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Fragen an Markus Grill („DER SPIEGEL“)

Dieses PDF-Dokument enthält eine zehnseitige Anfrage, die ich dem SPIEGEL- Redakteur Markus Grill am 17. Mai 2013 geschickt habe. Auslöser meiner Anfrage ist der begründete Verdacht, dass Markus Grill den Journalisten und Frontal21- Autor Jobst Spengemann in einem SPIEGELblog-Beitrag vom 07.03.2013 wider besseres Wissen, in rufschädigender sowie täuschender Absicht unterstellt hat, er habe Grill in der Vergangenheit „mit falschen Informationen gefüttert“, die dem Ziel dienten, den früheren IQWiG-Chef Peter Sawicki zu diskreditieren.

Hintergrund der Kontroverse In dieser Kontroverse geht es darum, dass der frühere IQWiG-Chef Peter Sawicki sogenannte Insulinanaloga in wissenschaftlichen Publikationen tendenziell positiv bewertet hat, als seine wissenschaftliche Arbeit noch durch Pharmaunternehmen finanziert wurde, jedoch als Leiter des Prüfinstituts IQWiG, welches zu 50 Prozent von den Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) getragen wird, die an niedrigen Kosten interessiert sind, Mehrkosten verursachende Insulinanaloga tendenziell negativ bewertet hat und - das ist der entscheidende Punkt - seinen Sinneswandel nicht öffentlich erläutern wollte. „Sinneswandel“ ist in der Wissenschaft ganz normal. Ein „Sinneswandel“, der mit den Interessen der Auftraggeber bzw. Institutsträger korreliert und nicht transparent gemacht wird, der ist verdächtig. Markus Grill, dem ein freundschaftliches Verhältnis zu Peter Sawicki nachgesagt wird, stellte seine Quellen (neben Jobst Spengemann auch Adel Massaad) nach Übergabe der Sawicki belastenden Informationen als Pharmalobbyisten dar.

Reaktion: In seiner E-Mail vom 21.05.2013 teilte mir Markus Grill sinngemäß mit, dass er meine Fragen zu den Themenkomplexen 1./2./3./5 nicht beantworten will, ohne dafür einen nachvollziehbaren Grund anzugeben. Zum Thema 4. antwortete er mir in einer Weise, die m. E. einen verschleiernden Charakter hat. In einer E- Mail vom 21.05.2013 präzisierte ich daher meine Fragen zu Punkt 4. nochmals und erhielt bis zum 23.05.2013 weder eine Antwort noch einen Kommentar. Siehe:

http://markus-grill-watch.blogspot.de/2013/05/cc-Ove-Saffe-SPIEGELblog-Markus-Grill-1.html

Rechtlicher Hinweis:

Soweit Aussagen und Behauptungen dieses Dokuments nicht durch Quellen und Fakten belegt sind, geben sie die Perspektive des Fragestellers wieder und sind als Meinung zu verstehen. Das Ziel meines Schreibens vom 17. Mai 2013 war und ist es, den Verdacht der VERLEUMDUNG (§187 StGB) entweder durch Antworten und Argumente von Markus Grill zu entkräften oder durch fehlende Antworten und fehlende Argumente von Markus Grill tendenziell zu bestätigen. Es geht mir nicht darum, Markus Grill in irgendeiner Weise vorzuverurteilen.

darum, Markus Grill in irgendeiner Weise vorzuverurteilen. Dieses Dokument steht Ihnen gemäß CREATIVE COMMONS

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Meerbusch, den 25. Mai 2013 Claus Fritzsche www.claus-fritzsche.de

Claus Fritzsche - Poststraße 8 - D-40667 Meerbusch

SPIEGEL-Verlag Herrn Markus Grill Ericusspitze 1 20457 Hamburg

per E-Mail an Markus Grill - CC: Ove Saffe

CAM Redaktionsbüro

Meerbusch, 17. Mai 2013

Fragen zu Ihrer Jobst Spengemann betreffenden Berichterstattung „Ein Watchblog als Pranger“, SPIEGELblog, 07.03.2013

Sehr geehrter Herr Grill,

für einen Bericht im Blog http://markus-grill-watch.blogspot.de möchte ich Sie bitten, mir folgende Fragen bis spätestens Dienstag, den 21. Mai 2013 um 12:00 Uhr zu beantworten:

1. In welcher Form und womit genau hat Jobst Spengemann Sie mit „mit falschen Informationen gefüttert“?

In Ihrem Blogbeitrag „Ein Watchblog als Pranger“ (SPIEGELblog, 07.03.2013) behaupten Sie:

„Ich habe Spengemann im Jahr 2006 an der Seite von Adel Massaad kennen gelernt, beide wollten mich dazu bringen, einen meiner Meinung nach diskreditierenden Artikel über den damaligen Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zu veröffentlichen und haben mich dabei mit falschen Informationen gefüttert.“

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelblog/markus-grill-ein-watchblog-als-pranger-a-887528.html

Frage: Bitte konkretisieren Sie diese Behauptung. Welche Informationen erhielten Sie von Herrn Spengemann? Was genau war Ihrer Meinung nach„falsch“?

[Fortsetzung auf Seite 2]

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- Seite 2 -

2. Widerspruch zu Ihrer Aussage am 17.03.2011 vor dem Landgericht Berlin und zum Urteil des LG Berlin vom 17.03.2011

Mir liegt die Information vor, dass Sie am 17.03.2011 vom Landgericht Berlin mit den Dokumenten und Unterlagen konfrontiert worden sind, die Ihnen Adel Massaad im Hilton Hotel Berlin übergeben hat. In der Sitzung des LG Berlin ging es um jene Behauptungen, die Sie in Ihrem Artikel „Mal PR-Agent, mal Reporter“ im Magazin DER SPIEGEL über Jobst Spengemann verbreitet haben - konkret um die Punkte „Instrumentalisieren“ und „falsche Informationen“. Das Landgericht Berlin fragte Sie, ob

eines der übergebenen Dokumente ge- oder verfälscht sei, Sie durch Druck oder Nötigung gedrängt worden seien, diese zu verwenden, Ihnen Geldzahlungen angeboten worden wären, um diese zu veröffentlichen, Ihnen ein körperliches Übel angedroht worden sei, wenn Sie die Unterlagen nicht berücksichtigen, Ihnen mit Pädophilie-Vorwürfen gedroht worden sei.

angedroht worden sei, wenn Sie die Unterlagen nicht berücksichtigen, Ihnen mit Pädophilie-Vorwürfen gedroht worden sei.
angedroht worden sei, wenn Sie die Unterlagen nicht berücksichtigen, Ihnen mit Pädophilie-Vorwürfen gedroht worden sei.
angedroht worden sei, wenn Sie die Unterlagen nicht berücksichtigen, Ihnen mit Pädophilie-Vorwürfen gedroht worden sei.
angedroht worden sei, wenn Sie die Unterlagen nicht berücksichtigen, Ihnen mit Pädophilie-Vorwürfen gedroht worden sei.

Sie haben alle diese Fragen verneint und dem Landgericht Berlin bestätigt, dass die von Adel Massaad übergebenen Unterlagen zu Analoginsulinen sowie zum monierten Verhalten von Peter Sawicki weder gefälscht noch verfälscht waren und Ihnen auch keinerlei der oben geschilderten Angebote gemacht wurden.

In seinem Urteil vom 17.03.2011 (27 O 106/11) bestätigte das Landgericht Berlin daraufhin die einstweilige Verfügung vom 24.02.2011, die es der Spiegel Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG sowie der SPIEGEL ONLINE GmbH ausdrücklich

untersagt, „wörtlich oder sinngemäß

‚Das

TV-Magazin Frontal 21 enthüllte, wie eine Pharmafirma Journalisten instrumentalisieren wollte. Doch der Autor des Beitrags machte einst das Gleiche.‘“

zu äußern oder zu verbreiten

Frage: Warum behaupten Sie im Widerspruch zu Ihrer Aussage vor dem Landgericht

Berlin am 17.03.2011, „mit falschen Informationen gefüttert“ worden zu sein und warum behaupten Sie sinngemäß, von Jobst Spengemann instrumentalisiert worden

zu sein („

diskreditierenden Artikel

sinngemäße Behauptung per Urteil des LG Berlin vom 17.03.2011 untersagt wurde

und

benannte Artikelentwurf von Jobst Spengemann (wie vom Kammergericht Berlin am 25.02.2013 festgestellt, d.h. ca. 14 Tage vor Veröffentlichung Ihres SPIEGELblog-

Beitrags) ja tatsächlich

der von Ihnen in der Gerichtsverhandlung als Basis Ihrer Argumentation

beide wollten mich dazu bringen, einen meiner Meinung nach

zu veröffentlichen“),

obwohl
obwohl

Ihnen solch eine

obwohl
obwohl

in allen Punkten vollkommen der Wahrheit entsprach?

[Fortsetzung auf Seite 3]

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3. Widerspruch zur Urteilsbegründung des LG Berlin vom 17.03.2011, welches die Unbedenklichkeit der Peter Sawicki betreffenden Aussagen von Jobst Spengemann bestätigt.

Hintergrundinformation:

Im Jahr 2006 gab es eine Fachdiskussion darüber, ob die Kosten für analoge Insuline, deren Zusatznutzen in der Wissenschaft kontrovers diskutiert wurde und deren Preis bis zu 30 Prozent über dem von herkömmlichen Insulinen lag, von den Krankenkassen erstattet werden sollen oder nicht. Als Leiter des IQWiG, welches zu 50 Prozent von den Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) getragen wird, die ein Interesse an niedrigen Kosten haben, kritisierte Peter Sawicki analoge Insuline. Im Jahr 2001, als Peter Sawicki noch nicht Leiter des GKV-nahen IQWiG war, hat er hinsichtlich der Wirksamkeit des ersten analogen Insulins (Lispro®) hingegen in einer wissenschaftlichen Publikation, publiziert mit Prof. Heinemann u.a., von „vielversprechenden pharmakokinetischen und -dynamischen Ergebnissen“ berichtet. Die der Publikation zugrunde liegende Studie wurde u.a. von den Unternehmen BerlinChemie und Novo Nordisk finanziert. Die Diskrepanz zwischen Peter Sawickis Äußerungen im Jahr 2001 und 2006 führt zu der Frage, ob die unterschiedlichen Einschätzungen Peter Sawickis ausschließlich fachlich begründet sind oder auch durch „Auftraggeber-konformes“ Verhalten zu erklären sind.

Urteilsbegründung des LG Berlin:

In der Begründung des Urteils vom 17.03.2011 (27 O 106/112), Ihren Rechtsstreit mit Jobst Spengemann betreffend, schreibt das Landgericht Berlin auf Seite 16:

„Der Antragsteller hat glaubhaft gemacht, dass er auch nicht nur ansatzweise vergleichbar versucht hat, einen STERN-Journalisten - nämlich den Antragsgegner - zu instrumentalisieren. Weder hat er etwas von etwaigen Zahlungen an den Journalisten gewusst, damit dieser einen Prof. Sawicki diskreditierenden Artikel

veröffentliche, noch hat er diesen angestiftet, falsche Behauptungen in die Welt zu setzen, denen belastende Unterlagen zugrunde gelegen hätten, die inhaltlich aber

falsch gewesen wären

in einer Studie von 2001 den Positivnutzen von Insulinanaloga bestätigt hatte,

davon aber als Leiter des IQWiG nichts mehr wissen wollte.

Inhaltlich ging es allein darum, dass Prof. Sawicki noch

Frage: Warum sprechen Sie am 07.03.2013 im SPIEGELblog von „falschen Informationen“, obwohl Ihnen ein Urteil vom 17.03.2011 vorliegt, in dem das Landgericht Berlin ausdrücklich betont, dass es sich bei den angeblich falschen Informationen in Wirklichkeit um den simplen und korrekten Hinweis gehandelt hat, dass der frühere IQWiG-Chef Peter Sawicki „noch in einer Studie von 2001 den Positivnutzen von Insulinanaloga bestätigt hatte, davon aber als Leiter des IQWiG nichts mehr wissen wollte“?

[Fortsetzung auf Seite 4]

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- Seite 4 -

4. Mit welchen Informationen hat Sie Adel Massaad im Hilton Hotel Berlin versorgt? Filmbeitrag des BR-Zeitspiegel über Insulinanaloga

Sie haben im Magazin Stern („Gib dem Affen Zucker“, 13.06.2006) die Behauptung aufgestellt, Ihr Informant, Adel Massaad, habe Sie manipulieren wollen und habe dabei den Eindruck erweckt, dass diese „Manipulation“ durch Unterschieben „be- lastender Unterlagen“ geschehen sollte, die - folgt man Ihrer Logik - ausschließlich dem Ziel dienten, Peter Sawicki zu diskreditieren. Mit welchen Informationen Sie Adel Massaad versorgt hat, das war auch Gegenstand Ihres Rechtsstreits mit Jobst Spengemann, den Sie in letzter Instanz in allen Punkten verloren haben.

Nach meinem Kenntnisstand wurde vor Gericht festgestellt, dass Sie Herr Massaad im Hilton Hotel Berlin nicht mit fingiertem oder unwahrem Material versorgt hat sondern Ihnen einen seriösen und gut recherchierten Filmbeitrag des BR-Zeitspiegel aus dem Jahr 2006 gezeigt hat, in dem es um Insulinanaloga ging. Eine Abschrift des vom Bayerischen Rundfunk gesendeten Filmbeitrags, den Sie gemeinsam mit Herrn Massaad angeschaut haben, füge ich diesem Schreiben in der Anlage bei.

Im Filmbeitrag des BR-Zeitspiegel wird darauf verwiesen, dass analoge Insuline das Risiko von Blutzuckerschwankungen und der langfristig möglichen sehr gefährlichen Folgeerkrankungen „wie Herzinfarkt, Niereninsuffizienz, Dialysebehandlungen“ bis hin zur Beinamputation senken und dass es sogar eine Studie gibt „in der die positive Wirkung von Analoginsulinen gegenüber Normalinsulinen bei Patienten mit Nierenstörungen festgestellt wurden. Mit Autor: man staune! Peter Sawicki.“

http://care.diabetesjournals.org/content/24/5/886.full.pdf+html

Fragen:

1. Stimmt es, dass die Peter Sawicki „belastende“ Information von Adel Massaad

primär darin bestand, Ihnen eine Film des BR-Zeitspielgel vorzuführen, der darauf

hinweist, dass Peter Sawicki 2001 im Rahmen einer Studie von „vielversprechenden pharmakokinetischen und -dynamischen Ergebnissen“ des ersten analogen Inulins Lispro® sprach (Anmerkung: BerlinChemie und Novo Nordisk finanzierten die Studien) während er dann 2006 als IQWiG-Chef (Anmerkung: zu 50 Prozent getragen von den Gesetzlichen Krankenversicherungen, die sich Kostensenkungen wünschen) von dieser Studie und ihrem Ergebnis nichts mehr wissen wollte?

2. Stimmt es, dass Sie Ihre kritischen Recherchen zu Adel Massaad nach dem

Treffen im Hilton Hotel Berlin begonnen haben, nachdem Herr Massaad Ihnen den

BR-Film vorführte?

[Fortsetzung auf Seite 5]

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- Seite 5 -

3. Stimmt es, dass Ihre Ausforschung der Kontobewegungen und Honorar-

Zahlungsströme von Adel Massaad begonnen hat, nachdem Herr Massaad Ihnen den

Film des Bayerischen Rundfunks im Hilton Hotel Berlin gezeigt hat?

4. Stimmt es, dass Sie bei den von Ihnen recherchierten Kontobewegungen von Adel

Massaad kein einziges Honorar gefunden haben, welches von einem Insulin herstellenden oder vermarktenden Unternehmen stammt, sodass es auch keinen lobbyistischen Bezug von Adel Massaad zum Thema „Insulinanaloga“ gab?

5. Warum haben Sie den Widerspruch, dass der frühere IQWiG-Chef Peter Sawicki

2001 in von BerlinChemie und Novo Nordisk finanzierten Studien von „vielver- sprechenden pharmakokinetischen und -dynamischen Ergebnissen“ des ersten analogen Inulins Lispro® spricht, von dieser Studie 2006 als IQWiG-Chef (zu 50 Prozent getragen von den Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), die Kosten senken wollen) nichts mehr wissen will, weder als Stern-Reporter noch als SPIEGEL- Redakteur je angesprochen, in irgendeiner Weise thematisiert und Ihren Lesern gegenüber transparent gemacht? Was war Ihr Motiv, dies zu unterlassen?

5. PR und aggressiver Lobbyismus für Peter Sawicki

Aus der Art und Weise, wie Sie sich im Stern, im Magazin DER SPIEGEL und bei SPIEGEL ONLINE über den früheren IQWiG-Chef Peter Sawicki geäußert haben – Herr Sawicki wurde dabei jedes Mal vollkommen unkritisch und auffällig schönfärbend dargestellt, Sawicki-Kritiker wie Jobst Spengemann oder Prof. Wolfgang Stock wurden von Ihnen zu Unrecht und auffällig aggressiv schwer rufschädigend dargestellt – ergibt sich folgende Frage:

Frage: Haben Sie für die Art und Weise Ihrer Darstellung von Peter Sawicki je einen geldwerten Vorteil erhalten - z. B. in Form von exklusiven Vorabinformationen aus dem Bereich des IQWiG oder der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV)?

Sollten meine Fragen Behauptungen enthalten oder Aspekte implizieren, die nachweisbar falsch sind, so bitte ich Sie um Aufklärung und Korrektur. Die begleitenden Informationen dieses Schreibens dienen ausschließlich dem Zweck, meine Fragen und meine Sichtweise als Fragesteller verständlich zu machen.

Sollten Sie mehr Zeit benötigen, so lassen Sie mich das bitte wissen. Bei Bedarf beantworte ich Ihnen gerne Verständnisfragen.

Mit freundlichen Grüßen

Claus Fritzsche

[Anlage: 5 Seiten]

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+ + + Anlage + + +

Beitrag BR–Zeitspiegel

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- Anlage Seite 1 -

Abschrift eines Filmbeitrags des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahr 2006, übernommen aus dem Rechtsstreit „Spengemann ./. SPIEGEL-Verlag u.a.“

Anmoderation Der Fortschritt in der Medizin beschert uns immer bessere Heilungsmöglichkeiten, auch durch bessere Medikamente. Das hat seinen Preis. So sind die neu entwickelten Medikamente oft teurer als die bereits schon vorhandenen. Um den Anstieg der Gesundheitskosten zu senken, kommt es immer wieder vor, dass die kostspieligeren Medikamente nicht mehr verschrieben werden dürfen. Obwohl sie dem modernen Stand der Forschung entsprechen. Für die Patienten ein Schock. Sabine Wolf und Andrea Zückert berichten.

Hartmut Kraft ist Diabetiker und fährt schon sein ganzes Leben Taxi. Als sein Zucker schlimmer wurde, sollte ihm der Führerschein entzogen werden. Hartmut Kraft wäre im Straßenverkehr ein gefährliches Sicherheitsrisiko geworden. Doch dank moderner, besserer Insuline kann er weiter arbeiten.

O-Ton Hartmut Kraft:

„Das Gesichtsfeld wird stark eingeengt, wenn nicht sogar überhaupt vernebelt, so dass sie ihren Vordermann unter Umständen nicht mehr so richtig, die Entfernung zum Vordermann nicht mehr so richtig eintaxieren können und das kann sogar soweit gehen, dass sie bewusstlos werden.“

Frage: Und das ist mit dem modernen Insulinen nicht mehr möglich?

O-Ton-Kraft: „Nein, das ist mit dem modernen Insulinen nicht mehr möglich!“

Durch die neuen Insuline, so genannte Insulin Analoga, bleiben die lebensgefährlichen Blutzuckerschwankungen, die zu zwei Herzinfarkten geführt hatten, aus. Das bestätigte ein Arzt, Wolf Renner. Durch die neuen Insuline sind die grausamen Erkrankungen der Diabetiker in den Griff zu bekommen.

[Fortsetzung auf Seite 2 der Anlage]

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- Anlage Seite 2 -

O-Ton Renner:

„Sein Blutzucker ist generell stabiler, d.h.: die Ausschläge nach oben sind nicht so ausgeprägt, und die Ausschläge nach unten sind nicht so ausgeprägt. Die nach oben führen ja, wenn sie auftreten ja zu den so genannten Folgeerkrankungen, sprich:

Erblindung, Nierenversagen, Schlaganfall, Herzinfarkt. Mit diesen modernen Analoginsulinen ist dieses Risiko deutlich verringert.“

Wie zufrieden die meisten Patienten mit den Analoginsulinen sind, zeigt eine Umfrage der Zeitschrift Diabetesjournal. Demnach haben sich bei rund drei Viertel der Befragten die Blutzuckerwerte deutlich verbessert.

Gestern in Berlin. Schlechte Nachrichten für Diabetiker. Die neuen Insuline sollen künftige Patienten nicht mehr bekommen. Pressekonferenz des gemeinsamen Bundesausschusses und dessen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWIG. Sein Vorsitzender, Peter Sawicki, prüft Therapien und Meditationen auf ihren Nutzen hin und erstellt Bewertungen für die Gesundheitspolitik. Das Institut kam zu dem Schluss: die neuen Insulinanaloga haben keinerlei Vorteile.

O-Ton Sawicki:

„dieser Nutzen ist nicht belegt, es gibt weder bezüglich Erkrankungen, noch Symptome, noch Verbesserung der Stoffwechseleinstellung, noch Reduktionen von schweren Unterzuckerungen, haben diese neuen, neueren- sie sind ja schon zehn Jahre alt - aber diese teureren Präparate keinen Vorteil.“

Keine Vorteile? Trotz positiver Patienteneinschätzung? Was sagen wissenschaftliche Studien?

O-Ton Sawicki:

„solche Studien haben wir nicht gefunden, und solche Studien, die methodisch sauber waren sind uns auch weder von der herstellenden Industrie noch von den Experten, die wir alle befragt haben, zugesandt worden. Insofern gehen wir davon aus, da wir nach einer ausführlichen Recherche nichts gefunden haben, dass es solche Studien nicht gibt und bisher hat mir auch noch niemand eine solche Studie gezeigt.“

Keine Studien? Merkwürdig! Uns liegen Studien vor, die den positiven Effekt auf

den Blutzuckerspiegel der Patienten belegen.

Und: es gibt sogar eine Studie, in

der die positive Wirkung von Analoginsulinen gegenüber Normalinsulinen bei

Patienten mit Nierenstörungen festgestellt wurden.

Mit Autor: man staune! Peter

Sawicki.
Sawicki.

- (ANMERKUNG: CO-AUTOR DER STUDIE: LUTZ HEINEMANN)

[Fortsetzung auf Seite 3 der Anlage]

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- Anlage Seite 3 -

Diabetiker Hartmut Kraft lebt gut mit den neuen Insulinen. Doch künftige Patienten sollen sie nicht mehr bekommen. Das hat das IQWIG mit seiner Nutzenbewertung dem gemeinsamen Bundesausschuss, GBA, empfohlen. Der entscheidet, was die Kassen erstatten und was nicht. In einem Beschlussentwurf für das Gesundheitsministerium heißt es zu den neuen Insulinen: Diese Wirkstoffe sind nicht verordnungsfähig, solange sie mit Mehrkosten verbunden sind.

Professor Letzel, Mitglied des human wissenschaftlichen Zentrums der Münchener Uni. Kosten-Nutzenanalysen, wie sie der Bundesausschuss macht, sind für ihn viel zu kurzfristig gerechnet und kalkulieren die Kosten möglicher Spätfolgen nicht mit ein.

O-Ton Prof. Letzel:

„wenn ich in der Apotheke gehe, und kaufe etwas für 2,50 €, was woanders fünf Euro kostet, dann kann es sein, dass ich 2,50 € gespart habe, aber wenn ich für diese Ersparnis nach fünf Jahren Folgeschäden wie Herzinfarkt, Niereninsuffizienz, Dialysebehandlungen, im Extremfall ein abgehacktes Bein, weil ich eine Amputation in Kauf nehmen muss, dann frage ich mich schon, ist es nicht ein bisschen zynisch, wenn der GBA sich ausschließlich am Thema Wirtschaftlichkeit orientiert.“

Der Bundesausschuss will die neuen Insuline, also für künftige Patienten, nicht mehr erstatten. „Zu teuer“ heißt es. Im Fall des Diabetikers Hartmut Kraft haben wir einmal nachgerechnet. Für das neue Insulin zahlte er pro Monat 29,12 €. Das alte würde ihn 22,02 € kosten. Differenz: 7,10 €. Für die Kassen zu teuer?

Der Vorsitzende, Peter Sawicki,, und sein Institut IQWIG sollen die umstrittenen Nutzenbewertungen auch zum Beispiel bei Bluthochdruck, Asthma bronchiale oder Demenz vornehmen. Wird die Streichliste noch länger?

O-Ton Prof. Letzel:

„Patienten, die früher sterben, also am besten am Tag nach der Pensionierung, sind natürlich die billigsten Patienten. Und wenn wir jetzt die modernen, lebensverlängernden Medikamente rationieren, oder gar nichts mehr verordnungsfähig machen, dann haben wir halt diese Schere, die auseinandergeht:

bei den Alten höhere Pflegekosten, und bei den Jüngeren geringere Lebenserwartung. Unglaublich für einen Staat wie Deutschland!“

[Fortsetzung auf Seite 4 der Anlage]

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- Anlage Seite 4 -

Studie von Peter Sawicki, Prof. Heinemann u.a.

Impact of Diabetic Nephropathy on Pharmacodynamic and Pharmacokinetic Properties of Insulin in Type 1 Diabetic Patients Klaus Rave, Tim Heise, Andreas Pfützner, Lutz Heinemann and Peter T. Sawicki doi: 10.2337/diacare.24.5.886 Diabetes Care May 2001 vol. 24 no. 5 886-890

http://care.diabetesjournals.org/content/24/5/886.full.pdf+html

Peter T. Sawicki spricht von: „promising pharmacokinetic

Peter T. Sawicki spricht von:

„promising pharmacokinetic and pharmacodynamic results of insulin lispro“

Die der Publikation zugrunde liegende Studie wurde von den Pharmaunternehmen BerlinChemie und Novo Nordisk finanziert.

[Fortsetzung auf Seite 5 der Anlage]

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- Anlage Seite 5 -

Landgericht Berlin, Urteil vom 17.03.2011

- Anlage Seite 5 - Landgericht Berlin, Urteil vom 17.03.2011 Abbildung: Urteilsbegründung des LG Berlin (Ausschnitt)

Abbildung: Urteilsbegründung des LG Berlin (Ausschnitt)

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