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Die Totenwaschung, das Totengebet und das Begräbnis

Von Schaikh az-Zamzami

Die Waschung

Wenn ein Muslim stirbt, ist es für die Muslime in seiner Umgebung, seien es Verwandte oder
Nachbarn, verpflichtend, die Totenwaschung durchzuführen.

Art und Weise der Waschung

Der Verstorbene wird entkleidet, seine 3Aurah (zwischen Bauchnabeln und Knien) wird
bedeckt. Die Waschung wird übernommen von einer Person, die Wissen über die Waschung
und ihre Regeln hat.

Der Waschende muss folgende Dinge beachten:

1. Er muss die Orte der Najasah (Unreinheit) des Verstorbenen waschen, und zwar, in
dem er ein Tuch um seine Hand wickelt, und damit dem Verstorbenen vorne und
hinten wäscht, bis diese Orte sauber sind.
Danach wäscht er das Gesicht, ohne dabei Wasser in den Mund und die Nase
eindringen zulassen. Falls er diese säubern muss, macht er dies mit einem Tuch.
Hierauf wäscht er die rechte Hand des Verstorbenen bis zum Ellbogen, danach die
linke Hand genauso. Jetzt wäscht er den Kopf und dann den gesamten Körper. Es ist
gut, wenn man mit der rechten Seite beginnt.
2. Dass zweite Mal sollte man mit Wasser und Seife waschen.
3. Dass dritte Mal sollte man mit Wasser, dass mit Kafur (Kampfer) vermischt ist
waschen. Wenn es kein Kafur gibt, vermischt man das Wasser mit 3Itr (Parfüm).
Hat man dies getan, trocknet man den Leichnam mit einem Tuch ab und wickelt den
Verstorbenen in den Kafan (Leichentuch).
4. Das dreimalige Waschen des Verstorbenen ist Sunnah und nicht Wajib (Pflicht). Die
einmalige Waschung ist ausreichend.
5. Das Waschen mit Seife und Kafur ist Sunnah und nicht Wajib.
6. Man sollte auf die Augen und die Nasenlöcher kein Kafur auftragen, da es darüber
keinen Hadith (Überlieferung) gibt.
7. Es wird nichts von den Haaren oder den Finger- oder Fußnägeln entfernt.
8. Die Haare der Frau werden zu drei Zöpfen geflochten und nach hinten gelegt.
9. Der Verstorbene wird kein zweites Mal gewaschen, wenn er zum Beispiel über Nacht
im Haus bleibt. Dies ist eine Bid3ah (Erneuerung).
10. Tritt nach der Waschung Blut oder Najasah aus, wird dies mit einem Tuch entfernt,
dies ist ausreichend.
11. Männer werden von Männern, Frauen von Frauen gewaschen.
Es ist für den Ehemann erlaubt, seine Frau, und für die Ehefrau ihren Mann zu
waschen.
Es ist für den Sohn erlaubt, seine Mutter zu waschen.
Wenn jeder von Ihnen die Regeln der Waschung kennt.
Der Junge wird von Männern, das Mädchen von Frauen gewaschen, auch wenn es sich
um kleine Kinder handeln.
12. Wenn eine Frau unter Männern stirbt, entfällt die Waschung und Tayammum
(Trockenwaschung) ist ausreichend. Dasselbe gilt für den Mann unter Frauen.
13. Der Muslim ist Lebend und Tot Tahir (Rein).
14. Der Waschende muss dem Toten gegenüber Amin (vertrauenswürdig) sein. Wenn er
etwas Schlechtes sieht, erwähnt er dies nicht.
15. Frauen werden häufig mit übermäßig viel Parfüm gewaschen. Dies ist eine Handlung,
die keine Bedeutung hat und abzulehnen ist.
Des Weiteren werden manchmal die Hände und Füße mit Henna bemalt. Auch dies ist
eine bedeutungslose, abzulehnende Handlung.

Der Kafan

Nach der Waschung des Verstorbenen ist es Pflicht, ihn in den Kafan zu wickeln.

Folgende Dinge sind zu beachten:

1. Der Kafan sollte weiß sein


2. Ist sollten drei Tücher sein
3. Es darf kein Qamis (Hemd) und keine 3Imamah (Turban) oder Ähnliches verwendet
werden.
Es sollten drei einfache Tücher sein, auf die der Leichnam gelegt wird, und die dann
um ihn herum gewickelt werden.
4. Es gibt kein Unterschied zwischen Männer und Frauen.
5. Drei Tücher zu benutzen ist Sunnah. Es ist Wajib eines zu benutzen.
6. Es sollte mit 3Oud (Weihrauch) beräuchert werden.
7. Alles weitere was die Leute mit den Kafan veranstalten ist Bid3ah und hat keine
Bedeutung. Es ist unnötig und Verschwendung.

Es gehört zur Tradition der Leute, dass Sie, nachdem Sie den Verstorbenen in seinen Kafan
gewickelt haben, Rezitatoren holen, die Qur2an für den Verstorbenen rezitieren. Diese ist eine
abzulehnende Handlung, eine Bid3ah für die es keinen Dalil (Beweis) in Qur2an oder Sunnah
gibt.
Des Weiteren wird die Bahre, auf der der Verstorbene gewaschen wurde entfernt, bevor die
Janazah (Totenzug) beginnt. Dies ist ein Aberglaube, was Schirk (Allah etwas beigesellen) ist,
und eine Handlung de Jahiliyah (Unwissenheit)

Die Janazah

Das Recht eines Muslim gegenüber seinen muslimischen Brüdern ist es, dass sie ihm eine
Janazah bereiten, und diese bis zum Friedhof begleiten.

Die Janazah hat folgendermaßen abzulaufen:

1. Die Anwesenden sollten still sein.


Was die Leute veranstalten an Dhikr und Ähnlichem ist eine abzulehnende Bid3ah, die
der Prophet a.s.s. nicht ein einziges Mal getan hat. Die Janazah, die in Stille
durchgeführt wird, wird von den Engeln begleitet, welche Du3a2 (Bittgebete) für den
Verstorbenen machen. Die Janazah, die Dhikr und Ähnlichem veranstaltet wird, wird
von den Engeln gemieden, aufgrund dieser Bid3ah,
2. Man sollte zügig laufen.
Es ist in manchen Gegenden Tradition, eine Janazah „schweren Schrittes“, also sehr,
sehr langsam, durchzuführen. Dies ist eine abzulehnende Handlung, die nicht der
Sunnah entspricht.

Salat ul Janazah (Totengebet)

Folgende Dinge sind zu beachten:

1. Es ist Tradition bei manchen Leuten, das Totengebet auf dem Friedhof abzuhalten.
Dies ist eine Handlung, die der Prophet a.s.s. verboten hat.
2. Das Totengebet hat keinen Sujud (Niederwerfung). Es hat vier Takbirat (man sagt
viermal Allahu akbar).

 Nach der ersten Takbirah rezitiert man al-Fatihah und al-Ikhlas.

 Nach de zweiten Takbirah sagt man as-Salah al-ibrahimiyah (letzter Teil des
Taschahhud).

 Nach der dritten Takbirah macht man Du`a2 für den Verstorbenen.

 Nach der vierten Takbirah macht man allgemeinen Du3a2.

Überlieferte Du`a2 für den Verstorbenen:

 O Allah, vergib ihm und sei barmherzig mit ihm. Bewahre ihn und verzeihe
ihm. Mach seine gastliche Aufnahme (seinen Anteil am Paradies) ehrbar und
erweitere ihm seinen Eingang. Wasche ihn mit Wasser, Schnee und Hagel.
Reinige ihn von seinen Verfehlungen, wie Du das weiße Kleid vom Schmutz
gereinigt hast. Tausche ihm sein Haus gegen ein besseres Haus ein, seine
Familie gegen eine bessere Familie und seine Gattin gegen eine bessere Gattin.
Lass ihn ins Paradies eingehen und schütze ihn vor der Strafe des Grabes und
der Strafe des Feuers.

 O Allah, vergib unserem Lebenden und unserem Verstorbenen, unserem


Anwesenden und unserem Abwesenden, unserem Jungen und unserem Alten,
unserem Männlichen und unserer Weiblichen. O Allah, wen Du von uns leben
lässt, so lass ihn im Islam leben, und wen Du von uns sterben lässt, so lass ihn
im Iman sterben. O Allah, schließe uns nicht von seiner Belohnung aus und
lass uns nach ihm nicht irregehen.

 O Allah, gewiss, Soundso, Sohn des Soundso, ist unter Deiner Obhut und
Deinem Schutz, so schütze ihn vor der Prüfung des Grabes und der Strafe des
Feuers. Dir gehört die Treue und al-Haqq. So vergib ihm und sei barmherzig
mit ihm. Gewiss, Du bist der Allvergebende, der Barmherzige.

 O Allah, Dein Diener und Sohn Deiner Dienerin braucht Deine


Barmherzigkeit. Du bedarfst seiner Bestrafung nicht. Wenn er rechtschaffen
war, mehre seine Hasanat, und wenn er schlecht war, dann siehe darüber
hinweg.
Und wenn man sagt: „Allahumm-a-ghfir lahu warhamhu“(O Allah vergib ihm und sei
barmherzig mit ihm) ist es ausreichend.
Ein Taslim auf die rechte Seite ist ausreichend.

Das Begräbnis

1. Das Begräbnis muss mit der Sunnah übereinstimmen.


Die Sunnah ist, das diejenigen, die den Leichnam in das Grab legen und den Toten
begraben sagen: Bismillah wa 3ala millati rasulillah (Im Namen Allahs und nach
dem Glaubensbekenntnis des Gesandten Allahs). Sie fügen diesen Worten nichts
hinzuh.
2. Das Lesen von Qur2an am Grab ist eine abzuweisende Bid3ah, die weder der
Prophet a.s.s. noch seine Sahabah (Gefährten) durchgeführt haben.
3. Der Talqin (dem Verstorbenen die richtigen Antworten auf die fragen der Engel
vorsagen) nach dem Begräbnis ist eine Bid3ah für die es keine Überlieferung gibt.
4. Heutzutage ist es Tradition, auf die Gräber zu „bauen“. Dies ist Haram und eine
abzulehnende Bid3ah. Das aufbauen auf die Gräber ist, was über vier Finger hinaus
geht, abzulehnen.