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Stephan Fischer / Karin Höß

Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen auf Destinationen

Studienarbeit

Dokument Nr. V38676 http://www.grin.com/ ISBN 978-3-638-37670-9 9 783638 376709
Dokument Nr. V38676
http://www.grin.com/
ISBN 978-3-638-37670-9
9
783638
376709

F A C H H O C H S C H U L E

K E M P T E N

Studienschwerpunkt Tourismus Wintersemester 2004/05

Seminararbeit

Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen auf Destinationen

Lehrfach:

Schwerpunkt Management und Marketing von Destinationen

Verfasser:

Karin Höß

Eingereicht am:

StephanFischer

23.11.2004

I. Inhaltsverzeichnis

I

I.

Inhaltsverzeichnis

I.

Inhaltsverzeichnis

I

II.

Abbildungs- und Abkürzungsverzeichnis

II

1.

Einleitung

1

2.

Begriffsbestimmungen und Einordnungen 2

2.1 Destination

2

2.2 Sportgroßveranstaltung

2

2.2.1 Bezug zum Event-Tourismus 4

2.2.2 Bezug zum Sport-Tourismus 5

3.

Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

7

3.1 Methoden zur Erfassung

7

3.2 Klassifizierung der Auswirkungen 9

3.2.1 Allgemeine Auswirkungen

10

3.2.2 Auswirkungen auf Destinationen 14

3.2.3 Zusammenfassung und Bewertung

19

4.

Beispiele für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland 21

4.1 Olympische Spiele München 1972

21

4.2 Nordische Ski-Weltmeisterschaften Oberstdorf 1987 und 2005

24

4.3 FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006

I

5.

Fazit und Ausblick 30

III.

Anhang

III

IV.

Literaturverzeichnis XVIII

II. Abbildungs- und Abkürzungsverzeichnis

II

II. Abbildungs- und Abkürzungsverzeichnis

Abbildungen im Text:

Abb. 2.2/1

Vielfalt von Events

3

Abb. 2.2.2/1

Schnittmenge Sporttourismus

6

Abb. 2.2.2/2

Sport-Tourismus – eine Systematisierung

6

Abb. 3.2.1/1

Klassifizierung der Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen

11

Abb. 3.2.2/1

Ganzheitliches oder modulares Tourismusmodell

14

Abb. 3.2.3/1

Zusammenfassung der Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen auf Destinationen

19

Abbildungen im Anhang:

Abb. 4.1/1

Zusammenfassung der Auswirkungen der Olympischen Spiele 1972 in München

III

Abb. 4.1/2

Gästezahlen- und Übernachtungsentwicklungen in München im Vergleich zu Bayern

VII

Abb. 4.2/1

Zusammenfassung der Auswirkungen der Nordischen Ski-WM Oberstdorf

IX

Abb. 4.2/2

Gästezahlen- und Übernachtungsentwicklungen in Oberstdorf im Vergleich zu Bayern

XIII

Abb. 4.3/1

Zusammenfassung der Auswirkungen der FIFA Fußball-WM 2006

XIV

Abkürzungen

AIEST

Association Internationale d’Experts Scientifique du Tourisme

ASDL

Amt für Statistik und Datenanalyse der Landeshauptstadt

BLSD

Bayrisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung

CIES

Centre Internationale d’Études de Sports

DZT

Deutsche Zentrale für Tourismus e.V.

EM

Europameisterschaft

FIFA

Fédération Interantional de Football Association

FIT

Forschungsinstitut für Tourismus

IBC

International Broadcasting-Center

IOC

International Olympic Committee

Mio.

Million

Mrd.

Milliarde

pps

prosport presse service

WM

Weltmeisterschaft

WTO

World Tourism Organisation

1. Einleitung

1

1. Einleitung

"Die Region kann mit der Ski-WM gewinnen" 1 , "Tor für Deutschland – Chancen für Deutschland, sich als Reiseland zu profilieren!" 2 oder "Die Welt blickt auf München" 3 . So oder ähnlich titeln Artikel der regionalen oder Fachpresse häufig vor Sportveranstaltungen. Grund genug diese Schlagzeilen zu hinterfragen. Gemäss diesen Aussagen profitieren Re- gionen oder deren Tourismus von der Durchführung einer Sportveranstaltung und lassen eine durchweg optimistische Sichtweise erkennen. Aber sind die Auswirkungen einer sol- chen Veranstaltung tatsächlich nur positiv?

In dieser Arbeit wollen wir uns mit allen Effekten, egal ob positiv oder negativ, befassen. Ziel ist es über allgemeine Wirkungen zu den speziellen Auswirkungen von Sportgroßver- anstaltungen auf touristische Destinationen zu gelangen.

Als Grundlage dienen im Kapitel "Begriffsbestimmungen und Einordnungen" die Definiti- onen von Destination und Sportgroßveranstaltung. Letztere erfordert zudem eine Einord- nung im touristischen Markt. Im folgenden Kapitel beschäftigt sich unsere Arbeit zuerst mit den verschiedenen Erfassungsmethoden, zur Messung der Auswirkungen. Danach fin- det eine Klassifizierung der Auswirkungen statt, die sich einerseits auf die allgemeinen und andererseits speziell auf die touristischen Auswirkungen stützt. Mit einer Zusammen- fassung der touristischen Auswirkungen wird dieses theoretisch gehaltene Kapitel abge- rundet. Zur anschaulicheren und praxisorientierteren Darstellung der Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen auf Destinationen dienen uns im letzten Kapitel drei Beispiele. Sowohl diese als auch die vorhergehenden theoretischen Ausführungen beschränken sich auf Sportgroßveranstaltungen, die einmalig an einem Ort, über mehrere Tage hinweg statt- finden.

Durch diese Vorgehensweise soll der Leserin/ dem Leser ein kritischer Umgang im Hin- blick auf die einleitenden Schlagzeilen ermöglicht werden.

1 Bürzle, M., Die Region kann mit der Ski-WM gewinnen, in: Augsburger Allgemeine/ Allgäuer Anzeigen- blatt, Nr. 251, 29.10.2004, Augsburg/ Immenstadt, S. 1

2 Jacobs, H.M., Tor für Deutschland, in: FVW, Nr. 22/04, 17.09.2004, Hamburg, S. 77

3 Gesellschaft zur Förderung des Olympischen Gedankens in der DDR (Hrsg.), München `72 im Blick- punkt, Berlin, 1972, S. 56, zitiert nach: o.V., Die Welt blickt auf München, in: tz, 26.08.1972

2. Begriffsbestimmung und Einordnung

2

2. Begriffsbestimmungen und Einordnungen

2.1 Destination

Der Begriff "Destination" kommt aus dem angelsächsischen Sprachgebiet und wird im deutschen Sprachgebrauch mit "Fremdenverkehrsort und - gebiet" oder allgemein mit "Zielgebiet" bezeichnet. Diese Überbegriffe umfassen die geographischen, landschaftli- chen, sozio-kulturellen, organisatorischen oder infrastrukturellen Einheiten, die der jewei- lige Gast als Reiseziel auswählt und die der Leistungsträger vermarktet. Welche Raumdi- mension ein Gast für "seine" Destination festlegt, bestimmen seine Bedürfnisse und seine Wahrnehmung.

Destinationen sind Produzenten von Tourismusleistungen, deren touristisches Produkt das ursprüngliche und abgeleitete touristische Angebot ist. Dises setzt sich aus der Gesamtheit aller tourismusdienlichen Einrichtungen und Maßnahmen zu einem Leistungsbündel zu- sammen. Somit stellt die Destination selbst das touristische Produkt dar und wird in der Literatur u.a. als "touristische Wettbewerbseinheit" 4 , "kollektiver Produzent" 5 , "touristi- sches Multiproduktionsunternehmen" 6 oder "Makro-Betrieb" 7 bezeichnet. 8

2.2 Sportgroßveranstaltung

Eine einheitliche Bestimmung, Abgrenzung und somit Definition des Begriffs "Sportgroß- veranstaltung" ist mangels allgemein anerkannter Grenzwerte und Indikatoren bis heute nicht möglich. In der Literatur existieren lediglich verschiedene Ansätze zur Definition, Klassifikation und Typisierung von Veranstaltungstypen wie z.B. Sportgroßveranstaltun- gen. 9 Die folgende Abbildung soll nun die begriffliche Einordnung von Sportgroßveran- staltungen erleichtern.

4 Bieger, T., Management von Destinationen und Tourismusorganisationen, 4. Aufl., München/ Wien, 2000, S. 76

5 Kaspar, C., Die Fremdenverkehrslehre im Grundriss, 5. Aufl., Bern/ Stuttgart, 1996, S. 33

6 Freyer, W., Tourismus-Marketing: Marktorientiertes Management im Mikro- und Makrobereich der Tou- rismuswirtschaft, 2. Aufl., München/ Wien, 1999, S. 251

7 Freyer, W., Tourismus-Marketing, 1999, S. 251

8 Zu diesem Abschnitt vgl. Freyer, W., Tourismus - Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie, 7. Aufl., München/ Wien, 2001, S. 177; auch Marx, B., Skript für Reiseverkehrsgeographie, FH-Kempten, 2000, o.S.; sowie Bieger, T., Management von Destinationen, 2000, S. 73 ff.

9 Liebrich, A./ Mehr, R./ Laesser, C., Volkswirtschaftliche Bedeutung sportlicher Großanlässe, in: Dreyer, A. (Hrsg.), Tourismus und Sport – wirtschaftliche, soziologische und gesundheitliche Aspekte des Sport- Tourismus, 1. Aufl., Wiesbaden, 2002, S. 252 sowie Stettler, J., Ökonomische Auswirkungen von Sport- großanlässen, Literaturstudie, Luzern, 2000, S. 4

2. Begriffsbestimmung und Einordnung

3

Events als • Mega-Events (Groß-Events) • Medium-Events (Mittel-Events) • Mikro-Events (Klein-Events Kultur-
Events als
Mega-Events (Groß-Events)
Medium-Events (Mittel-Events)
Mikro-Events (Klein-Events
Kultur-
Sport-
wirtschaftl.
Gesellschafts-
Natürliche
Events
Events
Events
polit. Events
Events
Special Events
Freizeit Events
Sport-Ligen
• Olympiaden
• Volksläufe
• Kreisliga
• Meisterschaften
• Sportfeste
• Regionalliga
• Wettkämpfe
• Trimm-dich
• Bundesliga
• Tourniere
• Wandertage
• Tourneen
• Schaukämpfe

Abb. 2.2/1, Vielfalt von Events, eigene Darstellung, in Anlehnung an Freyer, W./ Groß, S., Events im Sport und ihr Bezug zum Tourismus, in: Freyer, W./ Groß, S. (Hrsg.), Tourismus und Sport- Events, Dres den, 2002, S. 3

Aufgrund der Tatsache, dass Sportgroßveranstaltungen eine spezielle Form von (touristi- schen) Großveranstaltungen oder sog. Events darstellen, soll der Eventbegriff als Hilfe zur Definition von Sportgroßveranstaltungen dienen.

Der Begriff "Event" entstammt dem Angelsächsischen und wird im deutschen Sprach- gebrauch mit "Ereignis" bezeichnet und oft synonym mit dem Begriff "Veranstaltung" verwendet. Zunächst lässt sich sagen, dass das Interesse potentieller Nachfrager durch E- vents auf einen bestimmten Zweck an einem bestimmten Ort gerichtet werden soll. Des weiteren liegen einem Event äußere Merkmale wie die zeitliche Befristung, Dauer, Regel- mäßigkeit bzw. Häufigkeit und die Größe zugrunde. Aber auch Auswirkungen von Groß- veranstaltungen, das Einzugsgebiet der Besucher, die Zuschauerzahl oder der Zweck, An- lass bzw. Inhalt der Veranstaltung zählen zu den Differenzierungs- und Klassifizierungs- merkmalen bei Großveranstaltungen. Des weitern ermöglichen sog. "eventspezifische Ei- genschaften" wie z.B. das Medieninteresse eine erweiterte Begriffsbestimmung und Ein- ordnung. 10

10 vgl. Scherhag, K., Events – Eine Chance für die Tourismuswirtschaft?, in: Freyer, W./ Meyer, D./ Scher- hag, K. (Hrsg.), Events – Wachstumsmarkt im Tourismus?, Dresden, 1998, S. 85 f.; auch Freyer, W./ Groß, S. Events im Sport, 2002, S. 1; ebenso Gans, P./ Horn, M./ Zemann, C., Sportgroßveranstaltun- gen – ökonomische, ökologische und soziale Wirkungen, 1. Aufl., Schorndorf, 2003, S. 81 ff.

2. Begriffsbestimmung und Einordnung

4

Aus diesen eben genannten Merkmalen lassen sich drei wesentliche Eventtypen, die als Mega-, Medium- und Mini-Events bezeichnet werden, ableiten. 11 Mega-Events, also Großveranstaltungen, auch "Hallmark-Events", oder "Special-Events" genannt, sind nach Ritchie "größere einmalige oder wiederkehrende Events begrenzter Dauer, die in erster Linie entwickelt werden, um Bewusstsein, Anziehungskraft und Rentabilitätsverhältnisse eines touristischen Zielgebietes kurz- oder langfristig zu erhöhen. Derartige Events bauen ihren Erfolg auf ihre Einzigartigkeit, ihren Rang oder ihre Aktualität, Interesse zu wecken und Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen." 12

Verknüpft man nun die Merkmale einer Großveranstaltung mit dem Bereich Sport, so spricht man von einer "Sportgroßveranstaltung, wenn es sich um ein geplantes, zeitlich begrenztes Ereignis handelt, das einen Wettkampf in einer oder mehreren olympischen Sportarten zum Inhalt hat, und dieser Wettkampf eine herausragende Bedeutung innerhalb der jeweiligen Sportart besitzt." 13 Freyer gliedert Sportgroßveranstaltungen oder sog. Sport-Events in Special Events (z.B. Olympische Spiele, Welt-, Europameisterschaften), Freizeit-Events (z.B. Volksläufe, Sportfeste) und Sport-Ligen (z.B. Kreis-, Regional-, Bundesliga). 14

2.2.1 Bezug zum Event-Tourismus

Events gewinnen im Tourismus immer mehr an Bedeutung. Man spricht auch vom Trend zum Event-Tourismus, der durch allgemeine Reisetrends wie z.B. dem Trend zu Kurzrei- sen, unterstützt wird.

Heute ist für ein Fünftel aller Bundesbürger der Besuch einer Veranstaltung das Hauptmo- tiv für eine private Reise. Das hängt auch damit zusammen, dass Konsumgüter im Gegen- satz zu Konsumerlebnissen immer bedeutungsloser werden. Die Folge sind "speziell in- szenierte oder herausgestellte Ereignisse oder Veranstaltungen von begrenzter Dauer mit touristischer Ausstrahlung, die den Eventbesucher zu einem vorübergehenden Ortswechsel veranlassen." 15

11 vgl. Freyer, W./ Groß, S., Events im Sport, 2002, S. 1 ff.

12 vgl. Ritchie, B./ Yangzhou, J., The Role and Impact of Mega-Events and Attractions on Regional and National Tourism: A Conceptual and Methodological Overview, in: Association Internationale d’Experts Scientifique du Tourisme (AIEST) (Hrsg.), Der Einfluss von Grossveranstaltungen auf die nationale und regionale Fremdenverkehrsentwicklung, St. Gallen, 1987, S. 24 (übersetzt von Stephan Fischer)

13 Gans, P./ Horn, M./ Zemann, C., Sportgroßveranstaltungen, 2003, S. 83

14 Freyer, W., Großveranstaltungen: Rolle und Bedeutung für den Tourismus, Dresden, 2004, S. 9

15 Freyer, W./ Groß, S., Events im Sport, 2002, S. 1

2. Begriffsbestimmung und Einordnung

5

Gerade im Sport kann diese Entwicklung beobachtet werden. Es findet also eine "Eventi- sierung von Sportereignissen" 16 statt. Dies hat zur Folge, dass die Sportveranstaltung als Ganzes das Spektakel darstellt und der Sport an sich als Erlebnis inszeniert wird. "Also:

viel Show und Unterhaltung - und mittendrin ein wenig Sport" 17 .

Die meisten Events haben ursprünglich ihre Entstehung nicht-touristischen Anlässen zu verdanken. Es ist aber ein zunehmendes Interesse des Tourismus an Events zu beobachten, denn eine systematische Nutzung der Events führt zu einer touristischen Angebotserweite- rung und Attraktivitätssteigerung einer Destination und dient somit der Erreichung touris- tischer Zielsetzungen. Ihre touristische Relevanz ist vor allem dann hoch zu bewerten, wenn sie als Vermarktungsinstrument der Destination eingesetzt werden, wobei an dieser Stelle zwischen natürlichen und künstlichen (inszenierten) Mega-Events unterschieden werden muss. Erstere unterstreichen z.B. das Image einer Destination, letztere können zu- dem einen Imagewechsel bewirken ("image builder of modern tourism" 18 ). Bei der Positio- nierung von Destinationen z.B. über Sport-Events arbeitet das Eventmanagement eng mit dem Destinationsmanagement zusammen. 19 20

2.2.2 Bezug zum Sport-Tourismus

Bei der Betrachtung der bedeutendsten deutschen Freizeitphänomene spielen der Sport und der Tourismus eine zentrale Rolle. Zum einen kann Deutschland mit seinen ca. 40 Mio. aktiv Sporttreibenden als Sportnation betitelt werden. Zum anderen spricht man aufgrund der 50 Mio. deutschen Urlaubsreisenden vom "Volkssport Tourismus mit dem Reisewelt- meister Deutschland" 21 . In einer Verbindung dieser beiden Megabereiche Sport und Tou- rismus resultiert der Sport-Tourismus. Er wird, in Anlehnung an die Grunddefinition des Tourismus, als "das vorübergehende Verlassen des gewöhnlichen Aufenthaltsortes sowie der Aufenthalt in der Fremde aus sportlichen Motiven" 22 definiert. Entgegen aller Erwar- tungen entsteht in der Summe allerdings kein neuer Megamarkt. Die Schnittmenge Sport- tourismus ist im Verhältnis zu den beiden Ausgangs- und Mutterdisziplinen Sport und

16 Wopp, Ch., Zur Zukunft des Sports und Fragen an die Volkswirtschaft, in: Büch, M.-P./ Maennig, W./ Schulke, H.-J. (Hrsg.), Regional- und sportökonomische Aspekte von Sportgroßveranstaltungen, 1. Aufl., Köln, 2002, S. 24

17 Opaschowski, H.W., Events im Tourismus - Sport-, Kultur- und Städtereisen, Grundlagenstudie zur Tourismusforschung, Hamburg, 1997, S. 33

18 Hall, C.M., Hallmark tourist events: impacts, management and planning, London, 1992, S. 1

19 vgl. Scherhag, K., Events - Wachstumsmarkt, 1998, S. 85 ff.

20 zu 2.2.1 vgl. Opaschowski, H.W., Sport-, Kultur- und Städtereisen, 1997, S. 22 ff.

21 Freyer, W., Sport-Tourismus – Forschungsstand und Forschungslücken, in: Freyer, W./ Groß, S. (Hrsg.), Sport-Events, 2002, S. 10

2. Begriffsbestimmung und Einordnung

6

Tourismus, wie in Abbildung 2.2.2/1 ersichtlich, relativ klein und stellt somit nur ein klei- nes
Tourismus, wie in Abbildung 2.2.2/1 ersichtlich, relativ klein und stellt somit nur ein klei-
nes Marktsegment dar. Außerdem stellt sich der Sport-Tourismus als inhomogener und
individueller Markt heraus.
Sport
Sport-
Tourismus
Tourismus

ca. 40 Mio. aktiv Sporttreibende

ca. 500000 "Pauschal-" Sport-Touristen ca. 5 Mio. "Individuell" Sport-Reisende

ca. 50 Mio. Urlaubs-Reisende

Abb. 2.2.2/1, Schnittmenge Sporttourismus, eigene Darstellung in Anlehnung an Freyer, W., Sport- Tourismus, 2002, S. 12

Die Tourismuswissenschaft kann aus ihren Erkenntnissen über den Markt des Sport- Tourismus folgende wesentliche Aussagen treffen: 60% aller Reisenden geben an, dass sie im Urlaub Sport betrieben haben; bei ca. 5-10% aller Reisenden ist Sport das Hauptreise- motiv und ungefähr 2% aller Reisenden sind Touristen zu Sportevents.

Bei Sportgroßveranstaltungen treten verschiedene Gruppen oder Segmente Sporttreibender oder- nachfragender auf, die sich hinsichtlich ihres sport-touristischen Verhaltens unter- scheiden. Diese Arten des Sport-Tourismus werden in Abb. 2.2.2/2 dargestellt 23 :

Aktive Sport-

Ausübung

Aktiv-Sportler

(Amateur, Profi)

 

- Training

- Wettkampf

- "Pflicht"

Freizeit-Sportler

- Fun

- Fitness

- Begegnung

- "freiwillig"

Unterstützung des Sports

Aktiv-Sport

- Trainer

- Mediziner

- Funktionäre

- Geräte

Passiv-Sport

- Organisatoren

- Funktionäre

- Medien

- Sponsoren

Passives Sport-

 

Erleben

Zuschauer

 

- Wettkämpfe

- Training

 

- Events

- Promis

Sport-Attraktionen

- Sportstätten

- Sport-Orte

- Sport-

 
 

Museen

E

S

tl

Abb. 2.2.2/2, Sport-Tourismus – eine Systematisierung, eigene Darstellung, in Anlehnung an Frey- er, W./ Groß, S., Sport-Tourismus, 2002, S. 30

22 Freyer, W., Sport-Tourismus, 2002, S. 28

23 zu 2.2.2 vgl. Freyer, W., Sport-Tourismus, 2002, S. 7 ff.

3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

7

3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

3.1 Methoden zur Erfassung

Entscheidet sich heute eine Stadt, eine Region oder ein Land zur Durchführung einer Sportgroßveranstaltung, ist dies meist nur unter enormem Einsatz von öffentlichen Mitteln möglich. Die Entscheidung für eine Sportgroßveranstaltung bedeutet gleichzeitig eine Ent- scheidung gegen einen anderweitigen Einsatz dieser Ressourcen. Deshalb ist es wichtig, alle positiven und negativen Auswirkungen einer solchen Veranstaltung abschätzen zu können. Dies geschieht durch Bewertungsmethoden, die direkte und indirekte Wirkungen einbeziehen, die monetär bewertbar (tangibel) sind oder nicht (intangibel). 24 In verschiede- nen Studien, welche die Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen untersucht haben, wurden unterschiedliche Methoden angewandt, wovon die wichtigsten im Folgenden kurz dargestellt werden.

Kosten-Nutzen-Analyse:

Diese Methode ist sowohl vor einer Veranstaltung als Entscheidungshilfe, als auch danach zur Erfolgskontrolle anwendbar. Sie ist "per Definition ein makroökonomischer Ansatz" 25 . Die grundsätzliche Fragestellung dieser Analyse versucht zu klären, welcher zusätzliche Nutzen der Gemeinschaft entsteht, wenn eine Maßnahme durchgeführt wird. Dazu werden alle direkten und indirekten Auswirkungen einer Veranstaltung möglichst monetär bewer- tet und den Kosten gegenübergestellt. Durch diese Analyse kann der absolute Vorteil einer Maßnahme in Geldeinheiten dargestellt werden. Sie hat allerdings auch Nachteile. Zum einen können nicht monetär messbare Effekte nur als Ergänzung beschrieben werden. Zum anderen stellt diese Methode eine rein quantitative, nicht aber qualitative Betrachtungswei- se dar. 26

Kosten-Wirksamkeits-Analyse: Dieser makroökonomische Ansatz beurteilt eine Ver-

anstaltung „an der Erreichung von konkreten projektspezifischen, der allgemeinen Wohl- fahrt untergeordneten Zielen“ 27 . Dazu werden alle Kosten monetär und alle Nutzenelemen-

24 Zu diesem Abschnitt vgl. Gans, P./ Horn, M./ Zemann, C., Sportgroßveranstaltungen, 2003, S. 107

25 Liebrich, A./ Mehr, R./ Laesser, C., Bedeutung sportlicher Großanlässe, 2002, S. 248

26 zu diesem Abschnitt vgl. Stettler, J., Auswirkungen von Sportgrossanlässen, 2000, S. 8; auch Hickel, R., Thesen zur Konzipierung einer Sportökonomie, in: Büch, M.-P./ Maennig, W./ Schulke, H.-J. (Hrsg.), Aspekte von Sportgroßveranstaltungen, 2002, S. 14; auch Liebrich, A./ Mehr, R./ Laesser, C., Bedeutung sportlicher Großanlässe, 2002, S. 248; sowie Gans, P./ Horn, M./ Zemann, C., Sportgroßveranstaltungen, 2003, S. 118

27 Gans, P./ Horn, M./ Zemann, C., Sportgroßveranstaltungen, 2003, S. 108

3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

8

te als physische Größen einbezogen. Der Vorteil dieser Vorgehensweise liegt darin, dass auch monetär schwierig bewertbare Effekte einbezogen werden und so alle Wirkungen gleichrangig verglichen werden können. Nachteilig ist, dass die Kosten-Wirksamkeits- Analyse nur eine „Rangordnung der Alternativen nach ihrer relativen Vorteilhaftigkeit liefern“ 28 kann. Außerdem können persönliche Präferenzen der ausführenden Personen zu großen Einfluss nehmen. 29

Nutzwert-Analyse:

Sie stellt eine Weiterentwicklung der Kosten-Wirksamkeits-Analyse dar. Deshalb hat sie dieselben Vor- bzw. Nachteile dieser Methode. Als zusätzlichen Vorteil bietet sie die Mög- lichkeit, den Gesamtnutzen einer Maßnahme zu bewerten. 30

Wertschöpfungsstudien:

Die Wertschöpfung „wird i.d.R. als Differenz zwischen den Bruttoproduktionswerten und

und mißt insofern das

Nettoergebnis der Produktionstätigkeit“ 31 . Im Zusammenhang mit Sportgroßveranstaltun-

gen können durch eine angepasste Methode auch deren Wirkungen auf Orte und Regionen gemessen werden. So ergeben sich oft aus vorhandenem Datenmaterial Ergebnisse. Auch diese Methode ist eine rein quantitative Betrachtung ökonomischer Auswirkungen. 32

den Vorleistungen der einzelnen Wirtschaftsbereiche bestimmt [

]

Input-Output-Analyse:

Auch hier geht es um die Messung makroökonomischer und monetär bewertbarer Auswir- kungen. Diese Methode kann nur für vergangene, abgeschlossene Zeiträume angewandt werden. Ihre Eignung ist beschränkt. Eine Kombination mit anderen Methoden, z.B. der Kosten-Nutzen-Analyse, ist allerdings möglich. 33

Inzidenzanlayse: Diese, in den USA entwickelte, Methode kann in Zusammenhang mit

Großveranstaltungen zur Erfassung von Verteilungswirkungen von Infrastruktur- Einrichtungen genutzt werden. Ihr Einsatz ist sowohl vor als auch nach einer Veranstal- tung möglich. Sie stellt eine einfach zu handhabende, flexible Methode dar. Da auch sie

28 Gans, P./ Horn, M./ Zemann, C., Sportgroßveranstaltungen, 2003, S. 118

29 zu diesem Abschnitt vgl. Gans, P./ Horn, M./ Zemann, C., Sportgroßveranstaltungen, 2003, S. 108 ff.

30 zu diesem Abschnitt vgl. Gans, P./ Horn, M./ Zemann, C., Sportgroßveranstaltungen, 2003, S. 108 ff.

31 o.V., Gabler Wirtschaftslexikon, 13. Aufl., Wiesbaden, 1993, S. 3756

32 zu diesem Abschnitt vgl. Stettler, J., Auswirkungen von Sportgrossanlässen, 2000, S. 8; auch Liebrich, A./ Mehr, R./ Laesser, C., Bedeutung sportlicher Großanlässe, 2002, S. 247

33 zu diesem Abschnitt vgl. Stettler, J., Auswirkungen von Sportgrossanlässen, 2000, S. 8; auch Liebrich, A./ Mehr, R./ Laesser, C., Bedeutung sportlicher Großanlässe, 2002, S. 247 f.

3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

9

Nachteile, wie z.B. eine fehlende theoretische Grundlage hat, ist sie als Ergänzung zu an- deren Verfahren geeignet. 34

Finanzmathematische Methoden:

In diesem Bereich gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Gemeinsam ist allen eine mik- roökonomische Betrachtungsweise. Diese Methoden werden vor allem bei Machbarkeits- studien und zur Bewertung von Zahlungsströmen angewandt. Sie ermöglichen einen direk- ten Vergleich von Maßnahmen in Bezug auf Zahlungsströme. Allerdings geht es auch hierbei ausschließlich um monetäre Fragestellungen

Publizitäts- und Äquivalenzanalyse:

Diese beiden medienbezogenen Methoden werden vor allem verwendet, um Auswirkungen auf den Bekanntheitsgrad und das Image einer Region zu messen. Während die erstere alle Medienbeiträge zu einer Veranstaltung sammelt, bewertet die zweite all diese Beiträge monetär. Ein Einsatz der Äquivalenzmethode scheint besonders zusammen mit einer Kos- ten-Nutzen-Analyse sinnvoll. 35

Befragungen:

Diese können in vielen Bereichen eingesetzt werden. Beispiele für Befragungen im Hin- blick auf Sportgroßveranstaltungen wären Besucher- und Trossbefragungen, um kurzfristi- ge Nachfrageeffekte zu analysieren. Aus Befragungen am Wohnort können beispielsweise langfristige Werbeeffekte auf die Nachfrage wie Bekanntheitsgrad oder Image gemessen werden. 36

3.2 Klassifizierung der Auswirkungen

Es gibt viele verschiedene Sportgroßanlässe, die alle eine gewisse Eigenheit aufweisen. Vielen ist gemeinsam, dass auf Grund einer hohen Komplexität ihre Auswirkungen schwer fassbar sind. Mit oben genannten Methoden wurde trotzdem für einzelne Sportgroßveran- staltungen versucht, Studien zu diesem Thema anzufertigen. Allgemeingültige, umfassende Aussagen zu den Effekten dieser Veranstaltungen gibt es allerdings nur wenige. Besonders

34 zu diesem Abschnitt vgl. Stettler, J., Auswirkungen von Sportgrossanlässen, 2000, S. 8 f., auch Liebrich, A./ Mehr, R./ Laesser, C., Bedeutung sportlicher Großanlässe, 2002, S. 248

35 zu diesem Abschnitt vgl. Maennig, W./ Feddersen, A., Imageeffekte von Sportgroßveranstaltungen: Mög- lichkeiten und Grenzen der Messung, in: Büch, M.-P./ Maennig, W./ Schulke, H.-J. (Hrsg.), Aspekte von Sportgroßveranstaltungen, 2002, S. 113

36 zu diesem Abschnitt vgl. verschiedene Befragungen in Brönnimann, M., Die touristische Bedeutung von Wintersport-Großveranstaltungen, Bern, 1982, S. 55 ff.

3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

10

dürftig ist die Datengrundlage, wenn es um langfristige Auswirkungen geht. Trotzdem soll in diesem Kapitel versucht werden, aus den vorhandenen Studien die wichtigsten Aussa- gen zum Thema Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen zusammen zu tragen. 37

3.2.1 Allgemeine Auswirkungen

Die Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen können sehr unterschiedlich sein. Zum einen kann man zwischen positiven und negativen Effekten unterscheiden. In zeitlicher Hinsicht gibt es kurz-, mittel- und langfristige Auswirkungen. Diese zeitliche Unterschei- dung wird vor allem im zweiten Punkt dieses Kapitels, den Auswirkungen von Sportgroß- veranstaltungen auf Destinationen, eine Rolle spielen. Außerdem gibt es direkte und indi- rekte sowie monetär bewertbare und nicht bewertbare Effekte. 38

Die nun folgendenden Ausführungen sollen zunächst die möglichen allgemeinen Auswir- kungen von Sportgroßveranstaltungen auf einen Ort oder eine Region aufzeigen. Sie halten sich an das Buch Sportgroßveranstaltungen – ökonomische, ökologische und soziale Wir- kungen von Paul Gans, Michael Horn und Christian Zemann 39 . In diesem Buch wurden aus 1.700 Sportgroßveranstaltungen, die zwischen 1999 und 2001 stattfanden, 200 ausge- wählt und im Nachhinein bewertet. Ergebnisse anderer Studien sind durch Fußnoten ge- kennzeichnet.

Ob und in welchem Ausmaß diese im folgendend dargestellten Auswirkungen tatsächlich eintreffen, hängt von der Art der durchgeführten Veranstaltung ab. Einflussfaktoren sind hier die Zuschauer- und Teilnehmerzahl, die Regelmäßigkeit der Austragung am selben Standort, die Dauer der Veranstaltung und die Siedlungsstruktur.

Die Abbildung 3.2.1/1 soll zunächst einen Überblick über die Auswirkungen von Sport- großveranstaltungen geben.

37 zu diesem Abschnitt vgl. Kaspar, C., Einführung zum Generalthema des 37. AIEST-Kongresses, in:

AIEST (Hrsg.), Einfluss von Grossveranstaltungen, 1987, S. 13; ebenso Stettler, J., Auswirkungen von Sportgroßanlässen, 2000, S. 32

38 zu diesem Abschnitt vgl. Meyer, B./ Ahlert, G., Probleme der Regionalisierung volkswirtschaftlicher Einkommens- und Beschäftigungseffekte von Sportgroßveranstaltungen, in: Büch, M.-P./ Maennig, W./ Schulke, H.-J. (Hrsg.), Aspekte von Sportgroßveranstaltungen, 2002, S. 83 f.

39 vgl. Gans, P./ Horn, M./ Zemann, C., Sportgroßveranstaltungen, 2003, S. 81 ff.

3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

11

Besucher der Veranstaltung
Besucher der
Veranstaltung
Bewertung der Auswirkungen 11 Besucher der Veranstaltung Bevölkerung des Ortes öffentliche Verwaltung
Bewertung der Auswirkungen 11 Besucher der Veranstaltung Bevölkerung des Ortes öffentliche Verwaltung

Bevölkerung

des Ortes

11 Besucher der Veranstaltung Bevölkerung des Ortes öffentliche Verwaltung Veranstalter Gastgewerbe und
11 Besucher der Veranstaltung Bevölkerung des Ortes öffentliche Verwaltung Veranstalter Gastgewerbe und

öffentliche

Verwaltung

Veranstalter

Gastgewerbe

und

Einzelhandel

sonstige

Unternehmen

ökonomische

Auswirkungen

sonstige Unternehmen ökonomische Auswirkungen Sportgroß- veranstaltung ökologische Auswirkungen
sonstige Unternehmen ökonomische Auswirkungen Sportgroß- veranstaltung ökologische Auswirkungen
Sportgroß- veranstaltung
Sportgroß-
veranstaltung
ökologische Auswirkungen Bevölkerung des Ortes
ökologische
Auswirkungen
Bevölkerung
des Ortes

soziale

Auswirkungen

Auswirkungen Bevölkerung des Ortes soziale Auswirkungen Besucher der Bevölkerung Veranstaltung des Ortes

Besucher der

Bevölkerung

Veranstaltung

des Ortes

Abb. 3.2.1/1 Klassifizierung der Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen in Anlehnung an Gans, P./ Horn, M./ Zemann, C., Sportgroß veranstaltungen, 2003, S. 86

Ökonomische Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen

Ökonomische Wirkungen zeigen sich zunächst beim Veranstalter selbst. Positiv wirken sich Einnahmen aus Eintrittskarten, Fanartikeln und Übertragungsrechten an Fernsehan- stalten aus. Eine weitere Einnahmequelle sind Sponsoren-, Werbe- und Lizenzverträge. Zudem kann der Veranstalter, wenn er auch als Gastronom tätig wird, aus der Verpflegung der Zuschauer Nutzen ziehen. Oft profitiert er zudem von Zuschüssen der öffentlichen Hand. Ungünstig sind für den Veranstalter die anfallenden Kosten für Personal, Sachgüter, Leistungen Dritter, Infrastrukturnutzung und eventuell Infrastrukturauf- und –ausbau so- wie für die Finanzierung.

Auf die Auswirkungen für das Gastgewerbe wird in Kapitel 3.2.2 ausführlich eingegangen. Der örtliche Einzelhandel profitiert von zusätzlichen Ausgaben der Besucher und des Wettkampftrosses und von Aufträgen durch den Veranstalter. Durch die Veranstaltung kann es zu Nachfragesteigerungen kommen, die Preissteigerungen möglich machen. Zu- sätzliches Einkommen kann entstehen, wenn das touristische Image des Austragungsortes verbessert wird. Sollte es allerdings zu einer Verschlechterung des Images kommen, stellt

3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

12

dies einen negativen Effekt in Form von geringerer Nachfrage dar. Dasselbe gilt für die möglich Verdrängung sonstiger Touristen, was zu Einkommensverlusten führt. 40

Auch die örtlichen Unternehmen können aus Sportgroßveranstaltungen ihren Nutzen zie- hen. Ihr Einkommen kann direkt durch Aufträge des Veranstalters steigen. Indirekt kann zusätzliches Einkommen durch das verbesserte Image des Austragungsortes oder durch die Nutzung der Veranstaltung als Selbstdarstellungsplattform generiert werden. Außer- dem kann sich die, durch die Veranstaltung verbesserte Infrastruktur auch für ein Unter- nehmen positiv auswirken. Ungünstig sind für örtliche Unternehmen Zeitverluste, die durch Behinderungen bei Planung und Durchführung der Sportgroßveranstaltungen entste- hen.

Die öffentliche Verwaltung des Austragungsortes von Sportveranstaltungen ist ebenfalls betroffen. Für sie können sich Mehreinnahmen durch Pachten, Gebühren und Steuern er- geben. Ist sie Eigentümerin der Infrastruktur, profitiert sie nicht nur während, sondern auch noch nach der Veranstaltung durch die Folgenutzung. Sind die Sportanlagen allerdings für Randsportarten gebaut worden, kann es in der Folge auch zu geringen Auslastungen kom- men. So kann diese Infrastruktur nicht mehr rentabel betrieben werden. Bei der öffentli- chen Verwaltung ergeben sich weitere negative Auswirkungen, die jenen des Veranstalters entsprechen. Allerdings muss die Verwaltung oft dem Veranstalter zudem Zuschüsse ge- währen, was teilweise zu enormen Defiziten führt. 41

Die Bevölkerung spürt die Effekte von Großveranstaltungen durch zusätzliches Einkom- men, z.B. aus privater Zimmervermietung, durch zusätzliche Arbeitsplätze und durch eine verbesserte Infrastruktur. Negativ wirken sich für die Einheimischen Trubel im Ort, da- durch bedingte Zeitverluste sowie Preissteigerungen, unter anderem auf dem Immobilien- markt, als Folge einer Veranstaltung aus. 42

Der Besucher hat aus wirtschaftlicher Sicht die Kosten für Eintrittskarten, An- und Abrei- se, Unterkunft und Verpflegung zu tragen. 43

40 siehe hierzu auch Kapitel 3.2.2, ab S. 14

41 zu diesem Abschnitt vgl. ebenso Spilling, O.R., Long-term Impacts of Mega-Events: The Case of Lille- hammer 1994, in: Jeanrenaud, C. (Hrsg.), The Ecomomic Impact of Sport Events, Neuchâtel, 1999, S. 149; sowie Stettler, J., Auswirkungen von Sportgroßanlässen, 2000, S. 30

42 zu diesem Abschnitt vgl. ebenso Ritchie, B./ Yangzhou, J., Role and Impact, 1987, S. 24

43 zu diesem Abschnitt vgl. Gans, P./ Horn, M./ Zemann, C., Sportgroßveranstaltungen, 2003, S. 86 ff.

3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

13

Ökologische Auswirkungen

Die ökologischen Effekte von Sportgroßveranstaltungen ergeben sich in erster Linie für die einheimische Bevölkerung. Von positiven Wirkungen kann in Zusammenhang mit dem Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs gesprochen werden. Ansonsten sind es aus ökologischer Sicht negative Effekte, die durch eine solche Veranstaltung entstehen. Es finden Eingriffe in das Stadt- und Landschaftsbild, teilweise in geschützte Landschaften, statt, und Freiflächen gehen verloren. Der Energieverbrauch, die Lärmbelastung, die Schadstoffemission sowie die Abfallproduktion nehmen infolge einer Sportgroßveranstal- tung zu. 44

Soziale Auswirkungen

Auch in sozialer Hinsicht ist die Bevölkerung des Austragungsortes einer Sportgroßveran- staltung betroffen. Positiv fallen hier die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls, die Stärkung der regionalen Identität sowie der verstärkte Einsatz der Einheimischen für das Gemeinwohl auf. 45 Außerdem können sich soziale und kulturelle Traditionen im Rahmen des veranstaltungsbedingten Tourismus positiv entwickeln. Diese Entwicklung kann aller- dings auch entgegengesetzt verlaufen. Zudem entstehen auf Grund solcher Veranstaltun- gen teilweise enorme Unstimmigkeiten über die Art der Durchführung innerhalb der Be- völkerung. Während der Veranstaltung kann es sowohl zu vermehrter als auch verringerter Kriminalität 46 im Austragungsort kommen.

Soziale Wirkungen ergeben sich außerdem für die Besucher. Sie finden bei Großveranstal- tungen Unterhaltung und Erholung, teilweise auch die Motivation für eigene sportliche Betätigung. Oft wird durch ein sportliches Event ein Gemeinschaftsgefühl unter den Zu- schauern erzeugt. So werden auch Minderheiten integriert. Außerdem können Werte und Orientierung durch eine solche Veranstaltung vermittelt werden. Negative Auswirkungen sind Konflikte der Zuschauer untereinander sowie mögliche gesundheitliche Schäden durch Unfälle, zu großen Lärm oder ähnlichem. 47

44 zu diesem Abschnitt vgl. Gans, P./ Horn, M./ Zemann, C., Sportgroßveranstaltungen, 2003, S. 95 f.

45 vgl. ebenso Fontanari, M.L./ Fontanari, M.A., Sportevents als Instrument der Regionalentwicklung, in:

Trosien, G./ Dinkel, M. (Hrsg.), Sport-Tourismus als Wirtschaftsfaktor, 1. Aufl., Butzbach-Griedel, 2001, S. 97

46 vgl. Stettler, J., Auswirkungen von Sportgroßanlässen, 2000, S. 30

47 zu diesem Abschnitt vgl. Gans, P./ Horn, M./ Zemann, C., Sportgroßveranstaltungen, 2003, S. 97 ff.

3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

14

3.2.2 Auswirkungen auf Destinationen

Im vorhergehenden Kapitel werden alle möglichen Auswirkungen von sportlichen Großan-

lässen dargestellt. Nun soll speziell auf die touristischen Auswirkungen in den Destinatio- nen, die solche Veranstaltungen planen und durchführen, eingegangen werden. Eingangs sei erwähnt, dass die allgemeinen Auswirkungen hier nicht vergessen werden dürfen. Der

Tourismus ist ein „umfassendes Gesamtsystem, zu dem viele weitere Teilbereiche [

ei-

nen Beitrag leisten“ 48 . Insofern können die oben genannten allgemeinen Auswirkungen als indirekte Auswirkungen auf den Tourismus betrachtet werden.

]

Ökonomie Gesell- Politik schaft Tourismus Ökologie Individuum Freizeit
Ökonomie
Gesell-
Politik
schaft
Tourismus
Ökologie
Individuum
Freizeit

Abb. 3.2.2/1 Ganzheitliches oder modulares Tourismusmodell vgl. Freyer, W., Tourismus - Einführung, 2001, S. 32

Im folgenden werden die wichtigsten kurzfristigen Auswirkungen auf das touristische An- gebot und die touristische Nachfrage, sowie langfristige Werbeeffekte auf die Nachfrage dargestellt. Dabei kann es einzelne Überschneidungen mit Kapitel 3.2.1 geben. Das Haupt- augenmerk liegt auf den Ergebnissen von Max Brönnimann 49 , der in seinem Buch „touris- tische Bedeutung von Wintersportgroßveranstaltungen“ eine sehr ausführliche Studie dar- stellt. Es wird durch den Vergleich mit anderen Studien angenommen, dass die wichtigsten Aussagen auf Sommersportveranstaltungen übertragen werden können. Diese Studien werden durch Fußnoten gesondert gekennzeichnet.

3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

15

Direkte Auswirkungen auf das touristische Angebot

Je nach Größe der Veranstaltung verändert sich das Orts- und Landschaftsbild. Bei der größten Sportveranstaltung, den Olympischen Spielen, werden Straßen, Parkplätze, Olym- piastätten und das Olympische Dorf gebaut. Dazu werden Erdbewegungen, Rodungen und ähnliches vorgenommen. Bei anderen Großveranstaltungen ist die Wirkung nicht ganz so gravierend, aber auch für diese wird viel gebaut und verändert.

Was die einheimische Bevölkerung betrifft, kann eine Sportgroßveranstaltung zur Steige- rung des Fremdenverkehrsbewusstseins, zur Erhöhung der Kooperationsbereitschaft sowie zur Verbesserung des touristischen Verständnisses beitragen. Auch hier gilt, je größer die Veranstaltung, desto stärker die Wirkungen.

Im Bereich der allgemeinen Infrastruktur werden im Vorfeld von sportlichen Events große Anstrengungen unternommen. Für den Tourismus sind besonders die Wirkungen auf das örtliche und regionale Verkehrsnetz von Bedeutung. Oft werden so Projekte des Stra- ßen-, Schienen-, Luftverkehrs oder der Telekommunikation schneller realisiert als ohne Großveranstaltung. Dieser beschleunigte Ausbau mit Hilfe öffentlicher Mittel kann sogar der Grund für die Übernahme einer Sportgroßveranstaltung sein. Wenn die Infrastruktur- planung als Teil einer zukunftsgerichteten Gesamtplanung erfolgt, kann dieser Bereich langfristig positive Auswirkungen haben.

Das gastgewerbliche Angebot verändert sich nach Brönnimann oft nur geringfügig. Orte, die sich um Großveranstaltungen bewerben, haben meist bereits ein gut ausgebautes An- gebot. Allerdings entstehen Erneuerungsimpulse, die zu einer Verbesserungen der Ange- botsqualität führen. Die stärksten Impulse für das touristische Angebot ergeben sich in Orten, die bisher touristisch wenig ausgebaut waren. In diesem Punkt zeigen andere Stu- dien andere Ergebnisse auf. Teilweise wird die touristische Suprastruktur auf die Auslas- tungsspitze während einer Veranstaltung ausgerichtet. Es entstehen also neue Angebotska- pazitäten, die später als Überkapazitäten zu Überschuldungen und Konkursen führen kön- nen. 50 Negative Effekte nach Brönnimann entstehen vor allem dann, wenn die Veranstal- tung in die Hochsaison fällt. Dann werden Stammgäste teilweise abgewiesen oder sie mei- den den Trubel, der durch eine Sportgroßveranstaltung entsteht.

3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

16

Auch die neuen oder verbesserten Sporteinrichtungen einer Destination stellen eine Ver- besserung des Angebots dar. Bei olympischen Spielen entsteht ein vollständiges Angebot an Winter-/Sommersporteinrichtungen auf dem neuestem Stand der Technik. In WM- oder EM-Orten wird das Angebot an Sporteinrichtungen für eine oder wenige bestimmte Sport- art(en) verbessert. All diese Sport-Stätten können meist auch nach dem Großereignis von Aktivsportlern, für andere Großveranstaltungen, für Trainingslager oder als Sehenswür- digkeiten genutzt werden.

Als letzter Punkt seien die besseren Vermarktungschancen des touristischen Angebots aufgeführt. Durch Sportgroßveranstaltungen haben vor allem vorher weniger bekannte Orte einen vereinfachten Zugang zu wichtigen Absatzwegen. 51

Direkte Nachfrageeffekte durch Tross und Zuschauer

Durch eine Sportgroßveranstaltung hat eine Destination kurz vor, während und kurz nach der Veranstaltung mehr Gäste und Übernachtungen durch Tross und Zuschauer. Davon profitieren auf Grund der Zusatzausgaben vor allem Beherbergungsbetriebe, Restaurants und Transportunternehmen. Die Höhe der zusätzlichen direkten Nachfrage hängt stark von der Art der Veranstaltung und von der Destination ab.

Durch die zusätzliche Nachfrage entstehen nachfragebedingte Einkommenseffekte. Die summierten Gesamtausgaben 52 der Zuschauer und des Trosses ergeben den Gesamtumsatz des Austragungsortes und seiner Umgebung. Bei den durch Brönnimann untersuchten Sportgroßveranstaltungen war dieser Gesamtumsatz mindestens annähernd gleich groß wie die Durchführungskosten. Teilweise überstieg er die Kosten deutlich. Wichtiger noch ist der Umsatzzuwachs bzw. die Zusatzerträge durch eine solche Veranstaltung. Unter Um- satzzuwächsen werden alle Umsätze verstanden, die ausschließlich auf Grund der Sport- großveranstaltung entstanden sind. Diese machen rund 80% des Gesamtumsatzes aus. Der Zusatzertrag ergibt sich aus dem Umsatzzuwachs abzüglich des zusätzlichen Aufwandes, der durch eine Großveranstaltung entsteht. Aus den Untersuchungen von Brönnimann er- geben sich rund 55% des Gesamtumsatzes als Zusatzertrag für die Betriebe, wovon 90% auf touristische Anbieter entfallen.

Eine Auswirkung von Sportgroßveranstaltungen auf die Nachfrage zeigt sich erst nach der Veranstaltung. Viele Zuschauer werden durch eine Veranstaltung zu späteren Ausflügen

51 zu diesem Abschnitt vgl. Brönnimann, M., touristische Bedeutung, 1982, S. 55 ff.

3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

17

oder Ferien in die austragende Destination animiert. Dies ist vor allem dann interessant, wenn ein Teil der Zuschauer die Destination vorher nicht kannte. Diese Zuschauer stellen dann ein neues Gästepotential dar. 53

Langfristige Werbeeffekte

Der Grundgedanke vieler Destinationen, die Sportgroßveranstaltungen ausrichten, ist fol- gender: große Veranstaltungen lenken weltweit Aufmerksamkeit auf sich. Dadurch kommt es zu einer Erhöhung des Bekanntheitsgrades. Die Destination erhält das Image eines gu- ten Sportortes. Die potentiellen Gäste entwickeln so Präferenzen für eine Destination, wo- durch zusätzliche Nachfrage entsteht. Die Schwierigkeit liegt hier in der Messbarkeit von Publizität, Bekanntheitsgrad und Image und deren Auswirkungen auf die tatsächliche Nachfrage. Brönnimann hat dies am ausführlichsten untersucht und soll deshalb erneut als Datengrundlage herangezogen werden 54 .

Zunächst soll die Publizität betrachtet werden. Sie stößt, was Sportgroßveranstaltungen betrifft, auf großes Interesse. Die Reichweite in den Medien ist groß. Sie biete die Mög- lichkeit, den Namen der Destination und ihr touristisches Angebot bekannt zu machen oder in Erinnerung zu rufen. Die gesamte Publizität durch Medien ist außerdem kostenfrei. 55 Allerdings muss beachtet werden, dass der Anteil der fremdenverkehrsspezifischen Publi- zität mit 4-12% gering ist. Unter dieser versteht man den Teil der Berichterstattung der über den Austragungsort und dessen touristisches Angebot berichtet. Die große Gefahr liegt hier in negativen Inhalten, wie z.B. schlechtem Wetter, auf die der Veranstalter teil- weise keinen Einfluss hat. Oft wird außerdem die Reichweite der Publizität überschätzt.

Betrachtet man die Auswirkungen einer Sportgroßveranstaltung auf den Bekanntheits- grad von Destinationen lässt sich folgendes feststellen: Austragungsorte von sportlichen Events haben einen höheren Bekanntheitsgrad. Eine wichtige Einflussgröße ist hier die Nähe zum Austragungsort. Je weiter eine Destination entfernt ist, desto weniger wahr- scheinlich ist es, dass der Gast den Ort aus eigenen Erfahrungen kennt und desto wichtiger ist eine Sportgroßveranstaltung zur Bekanntmachung der Destination. Der Bekanntheits- grad hat eine nicht unerhebliche Rolle bei der Reiseentscheidung. Ein bekannterer Ort hat

52 Gesamtausgaben = Multiplikation der durchschnittlichen Tagesausgaben mit der Anzahl der Personen und deren Aufenthaltsdauer

53 zu diesem Abschnitt vgl. Brönnimann, M., touristische Bedeutung, 1982, S. 76 ff.

54 vgl. Brönnimann, M., touristische Bedeutung, 1982

3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

18

eine größere Chance als Alternative in Betracht gezogen zu werden und stellt einen gewis- sen Anziehungspunkt dar. Allerdings löst die Bekanntheit allein nicht automatisch Nach- frage aus.

Durch eine Befragung mit offenen Fragen, versuchte Brönnimann Aussagen über das Image von Austragungsorten von Großveranstaltungen zu erfassen. Die daraufhin erhalte- nen positiven Aussagen zeigen, dass Touristen mit Veranstaltungsdestinationen vor allem ein gutes Sportangebot, gute Wetterverhältnisse und eine sowohl allgemein als auch touris- tisch vorteilhafte Infrastruktur verbinden. Allerdings werden gleichzeitig negative Image- komponenten dieser Destinationen deutlich. So haftet ihnen der Ruf an, eine turbulente, verbaute und teure Gegend zu sein. Um die Auswirkung des Images auf die Nachfrage darzustellen, muss dieses Image den Angebotserwartungen der Touristen gegenübergestellt werden. Letztendlich wählt ein Gast eine Destination nur dann als Reiseziel aus, wenn das Image, das er im Kopf hat, mit seinen Anforderungen an ein Gebiet übereinstimmt. Wich- tige Ansprüche an einen Ferienort sind eine gute Infrastruktur, gutes Wetter, Erholungs- möglichkeiten und Ruhe sowie preisgünstige Angebote. Demnach dürften sich die positi- ven Imagekomponenten wie Sportangebot, Wetter und Infrastruktur vorteilhaft auswirken. Die Idee vom teuren, turbulenten und verbauten Austragungsort dürfte zukünftige Gäste aber eher abschrecken.

Betrachtet man weiterhin die Präferenzen der potentiellen touristischen Nachfrager, ist eine deutliche Neigung zur Ablehnung von Destinationen mit Sportgroßveranstaltungen zu erkennen. Bei Brönnimann sprechen sich 73% der Befragten gegen die Wahl eines Austra- gungsortes einer Großveranstaltung für Ferien oder Kurzaufenthalte aus. Nur 10% bevor- zugen solche Destinationen bei ihrer Reiseentscheidung.

Die wichtigsten Kennziffern, um die langfristige Werbewirkung von Sportgroßveranstal- tungen bewerten zu können, sind die tatsächlichen Nachfragezahlen. Diese können in Übernachtungs- und Gästestatistiken über mehrere Jahre beobachtet werden. Die Entwick- lung ist je nach Art der Veranstaltung und Entwicklungsstand des Austragungsortes unter- schiedlich. Allerdings ergeben sich in den meisten Destinationen langfristig keine Nach-

3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

19

frageeffekte durch Sportgroßveranstaltungen. Die größten Effekte gibt es bei Gästen aus Übersee und in Destinationen, deren touristische Entwicklung erst am Anfang steht. 56

3.2.3 Zusammenfassung und Bewertung

Sportgroß- veranstaltung kurzfristige, langfristige, touristische touristische Auswirkungen Auswirkungen Angebot
Sportgroß-
veranstaltung
kurzfristige,
langfristige,
touristische
touristische
Auswirkungen
Auswirkungen
Angebot
Nachfrage
Angebot
Nachfrage
negativ
negativ
negativ
negativ
- verändertes
Orts- und Land-
schaftsbild
-
Stammgäste
meiden den Ort
- verändertes
Landschaftsbild
- Image eines
teuren, turbu-
- Überkapazitäten
bei Beherber-
lenten, ver-
- Konflikte mit
Stammgästen
positiv
bauten Ortes
- großes Interesse
- negative Aus-
- Preissteige-
rungen
der Medien
gung und Sport-
anlagen
wirkung auf
Präferenz bei
positiv
Reiseentschei-
positiv
- hoher Gesamt-
umsatz durch
Veranstaltung
- verbesserte
dung
- Infrastruktur-
verbesserung
- davon 80%
Umsatzzuwachs
Infrastruktur
- Werbewirkung
- moderne
- moderne Sport-
stätten
und 55% Zu-
satzertrag
Sportstätten
- neue und v.a.
- 90% des
Nutzens bei
touristischen
Betrieben
löst wenig bis
kaum lang-
fristigen Nach-
frageeffekte aus
qualitativ bes-
sere Angebote
positiv
der Beherber-
- höherer Be-
gungsbetriebe
- Zuschauer
kanntheitsgrad
- bessere Ver-
werden poten-
tielle Nachfrager
- Image bezüglich
marktungs-
Infrastruktur,
möglichkeiten
Sportstätten,
Wetter

Abb. 3.2.3/1 Zusammenfassung der Auswirkungen von Sportgroß veranstaltungen auf Destinationen, eigene Darstellung, in Ahnlehung an Kapitel 3.2.2

Die Abbildung 3.2.3/1 fasst die möglichen Effekte, die eine Sportgroßveranstaltung in ei- ner Destination bewirken kann, zusammen. Ob und in welchem Ausmaß sie eintreffen, hängt dabei sowohl von der Größe und Art der Veranstaltung als auch von der Größe und Art der Destination sowie deren Entwicklungsgrad ab. Die Olympischen Spiele haben demnach die größten Auswirkungen auf eine Destination. Diese Auswirkungen sind dann

56 zu diesem Abschnitt vgl. Brönnimann, M., touristische Bedeutung, 1982, S. 115 ff.

3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen

20

besonders stark, wenn die Region vor der Veranstaltung touristisch nicht besonders aktiv war. In diesem Fall konnten die größten Veränderungen des Angebots und der Nachfrage- zahlen beobachtet werden. Wenn überhaupt ein positiver Werbeeffekt beobachtet werden konnte, dann auch bei Olympischen Spielen in touristisch noch nicht entwickelten Gebie- ten.

Zusammenfassend lassen sich die kurzfristigen Auswirkungen von Sportgroßveranstaltun- gen auf das touristische Angebot und die Nachfrage als durchaus positiv bewerten. Gelingt es einer Destination, die Preise konstant zu halten, vernünftige Regelungen mit den Stammgästen zu treffen und die Eingriffe in die Natur zu minimieren, kann die Durchfüh- rung einer Sportgroßveranstaltung zu einem verbesserten Angebot, mehr Nachfrage und beachtlichen Einkommenseffekten führen.

Häufig werden vor einer Veranstaltung jedoch die langfristigen Auswirkungen, die soge- nannten Werbeeffekte, als Grund und größte Chance der Durchführung angegeben. In sie werden im Vorfeld die größten Erwartungen gesteckt. Viele Studien nennen als positive Effekte einen höheren Bekanntheitsgrad und Imageverbesserungen, ohne Belege dafür zu liefern. Deshalb haben wir Brönnimann mit seiner Studie herangezogen. Er konnte erstere Aussage bekräftigen. Die Imageeffekte einer Sportgroßveranstaltung bewertet er aber bei weitem nicht so positiv. Die Nachfrage ändert sich demnach entgegen der großen Erwar- tungen aufgrund einer Sportgroßveranstaltung langfristig nicht. Die einzigen langfristig günstigen Wirkungen ergeben sich im Bereich Infrastruktur und Sportstätten. 57

Diese theoretischen Ausführungen sollen im Folgenden durch die Beispiele dreier deut- scher Sportgroßveranstaltungen ergänzt, bestätigt oder widerlegt werden.

57 zu diesem Abschnitt vgl. Gans, P./ Horn, M./ Zemann, C., Sportgroßveranstaltungen, 2003, S. 30 ff. ; auch Brönnimann, M., touristische Bedeutung, 1982, S. 74 f., 113, 161 f., 194 f., 204 f., 235; ebenso Stettler, J., Auswirkungen von Sportgroßanlässen, 2000 S. 28 ff.; sowie Spilling. O.R., Long-term Im- pacts, 1999, S. 135 ff.; ebenso Kapitel 3.2.2, S. 14 ff.

4. Beispiele für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland

21

4. Beispiele für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland

In diesem Kapitel sollen drei deutsche Mega-Events 58 der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufzeigen, welche Auswirkungen sich vor, während und nach der jeweiligen Ver- anstaltung ergeben (werden) bzw. ergaben. Dabei sollen in Anlehnung an Kapitel 3.2.2 hauptsächlich die touristischen Effekte auf Destination mit städtischer und ländlicher Sied- lungsstruktur bzw. mit bundesweiter Größenordnung betrachtet werden.

4.1 Olympische Spiele München 1972

Die Olympischen Spiele in München 1972 sind Beispiel dafür, welche Bedeutung eine internationale Sportgroßveranstaltung für die Entwick- lung einer Stadt haben kann. Diese Spiele wurden am 26. August in München eröffnet und dauerten bis 11. September 1972 an. Es nahmen 7.047 Teilnehmer aus 122 Nationen an 195 Wettkämpfen in 22 Sommersportarten teil. 59 Insgesamt verfolgten 4,4 Millionen Zuschauer die sportlichen Entscheidungen. Die Ge- samtkosten der Olympiade beliefen sich auf fast zwei Milliarden DM, denen rund 1,3 Mil- liarden DM Einnahmen gegenüberstanden. Die Stadt München übernahm von den verblei- benden Belastungen 143 Millionen DM. Die noch verbleibenden Belastungen trugen Bund und Freistaat.

noch verbleibenden Belastungen trugen Bund und Freistaat. In einer ohnehin wirtschaftlich günstigen

In einer ohnehin wirtschaftlich günstigen Wachstumssituation zum Zeitpunkt der Olympia- Zusage 1966, konnte die Stadt München durch die Spiele weitere positive allgemeine Ef- fekte erzielen. Die Vorbereitungsphase war geprägt durch die schnelle Realisierung ver- schiedenster Projekte, die der Wirtschaft der Stadt enorme ökonomische Impulse bescher- ten. Am meisten profitierte die Baubranche. Aber auch andere Bereiche, wie der Einzel- handel, verspürten die von den bevorstehenden Olympischen Spielen ausgehende Zugkraft. Dieser konnte sich im vorolympischen München kaum ein Wirtschaftssektor entziehen und fast alle getroffenen Maßnahmen standen direkt oder indirekt mit Olympia in Verbindung. Durch diese Wirtschaftimpulse sank die Arbeitslosenquote in München bis auf einem Tiefstand von 0,5% im Jahr der Spiele.

Eine der wichtigsten Aufgaben im Vorfeld der Veranstaltung bestand darin, die Verkehrs- infrastruktur olympiatauglich zu machen. Dies betraf vor allem Projekte im Bereich Stra-

58 vgl. Kapitel 2.2, S. 3

59 vgl. o.V., München 1972, Spiele der XX. Olympiade, in: http://www.olympia- lexikon.de/index.php?treeitemId=1900, [Stand: 19.11.2004]

4. Beispiele für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland

22

ßen- und S-Bahnausbau sowie den U-Bahnneubau. Einzelne Projekte waren bereits vor der Olympia-Bewerbung im Stadtentwicklungsplan vorgesehen und sollten stufenweise bis 1990 realisiert werden. Die Olympiade beschleunigte diesen Prozess und agierte so für die Stadt München als eine Art "Zeitraffmaschine" 60 .

Für eine großstädtische Destination war dieses neue Verkehrssystem eine Art Grundvor- aussetzung für die weitere touristische Entwicklung. Aber auch auf andere touristische Angebotsbereiche wirkten sich die Olympischen Spiele in München aus. Dabei stellte der Olympiapark mit seinen Sportstätten und weiteren Einrichtungen das zentrale Projekt dar. Kurzfristig betrachtet war er Schauplatz der Olympischen Spiele 1972. Auf längere Sicht gewann er durch die Nachnutzung der Olympiaanlagen touristische Bedeutung. So zählt der Olympiaturm und die architektonisch außergewöhnliche Zeltdachkonstruktion der o- lympischen Anlagen zu den Wahrzeichen des modernen München. Die Olympiahalle und das Olympiastadion dienen in der nacholympischen Zeit Münchens als Kulisse für diverse sportliche, kulturelle und kommerzielle Veranstaltungen. Die Parklandschaft mit See und Aussichtshügel ist sowohl Naherholungsgebiet als auch touristisches Ausflugsziel. Heute ist der Olympiapark, mit ca. fünf Millionen Besuchern jährlich, eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten Münchens und mit fast 9.000 Veranstaltungen das größte Veranstal- tungs- und Freizeitzentrum Europas.

Ein positiver Nebeneffekt dieser Sportveranstaltung war die Entwicklung des kulturellen Angebots. Schon während der Spiele fand ein kulturelles Rahmenprogramm statt. Im An- schluss verbesserte sich das Kunst und Kulturangebot der Stadt München auf ein internati- onales Niveau.

Ein weiterer Effekt der Olympiade 1972 war die quantitative und qualitative Entwicklung des Beherbergungsangebots. Seit dem Zuschlag für die Spiele im Jahre 1966 erhöhte sich die Bettenkapazität stetig. Im Veranstaltungsjahr nahm die Anzahl der Betten um ca. 12% im Vergleich zu 1971 zu, wobei sich im selben Zeitraum die Zahl der Beherbergungsbe- triebe verringerte. Dieser Rückgang zeigte sich hauptsächlich bei Gasthöfen, Pensionen und Ferienheimen, wohingegen eine Zunahme qualitativ hochwertigerer Hotels zu beo- bachten war.

60 Geipel, R./ Helbrecht, I./ Pohl, J., Die Münchner Olympischen Spiele von 1972 als Instrument der Stadt- entwicklungspolitik, in: Häußermann, H./ Siebel, W. (Hrsg.), Festivalisierung der Stadtpolitik, Opla- den, 1993, S. 278

4. Beispiele für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland

23

1965 erreichte München die Rekordübernachtungszahl von über 4 Millionen. Mit dem

Olympia-Zuschlag 1966 fielen auf Grund der aufgenommenen Bautätigkeiten zunächst die Übernachtungszahlen. Von da an konnte München bis zur Olympiade Jahr für Jahr wieder mehr Gästeankünfte und Übernachtungen verzeichnen. Vergleichsweise waren die Zu- wachsraten in Bayern stets höher. München konnte im bayerischen Vergleich dagegen mit einem höheren Ausländeranteil sowohl bei den Gästeankünften als auch den Übernachtun- gen aufwarten. Im Austragungsjahr der Olympischen Spiele kamen die meisten Gäste in den Monaten September und Oktober. Bemerkenswert ist außerdem, dass 1972 offiziell weniger Ausländer nach München kamen als im Jahr zuvor. Bei den Übernachtungen ent- fielen die höchsten Zuwachsraten auf ausländische Gäste aus Asien, Australien und Kana- da. Die durchschnittliche Verweildauer konnte sich im Austragungsjahr leicht erhöhen. Bei Betrachtung der Gäste- und Übernachtungszahlen von 1972 muss berücksichtigt werden, dass im Olympiajahr rund 100.000 Übernachtungen in privaten Quartieren und Behelfsun- terkünften stattfanden. Dies kann der Grund dafür gewesen sein, dass die Spiele in den Touristik-Statistiken nicht im erwarteten Maße ins Gewicht fielen. Im Gegenteil, in den zwei Folgejahren 1973 und 1974 verzeichnete München sogar rückläufige Gästeankünfte und Übernachtungen.

Zuletzt soll noch die langfristige Werbewirkung der Olympischen Spiele in München be-

trachtet werden. Mit diesen Spielen rückte die Stadt in den Blickpunkt der Weltöffentlich- keit und erhielt so eine Art Eintrittskarte in den Kreis der Weltstätte. Die Werbemaßnah- men für die sportlichen Ereignisse sollten sowohl ein neues Deutschlandbild im Ausland als auch mehr Aufmerksamkeit für die Tourismusdestinationen Deutschland, Bayern und München erzeugen. München wollte im Gegensatz zu den olympischen Spielen in Berlin

1936 "heitere Spiele" veranstalten und so ein fröhliches Image nach außen tragen. Zehn

Tage lang konnte München diesem Ziel gerecht werden, bis am fünften September der Terroranschlag auf die israelische Mannschaft verübt wurde. Dadurch traten neben die anfängliche Heiterkeit negative Aspekte wie Terror und Angst. Den wichtigsten Bereich im Rahmen der langfristigen Werbeeffekte stellt die langfristige Entwicklung der Nachfra- gezahlen dar. Bei der Betrachtung eben dieser, fällt in München keine enorme Zunahme auf. Nach elf Jahren waren die Gästeankünfte um 25%, nach 20 Jahren, also 1992 um 54% gestiegen. Die Zuwachsraten in Bayern waren im selben Vergleichszeitraum ungefähr doppelt so groß. Inwiefern diese Zuwächse in Bayern ebenfalls von den Olympischen Spielen beeinflusst wurden, kann nicht geklärt werden.

4. Beispiele für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland

24

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich durch die Olympischen Spiele 1972 in München das touristische Angebot sowohl kurz- als auch langfristig verbessert hat. Eine positive Auswirkung der Spiele auf die touristische Nachfrage konnten wir bei unseren Betrachtungen jedoch nicht feststellen. 61

4.2 Nordische Ski-Weltmeisterschaften Oberstdorf 1987 und 2005

Nordische Ski-Weltmeisterschaften Oberstdorf 1987 und 2005 Die Nordische Ski-WM 1987 fand vom 11. bis 22. Februar

Die Nordische Ski-WM 1987 fand vom 11. bis 22. Februar in Oberst- dorf statt. Es nahmen 290 Teilnehmer aus 29 Nationen in den nordischen Disziplinen Skilanglauf, Skispringen und Nordische Kombination teil. Ca. 370.500 Zuschauer verfolgten diese Wettkämpfe. Die Gesamtkosten der Veranstaltung beliefen sich auf 9,7 Mio. DM, wovon 600.000 DM als Belastung bei der Gemeinde verblieben.

In der Vorbereitungszeit stellte sich das touristische Angebot als "nicht mehr länger trag- bar" 62 heraus. Diese Ausgangssituation sollte im Zuge der Vorbereitung auf die Weltmeis- terschaften verbessert werden. Im Rahmen dessen, wollten die Gastwirte durch eine besse- re Zusammenarbeit die Chance nutzen, Oberstdorf international präsentieren zu können. Außerdem wurde 1986 der Förderkreis attraktives Oberstdorf e.V. gegründet, dessen Ziel die "Unterstützung von Maßnahmen zur Verbesserung der Ferienqualität Oberstdorfs und eine einheitliche, abgestimmte Werbung für Oberstdorf" 63 war. Unter den insgesamt 7 Mit- glieder war auch die Oberstdorfer Kurverwaltung und der Hotel- und Gaststättenverband.

Ein Bereich der Qualitätsoffensive betraf das Beherbergungswesen. Somit sollte nicht die Bettenkapazität erhöht werden, sondern der Standard. Um bei gleichbleibender Bettenan- zahl den Zuschauern und Teilnehmern eine Unterkunft garantieren zu können, sollte jedes Hotel 30% seiner Kapazität für die WM freihalten. Stammgäste waren dadurch gezwun- gen, andere Termine für ihren Aufenthalt zu wählen.

Anlässlich der WM wurden das bestehende Schattenberg-Skistadion umgebaut und eine neue Loipe angelegt. Beide Anlagen dienten nicht nur der nordischen Ski-WM 1987, son- dern auch der touristischen Nachnutzung. Im Schattenberg-Skistadion, das nach dem Um- bau 20.000 Zuschauern Platz bot, wurden andere Veranstaltungen wie das jährliche Auf-

61 zu diesem Kapitel vgl. Abb. 4.1/1 und 4.1/2 im Anhang, ab S. III

62 Bayrischer Hotel- und Gaststättenverband, Informationsschreiben zum Thema „Oberstdorf entwickelt Charme“, aus dem Archiv des OK nordische Ski-WM 2005, Ordner 2.4, S. 1

63 Förderkreise attraktives Oberstdorf e.V., Vereinssatzung vom 13. Oktober 1986, S. 1, aus dem Archiv des OK nordische Ski-WM 2005, Ordner 2.4,

4. Beispiele für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland

25

taktspringen der Vierschanzen-Tournee abgehalten. Die neue Loipe konnte nach der WM von Einheimischen und Touristen genutzt werden.

Im Jahr 1987 ergab sich bei der kurzfristigen touristischen Nachfrage ein auffälliger Rück- gang. Die Gästeankünfte sanken um über 4%, die Übernachtungszahlen um über 6%, wäh- rend in Bayern die Zahlen deutlich im Plus lagen. Inwiefern diese negativen Zahlen von der Ski-WM beeinflusst wurden, konnten wir nicht klären. 1988, also ein Jahr nach der WM, war bei den Gäste- und Übernachtungszahlen in Oberstdorf wieder ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen, der deutlich über den Zuwachsraten Bayerns lag.

Die nordischen Titelkämpfe in Oberstdorf waren 1987 die größte Sportveranstaltung in Deutschland. Dementsprechend ausführlich wurde von der WM national und international in den verschiedensten Medien berichtet. Bereits vor der WM hatte Oberstdorf das Image eines "Winterwunderlandes" und das eines freundlichen Sportortes. Dieses wurde durch die Austragung der Nordischen Ski-WM unterstützt. Ungünstig für das Image Oberstdorfs wirkte sich die allgemeine Hektik, die eine Großveranstaltung grundsätzlich mit sich bringt, aus. Was die langfristigen Nachfragezahlen betrifft, fallen zunächst große Schwan- kungen bei den jährlichen Gästeankünften und Übernachtungszahlen in Oberstdorf auf. Deshalb lässt sich direkt von den jährlichen Zuwachsraten wenig ablesen. Betrachtet man die gesamte Zuwachsrate von 1987 bis 1997, kann für Oberstdorf eine Zunahme der Gäs- teankünfte um 57% und der Übernachtungen um 18% festgestellt werden. Wohingegen die Zuwachsraten im selben Zeitraum in Bayern bei 17% und 2% lagen. So betrachtet, scheint Oberstdorf nach der WM eine wesentlich bessere Entwicklung der Nachfragezahlen zu haben, als ganz Bayern. Inwiefern dies direkt von der Austragung der Weltmeisterschaften abhängt, oder auch andere Folgeveranstaltungen wie die jährliche Vierschanzen-Tournee dafür eine Rolle spielen, bleibt unklar. Zudem scheint Oberstdorf durch die WM ein Sprung bei den ausländischen Gästeanteilen gelungen zu sein.

4. Beispiele für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland

26

Beispiele für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland 26 Vom 16. bis 27. Februar 2005 wird Oberstdorf zum zweiten

Vom 16. bis 27. Februar 2005 wird Oberstdorf zum zweiten Mal die Nordischen Ski-WM ausrichten. Der Ort, der derzeit zu 98% direkt oder indirekt vom Tourismus lebt, befindet sich derzeit in den letzten Zügen der Vorbereitung. Im Moment wird mit 300.000 Zuschauern gerechnet.

Bis dato wurden bereits einige Verbesserungen des touristischen Angebots im Einklang mit der Natur und dem bestehenden Landschaftsbild erzielt. Die Verkehrsinfrastruktur wurde im Ort und in der Region verbessert. Zudem wurden die Sportstätten für 23 Mio. € auf den neuesten internationalen Standard gebracht. Nun verfügt Oberstdorf mit der neuen Allgäu Arena, in der 40.000 Zuschauer Platz finden, und einer neuen, beschneibaren Loipe über Anlagen, die in Zukunft auch touristisch genutzt werden können. Ein Beispiel für die anderweitige Nutzung der Allgäu Arena stellt der Silvesterstadel mit Karl Moik am Ende dieses Jahres dar.

Bis zum WM-Start sollen noch weitere Ziele, das touristische Angebot betreffend, erreicht werden. So soll anlässlich der Veranstaltung die Angebotsqualität und Attraktivität O- berstdorfs und der Destination Allgäu gesteigert werden. Die Veranstalter erhoffen sich auch seitens der Bevölkerung eine positivere Einstellung gegenüber dem Tourismus. Die WM soll den Beherbergungsbetrieben langfristig zu einer besseren Auslastung verhelfen.

Auch hinsichtlich der Nachfrage hat das Organisationskomitee Ziele für die WM und die Zeit danach formuliert. Primäres Ziel ist es, mehr Gäste nach Oberstdorf zu locken, um so den Tourismus im Ort langfristig zu sichern. Dieses Ziel soll durch eine langfristige Wer- bewirkung erreicht werden. Den ersten Schritt dazu, stellt die umfassende und weltweite Berichterstattung über die Sportveranstaltung sowie den Austragungsort und die umlie- gende Region dar. In der Folge soll dadurch der Bekanntheitsgrad erhöht und das Image Oberstdorfs und der Destination Allgäu verbessert werden. Im Vergleich zur Ski-WM 1987 ist hier festzustellen, dass diese Ziele nicht nur den Austragungsort Oberstdorf, son- dern immer auch die umliegende Region, das Allgäu, mit einbeziehen.

Die Gäste- und Übernachtungszahlen der Vor-WM im Februar 2004 deuten eine mögliche positive Entwicklung der zukünftigen touristischen Nachfrage auf Grund der WM an. Im Januar und Februar 2004, also kurz vor und während der Vor-WM, konnten die Gästean- künfte um 18% und die Übernachtungen um 12% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesteigert werden. Ob sich diese Erwartungen bezüglich der tatsächlichen Nachfragezahlen erfüllen, wird die Zukunft zeigen. Um die Auswirkungen der Nordischen Ski-WM auf den

4. Beispiele für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland

27

Bekanntheitsgrad und das Image zu ermitteln, müsste eine deutschlandweite repräsentative Haushaltsbefragung durchgeführt werden. 64 65

4.3 FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006

6 5 4.3 FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wird vom 9. Juni bis

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wird vom 9. Juni bis 9.Juli 2006 in Deutschland stattfinden. Als Austragungsorte wurden Berlin, Dortmund, Frankfurt, Gelsenkirchen, Kaiserslautern, Leipzig, Nürnberg, Stuttgart, München, Hamburg, Köln und Hannover festgelegt. Durch die Beschrän- kung auf zwölf Stadien soll der Effekt pro Stadt maximiert werden, weil so in jeder der austragenden Städte mindestens fünf Spiele veranstaltet werden. Insgesamt nehmen an der Endrunde der WM 32 Mannschaften teil und es werden 64 Spiele ausgetra- gen. Es wird mit rund drei Mio. Zuschauern gerechnet.

Zur Analyse der Auswirkungen der WM 2006 existieren bereits mehrere Studien. Diese basieren hauptsächlich auf der in Kapitel 3.1 aufgeführten Kosten-Nutzen-Analyse.

Neben den touristischen Auswirkungen, auf die nachfolgend noch ausführlich eingegangen wird, werden für die WM allgemeine Auswirkungen, die Akteure Wirtschaft, Staat und Sport betreffend, prognostiziert. Ökonomische Effekte ergeben sich vor allem für die Bauwirtschaft sowie für die Investitions- und Konsumgüterbranchen. Die wirtschaftlichen Effekte wirken sich auch auf den Staat aus. Hinzu kommen politische, soziale, ökologische sowie psychologische Auswirkungen, die unter bestimmten Voraussetzungen die gesell- schaftliche Entwicklung stabilisieren und fördern können. Der Sport kann im Zuge der WM von der öffentlichen Aufmerksamkeit, modernen, multifunktionalen Stadien sowie der gesteigerten Popularität des Fußballs profitieren.

Ein Ziel, das für den Tourismus nach der WM noch eine wichtige Rolle spielen wird, ist die Optimierung der Verkehrssysteme und der Sicherheitsmaßnahmen in den Austra- gungsorten im Hinblick auf die WM. Auch die touristische Infrastruktur wird sich in die- sen Orten verändern. So soll es zum Beispiel während der Fußball WM ein auf die Desti- nation abgestimmtes, touristisches Rahmenprogramm geben. Darüber wie sich die touristi- sche Suprastruktur auf Grund der WM verändern wird, liegen uns keine Informationen vor.

Ein großer Effekt der WM 2006 in Deutschland ergibt sich für die verschiedenen Austra- gungsstadien. Dabei gilt es unterschiedliche Ausgangssituationen zu beachten. Einige der

4. Beispiele für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland

28

Stadien, wie zum Beispiel die AOL-Arena in Hamburg, die Arena auf Schalke in Gelsen- kirchen und das Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart, sind bereits WM-tauglich. Andere müssen umgebaut oder erweitert werden. In Berlin beispielsweise war ein Umbau unab- hängig von der WM aus sicherheitstechnischen Gründen notwendig. Dieser hätte ohne die WM wesentlich später stattgefunden. Somit geht von der WM bezüglich des Stadions ein Beschleunigungseffekt aus, der auch in anderen Städten beobachtet werden konnte. Neben dem Aspekt der WM-Tauglichkeit der Stadien nach FIFA-Kriterien, steht für die Austra- gungsstädte die nachhaltige, u. a. touristische Nutzung moderner, multifunktionaler und komfortabler Stadien im Vordergrund.

Nach der Festlegung der Austragungsorte, gilt es nun die Auswahl unter den Bewerbern um das International Broadcasting-Center (IBC) zu treffen. Hier wird der Großteil der Me- dienvertreter während der WM untergebracht, was zu zusätzlichen Einnahmen in der Ho- tellerie und Gastronomie führen wird.

Wie oben bereits erwähnt, werden zur Fußball WM 2006 rund drei Mio. Zuschauer erwar- tet, wovon ca. eine Mio. aus dem Ausland kommen soll. Diese ausländischen Zuschauer gelten automatisch als Touristen. Wie viele der verbleibenden zwei Mio. deutschen Zu- schauer Touristen bzw. Einheimische sind, wird in der Literatur nicht prognostiziert. Ob die Gäste- und Übernachtungszahlen der Destination Deutschland auf Grund der WM stei- gen, hängt vom Grad der Verdrängung anderer Urlauber durch WM-Touristen ab.

Ausgehend von unterschiedlichen Verhaltensmustern der WM-Touristen bezüglich Reise-, Unterkunfts- und sonstiger Ausgaben, wird mit einer Spannweite der gesamten Touristen- ausgaben zwischen 813 Mio. DM und 1.464 Mio. DM gerechnet.

Prognosen über langfristige Auswirkungen der WM auf die touristische Nachfrage gibt es nicht, wobei die Steigerung der touristischen Nachfrage durch die WM durchaus als Ziel gesehen werden kann. Dieses Ziel soll durch langfristige Werbeeffekte erreicht werden. Um eine tourismusspezifische Publizität für das Reiseland Deutschland zu garantieren, wird das Thema WM in das Auslandsmarketing der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) integriert. Dadurch soll die Destination Deutschland weltweit noch bekannter wer- den. Die Steigerung des Bekanntheitsgrades ist durch die enormen Einschaltquoten bei Fußballweltmeisterschaften, während der WM 1998 in Frankreich waren es insgesamt 33 Milliarden Fernsehzuschauer, besonders gut möglich. Diese weltweite Medienpräsenz

4. Beispiele für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland

29

möchte Deutschland für eine langfristige Imagekampagne nutzen und somit eine beständi- ge touristische Nachfrage schaffen. Um der Welt klar zu machen, dass das vereinte Deutschland ein anderes ist als zur Fußball-WM 1974 in Deutschland, will man es nun als "modernes und internationales, attraktives und erlebnisreiches Land mit gastfreundlichen und sportbegeisterten Menschen" 66 einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Um Deutsch- lands Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt aufzuzeigen, und die Umwelt- folgen der WM zu reduzieren wurde das Umweltkonzept "Green Goal" ausgearbeitet. Ne- ben den Themengebieten Mobilität, Energie, Abfall und Wasser, sollen auch Umweltas- pekte im Tourismus berücksichtigt werden.

Die FIFA Fußball-WM in Deutschland wird nationale, regionale und lokale touristische Auswirkungen haben. Aufgrund der Verteilungsstruktur der Austragungsorte in ganz Deutschland, sollen nicht nur die einzelnen Austragungsregionen, sondern ganz Deutsch- land von der Attraktivitätssteigerung durch die WM profitieren. 67

66 DZT Marketing-Services (Hrsg.), Kommunikationskonzept FIFA Fussball WM 2006, Frankfurt, 2004,

S.1

67 zu diesem Kapitel vgl. Abb. 4.3/1 im Anhang, ab S. XIV

5. Fazit und Ausblick

30

5. Fazit und Ausblick

Die im letzten Kapitel dargestellten Beispiele haben einen kleinen Ausschnitt der heute so zahlreichen Sportgroßveranstaltungen dargestellt. In der Vielseitigkeit dieser Veranstal- tungen und deren Austragungsdestinationen spiegelt sich die Fülle unterschiedlichster Auswirkungen wieder. Die Verschiedenartigkeit allein in diesen drei Beispielen, zeigt die Schwierigkeit auf, pauschale Aussagen zu diesem Thema zu treffen. Es sind nicht nur die verschiedenen Veranstaltungstypen und –destinationen, welche die Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen auf Destinationen schwer greifbar machen. Ein weiteres Prob- lem stellt die methodische Messbarkeit bestimmter Effekte dar. Dies ist vor allem auf die enorme Komplexität der Wirkungszusammenhänge innerhalb einer Destination zurückzu- führen. Gerade bei der Zuordnung der Auswirkungen auf die beteiligten Akteure besteht die Schwierigkeit darin, die Kausalität zwischen Veranstaltung und Wirkung aufzuzeigen. Die Komplexität erschwert es zudem eine Trennung zwischen allgemeinen und touristi- schen Effekten von Sportgroßveranstaltungen vorzunehmen, da der Tourismus nur ein Teil des Gesamtsystems Destination ist.

Trotz dieser Schwierigkeiten, haben wir versucht, allgemeine Aussagen herauszukristalli- sieren. Diese können allerdings nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Die für uns bedeutsamsten Ergebnisse dieser Arbeit wollen wir abschließend in einigen Kernaus- sagen zusammenfassen.

Es besteht kein Zweifel darüber, dass eine Sportgroßveranstaltung kurzfristige Auswirkun- gen auf eine Destination nach sich zieht. Sowohl die Anbieterseite als auch die Nachfrager sind davon betroffen. Langfristig betrachtet, lässt sich dies aber nur für das touristische Angebot mit Sicherheit behaupten. Die langfristigen Nachfrageeffekte wagen wir jedoch zu bezweifeln. Während der Erarbeitung dieser Arbeit, stießen wir bei allen Studien auf die sogenannten Werbeffekte. Vor allem der Imageeffekt wird gerne als Aufhänger bei Entscheidungen für oder gegen eine Sportgroßveranstaltung herangezogen. Er wird aber zumeist überbewertet. Außerdem wird im Vorfeld einer solchen Veranstaltung unserer Meinung nach oft vergessen, dass durch unkontrollierbare externe Faktoren dieser Image- effekt auch ins Gegenteil umschlagen kann.

Um solchen "Schönredereien" in Zukunft entgegenwirken zu können müssten mit opti- mierten Methoden ganzheitliche Studien, die eine Sportgroßveranstaltung in allen Pla- nungs-, Durchführungs- und Nachbereitungsphasen begleiten, erstellt werden.

III. Anhang

III

III.

Anhang

Abb. 4.1/1 Zusammenfassung der Auswirkungen der Olympischen Spiele 1972 in München, mit Quellen, eigene Darstellung

Betroffene Instanz

Touristische Auswirkungen der Olympische Spiele 1972 in Mün- chen

Quelle

Touristisches Angebot (kurzfristig)

Ort- und Landschaftsbild

Allgemeine Infrastruktur

Touristische Infrastruktur

Touristische Suprastruktur

Touristische Infrastruktur Touristische Suprastruktur - "Olympia im Grünen", "Schaffung einer

- "Olympia im Grünen", "Schaffung einer Parklandschaft"

- Aufwertung des nördlichen Stadtteils von München

- vgl. Amt für Statistik und Datenanalyse der Landeshauptstadt (ASDL) (Hrsg.), Münchner Statistik 1968, Heft 6, München, 1969, S. 358

- vgl. Geipel, R./ Helbrecht, I./ Pohl, J., Stadtentwicklungspolitik, 1993, S.278 ff.

I./ Pohl, J. , Stadtentwicklungspolitik, 1993, S.278 ff. - Ausbau des ÖP NV, Entwicklung eines neuen

- Ausbau des ÖPNV, Entwicklung eines neuen Verkehrssystems

- Schaffung eines Fußgängerzentrums

- Einrichtung von Sonderflughäfen für die Spiele (abgefertigte Passa- giere ca. 60.000), Reiseverkehr (Nah- und Fernverkehr) der Bundesbahn und Busreiseverkehr profitiert von den Spielen

- Bau des stadtnahen Olympiaparks

- "Olympia im Grünen", "Schaffung einer Parklandschaft"

- Umrahmung des sportlichen Geschehens mit Kunst und Kultur:

"Spielstrasse"

- Qualitative und quantitative Erweiterung des Kulturangebots; kulturelles Angebot wird auf internationales Niveau gehoben

- kurzfristige Wachstumsimpulse durch öffentliche und private Investitionen: neue Hotelbauten Steigerung der Bettenkapazität

- seit 1966: Neuorientierung des Beherbergungsgewerbes: Modernisierung, Erweiterung Anstieg der Gesamtkapazität

- Home & Host Programm (=Privatquartieraktion) schafft 100.000 Übernachtungsmöglichkeiten nicht gewerblicher Unterkünfte im Umfeld von München; olympiabedingte Erhöhung der

- vgl. Geipel, R./ Helbrecht, I./ Pohl, J., Stadtentwicklungspolitik, 1993, S.278 ff.

- vgl. Dheus, E., Die Olympiastadt München – Entwicklung und Struktur, Stuttgart, 1972, S. 19

- vgl. ASDL (Hrsg.), Münchner Statistik 1972, Heft 1, München, 1973, S. 82 ff.

- vgl. Geipel, R./ Helbrecht, I./ Pohl, J., Stadtentwicklungspolitik, 1993, S.278 ff.

- vgl. ASDL (Hrsg.), Statistik 1968, 1969, S.

358

- vgl. Dheus, E., Die Olympiastadt München, 1972, S. 153

- vgl. Geipel, R./ Helbrecht, I./ Pohl, J., Stadtentwicklungspolitik, 1993, S.278 ff.

- vgl. ASDL (Hrsg.), Statistik 1968, 1969, S. 363

- vgl. Freyer, W./ Groß, S., Anforderungen an eine Bewerbung um Olympische Spie le aus touristischer Sicht, in: Freyer, W./

III. Anhang

IV

Bettenkapazität um 12,2% 1972 im Vgl. zu 1971; Sporteinrichtungen - Verbesserungsmaßnahmen an den bestehenden
Bettenkapazität um 12,2% 1972 im Vgl. zu 1971; Sporteinrichtungen - Verbesserungsmaßnahmen an den bestehenden

Bettenkapazität um 12,2% 1972 im Vgl. zu 1971;

Sporteinrichtungen

-

Verbesserungsmaßnahmen an den bestehenden Sportanlagen

-

an den bestehenden Sportanlagen - Groß, S. (Hrsg.) , Sport-Events, 2002, Dresden, S.92 -

Groß, S. (Hrsg.), Sport-Events, 2002, Dresden, S.92

- vgl. ASDL (Hrsg.), Statistik 1968, 1969, S. 355

Sportanlagen und –Einrichtungen auf dem Oberwiesenfeld (Olympiapark)

Touristisches Angebot (langfristig)

Ort- und Landschaftsbild

"voralpine, künstliche Endmoränenlandschaft (Seenkette, Grünanlagen, Aussichtsberg, Spazier- und Parkanlagen)

Allgemeine Infrastruktur

Touristische Infrastruktur

Sporteinrichtungen

-

"Olympia im Grünen", "Schaffung einer Parklandschaft"

-

ASDL (Hrsg.), Statistik 1968, 1969, S. 358

-

-

vgl. Geipel, R./ Helbrecht, I./ Pohl, J., Stadtentwicklungspolitik, 1993, S.278 ff.

-

Ausbau der Verkehrsinfrastruktur/ Ausbau des ÖPNV: U-Bahnbau (Olympialinie), S-Bahnausbau Förderung der Stadt- und Regionalentwicklung (räumliche Expansion). Aber: zentralistisches Konzept aus heutiger Sicht schlecht; radiale Ausrichtung des Verkehrsnetzes kaum reparabel.

-

vgl. Geipel, R./ Helbrecht, I./ Pohl, J., Stadtentwicklungspolitik, 1993, S.278 ff.

-

Olympiade war Zugpferd der Stadtentwicklung, Zeitraffmaschine; bewirkte Beschleunigungseffekt, "großer Sprung vorwärts": Stadt- entwicklung von 15 auf 6 Jahre verkürzt.

-

Pläne des heutigen Großflughafen Münchens haben ihren Ursprung in den Olympischen Spielen von 1972

-

Fazit: Entwicklungsschub im öffentlichen Raum mit langfristigen materiellen Folgen

- Olympiapark und dessen Nachnutzung fester Bestandteil des heutigen touristischen Programms; touristische Attraktionen, Wahrzeichen: Zeltdacharchitektur, Olympiaturm; Erwartungen der Nachnutzung wurden weit übertroffen,

- besseres Kulturangebot,

- Spiele sind Anstoß zur Modernisierung des Messegeländes

- Olympische Sportanlagen und deren Nachnutzung (insgesamt hohe Nachnutzungsintensität):

olympisches Männerdorf Eigentumswohnungen; Frauendorf Studentenwohnheim; Pressezentrum Schule; Fernseh- und Rund funkzentrum zentrale Hochschulsportanlage; Olympiahalle Rock-, Pop-, Jazzkonzerte, Oper, Boxveranstaltungen, Kongresse, Parteiveranstaltungen, Tennisturniere, Kirchentage; Olympiastadion hohe Bedeutung für Fußballsport; Ein- und Mehrzweckhallen (Schwimmhalle, Eissportstadion, Radrennhalle, Basketballhalle, Turm) von Olympiapark GmbH verwaltet

- besseres Sportangebot, bessere Freizeitmöglichkeiten

- vgl. ASDL (Hrsg.), Statistik 1972, 1973, S. 82 ff.

- vgl. Geipel, R./ Helbrecht, I./ Pohl, J., Stadtentwicklungspolitik, 1993, S.278 ff.

- vgl. Dheus, E., Die Olympiastadt München, 1972, S. 20

- vgl. Geipel, R./ Helbrecht, I./ Pohl, J., Stadtentwicklungspolitik, 1993, S.278 ff.

- vgl. Dheus, E., Die Olympiastadt München,

III. Anhang

V

1972, S. 20

1972, S. 20

Touristische Nachfrage (kurzfristig)

Gäste - München ist in der Vorbereitungszeit eine Großbaustelle Rückgang der Übernachtungszahlen 1966 -

Gäste

- München ist in der Vorbereitungszeit eine Großbaustelle Rückgang der Übernachtungszahlen 1966

- 1972: mehr Gäste als 1971; 4,4 Mio. Olympia-Zuschauer; meisten

Gäste in den Monaten September und Oktober; größten Zuwachs- raten aber im November und Januar; weniger Ausländer 1971 (Privatquartiere s.o. nicht erfasst); Herkunftsländer: Platz 1 USA, 2 Italien, 3 Österreich

Übernachtungen

- 1965: Rekordübernachtungszahl: über 4 Mio.

- 1965: Rekordübernachtungszahl: über 4 Mio. - 1969: steigende Übernachtungszahlen; Bayern hat noch

- 1969: steigende Übernachtungszahlen; Bayern hat noch höhere

Zuwachsraten als München, aber München hat höheren Ausländer- reiseverkehr; München größte Fremdenverkehrsmetropole Deutsch- lands; größtes Bettenangebot im mittleren Preissegment; Nachfrage trend zu hochpreisigen Unterkünften v.a. von Ausländern

- 1972: zahlenmäßig werden Erwartungen des Fremdenverkehrs

1972: zahlenmäßig werden Erwartungen des Fremdenverkehrs - vgl. Dheus, E., Die Olympiastadt München, 1972, S. 143

- vgl. Dheus, E., Die Olympiastadt München, 1972, S. 143 ff. und 253 ff.

- vgl. ASDL (Hrsg.), Statistik 1972, 1973, S.

92 ff.

- vgl. Dheus, E., Die Olympiastadt München, 1972, S. 243

- ASDL (Hrsg.), Statistik 1968, 1969, S. 362 ff.

- vgl. ASDL (Hrsg.), Statistik 1972, 1973, S.

92 ff.

gedämpft: Grund Privatquartiere; insgesamt weniger Beherberg (Fremdenheime, Pensionen); Bettenkapazität erhöht sich trotzdem um 12,2% im Vgl. zu 1971; mehr Übernachtungen als 1971; Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste höher als 1971; durchschnittliche Verweildauer leicht gestiegen; hohe Zuwachsraten bei Asien, Australien, Kanada

Touristische Nachfrage (langfristig)

Tourismusspezifische Publizität

- Ziele der Werbung des OK: Besucherwerbung, Werbung für ein Deutschlandbild im Ausland, Werbung für das Fremdenverkehrsan- gebot in Deutschland, Bayern und v.a. München

- vgl. Organisationskomitee für die Spiele der XX. Olympiade München 1972 (Hrsg.), Die Spiele – Die Organisation, Offizieller Bericht, Band I, München, 1972, S. 198 ff.

- einmalige Informations- und Werbewirkung

- vgl. Deutsche Olympische Gesellschaft (Hrsg.), Die Spiele der XX. Olympiade München-Kiel 1972 und die XI. Olympischen Winterspiele Sapporo 1972, München, 1972, S.143 ff.

Bekanntheitsgrad

- München rückt in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit und erhält Eintrittskarte in den Kreis der Weltstädte

- ASDL (Hrsg.), Statistik 1968, 1969, S. 354

Image

- "Anti-Berlin-Olympiade"; Olympiaparkarchitektur besitzt touristische

- vgl. Geipel, R./ Helbrecht, I./ Pohl, J.,

III. Anhang

VI

Attraktivität und ist imageför dernd; Fernsehturm überträgt Münchens Image in alle Welt: "Spiele der

Attraktivität und ist imagefördernd; Fernsehturm überträgt Münchens Image in alle Welt: "Spiele der Heiterkeit";

 

-

-

Olympiapark wird durch Medien im München-Image wachgehalten;

-

München im Interesse der ganzen Welt

Tatsächliche Übernachtungen

-

siehe Abb. 4.1/2 im Anhang

Übernachtungen - siehe Abb. 4.1/2 im Anhang - siehe Abb. 4.1/2 im Anhang - ca.5 Mio.

- siehe Abb. 4.1/2 im Anhang

- ca.5 Mio. zahlende Besucher und ca.10 Mio. Menschen im Olympiapark/Jahr

- ca. 2 Mrd. DM Einkommenszuwachs für München bis heute (Stand 1993)

Antiterroreinsatz auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck aufgrund des Attentats am 05.09.1972 auf israelische Mannschaft löst weltweite Kritik aus;

Stadtentwicklungspolitik, 1993, S.278 ff.

- vgl. Vogel, H.J., Die Amtskette, Meine 12 Münchner Jahre – ein Erlebnisbericht, München, 1972, S. 130

- vgl. Geipel, R./ Helbrecht, I./ Pohl, J., Stadtentwicklungspolitik, 1993, S.278 ff.

- vgl. Maennig, W. Feddersen, A., Imageef- fekte, 2002, S. 104

Sonstiges

Haushalt

Wirtschaft

- Haushaltsbelastung: 143Mio. DM 10-fache Vermehrung des Einsatzes, bei Gleichsetzung des Wertes der geschaffenen Investitionen mit den Kosten der Baumaßnahmen; "Instrumentali sierung der Spiele für die Belange der Stadt", "Bündelung von Dynamik, Innovationskraft und finanziellen Mitteln auf ein Ziel

- positive Auswirkungen für Einzelhandel

- Zugkraft und "Voraus" - Wirkungen der Spiele, alles wird zum vorolympischen Ereignis, kaum eine Maßnahme steht nicht direkt oder indirekt im Wirkungszusammenhang mit den Spielen, aber auch "Nachwirkungen"

- Preise für Grund und Boden steigen Mieten, Lebenshaltungs- kosten

- Wachstumsimpulse für Bauwirtschaft (1970 werden 400 Mio. DM verbaut; Zahl der Bauarbeiter steigt auf 5000, Höchststand: 15.000)

- Arbeitslosenquote 1972: 0,5 %, höhere Preissteigerungsrate (7,8% in 1972) als im Bundesgebiet (6,5%),

- Arbeitslosenquote in München (zuvor höher als in Bayern und in der BRD) sinkt ab der Vergabe der Spiele,

- vgl. Geipel, R./ Helbrecht, I./ Pohl, J., Stadtentwicklungspolitik, 1993, S.278 ff.

- vgl. Dheus, E., Die Olympiastadt München, 1972, S. 19 f.

- ASDL (Hrsg.), Statistik 1968, 1969, S. 359

- ASDL (Hrsg.), Statistik 1972, 1973, S. 61 u. S. 68

- vgl. Maennig, W. Feddersen, A., Imageef- fekte, 2002, S. 104

III. Anhang

VII

Abb. 4.1/2 Gästezahlen- und Übernachtungsentwicklungen in München im Vergleich zu Bayern, eigene Darstellung

München

Jahr

Gäste

Jahr Gäste 1965 1.873.927 1970 1.887.837 1971 1.996.974 1972 2.059.929 1973 2.042.952
Jahr Gäste 1965 1.873.927 1970 1.887.837 1971 1.996.974 1972 2.059.929 1973 2.042.952
Jahr Gäste 1965 1.873.927 1970 1.887.837 1971 1.996.974 1972 2.059.929 1973 2.042.952
Jahr Gäste 1965 1.873.927 1970 1.887.837 1971 1.996.974 1972 2.059.929 1973 2.042.952

1965

1.873.927

1970

1.887.837

1971

1.996.974

1972

2.059.929

1973

2.042.952

1974

1.984.476

1975

2.102.968

1976

2.305.412

1977

2.355.562

1978

2.401.140

1979

2.433.852

1980

2.534.569

1981

2.365.238

1982

2.406.272

1983

2.576.773

1984

2.643.835

1985

2.715.736

1986

2.672.051

1987

2.870.335

1988

2.938.695

1989

3.301.667

1990

3.585.240

1991

3.242.743

1992

3.178.724

Vgl. zum

Ausländer-

Übernach-

Vgl. zum

Ausländer-

Vorjahr %

anteil %

tungen

Vorjahr %

anteil %

Quelle

% anteil % tungen Vorjahr % anteil % Quelle   37,31 3.716.297 37,52 Fremdenverkehrsamt
% anteil % tungen Vorjahr % anteil % Quelle   37,31 3.716.297 37,52 Fremdenverkehrsamt
% anteil % tungen Vorjahr % anteil % Quelle   37,31 3.716.297 37,52 Fremdenverkehrsamt
% anteil % tungen Vorjahr % anteil % Quelle   37,31 3.716.297 37,52 Fremdenverkehrsamt
% anteil % tungen Vorjahr % anteil % Quelle   37,31 3.716.297 37,52 Fremdenverkehrsamt
 

37,31

3.716.297

37,52

Fremdenverkehrsamt München (Hrsg.), Aktionsplan 2004, München, 2003, S. 6

4,58

40,72

3.698.405

5,73

39,44

Fremdenverkehrsamt München (Hrsg.), Aktionsplan 2004, 2003, S. 6

5,78

40,20

3.983.611

7,71

39,09

Fremdenverkehrsamt München (Hrsg.), Aktionsplan 2004, 2003, S. 6

3,15

37,61

4.285.619

7,58

38,77

Fremdenverkehrsamt München (Hrsg.), Aktionsplan 2004, 2003, S. 6

-0,82

38,29

4.213.515

-1,68

38,99

Fremdenverkehrsamt München (Hrsg.), Aktionsplan 2004, 2003, S. 6

-2,86

37,98

4.068.169

-3,45

38,73

Fremdenverkehrsamt München (Hrsg.), Aktionsplan 2004, 2003, S. 6

5,97

40,08

4.022.873

-1,11

39,57

Fremdenverkehrsamt München (Hrsg.), Aktionsplan 2004, 2003, S. 6

9,63

39,60

4.485.278

11,49

39,87

Bayrisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (BLSD) (Hrsg.), Der Tourismus in Bayern 1976 bis 1989, Heft 467 der Beiträge zur Statistik Bayerns, München, 1990, S. 98

2,18

39,73

4.596.602

2,48

39,84

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 99

1,93

37,67

4.848.814

5,49

38,74

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 99

1,36

36,51

4.956.311

2,22

37,51

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 99

4,14

38,00

5.307.315

7,08

38,08

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 99

-6,68

37,49

4.970.201

-6,35

38,25

Fremdenverkehrsamt München (Hrsg.), Aktionsplan 2004, 2003, S. 6

1,73

38,64

4.978.531

0,17

38,96

Fremdenverkehrsamt München (Hrsg.), Aktionsplan 2004, 2003, S. 6

7,09

41,97

5.423.349

8,93

42,04

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 128

2,60

44,32

5.638.565

3,97

44,26

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 128

2,72

46,92

5.764.674

2,24

46,18

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 129

-1,61

43,77

5.652.662

-1,94

43,69

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 129

7,42

44,63

5.981.769

5,82

44,38

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 129

2,38

43,73

6.088.565

1,79

42,97

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 182

12,35

45,61

6.597.202

8,35

45,07

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 182

8,59

47,57

6.923.970

4,95

46,22

BLSD (Hrsg.), Der Fremdenverkehr in Bayern im Dezember und im Jahre 1990, statistische Berichte, München, 1991, S. 43

-9,55

43,24

6.607.558

-4,57

42,12

BLSD (Hrsg.), Der Fremdenverkehr in Bayern im Dezember und im Jahre 1991, statistische Berichte, München, 1992, S. 43

-1,97

42,80

6.540.787

-1,01

41,69

BLSD (Hrsg.), Der Fremdenverkehr in Bayern im Dezember und im Jahre

III. Anhang

VIII

1992 , statistische Berichte, München, 1993, S. 43
1992 , statistische Berichte, München, 1993, S. 43
1992 , statistische Berichte, München, 1993, S. 43

1992, statistische Berichte, München, 1993, S. 43

Bayern

 

Vgl. zum

Jahr

Gäste

Vorjahr %

1970

8.202.196

3,57

Jahr Gäste Vorjahr % 1970 8.202.196 3,57 Ausländer- Übernach- V gl. zum Ausländer-
Jahr Gäste Vorjahr % 1970 8.202.196 3,57 Ausländer- Übernach- V gl. zum Ausländer-
Jahr Gäste Vorjahr % 1970 8.202.196 3,57 Ausländer- Übernach- V gl. zum Ausländer-
Jahr Gäste Vorjahr % 1970 8.202.196 3,57 Ausländer- Übernach- V gl. zum Ausländer-

Ausländer-

Übernach-

Vgl. zum

Ausländer-

anteil

tungen

Vorjahr %

anteil

Quelle

22,43

36.208.692

4,90

10,84

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 55

10,84 BLSD (Hrsg.), 1976 bis 1989, München, 1990, S. 55 1971 8.879.395 8,26 1972 9.607.537 8,20
10,84 BLSD (Hrsg.), 1976 bis 1989, München, 1990, S. 55 1971 8.879.395 8,26 1972 9.607.537 8,20
10,84 BLSD (Hrsg.), 1976 bis 1989, München, 1990, S. 55 1971 8.879.395 8,26 1972 9.607.537 8,20
10,84 BLSD (Hrsg.), 1976 bis 1989, München, 1990, S. 55 1971 8.879.395 8,26 1972 9.607.537 8,20
10,84 BLSD (Hrsg.), 1976 bis 1989, München, 1990, S. 55 1971 8.879.395 8,26 1972 9.607.537 8,20
10,84 BLSD (Hrsg.), 1976 bis 1989, München, 1990, S. 55 1971 8.879.395 8,26 1972 9.607.537 8,20

1971

8.879.395

8,26

1972

9.607.537

8,20

1973

10.017.385

4,27

1974

9.782.202

-2,35

1975

10.234.069

4,62

1976

10.797.550

5,51

1977

11.134.762

3,12

1978

11.739.177

5,43

1979

12.006.367

2,28

1980

12.585.963

4,83

1981

k.A.

1982

k.A

1983

14.088.225

1984

15.057.691

6,88

1985

15.454.724

2,64

1986

15.721.228

1,72

1987

16.710.229

6,29

1988

17.141.920

2,58

1989

18.562.372

8,29

1990

20.039.335

7,96

1991

20.078.490

0,20

1992

19.830.367

-1,24

20,12

36.907.587

1,93

9,90

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 55

18,78

40.734.122

10,37

9,80

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 55

18,34

43.795.336

7,52

9,20

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 55

17,75

45.094.426

2,97

8,38

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 55

18,42

46.874.676

3,95

8,24

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 55

18,60

47.660.646

1,68

8,76

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 55

18,86

48.148.448

1,02

9,10

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 55

18,08

51.882.954

7,76

8,76

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 56

17,92

53.870.511

3,83

8,59

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 56

20,36

55.989.626

3,93

9,64

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 56

k.A.

k.A.

18,55

55.983.918

9,50

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 56

21,85

59.721.954

6,68

11,58

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 57

22,35

60.891.810

1,96

11,86

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 57

20,51

63.023.481

3,50

10,82

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 57

20,91

65.447.590

3,85

11,26

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 57

20,69

67.415.337

3,01

11,09

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 57

21,77

70.346.130

4,35

12,11

BLSD (Hrsg.),1976 bis 1989, München, 1990, S. 57

22,85

73.770.803

4,87

12,59

BLSD (Hrsg.), 1990, München, 1991, S. 4

19,50

77.156.770

4,59

10,93

BLSD (Hrsg.), 1991, München, 1992, S. 4

19,26

76.589.676

-0,73

10,71

BLSD (Hrsg.), 1992, München, 1993, S. 4

, 1991, München, 1992, S. 4 19,26 76.589.676 -0,73 10,71 BLSD (Hrsg.) , 1992, München, 1993,

III. Anhang

IX

Abb. 4.2/1 Zusammenfassung der Auswirkungen der Nordischen Ski-WM Oberstdorf, mit Quellen, eigene Darstellung

Betroffene Instanz

Touristische Auswirkungen der Nordischen Ski-WM Oberstdorf

Quelle

1987

Touristisches Angebot (kurzfristig)

Ort- und Landschaftsbild

Touristische Infrastruktur

Touristische Suprastruktur

Sporteinrichtungen

Touristische Suprastruktur Sporteinrichtungen - Versuch, wenig zu verändern; „Schutz der Natur

- Versuch, wenig zu verändern; „Schutz der Natur

oberstes Gebot“

- Reich, Kurt, WM-Test 1986 machte Mut für 1987, in : prosport presse service (pps), Presse- information 3/1986, 6. März 1986, S. 1

(pps), Presse- information 3/1986, 6. März 1986, S. 1 - Verbesserung des Unterhaltungsangebotes und bessere

- Verbesserung des Unterhaltungsangebotes und bessere Zusam- menarbeit der Gastwirte soll „die gebotene große Chance, unser Oberstdorf international präsentieren zu können, genutzt werden“

- Oberstdorfer Hotels sollen 30% der Bettenkapazität für WM freihal ten, dann heißen sie „WM-Hotels“; Stammgäste sollen andere Termine wählen

- Neue Loipe

- Umbau des Schattenberg – Skistadions, Platz für 20.000 Besucher

- Bayrischer Hotel- und Gaststättenverband, In- <