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Luxembourger Wort

23 mai 2008

DER

KOMMENTAR

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Nach seiner ersten Ankündigung am 23. April hat Premierminister Jean-Claude Juncker also Wort gehalten. In Sachen Philanthro- pie soll in den nächsten Mona- ten etwas geschehen. Einerseits soll eine Dachstiftung ins Leben gerufen werden und anderer- seits soll ein günstigeres steuer- liches Umfeld geschaffen wer- den. Damit reagiert die Regie- rung auf einen Vorstoß der Fi- nanzinstitute. Denn die Idee, das Mäzenatentum in Luxemburg auf Vordermann zu bringen, ging nicht von den Hilfs- und Kultur- organisationen aus, die eigent- lich von dem neuen Geldsegen profitieren sollen. Man sollte sich demnach nichts vormachen. Zwar gehört das soziale Engage- ment seit geraumer Zeit wieder zum guten Ton der modernen Unternehmenskultur. Doch ohne

jede Aussicht auf Gewinn, wäre die Bereitschaft sich einzubrin- gen, wahrscheinlich weitaus we- niger ausgeprägt. Denn die Ban- ken können nicht nur aus reiner Menschenliebe handeln. Die Fi- nanzinstitute haben vielmehr eine Marktlücke entdeckt, die es mit Leben zu füllen gilt. Denn im reichen Luxemburg, aber auch bei den internationalen Kunden am Finanzplatz, gibt es noch viel Geld, das eine sinnvolle Bestim- mung sucht. Eine moderne, in- telligente Philanthropie-Gesetz- gebung könnte also Vorteile für beide Parteien haben. Die Fi- nanzinstitute finden ein neues, nicht unlukratives Betätigungs- feld und eröffnen so den Organi- sationen zusätzliche Geldquel- len. Zwei Fliegen mit einer Klap- pe!

DANI SCHUMACHER