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Bayerns Meteorite, der Chiemgau Impakt und das Bayer.

Landesamt für Umwelt (LfU)
CIRT (2013): Buchbesprechung „Nicht von dieser Welt – Bayerns Meteorite“. Hg.: Bayerisches Landesamt für Umwelt, 126 Seiten, 2012. 19,00 EUR. I. Der Chiemgau-Impakt, E.F.F. Chladni und das Bayerische LfU
Das bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat Ende 2012 anläßlich der gleichnamigen Sonderschau bei den Mineralientagen München 2012 das Buch „Nicht von dieser Welt – Bayerns Meteorite“ herausgegeben. Ein äußerlich schönes, aufwändig gestaltetes Buch zum Thema Meteorite in Bayern, deren Fall beobachtet wurde. Zahlreiche Abbildungen, darunter auch historische Darstellungen und Handschriften, runden diesen Eindruck ab. Der Teil, der sich mit den 8 gesicherten und 10 weiteren, vermuteten oder vermeintlichen Meteoritenfällen beschäftigt, bringt etliche Informationen unter anderem zu Lokalitäten, Augenzeugenberichten (bei Fällen vor 1819 häufig schon von CHLADNI [s. u.] beschrieben, der auch zitiert wird) und zu den (soweit noch vorhandenen) Meteoriten selbst, wobei der Text manchmal vom Sachlichen schon sehr ins Saloppe fällt. Zusätzlich wird noch das bekannte Nördlinger Ries beschrieben, was durchaus von dieser Welt ist. Ergänzt wird die Darstellung durch Kapitel, die sich mit Meteoriten allgemein, deren Zusammensetzung, Alter und Entstehung beschäftigen, sowie mit der (spekulativen) Zuordnung der bayerischen Meteoriten zu Asteroiden. Wer sich für die Historie und Eigenschaften der bayerischen Meteoriten interessiert, der wäre mit der Hälfte des ca. 130 Seiten starken Buches gut bedient. Zum Ries-Krater gibt es bereits eine große Menge an Literatur – auch für den Laien, und in dem ebenfalls jüngst erschienenen Buch “Meteorite”, das von den Fachwissenschaftlern Schultz und Schlüter geschrieben und für eine breite Öffentlickeit ausgearbeitet wurde, erhält der Leser bei ebenbürtiger Gestaltung wesentlich gründlichere Informationen. Schwachpunkte des LfU-Buches, besonders fachlicher Art, sind dergestalt, dass man die Frage stellt, ob die Autoren tatsächlich vom Fach sind oder eher nicht, da der neuere Stand der Forschung teilweise unbekannt zu sein scheint. Ein paar Beispiele hierfür sind: – Im Kapitel „Wenn Steine vom Himmel fallen“ werden Kometen noch ganz allgemein als „schmutzige Schneebälle“ bezeichnet, zusammengesetzt aus gefrorenen Gasen, Wassereis und Staub. Dies entspricht nicht mehr den heutigen Erkenntnissen. Tatsächlich werden schon seit längerem Kometen „eisige Schmutzbälle“ genannt (siehe hier z. B. den NASA-Bericht http://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?release=2012-349), da der Gehalt an Staub bzw. steinigem/ metallischem Material wesentlich größer ist als bisher vermutet wurde. – 1775 fiel ein Meteorit bei Bad Rodach, der bereits zu CHLADNIs Zeiten (vor 1819, s. u.) verschollen war. In Coburg wurde laut LfU-Buch vor ca. 10 Jahren bei Aufräumarbeiten ein Stein gefunden, auf den die Beschreibung genau passte und der mit einem alten, unleserlichen Etikett versehen war. Nachdem eine Analyse des Materials deutliche Kupfergehalte ergab, wurde auf allein dieser Basis ein meteoritischer Ursprung des gefundenen Materials verworfen und zu anderen Eigenschaften dieses Steins gar nicht Stellung genommen. Das entspricht nicht mehr heutigen Vorstellungen, die solch simple Einstufungen verlassen haben und davon ausgehen, dass im Weltraum alles nur Denkbare vorhanden sein könnte, wie in folgender NASA-News zu lesen ist:

http://www.jpl.nasa.gov/news/news.cfm?release=2010-283&cid=release_2010-283 . Dazu gehören auch deutliche Kupfergehalte, da Kupfer in Meteoriten, im Coburger Fall ein vermuteter Chondrit, sowohl gebunden als auch nicht selten in metallischer Form vorkommt, wie ein wissenschaftlicher Artikel von 1994 feststellt: http://adsabs.harvard.edu/full/1994Metic..29…93R. – Für das sogenannte Feuerkugelnetzwerk zur Erfassung von Meteor(oid)en wird eine Typisierung verschiedenartig erscheinender Meteor(oid)e beschrieben. Seltsamerweise gibt es im Buch keine Erklärung dafür, warum in dieser Typisierung Eisenmeteorite nicht genannt werden, die bekanntermaßen auch Leuchterscheinungen bzw. eine Feuerkugel erzeugen, wie am Beispiel Sikhote Alin (Fall 1948) bezeugt ist. – Im Kapitel „Wann fällt uns der Himmel auf den Kopf?“ wird behauptet, dass ein Ereignis wie das Ries (mit im Buch angenommenen 1,5 km Durchmesser des Projektils) statistisch ca. alle 500.000 Jahre eintritt – leider ohne Quellenangabe. Ein neuerer Artikel (Elements 2012, Vol. 8, February, S. 55-60) gibt für diese Größe allerdings 1.000.000 Jahre an, also statistisch nur halb so häufig! Dies hinterläßt den Eindruck, dass die Autoren sich besser in staubigen Archiven auskennen als in der neueren Fachliteratur und dass Internet-Recherche fast ein Fremdwort für sie ist. Auch die uneinheitliche Zitierweise, wenn vorhanden, vermittelt keinen geübten Umgang mit wissenschaftlichen Quellen. Die gravierendsten Mängel finden sich im Kapitel „Es ist nicht alles Meteorit, was glänzt“. Allein der Titel ist schon unzutreffend. Er ist zwar griffig, aber unverletzte Meteorite am Boden glänzen nicht (zumindest nicht, wenn sie trocken sind), erst recht nicht, wenn die Verwitterung eingesetzt hat. Die Thematik in diesem Buchabschnitt, die auch speziell den Chiemgau-Impakt betrifft, wird weiter unten in Abschnitt II ausführlich kommentiert. Es ist bemerkenswert, dass sich seit rund 200 Jahren ein nahezu unverändertes Bild in der Meteoriten-/Impaktforschung, vor allem auch am Beispiel des Chiemgau-Impaktes, zeigt: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse sickern nur sehr langsam in die etablierte akademische wie auch in die behördliche Meinung ein, zum Teil gegen heftigen Widerstand, wie schon CHLADNI erfahren musste. Ernst Florens Friedrich Chladni, ein deutscher Physiker und Astronom, gilt als Mitbegründer der modernen Meteoritenforschung und wurde anfangs wegen seiner Meinung zur außerirdischen Herkunft der Meteorite lächerlich gemacht. Ein Auszug aus der Vorrede seines 1819 erschienen Werks „Ueber Feuer-Meteore und über die mit denselben herabgefallenen Massen“ (in Originalschreibweise) sollte zu denken geben: „… Es liegt auch nicht viel daran, zu wissen, wie dieser oder jener sich die Sache vorstellt, wohl aber zu wissen, was beobachtet worden ist, und was aus den Beobachtungen, mit Zuziehung bekannter Naturgesetze, auf die einfachste und natürlichste Art folgt. Hierbey kommt auch gar nichts darauf an, ob eine Behauptung alt oder neu ist, oder auch, ob sie Manchem, der in seinen einmahl gefaßten Vorstellungen nicht gern etwas abändert, und alles auf einen gar zu engen Kreis zu beschränken geneigt ist (a), etwa gar zu paradox vorkommen möchte. Jeder Satz, der etwas zur Vermehrung unserer Kenntnisse beigetragen hat, war einmahl zu irgendeiner Zeit etwas Ungewöhnliches oder Paradoxes, und mußte also Manchem zum Anstoß gereichen; hätte man also immer bey dem Gewöhnlichen wollen stehen bleiben, so wären alle menschlichen Kenntnisse und Einrichtungen noch in dem Zustande der ersten Kindheit oder Rohheit, oder wären wenigstens sehr langsam vorwärts geschritten. (a) Viele, denen es sonst nicht an Einsichten fehlt, haben eine besondere Scheu dafür, sich so manches im Weltall so groß zu denken, als es wirklich ist, und überhaupt sich die Dinge in ihrer wahren verhältnismäßigen Größe oder Kleinheit vorzustellen. Viele möchten auch gar gern unsern gegen so viele andere Weltkörper sehr kleinen Erdball (und vielleicht auch auf diesem ihr liebes Ich) als das Wichtigste im Weltall ansehen, um dessentwillen alles Uebrige da ist, und worauf sich alles bezieht. Solche müßten eigentlich, wenn sie recht consequent seyn wollen, Anhänger des ptolomaischen oder des tychonischen Systems seyn und bleiben. Wirklich habe ich auch vor vielen

Jahren zwey sonst verständige Männer gekannt, die physikalische und mathematische Kenntnisse hatten, oder zu haben glaubten; von denen aber der Eine dem ptolomaischen, der Andere den tychonischen Welt-Systeme mit sehr vielem Eifer anhing, weil sie, wie vormahls Galilei´s Gegner, es für äußerst sündlich und verderblich hielten, wenn man annähme, daß die Erde sich bewege. Beyde gaben sich alle Mühe, um mich von ihrer Meinung zu überzeugen; ich antwortete ihnen aber, mir käme das, wenn man nur noch einen Schritt weiter in das Kleine gehen wollte, ungefähr so vor, als ob, wenn ein Hase gebraten würde, man annehmen wollte, daß nicht etwa der Hase nebst dem Spieße sich bewege, sondern daß die Küche nebst dem Feuer, so wie auch das ganze Haus, die Erde, und allenfalls auch das ganze Weltall sich um den Hasen drehe, damit er gebraten werde.“ Hasenbraten und die sich drehende Küche: Ob Chladni geahnt hat, dass noch 200 Jahre später ein (LfU-)Buch geschrieben würde, in dem moderne wissenschaftliche Forschung zu meteoritischen Impakten bei Marsmännchen angesiedelt wird? Vor diesem Hintergrund müssen wir von der Empfehlung des Landesamtes am Beginn des Kapitels, das sich mit Marsmännchen befaßt, dringend und ernsthaft abraten, sich bei Fragen und Funden an das Landesamt zu wenden. Das Buch ist ein Beleg, dass den Autoren und augenscheinlich auch deren Beratern wissenschaftliche Methodik weitgehend fremd ist und Begutachtungen nach freiem Belieben erfolgen. Schließlich stellt sich die Frage, ob dieses Buch tatsächlich mit der Aufgabenstellung für Beamte und Angestellte des Landesamtes für Umweltschutz, Abteilung Geologie, vereinbar ist und nicht besser von Historikern, Mitarbeitern der Öffentlichkeitsarbeit und echten Fachkräften verfasst worden wäre, ohne die aktuell laufenden Forschungen zu diskreditieren.

II. Das Bayerische Landesamt für Umwelt – geologischer Dienst – und der Chiemgau-Impakt: eine unendliche Geschichte.

Ende letzten Jahres erschien das Buch “Nicht von dieser Welt – Bayerns Meteorite”, das vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) herausgegeben wird. Die nachfolgenden Ausführungen beschäftigen sich mit einem Abschnitt aus dem Buch, der sich in eigenartiger Weise zwar in mehreren Abschnitten mit dem Chiemgau-Impakt beschäftigt, ohne diesen dort aber überhaupt explizit beim Namen zu nennen, was den uninformierten Leser ziemlich ratlos lassen muss (soll?). Der Titel mit der “unendlichen Geschichte” bezieht sich darauf, dass Geologen des LfU von Beginn der Forschung zum Chiemgau-Impakt an nur Ablehnung mit überwiegend sehr fragwürdiger Argumentation und Aktion artikuliert haben, ohne je in eine wissenschaftliche Diskussion mit den Forschern des CIRT (Chiemgau Impact Research Team) eingetreten zu sein, was sich im vorliegenden Buch nahtlos fortsetzt. Die Autoren des Buches sind – Dr. Roland Eichhorn, Leiter des geologischen Dienstes des LfU – Dr. Erwin Geiß, Leiter Referat Tieferer Untergrund, tiefe Geothermie, Geophysik – Rosemarie Loth, Referat Geoinformation und Geomanagement Es soll hier nicht erörtert werden, wieweit es in den Dienst- und Aufgabenbereich von Beamten eines geologischen Landesamtes gehört, über das fachfremde Gebiet der Meteorite umfangreich zu recherchieren und ein Buch zu schreiben, das dann auch noch in Regie des Amtes herausgegeben wird – mit Bayerns Geologie und den Aufgaben der Beamten eines geologischen Landesamtes haben ein paar herabgefallene Meteorite ganz offensichtlich nicht das geringste zu tun. Recherchiert man bei den Autoren, so haben sie anscheinend noch nie über Meteorite wissenschaftlich gearbeitet und publiziert. Auch das soll hier nicht weiter erörtert werden. Hier geht es um den Buchteil, der sich in der Vorstellung der LfU-Beamten mit “Marsmännchen und anderen Mythen” (so die Überschrift im LfU-Buch) und da insbesondere mit dem ChiemgauImpakt beschäftigt. Und auch da muss konstatiert werden, dass von den Autoren niemand jemals über Impakte, Impaktgeologie und Impaktprozesse wissenschaftlich gearbeitet und publiziert hat. Die Beurteilungen zum Chiemgau-Impakt beruhen daher auf Hörensagen und kaum studierter, bzw. weitgehend ignorierter Literatur oder auf verfälschenden Literaturangaben, wie nachfolgend gezeigt wird. Und auch hier sollte die Frage erlaubt sein, ob es zum Dienst- und Aufgabenbereich von

Beamten gehört, sich massiv in Belange der wissenschaftlichen Forschung einzumischen (z. B. Doppler et al. 2011) und bei Disputen Partei zu ergreifen. Schon gar nicht sollten sie sich anmaßen, ein “richtig” oder “falsch” in der Wissenschaft zu beurteilen. Wir nehmen uns hier einzelne Abschnitte zu den Marsmännchen vor und wählen in derselben Reihenfolge jeweils als Überschrift die “programmatischen” Titel der LfU-Autoren.

Dolinen statt Impaktkrater
Hier geht es um eine wissenschaftliche Hypothese zu einer Erweiterung des Ries-Impaktereignisses, die der renommierte bayerische Geologe Professor Dr. Erwin Rutte seit den 70er Jahren mit intensiven Geländearbeiten, Gesteinsanalysen und einer großen Anzahl von Schülerarbeiten propagiert hatte. Seine wissenschaftlichen Untersuchungen und Publikationen haben weitaus mehr geologische Substanz als all die Kritiken, die die Gegner der Rutteschen Hypothese, darunter bezeichnenderweise auch Geologen des damaligen Landesamtes (heute Geologischer Dienst im LfU), je aufgebracht haben. Schon damals hatten wir im Prinzip den Beginn der “unendliche Geschichte” der Regional- und Amtsgeologen, der hier erneut von Geologen des LfU aufgetischt wird. Beim Chiemgau-Impakt sind nach heutiger LfU-Ansicht alle Krater Toteislöcher, Kohlenmeiler, Kalkbrennöfen oder Verhüttungsstellen; damals, bei Prof. Rutte, waren die vermuteten Krater allesamt Dolinen und andere Karsterscheinungen. Bis auf den heutigen Tag ist Prof. Ruttes Hypothese zum deutlich größeren Riesereignis nicht widerlegt worden, und allenfalls einige seiner Ansichten sind als vermutlich nicht zutreffend anzusehen. In Gegensatz zu seinen Kritikern hat Prof. Rutte seine Hypothese neben Laboranalysen auf langjährige, intensive Geländearbeiten und seine brillante Kenntnis der bayerischen Geologie gestützt; seine Kritiker haben nur bei “genauer Betrachtung” (Zitat im LfU-Buch!) alles mit dem Karst “erklärt”. Und die Entstehung der merkwürdigen polymikten Brekzien mit praktisch 100%iger Verkieselung, die auffälligste Varietät von Ruttes Alemonit-Gesteinen, hat im Gegensatz zu den Behauptungen im LfU-Buch bis heute keine schlüssige Erklärung, und eine Impaktentstehung im Zusammenhang mit dem Ries-Krater scheint mehr als plausibel. Eine Bildung der rätselhaften Brekzien durch Verwitterung in Moornähe ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten, wobei früher sogar noch Schwankungen des Wasserspiegels von Süßwasserseen für ihre Entstehung verantwortlich gemacht wurden. Hier verspüren wir den Wunsch, eine Empfehlung auszusprechen: Man sollte 5 Euro sparen und sich statt des Meteoriten-Buches des LfU das zuletzt erschienene Buch von E. Rutte (2003): Land der neuen Steine. Auf den Spuren einstiger Meteoriteneinschläge im Mittel- und Ostbayern. – 112 Seiten; Universitätsverlag Regensburg, zulegen. Dort wird der Leser auch erfahren, dass der Name Alemonit nichts mit den Alemannen zu tun hat, wie die LfU-Autoren kurioserweise und unwissend schreiben, sondern sich von Alemona ableitet. Alemona ist eine römische Fruchtbarkeitsgöttin und im Fall der Gesteine einfach der lateinische Name für den Fluss der Altmühl, in deren Bereich die Alemonite gehäuft auftreten.

Sediment statt Impaktit
Die Autoren des LfU machen exakt den Fehler, den sie dem CIRT vorwerfen, dass sie nämlich Sedimentstrukturen und tektonische Verformungsgefüge mit den echten Shatter Cones vom Tüttensee-Ringwall verwechseln, was im übrigen sehr häufig von Impaktunkundigen gemacht wird, die Windschliff, Drucksuturen, Tutenmergel (Nagelkalke) usw. für Shatter Cones halten. Die Autoren des LfU, die sich damit in guter Gesellschaft befinden, schreiben von “Druckkegeln mit ihren gestriemten Kegelmänteln”. Und das ist der entlarvende Ausdruck: gestriemt. Die typischen Pferdeschwanzstrukturen der echten Shatter Cones (Abb. 1), wie sie auch der Fund vom Tüttensee aufweist, haben mit Striemungen überhaupt nichts zu tun (*). Die Shatter Cones sind Trennflächen und keine Pressstrukturen, und die Markierungen der Shatter Cones sind Bruchfächenmarkierungen und keine Striemungen. Letztere entstehen als Kratzspuren bei Relativbewegungen im Gestein.

Shatter Cones “täuschend ähnlich” können die genannten Sediment- und Kratzstrukturen nur für jemanden sein, der sich nie richtig mit diesen echten Impaktmerkmalen beschäftigt hat. Prof. Ernstson vom CIRT, der den Shatter Cone-Fund vom Tüttensee begutachtet hat, arbeitet seit über 30 Jahren über alle Aspekte der Impaktforschung, und er besitzt selbst eine enormes Wissen über Shatter Cones, was sich auch darin ausdrückt, dass er auf den dreisprachig international anerkannten Webseiten über Impaktstrukturen und Impaktprozesse www.impact-structures.com www.impaktstrukturen.de www.estructuras-de-impacto.impact-structures.com mehrere Sonderseiten allein über Shatter Cones von ca. 20 Impaktstrukturen aus der ganzen Welt verfasst hat. Wir raten den Autoren vom LfU, sich einmal auf diesen Seiten kundig zu machen, auf denen auch ausdrücklich auf Verwechslungsmöglichkeiten aufmerksam gemacht wird.

Abb. 1. Echte schockproduzierte Shatter Cones: “täuschend ähnlich” und zu verwechseln mit Sedimentstrukturen und Striemungen nur für den Laien. Bei dem Shatter Cone-Fund vom Tüttensee verfällt der Autor E. Geiß auch einmal mehr der irrigen Vorstellung, dass Deformationen, die ein Gestein in den Alpen erfahren hat, auch bei einem Transport in einem reißende Fluss bis ins Voralpenland erhalten bleiben. So sollen die enorm impakt-zertrümmerten und -zerquetschten Gerölle am Tüttensee mit offenen scharkantigen Spallationsrissen diese Deformationen schon aus den Alpen mitgebracht haben und damit gegen den Impakt sprechen, wie er zusammen mit seinem Koautor G. Doppler in einem Artikel des LfU schreibt (Doppler & Geiss 2005). Bei den Tüttensee-Shatter Cones ist es dasselbe: Wie sollen die angeblichen Kratzspuren an den Kegeln in dem relativ weichen Sandstein den Transport aus den Alpen überstanden haben? Geologie-Studenten lernen und verstehen bereits in den allerersten Semestern, dass das nicht möglich ist.

Dünger statt präsolarer Materie
Die LfU-Autoren praktizieren einmal mehr die bewährte Methode: Es werden alte, längst überholte Vorgänge hervorgekramt, impakt-überzeugende Befunde nicht mitgeteilt und wichtige, an renommierter Stelle publizierte Arbeiten unterschlagen. Die genannten Analysen von einigen Bröckchen der Eisensilizide an “diversen renommierten Instituten” entpuppen sich als singuläres publiziertes Ergebnis allein von einer raschen Untersuchung einer einzigen Probe in der Münchner Mineralogie. Selbst dieses Ergebnis kommt nicht zu dem “ernüchternden Ergebnis: kein kosmisches Material” (Zitat im LfU-Buch). Wie Prof. U. Schüssler von der Universität Würzburg kritisch dargelegt hat (http://www.chiemgau-impakt.de/2006/11/06/zur-herkunft-der-eisensilizide-

%E2%80%9Exifengit%E2%80%9C-und-gupeiit%E2%80%9C/), lässt sich die Analyse sowohl mit einem kosmischen als auch mit einem irdischen Ursprung interpretieren. Die Bildung von Eisensiliziden in Brennöfen ist dem CIRT seit langem bekannt und wurde bei Untersuchungen, die vom CIRT selbst initiiert waren, festgestellt. Ähnliches ist auch von Brennöfen aus anderen Ländern bekannt. Dass FESI-Material eine kurze Zeit lang nach dem Zweiten Weltkrieg mit Dünger ausgebracht worden sein könnte, ist publiziert worden (Ernstson et al. 2010) und kann auf der CIRT-Internetseite selbst nachgelesen werden. Allerdings ist noch nie irgendwo eine einzige Düngerprobe aufgetaucht, in der sich Eisensilizide befunden haben. Ungekehrt wurden die impaktbezogenen Eisensilizide an vielen Fundorten ausgegraben, nachgewiesenermaßen z.T. in tiefen, völlig unberührten Bodenschichten, im Torfmoor, hoch oben in den Voralpenbergen, unter umgestürzten Burgmauern, unter Baumwurzeln uralter Bäume und unmittelbar unter einem mittelalterlichen Münzschatz. All das wird von den LfU-Autoren unterschlagen, obgleich es seit bald 10 Jahren bekannt ist und vielfach publiziert wurde (z. B. in Ernstson et al. 2010), und es stellt sich die naheliegende Frage, wie und warum denn all diese Flecken von den Bauern gedüngt worden sein sollten.

Abb. 2. Eisensilizid-Sphärule aus dem Chiemgau-Meteoritenkrater-Streufeld unter dem Elektronenmikroskop – keine Ähnlichkeit mit den LfU-Industriepartikeln. Um das Dünger-Märchen zu untermauern, wird in dem Buch ein Foto gezeigt, auf dem eine Handvoll von halbzentimetergroßen meist formlosen, schmutzig grauen und teils körnigen FeSiBröckchen aus der Industrie zu sehen ist. Nicht das Bild ist entlarvend, aber die Unterschrift, in der von “FeSi-Kügelchen” die Rede ist. Von “Kügelchen” keine Spur, aber der Begriff scheint absichtlich gewählt, um davon abzulenken, das die von den CIRT-Forschern ausgegrabenen Eisensilizide vielfach tatsächlich als kugelrunde, metallisch hochglänzende Sphärulen auftreten (Abb. 2), die auch unter dem Elektronenmikroskop untersucht wurden und für die bezüglich des Gupeiits eine große Ähnlichkeit mit dem meteoritischen Mineral Suessit nachgewiesen wurde (Prof. U. Schüssler, Universität Würzburg; Ernstson et al. 2010).

Abb. 3. Electron Back Scatter Diffraction (EBSD) an einer Eisensilizid-Probe vom ChiemgauImpakt. Industrie: ausgeschlossen. – Quelle: Oxford Instruments, Wiesbaden. Wissenschaftlich weitaus bedenklicher und nicht tolerierbar ist allerdings der Umstand, dass die LfU-Autoren komplett verschweigen, dass seit mehreren Jahren die aus der Natur stammenden Eisensilizide mit hochmoderner Analysentechnik mit der Raster-Elektronenmikroskopie (REM), der Transmissions-Elektronenmikroskopie (TEM) zusammen mit der chemischen EDX-Analysetechnik und der Elektronen-Backscatter-Diffraction (EBSD, Abb. 3) untersucht werden (von Wissenschaftlern von Carl Zeiss Microscopy, Oberkochen, und von Oxford Instruments, Wiesbaden). Auch diese Zusammenarbeit ist seit mehreren Jahren allgemein bekannt, und wesentliche Ergebnisse wurden bei der renommierten Tagung LPSC 2011 in The Woodlands/Houston, USA, publik gemacht (Hiltl et al. 2011; http://www.chiemgauimpact.com/2011/08/strange-iron-silicide-matter-from-the-chiemgau-meteorite-impact/). Dieses und ausführlichere Darstellungen sind den LfU-Autoren auch im Internet zugänglich, das von ihnen ja offenbar bezüglich des Chiemgau-Impaktes intensiv studiert wird. Damit müsste ihnen auch klar sein, was aber unterschlagen wird, dass die Analysen aus der Forschergruppe des Chiemgau-

Impaktes eine ganz andere Sprache sprechen als es die Autoren mit Hinweis auf die uralten nichtssagenden Analysen zu suggerieren versuchen. Nach diesen neueren Analysen ist es mehr als wahrscheinlich, dass die untersuchten Eisensilizide mit ihren z.T. spektakulären Zusammensetzungen und mineralogischen Strukturen einen kosmischen Ursprung haben.

Algenfraß statt Schmelzstrukturen
Bei den sogenannten Furchensteinen des Chiemsees drängt sich der Eindruck auf, dass es selbst den LfU-Autoren nicht ganz geheuer bei diesen Bildungen ist, da sie sich im Gegensatz zu anderen Geologen (z.B. Dr. Robert Darga vom Museum in Siegsdorf) doch sehr vorsichtig ausdrücken. Aber auch sie können es nicht lassen, wegen einer gewissen Ähnlichkeit von Bildungen in anderen Seen den CIRT-Forschern zu empfehlen, auch dort nach Impakten zu suchen. Im Prinzip haben die Autoren recht, denn sie schlagen genau das vor, was sehr viele Geologen vielfach eben nicht tun, indem sie nämlich den Karren vor das Pferd spannen: Da es gefurchte Gerölle z.B. auch im Bodensee gibt, können die Furchensteine vom Chiemsee keine Impaktbildungen sein. Wissenschaftlich (auch geologisch!) naheliegend wäre zunächst die Überlegung, ob nicht tatsächlich derselbe Prozess (Impakt) am Bodensee stattgefunden hat (das Pferd vor den Karren spannen). Erscheint das fraglich, wäre die anschließende wissenschaftliche Überlegung, ob es bei der gewissen Ähnlichkeit auch wirklich in beiden Fällen um denselben Prozess geht. Und da sind wir genau beim Punkt. Der Wissenschaftler nennt das Konvergenz, wenn nämlich zwei ganz unterschiedliche Prozesse zu ähnlichen Resultaten führen. Und da praktizieren die regionalen und lokalen Geologen mit den Autoren des LfU die Methode, bei den Furchensteinen überhaupt nicht genau hinzuschauen und besser gar nicht genau zu lesen. Im Buch wird ein Furchenstein vom Waginger See (der übrigens auch im Impakt-Streufeld liegt) gezeigt, der mit den regmaglyptischen Geröllen vom Chiemsee, deren Verformung auf einen Impakt-Prozess zurückgeführt wird, nichts gemeinsam hat. Niemand aus der Meteoriten- oder Impakt-Forschung würde spontan auf die Idee kommen, das Waginger See-Objekt mit einer regmaglyptischen Ablation in Verbindung zu bringen. Was wir in vielen Artikeln zu den regmaglyptischen Geröllen des Chiemsees geschrieben haben (http://www.chiemgau-impakt.de/2011/07/14/furchensteine/, mit vier weiteren Links darin), betonen wir noch einmal: – Die auf Abschmelzvorgänge zurückgeführte Ablation zeichnet sich aus durch vielfach kegel- oder pyramidenförmige Gestalt der Gerölle, durch messerscharfe Grate zwischen den Vertiefungen und die in sehr vielen Fällen streng geometrisch angeordneten Grate (Abb. 4, 5), was alles unbedingt zu der Annahme führen müsste, dass sich die Algen gut organisiert und über eine sehr gute Kommunikation verfügt haben müssten, um auf Kommando dann im Gleichschritt zum Fressen auszurücken. – Die den meteoritischen Regmaglypten so sehr ähnlichen Strukturen wurden auch in wunderschöner Ausbildung auf einem Sandsteingeröll aus dem Chiemsee nachgewiesen. [Bild] – Remaglyptische Ablation findet sich auch auf Karbonatgeröllen mit eingeschlossenen SilexKnollen, die typische Merkmale einer Temperung (also Einwirkung erhöhter Temperaturen) aufweisen.[Bild] All das wird im Buch der LfU-Autoren unterschlagen und stattdessen plakativ ein wenig skulptierter Stein mit labyrinthähnlicher Furchung gezeigt, was alles andere als guter wissenschaftlicher Stil ist.

Abb. 4. Scharfgratige kegel- und pyramidenförmige Regmaglyptensteine vom Chiemsee – kein Algenfraß. Rechts: herausgeschmolzene/-dissoziierte Drucksutur (Stylolithen) und geometrisch verlaufende parallele “Furchen”, die unbeeindruckt die Drucksutur kreuzen: Gutes Organisations- und Kommunikationsvermögen der Algen beim gemeinsamen Fressen!

Abb. 5. Scharfgratige Regmaglyptensteine (“Furchensteine”) vom Chiemsee und aus den Impakt-Auswurfmassen der Rubielos de La Cérida-Impaktstruktur in Spanien. Die spanischen Regmaglyptensteine haben niemals Wasser und Algen gesehen. Unterschlagen wird ferner die in einem internet-zugänglichen Artikel (auf den auch unübersehbar bei den Chiemsee-Furchensteinen verlinkt wird) publizierte Existenz absolut identischer “Furchensteine” aus der Ablagerung von Impakt-Auswurfmassen (http://www.impact-

structures.com/article%20text.pdf; http://chiemgau-impakt.de/pdfs/Furchenstein.pdf). Faktisch besteht kein Unterschied hinsichtlich des karbonatischen Materials, der Pyramidenform, der geometrisch angeordneten Ablationswege und der scharfen Grate (Abb. 5). Und diese in den Auswurfmassen vielfach angetroffenen Bildungen auf großen Klasten haben niemals ein Wasser mit Algen gesehen sondern müssen sie im Zuge des Impakt-Auswurfs im Hochgeschwindigkeits- und Hochdruck-Kontakt mit überhitzen Gasen und Flüssigkeiten bei Karbonat-Schmelzung und/oder -Dissoziation erhalten haben.

Kalkbrennofen statt Meteor-Glas
Hier greifen die LfU-Autoren die hinlänglich bekannte Mär von den Kalkbrennöfen auf und ignorieren bzw. unterschlagen alle Untersuchungen und Analysen, die für diese glasummantelten Gerölle in der Vergangenheit, z.T. bereits vor sieben Jahren, publiziert wurden. Sie verschweigen, dass die Forscher vom CIRT selbst umfangreiche Recherchen betrieben haben und glasierte Gerölle aus Kalkbrennöfen beigebracht und zum Vergleich selbst im Impakt-Museum in Grabenstätt mit den entsprechenden Erläuterungen ausgestellt haben. Wir vermuten allerdings, dass die Geologen vom Amt noch nie in diesem Museum waren. Was stimmt nicht an der Mär mit den Kalkbrennöfen und der in Frage gestellten Impaktgenese von Glasgeröllen? Lassen wir dabei die absurde geologische Erklärung beiseite, die ein bekannter Professor der Geochemie und Impaktforscher bereithielt, als er die hauchdünne Glasummantelung von Geröllen bei Kratern in der Schotterebene als mögliche Folge von Gebirgsverschiebungen in den Alpen in einer Begutachtung mitteilte (liegt dem CIRT vor). Die LfU-Autoren sprechen von 3 – 7 m großen Öfen. In der Literatur ist zu lesen, dass lokale Kalkbrennöfen meist Durchmesser von 1 – 2 m, in Ausnahmefällen bis zu 4 m haben (http://verein.chiemgau-impakt.de/2011/10/zum-thema-kalkbrennofen/). Das ist verständlich, da deutlich größere Erdgruben zu Konstruktions- und Befeuerungsproblemen geführt hätten. Die LfUAutoren legen keinen Beweis (siehe weiter unten Zitat C. Sagan) für irgendeinen 7 m großen Kalkbrennofen in der Region vor. Und wenn auch: Ein Großteil der glasummantelten Silikatgerölle wurde z.B. in den z.T. deutlich größeren Kratern Mauerkirchen (8 m Durchmesser) und #004 (11 m Durchmesser) geborgen (Neumair & Ernstson 2011, Schüssler et al. 2005, Ernstson et al. 2010). In beiden Kratern gab es nicht ein einziges Indiz für irgendwelche menschlichen Aktivitäten, dafür aber Belege (z.B. Schockeffekte), die die Annahme einer extraterrestrischen Formung unumgänglich machen.

Abb. 6. Glasummanteltes Quarzit-Geröll 004-3 aus dem Krater #004 bei Emmerting. Quarze in dieser Probe sind diaplektisch verglast, was Schockdrücke von einigen 100 kbar = einige 10 GPa erfordert. Diese glasierten Gerölle mit Kalkbrennöfen oder anderer menschlicher Tätigkeit in Verbindung zu bringen ist absurd. Diaplektische Gläser entstehen nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft allein durch eine Schockmetamorphose bei einem Impakt. Obgleich publiziert, werden diese Befunde vom LfU unterschlagen.

Prof. U. Schüssler von der Universität Würzburg hat eine große Anzahl der extrem erhitzten Gerölle mit Glasbildung aus dem Krater #004 nach allen Regeln der mineralogischen und petrographischen Kunst analysiert (Abb. 6), und er schreibt abschließend in seinem Bericht (im Internet publiziert: http://www.chiemgau-impakt.de/einfuehrung/mineralogisch-petrographische-und-geochemischeuntersuchungen/): “Die Geländebeobachtungen und die Laboruntersuchungen schließen normale tektonische Prozesse und anthropogene Einwirkungen völlig aus und sprechen eindeutig für ein Impaktereignis.” Die wesentlichen Teile des Berichtes und auch dieses Zitat befinden sich in dem Buch von Prof. Ernstson (Ernstson 2010) zum Chiemgau-Impakt, das von den LfU-Autoren selbst zitiert wird, und wir müssen es wiederum den LfU-Autoren als schlechten wissenschaftlichen Stil ankreiden, dass sie weiterhin die Mär von den Kalkbrennöfen aufrechterhalten und die wissenschaftlich klar dokumentierten Belege zur eindeutigen Impaktgenese unterschlagen.

Toteislöcher statt Streufeld
Wir beginnen die Mär von den Toteislöchern mit einem falschen Zitat im Buch der LfU-Autoren. Sie schreiben über die 80 Krater des Streufeldes, das Ernstson (2010) als “größtes MeteoritenkraterStreufeld auf der Erde” interpretiert hat. Bei Ernstson (2010) steht aber korrekterweise: “Damit gehört die Streuellipse zu den größten Meteoritenkrater-Streufeldern auf der Erde und mag als das gegenwärtig bedeutendste angesehen werden.” Das ist etwas anderes als was die LfU-Autoren schreiben. Der wieder aufgewärmte Hinweis im LfU-Buch, dass “renommierte Impaktphysiker die physikalische Möglichkeit eines solche Streufeldes stark bezweifeln…” kratzt eher am Renommee dieser (nicht genannten) Impaktphysiker, da ihre Modellrechnungen am Computer die Wirklichkeit der Beobachtung in der Natur ignorieren. Wir wissen von den Rechnungen am Berliner Naturkundemuseum (Reimold, Kenkmann, Wünnemann), die besagen, dass ein Einschlagstreufeld nicht viel größer als 1 km sein darf und dass kleinere Meteoritenkrater überhaupt nicht auf der Erde entstehen dürfen. Dabei werden real existierende deutlich größere Einschlagfelder (z.B. Bajada del Diablo, Campo del Cielo, Quillagua) einfach ausgeblendet, und der direkt beobachtete Impakt von Carancas in Peru im Jahr 2008 mit einem 13 m-Krater und nachgewiesenen Schockeffekten muss einfach nur peinlich für diese Impaktphysiker mit ihren Berechnungen und Behauptungen sein. Die Mär von den Toteislöchern, wie es sinngemäß auch bei dem Eiszeitforscher Manfred R. Martin heißt, basiert auf einer These, die noch niemals, zumindest gilt das für die Voralpen-Seen, überprüft, geschweige denn bewiesen wurde (zu Beweisen siehe weiter unten das Zitat von C. Sagan), wenngleich Geografen und Geologen sie stets bemüht haben und weiterhin unbeweglich daran festhalten. Das gilt auch für das Parade-Objekt der Toteisverfechter, den Tüttensee-Krater, was im folgenden Abschnitt genauer erörtert wird. Der Hinweis, dass dann alle Krater außerhalb der letzten Gletschervorstöße mit Verhüttung, Kohlenmeilern und Kalkbrennöfen zusammenhängen könnten, zeigt erneut, dass sich die LfUAutoren in den letzten acht Jahren überhaupt nicht kundig gemacht haben oder die Ergebnisse der Impaktforscher einfach verschweigen. Immerhin hat sich die Auffassungsgabe der Geologen dahingehend verbessert, dass die Krater in der Schotterebene im nordöstlichen Teil der Streuellipse nicht mehr zu den Toteislöchern dazugerechnet werden.

Eiszeit-Relikt statt Kelten-Komet
Und wieder ein falsches Zitieren, was in diesem Fall einerseits die Vermutung nährt, dass der Leser die Originalarbeit von Ernstson et al. (2011) zu den Donnerlöchern und der Bodenverflüssigung

nicht auffinden soll, andererseits durch die Verfälschung die Sicht des LfU offenbar mehr Gewicht bekommen soll. Wieder einmal geht es um die Datierung des Tüttensees und die Bohrung des LfU, die von den Forschern des CIRT mit Blick auf einen Impakt wiederholt als unsinnig platziert bezeichnet worden ist (z.B. Rappenglück et al. 2011). Die Bohrung, die das Alter der Tüttensee-Entstehung über Radiokarbon-Datierungen angeblich auf 12.500 Jahre festlegen soll, wurde vom LfU allerdings in Schichten außerhalb des Impakt-Kraters abgeteuft, die natürlich die ganz normale Altersabfolge seit der Eiszeit widerspiegelt und mit der Bildung des Tüttensee-Kraters gar nichts zu tun hat. Hier kommt die absolute Unkenntnis der LfU-Geologen zum Tragen, die von Impaktvorgängen nicht das geringste verstehen und es bis heute abgelehnt haben, mit den CIRT-Forschern in einen Dialog einzutreten. Um die Situation zu verdeutlichen, haben wir hier in Abb. 7 ein Foto von dem Meteor(Barringer)Krater in Arizona eingestellt und markiert, wo analog zur Tüttensee-Kraterstruktur das LfU etwa seine Bohrung hingesetzt hat: direkt am Kraterrand, aber eben in der Schichtenfolge, die beim Impakt in der Altersstruktur überhaupt keine Störung erfahren hat.

Abb. 7. Randbereich des Meteor-(Barringer-)Kraters in Arizona, USA. Der Durchmesser der Struktur beträgt 1200 m. Mit Impakt-Kraterbildungsprozessen klar verträglich ist der scharfe Abbruch der Sedimentschichten unmittelbar am Kraterrand, die auch noch leicht gegen das Kraterinnere angehoben sind. Eine Bohrung in die vollkommen erhaltene Schichtenfolge direkt am Rand würde die Gesteine in die Trias und das Perm mit Altern zwischen ca. 240 und 260 Mill. Jahren datieren. Der Einschlag selbst geschah vor etwa 50 000 Jahren. Hier wird die Unsinnigkeit der LfU-Bohrung am Rand des Tüttensee-Kraters besonders deutlich. Nachdem das CIRT wiederholt das Amt auf die wissenschaftlich sehr fragwürdige Pressemitteilung und die Veröffentlichung (Doppler et al. 2011) hingewiesen hat, hat man sich dort wohl etwas

unwohl gefühlt und scheut sich nun nicht, die Dinge einfach zitatmäßig zu verfälschen. Was ist damit gemeint? Im LfU-Buch heißt es, dass das CIRT argumentiert, der [komplettes Zitat des LfU:] “Meteorit sei schließlich 200 Meter neben der Beprobungsstelle niedergegangen, daher sei eine ungestörte Schichtenfolge der weichen Torfschicht am Rand des Tüttensee-Lochs nicht überraschend. Diese Begründung ist aber mehr als widersprüchlich. Denn Ernstson behauptet 2010 gleichzeitig, dass eben dieser Einschlag eines kosmischen Körpers als Auslöser für ein Erdbeben der Magnitude 7 betrachtet werden kann, das noch in 20 km Entfernung zu weiträumigen Verflüssigungen geführt haben soll.” Und hier geschieht die Verfälschung: Im Buch von Ernstson (2010) heißt es erst einmal nicht, dass der Impakt ein Erdbeben ausgelöst hat, sondern einem Erdbeben etwa der Stärke 7 entsprochen haben könnte. Aber dann geht es im Ernstson-Text beim Tüttensee nicht um eine 20 km entfernte Bodenverflüssigung, sondern um eine Schockverdichtung (!) der lockeren Sedimente um den Tüttensee herum, die zu dem ungewöhnlichen Ring positiver Schwereanomalien der Gravimetrie geführt hat, was in dem Ernstson-Buch genau und ausführlich in einem Extra-Kapitel beschrieben und auch sonst publiziert worden ist (Ernstson et al. 2010). Das hat dem LfU verständlicherweise nicht gefallen und wird auch verschwiegen, weil dieser Geophysik-Befund sehr stark für den Impakt-Ursprung des Tüttensee-Kraters spricht und mit einem Toteisloch unverträglich ist. Und nun die Bodenverflüssigung in 20 km Entfernung. Davon steht im Ernstson-Buch überhaupt nichts; das wurde erst 2011 in einem Extraartikel in der Zeitschrift Central European Journal of Geosciences publiziert (Ernstson et al. 2011). Dort wird im Zusammenhang mit der Entstehung der Donnerlöcher bei Kienberg der Tüttensee-Impakt als potentieller Schockauslöser für die Bodenverflüssigung zwar ausdrücklich erwähnt, aber der nur halb so weit entfernte und weitaus größere Doppelkrater im Chiemsee (http://www.chiemgau-impakt.de/2013/01/13/chiemgau-impaktder-doppelkrater-am-boden-des-chiemsees-und-hubsche-gegenstucke/) gemeinsam mit einem komplexen Zusammenwirken des kompletten Impakt-Explosionsereignis mit zugehörigen Druckwellen als Hauptauslöser angesehen. Zum Verständnis, auch für die Geologen/Geophysiker-Autoren vom LfU, wird noch einmal betont, dass es bei einer Gegenüberstellung der Richter-Magnituden von Erdbeben und Impakt allein um die freigesetzte Energie geht, unabhängig von den völlig unterschiedlichen Prozessen bei der plötzlichen Erdschollenverschiebung eines Erdbebens oder einer gewaltigen Explosion beim Impakt. Bildhaft kann man das mit einem Seismographen verdeutlichen, der – bei Kienberg aufgestellt – vergleichbare Ausschläge im Seismogramm registriert hätte, ob es nun einen Impakt oder ein Erdbeben bei Grabenstätt gegeben hätte, wobei noch erklärt werden kann, dass die Schockwellen ab einer gewissen Entfernung durch die Energieabnahme in gewöhnliche seismische Wellen übergehen und deren Wirkung übernehmen. Auch ein Erdbeben der Stärke 7 im Areal des Tüttensees hätte zur Bodenverflüssigung bei Kienberg beitragen können, wie es ja von schwersten Erdbeben generell bekannt ist. Vielleicht, aber nicht unbedingt, hätte ein solches Beben die LfUSchichtfolge stärker beeinträchtigt, aber hier steht nicht ein Tüttensee-Erdbeben zur Debatte sondern ein Impakt, der nachweislich (siehe Meteorkrater, Abb. 7) am Kraterrand die Schichtfolge intakt lässt.

Abb. 7. Die seismischen Messungen auf dem Tüttensee und der im Wasser liegende Kraterrand. Die Reflexions-Horizonte zeigen den scharfen Abbruch und die leicht angehobenen, wohl auch gestauchten Schichten. Die nach außen extrapolierten Schichten vermitteln, dass die LfU-Bohrung natürlich eine ungestörte Abfolge seit der Eiszeit datiert hat. Deshalb und selbst wenn wir beim Tüttensee-Krater bleiben: Der Vergleich mit dem zweifach größeren Meteorkrater und den altersmäßig ungestört gebliebenen Schichten unmittelbar am Kesselrand unterstreicht noch mal, dass die Bohrung für eine Datierung absolut deplaziert stand (Abb. 7) und die Schlussfolgerungen des LfU keinerlei Substanz haben. Noch deutlicher wird der Vergleich mit der Schichtlagerung am Meteorkrater, wenn man die Seismogramme der seismischen Messungen auf dem Tüttensee bemüht (die pikanterweise vom LfU selbst bei der Universität Jena beauftragt wurden, und momentan vom CIRT auch noch hinsichtlich der weiteren Strukturen begutachtet und interpretiert werden). In Abb. 7 haben wir ein solches Seismogramm mit den wichtigsten Reflektoren nachgezeichnet, und man sieht wunderschön die abrupt aufhörende Sedimentschichtung zum Krater hin und sogar leicht kratereinwärts angehobene Horizonte – wie beim Meteorkrater. Das CIRT meint, dass das Amt endlich damit aufhören sollte, diese Bohrung in der ganz normalen Schichtenfolge außerhalb des Kraters und die dabei selbstverständlich zu erwartenden Datierungen als Beweis für ein Toteisloch zu verkaufen. Das unterstreicht der Bericht der Universität Jena zu den seismischen Messungen auf dem Tüttensee (an den Auftraggeber LfU) auch mit weiteren Resultaten (die wir beizeiten kommentieren werden) von den den See querenden Profilen. Sie haben möglicherweise 2007 dazu geführt, dass unmittelbar nach Kenntnis der ersten seismischen Ergebnisse die vorgesehene Bohrung des LfU in der Mitte des Sees plötzlich nicht mehr stattfinden durfte.

C. E. Sagan “Außergewöhnliche Behauptungen erfordern außergewöhnliche Beweise”
Da müssen wir den Geologen vom Amt bedingungslos zustimmen. Fangen wir bei den Beamten und Autoren des LfU an. Sie stellen außergewöhnliche Behauptungen auf, die entweder geologisch unsinnig sind oder auf falschen Zitaten, ganz selektiv ausgewählten Befunden, bei Unterdrückung wissenschaftlich bekannter und akzeptierter Resultate, beruhen. Diese außergewöhnlichen Behauptungen werden allerdings vom LfU im Gegensatz zum Postulat von Sagan nicht durch außergewöhnliche Beweise gestützt, ja nicht einmal durch überhaupt irgendwelche Beweise, wie die obigen Ausführungen belegen. Die in der Tat außergewöhnlichen Behauptungen zum Impaktgeschehen werden durch die Beweise einer wissenschaftlich allgemein anerkannten Methodik erbracht, wobei man sich nicht unbedingt der Formulierung von Sagan bezüglich der “außergewöhnlichen” Beweise bedienen muss. Das klingt griffig, ist aber einleuchtenderweise sinnleer. Die Beweise (soweit es im strengen Sinne das überhaupt in der Geologie gibt) für die außergewöhnlichen Behauptungen zum Impakt sind auszugsweise: – Auftreten von in der Impaktforschung allgemein anerkannten Schockeffekten in Gesteinen: darunter multiple Scharen planarer Deformationsstrukturen in Quarz (Tüttensee-Ringwall, Impaktbrekzie der Auswurfmassen vom Tüttensee, Krater #004), diaplektisches Glas, das durch Schock aus Quarz- und Feldspat entstand (Krater #004, Krater #001, Schicht der Auswurfmassen um den Tüttensee) (Schüssler et al. 2005, Rappenglück & Ernstson 2008, Ernstson & Rappenglück 2008, Ernstson et al. 2010), diaplektisches Glimmer-Glas (aus Muskovit entstanden, Krater #001). – Schockspallation in Geröllen und – mikroskopisch – in Quarzkörnern durch dynamische SchockBeanspruchung (in vielen Kratern und Bereichen des Kraterstreufeldes) (Ernstson et al. 2010). – Impaktschmelzgesteine: Geschmolzene und angeschmolzene Gesteine in den Kratern #004, Kaltenbach und Mauerkirchen, wo Kalkbrennen definitiv ausgeschlossen werden kann (Schüssler et al. 2005, Rappenglück & Ernstson 2008, Ernstson & Rappenglück 2008, Ernstson et al. 2010, Neumair & Ernstson 2011). – Schmelzen von alpinen Kieselkalken in den Impakthorizonten vom Tüttensee und von der archäologischen Ausgrabung Chieming-Stöttham; Glassphärulen (Ernstson et al. 2010). – Eisensilizide Xifengit, Gupeiit und ?Hapkeit in Verbindung mit großen superreinen Kristallen von Titankarbid und kubisch kristallisiertem Moissanit und weiteren Merkmalen einer kosmischen Herkunft (Ernstson et al. 2010, Hiltl et al. 2011). – Außergewöhnliche Kohlenstoff-Allotrope mit Nachweis extremer Temperaturen und Drücke bei ihrer Entstehung (Shumilova et al. 2012). – Signifikante geophysikalische Anomalien des irdischen Schwerefeldes und des irdischen Magnetfeldes (Ernstson et al. 2010, Neumair & Ernstson 2011). – Horizonte extremer Brekzien- und Diamiktitbildung mit Einschlüssen von geschockten Mineralen und Schmelzgesteinen (Ausgrabung Stöttham, Horizont der Impakt-Auswurfmassen am Tüttensee) (z.B. Ernstson et al. 2010). Auffallenderweise sind diese der Bunten Brekzie des Ries-Kraters z.T. verblüffend ähnlichen Ablagerungen bisher noch niemals von den Geologen des LfU mit Hinweis auf eine ganz “normale Entstehung” kommentiert sondern einfach unter den Tisch gekehrt worden. All diese Befunden sind seit Jahren sowohl im Internet als auch in internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert worden, und wir stellen die Frage, warum die Autoren des Meteoriten-Buches endlos Zeit darauf verwendet haben, in verstaubten Archiven uralte Literatur zu Meteoriten aufzusuchen, zu lesen und zu verarbeiten, aber die jüngste Literatur zu einem der aufregendsten geologischen Phänomene in Bayern verschweigen.

(*) Der geologisch sprachliche Missgriff, die echten Shatter Cone-Bruchflächenmarkierungen als Striemungen zu bennen, unterläuft selbst den meisten Impaktforschern, die im Englischen von striae oder striations sprechen. Wir zitieren dazu von der Shatter Cone-Internetseite: Im Hinblick auf die Bruchmechanik und Terminologie muss angemerkt werden, dass sehr oft, um nicht zu sagen regelmäßig, die Shattercone-Markierungen fälschlich als “Striemungen” (englisch “striae“, “striations“) beschrieben oder benannt werden, was grundsätzlich unterbleiben sollte. “Striemungen” (Abb. 5) im geologischen Sinne sind parallele Riefen und Kratzlinien, die durch Relativbewegungen von Gesteinen im Zuge von Verwerfungen oder bei Gletscherbewegungen entstehen und dabei die Bewegungsrichtung markieren. Da Striemungen aber auch übliche Merkmale in Impaktstrukturen sind (entstanden durch Gesteinsbewegungen vor allem in der Exkavations -und Modifikationsphase), ist die Verwechslung von Shattercone-Bruchmarkierungen mit Striemungen besonders ärgerlich.

Abb. 5. Striemung (Harnisch) – eine völlig andere Bildung im Vergleich zu den ShatterconeBruchflächenmarkierungen. Probe aus dem Rubielos de la Cérida-Impaktbecken.

Literatur
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