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Google goes Pharmavertrieb?

Die deutschen Surfer werden damit bislang nicht belästigt - aber in den USA wurden
zahlreiche Anfragen nach bestimmten Krankheiten mit einer Gegenfrage quittiert. Google will
wissen, welche Rolle die Suche nach Informationen bei der Selbstdiagnose und der Bestellung
von Medikamenten spielt.

Datenkrake Google möchte damit Gesundheitstrends in der amerikanischen Gesellschaft


ausfindig machen. Am besten, bevor diese bekannt werden. Indirekt ist dies eine Ausweitung
der Google Flu Trends. Der Suchmaschinenanbieter bemerkte schon zwei Wochen vor
Bekanntwerden des Ausbruchs der eigentlichen Grippewelle, dass die entsprechenden
Suchanfragen steil angestiegen waren. Vergleichbare Datensammlungen würde man auch für
andere Erkrankungen vorrätig halten.

Erkundigt sich also beispielsweise jemand nach Mitteln gegen Kopfschmerzen, wird er
gefragt, ob er an der Umfrage teilnehmen möchte. Google erkundigt sich dann, ob die Anfrage
einen selbst oder jemanden aus der Familie beziehungsweise dem Freundeskreis betrifft.
Unter anderem soll damit differenziert werden, welcher Anteil der Surfer nur Infos einholt
und wie viele Personen planen, online Medikamente zu bestellen.

Was aber hat Big G davon zu wissen, welche Erkrankung als nächstes durchs Land geht? Was
könnte man mit dem Wissensvorsprung und all diesen Daten anfangen? Geht es um
gemeinnützige Zwecke oder erweitert man vielmehr die eigene Produktpalette? Steigt Google
in absehbarer Zeit in den Vertrieb von Medikamenten ein oder plant andere Unternehmen
dabei gegen Bezahlung zu unterstützen? Vielleicht möchte man den Suchenden in naher
Zukunft gezielt Präparate vorschlagen, die zur Suchanfrage passen und die legal übers
Internet vertrieben werden dürfen.

Trotzdem dürfte diese Welle vorerst an uns vorbeiziehen. Denn hier unterliegt der
Pharmavertrieb so vielen rechtlichen Voraussetzungen und Beschränkungen wie in kaum
einem anderen Land der Erde. Bei der vergleichweise geringen Anzahl an vertreibbaren
Produkten würde der Aufwand nicht zwingend lohnen. (Ghandy)

(via internetworld.de & CNET, thx!)

(Grafik von keronetex @ deviantART, thx!)

http://www.gulli.com/news/google-goes-pharmavertrieb-2009-
05-14/

Google Chrome
-Klickbetrug bei eigenen
Werbekunden?
Der Professor Benjamin Edelman behauptet, Google würde ihre Werbekunden
betrügen, indem sie Bezahltraffic dort bevorzugen, wo problemlos auch
kostenloser Traffic möglich wäre.

So würde Google auf Suchergebnisseiten Werbung, also bezahlte Links,


einblenden, wo meist in unmittelbarer Nähe die vom Nutzer gewünschten Links
kostenlos stehen. Den Werbern allerdings wird suggeriert, dass durch hohe
Klickraten, ein besonderes Interesse an der Werbung bestehen würde. In
Wahrheit jedoch manipuliert Google den Traffic. Zum Beispiel durch den
Google-Browser Chrome, den Edelman sehr kritisch sieht.
Dieser würde deutlich Suchergebnisseiten bevorzugen, anstatt die direkte
Navigation zu den Webseiten - und damit indirekt erneut die Möglichkeit
erhöhen, dass Nutzer auf bezahlte Links klicken. Dabei bezieht er sich auf die
"Auto-Vervollständigen"-Funktion in der Chrome URL-Zeile. Beginnt man, eine
URL zu tippen, würden stets Keywords, die an eine Google-Suchseite geschickt
werden den Vorzug gegenüber den vollständigen URLs bekommen, von denen
Chrome wissen sollte, dass man diese aufsuchen will.

Durch dieses Standardverhalten des Browsers würden wesentlich häufiger als


nötig Suchseiten mit Bezahllinks aufgerufen werden. Auf den Suchseiten
werben die eigentlichen Seitenbetreiber oft genug über Google AdSense, sodass
bezahlte Klicks dort stattfinden, wo Google Chrome auch hätte direkt
hinnavigieren können. Unter dem Strich ist das Klickbetrug, den Google an ihrer
eigenen Kundschaft durchführt, so Edelman.

Auch andere Webbrowser sind von diesem Verhalten, Suchseiten gegenüber den
direkten URLs zu bevorzugen, betroffen, jedoch soll Chrome dieses wesentlich
konsequenter betreiben. Die Hersteller der Browser dagegen argumentieren,
dass sie ihre Nutzer lieber auf
eine Suchseite verweisen, anstatt
auf eine Seite, die eine
Fehlermeldung generiert -
beispielsweise, wenn die URL
falsch sein sollte. Dies sei Service
am Nutzer, und würde die
Bedienungsfreundlichkeit
erhöhen.

Auch Tippfehler würde Google monetarisieren, so Edelmans Kritik weiter. 75 Prozent aller
Tippfehler in den URL-Zeilen der Browser würden bei Google landen, wobei auch immer
wieder Werbung für die Seiten eingeblendet wird, die höchstwahrscheinlich auch die Seiten
beinhalten könnte, welche die Nutzer suchen. Zu dem Report von Benjamin Edelman wollte
sich Google nicht äußern. (020200)

(via Fudzilla, Information Week, thx!)

(Grafik: hiOnLife27 @ deviantART, thx!)

http://www.gulli.com/news/google-chrome-klickbetrug-bei-2009-05-14/
 3 Kommentare zum Artikel

 Da kenn ich viele Leute, die z.b. anstatt ebay.de aufzurufen, ebay bei google suchen. Das
sind meist auch dieselben, die anstatt das erste Suchergebnis immer direkt die
Werbeeinblendung anklicken. Der Unterschied zwischen google AdSense und Werbung
anderer Suchmaschinen: bei google wird wenigstens auch bei AdSense die richtige Seite
gefunden, bei MSN hat man immer völlig weltfremde Werbelinks. Was wiederrum
konsequenterweise zu den ...

meganassi am 14.05.2009 15:20

 Binn schon gespannt was Google in zehn Jahren darstellt. Soweit ich weis lautet deren
Firmenphilosphie ja "Tue nichts Böses".

reggn am 14.05.2009 15:33

 Das Bild. 1a.

Sassanid am 14.05.2009 15:43


 [...] Diskussion lesen oder Artikel kommentieren
Todesbefehl per
Satellit: Saudi-
arabischer Erfinder
meldet Killerchip
zum Patent an

Foto: © dpa

(mwil) - Es klingt wie ein Szenario aus einem düsteren


Fantasy-Streifen: Ein Erfinder aus Saudi-Arabien
meldete einen Mikrochip zum Patent an, der es
ermöglicht, Menschen zu überwachen und per
Knopfdruck zu töten.
Nach den Plänen des Antragstellers würde der Killerchip den Menschen unter
die Haut implantiert werden. Über einen Satelliten wäre es somit möglich, den
Träger des Chips zu orten.

Eine Spezialversion der Erfindung beinhaltet zudem eine "Strafkammer".


Gefüllt mit Gift könnte diese per Fernsteuerung geöffnet werden. "Wenn wir
diese Person aus Sicherheitsgründen eliminieren wollen, dann wird dieses Mittel
in seinen Körper durch Fernsteuerung über die Satelliten freigesetzt", wird der
Wortlaut des Antrags in einer dpa-Meldung zitiert.

Durch den Chip wäre es also möglich, einen Menschen per Knopfdruck via Satellit zu töten.
Eine Genehmigung des Antrags ist nicht in Aussicht. Patente auf Erfindungen, die gegen die
guten Sitten oder die öffentliche Ordnung verstoßen, werde nach Auskunft des Deutschen
Patent- und Markenamtes nicht erteilt.

Die Idee, Menschen durch elektronische Hilfsmittel zu überwachen - allerdings natürlich ohne
diese mit einer Tötungsvorrichtung zu versehen - ist nicht neu. In Hessen werden
beispielsweise seit dem Jahr 2000 elektronische Fußfesseln im Strafvollzug eingesetzt.
Personen, die eine Freiheitsstrafe zur Bewährung erhalten, können damit besser kontrolliert
werden, da ihr Aufenthaltsort durch die Fessel jederzeit festgestellt werden kann.

Elektronische Fußfesseln können aus dem gleichen Grund auch bei Personen angewendet
werden, bei denen eine Untersuchungshaft notwendig ist. Die Kosten der elektronischen
Überwachung seien geringer als die Unterbringung im geschlossenen Strafvollzug, schreibt
das hessische Justizministerium auf seiner Homepage. Mit der menschenverachtenden Idee
des saudi-arabischen Erfinders hat dieses Projekt allerdings nichts gemein.

http://portal.gmx.net/de/themen/wissen/mensch/8147030-Der-Todesbefehl-kommt-per-
Satellit,cc=000007091900081470301NNVuZ.html

SGAE Der
Beklagte muss
nicht gehört
werden
Der spanische Rechteinhaber-Verband Sociedad General de Autores y Editores
(SGAE) hat versucht einem Gericht zu verdeutlichen, dass der Betreiber einer
Website, die Links zu urheberrechtlich geschützten Files beinhaltet, nicht
angehört werden muss.

In Prozessen ist es regelmäßig so, dass die Seite der Kläger sowie die der
Beklagten angehört werden, um ein faires Urteil fällen zu können.

Wenn es nach der Sociedad General de Autores y Editores (SGAE) gehen


würde, sollte man dies jedoch offensichtlich bei Urheberrechtsstreitigkeiten
unterlassen. Der Verband hatte gegen die Seite Agujero.com geklagt, welche
unter anderem Links zu Dateien in diversen P2P-Tauschbörsen anbietet.
Agujero.com selbst hält sich für unschuldig, was die SGAE jedoch nicht daran
hindert zu behaupten, dass die Website illegale Aktivitäten ausüben würde.
Problematisch wird das Ganze aufgrund vorangegangener Urteile in Spanien.
Dort sind Websites, die Links zu urheberrechtlich geschützten Werken enthalten,
nämlich nicht grundsätzlich illegal. Der entscheidende Faktor liegt in der
Tatsache, ob die Website auf kommerzieller Basis agiert. Eine Begebenheit, die
nicht bei vielen Portalen zutrifft.

Inzwischen zielt die SGAE jedoch scheinbar nicht mehr auf ein strafrechtliches
Verfahren ab, sondern versucht die Seiten auf zivilrechtlichem Wege zur
Aufgabe zu bewegen, wie Javier de la Cueva, der Anwalt des Beklagten erklärt:
"Die Unterhaltungsindustrie hat versucht Websites zu kriminalisieren, die Links
zu P2P-Dateien enthalten. Nach vier Jahren scheint es nun so weit, als ob man
von der strafrechtlichen Seite Abstand nehmen würde, da es inzwischen klar ist,
dass ein Link keine Kopie oder öffentliche Kommunikation ist. Es handelt sich
lediglich um Metadaten, Daten über Daten. Jetzt haben sie damit angefangen
zivilrechtliche Schritte einzuleiten."

Der Verband erklärte vor Gericht, dass die fortwährenden Aktivitäten von
Agujero.com so schwer wiegend wären, dass eine unverzügliche Reaktion
erfolgen müsste. Im späteren Verlauf betonte man die Dringlichkeit so enorm,
dass man von der Notwendigkeit die beklagte Seite zu hören abriet.

Eine äußerst merkwürdige Äußerungen, zumal man zugab, seit 2007 von den
Aktivitäten von Agujero.com zu wissen. Wieso es ausgerechnet jetzt, im Mai
2009 plötzlich "so dringend" wurde, ist unklar.

Das Gericht widersprach dieser Forderung sinnigerweise und beraumte eine


mündliche Verhandlung für den 5. Mai an.

Bei dieser wurden inzwischen beide Seite sowie ein von der Klägerseite
bestellter Gutachter gehört. Nach der ersten Anhörung lehnte der Richter es ab,
vorschnell ein Urteil zu fällen, dass dies "irreparable Rechtsfolgen für den
Beklagten" haben könnte.(Firebird77)
(via torrentfreak, thx!)

http://www.gulli.com/news/sgae-der-beklagte-muss-nicht-2009-05-14/

Cheney verteidigt Bush-Regierung

"Herrscher der Finsternis"


mit neuer Mission
Als Dick Cheney noch der Stellvertreter von Ex-Präsident Bush war,
machte er sich in der Öffentlichkeit rar. "Herrscher der Finsternis" - das
war einer seiner Spitznamen. Nun aber sucht er das Licht der TV-
Scheinwerfer. Seine Mission: das Erbe der Bush-Ära zu verteidigen.

Von Anna Engelke, NDR-Hörfunkstudio Washington

Für Dick Cheney gibt es keinen Zweifel. Seine Bush-Regierung hat sich nichts
vorzuwerfen: "Ich bin überzeugt, absolut überzeugt, dass wir Tausende, wenn
nicht Hunderttausende Leben gerettet haben", so Cheney.

Und zwar durch die Einrichtung von Guantanamo, durch die sogenannten harten
Verhörmethoden wie dem Waterboarding für Terrorverdächtige und durch die
geheimen CIA-Gefängnisse. Dass Dick Cheney so denkt, ist wenig
überraschend. Überraschend ist allerdings, dass er dies auch öffentlich
ausspricht.

Cheney: Obama hat USA unsicherer gemacht


Üblicherweise halten sich frisch aus dem Amt geschiedene Vizepräsidenten zunächst einmal
zurück. Nicht so Dick Cheney. Bereits Mitte März - die Vereidigung von Barack Obama war
noch keine zwei Monate her - warf Cheney dem neuen Präsidenten öffentlich vor, die USA
unsicherer gemacht zu haben.

Diese Aussage hat der Ex-Vize seitdem in Interviews zigmal wiederholt: "Sie haben viele
Maßnahmen zurückgenommen, die das Land fast acht Jahre vor einem ähnlichen Terror-
Anschlag wie dem vom 11. September geschützt haben."

Besonders erbost ist Cheney darüber, dass die Obama-Regierung zudem noch reihenweise
geheime Dokumente über die "harten Verhörmethoden" aus der Bush-Zeit veröffentlicht hat.
Verhörmethoden, von denen viele nicht nur "hart" sind, sondern schlicht Folter. Cheney ist
anderer Ansicht: "Wenn uns die neue Regierung beschuldigt, gefoltert zu haben, was nicht
stimmt, oder gegen Recht verstoßen zu haben, was ebenfalls nicht stimmt, dann musst du dich
dagegen wehren und das ist das, was ich tue."

Interviews en masse
Cheney gibt nicht nur ein Interview nach dem anderen, er hat darüber hinaus beim
Nationalarchiv offiziell beantragt, Dokumente zu veröffentlichen, die den Erfolg der "harten
Verhörmethoden" bestätigen. Auch das ist ein ungewöhnliches Vorgehen für einen ehemaligen
Vizepräsidenten.

Was den 68-Jährigen treibt? Einerseits will er sein Erbe verteidigen. Aber andererseits ist
Cheney auch Überzeugungstäter. Die harten Verhörmethoden, das Waterboarding,
Guantanamo, das Umgehen des Rechtsstaats - in Cheneys Welt war das alles richtig.

Unbehagen bei den Republikanern


Viele Republikaner beobachten die Fernsehinterviews ihres ehemaligen Vize jedoch mit
Unbehagen. Wie der Parteistratege Ed Rollins: "Wir müssen nach vorne schauen, nicht
zurück. Niemand will zur Zeit zurück".

Am vergangenen Wochenende hat der Republikaner Cheney nun auch noch zum Schlag
gegen seinen Parteifreund Colin Powell ausgeholt. Der erzkonservative Radio-Moderator
Rush Limbaugh sei ihm wesentlich lieber als der ehemalige Außenminister Powell - ließ
Cheney wissen. Er ist heute noch wütend darüber, dass Powell im vergangenen Jahr eine
Wahlempfehlung für Obama ausgesprochen hat und nicht für John McCain.

Nichtsdestotrotz: Cheney hat über vier Jahre mit Powell am selben Kabinettstisch gesessen.
Außerdem ist der Moderate Colin Powell nach wie vor bei vielen Republikanern beliebt. Und
so viele Sympathieträger haben die angeschlagenen Republikaner zur Zeit nicht. Dick Cheney
ist das egal. Er will politisch nichts mehr werden. Er will nur noch eins: Dass seine
Vergangenheit in der Zukunft im richtigen Licht gesehen wird.

http://www.tagesschau.de/ausland/cheney102.html

Umstrittene Entscheidung
Obama stoppt Folter-Bilder

Ist gegen die Veröffentlichung von Misshandlungs-Bildern: Barack Obama

Die US-Regierung hält weiterhin mehrere Dutzend Fotos zurück, auf denen die
Misshandlung von Gefangenen im Irak und in Afghanistan zu sehen ist. Das
Pentagon hatte ursprünglich eine Veröffentlichung der Aufnahmen noch in
diesem Monat angekündigt. Nach Ansicht der zuständigen US-Kommandeure
würden dadurch aber zehntausende US-Soldaten in den beiden Ländern
zusätzlich gefährdet. US-Präsident Barack Obama will eine Veröffentlichung
notfalls gerichtlich verhindern.

Die US-Menschenrechtsorganisation ACLU hatte die Fotos 2004 bekommen


und versuchte, deren Veröffentlichung per Klage durchzusetzen. Das Pentagon
hatte am 23. April erklärt, dass es einer entsprechenden Anordnung des
Berufungsgerichts in New York nachkommen werde. Bei einem Treffen mit
seinen Rechtsberatern in der vergangenen Woche habe Obama gesagt, dass dem
Gericht die "Folgen für die nationale Sicherheit" der USA nicht vollständig
dargelegt worden seien, sagte ein Regierungsvertreter.

US-Soldat im Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad.

Menschenrechtler "tief enttäuscht"


Die Menschenrechtsorganisation Amnesty international reagierte in einer in Washington
veröffentlichten Erklärung "tief enttäuscht" über Obamas Entscheidung. Obama sagte, er
könne in keiner Weise das Verhalten derjenigen entschuldigen, die die brutalen
Verhörmethoden angewendet hätten. Im April hatte er gegen den Willen der CIA interne
Papiere über Folter veröffentlicht, die unter Obamas Vorgänger George W. Bush angewendet
wurde.

Bereits im April 2004 waren von Wärtern aufgenommene private Fotos von misshandelten
und sexuell gedemütigten Häftlingen aus Abu Ghraib an die Öffentlichkeit gelangt. Sie lösten
weltweit Entrüstung aus. So waren nackte Gefangene zu sehen, die zu einer Pyramide
aufgetürmt oder wie Hunde an der Leine geführt wurden.

http://www.tagesschau.de/ausland/usa220.html










 14.05.2009, 14:17 Uhr

Streit um Folterfotos:
Obamas Schwächeanfall

© Gerald Herbert/AP

Ein Kommentar von Niels Kruse

Es ist der erste große Wortbruch des "Heilsbringers": Anders als angekündigt
will US-Präsident Barack Obama nun doch keine weiteren Fotos
veröffentlichen, die zeigen, wie US-Militärs gefoltert haben. Mit dieser
Fehlentscheidung schwächt sich Obama selbst - völlig ohne Not.

War's das schon, das von Barack Obama angekündigte Großreinemachen nach
der schmutzigen Ära von George W. Bush? Entgegen seiner Ankündigung im
Wahlkampf will der US-Präsident nun doch keine weiteren Folterbilder aus
Gefangenenlagern in Irak und Afghanistan an die Öffentlichkeit geben. Die
weiteren Belege für US-Exzesse im Anti-Terrorkampf bleiben unter Verschluss,
vorerst zumindest. Eigentlich hatte die Regierung vor kurzem noch gelobt, die
Fotos aller Welt zeigen zu wollen. Auch, weil das von einem New Yorker
Gericht so entscheiden wurde.

Weshalb nun die Kehrtwende? Er fürchte um die Sicherheit der Soldaten, wenn
die Fotos an die Öffentlichkeit kämen, sagte ein wortkarger Obama.
Menschenrechtsorganisationen, Linke und andere Obama-Anhänger empören
sich nun zurecht über diesen Schritt des als Hoffnungsträger gestarteten
Präsidenten. Denn der offene und latente Anti-Amerikanismus rund um den
Globus wurzelt genau in diesen Verfehlungen, die das amerikanische Selbstbild
von Freiheit, Frieden und Demokratie als verlogen und selbstherrlich entlarvt
hatten.

Dass die Bilder den Anti-Amerikanismus weltweit entfachen könnten, wie


Obama sagt, verkehrt schlicht Ursache und Wirkung: Nicht die Veröffentlichung
der rund 40 Fotos schürt das Unbehagen gegenüber den Vereinigten Staaten,
sondern deren Unterschlagung. Die Welt will sehen, wie weit die Folterknechte
von CIA und US-Militär im Namen ihres Anti-Terrorkampfs gegangen sind -
damit irgendwann ein Schlussstrich gezogen werden kann unter dieses Kapitel
amerikanischer "Selbstverteidigung". Nur so ist der von Obama versprochene
Neuanfang in den Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft im
Allgemeinen und der arabisch-islamischen Welt im Besonderen möglich.

Obama weiß das natürlich. Doch der neue Mann im Weißen Haus weiß auch,
dass er für einen Neuanfang die Gräben zwischen links und rechts, zwischen
oben und unten, die das Land bis heute lähmen, zuschütten muss. Dazu braucht
und sucht Obama, Pragmatiker der er auch ist, die Aussöhnung mit dem
politischen Gegner, allen voran den Republikanern. Deswegen will er die
Folterverantwortlichen aus der Bush-Ära unbehelligt lassen, der Applaus für
seine Entscheidung aus der konservativen Ecke dürfte ihn bestätigen. Zudem
kann Obama nicht an den einflussreichen Geheimdiensten vorbeiregieren,
weshalb CIA und Co. ebenfalls nicht für die von ihnen begangenen Untaten
belangt werden.

So verständlich Obamas Entscheidung machtpolitisch sein mag, so bleibt sie


doch falsch. Er setzt damit sein größtes Kapital, die Glaubwürdigkeit, aufs Spiel.
Er legt sich zudem unnötig mit seinen größten Unterstützern an, den Liberalen
und Linken. Allerdings ist das letzte Wort in Sachen Folterfotos noch nicht
gesprochen. Denn bald wird das höchste Gericht des Landes darüber
entscheiden, ob die Bilder veröffentlich werden oder auch nicht. Der Fortgang
der nötigen Folter-Debatte liegt dann nicht länger in Obamas Händen - ein
Zeichen seiner Stärke ist das nicht.
http://www.stern.de/politik/ausland/:Streit-Folterfotos-Obamas-Schw
%E4cheanfall/700781.html

Zensur von Folter-Fotos:

Menschenrechtler kritisieren Obamas


Rückzieher
Versprechen gebrochen: Vor Kurzem hatte US-Präsident Barack Obama noch
die Veröffentlichung von Fotos zugesagt, auf denen die Misshandlung von
Gefangenen im Irak gezeigt wird. Nun hat er seine Meinung geändert.
Menschenrechtler sind empört, doch die Republikaner jubeln.

US-Präsident Barack Obama hat sich entgegen früherer Äußerungen gegen die
Veröffentlichung von Fotos entschieden, die die Misshandlung von
Terrorverdächtigen zeigen. Die Freigabe dieser Bilder könnte nach Einschätzung
Obamas die US-Streitkräfte in Gefahr bringen und die Einsätze der Amerikaner
im Irak und Afghanistan erschweren, teilte das US-Präsidialamt mit.

Die US-Regierung hatte im vergangenen Monat trotz eines zu erwartenden


politischen Aufschreis zugesagt, den Weisungen eines Gerichts zu folgen und
die Fotos bis zum 28. Mai zu veröffentlichen.

Obama habe seinen Rechtsberatern in der vergangenen Woche gesagt, dass er


sich mit der Veröffentlichung der Fotos nicht wohlfühle. Er könne aber in keiner
Weise das Verhalten derjenigen entschuldigen, die die brutalen Verhörmethoden
angewendet hätten, hieß es weiter.

Das Justizministerium teilte nun dem zuständigen Berufungsgericht in New


York die geänderte Haltung der Regierung mit. Außerdem werde eine Berufung
beim Obersten Gerichtshof erwogen, hieß es in Washington. Die Regierung hat
dafür Zeit bis zum 9. Juni.
"Die Entscheidung, die Fotos nicht freizugeben, machen Präsident Obamas
Versprechen der Transparenz und Rechenschaft zum Gespött", sagte Amrit
Singh von der Amerikanischen Bürgerrechtsunion. "Es ist wesentlich, dass diese
Fotos freigegeben werden, damit die Öffentlichkeit selbst das ganze Ausmaß des
Missbrauchs von Gefangenen überprüfen kann." Auch die
Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte die Erklärung
Obamas. Die Republikaner begrüßten hingegen, dass der Präsident seine
Haltung geändert habe.

Sinnbild für US-Exzesse


Im April hatte Obama gegen den Willen der CIA interne Papiere über
umstrittene Verhörmethoden veröffentlicht, die unter Obamas Vorgänger George
W. Bush angewendet wurden. Darunter sind auch Dokumente zum sogenannten
Waterboarding, bei dem der Gefolterte zu ertrinken glaubt. Obama hat diese
Praxis verboten, gleichzeitig aber eine Bestrafung der Folterer ausgeschlossen.
Dies hatte ihm harsche Kritik von Menschenrechtsgruppen eingebracht.

Das Waterboarding wurde zum Sinnbild für US-Exzesse in der Bekämpfung des
internationalen Terrorismus nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

Reuters/AP

http://www.stern.de/politik/ausland/:Zensur-Folter-Fotos-Menschenrechtler-
Obamas-R%FCckzieher/700742.html
© Shane T.McCoy/AP

US-Regierung:

Schlafentzug und Nacktverhöre in Guantanamo


Erwachsene Männer mussten Windeln tragen und tagelang stehen: Unter George
W. Bush hat die US-Regierung Häftlinge des Gefangenenlagers Guantanamo
foltern lassen. Inzwischen werden immer mehr Details bekannt.

Laut einem Pressebericht durfte der US-Geheimdienst CIA unter der Bush-
Regierung Terrorverdächtigte bis zu elf Tage lang per Schlafentzug wach halten.
Diese tagelange Prozedur hätten mehr als 25 Terrorverdächtige ertragen müssen,
berichtete die "Los Angeles Times" am Samstag. Auf diese Weise gewonnene
Aussagen sollen künftig jedoch nicht mehr von Militärtribunalen verwendet
werden dürfen, meldete die "Washington Post".

Wie die "Los Angeles Times" unter Berufung auf Memos des US-
Justizministeriums berichtete, mussten gefesselte Häftlinge teilweise auch
tagelang stehen. Oftmals seien sie nur mit einer Windel bekleidet gewesen und
hätten zudem nichts essen dürfen. Später sei die Höchstgrenze auf eine Woche
verkürzt worden.

Laut der "Washington Post" dürfen die möglicherweise bald wieder eingesetzten
speziellen Militärtribunale nicht auf Aussagen zurückgreifen, die bei "intensiven
Verhören" gewonnen wurden. Zudem sollen den Häftlingen mehr Rechte bei der
Wahl ihrer Anwälte gewährt werden. Ein Vertreter des Weißen Hauses sagte dem
Blatt jedoch, dass die Entscheidung darüber noch nicht gefallen sei.

"Foltertechniken waren unverzichtbar"


Unter Obamas Amtsvorgänger George W. Bush hatte der US-Kongress 2006 für
die Verfahren gegen Guantanamo-Insassen spezielle Militärtribunale geschaffen,
bei denen die Rechte der Angeklagten im Vergleich zu US-Zivil- und
Militärgerichten deutlich eingeschränkt waren. Noch am Sonntag verteidigte Ex-
Vize-Präsident Dick Cheney erneut die umstrittenen Verhörmethoden im
Umgang mit mutmaßlichen al Kaida-Kämpfern. Denn auf diese Weise seien
Geheimdienstinformationen gewonnen worden, die möglicherweise
hunderttausenden US-Bürgern das Leben gerettet haben, so Cheney. Die von
Kritikern als Folter verurteilten Techniken seien unverzichtbar gewesen, um den
Widerstand der gefangenen Extremisten zu brechen. "Ich bin absolut überzeugt,
dass wir tausende, vielleicht hunderttausende Menschenleben gerettet haben",
sagte Cheney im Fernsehsender CBS.

Barack Obama hat die zweifelhaften Foltermethoden der Bush-Regierung


inzwischen untersagt und will den Rechtsschutz der Angeklagten verbessern.
Unmittelbar nach seinem Amtsantritt am 20. Januar setzte Obama die
Guantanamo-Verfahren bis zum 20. Mai aus. Zugleich kündigte er die
Schließung des Gefangenenlagers bis Januar 2010 an, sicherte jedoch CIA-
Mitarbeitern für mögliche Rechtsverstöße bei Verhören Straffreiheit zu. Derzeit
sitzen noch etwa 240 Häftlinge in Guantanamo ein.

AFP

http://www.stern.de/politik/ausland/:US-Regierung-Schlafentzug-Nacktverh%F6re-
Guantanamo/700385.html