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Merkblatt 322 Geschraubte Verbindungen im Stahlbau Stahl-Informations-Zentrum

Merkblatt 322

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Merkblatt 322 Geschraubte Verbindungen im Stahlbau Stahl-Informations-Zentrum

Stahl-Informations-Zentrum

Merkblatt 322

Merkblatt 322 Stahl-Informations-Zentrum Das Stahl-Informations-Zentrum ist eine Gemeinschaftsorganisation Stahl
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Stahl-Informations-Zentrum

Das Stahl-Informations-Zentrum ist eine Gemeinschaftsorganisation Stahl erzeugender und verarbeitender Unternehmen. Markt- und anwendungsorientiert werden firmenneutrale Informationen über Verarbeitung und Einsatz des Werkstoffs Stahl bereitgestellt. Verschiedene Schriftenreihen bieten ein breites Spektrum praxisnaher Hinweise für Konstrukteure, Entwickler, Planer und Ver- arbeiter von Stahl. Sie finden auch Anwendung in Ausbildung und Lehre. Vortragsveranstaltungen schaffen ein Forum für Erfahrungsberichte aus der Praxis. Messen und Ausstellungen dienen der Präsentation neuer Werkstoffentwicklungen und innovativer, zukunftsweisender Stahlan- wendungen. Als individueller Service werden auch Kon- takte zu Instituten, Fachverbänden sowie Spezia- listen aus Forschung und Industrie vermittelt. Die Pressearbeit richtet sich an Fach-, Tages- und Wirtschaftsmedien und informiert kontinuierlich über neue Werkstoffentwicklun- gen und -anwendungen. Das Stahl-Informations-Zentrum zeichnet besonders innovative Anwendungen mit dem Stahl-Innovationspreis (www.stahl-innovations preis.de) aus. Er ist einer der bedeutendsten Wettbewerbe seiner Art und wird alle drei Jahre ausgelobt. Die Internet-Präsentation (www.stahl- info.de) informiert über aktuelle Themen und

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• Georgsmarienhütte GmbH

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• Salzgitter AG

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• ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH

• ThyssenKrupp Rasselstein GmbH

• ThyssenKrupp Steel Europe AG

• ThyssenKrupp VDM GmbH

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Impressum

Merkblatt 322 „Geschraubte Verbindungen im Stahlbau“ Ausgabe 2012, ISSN 0175-2006

Herausgeber: Stahl-Informations-Zentrum, Postfach 10 48 42, 40039 Düsseldorf

Autoren:

Prof. Dr.-Ing. Rolf Kindmann, Dr.-Ing. Jan Vette, Ruhr Universität Bochum, Lehrstuhl für Stahl-, Holz- und Leichtbau, Universitätsstraße 150, 44801 Bochum

Redaktion: Stahl-Informations-Zentrum

Ein Nachdruck dieser Veröffentlichung ist – auch auszugsweise – nur mit schriftlicher Ge- nehmigung des Herausgebers und bei Quellen- angabe gestattet. Die zugrunde liegenden Infor- mationen wurden mit größter Sorgfalt recher- chiert und redaktionell bearbeitet. Eine Haftung ist jedoch ausgeschlossen.

DIN-Normen: Wiedergegeben mit Erlaubnis des DIN Deutsches Institut für Normung e.V. Maßgebend für das Anwenden der DIN-Norm ist die Fassung mit dem neuesten Ausgabe - datum, die bei der Beuth Verlag GmbH, Burg - grafenstraße 6, 10787 Berlin, erhältlich ist.

Inhalt

 

Seite

1 Einleitung und Übersicht

2

2 Schrauben, Muttern und Scheiben

7

3 Herstellen von geschraubten Verbindungen

16

4 Kraftübertragung und Tragverhalten

20

5 Bemessung nach DIN EN 1993-1-8

25

6 Bemessungsbeispiele nach DIN EN 1993-1-8

33

7 Normen

38

8 Literatur

39

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau 1 Einleitung und Übersicht 1.1 Einführung Stahltragwerke bestehen in der Regel aus
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau 1 Einleitung und Übersicht 1.1 Einführung Stahltragwerke bestehen in der Regel aus
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau 1 Einleitung und Übersicht 1.1 Einführung Stahltragwerke bestehen in der Regel aus

1 Einleitung und Übersicht

1.1 Einführung

Stahltragwerke bestehen in der Regel aus Trägern, Stützen und Rahmen, die aus Blechen und gewalzten Profilen hergestellt werden. Für die erforderlichen Verbindungen, Stöße, An- schlüsse und Befestigungen werden geeignete Techniken benötigt, die die Ausführung wirt- schaftlicher und dauerhafter Konstruktionen ermöglicht. Alte Stahlkonstruktionen belegen, dass man Verbindungen früher ausschließlich mit Nie- ten hergestellt hat. Da sie keine Zugkräfte auf- nehmen konnten, musste man so konstruieren, dass sie nur durch Scherkräfte beansprucht wur- den, also nur durch Kräfte senkrecht zur Niet- achse. Von wenigen Ausnahmen abgesehen kommen Nietverbindungen heutzutage nicht mehr zum Einsatz. Aus wirtschaftlichen Gründen sind sie schon seit langem durch geschweißte und geschraubte Verbindungen ersetzt worden. Aufgrund der runden, stiftartigen Form sind Nieten und Schrauben unmittelbar mitein- ander vergleichbar. Dies galt zeitweise auch für das Tragverhalten, weil man Schrauben zu- nächst so angeordnet hat, dass sie wie Nieten nur durch Scherkräfte beansprucht wurden. Die Weiterentwicklung der Konstruktionstechniken und Schraubenfestigkeiten hat zwischenzeit- lich zu einem weiteren Wandel geführt: Heut- zutage können Schrauben sowohl Scherkräfte als auch Zugkräfte aufnehmen. Diese Entwick- lung ist auch an den einschlägigen Normen für Stahlbauten erkennbar. In den Regelungen von DIN 18800 stehen Scher-/Lochleibungsverbin- dungen im Vordergrund, was dort insbesondere durch die Einteilung in sechs Ausführungsformen von geschraubten Verbindungen deutlich wird. In DIN EN 1993-1-8, die die DIN 18800 abgelöst hat, werden scher- und zugbeanspruchte Verbin- dungen mit Schrauben gleichrangig behandelt. Grundlage der folgenden Ausführungen ist die DIN EN 1993-1-8 in Verbindung mit dem natio- nalen Anhang für Deutschland. Darüber hinaus werden die aktuellen Produktnormen für Schrau- ben und die DIN EN 1090-2 herangezogen. Dieses Merkblatt richtet sich an Studenten, Ingenieure und Architekten. Es betrifft Stahl- bauten im Sinne der DIN EN 1993 (Eurocode 3) und gilt für die Bemessung und Konstruktion tragender Bauteile aus Stahl. Für Bauteile mit nicht vorwiegend ruhender Belastung sind zu- sätzliche Regelungen zu beachten, ebenso wie zusätzliche Bestimmungen in den entsprechen- den Teilen der DIN EN 1993 oder in den Vor-

schriften der Bahn. Auf solche Regeln wird in diesem Merkblatt nicht eingegangen. Das Merk- blatt behandelt die im Stahlbau üblichen Schrau- ben mit metrischem Gewinde und Sechskant- köpfen der Festigkeitsklassen 4.6, 5.6, 8.8 und 10.9 sowie die zugehörigen Sechskantmuttern und Scheiben, siehe Tabelle 2.5.

1.2 Inhalt der Kapitel

1.2.1 Einleitung und Übersicht

Nach einer allgemeinen Einführung in die Thematik wird die prinzipielle Vorgehensweise bei der Bemessung geschraubter Verbindungen anhand eines Einführungsbeispiels beschrieben, und es wird auf Grundsätze für die konstruktive Ausbildung und die Berechnungen hingewie- sen. Darüber hinaus werden die Kategorien für geschraubte Verbindungen nach DIN EN 1993-1-8 und die verwendeten Bezeichnungen zusammengestellt.

1.2.2 Schrauben, Muttern und Scheiben

Dieses Kapitel enthält Informationen zu den Produkten, die in Schraubengarnituren zu verwenden sind. Im Wesentlichen geht es dabei um die entsprechenden Normen, Abmessungen und Festigkeiten.

1.2.3 Herstellung

Die Herstellung geschraubter Verbindungen wird erläutert, aber auch die Darstellung auf Zeichnungen vermittelt, und es werden Hin- weise zum Korrosionsschutz und zur Vorspan- nung gegeben.

1.2.4 Kraftübertragung und Tragverhalten

Das Kapitel enthält Erläuterungen zur Be- rechnung von Kräften in den Schrauben einer Verbindung, zur Übertragung der Schnittgrößen und zum Tragverhalten einzelner Schrauben.

1.2.5 Bemessung nach DIN EN 1993-1-8

Hier sind die wichtigsten Grundlagen für nor- mengerechte Nachweise zusammengestellt. Das Kapitel enthält Berechnungsformeln und Tabel- len mit den Bemessungswerten der Tragfähigkeit einzelner Schrauben nach DIN EN 1993-1-8.

Merkblatt 322

Merkblatt 322 1.2.6 Bemessungsbeispiele Mithilfe von sechs Bemessungsbeispielen wird die Durchführung der erforderlichen
Merkblatt 322 1.2.6 Bemessungsbeispiele Mithilfe von sechs Bemessungsbeispielen wird die Durchführung der erforderlichen
Merkblatt 322 1.2.6 Bemessungsbeispiele Mithilfe von sechs Bemessungsbeispielen wird die Durchführung der erforderlichen

1.2.6 Bemessungsbeispiele

Mithilfe von sechs Bemessungsbeispielen wird die Durchführung der erforderlichen Nach- weise erläutert.

1.3 Einführungsbeispiel

Bei der konstruktiven Ausbildung und der Bemessung geschraubter Verbindungen sind die folgenden Grundsätze zu beachten:

– Stöße und Anschlüsse sollen gedrungen aus- gebildet werden.

– Es ist eine unmittelbare und symmetrische Stoßdeckung anzustreben.

– Versatzmomente sollten möglichst vermieden werden.

– Die einzelnen Querschnittsteile sollen für sich angeschlossen oder gestoßen werden.

– Die Beanspruchung der Verbindung eines Querschnittsteils soll aus den Schnittgrößen- anteilen dieses Querschnittsteils bestimmt werden.

anteilen dieses Querschnittsteils bestimmt werden. Abb. 1.1: Einführungsbeispiel Trägerstoß Die

Abb. 1.1: Einführungsbeispiel Trägerstoß

Die Vorgehensweise bei der Bemessung geschraubter Verbindungen wird mit dem in Abb. 1.1 dargestellten Trägerstoß erläutert. Der Träger besteht aus einem Walzprofil HEA500, d.h., er hat einen doppeltsymmetrischen Quer- schnitt. Die rechts in der Abbildung angegebe- nen Schnittgrößen wirken unmittelbar an der Stoßstelle. Zunächst sollte man – entsprechend den o.g. Grundsätzen – die Teilschnittgrößen in den Einzelteilen des Querschnitts infolge N, M und V ermitteln und dann festlegen, wie diese Teil- schnittgrößen durch die Schrauben übertragen werden sollen. Beim klassischen Laschenstoß, siehe Abb. 1.1b, werden die Schrauben nur durch Scher- kräfte beansprucht, was unmittelbar anhand der Teilschnittgrößen erkennbar ist. Dies sind in den Gurten die Normalkräfte infolge N und M, die von den Gurten durch die Schrauben in die Laschen und auf der anderen Seite des Sto- ßes wieder in die Gurte übertragen werden. Im Steg ergeben sich die Teilschnittgrößen N w , M w und V w = V, die die Schrauben ebenfalls durch Scherkräfte beanspruchen. Bei der Er- mittlung der Kräfte in den Schrauben ist zu be- achten, dass infolge V ein Versatzmoment auf- tritt. Als prinzipielle Vorgehensweise können die folgenden Grundsätze für die Nachweisfüh- rung herangezogen werden:

1. Teilschnittgrößen in den Einzelteilen des Quer- schnitts ermitteln. 2. Scherkräfte in den einzelnen Schrauben er- mitteln (in der Regel die Maximalwerte). 3. Nachweise führen: Abscheren der Schrauben, Lochleibung der Bleche, Beanspruchung des Nettoquerschnitts (Lochabzug).

Bei dem in Abb. 1.1c dargestellten Stirn- plattenstoß wird der Obergurt infolge N und M durch eine Drucknormalkraft beansprucht. Sie kann unmittelbar durch die Stirnplatten und Druckkontaktkräfte übertragen werden. Im Untergurt ergibt sich infolge N und M eine Zug- normalkraft, so dass die Schrauben im Bereich des Untergurtes durch Zugkräfte beansprucht werden. Die Tragfähigkeit des Stirnplattensto- ßes wird in der Regel unter Verwendung des „T-Stummel-Modells“ ermittelt (siehe Abschnitt 5.12). Aufgrund der Zugbeanspruchung in den Schrauben wird der Stirnplattenstoß gemäß DIN EN 1993-1-8 den Kategorien D oder E zu- geordnet (siehe Abschnitt 1.4). Die Querkraft V wird in der Regel den Schrauben im Bereich des Obergurtes zugewiesen. Sie hat häufig eine untergeordnete Bedeutung.

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau Kategorie Nachweiskriterium Anmerkungen Scherverbindungen
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau Kategorie Nachweiskriterium Anmerkungen Scherverbindungen
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau Kategorie Nachweiskriterium Anmerkungen Scherverbindungen

Kategorie

Nachweiskriterium

Anmerkungen

Scherverbindungen (scherbeanspruchte Schrauben)

 

A

F v,Ed F v,Rd

Keine Vorspannung erforderlich. Schrauben der Festigkeitsklassen 4.6 bis 10.9 dürfen verwendet werden.

Scher-/Lochleibungsverbindungen

F v,Ed F b,Rd

B

F v,Ed,ser F s,Rd,ser F v,Ed F v,Rd F v,Ed F b,Rd

In der Regel sind hochfeste Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8 oder 10.9 zu verwenden. Gleitwiderstand für die Gebrauchstauglichkeit.

Gleitfeste Verbindungen im Grenz- zustand der Gebrauchstauglichkeit

C

F v,Ed F s,Rd F v,Ed F b,Rd ΣF v,Ed N net,Rd

In der Regel sind hochfeste Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8 oder 10.9 zu verwenden. Gleitwiderstand für die Tragfähigkeit.

Gleitfeste Verbindungen im Grenzzustand der Tragfähigkeit

Zugverbindungen (zugbeanspruchte Schrauben)

 

D

F t,Ed F t,Rd F t,Ed B p,Rd

Keine Vorspannung erforderlich. Schrauben der Festigkeitsklassen 4.6 bis 10.9 dürfen verwendet werden. B p,Rd siehe Abschnitt 5.5.

Nicht vorgespannt

E

F t,Ed F t,Rd

In der Regel sind hochfeste Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8 oder 10.9 zu verwenden. B p,Rd siehe Abschnitt 5.5.

Vorgespannt

F t,Ed B p,Rd

F

v,Rd

b,Rd

s,Rd,ser

s,Rd

t,Rd

Grenzabscherkraft pro Schraube Grenzlochleibungskraft pro Schraube Grenzgleitwiderstand pro Schraube im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit Grenzgleitwiderstand pro Schraube im Grenzzustand der Tragfähigkeit Grenzzugkraft pro Schraube

F

F

F

F

Tabelle 1.1:

Kategorien von geschraubten Ver- bindungen nach DIN EN 1993-1-8

1.4 Kategorien nach DIN EN 1993-1-8

Geschraubte Verbindungen werden gemäß DIN EN 1993-1-8 in die Kategorien A bis E ein- geteilt. Die Kategorien beziehen sich auf die Bean- spruchung der Schrauben (Abscheren oder Zug) und Varianten in der Ausführung (gleitfest, vor- gespannt, handfest angezogen). Weitere Einzel- heiten können Tabelle 1.1 entnommen werden.

Geschraubte Verbindungen mit scherbe- anspruchten Schrauben werden in der Regel für die Bemessung in folgende Kategorien unterteilt:

a) Kategorie A:

Scher-/Lochleibungsverbindungen Zu dieser Kategorie gehören Schrauben der Festigkeitsklassen 4.6 bis 10.9. Vorspannung und besondere Oberflächenbehandlungen sind in der Regel nicht erforderlich. Der Bemessungs- wert der einwirkenden Scherkraft darf weder

den Bemessungswert der Schertragfähigkeit noch den Bemessungswert des Lochleibungs- widerstandes überschreiten, siehe Abschnitt 5.4.

b) Kategorie B:

Gleitfeste Verbindungen im Grenz- zustand der Gebrauchstauglichkeit Zu dieser Kategorie gehören hochfeste Schrauben, die kontrolliert vorgespannt werden. Im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit darf in der Regel kein Gleiten auftreten. Der Be- messungswert der einwirkenden Scherkraft im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit darf in der Regel den Bemessungswert des Gleitwider- standes nicht überschreiten. Der Bemessungs- wert der einwirkenden Abscherkraft im Grenz- zustand der Tragfähigkeit darf in der Regel den Bemessungswert der Schertragfähigkeit und des Lochleibungswiderstandes nicht überschreiten.

c) Kategorie C:

Gleitfeste Verbindungen im Grenz- zustand der Tragfähigkeit Zu dieser Kategorie gehören hochfeste Schrauben, die kontrolliert vorgespannt werden. Im Grenzzustand der Tragfähigkeit darf kein

Gleiten auftreten. Der Bemessungswert der ein- wirkenden Scherkraft im Grenzzustand der Trag- fähigkeit darf den Bemessungswert des Gleit-

Merkblatt 322

Merkblatt 322 widerstandes und des Lochleibungswiderstandes A Schaftquerschnitt nicht überschreiten.
Merkblatt 322 widerstandes und des Lochleibungswiderstandes A Schaftquerschnitt nicht überschreiten.
Merkblatt 322 widerstandes und des Lochleibungswiderstandes A Schaftquerschnitt nicht überschreiten.

widerstandes und des Lochleibungswiderstandes

A

Schaftquerschnitt

nicht überschreiten. Zusätzlich darf bei Zugver-

A s

Spannungsquerschnitt

bindungen der Bemessungswert des plastischen

b

Gewindelänge

Widerstands des Nettoquerschnitts im kriti-

s

Schlüsselweite

schen Schnitt durch die Schraubenlöcher N net,Rd

e

Eckenmaß

(siehe DIN EN 1993-1-1, 6.2) nicht überschritten

k

Kopfhöhe

werden.

m

Mutternhöhe

Für die Baupraxis hat die Kategorie A die

h

Scheibendicke

mit Abstand größte Bedeutung. Gleitfeste Ver-

P

Steigung

bindungen nach den Kategorien B und C kom-

Schraubenlänge (ohne Kopf)

men nur selten zum Einsatz, weil sie eine Be- handlung der Reibflächen zur Sicherstellung

Allgemeine Bezeichnungen

der

Reibung erfordern. Bezüglich des Tragver-

M

Biegemoment

haltens bieten sie bei ermüdungsbeanspruchten

N

Normalkraft

Verbindungen, d.h. bei häufig veränderlichen

V

Querkraft

Beanspruchungen, Vorteile.

A

Querschnittsfläche (brutto)

Bei geschraubten Verbindungen mit zug-

A net Querschnittsfläche (netto)

beanspruchten Schrauben werden in der Regel

F v

Abscherkraft pro Schraube

für die Bemessung folgende Kategorien unter-

F b

Lochleibungskraft pro Schraube

schieden:

F t

Zugkraft pro Schraube

t

Blechdicke

a) Kategorie D:

t Klemmlänge

Nicht vorgespannt Zu dieser Kategorie gehören Schrauben der

t s

Paketdicke der verbundenen Bleche ohne Scheiben

Festigkeitsklassen 4.6 bis 10.9. Vorspannung ist nicht erforderlich. Diese Kategorie darf bei Ver- bindungen, die häufig veränderlichen Zugbean- spruchungen ausgesetzt sind, nicht verwendet werden. Der Einsatz in Verbindungen, die durch

n

Bedeutung 1: Anzahl der Schrauben in einer Verbindung Bedeutung 2: Abstand der Schraubenreihe zum Angriffspunkt der Abstützkräfte (T-Stummel-Modell)

normale Windlasten beansprucht werden, ist dagegen erlaubt.

m

Bedeutung 1: Anzahl der Scherfugen (Schnittigkeit) Bedeutung 2: Abstand der Schraubenreihe

b)

Kategorie E:

zum gezogenen Blech (T-Stummel-Modell)

Vorgespannt Zu dieser Kategorie gehören hochfeste vor-

e

Abstand von der Schraubenreihe bis zum Rand (T-Stummel-Modell)

gespannte Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8

p

Abstand der Schrauben untereinander

oder 10.9, die kontrolliert vorgespannt werden. In Tabelle 1.1 sind die Nachweiskriterien für diese Verbindungskategorien zusammengefasst. Vereinzelt werden Schrauben in Verbindun-

gen durch hohe Scher- und hohe Zugkräfte be-

ansprucht, so dass dann auch die Kombination nachzuweisen ist. Einzelheiten zur Kraftüber- tragung und zum Tragverhalten werden in Kapitel 4 vermittelt, Einzelheiten zur Bemessung nach DIN EN 1993-1-8 in Kapitel 5.

1.5 Bezeichnungen

Schrauben, Muttern und Scheiben

g M0 Teilsicherheitsbeiwert für die Beanspruch- barkeit von Querschnitten

g M1 Teilsicherheitsbeiwert für die Beanspruch- barkeit von Bauteilen bei Stabilitätsversagen g M2 Teilsicherheitsbeiwert für die Beanspruch- barkeit von Querschnitten bei Bruchver- sagen infolge Zugbeanspruchung Teilsicherheitsbeiwert für Einwirkungen

g

F

m

Reibungszahl

σ

Normalspannung

t

Schubspannung

f u

Zugfestigkeit

f y

Streckgrenze

Indizes

d

Schraubendurchmesser

f

Flansch (engl.: flange)

d 1 Kerndurchmesser

w

Steg (engl.: web)

d 2 Flankendurchmesser

Ed

Bemessungswert der Einwirkung

d 0 Lochdurchmesser Dd Lochspiel

Rd

Bemessungswert der Beanspruchbarkeit

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau 2 Schrauben, Muttern und Scheiben 2.1 Normen Die DIN EN 1993-1-8 umfasst
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau 2 Schrauben, Muttern und Scheiben 2.1 Normen Die DIN EN 1993-1-8 umfasst
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau 2 Schrauben, Muttern und Scheiben 2.1 Normen Die DIN EN 1993-1-8 umfasst

2 Schrauben, Muttern und Scheiben

2.1 Normen

Die DIN EN 1993-1-8 umfasst die folgenden

Bezugsnormen hinsichtlich der Schrauben, Mut- tern und Unterlegscheiben:

• DIN EN 14399: Hochfeste planmäßig vor- spannbare Schraubenverbindungen für den Metallbau

– Teil 1: Allgemeine Anforderungen

(2006-06)

– Teil 2: Prüfung der Eignung zum Vorspannen (2006-06)

Teil 3: System HR – Garnituren aus Sechs- kantschrauben und -muttern (2006-06)

Teil 4: System HV – Garnituren aus Sechs- kantschrauben und -muttern (2006-06)

– Teil 5: Flache Scheiben (2006-06)

– Teil 6: Flache Scheiben mit Fase (2006-06)

• DIN EN 20898-2: Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen – Teil 2: Muttern mit festgelegten Prüfkräften; Regelgewinde

(1994-02)

• DIN EN ISO 898-1: Mechanische Eigenschaf- ten von Verbindungselementen aus Kohlen- stoffstahl und legiertem Stahl – Teil 1: Schrau- ben mit festgelegten Festigkeitsklassen – Regel- gewinde und Feingewinde (2009-08)

• DIN EN ISO 4014: Sechskantschrauben mit Schaft – Produktklassen A und B (2011-06)

• DIN EN ISO 4016: Sechskantschrauben mit Schaft – Produktklasse C (2011-06)

• DIN EN ISO 4017: Sechskantschrauben mit Gewinde bis Kopf – Produktklassen A und B

(2011-07)

• DIN EN ISO 4018: Sechskantschrauben mit

Gewinde bis Kopf – Produktklasse C (2011-07)

• DIN EN ISO 4032: Sechskantmuttern, Typ 1 – Produktklassen A und B (2012-05)

• DIN EN ISO 4033: Sechskantmuttern, Typ 2 – Produktklassen A und B (2012-05)

• DIN EN ISO 4034: Sechskantmuttern – Pro- duktklasse C (2012-06)

DIN EN ISO 7089: Flache Scheiben – Normale Reihe, Produktklasse A (2000-11)

• DIN EN ISO 7090: Flache Scheiben mit Fase – Normale Reihe, Produktklasse A (2000-11)

DIN EN ISO 7091: Flache Scheiben – Normale Reihe, Produktklasse C (2000-11)

In Klammern ist jeweils das Ausgabedatum der zurzeit aktuellen Norm angegeben (z.B.

2011-10).

Darüber hinaus ist für die Ausführung von

Stahlbauten und somit auch für geschraubte Ver- bindungen von Bedeutung:

• DIN EN 1090-2: Ausführung von Stahltrag- werken und Aluminiumtragwerken – Teil 2:

Technische Regeln für die Ausführung von Stahltragwerken (2011-10)

In der Ausführungsnorm DIN EN 1090-2 wird ergänzend auf die folgenden Normen ver-

wiesen, die geschraubte Verbindungen betreffen:

• DIN EN 14399: Hochfeste planmäßig vor- spannbare Schraubenverbindungen für den Metallbau

– Teil 7: System HR – Garnituren aus Senk- schrauben und Muttern (2008-03)

– Teil 8: System HV – Garnituren aus Sechs- kant-Passschrauben und Muttern (2008-03)

– Teil 9: System HR oder HV – Direkte Kraft- anzeiger für Garnituren aus Schrauben und Muttern (2009-07)

– Teil 10: System HRC – Garnituren aus Schrauben und Muttern mit kalibrierter Vorspannung (2009-07)

• DIN EN 15048: Garnituren für nicht planmäßig vorgespannte Schraubenverbindungen für den Metallbau

– Teil 1: Allgemeine Anforderungen (2007-07)

Teil 2: Eignungsprüfung (2007-07)

Die aufgeführten, übergeordneten Regel- werke DIN EN 14399-1 und DIN EN 15048-1 sind in der Bauregelliste B enthalten, so dass auch nationale Produkte nach DIN-Normen, die den Konformitätsnachweis dieser Normen erfüllen, in Deutschland gehandelt werden dür- fen und die CE-Kennzeichnung tragen.

2.2 Schraubenformen und -arten

2.2.1 Beschreibung einer geschraubten Verbindung

Eine Schraube besteht aus dem Kopf und dem Schaft, siehe Abb. 2.1. Der Schaft hat be- reichsweise oder über die gesamte Länge ein Gewinde. Bei den im Stahlbau üblichen Schrau- ben werden in der Regel Schrauben mit glattem Schaft und Gewinde verwendet (siehe Abb. 2.1, oben).

Merkblatt 322

Merkblatt 322 Abb. 2.1: Schrauben Die Mutter wird auf das Gewinde der Schrau- be aufgeschraubt. Es
Merkblatt 322 Abb. 2.1: Schrauben Die Mutter wird auf das Gewinde der Schrau- be aufgeschraubt. Es
Merkblatt 322 Abb. 2.1: Schrauben Die Mutter wird auf das Gewinde der Schrau- be aufgeschraubt. Es
Merkblatt 322 Abb. 2.1: Schrauben Die Mutter wird auf das Gewinde der Schrau- be aufgeschraubt. Es

Abb. 2.1: Schrauben

Die Mutter wird auf das Gewinde der Schrau- be aufgeschraubt. Es gibt aber auch die Möglich- keit, ein Gewinde in ein Bauteil einzuschneiden, wobei das Bauteil dann die Funktion der Mutter übernimmt. Zwischen den zu verbindenden Blechteilen und dem Schraubenkopf bzw. der Mutter wer- den Unterlegscheiben (nachfolgend als Scheiben bezeichnet) angeordnet. In der Regel befinden sich diese unter dem Teil, das beim Anziehen gedreht wird. Bei hochfesten planmäßig vorge- spannten Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 sind sowohl unter dem Schraubenkopf als auch unter der Mutter Scheiben anzuordnen. Sie die- nen zu einer gleichmäßigeren Krafteinleitung und schützen durch Fasen den Übergang des Schraubenkopfes in den Schaft vor einer Kerb- wirkung. Insgesamt werden die Schrauben zusam- men mit den Muttern und den zugehörigen Schei- ben als Schraubengarnitur bezeichnet, siehe Abb. 2.2. Während nach den alten, deutschen Rege- lungen die Klemmlänge als Summe der als Klemmpaket verbundenen Bleche definiert war (jetzt Klemmpaketdicke t s ), wird nach den euro- päischen Regelungen die Klemmlänge als Länge zwischen Schraubenkopf und Mutter definiert, siehe Abb. 2.2. Die Klemmlänge ist daher gleich der Dicke des Klemmpakets ein- schließlich der Dicke der Scheiben. Gemäß DIN EN 1993-1-1 wird zwischen planmäßig vorgespannten und planmäßig nicht vorgespannten Schraubenverbindun- gen unterschieden. Vorgespannte Verbindun- gen bestehen in der Regel aus planmäßig vor- spannbaren Schraubengarnituren. Vorge-

spannte, auf Zug beanspruchte Schrauben ge- mäß Abschnitt 3.3.2 haben gegenüber nicht vor- gespannten Verbindungen, siehe Abschnitt 3.3.1, Vorteile im Hinblick auf den Korrosionsschutz und die Ermüdung. Auf den Begriff planmäßig wird im Folgenden bei vorgespannten Verbin- dungen verzichtet. Gemäß den übergeordneten Schrauben- normen DIN EN 14399-1 und DIN EN 15048-1 soll die gesamte Schraubengarnitur von einem Hersteller geliefert werden. Er ist für die Funk- tionsfähigkeit der Garnitur verantwortlich. Das Gleiche gilt für den Oberflächenüberzug der Garnituren, siehe Abschnitt 3.2. Der Grund hier- für liegt darin, dass die Schrauben sehr empfind- lich auf Unterschiede in der Herstellung und Schmierung reagieren.

Unterschiede in der Herstellung und Schmierung reagieren. Abb. 2.2: Schraubengarnitur mit Klemmpaket- Bezeichnungen

Abb. 2.2: Schraubengarnitur mit Klemmpaket- Bezeichnungen

2.2.2 Gewinde

Die im Stahlbau verwendeten Schrauben und Muttern haben ein metrisches Gewinde nach DIN ISO 724. Die Gewindetoleranzen sind in DIN ISO 965-1 geregelt. Die Schrauben und Muttern werden mit dem Buchstaben M bezeich- net. M16 bedeutet: Schraube oder Mutter mit metrischem Gewinde und Nenndurchmesser d = 16 mm. In Abb. 2.3 ist ein typisches Regel- gewinde mit den wichtigsten Abmessungen dargestellt. Folgende Bezeichnungen sind nach DIN ISO 724 am Außengewinde zu unterschei- den:

d: Außendurchmesser (Nenndurchmesser) d 2 : Flankendurchmesser d 1 : Kerndurchmesser

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau Abb. 2.3: Metrisches Regelgewinde nach DIN ISO 724 Der Flankenwinkel ist für
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau Abb. 2.3: Metrisches Regelgewinde nach DIN ISO 724 Der Flankenwinkel ist für
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau Abb. 2.3: Metrisches Regelgewinde nach DIN ISO 724 Der Flankenwinkel ist für
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau Abb. 2.3: Metrisches Regelgewinde nach DIN ISO 724 Der Flankenwinkel ist für

Abb. 2.3: Metrisches Regelgewinde nach DIN ISO 724

Der Flankenwinkel ist für alle Durchmesser konstant. Die Maße P und H sind von d abhän- gig. Das ISO-Regelgewinde hat beispielsweise für d = 12 mm (Schraube M12) die Steigung

P = 1,75 mm und bei M30 ist P = 3,5 mm. Außer

dem Regelgewinde gibt es noch Feingewinde, die hier nicht behandelt werden, da sie im Stahl- bau keine Rolle spielen.

2.2.3 Schraubenköpfe und -schäfte

Im Allgemeinen werden Schrauben mit Sechskantköpfen und Sechskantmuttern verwendet. Das wichtigste Maß ist der Durch- messer der Schraube, da die Tragfähigkeiten von der Querschnittsfläche und somit vom Durchmesser abhängen. Die übrigen Maße wie

z.B. die Schlüsselweite s und die Gewindelänge b sind vom Durchmesser des Schraubenschaftes d abhängig. Schraubengarnituren, die für nicht vorge- spannte Schraubenverbindungen (Kategorien

A und D gemäß Tabelle 1.1) geeignet sind, wer-

den in der übergeordneten DIN EN 15048-1 geregelt. Darüber hinaus werden die Schrauben in Produktklassen eingeordnet. Für nicht vorgespannte Schraubengarnituren können sämtliche Produktnormen herangezogen werden, wenn sie den Konformitätsnachweis nach DIN EN 15048-1 erfüllen. Dafür muss die Übereinstimmung der Komponenten und Gar- nituren mit den dort angegebenen Anforderun- gen nachgewiesen werden. Diese umfassen eine Erstprüfung und die werkseigene Produktions- kontrolle durch den Hersteller, einschließlich der Beurteilung des Produktes.

Nähere Informationen hierzu sind in DIN EN 15048-1 und bezüglich des Eignungsnachweises in DIN EN 15048-2 enthalten. Aus diesem Grund können Schraubengarnituren nach den europä- ischen Normen, siehe Abschnitt 2.1, und auch nach den deutschen Produktnormen verwendet werden. Schrauben nach den deutschen Pro- duktnormen haben kürzere Gewinde. Damit kann leichter erreicht werden, dass der glatte Teil des Schaftes in der Scherfuge liegt, so dass eine höhere Schertragfähigkeit ausgenutzt wer- den kann (siehe Abschnitt 5.4). Nachteilig ist, dass eine genaue Planung der Schraubenlängen erforderlich ist. Die Produktklasse hängt im Wesentlichen von der Festigkeitsklasse und dem Schraubendurchmesser ab. Diese Angaben für Stahlbauschrauben können Tabelle 2.1 entnom- men werden. Bemerkenswert ist, dass neben den Schrauben mit glattem Schaft auch die Schrau- ben mit Gewinde bis zum Kopf verwendet wer- den können. Die Angaben hierzu finden sich ebenfalls in Tabelle 2.1. Hochfeste Schraubengarnituren, die den Anforderungen in DIN EN 14399-1 genügen, dürfen als vorgespannte Schraubenverbin- dungen (Kategorien B, C und E), aber auch als nicht vorgespannte Schraubenverbindungen (Kategorien A und D) verwendet werden. Für den Nachweis der CE-Konformität ist neben der Erstprüfung und der werkseigenen Kontrolle auch der Nachweis der Funktionseigenschaften gemäß DIN EN 14399-2 vorgeschrieben. Nach DIN EN 14399 werden vorspannbare Schrauben in HV-Schrauben (mit kurzem Gewinde) und HR- Schrauben (mit mittellangem Gewinde) unter- schieden. Vorspannbare Schraubengarnituren

Produktnorm

Gewindelänge

Produkt-

Festig-

b

klasse

keits-

klasse

DIN 7990

Kurz

 

4.6, 5.6

DIN 7968 1)

(1,4 bis 1,6) · d

C

5.6

DIN EN ISO 4014

 

M24: A

5.6, 8.8,

Mittellang

(2,2 bis 2,5) · d

> M24: B

10.9

DIN EN ISO 4016

C

4.6

   

M24: A

5.6, 8.8,

DIN EN ISO 4017

Lang

> M24: B

10.9

DIN EN ISO 4018

C

4.6

1) Passschraube mit d s = d + 1 mm.

 

Tabelle 2.1: Schrauben für nicht vorspannbare Schraubenverbindungen

Merkblatt 322

Merkblatt 322 Produktnorm Bez. Gewindelänge Produkt- Festig- b klasse keits- klasse DIN EN
Merkblatt 322 Produktnorm Bez. Gewindelänge Produkt- Festig- b klasse keits- klasse DIN EN
Merkblatt 322 Produktnorm Bez. Gewindelänge Produkt- Festig- b klasse keits- klasse DIN EN

Produktnorm

Bez.

Gewindelänge

Produkt-

Festig-

b

klasse

keits-

klasse

DIN EN 14399-3

HR

Mittellang

B

8.8, 10.9

(2,2 – 3,3) · d

   

Kurz

   

DIN EN 14399-4

HV

(1,4 – 1,9) · d

B

10.9

   

Kurz

   

DIN EN 14399-8 1)

HV

(1,4 – 1,9) · d

B

10.9

1) Passschraube mit d s = d + 1 mm.

 

Abb. 2.4:

Verbindung mit

einer Senk-

schraube

Tabelle 2.2: Schrauben für vorspannbare Schraubenverbindungen

2.2: Schrauben für vorspannbare Schraubenverbindungen haben eine größere Schlüsselweite als nicht vor-

haben eine größere Schlüsselweite als nicht vor- spannbare Schraubengarnituren. Schrauben mit geringerer Festigkeitsklasse (4.6 und 5.6) dürfen grundsätzlich nur handfest angezogen, aber planmäßig nicht vorgespannt werden. Nähere Angaben enthalten die Tabellen 2.2 und 2.6. Die HR-Schraube unterscheidet sich von der HV-Schraube durch ihr längeres Gewinde. Außerdem weisen die Muttern vom Typ HR eine größere Höhe auf. Ansonsten sind die Abmes- sungen nahezu identisch. Begründet werden die Unterschiede damit, dass sich bei einer HV-Garnitur das Verformungsvermögen durch Abstreifen der Mutter einstellen soll. Demgegen- über soll bei einer HR-Garnitur die Schraube ihr Dehnungsvermögen durch plastische Verlänge- rung der Schraube erreichen. Passschrauben nach DIN 7968 (nicht vor- gespannt) und DIN EN 14399-8 (vorspannbar) werden nach DIN EN 1993-1-8 im Wesentlichen wie normale Schrauben bemessen und daher hier nicht gesondert behandelt. Neben den Sechskantschrauben gibt es im Stahlbau unter anderem die Senkschrauben nach DIN 7969 bzw. DIN EN 14399-7 (siehe Abb. 2.4) und HRC-Schrauben nach DIN EN 14399-10. Aufgrund ihrer eher untergeordneten Bedeutung werden sie hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

2.2.4 Muttern und Scheiben

Genauso wie die Schrauben sind auch die Muttern sowie die Scheiben in Produktnormen geregelt. Auch hierbei ist die Unterscheidung zwischen Muttern und Scheiben für vorspann- bare und nicht vorgespannte Schraubengarni- turen zu beachten. In Tabelle 2.3 sind Produkt- normen für Muttern und in Tabelle 2.4 für Schei- ben zusammengestellt. Wie bei den Schrauben sind die Schlüsselweiten der Muttern bei nicht vorgespannten Verbindungen ca. 1,5 bis 1,6 · d. Bei vorspannbaren Schraubengarnituren sind die Muttern wie die Schraubenköpfe eine Schlüssel- weite größer als bei nicht vorspannbaren Garni- turen (siehe Tabelle 2.6). Bei den Scheiben wird zwischen Scheiben mit und ohne Fasen unterschieden. Während es für die Scheiben unter den Muttern und bei nicht vorspannbaren Schraubengarnituren auch unter dem Kopf keine Rolle spielt, ob Scheiben mit oder ohne Fase verwendet werden, dürfen unter den Schraubenköpfen bei vorspannbaren Schrauben nur die mit Fase verwendet werden. Die Fasen sind innen und außen vorhanden und sind beim Einbau dem Schraubenkopf bzw. der Mutter zugewandt. Dadurch wird der Übergang vom Schraubenkopf zum Schaft vor einer Kerbe geschützt. Die außenliegende Fase ermöglicht die Kontrolle des richtigen Einbaus von außen. Auf der anderen Seite liegt die Scheibe vollflächig auf und gewährleistet eine konstante Kraftüber- tragung.

2.3 Schraubenbezeichnung und -kennzeichnung

Alle Schrauben und Muttern für geschraubte Verbindungen müssen ein Herstellerkennzeichen und die Kennzeichnung der Festigkeitsklasse bzw. des Schraubentyps enthalten, so dass die Gefahr einer Verwechselung minimiert wird und eine spätere Kontrolle der Verbindungsmittel möglich ist. In Abb. 2.5 sind beispielhaft die Herstellerangaben auf Scheiben für vorspann- bare Schraubengarnituren, auf Schraubenköpfen und Muttern dargestellt. Die Kennzeichnung der Festigkeitsklasse für Schrauben erfolgt durch zwei Zahlen, z.B. 4.6. Die beiden Zahlen werden durch einen Punkt getrennt; der Punkt wird mitgelesen: „vier Punkt sechs“. Für den Stahlhochbau kommen in Deutsch- land gemäß nationalem Anhang zur DIN EN 1993-1-8 nur Schrauben der Festigkeitsklassen 4.6, 5.6, 8.8 und 10.9 in Frage. Für die Muttern

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau   Produkt- Muttern- Produkt- Festig- norm   höhe klasse
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau   Produkt- Muttern- Produkt- Festig- norm   höhe klasse
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau   Produkt- Muttern- Produkt- Festig- norm   höhe klasse
 

Produkt-

Muttern-

Produkt-

Festig-

norm

 

höhe

klasse

keits-

 

klasse

Nicht vorspannbarVorspannbar

DIN EN ISO

 

M16: A

(6), 8,

4032

 

Mittel

> M16: B

10

DIN EN ISO

m

0,9 · d

   

4034

 

C

4, 5

DIN EN ISO

 

Groß

M16: A

 

4033

m d

> M16: B

(9), 12

 

DIN EN

14399-3

 

Mittel

B

8, 10

(„HR“)

m

0,9 · d

DIN EN

14399-4

 

Kurz

B

10

 

(„HV“)

m

0,8 · d

( ) – keine Vorzugsvariante

 

Tabelle 2.3: Muttern für nicht vorspannbare und vorspannbare geschraubte Verbindungen

 

Produkt-

Geo-

Pro-

Min.

Fasen

norm

metrie

dukt-

Härte

klasse

 

DIN 7989-1

 

C

100

HV

Ohne

Nicht vorspannbarVorspannbar

DIN 7989-2

Typ 1

A

 

DIN EN ISO

   

200

Ohne

7089

A

oder

DIN EN ISO

300

 

7090

Typ 2

HV

Außen

DIN EN ISO

     

7091

C

100

HV

Ohne

 

DIN EN

       

14399-5

Ohne

 

Typ 3

A

300

HV

 
   

DIN EN

     

Innen und

14399-6

außen

Typ 1: Dicke: h = 8 mm (dick) Außen-: d a e + (3 bis 5 mm) Typ 2: Dicke: h 2,5 bis 5 mm (dünn) Außen-: d a e + (3 bis 5 mm) Typ 3: Dicke: h 3 bis 6 mm (mittel) Außen-: d a e

 

Tabelle 2.4: Scheiben für nicht vorspannbare und vorspannbare Verbindungen

und Scheiben gelten die entsprechenden Festig- keits- und Härteklassen (siehe Tabelle 2.5). Die Bedeutung der Festigkeitsklassen für die Trag- fähigkeit und die zugehörigen Werte werden in den Kapiteln 4 und 5 behandelt. Darüber hin- aus muss bei Schrauben, Muttern und Scheiben durch eine CE-Kennzeichnung auf dem Etikett der Verpackung bestätigt werden, dass sie den Anforderungen der Produktnorm entsprechen. Durch eine werkseigene Produktionskontrolle des Herstellers sind die geforderten Grenzbedin- gungen im Zugversuch an einer kompletten Garnitur nach DIN EN 15048-2 oder im Anzieh- versuch nach DIN EN 14399-2 nachzuweisen.

oder im Anzieh- versuch nach DIN EN 14399-2 nachzuweisen. Abb. 2.5: Kennzeichnung von Schrauben Zusätzlich zur

Abb. 2.5: Kennzeichnung von Schrauben

Zusätzlich zur Festigkeitsklasse ist die Ver- wendungsart der Schraubengarnitur durch ein Kurzzeichen anzugeben. Schrauben für nicht vorspannbare Verbindungen werden mit „SB“ (Structural Bolting) gekennzeichnet. Bei vor- spannbaren Verbindungen tragen Schrau- ben, Muttern und Scheiben die Bezeichnung „H“. Dazu kommt die Angabe des Systems, so dass die vollständige Bezeichnung „HV“ oder „HR“ zu finden ist. Die Kennzeichnung bei Scheiben befindet sich auf der der Fase gegen- überliegenden Seite, damit keine Beeinträchti- gung des Vorspannvorgangs entsteht. Scheiben in nicht vorspannbaren Verbindungen brauchen nicht gekennzeichnet zu werden. Die folgende Angabe zeigt beispielhaft die vollständige Bezeichnung einer Schraubengar- nitur, bestehend aus Schraube und Mutter:

Garnitur Schraube/Mutter DIN EN 14399-4 – M16 x 80 – 10.9/10 – HV – tZn

Es handelt sich um eine vorspannbare Schraubengarnitur mit d = 16 mm in der Festig- keitsklasse 10.9 vom Typ HV. Die zusätzliche Bezeichnung tZn weist auf eine Feuerverzinkung der Garnitur hin, siehe Abschnitt 3.2.

Merkblatt 322

Merkblatt 322 Kategorie gemäß DIN EN 1993-1-8 1) Schrauben – FK gemäß DIN EN ISO 898-1
Merkblatt 322 Kategorie gemäß DIN EN 1993-1-8 1) Schrauben – FK gemäß DIN EN ISO 898-1
Merkblatt 322 Kategorie gemäß DIN EN 1993-1-8 1) Schrauben – FK gemäß DIN EN ISO 898-1
Kategorie gemäß DIN EN 1993-1-8 1) Schrauben – FK gemäß DIN EN ISO 898-1 Muttern
Kategorie
gemäß
DIN EN 1993-1-8
1)
Schrauben –
FK gemäß
DIN EN ISO 898-1
Muttern –
FK gemäß
DIN EN ISO 898-2
Flache Scheiben –
HK gemäß
Produktnorm [HV]
A, D
4.6
> M16: 4
≤ M16 : 5
3)
3)
100
A, D
5.6
5 3)
100
A, D
200
8.8
8
300
A–E
2)
300
4)
A–E
2)
10.9
10
300
4)
1)
2)
3)
4)
Grundsätzlich ist vorwiegend ruhende Zugbeanspruchung zulässig.
Zusätzlich auch für nicht vorwiegend ruhende Zugbeanspruchung zulässig.
Auch Muttern der Festigkeitsklasse 8 sind zulässig.
Zusätzlich gekennzeichnet mit dem Herstellerkennzeichen an der Fase
gegenüberliegenden Seite.

Tabelle 2.5: Schraubengarnituren nach DIN EN 15048 und DIN EN 14399 in Abhängigkeit von der Kategorie

2.4 Zusammenstellung der Schraubengarnituren

Entsprechend den Regelungen in den Pro- duktnormen wurden in Abschnitt 2.2 Schrauben, Muttern und Scheiben vorgestellt. Dabei fällt auf, dass es unterschiedliche Bezeichnungen bei den Festigkeitsklassen gibt. Für Scheiben wird statt einer Festigkeitsklasse (FK) eine Härte- klasse (HK) angegeben. Die Festigkeiten und Härten beziehen sich auf DIN ISO 898-1 für Schrauben, auf DIN ISO 898-2 für Muttern so- wie auf die Produktnormen der Scheiben. In Tabelle 2.5 sind die Festigkeitsklassen so zusammengestellt, dass die Schraubengarnitu- ren den Forderungen nach DIN EN 1993-1-8 entsprechen, siehe auch DIN EN 15048-1 und DIN EN 14399. Bei der Konstruktion von vorwiegend nicht ruhenden Konstruktionen sind in der Regel vorgespannte Schraubenverbindungen oder bei reiner Scherbeanspruchung auch Passschrau- ben zu verwenden. Die wesentlichen Vorteile der Vorspannung liegen in der Sicherung gegen Lockern und in der Reduzierung des Spannungs- spiels in der geschraubten Verbindung, so dass sie bezüglich der Ermüdung Vorteile aufweisen.

2.5 Abmessungen und Maße

In diesem Abschnitt sind Abmessungen von Schrauben, Muttern und Scheiben sowie die Klemmlängen für die in der Regel verwendeten Stahlbauschrauben zusammengestellt. Schrauben, die größer als M36 sind, werden in der DASt-Richtlinie 021 „Schraubenverbin- dungen aus feuerverzinkten Garnituren M39 bis M64 entsprechend DIN 6914, DIN 6915, DIN

6916“ geregelt. Die Richtlinie ist in der Bau- regelliste A enthalten und ist bauaufsichtlich eingeführt. Der Übereinstimmungsnachweis

wird anhand des Ü-Zeichens bestätigt. Da sie sich auf die deutschen Produktnormen bezieht, ist zu überprüfen, ob sie auch in Verbindung mit den europäischen Bemessungsnormen an- gewendet werden darf. Bei Passschrauben ist zu beachten, dass der Nenndurchmesser gleich dem Gewindedurch- messer ist. Der Schaftdurchmesser ist einen Milli- meter größer als der Nenndurchmesser (siehe Tabelle 2.6). Da in Deutschland zu einem sehr großen Anteil die hochfesten vorspannbaren Schrau- ben vom Typ HV verwendet werden, sind in Tabelle 2.7 die Klemmlängen für vorspannbare Schraubengarnituren nach DIN EN 14399-4 bzw. 14399-8 zusammengestellt. Für ein einwandfreies Funktionieren der vorspannbaren geschraubten Verbindungen müs- sen die Klemmlängen t folgende Bedingung erfüllen:

(l g max + 2 · P) < t < (l min – P – m max )

Darin ist P die Steigungshöhe und m max die maximale Mutternhöhe nach Tabelle 2.6. Die in Tabelle 2.7 aufgeführten Klemmlängen t min und t max liegen in diesem Bereich. Die Werte für t max werden unter der Be- dingung festgelegt, dass im nicht vorgespannten Zustand das Schraubengewinde mindestens eine Steigungshöhe hinausragt. In Tabelle 2.8 sind darüber hinaus die mög- lichen Paketdicken t s unter Berücksichtigung von Scheiben unter Schraubenkopf und Mutter zusammengestellt.

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau Bezeichnungen M12 M16 M20 M24 M27 M30 M36
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau Bezeichnungen M12 M16 M20 M24 M27 M30 M36
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau Bezeichnungen M12 M16 M20 M24 M27 M30 M36

Bezeichnungen

M12

M16

M20

M24

M27

M30

M36

Gewinde(nenn)durchmesser in mm

 

d

12

16

20

24

27

30

36

Schaftdurchmesser der Schrauben in mm

 

d

12

16

20

24

27

30

36

Lochdurchmesser bei normalen runden Löchern

 

d 0

13

18

22

26

30

33

39

Schaftdurchmesser von Passschrauben in mm

 

d

13

17

21

25

28

31

37

Schaftquerschnitt der Schrauben in mm 2

 

A

113

201

314

452

573

707

1018

Schaftquerschnitt von Passschrauben in mm 2

 

A

133

227

346

491

616

755

1075

Spannungsquerschnitt für normale Schrauben und Passschrauben in mm 2

 

A

s

84,3

157

245

353

459

561

817

Steigungshöhe in mm

 

P

1,75

2

2,5

3

3

3,5

4

Schrauben für nicht vorspannbare Garnituren nach DIN EN ISO 4014, DIN EN ISO 4016, DIN EN ISO 4017, DIN EN ISO 4018 sowie DIN

           

7990

Schlüsselweite in mm

 

s

18

24

30

36

41

46

55

Maß über Eck in mm

e

19,85

26,17

32,95

39,55

45,2

50,85

60,79

Kopfhöhe in mm

k

7,5

10

12,5

15

17

18,7

22,5

Gewindelänge in mm nach DIN 7990

 

b

17,75

21

23,5

26

29

30,5

Gewindelänge in mm nach DIN EN ISO 4014 und DIN EN ISO 4016

Länge 125 mm

b

30

38

46

54

60

66

125 mm < Länge 200

b

36

44

52

60

66

72

84

Länge > 200 mm

b

49

57

65

73

79

85

97

Gewindelänge in mm nach DIN EN ISO 4017 und DIN EN ISO 4018

 

b

     

Gewinde geht bis zum Kopf

     
 

Muttern für nicht vorspannbare Garnituren nach DIN EN ISO 4032, DIN EN ISO 4033, DIN EN ISO 4034

             

Schlüsselweite in mm

 

s

18

24

30

36

41

46

55

Mutterhöhe m in mm

 

min./max.

10,37/10,8

14,1/14,8

16,9/18

20,2/21,5

22,5/23,8

24,3/25,6

29,4/31,0

außer nach DIN EN

ISO 4033

Mutterhöhe m in mm nach DIN EN ISO 4033

min./max.

11,57/12,0

15,7/16,4

19,0/20,3

22,6/23,9

27,3/28,6

33,1/34,7

Scheiben für nicht vorspannbare Garnituren nach DIN EN ISO

   

7089, DIN EN ISO 7090 und DIN EN ISO

   

7091 sowie nach DIN 7989

 

Lochdurchmesser der Scheibe in mm, außer nach DIN EN ISO 7091

 

d

1

13

17

21

25

28

31

37

Lochdurchmesser der Scheibe in mm nach DIN EN ISO 7091

 

d

1

13,5

17,5

22

26

30

33

39

Scheibendurchmesser in mm

 

d 2

24

30

37

44

50

56

66

Scheibendicke nach DIN EN ISO 7089, DIN EN ISO 7090 und DIN EN ISO 7091 in mm

 

h

2,5

3

3

4

4

4

5

Scheibendicke nach DIN 7989-1 und DIN 7989-2 in mm

h

     

8

     
 

Schrauben für vorspannbare Garnituren nach DIN EN 14399-4 bzw. -8 (Typ HV) und DIN EN

       

14399-3 (Typ HR)

   

Schlüsselweite in mm

 

s

22

27

32

41

46

50

60

Maß über Eck in mm

e

23,91

29,56

35,03

45,2

50,85

55,37

66,44

Kopfhöhe in mm nach DIN EN 14399-4 (Typ HV)

 

k

8

10

13

15

17

19

23

Gewindelänge in mm nach DIN EN 14399-4 (Typ HV)

b

23

28

33

39

41

44

52

Kopfhöhe in mm nach DIN EN 14399-3 (Typ HR)

 

k

7,5

10

12,5

15

17

18,7

22,5

 

Länge 125 mm

b

30

38

46

54

60

66

78

Gewindelänge in mm nach DIN EN 14399-3 (Typ HR)

125 mm < Länge 200

b

44

52

60

66

72

84

Länge > 200 mm

b

65

73

79

85

97

 

Muttern für vorspannbare Garnituren nach DIN EN 14399-4

   

(Typ HV) und

DIN EN 14399-3 (Typ HR)

     

Schlüsselweite in mm

 

s

22

27

32

41

46

50

60

Mutterhöhe m in mm nach DIN EN 14399-4 (Typ HV)

 

min./max.

             

= nom.

9,64/10

12,3/13

14,9/16

18,7/20

20,7/22

22,7/24

27,7/29

Mutterhöhe m in mm nach DIN EN 14399-3 (Typ HR)

 

min./max.

10,37/10,8

14,1/14,8

16,9/18

20,2/21,5

22,5/23,8

24,3/25,6

29,4/31

 

Scheiben für vorspannbare Garnituren nach DIN EN 14399-5 (ohne Fasen) und DIN EN 14399-6 (mit Fasen)

             

Lochdurchmesser der Scheibe in mm

 

d 1

13

17

21

25

28

31

37

Scheibendurchmesser in mm

 

d 2

24

30

37

44

50

56

66

Dicke der Scheibe in mm

 

h

3

4

4

4

5

5

6

Tabelle 2.6: Abmessungen von Schrauben, Muttern und Scheiben gemäß den Produktnormen

Merkblatt 322

Merkblatt 322 Schraube M12 M16 M20 M24 M27 M30 M36 Länge   Klemmlängen Σ t m
Merkblatt 322 Schraube M12 M16 M20 M24 M27 M30 M36 Länge   Klemmlängen Σ t m
Merkblatt 322 Schraube M12 M16 M20 M24 M27 M30 M36 Länge   Klemmlängen Σ t m

Schraube

M12

M16

M20

M24

M27

M30

M36

Länge

 

Klemmlängen Σ t min und Σ t max

 

30

35

16–21 1)

       

––––––

 

40

21–26 1)

17–22 1)

     

–––––

 

45

26–31 1)

22–27 1)

18–23 1)

   

––––

 

50

31–36

27–32 1)

23–28 1)

   

––––

 

55

36–41

32–37 1)

28–33 1)

   

––––

 

60

41–46

37–42 1)

33–38 1)

29–34 1)

 

–––

 

65

46–51

42–47

38–43 1)

34–39 1)

 

–––

 

70

51–56

47–52

43–48 1)

39–44 1)

36–41 1)

75

56–61

52–57

48–53

44–49 1)

41–46 1)

39–44 1)

80

61–66

57–62

53–58

49–54 1)

46–51 1)

44–49 1)

85

66–71

62–67

58–63

54–59 1)

51–56 1)

49–54 1)

43–48 1)

90

71–76

67–72

63–68

59–64

56–61 1)

54–59 1)

48–53 1)

95

76–81

72–77

68–73

64–69

61–66

59–64 1)

53–58 1)

100

77–82

73–78

69–74

66–71

64–69 1)

58–63 1)

105

82–87

78–83

74–79

71–76

69–74

63–68 1)

110

87–92

83–88

79–84

76–81

74–79

68–73 1)

115

92–97

88–93

84–89

81–86

79–84

73–78 1)

120

97–102

93–98

89–94

86–91

84–89

78–83 1)

125

102–107

98–103

94–99

91–96

89–94

83–88

130

107–112 1)

103–108

99–104

96–101

94–99

88–93

135

108–113

104–109

101–106

99–104

93–98

140

113–118

109–114

106–111

104–109

98–103

145

118–123

114–119

111–116

109–114

103–108

150

123–128

119–124

116–121

114–119

108–113

155

128–133

124–129

121–126

119–124

113–118

160

129–134

126–131

124–129

118–123

165

134–139

131–136

129–134

123–128

170

139–144

136–141

134–139

128–133

175

144–149

141–146

139–144

133–138

180

149–154

146–151

144–149

138–143

185

154–159

151–156

149–154

143–148

190

159–164 1)

156–161

154–159

148–153

195

164–169 1)

161–166

159–164

153–158

200

166–171

164–169

158–163

1) Nur nach DIN EN 14399-4.

 

Tabelle 2.7: Klemmlängen t nach DIN EN 14399-4 und DIN EN 14399-8 für vorspannbare Schrauben

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Geschraubte Verbindungen im Stahlbau Schraube M12 M16 M20 M24 M27 M30 M36 Länge  
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau Schraube M12 M16 M20 M24 M27 M30 M36 Länge  
Geschraubte Verbindungen im Stahlbau Schraube M12 M16 M20 M24 M27 M30 M36 Länge  

Schraube

M12

M16

M20

M24

M27

M30

M36

Länge

 

Minimale und maximale Paketdicken t s

 

30

35

10–15 1)

 

––––––

       

40

15–20 1)

9–14 1)

 

–––––

     

45

20–25 1)

14–19 1)

10–15 1)

   

––––

 

50

25–30

19–24 1)

15–20 1)

   

––––

 

55

30–35

24–29 1)

20–25 1)

   

––––

 

60

35–40

29–34 1)

25–30 1)

21–26 1)

 

–––

 

65

40–45

34–39

30–35 1)

26–31 1)

 

–––

 

70

45–50

39–44

35–40 1)

31–36 1)

26–31 1)

75

50–55

44–49

40–45

36–41 1)

31–36 1)

29–34 1)

80

55–60

49–54

45–50

41–46 1)

36–41 1)

34–39 1)

85

60–65

54–59

50–55

46–51 1)

41–46 1)

39–44 1)

31–36 1)

90

65–70

59–64

55–60

51–56

46–51 1)

44–49 1)

36–41 1)