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8. Elbe, Ingo (2010): Marx im Westen. Die neue Marx-Lektüre in der Bundesrepublik seit 1965. Berlin.

9. Unsere Genoss*innen der TOP B3rlin organisieren alljährlich die Marx-Herbstschule in Berlin, die sich genau

mit diesen Fragen beschäftigt: www.marxherbstschule.net

10. Wenn auch als Abgrenzungs-Auseinandersetzung, lässt sich dies bis heute auch in Publikationen anarchisti-

scher/ anarcho-syndikalistischer / autonomer/ trotzkistischer Strömungen finden. Vgl. Wallat, Hendrik (2012):

Staat oder Revolution. Aspekte und Probleme linker Bolschewismuskritik. Münster. Mit ähnlichen Problemen hat auch der, sich als post-trotzkistisch bezeichnende NAO-Prozess zu kämpfen: www.nao-prozess.de

11. Ausführlich, Elbe (2010)

12. Elbe, Ingo (2006): Zwischen Marx, Marxismus und Marxismen ‒ Lesarten der marxschen Theorie. In: Hoff,

Jan/ Petrioli, Alexis/ Stützle, Ingo/ Wolf, Frieder Otto: Das Kapital neu lesen ‒ Beiträge zur radikalen Philosophie. Münster, S. 52-71.

13. Vgl. Elbe (2006). Diese Kritik lässt sich auch aus postkolonialer Perspektive noch einmal gesondert auffüh-

ren, vgl. Lindner, Kolja (2012): Eurozentrismus bei Marx. Marx-Debatte und Postcolonialismus im Dialog. In:

Bonefeld, Werner/ Heinrich, Michael: Kapital & Kritik. Nach der »neuen« Marx Lektüre. Hamburg, S. 93-129.

14. Dies bezieht sich auch auf Menschen, die nicht mit einem Helm in der Fabrik stehen.

15. Kelb, Bernie (1973): Organisieren oder organisiert werden. Vorschläge für Genossen von links unten. Berlin/

West.

16. Dieser Ansatz ist immer noch der am meisten verbreitete in linken Zusammenhängen. Ob das jetzt „Minimal/

Maximal-Programm“ (DKP) heißt, Übergangsforderung (Trotzkist*innen) oder Richtungsforderung (Avanti/ Tei- le der Interventionistischen Linken), ist dabei an dieser Stelle egal.

17. http://basisgruppe-antifa.org/wp/der-klassenkampf-und-die-kommunistinnen-ein-strategievorschlag/

18. Vgl. Kuckuck, Peter (1969): Revolution und Räterepublik in Bremen. Frankfurt am Main.

19. Vgl. http://mitmachen.basisgruppe-antifa.org

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Basisgruppe Antifaschismus St.Pauli-Str. 10-12 28203 Bremen

Basisgruppe Antifaschismus St.Pauli-Str. 10-12 28203 Bremen V.i.S.d.P.: Tina Simons. Sommerstr. 7, 28353 Bremen

V.i.S.d.P.: Tina Simons. Sommerstr. 7, 28353 Bremen

Basisgruppe

Antifaschismus

Sommerstr. 7, 28353 Bremen Basisgruppe Antifaschismus Kommunistische Gruppe „…was uns trennt“ Offener Brief

Kommunistische Gruppe

„…was uns trennt“ Offener Brief an die ARAB.

Antwort auf den Text „Zwei Seiten einer Medaille: Über Glanz und Elend der Rosa-und-Karl-Initiati- ve.“ (1) der ARAB, vom Januar 20131. Basisgruppe Antifaschismus [BA] Bremen, April 2013.

was

bisher geschah.

Am 13. Januar 2013 fand unter dem Titel „Rosa & Karl“ in Berlin eine Demonstration, anlässlich der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, statt. Diese grenzte sich explizit von der Luxemburg-Liebknecht(-Lenin) Demonst- ration ab, um sich nicht weiter in den dortigen Karneval einzureihen. Das Bündnis „Rosa & Karl einte eine moralisch begründete Ablehnung des Stalinismus. Nicht mehr ‒ aber auch nicht weni-

ger.(2)

Diese Intention ‒ sich gegen den wirren Haufen verschiedenster Strömungen die dort den „Mar- xismus“ verteidigen wollen, zu wehren, bewer- ten wir als richtig und gut. Wir konnten jedoch inhaltlich mit der LL-Demo als auch der Rosa & Karl Demo nicht viel anfangen, beteiligten uns aber dennoch mit einem eigenen Text an der Rosa & Karl Demo, sowie einem Redebeitrag, der beide Demos inhaltlich kritisierte (3).

Redebeitrag, der beide Demos inhaltlich kritisierte (3). Wie die ARAB in ihrem Text jedoch richtiger weise

Wie die ARAB in ihrem Text jedoch richtiger weise kritisierte, blieb unsere eigene Kritik am Stalinismus unscharf und deshalb unzurei- chend. Nicht, weil wir diese Auseinandersetzung für eine linke Spezialdebatte halten, sondern weil an ihr exemplarisch aufgezeigt werden kann, mit welchen Argumenten konkurrierende Strömungen um die Deutungshoheit ringen und beanspruchen zu definieren, was denn revoluti- onär Links sei, halten wir es für notwendig auf die ARAB zu antworten.

Angesichts der globalen Dominanz, der, von uns etwas unscharf als „Traditionsmarxismus“ be- nannten Strömungen, ist es für uns umso wichti- ger sich mit der Analyse und den daraus resultie- renden strategischen und taktischen Schlüssen auseinander zu setzen. Vor allem in den letzten Jahren, in denen dankenswerter Weise eine zö-

gerliche Neuauflage der Auseinandersetzung mit dem „real existierenden Sozialismus“ auf- flammt, zeigen sich in der Ablehnung des „Alten“ noch keine genauen Konturen des „Neuen“. Ge- rade die antiautoritäre radikale Linke hat kaum Antworten auf aktuelle gesellschaftliche Fragen und Möglichkeiten eines revolutionären Um- sturzes. Inhaltlich anknüpfend an die Linkskom- munistInnen und syndikalistischen Strömungen ist kaum Wissen, um die eigene Geschichte und bereits diskutierten Fragen, vorhanden. Dies ist auch eine Folge der, in den Geschichtsbüchern all der kommunistischen Parteien der Sowje- tunion und DDR, praktisch totgeschwiegenen antiautoritären Strömungen, deren (relative) Wirkmächtigkeit noch in den 1920er Jahren Lenin dazu veranlasste diese als „Kinderkrank- heit des Kommunismus“ zu beschimpfen und zu bekämpfen (4).

Diese Orientierungslosigkeit in der innerlinken Debatte verfolgt uns ständig auf Schritt und

Tritt. In der Auseinandersetzung mit den Po-

sitionen des kommunistischen

Bündnisses, deren Teil wir sind, zeigt sich die- ses Problem ebenso. Während uns die eben genannten „Traditionsmarxist*innen“ schei- ße finden, da wir angeblich klassenverräteri- sche oder ʻakademischeʼ Positionen vertreten würden, versuchen uns Antideutsche mit dem Nachweis, wir seien inhaltlich auf einer Linie mit der Marxistischen Gruppe, vorzuwerfen wir seien Marxisten-Leninist*innen. (5)

Ganze!

ums

Unsere Antwort richtet sich somit an zwei verschiedene Zielgruppen. Wir werden ver- suchen zu zeigen warum wir beide Stoßrich- tungen falsch finden und versuchen Antwor-

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ten darauf zu formulieren. Entscheidend ist allerdings vielmehr: wie der Prozess zur Re- volution aussehen kann und: wie kommen wir dahin. Um Missverständnisse zu vermeiden: das bedeutet nicht, „sich komplett auszumalen“ wie der Kommunismus aussieht, aber welche Mindeststandards notwendig sind, um eine Revolution zum Kommunismus vorzuberei- ten, die ihren Namen auch verdient. Insofern nehmen wir das Angebot der ARAB dankend an. Der Text wird, in der Form ein wenig akademischer sein, da wir die Debatte für so wichtig halten, dass es möglich sein soll für alle potenziell Interessierten, bestimmte Din- ge selbst nachprüfen zu können.

was

notwendigerweise präzisiert werden muss.

Wie wir in unserem Aufruf zur „Rosa und Karl“ Demo schrieben (6), ist die Geschichte der kommunistischen Bewegung, eine Geschich- te des Scheiterns, da der Anspruch eine Re- volution durchzusetzen und eine umfassende Emanzipation Aller zu verwirklichen, bisher gescheitert ist. Denn dies hätte bedeutet nicht nur die gesellschaftlichen Produktionsver- hältnisse zu verändern, sondern alle Formen von gesellschaftlicher Herrschaft gleich mit. Dies ist der Maßstab an dem wir alle bisheri- gen Versuche messen. Da wir mit Kommunis- mus „die wirkliche Bewegung welche den jet- zigen Zustand aufhebt“ (Marx), meinen. Wir wollen „alle Verhältnisse umwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechte-

tes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ (Marx). Außer in den Geschichtsbüchern der Sowjetunion und der DDR hat es diesen Zustand jedoch bisher nie gegeben.

Die ARAB hat aber auch Recht, wenn sie schreibt, dass es zu einfach wäre, sich ledig- lich identitär abzugrenzen und so zu tun als wäre das alles nur ein „Verkehrsunfall“. Denn, entgegen der Initiator*innen der Rosa & Karl Initiative, halten wir den „real existierenden Sozialismus“ für keinen Betriebsunfall, son- dern eine konsequente Folge der Analyse, Strategie und Taktik der Bolschewiki, samt ihrer verlängerten Arme in den kommunisti- schen Parteien der 3. Internationale.

in den kommunisti- schen Parteien der 3. Internationale. Gesellschaft bilden und verschiedene Teilberei- che

Gesellschaft bilden und verschiedene Teilberei- che miteinander vernetzen. Historisch können wir dies als Anknüpfung an syndikalistische und rätekommunistische Strömungen begrei- fen. Durch die Bildung von Räterepubliken mit dem Ziel der Umwälzung und Organisierung der gesellschaftlichen Produktion (18), wur- de dies schon einmal versucht. Übrigens: auch wenn das damals „Arbeiter- und Soldatenräte“ waren, müssen diese heute nicht ebenfalls so aussehen. Räte sind erst einmal nichts weiter als ein Zusammenschluss von Menschen zum Zweck der Organisierung. Schließlich stehen uns heute ‒ auch weitaus bessere technische Möglichkeiten zur Verfügung um uns zu orga- nisieren bzw. zu entscheiden WEN wir organi- sieren.

Keimformen heißt: das bereits Vorformen einer

heute

schon an morgen denken!

Diese Methodik und grundsätzlichen strategi- schen Bestimmungen lassen sich auf alle Le- bensbereiche und linke Teilbereichskämpfe übertragen. Die konkrete Taktik, also die Um- setzung, ist natürlich immer flexibel zu bestim- men. Denn: auch der Kommunismus lässt sich nicht am Reißbrett entwerfen.

der Kommunismus lässt sich nicht am Reißbrett entwerfen. Seite 5 postkapitalistischen Gesellschaft gebildet wer- den,

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postkapitalistischen Gesellschaft gebildet wer- den, mit all ihren Möglichkeiten und Begrenzun- gen. Diesen Anspruch ernst zu nehmen, heißt, den Fragen nachzugehen: wie ist das mit pat- riarchalen Strukturen, Hierarchien, Ausschlie- ßungsmechanismen in der Organisierung, den psychischen Bedürfnissen, der Selbstbildung und den Versuchen der kollektiven Bewälti- gung des Lebensalltags?! (19) Diese stellen einen Mindeststandard dar, um eine emanzi- patorische Bewegung aufzubauen. Denn: wer eine militärisch geführte Untergrundorganisa- tion aufbaut um einen Putsch vorzubereiten (Bolschewiki) wird auch hinterher eine solche „Revolution“ bekommen in der die Emanzipati- on der Einzelnen schnell auf den Sanktnimmer- leinstag verschoben wird und jegliche Kritik daran als „Kinderkrankheit des Kommunismus“ (Lenin) diffamiert und bekämpft wird.

Wer keine zweite Sowjetunion will, sollte sich bereits heute damit beschäftigen wie denn ein besseres Morgen aussehen kann und was auf dem Weg dorthin an Fragen zu klären sind.

In diesem Sinne: Für DEN Kommunismus!

Fußnoten:

1. http://arab.blogsport.de/2013/01/18/zwei-seiten-einer-me-

daille-ueber-glanz-und-elend-der-rosa-und-karl-initiative/

2. Der Aufruf ist zu nden unter: http://rosaundkarl.blogsport.

de/aufruf/

3. http://basisgruppe-antifa.org/wp/nein-nein-dass-ist-nicht-

der-kommunismus-2013/

4. Vgl. Bock, Manfred (1976): Geschichte des „linken Radikalis-

mus“ in Deutschland. Ein Versuch, Frankfurt/Main 1976

5. Vgl. Associazione delle Talpe Bremen: http://associazione.

files.wordpress.com/2008/06/antideutsch-antinational-hege-

monial.pdf. Hauptvorwurf ist, wir würden unsere Position zum Staat wesentlich von der Marxistischen Gruppe (MG) überneh- men und uns in die Reihe der Staatsableitungsdebatte stellen.

Richtig ist vielmehr, dass wir unsere Analyse des Staates als Ga- rant kapitalistischer Reproduktion in Anlehnung an Johannes Agnoli und seiner Analyse in „Der Staat des Kapitals“ gewinnen, der sich explizit von der, als orthodox markierten, Staatsablei- tungsdebatte distanziert. Vgl.: Kapitel 4: Der bürgerliche Staat als politische Form und Gewalt der kapitalistischen Produkti- onsweise. hxtp://umsganze.org/media/Staatstext_web.pdf.

6. http://basisgruppe-antifa.org/wp/im-schatten-von-rosa-und-

karl-2012/

7. Bestes, weil aktuellstes Beispiel: http://www.sol-hh.de/index.

php/aktion/36-demo/240-bericht-zur-lll-demonstration-2013

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wer

ist dieser “Traditionsmarxismus“?

In der Geschichte linker Bewegungen spielte es immer eine wichtige Rolle, darüber zu streiten, was denn der Marx eigentlich so zu Papier ge- bracht hat: Wie war seine Methode, was woll- te er da überhaupt machen und was sollen wir daraus für praktische Konsequenzen ziehen. Vorneweg: wir halten das Marxsche Werk für ein sehr wichtiges Werkzeug, seine Methode für unerlässlich, sozusagen als Handwerkszeug für die Analyse. Aber auch das marxsche Werk ist nicht allumfassend und zeitlos, noch ist al- les richtig, nur weil er es der bärtige alte Mann gesagt hat. Auch bei ihm gab es ungelöste Pro- bleme. Sei es, weil er sich damit nicht beschäf- tigte, oder sich die Welt inzwischen geändert hat. Stichwörter dazu sind: revolutionäre Orga- nisation, Revolutionstheorie und Staatskritik, das Problem zwischen Struktur und Handlung, welche werttheoretischen Probleme ergeben sich durch die Auflösung der Goldpreisbindung an den Dollar („Bretton Woods“)? Wie ist das mit der Psyche der Subjekte im Kapitalismus oder den unterschiedlichen kollektiven Be- troffenheitslagen (Bsp: Reproduktionsarbeit, Kolonialismus) usw. ? Damit ist ein wichtiger Punkt benannt: das marxsche Werk ist für uns keine Bibel und keine Grundlegung einer neu- en („der materialistischen“) Weltanschauung, wie das noch von Engels, Kautsky, Bernstein etc. behauptet wurde. Entscheidend ist nicht, ob Marx etwas gesagt hat, entscheidend ist, ob es richtig ist. In Zeiten in denen vom „Ende der Geschichte“ geredet wird, klingt das vielleicht banal. Im Kalten Krieg war diese eine relevante Frage ‒ die durchaus bis heute nachwirkt. Dies gilt sowohl für analytische Fragen, als auch für die Einschätzung der Strategie und Taktik der Bolschewiki (7). Selbiges gilt übrigens für alle anderen linken Größen wie Goldmann, Zet- kin, Luxemburg, Lenin, Liebknecht und wie sie nicht alle heißen, auch. Es lässt sich durchaus behaupten, dass …ums Ganze! der Versuch ist, die Erkenntnisse der neuen-Marx-Lektüre (8) in die Praxis umzusetzen. Diese, in all seiner Hete- rogenität umfassenden Strömung, entwickelte sich in der BRD der 1960er Jahre, ist jedoch keinesfalls darauf beschränkt (9). Wenn wir von „Traditionsmarxismus“ bzw. Weltanschauungsmarxismus reden, meinen wir eine spezifische Lesart der Marxschen Theorie. Später wurde diese als systematisie- rende Herrschaftslegitimation zum „Marxis-

mus-Leninismus“ und zur Staatsdoktrin der Sowjetunion und aller, mit ihr verbundenen kommunistischen Parteien. Wenn wir also im Folgenden vom Weltanschauungsmarxismus (WM) sprechen, sind all jene Linken gemeint, die sich ‒ oft auch ohne dies zu Wissen ‒ auf dieses Verständnis des Marxschen Werkes be- ziehen (10). Dies gilt global für den Großteil der Linken. Die Spielarten des “WM” reichen dabei von Trotzkist*innen wie der SAV und Marx 21, Gruppe Arbeitermacht, DKP, MLPD und die ganzen KPD (Nachfolge/ Aufbauorganisatio- nen) bis hin zum 3A Bündnis. Selbstverständ- lich haben alle ihre Besonderheiten in Strategie und Taktik ‒ ihre Gesellschaftsanalyse und ihre erkenntnistheoretischen Grundlagen und Me- thoden sind jedoch dieselben. Um diese geht es uns, wenn wir uns vom „WM“ abgrenzen (11). Die Behauptung ist, dass die angeblich geschlos- sene Weltanschauung, die ʻProletarischeʼ sei,

geschlos- sene Weltanschauung, die ʻProletarischeʼ sei, mit einer Vorstellung das der “Marxismus” und die

mit einer Vorstellung das der “Marxismus” und die Entwicklung zum Sozialismus die zwangs- läufig höhere Stufe der Menschheitsgeschichte darstelle. Die Grundlagen dafür waren Engels, Kautsky, Bernstein und ihrer, vor allem auf dem Anti-Dühring basierende Lektüre (12). Die Ten- denz, dass der „Marxismus“ die Anwendung der Naturgesetze auf die Menschheit wäre, in der sich das schwach Entwickelte automatisch zum höher Entwickelten bewegen würde, ist eben- falls darin enthalten (13). Immer noch gilt: es gibt keine Garantie für eine emanzipatorische Aufhebung der bürgerlichen Gesellschaft.

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was

eine wichtige Voraussetzung ist: Organisierung

In allen Spielarten des Weltanschauungsmar- xismus nimmt natürlich die Organisierungs-/ Organisationsfrage einen wichtigen Stellen- wert ein. Streitpunkt darin ist immer: wer orga- nisiert wen, wie muss Organisierung aussehen, welche Bereiche sollen organisiert werden und von wo aus kann die Revolution losgehen. (15) Verhandelt wurde diese Frage meistens ‒ auch wieder implizit oder explizit ‒ am Modell der Leninschen Partei. Diese parteiförmige Organi- sation zeichnet sich durch wesentliche Punkte aus: Eine zentralistische und hierarchische Or- ganisation nach Innen und eine Trennung zwi- schen den Befreier*innen und den zu Befrei- enden nach Außen, mit dementsprechendem Führungsanspruch der „Arbeiterklasse“.

Diese Trennung zwischen revolutionärem Sub- jekt und Organisation führt dazu, dass jeder noch so reformistische Kampf „revolutionär“ wird, wenn er die Stärkung der eigenen Organi- sation zur Folge hat und die Kommunist*innen tragen „von außen“ das „revolutionäre Bewusst- sein“ unter die Leute. (Dabei gibt es dieses Mo- dell noch in anderen Variationen, der „Gegen- standpunkt“ z. B. beschränkt sich auf das reine Hineintragen in Form von „Argumenten“, wäh- rend DKP, Trotzkist*innen und Co z.B. meistens beim Reformismus verbleiben.) Aus dieser Analyse ergibt sich auch die Konse- quenz, dass sich alle diese Parteiaufbauprojek- te notwendigerweise als DIE Partei verstehen, die das Proletariat zur Revolution führen will. Revolution hieße in diesem Fall jedoch auch nur Veränderung der Produktionsweise. Ent- scheidend ist dabei: es geht immer um einen Führungsanspruch. Was dann heute als Frei-

heit in der Propaganda in Bündnissen darge- stellt wird, hält sich in der Praxis nur soweit, wie jede einzelne Partei so groß wird um die jeweils anderen isolieren zu können.

Das Verhältnis der Kommunist*innen zu kon- kreten Kämpfen ist deswegen nicht nur ein Doppeltes, sondern auch ein doppelt ver- tracktes. Erstens sind ihre Interessen von den grundsätzlichen Interessen ihrer Klasse nicht getrennt (in den meisten Fällen vermutlich die Klasse der Leute, die zur Lohnarbeit gezwungen sind) und damit auch nicht von der Verbesse- rung der eigenen Lage. Gleichzeitig ist aber nur die praktische Kritik eben ihrer eigenen Lage und somit der eigenen Existenzquelle, egal ob das im Einzelfall eine bessere oder schlechte- re gesellschaftliche Stellung ist, die Vorausset- zung und Bedingung ihrer gesellschaftlichen Befreiung. Wenn die Kommunist*innen diese Trennung von “uns” und den “anderen” nicht wollen, bleibt keine andere Möglichkeit, als die- se nicht zu vollziehen. Die Trennung von kon- kreten Reformzielen (z. B. „mehr Lohn“, „keine Studiengebühren“, what ever) und kategorialer Kritik muss aufgehoben werden durch die Ent- scheidung sich selbst als potentielles Subjekt sozialer Befreiung zu begreifen. Mit dem Ziel möglichst viele als Genoss*innen zu gewinnen

(16).

Die Orte der Organisierung nannten wir in un- serem Strategiepapier „Der Klassenkampf und die Kommunist*innen“ „strategische Zentren“ (17). Diese strategischen Zentren sind kommu- nistische Basisorganisierungen, die sowohl in Form und Inhalt, Keimformen der neuen

strategischen Zentren sind kommu- nistische Basisorganisierungen, die sowohl in Form und Inhalt, Keimformen der neuen