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pdf#page =1> Katalog <http://bbf.dipf.dipf.pdf#page =39> <http://bbf.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.dipf.pdf#page =34> <http://bbf.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.pdf#page =32> <http://bbf.pdf#page =33> <http://bbf.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.pdf#page =44> <http://bbf.pdf#page =35> <http://bbf.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.pdf#page =49> <http://bbf.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.dipf.dipf.dipf.dipf.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.dipf.dipf.=30> <http://bbf.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.pdf#page =38> <http://bbf.pdf#page =41> <http://bbf.dipf.dipf.pdf#page =50> Suchen: Zurück Weiter Alle hervorheben Groß-/Kleinschreibung beachten Sidebar umschalten Suchen Zurück Vor Seite: von 50 Präsentationsmodus Öffnen Drucken Speichern Aktuelle Ansicht .dipf.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.pdf#page =37> <http://bbf.dipf.dipf.dipf.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.dipf.pdf#page =45> <http://bbf.dipf.dipf.pdf#page =46> <http://bbf.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.pdf#page =40> <http://bbf.dipf.pdf#page =43> <http://bbf.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.pdf <http://bbf.pdf#page =36> <http://bbf.dipf.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.pdf#page =47> <http://bbf.dipf.dipf.pdf#page =50> UmschlagVorderseite.pdf#page =2> UmschlagRueckseite <http://bbf.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.pdf#page =31> <http://bbf.pdf#page =42> <http://bbf.dipf.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.pdf#page =48> <http://bbf.

dipf. als uns E DZARD P AULSEN 1998 den Nachlass seines Großvaters B ERTHOLD O TTO angeboten hat.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.00 Uhr 3 Vorwort B ERTHOLD O TTO gehört zu jenen bede utenden Reformpädagogen des frühen 20. der neben dem eigentlichen Nachlass auch die Übernahme von Archivalien der Be rthold-Otto-Schule bestimmte. Mai 2007 Ausstellungsort: Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung Warschauer Str.pdf#page =1&zoom=auto. Am 11. die es sogar zu einem Eintrag in die großen allgemeinen Lexika und Enzyklopädien gebracht haben. Januar bis 18.420> Verkleinern Vergrößern Bibliothek für Bildungsge schichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung Berthold Otto „Meine Schule war und ist die freiheitlichste in der Welt“ Berlin 2007 Herausgeber: Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung Ausstellungskonzeption: Ursula Basikow. 34 10243 Berlin Öffnungszeiten: Montag – Freitag: 10. Es war deshalb für die Biblio thek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) ein besonderer Glücksfall.<http://bbf.1998 wurde der Übereignungsvertrag unterschrieben. Ilka Lenze Gestaltung und Ausführung der Ausstellung: Angelika Dahm-Ritzi + Rainer von Braun Umschlaggestaltung: Angelika Dahm-Ritzi Ausstellungsdauer: 19.-7.9. die 1906 von O TTO . Und selbstverständlich findet sich sein Name in allen übergreifenden pädagogischen Nachschlagewerken. Jahrhunderts.00 – 18.

von der großen ‚Times’ in London an. . bis zum Winkelblättchen eines deutschen Städtchens von 3000 Einwohnern.“ 1 Und im Weiteren fährt sie fort: „Diese in unseren Zeitungen mill ionenfach ausführlich erzählten ‚bösen und schlechten Beispiele’ sind eine wahre Hochschule des Verbrechens und der Lasterhaftigkeit. das ja zumindest formal das Vorbild für Schülerzeitungen bildet und hätte des Weiteren die Schüler zur Zeitungslektüre geführt. Denn dies hätte eine Beschäftigung mit dem professione llen Zeitungswesen im Unterricht erfordert.als Hauslehrerschule gegründet wurde. Betrügereien. Darin wird über jugendliche ‚Zügellosigkeit’ sowie ‚Gemüts. In diesem Bestand findet man auch eine ganze Reihe von Schülerzeitungen. ja ablehnend gegenüber. In der ‚Allgemeinen Deutschen Lehrerzeitung’ findet sich im Jahrgang 1880 ein Beitrag unter dem Titel: ‚Unsere Zeit ungen und unsere Jugend’. um sich Anregungen für die eigene . wird mit dem Ausruf eröffnet: „Kinder haben keine Zeitung zu lesen“. denn die Lehrerschaft stand dem Pressewesen zu jener Zeit noch weit überwiegend skeptisch. die ab 1906 von Schülern der Hauslehrerschule erstellt wurden. und außerordentlich zahlreiche Schüler sind in ihr und durch sie schon ausgebildet worden. Die Titel lauten: • Buntes Blatt • Nestkücken • Der Schmetterling • Das vierblättrige Kleeblatt • Immergrün • Das kleine Witzblatt • Die Allgemeine Dieser Fund ist durchaus bemerkenswert.. der 1898 in der Zeitschrift ‚Gymnasium’ erschien.“ 2 Ein anderer Beitrag zu dem Thema. nicht zuletzt.. Schülerzeitungen an ihren Schulen zu initiieren und zu fördern. entsetzli4 cher und ekelhafter Schwurgerichtsverhandlungen gedruckt und gelesen.und Sittenverwilderung’ geklagt und als eine ihrer Ursachen identifizierte die Autorin die Tagespresse: „In unserer Zeit werden täglich Millionen von Blättern mit millionenfachen Beschreibungen von Mordtaten. 3 Angesichts dieser weit verbre iteten ablehnenden Haltung gegenüber der Gattung ‚Zeitung’ find et sich bei der übergroßen Mehrheit der Lehrerschaft keine Motivation.

dass er seine professionellen Erfahrungen in diese Projekte ein- . Sp. 16. lag offenbar nicht an grundsätzlichen Identifikationsproblemen mit dem Beruf eines Journalisten. wie u. 2 Ebd. Was hat nun B ERTHOLD O TTO bewogen. Damit verstand er eine Tageszeitung nicht nur als ein schnelles Informationsmittel. von 1887 bis 1890 beim ‚Hamburger Korrespondenten’. vermutlich durch Vermittlung seines Freundes P AUL P ETERSEN . 277. über viele Jahre gesammelte Zeitungen. 4 Die journalistische Arbeit beim ‚Hamburger Korrespondenten’ hat B ERTHOLD O TTO nachhaltig von der Bedeutung des Pressewesens überzeugt. sondern die er säuberlich in über 200 Bänden hat einbinden lassen. die. Vielmehr scheint ihn die aufreibende Tätigkeit als Nachtredakteur 1 M. In: Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung 32 (1880). S. ja – wie zahlreiche Anstreichungen belegen – durchgearbeitet hat. Nr. Und es ist interessant zu beobachten. In seinem Nachlass befinden sich sechs.Praxis zu holen. Denn nach der Aufgabe seiner Tätigkeit als Privatlehrer ar beitete er. 545. W ELLMER : Unsere Zeitungen und unsere Jugend. Ein wichtiger Hinweis dafür findet sich in seiner Biographie. die O TTO nicht nur gelesen. einer der ältesten und einflussreichsten Zeitung in Deutschland. In: Gymnasium 16 (1898). seine extensive Zeitungslektüre bezeugt.a. wie er schreibt. die Nerven vollständig ruiniert. das sich am Ende d es Tages bereits überlebt hat. 3 W IDMANN : Die Zeitungslektüre der Jugend und die Schule. Dass er nach wenigen Jahren diese Arbeit wieder aufgab. sondern als ein dauerhaft aufzubewahrendes Dokument. Angesichts dieser Einstellung wi rd die Einführung von Schülerzeitungen verständlich. in seiner Hauslehrerschule Schülerzeitungen zu begründen. 32. 5 belastet zu haben.

“ 6 Neben den formalen Äußerlichke iten wurde auch die inhaltliche Strukturierung der professionellen Presse übernommen. Jede Ausgabe war mit einem Impressumvermerk gekennzeichnet. Auch der Unterhaltungsteil fehlte nicht. die zumind est in ihrem Selbstverständnis die presserechtliche Verantwortung trugen 5 . Berlin 1958. Zwar wurden die meisten Schülerzeitunge n nur hand. In einem ‚Bewerbungsschreiben’ von 1907. den zeitgenössischen Stil ge4 Vgl. meine Handschrift in den Dienst Ihres werten Blattes zu stellen und die Originale der Zeitungen zum Hekt ographieren anzufertigen. [Bd. 11. so etwa über ein Automobilrennen. wobei in den Sommerferien die Arbeit ruhte. Aber auch Reportagen wurden g eschrieben. daß ich gern bereit wäre. so wollen Sie mir gütigst davon Mitteilung machen. Märchen und Gedichte. offerierte ein Schüler seine Dienste als ‚Setzer’: „Mit Gegenwärtigem beehre ich mich der löbl. wie die große Presse. trotzdem wurde der in der professionellen Presse übliche Spaltendruck übernommen. so etwa Witze oder Rätsel. halbmonatlich. dass Minderjährige nicht verantwortliche Redakteure periodisch erscheinender Druckerzeugnisse sein dürfen.oder maschinenschriftlich erstellt und im Hektogra phierverfahren vervielfältigt. Die Beiträge werden Artikel genannt unter denen sich am häufigsten Berichte finden etwa über Familienausflüge oder Ferienerlebnisse. B AUMANN : Berthold Otto. Der Mann – die Zeit – das Werk – das Vermächtnis. Nacherzäh lungen. monatlich). 6 schäftlicher Korrespondenz nachahmend. Alle Schülerzeitungen wurden. P. mit Jahrgangs.und Heftzählung sowie mit einem Tagesdatum versehen. S.fließen ließ. was für die ‚Schriftsetzer’ eine zusätzliche Herausforderung bedeutete. was mir bedankend zur Ehr gereichen würde. Wenn Sie von meiner Offerte Gebrauch zu machen belieben. Redaktion ergebenst das Anerbieten zu unterbreiten. Viel Raum nahmen feuilletonistische Textsorten ein wie Erzählungen. 5 Im Reichsgesetz über die Presse von 1874 wird in § 8 ausdrücklich bestimmt. Diese mussten ohnehin über eine besonders gut leserliche Handsch rift verfügen um von der Redaktion für diese Aufgabe ausgew ählt zu werden. Manche Texte waren zusätzlic . der eine Adres senangabe enthielt und die Namen der Schüler aufführte. Weiterhin wurde die Erscheinungsweise vermerkt (wöc hentlich. 2].

Durch die Novemberrevolution wurde unser Kaiser gestürzt und verbannt nach Holland. Etwas unsagbar Schweres für den Herrscher Deutschlands.h um Illustrationen bereichert. In der ‚Allgemeinen’ vom 1. Januar 1921’ – dem Kaisergeburtstag – ein längerer Artikel. Im ‚Nestkücken’ vom November 1906 wurde von der ‚Druckerei des Nestkücken’ etwa die Ausführung von Schreibarbeiten einschließlich des Druckens in be liebiger Exemplarzahl angeboten. In der gleichen Ausgabe findet sich unter dem Titel ‚Zum 27. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg tauchten erstmals dezidiert politische Äußerungen auf. 7 Ebd. der durch ein Unglück den Krieg verlor. Ob jedoch tatsächlich.1. Febr. 1921 heißt es: „Wir vertreten keine besondere Parteirichtung.“ 8 Die Hinführung der Schülerinnen und Schüler zur Arbeit mit einer Schülerzeitung zeigt. Allerdings hinterließ die monarchistische Haltung des Schulleiters bei den Schülerzeitungsredakteuren ihre Spuren. ist allerdings fraglich.: „Noch vor ungefähr 4 Jahren war es ein Tag des Jubels. Sie sparen enorm! Keine Seife mehr nötig. dass sich O TTO der aktuellen und weiter zunehmenden Bedeutung der Presse als Medium der gesellschaftlichen Kommunikation bewusst war. Neben dem Einzelpreis wurde jeweils ein 6 BBF/DIPF-Archiv OT 594. Seit den späten 1880er Jahren führte die Erfindung von Holzschliff und Zellulose zur großindustriellen Papierfertigung. die angesi chts der Vervielfältigungsmöglichkeiten besondere Sorgfalt erforderten. Tubenweise in allen Schuhcremgeschäften erhältlich.1910 heißt es: „Neu! Fleischfarbene Uebertünchfarbe zum Ueberstreichen schadhaft gewordener und schmutziger Stellen am Körper. eine Erscheinungsweise von wöchentlich einer Ausgabe über einen längeren Zeitraum durchgehalten wurde.a. erhältlich. Darin heißt es u. In der Ausgabe vom 22. Die im Nachlass erhaltenen Ausgaben lassen dies eher bezweifeln. die eine drastische Preisreduktion .“ 7 Auch das Geschäftsgebahren der professionellen Presse wurde nachzuahmen versucht. wie im Impressum dieser Schülerzeitung mitgeteilt. das Vierteljahresabonnement kostete 1 Mark. 7 Abonnementpreis angegeben. Das ‚Bunte Blatt’ etwa war zum Einzelpreis von 10 Pfg. Weiterhin wurden in einigen Ausgaben am Ende Werbeanzeigen aufgenommen. meistens Zeichnungen. sondern es ist jeder Partei erlaubt zu schreiben“. Eher der Unterhaltung der Zeitungsmacher und ihrer Leser dienten die Anzeigen im ‚kleinen Witzblatt’.

Es ist leicht vorstellbar. Schüler von Presseerzeugnissen fernzuhalten. Die Schülerzeitungen sind nur eines jener pädagogischen Experimente. deren Berichterstattung durch die Produktionsbedingungen (schnelle Recherche. 8 lerzeitungen sollte jedoch eine kritische Haltung gegenüber der professionellen Presse erzeugt werden. schnelles Schreiben) ebenso wie durch wirtschaftliche Gegebenheiten (Rentabilität durch Verkauf und Anzeigen) mitbestimmt wird. B ERTHOLD O TTO dagegen verkannte die Gefahren der Massenpresse sicherlich nicht. sondern an die Schulö ffentlichkeit gerichtet. Vieles davon ist in die Ausstellung eingegangen. der seinen Text erstmals in einer Schülerzeitung gedruckt sah. Durch die praktische Arbeit mit Schü8 Ebd. Studium der Philologie und Philosophie. Berlin im Januar 2007 Christian Ritzi 10 Lebenslauf von Berthold Otto 06. Diese Texte waren zudem nicht für den Lehrer bestimmt. deren Themen aus dem unmittelbaren Lebensumfeld der Schüler stammten. wie viel Stolz den Autor eines Artikels erfasste. wie etwa benotete Aufsätze. der Sprachen Hebräisch und Arabisch . und zwar durch die Erarbeitung von Texten. Das hundertste Jahr ihres Bestehens ist uns ein Anlass.des wichtigsten Grundstoffs der Zeitungsherstellung zur Folge hatte. Aus de m früheren ‚Honoratiorenpublikum’ der Zeitungen wurde ein Massenpublikum. an den bedeutenden Reformpädagogen und seine Schule zu erinnern.1859 auf dem Rittergut Bienowitz in Niederschlesien geboren 1867 – 1873 Rendsburger Gymnasium 1873 – 1878 Schleswiger Domschule. Die Massenpresse orientierte sich aus wirtschaftlichen Erwägungen an den Lesebedürfnissen ihrer Käufer. Diese Entwicklung vor allem führte zu den besorgten Äußerungen vieler Lehrer und zu ihren Warnungen.08. die die Berthold-Otto-Schule auszeichnete und die sich aus dem Nachlass B ERTHOLD O TTO s rekonstruieren lassen. Abiturexamen Herbst 1878 Immatrikulation an der Universität Kiel. Erstmals wurden Blätte r mit Auflagen von über 100 000 Exemplaren gedruckt. Weiterhin bot die Mitarbeit an Sc hülerzeitungen eine Möglichkeit zur Entwicklung von sprachliche m Gestaltungshandeln.

1888 Geburt der Tochter Franziska (Fränze) 25.02.12.11.04.1907 behördliche Genehmigung der privaten Hauslehrerschule 17. 1890 – 1902 Redakteur im Verlag Brockhaus Leipzig 18.1908 Geburt der Tochter Helga 09.1911 Bezug des Neubaus der Schule 1914 Sohn Richard fällt im 1. Finanzwissenschaft) 1883 ohne Abschluss Universität verlassen Frühjahr 1883 – Hauslehrerstelle bei Gräff (GeneralSommer 1884 direktor der Bergwerkgesellschaft „Hibernia und Shamrock“) in Herne/ Westfalen 1884 – 1887 Privatlehrer in Berlin 1887 – 1890 Nachtredakteur beim „Hamburger Korrespondenten“ 15. Scheffer Leipzig Frühjahr 1902 Berufung durch das Preußische Kultusministerium nach Berlin 1904 Übernahme der Zeitschrift „Der Haus lehrer“ in den eigenen Verlag Berthold Ottos 1906 Eröffnung der Hauslehrerschule in GroßLichterfelde (Dürerstraße).06.1887 Heirat mit Friederike (Frida) Mann 14.1892 Geburt der Tochter Felicitas (Lice) 27.01.12.01.03.1879 Studium in Berlin (Philosophie.06. klassische Philologie. 1 von Berthold Ottos eigener Zeitschrift „Der Hauslehrer – Wochenschrift für den geistigen Verkehr mit Kindern“ erscheint im Verlag Th. 1899 von Arthur Schulz übernommen 24. Weltkrieg 1917 Umwandlung des „Hauslehrers“ in „Deutscher Volksgeist – Wochenschrift zur Verständigung zwischen allen Schichten des Volkes“ 27. Arabisch.1887 Geburt der Tochter Helene (Lene) 14.1890 Geburt des Sohnes Richard Nov.1893 Geburt der Tochter Irmgard 03. Jahrhundert“ beim Landesverband Sachsen-Thüringen des Deutschen Schriftstellerverbandes 11 1898 Schriftleiter von „Die Deutsche Schulreform – Wochenschrift für psychologische Politik und Pädagogik“ mit der Beilage „Lehrgang der Zukunftsschule“.1933 in Berlin-Lichterfelde gestorben 12 Dietrich Benner . an der Berthold Otto als Leiter und Lehrer tätig ist 25.1921 Ehefrau Friederike Otto stirbt 1929 Berthold Otto er hält vom Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht die Kerschensteiner-Medaille 29.1899 Nr.12. Nationalökonomie.02. Syrisch.1897 Vortrag „Die Schulreform im 20.01.

welche diese nicht nach dem Modell einer ländlich organisierten Internatserziehung oder dem Muster einer städtischen Lebensgemeinschaftsschule. sondern als ei ne kommunale. die den Lehrerberuf. F. Wie schon der Name zum Ausdruck bringt. Schul e zu sein. wenn man den Lehrerberuf als einen freien Beruf konzipiere. die Entstehung staatlicher „Unterrichtsfabriken” ließe sich vielleicht verm eiden. als er die Hoffnung äußerte. zugleich private 1 Bei dem hier abgedruckten Text handelt es sich um Auszüge aus dem B ERTHOLD O TTO gewidmeten Kapitel in: D. das Anfang des 20. lassen sich bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts noch kein Stadtteil von Berlin. Mit ihr wollte er eine Alternative zu de n als „Unterrichtskasernen” geführten staatlichen Schulen entwic keln. sondern als Schule. weder in allzu großer Abhängigkeit vom Staate noc h im unmittelbaren Einflussbereich der Familien. die auf die Initiative einer einzelnen Person zurückgehen. vergleichbar mit demjenigen des Arztes. . B ENNER /H. H ERBART im Kontext der ersten pädagogischen Bewegung entwarf. Einige der konzeptionellen Vorstellungen. sondern durch Neugründung einer Einrichtung reformiert. Herbart verstand hierunter eine Organisationsform der pädagogisch en Praxis. sondern eine selbständige Gemeinde war. mit denen O TTO in seiner Hauslehrerschule experimentierte. die J. die sich ausdrücklich dazu bekennt. konzipierte O TTO die neue Erziehungseinrichtung nicht als Heim.Berthold Otto und die Hauslehrerschule 1 Die „Hauslehrerschule” gehört zu jenen Versuchen der Pädagogischen Bewegung. In ihr wurde die Schule im Haus des Lehrers in stitutionalisiert. Jahrhunderts zurückverfolgen und weisen eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Schulreformvariante auf. Sie wurde von B ERTHOLD O TTO in Großlichterfelde gegründet.

Dessen Konzeption gründete er jedoch weder auf wissenschaftlic he noch auf Weltverbesserungsideen. hierzu J. der nicht wie ein Wissenschafter an einer neuen Theorie arbeitet. T. Den Begriff Hauslehrerschule gebrauchte er somit nicht im Sinne des älteren Begriffs eines Hauslehrers. sondern vollzog sich schrittweise und eher zu fällig. Die Gründung der Hauslehrerschule war nicht das Ergebnis eines vorher sorgfältig ausgearbeiteten Plans. Gelegentlich trat er jedoch auch in der Rolle eines Weltverbesserers auf. der Heranwach sende im Haus der Familie erzieht. 165–166 u. Für die Weiterentwicklung seiner Vorstellung hielt er jedoch eine begleitende Schulforschung für unerlässlich. 2 Ganz in diesem Sinne definierte O TTO die von ihm neu gegründete Einricht ung als eine Stadtschule. glaubte er schließlich. Nachdem er beide Ziele auf von ihm zunächst eingeschlagenen Wegen nicht erreichte. sondern leitete er autodi daktisch aus eigenen Erfahrungen in der unterrichtlichen Gesprächsführung ab. welche Schüler im Haus des Lehrers unterrichtet. sondern bereits über eine fertig ausgearbeitete Lehre verfügt und diese in der Praxis umzusetzen versucht. Als Wissenschaftler wollte er die historisch en und hermeneutischen Geisteswissenschaften auf eine empirische Grundlage stellen. 174-181. 2: Die Pädagogische Bewegung von der Jahrhundertwende bis zum Ende der Weimarer Republik. 13 und öffentliche. 2 Vgl. Von seinen Neigungen und Interessen her strebte O TTO eine wissenschaftliche Karriere an. sondern zur Bezeichnung einer Einrichtung.K EMPER : Theorie und Geschichte der Reformpädagogik. Weinheim 2003. F. als Weltverbesserer die kapitalistische Gesellschaft durch eine „sozialistische Monarchie” reformieren. S. nämlich im Haus e des Lehrers auszuübende Tätigkeit institutionalisiert. die im Haus ihres Gründers untergebr acht war. seine Intentionen in einem pädagogischen Schulversuch zusammenführen zu können. S. B ENNER . H ERBART : Über Erziehung unter öffentlicher Mitwirkung (1811). In: D.

K EMPER (Hrsg. B ENNER /H. 432–437.): Quellentexte zur Theorie und Geschichte der Reformpädagogik. S. die es ihm erlaubte. Bei einer Bürozeit von 9– 12 und 3–7 war das nicht ganz le icht. Aber immerhin war das eigentlich schon der richtige Anfang meiner Versuchsschule. in den Jahren 1887– 1893 geboren. 1. das mittelste ein Sohn. deren Gründung darauf zurückgeht. In dieser stellt O TTO seine Hauslehrerschule als eine Ei nrichtung zur Durchführung pädagogischer Experimente dar. Weinheim 2001. O TTO verdiente damals den Lebensunterhalt seiner Familie durch eine Tätigkeit beim Brockhaus-Verlag. Die pädagogische Bewegung von der Aufklärung bis zum Neuhumanismus. dass es sich bei dieser Selbstbeschreibung um eine Kennzeichnung in der Termi nologie der Pädagogischen Bewegung handelt. die nicht den systematischen Kern der Pädagogik O . siehe auch D. Weinheim 2000. T. seine Kinder regelmäßig selbst zu unterrichten: „Es waren ihrer zunächst 5. T. Die pädagogische Bewegung von der Aufklärung bis zum Neuhumanismus. 14 Die Hauslehrerschule als Ort pädagogischer Experimente Wichtige Hinweise zur Geschichte und Konzeption der Hauslehrerschule finden sich in einer von O TTO selbst verfassten Denkschrift aus dem Jahre 1922./H. Mittag. 309 ff.): Theorie und Geschichte der Reformpädagogik. während die Versuc he der achtziger Jahre nur als Vorbereitungen aufzufassen sind.” 3 O TTO s Pädagogik ist von diesem selbst – die Sekundärliteratur folgt dieser Sichtweise weitgehend bis heute – als eine Pädagogik „vom Kinde aus” beschrieben worden. dass er den Beruf eines Hauslehrers nicht nur – nach Beendigung seines Universitätsstudiums – gegenüber fremden Kindern ausübte.und Abendessen sowie Spaziergänge mussten d azu herangezogen werden. S. K EMPER (Hrsg. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch. 1. sondern dass er nach Gründung einer eigenen Familie auch zum Hauslehrer seiner Kinder wurde.

Weinheim 2001. B ENNER /H. S. K EMPER (Hrsg. Zweck und Entwicklungsmöglichkeiten der Berthold-Otto-Schule (1922). Zu den systematisch be3 B.TTO s erfasst. Dieser liegt nicht in einer „aseptischen” Pädagogik des „Wachsenlassens”. erstmals veröffentlicht in: D. Mehr Informationen Weniger Informationen Schließen . T. O TTO : Denkschrift über Entstehung. 222. S. sondern ist wesentlich interaktiv strukturiert und auf eine Einübung und „Bewusstmachung der Kategorien des Denkens” ausgerichtet. 2: Die Pädagogische Bewegung von der Jahrhundertwende bis zum Ende der Weimarer Republik. BBF/DIPF-Archiv OT 616. 221–230.): Quellentexte zur Theorie und Geschichte der Reformpädagogik.