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Power Dimensions and Influence Reputation in Tourist Destinations Der Artikel von Beritelli & Laesser „Power
Power Dimensions and Influence Reputation in Tourist Destinations
Power Dimensions and Influence Reputation
in Tourist Destinations

Der

Artikel

von

Beritelli

&

Laesser

„Power

dimensions

and

influence

reputation in tourist destinations: Empirical evidence from a network of actors and stakeholders“ behandelt das Thema Macht und den dadurch entstehenden Einfluss

in einer alpinen Tourismusdestination. Zudem wird in dem Artikel eine empirische Studie zu diesem Thema anhand einer Alpindestination dargestellt.

Als Grundlage dieses Artikels dient die Autoritätsmacht als Voraussetzung für

Einfluss, weil Autorität ist „the institutional code within which the use of power as

1963, S.243) Macht spielt eine

medium is organized and legitimized

“.(Parsons,

große Rolle in Bezug auf Einfluss, Planung und Entscheidungsfindung im Zusammenspiel der verschiedenen Akteure einer Destination. Wie Macht

wahrgenommen wird, hängt von den einzelnen Individuen bzw. Stakeholdern in einer Gruppe ab. Aufgrund der Vielzahl von wesentlichen Stakeholdern, Individuen

und Unternehmen in einer touristischen Destination, welche zu einem Gesamterlebnis für den Kunden beitragen, erhält der Begriff Macht eine besondere

Bedeutung. Als Grundlage der empirischen Studie dienen die vier definierten Machtdimensionen: (1) hierarchische Position, (2) Wissen, (3) Prozessmacht und (4)

Vermögenswerte. Einfluss gilt als weiterer wesentlicher Aspekt, in touristischen Destinationen. Hierfür dient Einfluss nicht nur im Unternehmenskontext, sondern generell im kollektivem Handeln einer Destination, als zentraler Mechanismus. Des

weiteren, dient Einfluss zur Identifikation von Macht in verschiedenen Gruppen. Als Grundlage der empirischen Studie werden die vier, bereits genannten,

Machtdimensionen, eine in-degree Perspektive (wie Individuen von anderen gesehen werden) einerseits und der out-degree Perspektive (wie Individuen andere

sehen)

andererseits

verwendet.

Zudem

1

wurden

die

einzelnen

Akteure

in

Alexandra Rohrmoser

Stakeholder-Gruppen geclustert um die Zugehörigkeit und gemeinsame Einstellungen darstellen zu können. Die in-degree

Stakeholder-Gruppen geclustert um die Zugehörigkeit und gemeinsame Einstellungen darstellen zu können. Die in-degree Modelle der Studie zeigen, dass Einfluss vor allem durch die Macht des Wissens bestimmt wird. Wohingegen out-

degree Modelle sowohl durch Wissens- als auch auf Prozessmacht den Einfluss begründen. Einzig die Gruppe des privaten Sektors (Hotellerie, Skigebiet) sieht die

hierarchische Position als ausschlaggebend. Generell kann dargestellt werden, dass interne Akteure Wissen und externe Akteure Prozessmacht als einflussreicher

betrachten. Grundsätzlich zeigen die Ergebnisse der Studie jedoch, dass Wissen die dominierende Machtdimension in der untersuchten Destination ist. Aufgrund der

Studie erweist sich Einfluss eher als Konstrukt der Zuerkennung von anderen und weniger als Konstrukt der Wahrnehmung gegenüber anderen. Dennoch konnten Beritelli & Laesser feststellen, dass Einfluss ein reflektierendes Konzept der einzelnen

Stakeholder Gruppen ist: so wie die Gruppen andere wahrnehmen, so werden sie auch von den anderen Gruppen wahrgenommen. Diese Erkenntnis konnte jedoch

nicht während der Tiefeninterviews festgestellt werden, da diese nicht erwartet wurde.

Das Forschungsmodell wurde auf zwei Phasen aufgeteilt. Im ersten Durchgang wurden 13 Akteure im Rahmen von Tiefeninterviews befragt, welche

vormals in einem Entwicklungsprozess der Destinationsstrategie teilnahmen. Diese 13 Personen hatten nun die Möglichkeit, die ihrer Meinung nach einflussreichsten

Akteure der Destination zu benennen. In der zweiten Phase wurden die Personen befragt, welche von der ersten Gruppe genannt wurden. Als Vorteil der gewählten Methode ist anzumerken, dass die Befragten der 1. Runde die Persönlichkeiten frei

nennen konnten, dies gewährleistet eine gewisse Vollständigkeit und schränkt die Befragten nicht in ihrer Antwort ein. Die Methode „Schneeballverfahren“ gilt als

gängiges Modell zur Auswahl einer Stichprobe und setzt ein bestehendes Netzwerk von Menschen die sich untereinander kennen voraus. „Die Frage nach der

Verallgemeinerbarkeit

der

Ergebnisse

2

einer

Schneeballbefragung

auf

eine

Alexandra Rohrmoser

Grundgesamtheit ist im Prinzip negativ zu beantworten.“ (Häder, S.174) Die Befragten unterzogen sich einem

Grundgesamtheit ist im Prinzip negativ zu beantworten.“ (Häder, S.174) Die Befragten unterzogen sich einem halbstrukturierten Interview und konnten weiters die Form des Interviews frei wählen (online Fragebogen, telefonisch, persönlich).

Den Befragten die freie Wahl zu lassen mag als entgegenkommend erachtet werden, jedoch ist hierbei zu hinterfragen ob ein persönliches/telefonisches

Interview, wobei der Interviewer unterstützen kann, wirklich mit einem online Fragebogen, in den Ergebnissen zu vergleichen ist. Das halbstrukturierte Interview

wird als Teilbereich des problemzentrierten Interviews gesehen. (vgl. Kurz et al, 2009, S.465) „Beim problemzentrierten Interview (steht) das Erzählprinzip im

Vordergrund, der/die InterviewerIn lenkt das Gespräch aber immer wieder zur “

zugrunde liegenden Problemstellung

(Kurz et al, 2009, S.465) Daher stellt sich die

Frage ob ein online Fragebogen als passendes Mittel für diese Forschungsmethode

dienen kann. Weiters scheint die Generierung der Stichprobe für den 1. Durchgang eher wahllos. Auf eine bestehende Arbeitsgruppe zurückzugreifen stellt nicht

zwangsläufig repräsentativ die Grundgesamtheit dar. In diesem genannten Ort sind 40% der Bevölkerung (17.000) direkt im Tourismus angestellt. Eine mögliche

Alternative wäre gewesen, einer repräsentativen Gruppe dieser 6.800 Personen (im Tourismus beschäftigte Einwohner) ebenso einen Fragebogen zukommen zu lassen

indem die einflussreichen Personen genannt werden sollten. Als weiteren Vorteil ist anzumerken, dass im Laufe der Studie versucht wurde verschiedene Perspektiven

abzubilden und auch Personen aus den jeweiligen Gruppen zu befragen. Diese Vorgehensweise wird auch von Kleining unterstützt, indem er betont wie wichtig die „maximale strukturelle Variation der Perspektiven“ (Kleining, 2011, S.225) ist. Wie

bereits von den Autoren selbst erwähnt wurde, scheint die Stichprobengröße gering. Um die Studie als repräsentativ für vergleichbare Destinationen bezeichnen

zu können, benötigte man jedenfalls weitere Untersuchungen. Jedoch gilt für die qualitative Forschung grundsätzlich „Variation vor Menge“. (Kleining, 2011, S.210)

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Alexandra Rohrmoser

Literaturverzeichnis Beritelli, P.; Laesser, C. (2011): Power dimensions and influence reputation in tourist destinations:
Literaturverzeichnis
Literaturverzeichnis

Beritelli, P.; Laesser, C. (2011): Power dimensions and influence reputation in

tourist destinations: empirical evidence from a network of actors and stakeholders. Tourism Management, 32(6), p.1299-1309 Häder, M. (2010): Empirische Sozialforschung. Eine Einführung. Wiesbaden:

VS Verlag für Sozialwissenschaften Kleining, G. (2011): Der qualitative Forschungsprozess. In: Naderer, G.;

Balzer, E. (Hrsg.): Qualitative Marktforschung in Theorie und Praxis. Grundlagen- Methoden-Anwendungen, Wiesbaden: Gabler Verlag, S.198-236

Kurz, A.; Stockhammer, C.; Fuchs, S.; Meinhard, D. (2009): Das problemzentrierte Interview. in: Buber, R.; Holzmüller, H. H. (Hrsg.): Qualitative

Marktforschung, Konzepte-Methoden-Analysen. Wiesbaden: Gabler Verlag, S. 463-

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Parsons, T. (1963): On the concept of political power. Proceedings of the

American Philosophical Society, 107(3), p.232-262

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