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„Wer sich mit den körpersprachlichen Signalen befasst, wird mehr Einfühlungs- vermögen und Ver- ständnis für
„Wer sich mit den körpersprachlichen Signalen befasst, wird mehr Einfühlungs- vermögen und Ver- ständnis für

„Wer sich mit den körpersprachlichen Signalen befasst, wird mehr Einfühlungs- vermögen und Ver- ständnis für die Situa- tion entwickeln; zugleich wird er sich auch selbst, sein ei- genes Denken und Handeln besser ver- stehen“

ShortBooks „Wissen ist Macht“

Signale des Körpers

Körpersprache verstehen

Von Vera F. Birkenbihl

Taschenbuch: 265 Seiten Verlag: Mod. Verlagsges., München Erscheinungsdatum: 2001 ISBN: 3478088623 Preis: EUR 8,90

Hauptaussagen

Bei der Interpretation der körpersprachlichen Signale ist es un- verzichtbar eine Erfolgskontrolle durchzuführen.

Wenn man sich seiner eigenen Körpersprache nicht bewusst ist, wird es einem sehr schwer fallen, die Signale anderer richtig zu deuten.

Es gibt keine universellen Grundregeln, die über alle Kulturen all- gemeingültig die Deutung der Körpersprache beschreiben. Alles muss im Zusammenhang betrachtet werden.

Wir nehmen die non-verbalen Aussagen immer, aber meist un- bewusst wahr.

Plötzliche Veränderungen in der äußeren Haltung reflektieren ei- ne Veränderung der inneren Haltung.

„Die „Geheim“ - Spra- che des Körpers zu verstehen, kann jeder lernen. Worauf es da-

„Die „Geheim“ - Spra- che des Körpers zu verstehen, kann jeder lernen. Worauf es da- bei ankommt, steht in diesem Buch.“

„Signale der Inhalts- ebene liefern Informa- tionen, während die Signale der Bezie- hungsebene Informa- tionen über die Infor- mationen liefern.“

„Wenn der Geübte meint, körpersprachli- che Signale „verstan- den zu haben“, be- müht er sich um die (Erfolgs-) Kontrolle, statt anzunehmen, er habe den anderen durchschaut.“

Rezension

Vera F. Birkenbihl versteht es gut, uns die Grundlagen der körpersprach- lichen Betrachtung zu vermitteln. Als Leiterin des Institutes für gehirnge- rechtes Arbeiten, hat sie dieses Buch hervorragend konzipiert. Es ist als Ratgeber zu verstehen, nicht als Lehrbuch.

Allein die Definition der zu betrachtenden Bereiche ist bereits eine große Hilfe in der Untersuchung der körperlichen Kommunikationsebene. Alle Kapitel sind auch einzeln zu lesen und werden durch Merksätze auf den Punkt gebracht. Viele Fallbeispiele aus dem täglichen Leben machen die Lektüre dabei angenehm locker, entbehren aber nicht der entsprechen- den Analysen.

In diesem Buch wurde ausdrücklich nicht versucht, ein Universalwörter- buch zur Aufgliederung der körpersprachlichen Signale zu erstellen, son- dern man erhält immer wieder den Hinweis, die gefundenen Interpretatio- nen durch Kontrollfragen zu überprüfen.

Unbedingt lesenswert für alle Menschen, die an sich selbst und anderen interessiert sind.

ShortBook

Wir differenzieren unsere Kommunikation in wenigstens zwei Bereiche, die sprachliche Ebene und die der Körpersprache. Nach Watzlawick nen- nen wir die verbale (digitale) Ebene die Inhaltsebene und die der Körper- sprache (analog) die Beziehungsebene. Beide finden immer gleichzeitig statt. Die Signale der beiden, stimmen entweder überein, sind also kon- gruent oder nicht, also inkongruent. Wobei Kongruenz überzeugt und die Abwesenheit einer Signalgruppe als Inkongruenz zu betrachten ist. Eine häufige Ursache für Inkongruenz ist Unsicherheit, die aber schnell falsch interpretiert werden kann. So werden schüchterne Menschen oft als arro- gant bezeichnet.

Die Basis gezielter Beobachtung Der erste Eindruck von einem Menschen besteht aus einer Vielzahl von Wahrnehmungen in kurzer Zeit, die wir alle gleichzeitig betrachten. Dabei spielen viele verschiedene Signale eine Rolle, deren Differenzierung nur mit gezielter Wahrnehmung bewusst vorgenommen werden kann. Bei allen Auswertungen ist jedoch immer zu beachten, die Rückschlüsse aus den Hinweisen auch zu kontrollieren. Man kann sich immer irren und sich damit schnell eine falsche Meinung von seinem Gegenüber bilden.

Erst die Erfolgskontrolle ermöglicht ein systematisches Lernen und bringt Fehler in der Auslegung zu Tage. Sie können mit gezieltem Nachfragen Klarheit erlangen. Stellen Sie offene Fragen wie, „Wie sehen Sie denn das?“ oder: „Was meinen Sie dazu?“. Fragen Sie geschlossen, „Du scheinst verärgert zu sein?“ oder „Ich habe den Eindruck, das Dir was nicht passt, stimmt das?“. Sehr effektiv ist auch das Schweigen, denn die meisten Menschen beginnen zu sprechen wenn ihr Gegenüber schweigt. Lassen Sie einen Satz unvollendet im Raum stehen und geben Sie damit dem Anderen die Möglichkeit sich zu äußern.

„Jemand der sich sei- ner eigenen Körper- sprachlichen Signale nicht bewusst werden kann, wird die

„Jemand der sich sei- ner eigenen Körper- sprachlichen Signale nicht bewusst werden kann, wird die Signale anderer nie exakt re- gistrieren können.“

„Je gerader jemand steht, desto aufrechter ist seine innere Hal- tung. So ein Mensch ist weder unsicher (Neigung nach vorne) noch überheblich (Neigung nach hin- ten).“

„Augenkontakt im Sinne von Kontrollbli- cken stellt einen we- sentlichen Aspekt der erfolgreichen Ge- sprächsführung dar.“

Kriterien gezielter Betrachtung

Haltung:

Hiermit sind alle Bewegungen gemeint die die Körperhaltung verändern, wie etwa wippen auf den Fußballen oder das Überschlagen der Beine.

Mimik:

Das betrifft alle Erscheinungen im Gesicht und beinhaltet auch psycho- somatische Prozesse wie das Blasswerden.

Gestik:

Dies sind alle Gebärden der Arme und auch Handlungen wie z.B. das Öffnen eines Fensters.

Abstand:

Gemeint sind Veränderungen in der Distanz zu anderen, wie z.B. unver- mittelt einen Schritt zurückzutreten.

Tonfall:

Hier sind alle Erscheinungen des Sprechens gemeint, die keinen Inhaltli- chen Bezug darstellen, wie etwa die Sprachmelodie, Sprechpausen, Lautstärke, Sprachrhythmus usw. Hierzu zählen auch Laute wie Seufzen, Stöhnen oder das Schnalzen mit der Zunge.

Üben Sie die Verbalisierung solcher Signale z.B. beim Betrachten einer Talkshow, damit Sie diese schnell benennen können. Beobachten Sie sich auch selbst und ordnen Sie Ihre Handlungen den oben genannten Kriterien zu, denn wenn Sie sich Ihrer eigenen Signale nicht bewusst sind, wird es Ihnen schwer fallen, die Signale bei anderen zu registrieren.

Die Interpretation Beachten Sie, dass grundsätzlich keine körperliche Haltung oder Bewe- gung eine spezifische Bedeutung hat, denn Sprache und Körpersprache sind immer voneinander abhängig.

Haltung Man kann von der äußeren Haltung auf die innere Haltung schließen. Der Volksmund sagt: „Er steht mit beiden Beinen im Leben“, oder jemand ist stand-haft, dies zeigt sich auch in der körperlichen Haltung eines Men- schen. Differenziert werden drei Grundhaltungen: nach vorn geneigt sig- nalisiert Unsicherheit, Neigung nach hinten Überheblichkeit und eine ge- rade Haltung bedeutet Offenheit. Achten Sie bei der Betrachtung einfach darauf ob der Körperschwerpunkt vor oder hinter dem Becken liegt. Glei- ches gilt bei Sitzhaltungen, bei denen z.B. die vorgebeugte Haltung auf der Kante des Stuhles sitzend , als Fluchtposition bezeichnet wird. Ein interessanter Hinweis ist auch der nach Susmann definierte Nase- Nabel-Kontakt. Sie haben das ganze Interesse ihres Gegenüber, wenn sich Ihnen nicht nur die Nase (Augen), sondern auch der Nabel und damit auch der gesamte Brustraum zuwendet. Grundsätzlich dürfen Sie davon ausgehen, das jede plötzliche Verände- rung der äußeren Haltung Reflektion der inneren Haltung ist.

Mimik Hier wird eine Dreiteilung des Gesichtes vorgenommen.

Der Stirnbereich gibt Aufschluss über die Prozesse des Denkens und Analysierens. Die Bildung von waagerechten Stirnfalten zeigt eine stark in Anspruch genommene Aufmerksamkeit an, während senkrechte Stirnfal- ten andeuten, dass die gesamte Aufmerksamkeit mit hoher Konzentration sich auf etwas oder jemanden richtet.

Das Mittelgesicht bezeichnet den Bereich der Augen, der Nase und der

„Es ist nicht verwun- derlich, wenn wir beo- bachten, das ein aku- tes Wahrnehmenwol- len

„Es ist nicht verwun- derlich, wenn wir beo- bachten, das ein aku- tes Wahrnehmenwol- len häufig mit einem teilweise oder ganz geöffneten Mund ein- hergeht.“

„Wenn wir inkon- gruente Signale wahrnehmen, lernen wir lediglich, dass In- kongruenz stattgefun- den hat, wir wissen aber noch nicht, wor- auf diese zurückzu- führen ist.“

„Es gibt einen direkten Bezug zwischen der Missachtung der räumlichen Zone des anderen und seinem Gefühl, ihm im über- tragenen Sinne zu nahe zu kommen.“

Wangen, inklusive der Oberlippe. Den Augen kommt hierbei die größte Bedeutung zu, denn der Augenkontakt heißt so, weil er als Inhalt den Kontakt hat. Bei Gesprächen ist es also wichtig den Augenkontakt wie- derholt aufzunehmen, um die Aufmerksamkeit zu prüfen und zu vermit- teln. Wenn sie in Verhandlungen stehen ,vermeiden sie es beim Nachdenken zu oft wegzublicken, denn so können Ihnen wertvolle Signale des ande- ren nur allzu leicht entgehen.

Der Mund und das Kinn. Wahrnehmungsbereitschaft wird mit einem leicht oder ganz geöffneten Mund signalisiert, während ein verkniffener Mund mit schmal zusammen- gepressten Lippen durchaus bedeuten kann, das man nichts wahrneh- men will. Allerdings kann man die Lippen auch fest zusammenpressen oder darauf beißen, wenn man etwas nicht sagen will. Wie der Volks- mund sagt: “Verkneif Dir das!“ Und da wir gerade bei Volksweisheiten sind, sagt uns der chinesische Volksmund: “Wer nicht lächeln kann, sollte keinen Laden eröffnen.“ Dies bedeutet das ein Mensch, der nicht lächeln kann, nicht im Reinen mit sich selber ist, nicht zufrieden ist, mit dem was er macht.

Das Kinn verfügt über begrenzte mimische Möglichkeiten, ist aber nicht ohne Aussage. Energisches Durchsetzen wird oft begleitet von einem nach vorne gereckten Kinn, bei passivem Genießen wird es eher zurück- gezogen.

Alle drei Bereiche des Gesichtes sind nur in Verbindung miteinander aus- sagekräftig zu interpretieren.

Gestik „Große Worte, große Gesten.“ So nennt es der Volksmund. Wir betrach- ten hier die Sprache der Hände, die unterstreichendes Ausdrucksmittel des gesprochenen Wortes ist. Laut Strehle entspricht der Umfang der Gebärden dem lautlichen. Zu großen Gebärden wird auch laut gespro- chen. Umgekehrt ist es genauso, die leisen Worte werden auch mit klei- nen Gesten untermalt. Je mehr die Emotionen angesprochen werden, desto betonter werden auch die Gesten.

Kongruenz in der Inhalts- und Beziehungsebene sind, wie wir am Anfang gelernt haben, sehr überzeugend. Auffällig wird es erst, wenn die digita- len und analogen Signale inkongruent werden, was uns aber nur die Feststellung dessen erlaubt und noch keine Rückschlüsse auf die Ursa- che zulässt. Wiedereinmal gilt es zu betonen, die erhaltenen Informatio- nen durch Kontrollfragen zu überprüfen.

Die persönlichen räumlichen Zonen Es wird in diesem Zusammenhang zwischen verschiedenen Zonen die einen Menschen umgeben unterschieden:

- Intimzone

- Persönlicher Zone

- Sozialer Zone

- Öffentlicher Zone

Der angelsächsische Sprachraum bedient sich bei der Beschreibung der „Intimzone“ des Wortes „bubble“, das in etwa dem Wort „Blase“ ent- spricht. Sie wird mit etwa einer halben bis ganzen Armlänge Abstand um einen Menschen herum definiert. Als Basis für das Betreten dieser „Intim- zone“ gilt das Vertrauen. Wenn diese durch jemand anderen missachtet wird, richtet sich die Missachtung auch gegen die Person selbst. Bei stei- gendem Ansehen eines Menschen erweitert sich der Bereich der Intimzo- ne bei diesem. Dieser Sachverhalt wird am Beispiel eines Abteilungslei-

„Wenn Sie also ler- nen, auf die Sprach- melodie zu achten, werden Sie z.B. am

„Wenn Sie also ler- nen, auf die Sprach- melodie zu achten, werden Sie z.B. am Telefon eine Vielzahl zusätzlicher Informa- tionen gewinnen kön- nen, da hier sichtbare körpersprachliche Signale fehlen.“

„Soweit wir wissen, gibt es kein einziges körpersprachliches Signal, welches als ein universalgültiges Symbol angesehen werden kann.“

als ein universalgültiges Symbol angesehen werden kann.“ ters deutlich, dem man auf keinen Falle zu dicht

ters deutlich, dem man auf keinen Falle zu dicht auf die „Pelle“ rückt, da man ihm eine größere „Intimzone“ als bei anderen Personen einräumt.

Die „Persönliche Zone“ beginnt am Ende der „Intimzone“. Dort dürfen alle Personen verweilen, die nicht unsere „Intimzone“ betreten dürfen, aber auch nicht so unbekannt sind, das sie aus der „Persönlichen Zone“ aus- gegrenzt werden. Dies wären z.B. Freunde oder Menschen zu denen wir ein herzliches Verhältnis haben.

Die „Soziale Zone“ ist für den oberflächlichen Kontakt, grenzt an die „Per- sönlichen Zone“, und ist z.B. für Kollegen, Bekannte und Chefs reserviert. Der restliche Raum wird als „Öffentliche Zone“ verstanden.

Der Tonfall Der Tonfall beinhaltet den Sprachrhythmus und die Sprachmelodie, wobei erster kaum Informationswert beinhaltet aber sehr auffällig ist, wenn er den Erwartungen nicht gerecht wird. Die Sprachmelodie hingegen bein- haltet reichhaltige Informationen darüber, wie etwas gemeint ist. Hier ist die Ironie am markantesten. Unter Tonfall ordnen wir auch die Sprechgeschwindigkeit zu, die im be- reich von 200 bis 500 Silben pro Minute liegt. Wie sehr wir unbewusst auf den Tonfall achten, wird mit einem kleinen Experiment deutlich. Begrüßen Sie auf der nächsten Party Ihre Gäste doch einmal mit den Worten: „Wie blöd, dich wiederzusehen.“ und benutzen sie den Tonfall der Worte: „Wie schön, dich wiederzusehen.“ Sie werden bemerken, das es kaum einem auffallen wird.

Unterschiede von Signalen in verschiedenen Kulturen. Dass bei der Interpretation der verschiedenen körpersprachlichen Signa- le, Gepflogenheiten kulturellen Ursprungs auch zu berücksichtigen sind, wird am Beispiel Indiens sehr deutlich. Dort gilt das seitliche Schütteln des Kopfes als Bestätigung, also als verbales „Ja“. Interpretieren Sie dies nach unseren körpersprachlichen Signalen erhalten sie ein „Nein“. Dies ist nur ein Beispiel für die Vielfalt der Deutungsmöglichkeiten der analo- gen Ebene. Seien Sie also auf der Hut vor voreiligen Schlüssen. Es scheint kein einziges körpersprachliches Signal zu geben, das in allen Kulturen gleich zu interpretieren wäre.

Zum Autor

Vera F. Birkenbihl leitet das Institut für gehirngerechtes Arbeiten und ist mit mehr als 350.000 Besuchern eine der ganz großen der Seminarsze- ne. Sie referiert über Brain- Management, Kommunikation, Persönlich- keitsentwicklung, Zukunftstauglichkeit und über die Psychologie des Er- folges und Versagens. Ihre Publikationen sind in mehrere Sprachen ü- bersetzt worden und deren Gesamtauflage beträgt derzeit mehr als 2 Millionen Exemplare.