november 2009 

Längenberg

Könizer zeitung Der Sensetaler

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Sie verdienen es zu verdienen
Künstler haben das Recht für ihr Werk entschädigt zu werden
RIGGISBERG – Im Rahmen eines Medienerziehungsprojekts hat Rapper Chocolococolo von den Mundartisten die Oberstufenschüler in Riggisberg über die Themen Kopier- und Urheberrecht aufgeklärt. Er ist einer von vielen Künstlern, die als Botschafter von «Respect Copyright» unterwegs sind.
«Schwenger» heisst der neuste Song von Rapper Chocolococolo (Hans-Jakob Mühlethaler). Hinter dem was er auf der Bühne in der Aula der Schule Riggisberg so locker, flockig präsentiert, steckt mehr Arbeit als man denkt: Der «Beat» komponierte ein Freund des Rappers. Der Text stammt aus eigener Feder. Und für die Umsetzung arbeitete Chocolococolo mit diversen Interpreten zusammen. Beim Mixen, Mastern, der grafischen Gestaltung, der Pressearbeit und dem Vertrieb waren ebenfalls Spezialisten im Einsatz. «Ohne fähige Leute im Hintergrund wäre eine CD-Produktion undenkbar», so der Langenthaler. Vom Geld, das man im Laden für eine CD bezahlt, bleibt dem Künstler am Ende nur ein Bruchteil. Von CDs kann man nicht leben «Mit CDs macht man heute nicht mehr das grosse Geld», weiss Rapper Chocolococolo aus eigener Erfahrung. «Eine CD mache ich nur aus Liebe zur Musik und weil ich gerne etwas in meinen Händen halten möchte.» Die Kosten der Produktion würden sich sozusagen mit den daraus entstehenden Einnahmen decken. Für den Musiker ist das Urheberrecht, d.h. das Recht des Künstlers an seinem Werk, deshalb besonders wichtig. Geht ein Song in Produktion, meldet Chocolococolo ihn bei der SUISA (Schweizerische Gesellschaft für die Rechte der Urheber musikalischer Werke) an. Diese vertritt seine Rechte. Für jeden Song, der sen schliesslich auch von etwas leben.» Deshalb rief er die Schüler dazu auf, ihre Idole als Fans echt zu unterstützen: «Besucht Konzerte und bezahlt für eure Musik!»
Barbara Imboden

Internet-Tauschbörsen: illegal oder legal?
Wer im Internet – egal ob gewerblich oder privat – Musik zum Download anbietet, ohne über die nötigen Urheberrechte zu verfügen, macht sich strafbar. Gesetzlich erlaubt ist hingegen das Herunterladen von Musik aus Tauchbörsen zum Eigengebrauch. Das gilt selbst dann, wenn es sich beim Anbieter um eine verbotene Tauschbörse (P2PNetzwerk) handelt. Die Grundidee von Peer-to-PeerNetzwerken wie zum Beispiel Kazaa oder Freenet ist das Filesharing, also das Herunterladen fremder und das Anbieten eigener Musik. Wer sich an einer solchen Tauschbörse aktiv beteiligt, verstösst gegen das Urheberrecht. Aber aufgepasst: Bei gewissen Tauschbörsen wie etwa Bittorrent ist es nicht möglich, Songs herunterzuladen, ohne gleichzeitig Musikstücke anzubieten. Nur wenn man das Bereitstellen von Songs ausschalten kann, ist eine legale Teilnahme möglich.

Respect ©opyright!
Chocolococolo beeindruckte die Schüler mit Rap- und Beatbox-Einlagen.
Foto: BI

im Radio gespielt wird, wird dem Musiker ein kleiner Betrag überwiesen. «Für mich als freischaffender Künstler ist diese Einnahmequelle sehr wichtig», erklärt der Rapper. Davon leben könne er aber nicht. Seinen Lebensunterhalt verdient Chocolococolo vor allem mit Konzerten und Workshops an Schulen (siehe dazu: workshop.mundartisten.ch). Echte Unterstützung gefordert Viele Songs und manchmal sogar ganze Alben werden heute

von Internet-Tauschbörsen (siehe Kasten) herunter geladen. «Solche Downloads tun uns Künstlern weh», klagt Chocolococolo. Gerade beim Hip Hop gebe es viele – auch sehr beliebte – Künstler, die von der Bildfläche verschwinden, weil sie kein Geld für neue Produktionen haben. Für ihn persönlich sei es in Ordnung, wenn man rasch online in einen Song herein höre, um abzuchecken, ob er einem gefalle. Ganze CDs gratis zu downloaden, findet der Rapper aber unfair: «Wir müs-

Ziel von «respect ©opyright!» ist es, mittels Information, Aufklärung sowie Motivation und Förderung von kreativem Schaffen im Rahmen von Schulveranstaltungen die Zielgruppe ab 12 Jahren mit dem Thema Urheberrecht vertraut zu machen. Getragen und lanciert wird das Projekt von den fünf schweizerischen Verwertungsgesellschaften: ProLitteris, Société Suisse des Auteurs (SSA), SUISA, SUISSIMAGE und SWISSPERFORM, alles NonProfit Organisationen. Die Botschaft lautet: Respektiere das künstlerische Schaffen und den kreativen Menschen!
www.respectcopyright.ch

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