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Jahrhunderts.00 – 18.de/publikationen/ausstellungskataloge/pdf/bertholdotto.<http://bbf. Ilka Lenze Gestaltung und Ausführung der Ausstellung: Angelika Dahm-Ritzi + Rainer von Braun Umschlaggestaltung: Angelika Dahm-Ritzi Ausstellungsdauer: 19. die 1906 von O TTO . als uns E DZARD P AULSEN 1998 den Nachlass seines Großvaters B ERTHOLD O TTO angeboten hat.00 Uhr 3 Vorwort B ERTHOLD O TTO gehört zu jenen bede utenden Reformpädagogen des frühen 20. Mai 2007 Ausstellungsort: Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung Warschauer Str.-7. Es war deshalb für die Biblio thek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) ein besonderer Glücksfall.pdf#page =1&zoom=auto. Januar bis 18.1998 wurde der Übereignungsvertrag unterschrieben. Und selbstverständlich findet sich sein Name in allen übergreifenden pädagogischen Nachschlagewerken. die es sogar zu einem Eintrag in die großen allgemeinen Lexika und Enzyklopädien gebracht haben.9. der neben dem eigentlichen Nachlass auch die Übernahme von Archivalien der Be rthold-Otto-Schule bestimmte. 34 10243 Berlin Öffnungszeiten: Montag – Freitag: 10.dipf. Am 11.420> Verkleinern Vergrößern Bibliothek für Bildungsge schichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung Berthold Otto „Meine Schule war und ist die freiheitlichste in der Welt“ Berlin 2007 Herausgeber: Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung Ausstellungskonzeption: Ursula Basikow.

das ja zumindest formal das Vorbild für Schülerzeitungen bildet und hätte des Weiteren die Schüler zur Zeitungslektüre geführt. entsetzli4 cher und ekelhafter Schwurgerichtsverhandlungen gedruckt und gelesen.“ 1 Und im Weiteren fährt sie fort: „Diese in unseren Zeitungen mill ionenfach ausführlich erzählten ‚bösen und schlechten Beispiele’ sind eine wahre Hochschule des Verbrechens und der Lasterhaftigkeit. der 1898 in der Zeitschrift ‚Gymnasium’ erschien.. die ab 1906 von Schülern der Hauslehrerschule erstellt wurden.“ 2 Ein anderer Beitrag zu dem Thema. von der großen ‚Times’ in London an. ja ablehnend gegenüber. 3 Angesichts dieser weit verbre iteten ablehnenden Haltung gegenüber der Gattung ‚Zeitung’ find et sich bei der übergroßen Mehrheit der Lehrerschaft keine Motivation. denn die Lehrerschaft stand dem Pressewesen zu jener Zeit noch weit überwiegend skeptisch. In diesem Bestand findet man auch eine ganze Reihe von Schülerzeitungen. um sich Anregungen für die eigene . nicht zuletzt. Betrügereien. Denn dies hätte eine Beschäftigung mit dem professione llen Zeitungswesen im Unterricht erfordert. Schülerzeitungen an ihren Schulen zu initiieren und zu fördern. und außerordentlich zahlreiche Schüler sind in ihr und durch sie schon ausgebildet worden. In der ‚Allgemeinen Deutschen Lehrerzeitung’ findet sich im Jahrgang 1880 ein Beitrag unter dem Titel: ‚Unsere Zeit ungen und unsere Jugend’. . Darin wird über jugendliche ‚Zügellosigkeit’ sowie ‚Gemüts.als Hauslehrerschule gegründet wurde. Die Titel lauten: • Buntes Blatt • Nestkücken • Der Schmetterling • Das vierblättrige Kleeblatt • Immergrün • Das kleine Witzblatt • Die Allgemeine Dieser Fund ist durchaus bemerkenswert.. wird mit dem Ausruf eröffnet: „Kinder haben keine Zeitung zu lesen“. bis zum Winkelblättchen eines deutschen Städtchens von 3000 Einwohnern.und Sittenverwilderung’ geklagt und als eine ihrer Ursachen identifizierte die Autorin die Tagespresse: „In unserer Zeit werden täglich Millionen von Blättern mit millionenfachen Beschreibungen von Mordtaten.

wie u. Und es ist interessant zu beobachten. einer der ältesten und einflussreichsten Zeitung in Deutschland. die Nerven vollständig ruiniert. S. über viele Jahre gesammelte Zeitungen. Dass er nach wenigen Jahren diese Arbeit wieder aufgab. Denn nach der Aufgabe seiner Tätigkeit als Privatlehrer ar beitete er. 277. 2 Ebd. Sp. von 1887 bis 1890 beim ‚Hamburger Korrespondenten’. 5 belastet zu haben. Damit verstand er eine Tageszeitung nicht nur als ein schnelles Informationsmittel. das sich am Ende d es Tages bereits überlebt hat. vermutlich durch Vermittlung seines Freundes P AUL P ETERSEN . die O TTO nicht nur gelesen. 4 Die journalistische Arbeit beim ‚Hamburger Korrespondenten’ hat B ERTHOLD O TTO nachhaltig von der Bedeutung des Pressewesens überzeugt. Ein wichtiger Hinweis dafür findet sich in seiner Biographie. wie er schreibt. 3 W IDMANN : Die Zeitungslektüre der Jugend und die Schule.a.Praxis zu holen. in seiner Hauslehrerschule Schülerzeitungen zu begründen. lag offenbar nicht an grundsätzlichen Identifikationsproblemen mit dem Beruf eines Journalisten. seine extensive Zeitungslektüre bezeugt. Was hat nun B ERTHOLD O TTO bewogen. 16. Nr. sondern als ein dauerhaft aufzubewahrendes Dokument. die. 545. Vielmehr scheint ihn die aufreibende Tätigkeit als Nachtredakteur 1 M. In: Gymnasium 16 (1898). Angesichts dieser Einstellung wi rd die Einführung von Schülerzeitungen verständlich. dass er seine professionellen Erfahrungen in diese Projekte ein- . 32. ja – wie zahlreiche Anstreichungen belegen – durchgearbeitet hat. In: Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung 32 (1880). sondern die er säuberlich in über 200 Bänden hat einbinden lassen. W ELLMER : Unsere Zeitungen und unsere Jugend. In seinem Nachlass befinden sich sechs.

“ 6 Neben den formalen Äußerlichke iten wurde auch die inhaltliche Strukturierung der professionellen Presse übernommen. wobei in den Sommerferien die Arbeit ruhte. [Bd.oder maschinenschriftlich erstellt und im Hektogra phierverfahren vervielfältigt. was mir bedankend zur Ehr gereichen würde. Auch der Unterhaltungsteil fehlte nicht. meine Handschrift in den Dienst Ihres werten Blattes zu stellen und die Originale der Zeitungen zum Hekt ographieren anzufertigen. so wollen Sie mir gütigst davon Mitteilung machen. Weiterhin wurde die Erscheinungsweise vermerkt (wöc hentlich. B AUMANN : Berthold Otto. Nacherzäh lungen. Berlin 1958. Viel Raum nahmen feuilletonistische Textsorten ein wie Erzählungen. den zeitgenössischen Stil ge4 Vgl. so etwa Witze oder Rätsel. Diese mussten ohnehin über eine besonders gut leserliche Handsch rift verfügen um von der Redaktion für diese Aufgabe ausgew ählt zu werden. Zwar wurden die meisten Schülerzeitunge n nur hand. Alle Schülerzeitungen wurden. S. halbmonatlich. die zumind est in ihrem Selbstverständnis die presserechtliche Verantwortung trugen 5 . daß ich gern bereit wäre. Manche Texte waren zusätzlic . mit Jahrgangs.und Heftzählung sowie mit einem Tagesdatum versehen. Jede Ausgabe war mit einem Impressumvermerk gekennzeichnet. Wenn Sie von meiner Offerte Gebrauch zu machen belieben. 2]. dass Minderjährige nicht verantwortliche Redakteure periodisch erscheinender Druckerzeugnisse sein dürfen. 5 Im Reichsgesetz über die Presse von 1874 wird in § 8 ausdrücklich bestimmt. der eine Adres senangabe enthielt und die Namen der Schüler aufführte.fließen ließ. monatlich). P. was für die ‚Schriftsetzer’ eine zusätzliche Herausforderung bedeutete. offerierte ein Schüler seine Dienste als ‚Setzer’: „Mit Gegenwärtigem beehre ich mich der löbl. trotzdem wurde der in der professionellen Presse übliche Spaltendruck übernommen. 11. In einem ‚Bewerbungsschreiben’ von 1907. Aber auch Reportagen wurden g eschrieben. Märchen und Gedichte. Die Beiträge werden Artikel genannt unter denen sich am häufigsten Berichte finden etwa über Familienausflüge oder Ferienerlebnisse. so etwa über ein Automobilrennen. Redaktion ergebenst das Anerbieten zu unterbreiten. 6 schäftlicher Korrespondenz nachahmend. Der Mann – die Zeit – das Werk – das Vermächtnis. wie die große Presse.

ist allerdings fraglich. meistens Zeichnungen. dass sich O TTO der aktuellen und weiter zunehmenden Bedeutung der Presse als Medium der gesellschaftlichen Kommunikation bewusst war. Im ‚Nestkücken’ vom November 1906 wurde von der ‚Druckerei des Nestkücken’ etwa die Ausführung von Schreibarbeiten einschließlich des Druckens in be liebiger Exemplarzahl angeboten. das Vierteljahresabonnement kostete 1 Mark. In der ‚Allgemeinen’ vom 1. Neben dem Einzelpreis wurde jeweils ein 6 BBF/DIPF-Archiv OT 594. der durch ein Unglück den Krieg verlor. Sie sparen enorm! Keine Seife mehr nötig.: „Noch vor ungefähr 4 Jahren war es ein Tag des Jubels.“ 7 Auch das Geschäftsgebahren der professionellen Presse wurde nachzuahmen versucht. Tubenweise in allen Schuhcremgeschäften erhältlich. Die im Nachlass erhaltenen Ausgaben lassen dies eher bezweifeln.1910 heißt es: „Neu! Fleischfarbene Uebertünchfarbe zum Ueberstreichen schadhaft gewordener und schmutziger Stellen am Körper. die eine drastische Preisreduktion . Das ‚Bunte Blatt’ etwa war zum Einzelpreis von 10 Pfg.h um Illustrationen bereichert.1. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg tauchten erstmals dezidiert politische Äußerungen auf. wie im Impressum dieser Schülerzeitung mitgeteilt. sondern es ist jeder Partei erlaubt zu schreiben“. In der Ausgabe vom 22.a. eine Erscheinungsweise von wöchentlich einer Ausgabe über einen längeren Zeitraum durchgehalten wurde. 7 Abonnementpreis angegeben. Weiterhin wurden in einigen Ausgaben am Ende Werbeanzeigen aufgenommen. Etwas unsagbar Schweres für den Herrscher Deutschlands. die angesi chts der Vervielfältigungsmöglichkeiten besondere Sorgfalt erforderten. Allerdings hinterließ die monarchistische Haltung des Schulleiters bei den Schülerzeitungsredakteuren ihre Spuren. 7 Ebd. In der gleichen Ausgabe findet sich unter dem Titel ‚Zum 27. Darin heißt es u. 1921 heißt es: „Wir vertreten keine besondere Parteirichtung. Seit den späten 1880er Jahren führte die Erfindung von Holzschliff und Zellulose zur großindustriellen Papierfertigung. Durch die Novemberrevolution wurde unser Kaiser gestürzt und verbannt nach Holland. Ob jedoch tatsächlich. erhältlich. Eher der Unterhaltung der Zeitungsmacher und ihrer Leser dienten die Anzeigen im ‚kleinen Witzblatt’. Febr. Januar 1921’ – dem Kaisergeburtstag – ein längerer Artikel.“ 8 Die Hinführung der Schülerinnen und Schüler zur Arbeit mit einer Schülerzeitung zeigt.

der Sprachen Hebräisch und Arabisch . Es ist leicht vorstellbar. Berlin im Januar 2007 Christian Ritzi 10 Lebenslauf von Berthold Otto 06. deren Themen aus dem unmittelbaren Lebensumfeld der Schüler stammten. wie viel Stolz den Autor eines Artikels erfasste. die die Berthold-Otto-Schule auszeichnete und die sich aus dem Nachlass B ERTHOLD O TTO s rekonstruieren lassen.1859 auf dem Rittergut Bienowitz in Niederschlesien geboren 1867 – 1873 Rendsburger Gymnasium 1873 – 1878 Schleswiger Domschule. Das hundertste Jahr ihres Bestehens ist uns ein Anlass. deren Berichterstattung durch die Produktionsbedingungen (schnelle Recherche. Abiturexamen Herbst 1878 Immatrikulation an der Universität Kiel. Diese Entwicklung vor allem führte zu den besorgten Äußerungen vieler Lehrer und zu ihren Warnungen. Die Massenpresse orientierte sich aus wirtschaftlichen Erwägungen an den Lesebedürfnissen ihrer Käufer. Weiterhin bot die Mitarbeit an Sc hülerzeitungen eine Möglichkeit zur Entwicklung von sprachliche m Gestaltungshandeln. Durch die praktische Arbeit mit Schü8 Ebd. B ERTHOLD O TTO dagegen verkannte die Gefahren der Massenpresse sicherlich nicht. der seinen Text erstmals in einer Schülerzeitung gedruckt sah. Schüler von Presseerzeugnissen fernzuhalten. an den bedeutenden Reformpädagogen und seine Schule zu erinnern. Erstmals wurden Blätte r mit Auflagen von über 100 000 Exemplaren gedruckt.08. Die Schülerzeitungen sind nur eines jener pädagogischen Experimente. 8 lerzeitungen sollte jedoch eine kritische Haltung gegenüber der professionellen Presse erzeugt werden. schnelles Schreiben) ebenso wie durch wirtschaftliche Gegebenheiten (Rentabilität durch Verkauf und Anzeigen) mitbestimmt wird.des wichtigsten Grundstoffs der Zeitungsherstellung zur Folge hatte. Studium der Philologie und Philosophie. Aus de m früheren ‚Honoratiorenpublikum’ der Zeitungen wurde ein Massenpublikum. Vieles davon ist in die Ausstellung eingegangen. und zwar durch die Erarbeitung von Texten. Diese Texte waren zudem nicht für den Lehrer bestimmt. wie etwa benotete Aufsätze. sondern an die Schulö ffentlichkeit gerichtet.

1887 Heirat mit Friederike (Frida) Mann 14. 1890 – 1902 Redakteur im Verlag Brockhaus Leipzig 18.1897 Vortrag „Die Schulreform im 20.1908 Geburt der Tochter Helga 09.02.02.12.04.1911 Bezug des Neubaus der Schule 1914 Sohn Richard fällt im 1.01. Jahrhundert“ beim Landesverband Sachsen-Thüringen des Deutschen Schriftstellerverbandes 11 1898 Schriftleiter von „Die Deutsche Schulreform – Wochenschrift für psychologische Politik und Pädagogik“ mit der Beilage „Lehrgang der Zukunftsschule“. Scheffer Leipzig Frühjahr 1902 Berufung durch das Preußische Kultusministerium nach Berlin 1904 Übernahme der Zeitschrift „Der Haus lehrer“ in den eigenen Verlag Berthold Ottos 1906 Eröffnung der Hauslehrerschule in GroßLichterfelde (Dürerstraße).01. Finanzwissenschaft) 1883 ohne Abschluss Universität verlassen Frühjahr 1883 – Hauslehrerstelle bei Gräff (GeneralSommer 1884 direktor der Bergwerkgesellschaft „Hibernia und Shamrock“) in Herne/ Westfalen 1884 – 1887 Privatlehrer in Berlin 1887 – 1890 Nachtredakteur beim „Hamburger Korrespondenten“ 15.11.03. klassische Philologie. Syrisch.06. Arabisch.1899 Nr.01. 1 von Berthold Ottos eigener Zeitschrift „Der Hauslehrer – Wochenschrift für den geistigen Verkehr mit Kindern“ erscheint im Verlag Th.1933 in Berlin-Lichterfelde gestorben 12 Dietrich Benner . Nationalökonomie.1879 Studium in Berlin (Philosophie. Weltkrieg 1917 Umwandlung des „Hauslehrers“ in „Deutscher Volksgeist – Wochenschrift zur Verständigung zwischen allen Schichten des Volkes“ 27.12.1921 Ehefrau Friederike Otto stirbt 1929 Berthold Otto er hält vom Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht die Kerschensteiner-Medaille 29.1907 behördliche Genehmigung der privaten Hauslehrerschule 17.06.12. 1899 von Arthur Schulz übernommen 24.1892 Geburt der Tochter Felicitas (Lice) 27.1887 Geburt der Tochter Helene (Lene) 14.1890 Geburt des Sohnes Richard Nov. an der Berthold Otto als Leiter und Lehrer tätig ist 25.1888 Geburt der Tochter Franziska (Fränze) 25.1893 Geburt der Tochter Irmgard 03.

. sondern als ei ne kommunale. H ERBART im Kontext der ersten pädagogischen Bewegung entwarf. lassen sich bis in die Anfänge des 19. sondern durch Neugründung einer Einrichtung reformiert. die J. als er die Hoffnung äußerte. die Entstehung staatlicher „Unterrichtsfabriken” ließe sich vielleicht verm eiden.Berthold Otto und die Hauslehrerschule 1 Die „Hauslehrerschule” gehört zu jenen Versuchen der Pädagogischen Bewegung. sondern als Schule. sondern eine selbständige Gemeinde war. welche diese nicht nach dem Modell einer ländlich organisierten Internatserziehung oder dem Muster einer städtischen Lebensgemeinschaftsschule. F. das Anfang des 20. zugleich private 1 Bei dem hier abgedruckten Text handelt es sich um Auszüge aus dem B ERTHOLD O TTO gewidmeten Kapitel in: D. wenn man den Lehrerberuf als einen freien Beruf konzipiere. Einige der konzeptionellen Vorstellungen. vergleichbar mit demjenigen des Arztes. die sich ausdrücklich dazu bekennt. weder in allzu großer Abhängigkeit vom Staate noc h im unmittelbaren Einflussbereich der Familien. Sie wurde von B ERTHOLD O TTO in Großlichterfelde gegründet. Jahrhunderts zurückverfolgen und weisen eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Schulreformvariante auf. konzipierte O TTO die neue Erziehungseinrichtung nicht als Heim. Wie schon der Name zum Ausdruck bringt. Herbart verstand hierunter eine Organisationsform der pädagogisch en Praxis. Jahrhunderts noch kein Stadtteil von Berlin. In ihr wurde die Schule im Haus des Lehrers in stitutionalisiert. die auf die Initiative einer einzelnen Person zurückgehen. B ENNER /H. Mit ihr wollte er eine Alternative zu de n als „Unterrichtskasernen” geführten staatlichen Schulen entwic keln. Schul e zu sein. die den Lehrerberuf. mit denen O TTO in seiner Hauslehrerschule experimentierte.

sondern leitete er autodi daktisch aus eigenen Erfahrungen in der unterrichtlichen Gesprächsführung ab. 2 Vgl. H ERBART : Über Erziehung unter öffentlicher Mitwirkung (1811). Von seinen Neigungen und Interessen her strebte O TTO eine wissenschaftliche Karriere an. F. Gelegentlich trat er jedoch auch in der Rolle eines Weltverbesserers auf. Dessen Konzeption gründete er jedoch weder auf wissenschaftlic he noch auf Weltverbesserungsideen. Den Begriff Hauslehrerschule gebrauchte er somit nicht im Sinne des älteren Begriffs eines Hauslehrers. Als Wissenschaftler wollte er die historisch en und hermeneutischen Geisteswissenschaften auf eine empirische Grundlage stellen. 174-181. B ENNER . 2: Die Pädagogische Bewegung von der Jahrhundertwende bis zum Ende der Weimarer Republik. Nachdem er beide Ziele auf von ihm zunächst eingeschlagenen Wegen nicht erreichte. die im Haus ihres Gründers untergebr acht war. nämlich im Haus e des Lehrers auszuübende Tätigkeit institutionalisiert. 2 Ganz in diesem Sinne definierte O TTO die von ihm neu gegründete Einricht ung als eine Stadtschule. 165–166 u. der Heranwach sende im Haus der Familie erzieht. hierzu J. seine Intentionen in einem pädagogischen Schulversuch zusammenführen zu können. S. als Weltverbesserer die kapitalistische Gesellschaft durch eine „sozialistische Monarchie” reformieren. sondern zur Bezeichnung einer Einrichtung. In: D. 13 und öffentliche. welche Schüler im Haus des Lehrers unterrichtet. sondern bereits über eine fertig ausgearbeitete Lehre verfügt und diese in der Praxis umzusetzen versucht. S. T.K EMPER : Theorie und Geschichte der Reformpädagogik. Für die Weiterentwicklung seiner Vorstellung hielt er jedoch eine begleitende Schulforschung für unerlässlich. glaubte er schließlich. Weinheim 2003. sondern vollzog sich schrittweise und eher zu fällig. Die Gründung der Hauslehrerschule war nicht das Ergebnis eines vorher sorgfältig ausgearbeiteten Plans. der nicht wie ein Wissenschafter an einer neuen Theorie arbeitet.

Weinheim 2000./H. Weinheim 2001.” 3 O TTO s Pädagogik ist von diesem selbst – die Sekundärliteratur folgt dieser Sichtweise weitgehend bis heute – als eine Pädagogik „vom Kinde aus” beschrieben worden. während die Versuc he der achtziger Jahre nur als Vorbereitungen aufzufassen sind. dass er den Beruf eines Hauslehrers nicht nur – nach Beendigung seines Universitätsstudiums – gegenüber fremden Kindern ausübte. S. 1. Aber immerhin war das eigentlich schon der richtige Anfang meiner Versuchsschule. die es ihm erlaubte. dass es sich bei dieser Selbstbeschreibung um eine Kennzeichnung in der Termi nologie der Pädagogischen Bewegung handelt. K EMPER (Hrsg. Bei einer Bürozeit von 9– 12 und 3–7 war das nicht ganz le icht. sondern dass er nach Gründung einer eigenen Familie auch zum Hauslehrer seiner Kinder wurde.): Theorie und Geschichte der Reformpädagogik. deren Gründung darauf zurückgeht. S. O TTO verdiente damals den Lebensunterhalt seiner Familie durch eine Tätigkeit beim Brockhaus-Verlag. 1. In dieser stellt O TTO seine Hauslehrerschule als eine Ei nrichtung zur Durchführung pädagogischer Experimente dar. T. Mittag. siehe auch D. die nicht den systematischen Kern der Pädagogik O . das mittelste ein Sohn. 432–437. Die pädagogische Bewegung von der Aufklärung bis zum Neuhumanismus. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch.): Quellentexte zur Theorie und Geschichte der Reformpädagogik. in den Jahren 1887– 1893 geboren. 309 ff. K EMPER (Hrsg. 14 Die Hauslehrerschule als Ort pädagogischer Experimente Wichtige Hinweise zur Geschichte und Konzeption der Hauslehrerschule finden sich in einer von O TTO selbst verfassten Denkschrift aus dem Jahre 1922. B ENNER /H. seine Kinder regelmäßig selbst zu unterrichten: „Es waren ihrer zunächst 5. Die pädagogische Bewegung von der Aufklärung bis zum Neuhumanismus. T.und Abendessen sowie Spaziergänge mussten d azu herangezogen werden.

BBF/DIPF-Archiv OT 616. Mehr Informationen Weniger Informationen Schließen . S. B ENNER /H. 221–230. Weinheim 2001. S.): Quellentexte zur Theorie und Geschichte der Reformpädagogik. erstmals veröffentlicht in: D. 2: Die Pädagogische Bewegung von der Jahrhundertwende bis zum Ende der Weimarer Republik. T.TTO s erfasst. Dieser liegt nicht in einer „aseptischen” Pädagogik des „Wachsenlassens”. sondern ist wesentlich interaktiv strukturiert und auf eine Einübung und „Bewusstmachung der Kategorien des Denkens” ausgerichtet. 222. O TTO : Denkschrift über Entstehung. Zu den systematisch be3 B. K EMPER (Hrsg. Zweck und Entwicklungsmöglichkeiten der Berthold-Otto-Schule (1922).