeit guter Laune gerät man oft in schlechte
Stimmung. Eine Phase sprühender, kreativer Geistigkeit wird von einer Phase abgelöst, in der man sich mit
der bloßen Anschauung der Dinge und Geschehnisse begnügt. Einmal fühlt man sich harmonisch, ein
andermal wieder unrund – und umgekehrt.

Es läßt sich, wenn man eine Art „inneres Tagebuch“ führt, eine Regelmäßigkeit im Wandel der Zustände
erkennen. Man könnte sagen, dass in uns ein System wirkt, das den inneren Zustand regelt und lenkt. Wenn
man diesem Regelsystem nachspürt, hat man einen perfekten Zugang zur eigenen inneren, energetischen
Natur gefunden. Ab diesem Zeitpunkt wird die Selbstbeobachtung zur Selbsterkenntnis und es beginnt die
Phase der Selbstregulierung, die mit der Selbstverwirklichung, mit der Vollendung des Menschen, endet.

Selbstbeobachtung ist der Schlüssel zur Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung.

Das Angebot

Der Versuch, die individuelle Suche des Menschen zu systematisieren und zu schematisieren, um geeignete
Rezepte für die Heranwachsenden zur Hand zu haben, hat lange Tradition. Jede Kultur hat ihre eigene
Religion, ja eine Vielzahl von religiösen Möglichkeiten, die allesamt die Optimierung des Menschen über
den Weg der Verinnerlichung zum Ziel haben. Ihr Nachteil liegt darin, dass die Zugehörigkeit zu einer
Religionsgemeinschaft mit einem Berg von Äußerlichkeiten verbunden ist, die allesamt nichts mit dem
essentiellen Ziel zu tun haben, ja die es sogar zu erreichen verhindern. Wenn wir uns die verschiedenen
Möglichkeiten anschauen, die dem suchenden Menschen in Form von fertigen Methoden oder Ideologien
angeboten werden, so kann keine von ihnen auch nur ansatzweise die Erfolge, die sich durch die
Selbstbeobachtung einstellen, erzielen.

Das generelle Streben des Menschen nach Erkenntnis, also nicht nur nach Selbsterkenntnis, führte allerdings
bald in eine andere Richtung: nach außen statt nach innen, in Richtung Natur und Umwelt. Die
Wissenschaften, die sich nach und nach entwickelten, ließen ein besseres Verständnis der Welt und ihrer
Phänomene, und wie diese im Innersten zusammenhängen, entstehen. Ihr Nachteil besteht darin, dass für
subjektives Erleben in einer wissenschaftlich vermessenen Welt kein Raum bleibt, dass die
wissenschaftlichen Erkenntnisse wohl zu einer Optimierung der Lebensumstände, nicht aber zu einer des
Menschen selbst, beitragen. Die fragmentarische Sichtweise der einzelnen Wissenschaften ist nicht dazu
angetan, das ganzheitliche Streben des Menschen zu erfüllen. Ihr Suchen ist nie zu Ende; kaum hat sich ein
Fenster geöffnet, breiten sich weitere Räume aus, die erforscht werden wollen. Ihre Antworten sind nie
restlos wahr, sondern nur Meilensteine auf dem Weg zum Ideal der Wahrheit. Ihr Erfolg beruht auf der
Methode, die bisherigen Erkenntnisse in Frage zu stellen, um bessere Antworten zu erhalten. Die Ergebnisse
ihrer Experimente führen immer nur zu dem Ziel, das der Wissenschafter erreichen will. Die Wissenschaft ist
also hauptsächlich das Ergebnis menschlichen Wollens, weniger des Zufalls. Sie folgt nicht dem Streben
nach innerer Harmonie, sondern will Modelle über die Welt und ihre Gesetzmäßigkeiten liefern. Mit der
Selbstbeobachtung verbindet sie allerdings das Bestreben, sich nicht mit dem Bisherigen zufrieden zu geben,
sondern Schritt für Schritt weiter zu gehen.

Ebenso wie die Wissenschaft von den äußeren Phänomenen versucht die Esoterik, die sich den inneren
Phänomenen verschreibt, Modelle anzubieten, die den Menschen zu mehr Erkenntnis verhelfen. Zur
Selbsterkenntnis führen diese Modelle nicht, wenn sie auch gangbare Wege aufzeigen, wie der Mensch mit
inneren Sphären in Kontakt kommen kann. Esoterisches Wissen allein ist nur ein anderes Wissen; es betrifft
den Kopf, es berührt nicht das Herz des Menschen.

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Die Natur- und Geisteswissenschaft erweitert, die Forschung vertieft das Wissen der Menschheit, ohne das
Bewußtsein zu erhöhen. Die esoterischen Lehren erweitern und vertiefen das Bewußtsein, ebenfalls ohne es
zu erhöhen. Die Erhöhung des Bewußtseins ist abhängig von der spirituellen Entwicklung des einzelnen
Menschen. Die Lösung liegt wohl in der Verbindung beider Arten von Wissenschaft, der objektiven und der
subjektiven, mit den Möglichkeiten spiritueller Entfaltung. Leider gelten viele Versuche ganzheitlicher
Wissenschaft nach wie vor als „Grenzwissenschaft“, weil sie für den Spezialisten zu viele wissenschaftliche
Disziplinen und Gebiete umfassen. Ziel einer solchen holistischen Wissenschaft muß es sein, die subjektiven
Wahrnehmungen innerer Zustände mit objektiven wissenschaftlichen Fakten in Verbindung zu bringen und
passende Erklärungen zu finden, die vom Menschen, der nach Selbsterkenntnis ringt, als stimmig anerkannt
werden. Diese Forderung wird von der psychodynamischen Rhythmik (PDR), von der dieses Buch handelt,
voll und ganz erfüllt.

Neben den westlichen Ansätzen zu einer ganzheitlichen Wissenschaft liefern die alten östlichen Traditionen
sowie jene der Naturvölker bewährte Methoden zur menschlichen Vollendung. So führen beispielsweise die
verschiedenen Yogasysteme zu einer Verbesserung der eigenen Fähigkeiten und des Allgemeinbefindens.
Viele Menschen der sogenannten „zivilisierten Welt“ beschäftigen sich mit den überlieferten Techniken und
bringen es zu beachtlichen Resultaten. Theorie und Praxis gehören also untrennbar zusammen, wenn es um
den Entfaltungsweg des Menschen geht.

Durch die praktische Anwendung der psychodynamischen Rhythmenmethoden erfährt der Mensch
nicht nur eine Vertiefung und Erweiterung, sondern auch eine Erhöhung seines Bewußtseins.

Der Nutzen

Was hat man davon, wenn man über die eigene energetische Situation oder über die anderer Menschen
Bescheid weiß? Warum soll man sich damit auseinandersetzen? Wie kann man davon profitieren?

Die Antwort ist leicht gefunden: Mit Hilfe der psychodynamischen Methoden öffnet sich eine Dimension des
Lebens, in die man normalerweise nicht vordringen kann, die unterschwellig wirkt und den meisten
Menschen verborgen bleibt. Wenn man aber Einblick in das innere energetische Geschehen bekommt, kann
man sich in einem Bereich „umschauen“, der kosmische Gesetzmäßigkeiten in sich birgt, der also einem
äußeren Geschehen unterliegt, das man untersuchen kann. Wenn diese Gesetzmäßigkeiten bekannt sind, kann
man vergangene und zukünftige Entwicklungen präzise verfolgen. Man kann quasi die Vergangenheit, die
Gegenwart und die Zukunft eines Geschehens untersuchen und daraus seine Vorteile ziehen.

Wenn ein Geschäftsmann weiß, welche Energien ihm an einem bestimmten Tag, an dem ihm eine wichtige
Verhandlung bevorsteht, in welcher Qualität zur Verfügung stehen, dass er beispielsweise vital, aktiv, kreativ
und emotional ruhig sein wird, dann wird er seine Gesprächstaktik danach ausrichten. Er wird also von
diesem Wissen profitieren.

Wenn ein Mensch auf Urlaub fahren will und weiß, dass ihm eine erholsame, ruhige und passive Phase
bevorsteht, wird er keinen Aktivurlaub planen, sondern sein Urlaubsziel den Umständen anpassen. Er wird
vielleicht seinen Urlaub mit einer Kur verbinden, die er immer schon machen wollte, und sich optimal
erholen.

Wenn ein Arzt herausfinden kann, wann sich der nächste Migräneanfall bei seinem Patienten ereignen wird,
wird er dieses Wissen zum Nutzen des Patienten anwenden. Er wird das energetische Muster erkennen, das
hinter diesen Anfällen steht und die psychosomatischen Zusammenhänge herauszufinden versuchen.

Wenn sich ein Lehrer davon überzeugen konnte, dass seine Schüler zu gewissen Zeiten bessere Schularbeiten
schreiben als an anderen Tagen, wird er die Termine dafür richtig ansetzen. Er wird dafür Sorge tragen, dass
sie bessere Arbeiten abliefern und erfolgreicher in seinem Fach sind.

Wenn ein Trainer weiß, dass einige Ersatzspieler beim nächsten Match bessere energetische Voraussetzungen
aufweisen als manche Stammspieler, wird er die Aufstellung seiner Mannschaft danach ausrichten. Er wird

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dadurch vermeiden, dass Spieler gesundheitlichen Schaden davontragen, wenn sie zeitlich bedingten
Funktionsbelastungen ausgesetzt sind.

Wenn Eltern die Zusammenhänge erkennen, warum ihre Kinder in ihren Anlagen und Interessen so
grundverschieden sind, warum es immer wieder zu Schwierigkeiten mit einem von ihnen kommt, warum
eines besser lernt als das andere, warum sie emotional so unterschiedlich reagieren, werden sie besser damit
umgehen als solche, die von diesen Zusammenhängen nichts wissen.

Wenn zwei Lebenspartner den Grund herausfinden, warum sich in ihrer Beziehung immer wieder
Spannungen aufbauen, die nur kurze Zeit dauern, werden sie toleranter miteinander umgehen und die Schuld
an diesen Spannungen nicht dem jeweils anderen zuschieben. Sie werden zu einem harmonischeren
Zusammenleben kommen.

Diese paar Beispiele von vielen Möglichkeiten zeigen schon, dass tiefere Einsichten zu besseren und
vernünftigeren Entscheidungen führen können. Es können Fehler vermieden werden, die man begehen
würde, hätte man nicht von den energetischen Gegebenheiten Kenntnis.

Wenn in diesem Buch eine Methode vorgestellt wird, mit deren Hilfe sich die qualitative, subjektiv erfahr-
bare Seite des Lebens mit Hilfe von Symbolen objektivieren und auf diese Weise verstehen läßt, so sollen
auch ihre Grenzen klar aufgezeigt werden: Die psychodynamischen Methoden decken energetische Zustände
auf, sie liefern keine objektiv meßbaren Ergebnisse. Sie lassen erkennen, welche Qualitäten die
unterschiedlichen Bereiche der Lebenskraft zu bestimmten Zeiten aufweisen. Nicht kann vorausgesagt
werden, was der Mensch mit seinen Energien anfangen wird. Es können nur Möglichkeiten aufgezeigt
werden, günstige oder ungünstige Voraussetzungen für bestimmte Aktivitäten oder Zustände, es können aber
keine bindenden Anleitungen zum Handeln oder Nicht-Handeln gegeben werden. Aussagen in diese
Richtung wären suspekt, denn sie würden den Bereich der Wahrsagerei berühren.

Wenn beispielsweise komplizierte Akten durchzuarbeiten sind, kann man einen Zeitpunkt wählen, an dem
die energetischen Voraussetzungen im Mentalbereich optimal sind. Lesen wird man immer können, doch zu
gewissen Zeiten fällt es einem leichter als an anderen Tagen; das wird jeder Leser mehrmals in der Praxis
erfahren haben. Man wird dieses Wissen bei der Zeitwahl berücksichtigen und von der Entscheidung
profitieren.

Ein anderes Beispiel: Das Eintreffen von Migräneanfällen kann mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit
vorausgesagt werden. Es gibt energetische Voraussetzungen, die Kopfschmerzen fördern. Doch nicht an
jedem der möglichen Zeitpunkte wird ein Migräneanfall auftreten, sondern nur an einigen. Alle Anfälle
finden jedoch an prognostizierten Zeitpunkten statt. Die Prognosen bleiben wie bei der Wettervorhersage im
Rahmen der Wahrscheinlichkeit. Diese ist je nach inneren und äußeren Begleitumständen (psychische und
physische Konstitution sowie Umwelteinflüsse) mehr oder minder groß. Es lassen sich wahrscheinliche,
keine sicheren Ereignisse (wie das Eintreffen des nächsten Sonnenuntergangs) prognostizieren. Je öfter sich
Prognosen erfüllen, mit desto größerer Sicherheit kann man sich nach ihnen richten, wodurch sich auch
Handlungsmotive verschieben. Der Mensch gewinnt also mehr Entscheidungsmacht durch mehr
Entscheidungswissen, doch wie er sich entscheiden wird, bleibt ganz allein ihm und seiner Intention
überlassen. Seine Entscheidungsfreiheit und Selbstverantwortung wird nicht eingeengt, sondern erweitert.

Naturgemäßes Handeln, mitmenschliches Fühlen und wertfreies Denken sind Grundpfeiler


menschlicher Entwicklung und lassen sich durch Selbstbeobachtung und -regulierung trainieren.
Dabei sind die psychodynamischen Rhythmenmethoden hilfreich, und man wird in allen Bereichen
des Lebens eine Verbesserung erfahren.

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2. Allgemeiner Teil

Die Lebensenergie

Wenn wir von Lebensenergie sprechen, meinen wir die innere Energie, die Vitalkraft, die uns zur Verfügung
steht. Im weiteren Sinne ist aber alles, was existiert, sowohl energetischer als auch geistiger Natur.

Zwischen den beiden Polen des unendlich Großen und unendlich Kleinen pulsiert die Schöpfung in
unzähligen Rhythmen. Im Menschen schwingen die Rhythmen des Mikrokosmos, und zwar in Resonanz zu
den Rhythmen des Makrokosmos, auch wenn wir uns dessen nur vage oder überhaupt nicht bewußt sind.
Geistige Prinzipien bestimmen uns, Kräfte beeinflussen uns; genau betrachtet bestehen wir ausschließlich
aus gebündelter, koordinierter, verdichteter und pulsierender Energie, die Informationen enthält und
weiterträgt.

Dass unser Wille, unsere Gedanken, aber auch unsere Emotionen und Gefühle ein Energiepotential
darstellen, das wir entweder aufbauend oder zerstörend einsetzen können, wissen wir. Wie steht es aber mit
unserem Körper? Er setzt sich aus verschiedenen Organen, Geweben, Gerüsten und Systemen zusammen,
die nach einem genialen Plan entworfen sind und normalerweise ohne unser Eingreifen optimal
funktionieren. Größere und kleinere Reparaturen werden ohne unser Zutun und genau nach Plan vollzogen,
und solange wir die Lebensgesetze nicht verletzen, bleiben wir gesund und können uralt werden. Wir wissen
auch, dass schädliche Umwelteinflüsse, aber auch Verletzungen, diese geniale Ordnung empfindlich stören
können. Wir haben bei ihrer Bewältigung oft ein Problem, wobei unsere Einstellung entscheidet, ob das
Problem Leidcharakter annimmt oder nicht. Allmählich haben wir auch verstanden, dass uns destruktive
Gedanken und Gefühle, wie auch Emotionen, schwer schädigen, dass sie sogar zum frühzeitigen Tod führen
können. Hier wirken also Energien auf unsere geniale Lebensorganisation ein, verändern das Programm und
führen zu Fehlschaltungen.

Wie können wir uns das vorstellen? – Nun, die Bausteine der Organe, die vielen Zellen, sind einem „Organ-
Programm“ untergeordnet, arbeiten aber jede für sich nach einem Spezialprogramm. So ist das Programm
der Magenschleimhaut ein anderes als das der Zellen der Magenmuskulatur. Träger dieser
Informationsgruppen sind die Gene, die DNS (Desoxyribonukleinsäure) mit ihrer wendeltreppenförmigen
Form, der Doppelhelix, die wiederum aus einem Plus- und einem Minusfaden besteht. Der Doppelfaden
selbst besteht aus je einer Kette von Phosphorsäureverbindungen und Desoxyribose in regelmäßiger,
bausteinartiger Verbindung. Beide Fäden sind in regelmäßigen Abständen wie durch Sprossen einer
Strickleiter verbunden, wobei jede Sprosse aus einem Basenpaar besteht. Es gibt vier Basen, wobei sich stets
zwei komplementär ergänzen. Je drei dieser vier Basen bieten nun 64 Kombinationsmöglichkeiten. Es war
die herausragende Entdeckung Martin Schönbergers, dass er die verblüffende Ähnlichkeit der Systematiken
von genetischem Code und dem I-Ging (eine uralte naturphilosophische Lehre aus China, die auf dem
Wandel zweier gegensätzlicher Prinzipien, Yang und Yin, beruht und das Wirken und Wandeln der Kräfte in
allem Lebendigen und in der „toten“ Natur beschreibt) herausfand. Hier zeigt sich also ein Zusammenhang,
der jeden Naturwissenschafter überzeugen muß. Beide Systeme beschreiben die Vielfalt der Welt von zwei
verschiedenen Seiten, aber in einer einheitlichen „Weltformel“. Man kann davon ausgehen, dass das
Programm, nach dem unsere Lebensvielfalt ausgerichtet ist, energetischer Natur ist, besser gesagt:
elektromagnetischer Natur, wobei diese wiederum auf der Spannung zwischen Yang und Yin beruht bzw. auf
das Zusammenspiel von Prinzipien zurückzuführen ist, die sich aus Yang und Yin zusammensetzen. Des
weiteren läßt sich das periodische System der chemischen Elemente mit Hilfe des I-Ging verdeutlichen, so
dass sich immer mehr Indizien eines geistig-energetisch-materiellen Zusammenhanges ergeben.

Wie steht es aber mit den Bausteinen der Moleküle, die unsere Zellen bilden? Man ist heute fest davon
überzeugt, dass die Atome in Wirklichkeit selbst nur aus elektrischen Ladungen bestehen. Beim Elektron
(Masse Null, negative Ladung) war das schon seit geraumer Zeit bekannt. Die weitere Erforschung der
Atomkerne führten zur SU3-Theorie (Gell-Mann) und zum Quarkmodell: Bisher unteilbare kleinste Teilchen
mit der Masse Null bestehen aus noch kleineren Elementarteilchen mit 0, ± 1/3 oder ± 2/3 Ladung des
Elektrons.

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Also auch von der anorganischen Seite her gesehen, besteht die Schöpfung aus Energie, aus Ladungspaaren,
die sich als Pole gegenüberstehen, die zur Wiedervereinigung streben und so eine Relation eingehen und eine
kreisende Bewegung ausführen, wodurch eine Form entsteht. Die Religionen bezeichnen die konträren
Kräfte, die im polaren Geschehen auftreten, als Schöpfungskraft (Primärkraft) und Heimholungskraft
(Christuskraft, Kraft der Liebe). Da beide Kräfte gleich stark sind, werden sie durch immerwährendes
Schwingen im Gleichgewicht gehalten.

Wenn wir den Begriff „Geist“ als Summe aller Möglichkeiten definieren, ergibt sich aus dieser Summe die
unendliche Vielfalt der Rhythmen. Gleichzeitig schwingen alle diese unzähligen Rhythmen nach einem
einheitlichen Gesetz. Das Wirken dieses Gesetzes kann mathematisch, philosophisch, religiös oder esoterisch
gesehen werden, stets verbindet es aber alle Formen von Rhythmen. Dieses Gesetz tritt uns in Form von
Synchronität entgegen, in Beziehung von „ähnlich wie ...“ oder „immer wenn, dann ...“. Die synchronen und
analogen Bezüge sind es, die unser Bewußtsein ermöglichen und zur Erkenntnis führen.

Je näher zwei Pole zu einander stehen, je weniger weit sie also aus der Einheit herausgetreten sind, oder –
bildlich gesprochen – je näher sie dem Schöpfungsursprung stehen, um so schneller schwingt der Rhythmus
im Mikrokosmos und im Makrokosmos. Wir wissen von den unvorstellbar schnellen Vibrationen des
Lichtes, von den rasanten Schwingungen der Elektronen im ständigen Kreisen um den Atomkern, von den
Schallwellen bis zum Atem und Puls des Menschen. Wir wissen von Erdbebenwellen, von Ebbe und Flut,
wir leben im täglichen Rhythmus von Tag und Nacht, Wachen und Schlafen, Bewegung und Ruhe,
Nahrungsaufnahme und Ausscheidung. Wir beobachten den Wechsel der Mondphasen, der Jahreszeiten, der
Sonnenfleckenaktivität. Die Astronomen registrieren den Umlauf der Planeten um die Sonne, beschreiben
deren Einwirkungen auf das Magnetfeld der Erde und das parallele Geschehen auf den einzelnen
Beobachtungsebenen. Schließlich berichtet man uns vom Platonischen Jahr, das durch die Präzession der
Erdachse entsteht und im Verlauf seiner fast 26.000 Erdenjahre verschiedene Hochkulturen entstehen und
vergehen läßt. Der größte uns vorstellbare Rhythmus schließlich umfaßt das Werden und Vergehen der
Galaxien und des gesamten Universums (der „Atem Brahmas“).

Wir erkennen (oder erahnen zumindest), dass wir selbst und unser gesamtes Universum ausschließlich auf
Grund zweier polarer Prinzipien aus bewegter und daher lebendiger Energie, Lebensenergie, bestehen, die in
ihrem rhythmischen Schwingen geordnet, geregelt, harmonisch und planvoll die Welt der Erscheinungen
aufbaut.

Wenn wir „Leben“ wirklich verstehen wollen, müssen wir die Gesetzmäßigkeiten, nach denen die Rhythmen
schwingen und durch die sie entstehen und bestehen, auch uneingeschränkt anerkennen. Da Rhythmen so
lange schwingen, solange es eine Schöpfung durch zwei Pole gibt und solange es daher Polarität gibt, gibt es
auch Leben, solange es Schöpfung gibt. Leben ist auf keine bestimmte Ebene beschränkt.

Alles, aber auch wirklich alles, schwingt ständig und lebt daher, sobald es sich in einer Organisation
strukturiert hat. Die Energie, die diese verschiedenen Rhythmen hervorruft, hört nie auf zu wirken, denn
würde sie aufhören zu bestehen, würden augenblicklich alle ausgebildeten Pole und Polaritäten in der Einheit
verschmelzen und sich auflösen; das Universum würde aufhören zu existieren und ins Nichts verschwinden.
Wir können andererseits beobachten, dass verschiedene Rhythmen aufeinander verstärkend oder hemmend
einwirken (z.B. Sonne und Mond in Konjunktionslage, also bei Neumond, bei der eine Springflut entstehen
kann), dass dadurch neue Schwingungen aufgebaut werden, dass Änderungen der Frequenzen und
Amplituden möglich sind. Es ist auch bekannt, dass Energien in einem begrenzten Feld schwanken können;
sie verlagern sich woanders hin oder wechseln ihre Dimension. Die Sprünge der Elektronen innerhalb der
Atomschalen versinnbildlichen diese Energieumwandlungen. Die Wissenschaft kennt vier Arten von
Kräften, die ständig untereinander in Beziehung stehen und die Welt zusammenhalten: die
elektromagnetische, die strahlende, die anziehende (Gravitation) und die Kernkraft. Sie entsprechen absolut
den vier Kräften, die im I-Ging beschrieben werden. Im Kräftewandel ändert sich lediglich bei geänderter
Prinzipienlage eine Form. Wechselt eine Kraft ihre Dimension, wechselt auch die Form ihre Dimension.

Nach den alten esoterischen Lehren verkörpert der Mensch sieben Prinzipien, die mit den sieben Strahlen,
den sieben Energiezentren (Chakras) und den sieben Sphären korrelieren. Diese sieben Prinzipien können
auf fünf (chinesische Elemente), vier (klassische Elemente), drei (Biorhythmen) oder zwei Prinzipien (Yang
und Yin) reduziert oder aber auf neun (Enneagramm), zehn (Planeten), zwölf (Tierkreiszeichen) oder 64

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(Hexagramme des I-Ging) „Archetypen“ erweitert werden; sie dienen den verschiedensten esoterischen
Systemen als Grundlage.

Die Feinheit der jeweiligen Sphäre steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Dimension der jeweiligen
Energie. Die Dimension wiederum steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den „Atomschalen“. Die
Stärke der polaren Anziehung bestimmt die Durchdringungsfähigkeit bzw. Dichte eines energetischen Feldes
bzw. einer Sphäre.

Das Bewußtsein des Menschen kann alle Dimensionen durchdringen. Es spielt aber für die Qualität des
Lebens eine entscheidende Rolle, ob der Mensch in groben oder feinen Sphären lebt. Das Bewußtsein der
einzelnen Lebewesen ist nur scheinbar in ihnen selbst isoliert und innerhalb einer kleineren oder größeren
Bandbreite entwickelt; de facto besteht aber ein Bewußtseinsganzes, das alle Möglichkeiten widerspiegelt.
Manchmal steigt auch im Einzelnen das Bewußtsein in höhere Sphären auf, ein Phänomen, das wir in der
Versenkung oder in Träumen erfahren können. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit von der Außenwelt
abziehen und uns dem uns innewohnenden Lebensprinzip zuwenden, durchschreiten wir bewußt die Sphären
der Emotionen, Gedanken und Zusammenhänge, um schließlich in der Energie selbst zu ruhen. Nichts
anderes geschieht übrigens beim Sterbeprozeß: Die uns innewohnende Energie verläßt die starre Hülle eines
verbrauchten, irdischen Körpers, um in einer feineren Sphäre bewußt zu verweilen.

Unsere Seele, oder wie wir unser Innerstes auch immer bezeichnen, kann als energiegeladene Organisation
gesehen werden, die innerhalb der Summe aller Möglichkeiten (Rhythmen) zu einem immer größer
werdenden Anteil vom Ganzen heranreift, um schließlich vollbewußt und vollkommen (ganz) zu werden,
also die Fülle, die Summe aller Möglichkeiten, die reine Geistigkeit, zu erreichen.

Lebensenergie ist Energiefluß zwischen zwei gegensätzlichen Polen. Lebenskraft entsteht durch
rhythmische Bewegung von energetischen Feldern, daher ist Rhythmus Voraussetzung des Lebens.
Rhythmen entstehen nicht in der Natur, sondern sie ermöglichen die Natur.

Geschichtliche Hintergründe

Seit eh und je war es den Menschen bewußt, dass nicht zu jeder Zeit die äußeren und inneren Energien in
gleichem Maße wirken. Vor etwa 5.000 Jahren entwickelte sich in China die Lehre vom Yang, dem aktiven,
zeugenden, männlichen, lichten, warmen und trockenen Prinzip, und vom Yin, dem passiven, empfangenden,
weiblichen, dunklen, kalten und feuchten Prinzip. Diese beiden Prinzipien schaffen ein System von polaren
Kräften, die untereinander in ständigem Austausch und Wechsel stehen, deren Ablauf letztlich
vorausbestimmbar ist. Das I-Ging, das Buch der Wandlungen – bis zur Übersetzung durch R. Wilhelm nur
wenigen westlichen Eingeweihten zugänglich –, gewinnt zunehmend an Bedeutung; nicht nur wegen seiner
verblüffenden Vorhersagemöglichkeit und tiefen Weisheit, sondern vor allem wegen seiner Parallelität zu den
Erkenntnissen der Atomteilchenforschung und in Hinblick auf den genetischen Code. Es zeigt in symbolisch
verschlüsselter Sprache die verschiedenen Bewußtseinsformen und Archetypen auf, enthält aber auch das
periodische System der chemischen Elemente und der vier Aminosäuren, die am Bau der Doppelhelix
beteiligt sind. Wesentliches Element dieser uralten Lehre ist die Erkenntnis zweier entgegengesetzter, aber
einander bedingender Prinzipien, die aus der ursprünglichen Einheit herausgetreten sind und permanent
aufeinander zustreben, wodurch eine zyklische Bewegung entsteht, das Urbild des Lebens. Aus diesen
beiden Prinzipien bilden sich sämtliche Archetypen, die sich wiederum auf jeder Ebene in verschiedenen
Formen manifestieren.

In den philosophischen und religiösen Systemen vergangener Hochkulturen spielte das Rad als Symbol des
Wandels alles Lebendigen eine bedeutende Rolle. Dieses wurde meist mit einer senkrechten und
waagrechten Achse abgebildet. Auch das Kreuzsymbol weist auf das zyklische Geschehen hin.

In Ägypten wurde den Menschen vor mehr als 3.000 Jahren in uns überlieferten Kalendern geraten, wie sie
sich an einzelnen Tagen des Jahres verhalten sollen. König Salomon sagte im Buch Salomon 3, 1-8 manches
über die Qualität der Zeit aus. Etwa um 500 v. Chr. sprach Heraklit in seiner Lehre vom Wandel allen Seins
sein uns überliefertes Wort: „panta rhei“ (alles fließt). Auch Hippokrates machte seine Schüler auf

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rhythmische Vorgänge aufmerksam, wenn er bei seinen Patienten „gute“ und „schlechte Tage“ bemerkte. Im
2. Jh. n. Chr. gab der griechisch-römische Arzt Galen sein Wissen um periodische Verläufe und kritische
Phasen von Krankheiten weiter.
Man sieht – die Biorhythmik ist so alt, wie es Überlieferungen gibt. Obwohl im Zeitalter des Widders und
des Fisches das uralte innere Wissen um die rhythmischen Schwankungen der Kräfte wegen der
zunehmenden Hinwendung zum Materiellen immer mehr verschüttet wurde, konnte es von einigen
„Eingeweihten“, so vor allem von Paracelsus, durch die Wirren des Mittelalters als geheimes, esoterisches,
okkultes Gut weitergetragen werden; es war also nie wirklich vergessen. Es war nur eine Frage der Zeit, dass
sich der Mensch im heraufdämmernden Wassermann-Zeitalter das alte Wissen aus innerer Sehnsucht nach
Licht und Wahrheit wieder errang. Besonders Künstler verliehen ihrem Gespür um das Schwanken ihrer
Kräfte, Stimmungen und mentalen Fähigkeiten immer wieder Ausdruck.

Aber erst zu Beginn des 20. Jh. wurde die Wissenschaft auf diese Kräfteschwankungen aufmerksam. Der in
Berlin wirkende Sanitätsrat und Biologe Dr. Wilhelm Fließ veröffentlichte nacheinander mehrere, zum Teil
recht umfangreiche Werke über seine Forschungsergebnisse. Er beobachtete das Wirken eines 23-tägigen und
eines 28-tägigen Langzeitrhythmus, vermutete in ihnen das männliche und weibliche Prinzip und
bezeichnete sie als „Substanzrhythmen“. Seine Freundschaft mit Sigmund Freud, der – wie man es oft beim
Entstehen neuer Erkenntnisse beobachten kann – zur gleichen Zeit rein „zufällig“ an seiner Arbeit über die
beiden Seelenanteile Animus und Anima feilte, verhalf seinen Erkenntnissen allmählich zum Durchbruch.
Anerkannt wurde die Arbeit von Fließ allerdings erst nach seinem Tode. Kurz nach Fließ veröffentlichte der
Wiener Professor Dr. Hermann Swoboda seine Arbeit über die Perioden des menschlichen Organismus in
ihrer psychologischen und biologischen Bedeutung.

Allerdings führte die Entdeckung von vorerst nur zwei Rhythmen zu einer nicht ganz richtigen Ansicht über
ihre Natur, und noch heute hält man hartnäckig an der damals geäußerten Polarität eines männlichen und
weiblichen Rhythmus fest. Spätestens nach der 1928 veröffentlichten Entdeckung eines mentalen, 33-tägigen
Rhythmus nach den Beobachtungen des in Innsbruck tätigen Dr. Ing. Friedrich Teltscher hätte man
aufwachen und die alte Bezeichnungsweise revidieren müssen.

Zusammenhänge mit Unfällen, die Rhythmenverwandtschaft und umfangreiche statistische Arbeiten zeigte
der Schweizer Dipl. Ing. Hans Schwing 1939 auf. Hans Früh, ebenfalls ein Schweizer, leistete einen Beitrag,
indem er die von seinen Vorgängern ins Spiel gebrachte Theorie der „Sekundärrhythmen“ verfocht. Hans
Genuit, ein bekannter Astrologe, beobachtete einen „Erfolgsrhythmus“, der die Resultante der 3 Grund-
rhythmen, nämlich des „männlichen“, „weiblichen“ und „intellektuellen“ Rhythmus, darstellt.

Wiederum einem Schweizer, nämlich A.J. Dietziker, blieb es vorbehalten, die gegenseitige Beeinflussung
zweier oder mehrerer Rhythmen aufzuzeigen, wobei jeweils Kopf-, Herz- oder Kreislaufbelastungen
beobachtet werden können. Er hat auch die Typenzugehörigkeit, die Zugehörigkeit zu den Erbkreisen und die
Prägung des Menschen, z.B. bei den sogenannten „Linksern“, Legasthenikern oder Linkshändern,
weitgehend erforscht. Heute noch halten sich einige bedeutende Fluggesellschaften bei der Erstellung ihrer
Einsatzpläne nach seinem Konzept, indem sie ihre Piloten an belasteten Tagen nicht fliegen lassen.

Den wissenschaftlichen Nachweis über das Vorkommen der Zahlen 23, 28 und 33 in der Natur machten sich
Hans R. Früh, der Astronom Heinrich Kündig und der Mathematiker Küenzi zur Aufgabe. (Spätere
Überprüfungen ergaben allerdings, dass nicht nur diese Zahlen, sondern auch alle anderen in der Natur
vorkommen und dass jede beliebige Zahl nicht nur mit den Zahlen 23, 28 und 33, sondern mit einer
Kombination von jeweils zwei beliebigen Zahlen ausgedrückt werden kann.)

Parallel zur empirischen Biorhythmik entwickelte sich ein streng wissenschaftlicher Forschungszweig, die
Chronobiologie. Ihre Vertreter untersuchen die Einwirkungen der exogenen Rhythmen (Drehung der Erde
um sich selbst und um die Sonne, Mondumlauf usw.) auf den Menschen. Sie beschäftigen sich mit den
periodischen Schwankungen der Ausschüttungen der verschiedensten Hormone, mit der energetischen
Situation der lebenden Zellen, mit den Blutbildungs-, Verdauungs-, Stoffwechsel-, Herz-, Kreislauf-, Schlaf-,
Fruchtbarkeits-, Geburts-, Sterblichkeits- und sonstigen Rhythmen. Auch die Schlafforschung gehört hierher.
Aus der Chronobiologie entwickelten sich die Chronopharmakologie, die Chronopharmakokinetik sowie die
Chronopsychologie.

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Die psychodynamische Rhythmik fußt auf chronobiologischen Erkenntnissen und gelangte gegen Ende des
20. Jahrhunderts durch interdiziplinäre Forschungen über die einfachen und komplizierten
Interferenzschwingungen zum Durchbruch. Durch sie wird unter anderem die psychologische Seite der
Biorhythmik aufgedeckt und dargestellt.

Das Wissen um rhythmische Schwankungen ist so alt wie die Menschheit selbst.

Die Rhythmenarten

Welche Rhythmen kennen wir? Prinzipiell kann man eine Unterscheidung zwischen „exogenen“ und
„endogenen“ Rhythmen treffen.

Exogene Rhythmen sind periodisch schwingende Bewegungen außerhalb unseres Körpers, beispielsweise
die Gezeiten, die Jahreszeiten oder die Bewegungen der Gestirne. Sie sind objektiv beobachtbar und
Gegenstand der Naturwissenschaft.

Endogene Rhythmen sind subjektbezogen und zeigen sich u.a. in der Wiederkehr von Schlafen und
Wachen, Zellaufbau und -abbau, Nahrungsaufnahme und Ausscheidung. Sie kommen somit in allen
biologischen Prozessen vor. Auch unser Wollen, Fühlen und Denken ist rhythmischen Abläufen unterworfen,
worin sich ihre psychologische Seite zeigt. Biorhythmen sind endogene Rhythmen, haben aber dennoch
einen Bezug zu exogenen Rhythmen. Als endogene Rhythmen sind sie jedoch nur subjektiv wahrnehmbar
und entziehen sich deshalb jeder labormäßigen Untersuchung.

Was ist die Ursache des biorhythmischen Geschehens und wie entstehen die Schwingungen? Was Rhythmen
sind, wird auf Seite 118 definiert. Da wir die physiologischen Wirkungen der Biorhythmen als
Veränderungen in unserem eigenen Befinden spüren, werden diese über das Bewußtsein erfassbar. Das
Bewußtsein spielt in diesem Fall eine Art Mittlerrolle. Weniger bekannt ist, dass auch das Bewußtsein
Schwankungen unterworfen ist. Die Lebensrhythmen weisen nämlich eine psychologische Komponente auf,
die von der psychodynamischen Rhythmik (PDR) beschrieben wird. Darunter versteht man das rhythmische
Schwingen der Seelenkräfte des Menschen, des Wollens, Fühlens und Denkens.

Die psychodynamische Rhythmik beschreibt die permanente Veränderung der verschiedenen


Bereiche der Lebenskraft, unter anderem auch der Biorhythmen, als psychisches Phänomen.

Kausale oder synchrone Zusammenhänge?

Die Wissenschaft ist fest davon überzeugt, dass verschiedene exogene Rhythmen auf das irdische Leben
einen Einfluß ausüben, auch wenn der Nachweis schuldig geblieben werden muß, welcher Mechanismus die
inneren Veränderungen nachweisbar mit den äußeren Erscheinungen „verzahnt“. Bei genauerer Betrachtung
bestehen diese „Einflüsse“ nur aus gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen beobachtbaren, ähnlichen und
vergleichbaren Abläufen. Man kann sagen, ein Prinzip wirkt gleichzeitig („synchron“) auf mehreren Ebenen,
ohne dass diese Ebenen kausal zusammenhängen, wobei sich zwei Geschehnisse ergeben, die als
zusammenhängend betrachtet werden. Die strenge Wissenschaft braucht aber kausale Zusammenhänge,
deshalb sucht sie die Ursachen der Biorhythmen in den Gestirnsrhythmen. Statt zu sagen, dass exogene und
endogene Schwingungen auf Grund prinzipieller Gegebenheiten gleichzeitig auftreten, dass also ein
Resonanzgeschehen beobachtet werden kann, verlangt sie den Nachweis, dass die Drehung der Erde oder des
Mondes oder der Planeten selbst die Ursache der Biorhythmen ist – oder zumindest von ausschlaggebender
Bedeutung. Wenn dieser Nachweis aber nicht erbracht werden kann, tauge die ganze Theorie nichts. In
diesem Licht sind alle Fragen nach Beweisen und Kausalzusammenhängen zu sehen. Es gibt keine
Kausalität, nur Synchronität, auch hinsichtlich der Gestirnsrhythmen und des Verhaltens von Pflanzen und
Tieren.

Ein Beispiel: Es ist längst bekannt, dass der Wechsel der Mondphasen Veränderungen im Wasserhaushalt der
Natur bewirkt. Kausal ist dieser Zusammenhang aber nicht begründbar. Kein Mensch würde auf die Idee
kommen, einen kausalen Zusammenhang zwischen blühenden Mandelbäumen, die auf den Mond reagieren,

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und einer friedlichen und freundlichen Stimmungslage von Herrn X zu sehen. Tatsächlich ist es aber so, dass
in der „Seele“ des Herrn X die gleichen Auslösungen für eine innere Veränderung wirksam werden wie in
der „Seele“ der Mandelbäume, in beiden gleichzeitig die gleichen wie in der „Seele“ der Erde, diese
wiederum die gleichen wie in der „Seele“ unseres Sonnensystems usw. Der Informationsfluß, der durch
Prinzipienwirkung Veränderungen hervorruft, macht sich in allen seelischen Organisationen gleichzeitig, d.h.
synchron, bemerkbar, vorausgesetzt, es bestehen Schwingungen analoger Natur. Diese Zusammenhänge, die
für einen Teil der Wissenschafter heute selbstverständlich sind (die Molekularbiologie ist hier schon einen
Schritt voraus), werden vom anderen Teil noch ignoriert. Es besteht also eine gewisse Schwierigkeit in der
Beweisführung durch die Ignoranz eines Teils der Wissenschafter.

Einflüsse und Wirkungen beruhen nicht auf Kausalität, sondern auf Synchronität.

Die Sonne als Energielieferant

Wer bislang der Meinung war, dass wir unsere Energie durch die Zufuhr von Nahrungsmitteln bekommen,
muß umdenken. Was wir täglich zu uns nehmen, reicht nur zu 10% für unseren Energiebedarf aus. Die
Verdauung verbraucht einen großen Teil unserer Energie, ebenfalls unser Gehirn. Für körperliche Tätigkeit
bleibt nicht mehr viel übrig. Es ist bekannt, dass sich viele Tiere, vor allem Insekten, ihre Energie dadurch
holen, dass sie in der Sonne sitzen und ihre Flügel ausbreiten, in denen sich „Empfangsorgane“ für die
Sonnenstrahlung befinden. Auch Reptilien holen sich durch regelmäßiges Sonnen ihre Energie. Die
Nahrungsaufnahme dient hauptsächlich zur Bereitstellung jener Materialien, die unser Körper zur
Aufrechterhaltung seiner Funktionen benötigt. Ungefähr 90% unserer Lebensenergie erhalten wir durch
Strahlung, hauptsächlich durch Sonneneinstrahlung.

Es ist seit langem bekannt, dass die Lebensenergie, die uns zur Verfügung steht, mit der Sonnenstrahlung
zusammenhängt, dass diese Strahlung Schwankungen ausgesetzt ist und von den Bewegungen im
Sonnensystem abhängt.

In Indien gilt die Energie als Aspekt der Gottheit. Shakti ist das energetische Prinzip, das alles aufbaut, erhält
und zerstört. Bereits seit Jahrtausenden wird dort die Lehre von den Chakren (oder Chakras), den
feinstofflichen Energiezentren im Menschen, weitergetragen, wonach die Vitalkraft von der Sonne und den
unzähligen Sternen geliefert wird. Die Strahlung wird über die Chakren aufgenommen und über
Nervengeflechte nach oben, in den Kopf, geleitet und im übrigen Körper verteilt. Auch die westlichen
Theosophen vertreten die Ansicht von einer Chakra-Organisation des Menschen, allen voran C.W.
Leadbeater und Annie Besant, die im 19. Jh. umfangreiche Schriften über die energetische Natur des
Menschen veröffentlichten.

Der wissenschaftliche Nachweis über die Theorie, wonach die Sonne als Hauptlieferant der Lebensenergie
angesehen werden kann, gelang erst in den letzten Jahren. In einer wissenschaftlichen Sendung über die
Sonne wurde im Fernsehen eine Computersimulation über die Bewegung des Mittelpunkts des
Sonnensystems gezeigt. Es waren auffallende Parallelen zum rhythmischen Ablauf der Lebenskraft, des
sogenannten „Harmonierhythmus“, zu erkennen, der im zweibändigen Grundlagenwerk des Autors über die
psychodynamische Rhythmik „Biorhythmik – die neue Dimension (Orac Wien, 1990) beschrieben wurde. Es
wurde aufgezeigt, dass die Eigendrehung der Sonne, ihr Pulsieren und die Drehung der Planeten um sie als
eigentliche Ursache des rhythmischen Geschehens im Menschen angesehen werden können.

Die Astrophysik liefert weitere Erkenntnisse: Die Strahlung selbst beruht auf Kernprozessen in der Sonne,
bei denen Energiequanten ungeheuren Ausmaßes frei werden und in den Kosmos ausstrahlen. Diese
Energiequanten treffen auf das Energiefeld der Erde und erzeugen Schwingungen, die als uns Licht, Wärme
oder als Wetterphänomene bewußt werden. Die Strahlen werden von den Planeten absorbiert und wieder
reflektiert, so dass sich eine Art Sekundärstrahlung bildet, die je nach der Beschaffenheit des Energiefelds
des jeweiligen Planeten spezifisch moduliert, d.h. abgeändert, auf uns einwirkt. (Die Sekundärstrahlung
erklärt übrigens die Wirkung der sogenannten „Planetenprinzipien“ der Astrologie.) Aber auch von den
übrigen Sternen unserer Milchstraße oder weiter entfernter Galaxien werden wir laufend mit
Strahlungsenergie „bombardiert“. Während die Sonneneinstrahlung vorwiegend am Tag wirksam ist, bleibt
die kosmische Strahlungswirkung bei Tag und Nacht voll und ganz bestehen.

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Auch aus biologischer Sicht sind die Zusammenhänge zwischen dem Menschen und dem Kosmos längst
bekannt. Als Hauptfaktor für unser Leben und somit auch für unser Zellenleben wird von den Biologen die
Sonne angesehen, ihre Strahlungen unterschiedlichster Art, ihr schwankendes Magnet- und Gravitationsfeld
bzw. das der Erde bei ihrer jahreszeitlich bedingt unterschiedlichen Entfernung und axialen Stellung zur
Sonne. Es ist bekannt, dass auf der der Sonne abgewandten Seite (Nachtseite) der Erde andere
Strahlungssituationen und Magnetfeldqualitäten herrschen als auf ihrer der Sonne zugewandten. Diese
makrokosmischen Situationen zeigen analoge Zustände und Veränderungen in der magnetischen Aura des
Menschen, in welcher sich gleichzeitig polare bzw. energetische Zustände verändern. Da die
Hormonausschüttungen ebenfalls polarisiert erfolgen (ja/nein, mehr/weniger, Hemmung/Verstärkung), wird
der Zusammenhang von seiten der Biologie nicht bestritten.

Also nicht nur die Strahlung der Sonne, sondern auch die Veränderungen der energetischen Situation im
Magnetfeld der Erde zeigen sich parallel zu entsprechenden psychischen und physischen Veränderungen
beim Menschen. Sonnennähe führt zur Aktivierung, Sonnenferne zur Passivierung (Winterschlaf der Tiere,
Rückzug der Pflanzenwelt). Somit entsprechen auch makrokosmische und mikrokosmische Ladungen
einander, weil es bei Ladungen keine Unterschiede zwischen „oben“ und „unten“ gibt.

Wir beziehen unsere Energie größtenteils von der Sonne und nur zum geringsten Teil aus der
Nahrung. Selbst die Nahrung ist „konservierte“ Sonnenenergie.

Die Rhythmen in unserem Sonnensystem

Wir erleben täglich und jährlich viele synchrone Einflüsse kosmischer Schwingungen auf unser Leben. Die
stärksten Auswirkungen zeigen sich wohl in der Drehung der Erde um ihre Achse und ihrer Drehung um die
Sonne. Weniger stark werden wir mit den Wirkungen der Planetenrhythmen in ihrer Bahn um die Sonne und
dem Rhythmus der Erdachse im „platonischen Jahr“ bzw. im „Weltenjahr“ konfrontiert. Zu den starken
Einflüssen zählt selbstverständlich auch der Mondzyklus.

a) Die Drehung der Erde um sich selbst


Tag und Nacht wirken sich aus
- im Schlafrhythmus
- im Ernährungs- und Ausscheidungsrhythmus
- im Arbeits- und Berufsrhythmus
- im Wachstumsrhythmus (Haare, Bart, Pflanzen)
- im Regenerationsrhythmus (Ladung und Entladung der Körperzellen)
- im Blutdruckrhythmus
- im Drüsensekretionsrhythmus
- im Hormonausscheidungsrhythmus
- im Bewußtseinsrhythmus (tagbewußt / unbewußt)
- im Vitalisierungsrhythmus des Sauerstoffs (Ionisierung)
- im Auf- und Abbau von Ozon
- in den Schwankungen im Magnetfeld der Erde
- in der Sauerstoffproduktion der Pflanzen
- in Temperaturschwankungen
- in Lichtschwankungen usw.

b) Die Drehung des Mondes um die Erde (ca. 29,5 Tage) zeigt sich
- in Ebbe und Flut
- im Pflanzenwachstum
- im Wachstum der Finger- und Zehennägel
- im Einfluß auf das Magnetfeld der Erde
- in unterschiedlichen Trieb- und Stimmungslagen

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- im vegetativen Nervensystem
- in Einflüssen auf das Wetter usw.

c) Die Drehung der Planeten um die Sonne


Ihre Erdnähe bzw. Erdferne bewirkt
- Einflüsse auf das Magnetfeld der Erde
- Einflüsse auf das Wachstum und die Gesundheit aller Lebewesen (Planetenkräfte wirken durch die
feinstofflichen Energiezentren, die Chakras)
- Einflüsse auf die Weiterentwicklung der Lebewesen
- Schwankungen in der Persönlichkeit von Menschen und Tieren
- massenhaftes Auftreten gewisser „Schädlinge“ usw.

d) Die Drehung der Erde um die Sonne zeigt sich in


- Schwankungen der Länge von Tag und Nacht durch die Neigung der Erdachse
- den Jahreszeiten
- Schwankungen der Gezeitenintensität
- Temperaturveränderungen
- Strahlungsschwankungen durch Erdferne und Erdnähe der Sonne (Perihel und Aphel)
- Veränderungen der Vitalität
- Lichtstärkeschwankungen
- Veränderungen im Aufbau der Ionosphäre
- Fruchtbarkeitszyklen
- Aktivitätsschwankungen (Winterschlaf, Nestbau bei den Tieren)
- der jahreszeitlich bedingten Veränderung der Sterblichkeitsrate usw.

e) Die Drehung der Sonne um sich selbst (27,1-Tage-Rhythmus)


Die Rotation der Sonne ist ein Rest der ursprünglichen Drehung des Sonnensystems als Spiralnebel. In ihr
liegt der Grund für die Drehung aller Planeten in einer Ebene und Richtung um die Sonne. Durch diese
Rotation entstehen gewaltige Massenverschiebungen, auf die die sogenannten „Protuberanzen“, das sind
riesige Gasexplosionen, zurückzuführen sind, die man auf der Sonnenoberfläche beobachten kann.

f) Der Sonnenfleckenrhythmus (zwischen 11 und 12 Jahren)


Man beobachtete, dass die Sonne „atmet“, also eine pulsierende, ihr Volumen verändernde Tätigkeit ausführt.
In der Aktivphase (Ausdehnungsphase) kommt es verstärkt zu Protuberanzen und zu Störungen im
Funkverkehr. Es wurden Zusammenhänge mit Dürre- und Trockenperioden, massenhaftem Auftreten von
Schädlingen, vermindertem Wachstum von Pflanzen (sichtbar an den Jahresringen der Bäume) sowie welt-
bzw. wirtschaftspolitischen Zyklen beobachtet.

g) Die Rotation der Erdachse in Form eines Kegelmantels (25.868 Jahre)


Dieser Rhythmus wurde wegen seiner langen Dauer kaum erforscht. Im sogenannten „Platonischen Jahr“
entwickeln sich die verschiedenen Kulturen und Religionen. (Dass wir heute vom „Wassermann-Zeitalter“
reden, ist auf diesen Rhythmus zurückzuführen.) Er darf aber nicht mit dem „Weltenjahr“ verwechselt
werden, das einer Drehung unseres Sonnensystems um den Mittelpunkt unserer Galaxis entspricht und ca.
24.400 Jahre lang dauert.

Wie oben, so unten

Die Wissenschaft weiß heute, bedingt durch die neueren Erkenntnisse der Teilchenforschung, dass jeder Teil
des Universums, und sei er noch so klein, mit allen übrigen Teilen in Wechselwirkung steht, in einer
wesentlichen und bestimmten Beziehung, die nicht ohne Auswirkungen auf alles andere geändert werden
kann. Somit ist klar, dass die riesigen Energien fernster Galaxien das Gesamtsystem des Universums
„durchwirken“ und selbstverständlich auch auf uns einströmen, ob wir das spüren oder nicht. Allein die
Tatsache, dass wir Licht- und Radiowellen entferntester Sternsysteme empfangen können, und dies mit
unseren groben Sinnen oder Apparaturen, weist darauf hin, dass unsere feinstofflichen Energiezentren, die
uns ständig mit Strahlungsenergie versorgen und die keinerlei atomaren oder molekularen Strukturen

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unterworfen sind, viel empfindlicher auf diese Energien reagieren, als wir es sinnlich erfassen können.
Menschen mit höherer Sensibilität wissen sich ständig von kosmischen Energien durchflossen. Wenn wir
Sterne sehen können, empfangen wir auch ihre Strahlen und somit ihre Energien.

Es gibt also vier Bereiche, in denen sowohl exogene also auch endogene Wirkungen von Rhythmen
auftreten: der Bereich der Erde (mit ihrem Mond), der Bereich der Sonne (mit ihrem Planetensystem), der
Bereich der Galaxis (mit ihren Sonnensystemen), und schließlich der Kosmos (mit seinen unzähligen
Galaxien). Je schneller und erdnäher, um so bewußter sind uns die Rhythmen, und um so mehr Menschen
nehmen sie wahr. Je langsamer und erdferner, um so mehr bedarf es einer erhöhten Sensibilität, um sie zu
spüren, und eines feineren Bewußtseins, um sie zu erkennen.

Auch die Psychologen wissen schon lange über die Zusammenhänge und Beziehungen von Außen- und
Innenwelt im Menschen Bescheid. Dennoch gibt es akademische Ignoranten, die kraft ihres Geistes ihre
Seele leugnen und sich nur der Außenwelt widmen. Wenn es um den Organismus und die innere
Organisation des Kosmos geht, dessen Systematik der Mensch ja widerspiegelt, entsteht für sie ein Problem.
Der Grund für dieses Unverständnis liegt im Mangel an kosmischem Bewußtsein, denn nur solches kann die
Innenwelt des Kosmos erkennen. Man weiß von der Parallelität von Mondphasen und natürlichem
Geschehen. Bei Pflanzen, Tieren und Menschen hat man bestimmte Verhaltensänderungen festgestellt, in der
Struktur von Kristallen hat man strukturelle Wachstumstendenzen beobachtet. Dennoch lehnen sie den
Mondeinfluß als nicht bewiesen ab.

Planetenkräfte können von der strengen Naturwissenschaft aber nur über den Umweg synchroner Wirkungen
erkannt werden. Auch mit feinsten Instrumenten können Magnet- und Gravitationsfelder von Planeten nicht
restlos vermessen werden. Von den Astrologen werden die Planetenkräfte als Prinzipienwirkungen
beschrieben, weil sie die Feldtheorie der modernen Physik nicht kennen. Und die Physiker wollen nichts von
planetaren Prinzipien wissen, weil sie nur einen Teil der Planetenwirkungen durch mathematische
Berechnungen erfassen können. Die Menschen, die sich mit dem Kosmos befassen, also die Astronomen und
die Astrologen, haben Probleme in der Auffassung des inneren Kosmos, wenn sie nur die wissenschaftliche
Sichtweise vertreten. Um so mehr der nicht dem Kosmos zugewandte Mensch, der nur anerkennt, was er
sinnlich wahrnimmt. Seine Sinnesorgane können nur eine winzige Bandbreite aller Frequenzen erfassen,
selbst wenn er diese Bandbreite durch Instrumente vergrößert.

Die meisten Menschen bemerken bzw. registrieren die sich ständig verändernde energetische Situation
bewußt, wenn sie eine bestimmte Reizschwelle übersteigt. Man kann allerdings den Zusammenhang
zwischen diesen Veränderungen und den eigenen Aggressionen, Stimmungen, ästhetischen Empfindungen,
moralischen Intentionen, sozialen Verhaltensweisen usw., die in das äußere Geschehen einfließen und auf
diese Weise das eigene Schicksal beeinflussen, nur schwer erkennen. Den wenigsten Menschen ist bewußt,
dass sie selbst als Teil der Natur aus schwingender Energie bestehen, und dass diese Schwingungen von
anderen Schwingungen Veränderungen erfahren, wodurch sich Interferenzschwingungen aufbauen, die den
seelischen Zustand beeinflussen, hemmen oder verstärken. Kein Mensch denkt daran, dass die persönlichen
Reaktionen von der Amplitude (Einflußstärke) und der Frequenz (Affinität) aller Schwingungen, die den
eigenen Schwingungen entsprechen, abhängen.

Hier gilt es also noch viel zu forschen. Es wird notwendig sein, dass sich Astronomen und Astrologen
gemeinsam des Themas „Kosmos“ annehmen, auch wenn sie es von verschiedenen Seiten her betrachten und
jeder dem jeweils anderen mißtraut. In den letzten Jahrzehnten lieferte die Chronobiologie bereits viele neue
Erkenntnisse, die – wenn man sie in ihrer Gesamtheit betrachtet – die Aussagen der Astrologen zu
unterstützen scheinen.

Wir können uns als Resonanzboden des Kosmos oder als ein Musikinstrument betrachten, das verschiedene
Saiten umfaßt. Wir können zwar den Planeten Uranus kaum sehen; dessen Licht als spezifisch modulierte
Spiegelung des Sonnenlichts strahlt trotzdem ständig auf uns ein und beeinflußt unsere eigenen
Schwingungen ähnlicher Art.

Wir sind nicht nur physisch gesehen absolut abhängig vom Lauf der Erde um die Sonne. Unser
Sonnensystem ist im Gleichgewicht, auch wenn es ununterbrochen in Bewegung ist. Alle Planeten und
Kometen, selbst alle noch so feinen Nebelbestandteile, alle Monde wirken an diesem Gleichgewichtszustand

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mit. Auch das Gravitationsfeld des Uranus ist am Gesamtgleichgewicht des Sonnensystems beteiligt und
somit auch am geregelten Umlauf aller anderen Planeten inklusive unserer Erde, weswegen er auch unser
Gleichgewicht permanent beeinflußt. Ebenso verhält es sich mit allen Sternen, ob für uns sichtbar oder
unsichtbar. Selbst feinste Strahlen aus entferntesten Quellen wirken sich auf unser Schwingungsgefüge
modulierend oder interferierend aus, weil Strahlung in der „leeren“ Unendlichkeit unendlich weit wirkt.

Was die Schwierigkeit anbelangt, die Synchronität zwischen biorhythmischen und makrokosmischen
Schwingungszeiten (Frequenzen) festzustellen, so sei auf die Tatsache hingewiesen, dass die Zeit als
Bewußtseinskoordinate etwas rein Subjektives ist. Sie ist für uns qualitativ besetzt, wobei wir
Abhängigkeiten zwischen ihrer Güte und ihrer scheinbaren Dauer aufstellen: Schönes geht schnell vorbei,
Unangenehmes scheint ewig zu dauern. So ist auch der Zusammenhang zwischen meßbaren kosmischen
Rhythmen und erlebten Zeiträumen nicht unmittelbar, wohl aber synchron-analog gegeben. Natur zeigt sich
im Raum, im Oben und Unten, Links und Rechts, Vorne und Hinten; Bewußtsein zeigt sich in der Zeit als
Nacheinander oder Gleichzeitig. Schon aus dieser Betrachtungsweise ergibt sich die Schwierigkeit, äußere
und innere Rhythmen einer genormten Zeitordnung zu unterwerfen, um die 23, 28 und 33 Tage im Kosmos
zu finden. Denn die künstlich geschaffenen Normen berücksichtigen nicht die innerweltliche, also subjektive
Seite der Natur. Man sollte nicht nach einer Identität von Zeitabläufen suchen, sondern nach Analogien in
bezug auf die in ihnen wirkenden Prinzipien bzw. Qualitäten. Man sollte bedenken, dass die Dichte einer
Sphäre die zeitlichen Veränderungen beeinflußt. Man braucht nur die Drehgeschwindigkeit der Sonne mit
jener des Pluto vergleichen, der Hunderte Jahre braucht, um die Sonne zu umrunden, während der Merkur
dafür nur wenige Wochen benötigt. Auf unterschiedlich dichten Ebenen wirkt sich rhythmisches Geschehen,
das aufeinander folgende Auftreten von verschiedenen Qualitäten, auch in unterschiedlichen Zeitabläufen
aus. Man muß die Zeitmaßstäbe dem jeweiligen Raum anpassen, wobei sich eben verschiedene Zeiträume
ergeben. Andererseits zeigt die Asynchronität von planetaren und biorhythmischen Zuständen aber auch,
dass Astrologie und Biorhythmik nicht dasselbe sind, da sie auf anderen Prinzipien beruhen.

Von einem bekannten Astrologen stammt folgendes griffige Beispiel über die Relativität der Zeit: In einer
Galerie hängen verschiedene Bilder, die einem Bilderzyklus angehören. Der Besucher wandert von Bild zu
Bild, betrachtet eines fasziniert und vergißt darüber seine Umgebung, bis er zum nächsten Bild weitergeht.
Alle Bilder, die er bisher gesehen hatte, hat er in seinem Unterbewußtsein gespeichert. Von dort holt er sie
gedanklich wieder hervor, vergleicht sie, wägt, bewertet oder kritisiert sie. Er kennt jedoch die nächsten
Bilder noch nicht, obwohl ein Zusammenhang zwischen ihnen und allen vorherigen besteht, die er gesehen
hat. Der Künstler, der Galeriebesitzer, seine Angestellten und die Besucher der vergangenen Tage wissen, wo
alle Bilder hängen, was sie bedeuten, nach welchen Gesichtspunkten sie entstanden sind. Und sie hängen alle
gleichzeitig an ihrem Platz, unabhängig davon, dass sie von den gegenwärtigen Besuchern nur nacheinander
betrachtet werden. – Kann man die Subjektivität von Bewußtsein und Zeit besser verdeutlichen?

Ein weiterer analoger Zusammenhang zwischen äußerem Geschehen und innerem Erleben zeigt sich bei
Zustandsveränderungen elektromagnetischer Felder auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit,
beispielsweise bei Wetterfühligkeit. Man spürt den Übergang von Hochdruck- zu Tiefdrucklagen und
umgekehrt. Das Wetter entwickelt sich synchron zu den wechselnden Ladungszuständen des Magnetfelds der
Erde, dieses ist wiederum abhängig von der Stellung der übrigen Planeten zur Erde und von dieser zur
Sonne. Ändert sich das Erdmagnetfeld oder eine lokale elektrisch-magnetische Situation, ändert sich mit dem
Wetter auch gleichzeitig unser eigenes Magnetfeld. Dabei ist von ausschlaggebender Bedeutung, wie stark
und stabil unser eigenes Magnetfeld aufgebaut ist. Besonders intensiv spüren gesundheitlich labile Menschen
das Herannahen einer Warmfront. Durch Wärme schwingen die Atome schneller, es steigt ihre Aktivität.

Bei Bewegung eines elektrischen Leiters durch ein Magnetfeld entsteht neben Elektrizität auch Wärme: die
sogenannte „Gauß‘sche Wärme“. Unser Blut mit dem Blutfarbstoff Hämoglobin, der Eisen enthält,
entspricht einem Eisenstab, der sich in einem Magnetfeld bewegt und dadurch elektrischen Strom erzeugt.
Das Blut bindet ionisierten Sauerstoff (Träger der Vitalität), und in seinem Fließen durch unser eigenes
Magnetfeld, das sich um den Pluspol (im Kopf) und den Minuspol (im Bauch) aufbaut, entstehen Wärme
und elektrische Energie, die man im EKG oder EEG nachweisen kann. Wir erleben diese Energie als
Aktivität, als Leistungsfähigkeit, als Dynamik usw.

Auch Hautwiderstandsmessungen zeigen Veränderungen der biologischen und somit auch der
biorhythmischen Situation in Zusammenhang mit äußeren Veränderungen an. Geopathische Störzonen,

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Kreuzungspunkte des Erdgitternetzes, Wasser- und Erzadern, die Nähe von Starkstromleitungen oder
Mobiltelefonmasten, Mikrowellenherden, EDV-Bildschirmen oder Farbfernsehgeräten üben einen Einfluß
auf unser Wohlbefinden aus, indem sie Modulationen (Veränderungen bei Strahlungen) und Interferenzen
(Veränderungen von Frequenzen und Amplituden von Schwingungen) hervorrufen.

Es gibt also eine Fülle von Wechselwirkungen, die gleichermaßen subjektiv erlebt und objektiv erforscht
werden können. Man weiß, dass der Informationsfluß in den Zellen über schwingende elektromagnetische
Felder erfolgt. Man kennt die Verbindung psychosomatischer Erkrankungen mit Fehlhaltungen gedanklicher
oder emotionaler Art. Dr. Gerd Hamer beschrieb den Zusammenhang zwischen psychisch verursachten
Zusammenbrüchen elektromagnetischer Felder im Gehirn und der Entstehung bestimmter Tumore und
Krebsarten. Kreislauf- oder Verdauungsstörungen, Veränderungen der Hirnaktivitäten u.ä. haben letztlich
immer energetische Ursachen, oder – genauer gesagt – wir können ihre Wirkungen nicht neutralisieren.
Maßgeblich für die Art der Störung ist die Frequenz einer Schwingung, für ihre Stärke die Amplitude, für ihr
Auftreten die Affinität zu eigenen Schwingungen, also ein individuelles Resonanzverhalten.

Wenn hier näher auf die von der strengen Wissenschaft akzeptierten äußeren Einflüsse auf unsere innere
Befindlichkeit eingegangen wurde, dann mit der Absicht, aufzuzeigen, wie sehr die Wissenschaft der
subjektiven Beobachtung bedarf, die sie gerne als unwissenschaftlich abqualifiziert. Die Einflüsse selbst
werden aber ebenso gerne als logisch-kausaler Zusammenhang interpretiert; und das, obwohl die einzelnen
Betrachtungsebenen keineswegs kausal zusammenhängen. Andererseits wird ein kausaler Zusammenhang
zwischen biorhythmischen Zyklen und kosmischen Rhythmen gerade von denen gefordert, die genau wissen
müßten, das es ihn nicht geben kann. Und das alles noch dazu in der irrigen Annahme, dass
Planetenprinzipien, die ja von der Wissenschaft ignoriert werden, weil „nur“ die Astrologen mit ihnen
handeln, mit biorhythmischen Prinzipien identisch wären. Man versucht also einerseits, die Biorhythmik ins
esoterische Eck zu drängen, wohin sie nicht gehört, andererseits verlangt man Kausalzusammenhänge, die es
nirgendwo gibt.

Man sieht also, wie verworren die ganze Angelegenheit ist. Die psychodynamischen Forschungen haben
jedoch einen Ausweg gezeigt, der ins Weltbild der Wissenschaft paßt. Die Ergebnisse der
psychodynamischen Rhythmik beruhen bei genauerem Hinsehen auf mindestens ebenso brauchbaren
Indizien und Beweisen wie jene aller anderen Wissenschaften.

Veränderungen um uns herum rufen Veränderungen in uns hervor, und innere Veränderungen
führen zu Veränderungen in der Außenwelt.

Das Schwingungsresultat von Sonne und Mond

Die Lebenskraft in uns hängt von der Strahlung aller Energiefelder ab, die auf uns einwirken. Wenn zwei
oder mehrere Felder einander durchdringen, entstehen fließende Bewegungen – Schwingungen. Jeder große
Himmelskörper, aber auch jedes Lebewesen, ja sogar jedes Atom, baut um sich ein Energiefeld auf, das zu
strahlen beginnt, wenn in seinem Inneren atomare Zerfallsprozesse ablaufen. Die stärksten Strahlungsfelder
liefern neben der Sonne die Erde und einige der größeren Planeten, während der Mond weniger strahlt als
vielmehr ein spürbares Energiefeld aufbaut.

Energiefelder bauen sich im Zentrum eines verdichteten Systems bzw. Körpers auf. Dieses Zentrum muß
sich nicht mit dem geometrischen Mittelpunkt decken, sondern ist dort, wo sich der Schwerpunkt des
Körpers befindet. Der geometrische Mittelpunkt der Sonne ist oft weit vom Schwerpunkt des Sonnensystems
entfernt. Letzterer ist kein fixer Punkt, sondern verändert ununterbrochen seine Lage.

Beteiligt an diesem Kreisen um den Sonnenmittelpunkt ist zunächst einmal die Eigendrehung der Sonne um
ihre eigene Achse. Die Sonne selbst ist keine vollkommene Kugel, sondern ähnelt in ihrer Form eher einem
Ei, so wie auch die Erde keine Kugel ist. Dadurch tanzt ihr Schwerpunkt im 27,1-Tages-Rhythmus um ihren
geometrischen Mittelpunkt herum.

Der zweite wichtige Einfluß kommt von der Drehung der Planeten um die Sonne. Vor allem die
Riesenplaneten verlagern den Mittelpunkt des Sonnensystems mit ihrer Anziehungskraft in ihre Richtung.

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Um die (allerdings ziemlich geringe) Gravitationswirkung zu verdeutlichen, sollen hier einige Informationen
über die Planetenmassen in unserem Sonnensystem vorgelegt werden, die mathematischen Tabellen
entnommen wurden:

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Himmelskörper Entfernung von der Sonne (in Mio. Km) Masse mit Monden
Maximal Minimal (in Erd-Massen)
Merkur 70 46 0,037
Venus 109 107 0,826
Erde 152 147 1,012
Mars 249 207 0,108
Jupiter 816 740 318,4
Saturn 1505 1347 95,2
Uranus 3003 2732 14,6
Neptun 4532 4455 17,3
Pluto 7365 4433 0,1
Sonne 333.434,0

Am 5. Mai 2000 standen sieben Planeten, darunter auch die Riesenplaneten, wie an einer Perlenschnur
aufgereiht, hintereinander. (An diesem Tag hat das Wassermann-Zeitalter nach Ansicht vieler Astronomen
tatsächlich begonnen.) Man kann sich vorstellen, welche Auswirkungen ihre Anziehungskraft damals auf den
Schwerpunkt des Sonnensystems hatte. Er befand sich weit vom Sonnenmittelpunkt entfernt in Richtung
Erde, die sich ebenfalls in dieser Planetenreihe befand.

Ein dritter wesentlicher Einfluß entsteht durch die pulsierende Bewegung der Sonne, wenn sich ihre
Unwucht durch Ausdehnung oder Zusammenziehung verändert.

Alle diese Bewegungen (und noch einige weitere, aber schwächere, z.B. jene der Kometen oder die Drehung
des Sonnensystems um das Zentrum der Milchstraße) führen zu einem rhythmischen Schwingen, das den
gesamten „Äther“, das Strahlungsfeld, durchzieht und auch auf uns einwirkt. Hauptschwingung bleibt aber –
neben dem Tagesrhythmus – die 27,1-tägige Schwingung der Sonnendrehung.

Wenn der Mittelpunkt des Strahlungsfeldes des Sonnensystems näher an die Erde heranrückt bzw. wenn sich
die Erde in ihrer elliptischen Umlaufbahn der Sonne nähert, wird das Strahlungsangebot größer, das
Strahlungsfeld dichter, der Energieeinfluß stärker.

Die zweitstärkste Wirkung, der wir ausgesetzt sind, geht von der Drehung des Mondes um die Erde aus.
Seine Schwingung im Rhythmus von mehr als 29 Tagen trifft nun mit der Sonnenschwingung zusammen und
erzeugt eine Interferenzschwingung, deren Auswirkungen man beispielsweise an den Veränderungen in der
Intensität der Gezeiten ablesen kann. Dass den Gezeiten mit ihrem Wasserhochstand und Wissertiefstand
auch eine innere Komponente innewohnt, geht schon aus einigen Redewendungen hervor, wenn wir von
einem „Hoch“ oder „Tief“ unserer Stimmungen sprechen.

Welche Rolle spielt der Mond im biorhythmischen Geschehen? Seine Umlaufzeit von über 29 Tagen deckt
sich mit keinem der drei Biorhythmen, obwohl ihm der Rhythmus des Sensoriums von 28 Tagen am
nächsten kommt.

Die Sonne dreht sich in 27,1 Tagen um ihre eigene Achse. Der Mond braucht ungefähr 29,5 Tage, um
die Erde zu umrunden. Beide erzeugen eine gemeinsame Schwingung (Interferenzschwingung) mit
einer Frequenz von etwas mehr als 28 Tagen.

Der Resonanzkörper des Menschen

Was wir in uns als energetische Veränderung spüren, ist eine Resonanz auf diese Interferenzschwingung. Sie
erzeugt den 28-Tage-Rhythmus unseres Sensoriums, das die Gefühle und Stimmungen in sich birgt und
hervorbringt.

Wenn wir vom Resonanzkörper oder Energiekörper eines Menschen sprechen, so meinen wir sein
Energiefeld, das sich um ihn aufbaut. Die Strahlung des Energiefeldes wird als „Aura“ bezeichnet.

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Die Grundschwingung des Resonanzkörpers der Lebewesen auf der Erde ist die Tagesschwingung. Er
beginnt durch die exogenen Schwingungen ebenfalls zu schwingen, so wie Ebbe und Flut entstehen, wenn
sich die Erde um ihre eigene Achse und der Mond um die Erde dreht. Das Energiefeld des Menschen, seine
Aura, nimmt ja Informationen jeglicher Art auf, und diese Informationen entstammen den Schwingungen,
deren Form sich aus Amplitude und Frequenz ableiten. Es ist daher völlig einleuchtend, dass die 28-tägige
Interferenzschwingung als ein Vielfaches der Tages-Grundschwingung eine Resonanz in den Energiefeldern
der Lebewesen erzeugt.

Wir lernen im Physikunterricht, dass ein Resonanzkörper zu schwingen beginnt, wenn er von Schallwellen
getroffen wird, die in der Nähe jener Frequenz liegen, die seiner Grundschwingung entsprechen, oder wenn
Ober- bzw. Untertöne dieser Grundfrequenz anklingen. Wenn also eine Trompete links von einem
Gitarrenkasten einen Halbton höher, eine andere Trompete rechts von ihm einen Halbton tiefer als sein
eigentlicher Grundton Schallwellen erzeugen, entsteht im Gitarrenkasten ein Resonanzton auf der Frequenz
seines Grundtons. Diese Halbtöne sind jedoch viel „weiter“ von seinem Grundton entfernt als die
gemeinsame Interferenzschwingung von Sonne und Mond von der 28-tägigen Grundschwingung des
Sensoriums der irdischen Lebewesen. Die Resonanzschwingung kann daher als gesichert betrachtet werden.

Unser Resonanzkörper kann nur in bestimmten Intervallen, die den Obertönen und Untertönen der 28-tätigen
Schwingung entsprechen, sowie in einem Vielfachen der wichtigsten Schwingung, nämlich des
Tagesrhythmus, ertönen. Alle bioenergetischen Schwingungen ordnen sich diesem Rhythmus unter.

Von Seiten der Psychologie und der Mythologie her ist bekannt, dass sich das Sensorium des Menschen aus
zwei Bestandteilen zusammensetzt: Für die sinnliche Wahrnehmung ist physikalisch und mythologisch die
Sonne zuständig, während die intuitive Wahrnehmung in den Mythen schon immer Sache des Mondes war.

Sonne und Mond steuern also gemeinsam das Sensorium des Menschen. Wie noch erläutert wird, ist das
wichtigste der drei kybernetischen Regelelemente das Sensorium. Aus ihm entstehen die anderen
Regelelemente. Die Frequenzen des Regulativums von 33 Tagen und des Motorikums von 23 Tagen
entsprechen einem Unter- und Oberton (kleine und große Terz) des Grundtons von 28 Tagen.

Das Sensorium der Lebewesen wird von der Sonnendrehung und vom Mondumlauf beeinflußt und
unterliegt einem 28-tägigen Rhythmus. Der Mond ist für die intuitive, die Sonne für die sinnliche
Wahrnehmung ausschlaggebend.

Der Start des Resonanzgeschehens

Der Mensch „klinkt“ sich zum Zeitpunkt seiner Entstehung, also bei seiner Zeugung bzw. zum Zeitpunkt der
Befruchtung der Eizelle, aus der er stammt, in das solare und lunare Schwingen ein und gerät bei seiner
Geburt in Resonanz zu diesem Schwingen.

Dieses Geschehen soll an einem Beispiel erläutert werden: Wenn der Mensch gezeugt wird, kann man das
damit vergleichen, dass er sich zu einem Schilift begibt, der ihn nach oben ziehen soll. Wenn die
Befruchtung stattfindet, ist die Eizelle bereits den endogenen Rhythmen der Mutter und den exogenen der
Umgebung ausgesetzt. In unserem Beispiel nimmt der Schifahrer den Liftbügel und läßt sich von ihm
hochziehen. Dabei gleitet er über viele Bodenwellen, bis er oben ankommt und aussteigt. Danach beginnt
seine eigene Fahrt. Die Bodenwellen sind vorgegeben; er kann ihnen nicht ausweichen, und jeder, der vor
ihm oder nach ihm die Spur hochfährt, wird von ihnen durchgebeutelt.

Die Geburt des Menschen wiederum kann man mit einem anderen Beispiel verdeutlichen: Stellen Sie sich
vor, ein Förderband verbindet die Küche mit dem Restaurant, in dem eine Tanzkapelle spielt. Ein
Angestellter stellt gefüllte Gläser verschiedener Größe auf das Förderband, wobei die Gläser nach und nach
durch einen Vorhang ins Restaurant transportiert werden. Kaum haben sie den Vorhang durchbrochen, sind
sie den Rhythmen und Klängen der Musik ausgesetzt. Die Musik ist zuerst leise, dann wird sie immer lauter,
wenn die Gläser an der Tanzkapelle vorbei befördert werden, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Je nach den
Tönen und der Lautstärke der Musik beginnen die Gläser mit ihrem Inhalt zu vibrieren, man kann die kleinen
Wellen an der Oberfläche der Flüssigkeit sogar tanzen sehen; einige geraten früher, einige später in

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Resonanz, einige mehr, einige weniger, ganz so, wie es ihre Form, ihr Inhalt, die Zeit und der Raum vorgibt,
den sie durchqueren.

Mit diese Beispielen soll auch aufgezeigt werden, dass es Beweise, in denen Kausalzusammenhänge verlangt
werden, so nicht geben kann. Dennoch kann jedermann erkennen, dass ein Resonanzgeschehen – das Fahren
mit den Schiern über die Bodenwellen und die Schwingungen der Flüssigkeit in den Gläsern – stattfindet.

Die Systematik der Selbstregulierung

Es gibt jedoch noch weitere Hinweise, die die Resonanztheorie untermauern. Es wurde bereits auf die
Symbolik von Sonne und Mond als Vertreter des reizabhängigen Sensoriums (Sinnesbewußtsein) und des
intuitiven Sensoriums hingewiesen. Wie uns die Kybernetik, die Lehre von den sich selbst regelnden
Systemen, erklärt, bedarf ein solches System, das auf Rückkoppelung beruht, das sich selbst am Leben
erhält, das sich laufend optimiert und dadurch in sich intelligent ist, allerdings noch des Regulativums (der
Steuerung) und des Motorikums. Was an Störungen von außen gemeldet wird, muß verarbeitet werden und
zu einer regulierenden Tätigkeit führen, deren Resultat wiederum gemeldet wird usw.

Auch wir verfügen in unserem Bewußtsein über diese 3 Regelelemente: Sie entsprechen den 3
Bewußtseinselementen, die von der elementaren Psychologie als „Fühlen“, „Denken“ und „Wollen“
beschrieben werden. Mit Hilfe dieser drei Elemente regeln wir unser eigenes Leben. Sie entsprechen dem
Grunde nach den 3 Biorhythmen.

Wenn die klassische Biorhythmik bisher Widersprüchen und Kritik ausgesetzt war, weil ihr die
wissenschaftlichen Zusammenhänge fehlten, so offenbart sich hier ein System, das so genial und schlüssig
ist, dass es nahtlos in das Weltbild der Wissenschaft paßt: Die Biorhythmen stellen die energetische Seite
dieses auf Rückkoppelung beruhenden, sich selbst regelnden Systems im Bewußtsein des Menschen dar. Die
Zweifler unter den etablierten Wissenschaftern, die die Biorhythmik wegen ihrer grenzwissenschaftlichen
Grundzüge bisher abgelehnt haben, müssen zugeben, dass sie das Gefühl haben, dass die „Sache jetzt
stimmt“.

Es entspricht unserem Wissensstand, dass das Sensorium das wichtigste kybernetische Regelelement ist.
Bereits die Atome „spüren“ Veränderungen, denn wenn sie unter Druck geraten oder wenn die Temperatur
steigt, beginnen sie intensiver zu schwingen. Eine Reaktion dieser Art ist aber von einer Art „Wahrnehmung“
von Veränderungen abhängig. Veränderungen bewirken Bewußtsein, und Veränderungen beruhen auf
Energieflüssen. Energieflüsse in der Zeit (= Leben) und das Bewußtsein über diese Veränderung sind also
dem Grunde nach ein und dasselbe. Bewußtsein ist eine essentielle Eigenschaft des Lebens und des
Universums. Um auf Veränderungen zu reagieren, müssen die Energieflüsse registriert, verarbeitet und den
Veränderungen angepaßt werden. Das bedingt, dass weitere Regelelemente mit dem Sensorium verknüpft
sein müssen, dass sie bzw. ihre Frequenzen untereinander in einem bestimmten Zusammenhang stehen
müssen, dass sie also „interferenzfähig“ sein müssen. Wären ihre Frequenzen grundverschieden, könnte
nichts aufgenommen, kanalisiert und verändert werden.

Bei den Biorhythmen wird dieser geforderte Zusammenhang sofort erkennbar, wenn man ihre Frequenzen
von 23, 28 und 33 Tagen miteinander in Beziehung setzt.

Bereits Johannes Kepler hat die Planetenbahnen mit Tönen in Verbindung gebracht und herausgefunden, dass
die hoch oktavierten (mehrfach verdoppelten) Planetenfrequenzen Töne ergeben, die der sogenannten
„Obertonreihe“ entsprechen. Die Systematik der Ober- und Untertöne werden in einem Spezialgebiet der
Musikwissenschaft, der Harmonik, behandelt. Ein Ton klingt selten ganz rein; zu ihm gesellen sich auch
andere Töne, die für den Klang verantwortlich sind. Die hinzu kommenden Töne sind aber nicht x-beliebige,
sondern weisen bestimmte Intervalle (Abstände) zum Grundton auf. Am deutlichsten kann man das bei einer
Kirchenglocke hören, deren Grundton immer von mehreren Tönen begleitet wird. Die Abstände der
verschiedenen Obertöne zum Grundton folgen einem streng geregelten Muster. Dieses Muster hängt mit den
Planetenumdrehungen um die Sonne zusammen.

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Wenn man die Frequenzen der Biorhythmen in Töne umwandeln will, muß man diese „oktavieren“. Durch
mehrmaliges Verdoppeln ihrer Frequenzen entsteht im hörbaren Bereich (ungefähr bei der 29. Oberoktave)
ein Akkord. Der 23-tägige Rhythmus (das Motorikum) weist dann eine Frequenz von 270,16 Hz auf und
bildet den Ton cis‘. Der 28-tägige Rhythmus (das Sensorium) schwingt mit 221,92 Hz, das entspricht dem
Ton a. Der oktavierte 33-tägige Rhythmus (das Regulativum) ertönt im Ton fis und schwingt mit einer
Frequenz von 188,30 Hz.

Diese drei Töne bilden einen harmonischen Dreiklang, nämlich fis-Moll, wobei fis bis a eine kleine Terz, a
bis cis‘ eine große Terz bilden. Es soll hier nicht weiter erörtert werden, welche Bedeutung fis-Moll mit
seiner Möglichkeit, traurige Stimmungen auszudrücken, in der Musikgeschichte hat.

Bedeutsam ist aber ein anderer Zusammenhang: Der Rhythmus des Motorikums, das mit dem Handeln und
Wollen verbunden ist, entspricht dem Grundton des Erdenjahres in einer höheren Oktave. Bei den Orientalen
wird der Bauch als „Erdpol“ des Menschen bezeichnet, während der „Himmelspol“ im Kopf liegt. Der
Erdpol ist der Sitz des natürlichen Schwerpunkts des Menschen. Die Aggressionen des Menschen kommen
aus dem Bauch, und seine Handlungen sind nur erfolgreich, wenn sie im Bauch gründen, d.h., wenn der
Mensch in seinem Gleichgewicht (geerdet) ist und wenn die Kräfte im Schwerpunkt verankert sind.

Der Rhythmus des Sensoriums, das mit dem Fühlen und mit den Stimmungen verbunden ist, entspricht dem
Venus-Ton auf einer höheren Oktave sowie dem Kammerton a, nach dem Orchester gestimmt wurden. Ist es
ein Zufall, dass die Venus von je her symbolisch mit der Gefühlsseite des Menschen verbunden ist?

Der Rhythmus des Regulativums, das mit den Verstandeskräften des Menschen zusammenhängt, entspricht
einem Unterton, nämlich der Quint des Sonnentones. Die Sonne symbolisiert die geistige Natur des
Menschen. Dass der Verstand als „Unterabteilung“ des Geistes einem Unterton des Sonnentones entspricht,
ist jedenfalls kein Zufall.

Die Töne, in denen die drei Biorhythmen erklingen, weisen also auf einen analogen Zusammenhang mit
bestimmten Gestirnen hin: es bestehen symbolische, archetypische Entsprechungen.

Noch besser tritt dieser Zusammenhang in Erscheinung, wenn man die Biorhythmen weiter oktaviert. Nach
ungefähr 50-maliger Frequenzverdoppelung kommt man in den Bereich der Lichtfrequenzen und der Farben.
Wen wundert, dass die Frequenz des Rhythmus, der mit den Antrieben (Motorikum) verbunden ist, nun in
einem leuchtenden Rot erstrahlt, während die Gefühlsseite die Farbe Blau und die Verstandesschwingung die
Farbe Gelb annimmt? Rot ist die Farbe der Aggressivität, Blau jene der Empfindungen, und Gelb, die Farbe
der Sonne, jene des Verstandes. Dass diese Farben den drei Hauptfarben des Sonnenspektrums entsprechen
und als Grundfarben für das PAL-Farbfernsehen und für die Drucker gelten, mag das analoge Bild noch
weiter abrunden.

Jedenfalls zeigen diese Zusammenhänge, dass es ein durchgängiges Prinzip gibt, das sich durch das ganze
Universum zieht und auf der Ebene der psychischen Elemente, der kybernetischen Regelelemente, der
Gestirne, der Töne und Farben und schließlich der Biorhythmen seine Repräsentanten hervorbringt. Dass es
hier auch noch andere Zuordnungen gibt, sei nur am Rande vermerkt.

Ständig wirkt das „Äußere“ in Form von Schwingungen auf uns ein und erzeugt eine Resonanz, d.h., wir
reagieren auf sie. Wir sprechen von Umweltfaktoren, die in Wirklichkeit Resonanzfaktoren sind. Dabei
unterscheiden wir:

1. natürliche Faktoren: Jahreszeiten, geografische Lage, Tag und Nacht, magnetische Felder, Wetter,
Wasseradern usw.
2. integrierende Faktoren: Nahrung, Sinneseindrücke
3. zwischenmenschliche Faktoren: Sympathie und Antipathie, Motivation, Gefühlsäußerungen, Gespräche
und Vorträge, Bücher und Informationen
4. höhere Faktoren: kosmische und spirituelle Veränderungen (Einflüsse)

Alle diese Faktoren sind polarem Wandel unterworfen, erscheinen manchmal stabil (z.B. der Wohnort) oder
schwanken hinsichtlich ihrer Stärke und Qualität. Auch unser Wollen, Denken und Fühlen schwanken

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ständig in ihrer Intensität und Qualität. Die Frequenzen der Planeten und Sterne erscheinen uns konstant; sie
ändern sich auch, aber so langsam, dass wir diese Veränderungen kaum registrieren.
Wir verfügen über Lebenskraft, weil Resonanzen Schwingungen sind. Schwingungen bedeuten Energie im
Fluß und entsprechen daher elektromagnetischen Strömen. Diese Energie steht für das physische und
psychische Leben des Menschen zur Verfügung. Ein Teil strömt in den Kopf, vor allem ins Gehirn, um die
Bewußtseinskräfte zu erhalten, ein anderer Teil verteilt sich im übrigen Organismus, um die organischen
Prozesse zu gewährleisten.

Leben ist Energie im Fluss, und die Veränderungen im Fließen erzeugen Bewußtsein. Also sind
Bewegung, Energie und Bewußtsein ein und dasselbe, nämlich Leben.

Der Schwingungsablauf

Wir sind gewohnt, Schwingungen als Sinuskurven darzustellen. Der Auf- und Abbau einer Schwingung
geschieht wie bei einer Welle, die sich auf der Wasseroberfläche ausbreitet. Dabei macht die Welle den
Eindruck, als ob sie sich selbst fortbewegt; in Wirklichkeit werden aber nur die jeweils benachbarten Partikel
des Wassers von der Wellenbewegung erfaßt – es bewegt sich also nur ihre Ausbreitungstendenz weiter.

Die Ausbreitung einer Welle ist eng mit der Zeit verknüpft. Wenn man von einer Klippe herab die
Meereswogen beobachtet, vergeht ein bestimmtes Quantum an Zeit, bis sich wieder eine Welle am Strand
bricht. Wenn man die Wellen zählt, die innerhalb einer bestimmten Zeitspanne am Strand auflaufen, erhält
man die Frequenz der Wellen. Wenn man beispielsweise 3 Wellen pro Minute zählt, dann entspricht diese
Frequenz 0,05 Schwingungen pro Sekunde. Die Schwingungen pro Sekunde werden mit der Maßeinheit
Hertz (Hz) gemessen.

Die 3 Grundrhythmen sind relativ langsame Schwingungen, und ihre Frequenzen pro Sekunde sind daher
ziemlich klein; sie bewegen sich im Bereich von einigen Zehnmillionstel (10-7) Hz.

Wenn man Schwingungen prinzipiell darstellen und untersuchen möchte, braucht man sich nur eine Drehung
im Kreis vorzustellen (Abb. 1). Schwingungen sind im wesentlichen kreisförmig, nur ihre
Ausbreitungstendenz läßt sie wellenförmig erscheinen. Wenn wir einen Korken in die Meereswellen werfen
und seine Bewegungen beobachten, können wir erkennen, dass er im Kreis tanzt, wenn er nicht vom Wind
weiter getrieben wird.

Rhythmisches Geschehen entspricht der Veränderung einer Kraft durch Drehung im Kreis. Dabei werden
nacheinander alle Phasen und Pole aufgesucht und wieder verlassen. Es entsteht ein energetisches Fließen,
das einem ständigen Wandel unterzogen ist. Die Energie selbst wird durch einen Vektor „r“ dargestellt. Seine
Größe gibt Aufschluß über die Stärke der Energie, seine Stellung im Kreis entscheidet über seine Qualität.

Zyklisches Schwingen zeigt sich in der ganzen Schöpfung. Im Kreismodell lassen sich alle Erscheinungen,
die einem Wandel unterliegen, darstellen. Ob wir einen Tag oder ein Jahr, das Atmen oder einen
Planungsablauf in der Wirtschaft im Kreis aufzeichnen – stets können gleiche Abläufe bzw. Phasen
beobachtet werden. Man kann erkennen, wie sich die Schwingungen aufbauen und abbauen, wie sich
Wellenberg und Wellental gegenseitig ablösen.

In der zyklischen Schwingung zeigt sich das Gesetz der Veränderung. Schwingungen, die sich wiederholen,
also Rhythmen, führen zu einem Entwicklungsgeschehen.

Die Uridee des Lebens besteht darin, dass durch Resonanz Energie in zyklische Bewegung gerät, die
zu Bewußtsein führt. In der durch die Drehung entstehenden Koordinierung von Energie, Raum und
Zeit liegen alle Möglichkeiten des Lebens. Die Evolution ist das Ergebnis rhythmisch ablaufender
Zyklen.

Die psychodynamische Rhythmik widmet sich sowohl der energetischen Seite der Bewußtseinselemente als
auch der energetischen Steuerung der physiologischen Prozesse. Durch die psychodynamische Forschung
ergibt sich jedoch eine grundlegend andere Betrachtungsweise als die der herkömmlichen Biorhythmik, was

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die Lebenskraft des Menschen betrifft. Letztere spricht von einem Auf und Ab der Lebenskraft, während wir
davon ausgehen können, dass unsere Lebensenergie immer präsent ist, wenngleich nicht zu jeder Zeit in
gleicher Qualität und Intensität. Sie schwingt nicht auf und ab, sondern strahlt in uns ein, wandelt sich
ständig im polarisierten Feld und führt so zu einem Entwicklungsprozeß. Durch die Wandlung entsteht nur
der Eindruck, als ob sie auf und ab schwingen würde. Wir können stets auf unsere Lebensenergie vertrauen,
weil wir sie de facto verkörpern und weil ihre Bestandteile, die drei kybernetischen Regelelemente, immer
schwingen. Wir können auf sie zurückgreifen und sie unabhängig davon nutzen, ob unsere Batterien (Zellen)
gerade geladen werden oder nicht. Denn auch einer gerade im Ladungszustand befindlichen Energie kann
man Strom entnehmen. Wir müssen nur Bedacht darauf nehmen, in welcher Qualität uns die Kraft zur
Verfügung steht.

Nach der Formel aktuelle Energie + Energiereserve = potentielle Energie wird unsere Energiereserve
ständig aufgefüllt, soweit wir das zulassen. Das Energieniveau ist von Mensch zu Mensch verschieden,
wobei es weniger von der körperlichen Kraft als vielmehr vom Reifegrad abhängt, wie groß es ist. Letzerer
zeigt sich in der Vermehrung seelischer und geistiger Kräfte. Die „Batterie“ spiritueller Menschen ist meist
voll geladen, weil sie den Energiefluß nicht durch störende Haltungen oder Ängste verhindern.

Die rhythmischen Phasen

Die energetische Qualität ist von den Phasen abhängig, die die Rhythmen durchlaufen. Wie bereits erwähnt,
können wir am Beispiel des Jahresablaufs den Qualitätenwandel erkennen. Die Phasen und ihre
Entsprechungen sind:

Frühling Feuer Wachstum


Sommer Luft Reife
Herbst Wasser Verfall
Winter Erde Erstarren

Die Jahreszeiten beginnen an den vier Polen eines Kreises, die an den Enden zweier Achsen sitzen. Frühling
und Herbst entsprechen einem Gegensatzpaar und bilden die Pole der waagrechten Achse; Sommer und
Winter bilden die Pole der senkrechten Achse. Die Jahreszeiten sind dann die vier Sektoren bzw. Quadranten
des Kreises.

Die waagrechte Achse mit Frühlings- und Herbstpol ist die dynamische Achse, die Zeitachse (Beginn und
Wende), während die senkrechte Achse mit Sommer- und Winterpol die statische Achse, die Raumachse
(Fülle und Leere) darstellt. Raum und Zeit bilden den Rahmen, in dem sich das Leben abspielt.

In jeder Jahreszeit treten ganz spezielle Veränderungen in uns und in der Natur auf:

Mit Frühlingsbeginn regt sich das neue Leben, der letzte Schnee schmilzt, die Knospen der Pflanzen treiben,
die ersten Blumen beginnen zu blühen, die Vögel kehren aus dem Süden zurück, beginnen zu balzen und ihr
Nest zu bauen. In uns schwingt eine besondere Art von Sehnsucht, wir befinden uns in einem
Zwischenzustand des Nicht-Winters und Nicht-Sommers; Frühjahrsmüdigkeit überfällt uns. Unser
Energiereservoir will wieder aufgefüllt werden. Das Erwachen der Natur geschieht in rasantem Tempo:
Innerhalb weniger Tage wird es grün, blühen die Bäume, wird es warm. Um Pfingsten herum erreicht die
Qualität des Frühlings ihren Höhepunkt.

Ganz anders im Sommer: Allmählich hört das Wachstum der Pflanzen auf; langsam reifen Korn und Obst.
Die Länge der Tage bleibt über einen längeren Zeitraum gleich. Wir sind voll aktiv, halten uns viel in der
Natur auf, betreiben Sport, fahren auf Urlaub und genießen die Fülle, tanzen und feiern Feste. Dennoch
registriert jeder von uns ab Mitte August, dass es mit dem Jahr wieder bergab geht: Wiesen und Getreide
färben sich zuerst gelb, dann braun; die Ernte naht, die im Frühjahr vollen Bäche und Flüsse werden
zusehends seichter, die Vielfalt an blühenden Blumen auf den Wiesen reduziert sich. Die vitale Zeit, die uns
zur Sonnenwende zum Springen und Tanzen animierte, ebbt allmählich ab.

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Im Herbst wiederum werden die Tage rapid kürzer. Wir bemerken, wenn wir mit der Sonne aufstehen, wie
schnell sich ihr Aufgang pro Tag verzögert. Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Die Temperatur reduziert sich
merklich, der Saft in den Bäumen und Blumen zieht sich zurück, die Natur färbt sich noch einmal wie im
Frühjahr um, diesmal aber in den Komplementärfarben der Grünnuancen des Frühlings, in Rot; die Bäume
lassen ihre Blätter fallen. Die Lebewesen beginnen, sich für den langen Winter zu rüsten. Die Menschen
beenden die Gartenarbeit, ernten das letzte Obst, machen ihre Sommerwohnungen dicht, ziehen sich wärmer
an, versorgen sich mit Brennmaterial. Um Allerheiligen herum ist die Qualität des Herbstes am besten
erkennbar. Allmählich macht sich eine melancholische Stimmung breit, die als Gegensatz zur Sehnsucht des
Frühlings erscheint.

Um Weihnachten herum, zur Zeit der langen Nächte, erstarrt die Natur. Sie hat fast alle Aktivität eingestellt.
Der Lärm des Sommers ist der Stille gewichen. Kaum ändern sich das Einsetzen der Dämmerung und die
Kürze der Tage. Die Pflanzen und viele Tiere schlafen, der Mensch (gemeint ist der naturentfremdete
Mensch der Großstadt im Trubel der Weihnachtseinkäufe) besinnt sich, liest mehr, geht mehr ins Theater
oder Kino, kurzum, er zieht sich merklich zurück. Die Abwesenheit des Sommers wird stark gespürt,
trotzdem hat der Winter für viele seinen Reiz, man sitzt behaglich in der warmen Stube, sammelt sich oder
pflegt seine Erinnerungen. Der Winter erreicht im Hochwinter, also Mitte Februar, seine ausgeprägteste
Qualität.

Eine bessere Beschreibung als jene über die Veränderungen der Jahreszeiten kann man für ein rhythmisches
Geschehen kaum geben. Natürlich erlebt jeder Mensch ganz individuell seinen Jahreslauf, wobei der
abgestumpfte, primitive Mensch kaum auf äußere und innere Zusammenhänge achtet. Ihm wird wohl der
Wechsel wegen seiner Auswirkungen auf ihn bewußt. Das Hin- und Herpendeln zwischen Gegensätzen wird
in ihm Bewußtsein wecken, auch wenn dazwischen einige Zeit verstreicht.

Ein einfaches Beispiel mag diesen Lernvorgang durch Bewußtwerdung von Gegensätzen noch besser
verdeutlichen: Ein Mensch will sich befreien. Er steht auf einem schwebenden Holzbalken, der an einem Seil
hängt, das den Balken in der Mitte umschlingt. Er geht zuerst nach rechts: sofort senkt sich der Balken, der
Mensch fällt nach unten, klammert sich an das rechte Ende des Balkens und blickt nach oben. Dort sieht er
das linke Ende des Balkens. Aha!, denkt er, also war das die falsche Richtung; ich muß wohl nach links
gehen. Er zieht sich nach oben, kehrt zur Mitte des Balkens zurück und geht diesmal nach links. Jetzt passiert
ihm aber das gleiche wie vorhin, nur spiegelbildlich verkehrt. Nach seinem zweiten Fehlversuch wird ihm
bewußt, dass der Weg zur Freiheit nur über die Mitte nach oben, über das Seil, führt. Er hat gelernt,
Bewußtsein erlangt; er klettert höher und befreit sich.

Dabei hat er Polaritäten erfahren:

1. von links aktiv: rechts erleiden (passiv)


2. von rechts aktiv: links erleiden (passiv)

Und somit hat er beide Arten des Lernens kennengelernt: Er hat passiv durch Leid Erfahrung gesammelt, und
er hat aktiv den Lösungsweg erkannt.

Frühling und Sommer bilden die aktive Phase (Wellenberg), Herbst und Winter die passive (Wellental).
Winter und Frühling bilden die Ladungsphase (vom tiefsten Punkt des Wellentals bis zum höchsten Punkt
des Wellenbergs), Sommer und Herbst die Entladungsphase.

Die Phasen im rhythmischen Geschehen sind Aufbau und Abbau, Aktivität und Passivität.

Die 4 Sektoren

Durch die Stellung der beiden Achsen in einem rechten Winkel entstehen 4 Sektoren oder Quadranten, die
entsprechend ihrer Phasenzugehörigkeit bestimmte Charakteristika aufweisen:

Frühling: aktiv und ladend Zeit der Vorbereitung


Sommer: aktiv und entladend Zeit der Durchführung

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Herbst: passiv und entladend Zeit des Beendens
Winter: passiv und ladend Zeit des Ruhens

Wenn die Energie eine Phase durchläuft, entspricht die energetische Wirkung der Phasenqualität. Die
Frühlingsstimmung ist eine andere als die Herbststimmung. Die Denkvorgänge in der aktiven und
entladenden Zeit haben eine andere Qualität als jene in der passiven und ladenden Zeit. Sensorium,
Regulativum und Motorikum wirken in je vier verschiedenen Phasenqualitäten aufeinander ein, wodurch
sich eine Vielfalt von Möglichkeiten (insgesamt 64) ergibt, wie der Regelprozeß abläuft.

Die 4 Quadranten lassen sich hinsichtlich des dynamischen Geschehens, das in ihnen abläuft,
folgendermaßen beschreiben:

Beendigung Beginn der Die 4 Sektoren und das Zentrum des Kreises kann man mit
der Füllung: Leerung: den 5 Elementen in Verbindung bringen. Dabei entspricht der
vollfüllen ausgießen Frühling dem Feuer, der Sommer der Luft, der Herbst dem
F H Wasser, der Winter der Erde und das Zentrum der
Quintessenz. Somit finden im rhythmischen Geschehen die
Beginn der Beendigung Temperamente und Stimmungen des Menschen ihre
Füllung: der Leerung: Erklärung. Die 5 Elemente sind in ihrem Erscheinen
einfüllen ausleeren ebenfalls Schwankungen unterworfen.

Die Schwingungen der 5 Elemente, die sogenannten „Tattwa“-Schwingungen, die einen Zyklus von je 24
Minuten aufweisen, sind ein fixer Bestandteil der orientalischen Naturphilosophie.

Im rhythmischen Geschehen läßt sich die Suche nach Ausgleich und Harmonie erkennen: Zwischen dem
existentiellen Gegensatzpaar Fülle (Sommer) und Leere (Winter) und dem dynamischen Gegensatzpaar
Impuls und Wende bzw. Anspringen und Umspringen (Frühling und Herbst) wird ständig hin und her
gewechselt. Das Erreichen eines Pols macht die Abwesenheit des anderen bewußt und führt zum Drang, den
gegensätzlichen Pol zu erreichen, da das Vereinigungsstreben als Prinzip der Liebe in allem Lebendigen
wirksam ist. Da aber die beiden Gegensatzpaare senkrecht zu einander stehen, muß die
Harmonisierungsbewegung eine kreisförmige sein und die einzelnen Pole nacheinander ansteuern, wodurch
Zeitfluß ins Spiel kommt.

Jeder Stellung eines Vektors im Kreis entspricht eine bestimmte, naturgesetzlich erkennbare Qualität der
Energie, die von der Entfernung zu den vier Polen abhängt. Der Einfluß eines Poles nimmt im Umlauf zu,
während jener des gegenüber liegenden schwächer wird. Gleichzeitig entfernt sich der zuletzt überschrittene
Pol immer mehr, der diesem entgegengesetzte rückt immer näher. Passiert ein Vektor beispielsweise den
Frühlingspol, wird dessen Einfluß dominant, während der des Herbstpols Null wird. Gleichzeitig wird der
Einfluß des Winterpols durch die gleiche Entfernung zum Sommerpol neutralisiert. Diese Neutralisierung
bzw. das Umspringen aus der Einflußsphäre des vorigen Poles zu der des nächsten kann man in energetischer
Hinsicht spüren.

Von einer anderen Warte aus betrachtet, erzeugt Bewegung in einem polaren Kraftfeld Elektrizität, Vitalität,
Lebenskraft, und zwar zuerst in Form einer positiven, anschließend in Form einer negativen Phase. Es
verhält sich im elektrodynamischen Geschehen gleich wie im psychodynamischen. Die elektrische Energie
erzeugt wiederum induktiv Bewegung, die als Emotionen, Handlungskräfte und Erkenntniskräfte
aufscheinen. Die Energie kann man spüren (beispielsweise als Vibrieren in den Zellen), aber auch messen.

Da Werden und Vergehen / Fülle und Leere zwei unterschiedliche Gegensatzpaare sind, sind beim Passieren
der Pole nacheinander auch unterschiedliche Qualitäten zu erkennen. Dies ist der Grund, warum beim
Erreichen des Frühlings- bzw. Herbstpoles starke Leistungsstörungen gespürt werden, währen das
Umschalten der Tätigkeit am Sommer- bzw. Winterpol nur tendenziell wahrgenommen wird.

29
Warum wird in Büchern über Biorhythmik immer wieder von einem „Hoch“ oder „Tief“ geschrieben? Wir
leben doch auch im Winter ungehindert weiter, gehen unserer Arbeit nach, denken, fühlen, entwickeln uns.
Wir spüren lediglich eine Veränderung in der Qualität der Begleiterscheinungen unseres Lebens, indem wir
uns etwa vom äußeren Leben zurückziehen und etwas mehr nach innen gehen. Im Innersten bleiben wir von
diesen Veränderungen unberührt. Wir nehmen sie wahr, registrieren sie, stellen uns, soweit es nötig ist, auf
sie ein und lernen, mit ihrer Hilfe unser Leben zu meistern. Dann erleben wir ihre Unterschiedlichkeit als
Bereicherung, nicht als Beschränkung unseres Lebens. Wir sind ihnen nur so lange ausgeliefert, als wir sie
ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Leistungsfähigkeit sehen und monokausal denken.

Das Bewußtwerden rhythmischer Veränderungen leitet daher einen ersten Schritt zur Erhöhung unseres
Bewußtseins ein. Das soll an einem Beispiel eines physiologischen Prozesses erläutert werden:

Die Bedeutung des Nervensystems liegt in seiner Fähigkeit und Aufgabe, die verschiedenen Teile des
Organismus in Harmonie zu bringen. Diese Aufgabe löst das Bewußtsein. Dass man sich eines Vorfalls
bewußt wird, setzt eine Veränderung, einen Übergang, einen Gegensatz voraus. Der Bewußtseinsinhalt und
die Bewußtseinsenergie müssen aus dem Gleichgewicht gebracht, die Aufmerksamkeit geweckt werden. Ein
Reiz entzündet sich explosionsartig, setzt einen Impuls und wird die Bedingung für die Funktion des
Nervensystems. Der Reiz wirkt durch die Auslösung gebundener Energie, durch Aufhebung des
Gleichgewichts in Nervenfasern und Nervenzentren. Das Bewußtsein ist so lange als Umpoler tätig, bis alle
Ungleichgewichte aufgehoben sind. Dabei schärft und erhöht jede Veränderung das Bewußtsein. Die
Erhöhung mündet letztlich in der Erkenntnis, dass alle Gegensätze auf Dauer in einer Einheit
zusammengefaßt werden können, wodurch „Erlösung“ eintritt.

Das Wissen um das rhythmische Geschehen bringt im täglichen Leben großen Nutzen, wenn man die
zeitlichen Phasen richtig nutzt. In manchen Büchern über Biorhythmik wird die Abbauphase oder die
Passivphase als negativ oder problematisch bezeichnet. Warum soll denn die Energieentladung gegenüber
der Ladung problematischer sein, die Erholung weniger wert als die Aktivität, das Ausgießen negativ
gegenüber dem Eingießen? Diese Bewertung beweist lediglich die Schwarz-Weiß-Sicht mancher
Zeitgenossen. Die Entladungsphase zeigt doch nur das Loslassen, Hergeben, Abgeben, Leeren an. (Es ist
durchaus verständlich, dass in unserer materialistischen Welt, in der das Nehmen vorherrscht, das Geben
keinen großen Stellenwert besitzt.)

Wer in der Passivphase negative Voraussetzungen zu sehen glaubt, der möge bedenken, dass sich gerade
diese Zeit hervorragend für Ruhe, Entspannung, Erholung und Genesung eignet. Jeder streßgeplagte Mensch
kann sich nur einen Urlaub wünschen, in dem alle drei Rhythmen in der Passivphase schwingen. Wenn wir
diesem natürlichen Kreislauf folgen, nicht dagegen angehen, nicht versuchen, mit Gewalt Aktivitäten zu
erzwingen, schwingen wir im Gleichmaß mit unserer inneren Uhr und Natur. „Gut Ding braucht eben Weile“
oder „Alles zu seiner Zeit“ soll die Devise sein, nicht „Jetzt erst recht!“ oder „Ohne Rücksicht auf Verluste“.
Wenn wir die Qualität der Zeit akzeptieren, erfahren wir eine Erweiterung der Qualität und Sinnhaftigkeit
unseres Lebens. Wir können selbstverständlich auch in anderen Phasen aktiv sein – wenn auch nur in
reduziertem Maße. Wir verfügen über ausreichende Energiereserven; wenn der Mensch aber stets den Tag zu
Nacht macht und umgekehrt, wird er diese Reserven bald aufgebraucht haben und gegen seine Natur leben.
Ermattung und Krankheit können die Folge sein.

Gerade in der als „negativ“ bewerteten Abbauphase wird im Stoffwechselgeschehen infolge


Giftausscheidung die Genesung eingeleitet. Beim Verlauf von Krankheiten, z.B. bei einer Grippe, kann man
beobachten, dass sie meistens am Frühlingspunkt ausbrechen, dort, wo die Kurve doch maximal aufsteigt.
Die Krankheit baut sich bis zum Sommerpol auf, um nach dem Überqueren des Herbstpols abzuklingen und
in der Passivphase auszuheilen.

Es gibt also kein „Hoch“ oder „Tief“, kein „Positiv“ oder „Negativ“ im Sinne einer Wertung. Es gibt
fließenden Wandel in Phasen, wobei jeder Phase eine wichtige Bedeutung zukommt.

Wenn wir den Aussagen mancher Biorhythmiker Glauben schenken wollen, wäre die Anzahl sogenannter
„guter“ und „schlechter“ Tage sehr ungerecht verteilt:

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Die Negativstatistik M W I Bemerkungen
Anzahl Tage 23 28 33 Schwingungsdauer
davon „kritische“ Tage 2 2 2 Frühlings- und Herbstpol
und „negative“ Tage 10,5 13 15,5 Passivphase
gesamt schlechte Tage 12,5 15 17,5
bleiben gute Tage 10,5 13 15,5

M = männlicher Rhythmus, W = weiblicher Rhythmus, I = intellektueller Rhythmus

Es ist kein Wunder, dass manche Zeitgenossen schon hier auf Erden die Hölle erleben, wenn das Negative
bei ihnen so massiv überwiegt. Es wird hier die uralte, allzu menschliche Tatsache sichtbar, dass wir
leichtfertig verurteilen, was wir nicht gut genug kennen. Die schlechten Tage bekommen wir nicht verpaßt,
sondern wir bewerten sie als schlechte Tage. Es sind nicht die Ereignisse an sich negativ, sondern nur unsere
Einstellung gegenüber den Ereignissen.

Es gibt kein „Hoch“ und „Tief“ unserer Energie, sondern 4 Phasen, die nach und nach durchlaufen
werden.

Die Phasenübergänge

Wenn wir davon ausgehen, dass zyklisches Geschehen nur in einem polaren Spannungsfeld entstehen kann,
muß eine Entwicklung bei 0°, am Frühlingspol, dem Pol des Impulses, beginnen, also auf der Zeitachse.

Am Frühlings- und Herbstpol erfolgt eine Umpolung. Vor Frühlingsbeginn (bei 0°) endet die passive Phase
der Schwingung, im Überschreiten des Frühlingspols schrumpft sie rasant auf Null, um danach ebenso rasant
die aktive Phase aufzubauen. Am Frühlings- und Herbstpol ist die Änderung am größten, daher wird der
Wechsel in der energetischen Situation an Umpol-Tagen auch mehr oder minder intensiv verspürt. Diese
Tage werden von den Biorhythmikern als „periodischer Tag“ (Frühlingspol) bzw. „halbperiodischer“ Tag
(Herbstpol) bezeichnet, und beide gemeinsam als „kritische“ Tage.

Ganz anders ist die Situation an der Raumachse – am Sommerpol (90°) bzw. am Winterpol (270°). Die
Ladungstätigkeit (Füllung) bzw. Entladungstätigkeit (Leerung) ist praktisch abgeschlossen, die Ladung selbst
ändert sich über mehrere Tage kaum, der volle oder leere) Ladungszustand wird längere Zeit hindurch
beibehalten. Eine Veränderung kann man nicht spüren, wenn die Veränderung der Ladung selbst auf Null
schrumpft. Es gibt jedoch eine andere Art des Umpolens: Die Ladungstätigkeit wird bei Annäherung an den
Sommerpol rapid schwächer, und es beginnt sofort und in rasantem Tempo die Entladungstätigkeit, die eine
immer größer werdende Abgabe von Energie einleitet. Am Winterpol beginnt nach abgeschlossener
Entleerung wiederum die Tätigkeit des Füllens.

Wir haben also an den vier Polen Zeitpunkte, an denen rasant ablaufende Umpolungen stattfinden:

Frühlings- und Herbstpol: Es erfolgt eine sprunghafte Umpolung von + auf – und umgekehrt (Zustands-
Umpolung). Den Phasenwechsel selbst spüren wir einige Stunden bis zu einem Tag als „energetische
Beeinträchtigung“. Er kann sich u.a. in Leistungsabfall, Stimmungsveränderungen oder
Konzentrationsmängeln bemerkbar machen.

Sommer- und Winterpol: Es erfolgt eine sprunghafte Umpolung von Laden auf Entladen und umgekehrt
(Tätigkeits-Umpolung). Der Phasenwechsel selbst wird während einiger Stunden als „dynamische
Beeinträchtigung“ erlebt. Er kann sich in plötzlicher Müdigkeit (Sekundenschlaf) oder Blackouts, im
Extremfall in Herzanfällen oder einer plötzlichen Ohnmacht bemerkbar machen.

An den Polen der waagrechten Achse lassen sich folgende Beeinträchtigungen feststellen:

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Am Frühlingspol Am Herbstpol
weniger: weniger:
generell: Initiative Ruhe
Motorikum: Leistungsfähigkeit Entspannung
Sensorium: Beschwingtheit Beschaulichkeit
Regulativum: Ausdrucksfähigkeit Aufnahmefähigkeit

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass in der Frühlingsphase bereits nach einem Drittel der Zeit die Hälfte der
Energie aufgebaut ist, nach der Hälfte der Zeit bereits über 70%, und dass diese starke Ladung über die
Hälfte aller Tage zumindest gehalten wird. In der Sommerphase wiederum erfolgt die Energieabgabe zuerst
sehr zögerlich, erst nach der Hälfte der Zeit sinkt die Ladung auf 70%, und nach zwei Dritteln der Zeit stehen
immer noch 50% der Energie zur Verfügung. Dann allerdings geschieht der Abbau sehr rasch. Wir stehen
hier vor einem Wunder, wie weise die Natur ihren Kräftehaushalt im Kreislauf eingerichtet hat.

Rhythmusmodelle

Rhythmische Modelle lassen sich in allen Kreisläufen der Natur erkennen.

Rhythmisches Geschehen zeigt sich entweder

dynamisch oder statisch,


(z.B. im Ackerbau)
Himmel
voll
wachsen reifen
Saat, Hergeben
halbvoll halbleer
öffnen Ernte
ruhen ernten
leer
Erde

als natürlicher Kreislauf oder als spiritueller Kreislauf


bewußt
Himmel
aktiv alt
Geburt Tod Beginn Wende
neu passiv
unbewußt Erde

oder als Kreislauf der Macht usw.

Die Macht der


Mächtigen

Die Macht der Die Ohnmacht der


Ohnmächtigen Mächtigen

Die Ohnmacht der


Ohnmächtigen

In der einschlägigen Literatur wird immer wieder auf das Atmen als Beispiel biorhythmischen Geschehens
hingewiesen – eine Ansicht, die sich bei näherer Betrachtung als falsch herausstellt.

Wenn wir unseren eigenen Atem beobachten, können wir das Geschehen folgendermaßen beschreiben:

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voll
verweilen in der Fülle ↓ hergeben
voll werden lassen hingeben
aufnehmen sich aufgeben
sich öffnen ↑ verweilen in der Leere
leer

Der natürliche, unbewußte, flache Atem läßt sich folgendermaßen beschreiben: 3 Takt aus, 1 Takt ein.
Carlfried Graf Dürckheim hinterließ uns sein Modell der aktiven Atemgestaltung, der Atemmeditation mit
ihren verschiedenen Phasen, wie es die Skizze zeigt.

Die Atemmeditation 3 Takte aus : 1 Takt ein

Krone, Fülle, Himmel, Selbst


1. Das Alte lassen,
sich loslassen,
sich hergeben,
weg von mir
2. Das Neue suchen, 4. Mit dem Neuen wachsen,
sich niederlassen, sich neu kommen lassen,
sich hingeben, sich neu wiederfinden,
hin zu dir neu aus dir
3. Im Neuen aufgehen,
sich eins werden lassen,
sich aufgeben,
ganz in dir
Wurzel, Erde, Leere, Du

Das Einatmen entspricht der Ladung, das Ausatmen der Entladung. Der Atem folgt somit der senkrechten
Kreisachse im Pendeln zwischen Sommer- und Winterpol und stellt daher in prinzipieller Hinsicht eine
eindimensionale Schwingung dar (Füllen, Leeren). Es können nur zwei Umpolungen beobachtet werden: Im
Zustand der Atemfülle geschieht der Wechsel von Ein- zu Ausatmen, im Zustand der Atemleere der Wechsel
von Aus- zu Einatmen. Bei den Biorhythmen lassen sich aber auch an den Polen der waagrechten Achse
(Frühling und Herbst) Umpolungen beobachten, die beim Atmen gänzlich fehlen.

Fazit: Das Atemmodell ist für das biorhythmische Geschehen nicht anwendbar. Auch wenn eine weitere
Dimension hinzukommt, sei es eine bewußte Gliederung in mehrere Atemphasen, sei es die meditative
Atempraxis, wird es dadurch nicht tauglicher, da aus dem Auf- und Abpendeln keine Kreisbewegung wird.
Von der Erde aus gesehen entsprechen selbst die Mondphasen dem Atemmodell. Der Halbmond ist mit dem
halben Ein- oder Ausatmen zu vergleichen, doch nur Voll- oder Neumond bilden ein Gegensatzpaar. Man
könnte allerdings sagen, dass bei Halbmond der Zeitpunkt erreicht ist, wo entweder die Fülle zur Leere oder
die Leere zur Fülle tendiert. Doch dieses Geschehen tritt objektiv nicht in Erscheinung und läßt sich nur über
den Umweg eines Denkvorgangs behaupten.

Würde man den Atem als biorhythmisches Modell hernehmen, müßte der Beginn einer Schwingung auf den
Winterpol des Einheitskreises fallen. Der Lebensimpuls bei der Geburt des Menschen würde nicht aus der
Mittellage, aus dem Gleichgewicht heraus, erfolgen, wie es die Ruhelage der waagrechten Achse im
Gleichgewichtszustand zwischen Plus- und Minuspol verlangt. Auch eine Gitarrensaite schwingt ja um ihre
Mitte, sie wird zuerst aus der Mitte herausgezogen, bevor sie ausgelassen wird und zurückschwingt. Das
würde beim Atemmodell bedeuten: Zum Zeitpunkt der Geburt wäre der Zustand des Gleichgewichts die
halbvolle Lunge! Auch aus dieser Sicht zeigt sich die Unmöglichkeit der Verwendung des Atemmodells für
biorhythmisches Geschehen. Würde man das Atemmodell aber um 90° drehen, so dass der Start, also der
Beginn des Einatmens bei Geburt, dem Frühlingspunkt entspräche, so läge die Fülle am Herbstpol; die
Einatmung wäre am Sommerpol noch mitten im Gange, eine Kräfteabgabe wäre zu diesem Zeitpunkt noch

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nicht vorgesehen. Sie würde im Winterhalbjahr erfolgen, was jeder Erfahrung widerspricht. So paßt dieses
Modell also hinten und vorne nicht.

3. Die drei Grundpotentiale des Menschen

Drei Elemente als Naturprinzipien

Wenn es um den Aufbau und die Aufrechterhaltung von Systemen geht, werden immer drei Elemente
benötigt, während für Funktionen zwei Elemente genügen. Die Dreiheit begegnet uns immer wieder – in der
Natur und in den verschiedenen kulturellen und religiösen Systemen.

Es wurde in diesem Zusammenhang schon auf die 3 kybernetischen Regelelemente hingewiesen (Sensorium,
Regulativum und Motorikum), weiters auf die 3 Elemente unseres Bewußtseins (Fühlen, Denken und
Wollen), auf die 3 göttlichen Eigenschaften (Allgüte, Allweisheit und Allmacht) sowie auf die 3
Biorhythmen (körperlicher, seelischer und geistiger Rhythmus). Dem Grunde nach entsprechen einander alle
vier Einteilungen.

In Indien kennt man 3 Grundkräfte der Natur, die dort als „Gunas“ bezeichnet werden:

Sattwa Guna - die lichte Kraft (reine Geistigkeit, Wonne)


Rajas Guna - die aktive Kraft (Bewegung, Leid)
Tamas Guna - die träge Kraft (Stofflichkeit)

Die uralte indische Heilmethode Ayurveda verwendet ähnliche Prinzipien: Pitta, Vaju und Kapha (die
feurige, luftige und flüssige Form der Lebensenergie). Paracelsus nannte diese 3 Prinzipien „Sulfur“,
„Mercurius“ und „Sal“.

Weitere indische Dreiheiten sind: und:


Manas - das Sinnesbewußtsein Sat - das ewige Sein
Buddhi - die Vernunft Chit - die göttliche Weisheit
Chitta - das Herz Ananda - die ewige Freude

In unserem Kulturkreis kennt man ähnliche Eigenschaften: Anziehung, Neutralität und Abstoßung. Sie und
die indischen Dreiheiten weisen einen Zusammenhang mit den kybernetischen Regelelementen auf. Tatsache
ist, dass für Bewußtseinsprozesse drei Faktoren ausschlaggebend sind: Der Beobachter (das Subjekt), das
Beobachtete (das Objekt) und die Beobachtung selbst (die Tätigkeit). In der Zahlenmystik wird dem
Bewußtsein die Zahl 3 zugeordnet. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich auch hier die kybernetische
Systematik.

Wie wirken sich die drei Elemente in uns aus und welche Zuordnungen und Querverbindungen weisen sie zu
anderen Systemen auf? – Sie entsprechen nicht nur den kybernetischen Elementen und den Biorhythmen,
sondern sind Bestandteile der Lebenskraft bzw. unseres Energiehaushalts, der sich in 3 Potentiale und in 4
Funktionen gliedert. Die Potentiale liefern die Voraussetzung für alle Lebensäußerungen, während die
Funktionen die Lebensorganisation aufrecht erhalten.

Das Antriebspotential - aP

Das Motorikum äußert sich in Antrieben, Handlungen und Bewegungen. Es handelt sich hier um den
Outputbereich. Bei allen Handlungen brauchen wir unseren Willen und körperliche Kraft. Jeder verfügt über
ein mehr oder weniger großes Potential, das ihn handlungsfähig macht. Macht oder Ohnmacht entscheiden
darüber, ober der Mensch seinen Weg gehen kann oder nicht.

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Das Antriebspotential ist zuständig für die Energie, die Angriffslust, den Unternehmungsgeist, das
Selbstvertrauen, den Mut, die körperliche Kraft, die Ausdauer und Widerstandsfähigkeit des Menschen. Aber
auch die Leistungsfähigkeit, die gesamte Organtätigkeit und die Sexualität fallen in seinen
Zuständigkeitsbereich. Es offenbart sich hier die Animus-Seite, aber auch die energetische Komponente der
menschlichen Seele.

Mit welchem Schwung, wie schnell und tatkräftig wir an eine Sache herangehen, hängt von der
Qualität und Ladung des Antriebspotentials ab.

Handlungskräfte wirken neutralisierend, ausgleichend, denn sie führen zu einer Behebung von
Ungleichgewichten, die vom Sensitivum gemeldet worden sind. Ihnen entsprechen zentrale Nervenorgane
und efferente (auswährtsgehende) Nervenfasern. Die Handlungen selbst können willkürlich oder
unwillkürlich, spontan, aggressiv oder triebhaft erfolgen. Es zeigen sich hier zwei Aspekte: Die Triebe
entsprechen dem niederen, der freie Wille dem höheren Aspekt des Antriebspotentials.

Das Antriebspotential ist Schwankungen unterworfen und zeigt sich als männlicher bzw. körperlicher
Biorhythmus.

Ein abgeschlossener Zyklus dauert 23 Tage. Davon fallen 11,5 Tage auf die Aktivphase, die restlichen 11,5
Tage auf die Passivphase, wobei jede dieser Phasen in zwei Hälften zerfällt (Ladungs- und
Entladungsphase), die je 5,75 Tage dauern. Am Beginn und am Ende jeder dieser Teilphasen erfolgt ein
Phasenwechsel, der zu einer energetischen oder dynamischen Beeinträchtigungen im Wohlbefinden führen
kann.

- Die Frühlingsphase ist die Zeit der Initiative, der Vorbereitung und des Aufbruchs.
- In der Sommerphase kann man alle geplanten Vorhaben durchführen.
- Die Herbstphase ist zur Beendigung und Kontrolle der Handlungen geeignet.
- Die Winterphase dient der Ruhe, Erholung und Sammlung.

Wenn wir sportliche Leistungen erbringen wollen oder schwere körperliche Arbeit zu leisten haben, ist die
Aktivphase dafür am besten geeignet. Wenn wir aber Ruhe und Erholung brauchen, können wir dies am
leichtesten in der Passivphase erreichen.

Das Antriebspotential und das emotionalen Potential steuern gemeinsam die Stoffwechsel- und
Gliedmaßenfunktionen. Mit dem mentalen Potential gemeinsam erfolgt die Steuerung der Kopf- und
Nervenfunktionen. Energetische Beeinträchtigungen an Phasenübergängen äußern sich oft in einer
Verminderung der Leistungsfähigkeit und Entspanntheit.

Das emotionale Potential - eP

Das Sensorium ist die „seelische“ Komponente des Menschen. Der Input beruht auf Resonanzschwingungen
(Reizen), die zu Empfindungen führen, die über die Nerven dem Gehirn und den Sinnesorganen zugeleitet
werden. Die Qualität dieser Reize wird gefühlt. Die Gefühlsskala reicht von Unlust bis Lust.
Empfindungskräfte wirken sich passiv aus, da wir sie „erleiden“. Ihnen entsprechen der Sympathicus und der
Parasympathicus im Nervensystem.

Das Sinnesbewußtsein zeigt die Sonnenseite des Sensoriums. Aber auch unsere Stimmungen zeigen auf, ob
bestimmte Zustände als angenehm oder unangenehm empfunden werden. Hier und in intuitiven
Wahrnehmungen kommt die Mondseite des Sensoriums zum Tragen.

Das emotionale Potential äußert sich in bewußten und unbewußten Gemütszuständen. Die Emotionen
entsprechen dem niederen Aspekt, die höheren Gefühle wie Liebe und Freundschaft dem höheren Aspekt.
Das emotionale Potential ist dafür verantwortlich, ob wir Freude und Lust erleben oder ob der Alltag leidvoll
und lustlos verläuft. Es vermittelt daher die Qualitäten des Lebens.

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Das emotionale Potential ist zuständig für die Gemütszustände, die Emotionen und Gefühle, die Stimmungen
und Launen, die Motivation und Beschwingtheit, die intuitiven künstlerischen und schöpferischen
Fähigkeiten, den Ideenfluß, die Ausstrahlung, die Kontaktfreudigkeit und die Sensitivität des Menschen. Es
offenbart sich hier die Animaseite, aber auch die qualitative Komponente der menschlichen Seele.

Wie, in welcher Qualität, in welcher Stimmung, mit welcher Laune und mit welchen Gefühlen und
Emotionen wir etwas erleben, hängt von der Ladung und der Phasenlage des emotionalen Potential
ab.

Das emotionale Potential ist Schwankungen unterworfen und zeigt sich als „weiblicher“ („seelischer“)
Rhythmus. Ein abgeschlossener Zyklus dauert 28 Tage; jede Teilphase dauert daher genau 7 Tage. Wenn der
weibliche Rhythmus einen der vier Pole überquert, wiederholt sich daher der Wochentag, an dem man
geboren wurde.

- In der Frühlingsphase ist die Stimmung meistens fröhlich und von emotionellen Reaktionen geprägt. Es
handelt sich um die sanguinische Phase.
- In der Sommerphase agiert man emotionell und kann seine Gefühle und Stimmungen sehr gut äußern; man
befindet sich in der Ausstrahlungs- bzw. cholerischen Phase.
- Die Herbstphase ist die Zeit, in der man seine Gefühle und Stimmungen gut unter Kontrolle hat. Die
Stimmung ist ernster, besonnener und melancholisch gefärbt, man reagiert nicht so leicht auf die Außenwelt
wie in der Frühlingsphase: die melancholische Phase.
- Die Winterphase ist von gefühlsmäßiger Ruhe und Kühle geprägt. Die Stimmung ist meist phlegmatisch,
die Sensibilität jedoch ausgeprägt. In dieser passiven Zeit kommt die Empfindungsseite des Menschen
besonders gut zum Vorschein: die phlegmatische Phase.

Das emotionale Potential ist sowohl an der Stoffwechselfunktion (gemeinsam mit dem Antriebspotential) als
auch an der Kreislauffunktion (gemeinsam mit dem mentalen Potential) beteiligt. Da es sowohl eine Sonnen-
als auch Mondkomponente aufweist, ist es für den Temperatur- und Wasserhaushalt des Menschen zuständig.
Energetische Beeinträchtigungen an Phasenübergängen äußern sich oft in einer plötzlichen Veränderung der
momentanen Stimmung.

Das mentale Potential - mP

Das Regulativum äußert sich in der Fähigkeit, Veränderungen, die vom Sensitivum erfaßt wurden, zu
erkennen und adäquate Entscheidungen zu treffen, damit sie dem Motorikum weitergeleitet werden können.
Es handelt sich hier um die Verstandesseite des Menschen, um das Erkennen, Messen, Abwägen, Beurteilen
und Entschlußfassen.

Die Erkenntnis ist vom aktiven Einsatz von Energie (Aufmerksamkeit und Konzentration), von den
Sinnesorganen und den afferenten (einwärtsgehenden) Nervenfasern abhängig.

Der Zuständigkeitsbereich des mentalen Potentials umfaßt die Verstandesklarheit, die Geistesgegenwart, das
Reaktionsvermögen, die Schlagfertigkeit, die Kombinationsgabe, die Konzentrationsfähigkeit und die Logik.
Es ist für die Denkschnelligkeit, die Auffassungsgabe, die Lern- und Wiedergabefähigkeit, das
Sprechvermögen, das Erinnerungsvermögen, das Gedächtnis, die Träume, Vorstellungen und Inspirationen
des Menschen verantwortlich. Es äußert sich hier die schöpferische und strukturierende Komponente der
menschlichen Seele.

Wie wir etwas auffassen und verarbeiten, ob wir kreativ oder denkfaul sind, hängt von der Qualität
und Ladung unseres mentalen Potentials ab.

Das mentale Potential ist ebenfalls Schwankungen unterworfen und zeigt sich als intellektueller bzw.
geistiger Biorhythmus mit einer Zyklusdauer von 33 Tagen. Nach 8,25 Tagen beginnt bzw. endet jeweils eine
Teilphase, es erfolgt ein Phasenwechsel an einem der vier Pole.

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- Die Frühlingsphase ist die beste Zeit für eine rasche Auffassung und für die aktive geistige
Auseinandersetzung. Es handelt sich hier um die Lernphase.
- In der Sommerphase fällt uns das Sprechen und Schreiben leicht. Es handelt sich hier um die
Ausdrucksphase.
- Die Herbstphase ist für logische Überlegungen und für Analysen bestens geeignet. Es handelt sich hier um
die Einordnungsphase.
- In der Winterphase kann man sich besonders gut erinnern und auch besinnen. Es handelt sich hier um die
Wiederholungsphase.

Das mentale Potential ist an der Kreislauffunktion (gemeinsam mit dem emotionalen Potential) und an der
Kopf-/Nervenfunktion (gemeinsam mit dem Antriebspotential) beteiligt. Energetische Beeinträchtigungen an
Phasenübergängen äußern sich oft in Kopfschmerzen, Erinnerungslücken oder Konzentrationsmängel.

Die psychologische Seite

Biorhythmisches Bewußtsein ist der Dreh- und Angelpunkt, wo sich zyklisches Geschehen von Innen- und
Außenwelt trifft. Die Körperlichkeit, die Außenwelt, drückt sich im Raum aus durch Lage, Ausdehnung und
Veränderung derselben. Die Innenwelt, das Bewußtsein, drückt sich in Zeit aus, als Gleichzeitigkeit oder
Reihenfolge, als Übergang eines Zustands in sein Gegenteil. So wird räumliche Veränderung zeitlich
erfahren. Das biorhythmische Geschehen weist daher eine räumliche und eine zeitliche Komponente auf und
zeigt daher eine physiologische und eine psychologische Seite.

Den meisten Lesern wird aufgefallen sein, dass das weiter oben beschriebene Regelsystem weit über die
Lehre von den Biorhythmen hinausreicht. Hier handelt es sich um Bereiche, die sowohl die physiologische
als auch die psychologische Seite des Menschen betreffen. Die herkömmliche Biorhythmik beschreibt die
periodischen Schwankungen unserer Kräfte auf der körperlichen, seelischen und geistigen Ebene. Sie folgt
also einer Dreiteilung in bestimmten Ebenen, indem sie jeder Ebene einen eigenen Rhythmus zuordnet,
während es sich hier aber um ein sich selbst steuerndes Regelsystem handelt, das alle Ebenen und Seiten des
menschlichen Daseins umfaßt, weil sich alle Phänomene, die wir erleben, sowohl auf der körperlichen als
auch auf der seelischen und der geistigen Ebene bemerkbar machen. Wenn wir etwas fühlen, so wirkt sich
das in körperlichen, seelischen und geistigen Prozessen aus. Wenn wir etwas wollen, dann ist die körperliche,
seelische und geistige Ebene gleichermaßen davon betroffen. Wenn wir denken, hat das körperliche und
seelische Auswirkungen. Es handelt sich hier also um eine Sichtweise, die jene der klassischen Biorhythmik
zurechtrückt und übersteigt.

Das Dilemma der klassischen Biorhythmenlehre bestand eben darin, dass Fließ nur zwei Rhythmen
aufdeckte und beobachtete. Freilich waren es die für ihn als Arzt wichtigen Rhythmen (die er als „männlich“
und „weiblich“ klassifizierte), da beide an der Stoffwechselfunktion mitwirken. Die Zuordnung der
sogenannten „Substanzrhythmen“ zum männlichen und weiblichen Prinzip im Menschen kann aber nach
Entdeckung des dritten Rhythmus nicht mehr aufrecht erhalten werden. Denn zu den beiden Urprinzipien
„Männlich“ (Yang) und „Weiblich“ (Yin) paßt kein weiteres. Hätte Fließ von Anfang an alle drei Rhythmen
gekannt, wäre die Entwicklung der Biorhythmik ganz anders verlaufen, da er gemeinsam mit Sigmund Freud
bald das Wirken der sogenannten „Triade“, der drei Bewußtseinselemente „Fühlen“, „Denken“ und
„Wollen“, erkannt hätte. So aber lief die Entwicklung über viele Umwege und Sackgassen und trieb oft
seltsame Blüten. Sicherlich war das Resultat der frühen Forschungen nicht grundsätzlich falsch, doch erst die
Einbindung des intellektuellen Rhythmus erlaubt eine ganzheitliche Betrachtung und klärt die energetische
Steuerung der Kreislauf- und Kopf-/Nervenfunktion. Und erst das Wissen um die Systematik und
Komplexität der Funktionen erlaubt Aussagen über die Harmonie, also über das seelische Gleichgewicht und
die körperliche Gesundheit des Menschen, sowie über den Lebensprozeß selbst.

Die Biorhythmen sind Bestandteile eines umfassenden energetischen Regelsystems.

Die rhythmischen Schwankungen sind nur subjektiv wahrnehmbar, sie entziehen sich daher weitgehend der
objektiven Untersuchung; sie sind nicht im Laborversuch reproduzierbar. Ihre Wahrnehmung hängt darüber
hinaus vom Bewußtseinsgrad des jeweiligen Beobachters ab. Das subjektive, aktive (Tages-)Bewußtsein
nimmt nur quantifizierbare und qualitative Veränderungen gegenüber einem bisherigen Zustand wahr, wenn

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eine gewisse Reizschwelle bzw. Intensität überschritten wird. Unter dieser Grenze liegende oder sehr
langsame Veränderungen werden nur unbewußt erfaßt und gespeichert.

Die drei kybernetischen Regelelemente können daher nicht Gegenstand der chronobiologischen Forschung
sein. Sie können nicht mit dem Mikroskop, in Labors oder im Tierversuch erfaßt werden, sondern bedürfen
eines Bewußtseins, das die Veränderungen im eigenen Befinden erfassen kann. Das bedingt die Fähigkeit zur
Innenschau, zur inneren Wahrnehmung. Innere Zustände zeigen sich in subjektiven Erfahrungen und
entziehen sich weitgehend der objektiven, wissenschaftlichen Untersuchung.

Einige Chronobiologen behaupten, dass Hormone für die Steuerung von gewissen rhythmischen
Veränderungen verantwortlich sind. Dies gilt nicht für die kybernetischen Elemente, die überall in der Natur
anzutreffen sind, auch dort, wo es keine Hormone gibt. Es würde sich dann nämlich die Frage stellen, wer
hinter den Hormonen steht. Sind wir wirklich stofflichen Substanzen ausgeliefert, die uns steuern und die wir
auch noch selbst produzieren? Der Mensch wäre dann der Sklave, der sich seine Herren selbst erzeugt und
sich ihnen unterwerfen muß, ohne an seinem Schicksal etwas ändern zu können. Wer plant, produziert,
steuert und organisiert aber unsere Hormone? Und wie schaut dieser Steuermechanismus im Detail aus, was
sind seine Bestandteile, wer überwacht sie, wem gehorchen sie? Und wo sind die steuernden Hormone für
die Schwingungen der Atome oder die Rhythmen der Planeten? Allein aus der Unmöglichkeit der
Beantwortung dieser Fragen läßt sich erkennen, dass die Ansicht von hormonellen Ursachen nicht aufrecht
erhalten werden kann. Im Gegenteil – die hormonelle Steuerung ist eine physiologische Entsprechung der
energetischen Steuerung.

Die psychodynamische Rhythmik bedarf zur Untermauerung ihrer Thesen keiner Versuchsreihen an Mensch
oder Tier. Sie ist in sich logisch, mathematisch exakt, geht mit uraltem Menschheitswissen konform und ist
für sensible und kritische Menschen jederzeit nachvollziehbar. Was die Chronobiologen bisher erforschten,
bezieht sich lediglich auf die Auswirkungen der Biorhythmen im physiologischen Bereich. Die
psychologische Seite blieb bisher total vernachlässigt.

Das Leben ist aber nicht faßbar, wenn wir nur seine physiologische Seite in immer kleinere Teile zerlegen
und dann herumrätseln, was sie miteinander zu tun haben und wie sie aufeinander einwirken und
funktionieren. Nur eine ganzheitliche Sichtweise, nämlich jene vom Zusammenhang von Physis und Psyche
als zwei Seiten der Organisation des Lebens, bringt Licht ins Forschen. Die Energie, die dahintersteckt,
verbindet beide Seiten miteinander. Sie ist das Bindeglied und zugleich das Gemeinsame aller Lebensformen
und Lebensäußerungen. Es ist daher unumgänglich nötig, beide Seiten der energetischen Steuerung
gemeinsam zu betrachten. Die herkömmliche Biorhythmik mit ihren drei Rhythmen, die für drei getrennte
Ebenen zuständig sind, läßt dies nicht zu.

Auch die Schwingungsdauer der drei Rhythmen von 23, 28 und 33 Tagen braucht nicht nachgewiesen zu
werden. Sie läßt sich schlicht und einfach subjektiv erfahren, wobei die persönlichen Erfahrungen mit jenen
anderer Menschen übereinstimmen.

Wenn es um essentielle Fragen des Lebens geht, erweisen sich jene Vertreter der Wissenschaften als
inkompetent, die nur die objektive Sichtweise zulassen, nicht aber die subjektive, die sie von vornherein als
unwissenschaftlich ablehnen. Wir brauchen nur unser „Gesundheitswesen“ zu betrachten, das in Wirklichkeit
ein Krankheits-Unwesen ist, das Viren oder Bakterien als Ursache von Krankheiten bekämpft und dabei
völlig ignoriert, dass diese auch ständig in und um die Gesunden anwesend sind, wobei letztere bei den
gleichen „Ursachen“ nicht die selbe Wirkung, nämlich das Kranksein, erfahren. Wenn die Experten die
essentiellen Fragen des Lebens, und dazu gehören Kranksein und Gesundsein, mit solchen Ansichten
beantworten, dürfen sie sich nicht wundern, wenn man ihre Aussagen über das Leben nicht sonderlich ernst
nimmt. Rüdiger Dahlke weist in seinen Büchern stets darauf hin, dass man nur an dem Prinzip, an dem man
Mangel leidet, erkranken kann. Das Symptom ist nicht die Krankheit, und wenn das Symptom bekämpft
wird, bleibt die Ursache der Krankheit davon unberührt, sie äußert sich bald in anderen Symptomen. Auch
Bazillen und Viren sind nicht die Ursache einer Krankheit, sondern sie treten vermehrt in einem gestörten
Milieu auf, in dem die Krankheit „gedeihen“ und das durch den Mangel entsteht.

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Gesund werden oder bleiben wir nicht dadurch, dass wir wissen, wann welches Hormon warum
ausgeschüttet wird oder zu welcher Tageszeit Medikamente am wirksamsten sind, sondern dadurch, dass wir
unser Gleichgewicht, d.h. die gleiche Gewichtung im Fühlen, Denken, Handeln und Wollen, finden.

Somit dient die psychodynamische Rhythmik dem Bewußtwerden der Gesetze, die die Welt
zusammenhalten, der Qualitäten des Wollens, Fühlens und Denkens, die psychologischer Natur sind, und
schließlich der Wirkungen auf den Körper und das Tagesgeschehen. Die Beschäftigung mit den
rhythmischen Veränderungen bekommt dadurch eine spirituelle, eine geistige, eine seelische und eine
physische Dimension. Diese Betrachtungsweise ist weit entfernt von der Meinung eines
Naturwissenschafters, dass unser Glück und Unglück vom Kräftepotential in unseren Körperzellen abhängt.
Unsere Glücks- und Unglückszustände werden synchron vom Kräftepotential in unseren Körperzellen
begleitet. Es handelt sich um ein synchrones, analoges Geschehen, wie bereits hinlänglich dargelegt wurde.

Manche Menschen spüren bzw. registrieren rhythmische Schwankungen kaum. Das kann zweierlei Gründe
haben: Der eine Grund besteht in einer herabgesetzten Wahrnehmungsfähigkeit bei materialistisch
ausgerichteten oder unentwickelten, dumpfen Menschen. Wer außen orientiert ist und nicht nach innen
horchen oder schauen kann, sieht sich eingespannt in schicksalhafte, äußere Umstände und Bedingungen.
Für solche Menschen werden die „äußeren Umstände“ zur Ursache ständigen kämpfen-Müssens. Sie
erkennen nicht, dass sie in sich selbst die Ursachen der schicksalhaften Ereignisse bergen und ständig
erneuern, und dass diese zyklischen Gesetzen unterliegen. Es fehlt ihnen der Schlüssel zur Selbsterkenntnis.
Um sich selbst zu erkennen, muß man in sich hinein horchen und sich spüren, muß mit und nicht gegen die
äußere und innere Natur leben, darf nicht aus dem natürlichen Rhythmus gekommen sein wie viele unserer
Zeitgenossen.

Der zweite Grund besteht darin, dass reife Menschen oft die Fähigkeit entwickelt haben, einen Ausgleich im
Kräftehaushalt durch verschiedene Techniken (Autogenes Training, Meditation oder Yoga) herbeizuführen.
Diese Fähigkeit darf aber nicht dazu führen, Raubbau an seinen Kräften zu treiben. Ein bekannter
Biorhythmik-Experte predigte seinen Schülern, dass sie gegen die Biorhythmen ankämpfen sollen, um
sportliche Höchstleistungen zu erzielen. Er mag mit seiner „kontrabiorhythmischen“ Methode eine Zeitlang
Erfolg haben. Die Realität spricht aber ein anderes Urteil, wenn viele ausgebrannte junge Sportler und
Athleten auf der Strecke bleiben.

Es kann andererseits nicht Sinn der Biorhythmik sein, „Minuslagen“ oder „kritischen Tagen“ mit ihren
„Gefahren“ möglichst auszuweichen und nur die „Hochlagen“ zum Vorteil zu nutzen, Geschäftspartnern an
bestimmten Tagen überlegen zu sein, Höchstleistungen im Sport oder im Alltag auf Kosten anderer oder der
eigenen Gesundheit zu erzielen oder Partnerschaftsproblemen auszuweichen. Probleme werden uns vom
„inneren Meister“ gestellt, d.h., wir erzeugen sie selbst, damit wir sehenden Auges in sie hineingeraten,
damit wir sie überwinden und meistern, damit wir an ihnen reifen. Es kann auch nicht Sinn einer Erkrankung
sein, sie zu verdrängen, sie also nicht zuzulassen; zeigt sie doch an, dass uns „etwas fehlt“. Es gilt, das
Prinzip zu „erlösen“, das zu dem Mangel, den wir Krankheit nennen, geführt hat. Der Sinn des Lebens
besteht auch nicht darin, es sich so angenehm und erfolgreich wie möglich, vielleicht noch auf Kosten der
Gesellschaft, zu gestalten. Nein, er besteht darin, die Ungleichgewichte, die wir seit unserer Zeugung als
energetisches Erbe und als Struktur in uns tragen, aufzuarbeiten und dadurch das disharmonische Universum,
das seine Spuren zu jener Zeit und an jenem Ort in uns hinterlassen hat, wieder zu harmonisieren. Wir
streben allesamt nach Harmonie. Nur wenn wir in Harmonie mit der Natur, mit den Mitmenschen und mit
uns selbst durch naturgewolltes Handeln, mitmenschliches Fühlen und wertfreies Denken leben, hören die
Spannungszustände auf. Ausgewogenheit (und deren Gegenteil) zeigt sich in Handlungen, Stimmungen,
Gestik und Mimik, Gedanken und Worten.

Kein Außenstehender kann uns harmonisieren. Die Unwissenheit über diese Tatsache bringt sehr viel Leid
über die Menschen. Kein Arzt kann die Ursache eines Gallenleidens mit Tabletten oder durch eine Operation
beseitigen, nicht einmal mit tiefer wirkenden, „natürlichen“ Heilmitteln. Er kann bestenfalls ein Übergewicht
abbauen, einen Mangel auffüllen, die Wirkungen in eine andere Ebene verschieben helfen. Meistens endet
der Heilversuch darin, dass dem armen Patienten die Gallenblase entfernt wird. Die Ursache des
Gallenleidens bleibt bestehen. An der Entschleierung dieser Ursachen durch Erkennen des innewohnenden
Aggressionsprinzips muß der Mensch jedoch selbst arbeiten.

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Kein Priester ist fähig, seinem Schäflein die eigene Entwicklungsarbeit zu harmonisiertem Denken, Fühlen
und Handeln abzunehmen. Es bringt auch nichts, wenn ein Mensch, der bemerkt, dass jemand mit seinem
„bösen Nachbarn“ streitet und einen Herzanfall bekommt, die vermeintliche Ursache dadurch zu beseitigen
versucht, indem er die beiden Streithähne wieder miteinander versöhnt. Erst wenn dieser Jemand mit sich
selbst und seiner inneren Natur in Frieden lebt, dann ist der Frieden auch mit seinem Nachbarn
gewährleistet. Das bedingt aber Willensschulung, Beherrschung und Reinheit im Denken, also harte Arbeit
an sich selbst. Doch diese muß, will sie erfolgreich sein, die psychodynamischen Rhythmen berücksichtigen,
in die tägliche Arbeit einbeziehen und nutzen. Indem der Mensch erkennt, nach welchen Gesetzmäßigkeiten
der „innere Schweinehund“ und die Phasen erfolgreichen Ankämpfens gegen ihn ablaufen, erlangt er
schließlich Kenntnis von seiner Seele und vermag Herr im eigenen Hause zu werden.

4. Die drei einfachen Funktionen

Die Entdeckung der Funktionsrhythmen

Für Schwingungen aller Art gelten mathematische und physikalische Gesetze, also auch im Bereich der
sogenannten „Interferenzrhythmen“, die sich bei gemeinsamem Schwingen zweier oder mehrerer Rhythmen
aufbauen. Die gegenseitigen Beeinflussungen der Biorhythmen müssen logischerweise physiologische und
psychologische Auswirkungen zeigen. Bisher haben sich kaum Wissenschafter mit der Konsequenz dieser
logischen Schlußfolgerung auseinandergesetzt. Zu den wenigen Ausnahmen zählt der Schweizer
Chronobiologe Albert J. Dietziker.

Man konnte nämlich immer wieder beobachten, dass energetische Störungen und Belastungen im
subjektiven Befinden auftauchen, die den einzelnen Biorhythmen weder zeitlich noch symptomatisch
zugeordnet werden können. Wenn jemand an verschiedenen Tagen Kopfspannungen verspürt, und keiner der
drei Rhythmen steht am Frühlings- oder Herbstpol, reichen die Aussagen der herkömmlichen
Biorhythmenlehre nicht für die Erklärung dieses Phänomens aus. Dietziker wies als erster in seinen
Lehrskripten auf den Zusammenhang der drei Rhythmenkombinationen mit entsprechenden
Funktionsbereichen hin:

—— Kopffunktion - Gehirn und Nervensystem


—— Kreislauffunktion - rhythmische Systeme
—— Stoffwechselfunktion - Verdauungssystem

- das Antriebspotential (aP) und das emotionale Potential (eP) steuern gemeinsam die
Stoffwechselfunktion (SF)
- das Antriebspotential (aP) und das mentale Potential (mP) steuern gemeinsam die Kopf-
/Nervenfunktion (NF)
- das emotionale Potential (eP) und das mentale Potential (mP) steuern gemeinsam die
Kreislauffunktion (KF)

Dietziker verwendete für die Stoffwechselfunktion (SF) den Begriff „Herzfunktion“, weil die
Herzmuskelversorgung in den Zuständigkeitsbereich dieser Funktion fällt und bei gewissen
Belastungskonstellationen vermehrt Herzinfarkte auftreten. Ein Herzinfarkt hängt sicherlich mit schlechter
Herzmuskelversorgung zusammen, doch diese ist wiederum Sache eines Stoffwechselfunktionskreises, der
wesentlich mehr Bereiche und Symptome umfaßt als nur die beobachteten Herzbelastungen allein.

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Funktionsabläufe gehen nach einem genau festgelegten Schema vor sich. Dieses unterliegt einmal dem
Zweck, zu dem die Funktion dient, wobei sich dieser aus der Charakteristik der beteiligten Rhythmen bzw.
Regelelemente ergibt. Weiters besteht eine Polarität innerhalb der Schwankungsbreite der Funktion: Eine
Phase größtmöglicher Zusammenarbeit wird von einer Phase geringster gemeinsamer Wirkung abgelöst.
Dies geschieht in einem zeitlichen Rahmen, der durch die zyklische Drehung (Spin) der beteiligten
Rhythmen vorgegeben ist. Im Durchlaufen des Kreises legt ja jeder der drei Rhythmen einen bestimmten
Winkelschritt pro Tag zurück:

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aP - männlicher Rhythmus (M) 23 Tage 1 Tag = 360° : 23 = 15,652173°
eP - weiblicher Rhythmus (W) 28 Tage1 Tag = 360° : 28 = 12,857142°
mP - intellektueller Rhythmus (I) 33 Tage1 Tag = 360° : 33 = 10,909091°

Dadurch nähern sich , überholen einander und entfernen sich die Rhythmen mit einer bestimmten
Geschwindigkeit.

Wenn sich zwei Rhythmen im Kreis genau gegenüberstehen, entsteht eine sogenannte „Opposition“. Wenn
sie an der selben Stelle im Kreis stehen, wenn sie also übereinander liegen, spricht man von einer
„Konjunktion“. Durch die unterschiedlichen Frequenzen der Rhythmen wachsen Oppositionen und
Konjunktionen nur allmählich zu ihrem Höchstwert an und bauen sich danach ebenso langsam wieder ab.

Stets wechseln sich Konjunktion und Opposition in einem ganz bestimmten Rhythmus ab und bauen sich an
ganz bestimmten Stellen im Kreis auf.

Die Konjunktion entspricht einer zeitlich begrenzten Überfunktion, während die Opposition eine ebenso
zeitlich begrenzte Unterfunktion anzeigt. Bei der Opposition wird der Funktionsvektor (die gemeinsame
Kräfteresultante) Null, die Funktion bricht gleichsam zusammen, und es erfolgt ein Phasensprung, den man
spüren kann. Dieses Hin- und Herpendeln zwischen den beiden Extremen erzeugt permanente
Ungleichgewichte, die durch die Bewegungen selbst wieder ausgeglichen werden. Wir befinden uns ja auch
körperlich stets auf der Suche nach dem Gleichgewicht. Synchron zu diesem extremen Geschehen werden
Hormone ausgeschüttet, die eine Überfunktion hemmen oder eine Unterfunktion aktivieren. Hier haben wir
also den Zusammenhang von biorhythmischen Funktionen und dem Hormonhaushalt gegeben, nach dem die
Chronobiologen vor Dietziker gesucht haben.

Der eben erwähnte Phasensprung bei einer Oppositionslage ist insofern höchst bemerkenswert, als hier im
seelischen Bereich, dem Bereich der Qualitäten, eine plötzliche Umpolung eintritt, ein Abwenden vom
Bisherigen und eine Zuwendung zum Gegenteil – eine „Wandlung“. Das Weiterschreiten der Funktion im
Kreis, wie es normalerweise abläuft, entspricht hingegen nur einer Änderung. Somit wird die Wandlung zur
extremsten Form der Änderung.

Die Stärke einer Funktion hängt vom gemeinsamen Vektor ab, den die beiden Einzelvektoren der an
ihr beteiligten Elementarrhythmen bilden. Ihre Qualität ergibt sich aus der Stellung des
gemeinsamen Vektors in einem der 4 Quadranten.

Der Funktionsvektor ist bei einer Konjunktion so groß wie die Summe der Vektoren der beiden beteiligen
Grundrhythmen. Wenn wir die Vektoren der Grundrhythmen mit 1,0 ansetzen, baut sich der Funktionsvektor
daher bis zu einer maximalen Größe von 2,0 auf.

Der Funktionsablauf erfolgt spiralförmig (Abb. 2). Wenn wir den Funktionsvektor (r) bei seiner Drehung
beobachten, verläuft seine Bewegung von einer Konjunktion ausgehend (beispielsweise bei 0° beginnend)
im Uhrzeigersinn spiralförmig dem Zentrum zu, verschwindet dort und taucht an der gegenüberliegenden
Seite wieder auf, um sich der nächsten Konjunktion zu nähern. Diese liegt wieder an einer anderen Stelle.
Die Punkte, an denen Konjunktionen oder Oppositionen auftreten, sind nicht x-beliebige, sondern sie stehen
im Kreis an ganz bestimmten Stellen. Diese Punkte am Kreis nennt man „Wandlungspunkte“. (In einem
nächsten Kapitel wird näher auf die Wandlungspunkte eingegangen.)

Die Funktionsaspekte

Der Winkel, den die beiden an der Funktion beteiligten Rhythmenvektoren bilden, wird als „Aspekt“
bezeichnet. Der Aspekt entscheidet nicht nur über die Stärke der Funktion (der Funktionsvektor r entspricht
ja der Diagonale des Kräfteparallelogramms, das von den beiden Einzelvektoren gebildet wird), sondern
auch über ihre Wirkung. Ist der Winkel klein, ist also der gemeinsame Vektor größer als jener der
Einzelvektoren, tritt eine stärkere physiologische Wirkung auf. Ist der Winkel groß, ist also der gemeinsame
Vektor kleiner als jener der Einzelvektoren, ist die Wirkung mehr im psychologischen Bereich zu spüren.

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Interessant erscheint in diesem Zusammenhang, dass jeder der Funktionsvektoren nur zu einem Drittel aller
Tage kleiner als 1,0 ist; das Hauptgewicht des Funktionsgeschehens liegt also im physiologischen Bereich.

Zu den Aspekten wäre noch folgendes zu sagen: Wenn sich zwei Kräfte überlagern, wie es bei einer
Konjunktion der Fall ist, summieren sich, wie gesagt, die beiden Einzelkräfte. Wenn sie aber in Opposition
zu einander stehen, heben sich die beiden Einzelkräfte gegenseitig auf, wenn sie gleich groß sind. Wenn sie
verschieden groß sind, entspricht die resultierende Kraft der Differenz beider Einzelkräfte. Stehen die beiden
Kräfte in einem rechten Winkel („Quadrat“) zu einander, so entsteht ein starker Kippeffekt (maximales
Drehmoment). Vor allem bei Polstellungen kann sich ein rechter Winkel unangenehm auswirken. Stehen die
beiden Kräfte im Einheitskreis im einem Winkel von 120° zu einander, so liegt die Resultante ebenfalls am
Kreis. Dadurch herrscht ein Gleichgewicht zwischen physiologischer und psychologischer Wirkung,
weswegen der 120°-Winkel („Trigon“) als statisch-harmonischer Aspekt gilt. Eine dynamisch-harmonische
Wirkung weist der 60°-Aspekt („Sextil“) auf.

Über die Aspektwirkungen ist noch nicht viel bekannt. Die Astrologen verwenden Aspekte, aber in etwas
anderem Zusammenhang als die Naturwissenschaft. Man kann beobachten, dass eine Streuung verschiedener
Farben entsteht, wenn Licht sich bei bestimmten Winkeln, die Glaskanten bilden, bricht. Die Glas- und
Edelsteinschleiferei verwendet diese Effekte, um besonders schöne Streufarben zu erzielen. Weniger bekannt
ist, dass Kepler die Gesetze, die Winkel in sich bergen, bereits vor Hunderten von Jahren in seinem Buch
„Harmonicis Mundi“ beschrieben hat.

Man kann Aspekte auch in Töne „übersetzen“.

Max Uray:

„Ich trage schon lange die Idee mit mir herum, mit Hilfe von Computerprogrammen jeden Tag meines
Lebens in entsprechende Akkorde umzusetzen, die sich aus den Winkeln der drei Biorhythmen zu einander
ergeben. Der so gewonnene „Tagesklang“ läßt die energetische Situation im funktionalen Geschehen viel
genauer erkennen als das grafische Abbild, weil unser inneres Empfinden weit mehr auf Töne reagiert als
auf Formen. Auf dem Klavier habe ich bereits Übung im Erzeugen der Tagesakkorde, doch fehlt mir noch
die penible Umsetzung für einen längeren Zeitraum. Bald wird mir der PC meine momentane Stimmung
und vergangene oder zukünftige Lebenssituationen vorspielen. Die Funktionsstärke könnte als ‚laut‘ oder
‚leise‘ in die musikalische Umsetzung einfließen. Ich brenne schon darauf, meine eigene Lebensmelodie
zu hören.“

Es handelt sich bei Aspekten bzw. Winkeln um Teile eines Kreises, somit um Größenverhältnisse, die sich in
Brüchen ausdrücken lassen. 180° ist 1/2 Kreis, 120° 1/3 Kreis, 90° 1/4 Kreis, 60° 1/6 Kreis usw. Diesen
sogenannten „Intervalle“ entsprechen Teilungen der Gitarrensaite, wodurch bestimmte Töne entstehen. Die
Saitenhalbierung erzeugt die Oktave, die Drittelung die Quint, die Viertelung die Quart usw. Man kann den
Winkeln daher entsprechende Töne zuordnen. Dadurch werden Aspekte hörbar. Intervalle bzw. Akkorde
erzeugen bestimmte Gefühlszustände, womit die Qualität von Aspekten erklärt werden kann. (Nähere
Einzelheiten werden im Kapitel „Musikalische und harmonikale Zusammenhänge, Seite 71, erläutert.)

Das eigene Befinden läßt sich in graphischen Bildern, in Tönen und Farben umsetzen.

Äußere Einflüsse

Auf die endogenen Wirkungen der Interferenzschwingungen, auf denen das Funktionsgeschehen beruht,
üben exogene Interferenzfaktoren eine verstärkende oder hemmende, aktivierende oder sedierende Wirkung
aus:

- Temperaturveränderungen beeinflussen die Stoffwechselfunktion (SF)


- Wetteränderungen (Luftdruck) machen sich im Kreislaufbereich (KF) bemerkbar
- Elektrische Ladungsänderungen (Gewitter) wirken im Kopf-/Nervenbereich (NF)
- Änderungen im Magnetfeld der Erde beeinflussen die Lebenskraft (VP)
- Die Mondphasen beeinflussen alle drei Funktionen gleichermaßen

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Das innere Lernprogramm

Wenn sich im rhythmischen Ablauf immer wieder bestimmte Stellungen einzelner oder mehrerer Rhythmen
zu einander wiederholen, dann auch die Oppositionen, Konjunktionen, Spiegelungen, Polübergänge usw. Der
Mensch lernt faktisch durch Wiederholung. Er wird mit sich wiederholenden Situationen immer leichter
fertig werden, weil er jede neue Situation im Unterbewußtsein speichert.

Doch jedesmal, wenn sich eine bestimmte Stellung wiederholt, steht der dritte, an der Funktion unbeteiligte
Rhythmus an einer anderen Position im Einheitskreis. Die Wiederholung erfährt dadurch eine andere
Qualität, Nuance bzw. „Beleuchtung“ durch das dritte Element. So gibt es beispielsweise für die je fünf
Oppositions- und Konjunktionslagen eines Stoffwechselablaufs von 644 Tagen (23 x 28) je 33 verschiedene
Erkenntnisqualitäten, für die je zehn des Kopf-/Nervenfunktionsablaufs von 759 (23 x 33) Tagen je 28
verschiedene Gefühlsqualitäten und für die je fünf des Kreislauffunktionsablaufs von 924 Tagen (28 x 33) je
23 verschiedene Willensqualitäten, bevor sich nach 21.252 Tagen (23 x 28 x 33) das Spiel wiederholt. So
wird dieses Lernen nie langweilig; immer passiert etwas Neues in uns. Wenn wir dieses täglich Neue
annehmen, uns seiner Nuancen bewußt werden, haben wir mehr Reifungschancen als bei unbewußtem
Dahinvegetieren oder Dagegenstemmen. Gesundheit wird so erlernbar, Störungen werden prognostizierbar.
Der dritte Rhythmus tritt immer dann besonders in den Vordergrund, wenn die beiden anderen Rhythmen
einander gegenüberstehen und sich gegenseitig neutralisieren bzw. wenn sich ihre Ladungen bei einer
Spiegelung um die waagrechte Achse aufheben. Er wird praktisch zum „Schiedsrichter“ über die beiden
anderen.

Die Funktion des „Schiedsrichters“ ist besonders bei psychosomatischen Auslösungen und Übertragungen
von Bedeutung, wie in einem nächsten Kapitel gezeigt wird.

Die Stoffwechselfunktion - SF

Die Stoffwechselfunktion wird vom Motorikum und Sensorium gesteuert und hat mit der „Chemie“ im
Organismus zu tun. Ihre Aufgabe besteht in der Produktion, Umwandlung und Verarbeitung von organischen
und anorganischen Stoffen. Dabei entsteht Wärme. Dieses Wärmeprinzip findet im ayurvedischen System
mit dem Dosha (Prinzip) „Pitta“ und bei Paracelsus mit dem Prinzip „Sulfur“ seine Entsprechungen.

Der Bauchbereich gilt als Sitz und Repräsentant der Stoffwechselfunktion. Er ist der Sitz der Verdauung und
der endokrinen Drüsen (Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz, Nieren). Die Stoffwechselfunktion ist für die
Blutzusammensetzung, das Gefäßsystem, den Zellstoffwechsel und die Muskelversorgung zuständig. Auf der
psychologischen Ebene steht sie für die Verarbeitung und Umwandlung (Transformation) der
Bewußtseinsinhalte.

Ein kompletter Funktionsablauf dauert 644 Tage. Diese Zeitspanne setzt sich aus 23 eP-Zyklen à 28 Tage
oder 28 aP-Zyklen à 23 Tage zusammen, wobei alle möglichen Stellungen der beiden Vektoren zu einander
einmal vorkommen.

Alle 6,3 Tage kommt es zu einer Tagesbelastung (nähere Details zu den Tagesbelastungen werden im Kapitel
„Funktionsbelastungen“ beschrieben). Alle 64,4 Tage baut sich eine Langzeitbelastung (Opposition =
Unterfunktion, Konjunktion = Überfunktion) auf, die ca. 10,2 Tage lang dauert.

Jeden Tag nähern bzw. entfernen sich die beteiligten Rhythmen aP und eP um 2,785°. Der tägliche
Winkelschritt des Funktionsvektors beläuft sich auf 14,25°.

Während der Aufnahmephase (Winter- und Frühlingssektor) werden Nährstoffe besonders leicht
aufgenommen und eingelagert. Man hat generell mehr Appetit, deshalb nimmt man in dieser Phase auch
leicht an Gewicht zu. In der Abgabephase (Sommer- und Herbstsektor) trennen sich die Zellen wiederum
leicht von den angesammelten Nährstoffen, weswegen man in dieser Zeit auch leicht an Gewicht verliert.
Der Mondeinfluß auf die Stoffwechselfunktion ist nicht zu unterschätzen: Der zunehmende Mond verstärkt
die Wirkung der aufsteigenden Phasen (Winter und Frühling), während der abnehmende Mond hemmend

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wirkt. Umgekehrt verhält es sich dann bei den abnehmenden Phasen (Sommer und Herbst), in denen der
abnehmende Mond eine verstärkende, der zunehmende eine hemmende Wirkung zeigt.
Bei Einnahme von Medikamenten sollte man beachten, ob sie etwas mit der Abschwächung oder
Verstärkung von Funktionen zu tun haben. In diesem Fall sollten sie konform mit den Abbau- bzw.
Aufbauphasen oder mit dem Stärker- oder Schwächerwerden der Funktionen eingenommen werden.
Während der Aufbauphase werden Medikamente leicht absorbiert und entfalten ihre Wirkung rascher als
während der Abbauphase. Wenn sich die Körperzellen von ihrem „Müll“ trennen, werden Medikamente
nicht sehr gut aufgenommen. Der Patient ist dann der begründeten Meinung, dass das Medikament nicht
wirkt, und wendet sich an seinen Arzt mit der Bitte, ihm ein wirksameres zu verschreiben. Die höhere Dosis
kann aber wiederum in der Aufbauphase zu einer regelrechten Vergiftung mit stärkeren Nebenwirkungen
führen.

Die Stoffwechselfunktion repräsentiert die „Chemie“ im Organismus.

Die Kreislauffunktion - KF

Die Kreislauffunktion wird vom Sensorium und Regulativum gesteuert und hat mit der „Physik“ im
Organismus zu tun. Ihr Prinzip ist die rhythmische Bewegung, der Transport von Luft und Blut. Dieses
Bewegungsprinzip findet im ayurvedischen System mit dem Dosha „Vata“ und bei Paracelsus mit dem
Prinzip „Mercurius“ seine Entsprechungen. Der Flüssigkeitskreislauf verbindet diese Funktion aber auch mit
dem „Sal“-Prinzip bei Paracelsus.

Der Brustbereich gilt als Sitz und Repräsentant der Kreislauffunktion. In ihm erfolgt das Atmen und der
Herzschlag. Im physiologischen Bereich ist die Kreislauffunktion für die Durchblutung, das Lymphsystem,
den Blutdruck, den Puls und den Sauerstoffaustausch zuständig. Auf der psychologischen Ebene übernimmt
sie den Austausch und die Veränderung der Bewußtseinsinhalte.

Ein kompletter Funktionsablauf dauert 924 Tage. Diese Zeitspanne setzt sich aus 33 eP-Zyklen à 28 Tage
oder 28 mP-Zyklen à 33 Tage zusammen, wobei alle möglichen Stellungen der beiden Vektoren zu einander
einmal vorkommen.

Alle 7,6 Tage kommt es zu einer Tagesbelastung. Alle 92,4 Tage baut sich eine Langzeitbelastung
(Opposition = Unterfunktion, Konjunktion = Überfunktion) auf, die ca. 12,2 Tage lang dauert.

Jeden Tag nähern bzw. entfernen sich die beteiligten Rhythmen eP und mP um 1,948°. Der tägliche
Winkelschritt des Funktionsvektors beläuft sich auf 11,88°.

Während der Aktivphase können wir einen kräftigeren Kreislauf wahrnehmen, wogegen er in der
Passivphase wieder schwächer wird. In der Aufnahmephase haben wir generell mehr Durst, die Flüssigkeit
wird vermehrt gespeichert. In der Abgabephase wiederum transpirieren wir leichter, man kann eine
vermehrte Harnausscheidung beobachten. Der Mond beeinflußt vor allem jene Funktionsbereiche, die mit
dem Flüssigkeitshaushalt im Organismus zu tun haben. So verstärkt der zunehmende Mond die
Flüssigkeitsspeicherung während der Aufnahmephase, während der abnehmende hemmend wirkt. In der
Abgabephase verhält es sich umgekehrt: Der abnehmende Mond verstärkt die Flüssigkeitsausscheidung,
während der zunehmende hemmend wirkt.

Die Kreislauffunktion repräsentiert die „Physik“ im Organismus.

Die Kopf-/Nervenfunktion - NF

Die Kopf-/Nervenfunktion wird vom Motorikum und Regulativum gesteuert und hat mit der Weiterleitung
der ein- und ausgehenden Informationen zu tun. Ihr Prinzip ist die „Elektronik“ bzw. „Informatik“ im
Organismus. Sie entspricht einer Verbindung der beiden klassischen Elemente „Feuer“ und „Luft“, die bei
Paracelsus ihre Entsprechungen in den beiden Prinzipien „Sulfur“ und „Mercurius“ haben.

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Der Kopfbereich gilt als zentraler Sitz dieser Funktion (Gehirn). Die Nervensysteme erstrecken sich jedoch
über den gesamten Organismus. Vor allem im Bereich der Wirbelsäule befinden sich viele Nervenzentren,
die mit den Chakras zusammenhängen.
Auf der physiologischen Ebene ist die Kopf-/Nervenfunktion auch für die Sinnesorgane, die Atemsteuerung
und das Schmerzempfinden zuständig. Auf der psychologischen Ebene geht es um Verfügbarkeit und
Weiterleitung von Bewußtseinsinhalten.

Ein kompletter Funktionsablauf dauert 759 Tage. Diese Zeitspanne setzt sich aus 33 aP-Zyklen à 23 Tage
oder 23 mP-Zyklen à 33 Tage zusammen, wobei alle möglichen Stellungen der beiden Vektoren zu einander
einmal vorkommen.

Alle 6,8 Tage kommt es zu einer Tagesbelastung. Alle 37,95 Tage baut sich eine Langzeitbelastung
(Opposition = Unterfunktion, Konjunktion = Überfunktion) auf, die ca. 5,6 Tage lang dauert.

Jeden Tag nähern bzw. entfernen sich die beteiligten Rhythmen aP und mP um 4,743°. Der tägliche
Winkelschritt des Funktionsvektors beläuft sich auf 13,28°.

Die rhythmischen Phasen wirken sich bei der Kopf-/Nervenfunktion folgendermaßen aus: Im
Frühlingssektor steigt die Schmerzempfindlichkeit, vor allem, wenn die Funktion stark ist. Während der
Sommerphase kann man verstärkte Nervosität beobachten, im Herbstsektor stellt sich wieder eine nervliche
Beruhigung ein. In der Winterphase steigt wiederum die Lichtempfindlichkeit. Auch hier wirkt der zu- oder
abnehmende Mond verstärkend oder hemmend.

Die Kopf-/Nervenfunktion repräsentiert die „Informatik“ im Organismus.

Funktionsbelastungen

Bei Interferenzschwingungen kommt es wegen der unterschiedlichen Frequenzen von Rhythmen immer
wieder zu mehr oder weniger lang dauernden und intensiven Belastungen. Dietziker beobachtete, dass
jedesmal, wenn zwei bestimmte Rhythmen eine – wie er sie bezeichnete – „diametrale“ (Opposition) oder
„tangentiale“ Position (Konjunktion) einnehmen, ganz spezifische Belastungen oder Störungen auftreten
(Abb. 3). Auch wenn zwei Rhythmen in einem rechten Winkel zu einander gerade an zwei Polen stehen,
treten diese Ereignisse auf. Dabei stellte er fest, dass im letzteren Falle die Belastung nur so lange dauert, bis
die Polnähe vorbei ist, also ungefähr 1 bis 2 Tage, während sie bei Opposition und Konjunktion längere Zeit
anhält. Diese Langzeitbelastungen bauen sich langsam auf und ebben ebenso langsam wieder ab. Der Grund
dafür liegt darin, dass ein Rhythmus schneller schwingt als der andere, dass einer also einen größeren
Winkelschritt pro Tag zurücklegt als der andere. Die Belastung beginnt, wenn beide Rhythmen einen
Tagesschritt (diametral oder tangential) auseinander liegen, und endet, wenn sie sich mehr als einen Tag
voneinander entfernt haben.

Dietziker beobachtete weiters, dass kurze, nur einen Tag dauernde Belastungen auch in symmetrischer
Stellung zweier Rhythmen um eine Achse auftreten, wenn sie gleiche Winkel bzw. gleichen Abstand zu einer
Achse einnehmen, sich in dieser also „spiegeln“. Diese Tagesbelastungen (Abb. 4) entsprechen in ihrer
Symptomatik den Langzeitbelastungen, nicht aber in ihrer Intensität. Spiegelungen um die waagrechte Achse
werden stärker gespürt als solche um die senkrechte Achse.

Die Stärke einer Belastung hängt davon ab, um welchen Pol sich die Funktion spiegelt, aber auch vom
Abstand der beteiligten Rhythmen, ausgedrückt durch den von ihnen eingenommenen Winkel bzw. durch
den gemeinsamen Vektor, der Funktionsstärke r.

Warum treten Funktionsstörungen zu Beginn der Langzeit- oder Tagesbelastungen stärker in Erscheinung als
am Ende? Der Grund liegt darin, dass bald Hormonausschüttungen dämpfend bzw. verstärkend eingreifen
und der Mensch sich an geänderte Verhältnisse anpaßt und gewöhnt.

Wie in einem nächsten Kapitel aufgezeigt wird, spielen auch noch andere Komponenten im
Funktionsgeschehen eine Rolle. Wir bekamen nämlich von unserer Mutter jene Funktionsbelastungen, die sie

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1 bis 2 Tage vor unserer Geburt hatte, als eine Art „energetische Mitgift“ mit auf den Weg. Wir sind
gleichsam mit einem „Energieabdruck“ der Mutter auf die Welt gekommen, der mögliche
Funktionsschwächen aufzeigt. Es ist also kein Zufall, dass manche Menschen Zeit ihres Lebens unter einer
Kreislaufschwäche leiden, während andere von Zeit zu Zeit mit Kopfschmerzen zu kämpfen haben, die sich
jedoch im vorhinein erkennen lassen. Andere Menschen wiederum bringen die Neigung zu
Stoffwechselstörungen mit, beispielsweise zu Diabetes oder zu einer Schwäche des Bindegewebes.

Der Mensch spürt vor allem jene Funktionsbelastungen, die er von seiner Mutter „geerbt“ hat. Auf Grund der
Geburtsprägung werden viele Belastungen herausgefiltert, die geerbten kommen jedoch zur Wirkung.
Jedesmal, wenn eine Kopfbelastung auf jemanden zukommt, beispielsweise eine Spiegelung oder eine
Langzeitbelastung, spürt er eine Spannung im Kopf, die sich in Streßsituationen zu Kopfschmerzen steigern
kann. Auch Migräneanfälle oder Schübe bei Diabetikern sind auf solche vererbten Funktionsschwächen
zurückzuführen. Sogar die Legasthenie, die auffallende Lese- und Schreibschwäche, kann aus den
Belastungen der Mutter kurz vor seiner Entbindung „abgelesen“ werden.

Wenn man die belasteten Tage im Funktionsgeschehen zusammenzählt, ergibt sich folgendes Verhältnis:

Belastete Tage SF NF KF
Konjunktionen 51 56 61
Oppositionen 51 56 61
Spiegelungen 100 108 120
Summe der belasteten Tage 202 220 242
%-Anteil 32,4 29,0 26,2
Gesamttage 644 759 924

Diese Statistik schaut wesentlich freundlicher aus als jene Negativstatistik, die im Kapitel über die vier
Sektoren gezeigt wurde. Es tritt uns ja im Zusammenspiel der einzelnen Regelelemente eine faszinierende
Steuerung entgegen, eine „Funktionsuhr“, wie sie harmonischer gar nicht angelegt sein könnte. Im
Funktionsablauf werden alle möglichen Qualitäten und Quantitäten durchmessen, die beteiligten Rhythmen
sind an allen möglichen Plätzen gestanden, wodurch biorhythmische „Erfahrungen“ gesammelt werden
konnten, die in den nächsten Ablauf mitgenommen werden und physiologisch eine Art „Organbewußtsein“
oder „Zellengedächtnis“ aufbauen. So sind hier auch alle Regenerationsmöglichkeiten eingebaut, alle
Genesungs- und Wiederherstellungsphasen bzw. -mechanismen.

Störungen und Krankheiten

Belastungen verdichten sich zu Störungen oder Krankheiten, wenn der Mensch seine Immunität, seine
Widerstandskraft, seine Wiederherstellungsmechanismen geschwächt oder verloren hat. Dies geschieht durch
Fehlprogrammierungen, deren Ursache im falschen Wollen (gehemmte Triebe, Leidenschaften, Wünsche ...)
oder im falschen Fühlen (Aggressionen, Ängste, Unlust, Antipathien, Aversionen ...) oder im falschen
Denken (Vorurteile, Dogmengläubigkeit, Unwissenheit, Dünkelhaftigkeit ...) liegen können.
Fehlprogrammierungen führen zwangsläufig zu unvernünftigen und problemerzeugenden Handlungen, zu
Sünden gegen die eigene Natur, zu Blockaden im Kräftefluß und im Heilungsgeschehen, ganz abgesehen
vom Fehlverhalten gegen die Umwelt oder gegen die Mitgeschöpfe. Der Mensch schafft je nach Stärke und
Richtung seiner Einstellungen in sich die Bereitschaft zu bestimmten Reaktionen, die er dann als Krankheit
erfahren muß oder als Gesundheit erleben darf. Es leuchtet ein, dass die Widerstandskraft einmal erlahmt,
wenn man sich stets gegen eine Mauer stemmt, die sich im übrigen durch das Entgegenstemmen keinesfalls
beeindrucken oder wegräumen läßt.

Thorwald Dethlefsen und Rüdiger Dahlke haben in ihren Büchern „Schicksal als Chance“ und „Krankheit
als Weg“ klar die analogen Zusammenhänge zwischen den individuellen Fehlern und dem, was dem
Individuum zum Heile fehlt, also die Krankheit, herausgearbeitet. Werden aber die tatsächlichen Ursachen,
nämlich die psychischen Fehlhaltungen, im Bewußtsein beseitigt, indem man ständig an sich selbst arbeitet –
und nur diese Arbeit bringt dauerhaft Erfolg – schwinden alsbald auch die seelischen und körperlichen
Auswirkungen der Krankheit. Der Mensch wird wieder heil, also ganz. Damit ergibt sich von selbst die
wahre Bedeutung des Wortes „heilig“

47
Es ist bekannt, dass Medikamente nicht das Heil des Menschen bewirken, sondern nur die
Begleiterscheinungen einer Krankheit verschieben können. Selbst homöopathische, hochpotenzierte Mittel
stellen nur Krücken dar, mit deren Hilfe man Störungen kurzzeitig ausweichen kann. Die Ursachen des
Krankseins können sie keinesfalls beseitigen. Homöopathische Mittel entsprechen „vergeistigten“ bzw.
„verprinzipialisierten“ Hormonen, indem sie Informationen liefern und fehlende Prinzipien auf einer
Ausweichebene ergänzen. Das Schicksal des Krankseins können sie aber niemals überlisten, wenn der
Patient nicht an seinem, durch die Krankheit angezeigten, Fehler arbeitet; denn nach kurzer Zeit melden sich
die Beschwerden wieder, meist an einer anderen Stelle.

Die Sonderstellung des Atems

Die Atmung spiegelt die Einstellung des Menschen zum Leben wider: verkrampft oder gelöst, nehmend oder
gebend, festhaltend oder loslassend, flach oder tief, natürlich oder künstlich gelenkt.

Der Atem zeigt sich zwei Funktionen zugehörig: Atemsteuerung, -frequenz und -volumen unterstehen der
Kopf-/Nervenfunktion, der Sauerstoffaustausch obliegt der Kreislauffunktion. Der Atem ist das
Verbindungsglied zwischen Innen und Außen, Oben und Unten. Die Steuerung erfolgt unbewußt, kann aber
auch willkürlich beeinflußt werden. Lust und Unlust, Willkürlichkeit oder Unwillkürlichkeit,
Organempfindungen und Erkenntnisvorgänge, also alle drei Bewußtseinselemente, sind beim Atmen mehr
oder weniger stark beteiligt.

Wird der Gefühlsrhythmus (eP) zum „Schiedsrichter“ bei Kopf-/Nervenfunktionsbelastun-gen, wird der
Einfluß von Gefühlen dominant: bei Schreck stockt der Atem; beim Anblick von etwas Schönem atmen wir
tief ein; bei Abscheu stoßen wir die Luft aus, bei Furcht erfolgen kurze, heftige Atemstöße. Der
Willensrhythmus (aP) als „Schiedsrichter“ bewirkt willkürliches Luftanhalten bzw. bewußtes Eingreifen in
den Atemrhythmus. Der intellektuelle Rhythmus (mP) als „Schiedsrichter“ führt in stärkerem Maße als sonst
zu Veränderungen des Atems: flacher Atem beim Grübeln, tiefer, voller Atem in der Atemmeditation.

Die Funktionszyklen

Genau so, wie die einzelnen Rhythmen in ihrem speziellen Takt den Kreis durchlaufen, durchmißt jede
Funktion den Kreis der 4 Quadranten in einer ganz bestimmten Zeitspanne. Nur manchmal, in exakten
Abständen, erfolgen Phasensprünge in den Oppositionslagen.

Wenn der Vektor der Stoffwechselfunktion täglich um rund 14,25° im Kreis weiterwandert, dann braucht er
für die 360° einer Kreisumrundung etwas mehr als 25,25 Tage. Die 644 Tage eines abgeschlossenen
Schwingungsablaufs entsprechen daher exakt 25,5 Zyklen. Von diesen erfolgen 20 Umdrehungen ohne
Phasensprünge, fünf mit Sprüngen. Diese fünf Sprünge verkürzen oder verlängern in jeweils
unterschiedlicher Weise die Zeitspanne, in der der Vektor wiederum den Frühlingspol überschreitet, und zwar
je nachdem, ob der Sprung vor oder nach 180° erfolgt. Erfolgt der Sprung bei einer Opposition im
Frühlingssektor, dann landet der Vektor im Herbstsektor, und die Anzahl an Tagen, die er braucht, bis er
wieder am Frühlingspunkt angelangt ist, verkürzt sich. Erfolgt er im Herbstsektor, dann landet er im
Frühlingssektor, wodurch sich die Anzahl an Tagen bis zum Frühlingspunkt erhöht. Die 5,5 „sprunghaften“
Umdrehungen werden daher de facto nur zu fünf mehr oder weniger längeren oder kürzeren, wiederholenden
oder überspringenden Umdrehungen, so dass zwangsläufig eine halbe Umdrehung übrig bleibt, die doppelt
erfolgt. Diese aus allen fünf Sprüngen resultierende und zusammengesetzte halbe Umdrehung verteilt sich in
folgenden Kreissektoren: von 18° bis 54°, von 90° bis 126°, von 162° bis 198°, von 234° bis 270°, von 306°
bis 342°. Diese Sektoren werden dadurch zu „Doppelfeldern“, weil sie öfter durchlaufen werden. Alle
Doppelfelder beginnen und enden jeweils an Wandlungspunkten (Abb. 5).

Ein Sinn dieser Wiederholungen kann darin gesehen werden, dass die Doppelfelder im Laufe der Zyklen
hinsichtlich der Vektorengröße r „ungerecht behandelt werden“, weil der Vektor in der Nähe einer
Opposition auf Null schrumpft, wodurch ein Nachholbedarf eintritt. Dieses Manko wird durch nochmaligen
Lauf über das Feld aufgehoben, wodurch wiederum „Gerechtigkeit“ eintritt. So wird beispielsweise bei der

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Stoffwechselfunktion im Verlauf von 644 Tagen jeder Abschnitt des Kreises mehrere Male durchlaufen, aber
jedesmal mit einer anderen Vektorengröße r. Dabei kommen bei den Oppositionen eben die fünf speziellen
Felder zu kurz, und erst die Wiederholung bringt Symmetrie, so dass schließlich jedes Feld eine
durchschnittliche Funktionsstärke von r = 1,333 pro Umlauf zugeteilt erhält.
Bei den anderen Funktionen ergeben sich ähnliche Abläufe, so dass wir tabellarisch zusammenfassen
können:

SF NF KF
Kompletter Ablauf in Tagen 644 759 924
Täglicher Winkelschritt 14,25° 13,28° 11,88°
Dauer in Tagen für eine Umdrehung 25,255 27,107 30,295
Volle Zyklen (ohne Phasensprung) 20 23 26
Zyklen mit einem Phasensprung 5 10 5
Zyklen im kompletten Funktionsablauf 25,5 28,0 30,5

Bei der Kopf-/Nervenfunktion sind Wiederholungen und Mankos auf alle 10 Doppelfelder gleichmäßig
verteilt. Die 10 Zyklen mit einem Phasensprung werden daher zu 5 vollen Zyklen. Bei der Kreislauffunktion
sind genau jene Felder Doppelfelder, die zwischen denen der Stoffwechselfunktion liegen. Im Unterschied
zur Stoffwechselfunktion, bei der eine halbe Drehung „übrigbleibt“, fehlt hier eine halbe Umdrehung. Somit
gleicht sich alles wieder aus, und die Doppelfelder der Funktionen ergänzen einander.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass eine 360°-Umdrehung der Stoffwechselfunktion gleich lange
dauert wie die siderische Drehung der Sonne, nämlich 25,255 Tage, während ein Zyklus der Kopf-
/Nervenfunktion gleich lange dauert wie die synodische Sonnendrehung, nämlich 27,107 Tage. (Nähere
Details finden Sie im Kapitel „Zusammenhänge mit astronomischen Zyklen“ auf Seite 73.)

Hier zeigt sich ein Gleichlauf zwischen biorhythmischen und kosmischen Zyklen, wenn man weiß, wo man
ihn suchen muß. Die Sonne als „Herz“ des Sonnensystems entspricht also in analoger Bedeutung der
Herzfunktion (Stoffwechselfunktion) und Kopffunktion, je nachdem, wie wir ihre Drehung betrachten:
subjektiv oder objektiv, siderisch oder synodisch. Dass die Sonne in der Symbolik der Einweihungslehre
sowohl das Selbst mit seinem Sitz im Herzen als auch das Ich mit seinem Sitz im Bewußtsein verkörpert, sei
nur am Rande erwähnt.

Die Stoffwechselfunktion und die Kopf-/Nervenfunktion schwingen im Rhythmus der subjektiven


und der objektiven Drehung unserer Sonne.

Die Wandlungspunkte

Wenn wir die Lage der Wandlungspunkte, also der Konjunktionen bzw. der Oppositionen, in der
Reihenfolge, in der sie auftreten, miteinander verbinden, entsteht eine geometrische Figur: Bei der
Stoffwechselfunktion und der Kreislauffunktion erhalten wir ein Pentagramm (Abb. 7), bei der Kopf-
/Nervenfunktion einen doppelten 5-Stern, also einen 10-Stern, der sich um die senkrechte Achse spiegelt
(Abb. 8). Bei letzterer können wir eine Analogie zu den beiden Gehirnhälften (Hemisphären), die
spiegelbildliche Funktionen haben, erkennen.

Die Zahl 5 symbolisiert den kämpfenden, sich entwickelnden Menschen. Das Pentagramm (Drudenfuß)
finden wir in allen esoterischen und philosophischen Systemen. Bei den Pythagoräern galt es als Zeichen der
Gesundheit. Es symbolisiert den Mikrokosmos (Mensch). In der Magie wird es für Anrufungen und
Bannungen gebraucht. In der psychodynamischen Rhythmik entspricht das Ausschütten hemmender und
fördernder Hormone dem magischen Gebrauch. Die Zahl 10 wiederum wird als die volle, vollkommene
Universalzahl bezeichnet, die den ganzen Lebenslauf begreift.

Es gibt insgesamt 20 Wandlungspunkte, die im Kreis durch jeweils 18° voneinander getrennt sind. Die
psychodynamischen Untersuchungen haben ergeben, dass an diesen Punkten bestimmte energetische
Situationen herrschen, wie sie schon im I-Ging bei den 20 Haupthexagrammen beschrieben werden. Auch im
alten Maya-Kalender treten uns die Zeitqualitäten mit 20 Möglichkeiten in 5 Farben entgegen. Es gibt 20

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Aminosäuren, die organische Substanzen aufbauen, aber auch 20 Konsonanten in unserer Buchstabenreihe.
(Die Konsonanten scheinen demnach bestimmten Prinzipien unterstellt zu sein.) Diese Parallelität deutet auf
den Zusammenhang vieler Systeme hin.

Im Funktionsablauf kann man immer und überall Symmetrien entdecken, ja Symmetrie ist eine Eigenschaft
der Harmonie und tritt uns im biorhythmischen Geschehen in immer neuen Aspekten entgegen: im Rundlauf
der Elemente, im Auf- und Abbau der Funktionen, im Verlauf der Spiegelungen, in der Reihung der
Wandlungspunkte. Überall herrscht Ordnung und Ebenmaß, Abwechslung und Gleichmaß.

Wenn wir die am Kreis positionierten 20 Wandlungspunkte hinsichtlich ihrer Tätigkeit (Cosinus) und ihres
Ladungszustands (Sinus) untersuchen, können wir ganz bestimmte Zusammenhänge erkennen.

Die Phasen und Kreis-Quadranten, in denen die Wandlungspunkte positioniert sind, lassen sich mit Hilfe der
Vorzeichen von Sinus und Cosinus genau definieren:

+ cos = ladend + sin = aktiv


- cos = entladend - sin = passiv

Frühlingssektor + sin und + cos


Sommersektor + sin und - cos
Herbstsektor - sin und - cos
Wintersektor - sin und + cos

quantitative Qualitatives
Wirksamkeit Verhältnis
Lage sin cos (sin x cos) (sin : cos) Phase
0° 0,0000 +1,0000 0,0000 0
18° +0,3090 +0,9511 +0,2939 +0,0325
36° +0,5878 +0,8090 +0,4755 +0,7266 wachsen
54° +0,8090 +0,5878 +0,4755 +1,3763
72° +0,9511 +0,3090 +0,2939 +3,0780
90° +1,0000 0,0000 0,0000 +∞
108° +0,9511 -0,3090 -0,2939 +3,0780
126° +0,8090 -0,5879 -0,4755 +1,3763 reifen
144° +0,5878 -0,8090 -0,4755 +0,7266
162° +0,3090 -0,9511 -0,2939 +0,0325
180° 0,0000 -1,0000 0,0000 0
198° -0,3090 -0,9511 -0,2939 -0,0325
216° -0,5878 -0,8090 -0,4755 -0,7266 ernten
234° -0,8090 -0,5878 -0,4755 -1,3763
252° -0,9511 -0,3090 -0,2939 -3,0780
270° -1,0000 0,0000 0,0000 -∞
288° -0,9511 +0,3090 +0,2939 -3,0780
306° -0,8090 +0,5879 +0,4755 -1,3763 ruhen
324° -0,5878 +0,8090 +0,4755 -0,7266
342° -0,3090 +0,9511 +0,2939 -0,0325

Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass es lediglich drei Sinus-Cosinus-Paare gibt, die zu drei
Wirkgrößen führen. (Hier zeigt sich ein Zusammenhang mit den 3 Basenpaaren bei den „Sprossen“ der
„Doppelhelix“.) Es gibt somit drei Klassen von Wandlungen:

0,0000 und 1,0000 = 0,0000 kritische Wirkung


0,3090 und 0,9511 = 0,2939 kardinale / labile Wirkung
0,5878 und 0,8090 = 0,4755 fixe Wirkung

Es gibt vier Wandlungen mit kritischer Wirkung: zwei Wandlungen des Ladungszustands bei 0° und 180°
sowie zwei Wandlungen der Tätigkeit bei 90° und 270°.

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Die je fünf Wandlungspunkte in jedem der vier Quadranten haben folgende Wirkung:

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0,0000 ↓ kritische Wirkung
0,2939 ↓ kardinale Wirkung
0,4755 ↓ fixe Wirkung
0,4755 ↓ fixe Wirkung
0,2939 ↓ bewegliche (labile) Wirkung

Die Parallelität zu der von Seiten der Astrologie getroffenen Einteilung der Tierkreiszeichen hinsichtlich der
ihnen zugeordneten Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde in ihrer kardinalen, fixen und labilen Ausprägung
ist augenscheinlich. Jeder der 4 Quadranten kann einem Element zugeordnet werden, wobei jeder Quadrant
sich in mehrere Abschnitte mit unterschiedlicher Wirkung teilt.

Das I-Ging unterscheidet ebenfalls drei Arten von Wandlungen:

- Nichtwandlung: feste Größe, Prinzip


- Lineare Wandlung: ewig weiterlaufender Prozeß, der niemals an seinen Ausgangspunkt zurückkehrt
(Generation auf Generation)
- Zyklische Wandlung (aller Phänomene in der Natur)

Die sechs qualitativen Verhältnisse wiederum zeigen eine Zuspitzung der Qualität am Sommer und
Winterpol auf, die bis in die Unendlichkeit reicht.

Die Wandlungspunkte werden hinsichtlich ihrer Qualität unterschiedlich gespürt:

- aktiv oder passiv


- stark oder schwach
- rational oder irrational (0 und ∞)

So gesehen erhält jede Wandlung und Spiegelung ihren Sinn, je nachdem, ob mehr das Maß an Fülle oder die
Art der Tätigkeit bzw. deren Verhältnis oder auch Produkt in den Vordergrund tritt. Aufschluß darüber erhält
man, wenn man das I-Ging studiert.

5. Die Harmoniefunktion - VP

Die Schwingungen des evolutiven Systems

Die Kybernetik, die Lehre von den Systemen, vermittelt uns eine wesentliche Erkenntnis, die – auf die
psychodynamische Rhythmik angewandt – an den Anfang dieses Kapitels gestellt werden soll:

Hinter jedem Rhythmus steckt ein Potential; je zwei Rhythmen steuern eine Funktion; bei drei
Rhythmen entsteht ein lebendiges System, das sich selbst reguliert.

Wir haben uns bei der Beschreibung der Funktionen nur mit jenen Interferenzen, die aus dem rhythmischen
Schwingen zweier Regelelemente entstehen, auseinandergesetzt. Es gibt aber noch eine zusammengesetzte
Funktion, an der alle drei Rhythmen beteiligt sind. Bis zum heutigen Tag hat sich aber kaum jemand mit
dieser wohl wichtigsten Funktion (Harmoniefunktion, Lebenskraft, Vital-Power) beschäftigt. Hans Genuit
beschreibt sie in seinem Werk als „Erfolgskurve“, eine Bezeichnung, die ihrer Bedeutung überhaupt nicht
gerecht wird. Auch Dietziker hat sich in seinen Erbkreisuntersuchungen nur mit einigen Rhythmenstellungen
auseinandergesetzt, die in ihrem Zusammenwirken spezielle Störungen bewirken. Doch nicht die
pathologische oder erbbiologische Seite der VP-Funktion ist das Wesentliche, sondern ihre Bedeutung als
Funktion unserer „Mitte“, unseres Gleichgewichts, der Harmonie, Ruhe, Schönheit und Gesundheit. Sie
steuert unsere Entwicklung und Reifung und weist Eigenheiten auf, die sich mit den Erkenntnissen der

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Psychologie decken. Ja, mehr noch – der Ablauf des Harmonierhythmus entspricht der kreisenden Bewegung
des Mittelpunkts des Sonnensystems, und an seinem Schwingen kann man die Veränderungen der
Lebenskraft (Vitalenergie) ablesen.

Der Grund, warum dieser Rhythmus bisher kaum erforscht wurde, liegt sicher darin, dass sich Harmonie
jeglichen Untersuchungen und Tests entzieht und subjektive Erfahrungen von Harmonie nicht das Interesse
von ins Detail vordringen wollenden Forschern wecken. Ein anderer Grund mag darin bestehen, dass die
Interferenzschwingungen sehr spät erst Ge-genstand biorhythmischer Forschung wurden und den
Forschungen Dietzikers eine breite Öffentlichkeit versagt blieb.

Der Harmonierhythmus (VP = Vital Power) setzt sich aus den drei Einzelrhythmen zusammen. Man kann ihn
sowohl als zusammengesetzte Funktion als auch als ursprüngliche Lebenskraft betrachten, die sich erst im
„Energieleib“ des Menschen in die drei Teilkräfte aufspaltet. Beide Betrachtungsweisen – „von unten“ und
„von oben“ – sind möglich. Es wurde ja bereits auf die Tatsache hingewiesen, dass die Resonanz auf die
gemeinsame Sonne-Mond-Frequenz von 28 Tagen zur Bildung von „Ober- und Untertönen“ führt.
Wir können das Zusammenspiel der drei Grundelemente an Hand eines Beispiels nachvollziehen, auf welche
Weise immer komplexere Systeme entstehen. Die Zahlenmystik beschreibt den Aufbau der Schöpfung
folgendermaßen:

0 - Das ungeoffenbarte Prinzip ruht im dimensionslosen Sein


1 - die schöpferische Energie strahlt aus
2 - Durch die Ausstrahlung entsteht Polarität
3 - die Polarität wird beleuchtet, Raum und Zeit als Grundlage des Bewußtseins entstehen
4 - die bipolare Koordination von Raum und Zeit erfährt eine zyklische Schwingung, Bewegung im Raum-
Zeit-Kontinuum als Basis der Lebensentfaltung entsteht und bildet erste Atome
5 - Zwei Atome gehen eine Verbindung ein, anorganische Moleküle, Mineralien, entstehen
6 - Mehrere Moleküle gehen eine Verbindung ein, organische Moleküle, Organismen, entstehen
7 - Mehrere Organismen gehen eine Beziehung ein, soziales Leben entsteht und somit die Basis für die Ent-
wicklung zur Vollkommenheit

Wenn wir gedanklich auf die chemische Ebene überwechseln, können wir folgende Analogien entdecken:

biorhythmische Elemente chemisch reine Elemente


aP / eP / mP C/O/H

biorhythmische Funktionen anorganische Verbindungen


SF / NF / KF CO2, CH4, H2O

zusammenfassende Funktion organische Verbindungen


VP z.B. C6H10O5

Es läßt sich leicht erkennen, dass der Wasserstoff (H) und mP zusammengehören, während der Kohlenstoff
(C) und aP korrelieren und der Sauerstoff (O) zu eP gehört. Es besteht demnach eine Analogie zwischen
biorhythmischer Frequenz und dem Atomgewicht der drei für unsere Existenz wichtigsten Elemente.
Prinzipiell können wir jeder biorhythmisch-energetischen Situation eine bestimmte organische Verbindung
zuordnen.

Diese Überlegungen wurden an den Anfang dieses Kapitels gestellt, um die Dimensionserweiterung, die bei
der Betrachtung des Harmonierhythmus entsteht, gegenüber den drei Bewußtseinselementen und den drei
einfachen Funktionen ins rechte Licht zu rücken. Die evolutive Funktion ist in allen Belangen wesentlich
komplizierter in ihrem Aufbau, ihrem Ablauf, ihren Dimensionen und in ihrer Gesetzlichkeit, und
selbstverständlich auch in ihren Aussagemöglichkeiten.

Das Zusammenwirken von Denken, Fühlen und Wollen oder Information, Bewegung und Beweggrund führt
ja zu einem Resultat, zu einem Geschehen, das in einer bestimmten inneren Verfassung erlebt wird. Dieses
Resultat läßt sich hinsichtlich seiner Art und Stärke, also hinsichtlich Frequenz und Amplitude und deren
Veränderungen, beschreiben.

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Je näher die einzelnen Rhythmen zusammenstehen, desto mehr sind sie sich hinsichtlich der Richtung einig,
in die sie wirken, und um so stärker fällt auch das Resultat aus: „Alle ziehen an einem Strang.“ Je weiter sie
von einander entfernt stehen, je „uneiniger“ sie sich also sind, desto mehr hemmen sie einander, um so
schwächer fällt auch das Resultat aus. Die Resultante als der VP-Vektor r liegt dabei immer in der Nähe
jenes Rhythmus, der den insgesamt geringsten Abstand zu den jeweils anderen aufweist.

Ein großer Vektor weist auf eine nach außen gerichtete Phase hin, die der Mensch als extrovertierten Zustand
erlebt, während ein kleiner Vektor eine Verinnerlichung (Introvertiertheit) anzeigt.

Der Vektor selbst weist zwei Koordinaten auf, durch die er definierbar ist und Aussagen über die Lebenskraft
ermöglicht:

r - die dynamische Koordinate Kraftgröße


ϕ° - die qualitative Koordinate Kraftrichtung

Diese beiden Koordinaten ändern sich beim Harmonierhythmus von Tag zu Tag in unterschiedlichem Maße.
Bei den einfachen Funktionen läuft ja der Vektor – außer bei den Phasensprüngen – mit einer stets
gleichbleibenden Geschwindigkeit weiter und schwankt in seiner Größe auch regelmäßig zwischen 0 und 2,0
hin und her, verändert seine Größe bei Konjunktionen nur langsam, bei Oppositionen rasch. Doch diese
Veränderungen laufen stets nach dem selben Muster ab. Bei der Harmoniefunktion treten jedoch erhebliche
Schwankungen in der Geschwindigkeit auf, mit der sich die Lage und die Größe des Vektors ändern.
Selbstverständlich schwingt auch dieser Rhythmus in Spiralform, allerdings nicht in regelmäßiger wie bei
den Funktionen.

Der Vektor wächst zu einem bestimmten Wert an, schrumpft dann wieder, wird wiederum größer, aber mehr
oder weniger groß als beim letzten Mal. Dann wird er wieder kleiner, ebenfalls mehr oder weniger klein als
beim letzten Mal. Diese größten und kleinsten Vektorengrößen sind Umkehrgrößen und werden „Maxima“
und „Minima“ genannt (Abb. 9).

Die Geschwindigkeit, mit der sich die Vektorengröße r auf- bzw. abbaut (∆r), ändert sich ständig. Der größte
Wert liegt bei ±0,083 Radiuseinheiten pro Tag, manchmal erreicht die Veränderung nur einen Wert von ∆r =
±0,034. ∆r stellt die dynamische Änderungsgröße (Änderungsbeiwert) von r dar. Wenn ∆r Null wird, ist ein
Maximum oder Minimum, also ein Umkehrpunkt, erreicht und die Dynamik des Geschehens erhält eine
Gegenbewegung. Manchmal wächst ∆r sehr rasch zu seinem größten auf- oder abbauenden Wert an,
manchmal erfolgt der Auf- oder Abbau zögerlich, manchmal bleibt er längere Zeit hindurch stabil.

Bei allen Oppositionslagen der einfachen Funktionen wird der dritte, an der jeweiligen Opposition nicht
beteiligte Rhythmus zum „Schiedsrichter“. „Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte“, sagt der
Volksmund. Da sich die oppositionellen Rhythmen gegenseitig aufheben, bleibt nur der „Schiedsrichter“
übrig, das sich mit der VP-Funktion deckt. In diesem Fall entspricht die Lage des Harmonierhythmus stets
der des „Schiedsrichters“ mit der Vektorengröße 1,0. Biorhythmisch bedeutet das, dass die
Harmoniefunktion auf diesen dritten Rhythmus übergeht. Der „Schiedsrichter“ beherrscht allein das
Geschehen. Bei einer „Schiedsrichterlage“ fühlen sich manche Menschen disharmonisch, so mancher „steht
daneben“ oder „rastet aus“. In jedem Fall herrscht eine gespannte Situation.

Die meiste Zeit, nämlich 75% aller Tage, ist der Vektor des Harmonierhythmus größer als 1,0. Alle Werte
über 1,0 bedeuten eine stärkere Orientierung der Kräfte auf die äußere Welt und somit Abzug der Kräfte vom
inneren Menschen, seinem Zentrum. Alle Werte unter 1,0 weisen auf innere Wirkung unter Vernachlässigung
des äußeren Zusammenspiels hin. Es besteht also ein ständiges Pendeln zwischen Veräußerlichung und
Verinnerlichung, eine Art „Dialog“ zwischen bewußtem Handeln und innerer Verarbeitung. Dadurch
entwickelt sich eine allmähliche Veränderung im Menschen.

Im Laufe der Forschung hat sich bei vergleichenden Untersuchungen herausgestellt, dass gleiche
Vektorengrößen von manchen Menschen unterschiedlich erlebt werden. Dieses Phänomen hat sich bald
aufgeklärt: Die Erlebnisqualität hängt von der Reifestufe des Menschen ab. Unentwickelte Menschen

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empfinden eine stark veräußerlichte Situation, bei der alle drei Bewußtseinselemente nahe zusammenstehen,
also eine Vektorengröße über 2,5, oft als Hochzustand. Sie können bewußter handeln, haben alle ihre Sinne
beisammen, sie können bestimmen und agieren. Ein zentrierter Zustand bedeutet für sie ein Abgleiten in ein
unbewußteres Getriebenwerden. Entwickelte Menschen hingegen empfinden Situationen mit großem Vektor
oft als exzentrisch, als ein „der Welt ausgeliefert sein“, während sie verinnerlichte Situationen als zentrierten
Zustand, in dem das „Höhere Selbst“ Regie führt, oder als „Prüfung“ erleben.

Der Harmonierhythmus weist einen geschlossenen Ablauf von 21.252 Tagen (= 58,2 Jahren) auf. Während
dieser Zeit stehen alle drei Rhythmen in allen möglichen Positionen zueinander (23 x 28 x 33 = 21.252).
Diese Zeitspanne nennt man „biorhythmisches Leben“.

Unsere Reifung und Entwicklung zeigt sich im Schwingen des Harmonierhythmus.

Maxima und Minima

Der Vektor des Harmonierhythmus schwankt zwischen den beiden Extremwerten r = 3,0 und r = 0,037 mit
unterschiedlichen Maximalwerten und Minimalwerten dazwischen in unregelmäßiger Folge auf und ab. Bei
Geburt ist der Vektor r 3,0 Einheiten groß, nach 49,2 Tagen nur mehr 0,358, nach weiteren 28,8 Tagen
wächst der Vektor wieder auf 1,276 an, danach sinkt seine Größe wieder auf einen anderen Minimalwert ab
usw. Die Vektorengröße 1,0 entspricht jenem der drei Grundrhythmen im Einheitskreis. Ein Maximum ist ein
Grenzwert, bei dem die Größenzunahme endet und die Größenabnahme beginnt; ein Minimum ist demnach
ein Grenzwert, bei dem die Größenabnahme endet und die Größenzunahme beginnt. Alle Umkehrgrößen
über 1,0 sind Maxima, alle unter 1,0 Minima. Somit ist 1,0 eine Grenze, ab der aufwärts stärkeres
Kräftezusammenspiel und ab der abwärts stärkere Kräftehemmung auftritt. Es gibt insgesamt 29 Maxima
und 28 Minima mit unterschiedlicher Vektorengröße, die im Laufe eines biorhythmischen Lebens immer
wieder auftauchen. Ein Sonderfall ist das Maximum mit der Größe 1,0, das zugleich ein Minimum ist. Die
Maxima mit der Größe 3,0 und 1,0 kommen nur je fünfmal vor, alle übrigen Maxima und Minima je 10 mal,
und zwar in symmetrischen Abständen über das biorhythmische Leben verteilt.

Die durchschnittliche Vektorengröße des Harmonierhythmus über alle Tage beträgt 1,574. Man kann aus
dem über einem theoretischen Mittelwert von 1,5 liegenden Durchschnittswert von 1,574 erkennen, dass die
Anzahl der Tage, an denen der Harmonierhythmus in der Nähe eines Maximums weilt, größer ist als jene, an
denen er sich in der Nähe eines Minimums befindet. Das bedeutet, dass die Natur vorgesorgt hat, dass unsere
Lebenskraft trotz aller Schwankungen möglichst groß bleibt.

Die Zeit, die von einem Maximum zu einem Minimum und wieder zurück zum nächsten Maximum vergeht,
dauert zwischen 71,2 und 79,6 Tagen, durchschnittlich 75,9 Tage. Diese Zeitspanne entspricht einem
energetischen Erfahrungsschritt, dem „biorhythmischen Atem“. Das „Einatmen“ bzw. „Ausatmen“ dauert
daher durchschnittlich 37,95 Tage. (Die von Dipl.-Ing. Friedrich Teltscher beobachteten Frequenz von 38
Tagen eines „feinsinnigen“ Rhythmus entspricht dieser Zeitdauer. Da der Mensch in zentrumsnahen Minima-
Lagen verinnerlicht ist, können die feinsinnigen Schwankungen nun erklärt und richtig zugeordnet werden.)

Die Höhen und Tiefen unseres Lebens zeigen sich in den extremen Schwankungen der Lebenskraft.

Die Schleifen

Haben wir bei den einfachen Funktionen in Oppositionslagen die 180°-Sprünge, so treten beim Harmonie-
rhythmus an deren Stelle in bestimmten Extremlagen, wenn alle drei Elemente wie bei einem „Mercedes-
stern“ ungefähr 120° auseinanderliegen, in 50% der Fälle sogenannte „Schleifen“ auf, die um so größer
ausfallen, je kleiner der Vektor wird. Nicht bei allen stark zentrierten Minima entstehen Schleifen, sondern
nur bei dreien:

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Typ 1 Typ 2 Typ 3
Vektorengröße r 0,037 0,147 0,254
Schleifenweite ε° 102,2° 36,8° 8,0°
Dauer in Tagen 12,83 10,83 6,83
davon Rückschritt (Tage) 3,0 4,5 3,5

Bei diesen Schleifen verläuft die Spiralbewegung nicht durch das Zentrum, sondern wendet sich gegen die
bisherige Laufrichtung (Rechtsdrehung) nach innen und zurück, nähert sich seinem Minimumwert und
wendet sich danach in neuerlichem Anwachsen wieder der Spiralbewegung, diesmal von innen nach außen,
zu (Abb. 6). Es kommt dabei, ähnlich wie bei den Oppositionslagen der einfachen Funktionen, zu einer
Wiederholung beim Durchlaufen bestimmter Kreissektoren. Man kann hier auch von einem „Rückschritt“
sprechen.

Die Verteilung der Schleifen in einem biorhythmischen Leben:

Nr. Alter (Tage) Typ Nr. Alter (Tage) Typ Nr. Alter (Tage) Typ
1 430,0 1 11 7.260,4 3 21 14.471,2 2
2 1.240,4 3 12 8.070,8 1 22 15.281,6 2
3 1.720,0 2 13 8.930,8 1 23 15.761,2 3
4 2.530,4 2 14 9.741,2 3 24 16.571,6 1
5 3.110,0 3 15 10.220,8 2 25 17.431,6 1
6 3.820,4 1 16 11.031,2 2 26 18.242,0 3
7 4.680,4 1 17 11.510,8 3 27 18.721,6 2
8 5.490,8 3 18 12.321,2 1 28 19.532,0 2
9 5.970,4 2 19 13.181,2 1 29 20.011,6 3
10 6.780,8 2 20 13.991,6 3 30 20.822,0 1

Bei den 30 Schleifen während eines biorhythmischen Lebens lassen sich in ihrem zeitlichen Auftreten einige
Gesetzmäßigkeiten erkennen:

1. Zwischen zwei Schleifen vom Typ 3 liegen abwechselnd je zwei Schleifen vom Typ 1 oder vom Typ 2.
Niemals folgt also auf eine Schleife vom Typ 1 eine vom Typ 2 oder umgekehrt, sondern zuerst eine vom
gleichen Typ und danach eine vom Typ 3. Zwischen dem Auftreten einer Schleife vom Typ 2 und Typ 3
vergehen stets 479,6 Tage; zwischen der Schleife 3 und 1 liegen immer 810,4 Tage, ebenso zwischen
zwei Schleifen vom Typ 2. Zwischen zwei Schleifen vom Typ 1 vergehen immer 860,0 Tage.

Das bedeutet, dass das Auftauchen von inneren Krisen und Rückschritten in unserem Leben einer strengen
Regelung unterliegt. Hier zeigt sich eine Systematik, die uns zwingt, von Zeit zu Zeit innezuhalten und
innere Einkehr zu üben. Wenn wir die Systematik erkennen, können wir uns zeitlich auf diese Krisen
einstellen; wir werden dann nicht von ihnen überrascht.

2. Wenn wir die Lage der Minima-Werte der einzelnen Schleifen, wo sie also genau zu liegen kommen, je
nach Typ in drei konzentrischen Kreisen einzeichnen (Abb. 11), läßt sich wiederum eine Symmetrie
erkennen: Je ein Schleifenpaar spiegelt sich um einen bestimmten Wandlungspunkt im Einheitskreis.
Und zwar liegen die Schleifen vom Typ 1 je 0,7° links und rechts von 5 Wandlungspunkten, die sich
symmetrisch im Kreis verteilen, entfernt, die Schleifen vom Typ 2 je 7,7° von 5 anderen
Wandlungspunkten, und schließlich jene vom Typ 3 je 14,7° von den selben Wandlungspunkten wie jene
vom Typ 1.

Das bedeutet, dass sich Symmetrie beim Auftauchen von Krisen und Rückschritten zeigt, und zwar insofern,
als sie ihrer Qualität nach (in ihrer Stellung in den 4 Quadranten) ausgeglichen sind, und dass sie mit dem
Wandel und der Entwicklung des Menschen zu tun haben.

3. Wir haben also 10 Wandlungspunkte vor uns, die je 36° auseinanderliegen und für das
Rückschrittsgeschehen in Schleifen relevant sind. In den verbleibenden 10 Wandlungspunkten spiegeln
sich die rasanten Minima, wodurch eine Unterscheidung der Wandlungspunkte in solche, die einen

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rasanten inneren Fortschritt, und in solche, die einen inneren Rückschritt mit sich bringen, getroffen
werden kann.

Fortschritt und Rückschritt wechseln einander meistens ab, wobei jedesmal eine innere Wandlung erfolgt.
Manchmal folgen zwei Schleifen aufeinander, manchmal zwei rasante Minima.

Die grafische Darstellung des Maxima-Minima-Verlaufs (Abb. 9) während der ersten 2.125,2 Tage des
Lebens (1. biorhythmisches Jahr) zeigt die Verteilung der Schleifen und der rasanten Minima sowie die
Systematik in der Veränderung des Vektors des Harmonierhythmus. Es lassen sich fünf in sich geschlossene,
symmetrische Abschnitte erkennen, die zweimal in ein rasantes Minimum und dreimal in eine Schleife
münden. Im nächsten biorhythmischen Jahr gleicht sich das Geschehen wiederum aus, da auf zwei Schleifen
drei rasante Minima kommen. Jeder dieser 5 Abschnitte dauert 14 Monate, genauer gesagt: 1 Jahr und ein
paar Minuten weniger als 60 Tage.

Nur 1,4% aller Tage eines biorhythmischen Lebens, nämlich genau 300, entfallen auf Schleifen, davon sind
nur 110 wirklich rückläufige Tage (Abb. 10). Die meisten zeitlichen Anteile entfallen auf eine Vektorengröße
zwischen 1,0 und 1,2. Rund 75% der Zeit ist der Vektor größer als 1,0, und nur bei einem Viertel aller Tage
tritt eine verinnerlichte Situation auf, wobei die eine Hälfte mit rascher Entwicklung, die andere Hälfte mit
stockender oder rückläufiger Entwicklung verläuft.

Jeder Rückschritt ist nur von kurzer Dauer und mündet nach einigen Tagen der Besinnung wieder
in ein Weiterschreiten.

Die Schleifen stellen eine Art Krise oder Prüfung dar, aber auch eine innere Kehrtwende, da sich der Mensch
nach innen wendet, etwas innerlich bearbeitet und sich dann wieder nach außen wendet. Ein Rückschritt, wie
er in den Schleifen auftritt, ist natürlich auch als Wandlung anzusehen.

Eine spezielle Lage tritt jedoch niemals auf: Der Vektor schrumpft nie auf eine Größe von Null. Die Null ist
die Zahl des Nichts, sie symbolisiert das Ungeoffenbarte. Das heißt, die drei Rhythmen stehen niemals in
genauen 120°-Winkeln zu einander. Denn dann würden sich sofort alle Funktionen und
Bewußtseinselemente im Zentrum auflösen. Das Leben würde sofort verlöschen und ins Nichts
zurücksinken. Es taucht zwar von Zeit zu Zeit eine Zentrierung auf, aber niemals eine totale. Hier kann man
wieder einmal nur staunend zur Kenntnis nehmen, wie weise die Entwicklung des Lebens geregelt ist.

Die 3 Rhythmen bilden niemals genaue 120°-Winkel zu einander, weswegen die Lebenskraft auch
nicht auf Null schrumpfen kann.

Die Qualität der Zeit

Wenn der Harmonierhythmus durch die einzelnen Sektoren des Kreises wandert, offenbart sich im Menschen
immer wieder ein anderer Zeitcharakter. Die Stellung im Kreis bestimmt die Zeitqualität des Lebens. Jeder
bestimmten Vektorengröße r ist im Laufe der Entwicklung jedesmal eine andere Qualität ϕ° beigegeben, und
jede Stellung im Kreis weist bei ihrer Wiederholung einen anderen Vektor auf. Innerhalb eines
biorhythmischen Lebens verfügen so alle möglichen Zeitpunkte über unterschiedliche Kraft und Qualität,
Entwicklungstempo und Laufrichtung. Doch alle Möglichkeiten folgen einem Gesetz, das sich in der Form
der Hohlspindel ausdrückt, wie sie im Kapitel „Besonderheiten und Querverbindungen (ab Seite 73)
beschrieben wird.

Die Frequenz des Harmonierhythmus ändert sich immerwährend. Der tägliche Winkelschritt ∆ϕ° (=
Entwicklungs-Beiwert) wird im Laufe der Zeit größer oder kleiner. Er zeigt das Maß an, in welchem Tempo
die Entwicklung pro Tag vorwärts oder rückwärts geht.

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Rhythmus ∆ϕ°
aP 15,7
SF 14,3 Bei den drei Grundrhythmen und den drei einfachen Funktionen haben wir fixe
NF 13,3 Winkelschritte pro Tag. Die durchschnittliche Drehgeschwindigkeit des
VP ∅ 13,1 Harmonierhythmus beträgt 13,1° pro Tag. Wenn sie gleich groß wird wie die
eP 12,9 eines anderen Rhythmus, besteht ein synchrones Schwingen.
KF 11,9
mP 10,9

Wenn ∆ϕ° von VP unter 10° sinkt und sich 0° nähert, besteht eine Stagnation, weist sie einen negativen Wert
auf, ist der Harmonierhythmus rückläufig. Steigt ∆ϕ° über 16°, wird die Entwicklung zusehends rasanter. ∆ϕ
° bleibt für längere Zeit bei seinem Mittelwert von 13,1°, ändert bei Annäherung an ein Maximum oder
Minimum immer schneller seine Geschwindigkeit und kehrt langsamer werdend wieder zu seinem
Mittelwert zurück, der wiederum längere Zeit beibehalten wird.

Zur Erläuterung der Schwankungen der Vektorengröße und der Entwicklungsgeschwindigkeit sollen ein paar
Gesetzmäßigkeiten aufgezeigt werden:

Jedem der 28 Maxima oder Minima ist ein spezieller ∆ϕ°-Wert zugeordnet. So weist beispielsweise max. r =
1,592 einem ∆ϕ°-Wert von 13,5° auf, min. r = 0,633 einen von 5,9°; bei max. r = 3,0 beträgt der ∆ϕ° Wert
eben jene durchschnittlichen 13,1°. Alle übrigen r-Werte, die nicht Maxima- oder Minima-Positionen
entsprechen, weisen hingegen einmal einen größeren, dann wieder einen kleineren ∆ϕ°-Wert auf. Je kleiner
die Maxima werden, desto schneller verläuft auch die Entwicklung. Weist der Vektor der Lebenskraft bei
Opposition einer einfachen Funktion schließlich eine Maximumgröße von r = 1,0 auf, beträgt die
Entwicklungsgeschwindigkeit ∆ϕ° immerhin 13,7° pro Tag.

Hinsichtlich der Minimumwerte tritt jedoch, wie bereits erwähnt, diese merkwürdige Spal-tung ein: Die eine
Hälfte der Minima, nämlich 14, weist eine zunehmend rasantere Entwicklungstendenz auf, die schließlich
bei min. r = 0,075 mit ∆ϕ° = 64,3° ihren höchsten Wert erreicht. Die anderen, jeweils benachbarten 14
Minima, weisen hingegen eine zunehmend gehemmte Entwicklungstendenz auf, die schließlich bei min. r =
0,037 mit ∆ϕ° = -75,6° ihren höchsten rückläufigen Wert erreicht. Hier scheiden sich also die Geister: es gibt
fördernde und hemmende. Auch die Astrologie und das I-Ging kennen hemmende und fördernde Situationen,
Fortschritt und Rückschritt.

An 99,5% aller Tage gibt es Fortschritt, nur an 0,5% Rückschritt. Rund die Hälfte aller Tage beträgt der
Fortschritt ∆ϕ° zwischen 12,2° und 14,0°

Die folgende Aufstellung zeigt die Zeitanteile der unterschiedlichen ∆ϕ°-Werte:

∆ϕ° Zeitanteil in %
über 20,0 4,0
15,0 – 20,0 16,1
10,0 – 15,0 72,3
5,0 – 10,0 6,0
0,0 – 5,0 1,1
negative Werte 0,5

Bei einem durchschnittlichen Entwicklungstempo von ∆ϕ° = 13,1° täglich wird der Kreis in 27,4 Tagen
durchlaufen, was der siderischen Umlaufzeit des Mondes entspricht (die synodische Umlaufzeit beträgt
29,53 Tage). Auch hier zeigt sich wieder ein Zusammenhang von endogenen und exogenen Rhythmen.

Ein kompletter biorhythmischer Atemzug (von Maximum zu Maximum) umfaßt eine Drehung zwischen
843,7° und 1184,9° bei einem Mittelwert von ∅ 995,14°. Das sind zwischen 2,3436 und 3,2914 volle

58
Kreisumdrehungen bei einem Mittelwert von ∅ 2,764 Umdrehungen. Während eines biorhythmischen
Lebens dreht sich der Harmonierhythmus somit genau 774 mal im Kreis.
Die durchschnittliche Umlaufzeit des Harmonierhythmus entspricht der siderischen Umlaufzeit des
Mondes

Psychosomatische Zusammenhänge

Wenn man sich mit der psychodynamischen Rhythmik eingehender beschäftigt, löst sich auch das Rätsel der
psychosomatischen Zusammenhänge. Es ist ja seit langem bekannt, dass sich beispielsweise starke
Emotionen sowohl auf die Verdauung als auch auf die inneren Drüsen, z.B. auf die Galle, schlagen und
zugleich den Herzschlag beeinflussen können. Auch Schweißausbrüche, Hautrötungen oder ein Blaßwerden
der Haut können beobachtet werden, wenn destruktive Gedanken im Kopf herum kreisen. Der
Zusammenhang von psychologischen und psychodynamischen Funktionen leuchtet ein, da die
psychodynamischen Funktionen ja die energetische Seite der psychologischen Funktionen darstellen. Es
hängt nur von der Ladung und Tätigkeit der an den Funktionen beteiligten Rhythmen ab, wie sich
psychosomatische Störungen auswirken.

Charakteristisch für ein psychosomatisches Geschehen ist, dass eine Übertragung von Informationen von
einer Ebene oder Sphäre auf bzw. in eine andere erfolgt. Für eine solche Übertragung sind stets zwei
Beteiligte vonnöten: der Auslösende und der Empfangende. Auslösung geschieht im psychischen Bereich,
beispielsweise durch Störungen im Wollen und Handeln, Fühlen und Denken. Manchmal kommt die
Auslösung auch von einer Funktionsstörung. Wenn jemand beispielsweise Kopfweh hat, kann sein
Stimmungsniveau auf Null sinken. Die Übertragung in einen physiologischen Bereich ist von einer
Übereinstimmung hinsichtlich der qualitativen Beschaffenheit der beiden Beteiligten abhängig, d.h.,
auslösender Biorhythmus und empfangende Funktion müssen an der selben Stelle im Kreis stehen, sie
müssen sich also qualitativ decken. Die Physiker kennen solche Übertragungen als Austausch von
Informationen bei gleichartigen Energiefeldern. Informationen sind in Schwingungen enthalten, und wenn
zwei Schwingungen zu gewissen Zeiten synchron laufen, verhalten sie sich wie eine einzige Schwingung:
Sie tauschen untereinander ihre Informationen aus. Beim alltäglichen Austausch von Informationen verhält
es sich ähnlich: Zwei Menschen treffen sich an einer Stelle, halten den Telefonhörer in der Hand, benutzen
ihren PC, um einander unmittelbar Neuigkeiten mitzuteilen.

Besonders stark ist die Übertragung, wenn eine Funktion über einen Biorhythmus zu liegen kommt und ihre
Stärke r gerade 1,0 ist. In so einem Falle herrscht qualitative und quantitative Übereinstimmung. Die
unterschiedlichen Frequenzen der Schwingungen sind dafür verantwortlich, wie lange eine solche
Übertragung dauert: einige Stunden, Tage oder Wochen.

Wenn im biorhythmischen Geschehen immer wieder andere Überlagerungskombinationen auftauchen, so


findet dies seine Entsprechung darin, dass sich beispielsweise emotionale Ausbrüche, Eifersucht oder
Haßgefühle einmal als Störung im Stoffwechselgeschehen, ein andermal in Kreislaufschwäche, dann wieder
in Kopfweh oder Nervosität bemerkbar machen können. Die psychosomatischen Übertragungen zwingen
uns, mehr auf unser Innenleben zu achten. Wer seine Aggressionen, Emotionen und Gedanken im Griff hat,
hat Meisterschaft erreicht, die sich in körperlicher und geistiger Gesundheit beweist.

Psychosomatische Auslösungen und Übertragungen erfolgen bei Überlagerungen von


Grundrhythmen und Funktionsrhythmen.

Synchronität und Harmonisierung

Wir haben bei unseren Betrachtungen über das psychosomatische Geschehen gerade festgestellt, dass eine
Übertragung immer dann erfolgt, wenn das auslösende Element und die empfangende Funktion an der selben
Stelle im Kreis stehen. Spürbare Auswirkungen auf den harmonischen Zustand gibt es aber auch dann, wenn
der Harmonierhythmus synchron mit einem Grundrhythmus oder mit einer der einfachen Funktionen
schwingt.

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Dabei können drei Übereinstimmungen unterschieden werden:

Übereinstimmung Lage ϕ° Geschwindigkeit ∆ϕ Stärke r Wirkung


1. analog x je nach Stellung im Kreis
2. synchron x je nach Aspekt
3. total x x x stark

1. Die Übereinstimmung in der Stellung im Kreis zeigt eine Entsprechung hinsichtlich Ladungssituation
und Tätigkeit an. Es herrscht Gleichheit hinsichtlich der Qualität der Zeit (analoge Lage).
Psychosomatische Auslösung und Übertragung laufen wie auf einer Schiene; man kann sagen, dass ein
„Funke überspringt“ oder dass eine Situation „abfärbt“ oder dass sich „Einflüsse geltend machen“ oder
„ihre Schatten werfen“. Die Stellung in einer der vier Phasen entscheidet über die Art der Wirkung.

2. Bei einer Übereinstimmung hinsichtlich der Drehgeschwindigkeit schwingt der Harmonierhythmus


gleich schnell wie ein Grundrhythmus oder eine Funktion. In diesem Fall entscheidet der Winkel
zwischen ihnen (Aspekt) über die Qualität der gegenseitigen Einwirkung (synchrone Lage). Durch den
Gleichlauf entsteht eine Art „Verzahnung“ mit günstiger oder ungünstiger Aspektwirkung.

3. Bei einer Übereinstimmung hinsichtlich der Vektorengröße ist gegenseitige Einwirkung besonders stark
zu spüren, wenn der Harmonierhythmus über einen Grundrhythmus oder eine Funktion zu liegen kommt
und die selbe Funktionsstärke aufweist (totale Übereinstimmung). Das energetische Geschehen ist auf
jene Bereiche beschränkt, die miteinander schwingen, wobei Informationen aller Art ungehindert von
Ebene zu Ebene fließen und überall im Bewußtsein und im Körper ihre harmonische oder
disharmonische Wirkung hinterlassen. Die totale Übereinstimmung gibt es immer bei einer
„Schiedsrichter“-Stellung.

Liegt keine Übereinstimmung vor, wirken sich spezielle Situationen (Belastungen oder Polübergänge) kaum
aus. Es gibt keinen Auslöser und keinen Empfänger für eine psychosomatische Übertragung.

Die Aspekte haben folgende Wirkungen auf den harmonischen Zustand (auf nähere Einzelheiten wird im
Kapitel „Partnerschaft“ eingegangen):

0° (Konjunktion) energiegeladen, Kräftekonzentration (analoge Übereinstimmung)


60° (Sextil) lebhaft, flexibel
90° (Quadrat) spannungsgeladen, disharmonisch, frustrierend
120° (Trigon) kann negativen Einflüssen entgegenwirken, sie abschwächen; stützend
2 x 120° (Doppeltrigon) schwierig (bei einer Schleife)
180° (Opposition) Konflikt gegensätzlicher Kräfte, Spannungen, bewirkt Unbehagen (dritte Kraft wird
zum „Schiedsrichter“)

Es könnte hier der Eindruck entstehen, dass sich der Lebensprozeß nach einem starren Schema unter
zwanghaftem Ablauf von Ursache und Wirkung abspielt. Dem ist aber keineswegs so, denn man darf analoge
oder synchrone Abläufe nicht mit kausalem Zusammenhängen verwechseln. Wenn ein Bahnwärter die
Weichen für einen Zug umlegt, wird dieser zwangsläufig der Weichenstellung folgen. Wenn wir aber eine
synchrone Lage von Harmonierhythmus und intellektuellem Rhythmus mit einem harmonischen Aspekt
(z.B. 60°) vor uns haben, entstehen positive Wirkungen nicht zwangsläufig. Es obliegt uns selbst, ob wir aus
der positiven Tendenz auch eine positive Wirkung erzielen. Umgekehrt führen auch Tage mit einem
gespannten Aspekt (z.B. 90°) nicht zwangsläufig zu Unglück und Elend. Wenn wir aber an einem solchen
Tag die negative Tendenz zu einer positiven Wirkung führen, können wir mit Fug und Recht auf uns stolz
sein.

Man kann beim PDR-Grafikprogramm übrigens durch bloßes Hinsehen die harmonische Situation eines
Tages intuitiv erfassen. Das Bild, das wir sehen, und die Verfassung, die wir subjektiv spüren, erzeugen einen
inneren „Dialog“. Im Laufe der Zeit können wir immer intensiver erfahren, wie sehr die Bilder zu uns

60
„sprechen“. Das Computerbild wird gleichsam zum Medium, wobei jeder von uns seinen Umgang mit
diesem Medium ganz individuell erlernt.

Der therapeutische Wert der psychodynamischen Rhythmik liegt vor allem darin, dass sie aufzeigt, in
welchem Bereich Störungen ausgelöst werden können und welche Bereiche nach Harmonisierung verlangen.
Wenn man sich sein eigenes rhythmisches Bild anschaut, die Lage der Störung im entsprechenden Sektor
herausfindet und die Sektorenwirkung selbstkritisch beurteilt, kommt man den meisten Problemen auf die
Schliche.

Der Grund der menschlichen Probleme liegt ja vor allem in einer grundsätzlichen Diskrepanz zwischen Soll
und Ist. Jede systematische Problemlösung geschieht nach dem selben zyklischen Muster:

Man analysiert das vergangene Geschehen, vergleicht den Istzustand mit dem Idealzustand und richtet seine
Ziele auf einen zukünftigen Sollzustand aus, plant kurz- oder langfristig, arbeitet an der Erreichung des Ziels
und analysiert danach den durch eine ausgleichende Handlung erzielten neuen Abstand vom Idealzustand
(Abb. 12).

Falsch wäre es, wenn man am Morgen sein „Orakel“ fragt, indem man das Computerprogramm aufruft und
nachschaut, was der heutige Tag an energetischen Schwierigkeiten bringen wird. Dazu genügen auch
Zeitschriftenhoroskope oder das beliebte Zinngießen zu Silvester. Nein! – Die erfolgreiche Analyse basiert
auf einer permanenten Aufzeichnung der Ungleichgewichte in einem energetischen Tagebuch. Mit Hilfe des
Computerprogramms kann man die vergangenen Tage Revue passieren lassen und „nach“-schauen, wie sie
verlaufen sind, wie die drei Regelelemente auf Leib und Seele gewirkt haben, wie der Stoffwechsel, der
Kreislauf, der Atem oder das Herz funktioniert haben, ob man nervös oder gehemmt, verspannt oder
verstimmt, harmonisch mit sich selbst, mit den Mitmenschen und mit der Natur war. Danach sollte man
allerdings die subjektiven Erfahrungen bestmöglich zu objektiveren bzw. zu beschreiben versuchen. So
bekommt man immer rascher Zugang zum inneren, energetischen Prozeß.

Das Aufdecken der Notwendigkeiten und Möglichkeiten zur Harmonisierung erfordert eine Planung, der
nächste Tag die Durchführung, der übernächste die Kontrolle, ob alles so läuft wie geplant. Doch heute will
aufmerksam, wachsam und achtsam alles registriert werden, was geschieht.

Soll man nun mit den energetischen Gegebenheiten mitschwingen oder soll man gegen sie angehen? Oder –
anders gefragt: Soll die verlorengegangene Harmonie im jeweiligen Kreissektor oder im gegenüberliegenden
gesucht werden? Die Antwort bedarf einer etwas genaueren Betrachtung, denn die Ursachen von
Disharmonie liegen auf mehreren Ebenen.

1. Es besteht eine Diskrepanz zwischen der Lebensaufgabe, die wir seit unserer Entstehung erfüllen
müssen, und dem jetzigen Zustand. Unsere Lebensaufgabe zeigt das Computerbild des Zeugungstages.
An ihrer Erfüllung zu arbeiten dauert das ganze Leben.

2. Es besteht eine Diskrepanz zwischen unseren Idealvorstellungen und dem Istzustand. Ihre Lösung ist
nicht mit Mitteln der psychodynamischen Rhythmik zu erzielen, sondern durch immerwährende
Kompromisse, bis die Idealvorstellungen einer kritischeren Realitätssicht gewichen sind.

3. Es bestehen disharmonische Aspekte zwischen einzelnen Bereichen in uns. Die sich jeden Tag ändernde
energetischen Situation ist gestört oder gehemmt. Hier ist eine Lösung möglich, weil die Veränderungen
prognostizierbar sind.

Alle diese Disharmonien gilt es aufzuspüren, zu erkennen und voneinander zu trennen, bevor an eine
Änderung des Zustands gedacht werden kann. Das niedere Ich des Menschen, der „innere Schweinehund“,
will keine Änderung, es ist träge. Das höhere Selbst des Menschen will aber ein harmonisches Verhältnis
aller drei Kräfte. Daher sind die folgenden Fragen zu stellen:

1. Was will bzw. braucht meine innere Natur? – Eine Harmonisierung des Istzustandes!
2. Was will mein höheres Selbst? – Das Erreichen eines harmonischen Sollzustandes!

61
Das Ideal als Sollzustand, ein Zustand größtmöglicher Harmonie, wäre aber nur erreichbar, wenn völliger
Ausgleich herrscht und der Vektor des Harmonierhythmus Null ist. Diese Situation kommt aber niemals vor.
Deshalb muß der Kraft, die zur Disharmonie geführt hat, auf einer höheren Ebene eine gleich große Kraft
entgegengesetzt werden, wobei durch eine gegenseitige Neutralisierung beider Kräfte Harmonie entsteht.
Der Weg dazu führt in die entgegengesetzte Richtung des Rhythmus, der beispielsweise ein
psychosomatisches Geschehen auslöst. Da der Auslöser den harmonischen Zustand beeinflußt, kann man mit
einer Energieanstrengung seine Gegenqualität erreichen. Ist beispielsweise der im Wintersektor stehende,
intellektuelle Rhythmus mP der Auslöser, hilft auf der aP-Ebene sportliche Betätigung, wenn aP im
Sommersektor steht, oder eine cholerische Reaktion, wenn eP im Sommersektor schwingt. Das dagegen-
Angehen erfordert Energieaufwand.

Harmonisierung gelingt durch Erkennen der disharmonische Gegebenheit und gleichzeitigen


Energieeinsatz in die Gegenrichtung auf einer anderen Ebene.

Wenn es um die Erfüllung der Lebensaufgabe geht, kann man analog sagen: Zuerst muß man den
disharmonischen Gegebenheiten ins Gesicht sehen, dann kann man dagegen angehen (Abb. 13).

Manche Disharmonie hat ihre Ursache darin, dass für unsere Arbeits- und Berufswelt nur der aktive Mensch
zählt. Der Mensch, der sich erholen muß, der sich ausruhen will, um Kräfte zu sammeln, der auch einmal ein
gutes Buch lesen will oder ein paar Tage faulenzt, ist nicht produktiv und paßt nicht in dieses ideologische
Bild. Aus der Diskrepanz zwischen Soll- und Istzustand entsteht der Konflikt.

Die Möglichkeit zur Harmonisierung besteht darin, dass man diesem von unserer Gesellschaft geforderten
Postulat kritisch ins Gesicht blickt und seine Ziele entsprechend schärfer formuliert und vehementer
durchsetzt. Sie besteht keineswegs darin, dass man einträchtig mit den Wölfen heult und auf Erholung
verzichtet oder dass man – wie es manche Biorhythmiker praktizieren – „unproduktive“ Tage, wenn also
Rhythmen in der Passivphase schwingen – als „Tief“-Tage oder „schlechte“ Tage abqualifiziert und damit
das Vokabular der Leistungsgesellschaft benutzt, womit man die disharmonischen Wirkungen nur verstärkt.

Zu prüfen ist stets, ob das, was der Einzelne will, nur für ihn sinnvoll ist, oder ob es auch fürs Ganze
förderlich ist. Harmonisierung heißt eben manchmal auch: Annehmen der objektiven Rahmenbedingungen,
aber Angehen gegen die subjektiven Auswirkungen auf einer anderen Ebene durch eine Änderung der
inneren Einstellung. Ein typisches Beispiel wäre die Akzeptanz von Regen als „Gutwetter“ bei gleichzeitiger
Vermeidung des Ausdrucks „Mistwetter“.

Eine andere Situation ergibt sich, wenn der Mensch aufgefordert ist, alle seine Kräfte für eine Sache
einzusetzen, selbst wenn er sich in einer gehemmten energetischen Situation befindet (Abb. 14). Hier heißt
es, das hemmende Element zu neutralisieren, indem man die jeweilige Gegenlage aufsucht und willentlich
einnimmt. Dies bedarf aber eines gebündelten Einsatzes von Aufmerksamkeit und Konzentration, und dabei
helfen die Energien der beiden anderen Rhythmen.

Im dargestellten Beispiel hemmt das Antriebspotential (männlicher Rhythmus „M“) den harmonischen
Zustand. Wenn das Wollen etwas eingebremst wird, das sich in der sich stürmisch ladenden Initiativ-Phase
befindet, helfen das mentale Potential (intellektueller Rhythmus „I“) und das emotionale Potential
(weiblicher Rhythmus „W“) bei der Verstärkung der Gesamtenergie in die gewünschte Richtung.

Ein Einsatz der Kräfte in die Gegenrichtung ist dann ratsam, wenn eine disharmonische Extremsituation (ein
Maximum oder ein Minimum beim Vektor des Harmonierhythmus) herrscht und die Erfordernisse in die
andere Richtung weisen.

Man muß also den kurzfristigen Kräfteeinsatz zum Zweck einer raschen Harmonisierung einer Situation von
der Forderung, alle schicksalhaften Ereignisse zuerst einmal zu akzeptieren, klar unterscheiden. Erst das
Annehmen des Schicksals schafft die Möglichkeit zur Schicksalsbewältigung und Harmonisierung.

Wir dürfen nicht vergessen: Der Vektor des Harmonierhythmus zeigt an, wie weit und in welche Richtung
wir uns von unserer inneren Mitte entfernt haben, wie und wie groß also die Unwucht ist, mit deren Energie
wir in der Welt agieren. Bei Geburt beispielsweise zeigt das Neugeborene einen Zustand größter

62
Disharmonie (alle drei Grundrhythmen liegen am Frühlingspunkt): Sein Gesichtsausdruck ist alles andere als
harmonisch und entspannt - es schreit. Der Mangel an innerer Harmonie ist eklatant, während alle Kräfte auf
das äußere Leben gerichtet sind.

Wir können somit zwei Harmonisierungsrichtungen erkennen:

1. Der dem Harmonierhythmus entgegengesetzte Rhythmus oder Interferenzrhythmus zeigt in Richtung


Verinnerlichung und somit in Richtung eines harmonischen Zustands.

2. Der in nächster Nähe des Harmonierhythmus befindliche Rhythmus oder Interferenzrhythmus zeigt den
Bereich, der harmonisiert werden soll, in seiner momentanen Qualität an.

Harmonie zeigt sich im Gleichlauf, im Gleichklang, im Gleichmaß, in der Mitte, nie im Extrem. Sie zeigt
sich in der Verbindung polarer Gegensätze, nicht in extremer Polarität. Man fühlt sich nicht wohl, wenn ein
Ladungswechsel vor sich geht, wenn Funktionen sich in Polen spiegeln, wenn Über- oder Unterfunktionen
auftreten, wenn im Lebensprozeß Hektik oder Hemmung herrscht. Alle diese Disharmonien zeigen extreme,
polare Zustände.

Die Harmonie im Äußeren, im Alltag, bleibt dann gewahrt, wenn man seine Kräfte genau so einsetzt, wie sie
vorhanden sind (Abb. 15). Dagegen anzugehen führt zu Raubbau an den Kräften und zur Disharmonie. Man
wird sich in einer Regenerationsphase nicht voll ausgeben, wenn es sich vermeiden läßt. Der „innere
Schweinehund“ zwingt uns ohnehin das ständige Herausfallen aus der Harmonie auf. Wir müssen sie daher
täglich neu zu erringen versuchen. Disharmonie führt unweigerlich zur Bewußtwerdung. Unser höheres
Selbst strebt zur Harmonisierung und wirkt in uns als ständiger Mahner.

Harmonie im Äußeren führt also zu Gesundheit und Schönheit. Harmonie im Inneren führt zu Frieden,
Glück, Freiheit und innerer Kraft. Harmonie im Äußeren ohne gleichzeitige Harmonie im Inneren ist nach
kurzer Zeit zu Disharmonie verurteilt. Harmonie im Inneren führt aber immer zu Harmonie im Äußeren.

Unser Schicksal wirkt sich negativ aus, wenn wir unseren Willen gegen die eingetretenen Ereignisse
einsetzen, wenn wir ihnen mit dem Gefühl der Unlust entgegentreten und sie mit negativen Gedanken
bewerten. Nehmen wir aber ein Geschehen so, wie es uns äußerlich entgegentritt, innerlich als Schick-Sal
(dieses Wort bedeutet soviel wie „Sende-Heil“), als Geschenk, an, dann wirkt es sich nicht störend, sondern
erlösend aus. Wir können im Gleichgewicht bleiben, Innen und Außen bleiben gelöst.

Alle Elemente, und somit auch alle Individuen, sind im Innersten, in der Einheit, frei und ohne Spannung zu
einander. Im Äußeren aber, in der Welt, gehen sie harmonische oder disharmonische Verbindungen ein. Das
kann man beispielsweise in stabilen oder instabilen chemischen Verbindungen beobachten: H2O, NH3, CH4
usw. Nur wenige Elemente kommen in der Natur rein vor, weil sie keine Verbindungen eingehen müssen:
Edelgase, Edelerden, Edelmetalle. Wir Menschen sind daher gebunden und unfrei, solange wir veräußerlicht
sind. Solange wir uns an etwas binden, unterstellen wir uns dem von uns selbst eingebrachten Gesetz von
Ursache und Wirkung, das uns zu mehr Erkenntnis führen soll. Solange wirken auch die Bewußtseinsgesetze
von Zeit und Raum und mit ihnen die psychodynamischen Gesetze. Wir müssen sie daher beachten, bis wir
geistig frei geworden sind. Sie fördern unsere Harmonie, wenn wir sie annehmen, kennenlernen, erfassen,
durchschauen und anwenden.

Die hervorragendste Aufgabe der psychodynamischen Rhythmik besteht in der Harmonisierung des
Menschen.

An den Schluß dieses Kapitels sollen einige grundsätzliche Betrachtungen über die Harmonie gestellt
werden.

Harmonie oder Disharmonie zeigen sich im gesellschaftlichen Bereich analog zu den biorhythmischen
Funktionen:
Produktion der Mittel Landwirtschaft, Handwerk, Industrie, Energiewirtschaft SF
Planung der Mittel Budgetpolitik, Gesetzgebung, Parteien, Interessenverbände NF

63
Verteilung der Mittel Transportwesen, Handel, Bankwesen, Freizeitindustrie, Fremdenverkehr KF
Gewichtung der Mittel Kultur, Kunst, Kirche, Familienleben usw. VP

Die Gesellschaft ist ja ein Organismus, dem ebenfalls 3 Potentiale zur Verfügung stehen, um die
gesellschaftliche Funktionen aufzubauen und zu regeln.
Die harmonischen Möglichkeiten sind: Formel: Ergebnis:
1. das Gleichmaß A = 1, B = 1 Friede
2. die harmonischen Maße A+B=C der goldene Schnitt
3. das Gleichgewicht A=B Ruhe
4. das harmonische Verhältnis A 2 + B2 = C 2 Schönheit
5. die Gleichgerichtetheit A+B+C=3 Kraft
6. die Identität A=A Wahrheit
7. der Gleichlauf A, A, A, A, ... Ewigkeit, Unendlichkeit
8. der Ausgleich A+B=1 Liebe, Einheit
9. der Umfang A + B + C + ... = ∞ Vollkommenheit

Wir erkennen in der Harmonie die höchste Qualität von Verhältnissen als etwas Göttliches, das
intuitiv gefühlt und als besonderer Zustand erlebt werden kann.

Die Lebensabschnitte und Entwicklungsphasen

Im Zeitraum eines biorhythmischen Lebens von 58 Jahren und 67 Tagen gibt es, wie bereits erwähnt, fünf
Zeitpunkte, an denen der Vektor der Lebenskraft eine Größe von r = 3,0, und fünf weitere, an denen er einen
Maximalwert von lediglich 1,0 erreicht. Im ersten Fall liegen die drei Rhythmen genau übereinander, im
zweiten steht einer den beiden anderen Rhythmen genau gegenüber. Diese 10 Maxima liegen exakt auf
Wandlungspunkten.

An diesen Tagen beginnt eine spiegelbildliche Entwicklung gegenüber der bereits abgelaufenen. Sowohl die
Reihenfolge des Auftretens der unterschiedlich großen Maxima- und Minima als auch das Tempo der
Entwicklung läuft vom Wandlungspunkt aus symmetrisch weiter. Das heißt, der erste Tag des neuen
Abschnitts ist eine Spiegelung des letzten Tages des alten Abschnitts um den Wandlungspunkt, der zweite
des neuen Abschnitts eine solche des vorletzten Tages des alten usw.

Somit können wir das biorhythmische Leben in 5 große Abschnitte einteilen, wobei jeder Abschnitt gleich
lang ist und den selben symmetrischen Ablauf im Auf- und Abbau von Frequenz und Amplitude zeigt. Aber
jeder neue Abschnitt startet gegenüber dem vorhergehenden von einer um 72° gegen den Uhrzeigersinn
gelegenen Position aus, die sich mit einem der Wandlungspunkte deckt. So folgt die Entwicklung des
Menschen also einer Drehung gegen den Uhrzeigersinn. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass auch
in der Astrologie äußere Entwicklungen im Tierkreis rechtsdrehend, aber spirituelle, innere, linksdrehend
dargestellt werden. Auch im I-Ging kennt man unterschiedliche Drehrichtungen in bezug auf den „Frühen“
und „Späten Himmel“.

Jeder der fünf großen Abschnitte teilt sich wiederum in zwei symmetrische Hälften, wobei man den ersten
als Aktion, den zweiten als Reaktion betrachten kann oder als Bearbeiten und Aufarbeiten. Der erste
Teilabschnitt beginnt bei einem Maximum von r = 3,0, der zweite bei einem Maximum von r = 1,0. Jeder
dieser Teilabschnitte zerfällt wieder in jeweils 5 Abschnitte (siehe Abb. 9). Wir erkennen hier einen
Entwicklungsplan, der unser Leben in Lernschritte und Wiederholungsschritte einteilt. Es ist, als ob das
Erlebte wiederholt werden muß, damit man es von einer anderen Seite aus betrachtet – als Überprüfung des
Gelernten. In der nächsten Runde wird wieder von vorne begonnen, auf Gelerntem und Geprüftem
aufgebaut, wobei aber jedesmal durch die Verschiebung um 72° eine andere Betrachtungsweise vorherrscht.
So erfolgt das neuerliche Lernen und Einüben unter stets anderen Voraussetzungen: Der Mensch lernt, jede
Situation von allen Seiten zu betrachten.

64
Während der ersten 21.252 Tage werden alle möglichen biorhythmischen (und energetischen) Erfahrungen
gesammelt, die drei Rhythmen sind einmal in allen nur denkbaren Positionen zu einander gestanden. Der
Mensch sollte dann (zumindest biologisch gesehen) Weisheit erlangt haben. Es wiederholt sich dann das
energetische Geschehen spiegelbildlich (oder auch von Anfang an, je nachdem, wie man es betrachtet). Der
Eroberung der Welt folgt der Rückzug aus der Welt und die retrospektive Betrachtung des Lebens. So ist es
also auch aus psychodynamischer Sicht völlig einleuchtend, warum sich der Mensch, wenn er älter wird,
immer mehr einem Kleinkinds ähnelt und warum sein Kurzzeitgedächtnis vom Langzeitgedächtnis
überlagert wird.

Entwicklung Abschnitt Jahre Phase 10 Äußerungen Krisen


Geburt 0,0 Geburtskrise
1 Kleinkindphase spielen 1
Kind 5,8
2 Überwindung von 1
I 11,6
3 Pubertätsphase lernen Pubertätskrise
Pubertärer 17,5 (Gefühle)
4 Überwindung von 3
II 23,3
5 Vorerwachsenenphase binden Ehe
Junger 29,1 Beruf
Erwachsener 5‘ Überwindung von 5 2
III 34,9
4‘ Karrierephase schaffen Erfolg
Voll 40,7 Karriere
Erwachsener 3‘ Überwindung von 4‘
IV 46,5 Midlife-Crisis
2‘ Sicherungsphase sichern, festigen Wohl- (Sinnhaftigkt.)
Gereifter 52,4 stand
Erwachsener 1‘ Überwindung von 2‘
V 58,2 volle Reife
1 Reflexion von 1‘ sich umstellen 3
Älterer 64,0
2 Reflexion von 2‘
VI 69,8
3 Reflexion von 3‘ sich (ab)finden
Senior 75,6
4 Reflexion von 4‘
VII 81,5 Handelnskrise
5 Reflexion von 5‘ loslassen (Wollen)
Alter 87,3
5‘ Reflexion von 5 4
VIII 93,1
4‘ Reflexion von 4 hergeben
Greis 98,9
3‘ Reflexion von 3
IX 104,7
2‘ Reflexion von 2 warten
Uralter 110,6
1‘ Reflexion von 1 Funktionskrise
X 116,4 (Existenz)

65
Tod

Nach 58 Jahren und 67 Tagen beginnt erneut ein biorhythmisches Leben. Zwei biorhythmische Leben
umfassen gemeinsam das theoretische Höchstalter des Menschen von etwas mehr als 116 Jahren (wenn
nichts dazwischenkommt!). Die erste Hälfte entspricht der Entwicklung in die Welt, ist also als eine Art
Aktivphase oder Lernphase zu sehen, die zweite entspricht der Entwicklung aus der Welt heraus, sie wird
somit zur Rückzugsphase, Wiederholungsphase und Passivphase des Lebens. Menschen, die danach einen
neuerlichen Anlauf genommen haben, landeten wieder in der Aktivphase. Es ist klar, dass alle früher oder
später daran scheitern mußten.

Die Inder teilen das Leben in vier große Abschnitte ein: Im ersten Viertel seines Lebens soll der Mensch
lernen, im zweiten mit dem Gelernten sein Brot verdienen und eine Familie gründen, im dritten soll er sich
besinnen und sich von der äußeren Welt zurückziehen, um im vierten schließlich zurückzukehren und als
weiser Mensch, als Lehrer für die jungen Menschen, zu dienen. Das entspricht in groben Zügen der
biorhythmischen Einteilung des Lebens in verschiedene Entwicklungsphasen.

Neben der Geburtskrise lassen sich auch die vier großen Lebenskrisen im Entwicklungskalender zeitlich
festmachen; sie treten zu Beginn bzw. am Ende einzelner Abschnitte in Erscheinung. Im Zuge der
psychodynamischen Forschungen wurden die Sterbedaten vieler, eines natürlichen Todes gestorbener
Menschen analysiert. Dabei hat sich herausgestellt, dass die „Handelnskrise“ oder „Willenskrise“, die nach
ungefähr 81,5 Jahren auftritt, eine Schwelle darstellt, bei der viele Menschen nicht mehr weiterleben wollen
und – wie die Delphine – einfach aufhören zu atmen oder sanft entschlummern. Bei diesem Alter tritt eine
statistische Häufung von natürlichen Todesfällen auf. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass
besonders viele Menschen in einer Minima-Lage sterben, dass sie sich also in einer verinnerlichten Situation
von der Welt verabschieden.

Wenn man das Schwingen des Harmonierhythmus beobachtet, erhält man einen Lebenskraft-Kalender, einen
„VitalEnergiePlan“, von dem man die „Zeichen der Zeit“ und ihre Qualität ablesen kann. Man kann sehen,
welche Bewußtseinselemente aktiv oder passiv sind, welche Funktion dominiert bzw. in welchem
Entwicklungsstadium man sich gerade befindet. Die drei Regelelemente werden zu den drei „göttlichen
Helfern“ im Entwicklungsgang des Menschen. Eingespannt in den Tages- und Nachtrhythmus und in den
Ablauf der Jahreszeiten einerseits und in das Kreisen der Planeten um die Sonne andererseits wird das
eigenständige Schwingen der Lebenskraft zum Programm der Bewußtwerdung und zur Schnittstelle, in der
unser Schicksal gemeistert wird, zur Regelinstanz für das Lernen und Wiederholen, zur Steuerung für
hemmende oder fördernde Entwicklungen, für äußeres und inneres Leben.

Der Mensch, der sich nur mit seinem Körper identifiziert, bedarf der Krisen und Störungen, Krankheiten und
Niederlagen, um nach dem „Warum nur?“ zu fragen. Eine gute Antwort bietet ihm die psychodynamische
Rhythmik, weil sie die energetischen Zusammenhänge aufzeigt. Die Frage nach dem „Wozu?“, also die
Sinnfrage, muß sich jeder selbst beantworten. Wenn man nun sein eigenes Leben oder das anderer Menschen
Revue passieren läßt und mit dem Entwicklungskalender vergleicht, erkennt man hier einen genialen
Lebensplan, der noch besser als jener der Astrologie oder Anthroposophie zur Entwicklung des Menschen
paßt.

Die sieben Lebensabschnitte nach der Einteilung der Anthroposophen und Astrologen sind:

Anthroposophie Planet Astrologie


bis 7 Jahre Mond 1 bis 4 Jahre
bis 14 Jahre Merkur 5 bis 10 Jahre
bis 21 Jahre Venus 11 bis 18 Jahre
bis 42 Jahre Sonne 19 bis 37 Jahre
bis 49 Jahre Mars 38 bis 52 Jahre
bis 56 Jahre Jupiter 53 bis 64 Jahre
bis 63 Jahre Saturn ab 65 Jahre

66
Man sieht, die beiden Einteilungen differieren wesentlich. Allerdings fehlen hier noch die äußeren Planeten
des Sonnensystems, nämlich Uranus, Neptun und Pluto. Mit ihnen wären es 10 Planeten, die von der
Astrologie als Prinzipienträger verwendet werden. Zum Unterschied von der anthroposophischen und
astrologischen Einteilung des Lebens finden sich bei der psychodynamischen eben jene 10 Abschnitte, die
man mit den 10 Planeten in Verbindung bringen kann. Auch die Ansicht, dass jeder Lebensabschnitt sieben
Jahre lang dauert, muß revidiert werden: Jeder der 10 Abschnitte von je 5,82 Jahren entspricht nämlich
ziemlich genau einem Erneuerungszyklus unserer Körperzellen, jeder der fünf großen Abschnitte von 11,64
Jahren ziemlich genau einem Sonnenfleckenzyklus. Man kann erkennen, dass die Anzahl der
Erneuerungsmöglichkeiten der Zellen bei 2 biorhythmischen Leben auf maximal 20 beschränkt sind. Durch
Erkrankungen und Verletzungen wird das normale Erneuerungstempo aber beschleunigt, wodurch sich der
früher eintretende Tod der meisten Menschen erklärt.

Ein biorhythmisches Jahr von 5,82 Lebensjahren entspricht einem Zellerneuerungs-Zyklus, zwei
biorhythmische Jahre von 11,64 Lebensjahren dauern ungefähr gleich lang wie ein
Sonnenfleckenzyklus.

Dane Rudhyar, ein bedeutender Astrologe, sieht einen Zusammenhang des Uranus-Umlaufs von 84 Jahren
mit dem Menschenleben:

28 Jahre = ungefähr ein halbes biorhythmisches Leben


3 x 28 = 84 Jahre des Uranusumlaufs, der die Selbstumwandlung symbolisiert
0 bis 28 Jahre - Biosphäre Erfahrungen sammeln
28 bis 56 Jahre - Neosphäre Besinnung, retrospektive Anwendung
56 bis 84 Jahre - Pneumosphäre vollbewußtes Handeln
116 Jahre - Höchstalter vollbewußtes Sein

Diese Einteilung entspricht im wesentlichen psychodynamischen Gesichtspunkten, womit Uranus, der Planet
der Wandlung und Metamorphose, zum bestimmenden Planeten im biorhythmischen Geschehen wird.

6. Besonderheiten und Querverbindungen

Die Verteilung der Maxima und Minima

Wenn man die Lage aller Maxima und Minima im Kreis einzeichnet, zeigen sich weitere Besonderheiten mit
größter Auswirkung auf den Reifeprozeß des Menschen. Denn nicht in jedem biorhythmischen Jahr von 5,82
Jahren sind die Umkehrpunkte gleichmäßig über die vier Kreissektoren (Quadranten) verteilt; ja es bestehen
sogar krasse Bevorzugungen und Benachteiligungen einzelner Sektoren (Abb. 16).

Die Aufteilung der Maxima und Minima im ersten biorhythmischen Jahr in Prozent sieht dann
folgendermaßen aus:

Sektor Eigenschaft Maxima Anteil Minima Anteil Gesamt Anteil


Frühling aufbauen 12 42,9% 11 39,9% 23 41,1%
Sommer reifen 4 14,3% 4 14,3% 8 14,3%
Herbst abbauen 11 39,3% 8 28,6% 19 33,9%
Winter warten 1 3,5% 5 17,8% 6 10,7%
Summe 28 100,0% 28 100,0% 56 100,0%

Im Frühling und Herbst liegen insgesamt 75% der Maxima und Minima, während im Sommer und Winter
nur 25% liegen.

67
Im dritten biorhythmischen Jahr schaut die Verteilung annähernd umgekehrt aus, und in den übrigen
Abschnitten ist sie insgesamt unregelmäßig.

68
Die Maxima-/Minima-Verteilung in den 4 Sektoren:

Sektor Biorhythmisches Jahr


1 2 3 4 5 1-5 6 7 8 9 10 6-10 1-10
Max. F 12 9 3 8 12 44 2 5 13 6 2 28 72
S 4 4 12 5 3 28 12 9 1 8 11 41 69
H 11 8 1 10 11 41 3 5 12 5 3 28 69
W 1 7 12 5 2 27 11 9 2 9 12 43 70
Min. F 11 8 6 8 8 41 5 6 8 5 5 29 70
S 4 5 9 7 6 31 9 7 5 10 8 39 70
H 8 10 5 7 9 39 6 6 9 5 4 30 69
W 5 5 8 6 5 29 8 9 6 8 11 42 71
Ges. F 23 17 9 16 20 85 7 11 21 11 7 57 142
S 8 9 21 12 9 59 21 16 6 18 19 80 139
H 19 18 6 17 20 80 9 11 21 10 7 58 138
W 6 12 20 11 7 56 19 18 8 17 23 85 141
560

Es zeigt sich hier ein genialer, bis ins kleinste ausgetüftelter Entwicklungsplan, der die Wandlung der Kräfte
während der ersten Jahre, der Kleinkindphase, hauptsächlich dem Aufbau (Frühling) und Abbau (Herbst)
zuteilt, während in der Pubertät mehr das Warten (Winter) und Reifen (Sommer) an der Reihe ist. Es zeigt
sich auch, dass die Maxima-Verteilung insgesamt wesentlich unregelmäßiger ist, während die der Minima
doch etwas geregelter erscheint. Man kann sagen, dass die Tiefen des Lebens regelmäßiger eintreffen als die
Höhen. In der ersten Hälfte des biorhythmischen Lebens (bis 29 Jahre) überwiegt der Aufbau und Abbau
(Wachstum des Körpers), während die zweite Hälfte mehr dem Reifen und der Sammlung gewidmet ist.
Nach Vollendung des biorhythmischen Lebens vollzieht sich die Entwicklung auf einer höheren,
erfahreneren, retrospektiven Ebene.

Im Schwingen der Lebenskraft offenbart sich ein energetisches Programm, das der Bewußtwerdung
des Menschen dient.

Noch eine „Ungerechtigkeit“ in der Verteilung über das ganze biorhythmische Leben fällt auf: Die
Ladungsphase (Winter und Frühling) ist hinsichtlich der Umkehrpunkte gegenüber der Entladungsphase
(Sommer und Herbst) bevorzugt. Insgesamt stehen sich hier gegenüber:

Maxima Minima Gesamt Anteil


Ladungsphase 142 141 283 50,5%
Entladungsphase 138 139 277 49,5%
280 280 560 100,0%

Wir können daraus erkennen, dass alle Wendungen in unserem Leben einen kleinen, aber unmerklichen Zug
zur Fülle (entspricht in unserem Fall dem Sommerpunkt) aufweisen, dass also die Wendepunkte im Leben
mehr mit Aufbau als mit Abbau zu tun haben. Man kann daraus schließen, dass unser Energieniveau im
Laufe unseres Lebens merklich ansteigt.

Eine ähnliche Abweichung der Symmetrie hat man in der Kernteilchenforschung vor einigen Jahren bei der
„ungerechten“ Verteilung von Materie und Antimaterie festgestellt. Dabei überwiegen die Anteile von
Materie geringfügig gegenüber jenen der Antimaterie, was zum bemerkenswerten Ausspruch eines Physikers
führte, dass „der Schöpfer schielt“.

Diese Asymmetrie hat aber wiederum zur Folge, dass das Yang-Yin-Verhältnis etwas aus dem Gleichgewicht
geraten ist und dadurch nicht von „Ewigkeit“ der Schöpfung, sondern nur von einer unvorstellbar großen
Endlichkeit gesprochen werden kann. Gäbe es Gleichgewicht und vollkommene Symmetrie, gäbe es im
Universum keine Entwicklung und keine Bewegung.

69
Wer angesichts der überzeugenden Parallelen in den Gesetzmäßigkeiten des Harmonierhythmus mit unserem
Lebensprozeß von „netten Spielereien einiger Phantasten“ spricht, wie es ein Kritiker der klassischen
Biorhythmik vor einigen Jahren noch formuliert hat, muß diesen einräumen, dass ihre Phantasien, die sie ja
gar nicht bis ins letzte Detail entwickeln konnten, so viel Stimmiges erkennen lassen, dass sie von Genies
stammen müssen. Um wieviel überzeugender ist es, das eigene Leben zu analysieren und mit den
Ergebnissen der psychodynamischen Rhythmik zu vergleichen. Auch wenn sich spirituelle Entwicklungen
nicht recht fassen lassen, so erkennt man doch die ausgetüftelte Systematik, die unser Leben bestimmt. Wenn
wir sehen, dass Kirschbäume in gleichen Lagen gleichzeitig blühen, dass Bienen zur selben Zeit schwärmen,
dass sich Blüten zu ihrer Zeit öffnen, dass Tiere und Vögel ganz genau wissen, wann sie sich paaren oder
gegen Süden aufbrechen müssen, dann erkennen wir hinter all diesen Erscheinungen eben einen kosmischen
Lebensplan, eine bisher verborgen gebliebene Steuerung, die uns zur rechten Zeit antreibt oder zurückhält,
ob bewußt oder unbewußt. Der moderne Mensch mag noch so sehr von seiner Entscheidungsfreiheit
überzeugt sein – im Grunde entwickelt sich doch jeder auf gleiche, wenn auch individuelle Weise. Die
Gerechtigkeit im Entwicklungsgeschehen liegt darin, dass alles nach einer gewissen Zeit in sein Gegenteil
umschlägt. Dadurch verwandeln sich auch Leid und Schwäche wieder in Freude und Kraft, wenn wir es
zulassen. Und dazu kommt dieser kleine Zug zur Fülle, das unmerkliche Streben nach oben!

Der Hauptkritikpunkt der Wissenschaft gegen die Fließ’sche Biorhythmik war immer, dass Lebensrhythmen
nie absolut konstant sind, dass sie also nie im Takt schwingen, dass die Zeitpunkte der höchsten und
niedrigsten Werte schwanken und die Schwingungsbreite beträchtlich variieren kann. Prof. Dr. med. Ole
Didrik Laerum als Vertreter der Chronobiologie sprach in seinem Buch „Natürlicher Zeitgeber Biorhythmus“
diese Kritik offen aus. Klar, denn Fließ kannte nur seinen „männlichen“ und „weiblichen“ Rhythmus, und
auch heute noch sind führenden Chronobiologen die durch Dietziker und die spätere psychodynamische
Forschung aufgedeckten Interferenzschwingungen unbekannt. Der Harmonierhythmus weist jedoch alle
geforderten Merkmale auf, die die Vertreter der strengen Naturwissenschaft vergeblich bei Fließ und seinen
Nachfolgern gesucht haben: Schwankungen von Amplitude und Frequenz, Auf- und Abbau in gesetzmäßiger
Unregelmäßigkeit, Fortschritt, Rückschritt, Wandlung, Symmetrie und Asymmetrie in erkennbarem
Gesamtzusammenhang eines prozessualen Geschehens.

So erweist sich der Harmonierhythmus nicht nur als ein zufällig entdecktes Resultat dreier schwingender
Biorhythmen, wie man ursprünglich gedacht hat, sondern die Sonne liefert die Lebenskraft, die sich in drei
schwingende Regelelemente teilt. Die Schwingungen der Lebenskraft sind die Ursache unserer Entwicklung.

In der Verteilung der Maxima und Minima kann man einen genialen, bis ins kleinste ausgetüftelten
Entwicklungsplan erkennen, der die Wandlung des Menschen regelt.

Die „Hohlspindel“

Um die Systematik des Harmonierhythmus im Detail zu erfassen, müssen wir uns einer grafischen
Darstellung bedienen (Abb. 17 und 18).

Wir tragen in einer senkrechten Skala die Winkelschritte (∆ϕ°), die der Harmonierhythmus an einem Tag
zurücklegen kann (zwischen + 65,3° und –75,6°), ein, und in einer waagrechten die möglichen
Vektorengrößen r (zwischen 0,037 und 3,0). Wenn wir nun für jeden Tag des biorhythmischen Lebens die
entsprechenden Werte an der richtigen Stelle eintragen, erhalten wir ein Funktionsmodell unserer
Lebenskraft. Es entsteht ein Körper in Form einer Spindel oder eines Kreisels, der oben und unten offen ist
und einen hohlen, nach innen, seinem Zentrum zu, weiter werdenden Kanal aufweist. Die Form erinnert stark
an eine Pflanze, die sich mit ihrer Wurzel sowohl in der Tiefe als auch in der Horizontalen (ein Symbol
unserer Mitte) verankert hat und mit ihrem Stamm nach oben zum Licht strebt. Die obere Öffnung weist auf
die Verbindung zu den „Himmelskräften“, die untere auf jene zu den „Erdkräften“ hin. Auch die Kreuzform
wird sichtbar, wobei die senkrechte Achse unserem subjektiven, inneren Zustandsbewußtsein, dem
„Wesensbewußtsein“, die waagrechte unserem objektiven, äußeren Gegenstandsbewußtsein, dem
„Weltbewußtsein“, entspricht (Abb. 17).

Wir können hier den „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ aus dem Alten Testament erkennen: Der
Genuß seiner Früchte (das biorhythmische Durchleben) vertreibt die Menschen aus dem Paradies der Einheit

70
in die Polarität. Die „Schlange“ entspricht der auf- und abgleitenden Drehbewegung der Lebenskraft
zwischen den Maxima- und Minima-Phasen.

Wir tragen nun die drei Bewußtseinselemente und die drei einfachen Funktionen dort, wo sie mit ihrer
Frequenz und innerhalb der Grenzen ihrer Vektoren schwingen, ein. Die Schwingungsebenen zeigen den
Zusammenhang mit der Chakra-Organisation des Menschen auf. Damit haben wir das Modell unseres
Energiekörpers vor uns.

In der Abbildung 18 sehen wir das Funktionsmodell als senkrecht aufgeschnittenen, jedoch in seiner Höhe
stark zusammengedrückten Körper, der gegenüber der Grafik in Abbildung 17 auf den Kopf gestellt wurde.

Der Mensch nähert sich seiner zentralen Wesensachse, indem er sie umkreist, danach wendet er sich wieder
der Welt zu. Dabei steigt sein Bewußtsein einmal nach oben in Richtung „Himmelspol“, um sich
anschließend wieder dem „Erdpol“ zuzuwenden. Das Ganze dient der Entwicklung der spirituellen Mitte des
Menschen, des „Herzens“.

Der innere, hohle Kanal wird von den Schwingungen des Harmonierhythmus nicht berührt. Er ist deshalb
keineswegs energiefrei, sondern weist auf eine Energie außerhalb des Raum-Zeit-Gefüges hin; es handelt
sich hier um Energie höherer Dimension. Das ganze Modell erinnert stark an die indische Theorie von den
Schichten der „Kundalini“, der Schlangenkraft, die den Menschen als Lebensenergie durchströmt und im
Verlaufe des Reifeprozesses immer tiefere Schichten erfaßt.

Die besondere Energie, die im Mittelkanal vorhanden ist, kann auch in der Meditation erfahren werden,
wenn sich der Mensch von der Welt abwendet und zentriert, wobei er manchmal in einen energetischen
Zustand gerät, der andere Dimensionen als gewöhnlich aufweist. Solche Meditationserlebnisse können sich
besonders in extremen Minima-Phasen einstellen.

Der spiralförmige Ablauf des Harmonierhythmus wird quasi zum „Abspulen des Lebensfadens“. Wir
verwenden hier bildhaft eine Redewendung aus der griechischen Mythologie, die nirgendwo so gut paßt wie
gerade für die Hohlspindel des energetischen Modells. Die alten Griechen wußten offenbar über den
Energiekörper des Menschen Bescheid. Auch im Märchen begegnet uns immer wieder die Spindel: Eine
Prinzessin sticht sich damit und fällt in tiefen Schlaf. Hier werden bildhaft das Berühren der Kundalini-
Kernschichten und die Gefahr, die damit für den unentwickelten Menschen verbunden ist, beschrieben.

Vielen Lesern sind auch die Bücher von Elisabeth Kübler-Ross bekannt, die von den Sterbeerlebnissen
unzähliger Menschen berichten. Alle „Zurückgekehrten“ berichten übereinstimmend, dass sie beim Übertritt
in eine andere Dimension in Drehung gerieten und durch eine Röhre gezogen wurden, durch einen
spiralförmigen und immer enger werdenden Tunnel, an dessen Ende sie Licht erwartete, und dass sie auf
dem selben Weg zurückgekehrt sind, um schließlich wieder im Raum-Zeit-Gefüge zu landen.

Doch auch in der Natur kann man Formen begegnen, die die Hohlspindelform aufweisen. Sowohl
Wirbelstürme mit ihrem saugenden Luftwirbel als auch Wasser, das durch einen Abfluß abläuft und dabei
einen hohlen, sich drehenden, immer enger werdenden Kanal bildet, dessen Inneres Luft einsaugt, zeigen
eine ähnliche, aber schnellere Dynamik. Dem Grunde nach handelt es sich hier um das „energetisch-
dynamische Entwicklungsmodell der Natur“, das in der Naturwissenschaft bereits seit geraumer Zeit bekannt
ist. Alle Aufbau-, Reife- und Zerfallsprozesse laufen nach diesem Schema ab.

Von Nicola Tesla, dem genialen Physiker, ist bekannt, dass er mit seinen Versuchen mit Trichtern, die eine
ähnliche Form wie die obere Hälfte der Hohlspindel aufwiesen, eines der thermischen Gesetze ins Wanken
gebracht hat, worauf er von seinen Kollegen angefeindet und verfolgt wurde. Dieses Gesetz besagt, dass bei
einem Temperaturgefälle von 1 Grad die selbe Menge Energie frei wird, die man benötigt, um die
Temperatur um 1 Grad zu erhöhen. Tesla befestigte seinen Trichter in einem Fenster und dichtete ihn nach
außen ab. Durch die warme Zimmertemperatur begann die Luft durch die immer enger werdende
Trichterröhre nach außen zu strömen. Nach einigen Versuchen kam er auf die Form der Hohlspindel, und
siehe da – die Luft pfiff so vehement durch die äußere Trichteröffnung, dass er damit einen Generator
antreiben konnte. Es war also offensichtlich mehr Energie vorhanden, als im Temperaturunterschied
zwischen Innen und Außen hätte sein dürfen. Damals wußte man noch nicht, dass sich bei Formen, die dem

71
energetisch-dynamischen Entwicklungsmodell entsprechen, eine Eigendynamik einstellt, die Energie aus
anderen Dimensionen freisetzt. Durch den Spin, der dabei entsteht, erklärt sich auch die enorme
Zerstörungskraft der Wirbelstürme.

Noch ein Zusammenhang wird erkennbar, wenn man die theosophische Literatur durcharbeitet. C.W.
Leadbeater beobachtete bei seinen okkulten Forschungen komplizierte, mehrdimensionale Schwingungen,
die die Form der Hohlspindel aufweisen: das „Aktivmolekül“ (Abb. 19) und das „Ur-Atom im Ätherraum“
(Abb. 20), wie er sie bezeichnete.

„Vergeistigte“ Moleküle, die den Körper eines „Erleuchteten“ aufbauen, schwingen sowohl kreisförmig als
auch pulsierend. Die Vitalität bringt das Atom von innen her zum Schwingen. Durch Wärme, Licht und
Elektrizität wird es von außen her angeregt. Beim Uratom wird die Atomhülle außen bzw. innen von zwei
symmetrischen und gegenläufigen, einander umschlingenden Kräften umlaufen. Die Kräfte entsprechen der
Anziehung und Abstoßung, der Schöpfungs- und Heimholungskraft, der Primärkraft und der Kundalini. Es
soll nicht unerwähnt bleiben, dass sich noch eine verblüffende Ähnlichkeit des Holspindel-Trichters mit den
Formen der verschiedenen Chakras, wie sie im östlichen Kulturkreis beschrieben werden, erkennen läßt.
(Dieses Thema übersteigt aber den Rahmen dieses Buches.)

Wir erkennen in der pulsierenden Drehung der Lebenskraft ein analoges Abbild des Lebensprozesses,
ähnlich, wie es im Aktivmolekül oder – mit seinem Hohlkanal – im Ur-Atom aufscheint. Innerhalb der
äußeren und inneren Umwandung des Spindelkörpers, die den äußeren und inneren Grenzen der
menschlichen Möglichkeiten entsprechen, bewegt sich in ewigem, auf- und abströmendem, drehenden
Fließen der Lebensstrom. Der Spindelkörper selbst symbolisiert das Raum-Zeit-Gefüge. Im hohlen, inneren
Kanal werden Energien aus höheren Dimensionen mobilisiert, über die der Mensch verfügen kann.

Leistungsfähigkeit, Dynamik und Flexibilität

Mit welcher Energie wir in welcher Geschwindigkeit agieren oder reagieren, hängt von der Beschaffenheit
unserer Lebenskraft ab. Zum Unterschied von energetischer Potenz im Ruhezustand (potentielle Energie)
bedarf die Lebenskraft aber ihrer Wirkmöglichkeiten in Zeit und Raum. Die Wirksamkeit hängt von zwei
Komponenten ab: von ihrer Ladung und Polung (aktiv oder passiv) und von ihrer Tätigkeit (laden oder
entladen).

Die Ladung und Polung kann man am Abstand der Vektorenspitze zur waagrechten Kreisachse (Sinus)
erkennen, die Tätigkeit am Abstand zur senkrechten Kreisachse (Cosinus). Diese beiden Achsen entsprechen
ja, wie im Kapitel über die rhythmischen Phasen (Seite 25) erwähnt wurde, Raum und Zeit. Die Wirksamkeit
der Lebenskraft ist das Produkt dieser beiden Abstände (sin x cos).

Die Wirksamkeit der Lebenskraft ist das Produkt von Ladung und Tätigkeit.

Im Zusammenwirken der drei Grundrhythmen im Lebensprozeß entstehen verschieden große


Wirkmöglichkeiten der Lebenskraft, die für die Flexibilität, Leistungsfähigkeit und Dynamik des Menschen
von ausschlaggebender Bedeutung sind. Im biorhythmischen Geschehen können wir die Wirksamkeit auf
drei Ebenen beobachten:

1. Auf der Ebene der drei Biorhythmen als Phasenwirkung.

Beim Durchqueren eines Kreisquadranten (Frühling, Sommer, Herbst oder Winter) lassen sich 3 Phasen
erkennen:

Aufbauphase von 0° bis 30° kardinale Phasenwirkung


Erhaltungsphase von 30° bis 60° fixe Phasenwirkung
Abbauphase von 60° bis 90° labile Phasenwirkung

Hier kann man eine Analogie mit den drei Qualitäten der Elemente (Feuer, Wasser, Luft und Erde) bei den
Tierkreiszeichen erkennen, wie sie uns die Astrologen beschreiben: Das kardinale Feuerzeichen ist der

72
Widder, das fixe der Löwe und das labile der Schütze. Im Hinduismus sind diese drei Wirkungen als die drei
Aspekte Brahmas – Schöpfer, Erhalter und Zerstörer – bekannt.

Die Phasenwirkungen zeigen sich auch in der Entfaltung der jahreszeitlichen Charakteristik. Die stärksten
Wirkungen der Jahreszeiten kann man Anfang Mai, Anfang August, Anfang November und Anfang Februar
beobachten. Im mittleren Zeitabschnitt tritt der Charakter der Jahreszeit am stärksten in Erscheinung, und
zwar als Hochfrühling (voller Schub in der Natur, stärkstes Wachstum), Hochsommer (größte Reifung),
Hochherbst (stärkster Verfall) und Hochwinter (stärkste Erstarrung).

Phasenwirkung
ϕ sin ϕ x cos ϕ Phase
0° 0,0000
10° 0,1710 Aufbau Wenn man das Produkt der Sinus- und Cosinus-Werte im
20° 0,3214 Kreis einträgt, erhält man die Form eines vierblättrigen
30° 0,4330 Klees oder der Blüte eines Kreuzblütlers (Abb. 21). Die vier
40° 0,4924 Pole erscheinen als kritische Punkte, da hier entweder die
45° 0,5000 Erhaltung Ladung oder die Tätigkeit wechselt.
50° 0,4924
60° 0,4330
70° 0,3214
80° 0,1710 Abbau
90° 0,0000

2. Im Bereich der Funktionen ist die Funktionswirkung das Produkt von Vektorengröße r und täglicher
Änderungsgröße von r, ∆r. Aus der Tabelle kann man unschwer erkennen, dass sich Über- und Unterfunktion
negativ auswirken. Die größte Wirksamkeit ist bei dem mittleren r-Wert von 1,333 mit einem zugeordneten
∆r-Wert von 0,036 gegeben und beträgt 0,048. Hinsichtlich seines zeitlichen Ablaufs tritt dieser Wert genau
zwischen einer Konjunktion und Opposition auf.

Wirksamkeit
r ∆r r x ∆r
2,00 0,000 0 Überfunktion
1,75 0,024 0,042
1,50 0,032 0,0475
1,33 0,036 0,048 Optimale Funktionswirkung
1,25 0,038 0,0475
1,00 0,042 0,042
0,75 0,045 0,03375
0,50 0,047 0,0235
0,25 0,048 0,01175
0,00 0,049 0 Unterfunktion

3. Im Lebensprozeß kommt es auf drei Fähigkeiten an, die mit der Lebenskraft unmittelbar
zusammenhängen:

a) die Dynamik als Produkt der Vektorenstärke r und seinem Veränderungsbeiwert ∆r


b) die Leistungsfähigkeit als Produkt der Vektorenstärke r und der täglichen Veränderung im Kreis ∆ϕ°
c) die Flexibilität (Anpassungsfähigkeit) als Produkt der beiden Variablen ∆r und ∆ϕ°

Die Dynamik ist jene Komponente, von der unsere Stoßkraft, Schnellkraft und Impulskraft abhängen. Man
kann sie mit jener Energie gleichsetzen, die wir einsetzen, um große Leistungen in kurzer Zeit zu erbringen.
Sie ist bei einer Vektorengröße um r = 2,15 nach einem max. r = 3,0 mit 0,148 am größten. Generell kann
man sagen, dass sie in der Nähe der Maxima größer ist als in der Nähe der Minima.

Die Leistungsfähigkeit des Menschen ist im Unterschied zur Dynamik jene Energie, die wir einsetzen, um
über längere Zeit hindurch Arbeiten erledigen zu können. Sie ist im Bereich der größten Amplitude r = 3,0

73
bzw. der großen Maxima am größten, nimmt unter der Grenze von r = 1,0 deutlich ab und wird im Bereich
der stagnierenden Minima annähernd Null. In Schleifen-Lagen wächst sie wieder deutlich an (allerdings mit
negativen Werten), während sie bei den rasanten Minima (mit positiven Werten) schwach ist.

Die Flexibilität ist die Fähigkeit, die man benötigt, um sich neuen Gegebenheiten möglichst schnell
anzupassen. Sie ist im Nahbereich der rasanten Minima sehr groß, schrumpft aber in Maxima-Lagen gegen
Null, während sie in den Schleifen ihren höchsten Wert (allerdings mit negativem Vorzeichen) aufweist.

Im PDR-Grafikprogramm sowie im VitalEnergiePlan Computerprogramm (VEP) werden diese drei Werte


für jeden Tag berechnet und grafisch dargestellt (Abb. 22).

Man kann folgende Aussage treffen:

• Maxima sind von großer Leistungsfähigkeit und geringer Flexibilität gekennzeichnet.


• Rasante Minima weisen eine schwache Leistungsfähigkeit bei maximaler Flexibilität auf.
• Gehemmte Minima sind stets inflexibel bei gleichzeitig schwacher Leistungsfähigkeit.
• Bei Schleifen ist sowohl die Leistungsfähigkeit als auch die Flexibilität am größten, allerdings ist der
Mensch in solchen Situationen total verinnerlicht (negatives Vorzeichen) und wird deshalb kaum größere
Leistungen erbringen wollen.
• Optimale Dynamik, Leistungsfähigkeit und Flexibilität bieten Zeiten zwischen den Maxima und
Minima, vor allem jene mit großer Amplitude, da in Umkehrpunkten die Dynamik auf Null sinkt. Große
Leistungsfähigkeit und Null Dynamik erzeugt einen Spannungszustand, da die Energie nicht richtig
eingesetzt werden und fließen kann.

Die Parallelen zum I-Ging

Max Uray:
„Ein Schlüsselerlebnis war die persönliche Begegnung mit Dr. Martin Schönberger. Mir war seit langem
bewußt, dass sich die Systematik der psychodynamischen Rhythmik mit jener des mehr als 5.000 Jahre
alten I-Ging, des naturphilosophischen Systems im alten China, deckt. Die 64 Hexagramme des I-Ging
entsprechen ja dem Grunde nach 64 Möglichkeiten, wie die einzelnen Rhythmen zu einander in den 4
Kreissektoren stehen können. Ich fand bald heraus, dass sich jedes der 64 Hexagramme mühelos in ein
Rhythmogramm umwandeln läßt, und dass umgekehrt jede rhythmische Situation als Hexagramm
dargestellt werden kann. Die textliche Beschreibung jedes der entsprechenden Hexagramme im „Buch der
Wandlungen“ paßt haarscharf zum energetischen Zustand im psychodynamischen Geschehen.
Damals fiel mir das Buch von Dr. Martin Schönberger ‚Schlüssel des Lebens – I-Ging und der genetische
Code‘ in die Hände. Der Autor faßte seine vergleichenden Studien über die beiden Themen, die scheinbar
nichts mit einander zu tun haben, sinngemäß mit den Worten zusammen: ‚Das uralte I-Ging und der erst
seit kurzem entdeckte genetische Code sind wie 2 Sprachen ein und der selben Wirklichkeit. In beiden
zeigt sich die gleiche Systematik. Es ist, als ob die alten Chinesen bereits vor 5.000 Jahren das Geheimnis
des genetischen Codes gelüftet hätten.‘
Kurz entschlossen fuhr ich nach Bayern, um Dr. Schönberger, einen bekannten Chiropraktiker und
Therapeuten (dieser kleine Mann renkte Franz Josef Strauß von Zeit zu Zeit die Wirbelsäule ein), der
damals schon weit über 80 Jahre alt war, in seinem Haus in Riedering zu besuchen. Ich überreichte ihm
meine Bücher, und er vertiefte sich eine Zeitlang in meine Ausführungen über die Parallelen zum I-Ging.
Plötzlich sprang er auf und rief mir erregt zu: ‚Jetzt weiß ich – das I-Ging, der genetische Code und die
psychodynamische Rhythmik, wie Sie sie darstellen, sind die drei Dialekte ein und der selben Sprache des
Lebens!‘“

Ja, es ist einleuchtend, dass die psychodynamische Rhythmik die energetische, das I-Ging die geistige und
der genetische Code die organische Natur des Lebens beschreiben. Die Ergebnisse aller drei Sichtweisen
müssen sich de facto decken.

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Wenn hier nur einige Parallelitäten mit dem I-Ging aufgezeigt werden, dann in der festen Überzeugung, dass
nur ein verschwindender Teil der Leser über die Systematik dieses faszinierenden Systems Bescheid weiß.
Es werden nur einige wenige Übereinstimmungen erläutert, die aber sofort erkennen lassen, dass es sich bei
der psychodynamischen Rhythmik um die westliche Schwester des östlichen I-Ging handelt. Beide Systeme
kommen zum selben Ergebnis, ja ihre Ergebnisse lassen sich beliebig miteinander austauschen.

Es wurde bereits auf die Parallelität der 64 Hexagramme des I-Ging mit den 64 Möglichkeiten, wie die
jeweils drei der vier „Buchstaben“ des genetischen Codes zusammengesetzt sein können, hingewiesen. Dem
stehen 64 Möglichkeiten gegenüber, wie die drei Rhythmen in den vier Kreissektoren (F, S, H, W) stehen
können. Wie eng hier der Zusammenhang ist, zeigt die Tabelle.

Die 64 Kombinationsmöglichkeiten der Stellung der 3 Rhythmen in den 4 Quadranten

aP eP mP AP eP mP aP eP mP aP eP mP
1 F F F 17 F F S 33 F F H 49 F F W
2 S F F 18 S F S 34 S F H 50 S F W
3 H F F 19 H F S 35 H F H 51 H F W
4 W F F 20 W F S 36 W F H 52 W F W
5 F S F 21 F S S 37 F S H 53 F S W
6 S S F 22 S S S 38 S S H 54 S S W
7 H S F 23 H S S 39 H S H 55 H S W
8 W S F 24 W S S 40 W S H 56 W S W
9 F H F 25 F H S 41 F H H 57 F H W
10 S H F 26 S H S 42 S H H 58 S H W
11 H H F 27 H H S 43 H H H 59 H H W
12 W H F 28 W H S 44 W H H 60 W H W
13 F W F 29 F W S 45 F W H 61 F W W
14 S W F 30 S W S 46 S W H 62 S W W
15 H W F 31 H W S 47 H W H 63 H W W
16 W W F 32 W W S 48 W W H 64 W W W

Man kann eine biorhythmische Konstellation in Yin-Yang-Verhältnissen darstellen. Die Winkelfunktionen


mit einem positiven Vorzeichen entsprechen Yang, jene mit negativem Yin. Dadurch ergeben sich die 4
Kräfte des I-Ging (Abb. 23).

Wenn man die Wandlungen der Kräfte an den Polen mit einbezieht, ergeben sich 8 Möglichkeiten, wie sich
die Kräfte allmählich wandeln (Abb. 24). Die „fixen“, mittleren Teilbereiche der Quadranten sind von
keinem Wandel betroffen. So kann man den Einheitskreis entsprechend der Entwicklung des T’ai-Chi-
Symbols aus der Wandlung von Yin und Yang in 8 Sektoren einteilen, wobei jeweils 22,5° vor einem Pol
der Zustand der Wandlung beginnt und 22,5° nach dem Pol endet.

Auf Grund der Kräftecharakteristik, die in den einzelnen Quadranten herrscht, kann man nun die Stellung der
Rhythmen im Einheitskreis in ein Hexagramm umschreiben. Dies wird dadurch möglich, dass die
Harmoniefunktion ja aus drei Teilkräften besteht, die wiederum durch ihren Sinus und Cosinus beschrieben
werden.

Ein Hexagramm baut sich aus sechs untereinander liegenden Plätzen (bzw. Strichen) auf, die den drei
Grundrhythmen entsprechen:

6. Platz: cos von mP Die 3 Rhythmen werden entsprechend ihrer Stellungen im Kreis durch
5. Platz: sin von mP Yin-/Yangstriche ausgedrückt. Die oberen beiden Plätze gehören mP,
4. Platz: cos von eP die beiden mittleren eP und die unteren aP.
3. Platz: sin von eP
2. Platz: cos von aP
1. Platz: sin von aP

75
Ein Beispiel:

Tag Winkel Zeichen Hexagramm Nr. 26


aP 2 31,3° „Des Großen Zähmungskraft“
eP 11 141,4°
mP 27 294,5°

Noch besser läßt sich die Entsprechung der beiden Systeme aufzeigen, wenn wir die 8 Zeichen (Trigramme)
des I-Ging mit den spezifischen Bewußtseinszuständen und den jeweiligen Positionen der drei Biorhythmen
in Verbindung bringen (Abb. 25).

Bezogen auf unser Beispiel können wir das Trigramm (Dui) bilden, das einen emp-
findenden Bewußtseinszustand anzeigt. Tatsächlich befindet sich mP im Wintersektor (wahrnehmend) und
NF in der Aufnahmephase (empfindlich).

Die 20 Wandlungspunkte, vor allem aber die Tage, an denen die biorhythmischen Jahre enden bzw.
beginnen, werden vom I-Ging in ihrer energetischen Situation genau beschrieben. Sogar die
Bewußtseinsprozesse, wie sie in uns ablaufen, aber auch der Einfluß, den die in uns angelegten drei
Potentiale ab unserer Zeugung jeden Tag unseres Lebens in unterschiedlicher Art ausüben, können mit Hilfe
von Hexagramm-Übersetzungen sichtbar gemacht werden.

Entsprechung der biorhythmischen Jahrestage mit den dazugehörigen Hexagrammen

Tag Biorhythm. Winkel- Vektoren- Hexagramm Bezeichnung


Jahr stellung größe VP Nr.
0,0 0 0° 3,0 1 Das Schöpferische
2.125,2 1 144° 1,0 17 Die Nachfolge
4.250.4 2 288° 3,0 64 Vor der Vollendung
6.375,6 3 72° 1,0 61 Innere Wahrheit
8.500,8 4 216° 3,0 2 Das Empfangende
10.626,0 5 0° 1,0 18 Die Arbeit am Verdorbenen
→ 61 Innere Wahrheit
12.751,2 6 144° 3,0 63 Nach der Vollendung
14.876,4 7 288° 1,0 18 Die Arbeit am Verdorbenen
17.001,6 8 72° 3,0 1 Das Schöpferische
19.252,0 9 216° 1,0 2 Das Empfangende
21.252,0 10 360° 3,064 64 Vor der Vollendung

So kann man ein Zeugungs- und Geburtshexagramm, aber auch ein Situationshexagramm aufbauen und
erhält im Textteil des „Buches der Wandlungen“ sich mit den Aussagen der psychodynamischen Rhythmik
deckende Hinweise.

Auf weitere, noch detailliertere Entsprechungen kann aus den bereits an Anfang dieses Kapitels genannten
Gründen nicht näher eingegangen werden, da sie eine tiefere Auseinandersetzung mit beiden Systemen
erfordern.

Die psychodynamische Rhythmik ist die westliche Schwester des östlichen I-Ging.

Musikalische und harmonikale Zusammenhänge

Die psychodynamische Situation läßt sich nicht nur in I-Ging-Hexagramme, sondern auch in Musik
„übersetzen“. In Anlehnung an die bereits erwähnten harmonikalen Gesetzmäßigkeiten bei harmonischen
Verhältnissen, wie sie durch Teilung des Kreises und daher bei bestimmten Aspekten vorkommen, kann man
folgende Proportionen mit konsonanten Intervallen bzw. darauf aufbauende harmonische Mehrklänge
darstellen:

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Proportion Aspekt r Konsonantes Intervall Ton
1/1 Konjunktion 0° 2,000 Grundton C
5/6 Sextil 60° 1,732 kleine Terz Dis
4/5 Quintil 72° 1,618 große Terz E
¾ Quadrat 90° 1,414 Quart F
2/3 Trigon 120° 1,000 Quint G
5/8 Trioktil 135° 0,762 kleine Sext Gis
3/5 Biquintil 144° 0,618 große Sext A
1/2 Opposition 180° 0,000 Oktave c

Im Halbkreis gibt es somit 8 konsonante Punkte. An der Stellung der drei Biorhythmen an einem bestimmten
Tag kann man an den Größen der Funktionsvektoren r harmonikale Aspekte und somit konsonante bzw.
dissonante Klänge erkennen. Jenem Rhythmus, dem die beiden anderen in einem jeweiligen Abstand von
weniger als 180° folgen, wird der Grundton C zugeteilt, auf den sich die entsprechenden Intervalle je nach
den Winkelabständen aufbauen. Den Grundton erhält also jener Rhythmus, bei dem die Summe der Winkel
von ihm zum zweiten und von diesem zum dritten möglichst klein ist.

Im ständigen Auf und Ab zwischen den Funktionsextremen Konjunktion und Opposition einerseits und der
fließenden Bewegung aller drei Biorhythmen zu einander andererseits bauen sich innerhalb der Grenzen
einer Oktave drei unterschiedlich schnell schwingende Tonfolgen auf, die zu bestimmten Zeiten Wohlklänge
aufweisen und deren seelische Resonanz wir vernehmen können.

Biorhythmische Schwingungen lassen sich musikalisch umsetzen: Die Tagesverfassung des


Menschen entspricht dann einem konsonanten oder dissonanten Akkord.

Innerhalb eines biorhythmischen Lebens gibt es folgende Anzahl an konsonanten Stellungen:

Extreme Aspekte (Konjunktionen und Oppositionen: je 165 bei der Stoffwechselfunktion (SF), je 280 bei der
Kopf-/Nervenfunktion (NF) und je 115 bei der Kreislauffunktion (KF).

Allen übrigen Aspekte: je 330 bei der Stoffwechselfunktion, je 560 bei der Kopf-/Nerven-funktion und je
230 bei der Kreislauffunktion.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich zu einem harmonischen Aspekt einer Funktion der dritte Biorhythmus
ebenfalls harmonisch zugesellt, läßt sich somit berechnen. Im Einheitskreis sind jeweils immer zwei
harmonische Aspekte des dritten Rhythmus möglich, je nachdem, ob er sich vor oder nach der Funktion
befindet. Gehen wir beispielsweise von der kleinen Terz beim Stoffwechselrhythmus aus, die an 330 Tagen
des biorhythmischen Lebens erklingt, so entsteht der harmonische C-Moll-Dreiklang C-Dis-G an 330:33
Tagen, also an 10 Tagen, und der ebenso harmonische A-Moll-Dreiklang A-C-E an ebenfalls 10 Tagen.
Einmal baut sich die ergänzende Quint von unten nach oben, das andere Mal von oben nach unten auf, z.B.
am 215. und am 1.910. Tag des biorhythmischen Lebens.

Somit kann man formulieren: Bestimmte harmonikal proportionierte Dreiklänge bauen sich innerhalb eines
biorhythmischen Lebens bei der Stoffwechsel- und der Kreislauffunktion je 10 mal auf, also 1 mal in jedem
biorhythmischen Jahr, bei der Kopf-/Nerven-funktion jedoch je 20 mal, also zweimal in jedem
biorhythmischen Jahr. Am jeweils symmetrisch gespiegelten Tag (2.125,2 minus n Tage) erklingt der
entsprechend gespiegelte harmonische Dreiklang. Beim Wohlklang des Dreiklangs, der auf einem
Musikinstrument erzeugt werden kann, stellt sich eine Resonanz in unserer Seele ein, die sich biorhythmisch
als gespannter oder entspannter Zustand bemerkbar macht, weil wir die Resonanz als besondere
Gestimmtheit in uns spüren.

Typologische Querverbindungen

Es lassen sich Zusammenhänge zwischen der Stärke der im Menschen angelegten Grundpotentiale und
Formen des Körpers, des Gesichts und des Kopfes erkennen. Die Typen selbst werden in der Typologie,

77
einem Teilbereich der Psychologie, beschrieben und stammen im wesentlichen aus „Huter’s Signaturlehre“.
Man wird ihnen immer wieder begegnen.
Die Gesichtszonen:

Untergesicht aP - Antriebspotential Vollbringen, Können, Kinn, Unterlippe,


körperliche Durchführung Oberlippe, Oberkiefer
Mittelgesicht eP – emotionales Potential Fühlen, seelische Kraft Nasenspitze, Nase, Wangen,
Augen, Ohren
mP - mentales Potential
Stirn Wissen, Erkennen, Brauenzone, Mittelstirn,
geistiges Vollbringen Scheitelregion

Wenn wir einem Menschen begegnen und sein Gesicht betrachten, erkennen wir intuitiv sein Naturell (Abb.
26).
An der Kopfform läßt sich die Zugehörigkeit des Menschen zu einem der 4 klassischen Elemente ablesen
(Abb. 27).

Der Kinnverlauf eines Menschen läßt erkennen, ob er bestimmend, ausgeglichen oder labil ist (Abb. 28). Die
drei Kinnverläufe (Qualitäten) ergeben in Kombination mit den 4 Kopfformen (Elemente) die 12
Tierkreiszeichen (Archetypen), die nach Aussagen der Astrologen und Psychologen den Menschen
charakterisieren.

Am Körperbau des Menschen erkennt man sein Naturell und seine Potentiale.

An der Haltung eines Mensch läßt sich wiederum erkennen, welche Ladung er von seinen Eltern zum
Zeitpunkt seiner Entstehung mitbekommen hat. Ist er im Bereich eines oder mehrerer Potentiale passiv
veranlagt, weicht er von der senkrechten Achse nach hinten ab. Ist er hingegen aktiv veranlagt, wird er
entweder den Kopf, die Brust oder den Bauch nach vorne strecken. Die Harmonisierung gelingt dadurch,
dass alles Zuviel abgebaut und alles Zuwenig aufgefüllt wird (Abb. 29).

Zusammenhänge mit astronomischen Zyklen

Wenn man die kosmischen Rhythmen in unserem Sonnensystem unter die Lupe nimmt und sie mit den
Biorhythmen in Beziehung setzt, erkennt man eine Reihe von interessanten Zusammenhängen. Kein Wunder
– handelt es sich doch um ein synchrones Geschehen.

1. Die siderische Umlaufzeit der Sonne beträgt 25,255 Tage. Dies entspricht exakt einer zyklischen
Drehung der Stoffwechselfunktion.

Unter siderischer Umlaufzeit versteht man jene Zeit, die verstreicht, bis ein Himmelskörper, von seinem
Umlaufzentrum aus betrachtet, wieder in die gleiche Richtung zu einem Fixstern zurückkehrt. Wenn sich
beispielsweise der Mond, von der Erde aus betrachtet, wieder in der selben Richtung vor dem Orion befindet
wie beim letzten Mal, ist eine siderische Zeitspanne gegeben.

Die synodische Umlaufzeit ist jene Zeit, die verstreicht, bis ein Planet oder der Mond wieder in der gleichen
Stellung zur Sonne steht. So ist die Zeitdauer von Vollmond zu Vollmond also die synodische Umlaufzeit des
Mondes.

2. Die Drehung der Sonne um ihre eigene Achse dauert 27,107 Tage. Diese Zeitspanne entspricht
exakt einer zyklischen Drehung der Kopf-/Nervenfunktion.

Die siderische Umlaufzeit der Planeten:

Merkur 0,24 Jahre = ca. 1/240 des biorhythmischen Lebens


Venus 0,62 Jahre = ca. 1/90 des biorhythmischen Lebens

78
Erde 1,00 Jahre = ca. 1/60 des biorhythmischen Lebens
Mars 1,88 Jahre = ca. 1/30 des biorhythmischen Lebens
Jupiter 11,86 Jahre = ca. 1/5 des biorhythmischen Lebens
Saturn 29,46 Jahre = ca. 1/2 des biorhythmischen Lebens
Uranus 84,02 Jahre = ca. 3/2 des biorhythmischen Lebens
Neptun 164,79 Jahre = ca. 3 biorhythmische Leben
Pluto 249,17 Jahre = ca. 4 biorhythmische Leben = 100 KF-Abläufe

1 Platonisches Jahr = 444,444 biorhythmische Leben


100 biorhythmische Leben = 23 Pluto-Umdrehungen
= 23 x 3 Uranus-Umdrehungen
1 Uranus-Umdrehung = 100/3 KF-Abläufe
1 biorhythmisches Leben = (1 siderischer Mond)3
= die durchschnittliche Umlaufzeit aller Planeten des
Sonnensystems.

7. Der zwischenmenschliche Bereich

Allgemeine Betrachtungen

Wie für alle Lebensbereiche gelten auch für zwischenmenschliche Beziehungen aller Art die Gesetze von
Schwingung und Zahl. Die biorhythmischen Forschungen haben sich schon bald und eingehend mit den
Phänomenen von Sympathie und Antipathie befaßt. Bevor die elektromagnetische Natur der
biorhythmischen Phänomene jedoch hinreichend erforscht war, waren Fehler in der Beurteilung
unvermeidlich. So ging die klassische Biorhythmik davon aus, dass für eine starke Bindung zwischen
Partnern möglichst kleine Abstände ihrer drei Rhythmen ausschlaggebend sind. Und die Chronobiologen
verlegten die Ursache von Sympathie und Antipathie sogar auf die hormonelle Ebene.

Sympathie und Antipathie beruhen auf polaren, d.h. magnetischen Gegebenheiten, nicht auf elektrischen
Strömen, das in seiner ausgleichenden Bewegung zwischen den Polen jedoch die Voraussetzung für den
partnerschaftlichen Alltag mit seinen vielfachen Anforderungen bietet.

Die Partnerwahl erfolgt allerdings nach psychodynamischen Gesetzmäßigkeiten. Solange wir uns als
Unvollkommene sehen, suchen wir im Partner in erster Linie das Ergänzende. Auf niederem
Bewußtseinsniveau mag ein einziges Ergänzendes in der großen Anzahl von Fehlendem den Sieg über alle
anderen Ergänzungsmöglichkeiten davontragen – etwas, das uns für einen kurzen Moment ins Auge springt,
vielleicht ein freundliches Lächeln oder eine bestimmte Pose eines Menschen, der uns „nett“ erscheint.

Bevor wir einen Menschen überhaupt bewußt wahrnehmen, nehmen wir ihn energetisch wahr. Erst dann
interessieren wir uns für ihn oder auch nicht, je nachdem, ob wir sein Energiefeld als angenehm oder
unangenehm empfinden. Wir können dieses Phänomen beobachten, wenn wir mit dem Rücken zur Tür
sitzen, und es betritt eine Person den Raum, die wir nicht sehen können. Wenn wir etwas Angenehmes oder
Unangenehmes empfinden, drehen wir uns um und schauen uns die Person an. Andererseits ist uns auch klar,
dass wir Hunderten von Menschen auf der Straße begegnen, ohne dass wir sie sonderlich beachten. Nur
einige von ihnen wecken unser Interesse – positiv oder negativ.

Das Unbewußte in uns reagiert auf alle polaren Verhältnisse sehr genau und beurteilt andere Menschen auf
seine Art, ohne dass wir etwas daran ändern können. Wir haben allerdings die Möglichkeit, sie näher
kennenzulernen und unsere Einstellung zu ihnen durch mehrere positive Erlebnisse nach und nach zu ändern.

Die Wahl des Partners geschieht zumeist unbewußt, und zwar zunächst nach energetischen Notwendigkeiten.
Diese können sich ändern, wenn wir einen Reifeprozeß mit dem Partner durchmachen und die anfänglichen

79
Beziehungsgründe später wegfallen. Da mag es dann geschehen, dass sich aus mancher kurzlebiger und
oberflächlicher Sympathie allmählich tiefste Antipathie entwickelt, wenn negative Erlebnisse überwiegen.

Alle Begegnungen – egal, ob sie von Sympathie oder Antipathie getragen sind – unterstehen dem geistigen
Gesetz der Polarität und, solange wir die Relation von allem mit allem nicht erkennen, den selbsterstellten
Gesetzen von Kausalität und Affinität. Die zeitliche Auslösung aller schicksalhaften Begegnungen unterliegt
zyklischen Gesetzen, „wenn die Zeit dazu reif ist,“ wenn eine bestimmte Zeitqualität herrscht. Die
Biorhythmiker waren stets der Meinung, dass ein Blick auf die Rhythmen diese Kausalitäten und Affinitäten
aufdeckt. Die Zusammenhänge sind aber ambivalent, denn das Gute hat immer seine schlechten Seiten und
umgekehrt. Alle eingegangenen Partnerschaften stellen für uns Lern- und Erfüllungsschritte dar, die uns
reifen lassen.

Die psychodynamischen Untersuchungen können aber aufzeigen, unter welchen energetischen bzw.
magnetischen Aspekten eine Partnerschaft steht, ob diese beispielsweise günstig und harmonisch sind. So
gesehen geben sie auch Aufschluß über die Partnerschaftsfunktionen, d.h. über die Art des Funktionierens im
Bereich des gemeinsamen Wollens und Handelns, Fühlens und Denkens. Der Bereich von Sympathie und
Antipathie wird aber davon nicht berührt.

In den bisher von der klassischen Biorhythmik verwendeten Rhythmogrammen bzw. Kurven sind solche
Details oder Hinweise auch gar nicht zu erkennen. Viele Menschen haben mit uns im einen oder anderen
Bereich gleichlaufende Rhythmen, und wir beachten sie überhaupt nicht, sie sind uns gleichgültig. Und
diejenigen, die uns interessieren, mit denen wir gerne zusammen sind, haben oftmals wenig
Übereinstimmung mit unseren eigenen Rhythmen. Es müßte sich – nach der Theorie von der Anziehung
gleichschwingender Menschen – doch ein Menschenfeind mit all jenen Menschen vertragen, die mit ihm
gleich schwingen, und er tut es trotzdem nicht, weil er eben ein Menschenfeind ist.

Im Persönlichkeitsbereich zeigt sich das gemeinsame Schwingen von

aP als Triebgemeinschaft oder Arbeitsgemeinschaft, beispielsweise im Sport bei einer


Fußballmannschaft oder in der Bauwirtschaft bei Montagetrupps ..., und zwar nach der Formel
aP1 + aP2 = aP(1+2)i

eP als Stimmungsgemeinschaft, beispielsweise im Musikchor, im Gartenverein, am Stammtisch, im


Gebetskreis ..., und zwar nach der Formel
eP1 + eP2 = eP(1+2)i

mP als Gesinnungs- oder Einstellungsgemeinschaft, beispielsweise im Wirtschaftsleben, in einem


Forschungsteam, in den politischen Parteien ..., und zwar nach der Formel
mP1 + mP2 = mP(1+2)i

Wenn man eine tiefer gehende Analyse einer Partnerschaft vornehmen will, schaut man sich die energetische
Verfassung der beiden Partner nicht nur an einem bestimmten Tag an. Man kann u.a. aus der Stellung der
Rhythmenpaare auf Grund der Aspekte, die sie zu einander aufweisen, einige wesentliche Informationen
gewinnen. Man wird auch den Verlauf der beiden Harmonierhythmen, aber auch die Stellungen aller anderen
Rhythmen und ihre Veränderungen, über einen längeren Zeitraum beobachten; vor allem aber wird man die
beiden Zeugungsrhythmogramme miteinander vergleichen, wenn die Geburtsdaten der Eltern bekannt sind.
(Das Kapitel 8, „Von der Zeugung zur Geburt“ beinhaltet nähere Details.)

Wir können eine Partnerschaft daher auf mehreren Ebenen beurteilen:

Auf der prinzipiellen Ebene: Die Aspekte und Größenverhältnisse der Rhythmenpaare bei den beiden
Zeugungsrhythmogrammen geben Aufschluß über die energetischen Notwendigkeiten in der Partnerschaft.

Auf der Persönlichkeitsebene: Die fixen Aspekte der Rhythmenpaare geben Aufschluß über die
energetischen Wirkungen, denen die Partnerschaft von Anfang an unterliegt.

80
Auf der Alltagsebene: Die Aspekte aller Rhythmen zu einander geben Aufschluß über bestimmte Ereignisse
und ihre Auslösungen während eines bestimmten Zeitraums.

Interessant ist, dass in der Partnerschaft auch 14-Monats-Phasen wie beim Harmonierhythmus zu erkennen
sind, in denen sich bestimmte Situationen wiederholen. Hier zeigt sich ein „partnerschaftliches
Lernprogramm“.

Rhythmenverwandtschaft und -fremdheit

Für die Partnerschaft gilt – ähnlich wie bei den Funktionen –, dass sich die Energien von Menschen
verstärken oder schwächen, bei Gleichschwingen verdoppeln und bei oppositionellem Schwingen sogar
aufheben können.

Ein der Welt zugewandter Mensch erzielt mit einem gleichschwingenden Partner eine stärkere Wirkung im
Alltag, was sich in der Formel R1 + R2 = 2R und im Satz „gemeinsam sind wir stark“ niederschlägt. Der
nach innen gewandte Mensch sucht sich hingegen den ihn prinzipiell ergänzenden, erfüllenden Partner,
wobei der Eine die Ladungen aufweist, die dem Anderen fehlen. Dies kann durch die Formel R1 + R2 = 1
oder den Satz „Gegensätze ziehen sich an“ ausgedrückt werden. Bei egoistischen Mensch weist die Formel
R1 + R2 = 0 darauf hin, dass sich beide Partner gegenseitig die „letzte Energie rauben“, dass sie sich
gegenseitig aufreiben.

Somit können wir formulieren:

R1 + R2 = 2R Stärkung Schwacher, gleichgerichtete Harmonie, erhöhte Stromstärke


R1 + R2 = 1 Ergänzung, ausgleichende Harmonie, erhöhte Spannung
R1 + R2 = 0 gegenseitige Vernichtung
(R steht hier für die Gesamtenergie des Menschen.)

Das bedeutet: Gleiche Polung führt, ähnlich wie bei einer Gleichschaltung zweier Batterien, zu einer
Verdoppelung der Stromstärke, jedoch, ähnlich wie bei zwei gleichen Magnetpolen, zu Abstoßungseffekten.
Die passende Formulierung lautet: „Gemeinsam sind wir stark“, aber auch: „Für uns beide ist im selben
Raum kein Platz“. Ungleiche Polung führt, wie bei einer Hintereinanderschaltung zweier Batterien, zu einer
Verdoppelung der Spannung, bei zwei Magnetpolen aber zu Anziehungseffekten. Wir können hier
formulieren: „Mit dir ist es spannend“ und „Gegensätze ziehen sich an“.

In manchen Biorhythmik-Büchern kann man lesen, dass Rhythmenfremdheit mangelndes


Einfühlungsvermögen und Verständnislosigkeit des Einen gegenüber der momentanen Verfassung des
Anderen (der dadurch zum „Kontrahenten“ wird) hervorrufe. Dies würde, wenn es wahr wäre, bedeuten,
dass diese Untugenden nur bestimmten Menschen gegenüber in Erscheinung treten, und zwar jenen, die
konträr schwingen. Diese Untugenden könnten auch niemals durch die entsprechenden Tugenden ersetzt
werden. Solche Ansichten sind schlichtweg falsch. Rhythmenverwandtschaft mag bei zwei Personen, die
sich kennenlernen, eine Facette von vielen Gemeinsamkeiten sein. Einfühlungsvermögen und Verständnis für
den Anderen beruhen aber auf Seelenreife und kommen gerade bei Ergänzungsgemeinschaften zum Tragen.
Bei unreifen Menschen zeigen sich Intoleranz und Verständnislosigkeit sowohl bei Rhythmenfremdheit als
auch bei Rhythmenverwandtschaft.

Für eine Beurteilung einer Partnerschaft schaut man sich an, welche Distanz ihre Rhythmen zu einander
aufweisen. Diese Distanz kann man in Tagen oder in Winkelgraden (Aspekt) ausdrücken. Die
Übereinstimmung kann man als Verstärkung (Abb. 30) oder als Ergänzung (Abb. 31) betrachten. Sie kann in
Werten ausgedrückt werden. Statt in Prozent, könnten die partnerschaftlichen Übereinstimmungen auch in
Funktionsgrößen mit der Vektorengröße r oder in ihrem Aspekt beschrieben werden, da beide voneinander
abhängen. Prinzipiell wäre die Aspektbeschreibung sogar richtiger als die Prozentbeschreibung, da je zwei
Kräfte stets eine Resultante ergeben, die man hinsichtlich ihrer Größe mit r, hinsichtlich ihrer Richtung mit ϕ
° definiert.

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Verstärkung oder Ergänzung zweier Partner
in Abhängigkeit von der Rhythmendistanz (in Tagen):

Rhythmen- Verstärkung in % bei Ergänzung in % bei


distanz aP eP mP aP eP mP
0 100,0 100,0 100,0 0,0 0.0 0,0
1 91,3 92,9 93,9 8,7 7,1 6,1
2 82,6 85,7 87,9 17,4 14,3 12,1
3 73,9 78,6 81,8 26,1 21,4 18,2
4 65,2 71,4 75,8 34,8 28,6 24,2
5 56,5 64,3 69,7 43,5 35,7 30,3
6 47,8 57,1 63,6 52,2 42,9 36,4
7 39,1 50,0 57,6 60,9 50,0 42,4
8 30,4 52,9 51,5 69,6 57,1 48,5
9 21,7 35,7 45,5 78,3 64,3 54,5
10 13,0 28,6 39,4 87,0 71,4 60,6
11 4,3 21,4 33,3 95,7 78,6 66,7
12 14,3 27,3 85,7 72,7
13 7,1 21,2 92,9 78,8
14 0,0 15,2 100,0 84,8
15 9,1 90,9
16 3,0 97,0

Wie wenig Schwingungsnähe mit Sympathie oder Antipathie oder gar Harmonie zu tun hat, mag an zwei
Beispielen gezeigt werden, die aus dem Büchlein von Walter A. Appel „Das ist ihr Tag“ stammen:

Übereinstimmung in % aP eP mP Resultat
Romy Schneider mit
Harry Meyen 39 14 27 Scheidung
Alain Delon 30 0 64 Entlobung
Daniel Biasini 22 86 88 Scheidung
Caroline von Monaco mit
Philippe Junot 57 36 9 Scheidung
Roberto Rosselini 48 93 64 Trennung
Guillermo Vilas 13 71 82 Trennung
Stafano Casiraghi 13 43 76 Tod

Was hier als Beweis für Disharmonien gewertet wird, dient geradezu zum Gegenbeweis: Die Grundlage
dieser Beziehungen war wohl in jedem Fall starke Sympathie, und die Übereinstimmung entsprechender
Rhythmen führte keineswegs zu dauerhafter Verbindung. Also ist die biorhythmische Distanz kein Maßstab
für eine Beständigkeit oder ein Scheitern einer Beziehung. Wohl aber gibt sie Aufschluß über das
Funktionieren einer Partnerschaft in den drei wesentlichen Bereichen.

Wie oft lesen wir von Menschen, die nicht voneinander loskommen, obwohl ihre Beziehung keineswegs in
allen Bereichen funktioniert; eher „funkt“ es ständig. Wenn jemand selbst die Erfahrung macht, dass es
zwischen ihm und seinem Partner schlecht funktioniert, erfährt er nur die negative Wirkung des Gesetzes der
Anziehung von Gleichartigem oder Ergänzendem.

Eine interessante Facette dieser Betrachtungen liefert übrigens die Bevölkerungsexplosion in der „dritten
Welt“: Wie wir im Kapitel über Schwangerschaft und Geburt sehen werden, muß eine Mindestnähe der
Rhythmen von Mutter und Vater vorhanden sein, damit überhaupt eine Befruchtung möglich ist. Nun zeigt
sich, dass sich die Menschen dort besonders stark vermehren, weil die Trieb- und Stimmungsgemeinschaften
in den armen Ländern einen höheren Stellenwert aufweisen als bei uns. Die materielle und seelische Not
zwingt sie ja geradezu, ihre Möglichkeiten durch Suche nach gleichschwingenden Partnern zu verdoppeln.
Große Fruchtbarkeit ist die unmittelbare Folge.

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In Mitteleuropa hingegen schrumpft die Bevölkerungszahl, während die Anzahl der echten
Ergänzungsgemeinschaften wächst. Nun könnte man einwenden, dass in der westlichen Welt die
Geburtenrate durch den Einsatz der „Pille“ beeinflußt wurde. Tatsächlich wurde die Pille aber wegen der
geänderten Einstellung der Menschen gegen ungehemmte Vermehrung überhaupt erst erfunden. Trotz der
Möglichkeit ihres Einsatzes bei sich rasch vermehrenden Völkern wird sie von diesen aber nicht
angenommen, da die Menschen dort ihre Kinder zur Existenzsicherung brauchen, womit sich der vorher
aufgezeigte Zusammenhang erneut bestätigt.

Wir wissen auch aus dem Geschichtsunterricht, dass hochentwickelte Kulturen regelmäßig im wahrsten
Sinne des Wortes ausgestorben sind. Nicht, dass sie abgeneigt gewesen wären, miteinander geschlechtlich zu
verkehren, sondern, weil bei Ergänzungsgemeinschaften eben weniger Kinder entstehen.

Ein anderer Zusammenhang bestätigt diese Tatsachen: Gerade bei älteren, auf hohem geistigen Niveau
stehenden Eltern kommen häufig sogenannte „Problemkinder“ auf die Welt, sei es in Bezug auf ihre Eignung
in körperlicher, seelischer oder geistiger Hinsicht (Behinderte, Psychopathen oder Debile), sei es in Bezug
auf ihre Neigungen. Auch zeigt sich der Wechsel in den Generationen oft kontroversiell: Der Herr Sohn wirft
das sauer verdiente Geld des Vaters leichter Hand zum Fenster hinaus; der Sohn eines Akademikers wird
„Gammler“; auch die rechts- oder linksradikale Tochter eines gemäßigten Politikers ist keine Seltenheit.

Bei den Ergänzungsgemeinschaften kommt es ja zu kleinen gemeinsamen Vektoren. Dafür sind diese Eltern
der schwierigen Aufgabe besser gewachsen, reifen selbst daran und schaffen es, ein Kind mit schwachen
Anlagen aufzuziehen und zu stärken.

Die Partnerschaftsfunktionen

Energien haben die Eigenschaft, dass sie − obwohl sie dem Menschen individuell zur Verfügung stehen −
dennoch eine gemeinsame Wirkung aufweisen, die von allen Beteiligten gespürt wird. Energie ist etwas
Universelles. Man spricht in diesem Zusammenhang beispielsweise von „Zeitgeist“ (im mentalen Bereich),
von „Massenwirkung“ (meist im emotionellen Bereich) oder von „Gruppendynamik“ (im
Handlungsbereich).

Wie bei den physiologischen Funktionen bilden auch bei Partnern zwei einander entsprechende Rhythmen
eine Funktion, die aber wegen der gleichbleibenden Frequenz der Rhythmen in ihrem Ablauf stabil bleibt;
die Vektorengröße bleibt also immer gleich. Man kann in diesem Zusammenhang vom Funktionieren einer
Partnerschaft in körperlicher, seelischer oder geistiger Hinsicht sprechen. Dabei gibt es – wie bei den
Funktionen – zwei Bewertungskriterien, und zwar hinsichtlich der Funktionsstärke r und der Qualität ϕ°. Je
kleiner der Winkel ist, in dem die entsprechenden Einzelrhythmen miteinander schwingen, desto kürzer sind
die Zeiten unterschiedlicher Ladung und Tätigkeit, also unterschiedlicher Phasenstellung. Bei
Rhythmengleichlauf besteht daher durch die dauerhafte Konjunktion Phasengleichlauf. Bei größerer
Rhythmendistanz sind die Zeiten unterschiedlicher Ladungssituationen entsprechend länger. Bei
gegenläufigen Rhythmen gibt es niemals gleiche Ladung oder Tätigkeit.

Im Computerprogramm werden die energetischen Einzelpotentiale einfach zusammengefaßt und in Form


gemeinsamer Vektoren mit bestimmter Vektorengröße r dargestellt. Der Vektor selbst entspricht der
sogenannten „Familiensubstanz“, die – wie wir im Kapitel 8 sehen werden – für die Anlagen der
gemeinsamen Kinder von Bedeutung ist. Er liegt je nach Aspekt, den die beiden Einzelpotentiale der Partner
zu einander aufweisen, zwischen 0,0 und 2,0. Bei einem 0°-Aspekt ergibt sich eine Verdoppelung der
Energie (r = 2,0); bei einem 120°-Aspekt ist der Halbwert von 1,0 gegeben; bei einem 180°-Aspekt ist die
Vektorengröße r Null. Werte über 1,0 weisen auf eine Energieverstärkung, solche unter 1,0 auf eine
Energieschwächung hin.

Die Stellung (Qualität) der gemeinsamen Potentiale in einem der 4 Sektoren weist darauf hin, welche
Energien bzw. welche Dynamik (aktiv oder passiv, ladend oder entladend) den Partnern an diesem Tag in den
einzelnen energetischen Bereichen zur Verfügung stehen.

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Ähnlich wie bei den Funktionsrhythmen treten bei Rhythmendistanz der Partner Spiegelungen um die
waagrechte oder senkrechte Achse auf. So bedeutet eine Spiegelung um die senkrechte Achse, dass ein
Partner in der Ladungsphase, der Andere in der Entladungsphase schwingt, wobei sich beide Tätigkeiten
kurzzeitig neutralisieren. Bei einer Spiegelung um die waagrechte Achse sinkt eine gemeinsame
partnerschaftliche Energie auf Null. Solche Spiegelungseffekte können sich in kurzzeitigen
partnerschaftlichen Beeinträchtigungen oder Störungen äußern.

Dominanz und Führung

Besonders interessante Erkenntnisse kann man aus der Stellungen der beiden Harmonierhythmen zu einander
gewinnen. Da diese sich hinsichtlich ihrer Drehgeschwindigkeit und Größe ständig ändern, ändern sich auch
ihre gegenseitigen Relationen. So kann es vorkommen, dass der Harmonierhythmus eines Partners einen sehr
kleinen Vektor aufweist, während jener des anderen Partners groß ist.

Die Differenz der beiden Vektorengrößen r zeigt das Maß der Dominanz des Einen über den Anderen auf.
Dabei entscheidet der Winkel zwischen den beiden Vektoren, welche Qualität im Dominanzverhalten
vorherrscht. Problematisch zeigt sich eine große Dominanz sicherlich bei 90° und 180°. Da kann es sogar
vorkommen, dass der Eine den Anderen einfach „an die Wand drückt“ bzw. „kaltstellt“. Allerdings dauern
solche Zeiten nicht lange, da ein kleiner Vektor der Lebenskraft entweder sehr schnell oder sehr langsam
schwingt, so dass solche Aspekte nur kurze Zeit Bestand haben. (Im nächsten Kapitel werden die Aspekte
eingehend beschrieben.)

Während die Grundrhythmen der beiden Partner konstante Winkel zu einander aufweisen, ändert sich der
Aspekt zwischen den beiden Harmonierhythmen ununterbrochen. Dadurch verändert sich auch laufend die
Vektorengröße der gemeinsamen (Lebens-)Energie. So kann es vorkommen, dass die Harmonierhythmen
beider Partner zu gewissen Zeiten gleich groß sind und zudem noch exakt in einer Opposition zu einander
stehen. In so einem Fall heben sich die beiden Lebenskräfte nicht, wie man vermuten könnte, gegenseitig
auf, sondern es beginnt dann meistens ein reger Energieaustausch. (Die Lebenskraft läßt sich bei einem
lebenden Menschen nicht zur Gänze „vernichten“; sie ist immer präsent – verinnerlicht oder veräußerlicht.)
Energetische Ströme fließen von einem zum anderen. Wer sich in tantrischer Liebe übt, kann die Erfahrung
machen, dass das energetische Fließen gerade in solchen energetischen Situationen besonders stark ist.

Noch ein Gesichtspunkt ist entscheidend: die energetische Führung. Der Wunsch nach Unterstützung und
Lenkung, aber auch gegenseitiges Verständnis und Wohlwollen beruhen u.a. auf energetischen
Gegebenheiten. Ein Partner ist dem anderen mit einem oder mehreren Rhythmen im Kreis immer voraus, das
heißt, er durchlebt eine bestimmte energetische Situation zeitlich vor seinem Partner Die führende Person hat
die energetische Situation, in der sich die geführte Person gerade befindet, bereits vor mehr oder weniger
Tagen hinter sich gebracht und gemeistert. Der Führende wird also mehr Verständnis für das Befinden des
Geführten aufbringen als umgekehrt.

Die energetische Führung läßt sich am besten im PDR-Programm in der Kreisdarstellung erkennen: Wessen
Vektor im Uhrzeigersinn vorne liegt, der führt.

Während bei den Harmonierhythmen die Führung und die Dominanz, die auf unterschiedlich schnelle und
große VP-Vektoren zurückzuführen sind, ständig wechselt, bleibt die Führung bei den drei Grundrhythmen
konstant. Die energetische Führung als zeitlicher Vorsprung darf jedoch nicht mit der natürlichen Autorität
eines Menschen verwechselt werden, die seinem Reifegrad entspricht, die auf Erfahrung beruht, mit seinen
Fähigkeiten zusammenhängt und im Laufe der Jahre wächst.

Es ist immer wieder interessant, die energetische Führung im Alltag zu beobachten: Einer hat immer „die
Hosen an“ und zieht sie zeitlebens nicht mehr aus. Unreife Menschen bäumen sich oft gegen die
(naturbedingte) Führung des anderen auf und versuchen ihm diese dann streitig zu machen. Besonders gut
kann man die energetische Führung bei einer Gruppe spielender Kinder beobachten: Unabhängig von ihren
sonstigen Fähigkeiten gibt immer einer den Ton an, doch wenn ein Neuer dazukommt, ändert sich die
Führung oft blitzartig.

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Max Uray:
„Ich kenne einen Professor in Graz, einen blendenden Unterhalter und blitzgescheiten Mann, dessen Frau
ausgerechnet im intellektuellen Bereich energetisch führt. Jedesmal, wenn sich ein Ring von Zuhörern um
ihn sammelte, eilte sie hinzu und rief: ‚Ach Walter, was redest Du denn wieder für einen Blödsinn daher!
Kannst Du nicht endlich einmal still sein?‘ – Sie dokumentierte damit ihre Führung in negativer Weise.
Warum er sich als Intellektueller ausgerechnet eine Frau geangelt hat, die im intellektuellen Bereich führt,
mag nur damit erklärbar sein, dass sie in körperlicher Hinsicht sicherlich sehr reizvoll war; das wird für ihn
Vieles aufgewogen haben.“

Bei Lebenspartnern führt in den überwiegenden Fällen der Mann im männlichen und die Frau im weiblichen
Bereich. Wenn es umgekehrt ist, hat sich aller Wahrscheinlichkeit nach ein sanfter Mann eine starke Frau
gesucht oder eine starke Frau einen nachgiebigen Mann. Besonders kraß tritt die umgekehrte Führung in der
Beziehung eines „Softies“ mit einer „Herrin“ oder „Domina“ in Erscheinung. Im Berufsleben kann man
hingegen oft beobachten, dass eine männliche Führungspersönlichkeit (der Chef führt im aP-Bereich) die
Intuition seiner Sekretärin zu schätzen weiß (sie führt im eP-Bereich).

Je kleiner ein Aspekt ist, desto stärker wirkt sich die Führung aus. In der Partneranalyse des
Computerprogramms wird die Stärke der Führung bei den fixen Aspekten in einem eigenen Wert
ausgedrückt, der zwischen 0,0 und 1,0 liegt. Das Vorzeichen dieses Wertes gibt wiederum Aufschluß darüber,
welche Person führt und welche geführt wird. Bei einer Konjunktion (0°) oder Opposition (180°) gibt es
klarerweise keine Führung.

Die partnerschaftlichen Aspekte

Die Winkel zwischen zwei Vektoren heißen „Aspekte“, wenn sie bestimmte Werte aufweisen. Nicht jeder
Winkel ist ein Aspekt, sondern nur einer, der einem Teil des Kreises entspricht, der durch einfache Brüche
ausgedrückt werden kann:

1/1 Kreis 0° Konjunktion Grundton


5/6 Kreis 60° Sextil kleine Terz
4/5 Kreis 72° Quintil große Terz
3/4 Kreis 90° Quadrat Quart
2/3 Kreis 120° Trigon Quint
5/8 Kreis 135° Trioktil kleine Sext
3/5 Kreis 144° Biquintil große Sext
1/2 Kreis 180° Opposition Oktave

Die Aspekt-Bezeichnungen stammen aus dem Wortschatz der Astrologie. Bestimmten Winkeln sind im
zwischenmenschlichen Bereich bestimmte Wirkungen zugeordnet, die sich aus geometrischen Verhältnissen
ergeben. (Eingehende Untersuchungen darüber hat bereits Johannes Kepler in seiner „Weltharmonik“
angestellt.) Die Aspektwirkung entsteht dadurch, dass ein Winkel – wie bereits bei den Funktionsaspekten
(Seite 39) erwähnt – einem Tonintervall entspricht, wobei jeder Intervall eine bestimmte Wirkung in uns
erzielt. So wirkt eine Quart auf uns anders als eine Quint. Die Quart erzeugt eine Spannung, die nach einer
Auflösung in eine Terz oder in eine Quint verlangt. Ähnlich verhält es sich mit einer Septim (7/12 Kreis)
oder mit einer Sekund (7/8 Kreis): Beide werden auf Dauer als unangenehm empfunden. Wenn bei zwei
Menschen also Rhythmen einen bestimmten Aspekt aufweisen, wird dieser in seiner Wirkung ähnlich
empfunden wie das entsprechende Tonintervall.

Die Aspektwirkungen können sich unterschiedlich (wertfrei, negativ oder positiv) im Alltag bemerkbar
machen. Es hängt vom Reifegrad der jeweiligen Personen ab, welche Qualität zum Tragen kommt. Bei
Kenntnis der grundlegenden Aspekte klären sich manche, meistens unbewußt bleibende Faktoren und
Mechanismen, die oftmals zu schwierigen Situationen zwischen zwei Menschen führen können. Von den
Aspekten hängt es schließlich ab, welche Qualität eine zwischenmenschliche Beziehung aufweist oder
welches Betriebsklima in einer Firma herrscht.

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Da die Rhythmenpaare (z.B. die beiden aP-Rhythmen) zweier Menschen stets mit der gleichen
Geschwindigkeit (in diesem Fall im 23-Tage-Zyklus) den Kreis umrunden, ändern sich die Winkel zwischen
ihnen niemals. Man spricht daher von „fixen Aspekten“, weil es sich um stabile Energiefunktionen handelt.

Im Unterschied zu den gleichnamigen Rhythmenpaaren, die fixe Aspekte bilden, verändern die
ungleichnamigen Rhythmen durch ihre unterschiedlichen Umlaufgeschwindigkeiten ununterbrochen ihre
Lage, so dass sich immer wieder andere Aspektsituationen ergeben (variable Aspekte, Tagesaspekte). Es
kommt dadurch im Alltag in unregelmäßigen Abständen zu gespannten oder entspannten Situationen.

Man unterscheidet 4 verschiedene Aspekt-Klassen:

Extrem-Aspekte 0°, 180°


Ambivalenz-Aspekte 30°, 150°
Einwirkungs-Aspekt 90°
Harmonie-Aspekte 60° (dynamisch), 120° (statisch)

Wenn zwei Rhythmen genau übereinander liegen oder sehr nahe stehen (0°-Aspekt), kann man von einer
„energetischen Übertragung“ bzw. von einem Austausch der in ihnen verborgenen Informationen ausgehen –
die beiden beeinflussen sich gegenseitig. Die Informationsübertragung von Energiefeld zu Energiefeld ist
durch die Molekularbiologie bereits weitgehend erforscht (Rupert Sheldrake spricht in diesem
Zusammenhang von „morphogenetischen Feldern“). Bei oppositionellen Lagen wiederum beeinträchtigen
sich die gegensätzlichen Ladungen der Rhythmen gegenseitig– sie geraten in Spannung zu einander oder
schwächen sich gegenseitig.

Die Stärke, mit der ein Aspekt wirkt, hängt von der Genauigkeit ab, mit der er auftritt. Schwächere
Wirkungen sind aber noch bei einer Abweichung von über ± 10° zu bemerken. Man kennt diese Toleranz
unter dem Begriff „Orbis“. Ausschlaggebend ist hier die Genauigkeit, mit der die Winkeldifferenz zwischen
zwei Vektoren berechnet werden kann. Wenn keine Angaben zur Geburtsstunde vorliegen, ist die
Wahrscheinlichkeit, einen wirksamen Aspekt vorliegen zu haben, eben mehr oder weniger groß. Die Stärke
eines Aspekts wird in einer Zahl ausgedrückt; sie schwankt zwischen 0,0 und 1,0.

In der Partnerschaft zeigen sich die Aspektwirkungen manchmal etwas anders als bei den physiologischen
Funktionen; im Großen und Ganzen ähnelt die Charakteristik der hier beschriebenen Wirkungen der
astrologischen Überlieferung.

Die einzelnen Aspekte:

0°-Aspekt (Konjunktion)

Wertfrei negativ positiv


Übereinstimmung, Verdoppelung Abstoßung des Gleichartigen; Stärkung des Schwachen; der Eine
durch gleiche Qualität wenige ist der Spiegel des Anderen
Entwicklungsmöglichkeiten

Die Energien von Menschen, die eine völlig gleiche Ladung aufweisen (eine sogenannte „Konjunktion“),
verdoppeln sich.

Dadurch sind Menschen mit einer Konjunktion im Bereich des Handelns und Wollens stets gemeinsam
aktiv und könnten Bäume ausreißen, oder sie sind gleichermaßen erholungsbedürftig und antriebsschwach.
Sie werden also mit der selben Energie an die Dinge herangehen. Bei eigener Handlungsschwäche ist die
Verstärkung der Energie durch andere Menschen von Vorteil. Man muß aber damit rechnen, dass es im Laufe
der Zeit zu Aggressionen kommen kann, insbesondere dann, wenn der Andere wegen der gleichen
energetischen Ladung zum Spiegel wird, den man ständig vorgehalten bekommt. Wegen der fehlenden
Ladungsunterschiede können sich nach einiger Zeit starke Abstoßungsbestrebungen breitmachen, wenn das
ewig Gleiche langweilig wird. Wem jedoch das gleichzeitige Auf und Ab, Passiv- und Aktivsein gefällt, wird
kaum eine Notwendigkeit zu einer eigenständigen Haltung sehen. Gleich und Gleich gesellt sich gern, führt

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in diesem Fall aber selten zu einem gegenseitigen Abschleifen und dadurch auch kaum zu einer
partnerschaftlichen Weiterentwicklung im Antriebsbereich.

Im emotionalen Bereich werden Menschen mit einem 0°-Aspekt immer gemeinsam „himmelhoch
jauchzen“ oder „zu Tode betrübt sein“. Sie werden also auf ähnliche Art gefühlsmäßig reagieren. Bei
Ängsten vor unvorhersehbaren emotionalen Reaktionen des Anderen ist eine Konjunktion natürlich
besonders vorteilhaft. Man kann vor Überraschungen sicher sein, muß aber damit rechnen, dass die
Verstärkung der eigenen emotionalen Ladung durch den Anderen wegen des Fehlens von Differenzen im
Zyklus der Gefühls- und Stimmungsqualitäten im Laufe der Zeit zu einer Abstumpfung oder sogar zu
Problemen führen kann. Für viele Menschen ist es schwer auszuhalten, wenn sie stets ähnliche Stimmungen
wie die eigenen bei ihrem Gegenüber wahrnehmen. Emotionale Ladungsgleichheit schützt zwar vor
Spannungen, doch spannend ist eine solche Gleichheit auf Dauer sicherlich nicht.

Im mentalen Bereich werden Menschen mit gleicher Ladung stets gemeinsam geistig auffassungsstark,
logisch, kreativ oder nachdenklich sein. Sie werden nicht dasselbe denken, aber die täglichen Geschehnisse
geistig in gleicher Art und Weise auffassen und verarbeiten. Gemeinsam reden, gemeinsam schweigen,
gemeinsam lernen, gemeinsam denken – das ist für viele Menschen eine wichtige Basis für ein
funktionierendes Miteinander. Allerdings fehlt in einer so engen geistigen Beziehung der energetische
Gegensatz und dadurch manchmal die notwendige Dynamik, die zu einer intellektuellen Weiterentwicklung
in der Partnerschaft führen könnte.

30°-Aspekt (Semisextil)

Wertfrei Negativ positiv


ähnliche Qualität, Bindung, Nähe Abhängigkeit, Nachlaufen (Leithammel- sich führen lassen und
prinzip), blindes Vertrauen geführt werden

Es treten große Verstärkungswirkungen zwischen den Energien von Menschen, die 30°-Aspekte aufweisen,
auf. Die meiste Zeit herrscht gleiche energetische Ladung. Nur selten sind differente Ladungsqualitäten
gegeben.

Die besondere Nähe im bewußten und unbewußten Wollen und Handeln spielt eine große Rolle im
zwischenmenschlichen Bereich. Oft findet man ein ausgeprägtes Vertrauen in die Fähigkeiten des Anderen,
manchmal auch blindes Vertrauen. Führen und geführt werden erhalten hier eine besondere Bedeutung. Es
kommt sogar manchmal zu einer Abhängigkeit des Geführten vom Führenden, die sich bis zur Hörigkeit
steigern kann.

Im emotionalen Bereich erleben Menschen mit 30°-Aspekten meist gemeinsam „gute Zeiten, schlechte
Zeiten“. Nur selten sind ihre Stimmungslagen konträr. Starke emotionale Bindungen sind hier häufig zu
beobachten.

Im mentalen Bereich wirkt sich die energetische Nähe dahingehend aus, dass sich ein Mensch, dessen
Stärken nicht unbedingt im intellektuellen Bereich liegen, gerne einem Partner unterordnet, der in einem 30°-
Aspekt führt. Er kann sich dadurch eigene Entscheidungen ersparen, denn die nimmt ihm der andere ab. Oft
sucht sich aber auch ein Mensch, der sich nicht gerne kritischen Auseinandersetzungen stellt, einen Ja-Sager
als Gegenüber, den er energetisch führt. Da die meiste Zeit das Gemeinsame überwiegt, ist ein solcher
Aspekt oft angenehm für einen geistig weniger regen Menschen, und er wird sich vom Anderen gerne führen
lassen.

60°-Aspekt (Sextil)

Wertfrei negativ positiv


Aspekt der Freundschaft, harmonisch, unkritische Haltung, nach Zustimmung, Verständnis,
ausgeglichen, dynamisch; Gleichmaß Anerkennung heischen Vertrauen, Glaube

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Die Energien von Menschen, die in einem 60°-Aspekt stehen, verstärken einander weitgehend, weisen ca.
2/3 aller Tage die gleiche Ladung auf, 1/3 aller Tage sogar die gleiche Ladungsqualität.

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Im Bereich des Handelns und Wollens zeigt sich hier oft Harmonie, Dynamik, Gleichmaß und
Ausgeglichenheit. Der 60°-Aspekt ist ideal für ein freundschaftliches Vertrauensverhältnis, bei dem vor
allem im Arbeitsbereich und bei der Durchführung von Projekten eine weitgehende Übereinstimmung im
gemeinsamen Agieren gefragt ist. Bei ungleich starken Partnern findet man allerdings manchmal eine
unkritische Haltung des Schwächeren gegenüber dem Stärkeren. Das führt im Laufe der Zeit oft dazu, dass
sich der Schwächere die Anerkennung des Stärkeren wünscht. Dieser wird ihm meistens das gewünschte
Vertrauen entgegenbringen und gerne auf ihn eingehen, wenn die energetische Führung dies zuläßt.

Im emotionalen Bereich kann mit Verständnis des Einen gegenüber der Stimmungslage des Anderen
gerechnet werden. Bei ungleich starken Partnern kommt es manchmal vor, dass der Schwächere vom
Stärkeren emotional „angesteckt“ wird. Man kann dann die Beobachtung machen, dass der Schwächere in
die jeweilige Stimmung des Stärkeren verfällt, vor allem dann, wenn der Stärkere führt.

Im mentalen Bereich sind bei einem 60°-Aspekt vor allem Zustimmung, Wertschätzung und Verständnis zu
erwarten. Bei Menschen, die in ihrer geistigen Entwicklung nicht auf der selben Stufe stehen, findet man
manchmal eine unkritische Haltung des Geführten gegenüber dem Führenden vor. Auch hier tritt bei mental
schwächeren Menschen häufig der Wunsch nach Anerkennung der eigenen Meinung durch den Stärkeren in
den Vordergrund.

90°-Aspekt (Quadrat)

Wertfrei negativ Positiv


größte Einwirkung des Führenden auf unvermuteter Treffer, der Eine Anstoß bekommen und geben,
den Geführten; maximales Dreh- kippt den Anderen, der Eine hebelt Abschleifen
moment, wirksamer Impuls, Seitenhieb den Anderen aus

Der 90°-Aspekt gilt als Winkel mit der größten verändernden Wirkung des Einen auf den Anderen (max.
Drehmoment). Die Energien verstärken sich und weisen ungefähr die Hälfte aller Tage die gleiche Ladung
auf. Sie werden jedoch kaum die selbe Ladungsqualität haben. Der führende Partner wird den Geführten in
jedem der drei Energiebereiche immer wieder aus dem Gleichgewicht bringen („kippen“) können.

Im Bereich des Handelns und Wollens leben Beziehungen zwischen Menschen mit 90°-Aspekten von
Anstößen und Impulsen. Die Hauptwirkung zeigt sich in einem gegenseitigen „sich-Abschleifen“ und
„aneinander-Reiben“. Immer wieder kann es vorkommen, dass man unvermutet einen Hieb von der Seite
bekommt, der sofort zu aggressiven Reaktionen führt. Arbeitskollegen entwickeln im Laufe der Zeit
wirksame Strategien, um sich der großen Einwirkung oder Einflußnahme durch den Anderen zu entziehen.
Dadurch läuft eine kollegiale Beziehung Gefahr, abzustumpfen, mit dem Ergebnis, dass die Menschen
allmählich aneinander vorbei leben oder besondere Vorsicht gegenüber dem Anderen walten lassen.

Im emotionalen Bereich kann es immer wieder zu unvorhergesehenen Überraschungen und


Stimmungsumschwüngen kommen. Partner spielen gerne mit den Gefühlen des Anderen, wodurch echte
Gefühlsbeziehungen nur allzu oft den verschiedensten „Spielchen“ weichen. Jeder wird für sich aber bald
Strategien entwickeln, um sich vom Anderen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

Im mentalen Bereich weiß der führende Partner meistens ganz genau, wie er den Anderen aus der Fassung
bringen kann. Verbale Seitenhiebe, aber auch Denkanstöße, sind an der Tagesordnung. Im Arbeitsalltag
ergeben sich immer wieder Unterschiede in der geistigen Haltung oder Auseinandersetzung. So kann es
vorkommen, dass der Eine in einer bestimmten Phase die Dinge durchleuchtet, während sich der Andere mit
der bloßen Anschauung begnügt oder aber eine präzisere Definition verlangt. Wenn es um Veränderungen im
Denken und um Einsicht geht, haben es Partner mit einem 90°-Aspekt am leichtesten, wenn sie die nötige
geistige Reife mitbringen. Ist dies nicht der Fall, besteht die Gefahr, dass ein mühseliger Krieg mit Worten
beginnt, der schließlich mit einem endgültigen Bruch endet.

120°-Aspekt (Trigon)

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wertfrei negativ Positiv
Aspekt der statischen Stabilität, Neutralität, keine Dynamik, langweilig Friede, Akzeptanz, problemlose
Sicherheit, Einigung, Bewahrung, Integration

Dieser Aspekt ist dadurch gekennzeichnet, dass sich die Energien der Partner weder verstärken noch
schwächen. Rund ein Drittel aller Tage weisen die Energien die gleiche Ladung auf, niemals jedoch die selbe
Ladungsqualität. Die unterschiedlichen Zustände erleben die Menschen an manchen Tagen konträr, ohne
dass sich daraus Probleme ergeben müssen.

Im Bereich des Handelns und Wollens wird die Bereitschaft, Kompromisse zu schließen und Einigung zu
erzielen, eine wichtige Rolle spielen. Dieser Aspekt ist im Arbeitsleben und bei der Durchführung
gemeinsamer Projekte ideal für ein problemloses, meist neutrales und auf friedlicher Koexistenz beruhendes
Verhältnis, das eine gewisse Stabilität und Sicherheit gewährleistet. Man wird den Anderen unterstützen,
wenn dieser einmal in einer schwächeren Phase steckt. Menschen, die Abenteuer scheuen, kein Risiko
eingehen und dennoch eigenständig bleiben wollen, bevorzugen Partner mit 120°-Aspekt. Sie verzichten
damit allerdings auch auf partnerschaftliche Dynamik.

Im emotionalen Bereich ist eine gewisse Distanz und Respekt dem Anderen gegenüber zu erwarten. Bei
gleich starken Partnern ist der 120°-Aspekt ideal; vor allem im Berufsleben ergeben sich die besten
Voraussetzungen für ein gutes Arbeitsklima.

Im mentalen Bereich werden Diskussionen meistens zu einem fruchtbaren Ergebnis führen. Man wird die
Meinung des Anderen akzeptieren, zumindest aber respektieren, ohne deshalb schon die eigene Meinung
aufzugeben. Dieser Aspekt ist etwas für friedliche Individualisten, die den Anderen in seiner mentalen
Beschaffenheit so belassen können, wie er ist. Wer den 120°-Aspekt sucht, wird sich aber auch nicht in
seiner eigenen intellektuellen Art stören lassen. Die geistige Beziehung gestaltet sich zwar meistens
harmonisch, jedoch selten dynamisch.

150°-Aspekt (Quinkunx)

wertfrei negativ Positiv


ein anderes Ziel anpeilen, Neugierde, Skepsis, Mißtrauen, Frustration, Sehnsucht, fasziniert sein
Interesse am Fremdartigen Eifersucht

Die Energien von Menschen, die einen 150°-Aspekt aufweisen, erzeugen eine ambivalente Wirkung. Selten
herrscht eine Zeit gleicher Ladung, niemals gleiche Ladungsqualität. Diesen Winkel nimmt ein Mensch
unwillkürlich ein, der ausgestreckt liegt und durch ein Geräusch gestört wird: Er stützt sich auf seine
Ellbogen und sucht die Quelle der Störung, wobei sein Oberkörper mit seinem Unterkörper einen 150°-
Winkel bildet.

Man kann davon ausgehen, dass zwischen Arbeitskollegen im Bereich des Handelns und Wollens von
Haus aus wenig Übereinstimmung herrscht, dass sich aber durchaus Interesse, Neugierde oder sogar
Faszination gegenüber der andersartigen, fremden Energie einstellen und sogar zum Hauptmotiv der
zwischenmenschlichen Beziehung werden kann. Der führende Partner wird für den Geführten leicht zum
Objekt der Begierde, das sich aber nicht besitzen läßt und sich den Fesselungsversuchen des Anderen stets
entzieht. Im Arbeitsbereich und bei der Durchführung gemeinsamer Projekte wird es immer wieder
vorkommen, dass jeder für sich ein anderes Ziel anpeilt, was sich manchmal frustrierend auswirkt. Wenn es
dadurch im Laufe der Zeit zu einigen negativen Erfahrungen kommt, kann die anfängliche Faszination nur
all zu leicht der Skepsis und dem Mißtrauen gegenüber den Willenskundgebungen und Handlungen des
Anderen weichen. Bei diesem Aspekt herrscht immer wieder ausgeprägte Ambivalenz vor: Man wird ein
ständiges Auf und Ab bei gemeinsamen Aktivitäten erfahren.

Im emotionalen Bereich werden die Stimmungslagen von Menschen, die einen 150°-Aspekt aufweisen,
meist konträr sein. Arbeitskollegen werden daher oft auf unterschiedliche Art und Weise gefühlsmäßig
reagieren. Dieser Aspekt ist nichts für schwache Gemüter. So kann es vorkommen, dass der Eine mit

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Unverständnis auf die Stimmungslage des Anderen reagiert, was sich nicht gerade positiv auf die
zwischenmenschliche Beziehung auswirkt. Negative Erfahrungen führen dann leicht zur Ablehnung des
Anderen. Begehren und Haß liegen hier eng beisammen, die Ambivalenz zeigt sich in Haßliebe.

Im mentalen Bereich herrscht wenig energetische Übereinstimmung. Der 150°-Aspekt zeigt die
Andersartigkeit bei geistigen Aktivitäten, nicht jedoch eine Gegensätzlichkeit zwischen den Menschen auf.
Man wird dieses Anderssein interessant finden, vielleicht anfangs sogar von der geistigen Kapazität des
Anderen fasziniert sein. Es ist durchaus möglich, dass die energetische Differenz im Denken sogar zu einem
wichtigen Motiv für eine fesselnde, aber anstrengende Beziehung im Arbeitsprozeß wird. Im Berufsleben
kann es immer wieder vorkommen, dass jeder für sich die Dinge ganz anders sieht und beurteilt, was
einerseits bei Entscheidungen von Vorteil ist, andererseits aber, wenn die Machtverhältnisse ungleich sind, zu
frustrierenden Ergebnissen führt. Wenn es dadurch zu Meinungsverschiedenheiten kommt, wird das
anfängliche Interesse schnell vorbei sein. Dann werden die Ideen des Anderen mißtrauisch begutachtet oder
skeptisch belächelt. Der Vorteil liegt allerdings darin, dass sich durch die Ambivalenz im Denken eine
weitere Weltsicht einstellen kann. Leicht werden es die Partner jedenfalls nicht miteinander haben und es
dem jeweils Anderen auch nicht leicht machen.

180°-Aspekt - Opposition

Wertfrei negativ Positiv


Gegensätzlichkeit, Opposition Kräfte messen, Konkurrenz, Ergänzung, Ausgleich,
Kräfteverlust, Vernichtung, sich Eigenständigkeit
gegenseitig aufreiben

Die Energien von Menschen, die oppositionell sind, heben sich entweder in ihrer Wirkung gegenseitig auf
oder neutralisieren sich. Es gibt zu keiner Zeit gleiche Ladung oder Ladungsqualität. Die Menschen werden
an die Dinge völlig konträr herangehen, auch wenn sich das jeweils Konträre zeitlich immer wieder ändert.
Gegensätze ziehen sich zwar an, sind aber nur schwer lebbar.

Da im Bereich des Handelns und Wollens niemals Übereinstimmung herrscht, wird bei gleich starken
Partnern Hochspannung entstehen, bei ungleich starken aber wird der Schwächere einen Verlust der eigenen
Energien bemerken. Gegensätzliche Energien führen bei reifen Menschen aber auch zur Ergänzung und zum
Ausgleich (Symmetrie); und das ist die positive Seite. Im schlechtesten Fall können sich die Menschen
gegenseitig aufreiben oder sogar „zerfleischen“. Im Arbeitsbereich und bei der Durchführung gemeinsamer
Projekte kann es immer wieder zu einem Kräftemessen oder Machtkampf kommen. Die Opposition führt
hier zu einem Konkurrenzverhältnis, denn der Eine schwächt die Energien des Anderen. Für Spannung ist
jedenfalls gesorgt. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Eine aktiv für den Anderen einspringen kann, wenn sich
dieser in einer passiven Phase befindet.

Natürlich erleben die Menschen bei einer Opposition im emotionalen Bereich ihre Stimmungslagen völlig
konträr. Sie werden daher auf verschiedene Art und Weise gefühlsmäßig reagieren. Bei gleich starken
Partnern ist das kein Malheur, nur bei ungleich Starken. Es gibt ein positives Argument für eine Opposition:
Bei reifen Menschen führen gegensätzliche Energien im Gefühls- und Stimmungsbereich zu einer
wunderbaren Ergänzung. Der Eine fängt den Anderen auf, wenn sich dieser in einem Stimmungstief
befindet. Unreife Menschen können sich allerdings gegenseitig „mächtig auf die Nerven gehen“.
Im mentalen Bereich zeigt der 180°-Aspekt die Gegensätzlichkeit bei geistigen Aktivitäten auf. Das wird
bei Menschen auf gleichem Niveau kein Problem sein, werden sie dadurch geistig ja aufs äußerste gefordert.
Bei großen Niveauunterschieden wird die Meinung des Schwächeren meist auf der Strecke bleiben, während
sich der Stärkere in Toleranz üben kann. Durch die Gegensätzlichkeit ist gewährleistet, dass der Eine redet,
während der Andere zuhört, dass sich der Eine mit den Dingen inhaltlich auseinandersetzt, während der
Andere deren kausale Beziehungen zu anderen Dingen aufdeckt usw. Geistig oppositionelle Energien
verlangen Eigenständigkeit und Stärke im Denken, aber auch Verantwortungsbewußtsein und Fairneß
gegenüber dem Anderen. Sonst kann es leicht zu verbalen Auseinandersetzungen kommen. Im Berufsleben
sind die besten Mitarbeiter nicht diejenigen, die ständig „Ja“ sagen, sondern diejenigen, die eine
eigenständige Sichtweise vertreten.
Die energetische Situation in Teams

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Die energetische Situation in Teams (welcher Art auch immer) kann man mit den selben Methoden beurteilen
wie jene in einer Partnerschaft. Ein Team unterscheidet sich ja von zwei Partnern nur in der Anzahl der
Personen. Die energetischen Gesetze gelten gleichermaßen im kleinen wie im großen Rahmen.

Doch eines unterscheidet das Klima in einem Team häufig von jenem im Partneralltag: Teammitglieder
haben einander in den seltensten Fällen freiwillig „gefunden“. Teams werden meistens von vorgesetzten
Personen je nach Aufgabe und Eignung zusammengestellt, und kaum jemanden kümmert es, ob die
einzelnen Mitglieder energetisch zu einander passen oder nicht. Die Erfahrung zeigt leider nur allzu oft, dass
gute Bezahlung allein nicht ausreicht, um Teams auf Dauer zusammenzuhalten. Zur Eignung für den Zweck,
zu dem ein Team aufgebaut wird, muß auch noch die Neigung aller Teammitglieder kommen, miteinander zu
kooperieren.

Man mag einwenden, dass arbeitende Menschen miteinander auskommen müssen, wenn sie nicht Gefahr
laufen wollen, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Die „Entweder-Oder“-Politik vieler Unternehmer, wie sie
noch vor 50 Jahren gang und gäbe war, kommt heute Gott sei Dank nicht mehr so oft vor. Wie schaut aber
der Firmenalltag wirklich aus? Sind Ihnen nicht auch Menschen bekannt, die schon am Morgen, bevor sie zu
ihrer Arbeitsstelle fahren, Angst vor dem Arbeitstag haben, die Schweißausbrüche oder Magenkrämpfe
bekommen, wenn sie nur das Firmengelände betreten? Die jedesmal, wenn der „ungeliebte“ Kollege
telefoniert, negative Gefühle entwickeln, weil seine Stimme sie „nervt“? – Dem Ehepartner kann man
ausweichen, indem man später nach Hause kommt oder mit einer Freundin ausgeht. Aber dem Kollegen ist
man acht Stunden an fünf Tagen in der Woche wehrlos ausgeliefert; man muß ihn ertragen, ob man will oder
nicht, oder in den Krankenstand flüchten oder die Firma wechseln. (Dass man jedoch auch in einer anderen
Firma auf Kollegen stoßen wird, mit denen Spannungen entstehen können, sei hier nur am Rande erwähnt.)

Die Ignoranz der Tatsache, dass ein „guter Teamgeist“ unbezahlbar ist, kostet die Wirtschaft und den
Öffentlichen Dienst jährlich viele Milliarden. Nach den Erfahrungen des AMS (Arbeitsmarktservice) in Wien
müssen rund ein Drittel aller frisch besetzten Posten innerhalb eines halben Jahres neu besetzt werden. Die
Einschulungszeit ist besonders kostenintensiv, denn der oder die „Neue“ braucht Hilfestellung von anderen
Personen und erbringen erst nach und nach ihre volle Leistung; gar nicht zu reden von der oftmals
frustrierenden Situation für die Hilfeleistenden, die mit ihrer eigenen Arbeit kaum nachkommen. Was für
Schaden allein durch Mobbing, Krankenstand, Arbeitsunwilligkeit und Streß, die auf ein schlechtes Klima in
den Teams zurückzuführen sind, entsteht, kann jeder nachvollziehen, der bedenkt, dass die Neubesetzung
einer Arbeitsstelle rund ein Jahresgehalt an Kosten verursacht. Fluktuation kommt jede Firma teuer zu
stehen.

Es wäre für die Personalverantwortlichen einfacher und kostengünstiger, die psychodynamischen Methoden
einzuführen und die Teams nach partnerschaftlichen Kriterien zusammenzustellen. Es gibt ja spezielle
Computerprogramme aus der VPA-Programmreihe, mit deren Hilfe man die energetischen Situation in
Teams in prinzipieller Hinsicht, für einen bestimmten Tag oder einen beliebig langen Zeitraum analysieren
kann.

Je nach Aufgabe und Anforderung können homogene, einander ergänzende, oder gleichschwingende,
einander verstärkende, Teams gebildet werden. Dabei sind alle drei psychodynamischen Energiebereiche
einzeln zu bewerten. Homogen ist ein Team dann, wenn die Einzelvektoren der Teammitglieder in möglichst
gleichen Abständen im Kreis verteilt sind. In so einem Fall stehen einander meistens je zwei Vektoren im
Kreis gegenüber, weswegen homogene Teams einen kleinen gemeinsamen Vektor aufweisen. Bei einander
verstärkenden Teams erhält man einen großen gemeinsamen Vektor, der auf große Leistungsschwankungen
hinweist.

Auf homogene Teams wird man immer dann zurückgreifen, wenn eine möglichst große Gleichmäßigkeit bei
der Arbeit erzielt werden muß, wenn die Teammitglieder einander hinsichtlich ihrer Leistung ergänzen
sollen. Solche Teams wird man besonders bei heiklen, langwierigen Aufgaben, bei denen es um
gleichbleibende Qualität und Quantität geht, wählen. Der Nachteil ergibt sich aus der Tatsache, dass bei einer
größeren Anzahl von Teammitgliedern sehr viele Oppositionsaspekte auftreten können, deren Auswirkungen
zu beachten sind.

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Gleichschwingende Teams bieten den Vorteil, dass sie für eine gewissen Zeit (z.B. in der Aktivphase)
Spitzenleistungen erbringen können, dass ihre Leistung aber starken Schwankungen unterworfen ist, die dem
Phasenverlauf im Kreis folgen. Ein Team, das gleich schwingt, wird bei einem zeitlich begrenzten Einsatz,
z.B. bei Montagearbeiten für die Dauer der Aktivphase, beste Ergebnisse bringen.

Am einfachsten ist die energetische Situation in einem Team zu erkennen, wenn man in jedem
Rhythmusbereich die Tagesposition der einzelnen Mitglieder im Kreis einträgt und den gemeinsamen
Teamvektor einzeichnet (Abb. 32). Man sieht auf einen Blick, ob es Gruppen im Team gibt, wenn einige
Vektoren eng stehen, ob eine starke Unwucht im Team herrscht, wer wen energetisch führt und welche
Aspekte zwischen den einzelnen Teammitgliedern auftreten. Dabei wird ersichtlich, dass es in jedem der drei
Bereiche zumindest einen „Teamrepräsentanten“ gibt. Man muß sich das so vorstellen, dass sich der Vektor
mindestens einer Person in unmittelbarer Nähe des gemeinsamen Vektors befindet, womit diese Person die
Energiequalität des gesamten Teams repräsentiert. Wenn man die energetische Situation der drei
Repräsentanten kennt, kennt man damit jene des ganzen Teams.

Um Informationen über die prinzipielle Situation im Team zu erhalten, muß man jedes einzelne
Teammitglied mit allen anderen in energetische Beziehung setzen. Man schaut sich an, welche Aspekte in
den drei Rhythmenbereichen auftreten, beachtet die Führungssituation und erkennt, ob und wie sehr jemand
das Team verstärkt oder ergänzt.

Max Uray:
„Im Jahre 1987 trat ein Bekannter an mich heran, der mit der Zusammenstellung mehrerer
Arbeitsschichten in einem Österreichischen Automobilwerk beauftragt war und die von mir entwickelten
Teamanalyse-Methoden kannte. Ich sollte homogene Teams bilden, in denen möglichst wenig
problematische Aspekte vorkommen. Damals hatte ich noch kein Computerprogramm, deshalb war ich
monatelang mit händischen Berechnungen von mehreren hundert Personen beschäftigt. Das Ergebnis der
Teamzusammenstellung kann sich sehen lassen, denn noch heute zählt diese Firma, deren Namen ich aus
mehreren Gründen nicht nennen darf, zu den produktivsten ihrer Branche.“

Die mühevolle Arbeit von damals soll etwas verdeutlicht werden: Um beispielsweise 10 Personen
miteinander zu vergleichen, müssen für jeden einzelnen Energiebereich 45 Einzelvergleiche angestellt
werden. Handelt es sich um 100 Personen, also um das Zehnfache, steigt die Anzahl der Einzelvergleiche auf
4.950, das ist das Einhundertzehnfache. Bei 1000 Personen (das Hundertfache) sind es dann 499.500
Einzelvergleiche, das Elftausendeinhundertfache). Die Anzahl der Rechenoperationen steigt demnach
exponentiell an. Die VPA-Programme schaffen das heute in wenigen Minuten.

Das VPA-Programm zeigt sofort die Stärken und Schwächen eines Teams. Zwischenmenschliche Konflikte
entstehen oft nur wegen energetischer Unverträglichkeiten (problematische Aspekte). Diese sollte man aber
vernünftigerweise nicht dadurch zu beseitigen versuchen, dass man Teammitglieder eliminiert, sondern dass
man räumliche oder zeitliche Veränderungen durchführt, beispielsweise eine räumliche Trennung der
Arbeitsplätze oder einen zeitverschobenen Arbeitseinsatz usw., dass also die Betroffenen Gelegenheit
bekommen, sich aus dem Weg zu gehen. Am besten wirkt noch immer ein klärendes Gespräch mit den
einzelnen Mitarbeitern, bei dem man auf die energetische Situation im Team hinweist. Durch Bewußtmachen
entschärft man mit Sicherheit jede problematische Situation. Die Teammitglieder sind für die Arbeit, die sie
erbringen sollen, ja bestens geeignet – sonst wären sie nicht ausgesucht und eingestellt worden. Und sie
waren auch von Anfang an gewillt, ihre Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen zu erledigen. Deshalb sind
auch Alle bei einer Teamanalyse konstruktiv einzubinden.

Bei einer Teamanalyse in einer Firma der Versicherungsbranche galt es, Spannungen unter den Angestellten
zu untersuchen und aufzudecken. Bei der Präsentation der energetischen Situation hellte sich plötzlich das
Gesicht eines Mitarbeiters auf und er rief: „Wenn das mit der energetischen Führung meines Kollegen so ist,
dann ist mir klar, warum er sich immer als mein Chef aufzuspielen versucht. Jetzt verstehe ich erst, warum
die Zusammenarbeit zwischen uns oft so schwierig ist.“ Alle ihre Rhythmen standen zudem in 90°-Aspekten
zueinander. – Einer von ihnen wechselte in einen anderen Raum, wo er arbeiten konnte, ohne seinen
Kollegen ständig zu sehen, und ab diesem Zeitpunkt herrschte Frieden unter ihnen.

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Das VPA-Programm liefert Vorschläge, wie Unterteams zusammengesetzt werden können. Oft bringt der
Austausch nur eines einzigen Teammitgliedes sofort das gewünschte Ergebnis, da sich die meisten
Teamwerte verschieben. Es ist ja bekannt, dass sich in einer Runde etwas grundlegend verändert, wenn eine
neue Person auftaucht oder eine die Runde verläßt. Die Gespräche verlaufen anders, die Stimmung wechselt,
die Situation wird von allen Beteiligten als geändert empfunden.

Der besondere Vorteil beim Einsatz von Teamprogrammen liegt auf der Hand: Weil man die energetische
Situation im Team kennt, kann ein sogenanntes „Energy-Management“ aufgebaut und alle Vorhaben in
einem Betrieb der jeweiligen Situation angepasst werden. Man wird auf die energetische Verfassung
einzelner Teammitglieder eingehen, wenn es um heikle Aufgaben geht. Für Projekte, die vom ganzen Team
durchgeführt werden sollen, wird man die besten Zeitpunkte oder Zeiträume suchen. Mit den Mitarbeitern
wird man gemeinsam zu einer vernünftigen und „maßgeschneiderten“ Urlaubsplanung kommen, wenn man
beispielsweise alle Wochen mit großem Erholungswert und geringer Leistungsfähigkeit ermittelt. Die
Berücksichtigung energetischer Gesichtspunkte erweitert die betrieblichen Möglichkeiten und nützt allen
Beteiligten.

Energy-Management führt in jedem Fall zu einer Steigerung der betrieblichen Effizienz, weil man die
Energien richtig nutzen und Fehler in der Zeitplanung vermeiden kann. Jede Arbeit wird leichter fallen, wenn
sie zum richtigen Zeitpunkt getan wird, und die Mitarbeiter werden Leistungen ohne größere Anstrengungen
erbringen. Der falsche Zeitpunkt führt aber zu Frustration, zu Fehlern und zu unnötigen Mühen. Ein weiteres
positives Resultat von Energy-Management mit Einbindung der Mitarbeiter ist eine erhebliche Verbesserung
des Betriebsklimas.

In einem Team gelten die selben psychodynamischen Gesetze wie in einer Partnerschaft: Führung,
Dominanz, Verstärkung, Ergänzung, Aspektierung.

8. Von der Zeugung bis zur Geburt

Das Kind als energetisches Resultat seiner Eltern

Ist es nicht erstaunlich, wie verschieden die Menschen sind, wie unterschiedlich sie aussehen, wie sehr sich
ihre Fähigkeiten voneinander unterscheiden? Die Vielfalt trotz aller Einheitlichkeit läßt uns an ein Wunder
denken, dennoch steckt Methode dahinter, wie aus psychodynamischer Sicht dargestellt werden kann. Dabei
sollen folgende Fragen geklärt werden:

Warum unterscheiden sich Geschwister oft so voneinander, obwohl sie von den selben Eltern stammen?
Warum ähnelt beispielsweise ein Kind in der Körperform dem Vater, im Gefühlsbereich der Mutter, im
Auftreten der Großmutter? Warum kommen Kinder auf die Welt, die in mancher Hinsicht bereits „fertig“
sind und Fähigkeiten mitbringen, während sie in anderen Bereichen noch sehr viel zu entwickeln haben?
Warum gibt es Kinder, die sich ständig den Kopf anhauen oder die Finger verbrennen müssen, während
andere schon von klein auf vernünftig und gewissenhaft, ja oftmals weise sind, so dass Erwachsene sich an
ihnen ein Beispiel nehmen könnten? Warum ist ihre körperliche Konstitution so unterschiedlich – neigen
manche doch von Geburt an zu Krankheiten oder sind gar geschädigt, während ihre Eltern und ihre Umwelt
intakt sind?

Es ist anzunehmen, dass sich hinter der Vielfalt an menschlichen Erscheinungen ein Gesetz erkennen läßt,
wo doch alles natürlicher Regelung unterliegt. Denn: Alles im Kosmos ist Schwingung (Form) und Zahl
(Prinzip, Information) und deshalb geregelt, also auch das Geschehen, das zur Geburt eines neuen Menschen
führt.

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Den Anfang soll eine wesentliche Erkenntnis machen: Alles, was „sterblich“ ist, was also stofflich bzw.
energetisch dicht ist, unterliegt zyklischen Veränderungen. Also gibt es Anfang und Ende für alles, was sich
verändert. Was sich nicht verändert, ist entweder geistiges Prinzip, oder es existiert nicht wirklich, ist nicht
real, sondern nur potentiell, möglich.

Mit dieser Behauptung sollen alle Vorstellungen von einer persönlichen Reinkarnation in Frage gestellt
werden. Auf Grund logischer und sachlicher Überlegungen ist es auszuschließen, dass ein bestimmter
Mensch so, wie er gewesen ist, also mit allen Tugenden und Untugenden, wiederkommen kann oder muß,
um seine Fehler aus vergangenen Leben auszubügeln. Das Ego ist vergänglich, denn es baut sich aus
energetischen Strukturen auf, die zyklischen Veränderungen unterliegen. Das Ego des sich selbst
erkennenden Mensch ist ja die Summe dessen, womit er sich identifiziert und das sich ebenfalls wandelt und
Anfang und Ende hat. Was bestehen bleibt, ist das Lebensprinzip selbst, also die Lebensenergie, die beim
Tod des Menschen ihre Dimension wechselt. Und das ist nicht das Ego des Menschen, sondern etwas, das
alles, was ist, durchfließt und das sich nicht in Du und Ich teilen läßt.

Der Mensch entsteht, weil seine Eltern bei ihrer Vereinigung Energien zum Fließen bringen, die eine
Eigendynamik entwickeln. Wenn zwei Pole zu einander in Beziehung treten, beginnt ein dynamischer
Prozeß, bei dem Energieteilchen (Elektronen) in Bewegung geraten und ausgetauscht werden oder einander
– wie im Atom - umkreisen. Die beiden Pole sind Vater und Mutter und – im Kleinen – Same und Ei. Der
Vater bringt seine eigene Energie im Samen ein, die Mutter ihre im Ei. Das Resultat beider Energien ist ihr
zukünftiges Kind.

Man kann folgende Formeln aufstellen:

aP des Vaters + aP der Mutter = aP ihres Kindes


eP des Vaters + eP der Mutter = eP ihres Kindes
mP des Vaters + mP der Mutter = mP ihres Kindes

Dabei ist zu beachten, dass Zeugung und Befruchtung zeitlich auseinanderliegen, dass also mehrere Stunden
bis zwei Tage bis zur Befruchtung des Eies verstreichen können. Bei der Befruchtung selbst spielt noch der
energetische Zustand, der in der Umgebung der Eltern zu diesem Zeitpunkt herrscht, eine wesentliche Rolle.
Gemeint sind nicht nur die Bekannten oder Verwandten, die Umwelt, die Wohnung oder die Stadt, sondern
der Zustand des gesamten Universums, der das Milieu widerspiegelt, in dem der neue Mensch entsteht.
Dieses Milieu wird zur Ausgangssituation und zur Rahmenbedingung für das neue Leben, denn es hinterläßt
wie bei einer Matrize Spuren auf Grund seines Informationsgehalts in allem Geformten und Strukturierten.

So, wie Wasser, das auf der Meeresoberfläche verdunstet und nach seiner Abkühlung zu einem neuen
Tropfen wird, alle Informationen sämtlicher Tropfen, die jemals ins Meer geflossen sind, beinhaltet, so sind
auch in jedem Menschen alle Informationen vorhanden, die im Universum zur Zeit seines Entstehens
existiert haben. Ein Abbild dieser Informationen liefert der genetische Code. Da sich der Informationsstand
des Universums nur allmählich verändert, ändert sich auch der genetische Code des Menschen nur
allmählich. Es sind aber prinzipiell alle Möglichkeiten, auch die Disharmonien des Universums, im
Menschen angelegt. Wie bereits erwähnt, wird die Realisierung seiner Möglichkeiten sowie die
Harmonisierung seiner Disharmonien zur Lebensaufgabe des Menschen. In der Erfüllung dieser Aufgabe
trägt er seinen Anteil an der Harmonisierung des Universums bei.

Die Energien von Vater und Mutter vereinigen sich bei der Zeugung und Befruchtung zu jenen ihres
Kindes.

Wenn die aktuellen oder – bei einer künstlichen Befruchtung – „konservierten“ Energien der Eltern sich zu
jenen ihres künftigen Kindes vereinigen, entscheiden demnach die Abstände und Stellungen der drei
Rhythmenpaare aP, eP und mP über seine Anlagen bzw. Potentiale. Die gemeinsamen Vektoren der
gleichnamigen Einzelkräfte bilden die sogenannte „Familiensubstanz“. Daraus folgt, dass alle Kinder des
selben Elternpaares die selbe Familiensubstanz aufweisen, dass aber die Qualitäten ihrer Anlagen
unterschiedlich sind, da sie an verschiedenen Tagen gezeugt bzw. empfangen wurden.

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Wenn man den Tag der Zeugung kennt und annimmt, dass die Befruchtung am selben Tag erfolgt ist, kann
man die energetische Situation beider Elternteile darstellen und die resultierenden Vektoren ermitteln. Die
Lage der Vektoren in den vier Phasen entscheidet darüber, ob das Antriebspotential, das emotionale oder
mentale Potential des Kindes aktiv oder passiv, nehmend oder gebend, gehemmt oder neutralisiert (bei
Polstellungen) ist. Die Zeugung an einem anderen Tag führt zu anderen Potentialqualitäten, woraus sich die
Verschiedenartigkeit von Geschwistern erklärt.

Die Größe der Vektoren hängt davon ab, ob die Eltern eine Verstärkungs- oder Ergänzungsgemeinschaft
bilden. Ein großer Vektor weist auf ein starkes Potential hin, ein kleiner auf eines, das erst entwickelt werden
muß. Einem Menschen mit großen Vektoren „wurde alles in die Wiege gelegt“. Wenn jemand aber schwache
oder minimale Anlagen mitbekommen hat, bedeutet das für ihn, dass er an der Stärkung seiner Potentiale
Zeit seines Lebens wird arbeiten müssen. Er wird sich für alles interessieren, das ihm in dieser Hinsicht
weiter hilft; er wird sich einen Partner suchen, der ihn verstärkt; er wird einen Beruf wählen, in dem er sich
entfalten kann.

Viele Menschen entwickeln großen Eifer und Einsatz, wenn sie aus ihrer „Not“ eine „Tugend“ machen
müssen, nachdem sie kleine Potentiale mitbekommen haben. Hingegen kann man immer wieder beobachten,
dass Menschen mit großen Anlagen oft wenig unternehmen, um diese zu nutzen oder gar zu vergrößern.

In der Bibel gibt es hierzu das Gleichnis von den drei Knechten, die von ihrem Herrn eine verschieden große
Anzahl von Talenten (römisches Geld) erhalten, bevor er auf Reisen geht. Der Eine wuchert danach mit
seinen Talenten, der Andere arbeitet mit ihnen, der dritte vergräbt seinen Teil. Als der Herr zurückkommt,
werden die beiden ersten von ihm gelobt, der dritte gescholten. Wenn der Herr auf Reisen geht und seine
Knechte Talente bekommen, ist das als Sinnbild für die Manifestierung der universellen Energie in Form von
speziellen Potentialen in der Eizelle zu betrachten.

Im Zusammenhang dazu ist zu bemerken, dass sich bereits nach der ersten Zellteilung der befruchteten
Eizelle die drei sogenannten „embryonalen Zapfen“ bilden, die für die Entwicklung der drei
Bewußtseinselemente, Wollen, Fühlen und Denken, zuständig sind. Ab diesem Zeitpunkt bildet sich bereits
ein eigenes Energiefeld.

Aus der Darstellung der angelegten Potentiale im Kreis kann man die Grundkonzeption eines Menschen
herauslesen. Man kann nun die Grundmuster von zwei Menschen miteinander vergleichen. Man wird aber
auch bemerken, dass an bestimmten Tagen die Vektoren eine ähnliche Stellung wie bei der Befruchtung
aufweisen. In so einem Fall ist das für den Betreffenden sein „spezieller Tag“, denn da kann er sich, seine
Schwächen und Aufgaben, besonders intensiv erkennen.

Es ist durchaus verständlich, dass Eltern, die in allen drei Bereichen in Opposition zu einander stehen, keine
Kinder bekommen können. Bei Oppositionen gibt es keine gemeinsamen Vektoren und daher auch keine
Potentiale für ein Kind. Abgesehen davon trifft man nirgendwo auf Paare, die in allen Bereichen
oppositionell sind – das hält kein Mensch auf Dauer aus. Eine solche energieraubende Partnerschaft würde
schon sehr viel an Reife voraussetzen, und die stellt sich meist erst in vorgerücktem Alter ein, in dem
Nachwuchs kein Thema mehr ist.

Das Alter der Eltern spielt allerdings eine ausschlaggebende Rolle, wenn es um die Fähigkeiten ihres
zukünftigen Kindes geht. Reife Eltern bringen die fähigsten Kinder zur Welt, aber auch die anfälligsten, weil
ihr Erbmaterial schon gewisse Schwächen aufweisen kann. Die psychodynamischen Untersuchungen haben
ergeben, dass sich in der Geschwisterfolge ein Muster erkennen läßt, das vom Alter der Eltern bei der
Zeugung abhängt: Das erstgeborene Kind ist oft ein „aP-Typ“, bei dem das motorische oder physische
Moment überwiegt, das Zweite ist ein „eP-Typ“ mit deutlichen Stärken im emotionalen Bereich, während
das Dritte einen „mP-Typ“ repräsentiert, dessen Stärken im intellektuellen Bereich liegen. Um es in griffigen
Bildern am Beispiel von vier Söhnen zu verdeutlichen (bei Töchtern verhält es sich natürlich ebenso): Der
Erste ist der Bauer, der den Hof erbt, der Zweite ist der Liebhaber, der den Frauen den Kopf verdreht, und
der Dritte ist der Gelehrte, der Karriere macht. Gibt es einen Vierten, wird dieser meist zum Spirituellen
(früher wurde der Vierte meistens Priester oder Mönch).

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Es gibt Paare, die sich sehnlichst ein Kind wünschen, die auch alle Fruchtbarkeitstests erfolgreich bestehen
und dennoch kinderlos bleiben. Dafür gibt es zweierlei Gründe: einen psychologischen und einen
energetischen Grund. Ein psychologischer Grund kann sein, dass die Frau unbewußt den gewählten Partner
nicht als optimalen Spender beeindruckender Erbfaktoren betrachtet, weswegen sie sich psychisch gegen
eine Befruchtung durch ihn „wehrt“. Meistens handelt es sich um ein verstecktes Partnerschaftsproblem, das
darin besteht, dass die Frau aus unbewußter Angst vor einem „richtigen Kerl“ einen sanften, liebevollen
Partner gewählt hat, der ihr treu zur Seite steht und mehr Freund als Liebhaber ist. Für ihren Nachwuchs
träumt sie aber – ohne dass ihr das bewußt ist - von einem solchen „Kerl“. Der Wunsch nach einem Kind
entsteht in diesem Fall als Ablenkung vom eigentlichen Problem. Doch selbst mit der Geburt eines Kindes
wäre dieses nicht verschwunden. Auch bei Männern kann die Produktion und Beweglichkeit der
Samenzellen durch psychische Probleme vorübergehend eingeschränkt sein.

Der energetische Grund wurde bereits genannt. Für die Entstehung eines Kindes sollte die Mehrzahl der
Rhythmen in der Aktivphase schwingen. Bei oppositionellen Partnern ist das wegen des Fehlens
gemeinsamer Energien jedoch ausgeschlossen bzw. – wenn man eine Zeitdifferenz zwischen Zeugung und
Geburt von ein bis zwei Tagen einkalkuliert – fast nie möglich.

Die beiden Partner, die ein Kind zeugen, sind das energetische Resultat ihrer Eltern, und diese wiederum
jenes ihrer Eltern usw. Wenn man nun für jeden einzelnen Rhythmenbereich die Vektoren der Eltern und
Großeltern am Zeugungstag im Kreis einzeichnet, entsteht je ein eigener „Aspektstammbaum“. Dabei wird
man bemerken, dass die Rhythmen der Großeltern in den meisten Fällen näher zu den Vektoren des Kindes
stehen als jene der Eltern (Abb. 33).

Es klärt sich nun das Phänomen, warum viele Kinder vom einen oder anderen Großelternteil wesentliche
Eigenschaften „vererbt“ bekommen haben. Es verhält sich ähnlich wie bei einer psychosomatischen
Übertragung, wenn gleichschwingende Rhythmen ihre Informationen austauschen.

Aus der Stellung der Harmonierhythmen der Eltern zu einander im Kreis sowie aus ihrem Größenverhältnis
kann man „herauslesen“, wie das Zeugungsgeschehen verlaufen wird bzw. verlaufen ist. Sehr häufig lassen
sich eine Opposition oder eine Konjunktion bzw. gleich große oder stark unterschiedlich große Vektoren der
Harmonierhythmen erkennen. So erhält man Aufschluß darüber, ob das gemeinsame Kind ein Kind der Liebe
(Konjunktion) oder der Leidenschaft (Opposition) war, ob der Mann oder die Frau dominierte (den größeren
Vektor aufwies) und wer wen in welcher Art zum Zeugungsakt animierte (Stellung der Rhythmen in den
einzelnen Sektoren).

Aus der energetischen Nähe zu den Großeltern erklärt sich, warum ihr Enkelkind manche
Eigenschaften von ihnen „geerbt“ hat.

Bub oder Mädchen?

Dietziker hat Gesetzmäßigkeiten für die Festlegung des Geschlechts (die „Geschlechtstendenzen“, wie er sie
nannte) herausgefunden. Er zog das Rhythmogramm der Mutter ein bis zwei Tage vor der Geburt für seine
Beobachtungen heran und kam zu folgenden Schlußfolgerungen:

1. In 90% der Fälle kann man bei einem Buben aus dem Rhythmogramm der Mutter erkennen, dass ihr
männlicher Rhythmus (aP) höher im Kreis steht als ihr weiblicher (eP), während bei einem Mädchen ihr
weibliche Rhythmus höher steht als ihr männlicher.

2. Wenn der in der Entladungsphase schwingende weibliche Rhythmus der Mutter belastet ist (durch eine
Opposition, Konjunktion, Spiegelung oder Polstellung) und sich gleichzeitig ihr männlicher Rhythmus in der
Ladungsphase befindet, wird es ein Bub. Wenn hingegen ihr männlicher Rhythmus in der Entladungsphase
belastet ist, wird es ein Mädchen.

Nun weiß man selten im vorhinein, wann genau die Geburt stattfinden wird und ob das
Entbindungsgeschehen einen oder zwei Tage dauern wird. Wenn das Kind aber einmal auf der Welt ist,
bringt es nicht allzu viel, wenn man durch einen Blick auf das Rhythmogramm der Mutter im nachhinein

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wissen will, warum es ein Bub oder ein Mädchen geworden ist. Viel interessanter ist es, die Voraussetzungen
zu kennen, die für die Entstehung eines männlichen oder weiblichen Nachwuchses verantwortlich sind.
Durch langjährige Befragungen, Beobachtungen und Vergleiche konnten schließlich folgende
Zusammenhänge aufgedeckt werden:

1. Die Mehrzahl der Rhythmen von Vater und Mutter, vor allem die beiden Substanz-rhythmen aP und eP,
sollten zum Zeitpunkt der Zeugung aktiv sein. (Wenn sie nicht aktiv sind, haben die Eltern weniger Lust
auf eine geschlechtliche Vereinigung.)

2. Wenn der weibliche Rhythmus der Mutter in der Aufnahmephase schwingt, kann die Frau ihr weibliches
Potential bei der Geschlechtsfestlegung einbringen (Anima-Kom-ponente).

3. Wenn der männliche Rhythmus des Vaters in der Abgabephase schwingt, kann der Mann sein männliches
Potential bei der Geschlechtsfestlegung einbringen (Animus-Komponente).

4. Je höher die geschlechtsbestimmenden Rhythmen im Kreis stehen, desto stärker tritt die geschlechtliche
Ausprägung des Kindes in Erscheinung.

5. Wenn beide Elternteile ihr Potential einbringen können, entscheidet der im Kreis höher positionierte
Rhythmus über das Geschlecht des Kindes. In diesem Fall entsteht ein Mensch mit mehr oder minder
stark ausgeprägter gegengeschlechtlicher Anlage. Diese äußert sich vor allem im Körperbau, in der
Behaarung, in der Stimme, nicht aber zwangsläufig in gleichgeschlechtlicher sexueller Neigung.

6. Wenn beide Elternteile ihr Potential einbringen können und beide Rhythmen gleich hoch im Kreis
stehen, ist die Anlage zum Zwittertum wahrscheinlich.

Nun, diese Regeln haben sich überall dort bestätigt, wo das exakte Datum der Befruchtung eruierbar war.
Leider ist das nicht immer der Fall; viele Frauen bauen auch um das Entstehen ihres Kindes einen
regelrechten Mythos auf, der einer näheren Beleuchtung nicht standhält.

Max Uray:
„Vor kurzem wurde mir erzählt, dass das Kind einer Frau an einem bestimmten Tag entstanden sein soll, an
dem keine der 6 Regeln angewendet werden konnte. Das Kind soll angeblich etwas später als
termingerecht auf die Welt gekommen sein. Meine Nachforschungen ergaben, dass das Kind bei Geburt
lediglich etwas mehr als zwei Kilogramm wog. Ich wies darauf hin, dass an dem von der Frau genannten
Termin ein Kind in Liebe entstanden sein mußte. Ihren Angaben zufolge war das aber überhaupt nicht der
Fall, denn sie liebte den Mann gar nicht, und beide waren an diesem Abend alkoholisiert. Auf Grund dieser
Recherchen konnte der Termin der Zeugung und der zu späten Geburt nicht stimmen; das Kind mußte
meinen Berechnungen zufolge 6 Wochen später gezeugt worden sein – ein Termin, den die Mutter aus
irgend welchen Gründen verdrängt hatte. Zu diesem späteren Zeitpunkt standen die Rhythmen der Eltern
auch an Stellen, die für den Nachwuchs günstig waren.“

Ein anderes Beispiel: Eine Frau schenkte männlichen Zwillingen das Leben, die sie seit einiger Zeit – ihr
selbst unverständlich – unterschiedlich behandelt. Einer der beiden bringt sie regelmäßig aus dem
Gleichgewicht. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass die Kinder nicht zur selben Zeit gezeugt
worden sind, sondern das eine um ca. 4 Wochen früher als das andere. Das Zeugungsrhythmogramm des
„Problemkindes“ zeigte eine starke gegengeschlechtliche Veranlagung, und da die Frau selbst eine solche
von ihren Eltern mitbekommen hatte, wurde ihr das Problem plötzlich klar: Da ihr Sohn ihr unbewußt die
eigene Veranlagung spiegelte, reagierte sie jedesmal so heftig. Seit sie über diesen Zusammenhang Bescheid
weiß, reagiert sie normal und behandelt beide Buben gleich.

Die energetische Situation der Eltern zum Zeitpunkt der Befruchtung der Eizelle entscheidet über
das Geschlecht des zukünftigen Kindes.

Aus Sicht der psychodynamischen Rhythmik ist es möglich, ein Wunschkind zu planen. Die Eltern können
bei Kenntnis ihrer energetischen Situation klar entscheiden, in welcher Qualität die Familiensubstanz zum

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Tragen kommen wird, ob sie ein Kind zeugen, das Anlagen zum Spitzensportler oder Wissenschafter, sozial
Engagierten oder Manager in sich tragen wird, ob es zum Gebenden oder zum Nehmenden werden wird.

Wenn sich zwei Menschen zu einem Kind entschließen, können sie ihre „Familiensubstanz“
ermitteln und dann den optimalen Zeugungstermin planen.
Nur – das ideale Kind wird man nie bekommen, wenn man zu sehr „plant“. Es soll eher ein Auftrag für die
folgenden Generationen sein, etwas bewußter an die (Er-)Zeugung von Kindern heranzugehen. Hier ergeben
sich viele Chancen durch die sorgfältige Wahl des richtigen Zeitpunkts. Man kann beispielsweise eine
Lernschwäche vermeiden, wenn man die Zeugung um ein paar Tage verschiebt, oder man kann zuwarten, bis
die gemeinsame Lebenskraft wieder stark und aktiv ist usw.

Wie das Beispiel mit den Zwillingen gezeigt hat, kann den Eltern durch die Darstellung der
Zeugungssituation vieles im nachhinein bewußt werden, wodurch sie mehr Verständnis für ihr Kind
gewinnen und Schwierigkeiten in der Erziehung vermeiden können.

Die Schwangerschaft

Gleich nach der Befruchtung beginnt am Frühlingspol das Eigenschwingen des künftigen Kindes nach
kosmischen Vorgaben. Wie erwähnt, bilden sich nach der ersten Teilung der Eizelle die drei „embryonalen
Zapfen“, die von Anfang an dem zyklischen Schwingen von Sonne und Mond ausgesetzt sind.

Nicht die Geburt, sondern die Befruchtung ist der Start des biorhythmischen Ablaufs. Allerdings beginnt erst
bei der Geburt das individuelle Resonanzgeschehen, wenn der Mensch aus der Einheit mit der Mutter
entbunden wird. Viele Biorhythmiker sind der Meinung, dass die Rhythmen erst bei Geburt zu schwingen
beginnen. Das kann aber aus mehreren Gründen nicht stimmen:

1. Gäbe es von der Befruchtung an kein eigenes energetisches Geschehen, gäbe es auch keine Teilung der
Eizelle. Die Teilung ist ein Stadium eines zeitlichen Ablaufs, und dieser hat, wie alle Abläufe, einen
rhythmischen Charakter.

2. Während der Schwangerschaft bekundet der Embryo ein Eigenleben, das ohne Eigenschwingungen nicht
möglich wäre: Der eigene Herzrhythmus, Strampelbewegungen, Reaktionen auf äußere Reize wie
Schreckbewegungen usw., laufen nicht synchron mit der Mutter. Ungefähr in der Mitte der
Schwangerschaft nimmt die Mutter die ersten motorischen Bewegungen des Embryos wahr, der ab
diesem Zeitpunkt zum Fötus wird. Dieser Zeitpunkt wird bei den Erstgebärenden „Primapara“ genannt,
bei Frauen, die schon mehrere Kinder zur Welt gebracht haben, „Multipara“.

3. Bei Geburt erfolgt die Loslösung aus der Einheit mit der Mutter, eine Art Metamorphose, die – gleich
dem Tode – einer Wende, einem Sprung in eine andere Dimension, entspricht. Die Geburt zeigt also kein
neues Anspringen der Rhythmen, wohl aber beginnt eine neue Phase des rhythmischen Geschehens,
wenn sich die Resonanz aus der Null-Lage beim Frühlingspol aufbaut. Die Phase des Innenlebens tritt in
den Hintergrund, die Phase des Außenlebens beginnt.

Die Rhythmen der Mutter wirken von Anfang an in einer ganz speziellen Art und Weise auf jene des
Embryos ein, wobei die Aspekte zwischen den gleichnamigen Rhythmen von Mutter und Embryo für die
Qualität und den Verlauf der Schwangerschaft von ausschlaggebender Bedeutung sind. Es bauen sich
Interferenzrhythmen auf, die – wie bei den einfachen Funktionen – hemmend oder verstärkend wirken
können. Da bei doppelten Oppositionen zwischen den aP- und eP-Rhythmen der Eltern keine Kinder
entstehen, die Vektoren des Kindes aber in jedem Fall zwischen jenen der Eltern schwingen, muß ein Aspekt
von weniger als 90° zwischen den Rhythmen der Mutter und des Kindes gegeben sein. Somit verstärken die
Rhythmen der Mutter immer diejenigen des Kindes. Weil sich die Mutterrhythmen in den seltensten Fällen
exakt mit denen des Kindes decken (das wäre nur dann der Fall, wenn sie auch genau jenen des Vaters
entsprechen), kann es in bestimmten Abständen immer wieder zu gespannten Situationen hinsichtlich
Ladung und Tätigkeit der Rhythmen von Mutter und Embryo kommen. Es kann beispielsweise ein
Ladungszustand eines Rhythmus der Mutter einem Entladungszustand bei einem Rhythmus des Embryos
entgegenstehen und umgekehrt. Es kann sich auch eine kurze Aktiv-Passiv-Spiegelung aufbauen. Wenn nun

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mehrere hemmende Faktoren zusammentreffen, kann ein Abstoßungseffekt eintreten und die
Schwangerschaft enden. Um dem auszuweichen, wäre Ruhe an den belasteten Tagen empfehlenswert.

Eine Schwangerschaft dauert durchschnittlich 266 Tage (Abb. 34). Während dieser Zeit kann es immer
wieder zu einer kritischen Situation kommen, wenn der sensorische Rhythmus des Embryo, eP, in die
Passivphase wechselt und den Herbstpol passiert. Das ist beispielsweise am 14., 42., 70., 98. und 126. Tag
nach der Befruchtung der Fall. An diesen Tagen besteht die Gefahr eines Abortus, die sich allerdings bei
fortschreitender Schwangerschaftsdauer reduziert. Am 140. Tag ist der Termin für die ersten Bewegungen
des Embryos bei „Multipara“, während er bei „Primapara“ auf den 154. Tag, ebenfalls ein Herbstpol-
Übergang, fällt. Gegen Ende der Schwangerschaft gibt es an solchen Tagen die Gefahr einer Frühgeburt;
auch die Geburt selbst folgt dem „Fahrplan“ des weiblichen Rhythmus. Die Grafik verdeutlicht dieses
Geschehen. Warum der eP-Rhythmus zum bestimmenden Rhythmus wird, ist leicht erklärt: Während der
Schwangerschaft ist der Fötus weitgehend von der Außenwelt isoliert und erfährt im wesentlichen nur
gefühlsmäßigen „Input“. Der eP-Rhythmus wird auch im Stoffwechselgeschehen, das von Anfang an
selbständig funktioniert, und im Kreislaufgeschehen gebraucht, nicht so sehr für die Sinnesorgane.

Krisen in der Schwangerschaft können auftreten, wenn der sensorische Rhythmus des Embryo den
Herbstpol passiert.

Kurz vor der Geburt baut sich eine starke energetische Spannung auf. Je stärker das emotionale Potential des
künftigen Menschen angelegt ist, desto stärker ist der Spannungsaufbau und desto exakter erfolgt das
Termingeschehen. Es herrscht dann eine energetische Situation, die zum Zeugungsgeschehen in folgender
Beziehung steht, und zwar sowohl bei der Mutter als auch beim Kind:

Der männliche (aP) und der weibliche Rhythmus (eP) liegen in entgegengesetzter Lage zur
Zeugungssituation, der intellektuelle (mP) hingegen in gleicher Lage. Ins „Biorhythmische“ übersetzt heißt
das: Beim Kind gibt es eine Stoffwechsel-Überfunktion, eine Kreislauf-Unterfunktion und eine Kopf-
/Nerven-Unterfunktion. Das Kind „meldet“ diese Spannungen der Mutter; die oppositionellen Funktionen
bewirken eine Ausschüttung von Hormonen, es kommt zu Abstoßungserscheinungen zwischen Mutter und
Kind, die Wehen setzen ein, die Geburt beginnt.

Dazu kommt ein Umpolungsgeschehen, das magnetische Ursachen hat: Der Fötus bildet bis zu seiner Geburt
eine magnetische Einheit mit seiner Mutter. Er liegt normalerweise mit dem Kopf nach unten und mit den
Füßen nach oben in der Gebärmutter. Einer positiven Ladung der Mutter im Kopfbereich entspricht daher
eine ebensolche des Embryos im Fußbereich. Bei der Geburt selbst erfolgt dann die Umpolung beim Kind.
Die bei der Befruchtung angelegte Grundkonzeption des künftigen Menschen steht kurz vor der Geburt noch
dazu grundsätzlich in einem Spannungszustand zur eigenen energetischen Situation und jener der Mutter.
Dieser Spannungszustand in mehrfacher Hinsicht führt nun unter Aufbietung aller in den Spannungen
aufgestauten Kräfte zu einer Abstoßung zwischen Mutter und Kind, die sich u.a. in Muskelkontraktionen bei
der Mutter zeigen.

Und jetzt geschieht folgendes:

1. Losgelöst aus dem Magnetfeld der Mutter baut sich im Kind ein eigenes Magnetfeld auf, das der
Ladungssituation bei Geburt entspricht. Der Mensch wird umgepolt, die untere Körperhälfte bekommt
den Minuspol, der Kopf erhält den Pluspol. Symbolisch betrachtet entspricht die Geburt ja dem
Schöpfungsvorgang: Die Einheit wird verlassen, Polarität baut sich auf.

2. Die Spannung im Kopf-/Nervenbereich löst sich beim ersten Atemzug; die Opposition mit ihrem Vektor
Null entspricht der Leere, die zur Fülle drängt. Mit dem ersten Schrei wird der Sauerstoff in den Lungen
zusammengepreßt und geht in die roten Blutkörperchen über – der „Eisenstab“ bewegt sich im
Magnetfeld und es entstehen elektrische Ströme.

3. Die Spannung (Unterfunktion) im Kreislaufbereich zeigt sich darin, dass der Kreislauf erst nach der
Abnabelung selbständig funktioniert, während er vorher von der Mutter geregelt wurde. Im Laufe der
nächsten Tage wird der Kreislauf immer stabiler, er entwickelt sich allmählich in Richtung Überfunktion
(Konjunktion).

100
4. Herz und Stoffwechsel sind (und waren es auch schon während der Schwangerschaft) voll
funktionsfähig, der Abbauprozeß beginnt (der Säugling verliert während der ersten Tage nach der Geburt
an Gewicht).

5. Als selbständiger Resonanzkörper wird das Neugeborene nun von den solaren/lunaren Impulsen in
Schwingung versetzt – es baut sich das biorhythmische, sekundäre Schwingen am Frühlingspunkt auf;
die Rhythmen der Mutter, die das energetische Geschehen bisher beeinflußt haben, sowie die eigenen
pränatalen Rhythmen, werden von den Resonanzrhythmen abgelöst.

Was ändert sich bei Frühgeburten oder Spätgeburten? Prinzipiell müssen wir die Tatsache berücksichtigen,
dass ein Kind nicht immer tatsächlich früher oder später auf die Welt kommt, weil es der Arzt konstatiert.
Die Dauer der Schwangerschaft von 266 Tagen bleibt – wie bei den Tieren – im allgemeinen konstant. Der
Arzt richtet sich bei seinen Berechnungen nach der letzten Menstruation. Nun ist aber bekannt, dass die
fruchtbare Zeit einer Frau zwischen dem 11. und 19. Tag nach Beginn der Monatsblutung liegt, wodurch sich
eine Unsicherheit in der Berechnung von bis zu 8 Tagen ergibt. Zudem können, wie zahlreiche Beispiele
zeigen, Frauen ihren Zyklus regelrecht „überlisten“ und zu den unmöglichsten Zeitpunkten schwanger
werden, wenn sie sich in besonderen psychischen Situationen befinden. Man berichtet von Frauen, die den
einzigen Tag, an dem ihr Mann während des Krieges Fronturlaub hatte, für die Empfängnis ihres Kindes
„nutzten“, obwohl dieser Tag nicht in ihre fruchtbare Zeit fiel.

Während der Schwangerschaft treten bei Herannahen des natürlichen Geburtstermins immer wieder
bestimmte Spannungszustände zwischen Mutter und Kind und zwischen den einzelnen Rhythmen des
Kindes auf, die rhythmischen Gesetzmäßigkeiten unterliegen. Bei zusätzlichen Spannungen, denen die
Mutter im Alltag ausgesetzt ist, kann das Kind „beschließen“, früher auf die Welt zu kommen. Während der
Schwangerschaft treten oft Situationen ein, die es dem Kind – wenn es beispielsweise von der Mutter
abgelehnt wird – „ratsam erscheinen lassen“, seine Chancen zu wahren und die nächste Gelegenheit zur
Geburt zu nutzen. Es kann aber umgekehrt der Fall sein, dass ein Kind keinen Grund sieht, die wohlige
Einheit mit der Mutter aufzugeben, und deshalb noch eine Weile zuwartet. Auch Angst kann die Ursache des
zögerlichen Verhaltens sein. (Selbstverständlich geschieht das alles auf einer unbewußten, energetischen
Ebene und nicht willkürlich, wie hier der Eindruck entstehen könnte.)

Nun stimmen aber die für eine problemlose Geburt notwendigen Extrem-Aspekte bei den Funktionen in so
einem Fall nicht: Es gibt weder eine Konjunktion im Stoffwechselbereich noch Oppositionen bei der
Kreislauf- und Kopf-/Nervenfunktion. Doch sind an Tagen, an denen Früh- oder Spätgeburten – statistisch
gesehen – häufiger vorkommen, Spiegelungen zu erkennen, die aber insgesamt schwächer ausfallen als bei
einer normalen Geburt. Die Geburt verläuft dann meistens kompliziert, die Funktionen laufen schwerer an
und sind vielfach schwächer als normal.

Noch krasser verhält es sich bei künstlich eingeleiteten Geburten, weil dem Kind jegliche „Mitbestimmung“
genommen wird. Durch willkürliches Eingreifen in ein ansonsten natürliches Geschehen ist die normale
Entwicklung des Kindes gefährdet. Oft kommt es in so einem Fall zu Konflikten in der Mutter-Kind-
Beziehung, die im formalen Vorwurf des Kindes an die Mutter „Ich habe dich nicht gebeten, mich zur Welt
zu bringen“ zum Ausdruck kommt.

Was ist, wenn ein Kind verkehrt in der Gebärmutter liegt, also mit den Füßen nach unten und mit dem Kopf
nach oben? Es zeigt sich, dass solcherart verkehrt gepolte Kinder auch durchwegs schwierige Geburten
durchmachen (die Umpolung läuft nicht richtig). Sie haben im Leben auch vielfach größere Schwierigkeiten
als normal gepolte Kinder. (Der Begriff „Pol“ steht hier nicht für sexuelle Neigungen, sondern für „Himmel“
und „Erde“.)

Die Geburt des Menschen verläuft nach energetischen Gesetzmäßigkeiten.

Die Geburtsprägung

101
Um Aussagen über die Anlagen eines Menschen zu machen, muß der Zeitpunkt der Befruchtung bekannt
sein. Dieser ist, wie bereits erwähnt, nicht so ohne weiteres ermittelbar, wenn keine Aufzeichnungen
vorliegen. Es müssen die Geburtsdaten von Mutter und Vater bekannt sein, sonst kann man die
Familiensubstanz nicht bestimmen. Man kann sich häufig mit Fragen nach dem Geburtsgewicht oder der
Zeugungssituation helfen, wird dabei aber Gefahr laufen, die Intimsphäre von Menschen zu verletzen. Wenn
man den Angaben der Mutter über die Pünktlichkeit der Geburt folgt, ist mit Ungenauigkeiten zu rechnen. Es
spielt eine große Rolle, ob die Zeugung 8 Tage früher oder später stattgefunden hat, weil sich die Lage der
Vektoren in so einem Fall entscheidend ändert.

Manchmal ist das Geburtsdatum des Vaters unbekannt, wodurch ein weiterer Unsicherheitsfaktor
hinzukommt, da man nur die energetische Nähe zur Mutter als Basis für eine Beurteilung zur Verfügung hat.
In diesem Fall kann man sich helfen, indem man die Rhythmen der Mutter bei Geburt des Kindes hernimmt
und ihre Situation bei der Empfängnis daraus ableitet. Der männliche (aP) und der weibliche Rhythmus (eP)
werden in etwa in entgegengesetzter Position gestanden haben, der intellektuelle Rhythmus (mP) ungefähr
an der selben Stelle. Da das Kind energetisch nicht weit von der Mutter entfernt ist, ergibt sich daraus eine
bestimmte Bandbreite von möglichen Stellungen, die man für eine Beurteilung heranziehen kann.

Dietziker hat den umgekehrten, einfacheren Weg gewählt, wenn er Informationen über die Anlagen eines
Menschen gewinnen wollte. Er zog die Geburtsauslösung (einen bis zwei Tage vor der Geburt) zur
Beurteilung heran. Seine Vorgangsweise ist sicherlich nicht falsch, denn es besteht ja, wie wir gesehen
haben, ein energetisch-zeitlicher Zusammenhang zwischen Empfängnis und Geburt: Die energetische
Situation bei der Geburtsauslösung ist ein teilweise verzerrtes Spiegelbild jener bei der Empfängnis. Die
Geburtsauslösung bestimmt außerdem die „Geburtsprägung“ des Kindes, die bereits im Kapitel über die
Funktionsbelastungen erwähnt wurde.

Es besteht somit ein Zusammenhang zwischen den Belastungen der Mutter am Tag der Empfängnis und
jenen bei der Geburtsauslösung. Diese Belastungen übertragen sich auf das Kind und können zu
entsprechenden Funktionsschwächen führen, die sich ein Leben lang auswirken. Man kann diese Schwächen
als die „Achillesferse“ des Menschen bezeichnen, als seine persönliche Bürde, die er mit sich
herumschleppen muß. Die übrigen Belastungen, die biorhythmisch möglich wären, werden mehr oder
weniger „herausgefiltert“, d.h., sie treten kaum in Erscheinung.

Die Anlagen zu Funktionsschwächen eines Menschen zeigen sich im Rhythmogramm der Mutter
kurz vor der Geburt.

Dietziker unterscheidet drei Typen, die ganz spezifische Belastungen aufweisen und drei unterschiedlichen
Erbkreisen angehören:

1. Der stoffwechselbelastete Typ gehört dem „schizophormen Erbkreis“ an, bei dem paranoide-katatone
Formen auftreten können. Dieser Typ entsteht bei einer Belastung der Stoffwechselfunktion der Mutter
etwa einen Tag vor der Geburt. Ausschlaggebend ist, ob der männliche (aP) und der weibliche Rhythmus
(eP) einen 0°-, einen 90°- oder einen 180°-Aspekt aufweisen. Besonders oft findet man unter diesen
Menschen einerseits Erfolgstypen, Kraftsportler, Manager, Politiker, andererseits aber kränkliche,
schwächliche Typen mit häufiger Suchtneigung. Doppelgeschlechtlichkeit (Androgynismus) resultiert
aus neutraler Positionierung von aP und eP im Kreis. Ihre Erscheinungsformen reichen von Zwittertum
bis zur Vollmenschlichkeit, der Gleichgewichtung von Anima und Animus.

2. Der kopfbelastete Typ gehört dem „paroxysmalen Erbkreis“ an, bei dem epileptoide-hysteroide Formen
auftreten können. Dieser Typ entsteht bei einer Belastung der Kopf-/Nervenfunktion der Mutter etwa
einen Tag vor der Geburt. „Linkser“ sind Menschen mit verstärkt gegengeschlechtlicher Prägung, d.h.,
beim Mann ist der männliche Rhythmus neutralisiert (belastet) und der weibliche aktiv (nicht belastet),
bei der Frau ist der weibliche Rhythmus neutralisiert (belastet) und der männliche aktiv bzw. der aktive
(nicht belastete) „Schiedsrichter“. Bei Linksern ist die rechte Gehirnhälfte dominierend, die u.a. für
kreative Belange, für das zeitliche und qualitative Erfassen der Umwelt zuständig ist, während die linke
Gehirnhälfte u.a. für die aktive Bewältigung und das gegenständliche Erfassen der Umwelt zuständig ist.
(In den beiden Hemisphären finden sich also die beiden Achsen des Einheitskreises wieder: die
waagrechte Zeitachse und die senkrechte Raumachse.) Linkser sind sachlicher, weniger emotionell,

102
wesentlich suchtgefährdeter als Menschen, bei denen die linke GeGehirnhälfte dominiert, aber in den
meisten Fällen intelligenter. Die Hemisphären wirken „überkreuz“ auf die Körperseiten, d.h., die rechte
Gehirnhälfte steuert überwiegend die linke Körperhälfte. Daher zeigt Linkshändigkeit auch
Rechtsdominanz auf.

3. Der kreislaufbelastete Typ gehört dem „zirkulären Erbkreis“ an, bei dem manisch-depressive Formen
auftreten können. Dieser Typ entsteht bei einer Belastung der Kreislauffunktion der Mutter etwa einen
Tag vor der Geburt. Linksern mit Kopfbelastung entsprechen kreislaufbelastete Linkserinnen. Bei ihnen
ist der eigengeschlechtliche Rhythmus belastet. Die Einteilung der Rhythmen in „eigengeschlechtlich“
und „gegengeschlechtlich“ entspricht wohl besser den Begriffen „Anima“ (steht für Gefühl, Seele) und
„Animus“ (steht für Tatkraft, Antrieb) und stammt aus dem Gedankengut der Verfechter eines
„männlichen“ und „weiblichen“ Biorhythmus.

Als spezielle Linksform tritt uns die Legasthenie entgegen. Sie äußert sich in ausgeprägter Lese- und
Rechtschreibschwäche bei normaler bis überdurchschnittlicher Intelligenz, manchmal auch in schwächerer
Gedächtnisleistung bzw. Wiedergabefähigkeit und Sehschwäche. Neben der gegengeschlechtlichen Prägung
der normalen Linkser ist auch noch der intellektuelle Rhythmus (mP) belastet. Die Belastung erstreckt sich
also über alle drei Rhythmen.

Die Prägungsregeln (nach Dietziker):

Typ Mutter Kind Prägung Bemerkungen


Normal eP belastet männlich stark männlich, schwach weiblich linke Gehirnhälfte dominiert,
aP belastet Weiblich stark weiblich, schwach männlich Rechtshänder
Linkser eP belastet Weiblich starke männliche Prägung rechte Gehirnhälfte dominiert,
aP belastet männlich starke weibliche Prägung Linkshänder
Linkser + mP belastet wie Linkser Legastheniker

Legasthenie tritt häufiger auf, als allgemein bekannt ist. Wenn wir die Möglichkeiten dreifach belasteter
Rhythmenstellungen berechnen, ergibt sich, dass rund 25% aller Menschen mit der Neigung zur Legasthenie
auf die Welt kommen. Diese Neigung wird selten zur Störung, wenn die Eltern die Legasthenie nicht
erkennen oder nicht als Störungen bewerten. Bei Kindern, die wegen ihrer Schwächen nicht verurteilt
werden, kehren sich Schwächen bald in Stärken um, weil sie lernen müssen, mit drei belasteten Potentialen
zu leben. Deshalb findet man unter Genies und Nobelpreisträgern einen überdurchschnittlich hohen Anteil an
Legasthenikern.

Es gibt viele Menschen, die von ihrer Mutter mehrere Belastungen mitbekommen haben. Es wäre unsinnig,
der Mutter den Vorwurf zu machen, dass sie ihr Kind „mit schwerem Marschgepäck auf die Reise geschickt“
hat. Tatsache ist, dass ein Kind auf Grund seiner Belastungen eine riesige Chance erhält, trotz aller
Schwierigkeiten heranzuwachsen und zu reifen und dadurch Fähigkeiten zu erlangen, die ihm sonst nicht so
ohne weiteres zufallen würden. Ein Sportler, der nicht bereit ist, große Schwierigkeiten zu überwinden, wird
kaum Spitzenleistungen erzielen können. Der Mensch muß sogar dankbar sein, wenn er täglich physisch wie
auch psychisch gefordert wird.

Es ist klar, dass die oben getroffenen Zuordnungen nur die reinen Typen beschreiben, dass uns aber im Leben
viel häufiger Mischtypen begegnen. Die Bandbreite ist wesentlich größer; die Psychologie kennt mehrere
Typenreihen, ebenso die Astrologie, die Medizin usw. Die Vielfalt an Möglichkeiten soll einmal aus
biorhythmischer Sicht verdeutlicht werden:

Geht man davon aus, dass Frauen ungefähr 30 Jahre, Männer durchschnittlich 50 Jahre befruchtungs- bzw.
zeugungsfähig sind, ergibt das eine Kombinationsmöglichkeit von etwa 200 Millionen (50 x 365,25) x (30 x
365,25) biorhythmischen Typen, die theoretisch gezeugt werden können. Es wird allerdings selten
vorkommen, dass ein 65-jähriger Mann mit einer 15-jährigen Frau ein Kind zeugt, weswegen die
tatsächliche Anzahl der Typen doch etwas geringer sein wird.

103
Die Chance, dass zwei auf den Tag genau gleich alte Mütter am selben Tag befruchtet werden oder
entbinden, ist anhand der Österreichische Geburtenstatistik mit 1:12.784 minimal. Wenn man diese Zahl
nochmals mit den über 18.000 Möglichkeiten des Rhythmenstandes des Vaters bei der Zeugung dividiert, ist
die Aussicht, einmal einem echten biorhythmischen Doppelgänger zu begegnen, gleich Null, außer, man ist
ein eineiiger Zwilling.

Auch die Astrologen behaupten, dass kaum ein Mensch dem Anderen im Radixhoroskop gleichen kann; er
kann ihm höchstens ähneln. Selbst wenn unter 10 Milliarden Menschen bei 200 Millionen verschiedenen
Zeugungsmöglichkeiten eines einzigen Tages theoretisch 50 Menschen auf der Erde herumlaufen, deren
biorhythmische Grundkonzeption identisch ist, muß man davon ausgehen, dass deren Eltern selbst wiederum
jeweils andere Grundkonzeptionen mitbrachten und die Aspektstammbäume der 50 Menschen voneinander
abweichen. Noch dazu hat jeder von ihnen seinen individuellen Teil seines Lebensplans verwirklicht, hat
jeder individuelle Umwelteinflüsse erfahren und wurde jeder für sich individuell moduliert. Damit erledigt
sich die Frage, ob alle Menschen, die am selben Tag geboren werden, auch dasselbe erleben, von selbst.

9. Ergänzende Zusammenfassung

Der Energiekreis

aktiv Sommerpol Aktiv


laden Entladen

Fühlingsqualität Sommerqualität
beginnen, wachsen blühen, reifen
planen, initiativ werden handeln
sanguinisch, beschwingt cholerisch, emotionell
erfassen, lernen sich auseinandersetzen
Frühlingspol
Herbstpol
betrachten, wahrnehmen einordnen
phlegmatisch, emotionslos melancholisch, besinnlich
ausruhen beenden
sich sammeln, ruhen vergehen
Winterqualität Herbstqualität

passiv passiv
laden Winterpol entladen

Der Aufbau des Energiesystems im Menschen

VP Solare Rhythmen Sonne, Mond

Lebenskraft
Vital Power Resonanzebene Energiefeld des Menschen

aP eP mP Regelelemente Motorikum, Sensorium, Regulativum

104
SF KF Funktionen Stoffwechsel, Kopf-/Nerven, Kreislauf

NF

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Zusammenfassung

Die psychodynamische Rhythmik steht in der Mitte einer Reihe von Basis- und Grenzwissenschaften, die
sich mit dem Phänomen „Leben“ befassen. Stand die Naturwissenschaft der orthodoxen Biorhythmik bislang
skeptisch gegenüber, so sollten die Erkenntnisse der chronobiologischen und psychodynamischen Forschung
der letzten Jahre dazu beigetragen haben, ihre Kritik verstummen zu lassen.

Die Wissenschaft von heute baut auf den Fehlern und Irrtümern von gestern auf. Das Stimmige entwickelt
sich aus dem Unstimmigen.

Die esoterischen Grundsätze


1. die Vielfalt beschreibt die Einheit, die Einheit umschließt die Vielfalt
2. alles steht mit allem in Verbindung und Beziehung (Analogien)
3. alles entwickelt sich in Zyklen (Evolution)
gelten auch für die modernen Wissenschaften. Die psychodynamische Rhythmik zeigt die Gesetze der
Bewußtseinsevolution auf, ein Gebiet, das bisher hauptsächlich den Geisteswissenschaften und der Esoterik
vorbehalten war. Die Auswirkungen der Bewußtseins-entwicklung im täglichen Leben sind aber für die
Naturwissenschaft von großem Interesse. Die psychodynamische Rhythmik bietet ihr hier einen neuen
Zugang, indem sie die bioenergetische Seite des Lebensprozesses erschließt und sichtbar macht.

Das System von den drei schwingenden Regelelementen, die der Lebenskraft entspringen und die
Funktionen steuern, ist in sich perfekt. In welche alte (westliche oder östliche) Betrachtungsweise oder
Methodik wir auch hineinleuchten – überall zeigen sich Parallelen, Analogien und Zusammenhänge: mit
Tönen, Farben und Planetenschwingungen, mit den Zahlenprinzipien, mit der Chakra-Organisation, mit
elektrodynamischen Phänomenen, mit chemischen Verbindungen, mit biochemischen Prozessen usw.

Die psychodynamische Rhythmik spannt einen weiten Bogen von der ursprünglichen Auffassung von zwei
polaren Substanzrhythmen (männlich und weiblich) über die Dreiteilung des Menschen (Körper, Seele,
Geist) bis hin zur differenzierteren Auffassung über die physiologische und psychologische Seite des Lebens
unter Einbeziehung der drei Funktionen, um schließlich zur Erkenntnis des Eingebundenseins in ein
übergeordnetes kosmisches Geschehen zu gelangen. Sie erfüllt somit die Forderung nach wissenschaftlicher
Ganzheitlichkeit.

10. Die praktische Anwendung

Vorbemerkung

Da es sich bei allen energetischen Phänomenen im Menschen um Auswirkungen der Lebensschwingungen


handelt, sind auch die Anwendungsmöglichkeiten der psychodynamischen Rhythmik und der auf ihren
Methoden beruhenden Computerprogramme (PDR, VPA, VEP) praktisch unbeschränkt. Sie umfassen alle
Bereiche des privaten und öffentlichen Lebens: Gesundheit, Wohlbefinden, Freizeit, Urlaub, Sport,
Partnerschaft, Kinder, Berufsleben, Wirtschaft, öffentlicher Dienst.

Es ist für jeden Menschen nützlich und hilfreich, wenn er über die laufenden Veränderungen seiner
energetischen Natur Bescheid weiß. Selbstverständlich möchte jeder sein Leben optimal gestalten und daher
die Qualität der Zeit bestmöglich nutzen; das wäre in der heutigen Zeit mit ihren großen Anforderungen
sogar für die meisten Menschen eine absolute Notwendigkeit.

Ein besonderer Vorteil ist, dass man bei der Nutzung eines der oben genannten Programme immer mehr in
sich hinein zu horchen beginnt und bald selbst den energetischen Wandel wahrnimmt. Die Beschäftigung mit
der psychodynamischen Rhythmik veranlaßt uns zur Selbstbeobachtung und wird zur Quelle der
Selbsterkenntnis.

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Wer über die psychosomatischen Auslösungen und Übertragungen Bescheid weiß, wird viel sorgsamer auf
sein Seelenleben achten. Wer die nach innen oder nach außen gekehrten (introvertierten oder extrovertierten)
Phasen für sein Privat- und Berufsleben optimal nutzt, wird an Harmonie gewinnen. Er wird erkennen, dass
das Auftauchen von manischen oder depressiven Phasen etwas Natürliches ist, und sich manchen Gang zum
Arzt ersparen. Er wird bemerken, dass jede schwierige Zeit nach wenigen Tagen von einer guten Zeit
abgelöst wird, und nicht mit seinem Schicksal hadern. Er wird den ständigen Wechsel von leistungsfähigen,
flexiblen oder dynamischen Zeiten ins Gegenteil erfahren und erkennen, dass alles von der Natur sehr weise
geregelt ist, um Tun und Lassen in ein harmonisches Gleichgewicht zu bringen.
Wer auf seine energetische Natur achtet, wird mit seinen Kräften haushalten und daher selten energetische
Probleme bekommen. Dazu ist es ratsam, ein „energetisches Tagebuch“ zu führen und alle körperlichen,
seelischen und geistigen Besonderheiten aufzuschreiben. Auf diese Weise bekommt man ein untrügliches
Gespür für das innere rhythmische Geschehen.
In der Partnerschaft ist es vorteilhaft, wenn man über die energetischen Voraussetzungen, die sich in den
fixen Aspekten zeigen, von Anfang an Bescheid weiß. Nicht umsonst heißt es in einem Sprichwort: „Drum
prüfe, wer sich ewig bindet!“ Die variablen Aspekte zwischen den unterschiedlichen Energiebereichen
bestimmen den Alltag. Wenn man die Qualität der Zeit für das Zusammenleben erkennen und nutzen kann,
wird jede Partnerschaft davon profitieren. Man wird begreifen, dass Probleme im zwischenmenschlichen
Bereich energetische Ursachen haben. Das Resultat dieser Erkenntnis ist ein besseres Verständnis für den
Mitmenschen.
Mit Hilfe der neuen Computerprogramme kann die energetische Natur des Menschen und die energetische
Situation zwischen den Menschen aufgedeckt, dargestellt und analysiert werden. Die Programme sind für
alle Arten von Analysen ausgelegt: für eine einzelne Person, für zwei Partner, für ein Team; für einen Tag
oder für einen Zeitraum bis zu einem Monat.

Die einzelnen Anwendungsbereiche

In der folgenden Übersicht werden die einzelnen Bereiche, in denen man mit Hilfe der psychodynamischen
Methoden und der auf ihnen beruhenden Computerprogrammen wertvolle Informationen gewinnen kann,
näher erläutert. Der Bildteil enthält dazu eine Reihe praktischer Beispiele.

1. Gesundheit und Wohlbefinden

a) Die beste Zeit für Kuren und Fasten

Eine Aufbaukur wird man dann starten, wenn die Stoffwechselfunktion in der Ladungsphase schwingt. Die
Wirkung wird um so stärker ausfallen, je größer der Funktionsvektor ist. Eine Entschlackungskur bzw.
Fastenkur beginnt man am besten, wenn der Vektor der Stoffwechselfunktion am Sommerpol steht. Auch
hier liefert ein großer Vektor besonders günstige Ergebnisse. Eine Trinkkur ist besonders dann erfolgreich,
wenn die Kreislauffunktion in der Ladungsphase schwingt, während man in der Entladungsphase viel
Flüssigkeit verliert (in der Sommerphase besonders durch Transpiration, in der Herbstphase über die normale
Ausscheidung).

b) Geeignete Operationstermine

Bei Operationen ist zu beachten, dass keine Funktionsbelastungen (Konjunktion, Opposition, Spiegelung)
vorliegen. Dabei ist auf den Zusammenhang von Funktionen und Körperbereichen zu achten: Kopfbereich
und Kopf-/Nerven-Funktion, Brustraum und Kreislauffunktion, Bauchraum samt Gliedmaßen und
Stoffwechselfunktion. Wenn die Kopf-/Nervenfunktion stark ist und in der Ladungsphase schwingt, ist die
Schmerzempfindlichkeit größer als an anderen Tagen. Stärkere Blutungen können in der Entladungsphase
der Stoffwechselfunktion auftreten.

c) Vernünftiger Gebrauch von Medikamenten

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Während der Ladungsphase der Stoffwechselfunktion werden Medikamente besonders gut aufgenommen;
sie können ihre Wirkung relativ leicht entfalten. In der Entladungsphase ist es genau umgekehrt. Daher wäre
eine phasenangepaßte Einnahme von Medikamenten zu empfehlen: geringere Dosis in der Ladungsphase,
etwas höhere Dosis in der Entladungsphase. Wenn die Phasen nicht beachtet werden, kann es entweder zu
Minderwirkungen oder zu stärkeren Nebenwirkungen kommen.

d) Krankheit und Rekonvaleszenz

Für entzündliche, fieberhafte Krankheiten ist der aP-Rhythmus zu beachten. Die akute Phase beginnt
meistens am Frühlingspol, baut sich bis zum Sommerpol auf, um bis zum Herbstpol abzuklingen. Danach
beginnt die Erholungsphase. Dabei wird man bemerken, dass sowohl Entzündungen als auch Fieberschübe
vor allem in der Nähe des Sommerpols auftauchen. Die Rekonvaleszenz ist in der Passivphase besonders
erfolgreich, wobei im Herbstsektor eine Entgiftung und im Wintersektor eine Beruhigung zu beobachten ist.

e) Analysen für Therapeuten

Für Therapeuten gelten drei Grundsätze, von denen der Erfolg ihrer Therapie abhängt:
1. Die energetische Nähe zum Patienten (Klienten): Je enger die Aspekte sind, in desto stärkerem Maße
kann der Therapeut auf seinen Patienten einwirken. Wenn hingegen eine Ergänzung gesucht wird, sind
weite Aspekte vorteilhafter. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn ein „Zuviel“ abgebaut werden
soll.
2. Die Tagesverfassung des Patienten: An belasteten Tagen zeigen sich die aus der energetischen Situation
der Mutter bei der Geburtsauslösung ermittelten Funktionsstörungen besonders stark.
3. Die Tagesverfassung des Therapeuten: Nicht an allen Tagen ist der Therapeut imstande, Energien auf
seinen Patienten zu übertragen. Er wird also die Behandlungstermine so wählen, dass er – je nach
Notwendigkeit und Energiequalität der Funktionen – Energien ableiten oder verstärken kann.

f) Psychosomatische Auslösungen und Übertragungen

Eine psychosomatische Übertragung kann nur bei total-synchronem Schwingen von mindestens einem
Biorhythmus und mindestens einer Funktion erfolgen. Meistens kommt die Auslösung von einem der drei
Bewußtseinselemente und überträgt sich dann auf eine der drei Funktionen. Wenn zudem noch der
Harmonierhythmus an der Übertragung beteiligt ist, können sich die Auswirkungen auf den gesamten
Menschen erstrecken.

g) Belastungen der drei Funktionsbereiche Stoffwechsel, Kreislauf und Kopf/Nerven

Phasen von Funktionsbelastungen sind etwas ganz Natürliches und kommen in regelmäßigen Abständen vor.
Sie dauern entweder nur einen Tag oder 6 bis maximal 12 Tage. Sie treten besonders in Oppositions- oder
Konjunktionslagen, aber auch bei Spiegelungen auf, und zwar hauptsächlich in den von der Mutter bei der
Geburtsauslösung belasteten Bereichen.

h) Der Einfluß der Mondphasen

Die Mondphasen üben eine verstärkende oder schwächende Wirkung auf die Funktionen aus. Verstärkungen
gibt es immer dann, wenn die Mondphasen den Funktionsphasen entsprechen. Das heißt, der zunehmende
Mond verstärkt eine Funktionswirkung in der Ladungsphase, vor allem dann, wenn die Funktionsstärke r
zunimmt. Der abnehmende Mond verstärkt hingegen die entwässernde bzw. entschlackende oder entgiftende
Wirkung der entladenden Kreislauf- und Stoffwechselfunktion. Der Vollmond verstärkt daher die Funk-
tionsbelastung bei einer Spiegelung um den Sommerpol, der Neumond eine solche bei einer Spiegelung um
den Winterpol.

i) Haushalten mit den Kräften

Da die verschiedenen Computerprogramme die energetische Situation der Vergangenheit, Gegenwart und
Zukunft aufzeigen, ist es einfach, bei allen Vorhaben mit einem zeitlichen Spielraum den besten Zeitpunkt zu

108
wählen, an dem diese Vorhaben am leichtesten und effizientesten ausgeführt werden können. Dies erfolgt in
Übereinstimmung mit dem „ökonomischen Prinzip“, wonach ein optimales Ergebnis mit dem geringsten
Aufwand an Zeit und Energie erzielt werden soll.

j) Wechselnde Stimmungslagen

Es sind weniger die äußeren Ursachen als vielmehr die inneren, die zu einem Stimmungsumschwung führen.
Ein Blick auf die Lage des emotionalen Rhythmus im Energiekreis genügt, um sich Klarheit zu verschaffen
und mit schwankenden Stimmungen besser umzugehen.

k) Manische oder depressive, verinnerlichte oder veräußerlichte Phasen

Immer wieder können im Alltag überaktive und gedämpfte Phasen beobachtet werden, deren Ursachen
energetischer Natur sind. Mondphasen und Wetterveränderungen können hier verstärkend oder dämpfend
wirken. Ist der Vektor der Lebenskraft sehr groß, wird der persönliche Zustand als manisch empfunden; ist er
sehr klein, kann er depressiv wirken. In der Aktivphase wird der Zustand akut, in der Passivphase latent.
Hand in Hand mit manischen oder depressiven Zuständen zeigen Zeiten mit kleinem Vektor Verinnerlichung,
solche mit großem Vektor Veräußerlichung an. In welcher Qualität der jeweilige Zustand erlebt wird,
entscheidet der Sektor, in dem sich der Vektor befindet.

l) Hemmungen, Krisen und Stagnation

Immer wieder kommt es vor, dass der Vektor der Lebenskraft sehr klein wird und eine geringe bis
rückläufige Drehgeschwindigkeit aufweist. Das Tempo, in dem sich die gesamtenergetische Situation
verändert, entscheidet darüber, ob ein Zustand als gehemmt, stagnierend oder krisenhaft erlebt wird. Geringe
Veränderungen machen sich als Hemmung oder Stagnation bemerkbar, rückläufige Phasen als Krisen. In
erster Linie entscheidet aber der persönliche Entwicklungsstand über die Qualität solcher Phasen.

m) Harmonische, ruhige und ausgeglichene Zustände

Wenn eine zentrierte Situation auftritt, wenn also der Vektor des Harmonierhythmus sehr klein ist, kann sich
bei einer gereiften Persönlichkeit ein besonders harmonischer Zustand einstellen, der allerdings von einer
geringen Leistungsfähigkeit begleitet wird.

n) Schwankungen in der Leistungsfähigkeit, Dynamik und Flexibilität

Wenn der Vektor des Harmonierhythmus einen Maximum- oder Minimumwert erreicht, können kurzzeitige
Energieschwankungen auftreten. Es ist interessant und hilfreich, das tägliche Auf und Ab der
Lebenskraftfunktionen zu beobachten und persönliche Vorhaben darauf abzustimmen.

2. Freizeit und Urlaub

a) Aktive und meditative Zeiten


b) Regenerationsmöglichkeiten vom Berufsstreß
c) Urlaubsplanung: Abstimmung mit der Leistungsfähigkeit
Wird es ein Aktiv- oder ein Erholungsurlaub?

Für den arbeitenden Menschen ist die Erholung während der Urlaubszeit besonders wichtig. Die Wahl der
richtigen Urlaubsart am richtigen Urlaubsort sollte ein fixer Bestandteil der Urlaubsplanung sein. Mit Hilfe
des Computerprogramms VEP professional ist es dem Hotelier möglich, den Gast bereits beim Buchen oder
bei dessen Ankunft energetisch zu beraten, damit dieser das Beste aus seinem Urlaub macht und die richtigen
Aktivitäten setzt.

Wie sich eine falsche Urlaubsplanung auswirken kann, soll an einem persönlichen Beispiel erläutert werden:

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Max Uray:
Für 1981 hatte ich meinen Sommerurlaub in Maria Alm am Steinernen Meer geplant. Ich wollte diesmal
eine Reihe von Bergen besteigen, doch eine dreitägige Regenperiode machte mir einen Strich durch die
Rechnung. Die Tage darauf kam aber auch keine rechte Lust in mir auf, mich nach dem langen Berufsstreß
des vergangenen Jahres körperlich zu verausgaben. Also kaufte ich mir ein paar Bücher und verbrachte die
meiste Zeit meines Urlaubs mit Lesen. Hätte ich damals meine energetische Situation beachtet, wäre ich
nicht in die Berge, sondern irgendwohin ans Meer gefahren. Ich hätte gewußt, dass die leistungsschwache
Zeit, die mir bevorstand, nicht zu einem Aktivurlaub taugt.

3. Sport

a) Trainingsaufbau: Ruhephasen, leichtes oder intensives Training


b) Zeiten höchster Leistungsentfaltung
c) Turnierplanung
d) Die richtige Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr
e) Beachtung von physiologischen Störfaktoren (Funktionsbelastungen)
f) Das beste Team für jeden Tag

Im Sport wirkt sich die Beachtung der energetischen Entwicklung in Hinblick auf Trainings- und
Ruhephasen und auf das Erbringen von Höchstleistungen an Wettkampftagen besonders positiv aus. Man
wird sich nicht immer die Wettkämpfe, an denen man teilnehmen will, aussuchen können. Dennoch wird
man die energetischen Besonderheiten, die an den Wettkampftagen herrschen werden, im vorhinein erkennen
und sich dementsprechend darauf einstellen.

Max Uray:
„Ich habe einige Zeit Boris Becker beobachtet. Da mir sowohl seine Daten als auch die seiner Eltern
bekannt waren, wußte ich über seine eklatante Kopfbelastung von Geburt an Bescheid. An manchen Tagen
war mir schon im vorhinein klar, dass er Schwierigkeiten mit seinem Gegner bekommen werde, weil eine
Kopfbelastung an der Reihe war. Regelmäßig verlief das Spiel am Rande einer Niederlage, regelmäßig
schimpfte Boris mit seinem bekannten ‚Mist!‘ auf sich ein, regelmäßig erklärte er im Interview, dass er
einein ‚Blackout‘ gehabt habe.“

Im Teamsport kommt es häufig vor, dass Spieler, die besonders leistungsfähig und dynamisch wären, auf der
Ersatzbank sitzen, während einige Stammspieler „nicht so gut drauf sind“ und demgemäß auch schwächere
Leistungen erbringen. Wer mag es aber dem Trainer verübeln, dass er lieber auf „Nummer Sicher“ geht?

Für den Spitzensport sind die psychodynamischen Methoden besonders wichtig. Nicht nur der
Generalsekretär der Bundessportorganisation Österreichs, Dr. Walter Pillwein, und der Leiter der
Steiermärkischen Landes-Sportabteilung, Amtsrat Peter Bergmann, haben die um ein Vielfaches größeren
Möglichkeiten der psychodynamischen Methoden gegenüber der klassischen Biorhythmik erkannt. Auch der
Direktor der Bundesanstalt für Leibeserziehung in Graz, Dr. Dieter Moshuber, der für die Sportausbildung
zuständig ist, arbeitet intensiv mit einem VPA-Programm.

4. Partnerschaft

a) Anziehung und Abstoßung, Sympathie und Antipathie


b) Verstärkung oder Ergänzung
c) Veränderungen im Dominanzverhalten: Hammer oder Amboß
d) Die energetische Führung
e) Die fixen und variablen Partnerschafts-Aspekte
f) Prognosen für die Planung gemeinsamer Aktivitäten
g) Zeiten der energetischen Übereinstimmung

110
In der Partnerschaft ist die Anwendung der psychodynamischen Rhythmenmethoden von besonderem
Vorteil. Man erhält Aufschluß über die grundlegenden Voraussetzungen – fixe Aspekte, energetische
Führung, Verstärkung oder Ergänzung – und über die sich täglich ändernden Rahmenbedingungen im
partnerschaftlichen Alltag: variable Aspekte, Phasen des energetischen Gleichschwingens oder der
Spannung, Veränderungen der Dominanzsituation, Wiederholungen und Lernschritte usw. Wenn sich zwei
Menschen zu einer Partnerschaft entschließen, helfen ihnen die Analysemöglichkeiten der Programme bei
der Einlösung der Forderung „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“.

5. Kinder

a) Einflußnahme auf die Potentiale des zukünftigen Kindes durch Planung des richtigen Zeugungstermins
b) Bestimmung des Geschlechts schon vor der Zeugung
c) Ermittlung der Potentiale, Stärken, Schwächen und Lebensaufgaben aus der Zeugungssituation
d) Ein Kind der Liebe, der Lust oder der Gewalt?
e) Die „vererbten“ Schwächen von Geburt an
f) Typenzugehörigkeit
g) Neigung zur Legasthenie
h) Ermittlung des Animus-Anima-Verhältnisses aus der Geburtsprägung

Für Analysen, die Kinder betreffen, braucht man Fingerspitzengefühl und ein wertfreies Urteilsvermögen.
Vor allem, wenn es um Kinder geht, die nicht zur eigenen Familie gehören, ist Einfühlungsvermögen
gefordert, denn nur allzu leicht kann man die Intimsphäre anderer Menschen verletzen. Selbst wenn es relativ
leicht wäre, ein Computerprogramm zu schreiben, das die Analysen über Kinder mit objektiven
Formulierungen unterstützt, sollte man sich so einen Schritt genau überlegen, um der Scharlatanerie nicht
Tür und Tor zu öffnen. Deshalb ist es sinnvoll, wenn jeder Anwender zuerst in seinem eigenen Kreis
Analysen durchführt, bis er sich die nötige Sicherheit in der Interpretation erarbeitet hat.

6. Berufsleben

a) Ermittlung der Teamwerte und -kennziffern (neuer) Mitarbeiter


b) Optimierte Aufstellung von Unterteams
c) Steigerung der Motivation, Leistungsbereitschaft und Effizienz
d) Energy-Management für heikle Projekte
e) Planung der besten Termine für wichtige Besprechungen, für Mitarbeiterschulungen, für Urlaube ...
Wenn mehrere Menschen längere Zeit miteinander verbringen, ist es besonders wichtig, dass der Energie-
und Informationsfluß unter ihnen funktioniert. Das gilt sowohl für den Arbeitsplatz als auch für Patienten in
Krankenhäusern, für Kinder in Heimen, für Altersheime, Gefängnisinsassen oder Expeditionsteilnehmer.

Der Eine oder Andere wird sich vielleicht noch an ein Interview mit Reinhold Messner erinnern, der bei der
Überquerung des Südpols einige Schwierigkeiten mit seinem Kameraden Arped Fuchs hatte. Die Analyse
ihrer Daten ergab, dass ihre Energien zu konträr waren, um eine längere harmonische Partnerschaft zu
gewährleisten. Zwischen Reinhold Messner und Peter Habeler, die den Mount Everest ohne Sauerstoff
bestiegen, gab es weniger Probleme.

7. Wirtschaft und Öffentlicher Dienst

a) Auswahl des am besten in ein bestehendes Team passenden Stellenbewerbers


b) Auswahl der Mitarbeiter mit den besten energetischen Voraussetzungen für schwierige Aufgaben
c) Bereitstellung wichtiger Informationen bei größeren Umstellungen im Personalbereich
d) Betriebsklima-Untersuchungen und -Verbesserungen
e) Bildung homogener oder verstärkender Teams
f) Optimierung bestehender Teams durch „Arbeitsplatz-Rochaden“
g) Vermeidung von Leistungsschwankungen im Arbeitsprozeß

111
h) Einführung des „Energy-Managements“: Kennziffern über die aktuelle und zukünftige Situation von
Mitarbeitern und Teams

Max Uray:
„Vor einigen Jahren wollte ein Unternehmensberater aus Salzgitter in Norddeutschland meine
Analysemethoden für Teams testen und bat seinen Freund, einen Großunternehmer aus der
Baustoffrecycling-Branche, mir die Daten aller Personen aus einem nicht näher definierten Bereich seiner
Firma zu liefern. Mir wurden weder Name noch Position dieser Personen genannt. Bei meinem nächsten
Besuch präsentierte ich die Ergebnisse. Der Unternehmer war höchst erstaunt, was ich alles, ohne die
Personen zu kennen, über die – wie sich nachträglich herausstellte – oberste Etage seiner Firma (ihn
eingeschlossen) herausgefunden hatte, welche Gruppierungen sich gebildet hatten, welche Teamqualitäten
herrschten, wer den Ton angab und welche Unrundheiten es gab.“

8. Testanalyse „Verkehrsunfälle“

Im Jahre 1999 wurde dem Kuratorium für Verkehrssicherheit in Wien das Angebot unterbreitet, die
Aussagemöglichkeiten der psychodynamischen Methoden bei Verkehrsunfällen zu testen. Dr. Werner
Klemenjak, Verkehrspsychologe und leitender Angestellter, überreichte eine Liste mit den Geburtsdaten von
45 Personen. Bei jeder Person war eine Kalenderwoche angegeben. In einem Doppel-Blindversuch sollte
herausgefunden werden, wer von diesen 45 Personen überhaupt einen Verkehrsunfall hatte, und wenn, wann
genau dieser passierte. Die Chancen, bei einer Person einen Treffer zu landen, standen 1:2. Die Chancen, den
richtigen Wochentag zu erwischen, standen 1:7. Bei 45 Personen standen die Chancen also 1:(2x7x45) =
1:630. Die Trefferquote, die bei diesem Test erzielt wurde, war rund 50%, was bei den geringen
Trefferchancen einen äußerst hohen Wert darstellte.

11. Tabellen für die praktische Arbeit

Die folgenden Tabellen

- Der Energiekreis
- Die drei Potentiale
- Die Funktionen
- Die partnerschaftlichen Aspekte

liefern bei der praktischen Arbeit mit den Computerprogrammen Hinweise, die eine Deutung oder Auslegung
der Grafiken oder Tabellenwerte wesentlich erleichtern. Um sie stets bei der Hand zu haben, sollten sie
ausgedruckt werden.

112
Der Energiekreis
Aktivphase
Sommerpol

Frühlingsqualität: Sommerqualität:
wachsen, blühen reifen
planen, initiativ werden handeln
sanguinisch, beschwingt cholerisch, emotional
erfassen sich auseinandersetzen
Frühlingspol Herbstpol

wahrnehmen einordnen
emotionslos, phlegmatisch melancholisch, besinnlich
ausruhen beenden
Winterqualität: Herbstqualität:
ruhen beenden, ernten


Winterpol

Passivphase

Die Energiebereiche:

aP - Antriebs-Potential (Handeln und Wollen)


eP - Emotionales Potential (Gefühle, Stimmungen)
mP - Mentales Potential (Denken, Konzentration)
VP - Lebenskraft: Kräftebalance, Harmonie (Zentrierung)

113
Das Antriebspotential „Was

aP
mich treibt“

Handlungskräfte, Willenskräfte, Triebe


Element „Feuer“
Potenz
Motorikum
23 Tage Zyklus

114
Grade Symbol Bezeichnung Qualität Dauer
0° W F Frühlingspol energetische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Passiv- in die Aktivphase größte Ladungstätigkeit
0°-90° F Frühlingssektor initiativ werden, losstarten, beginnen 5,75 Tage
Ladungsphase, Aktivphase Unternehmungslust, impulsive Phase
90° F S Sommerpol dynamische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Ladungs- in die höchste Aktivität, maximal geladen
Entladungsphase
90°-180° S Sommersektor Leistungen erbringen, tun, handeln, 5,75 Tage
Entladungsphase, Aktivphase durchführen
Willensstärke, aggressive Phase
180° S H Herbstpol energetische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Aktiv- in die Passivphase größte Entladungstätigkeit
180°- H Herbstsektor die Arbeit zu Ende bringen, loslassen, aufhören 5,75 Tage
270° Entladungsphase, Passivphase Beherrschung, kontrollierte Phase
270° H W Winterpol dynamische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Entladungs- in die stärkste Passivität, maximal entladen
Ladungsphase
270°- W Wintersektor rasten, entspannen 5,75 Tage
360° Ladungsphase, Passivphase Gelassenheit, Erholungsphase

Der zunehmende Mond verstärkt die Energie im W und F Der Vollmond verstärkt die Energie am Sommerpol (ca.
Sektor 90°)
Der abnehmende Mond verstärkt die Energie im S und H Der Neumond verstärkt die Energie am Winterpol (ca.
Sektor 270°)
Das emotionale Potential „Was

eP
mich bewegt“

Stimmungen, Launen, Gefühle


Element „Wasser“
Qualitäten

115
Sensorium
28 Tage Zyklus

Grade Symbol Bezeichnung Qualität Dauer


0° W F Frühlingspol energetische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Passiv- in die Aktivphase größte Ladungstätigkeit
0°-90° F Frühlingssektor emotionale Reaktionen, lebhaft 7 Tage
Ladungsphase, Aktivphase sanguinische Phase
90° F S Sommerpol dynamische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Ladungs- in die höchste Aktivität, maximal geladen
Entladungsphase
90°-180° S Sommersektor emotionale Ausstrahlung, erregbar 7 Tage
Entladungsphase, Aktivphase cholerische Phase
180° S H Herbstpol energetische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Aktiv- in die Passivphase größte Entladungstätigkeit
180°- H Herbstsektor emotionale Kontrolle, besonnen 7 Tage
270° Entladungsphase, Passivphase melancholische Phase
270° H W Winterpol dynamische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Entladungs- in die stärkste Passivität, maximal entladen
Ladungsphase
270°- W Wintersektor emotionale Ruhe, leidenschaftslos 7 Tage
360° Ladungsphase, Passivphase phlegmatische Phase

Der zunehmende Mond verstärkt die Energie im W und F Der Vollmond verstärkt die Energie am Sommerpol (ca.
Sektor 90°)
Der abnehmende Mond verstärkt die Energie im S und H Der Neumond verstärkt die Energie am Winterpol (ca.
Sektor 270°)

116
Das mentale Potential „Was mich

mP
erkennen läßt“

Geisteskräfte, Verstandesfunktionen
Element „Luft“
Quantitäten
Regulativum
33 Tage Zyklus

Grade Symbol Bezeichnung Qualität Dauer


0° W F Frühlingspol energetische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Passiv- in die Aktivphase größte Ladungstätigkeit
0°-90° F Frühlingssektor auffassen, sich mit etwas auseinandersetzen 8,25 Tage
Ladungsphase, Aktivphase kreative Lernphase
90° F S Sommerpol dynamische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Ladungs- in die höchste Aktivität, maximal geladen
Entladungsphase
90°-180° S Sommersektor sich ausdrücken, sprechen, schreiben 8,25 Tage
Entladungsphase, Aktivphase kreative Phase
180° S H Herbstpol energetische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Aktiv- in die Passivphase größte Entladungstätigkeit
180°- H Herbstsektor analysieren, logisch überlegen 8,25 Tage
270° Entladungsphase, Passivphase Einordnungsphase
270° H W Winterpol dynamische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Entladungs- in die stärkste Passivität, maximal entladen
Ladungsphase
270°- W Wintersektor sich erinnern, sich besinnen 8,25 Tage
360° Ladungsphase, Passivphase Wiederholungsphase

117
Der zunehmende Mond verstärkt die Energie im W und F Der Vollmond verstärkt die Energie am Sommerpol (ca.
Sektor 90°)
Der abnehmende Mond verstärkt die Energie im S und H Der Neumond verstärkt die Energie am Winterpol (ca.
Sektor 270°)
Die Stoffwechselfunktion „die Chemie im

SF
Organismus“

Produktion, Umwandlung, Wärme


physiologischer Bereich: Bauch; Verdauung, endokrine Drüsen, Blutzusammensetzung, Gefäßsystem,
Zellstoffwechsel, Muskelversorgung
psychologischer Bereich: Verarbeitung und Umwandlung (Transformation) der Bewußtseinsinhalte
644 Tages-Periode mit 33 Zyklen

118
Grade Symbol Bezeichnung Qualität Dauer
0° W F Frühlingspol energetische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Passiv- in die Aktivphase größte Ladungstätigkeit
0°-90° F Frühlingssektor leichte Einlagerung von Nährstoffen 6 Tage
Ladungsphase, Aktivphase Speicherungsphase 9 Stunden
90° F S Sommerpol Dynamische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Ladungs- in die höchste Aktivität, maximal geladen
Entladungsphase
90°-180° S Sommersektor leichte Verwertung von Nährstoffen 6 Tage
Entladungsphase, Aktivphase Verarbeitungsphase 9 Stunden
180° S H Herbstpol energetische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Aktiv- in die Passivphase größte Entladungstätigkeit
180°- H Herbstsektor leichte Entsorgung von Abfallstoffen 6 Tage
270° Entladungsphase, Passivphase Entschlackungsphase 9 Stunden
270° H W Winterpol dynamische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Entladungs- in die stärkste Passivität, maximal entladen
Ladungsphase
270°- W Wintersektor leichte Aufnahme von Nährstoffen 6 Tage
360° Ladungsphase, Passivphase Appetitphase 9 Stunden

Der zunehmende Mond verstärkt die Energie im W und F Der Vollmond verstärkt die Energie am Sommerpol (ca.
Sektor 90°)
Der abnehmende Mond verstärkt die Energie im S und H Der Neumond verstärkt die Energie am Winterpol (ca.
Sektor 270°)
Die Kreislauffunktion „die Physik im

KF
Organismus“

Bewegung, rhythmischer Ablauf, Transport


physiologischer Bereich: Brust; Durchblutung, Lymphsystem, Blutdruck, Puls, Atemfunktion,
Sauerstoffaustausch
psychologischer Bereich: Austausch und Weiterleitung der Bewußtseinsinhalte

119
924 Tages-Periode mit 23 Zyklen

Grade Symbol Bezeichnung Qualität Dauer


0° W F Frühlingspol energetische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Passiv- in die Aktivphase größte Ladungstätigkeit
0°-90° F Frühlingssektor Kreislauf wird kräftiger 7 Tage
Ladungsphase, Aktivphase stärkerer Atem, Flüssigkeitsspeicherung 15 Stunden
90° F S Sommerpol dynamische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Ladungs- in die höchste Aktivität, maximal geladen
Entladungsphase
90°-180° S Sommersektor größeres Atemvolumen, kräftigerer Puls 7 Tage
Entladungsphase, Aktivphase verstärkte Transpiration 15 Stunden
180° S H Herbstpol energetische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Aktiv- in die Passivphase größte Entladungstätigkeit
180°- H Herbstsektor Kreislauf schwächt sich ab, flacherer Atem 7 Tage
270° Entladungsphase, Passivphase stärkere Harnausscheidung 15 Stunden
270° H W Winterpol dynamische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Entladungs- in die stärkste Passivität, maximal entladen
Ladungsphase
270°- W Wintersektor niederer Blutdruck, flacher Atem 7 Tage
360° Ladungsphase, Passivphase vermehrter Flüssigkeitsbedarf 15 Stunden

Der zunehmende Mond verstärkt die Energie im W und F Der Vollmond verstärkt die Energie am Sommerpol (ca.
Sektor 90°)
Der abnehmende Mond verstärkt die Energie im S und H Der Neumond verstärkt die Energie am Winterpol (ca.
Sektor 270°)

120
Die Kopf-/Nervenfunktion „die Elektronik im

NF
Organismus“

Informationsfluß
physiologischer Bereich: Kopf; Sinnesorgane, Nervensysteme, Atemsteuerung, Schmerzempfindlichkeit
psychologischer Bereich: Einsatz der Bewußtseinsinhalte
759 Tages-Periode mit 28 Zyklen

Grade Symbol Bezeichnung Qualität Dauer


0° W F Frühlingspol energetische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Passiv- in die Aktivphase größte Ladungstätigkeit
0°-90° F Frühlingssektor erhöhte Sensibilität 6 Tage
Ladungsphase, Aktivphase Schmerzempfindlichkeit 19 Stunden
90° F S Sommerpol dynamische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Ladungs- in die höchste Aktivität, maximal geladen
Entladungsphase
90°-180° S Sommersektor verstärkte Reizbarkeit 6 Tage
Entladungsphase, Aktivphase Nervosität 19 Stunden
180° S H Herbstpol energetische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Aktiv- in die Passivphase größte Entladungstätigkeit
180°- H Herbstsektor nervliche Beruhigung 6 Tage
270° Entladungsphase, Passivphase 19 Stunden
270° H W Winterpol dynamische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Entladungs- in die stärkste Passivität, maximal entladen
Ladungsphase
270°- W Wintersektor leichte Sensibilität 6 Tage
360° Ladungsphase, Passivphase Lichtempfindlichkeit 19 Stunden

121
Der zunehmende Mond verstärkt die Energie im W und F Der Vollmond verstärkt die Energie am Sommerpol (ca.
Sektor 90°)
Der abnehmende Mond verstärkt die Energie im S und H Der Neumond verstärkt die Energie am Winterpol (ca.
Sektor 270°)
Lebenskraft, Vital Power

VP
evolutive Funktion

Zusammenwirken, Organisation, Verteilung der Energien, Entwicklung


Gesamtleistung, Kräftebalance, Ausgeglichenheit,
Harmonie, Wohlbefinden, inneres Gleichgewicht
1 Periode = 21.252 Tage (58 Jahre und 68 Tage)
= 5 Sonnenflecken-Zyklen = 10 Zellerneuerungs-Zyklen

122
Grade Symbol Bezeichnung Qualität Dauer
0° W F Frühlingspol energetische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Passiv- in die Aktivphase größte Ladungstätigkeit
0°-90° F Frühlingssektor in Schwung kommen variabel
Ladungsphase, Aktivphase
90° F S Sommerpol dynamische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Ladungs- in die höchste Aktivität, maximal geladen
Entladungsphase
90°-180° S Sommersektor voll aktiv variabel
Entladungsphase, Aktivphase
180° S H Herbstpol energetische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Aktiv- in die Passivphase größte Entladungstätigkeit
180°- H Herbstsektor schwächer werden variabel
270° Entladungsphase, Passivphase
270° H W Winterpol dynamische Beeinträchtigung 1 Tag
Wechsel von der Entladungs- in die stärkste Passivität, maximal entladen
Ladungsphase
270°- W Wintersektor erholungsbedürftig variabel
360° Ladungsphase, Passivphase

Der zunehmende Mond verstärkt die Energie im W und F Der Vollmond verstärkt die Energie am Sommerpol (ca.
Sektor 90°)
Der abnehmende Mond verstärkt die Energie im S und H Der Neumond verstärkt die Energie am Winterpol (ca.
Sektor 270°)

123
Funktionswerte

r
r SF / KF / NF
0 Funktionsbelastung (Unterfunktion)
Wechsel im Hormonhaushalt, Phasensprung
< 0,2 Unterfunktion
0,2 – 0,8 schwache Funktion
0,8 – 1,4 normale Funktion
1,4 – 1,9 kräftige Funktion
> 1,9 Überfunktion, Verstärkung von Symptomen

r Entw. VP
0,0 kommt niemals vor
< 0,25 < 0° Rückschritt (krisenhaft) sehr schwache Funktion,
geringe Flexibilität Zentrierung,
> 20° rasantes starke Verinnerlichung, geringe
Entwicklungstempo, Leistungsfähigkeit
extreme Anforderung an die
Flexibilität
0,25 – < 10° gehemmte Phase,
0,8 Stagnation, „auf der Stelle schwache Funktion,
treten“
> 15° rasche Weiterentwicklung, introvertierte Phase
hohe Anforderung an die
Flexibilität
0,8 – 1,8 10° – 15° normale Funktion
1,8 – 2,5 12° - starke Lebenskraft mit nach
14° außen gerichteter Wirkung,
extrovertierte Phase
> 2,5 ca. 13° große Leistungsfähigkeit, sehr starkes
geringe Flexibilität Kräftezusammenspiel mit
Tendenz zu manischen (in der
Aktivphase ) oder depressiven
(in der Passivphase)
Auswirkungen

Leistungsfähigkeit Maximalwert 41,4 Dauerleistungen


Durchschnittswert 20,7
Flexibilität Maximalwert 2,2 Anpassungsfähigkeit an
Durchschnittswert 0,5 Veränderungen
Dynamik Maximalwert 0,15 Schnellkraft, Stoßkraft,
Durchschnittswert 0,06 Beschleunigungskraft

124
Partnerschaftliche Aspekte Asp.
Aspekt wertfrei negativ positiv
0° „Konjunktion“, Übereinstimmung, Verdoppelung, Abstoßung des Gleichartigen, durch Stärkung des Schwachen, der eine ist
Extremaspekt Verstärkung gleiche Qualität kaum der Spiegel des anderen
Entwicklungsmöglichkeiten
30° naher Ambivalenz- ähnliche Qualität, Bindung, Nähe Abhängigkeit, Nachlaufen sich führen lassen und geführt werden
Aspekt (Leithammel), blindes Vertrauen
60° Dynamisch- Aspekt der Freundschaft, harmonisch, unkritische Haltung, nach Anerkennung Zustimmung, Verständnis, Vertrauen,
harmonischer Aspekt ausgeglichen, dynamisch, Gleichmaß heischen Glaube
90° Wirkaspekt größte Einwirkung des Führenden auf den unvermuteter Treffer, der eine kippt Anstoß bekommen und geben,
„Quadrat“ Geführten, maximales Drehmoment, den anderen, den anderen aushebeln Abschleifen
wirksamer Impuls, Seitenhieb
120° statisch-harmonischer Aspekt der statischen Stabilität, keine Dynamik, langweilig Friede, Akzeptanz, problemlose
Aspekt Neutralität, Sicherheit, Einigung, Integration
Bewahrung, Toleranz
150° weiter Ambivalenz- ein anderes Ziel anpeilen, Neugierde, Skepsis, Mißtrauen, Frustration, fasziniert sein
Aspekt Interesse am Fremdartigen Sehnsucht, Eifersucht
180° „Opposition“, Gegensätzlichkeit, Ergänzung, Kräfteverlust, Vernichtung, sich Kräfte messen, Konkurrenz,
Extremaspekt Ausgleich, Opposition gegenseitig aufreiben Eigenständigkeit
Die Aspekt-Möglichkeiten (fix und variabel) Asp.
Bereich Aussage 0°-Aspekt 90°-Aspekt 180°-Aspekt
aP aP Wie wir beide die Dinge angehen stimmt erzeugt eine ist von der
aP eP Wie ich handle und wie du fühlst energetisch starke Energie her
überein und Hebelwirkung gegensätzlich
aP mP Wie ich handle und wie du denkst wirkt beim anderen und kann deshalb
aP VP Wie ich handle und in welchem harmonischen Zustand du dich befindest verstärkend zu Spannungen
eP eP Wie wir beide fühlen führen, kann
aber auch
eP mP Wie ich fühle und wie du denkst befruchtend und
eP VP Wie ich fühle und in welchem harmonischen Zustand du dich befindest ergänzend
wirken
mP mP Wie wir beide denken
mP VP Wie ich denke und in welchem harmonischen Zustand du dich befindest
VP VP Wie wir uns beide insgesamt fühlen

In dieser Auflistung sind nur die stark wirksamen Aspekte enthalten.

126
12. Anhang

Erklärung der in den Grafiken verwendeten Abkürzungen

Einige Grafiken wurden dem Grundlagenwerk „Biorhythmik – die neue Dimension“ ent-nommen. In den
Grafiken werden Abkürzungen verwendet, die dem Sprachgebrauch der klassischen Biorhythmik
entsprechen; diese sollen hier näher erläutert werden:

M Männlicher Rhythmus: Antriebspotential (aP)


W Weiblicher Rhythmus: emotionales Potential (eP)
I Intellektueller Rhythmus: mentales Potential (mP)
MW Stoffwechselfunktion (SF)
WI Kreislauffunktion (KF)
MI Kopf-/Nervenfunktion (NF)
MWI Harmonierhythmus, Lebenskraft (VP)
F Frühlingspol (0°, 360°)
S Sommerpol (90°)
H Herbstpol (180°)
W Winterpol (270°)
r Vektorengröße
∆r Änderungsbeiwert des Vektors (Größenveränderung des Vektors an einem Tag)
ϕ° Lage des Vektors im Kreis
∆ϕ° Tägliche Veränderung der Lage des Vektors im Kreis
> Spiegelung zweier Rhythmen um den Frühlingspol
V Spiegelung zweier Rhythmen um den Sommerpol
< Spiegelung zweier Rhythmen um den Herbstpol
Λ Spiegelung zweier Rhythmen um den Winterpol
Konjunktion (0°-Aspekt)
Opposition (180°Aspekt)
Quadrat (90°-Aspekt)

127
Erklärung einiger Fachausdrücke

Die Chronobiologie verwendet einige wissenschaftliche Definitionen, die hier näher erläutert werden sollen.

Rhythmus: Unter diesem Begriff verstanden die alten Griechen eine gleichmäßig in Perioden
schwingende Bewegung. Man erkennt einen Rhythmus an seiner geregelt fließenden,
harmonischen Bewegung. Rhythmus zeigt sich in allem Lebendigen wie auch in der
sogenannten „unbelebten“ Natur, im Makrokosmos wie auch im Mikrokosmos. Rhythmus
entsteht durch die Anziehungskraft zweier entgegengesetzter Pole; in ihm löst sich
Spannung mit Entspannung ab. Im rhythmischen Geschehen sind durchaus räumliche und
zeitliche Abweichungen möglich. Man kann daher von einer Wiederkehr von Ähnlichem in
ähnlichen Abständen sprechen. Da jedes Lebewesen bei rhythmischem Geschehen eine
Entwicklung erfährt (Lernen durch Wiederholung), kann es bei der Wiederkehr einer
bestimmten Situation immer nur eine Ähnlichkeit feststellen, da Entwicklungen bereits
Änderungen im Bewußtsein mit sich gebracht haben.

Takt: Zum Unterschied vom Rhythmus versteht man unter Takt, daß Gleiches in gleichbleibenden
Abständen wiederkehrt. Takt verläuft präzise nach starren, mathematischen Gesetzen. Takt
ist also etwas Theoretisches und Künstliches, während Rhythmus etwas Natürliches ist,
obwohl Biorhythmus Züge von Takt aufweist.

Zyklus: Ein Zyklus ist eine Schwingungseinheit, die Summe der Phasen eines Kreisumlaufs.

Phase: Eine Phase ist ein abgegrenzter Teil einer Schwingung. In der Biorhythmik unterscheidet
man zwischen der Aufbauphase (Ladungsphase), Abbauphase (Entladungsphase),
Aktivphase und Passivphase.

Periode: Unter einer Periode versteht man einen geschlossenen (Lebens-)Abschnitt von bestimmter
Dauer.

Epoche: Eine Epoche beinhaltet die Wirkung der Zyklen auf den Menschen. Sie hat immer einen
bestimmten Inhalt: Es gibt kulturelle, erdgeschichtliche oder philosophische Epochen.

Vektor: Ein Vektor ist die bildliche Darstellung einer Kraft, die in eine Richtung weist und eine
gewisse Stärke r hat.

Amplitude: Die Amplitude ist der Schwingungsausschlag zwischen dem höchsten und tiefsten Punkt
einer Schwingung. Sie entspricht dem Schwingungsradius einer zyklischen Bewegung und
bildet gleichsam die Raumkomponente einer Schwingung.

Frequenz: Die Frequenz ist die Schwingungszahl pro Zeiteinheit, also beispielsweise 25
Schwingungen pro Woche. Dadurch wird die Frequenz zur Zeitkomponente einer
Schwingung. Schwingungen pro Sekunde werden in Hertz (Hz) ausgedrückt.

Interferenz: Unter Interferenz versteht man die gegenseitige Beeinflussung mehrerer Rhythmen,
wodurch eine neue, zusammengesetzte Schwingung entsteht. Dabei kann man
Aufschaukelungs- und Dämpfungsphänomene beobachten.

Biorhythmen: Im weitesten Sinn sind Biorhythmen alle in Perioden schwingenden Bewegungen, nicht nur
des von uns klassifizierten Lebendigen, sondern sie sind Ausdruck und Wesen des Lebens
selbst (bios = Leben). Im engeren Sinne versteht man unter Biorhythmus das Auf und Ab
unserer Lebenskraft mit ihren Teilkräften. In der Wahrnehmung biorhythmischer
Veränderungen trifft im Bewußtsein des Menschen seine Innenwelt auf die Außenwelt. Im
steten Wandel von Fülle und Leere, Beginn und Wende zeigen sich die unterschiedlichen
Qualitäten von Zeit und Raum. Im Biorhythmus erkennt der Mensch seine Lebensmelodie.

128
Fachliteratur zum Thema:

Alle 7 Jahre Friedrich, Sabine


Rhythmische Entwicklungszyklen im Leben der Frau ISBN 3822504068

Bio-Topping Pflugbeil, Karl J.


Immer obenauf mit den Rhythmen der Natur ISBN 3776620404
ISBN 3405142512

Biologische Rhythmen und kardiovaskuläre Erkrankungen Lemmer, Witte


ISBN 3895994979

Biorhythmik Gross, Hugo Max


Das Auf und Ab unserer Lebenskraft ISBN 3762600414

Biorhythmik – die neue Dimension Max Uray


Vom Wandel und von der Bewegung der Seelenkräfte vergriffen

Biorhythmik. Licht in der Kniekehle Litscher, Gerhard


Aktuelle Forschungsergebnisse ISBN 3934252990

Chronobiologie Meier-Koll, Alfred


Zeitstruktur des Lebens ISBN 3406390102

Chronobiologie und Chronomedizin Hildebrandt, Günther


Biologische Rhythmen, medizinische Konsequenzen ISBN 3777313025

Das ist Ihr Tag Appel, Walter A.


Alles über Biorhythmus ISBN 3442109434

Der Abschied von der inneren Uhr Klein, Günter


Ein Beitrag zur Chronobiologie ISBN 3932079213

Der inneren Uhr folgen Silva, Kim da


Mit der Organuhr zu einem gesunden Tagesrhythmus ISBN 3442141990

Die neue, erweiterte Biorhythmik Max Uray


Seminar-Handbuch Biosophia-Verlag

Erfolgsgeheimnis Biorhythmus Appel, Walter A.


Die Zeit arbeitet für Sie ISBN 3310004627

Geheimes Wissen Lyall Watson


Das Natürliche des Übernatürlichen ISBN 3596265614

Im Biorhythmus zum Erfolg Marsden, Ina


Naturgemäß leben und mehr leisten ISBN 3332006355

Im Rhythmus der Jahreszeiten Werner, Benno


Gesund leben im Einklang mit der Natur ISBN 3499602792

Leben im Einklang mit der inneren Uhr Scheppach, Joseph


Mehr Glück, Gesundheit und Leistungsfähigkeit ISBN 3442162262

Mein Biorhythmus Leibold, Gerhard


ISBN 3581 664941

129
Mondkalender mit Biorhythmus J. Paungger / T. Poppe
ISBN 3931818071

Natürlicher Zeitgeber Biorhythmus Laerum, Prof. Dr. Ole D.


ISBN 3777306835

Neue Erkenntnisse zum Biorhythmus Bott, Helga


Individuelle Rhythmogramme ISBN 3806842760

Praxis der Biorhythmik Genuit, Hans


Erklärt an 120 bebilderten Beispielen Turm Verlag, Bissingen

Sex um Acht und was Sie sonst über Ihre innere Uhr wissen dürfen Scheppach, Joseph
Besser Leben mit den Erkenntnissen der Chronobiologie ISBN 3466343488

Triumph der Lebensrhythmen Früh, Hans

Fernkurs für Chronobiologie Dietziker, A. J.

Weitere Fachliteratur

C. W. Leadbeater Die Chakras


R. Pelletier Das Buch der Aspekte
Nicolaus Klein / Rüdiger Dahlke Das senkrechte Weltbild
Ralph Tegtmeier Die heilende Kraft der Elemente
Jnanavatar Swami Sri Yukteswar Giri Die heilige Wissenschaft
Rudolf Mlaker Geistiges Pendeln
R. Wilhelm I-Ging – Das Buch der Wandlungen
Diana Ffarington Hook I-Ging für Fortgeschrittene
Martin Schönberger Verborgener Schlüssel zum Leben
Karlfried Graf v. Dürckheim Der Ruf nach dem Meister
Hara – Die Erdmitte des Menschen
Höffding Psychologie (die elementare)
Marguerite de Surany I-Ging und Kabbala
Thorwald Dethlefsen Schicksal als Chance
Elisabeth Kübler-Ross Über den Tod und das Leben
Raymond Moody Leben nach dem Tode
Hans Cousto Die Oktave
Hans Kayser Orphikon – Eine harmonikale Symbolik
Johannes Kepler Weltharmonik

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Über den Autor

Max Uray, Autor und Verleger, wurde 1943 in Graz geboren. Er studierte dort
einige Jahre an der Technischen Hochschule und an der Universität und war unter
anderem in der Tourismusbranche und bis 1985 im Wirtschaftsmanagement tätig.

Schon in jungen Jahren setzte er sich eingehend mit den wesentlichen Grundfragen
der Atomphysik und der Kosmologie, mit Tiefenökologie und
Bewußtseinsforschung, mit philosophischen Theorien (Phänomenologie,
Existentialismus, Konstruktivismus, ...), mit Biokybernetik, mit westlichen und
östlichen Religionen (Buddhismus, Tantrismus, Hinduismus, Schamanismus)
sowie mit esoterischen (I-Ging, Kabbala) und grenzwissenschaftlichen Systemen
(Astrologie, Biorhythmik) und mit praktischer Mystik auseinander.

Seit 1986 arbeitet er kontinuierlich an der Erforschung der Lebensrhythmen, wobei ihm die
chronobiologische Literatur wertvolle Anhaltspunkte bot. Bald widmet er sich seiner schriftstellerischen
Arbeit und verfaßte 1990 ein umfassendes, zweibändiges Grundlagenwerk über die physiologischen,
psychologischen und esoterischen Aspekte der Biorhythmik, „Biorhythmik – die neue Dimension“, in dem er
seine neuen Forschungsergebnisse veröffentlichte.

1994 gründete er den Biosophia-Verlag und hielt in den Folgejahren unzählige Vorträge und Seminare im In-
und Ausland, bei denen er seine klaren Gedanken über Bewußtseinsfragen und psychodynamische
Schwingungen einem größeren Leser- und Hörerkreis darlegte. Von 1995 bis 1998 brachte er seine 10-
bändige Buchreihe „Vom Chaos zum Kosmos“ im Eigenverlag heraus. Mit ihr beweist sich sein tiefes,
spirituelles Wissen, das ihn in die Reihe der großen Biosophen dieses Jahrhundert stellt.

1997 begann Max Uray mit der Umsetzung der psychodynamischen Methoden in Computer-Programme
(PDR, VPA, VEP).

Erstauflage 2002

© Copyright: by Biosophia-Verlag Max Uray, A-2344 Ma. Enzersdorf, Wienerbruckstr. 122/42

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