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4Flamingos pHakten 1. Quartal 2013

1 4Flamingos pHakten 1. Quartal 2013 pHakten Newsletter des 4Flamingos Verlages, Rheine - ohne Nebenwirkungen, Arzt

pHakten

Newsletter des 4Flamingos Verlages, Rheine - ohne Nebenwirkungen, Arzt oder Apotheker

1. Quartal 2013

Themen dieser Ausgabe:

Januar 2013

Der Irrsinn des Jahres: Die Rückkehr des Thimerosal

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Mozart, Mahler und Vitamin D

7

Roquefort: Überraschende Ergebnisse

7

Doppelseitige Mastektomien: zu 70 % Unsinn

8

Das Rezept des Monats: Gebackene Pastinaken

8

Gardasil - der Stand der Dinge

9

Die Sonne: Mehr als nur Vitamin D

9

Februar 2013

E steht für Entgiftung

11

Krebsstudien verniedlichen Nebenwirkungen von Chemotherapien

14

Machen Diät-Getränke depressiv?

15

Mehr Probleme durch beschleunigte Medikamentenzulassung

16

Diät und Entzug: Das sind dieGemeinsamkeiten

17

Krebs: Was hilft die Gentherapie?

18

Das Rezept des Monats:Rote-Bete-Kartoffel-Eintopf

18

März 2013

Die Wahrheit über Mammographien und PSA-Tests

18

ADHS – wenn die Medikamente nicht helfen

22

Es gibt nur EINE Art von Cholesterin

22

Limonaden und Arthrose

25

Das Rezept des Monats: Chili con Couscous

26

Blutverdünner: Meistens falsch dosiert

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4Flamingos pHakten 1. Quartal 2013

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Januar 2013

Liebe Leser,

Stellen Sie sich einmal vor, die Bremsen Ihres Autos funktionierten nicht einwandfrei. Sie bringen das Auto in die Werkstatt und dort erfahren Sie, dass man etwas machen kann, wodurch Ihr Problem aber nicht sicher gelöst werden kann. Außerdem kann sich diese Repa- ratur nachteilig auf das Getriebe auswirken. Ach – und schließlich wird die Reparatur teuer – sie kostet mehre- re Tausend Euros.

Vermutlich werden Sie sich jetzt fragen, ob es da keine bessere Lösung gibt.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass sich auch Patien- ten mit einer rheumatoiden Arthritis die gleiche Frage stellen, wenn sie von der neuesten Segnung erfahren, die von der Pharmaindustrie für sie bereit gehalten wird.

Dieses Medikament heißt Xeljanz (Wirkstoff Tofacitinib), und die amerikanische Kontrollbehörde FDA hat es eben gerade zugelassen. Und was passiert? Bereits bei sei- nem ersten Erscheinen auf dem amerikanischen Phar- mamarkt findet sich auf der Verpackung von Xeljanz ein spezieller Warnhinweis.

Einen solchen Warnhinweis, eine so genannte Black Box Warning verdient sich ein Medikament erst dann, wenn es bei unschuldigen Patienten schwere und schwerste Nebenwirkungen ausgelöst hat. Somit ist es äußerst ungewöhnlich, dass ein komplett funkel-niegel- nagel-neues Medikament einen solchen Warnhinweis trägt.

Aber wie bei jeder anderen dieser Fälle ist die War- nung nicht unverdient. Denn Xeljanz ist mit einem er- höhten Risiko in Verbindung gebracht worden, schwe- re infektiöse Erkrankungen wie z. B. eine Tuberkulose zu begünstigen – und auch Krebsleiden und Lymphome sind nicht auszuschließen.

Vermutlich ist kein Rheumatiker daran interessiert, sei- ne Therapie mit einem derart gefährlichen Medikament zu beginnen. Deshalb hat es die FDAQ auch nur für die Behandlung von Rheumatikern freigegeben, bei denen andere Mittel nicht geholfen haben. In Großbritannien ist Xeljanz bis dato nicht für die Behandlung von Rheu- matikern zugelassen – aber man hofft auf das erste Quartal 2013. Das Zulassungsverfahren bei der European Medical Agency (EMA) läuft ebenfalls.

Die bessere Lösung

Der weltbekannte Alternativmediziner Dr. Jonathan V. Wright empfiehlt eine vollkommen andere Lösung bei der Behandlung einer rheumatoiden Arthritis – und die- se Lösung sorgt nicht dafür, dass Sie mit einer üblen und gefährlichen Infektionskrankheit rechnen müssen.

Als erstes überprüft Dr. Wright die Möglichkeit einer Nahrungsmittelallergie. Er glaubt, dass die Eliminierung bestimmter Nahrungsmittel fast jede Rheuma- erkrankung bessern kann.

Die häufigsten Übeltäter sind Milch und Molkereipro- dukte, aber es können auch weitere Allergene an der Erkrankung mit beteiligt sein. Dr. Wright empfiehlt je- dem Rheumatiker, einen Arzt zu konsultieren, der sich mit Nahrungsmittelallergien auskennt. Die Erfolge, so sagt er, sind oftmals dramatisch.

Als nächsten Schritt empfiehlt er eine Analyse des Mageninhalts, um zu bestimmen, ob der Patient zu ge- ringe Spiegel an Salzsäure und Pepsin hat. Ein solcher Mangel findet sich bei Rheumatikern gar nicht so sel- ten und kann durch die Gabe entsprechender Supple- mente behoben werden.

Schließlich und endlich kann man mit Omega 3-Fett- säuren fast jeden Zustand bessern, der eine entzündli- che Ursache hat. Dr. Wright empfiehlt zweimal täglich 1 Esslöffel Lebertran und 400 IU Vitamin E als gemischte Tocopherole

Quellen "New Pill For Rheumatoid Arthritis Gets FDA Nod" Scott Hensley, NPR, 11/7/12, npr.org "FDA approves Xeljanz for rheumatoid arthritis" FDA News Release, 11/6/12, fda.gov "Natural treatments for rheumatoid arthritis" Dr. Jonathan Wright, 10/10/12, wrightnewsletter.com "Risky Rise of the Good-Grade Pill" Alan Schwarz, New York Times, 6/9/12, nytimes.com New Rheumatoid Arthritis Drug Increases Risk Of Serious Infections, HSI e-Alert UK Edition, 12. 12. 2012 Tofacitinib (Xeljanz®) - neue Option bei Rheumatoider Arthritis, DrugBase: ABDA-Datenbank 08. 11. 2012

Der Irrsinn des Jahres: Die Rückkehr des Thimerosal

Die spinnen, die Amis: Das mag zwar auf den ersten Blick eine Aussage zu sein, die wenig differenziert er- scheint, die aber auf den zweiten Blick durchaus ihre Berechtigung zu haben scheint – ich erinnere nur an Begriffe wie Tea-Party, Waffengesetze oder Fiskalklippe.

Und wo Politiker, Vereinsmeier und Lobbyisten nach bestem Un- und Gewissen daherdilettieren, wollen nun auch die amerikanischen Mediziner nicht weiter hinan- stehen – sie fordern mal eben die Wiedereinführung des quecksilberhaltigen Konservierungsmittels Thimerosal (Thiomersal) für Impfstoffe.

Nun weiß fast jeder, dass Quecksilber ein (ziemlich bösartiges) Gift ist. Wer das bisher noch nicht wusste, sollte einmal einen Blick auf den Thimerosal-Eintrag auf

der Gestis-Stoffdatenbank werfen (http://gestis.itrust.de/

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492342.xml?f=templates$fn=default.htm$3.0). Und zum Glück hat man aus diesem Grund die Quecksilber- verbindung Thimerosal schon vor mehr als einem Jahr- zehnt aus den meisten Impfstoffen entfernt.

Also alles easy peasy?

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Weit gefehlt! Denn urplötzlich ist die Debatte um das Thimerosal wieder aufgeflammt. Wenn es nach dem Willen der American Academy of Pedriatrics (AAP) und der WHO geht, soll die fragliche (und zudem sehr frag- würdige) Substanz wieder einigen Impfstoffen beige- mischt werden.

Eigentlich sieht das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) vor, den Einsatz von Thimerosal welt- weit zu verbieten. Nun haben AAP und die SAGE, eine Expertengruppe der WHO die Vereinten Nationen auf- gefordert, ihre Politik zu ändern. Die Position von AAP und SAGE sind in der Januarausgabe der Zeitschrift Pediatrics abgedruckt worden. Den Abstrakt des Arti- kels findet man auf der Webseite der WHO

(www.who.int/wer/2012/wer8721.pdf)

Reines Thimerosal wirkt bereits auf einer geringen nanomolekularen Ebene toxisch – eine extrem schwache Konzentration, die ungefähr 10.000 mal schwächer ist, als Thimerosalkonzentrationen, wie sie in Impfstoffen vorkommen. Diese Resultate lassen wenig Zweifel daran, dass Thimerosal in den Impfstoffen als toxischer Stoff wirkt.

Dr. J. Curtis Pendergrass

Die „Begründung” von AAP und WHO

Nach Aussagen der AAP verwendet man Stechampullen mit mehreren Impfstoffdosen, die Thimerosal enthal- ten vorwiegend in Entwicklungsländern, wo Geld und andere Ressourcen knapp sind. Das Thimerosal soll dabei eine Verunreinigung der Stechampullen verhin- dern. Wie Dr. med. Louis Z. Cooper sagt: „Weltweit sind bis zu 84 Millionen Kinder von Impfstoffen abhängig, deren sichere Verbreitung Thimerosal als Konservie- rungsmittel unverzichtbar macht.“ In den USA enthält zur Zeit nur noch ein einziger Impfstoff gegen die Grip- pe Thimerosal, einige andere nur „Spuren“ des Mittels

(http://aapnews.aappublications.org/content/early/2012/

12/17/aapnews.20121217-1 ).

Die letzten Informationen stammen von der AAP-

Webseite. Ein Blick auf die Aufstellung der Bestandtei- le von Impfstoffen des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) (www.cdc.gov/vaccines/pubs/

pinkbook/downloads/appendices/B/excipient-table-

2.pdf) hingegen zeigt eindeutig, dass doch noch mehr Impfstoffe Thimerosal enthalten, obwohl sie in Einzel- dosis-Ampullen bzw. Fertigspritzen ausgeliefert werden.

Die WHO hat versucht, die Welt davon zu überzeugen, dass der Quecksilberanteil „extrem gering“ und die Menge an freigesetztem Quecksilber minimal sei, wenn man die Ampullen regelrecht entsorgen würde. Zudem weist die Organisation auf zahlreiche Probleme beim Verzicht auf Thimerosal in Impfstoffen hin (und damit dem Wechsel von Durchstech- zu herkömmlichen Am- pullen mit jeweils nur einer Impfstoffdosis), wie der Aus- wirkung auf Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes und der Notwendigkeit, ein alternatives Kon- servierungsmittel zu finden. Zudem rechne man mit Problemen bei Herstellung, Lagerung, Verteilung, Ent-

sorgung und Verfügbarkeit einiger Impfstoffe mit „der realistischen Gefahr, dass Routineimpfprogramme und Massenimpfungen behindert werden … wodurch ein vernachlässigbarer ökologischer Vorteil mit einer signi- fikanten Zunahme der Sterblichkeit in Kauf genommen werden müsste“ (www.who.int/wer/2012/wer8721.pdf)

Denn pHakt ist: Die Herstellung von thimerosalfreien Impfstoffen – die dann natürlich in Form von Ampullen oder Fertigspritzen mit einer Einzeldosis erfolgen muss, verteuern das Produkt um das Fünffache!

Lasst uns das Quecksilber behalten

Mit diesen Argumenten versuchen die Thimerosal-Be- fürworter, den Einsatz des Mittels wieder „salonfähig“ zu machen:

Stechampullen mit mehreren Impfstoffdosen, (die Thimerosal enthalten müssen) sind preiswerter und ein- facher herzustellen und im Fall einer Pandemie auch deutlich schneller zu verabreichen. Und Thimerosal ist sicher. Auch wenn die Forschung die neurotoxischen Wirkungen von Methylquecksilber gezeigt hat, gibt es keine derartigen Ergebnisse für das Äthylquecksilber, sein organisches Gegenstück.

Jeder einigermaßen kompetente Biochemiker muss sich nur die Struktur des Thimerosals ansehen, um es als einen wirksamen Enzymhemmer identifizieren zu können. Es überrascht daher, dass keine Tier- und Labortests mit den thimerosalhaltigen Impfstoffen durchgeführt wurden, bevor die Regierung ihr Impfprogramm begann, das Kinder diesen Thime- rosalkonzentrationen aussetzte

- Dr. Boyd E. Haley

Ein großer Teil der Pro-Thimerosal-Bewegung vertritt die Meinung, dass man es niemals hätte verbieten dür- fen. Das Verbot erfolgte in den frühen Jahren des 21. Jahrhunderts als Folge von öffentlichem Druck und ei- nigen Forschern, die fragten, ob die Menge des in Impf- stoffen verwendeten Thimerosals im sicheren Bereich läge. Grundsätzlich erfolgte die Entscheidung, um „auf Nummer sicher zu gehen“ und mögliche Schäden zu vermeiden, bis weitere Studien die Harmlosigkeit von Thimerosal endgültig belegen würden. Seitdem so die Argumente, hätten fast alle Beweise ergeben dass Thimerosal nicht gefährlich sei. „Damals“ so Dr. med. Walter Orenstein, „wussten wir nicht, ob es toxische Effekte gibt oder nicht und eines unsere Hauptproble- me lautete: Was wäre, wenn wir die Untersuchungen durchführten und drei Jahre später sehen, dass das Thimerosal doch schädlich ist?“ Und Dr. Offitt springt ihm bei und sagt: „Es war ein Fehler, das Thimerosal aus den Impfstoffen zu entfernen. Wenn wir heute mit den Informationen die wir besitzen, den gleichen Feh- ler machen, könnte das zu Tausenden von Toten füh- ren.“

Lasst uns das Quecksilber loswerden

Die Gegenseite führt folgende Gründe an, um Thimerosal weiter zu verbieten:

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-Die Coalition for Mercury-Free Drugs (Koalition für quecksilberfreie Medikamente) widerspricht den Belegen, dass Thimerosal sicher ist und bezeichnet es als „ungerecht“, es in Entwicklungsländern ein- zusetzen, während es in entwickelten Nationen nicht verwendet wird.

-Eric Uram, geschäftsführender Direktor von Safe Minds hält die Praxis für „ungeheuerlich, offensiv und inakzeptabel“. Allerdings, so fügt er hinzu, zögern Gesundheitsfunktionäre aus mehreren Ländern, mit denen er Kontakt hat, sich gegen Thimerosal auszusprechen, weil die WHO Thime- rosal als sicher bezeichnet hat

Eine Schwermetallbelastung während der (kindli- chen) Frühentwicklung steht mit einer gestörten neurologischen und kognitiven Funktion in Zusam- menhang

- Dr. M. Waly, Northeastern University

- Barbara Loe Fisher, Präsidentin des National Vaccine Information Center (NVIC) sieht die Angelegenheit so: „Wenn man nicht gebrauchte Ampullen mit thimerosalhaltigen Impfstoffen wegen ihres Quecksilbergehaltes als Sondermüll entsor- gen muss, warum empfiehlt die AAP nach wie vor mit Nachdruck, diese Impfstoffe in den Körper von Kindern zu injizieren?“ Bisher haben weder FDA noch EPA „ihre Anordnung an die Pharmaindustrie aus dem Jahr 1999 nicht widerrufen, Thimerosal aus Impfstoffen für Kinder zu entfernen.“

Die Sicherheit von Thimerosal – oder der Mangel daran

Die Befürworter von Thimerosal in Impfstoffen zitieren zahlreiche Studien zum Beweis der Sicherheit. Eine davon ist eine von der NIAID finanzierte Untersuchung der Universität Rochester, nach der sich die Menge an Äthylquecksilber in Impfstoffen unterhalb des Sicher- heitslevels bewegt. Wie der leitende Wissenschaftler Dr. med. Michael E. Pichichero versichert, wird das Quecksilber schneller aus dem Blut eliminiert, als man zuvor gedacht hatte. „Zum Zeitpunkt, an dem ein Kind eine weitere „Runde“ Impfungen erhält, die Quecksil- ber enthalten, ist praktisch alles aus der letzten Imp- fung eliminiert worden.“

Lesen Sie diese Aussage genau! Was bedeutet „prak- tisch alles?“ Was ist mit dem verbleibenden Quecksil- ber? Mit dem Anteil, der durch die Blut-Hirn-Schranke gelangt? Hat irgend jemand diese Mengen je gemes- sen? Ist JEDE Art von Quecksilber für das Gehirn un- problematisch? Hat irgendjemand je die Quecksilber- konzentration im Gehirn oder Körper von autistischen Kindern bestimmt? Hat sich irgendjemand mit der ku- mulativen Wirkung von all dem Quecksilber beschäf- tigt, die ein Kind mit den Dutzenden von Impfungen er- halten hat?

200 µg Thimerosal passen auf eine Nadelspitze. Nach Angabe der (amerikanischen Umweltbehörde) EPA

würde diese Menge in 80 Liter Wasser gelöst das Wasser als nicht für den menschlichen Verzehr geeignet machen

Wie die meisten Thimerosal-Befürworter behaupten, kennen wir zwar die neurologischen Wirkungen des Methylquecksilbers, das Äthylquecksilber aber sei- ungefährlich. Und genau das ist nicht wahr. Die Schä- den sind in einer Studie nach der anderen dokumen- tiert worden – Studien, die von den Thimerosal-Befür- wortern ignoriert werden.

Bei einer Präsentation vor dem Komitee für Impf- sicherheit des Institute of Medicine (IOM) kam Dr. George Lucier im Juni 2001 zu dem Schluss, dass Äthylquecksilber ein Neurotoxin (Nervengift) ist und „… in seiner Wirkung auf das sich entwickelnde Nervensy- stem dem Methylquecksilber gleicht.“

Das Government Reform Committee des amerikani- schen Repräsentantenhauses führte unter Leitung des Republikaners Dan Burton eine dreijährige Untersu- chung von Quecksilber durch. Während einer Sitzung im Jahr 2002 sagte Dr. med. David Baskin, Professor für Neurochirurgie und Anästhesiologie vom Baylor College of Medicine in Houston aus, dass Äthyl- quecksilber besser in die Zellen eindringen kann, als Methylquecksilber, wodurch die Konzentration in den Zellen vermutlich ausgeprägter ist. Ebenfalls wird im Bericht der Anhörung eine Studie aus den Archives of Toxicology des Jahres 1985 erwähnt, nach dem Äthylquecksilber für Ratten toxischer wirkte, als Methyl- quecksilber.

Selbst wenn man alle Studien außer Acht lässt, ist da immer noch als vermutlich stärkster Beweis das Proto- koll des geheimen Simpsonwood-Treffens vom Juni 2000. An diesem Treffen, das nicht öffentlich angekün- digt worden war, nahmen 52 Personen teil, darunter Vertreter von CDC, FDA und WHO sowie leitender Impfstoffhersteller. Den Teilnehmern wurde untersagt, irgendwelche Dokumente zu kopieren oder mitzuneh- men. Tom Vertsraeten, ein Epidemiologe des CDC hat- te die Krankenakten von mehr als 100.000 Kindern aus- gewertet und er war der Meinung, dass das Thimerosal an der „dramatischen“ Zunahme autistischer Störungen schuld sei. Die Daten, die für sich selbst sprachen, wurden von den Teilnehmern mit Kommentaren wie „Sie können diese Informationen drehen und wenden wie sie wollen“ aber die Ergebnisse wären „statistisch si- gnifikant“ oder „Ich will nicht, dass mein Enkel einen thimerosalhaltigen Impfstoff erhält, bevor das hier ge- klärt wird“, quittiert.

Die Vertuschung

Die Vertuschung folgte auf dem Fuße – ausgelöst von der Furcht, wie sich die Wahrheit auf die Impfstoff- industrie auswirken würde.

Dr. Bob Chen, Leiter der Abteilung für Impfstoffsicherheit am CDC: Uns ist es gelungen, derart sensible Informa- tionen von weniger verantwortungsvollen Kreisen fern- zuhalten.“

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Dr. John Clements, Impfberater der WHO: „Diese Stu- die hätte niemals durchgeführt werden dürfen“ und ihre Ergebnisse „werden von anderen ein einer Art und Weise genutzt werden, die sich dem Einfluss dieser Gruppe entzieht. Die Forschungsergebnisse müssen verarbeitet werden.“

Dr. Robert Brent, Alfred I. DuPont Kinderkrankenhaus Delaware: „Was die rechtlichen Konsequenzen betrifft, sind wir in einer denkbar schlechten Position. Das wird für die äußerst eifrigen Rechtsanwälte unseres Landes eine ergiebige Hilfsquelle sein.“

Dr. Marie McCormick, Vorsitzende des Komitees für Impfsicherheit des Institute of Medicine (IOM): „Wir werden niemals zugeben, dass Autismus eine echte Nebenwirkung einer Thimerosalbelastung darstellen kann.“

Tom Verstraeten wurde von GlaxoSmithKline (GSK) angeheuert und veröffentlichte seine Studie im Jahre 2003 mit „überarbeiteten“ Daten, die keinen Zusammen- hang zwischen Thimerosal und Autismus (mehr) erken- nen ließen.

Wie sich herausstellte, fungierte Katz als bezahlter Berater zahlreicher Impfstoffhersteller. Außerdem teilte er sich mit Merck ein Patent für einen Masernimpfstoff.

Und beim Centers for Disease Control and Prevention (CDC) gingen bequemer weise die Daten der 100,000 Kinder „verloren” .

Also forderte das CDC das IOM auf, eine Studie anzu- fertigen, in der keine Zusammenhänge zwischen Thimerosal und Gehirnstörungen belegt werden konn- ten, da „…die Indizien nicht genügten, um eine kausale Verbindung zu akzeptieren oder zurückzuweisen“. Kei- ne weitere Forschung erforderlich. Nach Angabe von Kathleen Stratton war das Ergebnis, was „Walt (Dr. Walter Orenstein) wünschte.“ Und die Studie wurde genau so durchgeführt wie angeordnet.

Impfstoffhersteller erhielten Schützenhilfe vom CDC, das ihnen gestattete, Thimerosal in einigen Impfstoffen weiter zu nutzen, Impfstoffe, die das CDC aufkaufte und in Entwicklungsländer verschiffte.

Auch die Legislative erhielt Hilfe - in Form großer Spen- den von der Pharmaindustrie. Ein Beispiel ist der Mehrheitsführer im US-Senat, Bill Frist. Nachdem er 873.000 Dollart erhalten hatte, versuchte er, die Her- steller vor Schadensersatzansprüchen zu schützen. Um seinen Assistenten zu zitieren: „Diese Klagen sind von einer Dimension, dass sie einen Impfstoffhersteller ver- nichten können…“

Thimerosal ist eine der giftigsten Verbindungen, die ich kenne. Ich kann mich an keine Substanz erinnern, die ähnlich tödlich wirkt

- Dr. Boyd Haley

Interessenkonflikte

Also haben wir nun den Beweis: Thimerosal ist nicht sicher. Beweise, die Jahre lang ignoriert und vertuscht

worden sind. Und diese Vertuschung war höchst profi- tabel. Und dann haben wir die American Academy of Pediatrics (AAP), die ein Statement veröffentlicht, das Dutzende von Gründer enthält, warum Thimerosal in Impfstoffen verbleiben sollte. Wie sicher und vor allem wie notwendig es ist. Wie Kinder sinnlos sterben, wenn Thimerosal dem Verbot der UN zum Opfer fällt. Und als ob das alles noch nicht ausreichte, besitzt die AAP die Frechheit, uns wie Tausende Male zuvor zu erzäh- len, dass die Autoren des Pediatrics-Beitrages keinen Interessenkonflikten unterliegen.

Schauen wir uns diese Autoren doch einmal an:

-Dr. med. Louis Z. Cooper ist ein ehemaliger AAP- Präsident und Treuhänder des Sabin Impfinstituts. Dessen Aufgabe besteht darin „sinnloses mensch- liches Leiden durch Erkrankungen zu lindern, die durch Impfungen verhindert werden können, indem man neue Impfstoffe schafft“ und sich für den „ver- mehrten Einsatz bestehender Impfstoffe“ stark macht.

-Dr. med. Samuel Katz, bekannt als „Impfstoff-Bot- schafter“ der Dartmouth Universität ist Träger der Sabin-Goldmedaille.

-Frau Dr. rer. nat Katherine King ist Forschungs- mitarbeiterin am St Michaels-Krankenhaus in Toronto, wo sie für das globale Gesundheits- programm der Bill & Melinda Gates-Stiftung tätig ist.

-Dr. med. Walter A. Orenstein hat das nationale Impfprogramm des CDC über 30 Jahre unterstützt und wirkte daneben über 14 Jahre als Verbindungs- mann zum National Vaccine Advisory Committee. Zudem war er auch Mittelsmann zwischen CDC und dem AAP Komitee für ansteckende Erkran- kungen und Berater der WHO.

Frage an die AAP: Definieren Sie “Interessenkonflikt”.

Mehr schaden”

Der Bericht über die Quecksilber-Untersuchung des US- Repräsentantenhauses endete mit diesem Statement:

„Thimerosal als Konservierungsmittel in Impfstoffen steht vermutlich mit der Autismus-Epidemie in Zusam- menhang. … Diese Epidemie hätte aller Wahrschein- lichkeit nach verhindert oder zumindest begrenzt wer- den können, wenn die FDA es nicht verschlafen hätte, den Mangel an Sicherheitsdaten bei der Injektion eines bekannten Nervengiftes zu bemerken“. FDA und ande- re Gesundheitsorganisationen handelten nicht, weil ih- nen in erster Linie „an ihrem eigenen Schutz“ und ei- nem überzogenen Protektionismus gegenüber der Pharmaindustrie“ gelegen war.

Mit seiner Frage „Was wäre, wenn wir die Untersuchun- gen durchführten und drei Jahre später sehen, dass das Thimerosal doch schädlich ist?“ hat Dr. Orenstein tatsächlich eine wunden Punkt getroffen. Denn was wäre, wenn sie die Untersuchungen über irgendeinen anderen Bestandteil der Impfstoffe durchgeführt hätten

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und drei Jahre später entdeckt hätten, dass es Schä- den gab? Oder was wäre, wenn sie die Untersuchun- gen über die Kombination aus verschiedenen - auch nur von 2 Bestandteilen - durchgeführt hätten und drei Jahre später entdeckt hätten, dass es Schäden gab? Oder wenn sie die Untersuchungen über die Gabe mehrerer Impfstoffe zum gleichen Zeitpunkt durchge- führt hätten und drei Jahre später entdeckt hätten, dass es Schäden gab? Da ist der Grund, warum man diese Untersuchungen nie durchgeführt hat oder je durchfüh- ren wird. Oder, wenn diese Untersuchungen stattfinden, über die Resultate lügen.

Denn Sie wissen¸ was sie finden werden: Schäden.

Quecksilber, Thimerosal und Autismus: Es ist was faul im State Dänemark

Mit der Veröffentlichung einer dänischen Studie in der Zeitschrift Pediatrics im Jahre 2003 wurden jegliche Spekulationen beendet, das Konservierungsmittel Thimerosal in Impfstoffen wäre mit einer Zunahme au- tistischer Störungen verbunden. Die Studie berichtete, es gäbe keine Korrelation zwischen Thimerosal und Autismus, eine Schlussfolgerung, die viele CDCD- Wis- senschaftler sehr glücklich machte. Die Studie wieder- sprach einem Bericht des Institute of Medicine (IOM) aus dem Jahre 2001, der eine Verbindung zwischen Quecksilber im Thimerosal und Autismus als „biologisch plausibel“ bezeichnet hatte.

Dabei war der Pediatrics-Artikel ein Betrug. Unter Be- rufung auf den Freedom of Information Act gelang es der Coalition for Mercury-free Drugs die E-Mail-Korre- spondenz zwischen dem CDC und den dänischen Wis- senschaftlern einzusehen. Wie aus diesen E-Mails her- vorging, war den dänischen Forschern bekannt, dass es in den Jahren nach dem dänischen Verbot von Thimerosal in Impfstoffen zu einem signifikanten Rück- gang von Autismusfällen gekommen war. Der Artikel in der Zeitschrift Pediatrics überging diese wichtigen In- formationen, um zu einem gegenteiligen Ergebnis kom- men zu können.

Dänemark hatte schon 1992 damit begonnen, den Zu- satz von Thimerosal zu Impfstoffen für Kinder zu ver- bieten. In einer E-Mail eines der Forscher vom 23. No- vember 2003 steht: „Anbei übersende ich Ihnen unser Manuskript über Thimerosal und Autismus in Dänemark in der Kurz- und Langform … Ich muss Ihnen mitteilen, dass die Zahlen im Manuskript nicht die letzten Daten aus dem Jahr 2001 enthalten. Mir liegen diese Daten nur in Papierform vor … Aber Inzidenz und Prävalenz nehmen 2001 weiter ab (http://mercury-freedrugs.org).

In den E-Mails werden auch einige der Faktoren disku- tiert, die an der Zunahme der Autismusraten beteiligt waren, die nach der Verwendung von Thimerosal auf- getreten waren. Auf die Fragen von Diane M. Simpson vom CDC antwortete Dr. Kreesten M. Madsen, die Autismusfälle hätten nach 1993 zugenommen, „ … das aber nicht sehr dramatisch und es könnten andere Ur- sachen dafür verantwortlich sein. Zum einen gab es bei

uns 1994 eine Neukategorisierung (der diagnostischen Kriterien) von ICD8 auf ICD10 und des weiteren wur- den die ambulanten Kliniken in unsere Überwachung aus dem Jahre 1995 aufgenommen.“

Lisa K. Sykes von CoMeD erläutert, dass die Verände- rung der diagnostischen Kriterien nach einer Schätzung von Jeffrey Trelka and Brian Hooker (Am Physicians Surgeons. Winter 2004; 9[4]:101) „zu einer etwa fünf- fachen Steigerung der Autismusfälle führen kann“

Darüber hinaus bezogen sich die dänischen Autismus- zahlen vor 1995 nur auf stationäre Fälle, Kinder, die nur ambulant versorgt worden waren, wurden nicht mitge- zählt. Die dänischen Wissenschaftler nahmen in ihre Daten des Jahres 1992 eine große Ambulanz in Ko- penhagen auf, ohne das zu erklären. Nach Angaben von Trelka and Hooker wurden in dieser Ambulanz etwa 20 % der dänischen Autismusfälle behandelt.

In der Rubrik “Diskussion“ ihres Artikels geben die dä- nischen Wissenschaftler zu, dass die Veränderung der diagnostischen Kriterien und die Einbeziehung der am- bulanten Klinik für die Zunahme der Autismusraten ver- antwortlich sein könnten, trotzdem schreibt man in der Zusammenfassung: „Dem Verzicht auf thimerosal- haltige Impfstoffe in Dänemark im Jahre 2002 folgte eine Zunahme der Häufigkeit autistischer Störungen. Unsere ökologischen Daten stützen keine Korrelation zwischen den thimerosalhaltigen Impfstoffen und der Inzidenz von Autismus. …“ Nach Angaben von Sykes haben die Forscher den Wunsch nach Originaldaten ignoriert.

Obwohl Thimerosal mit Ausnahmen einiger Grippe- impfstoffe aus den meisten amerikanischen Impfstof- fen entfernt wurde, wird das quecksilberhaltige Konser- vierungsmittel immer noch an Entwicklungsländer ver- kauft oder gespendet. Das UNEP, das Umweltpro- gramm der Vereinten Nationen bemüht sich seit 2001 darum, die Quecksilberbelastung zu senken. Ein legal verbindliches internationales Instrument zur Regelung des Einsatzes und der Entsorgung von Quecksilber ist fast komplett. Chile ist eines der Entwicklungsländer, das nicht auf eine globale Regelung warten will: Im April 2012 hat sich das Land gegen den Gebrauch quecksil- berhaltiger Impfstoffe ausgesprochen.

Quellen:

Jennifer Hutchinson, Protect Your Children – The AAP and WHO Want to Keep Poisonous Mercury in Vaccines, VacTruth.com Dec 23rd, 2012 Jule Klotter, Mercury/Thimerosal and Autism, Klotters Shorts Townsend Letter December 2012

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Mozart, Mahler und Vitamin D

Wolfgang Amadeus Mozart (27 Januar 1756 - 5 De- zember 1791), litt unter zahlreichen infektiösen Erkran- kungen wie Katarrhen, Fieber, Halsschmerzen und zwi- schen 1762 bis zu seinem Tode 1791 unter schweren Erkältungen. Die meisten dieser Krankheiten traten von Mitte Oktober bis zum Mai auf. Bei der Lage von Salz- burg und Wien auf dem 48. Breitengrad ist es für sechs Monate fast unmöglich, genügend Vitamin D durch die Einwirkung von UVB-Strahlung auf der Haut zu synthe- tisieren. Mozart starb am 5. Dezember 1791, im 2. oder 3. Monat des halbjährigen Vitamin D-Winters.

Vitamin D kann die Gefahr zahlreicher akuter Atem- wegs-infekte wie z. B. Virusinfektionen wie der Grippe und bakterieller Infektionen wie einer Pneumonie sen- ken – das wurde bereits anhand zweier placebo- kontrollierter Untersuchungen bewiesen.

Im 18. Jahrhundert waren die gesundheitliche Vorteile der ultravioletten B-Strahlen aus dem Sonnenlicht und des Vitamin D unbekannt und man war der Meinung, die Zunahme der ansteckenden Erkrankungen im Win- ter beruhte auf dem Umstand, dass es in dieser Jah- reszeit kälter ist.

Ein weiterer berühmter Musiker und Komponist, Gu- stav Mahler (7 Juli 1860 - 18 Mai 1911) wuchs in Iglau / Iglawa / Jihlava in der tschechischen Republik (49 Grad nördlicher Breite) auf. Im Dezember 1910 erkrankte Mahler an einer Halsentzündung, während er in New York mit dem Philharmonischen Orchester probte. Man diagnostizierte bei ihm eine bakterielle Endokarditis und er verstarb am 18. Mai 1911 im Alter von 41 Jahren. Vitamin D bekämpft auch diese bakteriellen Infektio- nen.

Eine Musikerin der Moderne, die ebenfalls an einer Vit- amin D-Mangelerkrankung verstarb, war die britische Cellistin Jacqueline Mary du Pré (26 Januar 1945 - 19 Oktober 1987), eine der anerkannt besten Solistinnen auf diesem Instrument. Du Prés Karriere wurde durch ihre Multiple Sklerose verkürzt, die sie mit 28 Jahren zwang, alle Auftritte abzusagen und die zu ihrem vor- zeitigen Tod mit 42 Jahren führte.

Aus einer ständig wachsenden Anzahl ökologischer (geographischer) und randomisierter kontrollierter Un- tersuchungen bzw. Beobachtungsstudien geht hervor, dass Vitamin D neben Erkrankungen des Knochens wie der Rachitis und der Osteoporose auch das Risiko zahl- reicher Erkrankungen wie zahlreiche Krebsarten, kar- diovaskuläre Erkrankungen, Diabetes, ansteckende Krankheiten, Autoimmunleiden, neurologische und neuromuskuläre Erkrankungen senken kann.

Auch für moderne Musiker scheint das Vitamin D ein wichtiges Thema zu sein. Berufmusiker müssen viel Zeit übend und probend in geschlossenen Räumen verbrin- gen und haben daher wenig Kontakt mit Sonnenlicht, was zu einer reduzierten Vitamin D-Synthese in der Haut führt.

Wie wissenschaftliche Indizien zeigen, findet der opti- male Schutz gegen Erkrankungen durch das Vitamin D bei 25(OH)D-Blutspiegeln von 30 – 40 ng/ml (75 – 100 nmol/l statt. Um diese Werte zu erreichen, benötigt man im Frühling und Sommer eine Sonnenexposition des (zu 20 – 30 % unbedeckten) Körpers für 10 – 20 Minu- ten bzw. die orale Aufnahme von 1.000 bis 4.000 IU Vitamin D3 (Cholecalciferol)

Quelle:

Did Vitamin D Deficiency Contribute To Mozart's And Mahler's Deaths?, Medical News Today, 01 Jul 2011

http://www.medicalnewstoday.com/releases/230163.php

Roquefort: Überraschende Ergebnisse

Ein Team der Firma Lycotec hat soeben begonnen, unter dem Titel „Könnte der Käse das fehlende Mosaik- steinchen im Rätsel um das „French Paradoxon“ sein“, Forschungsergebnisse über den französischen Roque- fort-Käse zu veröffentlichen. Die überraschend im blauschimmelhaltigen Käse gefundenen entzündungs- hemmenden Faktoren könnte die Entwicklung einer neuen Klasse von Pharmazeutika und kosmetischen Produkten einläuten.

In ihrer ersten Veröffentlichung weisen die Autoren, Dr. Ivan Petyaev and Dr. Yuriy Bashmakov, darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr von Schimmelkäsen wie Roquefort und Camembert die Antwort auf einige der heutigen Gesundheitsprobleme liefern könnte. Denn trotz einer Ernährung, die traditionell reich an gesättig- ten Fetten ist, haben die Franzosen die geringste Quo- te an kardiovaskulär bedingten Todesfällen. Und heute haben wir nun das Geheimnis des französischen Paradoxons gelöst: Esst mehr Schimmelkäse!

Wie umfangreiche Laboruntersuchungen und klinische Studien der Lycotec-Ärzte gezeigt haben, verfügen die- se entzündungshemmenden Faktoren, die beim Rei- fen des Käses entstehen, über einzigartige Fähigkei- ten, die am besten in einer sauren Umgebung wirken. Die beiden bemerkenswertesten Milieus des menschli- chen Körpers, die durch diese streng riechenden Käses- orten beeinflusst werden, sind die Magenschleimhaut und die Hautoberfläche.

Tatsächlich kann man diese entzündungshemmenden Faktoren extrahieren und bei der Herstellung von phar- mazeutischen und/oder kosmetischen Produkten ver- wenden. Darüber hinaus gibt es einen ständig wach- senden Konsens, dass subklinische Entzündungen Grundlage vieler Alterungsprozesse vom Verlust der Skelettmuskulatur und Cellulite bis in zu Stoffwechsel-, kardiovaskulären und zerebrovaskulären Störungen sind.

Das Lycotec-Team drängt die Hersteller von pharma- zeutischen und kosmetischen Produkten sich mit ihren Forschungsergebnissen zu beschäftigen und daraus Produktideen und Partnerschaften zu entwickeln – al- lerdings ohne den Schimmelgeruch.

Quelle:

Unexpected Findings on Roquefort Cheese, Natural Solutions Ma- gazine, 12. Dezember 2012

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Doppelseitige Mastektomien: Zu 70 % Unsinn

70 % aller Brustkrebspatientinnen, die sich einer beid- seitigen Brustentfernung unterziehen, sind nicht wirk- lich auf diese Prozedur angewiesen. Das ist das Er- gebnis einer Studie, die auf dem Symposium für Qualitätsmanagement der American Society of Clinical Oncology präsentiert werden soll.

Die Studie ist von Wissenschaftlern der Universität Mi- chigan, dem Sloan Kettering Krebszentrum, der Uni- versität von Südkalifornien und der Wayne State Uni- versität durchgeführt und durch das Nationale Krebs- institut der Vereinigten Staaten (NCI) finanziert worden.

Weltweit macht der Brustkrebs 23 % aller weiblichen Krebserkrankungen aus und ist für 14 % der Krebs- todesfälle von Frauen verantwortlich. Nach Angaben der amerikanischen Krebsgesellschaft ACS werde in den USA dieses Jahr 229.600 neue Brustkrebsfälle diagno- stiziert werden und die Erkrankung wird 39.920 Todes- fälle verursachen.

In den vergangenen Jahren haben immer mehr Frauen versucht, die Gefahr eines Brustkrebsrezidivs zu ver- ringern, indem sie sich beide Brüste entfernen ließen, obwohl nur eine Brust erkrankt war. Dieses Verfahren wird als „kontralaterale prophylaktische Mastektomie bezeichnet. Zahlreiche Gesundheitsexperten aber hal- ten diese aggressive Behandlungsmethode für über- trieben.

Die Forscher befragten 1.446 Frauen, die erfolgreich gegen Brustkrebs behandelt worden waren, ohne dass es zu einem Rezidiv gekommen war. Sie untersuchten sowohl die eingesetzten Behandlungsformen als auch die klinischen Indikationen für eine doppelseitige Brust- entfernung. Wie sie herausfanden, waren bei fast 20 % der Frauen beide Brüste entfernt worden.

Nach eigenen Angaben waren 90 % der Frauen, die sich der doppelseitigen Brustentfernung unterzogen hatten, sehr besorgt wegen eines möglichen Rezidivs. Allerdings entbehrte nach der Risikobewertung der Wissenschaftler diese Furcht jeder Grundlage. Das kommt daher, dass in der Mehrzahl der Fälle die Brustkrebsdiagnose in einer Brust nicht mit einem er- höhten Brustkrebsrisiko der anderen Brust korreliert.

„Die Frauen scheinen sich aus Angst vor einem Krebs- rezidiv für die kontralaterale prophylaktische Mast- ektomie zu entscheiden,“ so die Wissenschaftlerin Sa- rah Hawley. „Das aber macht keinen Sinn, weil die Ent- fernung einer nicht betroffenen Brust nicht das Risiko eines Rezidivs in der betroffenen Brust verringert“

„Nicht angemessen“

Die einzigen Frauen, bei denen die Erkrankung einer einzelnen Brust mit einem erhöhten Krebsrisiko der anderen Brust einhergeht, sind jene, bei denen zwei oder mehr enge Blutsverwandte (Großmutter, Mutter, Schwestern) an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt sind oder die eine bestimmte Mutation des BRCA1- oder BRCA2-Gens aufweisen.

“Bei Frauen ohne nahe erkrankte Familienangehörige und/oder mit einem negativen Genbefund ist es ver- mutlich nicht angemessen, die nicht erkrankte Brust entfernen zu lassen“, sagt Dr. Hawley.

Neben den zusätzlichen Kosten und der Belastung, statt einer Brust zwei zu entfernen, wird eine doppelte Mast- ektomie auch mit erheblich mehr Komplikationen bzw. einer schlechteren Heilungstendenz in Zusammenhang gebracht, als „nur“ die Entfernung einer Brust.

Die Wissenschaftler suchen nun nach einem Werkzeug, dass den Frauen helfen soll, die richtigen Entscheidun- gen hinsichtlich ihrer Brustkrebsbehandlung treffen zu können.

„Ein solches Werkzeug zur Entscheidung und die Aus- wirkungen auf das Leben einer Patientin, der man statt einer beide Brüste entfernt wird die häufigsten Fehlin- formationen über die Brustkrebstherapie beseitigen und den Betroffenen ein Feedback geben, das ihnen helfen kann, die Optionen und beteiligten Risiken besser zu verstehen,“ sagt Sarah Hawley.

Quellen David Gutierrez, 70 percent of double mastectomies are pointless, naturalnews.com 4. Januar 2013 http: //www.eu rekalert. org/pub_ releases/ 2012-11/ uomh-

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Das Rezept des Monats

Gebackene Pastinaken

Zutaten (für 4 Portionen):

650 Gramm Pastinaken

1

Zweig Rosmarin

3

Esslöffel Olivenöl

1

Esslöffel Honig

Salz und Pfeffer

75 Gramm ungeschälte Mandelkerne

3 Stängel Petersilie

Zubereitung:

1.Pastinaken waschen und mit einem Sparschäler schälen. Die Wurzeln je nach Umfang halbieren oder vierteln und alle in eine große Schüssel geben.

2.Backofen bei Ober- und Unterhitze (Umluft ist nicht zu empfehlen) auf 200 °C vorheizen.

3.Den Rosmarin waschen, die Nadeln ab zupfen und klein hacken Sie. Den Rosmarin zusammen mit Honig, Salz, Pfeffer und Öl in einer kleinen Schüssel oder Tasse verrühren.

4.Das Rosmarinöl über die Pastinaken geben und alles sehr gut miteinander vermischen.

5.Danach die Pastinaken mit dem gesamten Ros- marinöl auf ein Backblech legen und dieses in den vorgeheizten Backofen. Backen schieben. Die Pa- stinaken auf der 2. Schiene von unten 25 Minuten

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backen, dabei müssen die Pastinaken nach 15 Minuten gewendet werden.

6.In der Zwischenzeit die Mandeln klein hacken und nach 20 Minuten Backzeit über das Gemüse streuen.

7.Zum Schluss die Petersilie ganz fein waschen und hacken und kurz vor dem Servieren über die Pastinaken streuen.

Pastinaken gehören, wie die Wurzelpetersilie, zur Fa- milie der Doldenblütler. Sie können die Wurzel, die Blät- ter und die Samen der Pflanze essen. Die Wurzel ist ein gesundes Wintergemüse, das besonders nach dem ersten Frost noch besser schmeckt, da die Pflanze bei Frost die Stärke in Zucker umwandelt.

Pastinaken enthalten viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen, außerdem Beta-Karotin, Vitamin C und Fol- säure. Als wichtiger Wirkstoff gilt auch das ätherische Öl Myristin. Daneben liefern sie reichlich Stärke und Zucker.

Früher wurden die Pastinaken als schmerzstillendes Mittel bei Zahnschmerzen verwendet. Sie sind aber auch harntreibend und fiebersenkend. Vor allem die vielen Mineralstoffe und Vitamine machen das Gemüse im Winter für uns besonders wertvoll. So können Sie mit der Pastinake Ihr Immunsystem und Ihr Herz-Kreislauf- System stärken.

Sie können die Pastinake – genau wie die Möhre – roh und gegart essen. Im rohen Zustand verfärbt sie sich jedoch schnell und wird braun, daher sollten Sie rohe geschnittene Pastinaken mit Zitronensaft oder Essig beträufeln, das verhindert die braune Verfärbung. In feine Streifen geschnitten, können Sie mit Pastinaken den Salat verfeinern oder einen Kräuterquark zuberei- ten.

In gegartem Zustand passen Pastinaken sehr gut zu rotem Fleisch und Wild. Zusammen mit Möhren und Kartoffeln ergeben sie ein wunderbares Mischgemüse. Aber auch als Cremesuppe oder Püree schmecken Pastinaken sehr gut. Dill, Petersilie und Thymian pas- sen mit ihren Aromen sehr gut zur Pastinake.

Gardasil – Der Stand derDinge 2012

Hier folgt nur eine simple Zusammenfassung der uner- wünschten Nebenwirkungem, die im Jahre 2012 mit dem HPV-Impfstoff Gardasil in Zusammenhang ge- bracht werden konnten

* Nebenwirkungen allgemein: mehr als 24.000 Fälle

* ernsthafte Nebenwirkungen - mehr als 3.000 Fälle

* Besuch einer Notaufnahme - fats 9.700 Fälle

* Karnkenhauseinweisungen - über 2.400 Fälle

* (bleibende) Behinderungen - mehr als 790 Fälle

* Todesfälle - 111

Quelle:

Don't Believe Gardasil Safety Claims, HSI e-Alert UK Edition, 19. Oktober 2012

Die Sonne: Mehr als nur Vitamin D

Wenn Sie an einem der nächsten Tage urplötzlich statt des heimelig grauen Himmels plötzlich eine große gel- be Kugel sehen – nicht unnötig erschrecken. Dabei handelt es sich nämlich um die so genannte „Sonne“, ein früher häufiger auftretendes Naturphänomen, das den Älteren von uns noch hinlänglich bekannt sein dürf- te. Und vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere „Oldtimer“ ja auch noch, dass diese „Sonne“ auf den menschlichen Körper wunderbare Wirkungen gehabt haben soll. Wem jetzt die Begriffe „Haut“, „UV-Strah- lung“ und „Vitamin D“ einfallen, der ist im großen und ganzen schon auf dem richtigen „Dampfer“. Aber jen- seits dieser Zusammenhänge gibt es noch eine ganze Reihe gesundheitlicher Vorteile des Sonnenlichts, die der Allgemeinheit nicht so sehr bekannt sind.

Die Sonne verbessert Stimmung und Energie:

Schon eine geringe Sonnenexposition wird mit besserer Stimmung in Verbindung gebracht, weswegen Sonnenanbeter auch generell „besser drauf“ sind, als Stubenhocker. Wie eine Studie gezeigt hat, steigt nach der Sonnenexposition die Konzen- tration der ß-Endorphine im Blut, was diesen Zusammenhang erklären würde. Dieser Anstieg der ß-Endorphine wurde unabhängig voneinander in drei Untersuchungen beobachtet, aber wie die Autoren zu bedenken geben, könnte die Angst vor einer Blutabnahme (zur Bestimmung der ß-Endorphine) diese Entwicklung wieder rückgängig machen.

Die Sonne hilft gegen Hauterkrankungen: Zu diesen Erkrankungen zählen der Lupus vulgaris, Psoriasis (Schuppenflechte), Vitiligo (Weißflek- kenkrankheit), atopische Dermatitis und eine lokalisierte Sklerodermie. Warum die so genannte „Phototherapie“ bei der Therapie dieser Erkran- kungen hilft, ist immer noch nicht komplett geklärt, aber die Forscher kennen zumindest einige Mecha- nismen der Phototherapie. Die UV-Strahlung senkt die Geschwindigkeit der Zellwucherung in der Haut und die Aktivierung und Wucherung der Melano- zyten, senkt die Zahl der T-Lymphozyten und verringert die Langerhanschen und die Mastzellen.

Die Sonne lindert die Schmerzen einer Fibromyal- gie: Sonnenbaden wirkt sich auf Fibromyalgie-

schmerzen

Sonnenlicht. Warum das so ist, weiß niemand so genau.

Die Sonne verbessert die Barrierefunktion der Haut: Haut, die man UVA- und UVB-Strahlung aussetzt, ist gegenüber primären Reizfaktoren widerstandsfähiger. Auch hier ist der zu Grunde liegende Mechanismus unbekannt.

Die Sonne schützt vor Krankheiten - auch ohne Vitamin D: In Tierversuchen entdeckten Forscher, dass die Sonnenexposition besser vor Multipler Sklerose schützt und diese Erkrankung unterdrückt, als Vitamin D alleine.

positiver aus, als das Meiden von

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Die Sonne regt Stickstoffoxid an: Die UVA- Strahlung regt die Produktion von Stickstoffoxid (NO*) an. Wie man annimmt, kann NO* die Haut 20 - 30 Minuten vor UV-Schäden schützen, bietet Herz und Gefäßen Schutz, unterstützt die Wundheilung und verfügt über Anti-Tumor-Aktivität.

Ein Bereich, den die Autoren nicht erwähnten, ist die Melatoninregulierung. Man nimmt an, dass die Produk- tion von Melatonin nachts um so eher beginnt, je mehr Licht man tagsüber ausgesetzt war. Melatonin ist am Wach-Schlaf-Rhythmus beteiligt, seine Freisetzung macht den Körper schläfriger und kühler.

Auch wenn auf diesem Gebiet noch viel geforschte werden muss, um die spezifischen Mechanismen zu identifizieren, die durch eine UV-Exposition ausgelöst werden, haben wir schon heute einige Hinweise dar- auf, was Sonnenstrahlen neben der Vitamin D-Produk- tion so im Körper alles „anrichten“ können.

Quellen:

Sun exposure: Benefits beyond D production, Vitamin D Council, Vitamin D Newsletter 07. 08. 2012 Juzeniene A and Moan J. Beneficial effects of UV radiation other than via vitamin D production. Dermato Endocrinology, 2012. (http://www.landesbioscience.com/journals/dermatoendocrinology/

article/20013/

Zum Schluss: Werden Sie aktiv

Der nachfolgende Aufruf stammt von einem langjähri- gen pHakten-Leser - ich gebe sie „ungefiltert“ an Sie weiter und möchte mich der Aufforderung asnschließen.

Hallo liebe Verwandte, Freunde, Bekannte,

die Komission in der EU plant die Wasserversorgung in der EU zu privatisieren.

Weil der Markt ja alles besser macht.

Erschreckende Beispiele gibt es da in Spanien und England.

Helft bitte alle mit, diese Katastrophe zu verhindern,

unter folgender Intertadresse findet Ihr den Vordruck,

http://www.right2water.eu/

Füllt die Petition aus und schickt auch euren Verwandten, Freunden und Bekannten diese Nachricht.

Viele können manchmal viel ausrichten

Viele Grüße

Februar 2013

Liebe Leser,

„Zugriff verweigert“ – das ist wohl das Letzte, was Sie sehen wollen, wenn sie etwas im Internet erledigen möchten.

Aber letzten Endes ist das nur ein Ärgernis. Stellen Sie sich einmal vor, man würde Ihnen den Zugriff auf eine medizinische Behandlung verweigern!

Vermutlich wird es Sie nicht wundern, dass eben das durchaus an der Tagesordnung ist. Und oft genug könn- ten diese verweigerten Behandlungsmethoden sogar Leben retten … wie z. B. eine Chelattherapie

Standard - aber nicht gut genug

Die Chelattherapie ist ein Therapieverfahren, das man [ursprünglich] zur Behandlung einer Schwermetall- vergiftung entwickelt hat. Häufig wird dazu eine Sub- stanz namens Ethylendiamintetraessigsäure bzw. Ethylendiamintetraacetat (EDTA) injiziert – die auch als „synthetische Aminosäure“ bezeichnet wird - die sich mit Schwermetallen wie Eisen, Blei, Quecksilber, Cad- mium und Zink verbindet.

EDTA ist eine künstlich fabrizierte Aminosäure, die eine besondere Affinität für giftige Metalle wie Quecksilber, Cadmium, Aluminium und Blei besitzt. Nach der intra- venösen Injektion oder der oralen Einnahme verbindet sich das EDTA mit den Schwermetallen und ermöglich es dem Körper, die Giftstoffe besser auszuscheiden.

Das EDTA kam in den USA zum ersten mal im Jahr 1948 bei der Behandlung von Industriearbeitern zum Einsatz, die unter einer Bleivergiftung litten, und das Mittel gehört in den USA seitdem zur Standardtherapie von Bleivergiftungen. In den 1940er Jahren verabreich- te die amerikanische Regierung EDTA Tausenden von Seeleuten zur Bekämpfung und Behandlung von Blei- vergiftungen. Heue wird EDTA zudem als Antioxidans in Nahrungsmitteln, als Chelatbildner in Medikamenten und als Gerinnungshemmer von medizinischen Blutpro- ben verwendet. In Großbritannien ist die Gabe von EDTA ebenfalls das Mittel der Wahl bei einer akuten Schwermetallvergiftung.

Allein diese Eigenschaften würden die Chelattherapie bereits zu einer einzigartigen Behandlungsmethode machen. Aber darüber hinaus beieten sie noch einen erheblichen weiteren Vorteil: Man kann mit ihr Kalzium- ablagerungen aus den Gefäßwänden lösen.

Auch der weltbekannte Experte für Alternativmedizin, Dr. Alan Spreen, ist ein langjähriger Fan der Chelat- therapie. Er glaubt, dass jede Person mit einer bestä- tigten kardiovaskulären Erkrankung dieser Therapie- form vermehrte Aufmerksamkeit schenken sollte.

Das alles wird sich in der nächsten Zeit ändern.

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Auf einem Treffen für medizinische Toxikologie, das 2012 in den USA stattgefunden hat, wurden die teilneh- menden Ärzte von Gesundheitsfunktionären aufgefor- dert, über Kollegen zu berichten, welche die Chelat- therapie einsetzen. Ja. Sie haben richtig gehört: Sie sollen ihre Kollegen denunzieren.

Wenn Ärzte ihre Kollegen anschwärzen wollen, dann rufen sie dazu ein staatliches Ärztegremium an. Die meisten dieser Gremien reagieren auf diesen Aufruf, damit, dass sie versuchen, die weitere Ausübung/Durch- führung der Therapie zu unterbinden – wobei die Chelattherapie ein von der Food and Drug Administra- tion (FDA) zugelassenes Behandlungsverfahren ist,

Und so geht es wie so häufig: Die Mainstream- (bzw. Schul-) Medizin gewinnt – und wer, denken Sie, ist der Verlierer?

Die Patienten natürlich.

Aber warum?

Eine komplette Serie aus einzelnen Chelattherapien kann einen schon mal arm machen … und selbstver- ständlich übernimmt kaum eine gesetzliche Kranken- kasse die Behandlungskosten. Stattdessen gibt sie das Geld lieber für aufwändige, teure und meistens nutzlo- se Herzoperationen aus.

Und genau das ist das eigentliche Problem mit der Chelattherapie.

Wenn es um die Entscheidung zwischen alternativer und konventioneller Medizin geht, ist schon klar, wes- sen Interessen die „Schulmediziner“ schützen. Herz- spezialisten und medizinische Gremien würden bei Ih- nen lieber (noch) eine (weitere) Bypass-Operation durchführen oder Ihnen einen so genannten „Stent“ in die verengten Gefäße einsetzen, statt sich auf eine deut- lich preiswertere und wirksamere alternative Methode zu besinnen.

Und wie immer, wenn es um die medizinische Versor- gung geht, sehen diese Ärzte zuerst ihren Gewinn, statt ihren Patienten eine deutlich kosteneffektivere und weniger invasive Behandlungsmethode anzubieten.

Quelle:

Chelation Therapy Comes Under Fire, HSI e-Alert UK Edition, 11. 01. 2013 "Removing Heavy Metals from the Body Is 'Dangerous'?" Alliance for Natural Health, 4/24/12, anh-usa.org

E steht für Entgiftung

Hier ist das ABC (und auch das D), wie man seinen Körper effektiv „aufklart“ – und warum das so wichtig für die Gesundheit ist.

Geben Sie in Ihrer Lieblings-Suchmaschine einmal den Begriff „Entgiftung“ ein und Sie werden ein Füllhorn von Möglichkeiten finden, Ihren Körper von verunreinigen- den garstigen Dingen zu reinigen und Sie auf den Weg zur optimalen Gesundheit zu geleiten, die schon fast zu gut klingen. Sie müssen sich nur zwischen Pülver-

chen entscheiden, die Ihr System im 24 Std. „reinigen“ oder Fußpflastern, die angeblich Toxine aus Ihrem Kör- per ziehen, während Sie schlafen.

Und so wundert es auch kaum, dass genau die selbe Suche eine Unzahl von Artikeln ans Tageslicht beför- dert, die Sie darüber informieren, dass das Entgiften

„unsinnig“ ist, nichts bringt und nichts anderes darstellt, als einen Mythos. Man muss nicht entgiften, so die Entgiftungs-Gegner, da die gesamte Basis des Systems

– nämlich dass sich toxische Stoffe im Körper ablagern

– falsch ist. Ihr Körper ist durchaus fähig, solches Übel

von alleine loszuwerden (so argumentieren sie) und man kann ihm dabei nicht mit Entgiftungs-Diäten, -Pillen oder –Programmen helfen.

Aber vergessen Sie erst einmal alles, was Sie bisher über das Thema Entgiftung gelesen haben. Zusammen mit den Autoren von What Doctors Don´t Tell You ha- ben wir die verfügbaren Informationen gesichtet und dabei einige überraschende Beweise für den Sinn ei- ner Entgiftung gefunden. Alles andere als sinnlos und/ oder Stoff für Mythen kann eine Entgiftung ein wertvol- les Werkzeug zur Besserung der Gesundheit und zur Vorbeugung von Erkrankungen sein. Hier folgt das Warum und das Wie.

WAS?

Der Begriff “Entgiftung” beschreibt eine Reihe unter- schiedlicher Konzepte, aber grundsätzlich steht er im- mer für den Vorgang der Entfernung von Toxinen (Gift- stoffen) bzw. potentiell schädlichen Substanzen aus dem Körper. Dabei kann es um die körpereigenen Systeme gehen, mit denen sich der Organismus von Giften be- freit aber eben auch um die zahllosen Methoden und Therapien, die diesen Prozess unterstützen sollen.

Nach der Ansicht von Entgiftungsgkeptikern wie z. B. der britischen Anti-Quacksalber-Gruppe „Sense About Science", einer teilweise durch die Pharmaindustrie fi- nanzierten Organisation, arbeitet das körpereigene Entgiftungssystem so effizient, dass man gar keine un- terstützenden Verfahren benötigt. In einer Publikation mit dem Titel „Debunking Detox“ (Die Entgiftung ent- larven) argumentiert die Gruppe, dass die Entwicklung den menschlichen Körper mit allen Werkzeugen aus- gestattet hat, überflüssige und/oder gefährliche Sub- stanzen durch Leber, Nieren und Darm auszuscheiden und dass man eigentlich nichts unternehmen muss, um diesen Vorgang zu unterstützten, wenn man sich nicht durch die Einnahme einer gefährlich hohen Dosis einer riskanten Substanz wie z. B. eines Medikaments oder einer Droge vergiftet hat. Dieses natürliche körpereigene Entgiftungssystem, so Sense About Science, sorgt da- für, dass sich potentielle Giftstoffe erst gar nicht im Kör- per anreichern können und dass eine Entgiftungs- therapie in diesem Sinne vollkommen überflüssig ist. Das Problem mit Behauptungen wie dieser: Obwohl der Körper tatsächlich in der Lage ist, sich selbst zu entgif- ten, funktioniert sein Entgiftungssystem nicht immer so, wie es sollte.

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Wie die Forschung gezeigt hat, sind unsere individuel- len Entgiftungssysteme so einzigartig, wie unsere Fin- gerabdrücke und werden zudem durch eine Reihe von Faktoren beeinflusst, die von unseren Genen über un- sere Ernährung bis zu unserer täglichen Arbeit reichen. Während einige von uns keinerlei Probleme haben, jede schädliche Substanz effizient zu eliminieren, der wir begegnen, fällt das anderen schwerer, was bedeutet, dass ihr Organismus langsam „verstopft“ und ständig langsamer wird. Letzten Endes kann ein solches ver- stopftes Entgiftungssystem bedeuten, dass die sich Substanzen, deren sich der Körper zu entledigen ver- sucht, in Form von körperlichen Beschwerden und Er- krankungen manifestieren können.

Und damit kommen wir zum “Warum”: Manchmal be- nötigt unser Körper eben etwas Unterstützung.

WARUM?

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die unsere angebore- ne Fähigkeit zu entgiften, negativ beeinflussen können, weshalb eine Entgiftungstherapie eine wichtige Rolle für die Erhaltung oder Wiederherstellung unserer Ge- sundheit spielen kann.

Faktor 1: Die Belastung des Körpers

Eine massive Belastung durch Chemikalien aus der Umwelt – sei es bei der Arbeit, in der Freizeit oder durch unsere Umgebung – kann unseren natürlichen Entgiftungsapparat erheblich belasten und dafür sor- gen, dass die Systeme nicht wie erwartet arbeiten kön- nen. Wie die Biochemikerin Dr. LeAnn Liska in der Zeit- schrift Alternative Medicine Review erklärt, kann eine erhöhte „Toxinlast“, wie sie es nennt, „zu einer Störung des Entgiftungsvorgangs einer Reihe von Verbindun- gen führen, weil sie die Systeme ganz einfach „überla- stet“ und um die Aktivitäten der Entgiftungsenzyme kon- kurriert (Näheres siehe unter Entgiftung: Die Chemie dahinter) (Altern Med Rev, 1998; 3: 187–98)

Anders gesagt: Wird der Körper permanent mit Chemi- kalien bombardiert, können die Entgiftungssysteme überlastet werden und aufhören, effektiv zu arbeiten:

Einige Personen sind dafür empfänglicher als andere. So werden Menschen, die z. B. in der Landwirtschaft arbeiten, durch große Mengen an Pestiziden belastet, während Friseure alle mögliche Arten von Chemikalien aus Haarsprays und Haarfärbemitteln einatmen. Ge- nerell gilt, dass fast jeder von uns seine „eigene“ toxi- sche Last hat.

Vom Menschen hergestellte Chemikalien kommen in der Umwelt inzwischen so weit verbreitet vor – jährlich werden weltweit mehr als 100.000 von ihnen produziert und verwendet – das praktisch jeder von uns mit sei- nem Cocktail aus synthetischen Chemikalien in seinem Blut herumläuft, darunter jene Substanzen, aus denen beschichtete Pfannen, feuersichere Sofas, Baby- flaschen und sogar lang verbotene Pestizide hergestellt werden. (www.greenpeace.org/eu-unit/Global/eu-unit/ reportsbrie? ngs/2009/3/reproductive-health.pdf)

ENTGIFTUNG: DIE CHEMIE DAHINTER

Entgiftung ist im Wesentlichen eine Art Abfall- beseitigungssystem, das der Körper entwickelt hat, um sich von unerwünschten Stoffen zu befreien. Dabei geht es nicht nur um Umweltchemikalien, die in unseren Geweben auftauchen, sondern auch um Verbindungen, die durch Nahrungsmittelallergien oder ganz normale Körperfunktionen wie der Verdauung entstanden sind. Fast jedes Molekül, das unser Körper nutzt, muss irgendwann auch wieder aus dem System entfernt werden, wenn es seinen Zweck erreicht hat. Wie Dr. Sidney Macdonald Baker in seinem Buch „Detoxification and Healing” (New Canaan, CT: Keats Publishing, 1997) erledigt das unser Körper in zwei wichtigen Schritten bzw. Phasen:

Phase I

Die Abfallchemikalien müssen zuerst aktiviert werden, oder wie Dr. Baker es ausdrückt, „Klebrig gemacht werden“, damit sie besser aufgesammelt werden können. Für diese Phase ist eine Enzym- familie mit dem Namen „Cytochrom P 450“ verant- wortlich. Dr. Baker vergleicht diese Phase mit dem Vorgang, der abläuft, wenn Sie einen aufgeblasenen Luftballon an ihrem Pullover reiben. Diese Aktivierung allerdings macht die Chemikalien gefährlicher, als sie ursprünglich gewesen sind. Um dieses Problem zu bewältigen, kommt die Phase II ins Spiel

Phase II

Das ist der Zeitpunkt, an dem eine Truppe von „Transportmolekülen“ eingreift, um die Chemikalien zu „deaktivieren“, damit sie ohne Gefahr aus em Körper transportiert werden können. Das ähnelt in etwa dem was passiert, wenn sie Ihren Hausmüll in Müllbeutel füllen, die dann ohne größere Probleme von den Müllmännern in ihren orangefarbenen Lastern entsorgt werden können. „Wenn jedes aktivierte toxische oder übrig gebliebene Molekül sich mit einem der Transportmoleküle verbunden hat.“, sagt Dr,, Baker, „wird es deaktiviert und besser im Wasser in Ihrem Blut oder Ihrer Galle löslich, sodass es den Körper über die Nieren oder den Darm verlassen kann.“

Einige dieser Stoffe sind bereits im menschlichen Fett- gewebe nachgewiesen worden, was die Vorstellung un- terstützt, dass bestimmte Verbindungen sich im Körper sammeln oder „bioakkumulieren“. Schon 1982 zeigte der National Human Adipose Tissue Survey (NHATS), der von der amerikanischen Umweltbehörde EPA (En- vironmental Protection Agency) durchgeführt worden war, dass man in über 76 % der untersuchten (mensch- lichen) Fettproben 20 „toxische Verbindungen“ nach- weisen konnte. Fünf dieser Verbindengen – OCCD (ein Dioxin) und 4 Lösungsmittel (Syren, 1,4-Dichlorbenzol, Xylen und Äthylohenol) kamen in 100 % der Proben

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vor – und das in alarmierend hohen Konzentrationen (Altern Med Rev, 2000; 5: 52–63).

Welche Wirkungen diese Chemikalien genau auf un- sere Gesundheit haben, ist noch unbekannt, aber es gibt immer Indizien, welche die toxische Last unsere Körpers mit einer Reihe gesundheitlicher Probleme wie Krebs, Diabetes, Unfruchtbarkeit, Fettsucht, Alzheimer und Herzerkrankungen in Zusammenhang bringen.

Und es sind nicht nur die Umweltgifte, die an unserer

toxischen Last beteiligt sind. Auch Medikamente die wir einnehmen (müssen), können unseren Entgiftungs- apparat überlasten und ihn langsamer machen. Wie eine Studie gezeigt hat, kann die regelmäßige Einnah- me größerer Mengen von Medikamenten wie z. B. den Schmerzmitteln Naproxen und Mefenaminsäure zu Pro- blemen führen, zwei besonders gefährliche Umweltgifte, das Nonylphenol (aus Reinigungsmitteln) und Bisphenol

A (das man in Plastikartikeln findet), zu eliminieren.

Obwohl diese Studie unter Laborbedingungen stattge- funden hat und mit Leberzellen von Ratten durchge- führt wurde, also möglicherweise nicht auf den Men- schen übertragen werden kann, lässt sie dennoch ver- muten, dass Personen, die langfristig Medikamente ein- nehmen müssen – und das ist ein nicht unerheblicher Anteil der Bevölkerung – nicht in der Lage sind, effektiv ihren Körper zu entgiften.

Faktor 2: Die Gene

Die Genomik – die neue detaillierte Erforschung der Genetik – hat ergeben, dass einige Menschen geneti- sche Differenzen (in) der Leber aufweisen, die entwe- der die Phase I- oder die Phase-II oder die Phase I UND die Phase II- Entgiftung betreffen, was es erschwert, Umweltgift aus dem Körper zu entfernen (JAltern Complement Med, 2001; 7: 227–32) Environmental Health, 2011; 10: 9; doi:10.1186/1476-069X-10-9

Nach Angaben von Dr. Damien Downing, einem Klini- ker, der sich mehr als 30 Jahre mit Themen wie Ernährungs- und Umweltmedizin beschäftigt hat, weist etwa jeder Zweite von uns eine Variation (einen Polymorphismus) eines Gens auf, das als CYP1A2

bezeichnet wird, und das für eines der wichtigsten Pha- se-I-Enzyme in der Leber verantwortlich ist. Dieses Gen kann die Aktivität dieses Enzyms erhöhen, was zur Pro- duktion von mehr zellschädigenden freien Radikalen führt, als der Körper bewältigen kann. Wenn es gleich- zeitig zu einer Reduktion des Enzyms Glutathion-S- Transferase (GST) kommt, das in der Entgiftungsphase

II für die endgültige Inaktivierung und Entfernung von

Chemikalien verantwortlich ist, wächst der Stress auf den Körper noch mehr an.

„Wenn Sie einen häufig vorkommenden Polymor- phismus für eines der Gene für dieses Enzym haben, wird das Ihre Fähigkeit erheblich einschränken, eine Reihe von Molekülen – Pestizide, Schwermetalle, Petrochemikalien, Antibiotika, Hormone, ja sogar Alko- hol - zu deaktivieren und zu entfernen,“ sagt Dr. Downing. „Es ist nicht überraschend, dass diese Situa-

tion Sie doppelt so anfällig für allergische Reaktionen macht, die nicht nur durch „konventionelle“ Allergene wie Blütenpollen sondern auch durch Chemikalien wie Sekundärrauch oder Autoabgase ausgelöst werden.“ Wenn bei Ihnen sogar Variationen beider Enzyme vor- kommen – was nach Downings Ansicht bei einem prozentuell hohen Anteil der Bevölkerung der Fall ist – fällt die Wirkung entsprechend schwerer aus. Tatsäch- lich haben mehrere Untersuchungen bereits Zusam- menhänge zwischen gestörter Entgiftung und bestimm- ten Erkrankungen wie Krebs. Parkinsonsche Erkran- kung, Fibromyalgie und chronischem Erschöpfungs- syndrom erkennen lassen (Altern Med Rev, 1998; 3:

187–98)

In einer Untersuchung aus Taiwan wiesen Frauen mit einer Variante des CYP1A1-Gens – das an der Verstoffwechselung von Karzinogenen aus der Umwelt und Östrogenen beteiligt ist - ein doppelt so hohes Brustkrebsrisiko auf (Br J Cancer, 1999; 80: 1838–43)

Faktor 3: Die Ernährung

Auch das, was Sie essen, hat einen Einfluss darauf, wie Ihr Körper Chemikalien behandelt. Nach Ansicht des Umweltmediziners Dr Walter Crinnion kann zu viel oder zu wenig von etwas in Ihrer Ernährung eine dramati- sche Wirkung auf Ihre Entgiftungssystem haben (Al- tern Med Rev, 2000; 5: 133–43):

-Zu wenig Proteine – z. B. Fisch, Geflügel oder Eier – können die Konzentration einiger der Enzyme verringern, die an der ersten Entgiftungsphase beteiligt sind. Auch die Qualität der Proteine spielt eine Rolle. Bei Personen mit einer schweren che- mischen Belastung empfiehlt Dr. Crinnion teilweise hydrolisierte Molkeproteine, da sich gezeigt hat, dass die den Glutatongehalt der Leber erhöhen. Glutaton ist ein Antioxidans, das für einen der wichtigsten Entgiftungsprozesse der Phase II unverzichtbar ist.

-Zu viel Zucker in der Ernährung kann den Entgif- tungsprozess ebenfalls behindern. Wie Untersu- chungen gezeigt haben, kann der Verzehr großer Mengen an Kohlenhydraten die Fähigkeit des Körpers vermindern, Medikamente aus dem Sys- tem zu entfernen. In einem Experiment erreichten die Teilnehmer eine bessere chemische Besei- tigung durch eine proteinreich und kohlenhydrat- arme Kost, als Personen mit einer proteinarmen und kohlenhydratreichen Kost.

-Auch ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen kann den natürlichen Entgiftungsprozess beein- flussen. Zu diesen Vitaminen zählen besonders die B-Vitamine (wie Thiamin, Riboflavin, Niacin, Pyri- doxin und Cholin) die Vitamin C und E, Magnesium und Selen.

WIE?

Wenn (sich) nicht jeder effektiv entgiften kann und die meistem von uns in Chemikalien „schwimmen“, ist es

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wahrscheinlich, dass wir alle etwas Hilfe gebrauchen können

Die meisten Untersuchungen über Entgiftungs- programme beschäftigen sich mit der Entgiftung von Alkohol du Dogen, aber es gibt einige ermutigende Hin- weise, dass die verschiedenen natürlichen Wirkstoff und Methoden auch geeignet sind, um potentiell schädliche Chemikalien aus dem Körper zu eliminieren.

Einige Studien zeigen sogar, dass ein Entgiftungs- programm die Gesundheit verbessern kann. Die mei- sten dieser Maßnahmen basieren auf einem umstritte- ne Programm, das vom Scientology-Gründer L. Ron Hubbard entwickelt wurde. Ursprünglich angelegt, um die Entfernung von Spaßdrogen aus dem Körper zu unterstützen wird Hubbards Methode heute auch ein- gesetzt, um die Konzentration von Umweltgiften wie Pestiziden und industriellen Chemikalien zu reduzieren, die im Körperfett gespeichert sind.

Bei dem Programm wird neben anderen Vitaminen, Mineralstoffen und mehrfach ungesättigten Fettsäuren hoch dosiertes Niacin (Vitamin B3) in Kombination mit körperlicher Aktivität und extensiven Schwitzkuren durch Saunabäder eingesetzt. Obwohl die Methode (ebenso wie die Scientology) stark kritisiert wurde, scheint es dennoch einige Belege für ihre Wirksamkeit zu geben. In einer Untersuchung mit Rettern des 9/11-Anschla- ges auf das World Trade Center, die eine Reihe von gesundheitlichen Problemen entwickelt hatten, nach- dem sie multiplen toxischen Chemikalien augesetzt ge- wesen waren, reduzierte das Hubbard-Programm deut- lich die Körperbelastung durch PCBs (polychlorierte Biphenyle) PCDF (polychlorierte Dibenzofurane ) und PCCD (Polychlorierte Dibenzo-p-dioxine). Wie die Au- toren berichteten, waren gesundheitliche Symptome zum Ende der Maßnahmen „vollständig beseitigt“ oder zumindest „befriedigend gebessert“ (Chemosphere, 2007; 69: 1320–5)

In einer weiteren Studie, diesmal einem kontrollierten Versuch mit Arbeitern der Elektroindustrie, die mit PCB und anderen toxischen Chemikalien in Kontakt gekom- men waren, senkte das Hubbard-Verfahren signifikant die PCB-Konzentrationen im Blut und Fett bei der Hälf- te der Behandelten, alle Betroffenen berichteten über deutliche Besserungen der gesundheitlichen Sympto- me unter denen sie gelitten hatten. In der Kontrollgruppe kam es zu einer Erhöhung der PCB-Spiegel und kei- nerlei Verbesserung der Gesundheit (www.detoxacademy.org/pdfs/xeno.pdf

Entgiftung: Das Fingerabdruck-Prinzip

Liest man die zum Teil weit hergeholten Behauptungen zur Wirkung einiger Entgiftungsprodukte auf dem Markt, dann fällt es nicht mehr schwer, das gesamte Konzept der Entgiftung als nicht mehr als einen Marketing-My- thos abzutun. Aber selbst wenn es stimmt, das die meisten dieser Mittel nur über unzureichende oder du- biose Beweise für ihre Wirksamkeit verfügen, wäre es falsch, die Entgiftung als Therapie ohne Wert zu be-

zeichnen. Das Entgiftungssystem jedes Einzelnen ist so einzigartig, wie unsere Fingerabdrücke, und es gibt genügend Hinweise darauf, dass unsere Gene, unsere Lebensumstände und sogar unsere Ernährung uns daran hindern könnten, potentiell schädliche Gifte wirk- lich loszuwerden.

Wir fangen gerade an, zu verstehen, welchen Wert die Entgiftung auf unsere Gesundheit hat und herauszufin- den, wer dabei (welche) Hilfe benötigt. Bis heute sieht es aber tatsächlich so aus, dass die Entgiftung eine wertvolle Behandlungs- oder Vorsorgemaßnahme dar- stellen könnte, um vielen der chronischen Erkrankun- gen begegnen zu können, welche die moderne Medi- zin immer noch verblüffen.

Quellen:

D

is for Detox, What Doctors Don´t Tell You, Vol. 20, Issue 10, Janu-

ar

2013

Xenobiotica, 2010; 40: 83–92 www.wddty.com/health-books.htm Food Chem Toxicol, 1995; 33: 27–30 Chemosphere, 2005; 61: 1244–55

Krebsstudien verniedlichen Nebenwirkungen von Chemotherapien

Ärzte, die sich bei der Suche nach Behandlungsmetho- den für Brustkrebs auf Studien verlassen die in den re- nommierten Fachzeitschriften abgedruckt sind, erhal- ten unter Umständen nicht die ganzen und genauesten Informationen. Das hat eine neue Analyse gezeigt.

„Wissenschaftler lehnen sich oftmals zu weit aus dem Fenster, um ihre Studien möglichst positiv aussehen zu lassen,“ so Dr. Ian Tannock, Hauptautor der neuen Stu- die die in den Annals of Oncology erschienen ist.

In 2/3 der 164 untersuchten Arbeiten bedeutet das, dass im Abstrakt nicht alle Gefahren - also Nebenwirkungen – von Chemotherapie, Strahlentherapie oder Operati- on aufgezählt werden. Ein solcher Abstrakt fasst die Ergebnisse einer Studie zusammen und da er in aller Regel kurz gehalten wird, ist er häufig auch der einzige Teil einer Veröffentlichung, den der niedergelassene Arzt überhaupt liest. „Viele von uns sind so beschäftigt, dass wir nur den Abstrakt lesen und bestenfalls noch eine nBlick auf die Grafiken und Tabellen werfen;“ sagt Tannock, vom Princess Margaret Hospital in Toronto.

Tatsächlich führt jede 5. Studie in den Ergebnistabellen die Nebenwirkungen nicht auf und ein Drittel verzichtet darauf, sie entweder im Abstrakt oder der Studien- diskussion zu erwähnen.

Am überraschendsten, so Tannock, war, dass die The- rapie in einem Drittel der Studien nicht so gut wirkte, wie man erwarten konnte und dass die Wissenschaft- ler ihre Zielmarke veränderten und über Ergebnisse berichteten, die nah dem Studiendesign gar nicht un- tersucht werfen sollten.

Sehr oft sind diese „sekundären Endpunkte“ weniger wichtig und bedeutungsvoll; so ist es zum Bespiel ein erheblicher Unterschied, ob man zeigt, dass die Pati-

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enten generell länger lebten oder dass sie einfach leb- ten, ohne dass ihr Krebs wiederkehrte.

Die Krebsforschung ist nicht der einzige Bereich, der einigen Forschern Sorge bereitet. Im November 2012 forderte eine Gruppe von Herausgebern kardiologischer Fachzeitschriften Autoren auf, bei der Beschreibung ihrer Resultate auf ihre Sprache zu achten, Und zwei Pädiater warnten im Oktober vor „Verdrehung und An- geberei“ in ihren Fachjournalen.

„Mit einer positiven Studie gewinnt eine Forscher mehr Einfluss“, sagt Tannock, dessen Team Berichte über abschließende Versuche der Art analysierte, welche die Food and Drug Administration für die Entscheidung verwendet, neue Medikamente zuzulassen.

Es gibt unterschiedlichen Druck auf Wissenschaftler, ihre Ergebnisse „besser aussehen zu lassen, als sie sind“, berichtete Tannock Reuter´s Health. Dazu gehö- ren auch Pharmafirmen, die häufig Erprobungsstudien (ihrer eigenen Medikamente) finanzieren. Aber in die- ser Studie hatten die Geldgeber keinen Einfluss darauf wie die Ergebnisse präsentiert wurden.

Wissenschaftler können auch versuchen, ihre Ergeb- nisse zu „verdrehen“, um ihre Chancen auf die Veröf- fentlichung in einem der Top-Zeitschriften zu verbes- sern. Diese „Marquee Publications“ können die Chan- cen auf Besitz, Beförderung und Spenden erhöhen.

Eine der Zeitschriften, deren Veröffentlichungen Tannock und seine Kollegen unter die Lupe nahmen, das New England Journal of Medicine lehnte jede Stel- lungnahme ab und ließ verlauten, man kommentiere normalerweise die eigene Veröffentlichungen nicht. Ei- ner weiteren Zeitschrift, dem Journal of Clinical Oncology war es nicht gelungen bis zur Drucklegung einen Kommentar abzugeben.

Die Zeitschriften können hilfreich sein, sagt Tannock, beharrt aber darauf, dass die Autoren im Abstrakt ir- gendwelche Nebenwirkungen erwähnen: „Auch mit 250 Wörtern müsste das jeder Autor hinbekommen kön- nen“, sagt er

Dennoch sollten auch niedergelassene Onkologen- die Empfänger dieser Arbeiten – dahingehend ausgebildet sein, dass sie kritisch mit dem umgehen können, was sie lesen.“

Quellen:

Cancer Studies Downplay Chemo Side Effects, Newsmax.com, Thursday, January 10, 2013 7:27 AM

Machen Diät-Getränke depressiv?

Einführung

Nach allgemeiner Vorstellung führt der Verzehr von künstliche Süßstoffen zu einer Abnahmen der zugeführ- ten Kalorien. Wenn das wahr ist, müsste das folglicher- weise zu einem Gewichtverlust führen, zumindest aber vor einer weitreren Gewichtszunahme schützen. Detail- lierte Studien haben nun nicht gezeigt, dass diese künst- lichen Süßstoffe die Anzahl der aufgenommenen Kalo-

rien reduzieren oder signifikante Auswirkungen auf das Körpergewicht haben. Stattdessen ist in einigen Studi- en beobachtet worden, dass künstliche Süßstoffe, und da besonders das Aspartam, zu einer Zunahme des Appetits geführt haben.

Hintergrundinformationen

Aspartam (Handelsname NutraSweet bzw. Equal) ist aus Asparaginsäure, Phenylalanin und Methanol zusam- mengesetzt. Es wurde 1981 von der Food and Drug Administration (FDA) als Lebensmittel trotz der endgül- tigen Empfehlung des FDA Beratergremiums zugelas- sen, dass die Zulassung erst nach der Klärung einiger Sicherheitsbedenken erfolgen solle. Richard Wurtman, ein Pionier der Erforschung von Zusammenhängen zwischen Ernährung und Gehirn hatte die FDA gewarnt, das Aspartam könne nach seinen umfangreichen Un- tersuchungen erheblich Stimmung und Verhalten be- einflussen. Seine Warnung hat sich als prophetisch er- wiesen.

Neue Erkenntnisse

Die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung durch Wissenschaftler des amerikanischen National Institu- tes of Health (NIH) sollen im März 2013 auf dem 65. Jahrestreffen der American Academy of Neurology vor- gestellt werden. Nach einer Presseerklärung wird die- se Studie zeigen, dass Erwachsene, die künstlich ge- süßte Getränke (Diät-Limonaden) trinken, ein erhöh- tes Depressionsrisiko aufweisen. An der NIH-Studie nahmen etwa 264.000 Personen teil, die zum Zeitpunkt ihrer Rekrutierung zwischen 51 und 70 Jahre alt wa- ren. In den Jahren 1995 und 1996 wurde der Verzehr von Getränken wie Limonaden, Tee, Fruchtpunsch und Kaffee ausgewertet. In dieser Zeit war Aspartam das primär verwendete Süßungsmittel.

Bei einer Nachuntersuchung 10 Jahre später fragte man die Teilnehmer, ob bei ihnen nach dem Jahre 2000 eine Depression festgestellt worden war. Insgesamt wurden 11.300 Personen mit einer Depression diagnostiziert. Wie die Wissenschaftler herausfanden, waren die Per- sonen die täglich mehr als einen Liter einer Diät-Limo- nade bzw. eines anderen Diätgetränks getrunken hat- ten, mit einer 30 % höheren Wahrscheinlichkeit an ei- ner Depression erkrankten, als Personen, die keine Diät- getränke zu sich genommen hatten.

Kommentar:

Das Fazit: Verbraucher sollten jede Form von künstli- che Süßungsmitteln meiden und sich stattdessen nach natürlichen kalorienarmen Süßstoffen umsehen.

Hier sind drei gute Alternativen.

-Stevia – ein natürliches Süßmitel, das aus den Blättern der Stevia rebaudiana gewonnen wird. Einige Steviaverbindungen sind bis zu 300 Mal süßer, als Zucker und die Steviapflanze ist voll- kommen sicher.

-Die so genannten „Zuckeralkohol-“ oder Polyol- süßstoffe wie Erythritol, Xylit, Sorbit, Mannitol und

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Maltitol sind in moderaten Mengen ebenfalls sicher. Da sie aber in höheren Dosen (d. h. mehr als 10 Gramm) nur schlecht absorbiert werden, können sie gastrointestinale Probleme auslösen – von leichtem Unwohlsein bis hin zu Durchfällen. Letz- tere treten – wegen der geringeren Körpergröße - besonders häufig bei Kindern auf.

-Ein Extrakt der Mönchsfrucht (Monk Fruit) ist das neueste Mitglied in der Familie der natürlichen Süßungsmittel. Von dieser Frucht werden wir in der nächsten Zeit wohl noch mehr hören, da die Her- steller von Splenda¸ einem weiteren Süßstoff, so- eben ihr Produkt Nectresse auf den Markt gebracht haben – einen Mönchfrucht-Extrakt mit Erythritol, etwas Zucker und Melasse

Quelle Chen H, Guo X, Park Y, et al. Sweetened beverages, coffee and tea in relation to depression among older US adults. Am Acad Neurol. AAN 65th ANNUAL MEETING ABSTRACT. http://www.aan.com/

globals/axon/assets/10430.pdf

Mehr

Medikamentenzulassung

Probleme

durch

beschleunigte

Eine aktuelle Studie bringt neue Indizien dafür, dass schwere Nebenwirkungen neu zugelassener Medika- mente häufig erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt werden. Sie zeigt außerdem, dass es bei Medikamen- ten, die auf dem „schnellen Weg“ zugelassen wurden, vemutlich öfter zu solchen Problemen führen. Die Stu- die untersuchte aktuelle Medikamentenzulasungen in Kanada und was man nach der Zulassung über diese Medikamente zusätzlich erfahren hat. Die Forscher be- schäftigten sich mit 434 Medikamenten, die zwischen 1995 und 2010 zugelassen worden waren. Bei den meisten Mitteln erfolgte die Zulassung nach einem 300- tägigen Standardprozess. Jedes vierte Medikament hin- gegen durchlief einen verkürzten Prozess von 180 Ta- gen.

Dieser beschleunigte Zulassungsprozess wird einge- setzt, wenn es um eine Erkrankung geht, für die bisher keine befriedigenden Therapieoptionen bestehen oder wenn das neue Medikament einen deutlichen Vorteil gegenüber den alten Behandlungsverfahren verspricht.

Von den nach dem Standardverfahren zugelassenen Medikamenten wurde jedes Fünfte zum Thema einer erweiterten Sicherheitsmeldung oder musste komplett vom Markt genommen werden. Von den schneller zu- gelassenen Mitteln traf es jedes dritte. Die Zeitschrift Archives of Internal Medicine veröffentlichte die Studie online und die kanadische Zeitung National Post be- richtete darüber am 11. Oktober 2012

Wie reagierten die Ärzte?

Die Amerikaner nehmen heute deutlich mehr Medika- mente ein, als das in den früheren Generationen der Fall war. Und diese Dekade stand voll unter dem Ein- druck neuer Medikamente. Schon in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts akzeptierte die amerikanische

Food and Drug Administration (FDA) ungefähr 100 neue Medikamente. Eine bemerkenswerte Menge - genau die gleiche Anzahl von Medikamenten, die in den letz- ten 20 Jahren des 20. Jahrunderts zugelassen worden war. Und außerdem drücken immer mehr neue Medi- kament in einem stetigen Strom auf den Markt.

Um für den Markt zugelassen zu werden, muss eine Substanz untersucht werden und als hilfreich und si- cher erklärt werden. Aber auf die FDA wird Druck aus- gebt, um die Zulassungsverfahren zu beschleunigen.

Studien, die vor der Zulassung durchgeführt werden, können nur etwas über die kurzfristige Sicherheit eines Mittels aussagen, aber keine Informationen über die langfristige Unbedenklichkeit geben. Um zu sehen, was langfristig mit ihnen geschieht, müssen die neuen Me- dikamente in der täglichen Praxis ausprobiert werden

Wie sicher sind neue Medikamente?

Eine kanadische Studie lässt uns die Antwort ahnen. Forscher beschäftigten sich mit Medikamenten, die von 1995 bis 2010 für den kanadischen Markt zugelassen worden waren. Und das fanden sie heraus:

-Bei etwa jedem fünften zugelassenen Medikament, das mit Hilfe des Standardprozesses die Zulassung erhalten hatte, entwickelte sich später ein schweres Sicherheitsproblem. Dieses Problem gehört zu der Sorte, die später auf Anweisung der FDA einen Warnhinweis auf dem Etikett tragen muss.

-Einige Substanzen, wie z. B. Krebsmittel durch- laufen einen verkürzten Zulassungsprozess. Der Grund dafür: Sie sollen so schnell wie möglich ver- fügbar sein. Medikamente, die diese Turbo-Zulas- sung durchliefen, wiesen später deutlich häufiger Sicherheitsprobleme auf – bein einer von drei Substanzen zeigten sich später erhebliche Sicher- heitsmängel

Daher sollte ein gewissenhafter Arzt sollte immer eine bestimmte Zeit verstreichen lassen, bevor er ein neues Mittel verschreibt. Denn die älteren Medikamente sind nicht nur vertrauenswürdiger, sondern kosten häufig auch weniger.

Ein Problem der Ärzte besteht darin, sich immer der zahlreichen Möglichkeiten bewusst zu sein, wie Medi- kamente miteinander interagieren. Bersonders bei der ständig wachsenden Zahl der Medikamente ist das kei- ne leichte Aufgabe.

Jedes neue Medikament ist ein willkommenes Werk- zeug bei der Bekämpfung von Symptomen oder Erkran- kungen. Aber je mehr Medikamente, desto größer dier Zahl der Kombinationsmöglichkeiten.

Und die Wechselwirkungen verschiedener Medikamen- te sind nicht immer vorhersehbar. Einige findet man durch Versuch und Irrtum, oftmals lange nach der Zu- lassung des Medikaments.

Was man tun kann

-Lassen Sie andere die ersten sein, die ein neues

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Medikament für Ihr Leiden ausprobieren. Wenn sie die Geduld aufbringen, ein Paar Jahre zu warten und zu beobachten, können Sie eine ganze Menge lernen. Sie können erkennen, wie Ärzte und die FDA das Medikament bewerten, nachdem es für einige Zeit auf dem Markt ist.

·Halten Sie die Liste ihrer Medikamente kurz und einfach. Das ist nicht immer so einfach, wie es sich anhört. So nehmen z. B. 12 % der Frauen über 65 regelmäßig mehr als 10 (!) Medikamente ein. Aber es kann helfen, bestimmte Mittel, die Sie eher selten benötigen, nur bei aktuellem Bedarf einzu- nehmen. Eine weitere Möglichkeit, Ihren Verord- nungsplan schmal zu halten: Nehmen sie nur die Mittel ein, die nach Ansicht Ihres Arztes erste Prio- rität genießen.

·Glauben Sie der Werbungnicht ! Direktbewebung von Medikamenten (in der EU NOCH verboten!) kann den Verbraucher über eine bestimmte Er- krankung informieren,. Ein TV-Spot könnte z. B. jemanden dazu veranlassen, etwas gegen eine Erkrankung zu unternehmen, die er sonst gar nicht beachtet hätte. Aber die Direktwerbung kann auch eine Gefahr darstellen. Annoncen können einen falschen Eindruck entstehen lassen. Die medizi- nische Beweisführung ist komplex und die Wer- benden können Informationen in einer Art und Wei- se vereinfachen, die nicht immer fair ist. Medikamente, die besonders aggressiv beworben werden, sind meistens neu - und dazu auch teuer. Sie könnten für Sie nicht immer die wirklich beste Wahl darstellen.

Was bringt die Zukunft`?

Glücklicherweise sind einige der Medikamente, die dem- nächst auf e Markt kommen, Generika – „Nachbauten“ länger bewährter Medikamente. Sie sollten uns vor al- lem helfen, ein Problem mit unseren alten Medikamen- ten zu lösen: die Kosten!

Quelle:

Mary Pickett, M.D. More Problems after Fast Drug Approvals, News Review From Harvard Medical School, October 12, 2012

Diät und Entzug:

Das sind die Gemeinsamkeiten

Schon lange, bevor ein Mensch adipös (fettleibig) wird, ruft der Verzehr von fett- oder zuckerreichen Speisen Veränderungen im Gehirn hervor: Das heißt, dass man sich bei einer Diät unter Umständen so fühlen kann, wie bei einem Drogenentzug. Das ist das Ergebnis ei- ner Studie von Stephanie Fulton von der medizinischen Fakultät der Universität von Montreal und dem CRCHUM Hospital Research Centre.

„Indem wir Mäuse untersucht haben, deren Gehirne in vielerlei Hinsicht unseren ähneln, haben wir entdeckt, das die Neurochemie der Tiere, denen wir fett- und zuckerreiches Futter verabreicht hatten, sich von der jener Tiere unterschied, die gesundes Futter erhalten

hatten,“ erklärt Dr. Fulton. „Die (Gehirn-)Chemikalien, die durch die Ernährung verändert wurden, werden mit Depressionen in Verbindung gebracht. Eine Verände- rung der Ernährung bewirkt dann Entzugssymptome und eine größere Empfindlichkeit gegenüber stressige Situationen, was einen Teufelskreis aus schlechter Er- nährung einleitet.“

Das Forschungsteam verabreichte einer Gruppe von Mäusen sechs Wochen lang eine fettarme Diät, eine zweite Gruppe erhielt ebenso lange fettreiches Futter, wobei überwacht wurde, wie die unterschiedlichen Futterarten die Art und Weise veränderten und wie sich die Tiere verhielten. In der fettarmen Diät machte das Fett 11 % der tägliche Kalorienzufuhr aus, in der „fett- reichen“ Gruppe 58 %. Dieses Futter sorgte dafür, dass der Hüftumfang um 11 % zunahm – womit die Tiere noch nicht komplett adipös waren. Als nächstes setz- ten Fuller und ihre Kollegen eine Reihe wissenschaft- lich validierter Methoden ein, um das Verhältnis zwi- schen der Belohnung der Mäuse mit Futter und den daraus resultierenden Verhalten und Emotionen zu be- werten. Außerdem untersuchten sie die Gehirne der Tiere, um zu sehen, ob sich diese verändert hatten.

Mäuse, die das fettreichere Futter erhalten hatten, de- monstrierten Anzeichen einer Angststörung, wie z. B. das Meiden offener Areale. Darüber hinaus waren ihre Gehirne durch ihre Erfahrungen physisch verändert worden. Eines der Moleküle, das die Wissenschaftler im Gehirn untersuchten, war das Dopamin. Dopamin befähigt das Gehirn, uns mit guten Gefühlen zu beloh- nen und ermutigt uns so, bestimmte Verhaltensweisen zu lernen. Diese Chemikalie kommt im Gehirn des Menschen ebenso vor, wie bei Mäusen und anderen Tieren.

Im Gegensatz dazu ist das CREB ein Molekül, das die Aktivierung von Genen steuert, die am Funktionieren unseres Gehirns beteiligt sind, zu denen auch jene Gene gehören, welche die Produktion von Dopamin bewir- ken. Zudem trägt es zur Gedächtnisbildung bei. „CREB ist im Gehirn von Mäusen mit einer fettreicheren Kost deutlich stärker aktiviert und diese Tiere weisen zudem einen höheren Spiegel des Hormons Kortikosteron auf, ein Hormon das mit Stress in Verbindung steht. Das erklärt sowohl die Depressionen als auch die negati- ven Verhaltensmuster,“ sagt Fulton. „Interessant ist, das diese Veränderungen schon vor einer Adipositas statt- finden. Diese Ergebnisse fordern unser Verständnis über die Zusammenhänge von Ernährung, Körper und Geist heraus. Es ist bedenkenswert, dass wir die Men- schen psychologisch unterstützen können, wenn sie da- nach streben, gesunde Essensgewohnheiten zu über- nehmen – egal, wie korpulent sie sind.“

Quelle:

Symptoms Similar To Those From Drug Withdrawal Possible When

Starting A Diet. Medical News Today, 15 Dezember

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Krebs: Was hilft die Gentherapie?

Um sich diese Frage selbst beantworten zu können, sollte man den Artikel „Is the Cure for Cancer Inside You?” (Krebs – Tragen Sie die Heilung in sich) lesen, der im Dezember 2012 in der New York Times erschie- nen ist. Darin berichtet der Autor, Daniel Engber, über ein Experiment, bei dem britische Wissenschaftler „klei- ne Mosaikstückchen der Erkrankung“ sowohl aus dem primären Tumor als auch den Metastasen von Nieren- krebspatienten isoliert haben.

„Als sie die genetische Zusammensetzung der Zellen aus allen Bereichen verglichen, fanden sie eine ganze Garnitur von Tumortypen, die nur noch entfernte Fami- lienähnlichkeiten aufwiesen, als ob jeder Fleck und je- des Organ Heimat eines eigenen Krankheitsstamms ist. Die Tumoren waren verwandt – schließlich stamm- ten sie alle von einem gemeinsamen Ahnen ab – aber der Krebs war in eine andere Richtug mutiert und zeig- te ein „Blätterdach aus Ästen und Zweigen auf seinem evolutionären Baum“.

Engber kommt zu dem Ergebnis:

„Selbst ein einziger Krebspatient trägt in ihrem/seinem Körper ein privates Ökosystem, gewissermaßen einen eigenen Regenwald mit sich herum.

Wenn das der Fall ist, wie groß ist die Chance, ein ef- fektives genetisch bestimmtes Therapieverfahren zu entdecken?

Verschwindend gering.

Daher müssen wir unbedingt nach Alternativen zur Standardtherapie suchen.

Quellen:

Engber, Daniel. Is the cure for cancer within you? New York Times magazine, Dec. 21, 2012. Gerlinger M, Rowan AJ, Horswell S, et al. Intratumor heterogeneity and branched evolution revealed by multiregion sequencing. The New England Journal of Medicine. 2012;366(10):883–892. Does Genomics Work?, Cancer Decisions News Januar 2013 Hopkins laboratory:

http://pmcb.jhu.edu/faculty/pedersen-profile.html

http://pmcb.jhu.edu/faculty/pedersen-profile.html Das Rezept des ;Monats Rote-Bete-Kartoffel-Eintopf Zutaten

Das Rezept des ;Monats

Rote-Bete-Kartoffel-Eintopf

Zutaten für 3 Portionen

2 Zwiebeln

1 Tl Koriandersaat

500

g Kartoffeln, vorwiegend festkochend

1/2

El Butter

500

ml Gemüsebrühe

400

g Chinakohl

400

g gekochte Rote Bete

1 geräuchertes Forellenfilet, (ca. 70 g)

150

g Crème fraîche

Salz

Pfeffer

2 Tl Zitronensaft

Zubereitungszeit 50 min

Zubereitung

1.Zwiebeln halbieren und in Streifen schneiden. Koriandersaat in einem Mörser ­grob zerstoßen. Kartoffeln schälen und in 2 cm große ­Würfel schneiden.

2.Butter in einem Topf zerlassen und die Zwiebeln 2 Min. dünsten. Koriandersaat und Kartoffeln zuge- ben und 3 Min. mitdünsten. Brühe zugießen, auf- kochen und bei mittlerer Hitze zugedeckt 20 Min. garen.

3.Inzwischen den Chinakohl putzen und in 2 cm breite Streifen schneiden. Rote Bete ­schälen und in 2

cm große Würfel schneiden (dafür am Besten

Einweghandschuhe verwenden, weil Rote Bete stark färbt!). Das Forellenfilet ­in kleine Stücke zupfen und mit der Crème fraîche ­verrühren.

4.Chinakohl und Rote Bete in den Topf geben, untermischen und zugedeckt 5 Min. mitgaren. Eintopf mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen. Mit der ­Forellencreme servieren.

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März 2013

Liebe Leser,

Hier ist mal eine neue und verrückte Idee: Versuchen wir, eine Demenz mit einem Mittel zu verhüten, das die Gefahr einer tödlichen Gehirnblutung erhöht.

Wenn Sie der Meinung sind, ich hätte „einen an der Waffel“ – die Idee stammt NICHT von mir!

„Aspirin könnte das ultimative Wundermittel wer- den“

Achtung! Wenn immer Sie einen Artikel lesen, der mit diesen Worte beginnt, schnallen Sie sich fest!

Denn genau mit dieser Formulierung beginnt ein Artikel aus einem der zahllosen Printmedien. Und nach ein paar wohlbekannten Hinweisen darauf, wie man mit Aspirin Herzinfarkte und Krebserkrankungen verhindern kann, geht es zur Sache: „……könnte sogar helfen, Alzhei- mer zu heilen, haben Forscher berichtet“.

Nun

scher berichtet haben. Denn so sieht das Ganze wirk- lich aus:

In einer neuen Studie führten die Wissenschaftler aus Schweden mit 680 älteren Frauen, die ein erhöhtes Ri- siko für kardiovaskuläre Erkrankungen aufwiesen, Gedächtnistests durch. Fünf Jahre später kamen sie zurück und machten die Tests noch einmal. Frauen, die (wegen ihrer Gefäßprobleme) niedrig dosiertes Aspirin einnahmen, zeigten dabei ein besseres Ergebnis, als Frauen die kein Aspirin nahmen.

Nun gut. Bessere Gedächtnisleistung. Das ist sicher nicht von Nachteil … aber „zwischen den beiden Grup- pen gab es keine Unterschiede hinsichtlich der Demenz- quoten.“

Hört sich das für Sie wie eine erfolgreiche Alzheimer- Abwehr an? Wohl kaum. Aber wenn die Aspirin-Freun- de mit Lob um sich werfen, ist es manchmal etwas schwer, sie zu stoppen.

Und außerdem spielen sie die Gefahren herunter.

Die American Gastroenterological Association (AGA) ist da glücklicherweise weniger zurückhaltend. Wie die AGA schätzt, sind gastrointestinale Nebenwirkungen (das heißt in erster Linie Magen- und Darmblutungen) von Aspirin und anderen kortisonfreien Schmerzmitteln (NSAR) jedes Jahr in den USA für mehr also 100.000 Krankenhauseinweisungen verantwortlich. Und 15 % - also 15.000 – dieser Patienten sterben.

Und dabei beschränkt sich die Gefahr unerwünschter Blutungen nicht nur auf den Magen-Darm-Trakt. Ein wesentlicher Anteil dieser Todesfälle wird durch Blutun- gen im Gehirn verursacht.

nein. Das ist nicht WIRKLICH das, was die For-

Also – nochmals zurück zu dem anfangs erwähnten Zeitungsartikel: Wer ist dazu bereit, die Gefahr einer Gehirnblutung in Kauf zu nehmen, um eventuell sein Gedächtnis zu verbessern (das natürlich im Rahmen einer Gehirnblutung dann doch den Bach herunter ge- hen würde)?

Das macht doch absolut keinen Sinn!

Also kein weiterer Unsinn über als Aspirin als ;Mittel gegen die Demenz – und das erst recht nicht, wenn man weiß, wie man das Risiko auch auf andere Art und Weise senken kann: Trainieren Sie Ihr Gehirn. Lesen Sie. Hören Sie nie auf zu lernen. Knüpfen Sie Kontakte. Hören Sie auf, zu rauchen. Treiben Sie Sport. Essen Sie Gemüse. Und meiden Sie Junk Food mit zusätzli- chem Zucker.

Denn: Die Verringerung des Demenz- oder Alzheimer- risikos ohne Aspirin ist machbar, Herr Nachbar!

Quelle:

Preventing Dementia With Aspirin?, Daily Health e-Alert, 1. März

2013

Die Wahrheit über Mammographien und PSA- Tests

Nimmt man heute eine medizinische Fachzeitschrift in die Hand, findet man fast überall Artikel zu Dingen wie Über-Diagnose und Über-Therapie. Besonders in der letzten Zeit sind diese Themen heiß diskutiert worden und es ist ein Glück, dass auch die medizinische Ge- meinde sich endlich mit dem Komplex beschäftigt. Denn das ist schon seit langem fällig.

Dennoch sind wir noch weit vom Ziel entfernt, wenn es darum geht, dem Normalverbraucher diese Informatio- nen nahe zu bringen.

Einem funktionell orientierten Mediziner gehen die um- fangreichen Therapieverfahren und der übermäßige Einsatz diagnostischer Tests ohnehin vollständig gegen den Strich. Wer braucht denn schon drei Ganzkörper Computertomogramme in ebenso vielen Monaten? Oder Plavix, Warfarin UND Aspirin zur Blutverdünnung?

Egal wie man es dreht und wendet: Es ist ein medizini- scher Overkill, der für die Gesundheit des Einzelnen keine gute Idee ist. Die Wahrheit lautet. Für jeden von uns kommt einmal die Zeit, wenn wir unsere gesund- heitlichen Entscheidungen in die eigenen Hände neh- men sollten. Und der beste Weg, das zu tun, ist infor- miert zu sein.

Vermutlich neigen auch Sie (noch) zu der Ansicht, dass es um so besser ist, je mehr Tests und Therapien sie durchführen lassen. Aber leider ist das nicht immer der Fall

Computertomogramme( CTs) zum Beispiel belasten Ih- ren Körper mit hohen Strahlendosen, was in späteren Jahren ihr Krebsrisiko erhöht. Und viele andere Tests und Untersuchungen haben ihre ganz eigenen Risiken. Sie können Dinge zeigen, die gar nicht existieren und Ihnen eine ganze Wagenladung zusätzlicher Tests ein-

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bringen. Wenn sie nicht mit äußerster Vorsicht durch- geführt werden können einige dieser invasiven Unter- suchungen Organe oder Gefäßwände durchbohren. Und dann gibt es noch andere, weniger ernste Gefah- ren.

Daher beginnen wir heute eine zweiteilige Artikelserie, in der wir Sie über einige der häufigsten Formen von Überdiagnostik und Übertherapie in der heutigen Medi- zin informieren wollen. Anfangen wollen wir mit zwei Tests zur „Krebsvorsorge“, die bei Männern und Frau- en eingesetzt werden. Und beide sorgen für mehr Pro- bleme, als Sie anfangs gedacht haben dürften. Denn besonders diese beiden regelmäßig verwendeten Vor- sorge-Tests sind in die Presse geraten, weil sie die Gefahr von Überdiagnose und Übertherapie in sich ber- gen. Es geht – aufmerksame pHakten-Leser haben es wohl schon vermutet – um die Mammographie bei Frau- en und den PSA-Test bei Männern.

Denn auf keines dieser Verfahren kann man sich ohne weiteres verlassen. Aber beide können schädliche, ver- stümmelnde und unnötige Operationen oder andere Behandlungen nach sich ziehen.

Wenn wir das Wort „Krebs” hören, denken wir automa- tisch: Meine Gesundheit geht zum Teufel, weil ich ein Opfer dieser katastrophalen Erkrankung namens Krebs geworden bin. Und tatsächlich ist das für jeden Betrof- fenen eine schwere Last.

Aber da gibt es etwas, was Sie vermutlich bisher nicht wussten: Nicht jede Krebsdiagnose führt heutzutage zwangsläufig zu irgendwelchen Symptomen und ver- mutlich erst recht nicht zum Tode der/des Erkrankten .

Beginnen wir mit dem PSA-Test. Die Bestimmung des „prostataspezifischen Antigens“ (PSA) ist ein Werkzeug zur Überwachung einer Prostatakrebserkrankung. Wenn die PSA-Spiegel hoch sind, braucht man weitere Tests um zu klären, ob Krebszellen vorhanden sind.

Und das ist die Stelle, wo die Probleme anfangen

Denn der Test kann zwar tatsächlich die Anwesenheit von Prostatakrebszellen anzeigen, aber es gibt keine Möglichkeit festzustellen, ob diese Zellen gefährlich sind und behandelt werden müssen oder ob es relativ harm- lose Zellen sind, aus denen sich niemals eine gesund- heitliche Bedrohung entwickeln wird.

Wie sich herausgestellt hat, haben etwa 70 % der Män- ner, bei denen eine Prostatakrebserkrankung festge- stellt wurde, ein eher geringes Risiko. Zwar werden 90 % dieser Männer therapiert, aber der größere Anteil da- von hätte niemals eine Therapie benötigt – noch nicht einmal auf lange Sicht.

Diese Informationen stammen aus einer Studie aus dem Jahr 2007. Diese Studie bestätigte eigentlich nur, was man schon lange befürchtet hatte. Und es dauerte auch nicht lange, bis weitere Untersuchungen den PSA-Test schlecht aussehen ließen.

So belegte eine Studie aus dem vergangenen Jahr die lange bekannten Vorurteile gegenüber dem PSA-Test.

An dieser Studie nahmen über 76.000 Männer teil. Und sie zeigte, dass das PSA-Screening keine Unterschie- de macht, wie viele Männer schließlich am Prostata- krebs verstarben. Die Studie begleitete die teilnehmen- den Männer über einen Zeitraum von 13. Jahren. In diesem Zeitraum betrug die Sterbequote in der PSA- Gruppe (also der Gruppe der Männer mit erhöhten PSA- Werten) 3,7 Todesfälle pro 10.000 Personenjahren, in der Gruppe der Männer mit normalen PSA-Werten be- trug diese Quote 3,4 Todesfälle pro 10.000 Personen- jahren.

Anders ausgedrückt: Zwischen den zwei Gruppen gab es keine signifikanten Unterschiede

Eine noch aktuellere Untersuchung befasste sich mit 731 Männern, die unter Prostatakrebs im Frühstadium litten. 364 dieser Männer ließen sich die Prostata ent- fernen und der Rest entschied sich dazu, abzuwarten und die Erkrankung vorerst nur beobachten zu lassen. Nach 12 Jahren lebten aus der Gruppe der Männer, die man operiert hatte, noch ebenso viele, wie aus der Grup- pe, deren Krebserkrankung nur überwacht worden war. Der einzige Unterschied zwischen den zwei Gruppen:

Bei den operierten Männern bestand ein deutlich höhe- res Risiko, inkontinent („undicht“) und/oder impotent zu werden.

Man könnte diesen Sachverhalt noch weiter ausführen, aber wir wollen uns nun den weiblichen Patienten zu- wenden. Und ich weiß genau, wo deren Problem zur Zeit liegt: Wie sieht es mit der Mammographie und Brust- krebs aus?

Klare Antwort, die Sie aber nicht mögen werden: Wie eine aktuelle Untersuchung zeigt, sind nahezu ein Drit- tel der Frauen, die sich einer Mammographie unterzie- hen, mit dem Etikett „Brustkrebs“ überdiagnostiziert. In de vergangenen 30 Jahren hat dieses Schicksal in den USA vermutlich 1,3 Millionen Frauen getroffen. Bei die- sen Frauen wachsen die Brusttumoren so langsam, dass sie sich niemals zu einer „echten“ Krebserkran- kung entwickeln werden.

Da man keine Möglichkeit hat festzustellen, ob diese Tumore nicht doch gefährlich sind, müssen sich die Be- troffenen einer aggressiven Therapie unterziehen. Und das bedeutet weitaus mehr, als der Horror, eine oder zwei Brüste zu verlieren. Denn letzten Endes geht es auch um eine Chemotherapie, Bestrahlung oder Hor- monbehandlung – alles nur wegen eines einzigen ab- normen Mammographie – Befundes, der sich unbehan- delt vermutlich nie zu einem Problem ausgewachsen hätte!

Grundsätzlich muss klargestellt werden: Niemand – egal ob Mann oder Frau – sollte die Gefahr einer Krebser- krankung auf die leichte Schulter nehmen. Aber es gibt da ein Paar Dinge, die man überlegen sollte, bevor man sich entscheidet. Und dafür ist es äußerst wichtig zu erkennen, welche Optionen man hat, wenn es um PSA- Tests und Mammogramme geht.

Vermutlich kann niemand für sich reklamieren, alle Ant-

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4Flamingos pHakten 1. Quartal 2013

worten zu haben. Aber die pHakten zu kennen– und zu wissen, worauf man sich einstellen sollte – ist bereits ein erster und äußerst wichtiger Schritt, der Auswirkun- gen auf Ihr zukünftiges Wohlbefinden hat.

Hier folgen nun ein Paar grundlegende Überlegungen

Männer

·Wenn Sie kein Hochrisiko-Prostatakrebspatient sind, sollte Sie den PSA-Test umgehen. Hochrisi- kopatienten haben einen Bruder und/oder Vater, bei dem in jungen Jahren ein Prostatakrebs festgestellt wurde. (Übrigens: Auch afroamerika- nische Männer fallen in diese Kategorie). Männer über 40 Jahren, bei denen eine Langzeittherapie mit bioidentischen Hormonen durchgeführt wurde (BHET) und die schon längere Zeit erhöhte Blutkonzentrationen von Dihydroteststeron (DHT) und Östradiol ausweisen, könnten die neuesten Kandidaten für eine Prostatakrebserkrankung sein.

·Wenn Sie sich für einen PSA-Test entscheiden und hohe PSA –Spiegel haben, besteht immer noch keine Veranlassung, in den nächsten Operations- saal zu eilen. Den wenn wir den PSA-Wert wirklich nur zur Überwachung nutzen wollen, können wir das auf eine bessere Art und Weise tun. Wenn Ihr PSA-Wert z. B. in etwas über dem Normwert liegt (was auch immer das zu bedeuten hat) und Sie und Ihr Arzt sich deswegen Sorgen machen, wie- derholen Sie den Test drei- bis viermal im Abstand von 2 bis 4 Wochen. Der PSA-Test ist eine einfache Blutuntersuchung – also kein Problem.

·Wenn der Wert deutlich angestiegen ist - eine rapide Zunahme während mehrerer Tests – dann könnten Sie tatsächlich ein Problem haben, dem man am besten mit einer Intervention begegnen sollte. Reden Sie mit Ihrem Arzt, holen Sie ggf. eine zweite Meinung ein und informieren Sie sich über alle möglichen Risiken. Sie können zwischen einer Operation oder einer so genannten „aktiven Über- wachung“ wählen. Diese zweite Option bedeutet, dass man engmaschig überwacht, ob und wann ggf. eine weitergehende Therapie erforderlich wird.

·Ein Prostatakrebs wächst in aller Regel recht lang- sam – es kann bis zu 30 Jahren dauern, bis er lebensbedrohlich wird. Daher kann es möglicher- weise langfristig nicht vorteilhafter sein, sich operie- ren oder bestrahlen zu lassen. Daher ist wieder eine aktive Überwachung angesagt. Und die letzte Ent- scheidung treffen immer Sie!

Frauen:

·Mammogramme haben ihre Fehler. Dennoch ist zu empfehlen, dass sich Frauen mit einem erhöh- ten Brustkrebsrisiko regelmäßig einer solchen bzw. einer ähnlich relevanten Untersuchung wie einer Thermographie (s. dazu pHakten April 2012) unterziehen. Frauen mit einem hohen Brustkrebs- risiko haben zwei oder mehr enge Verwandte (Mut-

ter, Schwestern, Großmütter, Tanten) bei denen ein Brust- oder Eierstockkrebs diagnostiziert wurde. Wenn Sie nicht zu dieser Gruppe der stark Gefähr- deten gehören, sollten Sie vor einer Entscheidung für regelmäßige Untersuchungen alle Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen.

·Denn außer der Überdiagnose hat die Mammo- graphie noch ein weiteres beunruhigendes Pro- blem: Mammographien übersehen etwa jeden fünf- ten Brustkrebs. Aus diesem Grunde ist es auch zu empfehlen, dass jede Frau bei sich einmal monat- lich selbst die Brüste untersucht. Damit wird sichergestellt, dass keine anormalen Knoten oder Gewächse übersehen werden.

·Auch so genannte „falsch positive“ Befunde sind bei einer Mammographie nichts ungewöhnliches. Ein falsch positiver Befund ist etwas anderes, als die bereits erwähnte Überdiagnose. Es bedeutet, dass die Aufnahme etwas zeigt, das sich später als harmlos erweist. Es bedeute aber auch, dass die Betroffene voller Sorge und Angst ist, bis durch zusätzliche Tests belegt werden kann, dass alles in Ordnung ist.

·Es gibt keine Möglichkeit festzustellen, ob ein Be- fund harmlos oder lebensbedrohlich ist. Auf jeden Fall wird man aggressiv therapiert, sobald ein Tumor entdeckt wurde. Das bedeutet im Extremfall:

Probebiopsie, Operation, Bestrahlung und Chemo- therapie: Mit dieser Darstellung wollen wir Ihnen nicht etwa Angst einjagen, sondern sie mit der Rea- lität der Situation konfrontieren.

Darüber hinaus ist das Beste, was Sie außerdem tun können, um Ihr Risiko für einen Brust- oder Prostata- krebs zu senken, alles tun, um diese Erkrankungen zu vermeiden:

·Essen Sie Ihr Obst und Gemüse: Wie die For- schung immer wieder zeigt, können pflanzliche Nahrungsmittel vor einer Krebserkrankung schüt- zen. Zu empfehlen ist der Verzehr einer möglichst großen Auswahl von Obst und Beeren zusammen mit grünen Blattgemüsen und stark gefärbten Gemüsesorten. Besonders empfehlenswert sind Gemüse aus der Familie der Kreuzblütler wie Broccoli, Rosenkohl, Aragula, Pak-Choi, Grünkohl und Blumenkohl. Diese Gemüsesorten enthalten so genannte Indole, Phytochemikalien, die sich beim Kampf gegen Brust- und Prostatakrebs als äußerst wertvoll erwiesen haben, weil sie die bio- logischen Bahnen zahlreicher Hormone in Richtung Anti-Karzinogenese lenken.

·Achten sie auf Östrogene, sowohl in den Nah- rungsmitteln, die Sie essen als auch in den Gegen- ständen, die Sie kaufen. Zwischen Krebserkrankun- gen und Östrogenspiegeln besteht ein enger Zu- sammenhang und das gilt besonders für Brust- und Prostatakrebs. Dabei können Sie Ihr Östrogen- gleichgewicht stören, ohne davon zu wissen. So

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sind viele Fleisch- und Geflügelsorten voller Östro- gene, dass man diese Produkte besser aus kon- trolliert biologischer Aufzucht (kbA) kauft.

Außerdem enthalten viele Kunststoffbehälter oder –Folien zwei Östrogenimitatoren, Bisphenol A und Phthalate. Aber auch Deodorants, Parfüme, Seifen und weitere Kosmetikartikel können Bisphenol A UND Phthalate enthalten – also beginnen Sie eifrig dieEtiketten zu lesen, um Ihre Belastung durch diese endokrinen „Unterbrecher“ zu minimieren.

-Treiben Sie regelmäßig Sport: Wie Untersuchun- gen an Männern mit Prostata-Ca gezeigt haben, die täglich mehr als 90 Minuten gewandert sind, wiesen diese ein um 46 % niedrigeres Sterberisiko auf. Und Patienten, die wöchentlich mindestens 3 Stunden exzessiv Sport treiben, haben sogar ein um 61 % geringeres Risiko, an ihrem Prostatakrebs zu sterben.

Gleiches gilt für Frauen: Beim Long Island Breast Cancer Study Project hatten die Frauen, die sich am intensivsten sportlich betätigten, ein um 30 % verrin- gertes Brustkrebsrisiko aufzuweisen

Den zweiten Teil dieses Beitrages, in dem es um ande- re überstrapazierte medizinische Prozeduren geht, le- sen Sie (voraussichtlich) in den pHakten für den Monat April.

Quellen David Blyweiss, M.D. The truth about mammograms and PSA testing, Advanced Natural Medicine Bulletin, 1, März 2013 Cooperberg MR, Broering JM, Kantoff PW, Carroll PR. Contemporary trends in low risk prostate cancer: risk assessment and treatment. J Urol. 2007;178:S14-9. Andriole GL, Crawford ED, Grubb RL 3rd, et al. Prostate cancer screening in the randomized Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian Cancer Screening Trial: mortality results after 13 years of follow-up. J Natl Cancer Inst. 18. Januar 2012;104(2):125-32. Epub 06. Janu- ar 2012 Wilt TJ, Brawer MK, Jones KM, et al. Radical prostatectomy versus observation for localized prostate cancer. N Engl J Med. 19. Juli

2012;367(3):203-13.

Bleyer A, Welch HG. Effect of three decades of screening mammography on breast-cancer incidence. N Engl J Med. 22. Nov 2012 ;367(21):1998-2005. Kenfield SA, Stampfer MJ, Giovannucci E, Chan JM. Physical activity and survival after prostate cancer diagnosis in the health professionals follow-up study. J Clin Oncol. 20. Februar 2011 20;29(6):726-32. Epub 4. Januar 2011

Es gibt nur EINE Art von Cholesterin.

Immer wieder hören wir über unterschiedliche Arten von Cholesterin. Und das ist kompletter Blödsinn. Es gibt nur EIN Cholesterinmolekül, also gibt es auch nur EINE Art von Cholesterin. Wer eigentlich ist an diesem Un- sinn über verschiedene Arten von Cholesterin schuld?

Und wie viele Arte von Cholesterin gibt es (bzw. soll es eigentlich geben?) Je mehr wir mit dem Mythos über das schädliche Cholesterin indoktriniert werden, desto mehr Cholesterintypen scheinen aufzutauchen: Das „gute“ HDL-; das „böse“ LDL- und das angeblich noch bösere VLDL-Cholesterin. Und dazu kommen noch die- se üblen Triglyceride – gehören auch sie zur Cholesterin- familie?

Die Wahrheit ist: Nichts davon ist ein Cholesterin und es gibt nur eine einzige Art von Cholesterin. Richtig:

HDL, LDL und VLDL sind kein Cholesterin. Und das Cholesterin ist kein Fett.

Der ganze Unsinn dient nur einem Zweck: Ihnen Angst zu machen, das Ihre Cholesterinspiegel zu hoch sind … zumindest, so lange es sich um die „richtige“ Art von Cholesterin handelt … oder vielleicht geht es auch um die richtige Balance oder was immer der derzeit aktuel- le medizinische Trend gerade aussagt. Das alles ist vermutlich kompletter Blödsinn, eine Mischung von Fehlinformationen und Halbwissen, die nicht nur Sie, sondern auch Ihren Arzt verwirren und desorientieren soll, um sie davon zu überzeugen, dass sie tatsächlich ihre Giftstoffe – äh natürlich ihre Medikamente - schluk- ken müssen, wenn Sie nicht morgen ein Treffen mit Freund Hein haben wollen.

Die einzige Art Cholesterin

mit Freund Hein haben wollen. Die einzige Art Cholesterin Ein Cholesterinmolekül Ein Cholesterinmolekülbesteht aus

Ein Cholesterinmolekül

Ein Cholesterinmolekülbesteht aus 27 Kohlenstoff- (C), und 45 Wasserstoff- (H) Atomen sowie einer Sauer- stoff-Wasserstoff-Gruppe (HO). Das macht insgesamt 27 Kohlenstoff- 46 Wasserstoff- und ein einsames Sau- erstoff-Atom.

Ein Cholesterinmolekül enthält zudem 4 Kohlen- wasserstoffringe (s. die eingefärbten Strukturen in der Abbildung). Diese Ringe sind dafür verantwortlich, dass das Cholesterin zur Familie der Steroidhormone gezählt wird. Und alle weiteren Steroidhormone wie Östrogen und Testosteron werden aus Cholesterin hergestellt.

Die so genannte Hydroxylgruppe ist der mit OH bezeich- nete Bereich am unteren Ende des Moleküls. Jedes

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4Flamingos pHakten 1. Quartal 2013

Molekül mit einer Hydroxylgruppe wird als Alkohol defi- niert. Und jeder Alkohol ist wasserlöslich.

Außerdem hat das Cholesterin einen „Schwanz“ aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen, der von den Rin- gen ausgeht. Sowohl die Ringe als auch der Schwanz sind nicht polar, das heißt, sie können sich in Öl, aber nicht in Wasser lösen.

Das ist das Cholesterinmolekül und es gibt nur dieses eine Cholesterinmolekül. Und daher gibt es auch nur eine Art von Cholesterin. Man kann suchen, bis man schwarz wird, aber eine anderes Modell eines Cholesterinmoleküls wird man nicht finden.

Die Verwirrung

Woher also stammt die Idee, es gebe mehr als eine Art von Cholesterin?

Erinnern wir uns: Das Cholesterinmolekül besteht aus drei Teilen: Zwei dieser drei Teile sind nicht in Wasser löslich. Dadurch kann sich das Cholesterin auch nicht im Blut auflösen. Daher benötigt es um durch den Kör- per transportiert werden zu können einen Träger. Die- ser Träger wird als Lipoprotein bezeichnet. Und diese Lipoproteine sind für die Idee verantwortlich, dass es unterschiedliche Arten von Cholesterin gibt.

Denn es existieren unterschiedliche Arten von Lipopro- teinen. Jedes von ihnen transportiert Cholesterin, ist aber kein Teil des Cholesterins. Woher also stammt nun die Vorstellung, dass es unterschiedliche Arten von Cholesterin gibt?

Die Geschichte des Cholesterin - Mythos

Eine Reihe von Vorfällen und Studien hat den Mythos begründet, dass Cholesterin schädlich ist. 1899 berich- teten die Forscher Lehzen und Knauss über ein Kind, das im Alter von 11 Jahren plötzlich verstarb (1). Das Kind war mit einem Zustand namens „Hyperchol- esterinämie“ auf die Welt gekommen, durch den es im Körper zu einer massiven Überproduktion von Chole- sterin kommt. Dieser Bericht scheint der Ursprung des Konzepts zu sein, dass Cholesterin etwas schlechtes sei.

Als nächstes kam eine Serie von Experimenten mit Labortieren (2, 3). Nikolai N. Anitschkow verfütterte gereinigtes Cholesterin an Kaninchen und demonstrier- te, dass die Tiere darauf hin eine Atherosklerose ent- wickelten. Natürlich würde es wohl keinem Kaninchen von selbst einfallen, eine solche Diät auszuprobieren - aber diese Petitesse wurde vollkommen ignoriert. Also führte man weitere Versuche mit Ziegen, Hühnern, Pa- pageien, Meerschweinchen, Tauben und Rhesusaffen durch, die man mit Cholesterin fütterte. Man versuchte es auch mit Hunden, aber da diese von Natur aus Fleischfresser sind, klappte das Experiment nicht. Na- türlich wurde auch diese „unwichtige“ Information un- terschlagen.

Daher war der US-Wissenschaftler Ancel Keys schon 1955 restlos davon überzeugt, dass Fette aus der Er- nährung den Schlüssel für die Cholesterinwerte darstel-

len. Er führte eine epidemiologische Studie (Seven Copuntries Study) durch, mit der er beweisen wollte, dass eine erhöhte Fettzufuhr unmittelbar mit Herzinfark- ten in Zusammenhang steht. Das Problem seiner Un- tersuchung: Dr. Keys schummelte. Er sammelte Daten aus 22 Ländern, von denen die meisten seine Auffas- sung widerlegten, die lediglich auf den Daten von 7 Ländern beruhten. Also wählte Keys die Daten sorgfäl- tig aus, bis er die gewünschten Ergebnisse erhielt. Den- noch wird Keys Arbeit bis heute immer wieder gerne ins Feld geführt.

Und ab diesem Zeitpunkt war die moderne Medizin rest- los von der Hypothese des Cholesterins als Bösewicht abhängig. Warum war das so? Warum war es so wich- tig, offensichtlich wertlose Wissenschaft zu akzeptie- ren? Wie jedem anderen Industriezweig auch geht es auch der modernen Medizin in erster Linie darum, ihre Produkte zu verkaufen – selbst wen man dafür Men- schen in die Arztpraxen locken und ihnen Medikamen- te aufschwatzen muss. Das Konzept vom Cholesterin als Übeltäter hat einen ständige Strom von Menschen generiert, die zu Patienten gemacht wurden und in die Arztpraxen liefen, um sich Medikamente – bevorzugter Weise Statine, aber auch andere – verordnen zu las- sen, während die Idee von der Prävention durch Medi- kamente immer mehr an Fahrt aufnahm.

Experte sagt: Cholesterin in der Ernährung ist gut für uns

Die fettarme Diät für ein gesundes Herz ist ein Mythos – das sagt einer der weltweit führenden Experten. Tatsächlich ist Cholesterin in der Kost etwas Gutes.

Nachdem er sich mehr als 60 Jahre mit Herzer- krankungen und Ernährung beschäftigt hat, sagt Professor Fred Kummerow von der Universität Illinois, dass das meiste Cholesterin gut für uns ist und keine Herzprobleme verursacht. „Nur Chole- sterin, das anormal durch das Braten oxidiert wurde oder zu mehrfach ungesättigten Fetten verarbeitet wurde, - man findet so etwas typischerweise in Fast Food und Snacks – sollte man meiden.

Kummerow kam zu diesem Resultat, nachdem er die Gesundheit von Patienten untersucht hatte, die sich einer Bypass-Operation unterziehen mussten. Sie wiesen in ihrem Blut und den Geweben deutlich höhere Konzentrationen von oxidiertem Cholesterin auf, das man auch als Oxysterol bezeichnet, als Personen mit gesunden Herz- und Gefäßsystemen.

Der zweite, wichtige Faktor einer Herz- und Gefäßerkrankung ist, so Kumerow, natürlich das Rauchen.

American Journal of Cardiovascular Disease, 2013; 3: 17-26

Und gleichzeitig bringt diese Pseudowissenschaft eine fehlerhafte Studie nach der anderen hervor, um zu zei- gen, wie Cholesterin Herzinfarkte begünstigt. Bei die-

4Flamingos pHakten 1. Quartal 2013

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sen Versuchen hat man dann übrigens auch begon- nen, die unterschiedlichen Cholesterin – „Arten“ zu ent- decken, das aber, wie wir wissen, vollkommen absurd ist: Woher also stammen diese Ideen?

Lipoproteine

Wir erinnern uns: Cholesterin ist nicht wasserlöslich. Deswegen muss es von einer anderen Substanz „ge- tragen“ werden, um mit dem Blut durch den Körper transportiert werden zu können. Dieses „Transport- medium“ sind die Lipoproteine, die so heißen, weil sie eine Mischung aus Fetten (Lipo-) und Proteinen sind. Wie sich herausgestellt hat, gibt es unterschiedliche Arten von Lipoproteinen. Wenn Sie also von verschie- denen Typen von Cholesterin hören, geht es in Wirk- lichkeit über die unterschiedlichen Arten von Lipopro- teinen, die Cholesterin und Fette in die Zellen transpor- tieren. Diese Verbindung zwischen Lipoproteinen mit Fetten und Cholesterin hat zu der Vorstellung geführt, dass das Cholesterin ebenfalls ein Fett ist, aber auch das ist nicht der Fall.

Es gibt mehrere Typen von Lipoproteinen, sogar mehr, als man uns gemeinhin erzählt. Haben Sie je von Chylomikronen gehört? Das sind die größten Lipopro- teine – und der Grund warum wir noch nie von ihnen gehört haben – noch niemand hat herausgefunden, wie man sie im Blut bestimmen kann. Und das sollte uns etwas Wesentliches über den ganzen Cholesterin- mythos zeigen: Offensichtlich sind die einzigen Lipoproteine, von denen man uns erzählt, nur jene, die man auch messen kann. Wenn man einen Typ von Lipoprotein nicht messen kann, gibt es auch keine Me- thode herauszufinden, ob es ein Medikament gibt, um dieses Lipoprotein zu senken oder anzuheben.

Auch vom VLDL (very low density lipoprotein – Lipoprotein von sehr geringer Dichte) hört man nur we- nig. Das ist so, weil noch niemand einen wirklich einfa- chen Weg gefunden hat, das VLDL zu bestimmen. Wenn wir eine Messmethode finden, beruht sie immer mehr auf einer Schätzung, die auf einem angenomme- nen Verhältnis zu den Triglyceriden basiert.

Die VLDLs transportieren Fette in Form von Triglyceri- den zu den Zellen des Körpers. Sie transportieren auch Cholesterin, setzen es aber nicht frei. Wenn die VLDLs das meisten ihrer Fette „abgeladen“ haben, werden sie zu IDLs (intermediate density lipoproteins = Lipoproteine von intermediärer Dichte). Diese IDLs laden noch mehr Fette bei den Zellen ab und werden (wieder) zu LDLs (low density lipoproteins = Lipoproteinen von geringer Dichte).

Die LDLs sind das, was wir als das „böse” Cholesterin verstehen. Es gibt Hinweise darauf, dass LDLs, nach- dem sie ihre Fette abgeliefert haben, klein genug wer- den, um sich in die Arterienwände einzugraben und dort zu oxidieren (ranzig zu werden) und die entzündlichen Prozesse auszulösen, die zu einer „Arterienverkalkung“ führen. Ob das nun stimmt oder nicht – eines ist klar:

auch hier ist das Cholesterin nicht das Thema. Denn

die LDLs verteilen in jedem Falle Cholesterinmoleküle zu den Zellen, wo sie gebraucht werden.

Das HDL (high density lipoproteins = Lipoproteine von hoher Dichte) wird oft als das „gute“ Cholesterin be- zeichnet. Sie haben mehrere Funktionen, darunter auch den Transport von Cholesterin. Aber anstatt das Chole- sterin ZU den Zellen zu transportieren, transportiert das HDL Cholesterin VON den Zellen weg zurück in die Leber, wo es entweder recycelt oder vernichtet wird. Somit kontrolliert die Leber, wie viel Cholesterin in ih- ren Körper kursiert – und nicht die Lipoproteine.

Eine der Aufgaben des HDLs ist der Transport von oxidierenden Enzymen. Das könnte ein Grund für das positive Image des HDLs sein: Es könnte dabei helfen, potentielle Schäden zu neutralisieren, die durch die Oxidation entleerter LDLs entstehen.

Cholesterin: Freund und nicht Feind

So ist das Cholesterin nach allen Regeln der Kunst ver- teufelt worden. Aber je mehr wir das Cholesterin ver- teufeln (und deswegen meiden), desto größer wird die Zahl der Erkrankungen von Herz und Gefäßen. Ganz offensichtlich scheint mit der ganzen Hypothese etwas nicht zu stimmen. Leider ist es unwahrscheinlich, dass die beteiligten Interessengruppen diese Hypothese ohne Rückzugsgefechte gehen lassen – es hängt an dieser falschen Hypothese einfach zu viel Profit. Also werden mehr und mehr Details entdeckt, für die mehr und mehr Unterschiede zwischen den einzelnen Cholesterinarten herhalten müssen – unabhängig davon, wie absurd das Konzept im ganzen ist. Es gibt nur eine, jawohl nur eine Art von Cholesterin!

Und diese Art von Cholesterin ist für unser Überleben unverzichtbar-. Wir brauchen es, um Vitamin D herzu- stellen, ohne das die Funktion von Gehirn- und Nerven- funktion undenkbar ist. Ohne das Cholesterin können wir keine Erinnerungen bilden. Und daher ist es auch kein Wunder, dass Statine, welche die Cholesterin- bildung beeinträchtigen, dem Gedächtnis schaden kön- nen. Wir benötigen Cholesterin, um Kortikosteroide, Testosteron und Östrogen zu bilden. Wir brauchen Cho- lesterin, und jede Verringerung dieser wichtigen Sub- stanz kann verheerende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Daher kann es auch niemanden überra- schen, dass die cholesterinsenkenden Statine so viel Schaden anrichten.

Wenn Sie also wirklich an Ihrer Gesundheit interes- siert sind, ignorieren Sie alle Warnungen über er- höhte Cholesterinspiegel. Wenn sie nicht unter der erblichen Hypercholesterinämieleiden, sind die Gefah- ren, zu viel Cholesterin zu haben, sehr gering. Wenn Sie Probleme mit den Lipoproteinen haben, hilft Ihnen eine Senkung der Cholesterinspiegel nichts und die Ein- nahme von Statinen, die angeblich die Cholesterinspie- gel senken, können furchtbare Dinge mit Ihrer Gesund- heit anrichten.

Vergessen Sie nie: Bei Blutuntersuchungen bestimmen wir nicht die Cholesterinwerte, sondern die Konzentra-

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4Flamingos pHakten 1. Quartal 2013

tionen der Lipoproteine. Und die sind etwas vollkom- men anderes, als Cholesterin.

Quellen:

1.http://www.unicityscience.com/images/Files/steinberg%20II.pdf

2.http://www.jlr.org/content/45/9/1583.long

3.Heart Frauds: Uncovering the Biggest Health Scam in History, page 60 4.Plasma Lipoproteins – Composition, Structure and Biochemi- stry http://lipidlibrary.aocs.org/lipids/lipoprot/index.htm 5.Lipoproteins: Lipid Digestion & Transport

http://www.rpi.edu/dept/bcbp/molbiochem/MBWeb/mb2/part1/

lipoprot.htm 6.LDL Oxidation in Atherogenesis

http://www.sabiosciences.com/pathway.php?sn=LDL_Oxida-

tion _in_Atherogenesis 7.Heidi Stevenson, There Is Only One Type of Cholesterol: Here's

why, GreenMedInfo.com, Friday, 1. März 2013

Limonaden und Arthrose

Limonaden oder Softdrinks sind nichts, was man als gesundes Nahrungsmittel bezeichnen möchte. Sie sind mit Asthma, anderen Atemproblemen und Diabetes vom Typ I in Verbindung gebracht worden, vor allem bei Per- sonen die größere Mengen davon trinken, Und nun gibt es einen weiteren Grund, die Finger von Fanta, Cola oder Sprite zu lassen: Wie eine aktuelle Studie gezeigt hat, könnten diese Getränke zur Verschlimmerung ei- ner Arthrose der Kniegelenke (Gonarthrose) beitragen.

Die Untersuchungen, die an der Harvard Medical School und dem Brigham and Women's Hospital in Boston statt- fanden, kamen zu dem Ergebnis: Je mehr kohlen- säurehaltige Limonaden Männer mit einer Gonarthrose konsumieren, desto größer ist die Gefahr, dass sich sei- ne Erkrankung verschlimmert.

Übrigens: Aus bisher noch nicht erkannten Gründen gel- ten diese Ergebnisse nur für die männlichen und nicht die weiblichen Teilnehmer dieser Studie. Es ist mög- lich, dass aufgrund der unterschiedlichen Mechanik des männlichen und weibliche Körpers bzw. wegen der Wir- kung bestimmter Hormone gewisse ernährungs- bedingte Faktoren ein Geschlecht mehr betreffen als das andere _ aber das wird man vermutlich erst dann sagen können, wenn weitere Studien durchgeführt wor- den sind.

Bei Beginn der Tests mussten die Freiwilligen Fragen über ihre Ernährungsgewohnheiten beantworten, in deren Rahmen auch Informationen über die Anzahl von zuckerhaltigen Softdrinks erhoben wurden, die norma- lerweise im Laufe einer Woche konsumiert wurden. Während der folgenden 4 Jahre bewerteten die Wis- senschaftler einmal jährlich den Zustand der Kniege- lenke jedes Teilnehmers, um zu dokumentieren, wie viel Knorpel seit der letzten Untersuchung verloren gegan- gen war. Außerdem berechnete sie den Body-Mass– Index (BMI) jedes Teilnehmers, da das Übergewicht als Risikofaktor für die Entwicklung einer Arthrose gilt Aber selbst nach Ausschluss von Variablen wie zu ho- hes Körpergewicht, kam es bei den Männern, die nach eigener Aussage regelmäßig 5 oder mehr Softdrinks pro Woche konsumiert hatten, zu einem doppelt so

hohen Knorpelverlust, als bei den Personen, die voll- kommen auf zuckerhaltige Softdrinks verzichtet hatten

Die BMI-Werte dienten dem Zweck, die männlichen Teil- nehmer in Übergewichtige und nicht Übergewichtige einzuteilen. Der Einfluss des Softdrink-Konsums auf die Arthritis des Kniegelenks betraf nur Männer aus der Gruppe der nicht Übergewichtigen. Das scheint darauf hinzudeuten, dass der Konsum von Softdrinks ein Fak- tor des Kniegelenksabbaus ist, der vollkommen unab- hängig von dem Zustand ist, der durch erhöhtes Kör- pergewicht - einem erhöhten Druck auf die Gelenke - zu Stande kommt.

Darüber hinaus beschäftigte sich die Studie nicht mit dem Einfluss von Diätlimonaden, weshalb nicht klar ist, ob diese ebenfalls die Knorpelschäden bei männli- chen Arthrosepatienten verstärken. Es ist nicht unwahr- scheinlich, dass auch die Diät-Softdrinks eine ähnliche Wirkung haben, da sie viele ähnliche Chemikalien ent- halten, darunter unter anderem die Phosphorsäure, von der bekannt ist, dass sie die Absorption von Kalzium hemmt und somit die Knochen schädigen kann. Die Phosphorsäure wirkt im Körper darüber hinaus stark übersäuernd, was den Verfall von Körpergeweben be- schleunigt.

Wenn diese Ergebnisse korrekt sind, dürfte das ernst- hafte Probleme schaffen. Die Arthrose ist ein häufig auftretendes gesundheitliches Problem, an dem allein in den USA 27 Millionen Menschen leiden. Als Folge der Tatsache, dass die Bevölkerung immer älter wird und zugleich die Zahl der übergewichtigen und fettleibi- gen Personen ständig zunimmt, könnte die Arthrose der gewichttragenden Gelenke wie z. B. der Knie auf dem Vormarsch sein. Und sehen wir es einmal ganz klar: 5 Softdrinks pro Woche ist für viele Männer wirklich kei- ne große Menge: Überlegen Sie einmal, wie viele Men- schen Sie kennen, bei denen diese Menge schon an einem einzigem Tag fällig wird. Und vergessen wir auch nicht die Zeitgenossen, die Softdrinks in großen Glä- sern in Restaurants (Kentucky Fried Chicken u. ä.) zum Essen ordern – mit der Option endloser weiterer „Fül- lungen“!

Das Fazit lautet: Softdrinks - mit und ohne Zucker – besitzen keinen relevanten Nährwert, dafür aber zahl- reiche potentielle Verbindungen mit gesundheitlichen Problemen. Wenn Sie wirklich auf den „Genuss“ nicht verzichten möchten, verzehren Sie diese Getränke nur in Maßen.

Und wenn sie schon unter einer Arthrose der Kniege- lenke leiden, beginnen Sie möglichst mit Maßnahmen zur Gewichtsreduktion – vor allem, wenn Sie überflüs- sige Pfunde mit sich herumtragen.

Für einige Betroffene kann auch eine Akupunktur- behandlung Wunder wirken. Eine Untersuchung, die in diesem Jahr an der Universität im britischen Plymouth durchgeführt wurde, kam zu dem Ergebnis, dass eine Akupunktur erfolgreich die Beschwerden einer Kniegelenksarthrose wie Schmerzen oder Steifigkeit der

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Knie lindern kann. Und darüber hinaus sollten Sie auf jeden Fall ein Nahrungsergänzungsmittel in Betracht ziehen dass auf Basis von Avocado-Soja Unsaponi- fiables hergestellt wurde, da dies nicht nur hilft, die Knor- pel in Ihren Gelenken zu schützen – es kann sogar da- bei helfen, Knorpel wieder aufzubauen. Diese Option ist immer einen Versuch wert und auf jeden Fall bes- ser, als sich auf schmerzstillende oder entzündungs- hemmende Mittel zu verlassen die jedes seine eigenen Probleme mit sich bringt

Quelle:

Beth Levine, Soda’s Effect on Osteoarthritis, Jon Barrons Daily Health Tips 19. Dezember 2012 Jährliches Treffen der American College of Rheumatology in Wa- shington, DC, 7 November 2012)

Blutverdünner: Meistens falsch dosiert

Fast jeder, der eines der üblichen Medikamente zur Blut- verdünnung einnimmt, erhält die falsche Dosis. Denn die Ärzte orientieren sich bei der Verordnung dieser Medikamente an den vom Hersteller empfohlenen Do- sierungen – eine Praxis, die das Leben der Patienten gefährdet.

Mindestens 75 % der Personen, die Gerinnungs- hemmer wie Plavix (Clopidogrel) oder Efient (Prasugrel) einnehmen, laufen Gefahr, einen lebensbedrohlichen Blutpropfen (Thrombus) zu entwickeln oder aber eine gefährliche unkontrollierte Blutung zu erleiden, weil die empfohlene Dosierung nicht stimmt.

Wie Wissenschaftler des Intermountain Medical Cen- ter Herzinstituts in Murray, Utah sagen, muss die ideale Dosis sehr viel individueller eingestellt werden und es gibt für jeden Patienten eine optimale Dosierung. Nach- dem sie das Blut von 521 Patienten mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße analysiert hatten, entdeckten die Forscher, dass die Hälfte der Clopidrogel-Gruppe nicht genügend von dem Wirkstoff erhielten, um ein Verklum- pen des Bluts zu verhindern. Ein Viertel hingegen er- hielt zu viel von dem Medikament, wodurch die Gefahr einer unkontrollierten Blutung erhöht war. Nur das ver- bleibende Viertel der Patienten war so optimal einge- stellt, dass die empfohlene Menge mit der (für sie) idea- len Dosis übereinstimmte.

Ein ähnliches Bild fand sich in der Prasugel-Gruppe. Ärzte können die optimale Dosis ganz einfach finden, indem sie eine Blutuntersuchung durchführen, die er- kennen lässt, ob die momentane Medikamentenmenge das Blut am Verklumpen hindert oder nicht

Quellen:

Most people on blood thinners are taking the wrong dose, What Doctors Don´t Tell You Vol. 20, Issue 10, Januar 2013 American Heart Association 2012 Scientific Sessions, 3–7 Novem- ber, Los Angeles, California

Das Rezept des Monats

Chili con Couscous

Es geht auch ohne: Bei diesem bunt-aromatischen Chili mit Couscous, Steckrübe, Mais und Koriander vermisst niemand Fleisch.

Zutaten für 4 Portionen

300

ml Tomatensaft

150

g Couscous

200

g Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

200

200

g Möhren

g Steckrübe

1

Dose geschälte Tomaten, (400 g)

1

Dose Kidneybohnen, (250 g)

1

Dose kleine weiße Bohnen, (250 g)

1

Dose Goldmais, (185 g)

3

El Olivenöl

1

El Chilipulver

1

El gemahlener Kreuzkümmel

1

l Gemüsefond

80 ml Schlagsahne

Salz

Pfeffer

5 El Limettensaft

15 Stiele Koriandergrün

200 g Crème fraîche

Zubereitung

1.Tomatensaft kurz aufkochen, über den Couscous gießen und 20 Minuten quellen lassen. Mit einer Gabel nach und nach krümelig auflockern. Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln. Steckrübe und Möhren schälen, in 1/2 cm große Würfel schneiden. Tomaten mit Saft mit den Händen grob zerdrücken, dabei die Stielansätze entfernen. Kidneybohnen, weiße Bohnen und Mais in einem Sieb kalt abspülen und gut abtropfen lassen.

2.Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin glasig dünsten. Steckrüben, Möhren, Chili und Kreuzkümmel zugeben, kurz andünsten.

Tomaten mit Saft und Gemüsefond kochen und zugedeckt bei mittlerer

zugeben, auf- Hitze 15 Minu-

ten kochen lassen. Dann die Bohnen, Mais und Couscous unterrühren, kurz aufkochen lassen und weitere 5 Minuten ko- chen. Sahne unterrühren und mit Salz, Pfeffer und Limettensaft abschmecken. Koriander mit den zar- ten Stielen grob schneiden.

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4Flamingos pHakten 1. Quartal 2013

Das Chili mit Crème fraîche und Koriander ser- vieren.

Zubereitungszeit 35 min plus Garzeit 10 Minuten

Nährwerte/Portion

437 kcal

16 g Eiweiß

27 g Fett

29 g KH

Quelle:

essen & trinken 2/2013