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Maik Schlundt

Goju Ryu Karate Do

Kata

Maik Schlundt Goju Ryu Karate Do Kata 1

Hinweis Dies ist keine wissenschaftliche Abhandlung über Katas, sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, vielmehr ist dieser Text aus einem Hobby heraus entstanden. Ich fasse hier Informationen über die Goju Ryu Katas zusammen. Herzlichen Dank an Regine Becker und Wilson Sturm für die das zur Verfügung stellen der Grafiken.

Tabelle 1: Kalligraphie Kata 3

Tabelle 1: Kalligraphie Kata

Kata (von Morio Higaonna)

Eine Kata ist ein Komplex von Bewegungen, welcher Serien von logischen und praktischen Angriffs- und Abwehrtechniken beinhaltet. All diese Bewegungen können vom Karateka allein trainiert werden. Die Kata wurden von den alten Meistern kreiert, nachdem sie viele Jahre der Suche, des Trainings- und Kampferfahrung gemeistert hatten. Die Anwendungen der Techniken in den Kata ergaben sich aus tatsächlichen Kämpfen. Auf diesem Weg hat sich jede Kata entwickelt und verfeinert, zu dem, wie wir in heutiger Zeit Kata trainieren. Aufgrund der uralten Herkunft und komplexen Veränderungen der Kata ist es nahezu unmöglich, die exakte Entwicklung nachzuvollziehen, die die Kata durchliefen. Aber es gilt als sicher, daß die alten Meister die Kampftechniken und Bewegungen in Kämpfen zwischen Tieren, zwischen Tier und Mensch und zwischen Menschen studierten. Auch untersuchten sie die Anatomie des menschlichen Körpers und seine Beziehung zum Kampf, wobei sie Faktoren wie die Blutzirkulation, die Anfälligkeit vitaler Punkte in Beziehung zur Tageszeit und andere zyklische Naturgesetze wie Sonnenauf- und untergang und Ebbe und Flut berücksichtigten. All diese Elemente sind in den Kata enthalten. Auch der Zweck, zu dem die Kata entwickelt wurden variierte mit der Zeit und mit den Menschen, die sie praktizierten. So wurden zum Beispiel in China vor über 1600 Jahren die Kata zum Zwecke der Selbstverteidigung geübt, wohingegen buddhistische Mönche die Kata zur Stärkung ihres Geistes und ihres Körpers praktizierten. Der wahre Geist und das wahre Verständnis des Karate ist in den Kata eingebettet und nur durch die Übung des Kata können wir diese verstehen. Im gleichen Maße wie wir die Kata verändern oder vereinfachen ( sei es um Wettkämpfe abzuhalten oder um es Anfängern zu vereinfachen ), verlieren wir das wahre Verständnis und den Geist des Karate. Im Karate gibt es keinen ersten Angriff. Jede Kata beginnt mit einer Abwehrbewegung, was diese Einstellung verdeutlicht. Nicht nur, daß es keinen ersten Angriff gibt, die beste Verteidigung gar ist es, den Kampf immer zu vermeiden. Aus diesem Grund sagt man auch, Karate ist die Kunst des weisen Mannes. Um Kata korrekt zu praktizieren, muß jede Bewegung immer und immer wieder geübt werden. Nur durch konstante Wiederholungen können die Techniken zu entspannten Bewegungen werden. Es ist von Vorteil, daß Kata allein geübt werden können - immer und überall. Wenn eine Kata von einer gut trainierten Person vorgeführt wird, erkennt man die dynamische Kraft und die Schönheit und Ästhetik, die in diesen Bewegungen steckt.

Übungen zur Kata

Kata mit geschlossenen Augen vorführen

Ausgangspunkt markieren und dort wieder landen

Kata langsam und mit starker Atmung ausführen, ohne Kraft

Kata ohne Pause sehr schnell hintereinander ausführen

Auf einzelne Techniken besonders achten, genau ausführen

Auf den Blick achten, Augen offen halten - auf einen Punkt konzentrieren

Kata in verschiedene Richtungen ausüben, spiegelverkehrt, rückwärts

Die fünf Grundpfeiler der Kata

Ein starker, entschlossener Blick (Kampfbereitschaft)

korrekte, starke Stellungen (technische Reife)

Techniken

Kiai (einheitlicher Körpereinsatz)

ununterbrochenes Zanshin (Wachsamkeit)

Goju Ryu Kata

Gekisaidai Ichi und Gekisaidai Ni wurden von Mjyagi 1941 als Basiskatas geschaffen. In der Goju-ryu-Gruppe von Ichikawa werden die Katas Gekisaidai und Gekisaisho unterrichtet. Die Kata Tensho stammt ebenfalls von Miyagi, nach seinen Nachforschungen der Wurzeln des Goju-ryu in Südchina. Von der Kata Sanchin existieren zwei Versionen: eine ältere mit zwei eingebauten Drehungen und eine modifizierte, ebenfalls von Miyagi, mit reinem Vor- und zurücklaufen. Die Kata Sanseiru ist in anderen Goju-Ryu-Gruppierungen zum Teil höher klassiert und zwar als Kata für Danträger. Die Katas Saifa und Seipai sind in Japan (JKF = Japan Karate Federation) als Turnierkatas für Vorausscheidungen in Wettbewerben standardisiert, ebenso die Katas Gekisaidai-Ichi und Gekisaidai-Ni für Anfänger. Die Katas Saifa, Seipai und Suparinpei sind im Weltverband (WUKO = World Union Karate Organization) reglementiert.

Die typischen Charakteristiken des Goju-ryu sind die Gegensätze von hart und weich, die im Extremen in den Katas Sanchin (hart) und Tensho (weich) zum Tragen kommen. Die häufige Anwendung von kurzen, starken Faustschlägen und Nahkampftechniken. Der Wechsel zwischen stabilen, kraftvollen Stellungen (Sanchin dachi, Shiko dachi) und flexiblen Stellungen (Nekoashi dachi), die schnelle und geschmeidige Nachfolgetechniken ermöglichen. Die Fusstechniken zielen nicht höher als zum Solar Plexus. Abwehrtechniken bestehen vorwiegend aus runden oder kreisenden Armbewegungen (z.B. Soto-uke, Kake-uke, Mawashi-uke). Chinesische Atemtechniken wie das Qi Gong spielen eine wichtige Rolle und sind sehr direkt in die Goju-ryu Katas übernommen worden.

Eine Kata fügt durch ihre Techniken die Elemente einer Stilrichtung zusammen. Es gibt hunderte von Katas, da nahezu jede Kampfkunst ihre eigenen Katas hat und auch jeder eigene Katas entwickeln kann. Im Goju Ryu gibt es 12 Katas.

Kata Name

Bedeutung

Taikyoku Jodan Taikyoku Chudan Taikyoku Gedan

Anfänger Katas

Gekisai-Dai Ichi

Geki=Angriff, Sai=block Dai Ichi der erste Dai Ni=der zweite

Gekisai-Dai Ni

Saifa

Sai=Block, Fa=Burgmauer „die Burgmauer brechen“

Seenchin

Seen=anziehen, Chin=spannen

Shisochin

Shi=vier, Sochin=dagegensetzen „vier kämpfende Affen“

Kururunfa

Kururun=beständig, Fa=Burg, Ha=brechen „beständig brechen“

Sanseru

San=3, Seru=6 „36 Formen: Sinnbild des Lebens“

Sesan

Se=1, San=3 „13 Taten des Gwan Jü“

Sepai

Se=1, Pai= 8 „18 Hände des Lo Han“

Suparimpei

„108 guten und schlechten Eigenschaften des Menschen“

Sanshin

San=Drei, Chin=spannen „drei mal spannen“

Tensho

„drehende Hände“

Tabelle 2: Die 12 Kata des Goju Ryu Systems