JULI 2006

GEMEINDE KÖNIZ

KÖNIZER ZEITUNG DER SENSETALER

19

Mathematics, Biology and History
Englisch und Französisch als Zweitsprachen am Gymnasium Köniz-Lerbermatt
KÖNIZ – Ab Sommer 2007 bieten die kantonalen Gymnasien Köniz-Lerbermatt und Bern-Kirchenfeld zweisprachige Maturitäten an. Die neuen Bildungsgänge werden deutsch-französisch und deutsch-englisch geführt.
An den Gymnasien Köniz-Lerbermatt und Bern-Kirchenfeld haben die SchülerInnen der Stufe Tertia ab nächsten Sommer die Qual der Wahl: neben dem herkömmlichen deutschsprachigen Bildungsgang besteht in Zukunft die Möglichkeit das Gymnasium zweisprachig zu absolvieren. Die Maturitäten werden ab August 2007 zusätzlich in Deutsch-Französisch und in Deutsch-Englisch geführt. Vor der Einführung der zweisprachigen Maturität wurde unter den Gymnasialschülern in der Agglomeration von Bern eine Umfrage gemacht. «Relativ viele bestätigten, dass sie die Option der zweisprachigen Maturität wählen würde, wenn sie angeboten würde», erinnert sich Guido Bruggmann, Konrektor am Gymnasium Köniz-Lerbermatt. Trotz der grossen Nachfrage können die zweisprachigen Bildungsgänge jedoch erst im nächsten Jahr belegt werden: Erst vor kurzem bewilligte die Erziehungsdirektion die Erweiterung des Bildungsangebotes. «Es war uns wichtig, dass die zweisprachige Maturität sowohl kantonal als auch eidgenössisch anerkannt wird», so Bruggmann. Zudem müssten Lehrkräfte ausgebildet und möglicherweise auch neu angeworben werden, die den gewünschten Voraussetzungen entsprächen. Die Latte habe man hierbei recht hoch gesteckt: «Zum Unterrichten des englisch-deutschen Bildungsganges wird neben dem entsprechenden Lehrdiplom das ‹Proficiency› verlangt.» Ein weiteres den deutsch-französischen Bildungsgang. Für eine Einschreibung brauchen sie ausser Grundkenntnissen in der jeweiligen Zweitsprache keine Vorlagen zu erfüllen. Grösserer Aufwand, bessere Sprachkenntnis Die Fächer Mathematik, Biologie und Geschichte werden in den zweisprachigen Bildungsgängen durchgehend in der jeweiligen Partnersprache unterrichtet werden. «Der Lehrplan bleibt der gleiche», erklärt Konrektor Bruggmann. Allerdings sei klar, dass das Lernen durch die Fremdsprache etwas erschwert werde: «Das Angebot richtet sich primär an Schülerinnen und Schüler, die bereit sind etwas mehr zu leisten. Der Aufwand ist klar grösser als bei einer normalen Matur.» Gleichzeitig habe der neue Lehrgang natürlich auch Vorteile: «Die Schüler können ihre Englisch oder Französisch Kenntnisse stark verbessern.» 80 Prozent der SchülerInnen werden sich nach Einschätzung Bruggmanns gegen den Mehraufwand entscheiden und den regulären deutschsprachigen Bildungsgang belegen.
20% der Schüler werden die zweisprachige Maturität wählen. Fotos: B.Imboden

Barbara Imboden

Anliegen der Schulleitung sei die Information der betroffenen SchülerInnen gewesen: «Sie sollen auf die verschiedenen Wahlmöglichkeiten gut vorbereitet sein.» Englisch ist beliebter als Französisch Die Bedürfnisse der SchülerInnen hatten Einfluss auf die Wahl der Zweitsprachen. «95 Prozent der Schüler wählen Englisch als Grundlagenfach», weiss Konrektor Bruggmann, «drei Prozent Italienisch und zwei Prozent Latein.» Diese Ausgangslage habe den Entscheid, eine englisch-deutsche Maturität anzubieten, massgebend beein-

flusst. Das Bedürfnis nach einer deutsch-italienischen Maturität sei hingegen kaum vorhanden: «Da sich unsere Schule in einem Kanton mit französischsprachiger Region befindet, drängte sich auch ein deutsch-französischer Bildungsgang förmlich auf.» Italienisch wird weiterhin als Grundlagen- und neu auch als Schwerpunktfach angeboten werden. Die SchülerInnen, die nach den Sommerferien in die Quarta eintreten, konnten sich bereits für die neuen zweisprachigen Maturitäten voranmelden. 29 SchülerInnen interessieren sich für den deutsch-englischen, sieben für

Der neue Rektor BI. Ab dem 1. August 2006 ist das Gymnasium Köniz-Lerbermatt in neuer Hand: Hanspeter Rohr (50) wird neu Rektor der Bildungsstätte an der Kirchstrasse 64 in Köniz. Rohr ist verheiratet und Vater zweier schulpflichtiger Kinder. Er hat die Ausbildung zum Gymnasiallehrer für Deutsch und Geschichte absolviert. Von 1990 bis 2006 war er Konrektor an der Wirtschaftsschule Thun. Rohr wird bei Arbeitsbeginn die Verantwortung für die zweisprachigen Maturitäten übernehmen.