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ETW A S Z U B I ETE N

„Fanta s te re i und Pla ne rro m a ntik“


Von Gabriele Krüper, 27.03.09, 18:30h

Ei n G u t a c h t e r g e h t m it d e r I d e e e i n e s „ Kre a t iv - Vie rt e ls “ fü r Mu c h h a r t
in s Ge r ic h t . Ei n e n w e it e r e n Ma rk t a u f d e m R a i ff e is e n g e lä n d e k a n n s i c h
Gu t a c h t e r Ka r u t z g u t v o rs t e ll e n .

MUCH Ein weiteres Gutachten zur Ortsentwicklung wurde


jetzt im Planungsausschuss vorgestellt. Dieses Mal lag
die Betonung auf dem Einzelhandel. Planer Michael
Karutz vom Büro City-Management (Cima), der auch für
Neunkirchen-Seelscheid die Analyse erstellt hat, äußerte
einige originelle Ansichten, die aufhorchen ließen. So
bewertete er das im Marketing- und
Much hat durchaus etwas Entwicklungskonzept entworfene „Kreativ-Viertel“
zu bieten. Im Ortskern
machen 53 Betriebe 36,5
zwischen Bauhof und Kirche als „reine Fantasterei“ und
Millionen Euro Umsatz. „Planerromantik“.
BILD: KRÜPER

Außerdem riet der Cima-Vertreter strikt von einer


Verlagerung des Discounters aus dem Wahnbachtal zum St dort am
Raiffeisenmarkt ab. „Eine Verlagerung wäre eine Verballhornung des Konzepts“,
sagte Karutz. Sie würde würde das Gleichgewicht an der Wahnbachtalstraße
gefährden, wo sich Vollsortimenter und Discounter ergänzen.

Diese Idee, dass Aldi an einen Umzug auf das Raiffeisengelände an der Dr.-
Wirtz-Straße denkt, wurde im Ausschuss thematisiert. Beigeordneter Norbert
Büscher milderte die strikte Aussage des Gutachters ab: „Wenn sich am
Wahnbach wieder ein Discounter ansiedelt, wäre die Sache in Ordnung“.

Ansonsten nämlich befürwortet der Gutachter durchaus einen weiteren Markt auf
dem Raiffeisengelände. Nach statistischen Prognosen würde ein solcher Markt
4,7 Millionen Euro Umsatz machen. 3,2 Millionen würden neu ins Dorf fließen
wegen des neuen Angebots; die restlichen 1,6 Millionen würden auf das Konto
des Verdrängungswettbewerbs gehen. „Dieser Wettbewerb findet aber
vornehmlich zwischen den Discountern statt “, prophezeihte Karutz. Bei den
übrigen Einzelhandelsgeschäften sei mit einem Kaufkraftabfluss von sechs bis
acht Prozent zu rechnen.

Ein weiterer Eckpunkt in seinem Papier: Das Gelände des Bauhofs so von
Geschäften freigehalten werden - ebenso die als „Brückenschlag“ deklarierte
Zone an der Straße „Zur Schweiz“ , die vom Planer des Marketingkonzepts 2003
zum „Kreativ-Viertel“ für die Ansiedlung von kleinen Läden und Werkstätten
ernannt worden war. Die Gefahr sei zu groß, sagte Planer Karu jetzt, dass sich
der Handel ans südliche Ortsende verlagert, was dem Einze andel im Kern
abträglich sei. Die SPD konnte sich angesichts dieser Äußerungen nur bestätigt

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fühlen: Sie hält die Idee eines Kreativ-Viertels seit Jahren für eine
„Luftnummer“.

Laut Gutachten bestehen im Kernort Much 53 Betriebe mit 36,5 Millionen Euro
Umsatz - in der ganzen Gemeinde existieren 79 Betriebe mit einem
Gesamtumsatz von 40,5 Millionen Euro. Die Sparte Leben mittel / Reformwaren
ist gegenüber dem Bundesdurchschnitt deutlich unterrepräs tiert.

Neben den 40,5 Millionen Euro, die in Much bleiben, geben Mucher Bürger 43,8
Millionen Euro woanders aus. Bürger von außerhalb lassen rund d Millionen
Euro in Mucher Geschäften. Dem örtlichen Einzelhandel stellte arutz ein
positives Zeugnis aus.

Der Planungsausschuss beschloss einstimmig, das Gutachten fertig stellen zu


lassen; er war einverstanden mit der für den Ortskern vorgelegten
Sortimentsliste.

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