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4Flamingos pHakten 2. Quartal 2009

1 4Flamingos pHakten 2. Quartal 2009 pHakten Newsletter des 4Flamingos Verlages, Rheine - ohne Nebenwirkungen, Arzt

pHakten

Newsletter des 4Flamingos Verlages, Rheine - ohne Nebenwirkungen, Arzt oder Apotheker

2. Quartal 2009

Themen dieser Ausgabe:

April 2009

Psychopharmaka - Wo sind die Alternativen

Seite

2

Mai 2009 Milch und Schlaganfälle

Seite 13

Thalidomid – ein alter Bekannter meldet sich zurück

Seite 13

Neues von der Schweinegrippe I

Seite 15

Werden Sie aktiv und verhindern Sie das Verbot von effektiven Vitamin- und Mineralstoffpräparaten

Seite 15

Neues von der Schweinegrippe II

Seite 16

Wie „falsches“ Sonnenlicht Ihnen Vitamin D raubt

Seite 17

Übergewicht und Magenbypass: Vom Regen in die Traufe

Seite 18

Rezept des Monats: Spargel-Tomaten-Salat Der beste Freund des Grills

Seite 19

Juni 2009 Krebsmittel und Fingerabdrücke

Seite 22

Placebo und Nocebo: Voodoo im 21. Jahrhundert

Seite 23

Computertomogramme und Krebsgefahr

Seite 25

Die Konsequenzen einer H. pylori - „Ausrottung“

Seite 26

1300 HPV-Impf-Opfer in Großbritannien

Seite 27

Vioxx – eine unendliche Geschichte

Seite 27

Das Rezept des Monats: Vanille-Eis mit Himbeeren und Rosenblüten

Seite 28

4Flamingos pHakten 2. Quartal 2009

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April 2009

Liebe Leser,

mit dieser Ausgabe der pHakten möchten wir noch ein letztes Mal das Thema unseres Newsletters vom März 2009 aufgreifen. Hatten wir uns im letzten Monat aus aktuellem Anlass mit den problematischen Aus- und Nebenwirkungen von Psychopharmaka auf „verhal- tensgestörte“ Kinder und Jugendliche beschäftigt, soll es in diesen pHakten um die Frage gehen: Gibt es Alternativen zu der unsinnigen Praxis, Kinder/ Jugendliche (und letzten Endes auch Personen mit „echten“ psychischen Erkrankungen) mit wesensverän- dernden Mitteln „zuzudröhnen“?

Wie auch der Beitrag aus den letzten pHakten stammt der nachfolgende Text aus den Materialien der „Citizens Commission on Human Rights“ (www.cchr.org). Wen das Thema interessiert: Auf dieser Webseite finden sich eine Reihe weiterer interessanter Publikationen zu psychiatriebezogenen Themen (leider – wie so häufig in englischer Sprache) und man kann dort außerdem die umfangreiche (und kostenlose) Dokumentation „Psychiatry – An Industry of Death“ nebst DVD anfordern . Leider sind auch diese Materialien - bis auf einen kurzen deutschsprachigen Videobeitrag – ebenfalls komplett in Englisch gehalten.

Wegen des Umfangs des nachfolgend übernommenen Textes enthält diese Ausgabe der pHakten ausnahms- weise keine weiteren Themen – die gewohnte Form unseres Newsletters gibt es dann wieder ab Mai 2009.

Einführung: Schäden durch psychotrope Medi- kamente

Seit dem Jahre 2003 haben internationale Pharma- kontrollbehörden mehr als 60 mal vor den Gefahren warnen müssen, die von der Einnahme so genannter „psychotroper Medikamente“ ausgehen. Antidepressiv wirkende Substanzen können Selbstmorde und feindseliges Verhalten provozieren, Antipsychotika einen lebensbedrohlichen Diabetes auslösen und Stimulantien (anregende Medikamente), die Kindern z. B. gegen ADHS verordnet werden, können das Risiko für Herzprobleme, Schlaganfälle und die Gefahr von Todesfällen erhöhen.

Alternative Methoden, den durch eine psychische Störung Betroffenen zu helfen, werden durch die profitorientierte und umsatzfördernde Einstellung außer Kraft gesetzt, eine Geisteskrankheit wäre das Ergebnis einer neurobiologischen Funktionsstörung oder eines chemischen Ungleichgewichts ist, die nur durch psychotrope Medikamente korrigiert werden können. Obwohl es für diese Behauptung keinerlei wissen- schaftliche Grundlage gibt, werden mit ihr in den USA jährlich für mehr als 27 Milliarden US-Dollar Medika- mente verordnet (und verkauft), weltweit erreicht der

Umsatz sogar die absurde Summe von 80 Milliarden Dollar. Dr. Joseph Glenmullen von der Harvard

Universität und Autor des Buches „Prozac Backlash“

des

Fehlens einer nachvollziehbaren Erkrankung nicht gezögert hat, Krankheitsmodelle für psychische Leiden zu konstruieren. Diese Modelle beruhen auf hypothe- tischen Annahmen über die physiologischen (körperli- chen) Ursachen – wie z. B. einem Serotonin- ungleichgewicht.“

Dr. Darshak Sanghavi, klinischer Assistent an der medizinischen Fakultät der Harvard Universität gehört zu den zahlreichen Experten, die der Hypothese vom „chemischen Ungleichgewicht“ öffentlich wieder- sprochen haben. „Trotz pseudowissenschaftlicher Begriffe wie ‚chemisches Ungleichgewicht‘ weiß niemand wirklich, was eine psychische Erkrankung auslöst. Bei einer Depression gibt es weder Bluttests noch Röntgenuntersuchungen des Gehirns. Und kein Genetiker kann eine Schizophrenie diagnostizieren, g sagt er.

sagt, dass die Psychopharmakologie „

trotz

Und Dr. Steven Sharfstein, Präsident der „American Psychiatric Association“ (APA) 2005 musste auf Druck der Medien eingestehen, dass es „keinen eindeutigen Labortest“ gibt, mit dem man das oft zitierte chemische Ungleichgewicht messen kann.

Wie Dr. Mark Graf, PR-Beauftragter der APA sagte, ist diese Theorie „vermutlich auf dem Mist der Pharma- industrie gewachsen“. Denn den Psychiatern fehlt nicht nur die Fähigkeit, die Ätiologie (Ursache) einer psychischen Erkrankung zu erkennen, sie sind zudem noch nicht einmal in der Lage, diese zu heilen. So erklärte Dr. Norman Sartorius 1994, kurz bevor er zum Präsidenten der „World Psychiatric Association“ ernannt wurde: „Die Zeiten, in denen Psychiater davon überzeugt waren, eine psychische Erkrankung heilen zu können, sind vorbei. In Zukunft muss der psychisch Kranke lernen, mit seiner Erkrankung zu leben.“

Somit gilt: Psychiater geben zu, dass psychische Erkrankungen unheilbar und dass die Betroffenen zu lebenslangem Leiden verdammt sind – mit Psycho- pharmaka.

Dennoch: Auch wenn die Psychiatrie inzwischen alle Versuche zur Heilung psychischer Leiden aufgegeben hat, spiegelt diese Einstellung nicht die Realität dar. Denn zu Glück kann man psychische Probleme lösen. Stellen Sie sich einmal vor, man wäre der Meinung, der Mensch könnte niemals seine persönlichen Hürden überwinden oder über sich und sein Leben nachdenken können!

Dabei sollte in jeder Gesellschaft die wahre seelisch- geistige Gesundheit der Bürger auf drei grundlegenden Kriterien basieren:

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1.Effektive Techniken zur Behandlung und Heilung der Psyche, durch die der Einzelne – und mit ihm auch die Gesellschaft - gebessert und gestärkt wird, indem man bei Jedem die persönliche Stärken, Fä- higkeiten, Kompetenzen, Vertrauen, Stabilität, Ver- antwortlichkeit und spirituelles Wohlbefinden wieder herstellt.

2.Optimal ausgebildete, verantwortungsvolle und ethisch geprägte Therapeuten, die sich in erster Linie dem Wohlbefinden ihrer Patienten und deren Familien verpflichtet fühlen und die alle diese Ver- sprechen auch einhalten können

3.Heilung von Geist und Seele in einer ruhigen Atmosphäre, die durch Toleranz, Sicherheit und Respekt für die Rechte der Patienten geprägt ist.

Und während das Leben voller Probleme ist – die manches Mal unüberwindbar scheinen – erfüllen weder die Psychiatrie noch ihre Diagnosen, Therapieverfahren oder gar Medikamente diese genannten Kriterien. Die Psychiatrie verlässt sich im Wesentlichen auf unpraktische und oftmals gefährliche aber häufig genug gesetzlich sanktionierte Methoden, wie z. B. die anfangs erwähnten psychotropen Medikamente

J. Allan Hobson und Jonathan A. Leonard, Autoren des

Buches „Out of Its Mind – Psychiatry in Crisis“ warnen, dass der eigentliche Übeltäter das Diagnostic and Statistical Manual for Mental Disorders (DSM) ist, eine Auflistung aller möglichen (und häufig auch unmög- lichen) psychischen Störungen (s. dazu auch die pHakten vom Januar 2008). Ihrer Meinung nach fördert

das DSM „

die Vorstellung, dass die „freie“ Diagnose

und das Verteilen von Pillen akzeptabel sind.; Dieses Verhalten wird durch die Pharmaindustrie und ihren Einfluss auf die diagnostischen Kriterien der Psychiatrie noch unterstützt.

Wie der inzwischen verstorbene Neurologe und Psychiater Dr. Sydney Walker III, in seinem Buch „ A Dose of Sanity“ schrieb, beschränkt sich dieser Einfluss darauf, „die Anzahl der von der APA anerkannten ‚psychischen Störungen‘ ebenso auszuweiten, wie die Menge der medikamentösen Verfahren, die zur Therapie dieser Störungen empfohlen werden. Schließlich ist jede DSM – ‚Diagnose‘ für die Pharmaindustrie eine potentielle Goldgrube. g

Und Iona Health, Allgemeinmedizinerin der Caversham Practice in London kommentiert: „Es ist im Interesse der Pharmaindustrie, die Grenzen des Anomalen auszudehnen, damit auch der Markt für Therapien proportional vergrößert wird.“

In einem Zeitraum von 5 Jahren ist die Zahl der ‚psychischen Störungen‘, die in das DSM aufge- nommen wurden, um 300 % gestiegen. Parallel ist es seit Veröffentlichung der 4. Ausgabe des DSM (DSM IV) im Jahre 1994 zu einer Zunahme der Verkäufe von antipsychotisch und antidepressiv wirkenden Medika- menten um 256 % gekommen. Wie eine Untersuchung

enthüllte, die 2006 in der Zeitschrift „Psychotherapy and Psychosomatics“ veröffentlicht wurde, hatten 100 % (also alle) der Psychiater, die den Teil des DSM-IV über Stimmungsstörungen und psychotische Probleme verfasst hatten, finanzielle Verbindungen zu den Herstellern von Psychopharmaka.

Weitere und bisher unbekannte Informationenzu diesme Themenkomplex lieferte eine Studie, die in der Januarausgabe des New England Journal of Medicinedes Jahres 2008 abgedruckt wurde. So verschwiegen die Hersteller der unter der Bezeichnung SSRI (SSRI – Selektive Serotonin-Wiederaufnahme- Hemmer, s, dazu auch die pHakten 03/2009) verkauften Antidepressiva die Ergebnisse von einem Drittel der Studien, die zur Zulassung der Medikamente durch- geführt worden waren und täuschten so die Öffentlich- keit über die Wirksamkeit dieser Medikamente. Denn wie diese „vergessenen“ Ergebnisse gezeigt hatten, berichteten nur 50 % der Personen, die ein SSRI erhalten hatten, über eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden; dem Placebo gelang das immerhin noch bei 40 % der Untersuchten. Nach Analyse aller unveröffentlichten Studien zeigte sich sogar, dass die Medikamente um nichts wirksamer waren als die Placebos.

Auch über ein ein erhöhtes Selbstmordrisiko wurde den Verbrauchern nicht berichte. Und obwohl der ameri- kanischen Pharmakontrollbehörde „Food and Drug Administration“ (FDA) Beweise für diese Gefahr der SSRIs schon bekannt waren, bevor sie im Dezember 1987 Prozac, das erste Medikament dieser Art, zulie- ßen dauerte es immerhin weitere 14(!) Jahre, bis die Behörde die Hersteller anwies, die Medikamenten- schachtel mit dem Warnhinweis zu versehen, diese Medikamente könnten bei Personen unter 18 Jahren suizidale Tendenzen (Selbstmordneigung) auslösen. Zu diesem Zeitpunkt war es in der Gruppe der SSRI- An- wendern bereits zu geschätzten 63.000 Selbstmor-den gekommen.

2004 veröffentlichte die FDA zudem ein Gutachten, in dem es hieß: „Unter Erwachsenen und Kindern, die mit Antidepressiva behandelt worden sind, ist es zu Fällen von Angst- und Unruhezuständen, Panik- attacken, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Feindseligkeit, impulsivem Verhalten, Akathasie (schwerste Unruhe), Hypomanie gekommen.“ Mindestens 11 der Amokläufer in US-Schulen hatten rezeptpflichtige Psychopharmaka eingenommen, die dafür bekannt sind, dass sie gewalttätige Verhaltensmuster begünstigen.

Das alles wiegt natürlich um so mehr, weil es für diese Medikamente funktionierende Alternativen gibt! Dieser Bericht beleuchtet einige Lösungsansätze von Therapeuten, die nicht psychiatrische Therapie- verfahren gegen Probleme einsetzen, die von der Psychiatrie nach eigener Einschätzung nicht behoben werden können.

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Kapitel 1: Nicht schaden

Primo non nocere - Zuerst einmal nicht schaden

Scribonius Largus, römischer Leibarzt von Kaiser Tiberius Claudius, 50 n. Chr.

Der erste Schritt bei einem psychisch gestörten Patienten lautet: Keinen Schaden anrichten

Das bedeutet: Sicher stellen, dass die Betroffenen nicht psychiatrischen Therapien ausgesetzt sind, die das Verhalten des Patienten mit Gewalt und potentiellen Schäden kontrollieren sollen. Mehr als alles andere benötigt ein psychisch Kranker Ruhe und Sicherheit – etwas, das man in den üblichen psychiatrischen Klinken nicht findet.

Zwischen dem Identifizieren von Symptomen und der Wissenschaft, die Ursachen zu finden und zu behandeln, liegen Welten. Die Psychiatrie hat sich nur darauf spezialisiert, die Symptome zu katalogisieren und zu behandeln. Sie ändert rein gar nichts an den Ursachen der Probleme, unter denen ihr Patient leidet. Ein Bericht der „Mental Health, Chemical Abuse and Dependance Services Division“ des Sing Country in Washington spiegelt jene Konflikte wieder, die sich um die Durchführbarkeit psychiatrischer Behandlungs- verfahren ranken. In diesem Bericht analysiert der Regierungsbezirk die Wirksamkeit der ambulanten Betreuung von [psychisch erkrankten] Erwachsenen zwischen 21 und 59 Jahren um festzustellen, ob diese „unabhängig leben und arbeiten können und weniger von der staatlichen Betreuung abhängig sind.“ Das ernüchternde Ergebnis: Von den mehr als 9.300 untersuchten Personen hatten sich nach der Behand- lung weniger als 1 % gebessert.

In seinem hervorragenden Buch „The Antidepressant Web—Marketing Depression and Making Medicines Work“ berichtet der Brite Charles Medawar, dass sich

etwa 80 % der Patienten mit der Diagnose „Depression“ ohne Behandlung erholen und zitiert aus einer Reihe von Studien, von denen eine zu dem Ergebnis kommt,

dass bestimmte Störungen „

an spontanen Remissionen aufweisen, wenn man den

Betroffenen nur genug Zeit lässt.“

Die wirkliche Lösung zahlreicher psychischer Probleme beginnt mit einer medizinischen – und nicht etwa einer psychiatrischen – Beurteilung und Behandlung. Immer wieder haben medizinische Untersuchungen gezeigt, dass Symptome, die auf den ersten Blick wie geistig- seelische Probleme aussehen, auf den zweiten Blick das Ergebnis einer nicht erkannten körperlichen Erkrankung sind. Ganz gewöhnliche medizinische Probleme können (und werden) Verhalten und Auftreten eines Patienten beeinflussen.

Charles B. Inlander, Präsident der „People’s Medical Society“ schreibt in „Medicine on Trial“: „Menschen mit echten oder vorgeblichen Störungen von Psyche und/

einen sehr hohen Anteil

oder Verhalten werden häufig falsch diagnostiziert – und dann in einem erstaunlich großen Umfang geschädigt. Viele von ihnen leiden gar nicht unter einer psychischen Erkrankung sondern zeigen lediglich physische Symptome, die wie seelische Störungen aussehen. Und so werden sie falsch diagnostiziert, erhalten Medikamente, werden in Kliniken eingewiesen und in eine Vorhölle abgestellt, aus der sie niemals zurück kehren.“

Die Suche nach dem eigentlichen Problem

Eine Person, die psychisch gestört ist, kann unter einem Nährstoffmangelleiden oder körperliche Probleme aufweisen, die ihre Erholung verhindern. Gebrochene Knochen, gequetschte Nerven, Schmerzen – alles das kann den Körper und somit auch das psychische Erscheinungsbild eines Patienten beeinflussen. Dieser Patient ist körperlich erkrankt oder verletzt, aber keinesfalls „verrückt“. Unter Umständen ist sich der Betroffene nicht einmal seiner Schmerzen oder Beschweren bewusst und hält sie für „ganz normal“. Er kann auch unfähig sein, richtig zu essen oder zu schlafen – und sein Zustand kann durch Erschöpfung weiter verstärkt werden.

Sobald diese Probleme korrigiert werden, kann der Betroffene Linderung erfahren und alles, was ihn sonst bedrückt, kann dann besser behandelt werden. Wir wollen damit keinesfalls ausdrücken, dass seelische Probleme eine körperliche Ursache haben. Das ist nicht der Fall. Psychiater nutzen das Argument, psychische Leiden hätten eine biologische Ursache nur dazu, um Behandlungsverfahren zu rechtfertigen, die letzten Endes zu mehr physischem Stress führen und die Seele weiter in den Hintergrund drängen. Daher besteht der einzig richtige Weg bei einer psychisch gestörten Person darin, ihn durch einen erfahrenen Arzt ausführlich klinisch untersuchen zu lassen.

Das „Medical Evaluation Field Manual“ des kali- fornischen Gesundheitsministeriums empfiehlt:

„Experten für psychische Leiden, die in einer Institution für psychische Erkrankungen arbeiten, sind profes- sionell und legal verpflichtet, bei ihren Patienten jede Form von körperlichen Leiden zu erkennen … körperliche Leiden können bei einem Patienten psychische Störungen auslösen oder bestehende Störungen verschlimmern.“

Wie die schwedische Sozialversicherungsanstalt berichtet, hat sie in mehreren Fälle gegen Psychiater disziplinarische Aktionen eingeleitet, wie z.B. im Fall eines Patienten, der über Kopfschmerzen, Schwindel und Torkeln beim Gehen geklagt hatte. Der Betroffene hatte seine Beschwerden 5 Jahre lang den Mitarbeitern einer psychiatrischen Klinik vorgetragen, erst dann ergab eine medizinische Routineuntersuchung, dass er unter einem Hirntumor litt.

Ich selbst habe während eines Praktikums in einer großen neurochirurgischen Klinik einen ähnlichen Fall erlebt: Der Betroffene, ein siebzigjähriger Mann, war

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bereits seit MEHR ALS 50 JAHREN Dauerpatient eines Landeskrankenhauses gewesen und während des 3. Reichs sogar wegen seiner „Geisteskrankheit“ sterilisiert worden. Erst im hohen Alter wurde dann erkannt, dass der Betroffene unter einem seltenen und äußerst langsam wachsenden Hirntumor litt, der für seine gesamten Beschwerden verantwortlich gewesen sein dürfte.

Das Tragische an diesem Fall: Zwar gelang es, den Tumor mit Hilfe eines neurochirurgischen Eingriffs vollkommen zu entfernen, aber der Patient war nach 50 Jahren in geschlossenen Anstalt derart stark „hospitalisiert“, d. h. verhaltensgeschädigt, dass eine Unterbringung außerhalb einer psychiatrischen Klinik nahezu unmöglich war.

Ein anderer Patient hatte wegen unerklärlicher Kopfschmerzen jahrelang Psychopharmaka erhalten. Erst fünf Jahre nach Beginn der Beschwerden erkannte ein Neuroradiologe bei einem Computertomogramm eine pathologische Veränderung im Bereich der Halswirbelsäule. Durch die neurochirurgische Versor- gung dieser Veränderung war der Patient innerhalb weniger Wochen dann vollkommen schmerzfrei – litt aber als Folge der jahrelangen medikamentösen Therapie an einer Medikamentensucht, die sich ungleich schwerer behandeln ließ.

Dr. Thomas Dorman, Internist und Mitglied des kanadischen „Royal College of Physicians“, sagte:

„Bitte vergessen Sie nie, dass die Mehrzahl aller Patienten unter körperlichen Erkrankungen leiden Daher sollten Ärzte zuallererst daran denken, dass emotioneller Stress in Kombination mit einer chroni- schen Erkrankung oder Schmerzen das Temperament eines Patienten verändern kann. Ich habe in meiner Praxis unzählige Patienten mit chronischen Rücken- schmerzen betreut, die als Neurotiker abgestempelt worden waren. Eine typische Aussage dieser armen Patienten lautet: ‚Ich dachte wirklich, ich werde verrückt.‘“ Nicht selten, so Dr. Dorman, ist das Problem ganz einfach „eine nicht erkannte funktionelle Störung an der Wirbelsäule“.

Psychiater behaupten, die Depression sei eine „Krankheit, genau so wie ein Herzinfarkt oder Asthma“, während Ärzte, die sich auf eine ausführliche körperliche Untersuchung verlassen, davon ausgehen, dass das nicht stimmt. Dr. Joseph Glemullen von der Harvard Universität warnt: „Die Symptome [einer Depression] sind subjektive emotionelle Phasen, was die Diagnose äußerst vage macht . Die oberflächlichen Checklisten, mit denen man Menschen auf eine Depression hin überprüft, bezeichnet er als „auf die Wirkung von Medikamenten zugeschnitten und den körperlichen Symptomen abgepasst, die am stärksten auf antidepressive Mittel reagieren. … Die Zuordnung einer Depression auf einer Skala sieht wissenschaftlich aus, aber wenn man sich näher mit den Fragen und Bewertungskriterien beschäftigt, sind es komplett subjektive Werte, die nur auf Berichten der Patienten

oder dem Eindruck des Bewertenden basieren.“

Der verstorbene Arzt Dr. med.Carl C. Pfeifer, der zudem einen Doktorgrad der Chemie hatte, entdeckte, dass Gefühle einer „Depression“ ebenso durch einen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen bedingt sein können, wie jede andere Störung von Psyche und Verhalten.

Dr. David W. Tanton, Ph.D., Autor, Gründer und Forschungsdirektor des „Soaring Heights Longevity Research Center“ hat herausgefunden, dass der Verzehr von Nahrungsmitteln, die Allergien und Unverträglichkeiten sich auch auf die Stimmung auswirken kann. (Ähnliche Erfahrungen machten auch die „Vater der Umweltmedizin“, Theron G. Randolph & Ralph W. Moss, die in ihrem Buch „Allergien: Folge von Umweltbelastung und Ernährung“ bereits 1980 darauf hinwiesen, dass bis zu 60 % der Patienten von psychiatrischen Kliniken unter dem Endstadium einer Nahrungsmittelallergie leiden könnten.)

Eine Hypoglykämie (Unterzuckerung), eine Hypo- thyreose (Unterfunktion der Schilddrüse oder eine Erschöpfung der Nebennieren sowie auch der Konsum zu vieler rezeptpflichtiger und -freier Medikamente könnten ebenfalls am Entstehen depressiver Gefühle beteiligt sein.

Denn eine abnorme Schilddrüsenfunktion kann sich dramatisch auf die Stimmung auswirken und als schwere Depression, Erschöpfung und Gedächt- nisverlust auftreten und bei Antidepressiva und anderen Psychopharmaka werden „Depressionen“ als mögliche Nebenwirkung aufgelistet. Als die häufigsten, durch Medikamente ausgelösten psychischen Symptome werden „Apathie, Angstzustände, visuelle Halluzi- nationen, Persönlichkeitsveränderungen Demenz, Depression, wahnhaftes Denken, Schlafstörungen, mangelnde Konzentration, veränderte Sprachmuster, Tachykardie (Herzrasen); Nykturie (häufiges, näch- tliches Wasserlassen, Zittern und Verwirrtheit aufgezählt. Und auch die langfristige Einnahme von Antibiotika verändert das Immunsystem und führt zu Erschöpfung und Angstzuständen

Schließlich und endlich ist auch die Lyme-Borreliose, eine ernste bakterielle Infektion, die durch Zecken übertragen wird und die das Nervensystem angreifen kann, ebenfalls dafür bekannt, Symptome einer Depression und /oder Psychose auszulösen.

Die Frage der Ernährung

Die britische Mental Health Foundation stellt fest: „Es gibt hinreichende Beweise und eine Reihe bedeutender Stimmen unterstützen die Rolle der Ernährung in der Therapie von Personen mit seelischen Gesund- heitsproblemen“. Der „Feeding Minds“ - Bericht der Stiftung vermerkt, dass „depressive“ Gefühle mit einer „[zu] geringen Zufuhr von Fisch in Zusammenhang stehen könnte, aber auch eine Ernährung mit großen Anteilen von komplexen Kohlenhydraten und be- stimmten anderen Nahrungsmitteln könnten ebenfalls geeignet sein, die Symptome einer Depression zu

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lindern.“ Bei Kindern mit dem Etikett „AHDS“ (Aufmerk- samkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) findet sich häufig eine Ernährung, die zu wenig Eisen und Fettsäuren enthält.:

Wie das amerikanische Landwirtschaftsministerium kommentiert, kann sich ein Mangel bestimmter Mineral- stoffe in der Ernährung auf das menschliche Verhalten auswirken . Die „Texas Comptroller Study of Foster Children“ untersuchte den massiven Einsatz von Psy- chopharmaka bei den Pflegekindern des US-Bundes- staates. Die Publikation der Untersuchungs-ergebnisse aus dem Dezember 2006 mit dem Titel „Forgotten Children“ kam zu dem Resultat, dass Alternativen zu den Medikamenten unverzichtbar sind. „Die Ernährung ist für eine gesunde Lebensführung unverzichtbar,“ so der Bericht.

Nach Aussage des amerikanischen „National Institutes of Health“ (NIH) „verringern Personen, die sich regel- mäßig körperlich betätigen, sich gesund ernähren und auf Tabak verzichten, die Wahrscheinlichkeit einer Be- hinderung, zeigen eine bessere psychische Gesund- heit und kognitive (argumentative) Funktion und sor- gen für eine Senkung der Gesundheitskosten“.

Gesunder Sport

Im September 2005 veröffentlichte das „ British National Health Service Institute for Health and Clinical Excellence“ einen klinischen Leitfaden zur Behandlung von „Depressionen bei Kindern und Jugendlichen“. In diesem Leitfaden steht der Rat: „Da alle antidepressiv wirkenden Medikamente mit hohen Risiken verbunden sind, wenn man sie an Kinder und Jugendliche verabreicht“, sollte man ihnen „Vorschläge über die Vorteile regelmäßiger sportlicher Betätigung“, „Schlaf- hygiene“ „und einer ausgeglichenen Kost und Ernährung“ machen (30).

Wie die Dezemberausgabe des „Journal of Medicine and Science in Sport & Exercise“ berichtet, bessert sportliche Aktivität und nicht etwa Antidepressiva die Symptome einer „Depression“. Wer Sport treibe, kommt zudem in den Genuss weiterer positiver Effekte wie „Elan“ und „Wohlbefinden“. Unter Bezug auf eine Studie aus dem Jahre 2000 informiert die Universität Texas :

„Es hat sich gezeigt, dass die regelmäßige sportliche Betätigung depressive Patienten vor einem „Rückfall“ schützen kann.

Und die bereits erwähnte texanische Untersuchung von Pflegekindern kommt zu dem Ergebnis: „Sport nutzt nicht nur dem Körper, sondern kann auch die Stimmung heben und depressive Symptome dramatisch bessern.“

„Man sollte sich angewöhnen, vor einer Inan- spruchnahme von Versicherungsleistungen wegen psychischer Gesundheitsprobleme eine ausführliche und kompetente körperliche Untersuchung durch- zuführen, um sicher zu stellen, dass kein körperliches Leiden für den geistigen Zustand des Patienten verantwortlich ist. Schon das würde zahllose Patienten

davor bewahren, überflüssiger und fälschlicher Weise als geisteskrank kategorisiert und behandelt zu werden.“

Warum Betroffene davon überzeugt sind, dass „ihre“ Medikamente helfen

Zahlreiche Patienten sind von den unerwarteten Wirkungen „ihrer“ Psychopharmaka überrascht. Sie nehmen sie ein, um ihre Ängste oder etwas ähnliches zu lindern, nur um dann einen „bunten Strauß“ seltsamer körperlicher und psychischer Reaktionen zu erfahren. Diese Reaktionen können leicht sein, wie z. B. Mundtrockenheit oder Appetitverlust, können aber auch als ausgeprägter psychotischer Anfall daher kommen und – im Einzelfall - sogar zum Tode führen.

Psychopharmaka können den Druck lindern, der durch ein zu Grunde liegendes körperliches Problem ausgelöst wurde, aber sie können kein einziges körperliches Leiden behandeln, korrigieren oder gar heilen. Diese Erleichterung kann dem Betroffenen das Gefühl geben, es ginge ihm besser aber sie ist kein Beweis für die Existenz eines psychischen Problems. Fragen Sie doch einmal einen Drogensüchtigen, ob er sich nach dem Schnupfen von Kokain oder dem Rauchen eines „Joints“ besser fühlt und er wird diese Frage mit Sicherheit bejahen – auch wenn die Drogen ihn mit Sicherheit schädigen!

Manche Medikamente, die zur Behandlung einer Depression verschrieben werden, haben tatsächliche einen dämpfenden Effekt. Sie unterdrücken die körperlichen Symptome, die mit einer „Depression“ in Verbindung gebracht werden, ändern aber absolut nichts am Zustand oder der Ursache selbst:

Die Medikamente unterbrechen in den meisten Fällen die Routine, die rhythmischen Ströme und Aktivitäten des Nervensystems. Durch ein Beruh- igungsmittel zwingt man die Nerven und andere Systeme des Körpers zu Dingen, die sie normaler Weise nicht tun würden.

Nichts und niemand aber ist so geeignet, derartigen Unterbrechungen zu widerstehen bzw. auf sie zu reagieren, wie der menschliche Organismus. Jedes der verschiedenen Systeme wehrt sich, versucht die Chemikalie zu neutralisieren und ihren Effekt auf den Körper auszugleichen.

Trotz allem aber ist der Körper nicht unbesigebar. Erst langsam, dann immer schneller beginnen die Systeme zusammenzubrechen. Der menschliche Körper ist einfach nicht für die ständige Herstellung euphorischer, beruhigender oder antidepressiver Gefühle geeignet. Aber genau das ist es, wozu ihn ihn die Psychopharmaka zwingen

Im weiteren Verlauf kann es zu Schäden an den Geweben kommen. Nerven können aufhören, normal zu funktionieren, Organe und hormonelle Systeme können beginnen, Amok zu laufen. Dieser

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Zustand kann vorübergehend sein, kann aber auch länger anhalten oder gar permanent werden.

Wenn man ein Auto mit Raketentreibstoff betankt, kann man mit ihm durchaus Geschwindigkeiten von 400 oder 500 Km/h erreichen - aber weder die Reifen, noch die Karosserie oder der Motor sind dafür ausgelegt. Fazit: Das Auto wird ein seine Einzelteile zerlegt

Und so treten auch im Körper seltsame Phäno- mene auf: Sucht, Erschöpfung, reduziertes sexu- elles Verlangen, Muskelzittern, Alpträume, Halluzi- nationen und Psychosen. Alle Nebenwirkungen sind letzten Endes nichts anderes, als die Reaktion unseres Körpers darauf, dass man seine normalen Funktionen mit einer Chemikalie zu unterbinden versucht.

Und wenn das Medikament seine Wirkung dann erst verloren hat, bleibt das ursprüngliche Problem zurück. Als Lösung für die Probleme des Lebens funktionieren Psychopharmaka einfach nicht

Kapitel 2: Wie man Kindern hilft

Weltweit sollen mehr als 20 Millionen Kinder an einer psychiatrischen „Störung“ [namens ADHS - Auf- merksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung] leiden, die mit keinem diagnostischen Test bestätigt werden kann. „Die Verordnung von Psychopharmaka für eine Erkrankung, die nicht existiert“, so der Neurologe Sidney Walker in seinem Buch „The Hyperactivit Hoax“ „ist eine Tragödie, da die „Maskierung der Symptome bei Kindern nur dafür sorgt, dass die zu Grunde liegenden Störungen weiter fortbestehen und in den meisten Fällen schlimmer werden.“

Und nach Ansicht von Dr. William Carey, einem renommierten Kinderarzt am „Children’s Hospital“ in Philadelphia „ignoriert die derzeitige AHDS-Formel, nach der die Diagnose AHDS immer dann gestellt werden kann, wenn eine bestimmte Anzahl von anomalen Verhaltensmustern vorliegt und andere Kriterien erfüllt werden, ganz offensichtlich die Tatsache, das dieses Verhalten möglicherweise vollkommen normal sein kann.“

Joe Turtel, Autor von „Public Schools, Public Menace“ erzählt den Eltern: „Welches Kind leidet nicht unter einem ADHS? Welcher Teenager, der 6 – 8 Stunden ein einem todlangweiligen Klassenraum verbringt, wird nicht zappeln, herumlaufen, nicht aufpassen oder jede andere Möglichkeit zu Flucht nutzen? Wie Ihnen jede Mutter bestätigen wird, sind das Dinge, die jedes normale und aufgeweckte Kind tun wird, wenn es gelangweilt oder frustriert ist.“

Wer diese Verhal-tensmuster als Erkrankung definiert, handelt absurd und unmoralisch, so „sorgfältig“ das Kind auch von einem Kinderpsychologen oder Psychiater untersucht worden sein mag. Und wenn man dann diese normalen Verhaltensmuster als Ent-

schuldigung verwendet, dem Kind wesensverändernde Mittel einzutrichtern, der handelt kriminell, wen nicht sogar noch mehr.“

In dem Buch „101 Reasons to Avoid Ritalin Like the Plague“ warnt Howard Glasser M.A: „Die Wahrheit ist:

Wenn wir uns oder unseren Kindern erzählen, das die Symptome eines ADHS durch ein biochemisches Ungleichgewicht entstehen, dann lügen wir ebenso, wie unser Arzt und seine Informationsbroschüren das getan haben. Die Realität ist, es ist grausam, demoralisierend und unfair, einem Kind zu erzählen, mit seinem Gehirn wäre etwas nicht in Ordnung, das man nur mit einem Medikament bessern kann. Denn ab diesem Punkt wird das Kind sich selbst als krank oder anders betrachten, und das wird sein komplettes Bild von sich selbst verändern – die Art, wie unser Kind sich selbst bewertet und wie es mit seiner Umgebung interagiert.“ … Den Eltern wird oft vorgespielt. Sie hätten keine andere Wahl, als ihrem Kind wegen seines hyperaktiven und störenden Verhaltens ein Medikament zu verabreichen. Das kommentiert die australische Psychiaterin Lois Achimovich wie folgt: „Jedes Verhalten ihres Kindes, das anomal aussieht halten die Eltern für ein AHDS und sie wissen, dass es dagegen Medikamente gibt. Pillen sind zu einer preiswerten Alternative für diese Probleme geworden.“ .

Dr. Mary Ann Block, die Tausenden von Kindern geholfen hat, von Psychopharmaka freizukommen, sagt: „Viele Ärzte führen keine körperliche Untersu- chung durch, bevor sie Psychopharmaka verschreiben. [Die Kinder] gehen zu Ärzten, aber die Ärzte führen keine Untersuchungen durch oder suchen nach Gesundheits- oder Lernproblemen, bevor sie das Kind mit ADHS diagnostizieren und ihm ein Mittel verschrei- ben. Das ist nicht die Art und Weise, wie ich gelernt habe zu praktizieren. Bei meiner Ausbildung hat man mir beigebracht, eine komplette Krankengeschichte zu erstellen und eine gründliche Untersuchung meiner Patienten durchzuführen. Man lehrte mich auch, eine „Differentialdiagnose“ zu erstellen. Dafür muss man alle möglichen Ursachen für die bestehenden Symptome berücksichtigen“.

Wer einem Kind ohne ausreichende medizinische Beweise das „Etikett einer psychischen Erkrankung“ anhängt, begeht Missbrauch an diesem Kind, wer zudem gegen diese Erkrankung Psychopharmaka verordne, vergiftet das Kind auch noch. Oft genug brauchen Kinder nur ausreichend Schlaf, eine gesunde Ernährung und ein hohes Maß an körperlicher Aktivität. Untersuchungen haben gezeigt, dass gezielte Anleitung die schulischen Leistungen verbessern kann. Wenn ein Kind nicht lernt, in der Schule zurück bleibt, den Schulunterricht nicht genießt und sich nicht richtig konzentrieren kann, sollte man nach einem geeigneten Tutor suchen – und nicht nach einem „passenden“ Medikament!

Eine Mutter wurde von der Schule ihres Sohnes gezwungen, ihrem Kind Psychopharmaka verordnen

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zu lassen. Darauf hin begann der Sohn Tim, seinen Appetit zu verlieren, er litt unter Kopfschmerzen, ermüdete schnell und es schien ihm nahezu unmöglich, nachts zu schlafen. Auf den Rat eines Freundes brachte Tims Mutter ihren Sohn zu einem komplementär- (alternativ-) medizinischen Arzt. Dieser Arzt entwöhnte Tim von den Medikamenten und gab ihm statt dessen Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine. Zudem fand er heraus, dass Tim auf bestimmte Nahrungsmittel allergisch reagierte. Nachdem man die Ernährung umgestellt hatte, begann Tim wieder normal zu essen und schlief nachts durch.

Außerdem stellte sich heraus, dass Tim in der Schule mit einem System lernen musste, dass auf einer psychologischen Methode beruhte und dass er nichts von dem begriff, was er in der Schule gelesen hatte. Seine Mutter besorgte ihm ein „Phonics Game“ - ein auf phonetischen Prinzipien basierendes Lern- und Lesespiel und innerhalb von 6 Monaten besserte sich Tims Lesefähigkeit von der eines Zweitklasslers auf die eines Sechstklässlers.

Eine andere junge Mutter musste richtiggehend darum kämpfen, für ihren Sohn im Vorschulalter eine Überweisung zu einem HNO-Spezialisten zu erhalten, als sie vermutete, dass ihr Sohn unter einer Hörstörung litt. Die Schulschwester schickte das Kind statt dessen zu einem Psychologen, der das Kind als ADHS-Fall bezeichnete und ihm Ritalin empfahl. Die Mutter kämpfte 4 Monate, um die gewünschte Überweisung zu erhalten; der Spezialist fand tatsächlich heraus, dass der Junge unter Flüssig- keitsansammlungen im Mittelohr litt, die einem Hörschaden von 35 dB verursacht hatten. Innerhalb eines Monats wurde das Kind operiert, ein Eingriff von 15 Minuten verhinderte eine Kindheit unter Psychopharmaka.

„Kinder mit der Diagnose ADHS können ebenso unter einem frühen Diabetes, Herzerkrankungen, Würmern, viralen und/oder bakteriellen Infektionen, Mangelernährung, Kopfverletzungen, genetisch bedingten Störungen, Allergien, einer Quecksilber- oder Manganbelastung, epileptischen „petit Mal“ - Anfällen und Hunderten, jawohl Hunderten anderer kleiner, großer oder sogar lebensbedrohlicher ge- sundheitlicher Problemen leiden. Dennoch wird ihnen allen das Etikett ADHS angeheftet,“ schriebt Dr. Walker

Die international anerkannte Feingold – Methode ist eine von Ärzten entwickelte und ausführlich un- tersuchte Form der Eliminations-Diät, bei der sorg- fältig alle synthetischen Lebensmittelzusätze, Kon- servierungsmittel, Süßstoffe und Farbstoffe aus der Ernährung eliminiert werden. In der Zeitschrift „Ar- chives of Diseases of Childhood“ vom Juni 2004 berichteten Forscher über den Einsatz der Fein- gold-Diät bei dreijährigen Kindern mit „hyperaktiven“ Störungen. Nachdem man alle beschriebenen Zusatzstoffe aus der Kost entfernt hatte, besserte sich das Verhalten der Kinder fast unmittelbar,

führte man die Zusatzstoffe wieder zu, kam es erneut zum Auftreten der Verhaltensstörungen, Um die Beschwerden zu provozieren, reichten bereits 20 mg eines künstlichen Farbstoffs aus.

Wie W.V. Tamborlane, ein Pädiatrieprofessor der Yale Universität berichtet hat, stiegen die Adren- alinspiegel im Körper von 14 gesunden Kindern auf das Zehnfach an, nachdem man diesen Kindern so viel Zucker verabreicht hatte, wie sich in der Glasur von 2 Muffins finden. Nach Tamborlanes Ansicht könnte das darauf hinweisen, dass Kinder auf den Verzehr zuckerhaltiger Speisen „mit Symp- tomen wie Angst, Reizbarkeit und Konzentrations- störungen reagieren könnten.“

Eine proteinreiche, kohlenhydratarme und zucker- freie Kost konnte bei Kindern helfen, deren exzes- sive Aktivität zu dämpfen. Bei einer Untersuchung mit 20 „lerngestörten“ Kindern, die eine solche Diät erhielten, zeigten 90 % umfangreiche Verbesse- rungen ihrer hyperaktiven Symptome.

„Bipolar“

Im „eMedicine Journal“ vom Januar 2002 ist zu lesen:

„Die Ätiologie (Ursache) und Pathophysiologie (funktionelle Veränderungen) der bipolaren Störung (BPD) sind nicht ermittelbar und es existieren keine objektiven biologischen Marker, die definitiv mit dem Krankheitszustand korrelieren.“ Ganz im Gegenteil: Es sind Psychopharmaka, die für die Symptome verant- wortlich sind, von denen die Psychiater behaupten, sie wären für eine BPD typisch. 2006 warnte die FDA, dass Medikamente wie Ritalin, Adderall und Celexa tatsächlich „bipolare“Beschwerden auslösen können.

Nachdem die Psychiatrie Jahre lang Medienschelte dafür bezogen hatten, dass es ihnen nicht gelungen war, ADHS als mikrobiologische Störung dingfest zu machen, behaupteten Psychiater plötzlich, man habe die betroffenen Kinder falsch diagnostiziert, tatsächlich litten sie nicht unter einer ADHS, sondern unter bipolaren Störungen. Dr. Ty Colbert, Ph.D., warnte:

„Kinder mit dem Etikett ADHS, denen man Ritalin verordnet, beginnen (als Nebenwirkungen des Ritalin) so genannte zwanghafte und depressive Symptome zu zeigen Darauf hin verordnet man ihnen Antidepressiva und erzählt den Eltern, das wirkliche Problem wäre von Anfang an das zwanghafte Verhalten durch die Depression gewesen. Und als Folge der Neben- wirkungen der Antidepressiva kann man die Kinder dann als bipolar bezeichnen.“

Die orthomolekulare Forschung hat gezeigt, dass ein Mangel an Vitaminen des B-Komplexes bei 80 % der Patienten anzutreffen sind, die mit einer BPD diagnostiziert wurden. Nach Aussage von Joan Mathews Larson, Ph.D., Gründerin des renommierten „Health Recovery Center“ in Minnesota ist auch eine Anämie ein wesentlicher Faktor bei den Ursachen „bipolarer“ Symptome.

Wie der bereits erwähnte Dr. Carl Pfeiffer durch

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wissenschaftliche Untersuchungen entdeckt hat, fanden sich im Blut von Personen, die unter einer sogenannten Zwangsstörung litten, erhöhte Histamin- spiegel. Im gleichen Maße, wie sich diese Probleme normalisierten, gingen auch die Histaminspiegel wieder zurück.

Wie eine Reihe neuerer Studien erkennen lassen, werden diese Symptome typischerweise durch eine Halsentzündung im sehr frühen Lebensalter ausgelöst. Wie eine dieser Untersuchung z, B. zeigte, wies die Krankengeschichte bei 31 % der 50 teilnehmenden Kinder eine Halsentzündung vor und 42 % zeigten Symptome einer Pharygnitis (Halsentzündung) oder einer Infektion der oberen Atemwege. Diese Studien weisen darauf hin, dass bei anfälligen Personen Beschwerden, die von Psychiatern als „Zwangs- störungen“ eingestuft werden, in der Realität durch eine Autoimmunreaktion auf eine Streptokokkeninfektion hervorgerufen werden (49).

Auch der zehnjährige „Charlie“ litt unter heftigsten Stimmungsschwankungen, schrie und fluchte, trat seine Schwester und war nicht in der Lage, seine Launen unter Kontrolle zu h bekommen. Seiner Mutter sagte man: „Ihnen bleiben zwei Alternativen – geben Sie ihm Ritalin oder lassen Sie ihn leiden.“ Also erhielt Charlie Ritalin aber ein zweiter Arzt kam – mit Hilfe einer gründlichen körperlichen Untersuchung und von Labortests -zu dem Resultat, dass Charlie unter erhöhtem Blutdruck und zu wenig Insulin litt. „Jede dieser zwei Probleme kann Stimmungsschwankungen, unberechenbares Verhalten und Gewaltausbrüche auslösen – genau die Symptome, die der „hyperaktive“ Charlie aufgewiesen hatte“, berichtet Dr. Sidney Walker III, ein respektierter Neurologe, Psychiater und Autor der Bücher „A Dose of Sanity“ und „The Hyperactivity Hoax“. Nach entsprechender medizinischer Therapie „besserte sich Charlies Verhalten und seine Aggres- sivität und die Wutausbrüche hörten auf.“

Pädagogische Lösungen

Wie bereits erwähnt können Bildungsprobleme als die Folgen von Störungen im Bereich der Phonetik (Begreifen des Klangs von Buchstaben und deren Kombinationen) in der Schule auftreten Hier ist eine gezielte Förderung notwendig. Wie die „Commission on Excellence in Special Education“ des amerikanischen Präsidenten herausgefunden hat, ist 40 % (2,8 Milli- onen) der amerikanischen Kinder, die wegen „Lern- störungen“ an speziellen Bildungsprogrammen teilnahmen einfach niemals beigebracht worden richhtig zu lesen. Kreative und/oder intelligente Kinder langweilen sich und zappeln, wippen, strecken sich, kritzeln und suchen andere Wege, um sich Ärger einzuhandeln.

Tausende von Kindern, die Psychopharmaka ein- nehmen, sind einfach [zu] „clever“; schreibt Dr. Walker. Sie reagieren nicht deswegen „hyperaktiv“, weil ihre Gehirne nicht richtig funktionieren, sondern weil sie den ganzen Tag darauf warten, dass die schlechteren

Kinder in der Klasse „mitkommen.“ Diese Schüler langweilen sich zu Tode, und gelangweilte Personen zappeln, wippen, strecken sich, kritzeln und suchen andere Wege, um sich Ärger einzuhandeln – vor allem, wenn es sich um Jungen handelt.

Zudem kann auch ein Mangel an Interesse vorliegen. Fragen Sie Ihr Kind: Wie viel Aufmerksamkeit kannst Du einer Sache widmen, die Dir Spaß macht? Justin wurde vom Jugendgericht in ein Wohnheim geschickt. Eine Psychologe hatte ihm gesagt, er litte unter AHDS, da er in der Klasse immer störte. Als ihn der Heimleiter aber fragte: „Was ist die längste Zeit, die Du je mit einem Mädchen telefoniert hast?“ antwortete Justin „Drei bis fünf Stunden.“ „Wie lange kannst Du Basketball spielen?“ „Etwa 4 Stunden,“ antwortete Justin. Außerdem konnte er jedes Buch lesen, das ihn interessierte und den ganzen Tag lang Videospiele spielen, wenn man es ihm erlaubt. Alles in allem konnte er seine Aufmerksamkeit auf alle Dinge fokussieren, die ihn interessierten. Also: Sorgen Sie dafür, dass auch Ihr Kind an genügend Aktivitäten beteiligt ist, die sie/ ihn interessieren.

Disziplinäre Probleme

Dr. Walker merkt an: „Wenn es ihrem Kind schon an Disziplin fehlt und man ihm erzählt, dass Lügen, Schreien, Geld verschwenden, andere Personen schlagen und richtig nicht von falsch unterscheiden eher- wie es ein aktuelles Buch über ADHS darstellt - Anzeichen eines ADHS sind, und nicht etwa schlechtes benehmen – was glauben Sie: Wird Ihr Engelchen sich dann besser oder schlechter benehmen?

„Die Medikalisierung des normalen Verhaltens von Jungen resultiert zumindest auch teilweise aus Veränderungen der Schuldisziplin“, schreibt Dr. Walker. Heutigen Tags „wird sogar die verbale Disziplinierung herabgewürdigt, als ob man durch sie das Selbst- wertgefühl des Kindes mindere. Einige Schulen sind sogar gerichtlich dafür belangt worden, dass sie versucht haben, Schüler zu disziplinieren, die sich falsch verhalten haben. Die aktuelle Philosophie scheint es zu sein, wen man nicht besiegen kann, den behandelt man. Und für die Lehrer scheint oft die einzige wirksame Möglichkeit, bei ihrer Arbeit mit den Schülern Unterstützung zu erhalten, Schülern, die außer Kontrolle geraten sind und nicht wirksam diszipliniert werden können, eine psychische Störung „anzu- hängen“, fügt er hinzu.

Dr. Fred A. Baughman, Jr., ein Kinderneurologe und Autor des Buches „The ADHD Fraud“ sagt, dass Eltern, Lehrer und Kinder furchtbar betrogen worden sind, wenn das Verhalten des Kindes als Erkrankung bezeichnet wurde. Kinder, so sagt er, „glauben, dass mit ihren Gehirn etwas nicht in Ordnung ist, was sie ohne Medikamente unmöglich kontrollieren können.“ Und dieser Glaube wird noch dadurch verstärkt, dass die [in dieser Zeit] wichtigsten Erwachsenen – Eltern

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und Lehrer – genau das Gleiche glauben.“

Dr. Walker fügt hinzu: „Eine der größten Sünden eines Arztes, der normale Kinder als hyperaktiv brandmarkt, besteht darin, dass er dem Kind letzten Endes erzählt, ‚Du bist für Dein Verhalten selbst gar nicht verant- wortlich.‘ Zusätzlich sagt er den Eltern, dass einfache disziplinarische Maßnahmen hier nicht wirken, weil ihr Kind unter einer Störung des Gehirns leidet, das sie daran hindert, sich normal zu verhalten. c Wer unkontrolliertes Verhalten von normalen und gesunden Kindern entschuldigt, wird schlicht und einfach fördern , dass sich das Kind immer weiter so verhält. Und schon heute grenzt die Liste der Verhaltensmuster, die mit der Ausrede „ADHS g entschuldigt werden können, schon ans Lächerliche.

Dr. Julian Whitaker, Autor des anerkannten „Health & Healing“ Newsletters, sagt: „Wenn Psychiater einem Kind [oder Erwachsenen] das Etikett anheften, so geschieht das ausschließlich auf der Grundlage von Symptomen. Die Ärzte haben keinerlei pathologische Befunde, sie haben keine Laborwerte und sie können keine Veränderungen zeigen, die diese Diagnose eines psychischen „Erkrankung“ stützen könnten. Wenn Sie einen Herzinfarkt erleiden, kann man einen Schaden [am Herzmuskel] nachweisen, bei einem Diabetes sind die Blutzuckerwerte sehr hoch, eine Arthritis oder Arthrose lässt sich im Röntgenbild darstellen. Die Psychiatrie hingegen ist reine Hellseherei; sie ist vollkommen unwissenschaftlich.“

Mit fundierter medizinischer Aufmerksamkeit, guter Ernährung einer gesunden und sicheren Umwelt sowie körperlicher Betätigung, die das Selbstvertrauen stützt, erreicht man weitaus mehr, als mit einer brutalen und wiederholten Vergiftung oder anderen Formen psychiatrischen Missbrauchs. Allerdings sollten Sie sich nicht darauf verlassen, dass ein Psychiater diese Alternativen in Betracht zieht, bevor er damit beginnt, wesensverändernde Medikamente zu verschreiben.

Kapitel 3 – Und was ist mit den „schweren“ Fällen?

Eine Familie, die mit einem stark gestörten und irrationalem Mitglied konfrontiert wird, kann an schnell an ihren Bemühungen verzweifeln, diese Krise zu lösen. Trotzdem ist es auch in diesem Fall immer ein riskantes Unterfangen, einen Psychiater zu konsultieren. Denn die Psychiatrie hat immer wieder funktionierende Methoden unterdrückt, die diesen Individuen helfen könnten.

In dem Oscar-prämierten Film „A Beatiful Mind“ sorgten Einflüsse der Psychiatrie dafür, dass der Nobel- preisträger John Nash als Person dargestellt wurde, die sich zur Vorbeugung eines Rückfalls seiner „Schizophrenie“ voll und ganz auf die aktuell „ange- sagten“ Psychopharmarka verließ. Der „echte“ Nash hingegen widersprach der filmischen Darstellung, er

habe in der Zeit seiner Nobelpreisverleihung „neuere Medikamente“ eingenommen. Stattdessen habe er über eine Zeitraum von 24 Jahren überhaupt keine Psychopharmaka eingenommen und wäre auf natür- liche Art von seinen Störungen genesen.

Der inzwischen verstorbene Dr. Loren Mosher war Leiter des Schizophreniezentrums des amerikanischen „National Institute of Mental Health und wirkte später als Professor für klinische Psychiatrie an der medizinischen Fakultät der Universität von Kalifornien in San Diego und Direktor der „Soteria Associates“ in San Diego, Kalifornien. Im Jahre 1971 eröffnete er das „Soteria House“ als einen Ort, an dem junge Menschen, bei denen man eine Schizophrenie diagnostiziert hatte, ohne Medikamente von einer Laiengruppe unterstützt wurden, denen man beigebracht hatte, [den Patienten] zuzuhören, sie zu verstehen und ihnen auf Grundlage ihrer Erfahrungen Unterstützung, Sicherheit und Bestätigung zukommen zu lassen.

„Unsere Vorstellung war es, dass eine ‚Schizophrenie‘ oft besser mit Hilfe von engen Beziehungen über- wunden werden kann, als mit Medikamenten und dass eine solche Therapieform letztendlich zu einem gesünderen Leben führen dürfte, g sagte Dr. Mosher und er fügte hinzu: „Das Experiment funktionierte besser als erwartet. Sechs Wochen nach ihrer Aufnahme hatten sich beide Gruppen vergleichsweise deutlich verbessert, obwohl die Soteria-Patienten allgemein keine antipsychotisch wirkenden Medika- mente erhalten hatten. Zwei Jahre nach ihrer Aufnahme arbeiteten die Soteria-Patienten in deutlich besseren Berufen tätig, lebten signifikant öfter alleine oder mit Gleichgesinnten und mussten seltener erneut [in eine Klinik] aufgenommen werden. Interessanter Weise erhielten die Soteria-Patienten in den gesamten zwei Jahren keinerlei neuroleptische Medikamente und standen isngesamt deutlich besser dar, als ihre hospitalisierten und medikamentös behandelten Leidensgenossen.

Im „Instituto di Osservanza in Imola, Italien, behandelte Dr. Antonucci Dutzende so genannter schizophrener. Frauen, von denen die meisten schon lange Zeit (in ei- nigen Fällen sogar 20 Jahre lang) den ganzen Tag an ihre Betten fixiert verbringen mussten. Zwangsjacken waren ebenso eingesetzt worden, wie Plastikmasken, um die Patienten am Beißen zu hindern. Dr. Antonucci begann, die Frauen von ihren Fesseln zu befreien und verbrachte tagtäglich viele Stunden mit Gesprächen in denen er versuchte „ihre Delirien und Ängste zu durch- brechen“.

In jedem Fall hörte Dr- Antonucci Geschichten über Jahre lange Verzweiflung und institutionales Leiden. Unter Anleitung Dr. Antonuccis wurden alle psychia- trischen Therapien abgebrochen und die schlimmsten Stationen aufgelöst.

Die Kategorie der „schwerst gestörten“ Patienten wurde abgeschafft und Dr. Antonucci stellte sicher, dass alle

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seine Patientinnen mit Respekt, Mitgefühl und ohne Einsatz von Medikamenten behandelt wurden. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Station, die früher zu den schlimmsten der Einrichtung gezählt worden war, zu einer der ruhigsten. Nach ein Paar Monaten waren die „gefährlichen“ Patientinnen frei und gingen friedlich im Anstaltsgarten spazieren. Nach einiger Zeit waren sie psychisch stabil genug, um komplett entlassen zu werden. Viele der Betroffen hatten in dieser Zeit Lesen und Schreiben gelernt und konnten zum ersten mal in ihrem Leben arbeiten und für sich selber sorgen.

Wie eine Studie zeigte, die von E. Cheraskin, M.D., D.M.D., und W. M. Ringsford, Jr., D.M.D., M.S. durchgeführt und auf einer Anhörung des US- Senats präsentiert wurde, litten Menschen mit den Symptomen einer Schizophrenie oft unter einer unzureichenden Ernährung und einem Mangel an B-Vitaminen

Ein Mangel an essentiellen Fettsäuren wird mit „schizophrenen“ Symptomen in Zusammenhang gebracht, und die WHO empfiehlt, dass 3 % der Kalorien unserer Ernährung aus diesen Fettsäuren bestehen sollte

„Mrs. J“, als Schizophrenikerin diagnostiziert, nach- dem sie begonnen hatte, Stimmen in ihrem Kopf zu hören, war bis zu einem Punkt verfallen, an dem sie nicht mehr redete, sich ohne Hilfe Dritter nicht mehr wusch, aß oder die Toilette benutzte. Eine umfassende körperliche Untersuchung ergab, dass ihr Körper nicht die Glukose verstoffwechseln konn- te, die als Energielieferant für das Gehirn unver- zichtbar ist. Sobald man diese Störung behandelte, veränderte sich ihr Zustand dramatisch. Die Patien- tin erholte sich vollständig und zeigt heute keine Anzeichen ihrer psychischen Probleme mehr.

Es gibt hinreichend Beweise, dass „wirkliche „ körperliche Leiden mit messbaren pathologischen Veränderungen die psychische Lage und das Verhalten des Einzelnen stark beeinträchtigen können. Die Psychiatrie ignoriert diese Beweise und macht dafür Erkrankungen und angebliche „chemische Ungleich- gewichte“ im Gehirn verantwortlich, deren Vorhanden- sein niemals bewiesen wurde und beschränkt sich auf pharmakologische und andere Therapieverfahren, die nichts anderes bewirken, als Schäden für das Gehirn und das Individuum.

Es existieren so viele funktionierende Alternativen zu einer Vergiftung psychisch Kranker mit Psycho- pharmaka, als dass man sie hier aufführen kann. Die Psychiatrie hingegen würde die Zahl der Alternativen gerne mit Null beziffern und dafür kämpfen, dass das auch so bleibt. Das lässt dem Praktiker die Wahl zwischen Fakt und Fiktion, zwischen Heilung und Zwang,zwischen Medizin und Manipulation.

Melvyn R. Werbach, M.D., Privatdozent der medizini-

schen Fakultät der Universität Kalifornien in Los Angeles (UCLA) empfiehlt, dass Ärzte die „früheren und aktuellen Ernährungsgewohnheiten“ erfragen, „ihre Patienten körperlich auf Anzeichen einer Mangel- ernährung untersuchen“ und alles „im Einzelfall durch selektive Laboruntersuchungen“ ergänzen. Dabei sollten alle möglichen unbehandelten körperlichen Leiden ausgeschlossen werden. Psychisch gestörte Personen verdienen und benötigen alle mögliche Hilfe gegen Missbrauch. Kurz gesagt bedeutet das:

1. Unterstützen sie diese Personen mit Stille, Ruhe und Nahrung. Setzen Sie ein schwaches Medi- kament nur ein, um dem Betroffenen zu helfen, sich ausreichend ausruhen zu können.

2. Überlassen Sie niemals eine Person mit psychi- schen Störungen Personen, die Gewalt, Isola- tion oder psychisch schädigende Praktiken und „Therapien“ anwenden.

3. Stellen Sie sicher, dass eine ausführliche und umfassende körperliche Untersuchung durch- geführt wird, um mögliche unbekannte und/oder unbehandelte medizinische Leiden zu iden- tifizieren.

4. Suchen Sie immer nach den Ursachen der Probleme und geben Sie sich niemals mit einer einfachen Erklärung der Symptome zufrieden.

In einem Wunschzettel zur Reform der psychischen Gesundheitsversorgung schreibt der Wissen- schaftsautor Robert Whitaker, Verfasser des Buches „Mad in America“: „An den Beginn meines Wunsch- zettels gehört die einfache Bitte um Ehrlichkeit. Hört auf, den Patienten mit einer Schizophrenie zu erzählen, sie litten unter zu viel Serotonin- und/oder Dopamin- aktivität und dass Medikamente diese Gehirnche- mikalien wieder ins „Gleichgewicht“ brächten. Da ist nichts anderes, als eine Art medizinischen Betrugs und es ist schwer vorstellbar, dass eine andere Gruppe von Kranken – z. B. mit Krebs oder Herz- und Gefäß- erkrankungen – in ähnlichem Umfang betrogen wird.“

Und der international anerkannte emeritierte Psychia- trieprofessor und Autor Thomas Szasz merkt an:

„Seniorenheime, Workshops, die vorübergehende Heimunterbringung für mittellose Personen, deren familiäre Bindungen verschwunden sind, progressive Gefängnisgruppen – diese und zahlreiche andere Organisationen werden benötigt, um die Aufgaben zu erfüllen, die heute den psychiatrischen Kliniken übertragen wurden.“ „Unsere Gesellschaft“, so Szaz, „bietet keinen Ort oder Rückzugsmöglichkeit für Personen, die der Welt entfliehen möchten. Statt ihnen Zuflucht zu gewähren, bieten moderne psychiatrische Kliniken nur Zwangsmaßnahmen, die als „Behand- lungen“ bezeichnet werden und dazu dienen, den Patienten zurück in eine Gesellschaft zu drängen, in der er für sich selbst keinen Platz finden kann oder will.“

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Das derzeitige System von Zwangsmedikation, ambulanter Therapie, Kliniken, offenen Häusern und Gefängnisssen, das die psychische Gesundheits- versorgung dominiert ist nach Szazs Auffassung nichts anderes, als eine „lebenslange psychiatrische Bewährungsstrafe“.

Und während dieser Bericht vor allem Alternativen zu den unzureichenden und gefährlichen Methoden der Psychiatrie anspricht, gibt es nur einen Weg, wie man das Fachgebiet der psychischen Gesundheitsvorsorge reformieren kann: indem man das Monopol der Psychiatrie abschafft, das nichts anderes bewirkt hat, als steigende Krankheitsstatistiken und wenig Heilung.

Behandlungsverfahren zur Heilung seelischer Störun- gen sollten daran gemessen werden, wie sie den Einzelnen, seine Verantwortung und sein spirituelles Wohlbefinden bessern und stärken – ohne sich dabei auf starke und süchtig machende Medikamente zu verlassen. Eine Therapie, die heilt, sollte in einer ruhigen Umgebung stattfinden, die durch Toleranz, Sicherheit und dem Respekt für Menschenrechte charakterisiert ist.

Quellen:

Citizens Commission on Human Rights International, „Mental Health Care:What is the Alternative to

Psychotropic Drugs? - A Public Interest Report on Me- dical Alternatives to Psychiatry „; Januar 2008;

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What_is_the_Alternative_to_Psychotropic_Drugs_White_Paper.pdf

Sie fühlen sich gesund? Zu früh gefreut, 4Flamingos pHakten Januar 2008

Winnenden, Erfurt, Columbine – die übersehenen Ursachen, 4Flamingos pHakten März 2009

Theron G. Randolph & Ralph W. Moss, Allergien: Folgen von Umweltbelastung und Ernährung, 1995, Verlag Stiftung Ökologie & Landbau

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Mai 2009

Liebe Leser,

was fällt Ihnen als erstes in, wenn Sie über eine wis- senschaftliche Studie hören, die am Karolinska Institut durchgeführt wurde?

a) Hört sich nach Polen an und Polen ist nicht gerade der wissenschaftliche Nabel der Welt

b) Ich beschäftige mich nur mit ernsthafter For- schung. z.- B. durch die Mayo-Klinik

c) Karolinska Institut? Die vergeben doch die Nobelpreise, nicht?

Die richtige Antwort ist natürlich – C!

Das Karolinska Institut in Oslo ist die Organisation, die jedes Jahr die Vergabe der Nobelpreise durchführt und beherbergt zudem eine der weltweit renommiertesten medizinischen Universitäten. Das Karolinska Institut wurde 1810 gegründet und ist ein europäisches Zen- trum für wissenschaftliche Forschung.

Am 20. Mai 2009 wird in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift Epidemiology (20(3):355-60) über das Schlaganfallrisiko durch den Verzehr von Milch- produkten berichtet. Eine Gruppe von Wissenschaft- lern des Karolinska – Instituts (Larsson LC et al.) unter- suchten dafür eine Gruppe von mehr als 26.000 männ- lichen Rauchern aus Finnland, von denen keiner bis- her einen Schlaganfall erlitten hatte.

Wie die amerikanische milchverarbeitende Industrie behauptet, soll der Verzehr von Milch und Joghurt das Risiko eines Bluthochdrucks und somit auch eines Schlaganfalls senken (http://www.whymilk.com/ studies_print.php?study=milk_prevent_highblood).

Im Lauf ihrer 13,6 Jahre langen Beobachtungsphase kam es zu 2702 zerebralen Infarkten (Gefäßver- schlüssen im Gehirn), 383 intrazerebralen Blutungen (Gehirnblutungen) und 196 so genannten Subarach- noidalblutungen (Blutungen im Bereich der Hirnhaut).

Die Forscher beobachteten

„ „ positive Assoziationen zwischen der Aufnahme von

Milch und dem Risiko intrazerebraler Blutungen bzw. Joghurt und Subarachnoidalblutungen“,

und und kamen zu dem Ergebnis:

„Diese Resultate lassen vermuten, dass die Aufnahme bestimmter Milchprodukte mit einem [erhöhten] Schlaganfallrisiko in Zusammenhang stehen.“

Thalidomid – ein alter Bekannter meldet sich zurück

Glaubt man einer aktuellen Veröffentlichung, ist das Thalidomid zuerst von nationalsozialistischen Wissen- schaftlern entdeckt worden, und zwar vermutlich im

Rahmen der Entwicklung von Chemiewaffen. Zwei un- terschiedliche Autoren haben unabhängig vonein-ander über die Entdeckung von Dokumenten berichtet, nach denen der Wirkstoff nicht, wie von dem Hersteller Che- mie Grünenthal immer behauptet, selbst entwickelt wurde.

Wenn dieser Verdacht sich erhärten würde, würde das Auswirkungen auf die Haftung des deutschen Staates haben. Denn bisher sind nur die deutschen Contergan- Opfer entschädigt worden, obwohl das Medikament auch in mindestens 46 anderen Ländern über den Apothekentisch gegangen war.

Noch heute kämpfen Tausende von Contergan-Opfern um eine erweiterte Entschädigung (siehe dazu auch unten) , die ihnen helfen soll, besser mit den Folgen ihres „Erbes“ zu leben. In Großbritannien gibt es im- merhin noch 457 Überlebende (die Briten hatten Contergan als Erste vom Markt genommen), in Deutsch- land etwa 2.700 und weltweit bis zu 6.000 weitere Be- troffene.

Müttern, denen das Medikament von 1957 bis zu sei- ner Rücknahme im Jahre 1961 verordnet worden war, brachten Kinder zur Welt, deren Arme, Beine, Hände oder Füße missgebildet waren. Ein Teil der Kinder erlitt zudem Gehirnschäden und andere Behinderungen.

Dr. Martin Johnson, Leiter des „Thalidomide Trust“, der Thalidomid-Opfer in Großbritannien hilft und unterstützt, hat einen Beitrag veröffentlicht, in dem bewiesen wird, dass das Medikament schon lange vor seiner Paten- tierung im Jahre 1954 durch die Grünenthal Chemie entwickelt worden war.

Der Hersteller hatte bisher immer behauptet, dass das Thalidomid 1953 zufällig von hauseigenen Pharma- kologen entdeckt worden sei, die versucht hätten, ein Antihistaminikum zu entwickeln und dabei mit einem Beruhigungsmittel endeten.

Johnson vermutet, dass das Mittel zuerst als potentiel- les Antidot (Gegenmittel) für Nervengifte wie das Sarin produziert wurde. Sarin war eine Entwicklung des Nazi- Wissenschaftlers Otto Ambros, der nach dem Krieg bei Grünenthal untergekommen war.

„Zur Zeit mehren sich die Indizien dafür, dass das Thalidomid als letztes Verbrechen der National- sozialisten betrachtet werden sollte,“ so Johnson.

Wie eines der vom „Thalodomide Trust“ entdeckten Dokumente zeigte, kaufte Grünenthal den Namen des Medikaments - „Contergan“ - und vermutlich auch die Substanz selbst von dem französischen Pharma- produzenten Rhône-Poulenc, der während der Kriegs- jahre unter Kontrolle der Nazis produziert hatte.

Ein vertraulicher Brief den die Firma Astra, Inhaberin der schwedischen Thalidomid-Lizenz 1958 an ihre nor- wegische Tochterfirma schrieb, konstatiert: „Unglückli-

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cherweise könne wir den Namen Contergan in Skandi- navien nicht nutzen, da Grünenthal sich den Namen durch eine Vereinbarung mit Rhône-Poulenc exklusiv für den deutschen Markt gesichert hat.“

Spanische Thalidomidopfer immer noch ohne Entschädigung

Mehr als 40 Jahre nachdem das Beruhigungsmittel Contergan wegen einer Reihe von Missbildungen bei Neugeborenen vom Markt genommen worden ist, warten spanische Thalidomid-Opfer immer noch auf Entschädigungen von der Firma, die das Medikament hergestellt und der Regierung, die es zugelassen hatte.

Thalidomidhaltige Mittel wurden seit 1957 unter verschiedenen Namen in 46 Nationen verkauft und während die Mehrzahl dieser Länder den Wirkstoff bereits 1961 verboten hatten, erfolgte der Rückruf in Spanien erst 2 Jahre später. Und während sich die Situation in den meisten Länder zu einem handfesten Skandal entwickelt hatte, wurde sie im totalitären Franco-Spanien unter den Tisch gekehrt, dass die meisten Mütter behinderter Kinder nicht erfuhren, dass sie zu den Opfern des Medikaments gehörten.

„Einige der Opfer leben heute auf der Straße und wissen wohl immer noch nicht, was Thalidomid ist und wie es ihr Leben verändert hat, „sagt José „Pepe“ Riquelme, Leiter der spanischen Gesellschaft von Thalidomid-Opfern und anderen Behinderten. „Wir haben die Regierung schon unzählige Male gefragt, was sie für uns tun kann und noch niemals eine Antwort erhalten.“

Nach wie vor weigert sich der Thalidomidhersteller Chemie Grünenthal, Schadensersatz an Opfer zu zahlen, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und auch die deutsche Regierung lehnt jegliche Verantwortung ab. Sollten sich die Vermutungen bezüglich der Beteiligung nationalsozialistischer Forscher an der Thalidomid – Entwicklung bestätigen, könnte man die Bundesregierung in Regress nehmen.

Bis dahin hoffen die spanischen Opfer auf ihre eigene Regierung. 2007 ließ diese die Ansprüche der Thalidomid-Opfer durch eine eine Gesellschaft überprüfen: von 150 Betroffenen, die ihre Ansprüche geltend machten, wurde nur dreien zugestanden, sie „könnten möglicherweise durch das Medikament geschädigt worden sein“.

Aber auch die warten heute, zwei Jahre später, immer noch vergebens auf Hilfe

Ab dem Jahre 1942 ließ Rhône-Poulenc 14 ähnliche Stoffe registrieren, deren Namen alle auf dem Suffix „- ergan“ endeten, eine charakteristische Eigenheit der Firma. Viele dieser Stoffe hatten ähnliche Eigenschaf- ten wie das Thalidomid, wie z. B. ihre Wirkung auf das

Nervensystem.

„Der Name passt nicht nur in die Gruppe der Marken- namen von Rhône-Poulenc aus den 40er Jahren, auch die Wirkung des Thalidomid ähnelt der der anderen Mittel.“ schreibt Johnson in seinem Bericht.

Des weiteren behauptet auch der Autor eines in Arbeit befindlichen Buches über Nazi-Wissenschaftler über die Kopie eines Dokuments zu verfügen, das 1944 von einem Direktor des deutschen Pharmakonzerns IG Farben verfasst wurde, in dem es um die Entwicklung einer Substanz geht, deren chemische Formel der des Thalidomids gleicht.

Carlos De Napoli, ein Argentinier, der bereits mehrere Bücher über die Aktivität von Nazis verfasst hat, die nach dem Kriege nach Südamerika geflohen waren, behaup- tet, dass sein Buch „Hitler’s Laboratories“ zeigen wird, dass das Medikament seinen Ursprung in einem natio- nalsozialistischen Vernichtungslager hatte.

Die IG Farben, deren Direktoren (zu den auch Ambros gehörte) wegen Kriegsverbrechen wie Sklavenarbeit und Massenmord verurteilt worden waren, betrieb im Lager Auschwitz-Monowitz Fertigungsstätten für syn- thetisches Gummi und Erdölraffinade, die ihre Arbeiter aus den Lagerinsassen rekrutierten.

Wie De Napoli berichtet, wurde die Aktennotiz am 13. November 1944 von Fritz ter Meer, einem IG-Farben Mitarbeiter an einen SS-General verfasst, der Hitlers Leibarzt und Leiter seines Euthanasieprogramms war.

Das Memo, in dem das Medikament nur anhand einer vierstelligen Zahl - 4589 - identifiziert wird, berichtet, dass die Substanz getestet worden sei und eingesetzt werden könne. Di Napoli hatte das Dokument laut ei- gener Information bereits 1978 in einem Archiv der IG Farben entdeckt, aber erst vor kurzem den Wert der Formel erkannt, die in dem Dokument erwähnt wurde. „Ich habe absolut keine Zweifel daran, dass Thalidomid während des Krieges von den Nazis entwickelt und in den Konzentrationslagern erprobt worden ist,“ sagt er.

Nach Johnsons Meinung impliziert die Patentierung von Thalidomid, dass das Medikament bereits vorher an Menschen erprobt worden sein musste, obwohl diese Versuche offiziell erst später stattgefunden haben wol- len. Grünenthal sagte, große Teile der Doku-mentation über diese Tests seien „verloren“ worden.

In seinem Bericht kommt Johnson zu dem Er- gebnis: „Die Patente lassen vermuten, dass Thalidomid vermutlich eines von mehreren Produkten ist, die unter Leitung von Otto Ambros im Rahmen seiner Experimen- te mit Nervengas in Dyhernfurt (einem chemischen Labor) oder Auschwitz-Monowitz entwickelt wurde.“

Grünenthal kommentierte den Bericht: „Unseres Wis- sens gab es bei der Entwicklung von Contergan/ Thalidomid keine Kollaboration zwischen Grünenthal und Rhône-Poulenc. Thalidomid wurde von drei Grünenthal-Mitabeitern entdeckt und Grünenthal ist der einzige Besitzer der entsprechenden Patente“.

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Die Firma Sanofi-Aventis, der Rhône-Poulenc heute gehört, durchsucht nach eigenen Angaben erst einmal ihre Archive.

Experimente an Gefangenen und Häftlingen

Die Firma Grünenthal Chemie wurde 1946 von den Seifenfabrikanten und Zwillingen Alfred und Hermann Wirtz gegründet, die früher Mitglieder der NSDAP ge- wesen waren.

Grünenthals leitender Chemiker war der Pharmakolo- ge Dr Heinrich Mückter, der während des Krieges Ex- perimente an polnischen Kriegsgefangenen durch-ge- führt hatte, um ein Heilmittel gegen den Typhus (Fleck- fieber) zu finden. Im Rahmen seiner Aktivitäten verur- sachte er den Tod Hunderter von Häftlingen

Nach Auskunft von Grünenthal war Mückter auch einer der Entdecker des Thalidomids.

Otto Ambros war der qualifizierteste frühere Nazi-Wis- senschaftler, der für Grünenthal tätig war. Die Nazis nutzten sein Wissen

Für Chemie Grünenthal könnten diese neuen Infor- mationen zu einem recht ungünstigen Zeitpunkt ans Licht gebracht werden: Zum einen hat 2008 der Film über den Contergan-Skandal (trotz eifrigsten Störfeuers aus dem Hause Grünenthal) das Problem einmal mehr in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt, zum anderen zeichnete sich für das Contergan doch noch ein kleiner Silberstreif am Horizont ab: Es wird mit angeblich gutem Erfolg gegen Krebs, Lepra und AIDS eingesetzt.

Offensichtlich muss man in Deutschland nur krank ge- nug sein, dann bekommt man auch Medikamente, de- ren Nebenwirkungen die Erkrankung selbst dann wie einen feuchten Pfurz aussehen lassen.

Wenn über eine alte Sache

endlich Gras gewachsen ist,

kommt sicher ein Kamel gelaufen,

das alles wieder runter frisst

Erich Kästner

Neues von der Schweinegrippe I

Wie viele Todesopfer, denken Sie, hat die Schweine- grippe in Mexiko bereits gefordert? Nach Aussage der Presse vom 6. Mai 2009 hat das H1N1-Virus etwa 160 Personen auf dem Gewissen. Stimmt aber nicht – in Wirklichkeit waren es [damals] nur sieben!

Diese Zahl wurde sowohl von der Weltgesund- heitsbehörde (WHO) als auch dem mexikanischen Gesundheitsminister Jose Angel Cordova bestätigt. Die WHO-Sprecherin des Programms für Patienten- sicherheit, Vivienne Allan: „Leider sind diese Informa- tionen [von über 150 Todesopfern] falsch und so etwas kann schon mal vorkommen, aber es handelt sich nicht

um Informationen der WHO. Ich stelle klar: es gibt bis- her sieben Todesopfer und alle stammen aus Mexiko.“

Seitdem ist es auch in den USA zu einem ersten Toten gekommen, dennoch ist das kaum der Stoff, aus dem eine Pandemie ist: Trotzdem hat die WHO ihren Alarm- zustand für die Schweinegrippe auf die Stufe 5 erhöht, da es in mindestens zwei Ländern zu einer Übertra- gung von einem Menschen zum anderen gekommen ist.

Schon orakelt die britische Regierung, eine Schweine- grippepandemie könnte bis zu 750.000 Briten das Le- ben kosten und der Gesundheitsminister seiner Maje- stät berichtete dem Unterhaus, die Zahl der mexikani- schen Todesopfer H1N1-betrüge 89. Aber da lag er wohl um den Faktor 12 daneben.

Ja, wie sagt mein Lieblings-Pizzabäcker immer?

Se non é vero, è ben trovato - Wenn es auch nicht wahr ist, so ist es doch gut erfunden

Werden Sie aktiv und verhindern Sie das Verbot von effektiven Vitamin- und Mineralstoff- präparaten

Auch wenn wir in letzter Zeit wenig davon gehört ha- ben: Nach wie vor sind die EU-Bürokraten auf dem be- sten Wege, unsere Therapiefreiheit massiv zu unter- graben, indem sie die Produktion und den Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln, insbesondere von Vit- amin- und Mineralstoffpräparaten in therapeutisch wirk- samen Dosen zu verbieten. Aus diesem Grunde ist es von extremer Wichtigkeit, dass sich alle Bürger Euro- pas GEGEN diesen Schritt aussprechen – jetzt und hier! Wer sein Recht sichern will, auch morgen noch frei darüber entscheiden zu können, welche Nahrungs- ergänzungsmittel er in welcher Dosierung erhalten und verwenden kann, sollte sich jetzt der aktuellen Kampa- gne der Alliance for Natural Health (ANH) anschließen und eine Petition gegen restriktive Maßnahmen der EU unterzeichnen.

Übrigens: Weiterführende Informationen zum Codex

alimentarius – dieses Mal sogar auf Deutsch – finden

Sie

hier:

h t t p : / / w w w . l a l e v a . o r g / d e / 2 0 0 4 / 0 9 /

codex_alimentarius_aus_verbrauchersicht.html

Und so werden Sie aktiv:

Besuchen Sie die Petitions-Webseite der ANH unter http://www.ipetitions.com/petition/anh- vitaminrestrictions/index.html

Auf dieser Seite finden Sie den Wortlaut der Petition – leider einmal mehr in englischer Sprache. Eine deutsche Übersetzung des Textes finden Sie weiter unten

Auf der unteren Hälfte der Webseite können Sie die Petition unterzeichnen (Sign the Petition) Dazu müssen Sie den beiden folgenden Eingabefeldern Ihren Namen (*Name) und Ihre E-Mail-Adresse

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(*EMail…) angeben. In den Kasten darunter (Comments) können Sie ggf. noch einen Kommentar einfügen.

Abschließend setzen Sie unter Umständen noch ein Häkchen in die beiden „Checkboxen“. Ein Häkchen im ersten der beiden Felder (Display my name as anonymous on the signatures list) sorgt dafür, dass Ihr Name anonym bleibt und in der Liste der Unterzeichner nicht aufgeführt wird. Im zweiten Feld (Yes, I want iPetitions to contact me on similar campaigns or petitions) können Sie sich dafür entscheiden, dass man Sie über weitere Petitionen informiert.

Klicken Sie abschließend auf den grünen „Button“ mit der Aufschrift „Submit“ - das war es denn auch schon [fast].

Denn: Um wirklich erfolgreich zu sein, sollten Sie auch Freunde und Bekannte auffordern, sich an dieser Peti- tion zu beteiligen – entweder, indem Sie diese direkt und unter Verweis auf die pHakten persönlich anspre- chen oder indem Sie auf das gelbe Feld mit der Auf- schrift „Tell a friend about this petition“ und dem Brief- umschlag-Symbol klicken. Sie werden auf eine andere Seite weitergeleitet wo Sie Ihren Namen, Ihre E-Mail- Adresse und noch eine kurze Nachricht an den Emp- fänger einfügen können, was wohl Sinn machen dürfte

Auch hier schließt der Klick auf den „Submit“ - Button Ihre Aktion ab

Und damit Sie nicht befürchten müssen, mit Ihrer Akti- on für den Rest Ihres Lebens ein Abonnement nutzlo- ser Dinge bestellt zu haben, folgt hier die angekündigte Übersetzung.

Die Petition

Diese Petition hat das Ziel, sich positiv auf die Bemü- hungen der Europäischen Kommission aus-zuwirken, für alle 27 Mitgliedsstaaten der EU verbind-liche Höchst- grenzen des Vitamin- und Mineral-stoffgehalts von Nahrungsergänzungsmitteln festzu-legen

Verfahren des Risikomanagements, die derzeit von der Europäischen Kommission und der European Food Safety Authority für die Festsetzung dieser erlaubten Obergrenzen (MPLs = Maximum Permitted Levels) in Betracht gezogen werden, dürften ohne Rechtfertigung die Menge zahlreicher Schlüsselvitaminen begrenzen, die täglich von Millionen Menschen zur Förderung ihrer Gesundheit eingenommen werden.

Daher ruft die Alliance for Natural Health zu Modifika- tionen dieser Risikomanagementverfahren auf, um ei- ner Diskriminierung von Nahrungsergänzungsmitteln vorzubeugen, die Jahrzehnte lang zum Wohle aller in Bereichen Europas und der restlichen Welt verwendet worden sind.

Werden diese Methoden nicht verändert, könnte die Regelung, die dann im Jahre 2010 in Kraft treten wird,

Sie daran hindern, ausreichende Mengen an Mikro- nährstoffen zu erhalten, um die eigene optimale Ge- sundheit zu gewährleisten. So laufen wir z. B. Gefahr, dass die erlaubten Zufuhrmengen für Beta-Karotin auf einen Wert begrenzt werden, der in zwei Möhren zu finden ist, für Selen wäre dann eine Menge erlaubt, wie sie in zwei Paranüssen vorkommt.

Deswegen: Unterzeichnen Sie jetzt diese Petition, da- mit die Europäische Kommission, europäische Regie- rungen, die European Food Safety Authority und Mit- glieder des Europarlaments darüber informiert werden, wie Sie über Ihre Rechte auf eine natürliche Gesund- heit denken. Bitte geben Sie diese Petition an so viele weitere Personen wie möglich weiter, damit unsere Stim- men laut und deutlich gehört werden.

Ihr Votum liefert darüber hinaus auch der Codex Alimentarius-Kommission ein Feedback für die laufen- de Entwicklung einer globalen Richtlinie für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln , die sich eng an den europäischen Vorgaben orientieren wird.

Neues von der Schweinegrippe II

Die Schweinegrippe-Epidemie könnte ein weiteres Er- gebnis menschlichen Versagens und Irrens sein. Das ist nicht etwa die Meinung irgendeines Irren, sondern eines Mannes, der maßgeblich an der Entwicklung des Grippemittels Tamiflu mitgewirkt hat. Nach Aussage von Adrian Gibbs könnte das H1N1-Virus vom Menschen hergestellt und wegen eines Laborunfalls auf den Men- schen „übergesprungen“ sein.

Gibbs, der sich seit mehr als 40 Jahren mit der Evoluti- on von Erregern beschäftigt hat, will über diese Hypo- these eine Arbeit veröffentlichen, nach dem er sich mit der genetischen „Blaupause“ des Schweingerippevirus beschäftigt hat. „Eine der logischsten Erklärungen lau- tet, dass dahinter eine Freisetzung aus einem Labora- torium steckt,“ berichtete er Reportern von Bloomberg

Viren werden allgemein auf Eiern gezüchtet und Gibbs vermutet, dass der neue H1N1-Typus sich zufällig ent- wickelt haben könnte, bevor er auf den Menschen über- tragen wurde. Wie er entdeckt hat, mutiert das Virus dreimal schneller, als sein engster Verwandter, der im Schweinen zu finden ist, was darauf schließen lässt, dass sich das Virus außerhalb von Schweinen entwik- kelt hat.

Das wäre nicht das erste mal, dass ein Virus aus ei- nem Labor „ausbrechen“ konnte. Erst Anfang des Jah- res hatte sich das Vogelgrippe-Virus in eine Charge Impfstoffe gegen die „normale“ saisonal Grippe ein- schleichen können, die in 18 europäischen Ländern zur Auslieferung kommen sollte.

Einige Wissenschaftler nehmen auch an, dass die rus- sische Grippeepidemie des Jahres 1977 ausbrach, nachdem ein Virus irrtümlicher Weise aus einem Labor freigesetzt worden war.

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Wie „falsches“ Sonnenlicht Ihnen Vitamin D raubt

Wie treue Leser der pHakten wissen werden, ist Vit- amin D eines der wenigen „Wundervitamine“, die wirk- lich ihrem Namen gerecht werden könnten. Dieses fett- lösliche Vitamin wird vom menschlichen Körper produ- ziert, sobald die Haut den UV-Strahlen der Sonne aus- gesetzt wird. Rein theoretisch reichen täglich einige Minuten Sonnenlicht auf unserer Haut, um für ausrei- chend Vitamin D zu sorgen.

So weit so gut.

Was aber wäre, wenn man Ihnen erzählen würde, dass eine „falsche“ Art von Sonnenlicht dafür sorgen könnte, dass unsere Vitamin D-Spiegel sinken?

Lasst die Sonne herein – aber nicht durch die Fen- ster!

Grundsätzlich müssen wir zwischen den beiden wich- tigsten Formen von ultravioletten Strahlen im Sonnen- licht unterscheiden: UVA- und UVB-Strahlung. Beide haben eine völlig unterschiedliche Wellenlänge und beeinflussen unseren Körper daher auf unter- schiedliche Art und Weise.

UVA-Strahlung hat eine Wellenlänge von etwa 320 – 400 Nanometer, UVB-Strahlung von 280 – 320 Nanometer. (Der Begriff „Wellenlänge“ bezeichnet ganz einfach die Entfernung, die eine Welle zurücklegen muss, bevor sie sich wiederholt (Wellental => Wellental), ein Nanometer entspricht dem millionsten Teil eines Meters.

Die UVB-Strahlung bildet in der Haut die Vorstufe des Vitamin D, aber zu viel UVB-Strahlung löst einen Sonnenbrand aus. Im Gegensatz dazu bietet die UVB-Strahlung praktisch keine Vorteile, aber sie kann über längere Zeit die Haut faltig und leder- ähnlich machen (und sorgt zudem für die„leckere“ Bräunung der Haut. Diese UVB-induzierten Schä- den können ein Melanom auslösen, die gefähr- lichste und tödlichste Form von Hautkrebs.

Zudem ist die UVA-Strahlung auch kein „Sommerding“. Anders als UVB ist sie ganzjährig präsent – sogar an bedeckten Tagen – und kann auch durch de Fenster hindurch wirken.

Und hier beginnt die ganze Chose interessant zu wer- den.

Denn Fensterglas kann das meiste der UVB-Strahlung blockieren, aber nur sehr wenig UVA.

Und was kümmert uns das? Das Vitamin D wird [nur] unter UVB-Einfluss gebildet, während UVA- Strahlung das Vitamin D zerstört.

Ein cleverer Trick

Na das ist mal wieder typisch, höre ich Sie sagen.

Und tatsächlich ist es typisch, wie erstaunlich unser Körper ist. Denn das Verhältnis von UVA- zu UVB-Strah-

lung im natürlichen Sonnenlicht hilft den Körper das Gleichgewicht zu wahren. Man könnte es auch als eine Art Schutzmechanismus betrachten, der unseren Kör- per vor einer Überdosierung mit Vitamin D bewahrt, wenn wir im Freien sind. Wenn Sie aber Sonnenlicht ausgesetzt sind, dass durch Fenster kommt – in Ihrem Büro, Ihrem Haus oder Ihrem Auto – erhalten Sie reich- lich UVA- und fast keine UVB-Strahlen .

Eine Überbelastung durch UVA kann zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen, da sie neben der Vernichtung von Vitamin D auch noch zu oxidativem Stress führt. UVA ist einer der Hauptverantwortlichen für Hautkrebs und erhöht die Photoalterung der Haut (Photoalterung ist ein anderes, böses Wort für Bräu- nung). Sie können tatsächlich ausreichend Vitamin D produzieren, ohne dabei braun zu werden, da die Wel- lenlänge der UVB-Strahlung Ihre Melaninpigmente nicht zur Hautbräunung anregt.

Wenn Sie sich im Freien bewegen und dabei braun werden, erhalten Sie gleichzeitig genügend UVA- und UVB – Strahlung und haben so kein Problem. Wenn Sie aber im Haus sind und sich Sonnenlicht ausset- zen, das durch das Fensterglas gefiltert wird, steigern Sie Ihr Risiko für eine Reihe von gesundheitlichen Pro- blemen, in erster Linie Hautkrebs, da die UVA-Strah- lung äußerst effektiv Ihr Vitamin D vernichtet und Sie nichts von den gesunden UVB- Strahlen auf-nehmen können. Und glauben Sie nicht einmal für eine Sekun- de, dass ein Solarium dieses Problem beseitigen könn- te. Denn wenn Sie unter dem UVA-Asi-Toaster liegen (und die meisten dieser Geräte setzen vor-wiegend UVA-Strahlung und vergleichsweise nur sehr wenig UVB-Strahlung frei), eliminieren Sie in kürzester Zeit das Vitamin D in Ihrem Körper – keine gute Idee

Das gibt dem Begriff „Turbo-Bräuner“ doch gleich eine ganz andere Konnotation, Oder ?

Das Kind mit dem Bade ausschütten

Wenn UVB-Strahlen auf Ihre Haut treffen, wird ein Cholesterinabkömmling in Ihrer Haut in Vitamin D3 umgewandelt. Dieses Vitamin D3, das auf der Oberflä- che der Haut entsteht, gelangt nicht sofort in Ihr Blut, denn es muss erst von der Hautoberfläche ins Blut ab- sorbiert werden.

Wie neue Untersuchungen gezeigt haben, kann es bis zu 48 Stunden dauern, bis die Mehrheit des Vitamins D3, das als Folge der UVB-Strahlung entstanden ist, absorbiert worden ist. Wer also badet oder sich duscht, wäscht dadurch reichlich Vitamin D von der Haut und reduziert somit die positive Wirkung der Sonnenstrah- len. Wer also seinen Vitamin D- Spiegel optimieren möchte, sollte sich zwei Tage nach der Sonnenexposi- tion nicht waschen.

Das hält den Körper zwar gesund, könnte aber durch- aus die soziale Isolation des Einzelnen nach sich zie- hen, weshalb wohl niemand von uns freiwillig 48 Stun- den auf Bad oder Dusche verzichten würde.

Aber es gibt einen Ausweg: Man muss lediglich dafür

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sorgen, dass nur die Körperteile eingeseift werden, die es wirklich nötig haben: Die Achselhöhlen und der In- timbereich!

Alles ganz einfach

Wie bereits mehrfach berichtet, kann man die Wirkun- gen einer ausreichenden Vitamin D-Zufuhr mit Fug und Recht sensationell bezeichnen und die optimalste Me- thode zur Deckung des Vitamin D-Bedarfs ist einmal mehr auch die natürlichste: mit Hilfe der Sonne. Wie wir aber soeben erfahren haben, ist diese Methode nicht ganz einfach und man muss dabei vieles bedenken.

Deswegen sollte man besonders auf die folgenden Punkte achten:

Zur Optimierung der Vitamin D-Spiegel sollte man sich so oft und so lange wie möglich im Freien aufhalten.

Eine mögliche Alternative wäre auch ein sicheres Solarium, das eine gut ausgeglichene Menge an UVB und UVA-Strahlen spendet. In jedem Fall sollte man darauf achten, keinen Sonnenbrand zu erlei- den

Wer sich gegen die Sonne oder das Solarium entscheidet, muss seinen Vitamin D-Bedarf mit Nahrungsergänzungsmitteln decken. Dadurch wird natürlich auch die Frage der Vitamin D-Absorption durch die Haut obsolet.

Wer ein Vitamin D-Präparat einnimmt, sollte regel- mäßig seine Vitaminspiegel im Blut kontrollieren lassen, um einer möglichen Überversorgung vorzubeugen.

Neues von der Schweinegrippe III

Obwohl sie als Schweinegrippe bekannt ist, können Schweine an dieser „neuen“ Grippe nicht erkranken. Was also passiert, wenn man ein Schwein mit dem (an- geblichen) Erreger infiziert?

Um das herauszufinden, injizierten Wissenschaftler ei- nem Wurf 22 Tage alter Ferkel das H1N1-Virus, das für die aktuelle Schweinegrippe verantwortlich gemacht wird bzw. mit dem ungefährlicheren H3N2-Virus.

Wie auch bei uns Menschen traten bei den Schweinen daraufhin grippeähnliche Beschwerden wie laufende Nasen (Entschuldigung, natürlich Rüssel), Husten, Nie- sen und Entzündungen der Bindehäute auf.

Und genau so wie bei uns dauerten diese Symptome weniger als eine Woche an – und keine der Schweine starb.

Übergewicht und Magenbypass: Vom Regen in die Traufe

Das Übergewicht seiner Bürger ist (oder scheint zumin- dest) für Großbritannien zum Problem zu werden (wir hatten darüber bereits in den pHakten berichtet). Ein mindestens aber ebenso großes Problem scheint die

steigende Zahl von operativen Eingriffen zu sein, de- nen sich Übergewichtige unterziehen. Denn auch die- se Eingriffe haben ihre ganz eigenen Unwäg-barkeiten.

Ein Paar pHakten zu diesem Thema:

Im Jahre 2006 wurden in Großbritannien 24% der Erwachsenen (16 Jahre und älter) als adipös (kli- nisch übergewichtig) klassifiziert. Das entspricht seit 1993 einer Zunahme von 15 %.

Im gleichen Jahr galten 16 % der Kinder ( 2 – 15 Jahre) als adipös, hier betrug die Zunahme im gleichen Zeitraum 11 %

Im selben Jahr wurden 1 Million rezeptpflichtige Artikel zur Behandlung der Adipositas verteilt. Seit 1999 hat sich die Zahl der Verordnungen mehr als verachtfacht!

Und schließlich ist auch die Zahl der Personen die sich zum Abnehmen für eine Operation entschieden im wahrsten Sinne des Wortes explodiert. Das zweitgrößte private Krankenhaus Großbritanniens führte in den sechs Monaten bis zum März 2008 72 % mehr „Abnehm-“ Operationen durch, als im gleichen Zeitraum des vorhergehenden Jahres. Wie der National Health Service (NHS) berichtete, führte er 2008 2.724 solcher Eingriffe durch – eine 36%ige Steigerung gegenüber 2007.

Wir haben ein Problem

Bekannter Weise stellt eine Adipositas (krankhaftes Übergewicht) eine erhebliche gesundheitliche Gefahr dar, da sie die Wahrscheinlichkeit von Diabetes, Blut- hochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen kann. Wie die Forschung zeigt, hat die Zunahme von überge- wichtigen Personen in Großbritannien zugleich eine Zunahme der Diabeteserkrankungen vom Typ II be- wirkt.

Aber Übergewicht steigert nicht nur die Gefahr von Folgeerkrankungen, es erhöht zudem die Sterb-

lichkeitsrate. Junge Erwachsene mit einem Body Mass

Index (BMI) von 35 und mehr haben ein doppelt so ho-

hes Sterberisiko, wie ihre normalgewichtigen Altersge- nossen. Wie das National Audit Office (NAO) schätzt, starben 1998 mehr als 30.000 Personen an den Fol- gen einer Adipositas, das sind 6 % aller Todesfälle. Und wie Untersuchungen eines Komitees des Unterhauses zeigten, waren diese Zahlen 2004 auf 34.000 Todesfäl- le bzw. 6,8 % gestiegen.

Nur wenige Alternativen

Aber wie bereits angedeutet ist auch der chirurgische Weg aus der Fettleibigkeit recht steinig. Wie ein Be- richt aus den USA zeigt, kommt es bei 4 von 10 Patien- ten, die sich einer Bypass-Operation des Magens un- ter-zogen haben, zu Komplikationen. Typische Proble- me sind Brüche der Bauchdecke, Infektion und Verdau- ungsprobbleme wie Sodbrennen, Erbrechen und Durch- fälle.

W ie eine weitere amerikanische Studie der Univer-

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sität Arkansas gezeigt hat, kann es nach solchen Ein- griffen auch zu neurologischen Problemen kommen. Am häufigsten ist hier eine so genannte Myelopathie, eine Störung des Rückenmarks, durch die es zum Verlust von Gefühlssinn und/oder Mobilität kommen kann. Die ersten Anzeichen einer solchen Myelopathie beginnen heimtückischer Weise erst 10 Jahre nach der Operati- on. Aber auch andere neurologische Anom-alitäten kön- nen nach Aussagen des Forscherteams nach einem Magenbypass auftreten:

Enzephalopathien – fortschreitender Verlust der kognitiven Fähigkeiten, Gedächtnisverlust, Konzentrationsstörungen und Verlust des Bewuss- tseins

Neuropathie des Sehnervs - fortschreitender Sehverlust

Polyneuropathie – Lähmung als Folge von Entzün- dungsprozessen des Nervensystems

Der gemeinsame Nenner aller genannten Störungen scheint ein Nährstoffmangel zu sein. wobei eine Kor- rektur der Mangelzustände allerdings keine Besserung bringt. Das ist wieder ein klassisches Beispiel dafür, dass man immer mit Ernährungsproblemen zu rech- nen hat, wenn man sich in essentielle Bereiche des menschlichen Körpers einmischt.

Weitere gesundheitliche Gefahren:

tiefe Venenthrombosen: Ein Zustand, bei dem sich im unteren Teil des Körpers (Beine) ein Blutpropf bildet. Wenn man diese Thrombose unbehandelt lässt, kann das fatale Folgen haben. Eine Venen- thrombose wird häufig durch einen längeren Zeitraum von Inaktivität provoziert

Infektionen der Nähte oder Inzisionen (Schnitt- stellen)

Lungenembolien – eine Thrombusbildung in den Lungengefäßen, oftmals durch eine tiefe Venen- thrombose ausgelöst

Anastomoseninsufizienz – die Verbindungsnähte zwischen Magen(rest) und Dünndarm werden undicht, im Ernstfall kann das zu einer Peritonitis (Bauchfellentzündung) kommen.

Geschwüre des Gastro-Intestinatrakts (Magen, Dünndarm usw.)

Stenosen – Verwachsungen und Einengungen im Bereich des Dams oder der Verbindungsstellen zwischen Magen und Darm

Nebenwirkungen/Allergien auf Narkosemittel und andere Medikamente - kommen zwar nicht regel- mäßig vor, ist aber nicht auszuschließen

Das so genannte „Dumping Syndrom“ - Bezeich- nung für eine Reihe von Symptomen, die eines gemeinsam haben – sie sind äußerst unangenehm. Auslöser eines „Dumping Syndroms“ ist die rasche Aufnahme zuckerreicher Nahrungsmittel aus dem

Magen in den Darm. Tatsächlich werden diese Speisen zu schnell aus dem Magen „abgekippt“, und als Folge davon geraten große Mengen an Flüssigkeit in den Magen. Dadurch kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfällen, Schwindel und Herzrasen. Man unterscheidet zwei Formen des Dumping Syndroms – das „frühe“ unmittelbar nach dem Essen und das „späte“ Dumping Syndrom – tritt mehrere Stunden nach der Mahlzeit auf.

Und schließlich sind da noch die Sterbeziffern. Ameri- kanische Forscher der Universität Washington unter- suchten die Krankengeschichten von mehr als 16.000 Patienten mit einem „Magenbypass“. Wie sich zeigte, starben in der Gruppe der 35- bis 44-jährigen 5 % der Männer und 3 % der Frauen innerhalb von einem Jahr nach dem Eingriff. In der Gruppe der Patienten zwischen 66 und 74 Jahren betrug die Zahl der Sterbefälle ein Jahr nach Operation 6 bzw. 13 % bei Frauen respekti- ve Männern

Wohin geht der Weg?

Nun könnte man argumentieren, dass die Vorteile ei- ner „Abnehm-Operation“ deren Gefahren mehr als wett macht und sicherlich hat dieses Verfahren das Leben Einiger (auf die eine oder andere Weise) deutlich ver- ändert. So zeigte eine neuere Untersuchung z. B., dass Personen, die sich für diese Maßnahmen entschieden hatten, im Vergleich mit anderen nicht operierten Über- gewichtigen ihr Risiko für einen vorzeitigen Tod um bis zu 89 % reduzieren konnten.

Dennoch benötigen 10 bis 20 % der Patienten mit ei- ner Bypass-Operation des Magens zusätzliche Eingrif- fe zur Korrektur von Komplikationen, von den die häu- figste eine Bauchdeckenhernie (Weichteilbruch der Bauch-decke) ist.

Daher stellt sich die Frage: Tun wir angesichts der briti- schen (und letzten Endes auch der deutschen) Situati- on und angesichts Tausender von Patienten, die auf einen operativen Eingriff warten, ohne den sie nicht abnehmen können (oder wollen) und einer Bevölkerung, die immer schwerer wird, wirklich genug, um eine ge- sunde Ernährungs- und Lebensweise zu fördern? Oder füttern wir hier einfach nur ein Monster heran und ma- chen den Teufelskreis jedes Jahr ein bisschen größer?

Das Rezept des Monats:

Tomaten – Spargel-Salat

Dieser erfrischende Frühlingssalat versorgt Sie auf schmackhafte Art und Weise mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Aufgrund der unkomplizierten Zu- bereitung haben Sie immer eine köstliche Gemü- semahlzeit zur Hand

Zubereitungszeit: 15 Minuten

für 4 Personen

Gesunde Nährstoffe:

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Gute Quelle für Vitamin A, Thiamin (Vitamin B1, Kupfer und Mangan, Hervorragender Lieferant von Vitamin C, Folsäure und Vitamin B12

Zutaten

375 g grüner Spargel, geputzt und in 4 cm lange Stücke

zerteilt

3 Roma-Tomaten, halbiert und in Scheiben geschnit- ten

200 g gehackte rote Zwiebeln

90 ml Balsamico-Vinaigrette (aus 5 Teilen Olivenöl und

1 Teil Balsamico-Essig)

Zubereitung

1.Spargel in einen Dämpfeinsatz über einen Topf mit kochendem Wasser geben. Ab decken und für 5 – 7 Minuten garen (der Spargel sollte noch Biss haben).

2.Den Spargel abgießen und sofort in eine Schüssel mit Eiswasser tauchen. Wieder abgießen und mit Küchenpapier trocken tupfen

3.Spargel, Tomaten und Zwiebeln in einer Schüssel vermengen. Mit der Vinaigrette übergießen und nochmals vorsichtig vermengen.

Nährstoffprofil:

165 Kcal., 3 g Protein, 9 g Kohlehydrate,

14 g Fett, davon 2 g gesättigte, 10 g einfach ungesät-

tigte und 2 g mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

5 g Zucker, 3 g Ballaststoffe , 797 IU Vitamin A, .2 mg Thiamin, .13 mg Riboflavin, 1.3 mg Niacin, .2 mg Vit- amin B6, 116 µg Folsäure,

4 µg Vitamin B-12, 17 mg Vitamin C,

3 mg Vitamin E, .2 mg Kupfer, 1 mg Eisen,

23 mg Magnesium,3 mg Mangan, 376 mg Kalium

Der beste Freund der Grills

Auch wenn der deutsche Mann heute nicht mehr selbst mit Speer und Bogen dafür sorgen muss, seine Sippe mit genügend Fleisch zu versorgen und diese Aufgabe an den nächsten Supermarkt „outscourcen“ konnte – das Grillen von Fleisch ist immer noch eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit. Denn das als „Grillen“ bekannte und beliebte planmäßige und vorsätzliche Verbrennen von tierischem Eiweiß (Fisch, Geflügel und Fleisch bei hohen Temperaturen kann zum Entstehen karzinogener (Krebs erregender) Stoffe mit dem Na- men heterozyklische Amine (HCA) führen, so warnt das amerikanische National Cancer Institute.

Darüber hinaus kann auch das Fett, das von den Steaks und Hähnchenspießen in die Holzkohlenglut tropft, in Form von polyzyklischen aromatischen Kohlen- wasserstoffen (PAK) im Grillrauch zurückkommen. Auch diese PAKs gelten für den Menschen eindeutig als krebserzeugend (z. B. Lungen-, Kehlkopf-, Hautkrebs

sowie Magen- und Darmkrebs bzw. Blasenkrebs). Zu- dem besteht auch die Möglichkeit der Frucht- schädigung oder Beeinträchtigung der Fortpflan- zungsfähigkeit

Aber keine Sorge: Wer seinen Hunger nicht tagtäglich durch Gegrilltes deckt, ist so ziemlich auf der sicheren Seite. Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Tricks, mit denen der gesundheitsbewusste Griller sein Risiko weiter reduzieren kann:

- MARINADE: Schon eine einfache Kombination aus

Essig, Zitronensaft, Kräutern, Gewürzen und Olivenöl kann die Konzentration der HCAs im Fleisch um 92 – 99 % reduzieren

- WEG MIT DEM FETT: Bekämpfen Sie die PAKs schon

an der Quelle, indem sie vorwiegend schieres, fettar- mes Fleisch grillen. Als Zusatzbonmus spart das auch noch Kalorien

- VORGAREN: Garen Sie Ihr Fleisch kurz im Ofen vor

– dadurch müssen Sie es kürzer auf den Grill legen.

- VERZICHTEN SIE AUF KOHLE – Der Einsatz von

Gas- oder Elektrogrills statt heißer Kohlen hilft eben- falls, die Menge der PAKs zu senken

- WENDEN SIE DAS GRILLGUT ÖFTER – Geringere

Hitze und häufigeres Wenden des Grillguts kann eben- falls helfen, Fleisch mit weniger Krebs erregenden HCAs zu erhalten.

- GEMÜSE AUF DEN GRILL: Wenn Sie statt Schwei-

ne-bauch, Bratwurst und Co. Ihrem Grill mit Gemüse (Kartoffeln Tomaten Paprika, Zucchini) belegen, erle- digt sich das Problem der HCAs und PAKs ganz von alleine.

Wir haben in früheren Ausgaben der pHakten bereits eine Reihe von Rezepten für vegetarische Alternativen zum Grillfleisch vorgestellt. Eine Zusammenstellung dieser Rezepte können Sie bei Bedarf unter der be- kannten E-Mailadresse Aberendes@4flamingos.de anfoedern.

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4Flamingos pHakten 2. Quartal 2009

Quellen:

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http://www.timesonline.co.uk/tol/life_and_style/health/

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David Gutierrez, Spanish Thalidomide Babies Still Receive No Compensation from Company or Govern- ment, NaturalNews.com May 8 2009;

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Seven - not 159 - swine flu deaths in Mexico, What Doctors don´t tell You e-News, 06 Mai 2009,

http://www.wddty.com/03363800372602779674/seven-

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Swine flu may have started in laboratory, expert says, What Doctors don´t tell You e-News 20. Mai 2009;

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‘Shocking Update - Sunshine Can Actually Decrease Your Vitamin D Levels’ Dr. Mercola, published online 12.05.09, articles.mercola.com

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‘Health Dangers of Gastric Bypass Surgery’ published online, annecollins.com

Einav Keet, Health Matters—A Grill’s Best Friend; © 1999-2009 Natural Solutions: Vibrant Health, Balanced Living/Alternative Medicine/InnoVision Health Media

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Juni 2009

Liebe Leser,

Ihnen allen dürfte hinlänglich bekannt sein, dass Pati- enten mit chronischen Erkrankungen oft genug neben den Beschwerden ihres Leidens weitere Unannehm- lichkeiten hinnehmen müssen, die mit der eigentlichen Erkrankung wenig, mehr aber mit den Versuchen der Schulmedizin zu tun haben, diese Erkrankungen zu beheben. Ein gutes Exempel für diesen Sachverhalt ist sicher nicht zuletzt der Krebspatient, bei dem die „künst- lichen” Folgen einer Therapie die „hausgemachten” der eigentlichen Erkrankung oft genug in den Schatten stel- len.

Neben den üblichen Verdächtigen – Übelkeit, Erbre- chen, Haarausfall – um nur die häufigsten zu nennen – ist jetzt eine neue Variante des Spielchens „Ärgere den Patienten” aufgetreten, an deren Ende der Betroffene plötzlich als Verbrecher bzw. als Terrorist da stand. Und das kam so. Ein 62-jähriger Krebspatient – nennen wir ihn Herrn S. - litt unter einer Krebserkrankung von Kopf und Hals, der sich bereits ausgebreitet hatte. Glück- licherweise hatte der Betroffene gut auf die Krebs- therapie reagiert und erhielt in der Hoffnung und Ab- sicht, einen Rückfall der Erkrankung zu verhindern bzw. zumindest hinauszuzögern eine Substanz namens Capecitabin, in den USA unter dem Markennamen Xeloda bekannt. Nach Angaben der FDA kann das Capecitabin bei einigen Patienten das Wachstum der Krebszellen blockieren und so helfen, die Tumoren schrumpfen zu lassen. Als „ordentliches“ Krebs- medikament verfügt natürlich auch Capecitabin/Xeloda über einen Schwanz unerwünschter Nebenwirkungen, unter ihnen schwere Durchfälle. lebensbedrohliche Blu- tungen und ein so genanntes Hand-Fuß -Syndrom. Bei letzterem löst sich als Folge von Entzündungen die Haut der Handflächen und Fußsohlen ab und es treten Bla- sen und Geschwüre auf.

Unser Herr S. hatte „sein“ Capecitabin bereits mehr als drei Jahre klaglos eingenommen und dafür eine eher milde Form des Hand-Fuß-Syndroms bekommen. Welche Folgen das haben würde, wurde Herrn S. erst klar, als er im Dezember 2008 seine Verwandten in den USA besuchen wollte. Als Ausländer musste Herr S. bei der Einreise in das „Land der unbegrenzten Mög- lichkeiten“ seine Fingerabdrücke registrieren lassen, um zu verhindern, dass er mit einem Visum auf einen an- deren Namen die Vereinigten Staaten betreten konnte. Zudem werden die so erhobenen Finger-abdrücke auch gleich mit einer Datenbank abgeglichen, um Verbrecher und potentielle Terroristen schon an der Grenze abfan- gen zu können.

Und an diesem Punkt begann die Passion von Herrn S. Er wurde vier Stunden im Flughafen festgesetzt, da der Beamte der Einwanderungsbehörde bei ihm keinerlei Fingerabdrücke erkennen, geschweige denn abnehmen konnte. Erst als man sich davon überzeugt hatte, dass

der 62-jährige nicht vorhatte, die Regierung der USA im Alleingang zu stürzen, wurde ihm endgültig die Ein- reise erlaubt. Abschließend empfahl man Herrn S., bei künftigen Einreisen ein Attest seines Onkologen mitzu- führen, in dem ihm bestätigt wird, dass seine Krebs- medikamente und nicht etwa staatsfeindliche Aktivitä- ten für das Fehlen der Fingerabdrücke verantwortlich zu machen seien.

„Wenn wir Ärzte all unsere Medizin ins Meer werfen würden, wäre das sehr viel besser für unsere Patienten - aber schlechter für die Fische „

Oliver Wendell Holmes, M.D.

Voodoo im 21. Jahrhundert

Wenn Ihr Arzt Ihnen ein neues Medikament verordnet – wie sorgfältig lesen Sie dann im „Waschzettel“ die Nebenwirkungen nach? Sicher, das ist immer ratsam, aber es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass der ein- fache Glaube, dass etwas für Sie schlecht ist, dafür sorgt, dass diese Befürchtungen auch erfüllt werden. Wenn das für Sie ein bisschen nach Voodoo klingt, haben Sie recht - denn so vermutlich funktioniert Voo- doo auch. Und das ist auch der Grund, warum man Voodoo nicht einfach als Hokuspokus abtun sollte.

Ganz im Gegenteil. Man sollte es sogar sehr ernst neh- men. Denn obwohl Untersuchungen zu diesem Thema nicht ganz unproblematisch sind, weist alles, was wir bisher wissen, darauf hin, dass viel sinnloses Leiden verhindert werden könnte, wenn die moderne Medizin mehr Wert auf die Macht des Wortes legte. Keine Fra- ge: Der Arzt muss seine Patienten über mögliche Ne- benwirkungen aufklären, aber er sollte das auf eine Art und Weise tun, die den Voodoo-Effekt minimalisiert

In einer mondlosen Nacht kam es auf einem kleinen Friedhof in Alabama zu einer Konfrontation zwischen Vance Vanders und einem örtlichen Hexenmeister, der ihn mit einer übelriechenden Flüssigkeit bespritzte und ihm prophezeite, er müsse nun sterben und niemand könne ihm helfen.

Nach der Rückkehr in sein Haus legte sich Vanders in sein Bett und begann zusehends zu verfallen. Wenige Wochen später musste er ausgezehrt und dem Tode nah in ein örtliches Krankenhaus eingewiesen werden, wo Ärzte vergebens nach der Ursache seiner Sympto- me und einem Mittel gegen seinen Verfall suchten. Schließlich berichtete die Frau des Patienten einem der Ärzte, Drayton Doherty, von dem Fluch des Hexers.

Doherty dachte lange nach. Am folgenden Morgen ver- sammelte er Vanders Familie am Krankenbett. Er be- richtete ihnen, er hätte in der vorhergehenden Nacht den Hexenmeister noch einmal auf den Friedhof ge- lockt. Dort hätte er ihn so lange gewürgt, bis der Hexer ihm erklärt hatte, wie sein Fluch wirkte. Der Medizin- mann hatte nach eigenen Angaben Eidechseneier in

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Vanders Magen gerieben, die nun im Inneren seines geschlüpft waren. Eine der Echsen war nun noch übrig und fraß Vanders von innen heraus auf.

Großer (fauler) Zauber

Doherty rief nun eine Krankenschwester herbei, die - wie zuvor besprochen – eine riesige Spritze mit einem wirksamen Brechmittel gefüllt hatte. Mit großer Geste inspizierte Doherty das Instrument und injizierte den Inhalt dann in Vanders Arm. Wenige Minuten später begann Vanders zu würgen und sich zu erbrechen. Währenddessen produzierte Doherty unbemerkt von den Anwesenden seinen Trumpf – eine grüne Eidech- se, die er in seiner Tasche versteckt hatte und ließ die- se in das Erbrochene gleiten: „Sehen Sie, Vanders, “ rief er aus, „was Sie erbrochen haben. Der Voodoo- Fluch ist gebrochen!”

Vanders sah zweimal hin, taumelte zum Kopf des Bet- tes und fiel in einen tiefen Schlaf. Als er am nächsten Tage erwachte, war er wach und hatte einen Heißhun- ger. Er gewann seine Kraft schnell zurück und konnte eine Woche später entlassen werden.

Die Fakten dieses 80 Jahre alten Falles sind von vier Ärzten bestätigt worden. Das vermutlich bemer- kenswerteste am ganzen Fall war, dass Vanders über- lebte. Denn es gibt weltweit zahllose dokumentierte Fälle, in denen Menschen verstarben, nachdem man sie „verflucht” hatte.

Ohne Krankenakten und Autopsieergebnisse kann nie- mand sicher sagen, woran diese Personen verstar-ben. Gemeinsam ist allen Fälle aber, dass eine bestimmte Person jemanden verflucht hat, indem er einen Fluch ausspricht oder mit einem Knochen auf sein Opfer zielt. Und nur kurze Zeit später erliegt das Opfer einem of- fensichtlich natürlichen Tod.

Voodoo nouveau

Sie mögen denken, diese Art von Ereignissen wäre verhältnismäßig selten und beschränke sich auf irgend- welche obskuren Volksstämme. Nach Angaben von Clifton Meador, einem Arzt an der Vanderbilt School of Medicine in Nashville, Tennessee, der Fälle wie den von Vanders dokumentiert hat, nimmt der Fluch heutzutage eine andere Form an.

Wie zum Beispiel Tom Shoeman, bei dem Anfang der 70er Jahre Leberkrebs im Endstadium entdeckt wor- den war und dem man nur noch ein Paar Monate zu leben gab. Shoeman starb denn auch pflichtbewusst innerhalb dieses Zeitraums – allein seine Autopsie brachte es an den Tag, dass die Ärzte sich geirrt hat- ten. Der Tumor war winzig und hatte sich auch nicht ausgebreitet. „ER ist nicht am Krebs gestorben, son- dern an seinem Glauben, dass er an Krebs sterben müsse,” sagte Meador. „Wenn jeder Sie behandelt, als müssten Sie sterben, glauben auch Sie daran. Ihr gan- zes Leben dreht sich dann ums Sterben.”

Fälle wie der von Shoeman mögen extreme Beispiele eines durchaus weiter verbreiteten Phänomens sein.

Viele Patienten, die zum Beispiel unter den Neben- wirkungen eines Medikaments leiden, tun das nur, weil man ihnen erzählt hat, dass sie zu erwarten seien. Und was noch wichtiger ist: Wer glaubt, besonders durch eine bestimmte Erkrankung gefährdet zu sein, wird ihr mit größerer Wahrscheinlichkeit erliegen, als Menschen mit vollkommen identischen Risikofaktoren, die glau- ben, weniger betroffen zu sein. Offensichtlich tragen die Hexendoktoren von heute weiße Kittel und Stethosko- pe

Der Nocebo-Effekt

Die Vorstellung, der Glaube krank zu sein, mache ei- nen wirklich krank erscheint weit hergeholt. Dennoch haben akribische Untersuchungen ergeben, dass das Gegenteil der Fall ist – dass die Macht der Suggestion die Gesundheit bessern kann. Das ist der wohlbekann- te Placebo-Effekt. Placebos wirken keine Wunder, aber produzieren messbare physische Effekte.

Dieser Placebo-Effekt hat einen bösen Zwilling den Nocebo-Effekt, bei dem unwirksame Pillen und negati- ve Erwartungen zu gefährlichen Ergebnissen führen können. Der Begriff „nocebo” - lateinisch für „ich werde schaden” wurde erst in den 60er Jahren des 20. Jahr- hunderts geprägt und das Phänomen wurde nicht an- nähernd so intensiv untersucht, wie der Placebo-Effekt. Es ist nämlich gar nicht so einfach, Studien ethisch zu rechtfertigen, die dazu führen, dass die Teilnehmer sich schlechter fühlen.

Aber was wir wissen, lässt befürchten, dass die Wir- kung des Nocebo-Effekts weit reicht. "Der Tod durch Voodoo, wenn er denn wirklich existiert, könnte eine extreme Form des Nocebo-Phänomens sein”, sagt der Anthro-pologe Robert Hahn vom amerikanischen Cen- ters for Disease Control and Prevention (CDC), der sich mit dem Nocebo-Effekt beschäftigt hat.

Lebensgefährlich

In klinischen Studien klagt etwa ein Viertel der Patien- ten in den Kontrollgruppen – denen man unwirksame Mittel verabreicht hat – über negative Nebenwirkungen. Oft sind diese Nebenwirkungen genauso schwerwie- gend, wie bei den „richtigen” Medikamenten: Wie eine retrospektive Untersuchung von 15 Studien ergab, bei denen Tausende von Patienten entweder Beta-Blocker oder unwirksame Placebos erhalten hatten, berichtet in beiden Gruppen über ähnlich starke Nebenwirkun- gen wie Erschöpfung, depressive Verstimmung und sexuelle Funktionsstörungen. Und in beiden Gruppen musste die gleiche Zahl von Patienten wegen dieser Neben-wirkungen die weitere Teilnahme an der Studie abbrechen.

Wie wir später noch sehen werden (Die Überdosis) können diese Nocebo-Effekte lebensgefährlich sein. „Glauben und Erwartungen sind nicht nur bewusste und logische Phänomene, sie haben auch körperliche Fol- gen,” sagt Hahn.

Auch in der normalen Arztpraxis kann man den Nocebo- Effekt beobachten. Etwa 60 % der Patienten, die sich

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einer Chemotherapie unter-ziehen müssen, fühlen sich schon vor Beginn ihrer Behandlung krank. „Das kann schon Tage zuvor der Fall sein, wenn der Patient sich auf der Anreise zur Klinik befindet,” sagt der klinische Psychologe Guy Montgomery von der Mount Sinai School of Medicine in New York. Manchmal reichen schon der Gedanke an die Therapie oder die Stimme des Arztes aus, damit der Patient sich unwohl fühlt. Die- se „antizipatorische Übelkeit” beruht zum Teil auf einer Konditionierung – wenn Patienten unbewusst einen Teil ihrer Erfahrungen mit Übelkeit in Verbindung bringen – und zum anderen Teil auf Erwartungen.

Ansteckende Wirkung

Was besonders alarmierend ist: Der Nocebo-Effekt kann offensichtlich ansteckend sein. Seit Jahrhunder- ten hat man Fälle beobachtet, bei denen sich Sympto- me ohne identifizierbare Ursachen in bestimmten Per- sonen-gruppen verbreitet haben, ein Phänomen, das als Massenpsychose bekannt geworden ist. Einer die- ser Ausbrüche hat eine neuere Studie der Psychologen Irving Kirsch und Giuliana Mazzoni von der britischen University of Hull inspiriert – darüber später mehr.

Die beiden Wissenschaftler baten eine Gruppe von Stu- denten, eine Probe normaler Luft zu inhalieren, von der den Studenten gesagt wurde, sie enthielte „ein potenti- elles Umweltgift”, das mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Hautjucken und Schläfrigkeit in Verbindung gebracht wird. Die eine Hälfte der Teilnehmer wurde zudem Zeu- ge, wie eine Frau diese „belastete” Luft einatmete und sofort diese Symptome entwickelte. Studenten, die man die Luft inhalieren ließ, berichteten häufiger über die Symptome, als Teilnehmer, die man nicht inhalieren ließ. Darüber hinaus waren die Beschwerden bei Frauen ausgeprägter, vor allem dann, wenn diese zuvor gese- hen hatten, wie eine andere Person erkrankt war – eine Tendenz, die man auch von einer Massenpsychose kennt.

Wie diese Untersuchung gezeigt hat, wird man mit hö- herer Wahrscheinlichkeit unter einer Nebenwirkung lei- den, wenn man vor ihr gehört oder sie zuvor beobach- tet hat. Das stellt Ärzte vor ein Dilemma. „Einerseits haben die Patienten ein Recht darauf, darüber infor- miert zu werden, was ihnen passieren kann, anderer- seits machen diese Informationen es wahr-scheinlicher, das die Nebenwirkungen überhaupt eintreten," sagt Mazzoni

In der Zwickmühle

Das bedeutet aber auch: Ärzte müssen vorsichtig mit ihrer Wortwahl sein, um negative Erwartungen zu mini- mieren, sagt Montgomery. „Es geht nur darum, WIE Sie es sagen.”

Auch Hypnose könnte helfen. „Die Hypnose verändert die Erwartungen, wodurch Angst und Stress gesenkt werden, was das Ergebnis verbessern kann,” sagt Montgomery. „Ich meine, man sollte die Hypnose bei allen Symptomen einsetzen, bei denen die Erwartungs- haltung eine Rolle spielt.”

Ist das Ausmaß des Nocebo-Problems ernst genug, um derartige Gegenmaßnahmen zu rechtfertigen? Wir wis- sen es einfach nicht , da so viele Fragen unbean-twortet bleiben. Unter welchen Umständen kommt es zu ei- nem Nocebo-Effekt? Und wie lange halten die Be- schwerden an?

Offensichtlich scheinen - wie beim Placeboeffekt auch – die Noceboeffekte sehr unterschiedlich auszufallen und könnten sehr vom jeweiligen Kontext abhängig sein. Placeboeffekte in klinischer Umgebung sind häufig sehr viel ausgeprägter, als im Labor, sagt Paul Enck, ein Psychologe an der Universitätsklinik Tübingen, der ver- mutet, dass der Nocebo-Effekt in der realen Welt er- hebliche Wirkungen haben könnte. Und aus offensicht- lichen Gründen werden Laborexperimente so konzipiert, dass sie nur schwache und temporäre Noceboeffekte auslösen.

Reale Konsequenzen

Ebenfalls nicht ganz klar ist, wer anfällig ist. Sicher spielt der Pessimismus oder Optimismus einer Person eine gewisse Rolle, aber es gibt keine einheitlichen persön- lichen Prädikatoren. Beide Geschlechter können einer Massenpsychose erliegen, obwohl Frauen mehr über Symptome reden, als Männer: Wie Enck gezeigt hat, beeinflusst die Erwartungshaltung Nocebo-Symptome wahrscheinlicher, bei Frauen ist das Gegenteil der Fall. „Frauen neigen dazu, eher auf der Ebene früherer Er- fahrungen zu operieren, während sich Männer eher davor scheuen, Vergangenes in eine Situation einflie- ßen zu lassen,” sagt er.

Was hingegen klar wird: Diese offensichtlichen psychi- schen Phänomene haben im Gehirn sehr reale (physi- sche) Konsequenzen. Im letzten Jahr setzte Jon-Kar Zubieta von der Universität Michigan in Ann Arbor ei- nen PET-Scanner ein, um in das Gehirn von Personen zu schauen, denen man ein Placebo oder ein Nocebo verabreicht hatte und zeigte so, dass der Nocebo-Ef- fekt mit einem Rückgang der Opoid- und Dopamin-Ak- tivität einher geht. Das könnte erklären, warum Nocebos Schmerzen verstärken können. Wenig überraschend produzierten Placebos eine gegenläufige Reaktion.

Inzwischen hat Fabrizio Benedetti von der medizinischen Fakultät der Universität Turin herausgefunden, dass nocebobedingte Schmerzen mit einem Wirkstoff na- mens Proglumid unterdrückt werden können, der die Rezeptoren für das Hormon Cholecystokinin (CCK) blockiert. Normalerweise führt die Erwartung von Schmerzen zu Ängsten, die ihrerseits die CKK-Rezep- toren aktivieren und somit den Schmerz verstärken.

Der ultimative Grund

Die eigentliche Ursache des Nocebo-Effekts allerdings ist nicht die Neurochemie, sondern der Glaube. Nach Ansicht von Hahn operieren Chirurgen äußerst ungern Patienten, die glauben, sie würden sterben – weil das bei solchen Patienten häufig der Fall ist. Und schon der Glaube allein, man wäre für einen Herzinfarkt anfällig, ist ein eigener Risikofaktor. Eine Untersuchung kam zu

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dem Resultat, dass Frauen, die der Meinung sind, be- sonders durch einen Herzinfarkt gefährdet zu sein, vier- mal wahrscheinlicher an einer Erkrankung der Koronararterien sterben, als andere Frauen mit den glei- chen Risikofaktoren.

Trotz wachsender Beweise, dass der Noceboeffekt äußerst real ist, fällt es in unseren rationalen Zeiten sehr schwer, zu akzeptieren, dass der Glaube töten kann. Denn schließlich würden die meisten von uns wohl la- chen, wenn eine seltsam gekleidete Person mit einem Knochen auf uns weisen und uns erzählen würde, dass wir nun sterben müssten. Aber wie anders wäre es, wenn wir das selbe von einem weiß gekleideten Arzt mit einer ganzen Wand voller Diplome und einem Com- puter voller Röntgenbilder und Laborwerte hören müs- sten. Hier, so Enck, ist der soziale und kulturelle Hinter- grund entscheidend.

Meador argumentiert, dass Shoemans Fehldiagnose und sein Tod viele der unverzichtbaren Elemente ent- hält, die auch Teil eines Todeszaubers sind. Ein mäch- tiger Arzt spricht ein Todesurteil aus, das vom „Opfer” und seiner Familie ohne Widerspruch akzeptiert wird und das ihr künftiges Handeln bestimmt. Shoeman, seine Familie und eine Ärzte glaubten alle, dass er an Krebs stürbe. Dieser Irrglauben wurde zu einer sich selbst bewahrheitenden Prophezeiung.

Nichts mystisches

„Schlechte Nachrichten bedingen eine schlechte Phy- siologie. Ich glaube, dass man Menschen davon über- zeugen kann, dass sie sterben und es dann auch tun,” sagt Meador. „Und ich denke, dass das nichts mysti- sches ist. Wir fürchten uns vor der Vorstellung, das Worte oder symbolische Handlungen zum Tode führen können, da das unser biomolekulares Weltbild zum Schwanken bringt.”

Vielleicht akzeptieren wir den Voodoo-Tod einfacher, wenn seine biomedizinische Grundlage detaillierter ent- schlüsselt wurde – und werden uns dessen bewusst, dass er uns alle treffen kann.

Die Überdosis – ein Fall aus der Praxis

Deprimiert, weil ihm seine Freundin den Laufpass ge- geben hatte, schluckte Derek Adams alle Tabletten, die er in seiner Wohnung fand - und bereute seinen Entschluss fast sofort. Aus Angst davor, sterben zu müssen, bat er einen Nachbarn, ihn ins nächste Kran- kenhaus zu fahren. Dort angekommen brach er zusam- men. Zitternd, blass und schläfrig sank sein Blutdruck ins Bodenlose und seine Atmung wurde schneller.

Labortests und toxikologische Untersuchungen aber brachten keine Ergebnisse. Während der nächsten 4 Stunden erhielt Adams 6 Liter Kochsalzlösung, ohne dass es ihm dadurch wesentlich besser ging.

Dann traf ein Arzt ein, der eine klinische Studie über ein Antidepressivum durchführt, an der auch Adams teil- nahm. Er hatte mit der Studie etwa eine Monat zuvor begonnen. Anfangs gab er an, dass seine Stimmung

besser werde, aber nach dem Streit mit seiner Freun- din hatte er die 29 restlichen Tabletten des Medikaments geschluckt.

Der Arzt stellte fest, das Adams in der Kontrollgruppe der Studie sei. Die Tabletten, die er „überdosiert” hatte, waren vollkommen harm- und wirkungslos. Als er das hörte, zeigte sich Adams sehr erleichtert. Innerhalb von 15 Minuten war er wieder vollkommen hergestellt, Blut- druck und Puls wurden wieder normal.

Es ist ansteckend – Geschichte einer Massen- psychose

Im November 1998 bemerkte ein Lehrer einer Highschool in Tennessee einen „benzinähnlichen” Ge- ruch und begann, über Kopfschmerzen, Übelkeit, Atem- störungen und Schwindel zu klagen. Die Schule wurde sofort evakuiert und im Laufe der nächsten Woche er- schienen mehr als 100 Lehrer und Schüler in der örtli- chen Notfallambulanz und klagten über ähnliche Sym- ptome.

Trotz umfangreicher Tests konnte keine medizinische Erklärung für die vorgebrachten Beschwerden gefun- den werden. Eine Befragung der Betroffenen einen Monat später ergab, dass die Personen, die über Be- schwerden geklagt hatten, häufiger weiblichen Ge- schlechts gewesen waren und einen Klassenkamera- den oder Kollegen kannten bzw. gesehen hatten, der ebenfalls „erkrankt” war. Das war ein Noceboeffekt auf großem Maßstab, urteilte der Psychologe Irvin Kirsch von der Universität Hull. “So weit wir gesehen haben, gab es kein Umweltgift, aber dennoch begannen die Betrof-fenen, sich krank zu fühlen“.

Kirsch denkt, dass es die Erwartung einer Erkrankung bei den anderen Kindern geformt haben könnte, wenn sie einen Klassenkameraden gesehen hat, der unter den Symptomen litt, wodurch dann eine Massen- psychose ausgelöst wurde. Solche Ausbrüche kommen auf der ganzen Welt vor. 1988 erlitten 800 Kinder in Jordanien Nebenwirkungen auf eine Impfung, 122 der Betroffenen mussten sogar stationär aufgenommen werden. Trotz umfangreicher Untersuchungen konnte keine Beteiligung des Impfstoffs ausgemacht werden.

Computertomogramme und Krebsgefahr

Eine aktuelle Studie, die in der Aprilausgabe der medi- zinischen Fachzeitschrift „Radiology” abgedruckt wur- de, hat bei allen Experten für Ernüchterung gesorgt, die der Meinung sind und waren, die „nicht invasive” Computertomographie (CT) wäre ein schmerz-freies und vor allem ungefährliches medizinisches Wunder- verfahren ohne Nebenwirkungen. Denn wie diese Un- tersuchung zeigt, weisen Personen, die sich im Laufe ihres Lebens mehreren CTs unterzogen haben, ein deut- lich erhöhtes Krebsrisiko auf.

Sieben Prozent der untersuchten Patienten hatten an genügend CTs teilgenommen, um ihr Krebsrisiko um ein Prozent über das durchschnittliche Krebsrisiko der US-Bürger von 42 % zu erhöhen. Bei den Patienten mit

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dem höchsten im Laufe ihres Lebens erworbenen Krebsrisikos erhöhte jede CT-Untersuchung die Wahr- scheinlichkeit einer bösartigen Erkrankung um 2,7 bis 12 Prozent.

Glaubt man der Radiological Society of North America wurden 2008 in den USA so rund 68,7 Millionen CTs angefertigt – das sind gut und gerne 6 Millionen mehr, als 2006. In der Regel nutzen Ärzte ein CT, um Diagno- sen zu erstellen oder Therapieoptionen abzuklären, da die Untersuchung detaillierte Bilder der inneren Orga- ne liefert, die man digital sogar in dreidimensionale Bil- der umrechnen kann. Zu diesem Zweck werden wäh- rend eines CTs große Serien von zweidimensionalen Röntgenaufnahmen angefertigt, die auf einer Rotations- achse angeordnet sind. Das Ergebnis: CT-Untersuchun- gen erfordern deutlich höhere Strahlendosen, als die meisten anderen so genannten „bildgebenden Verfah- ren.”

Für ihre Studie entwickelten der Bostoner Radiolo- gieprofessor Dr. Aaron Dickenson und sein Team eine neue Methode, mit der sie die kumulative Strahlen- belastung von CT-Untersuchungen und das damit ver- bundene Krebsrisiko durch Strahlen für jeden einzel- nen Patienten ausrechnen konnten: Mit Hilfe der elek- tronischen Krankenakte und Modellen zur Risiko- bewertung entwickelten sie eine Formel, bei der Alter und Geschlecht des Patienten zum Zeitpunkt der Strahlenbelastung mit einbezogen wurden.

Insgesamt wurden so rund 32.000 erwachsene Patien- ten untersucht, die alle von 1987 - 2007 am Brigham and Women's Hospital oder dem Dana-Farber Cancer Center eines der insgesamt 190.000 CTs erhalten hat- ten. 33 % der Patienten hatten in dieser Zeit 5 oder mehr, 5 % über 22 und etwa 1 % mehr als 38 (!) CT- Untersuchungen über sich ergehen lassen (müssen). Als Folge davon hatten 15 % der Patienten eine kumu- lative Strahlendosis von über 100 Millisievers (mSv) erhalten, das entspricht einer Strahlenbelastung von 1.000 Thoraxaufnahmen!

Bei 5 % der Betroffenen belief sich die Gesamt-Strah- lendosis sogar auf über 250 mSv und 1 % der Patien- ten hatte mehr als 399 mSv “erhalten”. Nach Aussage von „What Doctors don?t tell You“ entspricht das der 20-fachen Strahlenbelastung von Überlebenden der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki

„Das CT ist ein hervorragendes Werkzeug von sehr hohem klinischen Wert,” erklärte Dr. Dickenson in ei- ner Pressemitteilung. „Einzelne Entscheidungen über seinen Einsatz sollten immer ein Gleichgewicht zwi- schen den potentiellen klinischen Vorteilen und einem möglichen Risiken wiederholter Untersuchungen garan- tieren.”

„Dabei haben wir das Gefühl, dass bei Patienten, die sich häufiger einer CT-Untersuchung unterziehen müs- sen, die klinische Schwelle höher angesetzt werden sollte, vor allem dann, wenn die Ergebnisse früherer CTs negativ waren. Denn sonst kann es schnell dazu kommen, dass ein hohe kumulatives Risiko einem ge-

ringen klinischen Wert der Untersuchung gegenüber steht”, fügte er hinzu

Schon früher hatten andere Wissenschaftler gemahnt, man solle CT-Untersuchungen weniger oft einsetzen. 2007 argumentierten zwei Radiologen der Columbia Universität im „New England Journal of Medicine“ be- reits, dass die möglichen krebsbegünstigenden Wirkun- gen von CTs unterschätzt oder übersehen würden und kamen zu dem Ergebnis, dass vermutlich ein Drittel al- ler in den USA durchgeführten CT-Untersuchungen medizinisch nicht notwendig gewesen waren.

Helicobacter und Speiseröhrenkrebs: Wenn ein „böser“ Keim Gutes tut

Wie die Statistik zeigt, hat sich das Ösophaguskarzinom (Speiseröhrenkrebs) in der letzten Zeit Platz um Platz auf der internationalen Krebsstatistik hochgearbeitet und steht heute an sechster Stelle unter den Krebs- erkrankungen des Verdauungstrakts. Bis dato wurde diese Erkrankung mit einer Fettsucht (Adipositas) in Verbindung gebracht – inzwischen haben Wissen- schaftler aber einen anderen Schuldigen ins Visier ge- nommen, wodurch eine Reihe interessanter Fragen aufgeworfen und ein weiteres Beispiel für die Unzu- länglichkeit der symptomenorientierten Medizin statu- iert wird. Worum geht es? Um niemanden geringeren, als den Helicobacter pylori – dem Bakterium, das als Grundübel für Geschwüre des Magens verantwortlich sein soll.

Die Koautoren der Untersuchung, der Forschungs- assistent am National Cancer Institute Farin Kamangar und Farhad Islami von der Universität Teheran führten eine Meta-Analyse von 19 Studien durch, in denen die Zusammenhänge zwischen dem Helicobacter und den beiden häufigsten Krebserkrankungen der Speiseröh- re untersucht wurden. Wie die Wissenschaftler heraus- fanden, erkrankten Patienten, die einen bestimmten Helicobacter-Stamm beherbergten, 56 % seltener an einer der beiden Formen des Ösophaguskarzinoms, als Personen, bei denen diese Keime nicht nachzuweisen waren. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden in der Ausgabe der Zeitschrift Cancer Prevention Research vom Oktober 1998 veröffentlicht.

Die Konsequenzen einer H. pylori - „Ausrottung“

Diese Ergebnisse lassen erkennen, dass diese be- stimmte Art von H. pylori das Risiko verringert, an einer Art des Speiseröhrenkrebses zu erkranken, so Dr. Kam- angar und er wies darauf hin dass sowohl der „erhebli- che Rückgang“ des H. pylori im vergangenen Jahrzehnt als Ergebnis der modernen Behand-lungsverfahren und der weit verbreitete Einsatz von Antibiotika ein Faktor für die Zunahme der Ösophagus-krebserkrankungen sein könnte.

Wie Dr. Kamangar erklärte, verstehe man noch nicht, wie der H. pylori gegen Speiseröhrenkrebs schützt. Es könnte daran liegen, dass der Keim den Magen veranlasst, weniger Säure zu produzieren, was zu ei-

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ner geringeren Häufigkeit eines „Reflux“ (Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre) führt. Durch einen chro- nischen Reflux kann es zu einem so genannten „Barrett- Ösophagus“ kommen, der als Vorstufe eines Ösophaguskarzinoms gilt. Eine weitere Möglichkeit: H. pylori könnte die Spiegel eines Verdauungshormons mit dem Namen Ghrelin senken, das den Appetit reguliert - wobei allerdings die „Ausrottung“ (Eradikation) des Bakteriums zu mehr Fettsucht (Adipositas) führt, die – wie wir wissen – ebenfalls als Risikofaktor für ein Ösophaguskarzinom gilt.

Glaubt man dem amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC), beherbergen zwei Drit- tel der Weltbevölkerung in ihrem Verdauungstrakt ei- nen Helicobacter, die meisten davon allerdings ohne Symptome. Wenn das Bakterium Beschwerden hervor- ruft, was häufig bei einem geschwächten Immunsystem oder bestimmten Gewohnheiten wie Rauchen oder Trin- ken der Fall ist, treten diese meistens in Form einer Gastritis (Übelkeit, Erbrechen, Verdau-ungsproblemen) oder eben Geschwüren des Magens bzw. des Zwölffin- gerdarms (brennenden Schmerzen im Oberbauch) auf. Wie die allgemeinen Richtlinien festlegen, sollten Pati- enten mit solchen Beschwerden ohne Wenn und Aber therapiert werden … wenn der Keim aber ohne Sym- ptome präsent ist, sollte man ihn besser gewähren las- sen.

Womit wir einmal mehr bei einem bekannten Thema wären, nicht wahr? Ein gesundes Gleichgewicht „gu- ter“ und „böser“ Bakterien im Verdauungstrakt könnte die beste Verteidigung gegen Erkrankungen wie Ösopha-guskarzinom, Magenkrebs und Geschwüren sein. Und das erreicht man am ehesten durch eine Er- nährung mit Nahrungsmitteln, welche die probiotischen Laktobazillen oder Bifidobakterien enthalten – milch- sauer vergorenes Gemüse usw. - indem man seine Nahrung ausreichend gut kaut, die Flüssigkeitsmenge zum Essen gering hält, säurehemmende Medikamen- te meidet, für genügend Ruhe und Sport sorgt und schließlich indem man alle Angewohnheiten meidet, die das Immunsystem belasten wie Alkohol und Nikotin. Und wie neuere Untersuchungen gezeigt haben, sollen Cranberry-Produkte Hilfe bei der Bekämpfung von In- fektionen mit dem H. pylori hilfreich sein.

1300 HPV-Impf-Opfer in Großbritannien

In Großbritannien haben über 1.300 Mädchen negative Reaktionen auf die von der britischen Regierung gefor- derte HPV-Impfung mit dem Impfstoff Cervarix erlitten. Das zumindest zeigte eine Reihe von Berichten, die von der britischen Pharmakontrollbehörde MHRA gesam- melt worden war.

„Als man uns diesen neuen Impfstoff vorstellte, waren wir sehr wegen dessen Sicherheit besorgt,” sagte Jackie Fletcher von „Jabs“, einer Selbsthilfegruppe von Impf- geschädigten. „Die aktuellen Statistiken der Nebenwir- kungen – unter ihnen Fälle von Epilepsie und Krampf- anfällen – bestätigt unsere Befürchtungen.

Der Impfstoff Cervarix von GlaxoSmithKline (GSK) impft Patienten gegen die HPV-Stämme 16 und 18, die für

70 % aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen verant-

wortlich sei sollen. Die britische Regierung startete ihr Programm zu Impfung aller Mädchen in Sekun- därschulen im September 2008 und bisher sind 700.000 Mädchen geimpft worden. Bis 2011, so plant die Regie- rung, sollen alle Mädchen unter 18 geimpft worden sein.

Kritiker wenden ein, dass die Regierung ihre Entschei- dung auf Grundlage von Studien getroffen hat, die bis

26 Jahre alt waren, anstatt Untersuchungen an Schul-

kindern zu berücksichtigen. Außerdem gibt es keinerlei Beweise über den Langzeitschutz der Impfung und ob sie wirklich die Krebshäufigkeit reduziert. Zur Zeit kann eine Wirkung nur gegen die Infektion mit dem HPV belegt werden.

Die MHRA-Berichte zeigen eine Gesamtzahl von 2.891 Nebenwirkungen auf, die bei 1.340 Mädchen aufge-tre- ten waren. In der Mehrzahl handelte es sich dabei um kleinere Reaktionen wie Schwellungen, Hautaus- schläge oder leichte Allergien auf den Impfstoff. Eine Reihe von Fällen aber waren eindeutig schwer-wiegen- der: In 20 Fällen kam es zu Sehstörungen, in 4 Fällen zu Krampfanfällen und bei einem Mädchen sogar zu einem epileptischen Anfall. Außerdem wurden fünf Fäl- le von Teillähmungen gemeldet, darunter eine Bellsche Paralyse (Gesichtslähmung), ein Guillain-Barre Syn- drom (Lähmung der Beine); ein Fall von Verlust des Berührungsgefühls (Hypoaesthesie) und eine Hemi- parese (schwere Lähmung einer Körperseite)

„Angesichts dieser Menge unerwünschter Neben- wirkungen muss die Regierung sich unbedingt mit der Zukunft Ihres Programms beschäftigen,” sagte Fletcher

Vioxx – eine unendliche Geschichte

Erinnern Sie sich noch an Vioxx, jenes entzündungs- hemmende Schmerzmittel, das zwischen 1999 und 2004 von etwa 80 Millionen Rheumatikern eingenom- men worden ist? Das seinen Erfolg in erster Linie der Annahme verdankte, es wäre sicherer, als all die ande- ren Rheumapillchen?

Denn anders als die Produkte der Konkurrenz sorgte Vioxx weder für eine Reizung der Magenschleimhäute oder schädigte die Nieren der Anwender. Seine Akzep- tanz als eines der unverzichtbaren Medikamente durch die ärztliche Mainstream-Kaste spülte Hersteller Merck und Co. in den 5 Jahren mindestens 11 Milliarden Dol- lar Umsatz in die Kasse.

Dann aber erschienen - wie bei neu eingeführten Medi- kamenten üblich – erste Berichte über gefährliche Ne- benwirkungen, und diese Nebenwirkungen waren weiß Gott nicht von Pappe. Wie Tausende von Menschen (bzw. im Erstfall ihre Erben) behaupteten, hatten sie nach der Einnahme von Vioxx einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten. Und so nahm Merck 2004 vorsorg- lich sein Vioxx vom Markt und zahlte darüber hinaus im Jahre 2008 im Rahmen eines Vergleichs 48.5000 Be-

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troffenen in den USA die Entschädigungssumme von 4,85 Milliarden Dollar.

Und nun wiederholt sich das alles – auf einer etwas kleineren Bühne – in einem Gerichtssaal in Australien. Und dieses Mal kämpfen Merck & Co. und seine au- stralische Tochter Merck, Sharpe & Dohme (MSD) ge- gen etwa 1.000 Australier, die ebenfalls nach der Ein- nahme von Vioxx eine Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hatten.

Während Mercks Verhalten nichts Besonderes ist, ge- ben eine Reihe von Indizien, die bei diesem Prozess vorgebracht werden, doch schon Anlass zur Verwun- derung. Denn wie sich aus den Gerichtsakten ergibt, hatte Merck vor der Rücknahme von Vioxx zu recht ef- fektiven Mitteln gegriffen, als es darum ging, Ärzte zum Schweigen zu bringen, die bezüglich des Wundermit- tels Bedenken oder gar Kritik zu äußern wagten.

Wie das Gericht erfahren musste, hatten Merck- und/ oder MSD-Mitarbeiter eine „schwarze Liste” von Ärz- ten, Wissenschaftlern und Akademikern erstellt, die ih- rer Ansicht nach wegen ihrer Vioxx-Kritik „neutralisiert” oder diskreditiert werden sollten. Bevor Sie jetzt auf die Idee kommen, dass der Pharmariese zu diesem Behufe Mitglieder der „Soprano-“ oder „Corleone-Famiglia“ an- heuerte – so läuft das heute nicht!

Stattdessen bediente man sich zur Ruhigstellung der professionellen Kritiker subtilerer Maß-nahmen: Man drohte, Forschungsgelder zu streichen oder akade-mi- sche Ernennungen zu blockieren. Wie man in einer E- Mail lesen konnte, die dem Gericht als Beweismittel vorgelegt wurde, stellte ein Merck-.Mitarbeiter fest: „Wir müssen sie finden und dort vernichten, wo sie leben” - eine Drohung, die darauf hinausläuft, Karrieren zu ver- nichten und Existenzen zu gefährden – und das nur, um mit einem gefährlichen Medikament Profit zu ma- chen.

Die Situation spitzte sich so zu, dass Dr. James Fries, ein Medizinprofessor der Stanford Universität dem Merck Aufsichtsratsvorsitzenden in einem Brief schil- derte, dass mindestens acht seiner Mitarbeiter Opfer von Einschüchterungsversuchen waren, einer der Wis- senschaftler erhielt sogar Telefonanrufe in denen er ei- ner „Anti-Merck-Stimmungsmache” bezichtigt wurde. Nach Ansicht von Dr. Fries beeinträchtigen Aktivitäten wie die der Merck-Mitarbeiter „ganz erheblich die Frei- heit der Wissenschaft.” Und vermutlich hat er damit recht.

Dabei ist die Frage, die sich angesichts dieser Angele- genheit stellt, doch eine ganz andere:

Wie oft haben Pharmafirmen wie Merck und andere in der Vergangenheit schon erfolgreich und unbemerkt kritische Ärzte und Wissenschaftler zum Schweigen gebracht, die versucht haben, die Öffen-tlichkeit vor derart gefährlichen Medikamenten zu schützen? Und wie vielen der Tausenden von Vioxx – Opfern hätte ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder gar der Tod durch die Einnahme von Vioxx erspart werden können, wenn die

Kritiker mit ihren Befürchtungen ohne Angst vor Repres- salien an die Öffentlichkeit gegangen wären?

Und schließlich: Wie viele potentiell gefährliche Phar- mazeutika werden zur Zeit verordnet und verkauft, von deren Sicherheit die Experten nicht ansatzweise über- zeugt sind?

Der Fall Vioxx vermittelt uns einen Blick darauf , wie die Pharmaindustrie im Geheimen operiert, um weiter Pro- fite abzugreifen. Und wir müssen ganz klar erkennen:

Auf der Prioritätenliste der Pharmaindustrie steht der Schutz der Verbraucher an hinterletzter Stelle.

Das Rezept des Monats

Vanille-Eis mit Himbeeren und Rosenblüten

Zutaten (für 5 Portionen)

500 ml Sahne

 

1

Msp. Zitronenschale, dünn abgeschält

te

1

Msp. Vanille, gemahlen oder eine ausgekratz- Vanilleschote

4

Eigelb

2

El Kleehonig

200 g Himbeeren

1/2 Zitrone, ausgepresst

1 El Kleehonig

zur Dekoration: Rosenblüten- und Himbeerblätter

Und so geht’s:

1 Die Sahne mit der Zitronenschale und der Vanille erhitzen.

2 Die Eigelbe mit Honig schaumig schlagen. Etwas von der heißen Sahne in die Eigelbe geben, damit sie sich an die Hitze angleichen können. Dann die ganze Eimasse in die heiße Sahne gießen und unter Rühren leicht andicken lassen. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

3 Masse in ein verschließbares Kunststoffgefäß geben und im Eisfach mindestens 5 Stunden gefrieren lassen.

4 Für die Soße drei Esslöffel Himbeeren mit dem Saft einer halben Zitrone und einem Esslöffel Honig im Mixer pürieren und durch ein feines Sieb passieren.

5 Teller mit Himbeer- und Rosenblütenblättern deko- rieren und Vanilleeis sowie restliche Himbeeren in die Mitte setzen. Mit Himbeersoße beträufelt servieren.

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

Gefrierzeit: ca. 5 Stunden

29

4Flamingos pHakten 2. Quartal 2009

Das Beste für den Grill, die Zweite

Hier noch ein Nachtrag zum Grill-Artikel aus den letz- ten pHakten:

Auch einfache Würzkräuter wie z. B. Rosmarin, Zimt oder “Thai Spice” verhindern die Bildung krebs-erregen- der heterozyklischer Amine (HCAs). Wie Forscher der Arkansas State University herausfanden, kann man durch die Zugabe von Gewürzen die HCA-Spiegel um bis zu 79 % senken, durch die Thai-Gewürze betrug der Rückgang immer noch 43 %.

Quellen:

Travel warning with capecitabine. Annals of Oncology,

doi:10.1093/annonc/mdp278

S. L. Baker, features writer, Cancer Drug Makes

Fingerprints Disappear; Patient Detained At Border, NaturalNews.com, 28. Mai 2009;

h t

/

z026344_cancer_fingerprints_travel.html

Helen Pilcher, The science of voodoo: When mind

attacks body, New Scientist, Ausgabe 2708, 13. 05.

2009,

Sherry Baker, Health Sciences Editor, CT Scans Raise Cancer Risk, NaturalNews.com April 6 2009; http://

www.naturalnews.com/z026001.html

CT scan patients exposed to radiation levels 21 times higher than Hiroshima, What Doctors don?t tell You,

06/05/2009

Bacteria That Protects Against Esophageal Cancer, Bottom Line?s Daily Health News vom April 28, 2009

David Gutierrez, staff writer, 1300 Girls Harmed by HPV Vaccines in UK; Bizarre Side Effects Like Paralysis and Epilepsy NaturalNews.com 19. Mai 19 2009; http://

www.naturalnews.com/z026293.html

http://www.injuryboard.com/national-news/merck-parti-

a l - p a y m e n t s - f o r - v i o x x - b e g i n - t h i s -

month.aspx?googleid=245300

http://www.newsinferno.com/archives/3474

http://www.theaustralian.news.com.au/story/

0,25197,25272600-2702,00.html

and It Keeps

Getting Uglier, Total Health Breakthroughs, 3. Juni 2009

A simple way to make barbecued meat safe and cancer-

free, What Doctors don?t tell You, 03. 06. 2009,“http://

www.wddty.com/a-simple-way-to-make-barbecued-

meat-safe-and-cancer-free.html

Melanie Segala, More on the Vioxx Case

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