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%%

HAMBURGISCHE UNIVERSITÄT

Abhandlungen

aus dem

Gebiet der Auslandskunde

(Fortsetzung der Abhandlungen des Hamburgischen Kolonialinstitutsj

Band 6.

Reihe B. Völkerkunde, Kulturgeschichte und Sprachen.

Band 4.

Diedrich Westermann

Die Gola-Sprache in Liberia

HAMBURG

L. FRIEDERICHSEN & CO.

19'J1.

Die Gola-Sprache in Liberia

Grammatik, Texte und Wörterbuch

von

Diedrich Westermann

Alle Rechte vorbehalten

HAMBURG

/'

1

L. FRIEDEKICHSEN CO.

1921.

Die „Abhandlungen aus dem Gebiet der Auslandskunde" (Fortsetzung der Abliandlnnffeu des Hamburgischen Kolonialinstitnts) erscheinen in folgenden Reihen:

A. Rechts- und Staatswissenschaften (auch politische Geschichte umfassend), B. Völkerkunde, Kulturgeschichte und Sprachen, C. Naturwissenschaften, D. Medizin und Veterinärmedizin.

Sämtliche Zuschriften und Sendungen, die den Druck und die Herausgabe der Abhandlungen

betreffen, insbesondere sämtliche druckreifen Manuskripte bittet man zu adressieren:

An die Schriftleitung der Abhandlungen aus dem Gebiet der Auslandskunde

?

Hamburg 36

Universität

Druck von J. J. Augnstin in Glückstadt und Hamburg.

Einleitung

<xraiumatil(

Texte

Wörterbueli

Inhalt.

.Seite

1

.

2

/

3 76

77—126

GolaDeutsch

127 1 62

DeutschGola

163178

Die Laute.

1—22

Die Vokale.

1 12

Aussprache der Vokale. 2

Veränderungeu der Vokale. 312

Vokalangleichung. 48

5—23

5—12

5.6

6 12

6

Vokalverschmelzung. 9

8.

9

VokalausfaU. 10

9. 10

Vokalumstellung. 11

10.

11

Andere Vokaländerungen. 12

11.12

Die Konsonanten. 1322

12 19

Aussprache der Konsonanten. 14

13

Doppelkonsonanten. 15.

.13

Veränderungen der Konsonanten. 1622

13 19

Tonhöhe. 2330

Der Starkton. 31

Wortform, 32—35

Verdoj)pelungen. 33

Zusammensetzungen. 33 PVemdwörter. 35

1922

23

2325

24. 25

25

25

Das Hauptwort. 36—60

2637

Klasseneinteilung. 3650

2632

Präfix 0.

39

27.28

e.

40

28

a.

41

28.29

Suffix o.

42

29

e.

43

29

0.

44

29

Affix ma. 45

30

VI

Inlialt.

Präfix ke. 47 Präfix ho. 48

Suffix le.

49

Zusammenstellung. 50

G-eschlecht. 51- Deminutive. 52

Kasus. 53—60

Nominativ. 53

Akku.«ativ. 54

Genetiv. 5557

Dativ, Vokativ. 58

-

Raumbezeichnungen. 59

Andere Kasusverhältnisse. tiO

Das Eigenschaftswort. 61—64

Atü-ibutiv. 61

Prädikativ. 62 Substantivisch. 63

Vergleichung. 64.

Das Zahlwort. 65—67

Ordnungszahlen. 66

Namen der Monate. 67

Das Fürwort. 68—88 Persönlicli. Unverbunden. 68.

Verbunden. 69

Seite

31

31. 32

32

3"2

32. 33

33—37

33

33

3335

35

36. 37

37

37—39

37. 38

38

38. 39

39

39. 40

39. 40

40

40—51

40

41

Mit anderen Wörtern verbunden. 70

Objektiv.

71. 72

42

42. 43

Das persönl. Fürwort verbunden mit ya, und' und mit yä, sagen'. 73. 44. 45

Besitzanzeigend. 7479

Das Fürwort der Nichtpersonenklassen. 8083 Hinweisend. 84.85

Fragend. 86

Reflexiv. 87

Reziprok. 88

Das Zeitwort. 89—130

Erste oder i-Gruppe. 90—93

Zweite oder h- Gruppe. 94. 95

Die Konjugation des Zeitwortes. 96130

Aorist. 97—99

Perfekt.

100

4547

48. 49

49.50

50.51

51

51

51—75

52—54

5456

56 71

56—58

58

Konjunktiv. 101

Imperfekt. 102—104

Zukunft.

105. 106

Progressiv. 107—109

Ingressiv.

Habitualis. 112

Befehlsform. 113

110. 111

59

59. 60

60. 61

61. 62

62. 63

63

63

Inhalt.

Bodoiitung der /«-Form. 114

Infinitiv oder Vorbalnomen. 115 117

Nomen agen.s.

Hilfszeitwörter.

118

1 19123

Die Verneinung des Zeitworte.s.

124 129

Mittels Tonveränderung allein. 124

go und Tonänderung. 125

fe.

126

Zusammenstellung der Verneinungsformen. 127

Der verneinte Befehl. 128

Verneinte Hilfszeitwörter. 129

Alphabetische Üb ersieht der Zeitwörter. 130

Über Sätze. 131—141

Hauptsätze. 131137

Nebensätze. 138—141

Relativsätze.

Zeitliche. 140

Bedingungsätze. 141

139

<j(rußforiueu. 142

64

\ll

.Seite

64. 65

65

{^Q

6(.> 69

67

67. 68

68. 69

69

69

69

69 71

7275

72

7375

73.

74

75

75. 76

74

Einleitung".

Die (iola woliai'ii um dpn siebenten (jracl uördlielier IJreite zu beiden SeiteU

des Paulsfiusses, und zwar in der Hauptsache auf dem rechten Flußufer und

südlich des genannten Breitengrades. Sie teilen sich nach meinen Gewälu'.smänneru

in folgende Unterstämme:

1. Die Den

Grola

(/Mi ^ Paulsfluß),

.Ri^'f'i" Gola';

sie haben ihre Dörfer auf beiden Flußufern, vorwiegend aber auf dem linken.

2. Die Toldü (auch Tödi) Gola sitzen ebenfalls auf dem linken Ufer südöstlich

von den r)en Gola, sie sollen bis nahe an die Küste reichen.

Die Liberianer

nennen sie ,wilcl Golas' wegen ilu'es unzugänglichen Charakters und ihrer Ab-

geschlossenheit gegen alles Fremde. Toi dil heißt ,am Fuße des Berges'. Diese

beiden Stämme leben vielfach mit Bassa gemischt. 3. Die Tege Gola wohnen,

vielleicht mit wenigen Ausnahmen, avif dem rechten Flußufer. Sie reichen ziem-

lich weit nach Süden, denn ihre ersten Dörfer liegen nur einige Stunden nord- westlich von Arthingtoii entfernt, sie grenzen westlich an die De und östlich an die Kpi^lle. 4. Die Seiie Gola schließen sich nördlich an die Tege. ;">. Die

Managgbla auf dem rechten Ufer. 6. Die Kgngba Gola ebendort, westhch von

Boporu.

7. Die Pio Gola auf dem rechten Ufer.

Mit den Mänagöbla sind offenbar identisch

die von J. M. C es ton im

Anthropos VI, 1911, S. 729 ft'. genannten Gobla Gola, die nach ihm bis an die Loffa reichen. Nach Büttikofer II S. 186 seines nachgenannten Werkes er-

hinter dem Gebiet

der Vey durch bis an den Mahfa ('= Moffa) River."

Über die Zahl der Gola ist Genaues nicht bekannt. H. Johnston schätzt

sie auf 150000. Sowohl in ihrer äußeren Erscheinung wie sprachlich unterscheiden sich die

Gola deutlich von ihren Nachbarn, Angehörigen der Kru- und Maudingostämme.

Sie sind durchweg von schlanker Gestalt und hellerer Hautfarbe. In Kidtur-

bositz und Beschäftigung haben sie sich freilich der wald- und wasserreichen

Umwelt und damit den umgebenden Stämmen angeghchen: sie sind Ackerbauer

und treiben fleißig Fischfang und Jagd; gleichwohl .•<teht aber bei ihnen die

streckt sich

das Gebiet der Gola

vom St. Paul westwärts

Arbeit auf d(^m Felde in geringem Ansehen, und man

läßt sie soweit irgend

angängig durch Sklaven und Weiber verrichten; besonders die Kpelle, ein

fleißiges Bauernvolk, leben in erheblicher Anzahl als Sklaven unter den Gola,

ja diese betrachten eigentlich jeden Kpelle als ihren geborc^nen Knecht und

fühlen sich selber durchaus als Menschen höherer Rasse.

Die Sprache der Gola ist häufig als isohert bezeichnet wordcu. und sie ist von ihren unmittelbaren Nachbarn, den Kru- und Mandingospracluii, tat-

V

Einleitung.

sächlich gründlich unterscliieden. Ihre auffallenden Eigentümlichkeiten bestehen

a) in dem abweichenden Wortschatz, b) in der Klasseneinteilung der Substantive

mittels Prä- und Suffixen, c) in dem Vokalwechsel bei der Formenbildung des

Zeitwortes.

Die Eigenart unter b) weist die Sprache ohne weiteres den Semi-

bantu- oder sudanischen Klassensprachen zu und zeugt zugleich für hamitischen

Einfluß. Dieser tritt noch deutlicher zutage in dem Vokalwechsel des Zeit- wortes. In meiner gleichzeitig erscheinenden Arbeit: Die Kpelle, ein Neger-

stamm in Liberia, Göttingen 1920, S. 18 weise ich darauf hin, daß die Klassen-

affixe des Gola fast vollständig identisch sind mit denen der Mittel- und Nord-

togosprachen, daß ein Teü des Wortschatzes mit dem des (ebenfalls Semibantui

Temne, ein anderer, selir erheblicher Teil aber mit dem Ewe gleichartig ist, wie

überhaupt ein erhebhcher Teil der Wörter aus nur einem Konsonanten und einem

Vokal besteht, also die einfachste Sudanform erhalten hat.

Ich halte das Gola

für eine Sudansprache, die altes sudanisches Wortgut überliefert, daneben aber

besonders in ihrer Grammatik starken hamitischen Einwirktmgen ausgesetzt ge-

wesen ii5t.

Über Mundarten des Gola habe ich Bestimmtes nicht erfahren. Meine

Gewährsmänner, meist junge Männer aus den amerikanischen Missionsschulen

in Mühlenberg und Densu am Paulsflusse, gehörten versclüedenen Stämmen an.

ich habe aber an ilmen keine mundartlichen Unterschiede beobachtet. Auf-

geschrieben habe ich nur die Namen der drei Berichterstatter in Mühlenberg,

die sämtlich Pio Gola waren: Joseph French, eigentlich Täwe, aus Dzaköna,

zwei Tagereisen von Mühlenberg entfernt; Oscar Norman, eigentlich Siye. aus

Biegble, imd Dgdi.

Die Gola nennen sich Gola. Oc/ola fela ist der Golamaun, oi/ola diön Gola-

frau, eflola mie die Golaspraehe, /ö gola das Golaland (wegen der verschiedenen

SteUung des Genetiv in diesen Zusammensetzungen s. Grammatik 5557).

Bisher sind über die Sprache nur kurze Wörterlisten veröffentlicht worden,

tmter denen zu nennen sind:

1) Die in Koelles Polyglotta Africana, unter

,Giira'. -2) J. Büttikofor, Reisebilder aus Liberia, Leiden 1890, Bd. II, S. 236

(Zahlwörter).

3) H. Hart er t. Die Veys, im Globus Bd. 53, S. 256.

4) Sir

H. Johns ton, Migcod, The

Liberia: London 1906, am Ende des 2. Bandes.

5) F. W. H.

Languages of West Africa, Vol, I, London 1911 (imter Gora

Zaliiwörterj. 6. P. du Chaillu, Transactions of the Ethnological Society, London.

Vol. I (1861) S. 309— 315 (Zalilwörter).

Das Material zu der vorliegenden Arbeit habe ich während eines Studien- aufenthaltes im Gola- imd Kpellelande in der zweiten Hälfte des Jahres 1914

und Januar 1915 gesammelt.

y

Erster Teil

Grammatik

Abkürzungen.

b Fw = besitzaozeigeudf's Fürwort

E-\v ==. Eigenschaftswort

Ez

=; Einzahl

Fw

= Füi-wort

h Fw = liinweisendes Fürwort

Hw = Hauptwort

if

^= Imperfekt

Mz

= Mehrzahl

Me

= Mende

Oj

= Objekt

pf

= Perfekt

Sj

= Subjekt

Zw

= Zeitwort

P und 8 bei einem Personennamen bedienten, daß die Namen in der Poro-

imd Sandeschnle beigelegt werden.

Die Zeitwörter sind in der Perfektforui aufgeführt.

Die Laute.

Die Vokale.

i

'.'

''

e

a

Q

Q

n

^

^

11

i.

Wegen des gehauchten Vokaleinsatzes = h s. 14.

AUe Vokale können lang oder kurz, nasal und nichtnasal sein. Ohne Be-

zeichnung sind sie kurz: die Länge wird durch einen .Strich ausgedrückt: ä, e.

Das Zeichen für Nasalieruug ist": n. <'.

Auch die nasalierten Vokale können

lang oder kurz sein, also neben ä, e auch a, ?.

Die Vrokallängen sind nicht immer feststehende Größen; bei schnellem

Sprechen wird ein sonst langer Vokal häutig gekürzt; und liegt auf einem Worte

mit gewöhnlich kurzem Vokale ein Nachdi-uck, so spricht man ihn lang; be-

sonders oft tritt dies letztere ein bei den Wörtchen nd fürs Imperfekt und na für di(^ Zukunft; aber auch in anderen Fällen sind solche Weclisei nicht selten. In der Schreibung gelangen diese Unterschiede zum Ausdruck: die Recht-

schreibung ist also in dieser Beziehung nicht einheitlich, sondern sucht in jedem

Falle die tatsäcldiche Aussprache wiederzugeben.

Außerordentlich kurze Vokale werden mit " bezeichnet: /', u, e, 0.

Die Vokale g, g und w entstehen durch unmittelbare Wirkung eines Nach-

in wenigen Beispielen vor; s. 5, 6.

barlautes aus e,

und u; sie kommen nur

Die Nasalierung eines Vokales ist häufig Wirkung eines vorangehenden

nasalen Konsonanten : w«, nä. Folgen zwei Vokale unmittelbar aufeinander, von

denen der erste nasaliert ist, so greift die Nasalierung stets auf den zweiten

Vokal über; in diesem Falle erhält aber nur der ersti» Vokal das Nasalzeichen, also meo ,mein' ist zu sprechen meö.

Aussprache der Vokale.

a wie in hatte

etwas kürzer als in Tod

o wie in Motte

o enger als u, fast wie u

II

i

,1

.,

.,

,,

.,

,

.,

Mut

e wie ä in hätte

lebt (enge Aussprache) e enger als e, fast wi(> i

gib

tot'

(

.,

) Q wie in Götter

u etwas kürzer als in hüt'.

2.

()

Erster Teil : Gnimmatik.

Wenn der Vokal a vor n oder p steht, so wird

er mit gerinajerer Mund-

öfttiung und einer kleinen Hebung der Hinterzunge gesprochen, ohne aber dem o

ganz nahe zu kommen. Das kurze e lautet am Schlüsse mehrsilbiger Wörter

manchmal dumpf, fast wie das deutsche e in .hatte'. Die Laute p und u. e

und i sind anfangs schwer auseinanderzuhalten, aber bei genauem Hinhören wird

der Unterschied deutlich; p und e sind nicht etwa gleich » und /, sind vielmehr

eng und gespannt gesprochene Vokale.

Als Diphthonge kommen vor ai, ae, au,.ag; ai und au unterscheiden

sich von den deutschen Diphthongen dmx'h ein etwas deutlicheres Hervorheben

Bei allen vier Diphthongen aber ist nur je der erste Laut wirk-

lich vokahsch, der zweite dagegen halbvokalisch. Bei anderen Doppelvokalen,

wie z. B. ae, ao, haben beide Laute voUen vokalisehou Wert, es sind also keine

Diphthonge.

des i und u.

3.

Yeräuderuiigen der Vokale.

Die wichtigsten Vokaländerungen finden statt bei der Verbindung des per-

sönhchen Fürwortes mit Hauptwort imd Zeitwort. In der Darstellung des per- sönlichen Fw sind alle vorkommenden Formen behandelt, während hier, um

Wiederholungen zu meiden, nur die charakteristischen Änderungen besprochen werden. Starke Vokalwandlungen treten ferner ein bei der Formenbildung des

Zw ; sie werden insoweit berücksichtigt, als ihre Entstehung aufzeigbar ist.

4.

5.

A. Vokalangle ichuug.

Ein Vokal nähert .sich durch Einwirkung eines Nachbarlautes diesem an.

In der Regel steht der beeinflussende Laut unmittelbar neben dem beinttußten;

es können aber auch beide durch einen oder mehrere Laute getrennt sein.

1. Ein vorangehender Laut beeinflußt den folgenden Vokal: fortschreitend!^

Angleichung.

« > c. infolge *', e oder e.

SM schön neben de. besonders in der Verdoppelung des'ie: kia hier neben Me; gbla werfen neben gbie; yinga hart neben ijingt-

a > o infolge « oder w.

tüa schicken neben tüo; imna kochen neben nuno; nwana kratzen neben mcona; kwala fällen neben kwola; okwä Hand neben okpono < "okwmo.

fc', « > o infolge w, v oder /' (Lippenkonsonant und Lippenvokal 1.

kweya rösten neben kwoya und koya;

Mann neben fola ; fe nicht neben fo.

nwene Geld neben >wve\

'

e > e infolge p oder a.

töem zeige mir -<; to ein <: td ine; ^äein rette mich < ^ä ein

maga einm.a meine Pfeile <; maga em ma.

'-:: yfi

e > jt infolge w.

weya austi-eten neben icityu.

fela

'"P >

u > u infolge dz (palataler Konsonant und palataler Vokal 1.

dina .stampfen neben dzua\ kediui Ellenbogen neben kedzui: edzue

In den beiden letzten Beispielen kommt auch

Hunger neben edzue.

der Einfluß des / und e als rück-wirkende Angleichung in Betracht.

Dil' Laute.

7

2. Der üacht'olsi'iidc Laut boeinflußt den voraiiox-hendpii \'iikal: rücksclu-pi- 6.

ti>nde Angieielmno.

a > e infoloe / odor e. yae nebon //«', yel also:

< Kpelle hotld.

diae sitzen neben dzeex vs;l. aucli hotei Faust

a,

('.,

>

infolge ?u bei gleichzeitigem Ausfall des dem Aftix ma angehörenden a.

dzalom fe treibt Blüten < diala mafl; siom dzö stellt Reis hin <c sia

madzö; tulom solo

sondert Speichel ab <: tula masolo; fiom düadüa

bringt Laufen <Z. /m madüadüa; hiom mal erhitzte Wasser < hie ina-

a >

mal; dioni sal machte Scherz -<: die masal.

Vgl. 11.

infolge u resp. o.

okpalu Bruder neben okjiolo; in dem ^^'ort(' liegt zugleicli fortschrei-

tende Angleiehung: « infolge a zu o.

e>e infolge /.

edJd Wunde neben edei.

e > e infolge ni.

kele Vater, kijkjtn neben keimt mein Vater.

<' > e infolge a.

ofela der Mann neben o/ela.

e

>

infolge

v.

kedzeve Süßkartoffel neben kedzove.

o ;> p infolge e.

toel eine Antilope neben tgel.

o > e infolge i/. i/a er ist > we ya. o '> o infolge e.

iiiöe dein > möe.

n oder o '> o infolge a.

ICO

tua schicken neben töa;

tüa lügen

neben töa ; t'~>a worfeln neben /o«.

3. Fortschreitende und rtickschreitende Angleiehung zugleich, ^e/o« dtl spaltet J.

l'almrippen •< sele madü; keloii

tua

reißt Blätter ab < kele matua.

Hier ist

ähnlich wie oben durch Wirkung des rn das vorangehende e verändert, aber

nicht wie dort zu o, sondern zu o in Angleiehung an das e der ersten Silbe. Doppelte Angleiehung kann auch angenommen werden bei fo wa ,war nicht'

< fe wa; ghilm ,wirf mich' < gläa me > gbia em.

Bei Bildung der Imperfekt- und Infinitivform

des

Zw

hat ebeulalls An- 8.

gleichung mitgewirkt:

so ist zu verstehen,

daß Zw mit i oder e

in der

ersten

Silbe

das Imperfekt auf e, die mit n, o oder o in der ersten Silbe aber das

Imperfekt auf o bilden:

tia trinken

if tie;

loeya wachsen if toeye :

aber koina

hören if koiiio: Inda prügeln if hulu.

Zw, die als erstsilbigen Vokal e haben, enden

im ImperfV'kt auf e,

haben

also den if-Vokal vollständig dem der ersten Silbe augeglichen: i<ele spalten if

xele, statt *sele.

k^

Krster Teil : GramiiiatiU.

]ii'stplit das Zw nur aus einem Konsonanten und zwei folgenden Vokalen

lind ist

dem M, o an und es entsteht ö: toa schicken if to < *tüo.

Die Zw mit (' oder e in der ersten Silbe haben, falls

der

iM-ste Vokal u oder o, so gleicht sich das o des Imperfekt meist

aus zwei Silben mit

ie einem Konsonanten und einem Vokale bestehend, im Infinitiv in der ersten

imd zweiten Sübe je ein kurzes i: falls aus einem Konsonanten

mit zwei fol-

genden Vokalen bestehend, ein langes i: deya binden rligie, vila scharren vilie,

und: tia trinken tte.

Die mit u, o oder o

in der

ersten Silbe

iiaben dagegen im Infinitiv u in

der er.sten

und i

in der zweiten Silbe: icowa fliegen ivuivie; mm stelden wuie.

auf

Manche Zw. die als Vokal der ersten Silbe a haben, bilden das Imperfekt

ersteren Form an-

und den Infinitiv auf u, i. verhalten

sieh also

in

der

nähernd und in der zweiten ganz

so wie die mit ti, o, o in der

ersten Silbe

fcma sehen Imperfekt to7w Infinitiv tunie; dies kann darauf hindeuten, daß in

der ersten SUbe ursprünglich ein u vorhanden war,

tana

also * tuana,

mana

wünschen *muana lautete; wo aber dem a der

ersten SUbe ein w vorangeht,

kann auch dies die Ursache der M-Bildung im if und Infinitiv sein,

so in

icäla

schmecken, wawa rösten. Angleichung liegt wahrscheinlich auch vor in den meisten zweisilbigen

Wörtern, die in beiden Silben den gleichen Vokal haben.

Meist lautet die

zweite SUbe mit l an und bei den meisten dieser Wörter kann der 2. Vokal

und kann auch das / unter gleichzeitiger Verlängerung des ersten Vokales,

.s. 9, 18 ausfaUen:

es ist möglich, daß anfänglich

das l ohne

einen nach-

folgenden oder walirscheinlicher mit eigenem Vokal stand und er.st später dieser

sich dem Vokal der ersten SUbe anghch.

kol,o Seite neben kol und kö; okele Vater neben okel ; kele abschneiden neben

kel; ybele sicli nähern neben gbl', keghala Maniok neben kegbä.

B. V o k a 1 V e r s c h m e 1 z u n g.

Q. Zwei Vokale verschmelzen zu einem, der seiner Qualität oder seiner Quantität

nach oder liinsichtHch beider sich unterscheidet von den beiden, aus denen er

entstanden ist.

Der Verschmelzung ist in der Regel, wenn nicht immer, eine

Angleichung vorangegangen, z. B. wurde felao der Mann zunächst zu felaa und

dann felä, kofna Land zunächst kofiio und

dann ko/Tj; manchmal sind diese

ZwischengUeder noch erlialten, so kofüa, kofüo und ko/ö.

lü resp. !((' > e.

Dieser Vorgang findet sich nur bei der Verbindung eines

Dieses lautet ine,

Hw oder Zw mit dem persönlichen Fw der 1. Ez.

wird aber häufig umge.stellt zu em; geht diesem unmittelbar ein Vokal

voran, so wird e meist zu *'.

diwem mein Kind < dzwaim < dzica em < dzwa nie; nein meine

Mutter < nie;

dzivem tötet mich < dziva me; gbiem wii-ft mich

•< gbia nie; yem ist mich, neben yaim <. ya nie; nem war mich, neben

naim -< na me; fem

me;

kivem ich

gehe,

külUt

mich < fa ine;

swhn

brennt mich < i<üa

neben kwaiin < kica me; mein

du mich,

neben

mahn < ma mr ; kein ich mich < ka me.

S. dagegen ö.

ai> > e.

Die Laute.

kuwa en fanget hiwen.

y

KV, ao >• ö oder ö; dies ist eine Verschmelzung, die bei der N'i'rbindung eines

Hw oder Fw mit dem persönlichen Fw der 2. Ez stattfindet.

stehende 0,

ist meist lang.

Das ent-

kesom dein Haus neben kestium

•< kesa om < kesa m(> ; zuöm täuscht

dich,

neben

znaum

<:

zita

gm

<; ziia

mö ;

yöni ist dicli,

neben yaiun

<C i/a mö; nöm, iiotii war dich, neben naum < tia tnö : kwöm du gehst,

ao >

neben hrauni <; kwa )nö.

(1.

okandao der König > okandä.

m > ö.

fiele an

spaltet

ihn

> fieldn

oder selün;

kcle (jn

oder kelon; nene on macht ihn > nenoii.

sehneidi't ihn > kijön

fo > ö. kele ono sein Vater > kelöno; kene ono sein Herz > krimiw.

eo > ö.

dzavü

dzavöno seine Frau <; diave ono; dzdlö im Freien < dzole o.

die Frau sie

<; diave o;

udavöno

sein Genosse

< odavc

00 > ö.

möo dein ;

na, loa > o, o.

);/0 öder uiü. ~

ono;

kofüa neben l'o/o, kofö Land; sTia neben •-o und .se verbrennen; .viol

neben »ofo < * siiala herabfallen;

kwala neben kgla fällen; adzöim'iä

deine Kinder -< adzwa mö nä ; vgl. odzön Frau neben odzän und odzave

Ehefrau; o/a», und oAi^Zö Tasche.

Die Form otoo wird zusammengezogen zu ö; 6o;t'o neu neben /lö; powo bitten

neben pö; ebenso owo > ö; dowo Jams neben dö.

Wörter,

deren zweite Silbe

mit / beginnt,

lassen häutig diese Silbe aus-

fallen und verlängern den Vokal der ersten. Jm^j« Raphiarippe nebiMi dTi ; kcjbdla

Maniok neben kegbä; gbele sich nähern neben lyög.

Auch wenn die auf / ausgehenden Wörter diesen Laut auswerfen, tritt

Vokallängung ein. Inl selber neben bl; odd Tucli nebi'n ode.

('. Vokalausfall,

Der Schlußvokal eines Hw fällt häutig aus. wenn an das Hw ein vokalisches I O-

Sufrix tritt.

gbem<2 der gherne-hnuui <. glie)ne o; j'do

das Fleisch <; yili o; kalo der Gehende <: kale q; diiuedzwq der erste

< d'Swedzive o; zemq der Speicher - -:: zeme q; ke/ale der Kamm < /.v-

iiango der Afle <; yange o;

f'ali

e;

kegole die Kola < kegolo e;

kedue der Stein < keduo e;

kcsonr

der Wollbaum < kesona e; kebqne der Okro < kebqno c-

b) Das K des Affixes ina fäUt häufig ,aus, wobei

das m

sich

an den voran-

gehenden Vokal anschließt und außerdem meist diesen verändert, s. (!

s. aber auch 11. .<ele madüfa