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Lehrwerke im ersten Jahr:

Die vorgeschlagenen Übungen -


sind sie motivierend?

Referent: Dr. Bernd Stange, Tobias Dahlmann, Kai Werbeck


Seminar: „Fremdsprachlicher Anfangsunterricht“
Sommersemester 2005 bei Herrn PD Dr. Horst Raabe
Gliederung des Vortrages

1. Einführung
Motivation
• Definition
• intrinsische und extrinsische Motivation
• Motivklassifikationen
• Motivationsstrategien
• Motivationsmanagement
2. Wie demotiviere ich richtig?

3. Praxisphase - Wie motivierend sind


sind Übungen in Anfängerlehrwerken?

4. Zusammenfassung und Diskussion


Motivation

MOTIVATION (lat. movere, bewe-


gen; motus, Bewegung) bezeich-
net in den Humanwissenschaften
und der Ethologie einen Zustand
des Organismus, der die Rich-
tung und die Energetisierung des
aktuellen Verhaltens beeinflußt.
Mit der Richtung des Verhaltens ist insbesondere die
Ausrichtung auf Ziele gemeint, Energetisierung be-
zeichnet die psychischen Kräfte, welche das Verhalten
antreiben. Synonym mit „Motivation“ ist „Verhaltens-
bereitschaft“.
http://www.wikipedia.org
intrinsische extrinsische
Motivation
Motivation Motivation

primäre Motivation oder sekundäre Motivation oder


Motivation „aufgrund von“ Motivation „um zu“
Antrieb aus Interesse oder Antrieb aus Streben nach Be-
Drang an bzw. zu der Sache an lohnung respektive der Ver-
sich - die Ausführung der Hand- meidung von Bestrafung - die
lung ist aus sich Belohnung Ausführung der Handlung ist an
genug äußere Belohnungen, die Nicht-
Ausführung an Bestrafungen
geknüpft
Cave: Extrinsische Motivation ruft nach
immer höherer Belohnung und kann un-
ter Umständen destruktiv wirken!

Extrinsische Belohnungen können auch


die Bereitschaft schmälern, wenn be-
reits intrinsische Motivation vorhanden
war - Korrumpierungseffekt!
Intrinsische Motivation kann durch das
Erleben von Autonomie, von eigener
Kompetenz und von positiven sozialen
Beziehungen gefördert werden.

WENN IMMER MÖGLICH, SOLLTE


VERSUCHT WERDEN, DIE PRIMÄR-
MOTIVATION ZU FÖRDERN!
Motivklassifikationen

McDougall schlug 1932 eine Liste mit 16 Basismoti-


ven vor, die Reiss 2000 durch eine Studie verifizieren
konnte („Reiss-Modell“):
• MACHT (Streben nach Erfolg, Leistung, Führung)
• UNABHÄNGIGKEIT (Streben nach Freiheit, Autarkie)
• NEUGIER (Streben nach Wissen und Wahrheit)
• ANERKENNUNG (Streben nach sozialer Akzeptanz,
Zugehörigkeit und positivem Selbstwert)

Die weiteren Motive sind für den


Fremdsprachenunterricht von untergeordneter Rolle.
Motivationsstrategien -
Wie motiviere ich richtig?

Ebene der Ebene der


Sprache Lernenden

Ebene der
Lernsituation

nach Zoltán Dörnyei


Ebene der Sprache:

• positive Erfahrungen mit der Ziel-


sprachenkultur
• Kontakte mit native speakers
Ebene der Lernenden:

• Entwicklung des Selbstbewußtsein der Ler-


nenden
• positive Selbstwahrnehmung der Lernenden
• Erkennen der Zusammenhänge zwischen
Aufwand und Ergebnis
• realistische Teilziele der Lernenden
Ebene der Lernsituation:
• unterrichtsspezifische Motivationsfaktoren
√ Beteiligung der Lernenden an der Planung und Auswahl

√ Authenzität der Materialien erhöht die Attraktivität


√ Wecken (und Erhalten) von Neugier und Aufmerksam-
keit, Interesse und Engagement (Wechsel von Interak-
tionsart, Methodik, Verhaltensweisen etc.)
• lehrerspezifische Motivationsfaktoren
√ Moderator und Organisator statt „Oberlehrer“
√ Förderung der Lernerautonomie - Minimalisierung von
Kontrolle und Druck
√ motivierendes und informierendes Feedback

• gruppenspezifische Motivationsfaktoren
√ Transparenz von Gruppenzielen
√ Konzentration auf individuelle Erfolge und Fortschritte -
ex- oder impliziten Vergleich der Lernenden vermeiden
√ Förderung des Gruppenzusammenhaltes
√ kooperatives Lernen
Motivationsmanagement -
Steigerung der Motivation

intrinsische extrinsische
Motivation Motivation

Aufgabe des Lehrenden:


• Einsatz von Strategien zur Motivationssteigerung
• Vermittlung von Strategien der Selbstmotivation
intrinsische extrinsische
Motivation Motivation

Steigerung der intrinsischen Motivation durch:


• Lerninhalte, Materialien und Medien, Lerntätigkeiten
und Lernumgebung
intrinsische extrinsische
Motivation Motivation

Steigerung der extrinsischen Motivation durch:


• Vergabe von Belohnung unter Beachtung von Struk-
turierung, Priorisierung und Diagnostik
Cave: Extrinsische Motivation darf nicht
pauschal als minderwertiger Ersatz für
„richtige“, intrinsische Motivation ver-
standen werden!
Wie bewerte ich Übungen
als „qualitativ gut“?

[Warum nicht motivierend?]


Semiquantitatives Bewertungsmodell
für „qualitativ gute“ Übungen

Komplexität

Motivations-
impuls
Komplexität

sehr
komplex
Überforderung
der Lernenden

Motivations-
wenig
motivierend
impuls
Komplexität

Unterforderung
der Lernenden

wenig
komplex

Motivations-
stark
motivierend
impuls
Komplexität
„qualitativ gute“
Übung

komplex

Motivations-
motivierend impuls
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit!
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 - Schmerz (körperliche Züchtigung)
 - Furcht oder Angst (dem Schüler auf verschiedene Arten drohen)
 - Frustration (Zugang zu Informationen verwehren)
- Erniedrigung und Verwirrung (den Schüler Spott aussetzen)
 (EHQHGHU
- Langeweile (monotone Informationsvermittlung)
 /HUQVLWXDWLRQ - Körperliches Unbehagen (äußere Umstände ungünstig wählen)

 Literatur [dieses]:
Mager, Robert F.: „Motivation und Lernerfolg“, 5. Auflage, Weinheim und Basel 1972


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