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Bestimmung des Elastizitätsmoduls E des Betons

1. Deffinition

Der Elastizitätsmodul E ist ein Maß des elastischen Verhaltens des Betons. Es
ist, von Zusammensetzung her, an der Erhärtungs- und Feuchtigkeitszustand des
Betons abhängig.
Der statische Druck – E Modul wird gemäß den Normen bestimmt. Demnach
ist E das Verhältnis des Zunehmens der Normalspannung σ b und der
entsprechenden elastischen Verformung ε e , im Bereich (0,05 ... 0,30) R pr .

σb
E b = tgα = [N mm 2 ]
εe
2. Vorbereitung des Versuches

Das Elastizitätsmodul E wird auf mindestens drei prismenförmige Probekörper


festgestellt. In Rumänien verwendet man gewöhnlich Prismen mit Seitenlängen von
(10x10x30) cm.
In anderen Ländern verwendet man Zylindern oder Bohrkernen zur
Bestimmung des E-Moduls. In diesen Fällen sind die Ergebnissen genauer, weil die
auf dem Querschnitt verteilte Normalspannung nicht von Ecken beeinflußt ist.
Gleichzeitig werden noch drei Probeprismen und drei Probewürfeln
hergestellt, um die Prismen- ( R pr ) bzw. Würfeldruckfestigkeit ( R b ) bestimmen zu
können:

R pr = (0,6...0,8)R b
1300 + R b
R pr = Rb
1450 + 3R b

Z.B.: Aus der Probe dreier Würfeln ergibt sich

R b = 280 daN cm 2 = 28 N mm 2 Davon erhält man:

0,6 ⋅ 280 = 168 daN cm 2


R pr
0,8 ⋅ 280 = 224 daN cm 2

1300 + 280
R pr = ⋅ 280 = 193 daN cm 2
1450 + 3 ⋅ 280

→ R pr = 190 daN cm 2 = 19 N mm 2

Diese Werte sind zur Ermittlung des Belastungsbereiches nötig. Zur


Bestimmung des E-Moduls werden folgende Belastungsstufen festgestellt:
- die niedrigste Belastungsstufe entspricht zu σ min ≅ 0,05R pr
(also, im Beispiel → σ min = 0,05 ⋅ 19 = 0,95 N mm 2 ; bei der Druckprüfmaschine
→ σ min = 10 daN cm 2 )
- die höchste Belastungsstufe entspricht zu σ max ≅ 0,3R pr
(im Beispiel → σ max = 60 daN cm )
2

Zur Bestimmung des E-Moduls verwendet man folgende Apparatur:


- hydraulische Druckprüfmaschine;
- Geräte zur Messung der Dehnungen (Verformungen): es können Meßuhren
verwendet werden, die durch eine Meßanlage mit den Probeprismen in
Verbindung gebracht werden; oder können Dehnmeßstreifen verwendet
werden, die auf die Seitenflächen der Probeprismen angeklebt werden.
Das mechanische Gerät, das bei uns verwendet wird, besteht aus:
Querschnitt A – A:

1 – Probeprisma
2 – Reifen (Ringe)
3 – Befestigungsspitzen
4 – Befestigungsschrauben
5 – Meßuhren (Genauigkeit 0,001 mm).

Die Meßuhren können auf alle vier Seitenflächen vorgesehen werden, oder nur auf
zwei gegenseitige Flächen.

3. Durchführung der Prüfung

Die Probeprisma wird zwischen den Platten der Druckprüfmaschine gestellt.


Erstens muß man die Zentrierung der Prisma untersuchen:
- die Prisma wird bis zur unteren Stufe des Belastungsbereiches σ min (Beispiel:
10 daN/cm2) belastet und schreibt die Anweisungen der Meßuhren auf (c1min,
c2min);
- im Bereich σ min ...σ max , bestimmt man die gemessenen Verformungen und
berechnet deren Mittelwert:

ε 1 = c1max − c1min ; ε 2 = c 2 max − c 2 min


ε +ε
ε mittel = 1 2
2
- man betrachtet eine Zentrierung als gut, wenn zwischen den gemessenen
Verformungen und denen Mittelwert kein >10% Unterschiede gibt; wenn diese
Bedingung nicht eingehalten wird, so muss man die Position der Prisma
zwischen den Platten der Druckprüfmaschine verändern und die oben
beschriebenen Operationen wiederholen.
Nach der Zentrierung der Prisma belastet und entlastet man diese 5 mal im
Bereich σ min ...σ max , ohne daß man die gemessenen Werten aufschreibt. Nachher
untersucht man die Stabilisierung (Beständigkeit) der Verformungen folgend:
-
man unternimmt noch 2 Belastungszyklen und schreibt die entsprechenden
Verformungen auf;
- wenn zwischen den gemessenen Werten keine >5% Unterschiede bestehen,
so betrachtet man die Beständigkeit der Verformungen; wenn aber diese
Bedingung nicht eingehalten ist, wiederholt man die Prüfung mit anderen 5
Belastungszyklen und untersucht wieder die Beständigkeit der Verformungen.
Wenn die Verformungen stabilisiert sind, so ist die graphische Darstellung der
Verformungen praktisch eine Gerade und kann man den E-Modul bestimmen.

4. Datenverarbeitung

Die den letzten zwei Belastungszyklen entsprechenden Meßwerte der


Verformungen werden in einer Tabelle eingetragen:

Vorletzter Letzter
Belastungszyklus

Laststufe σ min σ max σ min σ max

Meßwerte und I
c min I
c max ∆l I = c max
I
− c min
I II
c min II
c max ∆l II = c max
II
− c min
II
Verformungen

Meßuhr Nr. 1

Meßuhr Nr. 2

Meßuhr Nr. 3

Meßuhr Nr. 4

∆l I
=
∑ ∆l I

= ∆l II
=
∑ ∆l II

=
4 4

Das Mittelwert der Kürzung ∆l , das der Spannung σ = σ max − σ min entspricht,
ist:
∆l I + ∆l II
∆l = = ...
2
Die entsprechende elastische Verformung ε ⋅ e ist:
∆l
ε ⋅e = ,
l
indem: l - Abstand der Reifen des mechanischen Meßgerätes (10 cm → 100 mm)
ist.
Das E-Modul ergibt sich durch:
σ
E= ,
ε ⋅e
als Mittelwert dreier Prüfungen.