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MAI 2007

REGION

KÖNIZER ZEITUNG

7

DER SENSETALER

«100 Jahre Bern-Schwarzenburg-Bahn»

Eine Sonderausstellung des Regionalmuseums Schwarzwasser

SCHWARZENBURG – Die ehemalige Bern-Schwar- zenburg-Bahn wird 2007 hundert Jahre alt. Das Regionalmuseum Schwarz- wasser würdigt dieses Jubiläum mit einer Sonder- ausstellung: gezeigt wer- den wichtige Etappen aus über 100 Jahren Bahnge- schichte.

«Als die Bahn nach Schwarzen- burg kam, hat sich vieles ver- ändert», weiss Ursula Messerli, Präsidentin des Regionalmuse- ums Schwarzwasser. Die Bern- Schwarzenburg-Bahn brachte Schwarzenburg 1907 nicht nur wirtschaftlichen Aufschwung, sondern auch die direkte Verbin- dung zur Hauptstadt.

Von der Kutsche zur Bahn Bevor vor hundert Jahren die erste Lok in den Schwarzenbur- ger Bahnhof einfuhr, hatte die Reise nach Bern in der Kutsche mindestens drei Stunden gedau- ert. Anbindung an die Hauptstadt hatte man nur zwei bis drei Mal am Tag. Und: In der Kutsche hat- ten gerade Mal sechs Personen Platz. Die Bern-Schwarzenburg- Bahn vereinfachte den Menschen in Schwarzenburg das Reisen beträchtlich. Die Fahrt dauerte im Vergleich zu heute zwar im- mer noch lange – 1.5 Stunden brauchte die Dampokomotive 1907 für dieselbe Strecke, die der moderne BLS-Niederurzug heute in 32 Minuten bewältigt –, die Reisezeit hatte sich aber den- noch halbiert. Die Strecke nach Bern und zurück wurde im ersten Betriebsjahr sechs Mal täglich gefahren und ermöglichte den gleichzeitigen Transport von vie- len Menschen.

100 Jahre überlebt Heute verkehrt die S2 mehr als 30 Mal am Tag zwischen Bern und Schwarzenburg. Die Linie wird jährlich von 2.1 Millio- nen Menschen benutzt. 2‘100

wird jährlich von 2.1 Millio- nen Menschen benutzt. 2‘100 Der erste Zug wurde in Schwarzenburg 1907

Der erste Zug wurde in Schwarzenburg 1907 mit einem Freudenfest empfangen.

Personen steigen an einem Werktag allein beim Bahn- hof Schwarzenburg ein. Im Halbstundentakt verbindet die Bahn Schwarzenburg mit Bern. Doch: «Dass die Strecke heu- te noch bedient wird, ist keine Selbstverständlichkeit», erklärt Ursula Messerli und verweist auf die verschiedenen Krisen, die die Bahn überlebt hat. Be- sonders in den 1960er Jahren hätten die Schwarzenburger um ihre Bahn zittern müssen; der Bau einer neuen Betonbrücke übers Schwarzwasser verlangte damals nach so hohen Investi- tionen, dass über die Aufgabe der Linie diskutiert wurde.

«Chrotteschnure» und «Halbesel» «Übernamen haben hier im Schwarzenburgerland eine lange Tradition», erklärt Ursula Mes- serli während eines Rundgangs durch die aktuelle Sonderausstel- lung «100 Jahre Bern-Schwar- zenburg-Bahn» des Museums.

So hatten die ersten Triebwagen der Bern-Schwarzenburg-Bahn, die man in der Ausstellung auf Fotos bewundern kann, so klin- gende Namen wie «Chrotte- schnure» und «Halbesel». Ge- zeigt werden auch Gegenstände aus dem Bahnbetrieb von einst, welche die verschiedenen Fusi- onen überlebt haben. Elektrolo- komotiven und Triebwagen, die auf der BSB-Strecke verkehrten, sind als grosse und kleine Mo- delle an der Ausstellung vertre- ten. Neben historischen Bahn- hofszenen, werden Bahnprojekte vorgestellt, die nie verwirklicht wurden. Auch wird ein Blick auf die Zukunft der Bahn geworfen. Das Regionalmuseum Schwarz- wasser (Schwarzenburg) wird den Besuchern noch bis zum 25. November die hundertjäh- rige Geschichte der ehemaligen Bern-Schwarzenburg-Bahn in Text und Bild nahe bringen.

Barbara Imboden

| zvg

Die Öffnungszeiten des Regionalmuseums Schwarz- wasser

Mai bis November:

Sonn- und allgemeine Feier- tage, 14.00 bis 17.00 Uhr Juli bis August:

zusätzlich Mittwoch und Samstag, 14.00 bis 17.00 Uhr.

Gesucht: Bahngeschichten

Anlässlich des Bern-Schwar- zenburg-Bahn-Jubiläums sucht das Regionalmuseum Schwarzwasser Geschichten, die in Zusammenhang mit der Bahn stehen. Ziel ist es, die Geschichten der Bahnbenut- zer in einer Broschüre zu ver- öffentlichen.

Adresse: Regionalmuseum Schwarz- wasser, Leimern 5, 3150 Schwarzen- burg / www.regionalmuseum.com