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Karen Horn

Welches Wirtschaftssystem passt zur offenen Gesellschaft?

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Der Text dieser Broschüre erschien zuerst in dem von Peter Altmiks und Jürgen Morlok herausgegebenen Sammelband: Noch eine Chance für die Soziale Marktwirtschaft? Rückbesinnung auf Ordnungspolitik und Haftung; Olzog Verlag, München 2012. Die Wiederveröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlages. Impressum: Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit Initiativen Management Sascha Tamm Reinhardtstraße 12 10117 Berlin Telefon: 0 30.28 87 78 35 Fax: 0 30.28 87 78 39 info@fortschrittsinitiative.org www.fortschrittsinitiative.org Produktion COMDOK GmbH Büro Berlin 1. Auflage 2013

Welches Wirtschaftssystem passt zur offenen Gesellschaft? Karen Horn .

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1 Der Ansatz von Aristoteles 3.Inhalt 1. Charakteristika der offenen Gesellschaft 5. Markt und Politik 3. Beschränkung des Staates auf Ordnungspolitik Über die Autorin 5 7 8 8 9 11 13 14 15 20 . Mensch und Markt 3. Die Hayek´sche Wissensteilung 6.2 Der Ansatz der Scholastik 4. Welches Wirtschaftssystem passt zur offenen Gesellschaft? 7. Die offene Gesellschaft 2.

4 .

We must go on into the unknown.1 1. Er ist allerdings sogar noch ein wenig älter. Henri: Die beiden Quellen von Moral und Religion. then we must try to fortify ourselves with a clear understanding of the simple decision before us. if we are tempted to rely on others and so be happy. Karl: ebenda. später britische Philosoph Karl Popper in seinem Buch „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“. 214. Popper. S. 1 2 3 Popper. using what reason we may have to plan as well as we can for both security and freedom”. 5 „There is no return to a harmonious state of nature. and to base decisions on the authority of their own intelligence (after discussion). Karl: The Open Society and Its Enemies. then we must go the whole way – we must return to the beasts. die offene Gesellschaft – dieser Terminus ist fast so positiv besetzt und bekannt wie die „Soziale Marktwirtschaft“. It is an issue which we must face squarely. der ihn 1932 eingeführt hatte. Frankfurt 1932/1992.”3 Der immer wieder aufkommende Mystizismus ist für Popper ein Zeichen der modernen Sehnsucht der Menschen nach der verlorenen Einheit und dem Wahrheitsmythos der geschlossenen Gesellschaft und der Reaktion gegen den Rationalismus der offenen Gesellschaft. If we dream of a return to our childhood. 1: The Spell of Plato. Den Begriff „offene Gesellschaft“ benutzte der berühmte erst österreichische. then there is only one way. But if we wish to remain human. if we shrink from the task of carrying our cross. in dem er den geistigen Wurzeln des Totalitarismus auf der Spur war und das 1945 erschien. Bergson. If we turn back. „The closed society is characterized by the belief in magical taboos. the cross of humaneness. 216. Die offene Gesellschaft The open society. hard though it may be for us to do so. Vol. S. of reason. while the open society is one in which men have learned to be to some extent critical of taboos. London1945/2005. . if we lose courage and flinch from the strain. of responsibility. the uncertain and insecure. We can return to the beasts. the way into the open society.2 Im Unterschied zu Bergson zielt Poppers Differenzierung zwischen der geschlossenen und der offenen Gesellschaft auf den Umgang mit der Vernunft. er benutzte ihn ein wenig anders als der französische Philosoph Henri Bergson.

Privatsphäre und individueller Entfaltungsmöglichkeit entwickelte. Frischen Wind gibt es nur mit Offenheit. ein Konzept. Offenheit gilt uneingeschränkt als etwas Positives. dass die beiden Elemente nicht etwa unverbunden neben einander stehen. beging er in seiner Freiheitsphilosophie einen entscheidenden Denkfehler. die Frieden stiften und „das Prinzip der Freiheit auf dem Markte mit dem des sozialen Ausgleichs“ produktiv verbinden sollte. bot sich MüllerArmacks „irenische Formel“ an. Mill erschien „die Gesellschaft“ als organische. Vielfalt. Interaktion und Fortschritt ermöglicht. so sollte die Gesellschaft außerdem normalerweise kein Projekt der Gestaltung sein. Die „offene Gesellschaft“ hatte niemals mit einem solchen konstitutiven inneren Konflikt zu kämpfen. . ohnehin nicht gegen einen a priori vorhandenen negativen Leumund wehren – außer vielleicht in der Wahrnehmung und in den Schriften eines John Stuart Mill. verwendete ihn erstmals in seinem Werk „Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft“. der sich einst unter dem Druck der so strikten wie verklemmten viktorianischen Gesellschaft Englands krümmte und eine schier unstillbare Sehnsucht nach Toleranz. Auch wenn es leider oftmals in der Politik anders gesehen wird. 4 Müller-Armack. als Zeichen von Freiheit. das Selbstverwirklichung. anders als die Marktwirtschaft. Müller-Armack schwebte dabei vor. Gerade weil sich der Markt und das Soziale nicht von selbst schon harmonisch zu einem Ganzen zu fügen schienen. das von der kreativen Spannung. Der Begriff der Gesellschaft wiederum muss sich. Alfred: Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft. Düsseldorf 1947/1999.4 Dabei ist die „Soziale Marktwirtschaft“. insoweit per se geschlossene Entität und damit als wahrhaft beängstigender Moloch – fast wie der staatliche Leviathan. von dem zumindest vordergründigen Widerspruch seiner beiden Bestandteile lebt. Abgesehen von Mills Befindlichkeit jedoch. als etwas. Der Kölner Ökonom und Kultursoziologe Alfred MüllerArmack. der Begriff „Soziale Marktwirtschaft“ kam zwei Jahre später auf. welche die Gesellschaft per se als geschlossen setzt und negativ überhöht.6 Der Begriff der offenen Gesellschaft im spezifischen Sinne Poppers entstand also im letzten Kriegsjahr 1945. kann der Blick auf die Gesellschaft heute ein neutraler bleiben. Freizügigkeit. späterer Staatssekretär für europäische Angelegenheiten im Bundeswirtschaftsministerium. indem er ihnen dasselbe Gewicht zubilligte wie staatlicher Willkür und staatlichem Zwang. schon von Müller-Armack in großen Lettern geschrieben. sondern „atmend“ einander durchdringen und so etwas ganz Neues ergeben sollten: Die soziale Marktwirtschaft ist auf jeden Fall mehr als die Summe ihrer beiden Bestandteile. Weil John Stuart Mill so sehr – und durchaus nachvollziehbar – unter der beengenden Last sozialer Konventionen litt.

Sie aktiv zu gestalten. eine definitorische Abgrenzung. In diesem Sinne kann letztlich selbst eine Zentralverwaltungswirtschaft den Markt nicht unterdrücken. konstituiert einen Markt.und Tauschmittels Geld. er kann ineffiziente Ergebnisse zeitigen und unter seinem Wertschöpfungspotential zurückbleiben. mit anderen Menschen eine Gesellschaft bildet. denen es ja immerhin um Ordnungspolitik zu tun ist. sondern sich in Gemeinschaften zusammenfindet und. Jedes Tauschgeschäft. er kann durch totalitäre Macht oder echte Alternativlosigkeit erzwungen sein und vollkommen bar bleiben der üblichen positiven Kollateralwirkung. Und dass das nicht gleichgültig ist. 7 anders als der Markt. wie die Gesellschaft. dann wäre es nämlich gleichgültig. kann grob verzerrt sein. die wenig kontroverses Potential besitzt. Markt ist. das stattfindet. Wesentlich sind mithin die Bedingungen. Einerseits ist auch er. was er zu bieten hat. Markt ist. Der Markt indes hat zwei Gesichter. nach Dienstleistungen oder auch nach intangiblen. So wie der Mensch von Natur aus nicht als Monade existiert. eine ontologische Konstante. In diesem Sinne ist der Markt eine ontologische. Der wirtschaftliche Austausch. Mensch und Markt Der Mensch ist ein soziales Wesen. Es reicht nicht. sei es als Barterhandel oder unter Einsatz des von Menschen erdachten Wertaufbewahrungs. immateriellen Dingen äußern und zueinander finden – zum Beispiel nach Ideen. sie kann ihn nur verzerren und verschieben. aber gleichzeitig ist er eine Institution und damit ein nicht zuletzt politisches Projekt. sollte das langjährige Experiment mit dem real existierenden Sozialismus hinreichend bewiesen haben. in den Menschen treten. wo gehandelt wird. und er kann nur in Gemeinschaft überleben. wo Geschäfte abgeschlossen werden. Vertrauen zu erzeugen. wo die Präferenzen und Wertschätzungen der Menschen aufeinander treffen und der einzelne mit dem. einen Spiegel vorgehalten bekommt. Zugleich ist der Markt aber auch ein Projekt. abstrakter. Er entsteht aus und in Gemeinschaft. sondern bloß ein soziologischer Fakt und zugleich auch nur ein logisches Konstrukt. wo sich Angebot und Nachfrage nach Gütern. Markt ist überall dort. Markt ist überall dort. Vom Markt würde derlei kaum jemand behaupten. auch die Liberalen nicht. ist stets ein Übergriff. Die Gesellschaft entwickelt sich. soziale Konstante. aber auch nach Anerkennung und Zuneigung. so treten Menschen auch miteinander in wirtschaftlichen Austausch. dass Menschen irgendwie miteinander in Austausch treten. ob man sich in einer Marktwirtschaft oder in der Planwirtschaft befände. Die Gesellschaft ist keine Institution. unter denen sich Markt konstituiert und unter denen der Austausch auf der . 2.

sondern deutlich älter. Wesentlich ist mithin die Institution. zügeln. heißt freilich nicht. kontrollieren. die ihm den Rahmen steckt. . dass es einen Widerspruch geben könnte zwischen Gewinnstreben. eindämmen.8 Plattform des Markts stattfindet. Der Markt braucht die Politik. Mit der Frage. und immer war der Ausgangspunkt die Empfindung oder der Verdacht. dient uns kurioserweise auch als Feindbild. der in seinen beiden Werken „Politik“5 und „Nikomachische Ethik“6 ein zwar ethisch motiviertes. hat uns die spontane kulturelle Evolution im Laufe der Zeit von selbst entdecken lassen und hervorgebracht: Es braucht verbindliche privatrechtliche Regeln. 3. haben sich die Menschen zu allen Zeiten befasst. aber dennoch einigermaßen geschlossenes System auch der ökonomischen Ideen entworfen hat. 3. das dazu führt. Chr. eine unparteiische Justiz.1 Der Ansatz von Aristoteles Es begann mit Aristoteles (384-322 v. Welche institutionellen Bedingungen dies idealerweise konkret sein sollten. Und genau das macht den Markt auch zu einem Projekt. ein Rechtssystem. dass dies auch in der richtigen Weise geschieht? Der Markt leidet traditionell unter einem Stigma. dem ersten Philosophen unter den antiken Griechen. Stuttgart 1986. Aristoteles: Nikomachische Ethik. man unterstellt ihm eine Neigung zu Exzessen und will diese unterbinden. wie man vielleicht glauben könnte.). ihn ermöglicht und einhegt. Aber wer garantiert. das sich auf dem Markt ausdrückt. dass sie sich auch von selbst erhalten. Es braucht Vertragsfreiheit. wie sich der Markt und die Moral zueinander verhalten. Und das hat Tradition. Man will den Markt regeln. dass sein Eigenwert gering geschätzt wird. Der Markt. Dass er sich die Frage nach der Verbindung von Wirtschaft und Moral stellte. Markt und Politik Damit konstituiert sich freilich auch die schwierige Verbindung von Markt und Politik. dass 5 6 Aristoteles: Politik. Es braucht Wettbewerb und freien Marktzutritt für jedermann. Eigentum und Haftung. Die institutionelle Verankerung und dauerhafte Absicherung des Marktes ist eine Gemeinschaftsaufgabe – eine Gemeinschaftsaufgabe der Ordnungspolitik. die Herrschaft des Rechts. hat damit zu tun. und der Moral. Stuttgart 1989. der doch allen dient. Der Markt als gemeinschaftliche Infrastruktur muss institutionell gesichert und darüber hinaus auch von einer Mentalität der Freiheit getragen werden. Dass die kulturelle Evolution diese Dinge hat finden lassen. Und das ist nicht etwa eine christliche Erfindung.

Einschlägig ist hier vor allem die „Summa theologica“ des Thomas von Aquin. dass der Grenznutzen des Geldes nicht so schnell abnimmt wie der Grenznutzen anderer Güter. Bezogen auf den Markt heißt das: die Verstandestugend leitet uns an. auf dass uns unsere Fertigkeit dabei nicht zur nackten Gier verleitet. ein Gewinnstreben als materialistischer Selbstzweck nicht. Dementsprechend unterschied Aristoteles auch mit Blick auf das Gewinnstreben bzw. Ein Erwerb. dass wir uns die richtigen Ziele setzen. und die sittliche Tugend bremst uns in unserem Gewinnstreben auf dem Markt. die sittliche Tugend. wie Aristoteles noch wähnte. aus dem 13. dass Wirtschaften kein Nullsummenspiel ist. Die sittliche Tugend sorgt bei Aristoteles dafür. Aristoteles hatte erkannt. Jahrhun- . Das ethische Ziel ist „das gute Leben“. 9 Aristoteles den breiten Blick pflegte und so den Menschen als soziales und politisches Wesen betrachtete – eine Breite des Ansatzes. bei der es um das Haushalten. die Erwerbskunst zwei Richtungen: die Ökonomik. diese möglichst auch zu erreichen. und die Verstandestugend hilft uns dabei. die für das gute Leben notwendig sind. und den naturwidrigen Erwerb. und wann? Und wo verläuft die Grenze? Wie entstehen in einer Gesellschaft die gemeinsamen Werte und Konventionen. der rasch zum Selbstzweck degeneriert und keine Schranken mehr kennt. 3. solche Grenzen festzulegen? Mit beiden Fragen hat sich sehr viel später Adam Smith auseinandergesetzt.2 Der Ansatz der Scholastik Eine nächste Etappe in der Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen Markt und Moral wurde mit der Scholastik erreicht. Damit öffnete er den Blick dafür. Die Frage nach dem möglichen Schaden für Dritte beantwortete er mit seiner Erklärung der Arbeitsteilung. und die Chrematistik. die Glückseligkeit. Deshalb lehnte er auch den Zins strikt ab. die mit der Vollendung der Tugend einhergeht. Hier gibt es wieder zwei Niveaus: den naturgemäßen Erwerb. der Einhegung durch die höhere. Und die Tugend selbst kennt zwei Abteilungen: die sittliche Tugend und die Verstandestugend. den Erwerb dieser Mittel. die es erlauben. fand seine Billigung nicht. Die Verstandestugend ist somit ein Mittel zum Zweck und bedarf der Kontrolle. der nur der Geldvermehrung dient. Aber wieso eigentlich. Wir haben hier bei Aristoteles also den klassischen Befund: Ein gemäßigtes Gewinnstreben auf dem Markt wird toleriert. der maßvoll mit den materiellen Gütern und dem Geld umgeht. Die sittliche Tugend ist der Verstandestugend übergeordnet. wenn niemand zu Schaden kommt? Oder ist das unausweichlich? Wieso. effizient zu wirtschaften und einen Gewinn zu erzielen. die kluge Verwendung der materiellen Mittel geht. die erst etwa zwei Jahrtausende später Adam Smith wieder aufgriff.

“7 Das soll heißen: Erst eine Sozialbindung des Gewinns adelt den Gewinn. wann einer sich auf den Handel verlegt des öffentlichen Nutzens wegen. sondern als Lohn der Mühe erstrebt. aber nicht unmittelbar intendiertes Nebenprodukt eines Tuns abfallen. Er sollte nur der Vergegenwärtigung dienen. welcher der Zweck des Handels ist. oder auch. auf die Erhaltung seines Hauses hinordnet.10 dert. dann darf dieser nicht über das Maß hinausgehen. Es hat sich bis heute nicht viel verändert an der Art und Weise. das sich anderen höheren Zwecken verschreibt. Das Bauchgefühl gegenüber dem Markt ist nach wie vor ein ungutes. aber als sittlich „niedrig“ einstufte. wie die Menschen an den Markt und an die Frage der Vereinbarkeit von Markt und Moral herangehen. Auch Aquinus haderte immer noch mit dem Handel auf dem Markt. Thomas von: Summe der Theologie. Auch Aquinus konnte sich. er reicht nur weiter. aber er machte auch hier die Tür ein Stück weit auf. um den Bedürftigen zu helfen. Der Handel produziert eben nicht. insbesondere in Form des entgangenen Gewinns oder als Lohn für eine Kapitalbeteiligung. dass der Gewinn auf irgendeinen notwendigen oder auch ehrenmaßlichen Zweck hingeordnet wird. mag zwar im Eigenwesen nicht etwas Ehrenmaßliches oder Notwendiges in sich haben. oder auch. bleiben damit problematisch. Eine Freigabe für Materialismus und Hedonismus sieht anders aus. wie wir es immer 7 Aquin. Aquinus schrieb: „Der Gewinn jedoch. nicht des Gewinnes wegen. Stuttgart 1985. mit dem Zins nicht richtig anfreunden. indem er den Zins erlaubte zum Ersatz eines möglichen Schadens bei der Ausleihe. Dergestalt wird das kaufmännische Geschäft erlaubt. Hiermit wird der ideengeschichtliche Exkurs aber wieder beendet. den er als Kaufmann sucht. was er zum Selbsterhalt und allenfalls noch für karitative Zwecke braucht. . gleich wie Aristoteles. und er den Gewinn nicht sozusagen als Zweck. wann jemand den maßvollen Gewinn. Der auf dem Markt erzielte Gewinn muss maßvoll bleiben. sein Begriff enthält aber doch nichts Lasterhaftes oder Tugend gerade Entgegengesetztes. Deswegen hindert nichts. er muss sich zur Selbsterhaltung rechtfertigen lassen – das ist das gleiche Verständnis von „maßvoll“ wie bei Aristoteles – und er darf nur als erfreuliches. damit nämlich nicht die notwendigen Dinge für das Leben im Vaterlande fehlen. dass der Markt schon immer mit einem schlechten Leumund kämpfen musste und dass es die Soziale Marktwirtschaft insofern viel schwerer hatte als die offene Gesellschaft. Wie dann. die sich dabei erzielen lassen. Der Händler soll sein Geschäft den Mitmenschen oder dem Vaterland zuliebe betreiben. den er zwar als nützlich anerkannte. Die Margen. und wenn dabei doch ein Gewinn anfällt.

dass Unternehmer für sich selbst höhere Steuern fordern. Utopien und Heilsplänen. Für Popper ist die offene Gesellschaft freiheitlich und individualistisch. Popper. was irgendwie mit größtmöglicher Freiheit. herrscht in der offenen Ge8 9 Fest. 11 im öffentlichen Diskurs sehen. aber erwachsen.9 Das ist ungemütlich. Meinungsfreiheit und Toleranz zu tun hat. Nach Popper besitzt niemand ein Monopol auf die Wahrheit. 186. 4. Joachim: Die schwierige Freiheit. Solche totalitären Ideologien sind die Feinde der offenen Gesellschaft. Demokratie. Von Natur aus haben verschiedene Menschen nun einmal verschiedene Ansichten und Interessen.8 Es gibt keine absolute Wahrheit und keine Tabus. im Vergleich zur Sozialen Marktwirtschaft mit weniger Ballast beladenen Begriff. Wohlstand und Frieden verheißt. S. jene Institutionen zu identifizieren. unter dem wir heute gern alles zusammenfassen. die in mit Anglizismen aufgeblähtem Vokabular und gelegentlich gestärkt von lukrativen Beraterverträgen zur Corporate Social Responsibility aufrufen und die ordnungsethische Verantwortung der Unternehmerschaft proklamieren. Während in einer geschlossenen Gesellschaft jeder seinen im Voraus definierten. Es ist sogar zu beobachten. und mit alledem auch eine Antwort auf den Sinn ihres Tuns und damit eine Art Erlösung von dem Übel noch in dieser Welt“. wenn es um Unternehmergewinne oder Managergehälter geht. Im Gegensatz auch zu den historischen Gesellschaften. die Friedrich August von Hayek in seiner zu Popper parallelen Konzeption als solidarische Stammesgesellschaften charakterisierte. wie sie totalitäre und kollektivistische Ideologien wie Kommunismus und Nationalsozialismus behaupteten. zu diesem glücklichen. also eine Gesellschaft „in which individuals are confronted with personal decisions“. Charakteristika der offenen Gesellschaft Doch zurück zur offenen Gesellschaft. offenen Grenzen. Was genau macht die offene Gesellschaft nach Popper konzeptionell wirklich aus? Wie gesagt fußt die offene Gesellschaft der Moderne im Gegensatz zur geschlossenen Gesellschaft auf dem Gebrauch der Vernunft und nicht auf obskuren Mythen. festen Platz einnehmen soll. . kommt die offene Gesellschaft aus ohne eine gedankliche Konstruktion. Gerechtigkeit. die „den Menschen Gleichheit. in Frieden zusammenzuleben. und die Aufgabe der politischen Philosophie ist es. Berlin 1993. Darum kommt es auch zu so erstaunlichen Elaboraten der Wirtschaftsethiker wie jenen. Karl: ebenda. die es gestatten.

Karl: ebenda. dass wir nichts wissen. Das Konzept der offenen Gesellschaft ist im Kern nichts anderes als Poppers Anwendung seines wissenschaftlichen Falsifizierbarkeitsgedankens auf die wichtigste Frage der politischen Philosophie. sollten wir deshalb alles daran setzen.10 Popper wirbt für eine pluralistische Gesellschaft. 31. im Interesse der europäischen Währungsunion – überhöht zum Interesse der europäischen Idee schlechthin – und unter dem Druck der ökonomischen Realität Entscheidungen zu fällen. gleichsam angeborene Mangel liberaler Gesellschaften.“11 An der Wurzel dieser politischen Forderungen liegt bei Karl Popper ein vor allem epistemologisches Anliegen. wie der Mensch selbst auch. in einer offenen Gesellschaft zu leben und diese auch zu bewahren: eine Gesellschaft der Vielfalt. Trotzdem aber sind wir vernunftbegabt. Poppers Ausgangspunkt ist das Eingeständnis. für eine bescheidene politische Salamitaktik anstelle allzu großer Würfe. Neues Wissen muss immer wieder frisch entstehen. dass sie keinen greifbaren. and to take the place of other members“. die Zentralisierung. Alles muss sich der Kritik stellen und veränderbar bleiben. Weil wir immerhin wissen. . vorläufig und fehlbar ist. Alle politischen Gestaltungsversuche müssen widerlegbar bleiben. sondern auch humaner. Richard Herzinger hat den Popper´schen Ansatz einmal so schön zusammengefasst. sonst werden sie zwangsläufig totalitär – hieraus ergibt sich auch Poppers bekanntes Plädoyer für das „Piecemeal Engineering“. dass das menschliche Wissen unvollständig. S. S.12 sellschaft Wettbewerb: „many members strive to rise socially. in der ein fortlaufender intellektueller Meinungsaustausch. weniger Wettbewerb. womit wir auch noch die letzten Reste von Systemwettbewerb in Europa aufgeben. weniger demokratische Kontrolle und vor allem noch weniger nationale Souveränität bedeuten. wo wir uns anschicken. 11 Fest. 186. die Leiden und Ängste der Menschen rechtfertigenden Lebenssinn vermitteln. Solche offenen Systeme sind nicht nur erfolgreicher. ein Kurswechsel der Regierung ohne Blutvergießen und sogar ein kultureller Wandel möglich sind. dass man dem nichts hinzufügen möchte. wie Sokrates sagte. sich ausdrücken und verbreiten können. Joachim: ebenda. Dies sollte man sich gerade in der aktuellen Lage wieder vor Augen führen. Freilich sind sie auch anspruchsvoller: „Es ist der große. 10 Popper. das seine enge geistige Nachbarschaft zu Friedrich August von Hayek zeigt. in der die Menschen lernen und die Dinge sich verändern können.

Richard: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. über das. So legen die Menschen in ihrer Interaktion miteinander ihr jeweiliges Wissen zusammen.xml. Wenn sich relative lokale Knappheiten verändern. 14 Von Hayek.de/2002/31/200231_popper. 13 Von Hayek. Jeder Einzelne weiß zwar recht wenig. 77-91. Friedrich August: The Use of Knowledge in Society. http:// www. Der Wettbewerb sorgt darüber hinaus für kreative 12 Herzinger. . „lokales“ Wissen ein. Er schlug damit nicht zuletzt eine Brücke zwischen dem angelsächsischen Empirismus und der kontinentalen Bewusstseinsphilosophie in der Tradition Kants.13 Vor dem Hintergrund der auch von ihm ausdrücklich konstatierten „unavoidable imperfection of man’s knowledge“ und dem sich daraus ergebenden Erfordernis eines „process by which knowledge is constantly communicated and acquired14. Portrait. 13 „Poppers Konzept der offenen Gesellschaft und des kritischen Rationalismus verbanden den Skeptizismus der postidealistischen bürgerlichen Gesellschaft mit dem Erbe der Aufklärung und ihrer Überzeugung von der unendlichen Verbesserungsfähigkeit der menschlichen Verhältnisse. 2002. was er will und das. S. Die Hayek´sche Wissensteilung Mit der von Popper angerissenen Frage der Rolle. Er forderte. in: Individualism and Economic Order.zeit. Hayek nennt das Wissensteilung. des Erwerbs. und hielt doch – gegen alle Varianten des Relativismus – an der Annahme einer objektiven Wahrheit und der Einheit des Wissens fest. analog zum Begriff der produktiven Arbeitsteilung. in: Zeit online. hier S. erklärt Hayek dann in seinem Papier über die Wissensteilung. 33-56. 91. was er kann – doch das war es dann auch schon. Wenn die Menschen freiwillig. „The Use of Knowledge in Society“ das Wirken des Preismechanismus auf dem Markt als eine Form von Kommunikation zwischen den Marktteilnehmern. Chicago 1945/1980. Friedrich August: Economics and Knowledge. und diese geben die verfügbaren Informationen über die veränderte Knappheit weiter. S. beginnend in den dreißiger Jahren mit seinem Aufsatz „Economics and Knowledge“. verändern sich auch die relativen Preise. der Weitergabe und der Genese des – dezentral vorhandenen – Wissens hat sich der Ökonom und Sozialphilosoph Friedrich August von Hayek eingehend befasst. Chicago 1936/1980.“12 5. alle – auch die scheinbar unbezweifelbarsten wissenschaftlichen – Wahrheiten infrage zu stellen. dann bringen sie darin aber ihr privates. Jeder einzelne Mensch weiß aber annähernd über sich selbst Bescheid. spontan und von außen nicht künstlich ferngesteuert miteinander Handel treiben und Verträge schließen. in: Individualism and Economic Order.

6. ebenso wie das damit verbundene pathologische Lernen der Gesellschaft und die darauf folgende Reinigung und Innovation. Er ist das einzige System.14 Dynamik. die wir sind. das lernt. Popper in den späten vierziger Jahren an die London School of Economics zu holen. dass die Bürger zurechnungsfähig und mündig sind. Neues Wissen entsteht in diesem Prozess allerdings nur. Gelingen. das einzige System. steckt nun auch die Antwort auf die Frage. 15 Eucken. wenn die Politik nicht vorgreift. In der Gesellschaft fehlbarer und von fundamentaler Unsicherheit umgebener Menschen. . Tübingen 1952. das einzige System. die individuellen Interessen abbildenden und koordinierenden Rückkopplungsprozesse immer wieder selbst korrigieren kann. Regeln oder Moral neuerlich einzufordern. wie Hayek schließlich in seinem Aufsatz „Wettbewerb als Entdeckungsverfahren“ herausgearbeitet hat: Es wird nicht nur schon vorhandenes Wissen zusammengelegt. das sich aufgrund der idealerweise von Eingriffen weitgehend unverzerrten. wie wir sie derzeit erleben. gerade die funktionsfähigen Ordnungen zu zerstören. der übrigens dabei half. Eine gute Politik muss die Menschen in ihrer Freiheit und Selbstbestimmtheit ernst nehmen. Walter: Grundsätze der Wirtschaftspolitik. der – vermutlich nicht zuletzt in sorgenvoller Anlehnung an Joseph Schumpeter – von der „Interdependenz der Ordnungen“ sprach: „Es besteht eine Interdependenz der Wirtschaftsordnung mit allen übrigen Lebensordnungen. sondern es entsteht auch neues Wissen. Nur in der Marktwirtschaft gibt es Krisen. Das will verstanden sein. Hierauf hat auch Walter Eucken hingewiesen. ein System. die Marktwirtschaft. Entscheidend sind also zwei Dinge: Der Austausch per se. Welches Wirtschaftssystem passt zur offenen Gesellschaft? Im Verweis auf Hayek.“15 Die Marktwirtschaft ist ein freiheitliches Koordinationssystem. welches Wirtschaftssystem wohl am besten zur offenen Gesellschaft passe: natürlich der Markt. und der Wettbewerb. tendieren sie als Masse dazu. schließt soziales Lernen auch auf der politischen Regelebene Ausprobieren. das die konstitutive Unwissenheit des Menschen aufzunehmen und mit ihr umzugehen vermag. ein insgesamt überaus effizientes System. das selbst einen Mangel an Regeln oder an Moral nach gewisser Zeit anzeigt und die Menschen dazu bringt. der vermittels der Preissignale abläuft. Sie muss auf der Hypothese aufbauen. Aber während die Menschen nur in bestimmten Ordnungen leben können.

Hinterfragung. die sich nur allzu gern auf deren Berechnungen und Empfehlungen verlasse. Beschränkung des Staates auf Ordnungspolitik Genau dies ist die Disposition. spontanen Ergebnisse des Marktes verzichtet und die Menschen ohne Verluste bevormunden zu können glaubt. S.“17 Der Eingriffe in den spontanen Ablauf des Wirtschaftsprozesses. Wie schädlich eine politische „Anmaßung von Wissen“ ist. unseren Verstand einzusetzen und uns um stets verbesserte Regeln zu bemühen. Berlin 1993. 344. hat Friedrich August von Hayek mehrfach betont. als er dort zusammen mit Gunnar Myrdal den Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften verliehen bekam. um den jeweiligen Schaden zu vermindern. Besonders prägnant ist Hayeks Rede. Joachim: Die schwierige Freiheit. Nach den gedanklichen Vorarbeiten der Mitglieder der Freiburger Schule – allen voran Walter Eucken – gilt ein klares Primat der Ordnungspolitik. 16 Fest. so bedarf es einer gewissen Wirtschaftsordnungspolitik. Ein wesentlicher Grund für diese Selbstbeschränkung des Staates liegt schlicht und ergreifend auch in seinen begrenzten Fähigkeiten. Wir können nur versuchen. im Wirtschaftlichen wie im Politischen und darüber hinaus.“16 7. zur Bescheidenheit – ebenso wie die Politik. sollte sich der Staat also weitgehend enthalten. Wohlstand und Wissen schaffenden Wirkungen der Wettbewerbsordnung unterlaufen. die auf die kreativen. das die Aufgaben des Staates auf die Setzung. um den Staat aktionsfähig zu machen. Und hierfür gilt es die gesellschaftlichen Strukturen offenzuhalten. „Das einzige Versprechen der offenen Gesellschaften ist die prekäre. Korrektur und eine allfällige Selbstvergewisserung notwendig mit ein – wie nun wieder Popper es gefordert hat. von der die Väter der Sozialen Marktwirtschaft geprägt waren. immer von Mühsal begleitete Aussicht auf ein halbwegs zuträgliches Zusammenleben von Menschen mit Menschen. . der so genannten Prozesspolitik. die er 1974 in Stockholm hielt. die Ökonomen. Erhaltung und Pflege des Ordnungsrahmens weitgehend beschränkt. Sonst würde er den Preismechanismus stören und die segensreichen. Grund dafür ist eben die Interdependenz der Ordnungen: „Wie die Wirtschaftspolitik eines aktionsfähigen Staates bedarf. Walter: ebenda. Hayek ermahnte dort seine Kollegen. 17 Eucken. 15 Scheitern.

: Die Furcht vor der Freiheit. sollen die Volksvertreter und Mandatsträger in der Politik eigene Vorstellungen darüber haben.“21 18 Buchanan. wie jüngst auch der amerikanische Ökonom und Nobelpreisträger James M. 193. was für die aus Individuen zusammengesetzte Gesellschaft aus deren eigener Sicht gut und richtig ist – auch wenn sie diese vertreten. using what reason we may have to plan as well as we can for both security and freedom. sie suchen Ordnung statt Unsicherheit. James F. S. sei „eine Stärkung der allgemeinen Tendenz zur Staatssklaverei“ die Folge. Aber sie können beim besten Willen nicht abschließend beurteilen. Wir dürfen uns nicht ständig an der Hand nehmen lassen. Wir müssen es erleben. 21 Eucken. wie Wirtschaft und Gesellschaft aussehen sollten. Zürich 2011. und Ordnung geht mit Opportunitätskosten einher. die sie offenbar gern tragen. dass man ihnen sagt. 20 Vgl. jene unabhängige Verantwortung zu übernehmen. Wir müssen uns darauf einlassen. auch wenn wir dafür offensichtlich eine Disposition haben. 2010. „Der Entzug der Freiheitsrechte aber führt zur schlimmsten aller Folgen: zu einer .16 Natürlich dürfen. Walter: ebenda. es mit uns geschehen lassen. verlangen vom Staat. was die Menschen in ihrem Miteinander immer wieder aufs Neue selbst entdecken müssen. die sich fürchten.“18 Popper nimmt diesen Befund in schönster kantianischer Tradition nicht hin und fordert dagegen unseren selbstbewussten Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit.20 Wenn man die Freiheit einer vermeintlichen Sicherheit opfere. in: Horn. 19 Popper. Sie wollen. Das ist und bleibt etwas. was sie tun sollen und wann.Zersetzung der menschlichen Substanz‘ (Arthur Koestler). Karen/Schwarz. the uncertain and insecure. Gerhard (Hg. Buchanan in seinem Aufsatz „Die Furcht vor der Freiheit“ feststellt: „Die Menschen. Volkmann. das wir in Meinungsumfragen heute wieder verschärft beobachten: die Bevorzugung der Sicherheit vor der Freiheit. können. Karl: ebenda. Wir müssen unser Kreuz tragen. von dem Popper sprach. “We must go on into the unknown. . Thomas: Deutscher Wertemonitor 2010. die notwendig mit der Freiheit einhergeht. Potsdam: Liberales Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.): Der Wert der Werte.”19 Auch Eucken warnte nachdrücklich vor den Auswirkungen eines Phänomens. dass er die Elternrolle in ihrem Leben erfüllen soll.

wovon er sprach. dem Primat der Währungspolitik. So entsteht dann ein nicht vorhersagbares soziales Erfahrungswissen. Er sollte mit Hilfe von allgemeinen Regeln die Bedingungen dafür schaffen. Dadurch. dass eine solche Selbstfindung der Menschen – Hayek sprach von einer „spontanen Ordnung“ – möglichst frei und offen ablaufen kann. 199. dass es von vornherein wenig Anlass für den Staat gibt. Es sind dies die Monopolkontrolle. und Mehrheitsmeinungen haben mit den konkreten Wünschen des Individuums wenig zu tun. was am Ende das Gemeinwohl ausmacht – und nicht die Mehrheitsmeinung. sich überhaupt an prozesspolitischen Eingriffen zu versuchen. Demoskopische Analysen sind immer bloß Momentaufnahmen. dass es überhaupt wettbewerbliche Märkte gibt. . was Eucken als „konstituierende Prinzipien“ der Wettbewerbsordnung bezeichnete: Es ist die zentrale Aufgabe der Ordnungspolitik. die Korrektur externer Effekte und die bewusste Berücksichtigung eines mitunter anomalen Arbeitsangebots. die Einkommenspolitik. Die regulierenden Prinzipien zeigen darüber hinaus Ansatzpunkte für eine Wirtschaftspolitik. Das ist es. ist gute Ordnungspolitik im Übrigen immer zugleich Krisenprävention. Sämtliche Prinzipien gehören untrennbar zusam22 Eucken. die so offen sind. die sich vordergründig in Umfragen abzeichnet. dass sie Fehlentwicklungen unterbindet und solche auch nicht etwa noch selber generiert. Sie besteht vor allem in der Sicherung dessen. wie wir leben wollen und was gut für uns ist. dafür zu sorgen. Damit der von Popper reformulierte Ausgang aus unserer selbstverschuldeten Unmündigkeit möglich ist. damit eine Wettbewerbsordnung entsteht. Um die Offenheit der gesellschaftlichen Prozesse zu sichern. dem Privateigentum. sind wettbewerbliche Prozesse erforderlich. die den Menschen „das Leben nach ethischen Prinzipien ermöglicht“. die gewährleistet sein müssen. die innerhalb dieser allgemeinen Rahmenbedingungen gestaltend in die Marktergebnisse eingreifen muss. S. den offenen Märkten. sollte sich der Staat also auf Ordnungspolitik beschränken. der Haftung und der Konstanz der Wirtschaftspolitik. Der Staat ist dabei auch der Gewährleister und oberste Hüter einer Ordnung. In seinem zeitlosen Prinzipienkanon für die Wettbewerbsordnung unterscheidet Eucken sieben „konstituierende“ und vier „regulierende“ Prinzipien. Euckens konstituierenden Prinzipien bestehen aus dem Grundprinzip eines funktionierenden Preissystems. Walter: ebenda. um den konstituierenden Prinzipien Geltung zu verschaffen und die Wettbewerbsordnung so weit wie möglich instandzuhalten. der Vertragsfreiheit. 17 Eucken hatte es erlebt. er wusste. dass wir auf alltägliche Weise herausfinden können.22 Idealerweise sollte die Wirtschaftsordnung so gestaltet sein.

then there is only one way. . dass dieser Euckensche Kanon heute etwas fester im Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit verankert wäre. Wie Eucken schreibt. Walter: ebenda. the way into the open society.18 men. erhält jedes einzelne Prinzip „nur im Rahmen des allgemeinen Bauplanes der Wettbewerbsordnung seinen Sinn“. Und all dies im Interesse der Freiheit und der Humanität. die Popper so lieb war. 24 Popper.”24 23 Eucken. 304. “If we wish to remain human. Karl: ebenda.23 Man wünschte sich. S.

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20 Über die Autorin Dr. Kuratoriumsmitglied des Walter-Eucken-Instituts. . Sie ist seit 2011 Vorsitzende der Friedrich-August-vonHayek-Gesellschaft. Mitglied der Mont Pèlerin Society sowie Gründungsmitglied der IZA Policy Fellows. Von 1995 bis 2007 war sie Mitglied der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Außerdem ist sie Vorstandsmitglied des Council on Public Policy in Bayreuth. Vorsitzende der Jury für den Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Vorstandsmitglied der Herbert-Giersch-Stiftung. Karen Horn ist Geschäftsführerin der „Wert der Freiheit gGmbH“ und lehrt ökonomische Theoriegeschichte an der Humboldt-Universität Berlin. Zuvor leitete sie das Hauptstadtbüro des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.

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Deshalb gilt: Deutschland braucht Fortschritt zur Schaffung von Zukunftschancen und Freiheitsräumen für alle. der die richtigen Anreize für wirtschaftliches Wachstum. Die sich dadurch ergebende höhere volkswirtschaftliche Wertschöpfung ermöglicht erst eine Umverteilung zugunsten sozial Bedürftiger. Initiative und Risikobereitschaft. Unser Land steht nicht nur wirtschaftlich gut da – es bietet seinen Bürgern auch viele Chancen. Sie ermöglicht eigenverantwortliches Handeln. zur Wahrung und Mehrung unseres Wohlstandes.und Finanzkrise gut behauptet.org . Innovation und zivilisatorischen Fortschritt setzt. die vor unserer Gesellschaft stehen.Zukunft gestalten! Deutschland hat sich in der globalen Wirtschafts. Deshalb bezieht die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit mit ihrer Initiative klar und eindeutig Stellung für Fortschritt und Soziale Marktwirtschaft.fortschrittsinitiative. • • Voraussetzung der überwiegend erfolgreichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte war eine grundsätzliche ordnungspolitische Weichenstellung. ihre eigenen Lebenspläne zu verwirklichen und zum Gemeinwohl beizutragen. Sie muss auch für die Zukunft gelten: Deutschland braucht die Soziale Marktwirtschaft Die Soziale Marktwirtschaft ist der politische Gestaltungsrahmen. Die Soziale Marktwirtschaft eröffnet dem Menschen große Chancen. • zur Lösung der zahlreichen Aufgaben. fordert ihn aber in gleicher Weise.Die Fortschrittsinitiative . www. Doch Wohlstand und individuelle Chancen müssen immer wieder neu erarbeitet werden. Sie ermutigt und belohnt individuelle Leistung.