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JULI 2006

GESELLSCHAFT

KÖNIZER ZEITUNG

77

DER SENSETALER

Wenn Kinder ins Netz gehen…

Reden hilft Gefahren im Internet zu erkennen

Oft bewegen sich Kinder geübter und inker im Internet als ihre Eltern. Der drohenden Gefahren sind sie sich dabei selten bewusst: nicht immer ist die Bekanntschaft aus dem Chatroom, wer sie vorgibt zu sein… Eltern können ihre Kinder auf Gefahren im Internet hinweisen und sie damit schützen.

Die Medien sind heute fester Be- standteil des Familienlebens. Vor allem das Internet öffnet für Klein und Gross die Tür zu mehr Information, Unterhaltung und Spiel. Bei allen Vorteilen der modernen Kommunikation; sie hat auch Nachteile: Die mannig- faltigen Angebote des Internets sind nur schwer überschaubar. Das Internet ist für die kindliche Abenteuerlust ein wunderbarer, aber nicht ungefährlicher Spiel- platz.

Gefahren im Netz Im Internet treffen Kinder und Jugendliche auf Angebote, die alles andere als jugendfrei sind. Kriminelle fühlen sich in der un- durchsichtigen, schnelllebigen Welt des Webs sicher. Extremis- tische politische Ansichten und Pornogra e werden verbreitet, Waffen und Drogen angeboten. Kinder und Jugendliche können im Chat oder in Blogs auch zu Opfern von Übergriffen werden. Wen sie Daten und Bilder über andere veröffentlichen, verstos- sen sie gar selbst gegen den Persönlichkeitsschutz. Kinder sind sich der Gefahren im Inter- net nicht immer bewusst. Damit sie sich nicht im Netz verlieren, müssen sie lernen, die Möglich- keiten von Computer und Inter- net verantwortlich, kompetent und kreativ zu nutzen. Es lohnt sich deshalb, wenn die Eltern von Zeit zu Zeit zusammen mit den Kindern surfen und sich für deren Internetaus üge interes- sieren.

und sich für deren Internetaus fl üge interes- sieren. Gemeinsames Surfen fördert die Medienkompetenz. Foto: zvg

Gemeinsames Surfen fördert die Medienkompetenz.

Foto: zvg

Regeln für den Umgang mit dem Internet Eltern sollten sich von ihren Kin- dern zeigen lassen, womit sie sich im Internet beschäftigen. Im Gegenzug können sie ihre Kinder auf drohende Gefahren beim Sur- fen hinweisen. Die folgenden Si- cherheitstipps sollten Eltern ihren Kindern nahe bringen, damit sich diese vor Missbräuchen schützen können:

• nie persönliche Daten (Namen, Adresse, Foto) in Chats und Fo- ren bekannt geben

• nicht auf zweideutige, unan- ständige, bedrohliche oder het- zerische E-Mails und Beiträge in Foren reagieren

• Vorsicht, wenn Fremde Ge- schenke oder Geld anbieten

• seltsame und unangenehme Er- lebnisse den Eltern oder ande- ren Vertrauenspersonen mittei- len

• keine Verabredung mit Be- kanntschaften aus dem Internet, ohne die Eltern oder Freunde vorher zu informieren

• Passwörter nur den Eltern mit- teilen und niemandem sonst

• Vorsicht! Es besteht die Mög- lichkeit, dass sich eine Internet- Bekanntschaft für eine andere Person ausgibt.

Installierter Schutz Neben den Regeln, die Eltern ih- ren Kindern beibringen können, gibt es weitere Möglichkeiten den Nachwuchs im Web zu schützen:

Mit so genannter Filter-Software können bestimmte Internetsei-

ten geltert werden. Diese Pro- gramme ermöglichen das Erstellen von Negativ- und Positivlisten mit verbotenen und erlaubten Seiten. Es kann auch festgelegt werden, welche Software ein Kind für eine bestimmte Dauer benutzen darf. Mit kommerzieller Kinderschutz- software kann das Surfen auf be- stimmte Zeiträume beschränkt werden. Ausserdem kann sie den Zugriff auf pornograsche Web- sites weitgehend verhindern. Ei-

nen vollständigen Schutz bieten solche Programme jedoch nicht. Das Gespräch mit den Kindern er-

setzen sie auf keinen Fall.

Weitere

Barbara Imboden

Informationen:

www.kinder-

schutz.ch, www.bmfsfj.de, www.educa.ch

Internet in der Deutschschweiz BI. Laut dem Forschungs-

dienst der SRG SSR idée suis- se war im Jahr 2005 mehr als die Hälfte (69%) der Deutsch- schweizer Bevölkerung ab 15

Jahren online. Seit 2001 hat die Internetnutzerschaft um 16

Prozent zugenommen. In 75% der Haushalte stehen heute einer oder mehrere Compu- ter. Die Internetnutzungsrate am Arbeits-/Ausbildungsplatz ist mit 43% (2004: 42%) im- mer noch wesentlich kleiner als diejenige von zu Hause aus (61%). Im Vergleich zum Vorjahr 2004 nahm die Inter- netnutzung zu Hause um 5 Prozent zu.

Kleines Internet- Lexikon

Chatroom: Ein virtueller Raum im Internet oder einem anderen Computer-Netzwerk, in dem AnwenderInnen (meist zu einem bestimmten Thema) miteinander kommunizieren können.

Download/Herunterladen: Daten bzw. Dateien von einem Com- putersystem auf ein anderes oder auf eine Diskette laden, bezie- hungsweise speichern.

E-Mail: System, mit dem Nach- richten elektronisch von einem oder einer ComputernutzerIn zu einem bzw. einer oder mehreren EmpfängerInnen in einem Com- puternetzwerk übertragen wer- den.

Internet: Internationales Daten- netzwerk aus miteinander ver- bundenen Computern, auf das über Modemverbindungen zuge- griffen werden kann.

Login / Logon bzw. Logoff / Lo- gout: Verfahren, mit dem die Ver- wendung eines Computers oder die Einwahl in ein Netzwerk be- ginnt bzw. endet.

Newsgroup: Forum für eine Gruppe von Internet-Anwen- derInnen, die E-Mails über ein gemeinsames Interessensgebiet austauschen.

Upload/Hochladen: Übertra- gen von Daten auf ein grösseres Computersystem; bezeichnet den Vorgang oder den Prozess des Hochladens.

WWW (World Wide Web): Aus- gedehntes Informationssystem im Internet, in dem zahlreiche Dokumente durch Querverweise (Links) mit anderen Dokumenten verbunden sind.