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DAS ALTARMENISCHEVERBUM

VON

GERT KLINGENSCHMITT

l)R. LtJI)WI(;

1982

RIIICHERl'

VlrRl.A(;

WIITSIIAI)l:N

.qqFFr

vl

kcitsnauflösbar.Ein vollständrgesVerzeichnisder Abkürzungenvon Tcxten I wird in der geplantenaltarmenischenLautlehregegeben. BeiderBezeichnungdesAkzentsin rekonstruiertenFormendesBaltischen

und Slawischenwurde im Unterschiedzu den bisher üblichen Verfahrens- weisenein Systemverwendet,welcheseine gesonderteKennzeichnungvon Iktus und Intonation ermöglicht. Der Sitz des Iktus wird außer bei den neoakutiertenSilben,die stetsden Iktus tragen, durch ein vor die betonte Silbe gesetztesZnichen' angegeben.Die Intonationen werden folgender- maßenbezeichnet: - Akut, - Zirkumflex, - Neoakut. Für sachkundigeKritik und wertvolle Ratschlägebin ich den Gutachtern der HabilitationsschriftHelmut Rix, Allred Heubeckund besondersmeinem verehrtenLehrer Karl Hoffmann zu Dank verpflichtet.Hervorhebenmöchte

Vorworl

ich auch die Hilfe, welche mir

schwierigenManuskripts geleistethat.

meine Frau durch die Herstellung des

'

i

INHALTSVERZEICHNIS

FLEXION

L

Der Aufbau des armenischenVerbalparadigmas.

2.

Die Diathesendes armenischenVerbums Kennzeichnungder Diathese($ti2.l-2.2) MedialeAoriststämmeauf -a- ($$2.3-2.17) MedialePräsensstämmeauf -l- (${i2.18-2.20)

3.

Die armenischenVerbalendungen. Singular1 ({}$3.4-3.10) Herkunft desImperfekts(${i3.6-3.l0) Singular2 (${i3.I l-3.16)

Singular3 ($$3.17-3.21) Plural I ($l 3.22-3.31')

Plural2 ($i3.32-3.34) Plural3 ($3.35)

4.

Die Modi desarmenischenVerbums. Indikativ ($ii 4.2-4.3) Konjunktiv ($ii4.4-4.34) Injunktiv ({i$4.35-4.36)

,

Imperativ(${i4.37-4.41)

h

f S. Die

infiniten Formen desarmenischenVerbums .

STAMMBILDUNG

6. Die

mittels des urindogermanischenSuflixes *-skelo- gebildeten Präsentiendes Armenischen.

harc'ane-(Si6.2-6.3)

äayc 'e- ($56.4-6.10) Präsentienauf 'ö'eli- (${i6.1l-6.51)

I

2

12

3l

55

60

I

Inhaltsvcrzcichnrs

Dic armenischenPräsentienauf 'a-

I PrimärePräsensstämme (S 7.2-7.1I )

84

Denominativa ($$7.l2-7.I5) FortsetzerdesTyps KöKahzlelo- ($|j7.16-7.20) err'a- ($5'7.30-7.3'7)

It.

().

Die armenischenPräsentienavf -na- und -ana' PrimärePräsensstämmeauf -na- bzw. -ana- t$$ 8.Z-S.Z:) Denominativaauf -ana- ($$8.24-8.35)

Die armenischenPräsentienauf -e- Akt., -l- Med. mit Aorist afi -el0- Akr. -aM-

10. Die armenischenPräsentienauf -e- mit Aorist auf 'ac'(e)- '

IL

Die armenischenPräsentienauf -e- Akt., -r- Med. mit Aorist auf -ec'(e)- Akt., -ec'(a)- Med.

r06

128

135

139

t

E

Denominativa ($ I 1.2-l1.3) Deradikativa ($$I 1.4-l1.6) PrimärePräsentien (SiI 1.9-l1.28) Ableitungenvon onomatopoetischenInterjaktionen (Si11.29-

11.30)

Entlehnungen ausdem Iranischen($ll.3l)

12. Die armenischen Präsentienauf -e- mit suppletiv gebildetem Aorist

13.Arm. /se-

14. Die armenischenPräsentiena:uf -ne' Akt', 'ni- Med. und 'ane- Akt., -anr- Verteilungvon -ne- und -ar?e- ($14.l) Präsentienauf -ne- Akt" -'41- Med' (Si14'3-14'12)

Präsentienauf

-ane- Akt

-ani- Med' (${i14.13-14.151)

I5. Die armenischenPräsentienauf 'ow' .

16. Die armenischenPräsentienauf 'now-

t7.

Arm. go-

18. DasarmenischeKausativ.

19. Der armcnischehalbthematischeWurzelaoristauf -el0- Akt.,

-al0-

,frb.-

156

t57

159

229

246

260

261

266

lx

Entstchung ($ l9.l)

Fortsetzcrathcmatischer Wurzclaoristc (N 193-19'6)

Ablautstufetlcr Wurzel bei den Fortsetzern athematischcr

Wurzelaoriste ($19.7)

Armenischerhalbthematischer Wurzelaoristausurindogerma-

nischemthematischem Wurzelaorist ($198)

Armenischer halbthematischer Wurzelaoristausvorurarmeni-

schemImPerfekt (S 19.12-19.17)

20. Der armenischeathematische Wurzelaorist '

21. Der

22. Der armenischeAorist auf -eali- Med.

23. Der

24. Der armenische Aorist auf -c'(e)- Akt.' -c'(a)- Med.

armenischethematische Wurzelaorlst

armenische reduplizierteAorist .

Indizes

278

280

282

284

284

288

T

I

!

FLEXION

1. Der Aulbau desarmenischenVerbalparadigmas

1.1.

Das armenischeVerbumunterscheidetim allgemeinencinenPräscns- 'sein'

und einenAoriststamm.EinigeVerbensinddefektiv.So findensichc- und go- 'existieren, vorhandensein' nur als Präsensstämme.lm Imperativ (sog. Imperativ Aorist), im Injunktiv (sog. Imperativ Präsens)sowie im

KonjunktivAoristwird e-durchdieFormenvon lini-, Aor. e-le-lle-'werden'

suppliert(vone-existierteinImperativnur in denGrußlormelnoli er,oli

Dasnur im Stammgog(e)-vorliegendedefektiveVerbumfür 'sagen, sprechen' ist auf Grund seinerFormenbildungzumindestsynchrondem Aorist zuzu- weisen.In einigenFällen vereinigensich zwei etymologischverschiedene

ök').

Präsens-und Aoriststämmezu einem Suppletivparadigma(ampe-,Aor.

arblel-'trinken',owni-, Aor. kalfal-'haben; ergreifen',owte-, Aor. ker[a]-

'essen'). Der mit dem Aorist

schlossenePräsensstammharkane- 'schlagen' beruhtoffensichtlichauf einer erweitertenForm der dem StammdesAorists zugrundeliegendenWurzel.

Erst sekundär entstandenist

'führen; fassen'.EineBesonderheitstelltdasin

'kommen' verwendeteAoristparadigmadar, welchessich aus Bildungen

zweierherkunftsmäßiggeschiedenerWurzelnzusammensetzt(eklusw.,3. Sg.

Ind. Aor. ekn). Das Verbumert'a-

Präsensstammesnur denKonjunktivundImperativAorist sowiedasPartizip. Der fehlendeIndikativ Aorist wird durch FormeneinesSuppletivstammes

ö'oga- erse?t.

har(e)-zu

einem Paradigmazusammenge-

Aor. tar(a)-

das Suppletivparadigmatant.

Suppletionzum Präsensga-

'gehen'

bildet außerden Formen des

1.2. Vom PräsensstammwerdenfolgendeKategoriengebildet:

l) finit: Indikativ Präsens,Imperfekt,Konjunktiv Präsens,Injunktiv (sog.

Imperativ Präsens)

2) inhnit: Infinitiv (vom Infinitiv werdenein sog.Partizipiumnecessitatis

und ein Verbaladjektivabgeleitet)

1.3. Vom AoriststammwerdenfolgendeKategoriengebildet:

l)

finit :IndikativAorist,KonjunktivAorist,Imperativ(sog.ImperativAorist)

2)

infinit : Partizip

Die zu Verbenmit Präsensauf "eI i- und Aorist aul "cc' (e la)- gehörigcn Partizipienaul''t,a/.mit wclchenzumTeil Bildungcniruf"t'<:utl konkurricrcn.

lirr.l l{clikteeinesälteren,nr".n.rr;,;s. cigenenStammgebildetwar.

1.4. Bei den finiten Formen werdendrei personen, die Numeri Singular

und Pluralsowiedie DiathesenAktiv und Mediumunterschieden.

in derndas parrizi, von einem

2, Die DiathesendesarmenischenVerbums

2'l . DasArmenischeweistwiedasurindogermanische beimVerbumfinitum

zweiDiathesen,Aktiv und Medium, auf. Die beidenDiathesendesArme_ nischenhabenim großenund ganzendie gleichenFunktionenwie die ent- sprechendenKategoriendes urindogermanischen.Im formalenAusdruck derDiathesenoppositionzeigtsichbeisynchronischerBetrachtungderbeiden

Sprachsystemejedoch ein wesentlicherUnterschied.Während Aktiv

Mediumim UrindogermanischendurchzweiverschiedeneSätzevon verbal- endungenbezeichnetwerden,beschränktsichdie Rolle der verbalendungen

bei der Unterscheidungder Diathesenim Armenischenauf

Fälle.Der BefunddesArmenischenstelltsichin der Hauptsachefolgender-

maßendar :

und

einigewenige

l) keinelormaleKennzeichnungder Diathese:

'a-

Indikativderauf

Konjunktiv derauf oow,- auslautendenPräsensstämme Imperativderauf .a- und oow- auslautenden präsensstämme ImperfektallerStämme IndikativAorist Plural I

KonjunktivAoristPlural1,2

und oor. auslautenden präsensstämme

2) UnterscheidungderDiathesendurchbesondereStammbildung:

Aktiv : .r- Medium

Präsens "rr"e- Aktiv : .ic-r- Medium

Präsens "ayc'e-Aktiv

oi-

.

.ayc' i- Medium r)

Medium

IndikativPräsens 'e-

Konjunktiv

Konjunktiv

ImperativPräsens oe- Aktiv :

Aorist "el0- Aktiv :'al4- Medium KonjunktivAoristSingular2, 3 und plural 3 .c'c- Aktiv: .c'i_ Medium2)

3) Bezeichnungder Diathesendurch

besondereverbalendungen(im allge-

meinenin Kombinationmit besondererStammbildung):

')

Die

zu

Media

tantum

gehörigen auf

-4-

auslautenden präsensstämme bilden

den

Konjunktiv auf -ayc:e-:vgl. z.B. dainoyt:cn lob j.21 ( : tlaina-. Aor. rlorj[al_ Med.).

Is.6.l0(:imuna-.Aor.imac'[a]' Med.)gegenüberlorranutt:i(Med.)4.Mos.3I.2-t(:loruna_

imanay<:en

Akr. Med.). r1 Ber Media ranlumz.T. "( . -.

I)utthcrcrr

IrrdikativAorist McrlrrtrrrSirrgulur.1

lndikativAorist MctliurnI)ltrnrl2

InrperativAorist Medium Singular2 -r., Plural 2 -ntn'k' lncbcn t-1lr i')

-rl

-rox'k'(ncben *-lÄi'.y

2.2. Soweitim ArmenischenAktiv und Medium lorn-raldifl'crcnzicrtsintl.

geschiehtdiesim wesentlichendurch die besondereStarnmbildung.Wcnn

von einigendurchjüngere LautentwicklungbedingtenUnterschicden 3)

sehenwird, weisenaktive und medialeStämmeim synchronenSystemdcs Armenischenim großenund ganzendie gleichenVerbalendungenauf. Doch lassendie GegebenheitendesArmenischennocherkennen,daß die in diescr SprachevorhandeneUnterscheidungzweierDiathesenim historischenZu-

sammenhangmit der entsprechendenRegelungdes Urindogermanischen

steht.So ist in der 3. SingularIndikativ Aorist Aktiv desArmenischendie

urindogermanischeSekundärendungder

abgc-

3. SingularAktiv lortgesetzt(2.8.

*e-lik"e-t), währenddie armenische3. SingularIndikativ

elik" < vorvarm.

Aorist MediumeineKontinuanteder urindogermanischenSekundärendung

der 3. SingularMediumenthält(-n, < urarm.

2.3. Dasim synchronenSystemdesArmenischendieDiathesebezeichnende

-a- der denaktivenAoristenauf ,el0- zugeordnetenMedialstämmewird von Meillet,EtudesdelinguistiqueI, S. 88 und Godel,Introduction,S. l2l mit dem *-ä- baltischerPräteritasowiedem -ä- deslateinischenImperfektseram und deslateinischenund oskischenImperfektsauf -ha- bzw. -/a- verknüpft.

2.4. Daß essichbei dem Suffix *<7- baltischerPräteritaum den direkten

FortsetzereinesentsprechendenurindogermanischenSuffixeshandelt,ist

wegendesFehlensvergleichbarerBildungeninarchaischerenindogermanischen

Sprachen(Indoiranisch,Griechisch)nur schwervorstellbar.Die größere Wahrscheinlichkeitsprichtvon vornhereindafür, daß *-r7- einenachgrund-

sprachlicheNeuerungdarstellt.Entscheidendfür

*-v'o < uridg. *-rca)).

die Beurteilungder Her-

kunft desbaltischenPräteritalsuffixes *-zi ist der Umstand.daßdie mit *-ä

gebildetenPräteritavorzugsweiseintransitiveBedeutunghabenundgelegentlich

in Oppositionzu

transitivenri-Präterita t)

stehen(vgl. z.B. *deg-ä- Prät.

r)

4) Zur Hcrleitungvon arm. -r aur uridg. *-lo

5) Dic Annahmc, tlaß dcm baltischcnPräteritum aul-*-rj- cine Entsprcchungdcs griechischcn

Aoristsauf-q- zugrundclicgc(vgl. z.B. Stang.Vcrgleichcnde (irammatik. S. -'lfi6lT.).ist wcgcn

dcr rncisttransitivcn Bcdcutungdcr nril *-rl- gebildetcn Prätcritalstämrnewcnig wahrscheinlich.

Das rl-Pnitcritum tlürltc in cincrn Vorstadiurn dcs Baltischcn ctwa nach dcr l)roportion

Vgl. z.B. Ind. Prs.Sg. 3 Akt. -.t <

*1-1 :

Mcd. -i

<

*-i-i.

vgl. Pisani.RL 2. 1951.S. 70.

Ind

Prs. *c.rtl'cr isl'

<

*/r,r'.r-lr (vgl. lit. (r.t//,(r.!/); lmpl.

ll.

I900. S

l5(). A.

l:

*rj.rt cr war' <

*c-,/r,r,.r-l (vgl. prcuß. /rtr

S.

.1751.1.

rrrsliru '/rri

/r1i;/r

ffl f07.4,hti lll lll7.4 bc lll 93.14 'war'. [)mbildung von'/,/ ls. Stang. t.a.O

w<thl .,

'wilr'

r/r-rtt.

Analogicbildunguu cincl ursprünglichcn2 +/)'a.r/ (

Singular +/r-i.r: vgl

hitdwick. lli

rlie rrkLrticrtcIr)I ( )rriIti ( )|r von skr

.I

lrlcxion

'[illr.] brcnnen': *deg-i- Prüt. '[tr.] brenncn';s. Endzclins,Darbuizlascll.

S. lOtJ,I23f.; Stang,Vergleichende Crammarik,S.

plrusible Möglichkeiteiner verbindung des baltischen *-,i- mir den aif cirundderaußerbaltischenverhältnissealsurindogermanrsch zu erschließen-

dcn Gegebenheitenist somitwohl die Herleitungder

aus dem Medialparadigmades urindogermanischen athematischen wurzel-

aorists.Als Ausgangspunkt für die

wiirc dabei eine l. Singulardes athematischenwurzelaorists auf *-hyim

anzusetzen.

J771.).Die einzise

baltischenri-präterita

Entstehungdesbaltischenä-präteritums

Sekundärenduns der

Auf denAnsatzeinerurindogermanischen

*-h2äm

l. singularMedium

weistdie griechische mediaresekundärenäuns

urindogermanischeprimäre Mediarendun!

umgebildeterscheint,legi

-pnv' -pdv. Die Tatsache,daßdie

der f. Singular *-h2a! im Griechischen zu -$aL

auchfür

urgr. *-män die

*-äm nahe6). Nebender von vorurgr. *-an bzw.

dersekundärenMedialendungder I . Singularist für

ernemedialeSekundärendungder l.

Opt.

der I . SingularMedium *-hra-\. Die in

FormderMedialendungistwohl

Partikcl *-om (vgl. uridg.

diegriechische sekundäreMedialendung der L singular _pr1v,_pov I

Annahmeeineranalogischen Umgestaltungaus *_an bzw.

*-arn

vorausgesetzten Form dasurindogermanische

singular *-h2a anzuserzen(vgl.z.B. ai.

die urindogermanische primärendune

vorurgr.

*-An

bm,r. *-az fortlebende

Sg. 1Med,. -iya < *-ih;h2a und

aus *-h2a durchZusatzeinerich-deiktischen

gleichbedeutendem *lg, *eg_öh)

uridg. *-llz2e=s). DieGrunälage

bucthtintalni.

pl.

*eg-öm'ich'neben

erweit€rt:*-h2a-om> *-h2äm(vg). auch$2.9zu

desbaltischenPräteritumsauf *<?- bildetenalsowohl Formender l. Sineular

Mediumdesathematischenwurzelaoristswiez.B. * bt,udh-hyimt) .ich erwa-chte'

(vgl.

3 'erwachen', s. Karl Hoffmann, Aufs. II,

vergaß'(vgl. denaltindischenmedialenathematischenwurzelaorist

Inj' Sg,2,mysanta.rnj.Pl. 3

wärenlbhudh-(hr)äm,*mys-1hr)ämusw.als*b,,ud"(hr)ä-m,*mys(hr)ä-musw.,

dcnaltindischenmedialenathematischenwurzelaorist

S. 362) und *mys_h2äm,ich

mrsthah

'vergessen'). In einemvorstadium des galtischen

d.h.alcmitderaktivenSekundärendung *-z verseheneFormeneinesmedialen

Präterf talstammesauf

Paradigmaswären in der Folge durch Anfügung der aktiven Sekun-

därendungen andensoneugewonnenen medialen präteritalstamm auf *

geschaffen worden: z.B. Sg.3 *bfudh(h2)ä-t,*mys(h2)ä-t >

*-(h2)ä-,

analysiertworden.Die

übrigenFormendes

_(h 2)

ä_

urbalt. *,t)ati,

< *'äri.rr stammt aus

durch urbaft. *daga <

den Pluralformen *Ls- <

*-u-t,

vgl. lrft.dAgd: x (x :

ic-,/r,s-) -

adegeti <

*dleg*he-ri

(ersetzt

*degit, vgl. lft. deg4 entsunäensein.

6) Vgl.Schwyzer,Griech.Gramm.I. S.669.A. g.

') Daßdasbältische präteritalsuffix*-ri- in

einemVorstadium desBaltischendenIktus trug,

unterschied zu den von Haus aris

konjunkte

partikeln zurück-

zcigtdcr umstand,daß der lktus bei den r7-präteritaim

wurzclbckrntcn äPrätcrita (s. A. 5) nicht auf prävcrbien und

gczogcn wird;vgl. z.B.Iil. u!-miiio, ii-hüclo(: hido)gegcnübcr i.i-vedö(: v?dt\.

(Zurückzichung dcs

r)

Dlrthgcn

5

lktus von fallend intonierten Silben) >

lit. hido,

Bcidemz.T.mit dem -a- derarmenischenmedialenAoristeverslichcncn und oskischenImperfektauf -bö- bzw. -fa- handeltessichvon

I||ur aus um eineperiphrastischeBildung mit dem Aoriststamm *ht\ah2-

(a Sommer, Handbuch der lat. Laut- und

Itdnirche

Formenlehre,S. 521). Das

lmperlekterat

'er war' < *esät hat nachPedersen,Versleichende

tik I, S.73,II, S.430eineEntsprechungim britannischenImperfekt 'er

war'. Die Zurückführuns

3lnannten britannischenImperfektformenauf *esdt hat allerdingskeine

, ocd,abret.ai, mbret.oe,oa, mkorn.o

Anerkennunggefunden.Die Skepsisgründetsichwohl hauptsäch- , daßdasursprünglicheVorhandenseineinesElementsd wesendes

elngetretenenSchwundes der Endsilbenvokale aus den

Formennicht sicherzu erweisenist.

KeineEinmütigkeitbestehtbisherauchin der Deutungder

lat, eram

'ich

Herkunft

war' < *esäm vorliegendend. Leumann,Lat. Laut- und

Neuausg.1977,S. 575, 518vergleichtlat. eram mit baltischen

ungenaul

x-ä-

sowieslawischenAoristenauf -a (2. 3. Sg.)und

esals ein mittels einer Wurzelerweiterunga gebildetesPräteritum

lVurzel es 'sein'. Doch sind die baltischenund slawischenBildunsen als NeuerungendieserSprachenzu beurteilen(s. $ 2.4, 10.5).Nach , Handbuchder lat. Laut- und Formenlehre,S. 530handeltessich

< *esöm um eineAnalogiebildungnachdem im lateinischenund

Imperfekt auf -ba- bzw. -fa- enthaltenen *b\tam 'ich war'. Diese ist jedoch nur dann plausibel, wenn das Imperfekt *esöm eine EntwicklungdesLateinischenoder Italischendarstellt.Falls

britannischen Zweig des

cntsprechendeImperfektbildung auch im

fortgesetztist, verliert die Erklärung Sommersan

Glaubwürdig-

bt, dademKeltischendiealsVorbild für dieSchaffungvon *esd- angesehenen

3lt'

b\A- gebildetenperiphrastischenImperfektafehlen.

2,7,

Die im Zusammenhangmit lat. eram aufgetretenenFragenfinden eine

läeung,wennsämtlicheImperfektbildungendesKeltischenin dieBetrachtuns

I ln lhnfichcr Weiseistvielleichtdasbisherunklareurslawische + iwnamo,ichhabe,< * im-ä-mi

(Wurzcl hpm'nehmen'; Inltnitiv *ltmöti < *im-e-:

Zurtand dcs Subjekts,vgl. z.B. lit.

zu crllärcn. Es könntesich um

die e-Bildungbezeichnetden erreichten

*t4erh-1

einer I. SingularAorist Medium

Aorist *h1y-hztim härteursprünglichden

*tuJh-ehs: tvörti 'ergreifen' <

turöti'haben' <

eineAnalogiebildungzu

'hp1t-hfin'ich habc mir genommcn'handeln(der

otrcichtcnzuständdesobjckts bczcichnct:zu dicserFunktiondesAoristsvgl. wackcrnagcl. Klcinc.'.qhrillcnll. S. t00l).

rÜL

6

Ftcxion

einbezogenwerden.DieImperfektaderregelmäßigenVerbenderbritannischen

Sprachengehen offensichtlichinderHauptsacheaufvorurkeltische unaugmen-

tierteImperfektadesPräsensstammes

'ich

* kom-bero-m,Pl. 2

urkelt.

zurück;vgl.z.B.mkymr.

Sg.I kymerwn

<

urkelt.

hu <

nahm' <

urbrit. * katmmeronn,wohl <

* kommeron _fnlr 6)

kymerewch< urbrit. *kmmmereux < *kommered+

*kom-bere-te(s).In der 3. Singularfindensichgelsgentlich ForÄen,

beruhen; vgl. z.B. mkymr. buiad ,er war, <

: mkymr. byd

'er

istgewohnheitsmäßig'

Hauptsachesetztdas

britannische

welcheauf dem Medium

urbrit. *baiad < vorurbrit. *bii-ato (

<

Imperlekt jedoch offensichtlichFormen mit aktiven Endungenfort.

2.8' Denschlüsselzum

des lateinischeneram liefert das bislang noch nicht

urbrit. *Drd < urkelt. *hi!et). In der

Verständnis der keltischenImperfektbildungen und

überzeugendirklärte

Beurteilungdes

altirischeImperfekt. Das altirischeImperfekt wird wie dasbritannischevom

Präsensstammgebildet. von wesentlicherBedeutungfür die altirischen Imperfekts ist der umstand, daß aktive und

deponeitiare

Paradigmenim Imperfekt den greichen Endungssatz aufweisen.Bei diesen Endungenhandeltessich,soweiterkennbar,umFortsetzermediarerEndungen ;

vgl. zB. Sg.3 asbered'ersagte'<

erscheinendeEndung -tha <

sekundärendung der 2. singular, unter einemurindogermanischen Ansatz +-th2äs vereinigt.

2.9. Die altirischenEndungen -the und -ther der2.

Indikativ PräsensderDeponentienweisenjedoch aufeinenurindogermanischen

*-thp+es,Analogiebildung

*

exs-es-'berero.Die in der 2. sineular

ai.

_thah, der medialen

*-fis

wird gemeinhin mit

SingularImperativ

bzw.

Ansatz*-th2Es(*-thr7s <

< *-h2alom

zur L singular *_hfim

Ausgangder

nach Perfekt Sg. |

*-h2a: 2 *-th2a und dem

*-thrös entwickelt ist

aktiven Injunktive thematischer präsentien

Sg. 1

wird durch den griechischen Oq-Aorist gestützt,

2. Singular Medium auf -Oqq <

Griech. *-rds Gramm. l, S. 762). Das vom altirischen Imperfekt

*-om: 2 *_es Z). Dieser wercher wohl aus einer

(vgl. Schwyzer,

uo.uurg.r.trt.

kannkaumplausibel alsalteVariantevon urkelt. *_ret < uridg. *_th2ös

(odereher *-thrös) erklärtwerden.

2.10. Damit wird wahrscheinlich, daß

desaltirischenImperfektsfortgesetzte *-/ds

älteren *-läs

durch einealsursprünglichzu

*-h2dm

2.SingularImperfektzu *-rdr findetmöglicherweise eine parallele im Althoch-

das von dem -tha der 2. Singurar

eineanalogischeumbildung

*-fts

zu

eines

*-ta-s kann wohl nur

darstellt.Die umgestaltungvon

posturierende l. SingurarMedium auf *-dm <

ung.no-

n.

Umbitdung des *_räs der

(s. $ 2.4) bewirkt sein. Die

") Zu *nn vgl.Hollifield,KZ 92.112.l9'tl. S. 224.

t

l)tnthcrcn

. wo das *-/ör .- *-rlri.r dcr 2. Singularl)riitcritunrrlcr schwachcn

vicllcichtuntcrclcnrl:inllul.Jdcr

)!l

r-dön (ahd.-tn) <

urgerm.

-y'r,s. aliics. -(ft'.f 1.:rc. -rft'.r, got.

paradigmatiscltzugcorclnctcnl. Sin-

*tklt

aus *-d4s <

-rlr,.r) umgestaltetist.

urgcrnt. *-rlCs

DieausschlicßlichcVcrwendungmedialerEndungenirnImpcrl'ektdcs

stclltwcgenderS2.7besprochenenVerhältnissedesBritannischcn,

aktiverImoerlektfbrmenvorliesen.keinErbeausurkeltischcr drr, Das Aultreten der medialenEndungnim Imperfektsonstaktiv Verbcn des Altirischenkann nicht durch funktionale Gründe scin.Darnitbleibtnur die Möslichkeit.daßfür die Durchführuns

Flexion letztlich bestimmteformale Geeebenheitenverantwort- Esgilt nun, eineLösungzu finden, welchedem Umstand Rechnung im urkeltischen Imperfektparadigma noch beide Diathesen vor-

und welchegleichzeitigerklärt,wie es im Irischenzu elner

e der medialen Formen kommen konnte.

Weg zur Beurteilungder keltischenImperfektbildungenweist gderDiatheseAktiv undMediumim Paradigmadesgriechischen gqpi'sagen'.Wackernagel,KleineSchriltenI, S.181hatwahrschein- t, daß die Bevorzugungder medialenDiathesebei gewissen diesesVerbumsin einer AbneigunggegeneinsilbigeWortformen

Nirnmt man an, daß das Bestreben,einsilbigeWortformen durch mit größerem Wortumfang zu ersetzen,auch im Keltischen bzw. Vorstufewirksam war, so ergibt sich eine plausibleDeutung der Imperlektbildungen.Die EntwicklungdesImperfektsmüßtedann folgendermaßenverlaufensein. In einer Vorperiodedes Keltischen dic Imperfektformennach Aufgabe des aus der indogermanischen

ererbtenAugments durch Anfügung der aktiven und medialen

unsen an den Präsensstammsebildetworden. In der Folse im ParadiemadesathematischenWurzeloräsensdie bei Antritt der

ungeneinsilbigenFormen der 2. und 3. Singular durch Verwendung

&r Medialendungenzu zweisilbigenFormenumgestaltetworden.Eswären

rlrc z.B. die Formen

Neubildungen tes-/is und *es-to ersetzlworden.Von diesenbeidenFormen tur hättesichschließlichder medialeEndungssatzim gesamtenlmperfekt- paradigmaderathematischenWurzelpräsentienausgebreitet.Im Urkeltischen

*es(-s/ 'du warst' und *es-/ 'er war' durch die

höttc sich clamitetwa ein NebeneinanderfolgenderImperfektpararligmcn

er3cbcn:

[l

l'lcxi,rn

l) lmpcrl'ektAktiv der mehrsilbigen präsensstämme:

Sg.| *haro-m,2*hcrc-s.3*bere-t usw.

Il) ImperfektMedium:

Sg.2 *ganle-tös, 3 *ganie-to lusw.

III) ImperfektAktiv der

einsilbigen präsensstämme :

Sg.| *es-äm,2*es-tös (iünger *es-läsi0)), 3 *es-to usw.

2.14. Der Befund des Urkeltischenwäre nun in den Einzelsprachenin folgender weise verändert worden. Das Irische hätte den ursprünglich medialenEndungssatzdes ImperfektAktiv der einsilbigen präsensstämme auch in das Aktivparadigma der mehrsilbigen präsensstämme eingeführt. Auf dieseweise wären die Aktivendungenim irischenImperfektgenerell

von Medialendungen abgelöstworden

tischen wäre die ursprüngliche Verteilung der aktiven und medialen En-

dungenim wesentlichenbeibehaltenworden.Nur in der 3. Singularwäre die von HausausmedialeEndungder einsilbigen präsensstämme gelegent_ lichauf mehrsilbigePräsensstämmeübertragenworden(vgl.z.B.buiadi 2.7).

Im Paradigma der einsilbigen Präsensslämmewäre eine

Neuerungeingetreten.Die Form *es-dm'ich war', welcheursprünglichdurch

AnfügungdermedialenSekundärendungan den präsensstamm gebildet war,

hätteeineUminterpretationzu * esä-m,d.h. zu

stamm tes-a- plusaktiverSekundärendung *-z bestehendenForm, erfahren.

Zur l. Singular *esä-m wärendanneine2. Singular *esa-s, eine3.

*esä-l usw.gebildetworden.In der so neuentstandenen3. Singular *esd-l

lägedanndieVorstufederobenerwähntenFormenmkymr.oedusw.(s. 2.5) vor.

1r).

Im britannischenZweig desKel_

morphologische

einerauseinemImperfekt-

Singular

fo) Das

postulierte *es-rd.r liegt in einerumgebildetenForm *b-estd., (vgr.

*b-esü+'s,3 air. beith <

>

etwa verbum

vorir. *äessas >

substantivumKonj. Prs.Sg. I air. beu <

'esi

*b-esiti+b für älteres

air. basa(abs.),_sa <

< uridg. *hps-o-h2,*esrti <

(konj ), der 2. SingulardesPräteritumsder Kopula, zugrunde

uridg. *hps-e-ti) möglicherweisein

*-bsa

*b'essah > *b'essa > *äersa

schwachtonzwischenneutralenKonsonanten;vgl.z.B.Konj. prs.pl.

Verbum substantivumäel <

und *-ära (konj.), wärendannwegender Gleichheitvon l. und 2.

tum auchfür die l. Singulareingetreten(Thurneysen, A Grammarof ord lrish, S. 491erklärt

umgekehrtdie 2. Singularbasa,

*b-esonl). Die Formen der 2. Singular,basa (abs.)

*bestds

(Entpalatarisierung in

*h'ehodd <

*-bsa

schwachtonigerStellung)> basa(e > a im

3 Kopula -bat < xbehodd:

Singularim sufiixlosen priteri-

l. Singularbasa, _bsa).

s.Hollifield,Kz 92.r12,

als Neubildungnachder

r')

Zur HerkunftderaltirischenImperfektendungen pl. l -zrs, 3

1978's.220ff.

EineweitereErklärungsmöglichkeit wäredie Annahme,daßeineursprüngliche

*ts-rc (statt *J-re <

*h,s-re) in einer vorstufi des

.ihr

präsens+se-les (vgl.

air. adib gei den vor-

2.

Altirischen nachnacheiner zugehörigen2. plural Indikativ

seid" s. Thurneysen,IF 33

formen von air' -mit und -1,,

rsctr,.rs<, abstrahiertenEndung *-lcssa handeln.

PlurafImperfekt *<'sse 'ihr wart' <

[1914] Anz., s. 32) zu isetesse umgebildet*ar"l

könnte es

sich dann um Analogiebildungen nach einer aus

-.*.L--

Duthc$cn

Wcnnalsolür das Urkcltischcmit dcm Vorhandcnscincincrdurch

dcrmcdialen Sekundtircndung *-tlnr iln den präscnsstarnm gcbildctcn

,r rc:s-ün'ich

Übereinstimmungenzwischendem Keltischenund Italischennahc. 'ich

im BauentsprechendenForm anzunehmen.Aus der l. Singular *c.v?rrr

war' zu rcchnenist, liegt es wegcn dcr zahlrcichcn

war' zugrundeliegend,e *t,;;ätn Hcrkunli

dcm lateinischenerarn

Lateinischen wie

'(,.r-d-

worden. Die in einer Vorstufe des Lateinischen vorgenommene

im

Britannischen ein

Imperfektstamm

Umgestaltung

des ursprünglichen

Imperfektparadigmas

Sg.

I

3 'cs-to usw. zu Sg. | *esä-m, 3 *esa-t usw. ist natürlich ohne Zusammenhangmit denin einemVorstadiumdesBritannischen gleichartigen Veränderungenerfolgt.

eineim Prinzip ähnlicheDeutungder Herkunft des -a- der medialenAoristesprichtder Umstand,daßdieseStämmenach

*-/o)

auslautenden3. Singularursprünglichmit

dcr auf -a-h- (<

Endungenflektiertwurden.

Ale einzigeMöglichkeit einer Erklärung des -a- der.armenischen Aoriste bleibt somit die Annahme, daß -a- aus einer als *-ancllrt,o anzusetzendenEndungder 3. Plural Injunktiv/Indikativ Medium Aoristebezogenist(sobereitsKieckers,IF 35. 1915.S. I ll).

-a- des Aorists wäre demnach in Formen wie darjan < *dt'ygt'-ttkt

. Die analogischeÜbertragungdes -a- auf die übrigenFormen

Prradigmaswurde vielleichtdurch das Vorhandenseineinesererbten

von Formen

< ]penhsqtto'. cnaw <

wie edan <

*e-dhhsnto : edaw <

*e-dt,a rto,

*genasto veranlaßt oder zumindest erleichtert.

dcn in einem Vorstadiüm des Armenischenauf Sonant auslautenden

sowiebeidenFortsetzernder Aoriststämme

und +d'tru- ist die Ausbreitung von -a- (arm. -eali- bzw. lo*-[a)-, l-) vielleichterstverhältnismäßigspäterfolgt.Esbestehtdie Möglich-

derAoriste a:uf * -eh s

daß die 3. Plural hier ursprünglichnicht mit einer Endung

,

sondernmit *-ndltho

< *-nto

gebildetwar (etwa

*-antlf tt,o <

*-i-nd1tho, Analogie-

,Hldung zl *-i-wo < *-eh;to, oderaus *-eh,-4to? Vgl.$ 4.39.lc,4).

t 18. Als Grundlagederarmenischenmedialen präsensstämme auf "i- wird

blrlangallgemeineinevon denihnenentsprechendenaktiven präsentien auf ca verschiedeneStammbildungangenommen.Meillet,Esquisse,S. 107läßt

3t oflen, ob das armenische oi-

vonr-!clo-betrachtetenSuffrx -r- bzw. -i- slawischerund baltischer präsentien

idcntischoderauseinerForm *-i1c- herzuleitenist.Für das'i- desarmenischen

mit dem von ihm als athematischeForm

l0

lrlcxion

Priiscnsr.r/l-'sitzen'ziehtMeillet,a.a.o.,s. l0g auchcincZurückführung

trul'{-Z-oder *-öjc- in

armenische 'r- ebenfallsmit dem -i- bzw. -i- desSlawischenund Baltischen,

Betracht.Godel,Introduction, S.

I20 vergleichtdas

ohne die Möglichkeiteiner Herkunft aus sogenanntenä-präsentien ganz abzulehnen.Ausschließlichfüreineverbindungmit densogenanntend-verben

entscheidetsichK. H.

'r- aus einemParadigmaSg.

Erklärungender Entstehungdesarmenischen or- lassensich jedoch nicht aufrechterhalten.Dassuffix -i- bzw. -r- desSlawischenund Baltischenstellt

eineNeubildungdiesersprachendar I2). Als armenischerReflexvon *-re-,

welchesals jüngere Form von *-re-, einer nach dem SieversschenGesetz

entstandenenvariantedesSufhxes *-!e-, zu unsererKenntnisder Lautgesetzeein *-re- zu

ä-verbenhandeltessichwohl um mittelsdessuffixes *-eh;

o- und, *-eh ssii.e/o_ geschaffen

stämme,zu welchenPräsensstämme auf *-eh;ie

werdenkonnten.Aoriste auf *-ehs werdendurch die armenischenAorist- stämmeauf -eali- Med. fortgesetzt(s. * 22.2). Der Ausgang *-ehsjelo_ der

Schmidt,K289.1,1975,S.89ff.,welcherdasarmenische

*-lr-

: pl. *-ai- herleitenwill. Die bisherigen

interpretierenwäre,wäre nach erwarten.Beidensogenannten

f

gebildete Aorist-

zugehörigenPräsensstämmemüßteim Armenischenals *-re- erscheinen(vgl. dre-'saugen'< *dt'e-ielo-, s.$ ll.l7).

2,19. Vom Standpunktdes Armenischenaus liegt es nahe, in den prä_

sentienauf "r- umbildungenvon Media der den aktivenStämmenauf oe- zugrundeliegenden thematischenPräsensstämmezu sehen.Daftir sprichtnicht nur die paradigmatische Zusammengehörigkeit der armenischene- und

r-Stämme,welchesichinsbesondereauchin

Bildung einesImperfektsauf oei sowieeinesInfinitivs a.,f oel zeigt,sondern auchdieTatsache,daßdiedenPräsentienauf or- zugeordnetenAoriststämme

auf

hervorgegangen sind.

derbeidenStämmengemeinsamen

'al0-

Med.,wie$ 2.l7 ausgeführtwurde,ausurindogermanischen Media

2.20. Den Schlüsselzur Erklärung

"ow-. Bei den

armenischenPräsentienauf oa- und 'ow- sind aktive und medialeFormen

homonym. Das Fehlen einer formalen Differenzierung der Diathesen bei diesenStämmenkann nur durch den lautlichenZusammenfallvon Aktiv und Mediumin einigenFormendes paradigmas veranlaßtsein.so ist etwa anzunehmen,daßder armenischenl. SingularIndikativ Aktiv Medium auf

-reonrrz sowohleinel. SingularIndikativAktiv auf *_nü_mi (vgl.

auf oi- lieferndie armenischen präsensstämme auf oa- und

der Herkunft der armenischen präsentien

gr.

_vü_pr,

'')

ztr slirw, 'r-

s.Klingcnscrrmi(, Kz 92.r 12, 197g,S.3rf. ; zu balt. -i- s.Jasanoff.stativeand

Mirkllcrrrltrtkr-l q;11rpr111. q 941t

.-.öfd-

I

qF

ltLthcicn

ll

ungstirtlrrritlg. *-rrr'rr-lril bt.w.'-trü-ni (mit analogischdurchgcliihrtcr lL') wic cinc l. Sirrgullr Indikativ Mccliunt au| *-ttu-tuui (vgl. gr.

r. Neubildungstatt uridg. *-nu-h 2u1) zugrundeliegen. Dic | . Singular

tiv Mcdium der thematischenPräsentienwäre demnachlür cino Vor- desArmenischenals*"otna! (vgl. gr. "o-pror. Neubildungstutt uritlg. ,al) anzusetzen.Die Herleitung der armenischenPräsenticnauf'"r- aus

lm

thcmatischer Stämmeder Themavokalin der e-Stufeverallgemeinertwurde.

In einembestimmtenVolstadiumdesArmenischenhättedanneinel. Singular lndikativ Medium auf *oe-mni einer l. SingularIndikativ auf *'o gegen- lbcrgestanden. Vor demfolgendenNasalhättesiche im weiterenlautgesetz- llch zu i gewandelt(vgl. im, Genitiv Singulardes Personalpronomensder

l. Pcrson,< *eme). Das in der l. Singularauf *-ma! entstandene1'- wäre lun nachAnalogieder Präsentienauf "a- (*"a-ma1usw.)und oow- (*ou-maj lttw.) im gesamtenIndikativ Präsensdes Medialparadigmasdurchgeführt worden.Im zugehörigenAktivparadigmawäredie als lautgesetzlicherFort-

fGtzer derursprünglichenL Singularauf *'d zuerwartendeForm auf

Mediumsetztvoraus,daßim vorurarmenischenParadigmadesMediums

ol <

*ner

nach AbschlußdesWandelsvon antenasalischeme zu i durch die zur

auf oes usw. etwa nach dem Muster 2. Sg. Med. ors usw.:

SingularAktiv

Sg.Med.

olz

sowie"asusw. '.oam,oows: "owm neugebildeteForm auf "em

worden.Der Umstand,daß im armenischenParadigmadesFort- der urindogermanischenWurzelh,es'sein', wo durch die lautliche ungin einerVorperiodedesArmenischendie gleicheVerteilungvon

und i wieursprünglichbeidenmedialenthematischenPräsentienentstehen

nußte (1. Sg. *imi < *es-mi,2. Sg. *essr < *cs-si

nichti, sonderneverallgemeinerterscheint,ist nichtnotwendigerweisedurch

iüc Annahmezu erklären,daßder Übergangvon e zü I in ererbterStellung

vor rfi früher als vor demaussrz hervorgegangenenz eingetretensei. Es ist

wohl eher zu vermuten,daß die Formen *essr usw. durch

Vorkommen so fest im Sprecherbewußtseinverankert waren, daß sie sich

cineranalogischenBeeinflussungseitensder als ursprünglichanzusetzenden

l. Singular *imi entziehenkonnten.DasVorhandenseinvon e in der2.und 3. SingulardesIndikativPräsensdesVerbums 'sein' hätteschließlichdie Um-

gcstaltungder l. Singular *im bzw. *imi

2.21. BeiMediatantumweistdermit einemElementc'gebildeteKonjunktiv

teifweisedieaktivenAusgänge oc'em (Konj. Prs.),

anzunchmen,daßderBefunddesspätbezeugtenArmenischenin historischem Zusammenhangmit entsprechendensporadischenErscheinungendes Alt-

usw.),in historischerZeit

ihr häufiges

zu embzw. *emi veranlaßt.

'c'es

usw.auf. Esist kaum

'0

'"u,,"."

Vcrhllcndurgcn

l3

u*,

Präscntienauf'"a-,welchenachAusweiseinesparadigmatisch zugeordneten

n."

Ir) steht.Die Verwenclu"J

Ausgänge ,,a.r,t; ttrtusw.bei

dic Verbalcntlungcnin synchroncnSystemdcs Armenischen,wo die im allgcmcincrrdurch besondereStammbildunggekennzeichnetist,

medialenAoristsals Media tantumzu bestimmensind, beruhtdarauf.daß auf'Grund der Gleichheitvon aktivenund medialenFormenim Indikativ und ImperativPräsenssowieim Imperfektsämtlichera-präsentienbei den

MediatantumdieserStammklassewegendesFehlenseinerbedeutungsdifleren- tndungen, welcheursprünglich nur der einen Diatheseangehörten,auch

mchr der Unterscheidungvon Aktiv und Medium.Dieserim Gefolge

VeränderungenundanalogischerUmgestaltungeneingetreteneFunk-

ust der Verbalendungenzeigt sich in der Tatsache,daß gelegent-

zierendenFunktionderDiathesedasGefühlfürdieZugehörigkeitzurmedialen

Flexionabhandengekommenwar.Für dieBildungaktiverKonjunktivformen

bei einemTeil der in den übrigen Modi ausschließlichmedial flektierten Aoriststämmemag der Umstand verantwortlich sein, daß auch hier ange-

sichtsderbeidenDiathesengemeinsamen Form der l. plural

"c'owk' < *"c"üelok" und der l. Plural Indikativ auf oak' < *"äefokt, sowie

möglicherweiseursprünglichaucheiner

*"ct'u (vgl. $4.8)und einerl. SingularIndikativauf

die Sicherheitin der Bestimmungder Diathesegeschwunden war.

Konjunktiv auf

l.

SingularKonjunktiv auf *"c/' <

* -(l <

*-a

(vgl. $ 3.25ff.)

3. Die armenischenVerbalendungen

3.1. DasArmenischeunterscheidetwiedasurindogermanische primär- und

Sekundärendungen.Die Primärendungenstehenausnahmslosim Indikativ

Präsens,die Sekundärendungenin den präteritalen Indikativen(Imperfekt und IndikativAorist) sowieim sog.Imperativ präsens, welcherdenurindo-

germanischen InjunktivPräsensfortsetzt.Die primärendungen werdenaußer-

demin denmeistenFormendesKonjunktiv präsens und Aorist verwendet. SekundärendungenfindensichbeimKonjunktivnur in denauf die 2. person beschränktenFormen auf -ji-. Allerdingserlaubt hier nur die 2. Singular

auf lr

Formen.Das in

eineeindeutigeZuweisungzu denmit Sekundärendungengebildeten

der 2. Plural auf -jik' enthaltene *-lkr,fungiert sowohlals

Primär-wie als Sekundärendung.Zu den Formen mit Sekundärendungen

gehörtauch die 2. Plural ImperativAorist, was

keit der Endung *--rki' allerdingsnur im Falle der Medialendung _rowk-

sichtbarist, sowiedie 2. SingularImperativAorist auf -r. Endungslosist im.allgemeinen die 2. SingularImperativAorist Aktiv sowiezum Teil die

2. SingularImperativ Aorist Medium. Die Verteilung der primär_ und

sekundärendungenentsprichtin denwesentlichenZügendenGegebenheiten desUrindogermanischen.

3.2. Die beiden Endungssätzebezeichnenim Armenischen person und

wegender Doppeldeutig-

Numerus.Im unterschiedzu den verhältnissendes urindogermanischen

der anderenDiatheseeingeführtwerden.Gleichwohlhabensich Fällen unter besonderenUmständen von den betreffenden ngenformalgeschiedeneMedialendungenin ausschließlichmedial

Formen gehalten. Aus praktischen Gründen werden ln vor-

DarstellungentgegendemsynchronenBefundalleEndungenaktiver tls Aktivendungen,alle EndungenmedialerFormenals Medialen-

Verbalendungensindim synchronenSystemdesArmenischennur elsdurchSegmentierungablösbareEinheitenerhalten.Desöfteren dem vorhergehendenStammauslautzu sogenanntenAusgängen n. Es begegnetauch der Fall, daß ein bestimmtesElementim SystemdesArmenischensowohlals Endungwie als Ausgang So ist 'ekt etwa -i im Aorist Sekundärendungder L Singular,während als ein aus dem stammbildendenSuffix -i und einer

4 (< *-a) bestehenderAusgangzu interpretierenist. Die urin- Verbalenduneensind im Armenischenlautgesetzlichver- lnalogisch umgestaltetoder durch Neubildungenersetzt.Im ein- sichfolgendeEndungenund Ausgänge:

und Medium (Indikativ und Konjunktiv Präsens); -z

ri; -rzl Medium < vorurarm. *-maj (vgl. gr. -pol ; statt uridg.

Aktiv

<

(sekundärauch Medium ; Konjunktiv Aorist)

. a-ö < uridg. *-o-h2.

SingularI sekundär:

und Medium

<

urarm. *-a <

Sckundärendungder l. PersonSingularerscheintim Aorist als -l Stämmen,welchemit einemKonsonantenschließen.Mit stammauslau-

Sonanten wurde -i in einer Vorperiode

des Armenischen lautgesetz-

kontrahiertr).Von den so entstandenenDiphthongen *oaj, *e!, *"i!

'")

Zum

Nchcneinandervon aktivem Konjunktiv und medialern Inclikativilniunktiv

bei

lltindischcnAorislcn vgl. Karl Hol'fmann,Auls. I. S.249. A. I0.

lf.

f

Vgl. nrnr. rtofit Nom. Sg.

;

'dcrrcfhcn'

-

'nuJ\iin

'

'dcrsclbc' '

rno tin

( :rttrr

'diescr' <

*ü!-rut\. noc'ovn Gen'

ntrt'u t ll

gcgcni.lbcrrtrt,/i'irrNom

Pl. 'dicsclben' <

'nokh+in

^Ü-

14

r;rcrr'rr

(odcr

haltcn, r'!'i' {"ry (oder *oi?) und *'rri

Lautgcsctzcnzu "e, 'i und .a (,'<on'> ).

Monophthong *"i?) und *,'rl

blcibt nur ,'(r/ (,'.: dl,> ) unvcriincierter_ entwickernsichgcmärJdcnarmenischen

person

Singularhinterdemstammschließenden-e- der präsensstämme auf -e- und -r- sowiehinter dem Stammauslautder präsensstämme auf _u_(<_ow_>) stetsin der sonantischenForm -i auf. Das Imperfektder auf -a- auslau- tendenPräsensstämmeweistzwischenStammund Ausgangein y auf (Sg. I -avi).

3.1 Da in arm. -r kein lautgesetzlicherFortsetzerder

*-h2äm

Sekundärendungen der l. PersonSingular(*-mlryt Aktiv, *_h2a und

Medium)vorliegenkann,muß essichbeider sekundärendung der 1. person

Singularum eine Neubildungdes Armenischenhandeln.Die bisherieen

Erklärungender

nahme,daß -i direkt aus den

bere- <

nachKieckers,IF 35, 1915,s. l12 die

bildendeImperfektberei wird,von Meillet,

periphrastischen Bildunghergeleitet,derenzweitenBestandteiler alsein von 'sein'

der wurzel hps

3.(r. lm lmperfekt tritt das gleiche Elementals Ausgangder L

urindogermanischen

armenischenEndungberuhenim allgemeinenauf der Än-

armenischenImperfekta des Typs berei (zu

,ich

war' bezogenist. Das

*bhere-) bzw. aus dem Imperfekt ei

Grundragefür die Ausbreitungdes -i

Esquisse,s.

126f. aus einer.

bestimmt. Evangeristi, paideia

andeiegehen dem_

hps

,sein,

Darstellung

abgereitetes perfekt

1955,S. 7ff., Winter, KZ

89.1, 1975,S. 110ff. und

gegenüber von el aus, welchessie auf einen Optativ der Wurzel

zurückführen. wenngleich durch periphrase gebildete präterita als Neu-

bildungen auch in anderen indogermanischen Sprachenvorkommen, und

die Möglichkeit,daß optative in Einzersprachen sekundärzur

präteritaler Sachverhalteverwendetwerdenkonnten,nichtzu bestreitenist2\

darf docheineErklärung,welcheohnediezusätzricheAnnahmeeinernach-

grundsprachlichen Herausbildungeinesperiphrastischen präteritums bzw.

ohnedasPostulateinerFunktionserweiterung desoptativsin

desArmenischenauskommtund sich allein auf die aus dem

manischenunmittelbarableitbarenGegebenheitenstützt. von vornherein als wahrscheinlichergelten. Bei den genannten Erklärungsversuchen treten zudem schwierigkeiten morphologischer oder lautlicher Art auf. So bleibt bei MeilfetsDeutungvonbereiunklar,wie dasersteElementder periphrase

einervorperiode

urindoger-

(:alnk-

falls dieservolksnamevon

69. Ig. 1932

verbundenwird:

hayc'e-'bitten,verlangen'neben ayc'.Besuchen,Aufsuchen., uridg.h2e!s).

'diese' <

ü9331,

*ai-nokt). Der gleicheLautwandel liegt wohl vor in hay (o) .Armenier,,

Kretschmer,Anz. der Akad. der wiss. in wien, piit.-t irt. ru.,

mit dem im

*haio-

HethitischenbelegtenLandesnamen

>

*hciio-

>

l1a_!a_iä

hay (zum anlautendenrr vgl.

S. 28f. zu Recht

*(h)a!as-i!o- > *aahio- >

?)

Vgl.etwaKarl Hoffmann,Aufs.Il. S. 605ft

Vchrlcndungcn

l5

alsRcllcxcincrin Vcrbindungmit/r 7rs 'sein' gebrauchtenNominal-

zu intcrprcticrcnist. l)as von L,vangelistials Vorform von ci angesetzte

müßte einc analogischeUmgestaltung des ursprünglichen *h1s-!ö-m

*h1s-!ch;m) darstellen.Der von Winter als Grundlage

,"rI

. thp-iö-rn (<

ci bctrachtete korrekt gebildete Optativ *Es-iyöE-m (d.h. *h,s-iöh;m)

sich nach Ausweis von atamn'Zahn'

t.

<

*hfi-rr

zunächsl zu *a(h)iin

Unter BerücksichtigungsämtlichereinschlägigerGegebenheitendes und armenischenVerbumsläßt sich die Entstehungder

Sekundärendung -l am besten durch die Hypotheseerklärena):

im nachstehenden

des Verbums 'sein', wo tn einemStamm *e- gebildeten

Ausgangspunktbildet das Paradigma

VorstadiumdesArmenischenden von

desIndikativ Präsens s) ein Imperfekt

3

*i