Es muß raus

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Warum ich schwule Designer hasse
von Magic Ceee

Der vorliegende Beitrag soll dem geneigten Leser die Augen öffnen. Die Augen öffnen und die restlichen Sinne sensibilisieren für eine Entwicklung in der Hardwarebranche (doch nicht nur dort), die ich persönlich nicht gutheissen kann und gegen die ich mich mit aller Macht wehre: die schleichende Übernahme sämtlicher Abteilungen für Industriedesign durch Homosexuelle. Oder wie man auf Neudeutsch sagt: schwule Arschficker. Schwanzlutscher. Hinterlader. Sie wissen schon. "Jaja, ein Schwulenhasser", wird der eine oder andere sagen. "Nein!" sage ich, und ich lüge. Aber das ist hier nicht relevant und lenkt vom eigentlichen Thema ab. Als ich letztens aus lieb gewonnener Gewohnheit wieder einmal durch die prall gefüllten Regalreihen eines gut bestückten Computerladens ging, fielen mir zwei Dinge auf. Zum einen war da die gut bestückte Schlampe an der Kasse, die zwei prall gefüllte Regalreihen vor sich hertrug, und zum anderen jede Menge elektronische und elektrische Geräte, die mit einem unsichtbaren Aufkleber versehen waren. Und darauf stand zu lesen: "Wenn du schwul bist, dann kauf mich!" Es war mir bis zu diesem Zeitpunkt noch nie so klar geworden wie in diesem Moment, da ich zwischen USB-Hubs und Mäusen stand: Mit Luigi Colani fing alles an: Ein schwuler es gibt sie kaum noch, die guten alten Gehäuse, im schlichten Designer hatte eine Vision! beige gehalten, mit Ecken und Kanten und vier Gummifüssen. Sie sind vom Aussterben bedroht und werden mehr und mehr verdrängt von Entgleisungen farblicher und/oder gestalterischer Art, die nur dem Hirn bzw. Arsch eines Schwulen entspringen können. Neue Gehäuse sind nicht mehr eckig, sie sind gebogen. Und sie erstrahlen in Farbtönen, die selbst in den Siebzigern auf Ablehnung gestossen wären: hier ein rundlicher Hub in zartem Blau, ein wenig durchsichtig, so wie die Unterhose seines Designers, dort eine unterbrechungsfreie Stromversorgung in krassem Grasgrün, ebenfalls ein wenig durchsichtig, wie auch die Absichten des Mannes, der sich diese Form- und Farbgebung ausgedacht hat. Und natürlich genau so abgerundet, daß man unmöglich noch ein anderes Gehäuse oben draufstellen kann, ohne daß das Gerät andauernd herunterfällt, weil sein Unterseite ebenfalls leicht gebogen ist und sich sowieso rein farblich nicht mit dem tragenden Part der Konstruktion verträgt. Der Gipfel jedoch sind die Täuschungsmanöver, mit denen man versucht, Heterosexuelle zu Schwulen zu machen, zumindest was die Gerätschaften auf dem Schreibtisch betrifft. So sah ich vor einigen Monaten ein recht günstiges Angebot für einen Netzwerkverteiler in einem dieser Faltblätter, und da ich mein heimisches Netzwerk eh bis in die Toilette ausbauen wollte, ging ich schnurstracks in einen der Verkaufsshops, um dieses Gerät zu kaufen. Laut Abbildung in dem Faltblatt handelte es sich um ein Gerät neuester Technologie und, oh Wunder, in einem eckigen Gehäuse. Keine einzige Biegung! Nur Ecken und eine flache Oberseite, prädestiniert dafür, meinen Druckserver zu beheimaten, der ebenfalls in einem eckigen Gehäuse wohnt.

Industriedesigner testen "ForceFeedback"-Joysticks

Schon beim Betreten des Ladens wurde ich mißtrauisch, sah ich doch zwei der ansonsten in Zwingerhaltung lebenden PC-Schrauber übertrieben lustig herumalbern; jeden Moment rechnete ich damit, daß sie sich gegenseitig mit diesen Styropor-Chips bewerfen würden, die als Verpackungsmaterial für empfindliche Geräte dienen und beim Reinschütten in die Mülltüte in ihrer Majorität grundsätzlich daneben fallen. Aber egal. Mit wachem Blick schritt ich, die schwulen RAMRiegel-Lutscher ignorierend, durch die Gänge, auf der Suche nach meinem eckigen Hub. Schließlich fand ich auch eine Anhäufung blauer Kartons mit rosa Schriftzug, die den Inhalt eindeutig als das von mir gesuchte Gerät auszeichneten. "Moment mal", dachte ich, "rosa Schrift..." -- und tatsächlich! Nachdem ich den Karton, der mich mittlerweile anwiderte, zu Kontrollzwecken mit spitzen Fingern geöffnet hatte, konnte ich einen Blick auf die hier mannifestierte Verwirrtaktik schwuler Designer und Marketingstrategen werfen. In der Packung befand sich nämlich mitnichten ein eckiger Hub, sondern ein widerlich geschwungenes Etwas in einem Gelbton, der dem meines Gesichtes nur in sofern nachstand, als daß er permanent und nicht aus Wut heraus geboren war. Entrüstet, aber doch kontrolliert, ging ich zu dem schwulen PC-Pärchen hinüber und machte sie mit leicht erhobener Stimme auf diese offensichtliche Irreführung heterosexueller Kunden aufmerksam. "Hach, das sind doch nur Symbolfotos, Dummerchen!" erwiderte einer der beiden in einem ekeleregenden Singsang. "Da darf man nicht nach gehen, die neuen Gehäuse sind doch alle so toll! Und so rund!" Die kurze Zeit später eintreffenden Herren von der Polizei hielten mich davon ab, ihm auch noch die Bedienungsanleitung in den Arsch zu stecken. Der Hub und das zugehörige (ebenfalls rundliche) Netzteil waren bereits drin. Bei meinem letzten Freigang kam ich dann zufällig an einem kleinen Computerladen vorbei, und im Schaufenster sah ich geschwungene Lautsprecher in durchsichtigen Plexiglasgehäusen zum Anschluß an den Rechner. Daneben lag ein SmartCard-Leser in halbdurchsichtigem Grün und poppigem Anschlußkabel, eine Einheit mit dem ebenfalls ohne Kanten auskommenden Monitor bildend. Die zugehörige Tastatur war so abstossend, daß ich sie hier nicht beschreiben mag; gleiches gilt für das Rechnergehäuse. Alle diese Komponenten hätte man vor einigen Jahren noch auf einer Fläche untergebracht, die nicht mal einen halben Quadratmeter auf dem Schreibtisch belegt hätte. Aber heutzutage muß man beim Rechnerkauf direkt das Arbeitszimmer mitkaufen, um die einzelnen Gerätschaften modern und ästhetisch ansprechend zu plazieren. Eines der eckigen Gehäuse, die ich seit geraumer Zeit immer bei mir trage, warf ich durch das Schaufenster und lief davon. Mit Spannung erwarte ich die Vorstellung der ersten Maus in Schwanzform, die man sich in den Arsch stecken kann, um so mit ein wenig Übung den Mauszeiger auf dem geschwungenen Bildschirm zu bewegen. Einmal richtig fest draufsetzen entspricht dann einem Klick der herkömmlichen linken Maustaste; zweimal richtig feste eingeführt ruft das Kontextmenü auf. Und ein wilder Ritt scrollt Internetseiten hoch und runter. Der Leser lacht, aber der Autor sagt: wart´s nur ab, in spätestens zwei Jahren gibt es sowas, und alle werden sich fragen: "Wie konnte ich jemals ohne ANUS (ANalmaUS) auskommen?" Daß das Gehäuse gerundet und pastellfarben sein wird, dürfte klar sein. Und kabellos wird sie auch sein; man kann sie dann mit ins Café nehmen und seinen rosafarbenen Laptop ficken.

Leute wie ich werden dann zu Ausgestossenen, die man angewidert anstarrt, wenn sie die normale Maus in die Hand nehmen. Man wird mit dem Finger auf Leute wie mich zeigen, wenn man in winzigen Autos an uns vorüberfährt, die nur aus runden Flächen bestehen und so groß sind, daß zwei davon locker in den Kofferraum meines herrlich eckigen Volvo passen. Der Postbote wird sich weigern, Post in meinen eckigen Briefkasten zu werfen, und mein Internetprovider verwehrt mir den Zugang, weil er per durchgestylter Webcam sehen kann, daß ich keine gebogenen Gehäuse aus Technoplast auf meinem rechteckigen Schreibtisch habe. Ich werde einsam und verlacht sterben, und selbst mein letzter Wunsch, ein eckiger Sarg nämlich, wird nicht respektiert. Nicht aus Pietätlosigeit, oh nein! Es gibt dann einfach keine eckigen Särge mehr, nur noch solche mit runden Ecken und gewölbten Deckel aus gelbem Plexiglas und durchsichtigen Seitenteilen.

Industriedesign State-of-the-Art: Apples Anal-Maus (ANUS)!

Der schwule Steinmetz schreibt dann in geschwunger Schrift meinen Namen auf den roten Plastikgrabstein, und sein Geliebter, der Pfarrer nämlich, zupft sich seinen blaßblauen Kunststofftalar zurecht und sagt: "Herr der Bögen, nimm diese Seele auf in dein geschwungenes Reich, und gib ihr, wenn du kannst, darin ein Eckchen."

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