Sie sind auf Seite 1von 12

Wie Farb-Kameras funktionieren

Die Idee eines CCDs ist einfach. Wir können es uns als Speicher-Chip ohne "Deckel" vorstellen. Treffen
Fotonen auf die Speicherzellen, erzeugen sie dort Elektronen (fotoelektrischer Effekt). Dabei sind
die Menge der Fotonen und die Menge der Elektronen proportional zueinander. Die Wellenlänge der
Fotonen wird aber nicht an die Elektronen "weiter gegeben". CCD-Chips sind also farbenblind.
Im Folgenden beschreiben wir wie Farb-Kameras trotz der Farbenblindheit von CCD-Chips funktio-
nieren.
Bitte beachten Sie:
• Die Verantwortung für die korrekte Integration von Kameras im Zusammenhang mit einer konkreten
Applikation trägt ausschliesslich der System-Ingenieur vor Ort.

Inhalt
Grundlagen
Ausgangspunkt Monochrom-Kamera....................................................... 2
3CCD Farb-Kamera.................................................................................... 3
1CCD Farb-Kamera.................................................................................... 4

1CCD Kameras zur Visualisierung und für die Messtechnik


Visualisierung. ........................................................................................... 5
Messtechnik.............................................................................................. 6

Farb-Interpolation (zur Visualisierung)


Einführung................................................................................................. 7
Kopie von Nachbar-Pixeln (nearest neighbor replication)......................... 8
Mittelwerte von Nachbar-Pixeln (bilinear interpolation)............................ 9

Farb-Auswertung (für die Messtechnik)


Einführung............................................................................................... 10
Auswertung auf der Basis eines interpolierten Bildes........................... 11
Auswertung auf der Basis des digitalen Original-Bildes........................ 12

THE
IMAGINGSOURCE
YO U R S O U R C E F O R D I G I TA L I M AG I N G T E C H N O L O GY

EUROPEAN HEADQUARTERS Sämtliche in diesem Dokument erwähnten Produkt- und Firmennamen können Warenzeichen oder Handelsbezeich-
The Imaging Source Europe GmbH nungen der jeweiligen Hersteller sein und werden hiermit anerkannt.
Sommerstrasse 36, D-28215 Bremen, Germany The Imaging Source Europe GmbH übernimmt keine Garantie oder Verpflichtung irgend einer Art für die in diesem
support@eu.theimagingsource.com Dokument enthaltene Information. Der in ihm verwendete Programm-Code dient ausschliesslich didaktischen Zwe-
Phone: +49 421 33591-0 cken. The Imaging Source übernimmt keinerlei juristische Verantwortung noch irgendeine Haftung, die sich aus der
Verwendung des Dokument-Inhalts oder des Programm-Codes ergeben sollten.
The Imaging Source behält sich das Recht vor, jederzeit und ohne Ankündigung technische Daten, Funktion oder
US HEADQUARTERS
Gestaltung zu ändern.
The Imaging Source, LLC
7257 Pineville-Matthews Road, Charlotte, NC 28226 Stand: Juli 2005
support@us.theimagingsource.com Copyright ® 2005 The Imaging Source Europe GmbH
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der The Imaging Source Europe GmbH.
Phone: +1 704-370-0110 USA
Toll Free: +1 877-462-4772 USA Abmessungen und Gewichte sind Näherungswerte.

THE
IMAGINGSOURCE
YO U R S O U R C E F O R D I G I TA L I M AG I N G T E C H N O L O GY
Wie Farb-Kameras funktionieren 
Grundlagen

Ausgangspunkt Monochrom-Kamera

Die Idee eines CCDs ist ein- e e e e e e e e


fach. Wir können es uns als e e e e e e e e

Speicher-Chip ohne "Deckel" e e e e e e e e


e e e e e e e e
vorstellen. Damit sind also die
e e e e e e e e
Speicherzellen durch Licht- e e e e e e e e
strahlen erreichbar. Aufgrund e e e e e e e e

des Fotoeffekts erzeugen di- e e e e e e e e

ese Lichtstrahlen negative La-


dungen in den Speicherzellen
(rechts oben im Bild).
Kamera-
Elektronik
Nach der Belichtungszeit wer-
den diese Ladungen ausgele-
sen und durch die Kamera-Elek-
tronik aufbereitet. Am Ausgang
220 220 220 50 50 130 130 130
dieser Kamera-Elektronik steht 220 220 220 50 50 130 130 130

dann ein digitales Bild zur Ver- 220 220 220 50 50 130 130 130

fügung. 220 220 220 50 50 130 130 130

220 220 220 50 50 130 130 130

Benötigt die Kamera einen ana- 220 220 220 50 50 130 130 130

logen Video-Ausgang, müsste 220 220 220 50 50 130 130 130

220 220 220 50 50 130 130 130


das digitale Original-Bild ent-
Digitales Original-Bild
sprechend gewandelt werden.
Im Zusammenhang mit dem
hier diskutierten Thema "Wie
funktionieren Farbkamers" ist
diese Frage aber nicht relevant.
Wir benötigen nur das digitale
Original-Bild für unsere Be-
trachtung.

THE
IMAGINGSOURCE
YO U R S O U R C E F O R D I G I TA L I M AG I N G T E C H N O L O GY
Wie
Objektive
Farb-Kameras
- Auswahl
funktionieren
und Montage 
Grundlagen

3CCD Farb-Kamera

Etwas holzschnittartig gesagt, konvertiert also ein CCD-Chip Fotonen e e e


e e e
in Elektronen. Dabei sind die Menge der Fotonen und die Menge der
e e e
Elektronen proportional zueinander. Fotonen haben aber noch eine e e e
weitere Eigenschaft, nämlich ihre Wellenlänge. Diese Information e e e e e
e e e e e
wird aber nicht an die Elektronen weiter gegeben. CCD-Chips sind e e e e e
also farbenblind. e e e e e

Wenn wir am Ausgang der


Kamera-Elektronik für je-
des Pixel einen Rot- UND, e e
Grün- UND Blauwert benö- e e
e e
tigen, müssen wir also für e e
jede dieser Grundfarben e e e e e e
e e e e e e
ein CCD einsetzen. Jedes e e e e e e
dieser CCDs bekommt nur e e e e e e
"gefilterte Fotonen": ein
CCD sieht Rot, ein zweites
Grün und das dritte Blau.
Diese drei "Fotonen-Kanäle" e e e
e e e
werden von einem Prisma e e e
erzeugt. e e e
e e e e e
Diese sofort einleuchtende Lösung bringt auch e e e e e
in der Praxis hervorragende Ergebnisse. Der e e e e e
e e e e e
wesentliche Nachteil ist allerdings ihr hoher
Preis. Daher entwickelte man schon früh Kon-
zepte für Farbkameras, die auf nur einem CCD
Kamera-
basieren. Der folgende Abschnitt beschreibt Elektronik
das verbreiteste dieser Konzepte.

255 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 255

255 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 255

255 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 255

255 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 255

255 255 255 255 255 0 0 0 255 255 255 0 0 255 255 255 0 0 0 255 255 255 255 255

255 255 255 255 255 0 0 0 255 255 255 0 0 255 255 255 0 0 0 255 255 255 255 255

255 255 255 255 255 0 0 0 255 255 255 0 0 255 255 255 0 0 0 255 255 255 255 255

255 255 255 255 255 0 0 0 255 255 255 0 0 255 255 255 0 0 0 255 255 255 255 255

Digitales Original-Bild: Digitales Original-Bild: Digitales Original-Bild:


Rot-Kanal Grün-Kanal Blau-Kanal

THE
IMAGINGSOURCE
YO U R S O U R C E F O R D I G I TA L I M AG I N G T E C H N O L O GY
Wie Farb-Kameras funktionieren 
Grundlagen

1CCD Farb-Kamera

Dürfen wir aus Kostengrün-


e e e
den nur ein CCD-Chip benut- e e e
e e e
zen, müssen wir die Farbfilter
e e e
mosaikähnlich über alle Pixel e e e e e e
dieses einen CCDs verteilen. e e e e e e
e e e e e e
Man spricht daher auch von e e e e e e
Mosaik- oder Bayer-Filter.
Herr Bayer war der Erfinder Bayer-Filter
dieses Filters.
Damit liefert ein Pixel also Kamera-
Elektronik
ENTWEDER einen Rot- ODER
einen Grün- ODER einen
Blau-Wert. Am Ausgang der
Kamera-Elektronik soll ein
und derselbe Pixel aber einen
Rot- UND einen Grün- UND 255 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 255

255 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 255


einen Blau-Wert liefern. Wie 255 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 255

also bekommen wir die feh- 255 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 255

lenden Werte? 255 255 255 255 255 0 0 0 255 255 255 0 0 255 255 255 0 0 0 255 255 255 255 255

255 255 255 255 255 0 0 0 255 255 255 0 0 255 255 255 0 0 0 255 255 255 255 255

255 255 255 255 255 0 0 0 255 255 255 0 0 255 255 255 0 0 0 255 255 255 255 255

255 255 255 255 255 0 0 0 255 255 255 0 0 255 255 255 0 0 0 255 255 255 255 255

Digitales Original-Bild: Digitales Original-Bild: Digitales Original-Bild:


Rot-Kanal Grün-Kanal Blau-Kanal

Die Lösung heisst "Räumliche Farb-Interpolation" durchgeführt durch die Kamera-Elektronik. Nehmen
wir als Beispiel den Rot-Pixel links unten in der Ecke. Uns fehlt also ein Grün- und ein Blau-Wert. Der
Interpolations-Algorithmus schätzt diese beiden fehlenden Werte durch ein Analyse der Nachbarn
unseres Rot-Pixels. In unserem Beispiel findet er Grün-Pixel, die viel Ladung enthalten aber völlig
ungeladene Blau-Pixel. Damit ist also unser Rot-Pixel tatsächlich gelb. Im Abschnitt Farb-Interpolation
finden Sie detaillierte Informationen dazu.
Vergleicht man die 3 digitalen Original-Bilder der 3CCD Kamera und der 1CCD Kamera, so erscheinen
sie identisch. Dieses gilt aber tatsächlich nur für unsere stark vereinfachten Beispiele. In der Praxis
verursachen auch die besten Farb-Interpolations-Verfahren einen Tiefpass-Effekt. 1CCD Kameras
liefern daher deutlich unschärfere Bilder, als 3CCD oder Monochrom-Kameras. Besonders störend
wirkt das auf feine, fadenähnliche Bildstrukturen.

THE
IMAGINGSOURCE
YO U R S O U R C E F O R D I G I TA L I M AG I N G T E C H N O L O GY
Wie Farb-Kameras funktionieren 
1CCD Kameras zur Visualisierung und für die Messtechnik

Visualisierung

Die Funktionsweise von 1CCD e e e


Farb-Kamera zur Visualisierung e e e
e e e
haben wir bereits im Abschnitt
e e e
Grundlagen gesehen. Ein Mo- e e e e e e
saik-Filter (auch Bayer-Filter e e e e e e
e e e e e e
genannt) sorgt dafür, dass ein e e e e e e
Pixel ENTWEDER Rot ODER
Grün ODER Blau sieht. Das Bayer-Filter
Bild rechts zeigt diese Idee. Sie
können das Bild durch einen
Kamera-
Mausklick vergrössern. Elektronik

Da wir aber am Ausgang der


Kamera für jedes Pixel einen
Rot- UND Grün- UND Blau-
Wert erwarten, interpoliert die
Kamera-Elektronik fehlende 255 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 255

255 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 255


Farbwerte. Im Abschnitt Farb- 255 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 255

Interpolation finden Sie Details 255 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 0 0 0 0 0 0 0 0 255 255 255

dazu. 255 255 255 255 255 0 0 0 255 255 255 0 0 255 255 255 0 0 0 255 255 255 255 255

255 255 255 255 255 0 0 0 255 255 255 0 0 255 255 255 0 0 0 255 255 255 255 255

Der entscheidende Vorteil 255 255 255 255 255 0 0 0 255 255 255 0 0 255 255 255 0 0 0 255 255 255 255 255

dieser Vorgehensweise ist ihr 255 255 255 255 255 0 0 0 255 255 255 0 0 255 255 255 0 0 0 255 255 255 255 255

niedriger Preis. Die Qualität Digitales Original-Bild: Digitales Original-Bild: Digitales Original-Bild:
Rot-Kanal Grün-Kanal Blau-Kanal
heute verfügbarer 1CCD Kame-
ras ist dabei erstaunlich hoch.
Die weit überwiegende Zahl
von Farbkameras beruht daher
auf dieser Technik.

THE
IMAGINGSOURCE
YO U R S O U R C E F O R D I G I TA L I M AG I N G T E C H N O L O GY
Wie Farb-Kameras funktionieren 
1CCD Kameras zur Visualisierung und für die Messtechnik

Messtechnik

Für Anwendungen in der mess-


e e e
technischen Bildverarbeitung e e e
hat die Farb-Interpolation ent- e e e
e e e
scheidende Nachteile: e e e e e e
e e e e e e
• Wir haben zwar für jedes Pixel e e e e e e
einen Rot-, Grün- und Blau- e e e e e e

Wert aber nur einer dieser


Werte entstammt wirklich dem Bayer-Filter

CCD. Die beiden anderen Wer-


te sind interpoliert, also mehr Kamera-
Elektronik
oder weniger GESCHÄTZT.
• Die geschätzten Werte sind
nicht nur störend für die Mess-
technik an sich, sie belasten
zu allem Überfluss den Bus 0 0 0 0 255 255 0 255
und den Prozessor des aus- 255 0 255 255 0 0 0 0

wertenden Rechners unnöti- 0 0 0 0 255 255 0 255

gerweise. 255 0 255 255 0 0 0 0

255 0 255 255 0 255 255 255

Für messtechnische Zwecke 255 255 255 0 255 255 0 255

ist es daher vorteilhaft die Farb- 255 0 255 255 0 255 255 255

255 255 255 0 255 255 0 255


Interpolation abzuschalten und
Digitales Original-Bild
die vom CCD aufgesammelten
Ladungen direkt in das digitale
Original-Bild zu wandeln.

Wichtig: Heute geht der Grossteil der Software zur Auswertung von Farbbildern davon aus, dass
für jeden Pixel ein Rot-, Grün und Blau-Wert vorliegt. Der Umgang mit dem digitalen Original-Bild ist
aber für viele ungewohnt. Daher beschreiben wir im Abschnitt Farb-Auswertung die grundlegende
Idee der Auswertung des digitalen Original-Bilds.

THE
IMAGINGSOURCE
YO U R S O U R C E F O R D I G I TA L I M AG I N G T E C H N O L O GY
Wie Farb-Kameras funktionieren 
Farb-Interpolation (zur Visualisierung)

Einführung

Im Abschnitt Grundlagen haben 0 0 0 0 255 255 0 255

wir die Idee der Farb-Interpo- 255 0 255 255 0 0 0 0

0 0 0 0 255 255 0 255


lation anhand eines Beispiels
255 0 255 255 0 0 0 0
beschrieben. Um dieses Beispiel 255 0 255 255 0 255 255 255

übersichtlich zu halten, wurden 255 255 255 0 255 255 0 255


Bayer-Filter
die drei Ergebnis-Bilder (die drei 255 0 255 255 0 255 255 255

255 255 255 0 255 255 0 255


Farbkanäle des digitalen Original-
Ursprungs-Bild Digitales Original-Bild
Bilds) dort idealisiert dargestellt.
Im Folgenden zeigen wir zwei ein-
fache Interpolations-Verfahren im
Detail. Dabei gehen wir von dem
im Abschnitt 1CCD Kameras zur
Visualisierung und für die Mess-
technik beschrieben digitalen Ori-
ginal-Bild für den Fall "Messtech-
nik" aus. Zur besseren Übersicht
sehen Sie rechts dieses digitale
Original-Bild, dessen Ursprungs-
Bild sowie das Bayer-Filter.

THE
IMAGINGSOURCE
YO U R S O U R C E F O R D I G I TA L I M AG I N G T E C H N O L O GY
Wie Farb-Kameras funktionieren 
Farb-Interpolation (zur Visualisierung)

Kopie von Nachbar-Pixeln (nearest neighbor replication)

Die einfachste Möglichkeit die 0 0 0 0 255 255 0 255


fehlenden Farbwerte "aufzufüllen" 255 0 255 255 0 0 0 0 0 0 0
ist das Übernehmen benachbarter 0 0 0 0 255 255 0 255
Werte. Nehmen wir als Beispiel den R=255
255 0 255 255 0 0 0 0 255 G=0 255
ersten Grün-Pixel (des Bayer-Filters) 255 0 255 255 0 255 255 255
B=0

in der zweiten Zeile. Dieses Pixel ist 255 255 255 0 255 255 0 255 0 0 0
im Bild rechts fett umrandet. 255 0 255 255 0 255 255 255

255 255 255 0 255 255 0 255

Digitales Original-Bild

Da das Ursprungs-Bild an dieser Stelle rot ist (siehe Einführung), ergibt die Abtastung mit dem
Grün-Pixel des Bayer-Filters 0. Die fehlenden Rot- und Blau-Werte holen wir uns einfach (wie rechts
gezeigt) von den direkt benachbarten Rot- und Blau-Pixeln. Wir kommen so zu einem RGB-Wert von
(255,0,0).
Für das Beispiel rechts ergibt die Interpolation also tatsächlich den korrekten RGB-Wert. In der Praxis
allerdings führt diese primitive Art der Interpolation zu groben Fehlern, die für statische Bilder kaum
akzeptabel sind. Da das Verfahren aber nicht besonders rechenintensiv ist, eignet es sich durchaus
für Videoströme an deren Qualität keine hohen Ansprüche gestellt werden (z.B. ein Vorschau).

THE
IMAGINGSOURCE
YO U R S O U R C E F O R D I G I TA L I M AG I N G T E C H N O L O GY
Wie Farb-Kameras funktionieren 
Farb-Interpolation (zur Visualisierung)

Mittelwerte von Nachbar-Pixeln (bilinear interpolation)

0 0 0 0 255 255 0 255

255 0 255 255 0 0 0 0 0 0 0


0 0 0 0 255 255 0 255 255+255
R=255 R=
2
255 0 255 255 0 0 0 0 255 G=0 255
B=0 0+0
255 0 255 255 0 255 255 255
B=
2
255 255 255 0 255 255 0 255 0 0 0
255 0 255 255 0 255 255 255

255 255 255 0 255 255 0 255

Digitales Original-Bild

0 0 0 0 255 255 0 255

255 0 255 255 0 0 0 0 0 0 0


0 0 0 0 255 255 0 255 255+255+0+0
R=255 G=
4
255 0 255 255 0 0 0 0 0 G=128 255
B=64 255+0+0+0
255 0 255 255 0 255 255 255 B=
4
255 255 255 0 255 255 0 255 0 255 255
255 0 255 255 0 255 255 255

255 255 255 0 255 255 0 255

Digitales Original-Bild

Eine erste Verbesserung der einfachen Kopier-Interpolation ist die Verwendung der Mittelwerte
mehrerer Nachbar-Pixel (bilinear interpolation). Wie das Bild zeigt, ergibt sich auch hier der korrekte
RGB-Wert von (255,0,0).
Im unteren Beispiel allerdings sehen wir den entscheidenden Nachteil des Mittelwert-Verfahrens. Es
ist mit einem Tiefpass-Verhalten verbunden und verschleift daher scharfe Kanten. Eigentlich müsste
an dieser Stelle der RGB-Wert ebenfalls (255,0,0) sein. Tatsächlich aber ist er (255,128,64), also ein
bräunliches Orange.
Die Qualität der in modernen Kameras eingesetzten Interpolations-Verfahren ist sehr viel höher, als
die der oben gezeigten Basis-Verfahren. Einen hervorragenden Überblick und Vergleich bietet die
Studie: A Study of Spatial Color Interpolation Algorithms for Single-Detector Digital Cameras.
Normalerweise haben Sie keinen Einfluss auf das Interpolations-Verfahren einer "üblichen" Farbka-
mera. Mit der DBK 21F04, der DBK 21AF04, der DBK 21BF04, der DBK 31AF03, der DBK 31BF03,
der DBK 41AF02 und der DBK 41BF02 bietet The Imaging Source Farb-Kameras ohne Interpolation.
Sie sind besonders für die Farb-Auswertung geeignet.

THE
IMAGINGSOURCE
YO U R S O U R C E F O R D I G I TA L I M AG I N G T E C H N O L O GY
Wie Farb-Kameras funktionieren 
Farb-Auswertung (für die Messtechnik)

Einführung

Im Abschnitt 1CCD Kameras zur 255 128 255 128 255 144 255 144

Visualisierung und für die Mess- 0 255 0 255 0 255 0 255

technik haben wir festgestellt, 255 128 255 128 255 144 255 144

0 255 0 255 0 255 0 255


dass interpolierte Bilder sich 255 128 255 128 255 144 255 144

nur bedingt für messtechnische 0 255 0 255 0 255 0 255


Bayer-Filter
Zwecke eignen. Im Folgenden 255 128 255 128 255 144 255 144

0 255 0 255 0 255 0 255


demonstrieren wir anhand des
Ursprungs-Bild Digitales Original-Bild
Beispiels rechts die Ursache
dafür.
Das Ursprungs-Bild besteht aus
zwei homogenen Flächen, deren
Farbwerte sich nur leicht unter-
scheiden. Die Pixel der linken
Hälfte weisen einen RGB-Wert
von (0,255,128) auf, die RGB-
Werte der Pixel zur Rechten sind
(0,255,144).

THE
IMAGINGSOURCE
YO U R S O U R C E F O R D I G I TA L I M AG I N G T E C H N O L O GY
Wie Farb-Kameras funktionieren 10
Farb-Auswertung (für die Messtechnik)

Auswertung auf der Basis eines interpolierten Bildes

Interpolierter Rot-Kanal
0 0 0 0 0 0 0 0

0 0 0 0 0 0 0 0

0 0 0 0 0 0 0 0 Anzahl
64
0 0 0 0 0 0 0 0
48
0 0 0 0 0 0 0 0
32
0 0 0 0 0 0 0 0
16
0 0 0 0 0 0 0 0
64 128 192 255
0 0 0 0 0 0 0 0
Grauwert

Interpolierter Grün-Kanal
255 128 255 128 255 144 255 144 255 255 255 255 255 255 255 255

0 255 0 255 0 255 0 255 255 255 255 255 255 255 255 255

255 128 255 128 255 144 255 144 255 255 255 255 255 255 255 255 Anzahl
64
0 255 0 255 0 255 0 255 255 255 255 255 255 255 255 255
48
255 128 255 128 255 144 255 144 255 255 255 255 255 255 255 255
32
0 255 0 255 0 255 0 255 255 255 255 255 255 255 255 255
16
255 128 255 128 255 144 255 144 255 255 255 255 255 255 255 255

0 255 0 255 0 255 0 255 255 255 255 255 255 255 255 255 64 128 192 255
Grauwert

Digitales Original-Bild
128 128 128 128 136 144 144 144 Interpolierter Blau-Kanal

128 128 128 128 136 144 144 144

128 128 128 128 136 144 144 144 Anzahl


64
128 128 128 128 136 144 144 144
48
128 128 128 128 136 144 144 144
32
128 128 128 128 136 144 144 144
16
128 128 128 128 136 144 144 144

128 128 128 128 136 144 144 144 64 128 192 255
Grauwert

Das Bild zeigt das Ergebnis der Farb-Interpolation unseres Ursprungs-Bildes. Der Einfachheit halber
kam hier die in Abschnitt Farb-Interpolation beschriebene Interpolation durch Mittelwert-Bildung
(bilinear interpolation) zur Anwendung. Als Ergebnis dieser Interpolation erhalten wir je ein Bild für
den Rot-Kanal, den Grün-Kanal und den Blau-Kanal.
Ein typisches Verfahren zur Trennung von Bildregionen basiert auf der Histogramm-Analyse. Wie
die Diagramme rechts im Bild zeigen, befinden sich im Rot-Kanal ausschliesslich 64 Werte "0". Der
Grün-Kanal hingegen bietet 64 Werte "255". Diese beiden Kanäle sind für eine Trennung der beiden
Bereiche also wertlos.
Nur im Blau-Kanal ist die "Lücke" im Histogramm zwischen 32 Werten "128" und 24 Werten "144"
offensichtlich. Die ausserdem vorhandenen 8 Werte "136" ergeben sich aus dem Tiefpass-Effekt der
Farb-Interpolation. Dieser Effekt führt zum "Verschmieren" der eigentlich scharfen Kante zwischen
den beiden Bildregionen.

THE
IMAGINGSOURCE
YO U R S O U R C E F O R D I G I TA L I M AG I N G T E C H N O L O GY
Wie Farb-Kameras funktionieren 11
Farb-Auswertung (für die Messtechnik)

Auswertung auf der Basis des digitalen Original-Bildes

Anzahl
32

24

16

64 128 192 255


255 128 255 128 255 144 255 144 Grauwert

0 255 0 255 0 255 0 255 Anzahl

255 128 255 128 255 144 255 144 32

0 255 0 255 0 255 0 255 24

16
255 128 255 128 255 144 255 144
8
0 255 0 255 0 255 0 255

255 128 255 128 255 144 255 144 64 128 192 255
Grauwert
0 255 0 255 0 255 0 255
Anzahl
Digitales Original-Bild 32

24

16

64 128 192 255


Grauwert

Wendet man nun diese Histogramm-Analyse einfach direkt auf das digitale Original-Bild an, ergeben
sich zwei Vorteile:
• Wir belasten uns nicht mit Daten, die zu 2/3 redundant sind.
• Da keine Interpolation zur Anwendung kommt, kann es auch keine Störungen wie z.B. verschliffene
Kanten geben.
Die drei Histogramme zeigen wiederum, dass der Rot- und der Grün-Kanal für unsere Auswertung
unbrauchbar sind. Das Histogramm des Blau-Kanals gibt aber exakt die Verhältnisse im Ursprungs-
bild wieder.
Man mag einwenden, dass in der heutigen Praxis niemand mehr die Interpolation durch eine Mittel-
wert-Bildung (bilinear interpolation), sondern durch wesentlich leistungsfähigere Verfahren realisiert.
Allerdings bezieht sich diese Leistungsfähigkeit auf eine möglichst gute Visualisierung, nutzt also
als Referenz letztlich das menschliche visuelle System. Aus messtechnischer Sicht erzeugen aber
auch diese "leistungsfähigeren" Interpolationen Bildstörungen verschiedenster Art, die eine Bild-
Auswertung unmöglich machen können.

THE
IMAGINGSOURCE
YO U R S O U R C E F O R D I G I TA L I M AG I N G T E C H N O L O GY
Wie Farb-Kameras funktionieren 12