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eschenken sionsfrage in den Mittelpunkt

ihres Wirkens zu stellen.


schaftlichen Zusammenhalt
stärken können.

er Nation Wie dem auch sei: Die Akzent- Bei aller Freude über die Bereit-
setzung der Regierung ist rich- schaft der Regierenden, mehr
an denLuxembourger
Tag lege. Ein „Paradigmen-
Wort tig. Ausgrenzung und Armut Kohäsion zu wagen: Größter 23 mai 2008
wechsel“ bei der Regelung tiefgrei- müssen konsequent bekämpft Feind eines stärkeren Miteinan-
fender Zukunftssorgen sei jeden- werden. Das bedeutet natürlich ders dürften auch in Zukunft
falls nicht erkennbar. auch, dass es – was die Haus- die Partikularinteressen bleiben.
Von der Kurzsichtigkeit der Re- haltsmittel anbelangt – zu einer Das Einknicken vor jenen, die
gierung sprach auch der Fraktions- Umschichtung kommen muss. solche Interessen laut- und mit-
chef der Grünen, François Bausch. Auch im Staatsbudget kann je- gliederstark verteidigen, hat in
Zwar habe der Premierminister Ri- der Euro nur einmal aus- Luxemburg Tradition. Bleibt zu
siken wie die zu starke Abhängig- gegeben werden. Auf die Kohä- hoffen, dass diese Kräfte sich
keit von fossilen Energieträgern sionsdebatte bezogen heißt nicht durchsetzen, wenn das al-
wohl erkannt und benannt. Eine das, dass Steuerkredite und an- les umgesetzt werden soll, was
durchdachte Strategie, wie ein Aus- dere Fördermaßnahmen im In- Juncker gestern ankündigte.
weg aus dieser Zwickmühle auszu- teresse sozial schwächerer Und das war eine ganze Menge,
sehen habe, habe der Premierminis- Haushalte den finanziellen fast schon ein komplettes
ter jedoch nicht aufgezeigt. Und Spielraum in anderen Politik- Wahlprogramm.
was die Förderung der sozialen
Kohäsion angeht, so hat François
Bausch gegen die angekündigten
Maßnahmen zwar nichts einzu- DER KOMMENTAR
wenden. Gleichwohl hätte er wie
auch sein DP-Gegenüber Goerens
gerne Einzelheiten über die Art und
Zwei Fliegen mit einer Klappe
Weise in Erfahrung gebracht, wie Nach seiner ersten Ankündigung jede Aussicht auf Gewinn, wäre
die Regierung denn diese Begünsti- am 23. April hat Premierminister die Bereitschaft sich einzubrin-
gungen zu finanzieren gedenkt, zu- Jean-Claude Juncker also Wort gen, wahrscheinlich weitaus we-
mal der Staatshaushalt ja auch noch gehalten. In Sachen Philanthro- niger ausgeprägt. Denn die Ban-
die Reduzierung der Betriebssteuer pie soll in den nächsten Mona- ken können nicht nur aus reiner
zu verkraften habe. ten etwas geschehen. Einerseits Menschenliebe handeln. Die Fi-
Steuerkredit, Steuererleichte- soll eine Dachstiftung ins Leben nanzinstitute haben vielmehr
rung und womöglich auch noch gerufen werden und anderer- eine Marktlücke entdeckt, die es
gratis Kinderbetreuung: Wie zu er- seits soll ein günstigeres steuer- mit Leben zu füllen gilt. Denn im
warten habe der Premierminister liches Umfeld geschaffen wer- reichen Luxemburg, aber auch
jede Menge „Bonbons“ im Hinblick den. Damit reagiert die Regie- bei den internationalen Kunden
auf die Landeswahlen 2009 in Aus- rung auf einen Vorstoß der Fi- am Finanzplatz, gibt es noch viel
sicht gestellt. So lautete gestern nanzinstitute. Denn die Idee, das Geld, das eine sinnvolle Bestim-
jedenfalls die Analyse von Gast Gi- Mäzenatentum in Luxemburg mung sucht. Eine moderne, in-
béryen. Doch ganz schlecht wollte auf Vordermann zu bringen, ging telligente Philanthropie-Gesetz-
der ADR-Sprecher Junckers Aussa- nicht von den Hilfs- und Kultur- gebung könnte also Vorteile für
gen doch nicht reden. Immerhin organisationen aus, die eigent- beide Parteien haben. Die Fi-
habe der Staatsminister mit den lich von dem neuen Geldsegen nanzinstitute finden ein neues,
versprochenen Nachbesserungen profitieren sollen. Man sollte nicht unlukratives Betätigungs-
an der Steuerlandschaft einige sich demnach nichts vormachen. feld und eröffnen so den Organi-
Punkte aufgegriffen, die das frühere Zwar gehört das soziale Engage- sationen zusätzliche Geldquel-
Aktionskomitee für Rentengerech- ment seit geraumer Zeit wieder len. Zwei Fliegen mit einer Klap-
tigkeit schon im Jahr 2001 gefordert zum guten Ton der modernen pe!
habe. (jm) Unternehmenskultur. Doch ohne DANI SCHUMACHER