Fünf Fragen an den SPIEGEL-Redakteur Markus Grill

Dokumentation der E-Mail-Korrespondenz
Wichtig: Nachträglich in die E-Mails eingefügte zusätzliche Kommentare und Erläuterungen sind farblich ROT markiert. Zu diesem Dokument gibt es den folgenden Blogbeitrag: http://markus-grill-watch.blogspot.de/2013/05/Fragen-Indizien-TaeuschungWolfgang-Stock-2.html

E-Mail Nr. 1
Von: Claus Fritzsche Gesendet: Dienstag, 23. April 2013 12:32 An: Markus_Grill Cc: Ove Saffe Betreff: Anfrage zu Ihrer Prof. Wolfgang Stock betreffenden Berichterstattung Anlagen: 2013-04-23_Anfrage_Fritzsche_Wsto.pdf

Sehr geehrter Herr Grill, wie gerade per separater E-Mail angekündigt, sende ich Ihnen hier eine Reihe von Fragen zu Ihrer Prof. Wolfgang Stock betreffenden Berichterstattung. Über eine Antwort bis spätestens Freitag dieser Woche um 12:00 Uhr würde ich mich sehr freuen. Beste Grüße Claus Fritzsche

CAM Redaktionsbüro Claus Fritzsche Medizin- und Wissenschaftsjournalist Poststraße 8, 40667 Meerbusch, Telefon: +49 (0) 2132 - 99 88 88 www.claus-fritzsche.de

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Download des Dokuments „2013-04-23_Anfrage_Fritzsche_Wsto.pdf“: http://www.cam-mediawatch.de/pdf/029_Fuenf_Fragen_an_Markus_Grill_ONLINE.pdf +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

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E-Mail Nr. 2
Von: Markus_Grill Gesendet: Donnerstag, 25. April 2013 15:36 An: Claus Fritzsche +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Hinweis: Aus rechtlichen Gründen wird an dieser Stelle nur die Stellungnahme von Markus Grill, die von öffentlichem Interesse ist, als Volltext wiedergegeben - ohne Anrede, Gruß und persönliche Daten. +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Ihre Unterstellungen sind ein wenig abstrus und verschwörungstheoretisch. Aber gut, vielleicht können Sie nicht anders. Befremdlich ist jedoch, dass Sie androhen, rufschädigende Vorwürfe einer "bewussten und vorsätzlichen Täuschung der Öffentlichkeit" bzw. von "übler Nachrede" zu lasten von Wolfgang Stock öffentlich zu verbreiten, nachdem Wolfgang Stock selbst mit allen Versuchen, gegen die fraglich Berichterstattung vorzugehen, vor Gericht gescheitert ist. Das, was Sie als vermeintlich entlastend für ihn anführen, entlastet Wolfgang Stock keineswegs, denn weder führt die Uni Viadrina in ihrem Statement auf, welche Vorwürfe sie überhaupt meint, noch warum sie angeblich unzutreffend seien. Insofern hat der SPIEGEL auch nichts von seiner Berichterstattung über den KrisenPR-Berater Wolfgang Stock zurückzunehmen. Haben Sie zur Kenntnis genommen, dass Stock auch innerhalb der Wikipedia wegen "missbräuchlichem Sockenpuppeneinsatz" gesperrt wurde? Im Übrigen haben wir Ihre Vorhaltungen bereits im SPIEGELBlog ausführlich widerlegt, hier der Link dazu: http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelblog/markusgrill-ein-watchblog-als-pranger-a-887528.html

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E-Mail Nr. 3
Von: Claus Fritzsche Gesendet: Donnerstag, 25. April 2013 17:02 An: Markus Grill Cc: Ove Saffe Betreff: Ihre E-Mail vom 25. April 2013, 15:36 Uhr - Anfrage zu Ihrer Prof. Wolfgang Stock betreffenden Berichterstattung

Sehr geehrter Herr Grill, Sie haben meine Fragen nicht beantwortet. Ich bitte Sie daher erneut darum, meine Fragen gemäß Schreiben vom 23. April 2013 bis spätestens Freitag, den 26. April 2013 um 12:00 Uhr zu beantworten. Hier nochmals die entscheidenden Fragen (ohne die ergänzenden Erläuterungen meines Schreibens vom 23. April 2013): 1. Bitte nennen Sie mir mindestens drei Wikipedia-Bearbeitungen von Prof. Wolfgang Stock zu Medizinthemen und belegen (beweisen, dokumentieren) Sie, warum diese Artikel-Bearbeitungen von Prof. Wolfgang Stock Ihrer Meinung nach wahrheitswidrig sind, nicht ausreichend durch seriöse Quellen belegt sind und/oder Sachverhalte im Sinne von „PR für die Pharmaindustrie“ positiv oder negativ verzerren. Ich kann nicht nachvollziehen, warum Sie dieser Frage ausgewichen sind. Ihre gesamte Berichterstattung im Magazin DER SPIEGEL, bei SPIEGEL ONLINE und in einem bei SPON veröffentlichten Video drehte sich doch um den Vorwurf der „Wikipedia-PR“ zugunsten der „Pharmaindustrie“. Dann muss es für Sie doch sehr sehr einfach sein, hier zumindest drei Wikipedia-Bearbeitungen von Prof. Stock zu spezifizieren und exakt zu begründen, warum diese wahrheitswidrig sind, nicht ausreichend durch seriöse Quellen belegt sind und/oder Sachverhalte im Sinne von „PR für die Pharmaindustrie“ positiv oder negativ verzerren. Wo liegt das Problem, Herr Grill? 2. Warum haben Sie das erste von mir genannte Originalzitat von Prof. Wolfgang Stock VERFÄLSCHT und VERSCHWIEGEN, dass der Hinweis unmissverständlich als Position von Prof. Dr. med. Martin Wehling, Direktor der Klinischen Pharmakologie an der Universität Heidelberg, geäußert in der FAZ vom 21. März 2007, dargestellt wurde. 3. Warum haben Sie den für das Verständnis des zweiten von mir genannten Zitats sehr wichtigen Schluss unterschlagen und nicht erwähnt, dass Prof. Wolfgang Stock die Kritik durch Verweis auf einen Artikel des Magazins FOCUS seriös belegte?

4. Warum haben Sie im Video bei SPIEGEL ONLINE gesagt, „Stock hat insgesamt ALLEIN im April und Mai 2009 zehn Mal den Wikipedia-Eintrag zu Sanofi-Aventis geändert ...“, obwohl Herr Stock den Artikel in seinem gesamten Leben nur neun Mal verändert hat? 5. Warum haben Sie in Ihrem Artikel „Pharmaindustrie - Wir bleiben im Hintergrund“ (DER SPIEGEL 28/2011) im Jahr 2011 zum Lantus betreffenden angeblichen Krebsverdacht zwei Mal das Wort „damals“ (bezogen auf das Jahr 2009) erwähnt, ohne die aktuelle Faktenlage zum Lantus betreffenden Krebsverdacht des Jahres 2011 zu erwähnen? - Hintergrund: Als Sie den Artikel 2011 publizierten, da war längst bekannt, dass sich die Sichtweise von Prof. Wolfgang Stock im Nachhinein als richtig erwiesen hat. Ihre Wortwahl "damals" ist ein starkes Indiz dafür, dass Ihnen der Unterschied zwischen „damals“ (2009) und „heute“ im Jahr 2011 bekannt war und Sie die aktuelle Faktenlage des Jahres 2011 in TÄUSCHENDER ABSICHT bewusst nicht erwähnt haben. Nochmals: Ich habe den (in meinem Schreiben vom 23. April 2013 ausführlich) begründeten Verdacht, dass alle fünf hier von mir aufgeführten Punkte allein dem Ziel dienten, die ÖFFENTLICHKEIT VORSÄTZLICH ZU TÄUSCHEN - zulasten von Prof. Wolfgang Stock und zulasten einer wahrheitsgemäßen Berichterstattung. Wenn ich in allen diesen Punkten falsch liege, dann wäre es gut investierte Zeit, wenn Sie mich jetzt zeitnah aufklären würden. Sollten Sie mehr Zeit benötigen, so lassen Sie mich das bitte wissen. Bei Bedarf beantworte ich Ihnen auch gerne Verständnisfragen. Mit freundlichen Grüßen Claus Fritzsche

CAM Redaktionsbüro Claus Fritzsche Medizin- und Wissenschaftsjournalist Poststraße 8, 40667 Meerbusch, Telefon: +49 (0) 2132 - 99 88 88 www.claus-fritzsche.de

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E-Mail Nr. 4
Von: Claus Fritzsche Gesendet: Freitag, 26. April 2013 08:25 An: Markus Grill Cc: Ove Saffe Betreff: Anfrage Nr. 2 - Prof. Wolfgang Stock und Indizien für eine vorsätzliche Täuschung

Sehr geehrter Herr Grill, Ihre gestrige E-Mail (siehe unten) führt zu zwei weiteren sehr wichtigen Fragen, die meine Anfrage vom 23.04.2013 betreffen und ergänzen. Ich bitte Sie daher darum, mir folgende Fragen bis spätestens Dienstag, den 30. April 2013 um 12:00 Uhr zu beantworten:

6. Warum erwecken Sie im SPIEGELblog (07.03.2013) und in Ihrer E-Mail vom 25. April 2013 den Eindruck, der von Ihnen 2011 im Magazin DER SPIEGEL und bei SPIEGEL ONLINE in Hinblick auf Prof. Wolfgang Stock vermittelte Eindruck sei geeignet, SPIEGEL-Leser korrekt und wahrheitsgetreu zu informieren, weil (so Ihre Logik) „Wolfgang Stock selbst mit allen Versuchen, gegen die fraglich Berichterstattung vorzugehen, vor Gericht gescheitert ist“. Erläuterung: Im Rahmen einer zivilrechtlichen Auseinandersetzungen um Behauptungen und Aussagen journalistischer Berichterstattung prüfen Gerichte ausschließlich, ob gültige Gesetze verletzt werden. Nicht geprüft wird hingegen, ob der durch journalistische Berichterstattung vermittelte Eindruck geeignet ist, Leser korrekt und wahrheitsgetreu zu informieren. Berichten Sie im Magazin DER SPIEGEL, dass die Erde Ihrer Meinung nach eine Scheibe sei, dann ist der so vermittelte Eindruck objektiv gesehen falsch. Ihre Darstellung ist jedoch gleichzeitig als Meinungsäußerung rechtlich zulässig. Der von Ihnen insinuierte logische Schluss ist somit falsch. Da ich fest davon ausgehen muss, dass Ihnen dieser Sachverhalt als langjähriger Journalist bekannt und bewusst ist, sehe ich in diesem Punkt ein weiteres starkes Indiz für eine Täuschungsabsicht - d.h. für den Versuch, die ÖFFENTLICHKEIT VORSÄTZLICH ZU TÄUSCHEN, zulasten von Prof. Wolfgang Stock und zulasten einer wahrheitsgemäßen Darstellung. 7. Warum fragen Sie in Ihrer E-Mail vom 25. April 2013 „Haben Sie zur Kenntnis genommen, dass Stock auch innerhalb der Wikipedia wegen ‚missbräuchlichem Sockenpuppeneinsatz‘ gesperrt wurde?“ und erwecken so den Eindruck, zumindest Teile Ihrer Prof. Wolfgang Stock betreffenden Berichterstattung seien korrekt? >>> Fortsetzung nächste Seite >>>

Erläuterung: Es gibt in dieser Sache eine (die FAZ betreffende) einstweilige Verfügung des Landgerichts Köln vom 01.08.2011. Der Verdacht des „missbräuchlichen Sockenpuppeneinsatzes“ (d.h. Wikipedia-Bearbeitungen einer Person über mehrere Konten) durch Prof. Wolfgang Stock wurde im Rahmen eines Gerichtsverfahrens geprüft und geklärt. Die FAZ GmbH und der Autor Jörg Wittkewitz haben in dieser Sache Unterlassungs- und Abschlusserklärungen abgegeben, über die Prof. Wolfgang Stock auf der Seite http://www.convincet.de/Unterlassungen.htm informiert (im Moment fehlen die Dokumente, voraussichtlich nächste Woche sollen jedoch Abschriften der Erklärungen wieder online sein). Sie haben in Ihrer Berichterstattung nur einen Verdacht geäußert, der gemäß geltender Rechtsprechung zur Verdachtsberichterstattung zulässig ist. Würden Sie stattdessen eine entsprechende Tatsachenbehauptung verbreiten, so hätte dies umgehend rechtliche Konsequenzen für Sie. Über diese Unterlassungs- und Abschlusserkärungen wurden Sie im Vorspann des folgenden Interviews mit Prof. Wolfgang Stock informiert http://www.cam-mediawatch.de/?p=10528 In einer bei Twitter veröffentlichten Kurznachricht dokumentieren Sie, dass Ihnen dieser Beitrag bekannt ist: https://twitter.com/m_grill/status/265845260209512449 Auch unabhängig von diesen Quellen ist davon auszugehen, dass Ihnen der Rechtsstreit zwischen Prof. Wolfgang Stock und FAZ (einschließlich seines Ergebnisses) als gut informierter SPIEGEL-Redakteur bekannt ist. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass Ihnen derart essenzielle und Ihre Berichterstattung betreffende Ereignisse verborgen geblieben sind, sehe ich in diesem Sachverhalt ein weiteres Indiz für eine Täuschungsabsicht - d.h. für den Versuch, die Öffentlichkeit vorsätzlich zu täuschen, zulasten von Prof. Wolfgang Stock und zulasten einer wahrheitsgemäßen Darstellung. Wenn ich in Hinblick auf Punkt 6. und 7. falsch liege, dann haben Sie jetzt die Möglichkeit, mich aufzuklären. Sollten Sie mehr Zeit benötigen, so lassen Sie mich das bitte wissen. Bei Bedarf beantworte ich Ihnen auch gerne Verständnisfragen. Beste Grüße Claus Fritzsche

CAM Redaktionsbüro Claus Fritzsche Medizin- und Wissenschaftsjournalist Poststraße 8, 40667 Meerbusch, Telefon: +49 (0) 2132 - 99 88 88 www.claus-fritzsche.de

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+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Kommentar: Bis zum 4. Mail 2013 hat Markus Grill keine einzige (!) der fünf plus zwei ihm gestellten Fragen beantwortet. Er ist allen Fragen ausgewichen. Eine nochmalige Anfrage per Twitter („Herr Grill, Sie denken noch an meine Fragen?!“) beantwortete Markus Grill wie folgend … „@Claus_Fritzsche Sie sind ein stalkender #Verleumdungsblogger. Alles was dazu relevant ist, steht bereits im Spiegel-Blg und in der SZ“ … löschte seine Kurznachricht jedoch noch am gleichen Tag. Siehe hierzu: http://markus-grill-watch.blogspot.de/2013/04/Markus-Grill-bei-Twitter.html Hier befindet sich ein Screenshot der inzwischen gelöschten Kurznachricht.

Fazit:
1. Markus Grill hat keine der (fünf plus zwei) ihm gestellten Fragen beantwortet. Er ist allen Fragen ausgewichen, ohne dieses Verhalten zu begründen. 2. Markus Grill erklärte die Fragen für „nicht relevant“, ohne diese Einschätzung sachlich und logisch nachvollziehbar zu begründen. 3. Markus Grill beantwortete eine Frage, ob er noch an die Anfrage denken würde, mit dem persönlichen Angriff „Sie sind ein stalkender #Verleumdungsblogger“, den er sachlich nicht begründete und kurze Zeit später wieder löschte.
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