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DAS ÖSTERREICHISCHE

JOURNAL FÜR VORSTUFE,
DRUCK, MEDIENTECHNIK

Heft 9–10 · Oktober 2012

ist nachhaltig!

Gesamtkollektivvertrag bis 2016 fixiert 7


Verlagspostamt 1010 Wien • P. b. b. • 02Z030089M

Kann es Koexistenz zwischen Print und


digitalen Medien geben? 12

Klimarechner der Druckverbände


international beispielgebend 16

Glaubwürdigkeit im Verkauf:
Zur Wiederentdeckung empfohlen! 23
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Das Österreichische Grafische Gewerbe
Offizielles Organ des Fachverbandes
und der Fachgruppen Druck
sowie des
Verbandes Druck & Medientechnik
und aller seiner Landesorganisationen

Heft 9–10/2012 ¤ Oktober 2012
DRUCKBRANCHE
Leitartikel3
Kann es Koexistenz zwischen Print und
digitalen Medien geben? 12
NEWS
100 Jahre Druckerei Janetschek 4
Umweltzeichen für Styria 4
Von der Magnetkarte bis zum
Bühnenbild6

Liebe Kolleginnen
Gautschfest vor historischer Kulisse 6
Zeitungsdrucker wieder im Boot  7
Kann Typografie Thema sein? 8
Offset 5020: Gemeinsam mehr
bewegen10
printfair 12: Fachvorträge und
Staatsmeisterschaften11
und Kollegen!
Leserbrief13
Neues von der Fespa 14
Maiwald-Institut vergibt Stipendien 15
Golden Pixel 2012 15

M
Druckbranche: Flexibilität zur
it dem Abschluss der Kollek- mir bei den vielen Gesprächen mit
Überwindung der Krise notwendig 19
Neue Medien 26 tivvertragsverhandlungen für Ratschlägen und Analysen zur Seite
die Tageszeitungsdruckereien am standen.
UMWELT
12. September 2012 ist die „heiße
Mineralölfreie Druckfarben 16
Phase“ der Gewerkschaftsgespräche, Unsere Branche hat schwierige Zei-
Pause, analog 16
Two-Sides-Kampagne die insgesamt vier Jahre gedauert ten hinter sich und wahrscheinlich
geht in die nächste Runde 17 hat, zu Ende gegangen. Vereinbart auch keine leichten vor sich. Aber
Klimarechner der Druckverbände wurde auch eine Friedenspflicht bis ich nehme an, dass es dem Verband
international beispielgebend 18 Ende 2016. Damit können wir uns Druck & Medientechnik in den letz-
Digigreen18 auf eine relativ ruhige Periode ein- ten Jahren gelungen ist, so manchen
BUSINESS stellen, was die Auseinandersetzun- Stolperstein für alle Kollegen – nicht
Verband Druck & Medientechnik baut gen mit der Gewerkschaft betrifft nur für unsere Mitglieder – aus dem
grafische Akademie aus 20 und uns wieder auf unsere Haupt- Weg zu räumen.
Glaubwürdigkeit im Verkauf – Zur aufgabe konzentrieren, nämlich die
Wiederentdeckung empfohlen! 23
eigenen Betriebe für die Zukunft fit Dank dafür zu erhalten, wäre wahr-
Glosse: Kundendienst? 25
zu machen. scheinlich vermessen. Aber es wäre
schon ein Erfolg, wenn einige Zweif-
Impressum gegenüber Seite 26
Rückblickend glaube ich, dass wir ler den Sinn des Fortbestandes des
Wichtiges erreicht haben, was Vereins erkennen und ihn unterstüt-
tatsächlich jedem etwas bringen zen würden.
wird: Den „Kleinen“ wie den „Gro-
ßen“, den Bogen- wie den Rollenbe-
trieben. Mit freundlichen Grüßen und Gott
grüß‘ die Kunst!
Auch möchte ich mich bei den Mit-
verhandlern recht herzlich bedan-
ken, die mich bei den mühsamen
und langwierigen Verhandlungen
unterstützt haben. Insbesondere Ing. Rudolf Andreas Cuturi,
Titelbild: Christian Handler aber bei Mag. Werner Neudorfer Präsident des Verbandes
und Mag. Christian Handler, die Druck & Medientechnik

Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012  3


AUS DER DRUCKBRANCHE

Rund 1.000 Besucher bei traditionsreicher Gautsch-Feier am Stadtplatz


– mit Qualitätsmanagement sicher in die Zukunft

100 Jahre Druckerei


Janetschek
Ein beeindruckendes Fest beging viertel seit 1912 Bücher und Druck-
die Druckerei Janetschek gemein­ werke aller Art und wurde vom
sam mit Mitarbeitern, Kunden, Traditionsbetrieb zu einem Bran-
Lieferanten und vielen Gästen am chenvorreiter im Öko-Druck.
25. August am Firmengelände in
Heidenreichstein. Quality Austria überreichte Ing. Übergabe des Umweltzeichens. Von links: Bundes­
Janetschek und seinem Team das umweltminister DI Niki Berlakovich, Geschäfts­

I ng. Christian Janetschek feierte


mit seinem Team die 100-jährige
Geschichte und die damit verbun-
ISO-9001-Zertifikat für das einge-
führte Qualitätsmanagement. Axel
Dick von Quality Austria: „Damit
führer Josef Prasser und Umweltbeauftragter
Reinhold Riedel

Umweltzeichen
denen Erfolge und freute sich über unterstreicht das Unternehmen
rund 1.000 Gäste. Der Altabt des seine qualitäts- und kundenorien-
Stiftes Geras, Prälat DDr. Joachim tierte Ausrichtung und schafft Vor-

für Styria
Angerer und Stadtpfarrer Pater aussetzungen für weiteren Erfolg.“
Josef Brand spendeten den Segen
für weitere erfolgreiche Jahre. Den Standort im Waldviertel und
damit rund 50 Arbeitsplätze zu
Die Festredner hoben vor allem die sichern und weitere zu schaffen, ist Die Styria Print GmbH wurde mit dem Österreichi­
ökologische Positionierung der erklärtes Ziel des Unternehmens. schen Umweltzeichen ausgezeichnet.
Druckerei Janetschek hervor. Das
Unternehmen produziert im Wald- ΎΎwww.janetschek.at

Bei der Gautschfeier wurden sechs MitarbeiterInnen der Druckerei


„W ir sind stolz und freuen uns sehr, nun Träger
des Österreichischen Umweltzeichens zu sein!
Dieses Gütesiegel lässt nach außen erkennen, dass
Janetschek von den Sünden ihrer Lehrzeit reingewaschen. Gautschmeis­ umweltfreundliches Handeln und nachhaltige Produk-
terin Fachgruppenobfrau Ingeborg Dockner führte souverän durch die tion in unserem Betrieb großgeschrieben werden“, so
Zeremonie und erklärte den zahlreichen Besuchern des Spektakels der Geschäftsführer Josef Prasser.
ausführlich den historischen Hintergrund dieses Brauches.
Das Österreichische Umweltzeichen steht seit 1990 für
hohe Lebens- und Umweltqualität. Es dient Konsu-
mentInnen, die durch ihr persönliches Konsumverhal-
ten einen Beitrag zum Umweltschutz leisten möchten,
als wichtige Orientierung.

Die Richtlinien des Zeichens werden laufend aktuali-


siert, sodass ein hoher Qualitätsstandard nachhaltig
garantiert werden kann. Um Transparenz zu gewähr-
leisten, wird die Einhaltung dieser Umweltrichtlinien
durch das Unternehmen alle vier Jahre mithilfe eines
unabhängigen Gutachtens nachgewiesen.

TrägerInnen des Österreichischen Umweltzeichens


signalisieren, dass sie nachhaltiges Wirtschaften unter-
stützen und selbst praktizieren. KonsumentInnen sig-
nalisiert das Österreichische Umweltzeichen Nachhal-
tigkeit und Verantwortung des jeweiligen Betriebes.

ΎΎwww.styria-print.com

4  Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012


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Wussten Sie, dass Zeitungspapier in


Österreich zu rund 90 Prozent aus
Altpapier hergestellt wird?

Zeitungen und Magazine wirken


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der erneuerbaren Ressource Papier
erzeugt und mehrmals gelesen.
Gute Nachrichten für die Umwelt
und Sie als Leser!

Mehr Fakten über die Nachhaltigkeit


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AUS DER DRUCKBRANCHE

Druckhaus Schiner

Gautschfest vor
historischer Kulisse
Anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums des Druckhauses
und seines persönlichen 30-jährigen Branchenjubi­
läums initiierte Jörn-Henrik Stein, Geschäftsführer
Druckhaus Schiner, dem alten Druckerbrauch ent­
sprechend ein öffentliches Gautschfest.

D en historischen Rahmen bot die Gozzoburg in der


Kremser Altstadt. Begrüßt wurden über 300 Gäste
und Zuschauer, unter ihnen zahlreiche prominente
Persönlichkeiten.

Die Gautschmannschaft zog mit Gauklern, Dudelsack-


spieler, Trommler und Reitern durch die Fußgänger-
zone bis zum Hohen Markt. Nach Vorstellung der
Gautschmannschaft wurden die Kornuten gegautscht.
Den Sprung ins kalte Wasser wagten auch die Ehren-
gautschlinge Johannes Gutmann, Geschäftsführer Son-
nentor, und Johannes C. Thiery, Geschäftsführer Hotel
Schloss Dürnstein.
Innovation bei Kreiner-Druck

Von der Magnetkarte


Und auch der langjährige Inhaber und gelernte Setzer
Johann Schiner musste das feuchte Ritual über sich

bis zum Bühnenbild


ergehen lassen.

Green Brands für Druckhaus Schiner

Im Rahmen der Veranstaltung wurde von Norbert Lux,


Seit fast 100 Jahren arbeitet Krei­ vor allem eine Erweiterung der Green Brands, das Green Brands Gütesiegel an Jörn
ner Druck für seine Kunden in Angebotspalette in Bereiche, die Henrik Stein überreicht. Als „Green Brands“ definieren
Kärnten. Heute sind Dr. Armin bisher in Kärnten nicht realisierbar sich Produkte, Unternehmen, Dienstleistungen, Initia-
Kreiner und Mag. Daniel Kreiner waren. tiven, Kampagnen und Persönlichkeiten, die sich ihrer
stolz darauf, in vierter Genera­ ökologischen Verantwortung in besonderem Maße
tion ein gesundes, innovatives Die Möglichkeiten der Digital- bewusst sind.
und expandierendes Unterneh­ druckmaschine „Meteor 8700 XL“
men zu führen. und des neuen HP-Latex-Plotters ΎΎwww.schiner.at
reichen von der Kunststoff-Magnet-

S eit Gründung im Jahre 1913 war


Kreiner Druck bestrebt, Kun-
denwünsche in qualitativ hochwer-
karte für Zeiterfassungs- und
Zutrittssysteme über Banner und
Messestand-Dekorationen bis hin
tiger Form zu erfüllen und dabei zu Textil-Tapeten oder bedruckten
gleichzeitig sowohl technisch als technischen Textilien zur Theater-
auch im Dienstleistungsbereich bühnen-Gestaltung.
„mit der Zeit zu gehen“.
Erstmals ist es in Kärnten möglich,
Ab sofort bekommt der Firmenleit- Kunststoffkarten mit Speicher-
spruch „alles aus einer Hand“ eine Chips (NFC-Technologie) mit
weitere Qualität. Mit Standorten in jederzeit abrufbaren Informationen
Villach, Spittal/Drau und Klagenfurt für Zeiterfassungssyteme oder Mit-
ist das Unternehmen in ganz Kärn- arbeiter-Zutrittskontrollen herzu-
ten präsent. Die aktuelle digitale stellen.
Innovation ermöglicht nicht nur Jörn Henrik Stein, Geschäftsführer Druckhaus Schi­
preiswerte Kleinauflagen, sondern ΎΎwww.kreinerdruck.at ner, als Gautschmeister

6  Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012


KOLLEKTIVVERTRAG

Erfreulicher Erfolg für die Sozialpartnerschaft:

Zeitungsdrucker wieder im Boot


Gesamtkollektivvertrag bis 2016 fixiert

Nach dem erfolgreichen Kollektivvertragsabschluss Kollegen in den Betrieben und für


für die Bogen- und Rollendruckereien im April 2012 die grafische Branche akzeptable
gibt es jetzt auch ein Aufatmen für die Zeitungsdru­ Ergebnisse zu verhandeln“, meint
cker. Sowohl die jährliche Lohnerhöhung als auch der Wirtschaftsbereichsvorsitzende
die Kollektivvertragsbestimmungen für Zeitungen Franz Bittner.
wurden bis 2016 verlängert. Alle drei Verlage mit
eigenen Zeitungsdruckereien, die im Frühjahr – um
sich alle Optionen offen zu halten – ihren Austritt Vorschau – was ist
aus dem Verband Druck & Medientechnik angekün­ bis 2016 zu erwarten?
digt hatten, haben nach den erfolgreich abgeschlos­
senen Vereinbarungen ihre Kündigungen wieder Die Gewerkschaft und der Verband Freut sich über den Abschluss:
zurückgenommen. Druck & Medientechnik werden die Präsident Ing. Rudolf A. Cuturi
Auswirkungen des heurigen Kollek-
tivvertrags auf die Branchensitua-

E s war ein Krimi – aber mit


einem Happy End. Schienen die
Gegensätze zwischen Arbeitgebern
tion sowie die weitere wirtschaftli-
che Entwicklung genau beobachten.
Für alle Branchenbereiche sind
nik seit 1872. Beide Partner konn-
ten – nicht immer sofort im Kon-
sens, aber meist doch im Ergebnis
und Arbeitnehmern zunächst noch regelmäßige Gespräche der Sozial- – für die Betriebe und die Beschäf-
unüberwindbar, gab es im April partner geplant. Notwendige Neu- tigten eine gute Entwicklung erzie-
dann nach langen Verhandlungen regelungen sollen den aktuellen len. „Auf das Erreichte und den
für die Bogen- und Rollenoffsetdru- Marktbedingungen, den wirtschaft- heutigen Abschluss sollen und dür-
cker doch einen neuen Kollektiv- lichen Bedürfnissen von Arbeitge- fen wir stolz sein“, meinten die bei-
vertrag. Mit der Einigung im Zei- bern und den sozialen Bedürfnissen den Verhandlungsführer Bittner
tungsbereich sind jetzt im gesamten von ArbeitnehmerInnen Rechnung und Cuturi.
grafischen Gewerbe die rechtlichen tragen.
Rahmenbedingungen und Mindest- ΎΎwww.gpa-djp.at
löhne bis 2016 fixiert. „Diese Schließlich geht es in der Sozial- ΎΎwww.druckmedien.at
Rechtssicherheit tut der ganzen partnerschaft immer um beide Sei-
Branche gut. Die Betriebe können ten. „Der Verband Druck &
sich jetzt in Ruhe ihrer eigentlichen Medientechnik hat seit vielen Jahr- Zur Presseaussendung
Arbeit widmen“, ist Ing. Rudolf A. zehnten bewiesen, dass er für der GPA-djp:
Cuturi, Präsident des Verbandes Arbeitgeber ein starker und für die
QR-Code scannen!
Druck & Medientechnik erleichtert. Gewerkschaft ein verlässlicher
Sozialpartner ist. Wir werden alles
Auch die Gewerkschaft GPA-djp ist tun, um den sozialen Frieden in der
froh über die Einigung: „Wir begrü- Druckbranche auch weiterhin zu
Zum Verband
ßen es, dass die Druckbranche wei- sichern“, sagt Präsident Ing. Rudolf Druck & Medientechnik
terhin geeint bleibt und die Sozial- A. Cuturi.
partnerschaft Kompetenz bewiesen QR-Code scannen!

hat, auch in wirtschaftlich schwieri- Die Gewerkschaft besteht seit 1842,


gen Zeiten für die Kolleginnen und der Verband Druck & Medientech-

Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012  7


TGA

Ingenieurs-
BauKunst,
Katalog für
den Statiker
Wolfdietrich
Ziesel:
Inter­
nationalismus
eingeführt in
einer frühen
Zusammen-
arbeit von
Walter
Bohatsch und
Clemens
Schedler

Zum Dritten:

Kann Typografie Thema sein?


Zwischenzeitlich Schluss mit der in den letzten bei­
den Ausgaben gestellten Frage, warum Österreich
auf typografischem Terrain – vor allem im Vergleich
A b den 70er-Jahren setzt im
Umgang mit Schrift eine Bewe-
gung in Österreich ein, die nachhal-
ten damit eine Anbindung an inter-
nationales Gestalten. Vorarlberg ist
durch seine kulturelle Nähe zur
mit historischen Leistungen auf anderen künstleri­ tig imstande ist, die Bedeutung Schweiz begünstigt und der unmit-
schen und handwerklichen Gebieten – bis vor Kur­ copytextfähiger Typefaces zu erken- telbare optische Kontakt zur schwei-
zem keine bis eine nicht nennenswerte Rolle im nen und den Umgang mit ihnen zer Typografie erleichtert den dort
internationalen Rahmen gespielt hat. Werfen wir auch zu beherrschen. Vor allem aufwachsenden zukünftigen Grafik-
noch einen kurzen Blick auf die Anfänge einer öster­ Vorarlberger Grafikdesigner – man- designern (wir können zu der Zeit
reichischen typografischen Revolution, bevor wir uns che von ihnen werden in Wien noch nicht von Grafikdesignerinnen
erfrischende Blicke auf die mehr als erfreuliche ihrem Beruf nachgehen – erreichen sprechen) den Ausbruch aus einem
Gegenwart in den nächsten Ausgaben genehmigen durch ihren gekonnten Umgang mit traditionell verfestigten nach- und
werden. Typografie hohes Ansehen und leis- fahrlässigen Umgang mit Schrift.

8  Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012


Aus der Vielzahl und Vielfalt der Entwürfe von
Othmar Motter

Othmar Motter kann als Pionier des führt – macht ihn zum wichtigen
Schriftdesigns in Österreich angese- Wegbereiter eines bis dahin nicht
hen werden. Er ist, nach dem am vorhandenen Bewußtseins für typo-
Bauhaus tätigen und nach Amerika grafisches Gestalten. Bohatsch ins-
emigrierten Herbert Bayer, der erste piriert in der digitalen Frühzeit an
international anerkannte Schriftge- der Hochschule für Angewandte
stalter. Motter absolviert die Meis- Kunst (jetzt Universität für Ange-
terschule der Graphischen Lehr- wandte Kunst) als Vortragender von Neville Brody: Typo statt Bild zur effizienten Unter­
und Versuchsanstalt in Wien und „Typografie unter Einbeziehung des stützung eines bildabhängigen Mediums
gründet mit Klassenkollegen das Computers“ seine StudentInnen
Atelier „Vorarlberger Grafik“ in (unter ihnen Martha Stutteregger,
Hard am Bodensee. Wie selbstver- Robert Sabolovic und Erwin Bauer)
ständlich kann er mit Schriftdesign nachhaltig und bietet erste Gelegen-
seinen Lebensunterhalt im österrei- heiten zu deren eigenwilligen und
chischen Wirtschaftleben nicht eigenständigen Designansätzen.
bestreiten. Er gehört aber mit eini- Bohatschs Büro (www.bohatsch.at)
gen anderen seiner Generation (z. B. ist auch begehrte Stätte der Zusam-
Friedrich Eisenmenger) zu denjeni- menarbeit und Forschung, siehe vor
gen, die als Grafikdesigner im allem die extrem fruchtbare
Bereich Corporate Identity, und da Zusammenarbeit mit Clemens
vor allem mit Logogestaltungen, ein Theobert Schedler 1993–96. Exemp-
Niveau auf der Höhe der Zeit errei- larische, aktuellere Arbeiten sind in
chen. Deren Auftragslage stellt sich Bohatschs Buch „Continuously“
in Österreich als ausreichend dar. dokumentiert und kommentiert.
Außerhalb Österreichs entwickelt
sich Motter in den 70er-Jahren, Vergleichbares in der Lehre leistet
nicht nur in Verbindung mit Andreas Ortag in der Abteilung
Logoanwendungen, zum internatio- Kommunikations- und Grafikdesign
nal meist publizierten österreichi- an der Graphischen, indem er als
schen Schriftdesigner. Typograf Unterricht unter Verwen- Othmar Motters Tektura in Verwendung für interna­
dung der ersten im Schulbetrieb tionale Logos
Ein wesentlicher Vorbereiter der verfügbaren Computer gibt.
gegenwärtigen Typografieszene in
Österreich ist auch der in Basel Einen wesentlichen Impuls für die
ausgebildete Walter Bohatsch. Sein Szene liefert auch die Tatsache, dass einem regen Diskurs, der zwingend Von Martin
Umgang mit Typografie, und hier das österreichische staatliche Fern- die notwendige Theorie zum ange- Tiefenthaler
vor allem seine Recherche und das sehen (ORF) unter der Leitung von regten Handwerk hinzufügt.
sich Verfügbarmachen sowie folgend Markus Hanzer (www.stadtgesprae-
seine sorgfältige und gekonnte Ver- che.com) 1992 bis 1994 Neville In den nächsten Ausgaben werden
wendung aktueller, qualitativ Brody mit einem Redesign seines wir eine Bestandsaufnahme der
Zur tga:
höchststehender Schriften, ebenso Auftritts beauftragt. Alleine die aktuellen typografischen Szene in QR-Code scannen!
wie die theoretische Beschäftigung Anwesenheit Brodys, der in Wien Österreich präsentieren – das sind
mit typografischen Fragen und kein eigenes Studio installiert, son- gute Aussichten, so viel kann vor-
deren praktische Beantwortung – dern in Wiener Grafikbüros noma- weggenommen werden.
also das Agieren in einem Überbau, disch als Gast arbeitet (z.B. Fine-
der Theorie und Praxis harmonisch Line, Büro X, DMC), wirkt befruch- ΎΎwww.bohatsch.at
und spannungsreich zusammen- tend auf die Szene und führt zu ΎΎwww.typographischegesellschaft.at

Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012  9


AUS DER DRUCKBRANCHE

Offset 5020 und Lars Kroiss (vormals Reiter Offset) intensivieren langjährige Zusammenarbeit

Offset 5020: Gemeinsam mehr bewegen

W enn zwei erfolgreiche Unter-


nehmen mit großer Erfah-
rung im Offset- und Digitaldruck
5020 bestmöglich eingesetzt um
kleine wie auch große Projekte
gemeinsam erfolgreich zu verwirk-
ihre Kräfte und Stärken bündeln, lichen. Den Kunden von Lars Kroiss
können die Kunden von dieser steht zukünftig außerdem eine noch
Zusammenarbeit nur profitieren: größere Angebotspalette zur Verfü-
Von der Visitenkarte, Flyer und gung.
Poster über Briefpapier und Post-
wurf bis hin zum großen Image- „Neue Herausforderungen stärken
buch in Großauflage – der breit jeden Betrieb, unterstützt durch das
gestreuten Kundenpalette steht ab Know how von Lars Kroiss können
sofort ein noch größeres Angebots- wir einem noch größeren Kunden-
spektrum zur Verfügung. stamm kostengünstige Standard-
produktionen wie auch einzigartige
Freuen sich über die Intensivierung der Zusammen­ Das professionelle Team rund um und beratungsintensive Drucksor-
arbeit: Gerald Watzal (Offset 5020) und Lars Kroiss. Gerald Watzal von der Druckerei ten bieten“, freut sich Gerald Watzal
Offset 5020 sowie Lars Kroiss ste- auf die Zusammenarbeit. Bestes
hen auch in Zukunft ihren langjäh- Service, kompetente Beratung und
„Wo Druck gefragt ist, sind wir rigen Kunden als kompetente kurze Lieferzeiten haben für beide
dabei!“ – Nach diesem Motto Ansprechpersonen mit gewohntem Firmen oberste Priorität.
haben sich die Druckerei Offset Einsatz zur Verfügung.
5020 und Lars Kroiss in Salzburg
bereits seit vielen Jahren einen Gemeinsame Ziele verwirklichen
sehr guten Namen gemacht. Um
den Kunden eine noch breitere Die Partnerschaft hat nicht nur für Dieses ÖGG
Angebotspalette zu bieten und die Kunden viele Vorteile: Mit der wurde von der
alle Synergien bestmöglich zu Philosophie „gemeinsam mehr Druckerei Offset
nutzen, intensivieren sie ab sofort bewegen“ werden die technischen 5020 in Salzburg
ihre langjährige Partnerschaft. Möglichkeiten der Druckerei Offset gedruckt.

10  Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012


GRAPHISCHE

printfair 12: Fachvorträge


und Staatsmeisterschaften
Die printfair 12 wird am 23. und 24. Oktober in der
Graphischen in Wien stattfinden. Während der
Messe wird es eine Reihe von Fachvorträgen geben.

Adobe-Kino

Beim Haupteingang im 2. Stock


(Weissraum) gibt es an beiden
Tagen das Adobe-Kino. Gezeigt
werden Features rund um CS6,
jeweils mit den Schwerpunkten
Grafik, Multimedia, Video und
Apps. Flexodruckformenherstellung vor, Staatsmeisterschaften
Flexcel NX und Flexcel Direct. an der Graphischen
Verpackungscorner
Am 23. und 24. Oktober 2012 ist die
Das Thema Verpackung steht heuer Hybriddruck Graphische wieder Austragungsort
mehrfach im Mittelpunkt. der Staatsmeisterschaften in den
Reinhold Frech von Kodak spricht Bereichen PrintTechnician, Webde-
Suzanne E. McEwen (Pro Carton) über den Hybriddruck mit Kodak sign und Grafikdesign.
präsentiert die Studie „Verpackung: Prosper-Inkjet-Eindruckköpfen.
ein Medium mit hoher Durch- Hier werden junge Druck­
schlagskraft. 23 Kommunikations- Die Kombination von Offsetdruck technikerInnen aus ganz Österreich
kanäle im Vergleich“. und variablem Inkjet-Eindruck ihre Kompetenzen im Bereich der
führt die Stärken beider Technolo- Druckproduktion zeigen.
Werner Thiele (streulicreations) gien zusammen und ermöglicht
erklärt, warum wir blaue Spaghetti neue Marketingaspekte, die mit nur Neben dem Beherrschen des
nicht mögen, warum uns Pepsi einem Druckverfahren entweder Druckprozesses werden auch das
besser schmeckt, wir aber Coca nicht möglich oder nicht wirt- Datenhandling, die Bedienung des
Cola kaufen und welche Bedeutung schaftlich wären. Der Vortrag legt Workflows bis zur Druckformen-
die Maße 90-60-90 noch haben die technischen Grundlagen, erläu- herstellung und die Messtechnik im
können. tert die Vorzüge des Hybriddrucks Bereich der Qualitätssicherung als
und zeigt prominente Beispiele aus Beurteilungskriterien herangezogen.
Dieter Weinle (Kodak) spricht über der Praxis. So führt z.B. Axel Sprin-
die Flexodruckformenherstellung. ger Marketingkampagnen mit vari- Der Staatsmeister 2012 wird Öster-
Flexodruck ist mit Entwicklungen ablen Daten durch, um das Inter- reich bei der Berufsweltmeister-
bei Druckmaschinentechnologie, esse des Lesers zu erhöhen und die schaft 2013 in Leipzig vertreten.
Rasterwalzen und Druckfarben Anzeigenschaltungen zu stabilisie-
vom Ruf des Billigverfahrens aufge- ren. Weitere Praxisbeispiele u.a. bei ΎΎwww.printfair.at
stiegen zu einem Verfahren und Direct Mails zeigen Facetten der
zeigt durch Qualität und Wirt- vielfältigen Anwendungsmöglich-
Weiteres zur
schaftlichkeit am Point-of-Sale keiten. printfair:
seine Wirkung. QR-Code scannen!
Beginnzeiten der Vorträge finden
Kodak stellt zwei Verfahren der Sie auf der Website der printfair.

Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012  11


VFG AKTUELL

Aktuell
von Prof. Dr.
Werner Sobotka

Dr. Werner Sobotka berichtet von der Digitaldruckkonferenz 2012 aus Quebec.

Kann es Koexistenz zwischen Print


und digitalen Medien geben?
Alljährlich treffen sich Experten aus zwanzig Natio­ punktscharfe Übertragung der Farbe malen Papiersorten bedruckt wer-
nen, um über die neuesten Entwicklungen der vom Trägerband aufs Papier, den können. Darüber hinaus sind
Digitaldruckforschung und der Digitalen Fabrika­ dadurch bessere Punktschärfen und die Druckprodukte auch völlig nor-
tion sprich Electronic Printing zu unterhalten und natürlich größere Farbumfänge als mal deinkbar. Hidetoshii Shinada,
die neuesten Ergebnisse auszutauschen. Diesmal im Offsetdruck. All das sind Fea- Vizepräsident von Fujifilm Dimatix,
war die Veranstaltung besonders brisant durch die tures, die sich erst in der Praxis sieht in dieser Entwicklung einen
Anwesenheit von Benny Landas Chefentwickler, beweisen müssen. Im persönlichen Schritt zur Entwicklung des Inkjet-
Gilad Tzori, der in seinem Vortrag über den nano­ Gespräch mit Tzori deutet er als Verfahrens als Zukunftstechnologie.
grafischen Prozess Licht in die Hintergründe dieses Termin für eine erste verfügbare
Verfahrens bringen sollte. Produktionsmaschine den Beginn Als letzten großen Bereich, der wohl
des Jahres 2014 an. auch in Zukunft noch der analogen

D och mehr als bei der drupa


wollte er auch diesmal nicht
preisgeben und seine Äußerungen
Auch die Vorstellung einer neuen
Fuji-Maschine für Flüssigtinten mit
Drucktechnologie zum größten Teil
vorbehalten bleiben wird, nennen
die meisten Experten den Verpa-
über die neue Übertragungstechno- einer entsprechenden Primer-Tech- ckungsdruck. Aber auch dort gibt es
logie eines indirekten Inkjetsystems, nologie zeigt, wohin die Reise geht. starke Zuwächse für digitale Verfah-
bei dem vor allem einige unange- Diese Maschine ähnelt einer Offset- ren, vor allem in den Bereichen der
nehme Begleiterscheinungen des maschine und ist doch völlig digital. Spezialisierung und der Personali-
Inkjets verhindert und viele Parame- Die Geschwindigkeit beträgt derzeit sierung.
ter verbessert werden sollen, waren nur etwa rund 2.000 Drucke pro
auch in Quebec eher noch mystisch Stunde; doch im Konzept ist es die Ein weiterer interessanter Aspekt ist,
und technologisch nicht wirklich neue Technologie der Zukunft. dass sich die großen Digitaldruck-
untermauert. Weniger Energiebe- konzerne in ihren Forschungslabora-
darf durch nicht direktes Eindringen Eine Technologie mit Druckergebnis- torien bereits in eigenen Abteilungen
der Farbe ins Papier sowie bessere sen, die es auch wirklich gibt, die mit dem Thema „Paperless Research“
und punktschärfere Übertragung dem Offsetdruck sowohl in Punkt- beschäftigen.
der Farbe vom Trägerband, dessen schärfe als auch Farbumfang weit
Beschaffenheit das wohl noch größte überlegen sind und der neuen Pri- Die Entwicklungen in diesem
Mysterium darstellt, weiters die mer-Technologie, mit der alle nor- E-Paper-und E-Reader-Bereich

12  Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012


Leserbrief
stehen sicherlich erst am Anfang. und wird es auch in Zukunft bleiben. Sehr geehrte Redaktion!
Die Situation im Bereich der Lesege-
wohnheiten ist in Amerika doch sehr Papier ist einfach zu manipulieren, Gerade halte ich das neue ÖGG-Magazin in der
verschieden zu jener in Europa. jedoch nicht einfach zu betrachten. Hand. Danke für:
Doch vor allem der Niedergang der Deswegen kann man Papier als das • Die Berichterstattung über den Printissimo (S. 20)
Zeitungsinserate in den USA und ideale Gebrauchs- und Manipula­ und
Kanada sollten wohl auch uns Euro- tionsmedium ansehen, während • Die Schaltung einer weiteren PrintPower-Anzeige
päern zu denken geben. die Elektronik doch mit Abstand das
beste Präsentationsmedium dar- Noch etwas anderes:
Gibt es also eine friedliche Koexis- stellt. • Ihre Cover-Line „Wir lieben Papier“ passt gut zu
tenz zwischen dem Medium Print unserer neuen Anzeigenwelle für TwoSides, die
und den digitalen Medien und wo Doch auch im Rahmen der totalen gerade dieser Tage anläuft. Vielleicht haben Sie
könnte sie liegen? Das ist wohl die Information bleibt immer noch viel die PR dazu gesehen. Der Slogan in diesen Anzei-
wichtigste Frage für die Zukunft Platz für Papier. Waren es im Jahre gen lautet nämlich „Natürlich lieben Sie Papier“.
einer erfolgreichen Druckindustrie. 2011 2,7 Zetabyte an Informationen (Redaktionelle Anmerkung: siehe dazu auch die
Diese friedliche Koexistenz wird weltweit, so rechnet man bereits für Seiten 5 und 19 in diesem Heft).
sicherlich nicht von den großen das Jahr 2015 mit 8 Zetabyte, einer • Zusätzlich wünscht sich KommR Wieder im
Druckmaschinenherstellern in Verdreifachung des Informationsvo- Vorwort, Papier und PrintProdukte nicht
Europa vorangetrieben, sondern sie lumens – da werden doch einige mieszureden – ganz unsere Meinung.
kommt – wenn überhaupt – von den Möglichkeiten für Papier enthalten • Einmal ein anders Cover-Papier zu verwenden
Digitaldruckherstellern. sein. finde ich übrigen eine nette Idee.

Was heißt nun Medienharmonie in Verpackung wächst, damit auch der Liebe Grüße
Praxis und wie wird das Thema von Druck auf Papier und Karton, Patrick Mader
Experten der großen Digitaldruck- jedoch auch überproportional der
hersteller gesehen? Einsatz von Digitaldruck. Einfach Mag. Patrick Mader
gesagt: Digitale Inhalte treiben auch Kommunikation & Wirtschaft
Der wohl wichtigste Grundsatz, der den Druck vorwärts und durch die Austropapier
drastisch von der traditionellen digitale Welt wird eine Vielfalt von
Sichtweise der Printmedien neuen Anwendungen entstehen, von
abweicht, lautet: Verwende Papier der die Druckindustrie heute nur Zwei gebrauchte, aber gut erhaltene Apple-Rechner
nicht als Speichermedium. Das träumen kann. Zu viel sollte die zur Verwendung im Unterricht an der Graphischen
Aufbewahren von Papierprodukten zukünftige Druckindustrie also übergab vor Kurzem Mag. Christian Handler vom
bleibt den Bibliotheken vor allem für nicht auf Marketingaktivitäten in Verband Druck & Medientechnik (Mitte) an den
wertvolle Bücher vorbehalten und gedruckter Form setzen. Vor allem Abteilungsvorstand Druck & Medientechnik,
auch Bibliotheken nutzen schon die die Kleinauflagenbücher bis hinun- Dipl.-Ing. Manfred Niedl (links) und Direktor
Technologien der modernen digita- ter zu Auflagen von einem Exemplar HR Gustav Linnert Foto: Ernst Elsnic
len Speichermedien. Papier ist ein werden exponenziell wachsen.
Medium für den täglichen Gebrauch
und hat noch immer enorme Vor- Medienharmonie – Drucken für den
teile gegenüber den digitalen sofortigen Gebrauch – keine Lager-
Medien. Papier muss in der richti- haltung – keine Papierarchive –
gen Form verwendet und bedruckt Just-in-Time – das sind Schlagworte,
werden. Der Grundsatz: „Papier die vor allem den Digitaldruck und
muss in der richtigen Form zur rich- da wieder den Inkjet als das Druck-
tigen Zeit am richtigen Platz einge- verfahren der Zukunft deutlich her-
setzt werden“, ist noch immer gültig ausheben. Das war die Meinung der
von mir befragten Experten beim
Weltdigitalkongress in Quebec.
Direkt zum VFG:
QR-Code scannen!
Die Zukunft von Print liegt also im
Digitaldruck, das ist die einhellige
Meinung.

Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012  13


FESPA

Fespa 2013
Die größte aller Fespa-Messen, die
Fespa 2013 wird vom 25. bis 29.
Juni 2013 im ExCeL-Center in Lon-
don stattfinden.
Fespa würdigt führende
Es ist abzusehen, dass diese Messe Druckvertreter
alle Rekorde sprengen wird. Mehr
als 310 Aussteller haben ihre Reser- Die Fespa hat Druckereien, Herstel-
vierung bereits bestätigt. Damit ist ler, Zulieferer, Druckeinkäufer und
die Ausstellerzahl fast doppelt so Endnutzer eingeladen, Anbieter von Fespa Mitteleuropa Konferenz
hoch wie bei der Vorgängermesse Drucklösungen (PSP) für die Hall of
2010 in München. Fame 2013 zu nominieren. Die Hall Lernen Sie Pioniere
Flächenmäßig wird die Fespa 2013
of Fame gibt einen Überblick über
die führenden Druckereien und
und Vorreiter der
auf jeden Fall die größte Fespa aller wurde erstmals 2011 abgehalten. Branche kennen!
Zeiten sein. Es mussten bereits zwei
zusätzliche Messehallen gebucht Diese Aktion wird auf der FESPA Die erste Fespa Mitteleuropa
werden. 2013 in London ihren Höhepunkt Konferenz 2012 wird von den
finden, auf der neben den fünf füh- deutschsprachigen Verbänden
Die Fachmesse für den Sieb- und renden Druckereien eines jeden gemeinsam organisiert und wird
Textildruck sowie den Digitaldruck Landes auch der „Global Printer of am 24. Oktober 2012 in Frankfurt
im Großformat wird im modernen the Year“ verkündet wird. stattfinden.
Messezentrum ExCeL London in
den pulsierenden Docklands im
Osten von London stattfinden. D ie drei deutschsprachigen Ver-
bände der FESPA – der deut-
sche Bundesverband Druck &
Medien (bvdm), der Schweizer Ver-
Über die FESPA band Werbetechnik und Print
Fespa Eurasia (vwp) sowie der Verband Druck &
Die FESPA ist eine Non-Profit- Medientechnik Österreich – haben
Mit der Fespa Eurasia will die Fespa Organisation, ein Dachverband ihre Kräfte gebündelt, um Füh-
ihr Messegeschäft weiter ausbauen. von nationalen Verbänden. Die rungskräften der Druckbranche aus
Die Auftaktveranstaltung soll vom FESPA veranstaltet Ausstellun- ihren Ländern aktuelle Einblicke in
3. bis zum 5. Oktober 2013 im CNR gen und Konferenzen für die die Innovationen der Bereiche
Expo in Istanbul stattfinden. Digitaldruck- und Siebdruckin- Nachhaltigkeit und Standardisie-
dustrie. rung zu bringen. Die Vorträge auf
Istanbul, die Brücke zwischen Das Ziel der FESPA ist, Siebdruck der Konferenz werden von führen-
Europa und Asien, wurde als Stand- und Digitaldruck zu promoten den Industriespezialisten gehalten
ort für die Fespa Eurasia Show aus- und Wissen über diese Technolo- und so die Teilnehmer mit wertvol-
gewählt. Es liegt im Zentrum der gien zu verbreiten. len Hinweisen wie auch praktisch
türkischen Wirtschaft, Kultur und umsetzbaren Geschäftsideen ver-
Geschichte und bietet eine In Österreich wird die FESPA sorgen.
moderne Infrastruktur. durch den Verband Druck &
Medientechnik Österreich reprä-
Rund 8.000 Besucher will die FESPA sentiert. Teilnahmegebühren
zur Eurasia 2013 Show locken. Die
Veranstaltung soll alle Aspekte des FESPA „Profit for Purpose“ Die Teilnahme kostet 150 Euro für
großformatigen Digitaldrucks, der FESPA hat in den letzten sieben Mitglieder einer FESPA-Organisa-
Schilderherstellung, der Beklei- Jahren viele Millionen Euro in die tion und 250 Euro für Nichtmitglie-
dungsdekoration und des Sieb- weltweite Druckbranche inves- der. Den Mitgliedercode zur ver-
drucks abdecken. tiert und so das Wachstum des günstigten Anmeldung erhalten Sie
Marktes gefördert. Für nähere als Mitglied beim Verband Druck &
Die Türkei ist eine der am schnells- Informationen besuchen Sie Medientechnik
ten wachsenden Volkswirtschaften bitte
Europas und ein riesiger Wachs- ΎΎ www.fespa.com ΎΎwww.fespa.com/fmk
tumsmarkt für die Druckindustrie. ΎΎwww.druckmedien.at

14  Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012


LITERATUR&ZU
FORDERN FÖRDERN
CS5
Zur Förderung von Aus- und Weiterbildung in der grafschen Branche

Maiwald-Institut Auf der Suche nach den Besten

vergibt Stipendien Golden Pixel 2012


Der Golden Pixel Award, die österreichische Aus­
zeichnung für fortschrittliche und innovative Druck­
projekte, wird heuer zum zwölften Mal vergeben. Die
Zur Förderung von Aus- und Wei­ Die notwendigen Unterlagen sind Award Gala findet am 8. November 2012 im Marx­
terbildung in der grafischen Bran­ bis 30. November für das laufende palast in Wien statt.
che vergibt das Dr.-Willi-Mai­ Schuljahr einzureichen.
wald-Institut wiederum Stipen­
dien in der Höhe von 500 Euro pro
Semester.
Die Auszahlung des Stipendiums
erfolgt jeweils am Ende des Semes-
D er Golden Pixel 2012 zeichnet nicht nur das End-
produkt aus, sondern setzt den gesamten Projekt-
gedanken in den Mittelpunkt, indem er die Qualität
ters per Überweisung nach Vorlage des Produkts durch die professionelle Arbeit des Kun-
Voraussetzung zur Erlangung eines des Semester-Zeugnisses mit einem den, der Agentur und der Druckerei in seiner Gesamt-
Stipendiums sind die erfolgreich Notendurchschnitt von mindestens heit bewertet.
abgeschlossene Lehre eines grafi- 2,0 und ohne Nichtgenügend.
schen Berufs, die Weiterbildung an Von Juli bis Ende September lief die Einreichphase für
der Höheren Graphischen BLVA, Die Höhe des Stipendiums beträgt den 12. Golden Pixel Award. Interessierte Unterneh-
der „Graphischen“, die EU-Bürger- 500 Euro pro Semester. men der österreichischen Druck- und Medienindustrie
schaft, ein ordentlicher Wohnsitz in hatten die Gelegenheit, Projekte für den Wettbewerb in
Österreich und die finanzielle För- Kontakt heuer insgesamt 14 Kategorien einzureichen:
derungswürdigkeit. • Ökologisch & Umweltfreundlich
Dr.-Willi-Maiwald-Institut über: • Akzidenzen
Die Gewährung eines Stipendiums Verband Druck & Medientechnik • Geschäftsberichte
erfolgt bei Erfüllung der Vorausset- Grünangergasse 4, 1010 Wien • Plakat & Visuelle Kommunikation
zungen für jeweils ein Schuljahr, T 01/512 66 09 • Buch & Bildbände
wenn der geforderte Notendurch- • Direct Mail & TransPromo
schnitt erreicht wird. ΎΎverband@druckmedien.at • Cross-Media-Projekte
• Hybridproduktion
• Magazine
• Printer’s Best – Eigenprojekte Druckereien
• Studentenprojekte mit internationaler Beteiligung
Austropapier: Eckpunkte zur Roadmap 2050 • Verpackung & Veredelung
• Etiketten
Austropapier-Geschäftsführer zuentwickeln wird nicht ausrei- • Flexodirektdruck auf Wellpappe
Oliver Dworak legte erste Eck- chen – wir benötigen echte Tech-
punkte aus Sicht der Zellstoff- und nologiesprünge.“, unterstrich Einreichen macht Sinn
Papierindustrie zur Umsetzung Dworak.
der EU Roadmap 2050, des Fahr- Der Golden Pixel Award zählt zu den Top-Awards der
plans der Europäischen Kommis- Als größte Herausforderungen für österreichischen Druck- und Medienindustrie. Eine
sion zur Schaffung eines wettbe- die Zellstoff- und Papierindustrie internationale Jury unter der Leitung von Prof. Dr.
werbsfähigen und CO2-armen bei der Umsetzung der ambitio- Werner Sobotka sorgt dafür, dass in jeder Kategorie das
Europas, vor. Ziel ist, die Treibh- nierten politischen Zielsetzungen beste Projekt gekürt wird. Die Sieger verstehen die
ausgasemissionen bis 2050 um 80 nannte Dworak eine dauerhafte Auszeichnung als Anerkennung ihrer hervorragenden
bis 95 % zu reduzieren. und zuverlässige Rohstoffversor- Leistung und setzen sie ferner gezielt in der Kommuni-
gung zu wettbewerbskonformen kation mit ihren Kunden ein.
Ergänzend zu bewährten Techno- Kosten, , einen funktionierenden
logien sollen vor allem heute noch Wettbewerb am europäischen Mit der Golden Pixel Trophy wird heuer abermals ein
nicht verfügbare Innovationen in Energiemarkt, sowie die Verfüg- Gesamtsieger aller Kategoriesieger ermittelt. Es handelt
den kommenden Jahrzehnten zur barkeit innovativer energie- und sich dabei um einen Wanderpokal, der jährlich an den
umfassenden Reduktion und Spei- emissionsarmer Technologien. jeweils neuen Gesamtsieger weitergegeben wird.
cherung von CO2 beitragen. „Nur
vorhandene Technologien weiter- ΎΎwww.austropapier.at ΎΎwww.golden-pixel.at

Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012  15


FARBEN & PAPIER

Mineralölfreie
Druckfarben
Die Hubergroup erweitert ihr Portfolio von nachhalti-
gen Produkten um mineralölfreie Offsetdruckfarben.
Pause, analog
Hauptcharakteristikum der modernen Druckfarben-
technik ist, dass anstelle der fossilen Rohstoffe nach-
wachsende Rohstoffe auf Pflanzenölbasis zum Einsatz
kommen. Von Christian Kusstatscher Gespräch. Holmen Book ist ja der
eigentliche Markenname, bei uns
Die neuen Druckfarben sind zu rund 80 Prozent aus Ich sollte beim Schreibtisch sitzen sagen die meisten aber schon jetzt
erneuerbaren Rohstoffen zusammengesetzt. Die und mir Gedanken zur „Analogen „Echt“ dazu.
Druckfarben auf Pflanzenölbasis überzeugen neben Pause“ machen. Stattdessen stehe
ihren ökologischen Vorteilen vor allem durch ihre ich in einem Spielzeugtempel und Wir haben davon ein paar Tage
rundum positiven drucktechnischen Eigenschaften, ist notiere die Geschenkwünsche mei- später einem Kollegen erzählt. Der
die Hubergroup überzeugt. Das gilt sowohl für den ner Jüngsten für ihren anstehenden holt eine Kulturzeitschrift aus der
Bogenoffsetdruck, wo diese Zusammensetzung mittler- Geburtstag in mein Smartphone. Tasche, im Digitaldruck gedruckt
weile Stand der Technik ist, als auch im Rollenoffset. Prokrastination – typische Erledi- auf einer Hochleistungsmaschine.
gungsblockade, aber eigentlich auch Unser „Echt“ aus unserer analogen
Die Hubergroup ist ein deutscher Hersteller für Druck- schon mitten im Thema. Pause im Digitaldruck. Was jetzt
farben, Lacke und Druckhilfsmittel. Mit derzeit 40 her musste, lag auf der Hand: die
Unternehmen und mehr als 150 Standorten ist sie welt- Wesentlich rascher und auch struk- analoge Antwort – ein Ideenfänger,
weit tätig. turierter als dieser Text war die Idee eine analoge Festplatte.
Das Familienunternehmen ist seit nahezu 250 Jahren in zu „Echt“ und der „Analogen Pause“.
der Druckfarbenbranche aktiv und fertigt Produkte für Entstanden aus einem offenbar ext- Entstanden ist dann daraus ein
den Verpackungsdruck, Zeitungsdruck und für Akzi- rem starken Gefühl der Übersätti- hübsches Notizbüchlein. Ein giftgrü-
denzen. Im Jahr 2011 erwirtschaftete die Gruppe mit gung an Excel, iPad, E-Mail und ner PopSet-Umschlag mit edler
3.600 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund Konsorten, während eines kreativen Prägung schützt 48 unschuldige
800 Millionen Euro. Sortimentmeetings, das eigentlich Seiten aus „Echt“. Zusammengehal-
einen ganz anderen Zweck verfolgte. ten wird die Freude durch eine
ΎΎwww.hubergroup.com geschmackvolle Fadenbindung.
Pate gestanden hat ein Papier, das
wir schon seit Längerem im Sorti- „Echt“ (Holmen Book) ist leicht holz-
ment haben, dem wir aber weniger hältig, erhältlich in 70g/m² mit
Beachtung, kaum Zeit zur Muse, 1,8-fachem Volumen in den Forma-
geschenkt hatten. Ein holzhaltiges ten 61/86, 64/88 und 70/100.
Papier mit 1,8-fachem Volumen. Ein
Medium, das raschelt, wenn man es Der Autor der analogen Pause,
durch die Hände gleiten lässt, das Christian Kusstatscher ist Marke-
rauscht, wenn man mit den Finger- ting & Communication Manager
kuppen darüber streicht, das den von Antalis Austria, sorgt sechsmal
Farbton ändert, wenn es längere pro Jahr für die pünktliche Liefe-
Zeit UV-Licht ausgesetzt wird, eines rung des Papiers für das ÖGG.
das vergilben kann. Ein Medium,
das echt ist, pur, ursprünglich und Fragen Sie ihn doch, ober er noch
wahr. ein Echt-Notizbüchlein für Sie hat.

„Echt wäre eigentlich der passende ΎΎ Christian.Kusstatscher@antalis.at


Name dafür“, kam es recht bald im

16  Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012


UMWELT
Nachhaltigkeit von Printmedien:

Two-Sides-Kampagne
geht in die nächste Runde

Bereits im Vorjahr wiesen Anzei­ bandes Österreichischer Zeitungen der wächst ständig nach: In Papier wird
gen in ganz Österreich auf die (VÖZ), zur Bedeutung von Print für Österreich hat die Waldfläche aus dem
Nachhaltigkeit von Papier und die Medienbranche: „Österreichs laut aktueller Waldinventur seit erneuerbaren
Printmedien hin. Heuer startete Bevölkerung stillt ihren Hunger dem Jahr 2000 um durchschnitt- Rohstoff Holz
die aktuelle Two-Sides-Kampa­ nach Nachrichten zum überwiegen- lich 4.300 Hektar Waldfläche hergestellt, für
gne in Österreich Anfang Juli. den Teil mit Printprodukten. Darü- zugenommen. Das entspricht gedrucktes
ber hinaus werden Zeitungen immerhin dem 6.000-fachen Papier in

D er Verband Österreichischer
Zeitungen (VÖZ) unterstützt
die Kampagne. Zu den Trägerorga-
mehrmals gelesen, was sich in einer
Gesamtreichweite der heimischen
Printtitel von 73 Prozent nieder-
eines Fußballfeldes Da fast das
gesamte Holz, das die Papierin-
dustrie in Europa verarbeitet,
Österreich wird
kein Wald
geopfert.
nisationen von Two Sides zählen schlägt. Das kommt auch der auch aus Europa stammt, kann
darüber hinaus die Vereinigung der Umwelt zugute. Papier und Zeitun- man sich darauf verlassen, dass
Österreichischen Papierindustrie gen verbindet also auch im 21. Jahr- für hierzulande produziertes
(Austropapier), die in der VOEPA hundert eine nachhaltige Partner- Papier kein Wald „geopfert“ wird.
zusammengeschlossenen Papier- schaft im Dienste der Leser und der
großhändler, der Verband Druck & Umwelt.“ • Die Papierindustrie ist Bioener-
Medientechnik, die Österreichische gie-Vorreiter: Laut CEPI Paper-
Post AG sowie einzelne Druckerei- Natürlich lieben Sie Papier online 2010 stammt in Öster-
und Zulieferbetriebe, Papierhändler reich 51 % der Energie, die von
und Papiererzeuger. Die Budgets für „Natürlich lieben Sie Papier“ – so der Papierindustrie verwendet
die nun anlaufende Two Sides- lautet der neue Two Sides-Slogan. wird, aus Biomasse. Die Branche
Initiative stammen jeweils zur Und diese Grundbotschaft wird mit ist außerdem verantwortlich für
Hälfte aus österreichischen und zahlreichen Argumenten unter- 27 % der gesamten Biomasse-
europäischen Mitteln. mauert: Produktion in der EU.

Recycling, nachhaltige Forstwirt- • Papier wird aus dem erneuerba- • Auch Online-Kommunikation
schaft, Klimaschutz ren Rohstoff Holz erzeugt. Und verursacht Emissionen: Laut
Royal Swedish Institute of Tech-

g in
„Wir haben im Vorfeld des nology ist der „ökologische Fuß-
Relaunchs umfangreiche Marktstu-
Nachhalti ung abdruck“, der durch das Lesen
ieh
jeder Bez
dien und eine europaweite Umfrage einer Tageszeitung entsteht, um
durchgeführt. Die Umwelt-Themen, 20 % kleiner als jener, der beim
die die Konsumenten im Zusam- Lesen derselben Nachrichten-
menhang mit Papier und Printme- menge über Online-Medien
dien am meisten beschäftigen, entsteht.
betreffen Recycling, Wälder und Wussten Sie, dass Zeitungspapier in
Österreich zu rund 90 Prozent aus
Altpapier hergestellt wird?

Klimaschutz. Diesem Interesse der Zeitungen und Magazine wirken


doppelt nachhaltig: Sie werden aus
der erneuerbaren Ressource Papier

Mitgliedschaft
erzeugt und mehrmals gelesen.

Papierkonsumenten und Medien- Gute Nachrichten für die Umwelt


und Sie als Leser!

Mehr Fakten über die Nachhaltigkeit

nutzer tragen wir mit der neuen


von Printmedien erfahren Sie unter
www.twosides.at

Kampagne Rechnung“, erklärt Verbände und Unternehmen der


Weiter zu Two Sides
Michael Radax, Präsident der Initia- Print-Wertschöpfungskette sind QR-Code scannen!
tive Two Sides in Österreich. Alles
Ein Mitglied des
eingeladen, Mitglied der Initiative
im
Scannen Sie diesen QR-Code,
um mehr informationen über
Two Sides zu erhalten.
grünen
Bereich Two Sides zu werden.
„Die Beziehung zwischen Zeitungen
und Papier steht auf einem soliden Mit diesen Sujets wirbt „Two
Fundament“, betont Gerald Grün- Sides“ für die Nachhaltigkeit von ΎΎ mader@austropapier.at
berger, Geschäftsführer des Ver- Papier ΎΎwww.twosides.at

Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012  17


PAPIER

ISO-Normentwurf zum CO2-Aufkommen von Druckprodukten erschienen

Klimarechner der Druckverbände


international beispielgebend
Die Nachfrage nach klimaneutra­ kann. Der Entwurf ist mit weiteren
len Druckprodukten wachse auch Umweltnormen wie ISO 14020, ISO
international stark, berichtet der 14040, ISO 14044 und ISO/DIS
deutsche Bundesverband Druck, 14067 inhaltlich abgestimmt und
bvdm. richtet sich primär an Organisatio-
nen, die Systeme zur Ermittlung des

D ie CO2-Bilanzierung und
Kompensierung zeige den
Unternehmen nicht nur ökologi-
CO2-Aufkommens bereitstellen.

Der Bundesverband Druck und


Digital und grün?

DigiGreen
sche Optimierungs-, sondern regel- Medien sieht die langjährigen
mäßig auch wirtschaftliche Einspar- Bemühungen der Druck- und
potenziale auf. Basis aller Maßnah- Medienverbände und der deutschen Die neue Papiersorte DigiGreen
men ist ein umfassendes Klima- Der Klimarech­ Druck- und Medienunternehmen besteht aus 60 % Altpapier sowie
modell, das alle wichtigen CO2- ner der Druck- für den Klimaschutz durch den 40 % FSC-zertifizierten Frischfasern
Quellen rund um die Infrastruktur und Medien­ vorliegenden internationalen und ist für den Einsatz im Digital-
des Unternehmens und eines verbände Norm­entwurf bestätigt. Der Klima- druck konzipiert.
Druckauftrages beinhaltet. Der berechnet für rechner der Druck- und Medienver-
Klimarechner der Druck- und jeden einzelnen bände könne so auch international Das beidseitig gestrichene
Medienverbände berechnet so für Druckauftrag zunehmend eine Vorreiterrolle für Recyclingpapier wird in Gramma-
jeden einzelnen Druckauftrag die die genaue den Klimaschutz in der Druck- und turen von 100 bis 350 g/m² und
genaue Menge an ausgestoßenem Menge an aus­ Medienindustrie haben. fertig vorgeschnittenen Digital-
Kohlendioxid. Er berücksichtigt gestoßenem druckformaten geliefert. Die glatte
neben dem Materialeinsatz und der Kohlendioxid. Im Jahr 2011 nutzten mehr als 330 homogene Oberfläche und die gute
Druckauflage sehr viele Einzelpara- Druckereien in Deutschland den Tonerhaftung auf allen Digital-
meter zum Energieeinsatz und -ver- CO2-Rechner, um ihren Kunden drucksystemen sollen eine hohe
brauch, zu Produktionsmitteln und klimaneutrale Druckprodukte Druckqualität sicherstellen.
-verfahren sowie Transportwegen anzubieten. Der Klimarechner der
und -mitteln. Druck- und Medienverbände DigiGreen wird unter Einhaltung
berechnet die CO2-Bilanz der der Umweltnorm ISO 14001 herge-
Neue Norm ISO 16759 baut auf Druckaufträge, spezialisiert nach stellt, ist FSC-zertifiziert, trägt das
Klimarechner auf Druckverfahren von Digitaldruck EU-Ecolabel und wird in Österreich
bis Tiefdruck und für den Verpa- von Antalis vertrieben.
Das internationale Normierungs- ckungsdruck. Seit Frühjahr 2012
gremium ISO/TC 130 Graphic sind auch Berechnungen für den ΎΎwww.antalis.at
Technology (WG 11) hat nun den Siebdruck und den großformatigen
Normentwurf ISO/DIS 16759 zum Digitaldruck möglich.
CO2-Aufkommen von Druckpro-
dukten vorgelegt. Der Entwurf ISO/DIS 16759:2012-06
regelt und beschreibt die Berech- Graphic technology – Quantification and communi-
nung eines CO2-Fußabdrucks von cation for calculating the carbon footprint of print
Druckprodukten. media products
Dokumentsprache: Englisch – Ausgabe Juni 2012,
Der vorliegende Normentwurf steht
52 Seiten DIN A4, PDF (Download) bzw. Dokument
im Einklang mit dem Klimarechner
(Versand)
der Druck- und Medienverbände,
mit dem die CO2-Bilanz eines Bezug über www.iso.org oder www.oenorm.at
Druckproduktes ermittelt werden

18  Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012


EUROPA
DRUCKERTAG

Ein EU-Projekt unterstützt bei der sozial verträglichen Umstrukturierung

Druckbranche: Flexibilität zur


Überwindung der Krise notwendig
Die Druckbranche befindet sich europaweit seit Jah­ Orientierung und das Anbieten von Workshops und Fallbeispiele
ren in einer strukturellen Krise. Die Gründe für Full-Service-Lösungen im Druckbe-
diese Strukturveränderungen sind zunächst das reich können dazu Erfolgsmodelle Die Intergraf hat ein Standard-Tool-
veränderte Medienverhalten der Verbraucher und sein, war ein Ergebnis der Studie. kit entwickelt, das die Branche in
die dadurch sinkende Nachfrage nach Gedrucktem, Laufende Verbesserung im Rahmen dieser notwendigen Phase der
auf der anderen Seite die vorhandenen Überkapazi­ eines professionellen Prozessma- Umstrukturierung unterstützen soll.
täten und der damit verbundene extreme Preiswett­ nagements ist ein weiteres probates Es stellt eine Anleitung zur prakti-
bewerb. Diese Krise wird weiter zu drastischen Ver­ Mittel gegen die unumgängliche schen Umsetzung zur Verfügung,
änderungen in der Branche führen. Erosion der Preise am Markt. bedarf aber einer Anpassung an die
Für die Mitarbeiter werden ver- nationalen Gegebenheiten. Dieses
stärkte Flexibilität (Arbeitszeitmo- Toolkit wurde im Rahmen von
delle) und die Annahme zeitgemä- Workshops nun in einigen ausge-

D ie Intergraf, der europäische


Dachverband der Druckindus-
trie, hat dazu eine Studie im Rah-
ßer Berufsbilder wesentlich. Lau-
fende Ausbildung, ständige Weiter-
qualifikation und lebenslanges Ler-
wählten Ländern zur Anwendung
gebracht.

men eines EU-Projekts durchge- nen werden notwendig sein, um Auf der Schluss-Konferenz des Pro-
führt. Die Ergebnisse wurden vor den ständigen Anforderungen der jekts in Brüssel wurden eine Reihe
Kurzem in Brüssel präsentiert. neuen Technologien und Aufgaben- von Fallstudien vorgestellt, die bei-
stellungen gewachsen zu sein. spielhaft zeigten, wie die Ergebnisse
Für die Druckbetriebe und ihre umgesetzt werden konnten. Unter-
Beschäftigten bedeuten die Verän- Eine notwendige sozial verantwort- schiedliche Situationen in den ein-
derungen des Branchenumfelds die liche Restrukturierung kann nur zelnen Ländern haben unterschied-
Notwendigkeit einer kompletten durch gute Planung des Prozesses liche Zugänge notwendig gemacht
Neuorientierung und der Annahme und in laufender und wertschätzen- und das Toolkit wurde entspre-
dieser Herausforderungen, um wei- der Kommunikation mit den Mitar- chend adaptiert.
ter bestehen zu können. beitern funktionieren, war eine
Kernaussage der Konferenz. In allen Ländern zeigte sich aber,
Für die Betriebe wird es notwendig dass der notwendige Veränderungs-
sein, sich weg vom Kapazitätsden- prozess nur dann stattfinden kann,
ken und hin zum Markt zu orientie- wenn es gelingt, die Einstellungen
Download Studie
ren. Konkret wird viel mehr an und Toolkit:
der handelnden Personen zu
Flexibilität notwendig sein, um ändern.
bedarfsgerechte Leistungen zu QR-Code scannen!

marktfähigen Preisen anbieten zu ΎΎwww.intergraf.eu/AM/Templatee02f.


können. Verstärkte Marketing- html?Section=Study_and_toolkit

Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012  19


Zukunftsfähigkeit durch passgenaue Schlüssel-Kompetenzen

Verband Druck & Medientechnik baut


grafische Akademie aus

Kernthemen im Bereich „Management als


betriebliche Grundfähigkeit“

• Wie können wir den Betrieb in seinem Profil schärfen


und zu einer wirklich wahrnehmbaren Marke
machen?
Die gesamte Entwicklung in der Hier sind Antworten auf so zentra-
Druck- und Medienbranche stellt len Fragen erforderlich, wie die • Wodurch unterscheiden wir uns vom Wettbewerb
bei prinzipiell sehr ähnlichen Dienstleistungen,
sehr hohe Anforderungen an gesamte Unternehmens-Entwick-
Produkten und Fertigungsverfahren?
Geschäftsführer, Führungskräfte lung vorangebracht wird und wie
und an die Mitarbeiter, vor allem dafür bei allen Mitarbeitern ein • Wie kann die Unternehmensstrategie überzeugen
und motivieren und was macht sie für Kunden und
auch in nicht-technischem Fach­ gemeinsames Verständnis erzeugt
Mitarbeiter attraktiv?
gebieten. Die hierzu entwickelten werden kann. So wird ein Bewusst-
• Wie halte ich meine Mitarbeiter zusammen
Weiterbildungsangebote der Ver­ sein für die Einzigartigkeit des
(Mitarbeiterbindung) ?
bands-Akademie sind auf die Betriebes geschaffen.
• Was kosten Konflikte und wie können hohe
Betriebe der Branche abgestimmt
Konfliktkosten vermieden werden?
und passgenau. So erhalten vor
• Welche Strukturen und Prozesse braucht der Betrieb
allem die Mitgliedsbetriebe die Ohne Führung geht es nicht
für seine Funktionen und für seine Vitalität?
Möglichkeit, die erforderlichen
Kompetenzen rechtzeitig aufzu­ Jedes Team braucht Führung. Dabei • Wie erkennen wir und wie bereiten wir uns auf
zukünftige Herausforderungen rechtzeitig vor?
bauen und zeitgemäß zu erhalten. sind unterschiedlichste Fähigkeiten
Damit wird die Zukunftsfähigkeit der Führungskräfte erforderlich.
und Vitalität der Betriebe Der angemessene Umgang mit zum
gestärkt. Teil sehr unterschiedlichen Mitar- Kernthemen im Bereich „Führung“
beitern, die Entwicklung und Steue-
Im Wesentlichen geht es dabei um rung des eigenen Teams, Lösung • Was ist Führung und warum braucht es Führung in
vier zentrale Fachgebiete. von Problemen und vor allem die Teams und Unternehmen?
Schaffung eines motivierenden
• Womit und wie kann ich Führungsarbeit gestalten?
Management als betriebliche Arbeitsklimas sind die klassischen Haltungen, Einstellungen, Erwartungen, Ziele und
Grundfähigkeit Anforderungen im Führungsalltag. die Führungsinstrumente
• Selbst- und Rollenverständnis in der Führungsarbeit
„Die Zahlen sprechen doch für sich!“ Passgenau auf diese konkreten
• Umgang mit schwierigen und konfliktbeladenen
– Das scheint eine akzeptierte Aus- Anforderungen bietet die Verbands- Situationen
sage in der Geschäftsführung zu akademie eine prozessorientierte
• Wie organisiere, steuere und entwickle ich mein
sein. Doch das ist nur ein Aspekt Weiterbildung (4 Module à 2 Tage ) Team?
des Ganzen, auch bei einem ange- in kleinen Gruppen an. Dazwischen
• Aufbau von konstruktiven Feedback- und
messenen Respekt vor Zahlen und gibt es Praxisphasen, in denen das
Bewertungsprozessen
Ergebnissen. Die Arbeit im eigene Führungsverhalten erprobt
• Die Mitarbeiter- und Teamgespräche (Anlass,
Management des Betriebs geht über bzw. weiterentwickelt werden kann.
Struktur, Vorbereitung, Training)
die reine Zahlenerfassung und Auch diese Erfahrungen der Füh-
deren Interpretation weit hinaus. rungskräfte werden in den Modulen

20  Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012


AKADEMIE

Mag. Christian Handler, Verband Dipl.-Pol. Jürgen Schmidt-Hille­


Druck & Medientechnik, organi­ brand ist Seniorpartner der Her­
siert die Akademie beim Verband renberger-Team GmbH.
Druck & Medientechnik.
ΎΎwww.herrenberger-team.de
ΎΎwww.druckmedien.at ΎΎwww.kulturentwickler.de
Kernthemen im Bereich „Selbstorganisation,
Kommunikation und Kooperation“

• Wie organisiere ich mich?


• Wie kann ich eigene Prioritäten erkennen und
setzen? ausgetauscht und an konkreten flikte nehmen noch weiter zu, wenn
• Wie gehe ich mit hoher Belastung, Stress und Praxisfällen erarbeitet. Somit ist ein sich der Einzelne nicht richtig auf
Anforderungsdruck um? hoher Praxistransfer gesichert, die gegenwärtige Aufgabe fokus-
• Kann ich Grenzen setzen und Neinsagen, ohne ebenso wie ein Zuwachs an persön- siert, klare Prioritäten setzt und
negative Auswirkungen zu erfahren? licher Sicherheit. auch unter Zeitdruck fehlerfrei
• Was braucht richtig gute Zusammenarbeit nach arbeitet.
innen und nach außen? Hier sind Führungskräfte mit Erfah-
• Worauf ist in der Kommunikation zu achten? rung ebenso angesprochen wie Der hohe Anforderungsdruck und
• Wie vermeide ich Missverständnisse? Mitarbeiter, die aus dem eigenen das oft erforderliche Multitasking
• Was tue ich in Konfliktsituationen? Team zur Führungskraft werden im Arbeiten fordern ihren Preis.
sollen. Die Zahl der Krankenstände steigt,
• Wie gehe ich mit meiner Kraft verantwortlich um
und schaffe eine Balance zwischen Berufs- und ebenso die Konflikt- und Reklama-
Privatleben? Selbstorganisation, Kommunika- tionskosten. Im schlimmsten Fall
tion und Kooperation verlassen die Leistungsträger das
Unternehmen, weil auch die
Die wichtigsten Kernkompetenzen gesamte Kultur und das Betriebs-
Kernthemen im Bereich Servant Selling: im nicht-technischen Bereich in klima Schaden nehmen.
Verkaufsarbeit der Profis Gegenwart und Zukunft sind die
persönliche Selbstorganisation und Dies ist ein Angebot für alle Mitar-
• Wie ist die Verkaufsarbeit zurzeit organisiert? die Fähigkeit, mit sehr unterschied- beiter, unabhängig von ihrer Funk-
• Wie messen wir den Erfolg beim Kunden? lichen Partnern Akzeptanz auslö- tion innerhalb des Betriebes.
• Welche Fehler passieren in der innerbetrieblichen send zu kommunizieren und
Realisierung der Kundenwünsche? zusammenzuarbeiten. Servant Selling:
• Was macht uns zu einem besonderen grafischen Verkaufsarbeit der Profis
Dienstleister? Dies mutet durchaus selbstver-
• Wie wollen wir vom Kunden erlebt werden? ständlich an, ist es in der Praxis Der Erfolg jedes Betriebes hängt ab
Wie werden wir erlebt? aber keinesfalls immer. Durch Man- vom erfolgreichen Verkauf und dem
• Welche Kundenbedürfnisse sind uns bekannt? gelorganisation entstandener Ter- Erzielen eines Gewinns. Dies wird
• Wie verhandeln wir den Preis, auch für minverzug, Missverständnisse und langfristig nur gelingen, wenn zum
Mehrleistungen? Fehllieferungen durch unklare Aus- einen die Kunden in ihren Bedürf-
• Was bedeutet Kooperation und Kommunikation sagen sowie Animositäten gegen- nissen befriedigt werden und zum
für uns nach innen und nach außen? über anderen sind Ursachen für anderen, wenn die Zusammenarbeit
• Welche Botschaften erhält der Kunde von uns häufige Konflikte. mit den Mitarbeitern genau in die-
und wie versteht er sie? sem Betrieb einfach und positiv
Diese Schwierigkeiten und Kon- erlebt wird.

Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012  21


Akademie für Führungskräfte in der
Druck- & Medienbranche

Diese sehr praxisorientierte Seminarreihe wendet


sich vor allem an Führungskräfte, die bereits einige
Jahre in der Führungsverantwortung sind oder
gerade eine solche Führungsposition übernommen
haben, bzw. sich auf eine Übernahme vorbereiten
wollen.

Besonderer Ansatz dieser Trainingsveranstaltungen


ist die individuelle Unterstützung und Förderung
der Teilnehmer mit dem übergeordneten Ziel, die
persönliche Sicherheit der Führungskräfte im
Umgang mit betrieblichen Führungssituationen zu
erhöhen. Die Seminarinhalte werden an die konkre-
ten Bedürfnisse der Teilnehmer angepasst.

Das Seminar besteht insgesamt aus 4 Modulen zu je


2 Tagen.

Seminarmethode
• Impuls–Referate
• interaktive Lehrgespräche
Bei technisch erzeugten Produkten rene Experten? Das Besondere an • Einzel- und Gruppenarbeit
und Leistungen hängt das Ergebnis der Akademie ist einerseits ihre • Praxisfall–Beratung / ggf. betriebliche Fallstudien
vom Zusammenwirken vieler Betei- thematische Konzentration auf die • Praxis-Simulation (mit Feedback)
ligter ab. Hier ist das bereichsüber- Schlüssel- und Zukunftsqualifikati- • Transferaufgaben zur Sicherung der Umsetzung
greifende Mit-Denken und Handeln onen. Andererseits wird auch bei des Gelernten in die betriebliche Praxis
ein großer Gewinn für den Kunden der Gestaltung der individuellen
und für den Betrieb. Lernprozesse davon ausgegangen, Zielgruppe
dass die Angebote für Menschen Führungskräfte, die bereits einige Jahre in der Füh-
Das Servant Selling bietet einen hilfreich und attraktiv sind, die rungsverantwortung sind oder gerade eine solche
wirksamen und mehrdimensionalen bereits eine gute Ausbildung haben Führungsposition übernommen haben, bzw. sich auf
Ansatz für alle, die mit dem Verkauf und über eigene praktische Erfah- eine Übernahme vorbereiten.
und der Erzeugung von Produkten rung verfügen.
und Dienstleistungen beteiligt sind. Trainer
Besonderer Wert wird dabei darauf Die Einbeziehung des beruflichen Jürgen Schmidt-Hillebrand, Herrenberger Team
gelegt, bei vergleichbaren grafi- Kontextes und der Praxiserfahrun-
schen Erzeugnissen die Einzigartig- gen der Teilnehmenden, sowie das Termine
keit und den speziellen Mehrwert, Angebot zur Reflexion und die
den das eigene Unternehmen bietet, Arbeit an konkreten Praxisfällen Grundlagen der Führungsarbeit, 8./9. April 2013
herauszuarbeiten und für den Pra- macht das eigene „Weiter“-Lernen Wirksame Führungsinstrumente, 16./17. 9. 2013
xisalltag handhabbar zu machen. lebendig, inspirierend und nachhal- Konstruktives Konfliktmanagement, Frühling 2014
tig. Die so erlernten Methoden und Erfolg durch Kooperation und Teamarbeit,
Hier werden insbesondere alle Mit- gewonnenen Einsichten lassen sich Herbst 2014
arbeiter des Vertriebs-Innen- und im eigenen beruflichen Umfeld
Außendienstes angesprochen. leicht und mit Freude umsetzen. Kosten
Ebenso hilfreich ist dieser Work- € 890,– pro Modul (2 Tage) und Person (+USt.)
shop für alle technischen Führungs- Im Anschluss an die Weiterbildung Vorteilspreis für Mitglieder des Verbandes
kräfte, die letztlich interne Dienst- werden in regelmäßigen Abständen € 690,– pro Modul (2 Tage) und Person (+USt.)
leister für den Kunden sind. auch Supervisionen angeboten, um
weiterhin die Reflexions- und
Direkt anmelden
Handlungskompetenz des Einzel- beim Verband
Erwachsenengerechte Methodik nen zu unterstützen und zu erhal- Druck & Medientechnik:
als Grundlage der Akademie ten.
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Wie lernen qualifizierte und erfah- ΎΎwww.druckmedien.at

22  Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012


DER VOLK

Ein Plädoyer für seriöse Beziehungsgestaltung im Verkauf:

Glaubwürdigkeit
im Verkauf
Zur Wiederentdeckung empfohlen!
Die seriöse Beziehungsgestaltung das Verlangen nach Glaubwürdig- schlicht und einfach. Auf der Ebene Von Hartmut
im Verkauf im weitesten Sinn ist keit. Umso mehr erwartet der lau- des Marktgeschehens durch das Volk
notleidend. Schein und Sein klaf­ fend auf Glaubwürdigkeitsprobleme Wissen, worauf es Kunden ankommt.
fen immer mehr auseinander. Das stoßende und gestoßene Kunde als Auf der Sachseite wollen sie Verläss-
untergräbt die Stellung der wesentliche Grundlage jedweden lichkeit der Leistungserstellung,
Unternehmen im Markt und Verkaufsgeschehens, glaubwürdig schnelle Reaktion auf ihre Anliegen,
beeinträchtigt die verkäuferische behandelt zu werden. gute Erreichbarkeit, Gewährleistung
Wirkkraft im Kundenkontakt. von Sicherheit. Auf der Verhaltens-
Zu tief sitzt mittlerweile das Gefühl, seite erwarten sie Kompetenz, Ein-
Fachliches Wissen und Können plus hinters Licht geführt zu werden; zu fühlungsvermögen, Höflichkeit, Res-
Einsatzbereitschaft gelten im Ver- prägend ist die Erkenntnis, dass zu pekt verpackt in klare, eindeutige,
kauf als Garanten für hohe Leis- oft und zu skrupellos mit der eige- verständliche und eine tatsächlich
tungsfähigkeit und überdurch- nen Gutgläubigkeit Schindluder beziehungsorientierte Kommunika-
schnittliche Verkaufsergebnisse. In getrieben wurde; zu unübersehbar, tion.
dieser Absolutheit ist das ein Irrtum. dass sich dieses Tun verstärkt. Ver-
Denn es ist beileibe nicht ausschließ- haltensaufrichtigkeit ist das brach- Immer wieder fällt in Gesprächen
lich dieser Dreiklang, der beeindru- gefallene Land, das es im weiten auf, wie stark der eingebläute Semi-
ckende Ergebnisse, hohe Kundenbin- Feld des Verkaufs wieder zu entde- narsprech ohne wirklichen Bezug
dung und wirkungsvolle Weiteremp- cken und zu beackern gilt. Die fort- auf die Kunden und deren Belange
fehlung garantiert. Gewinnendes, schreitende Destabilisierung der von den Kunden verabscheut wird
glaubwürdiges Verhalten spielt Lebensumstände verlangt, konse- und wie vertreibend er auf sie wirkt.
dabei eine mindestens ebenso aus- quente Verhaltensehrlichkeit zu Von dieser Sprechblasenansprache
schlaggebende Rolle. Gerade im einem Kernpunkt im Wettbewerbs- und -argumentation fühlen sich die
Verkaufs- und Dienstleistungsge- verhalten zu machen. Es bedarf Kunden für blöd verkauft, mitunter
Management
schehen in all seinen Facetten ist keiner hellseherischen Fähigkeit um geradezu diskriminiert. Das über
zwischenmenschliche Anziehung vorauszusagen: Bei der rapide fort- einen Leisten geschlagene, dressierte
oder Abstoßung ein Entscheidungs- schreitenden Undurchsichtigkeit Verkaufspersonal wird in Auftreten
faktor, der im Zweifelsfall nur zu oft und Unberechenbarkeit allen und Argumentation als unglaub-
den Ausschlag gibt. Geschehens gewinnt glaubwürdiges würdig-abstoßende Karikatur wahr-
Verhalten in Wort wie Tat als Anzie- genommen und dadurch zum
Im Kleinen wie im Großen zeigt die hungsmerkmal mit jedem neuen genauen Gegenspieler der Unterneh-
Praxis tagtäglich, es wird mitnich- Tag größere Bedeutung. mensinteressen.
ten nur über den Preis verkauft. So
wichtig der auch ist, stimmt das Diese Prognose wird durch zweierlei Kunden wollen seriös angesprochen,
Zwischenmenschliche nicht, baut abgestützt: Auf gesamtgesellschaftli- ernst genommen, individuell behan-
sich keine Vertrauensbasis im Kun- cher Ebene durch die kontinuierlich delt und nicht seminarmäßig nach
denkontakt auf, verliert der Preis an zurückgegangene Wahlbeteiligung Schema F abgefertigt werden. Die
Zugkraft. Die große gesellschaftliche als Antwort auf die mitunter gera- eingetrichterte und unverdaut nach-
und persönliche Unsicherheit ver- dezu grotesk unglaubwürdigen poli- geplapperte Floskelsuada macht sie
stärkt das noch. Mit der um sich tischen Machenschaften. Der ärgerlich und wütend. Das umso
greifenden Verunsicherung wächst „Kunde Wähler“ verweigert sich mehr, wird sie von oben herab mit

Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012  23


Dipl.-B‘wirt
Hartmut Volk
arbeitet als
selbstständiger
Wirtschafts-
publizist.

Er lebt in Bad
Harzburg.

der Attitüde der selbstverständlich Kosten- und Prozessorientierung in


Zum Nachdenken
Besserwissenden vorgetragen, die allen Ehren, aber man kann
überdies bei Widerspruch unverzüg- bekanntlich auch des Guten zu viel
„Es gibt kaum etwas auf dieser lich arrogant oder schnippisch tun. Die Konzentration auf die mög-
Welt, das nicht irgendjemand reagieren. Das Wort „dienen“ ist aus lichst effiziente Gestaltung der
ein wenig schlechter machen der Mode gekommen, gilt als Relikt Ablaufprozesse ist eine einseitige
und etwas billiger verkaufen Gott sei Dank überwundener gesell- Fehlorientierung, mit der ein Unter-
könnte, und die Menschen, die schaftlicher Zustände. Kunden aber nehmen seine eigenen Interessen
haben eine andere Einstellung dazu. konterkariert. Die weichenstellende
sich nur am Preis orientieren,
Für sie kommt es darauf an, das Kraft und Macht des an den Tag
werden die gerechte Beute
definitive Bemühen des Unterneh- gelegten Verhaltens kann also kaum
solcher Machenschaften.
mens zu spüren, das sich in dem überschätzt werden. Das macht eine
Begriff ausdrückt und auf dessen weitere Erkenntnis der Marketing-
Es ist unklug, zu viel zu bezah- konkret-seriöse Ausprägung sie tref- beziehungsweise Verkaufsforschung
len, aber es ist noch schlechter, fen wollen: indem sie sich auf nachvollziehbar: Über die positive
zu wenig zu bezahlen. Wenn Ankündigungen, Offerte, Abspra- oder negative Wahrnehmung des
Sie zu viel bezahlen, verlieren chen und Zusagen verlassen können, gesamten Unternehmens, über die
Sie etwas Geld. Das ist alles. indem sie dann einen Ansprechpart- Zufriedenheit, die Loyalität und das
Initiative und ner finden, wenn sie eine Frage Empfehlungsverhalten der Kunden
Engagement haben, indem sie zuverlässig wissen, entscheiden die Mitarbeiter im Kun-
Wenn Sie dagegen zu wenig
sind die an wen sie sich wenden können, denkontakt mit ihrer Beziehungsge-
bezahlen, verlieren Sie manch-
Schlüssel zum wenn ein Problem auftritt und staltung. Ob ein alter Kunde gehal-
mal alles, da der gekaufte Kunden indem sie gewiss sein können, dass ten, ein neuer Kunde gewonnen und
Gegenstand die ihm zuge- ihnen im Problemfall geholfen wird. der Ruf des Unternehmens draußen
dachte Aufgabe nicht erfüllen positiv verstärkt und verankert wird,
kann. Kurz, in einer Angebots-und Ver- die Weichensteller für „Daumen
kaufswelt, Dienstleistungen inbe- rauf“ oder „Daumen runter“ sind
Das Gesetz der Wirtschaft ver- griffen, des schönen Scheins und des immer die, auf die der Kunde trifft.
oft hässlichen Seins wollen sie sich
bietet es, für wenig Geld viel
angenommen fühlen, wollen sie Und dahinter wiederum steht die
Wert zu erhalten.
glauben und vertrauen können, wol- auch von der Führungsforschung
len sie umsorgt werden. Deutlich gestützte Erkenntnis: Wie es in den
Nehmen Sie das niedrigste zeigt sich diese Erwartungshaltung Wald hineinschallt, so schallt es
Angebot an, müssen Sie für bei Reklamationen. So verstärken auch wieder heraus. Der falsche Ton
das Risiko, das Sie eingehen, selbst kulante Lösungen die Verärge- gegenüber den Mitarbeitern führt
etwas hinzurechnen. Und rung, geht beispielsweise das Ant- unweigerlich zu falschen Tönen den
wenn Sie das tun, dann haben wortschreiben auf die Reklamation Kunden gegenüber. Der Zusammen-
Sie auch genug Geld, um für nicht auf den individuellen Fall ein, hang zwischen den Verhaltenswei-
sondern erschöpft sich in nichtssa- sen der Mitarbeiter vor den Kunden
etwas Besseres zu bezahlen.“
gend-bedauernden und sich selbst und der Art und Weise, wie Mitar-
entschuldigenden Gemeinplätzen. beiter innerbetrieblich behandelt
Der Denkanstoß ist dem engli-
Oder wird der reklamierende Kunde werden, gilt als absolut eindeutig.
schen Schriftsteller und Sozial- vor Ort zwar in der Sache erwar- Sollen die, und zwar nicht nur die
philosophen John Ruskin tungsgemäß, aber in der Art und Mitarbeiter im gezielten Kunden-
(1819–1900) zugeschrieben. Weise in verletzender Weise über die kontakt, sich um die Kunden bemü-
kalte Schulter hinweg als lästige hen, setzt das bei denen das Empfin-
Störung der Routine behandelt. den voraus, man bemüht sich auch

24  Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012


MANAGEMENT

Kundendienst?
um sie. Verhalten prägt Verhalten. Kunden sind durchaus bereit, fachli-
Initiative und Engagement sind che Mängel, zeitliche Verzögerungen
Kinder von Gefühlen, sie gedeihen oder sonstige Abweichungen vom
nur in der richtigen Atmosphäre. Erwarteten in gewissem Maße zu Glosse von Christian Handler
Nur wenn die Mitarbeiter eine hohe tolerieren, vorausgesetzt, sie spüren
Identifikation mit dem Unterneh- ein fürsorgliches Verhalten und das Vor Kurzem wollten wir neue Lampen für unseren
men, seinen Produkten und Leistun- glaubwürdige Bemühen um eine Innenhof kaufen. Es sollten Außenleuchten mit
gen haben, treten sie im Kundenkon- Lösung. eingebauten Bewegungsmeldern sein. Meine Frau
takt glaubwürdig und überzeugend hatte nach kurzer Suche im Internet schon den
auf. Doch schwere Unzufriedenheit stellt Onlineshop eines deutschen Lampenversandhau-
sich ein, bleiben selbst die minima- ses gefunden, der ganz wunderbare Lampen anbot.
Und Initiative und Engagement sind len Verhaltenserwartungen der
die Schlüssel zum Kunden. Gewin- Kunden unbefriedigt. Beispielsweise „Das geht doch nicht!“, sagte ich zu ihr, denn
nend und glaubwürdig wirken Mit- wenn bei Dienstleistungen die Kern- schließlich und endlich wollen wir ja alle, dass die
arbeiter im Verkauf auf kleiner wie leistung weder fachlich noch verhal- Wertschöpfung im Land bleibt. Also fuhren wir an
auf großer Bühne, vorausgesetzt, sie tensmäßig in der versprochenen einem Samstag gemeinsam zu einem renommier-
engagieren sich aus eigenem Antrieb Qualität und zum vereinbarten ten österreichischen Anbieter von Lampen. Denn
im Interesse des Kunden: durch ihr Zeitpunkt erbracht wird. Starke nur so kann man sich die Lampen vor Ort ansehen
Informationsverhalten, durch ihr Verärgerung ist ebenfalls das Ergeb- und eine wirklich gute Auswahl treffen.
gezieltes Eingehen auf individuelle nis, wird im Umgang mit Kunden
Kundenwünsche, durch die Suche deren Selbstwertgefühl verletzt. Bei- Im Lampengeschäft angekommen, erkundigten
nach kundengerechten Problemlö- spielsweise indem sie bloßgestellt wir uns nach den gewünschten Außenlampen. Die
sungen, durch die Übernahme von oder ihre Angaben in Zweifel gezo- zuständige Dame war allerdings sehr intensiv mit
Verantwortung im Problemfall. gen werden oder ihnen ohne nähere ihren Lieferscheinen beschäftigt und konnte uns
Prüfung des Sachverhalts die Schuld kaum hören. Erst nach geraumer Zeit bat sie
für aufgetretene Mängel oder kulanterweise einen Kollegen, uns die vorhande-
­Probleme in die Schuhe geschoben nen Außenlampen zu zeigen.
wird.
LESETIPPS Die praktische Bedeutung des Dar-
Wir zogen also quer durch das Geschäft und
kamen schließlich in einer dunklen Ecke an. „Lei-
Aufschlussreich nicht nur für
gelegten erschließt sich am leichtes- der kann ich Ihnen kein Licht machen, die
Servicemanager: das neue ten, sieht man sich selbst als Kunde. Beleuchtung ist ausgefallen“, sagte unser Begleiter.
Buch des inzwischen emeri- Was aus Verkäufersicht eben noch „Gibt es diese Lampen auch mit Bewegungsmel-
tierten Marketingspezialisten als überzogene Erwartungshaltung der?“, fragte ich. „Nein“, sagte er. Dann schwieg er.
Professor Dr. Bernd Stauss zunehmend egozentrischer werden-
von der Katholischen Univer- der Kunden angesehen werden mag, Nun, was soll ich Ihnen noch sagen? Wir haben
sität Eichstätt-Ingolstadt: verwandelt sich aus Käufersicht im dann bei diesem deutschen Lampenversandhaus
Handumdrehen in eine absolut gekauft. Alles hat prächtig funktioniert und wir
selbstverständliche Erwartungshal- sind glücklich mit unseren neuen Lampen.
„Wenn Thomas Mann Ihr
tung. So und nicht anders wünscht
Kunde wäre – Lektionen für
man sich behandelt zu sehen. Die Wenn Ihnen allerdings irgendein Teil dieser
Servicemanager.“ Goldene Regel „Was du nicht willst, Geschichte aus Ihrem eigenen Betrieb bekannt
Springer-Gabler Verlag, dass man dir tu‘, das füg‘ auch kei- vorkommen sollte (ersetzen Sie doch einfach mal
Wiesbaden 2012, 210 Seiten, nem anderen zu“ harrt der Wieder- „Lampen“ durch „Werbeprospekte“), dann fragen
€ 25,70 entdeckung in Verkauf und Dienst- Sie doch mal nach, ob auch Ihre Kunden lieber bei
leistung auf großer wie auf kleiner einem Internetanbieter drucken lassen.  b
Bühne.

Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012  25


NEUE MEDIEN

Rotraud A. Perner

Ikea-Katalog 2013 Der erschöpfte Mensch


Ein unerwartetes Rezensions-Exemplar? Keineswegs!
Der Ikea-Katalog ist schließlich eines der auflagen- Rotraud A. Perner hat ein interessantes Buch zum all-
stärksten Druckwerke der Welt und ein herausragendes gegenwärtigem Thema Burnout geschrieben. Obwohl
Beispiel für die Effizienz von Gedrucktem. In diesem das Werk populärwissenschaftlich und gut und leicht
Jahr hat das Möbelhaus begonnen, neue Wege im Kata- lesbar geschrieben ist, werden aktuelle wissenschaftli-
log zu gehen: Ikea setzt heuer auf die Verbindung von che Studien und Untersuchungen zitiert und der Leser
analogem Papier und digitalen Applikationen. bekommt einen umfassenden und tiefgehenden Ein-
blick in diese komplexe Materie.
Ein Vorteil dieser Verbindung: Jeder Katalog hat ein
Ablaufdatum. Und bis das am Katalog aufgedruckte Spannend ist ihr Zugang zum Problemfeld. Sie ortet die
Erscheinungsjahr 2013 ins Land zieht, wird es schon Ursachen des Burnouts im Verlust der Energie. Ener-
viele neue Varianten der im Katalog gezeigten Möbel giefresser sind ihrer Meinung nach acht Lebensum-
geben. Mit Hilfe der digitalen Version und eine Aug- stände, die sie in diesem Buch näher beschreibt und
mented-Reality-App, die über digitale Codes mit dem analysiert. Angefangen von falschen (weil unerreichba-
Katalog verbunden bleibt, kann der Leser Ikea-Stücke ren) Vorbildern, über militärischen Erziehungsdrill,
betrachten, die zum Zeitpunkt der Drucklegung noch über die Vereinsamung in der zunehmend virtuellen
nicht verfügbar waren. Arbeitswelt bis hin zum Verlust des Lachens, des
Humors .Diese Umstände machen den Menschen klein,
Ein weiterer Vorteil: Die App ergänzt bei Interesse den hilf- und energielos. Burnout ist demnach ein gesundes
Katalog mit zusätzlichen Videos und interaktiven Fea- Signal auf ungesunde Lebenssituationen.
tures. So kann man in der App verschiedene Farbspiele
der Möbel im Katalog ausprobieren. Perner betont die Salutogenese, die Gesundheitsförde-
rung, in dem man sich auf sich selbst besinnt und sein
Der Ikea-Katalog 2013 erscheint in einer Auflage von Leben selbst in die Hand nimmt und dieses gestaltet.
211 Millionen Stück und wird in 62 Version in 43 Län- Aufmerksamkeit uns selbst gegenüber, Achtung gegen-
Neue Medien

dern verteilt. Die Österreichausgabe hat 332 Seiten. über den anderen Menschen und Spiritualität sind
Wege, um aus dem Zustand der Erschöpfung in den
Wir finden: Ein gutes Beispiel, wie elektronische Erwei- Zustand der Gestaltungskraft zu gelangen. Denn durch
terungen Gedrucktes im Allgemeinen und Kataloge im die Liebe erfahren wir einen Kraftzuwachs.
Speziellen mit der digitalen Welt verbinden können.
Und eine gute Anregung für alle, die Kataloge drucken Das Buch macht Mut und fordert auf, das eigene Leben
und befürchten, dass ihre Kunden bald auf reines in die Hand zu nehmen und schöpferisch tätig zu wer-
Online-Marketing setzen. den, sich einzulassen und zu vertrauen auf das eigene
Selbst.
Gleichzeitig zeigt diese Verbindung auch sehr schön
die Vor- und Nachteile der verbundenen Medien. Der ΎΎwww.residenzverlag.at
Katalog alleine wird in wenigen Monaten nicht mehr
auf dem neuesten Stand sein. Die Ikea-App wiederum
verweigert ihren Dienst, wenn kein Internet verfügbar Residenzverlag,
Buch beim
ist, der Katalog funktioniert naturgemäß auch im inter- 208 Seiten, Residenzverlag
netfreien Raum. 140x220 mm, bestellen:
Hardcover,
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ΎΎwww.ikea.at € 21,90

26  Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012


Hans Peter Schneeberger,
Robert Feix

InDesign CS6 –
das umfassende
Handbuch
Der neue „Schneeberger“ ist das
Standardbuch zu InDesign, wird
Ende November 2012 erscheinen
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und kann schon jetzt als Klassiker


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bezeichnet werden. Tipp: jetzt Robert Nabenhauer Martin Dunkl

Corporate
schon vorbestellen.
Ich kenn dich –
1200 Seiten, mit DVD, rund 60 €
darum kauf ich! Design Praxis
Nabenhauer erläutert gleich zu Das Handbuch der
Orhan Tançgil: Beginn sein Credo: Erfolgreiches visuellen Identität von
Marketing in sozialen Medien ist Unternehmen
Adobe InDesign CS6 Beziehungsmarketing. Der Kunde
Für alle, die es interaktiver wollen, kauft, weil er sein Gegenüber aus Dunkls „Praxis“ ist wohl das Stan-
gibt es hier Workshops live am verschiedenen Plattformen kennen dardwerk zum Corporate Design.
Bidschirm. Ideal zum Einstieg und und als Fachmann bzw. -Frau schät- Martin Dunkl, der selbst einer der
Umstieg. zen gelernt hat. Methoden, die in renommierten österreichischen
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anderen Medien sinnvoll sind, ver- Spezialisten in diesem Bereich ist,


Weitere Infos:

DVD, 14 Stunden Spielzeit, 39,90 € schrecken die Kunden. Durch neue fasst in seinem praxisnahen Buch
Informationskanäle und ein geän- die wichtigsten Bereiche des Cor-
dertes Selbstverständnis der Kun- porate Design-Prozesses zusam-
Sven Fischer den sind klassische Wege im Ver- men.
trieb immer weniger zielführend.
Adobe Photoshop CS6 Das beginnt bei der Abgrenzung
– Die Grundlagen Für Unternehmen ergeben sich
damit aber auf der anderen Seite
zur Corporate Identity, geht über
Budget und Prozess des Corporate
Dieser Lehrgang ist als leicht ver- gewaltige Potenziale für die perso- Designs weiter bis hin zur Umset-
ständlicher Einstieg in Photoshop nalisierte Vermarktung von Pro- zung inklusive markenrechtlicher
konzipiert. Theme wie Werkzeuge, dukten oder Dienstleistungen. Überlegungen und dem Schutz
Auswahl, Masken, Ebenen werden der eigenen Rechte.
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einfach erläutert. Ein idealer Kurs Robert Nabenhauer gibt in dem


Weitere Infos:

für den Anfänger und Einsteiger. Buch Erfahrungen zum Thema Viele praxisnahe Beispiele helfen
Empfehlungsmarketing weiter. bei der Umsetzung in die wirkli-
DVD, 13 Stunden Spielzeit, 29,90 € che Welt und zeigen gleichzeitig,
Sehr erfreulich ist, dass das Werk wie erfolgreich eine konsequent
auf unterschiedlichen Plattformen angewandte visuelle Sprache sein
Pavel Kaplun, Orhan Tançgil gleichzeitig erschienen ist. Neben kann.
Buch und e-Book gibt es auch CD-
Adobe Photoshop CS6 und MP3-Varianten. Ein Ansporn also, Corporate
für Fortgeschrittene Gerade die Hörbuch-Varianten sind
Design konsequent umzusetzen
und nicht nach dem Logoentwurf
Für alle Fortgeschrittenen gibt es hervorragend geeignet, um sich auf stehenzubleiben.
hier zwölf Stunden Expertenwissen langen Autofahrten zum Kunden
von einemDigitalkünstler und mit neuen Methoden des Verkaufs 4. Auflage, 160 Seiten, € 37,00
einem Design-Spezialisten. Farb- vertraut zu machen. Verlag: LexisNexis Österreich
management, schwierige Freisteller,
Automatisierung, Skripten Filter,
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Weiter zu Nabenhauer Weiter zu Dunkl


Retusche, Druckvorstufe und 3D Consulting: Corporate Design:
Weitere Infos:

stehen auf dem Programm


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DVD, 12 Stunden Spielzeit, 39,90 €

Das Österreichische Grafische Gewerbe 9–10/2012  27


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