Sie sind auf Seite 1von 23

E Lichtbericht

Die Planung von Licht in der Innen- raumgestaltung ist unser zentrales Thema. Das Licht und das Design der Leuchte- wer über die Funktion des Lichts nachdenkt, findet neue Formen des Lichts. Harry Seidler, Australiens Top-Architekt, gestaltet die neue Bot- schaft seines Landes in Paris. Reprä- sentieren, Arbeiten,Wohnen: Das Licht in der Australischen Botschaft. Die schematische Darstellung von

Beleuchtungsmöglichkeiten ist in neun Grafiken anschaulich verdeutlicht. Wir beantworten die Frage, warum man Licht planen muß. Der Hamburger Innenarchitekt Peter Preller arrangierte in verschiedenen Stilrichtungen die Möblierung eines Raumes, den wir mit Licht unterschiedlich definieren. Drei Beispiele charakterisieren die Vielfalt der Beleuchtungsmöglichkeiten. Eine Leuchtentabelle sowie eine Lampen-

übersicht fassen die gebräuchlichsten Typen zusammen. Lichtinformationen und Nachrichten. Die neuen Bestim-

mungen für Funkschutz-

Erschienen November1978 6

zeichen-Genehmigungen.

und Nachrichten. Die neuen Bestim- mungen für Funkschutz- Erschienen November1978 6 zeichen-Genehmigungen.

Die Planung von Licht

Die Planung von Licht Wir sind gewohnt, unsere Heizung zu planen, die Statik unserer Gebäude zu

Wir sind gewohnt, unsere Heizung zu planen, die Statik unserer Gebäude zu berechnen und mit Wärmedämmwerten zu arbeiten. Nur die Planung des Lichts, das Schaffen von Atmosphäre durch Licht, die Interpretation des Raumes durch Licht, ist für viele noch fremd. Das Denken in Licht und nicht nur in Leuchten anzuregen, ist das Ziel dieses Lichtberichts. An verschiedenen Bei- spielen soll verdeutlicht werden, wie das Licht zum entscheidenden Punkt in der lnnengestaltung wird. Wir hoffen, daß es uns gelingt, klarzumachen, daß Licht das wesentliche Element bei der Innenraumgestaltung ist. Eine wichtige Voraussetzung bei der Lichtplanung ist jedoch die Elektroplanung. Sie ist un- trennbar mit der Lichtplanung verbun- den. Die Zeiten, in denen der zentrale Deckenauslaß in Wohnungen der gän- gige Vorschlag für eine Lichtlösung war, sollten endgültig der Vergangenheit angehören. Dieser Lichtbericht soll Anregungen geben, wie Lichtplanungen funktionsorientiert durchgeführt werden können, und wir hoffen, daß die ge- zeigten Beispiele etwas von der Dra- matik des Lichtes im Raum vermitteln. Seit Jahren arbeiten wir daran, daß sich ein Lichtbewußtsein entwickelt. Wir ha- ben ein komplettes Instrumentarium an Leuchten, das für die unterschiedlich- sten Ansprüche und Kriterien gebaut wird. Es gibt praktisch kein lichttechni- sches Problem, was sich mit diesem In- strumentarium nicht lösen ließe. Nur in enger Zusammenarbeit zwischen Bau- herren, Architekten, Planungsingenieu- ren und Installateuren können Beleuch- tungsanlagen entstehen, die wirklich

können Beleuch- tungsanlagen entstehen, die wirklich gut sind. Denn nur geplantes Licht ist gutes Licht. Die

gut sind. Denn nur geplantes Licht ist gutes Licht. Die Iichttechnische Abtei- lung unseres Hauses steht jederzeit für die Beantwortung von speziellen Fragen zur Verfügung.

Die Broschüre „Licht zum Wohnen“ ist beim Handel sowie beim Verbraucher gut aufgenommen worden. Wegen der unerwartet starken Nachfrage haben wir eine Nachauflage vorgesehen. Unseren Handelspartnern stellen wir größere Mengen bei einer Schutzgebühr von DM 1,00 pro Stück zur Verfügung.

Inhalt

Seite

Das Licht und das Design der Leuchte Die Australische Botschaft Quai Branly, Paris 15 Australien im Ausland Repräsentieren, Arbeiten, Wohnen. Das Licht in der Australischen Botschaft inParis Schematische Darstellung von

Beleuchtungsmöglichkeiten 20-21

1

2-6

7-9

10-19

Licht muß man planen

22-23

Beispiel 1 Moderne Wohnung für einen Musik- und Kunstliebhaber

24-27

Beispiel 2 Beleuchtung einer klassisch möblierten Wohnung

28-31

Beispiel 3 Flexible Beleuchtung für flexible Raumnutzung

32-35

Schematische Leuchtentabelle Kurzübersicht nach Anwen- dungsbereichen

36-37

Lampenübersicht

38-39

Lichtinformationen und Nachrichten

40

Funkschutzzeichen-

Genehmigungen

41

E

ERCO Leuchten GmbH Postfach 2460 5880 Lüdenscheid W- Germany

Telefon 02351/551-1 Telegramm ERCO Telex 0826722/0826631

Fotos: H. Claus, H. Hansen, T. Rautert, ERCO Werkfotos Printed in W- Germany,5880 Lüdenscheid Nr. 606 7811

Printed in W- Germany,5880 Lüdenscheid Nr. 606 7811 So wie sich ein Gemälde vom Fernseh- bild

So wie sich ein Gemälde vom Fernseh- bild unterscheidet, so unterscheidet sich die Schmuckleuchte von der tech- nischen Leuchte. Auf der einen Seite handelt es sich um ein ästhetisches, emotionelles Problem, auf der anderen Seite um die Gestaltung einer Funktion. Die Form von ERCO Leuchten ist im- mer Ausdruck ihrer technischen und ar- chitektonischen Funktion. Das Design ist das Ordnen von lichttechnischen und wärmetechnischen Problemen. Eine Ästhetik entsteht durch Disziplin bei der Entwicklung, nicht durch Detail-Gestal- tung. Wir wissen nicht, ob unsere Leuchten als „schön“ empfunden wer- den, wir wissen nur, daß unsere Auffas- sung, technische Produkte technisch zu gestalten, vom Markt breit akzeptiert ist. Wir wissen auch, daß das Vertrauen in unsere Produkte groß ist, allerdings gilt es, das Vertrauen in die „Ehrlichkeit“ der Produkte täglich neu zu erwerben.

Die Lichttechniker unseres Hauses ar- beiten an der Lösung von Problemen des Sehkomforts. Begriffe wie Ab- blendwinkel, richtungsabhängige Leuchtdichten, Reflexblendung, Schlei-

richtungsabhängige Leuchtdichten, Reflexblendung, Schlei- Das Licht und das Design der Leuchte erleuchtdichte,

Das Licht und das Design der Leuchte

Reflexblendung, Schlei- Das Licht und das Design der Leuchte erleuchtdichte, Darklight-Reflektor und Wirkungsgrad
Reflexblendung, Schlei- Das Licht und das Design der Leuchte erleuchtdichte, Darklight-Reflektor und Wirkungsgrad

erleuchtdichte, Darklight-Reflektor und Wirkungsgrad bestimmen die Entwick- lung. Es werden Zusammenhänge von Licht und Raum und Raumnutzung, Re- flexionsgrade von Materialien und an- dere Themen untersucht und ausge- wertet. Rund 70 Computer-Programme sind im Laufe der letzten Jahre ge- schrieben, die nur für die Entwicklung und Planung genutzt werden. Durch ein Computerterminal ist ERCO über Com- sat-Satellit an einen Großrechner in Cle- veland, USA, angeschlossen und kann in Sekundenschnelle Meßdaten auswer- ten, Reflektoren berechnen oder Pla- nungen durchführen. Wir investieren heute viel in die Entwicklung der Soft- ware für Leuchten. Das photometrische Labor ist Grundvoraussetzung für quali- fizierte Daten zur Planung und Entwick- lung.

für Leuchten. Das photometrische Labor ist Grundvoraussetzung für quali- fizierte Daten zur Planung und Entwick- lung.

Die Australische Botschaft Quai Branly, Paris 15

Lage Das von der Australischen Regierung zum Bau seiner neuen Botschaft in Pa- ris erworbene Grundstück hat eine ein- malige Lage im nordwestlichen Teil des 15. Distrikts. Das ursprünglich als Aus- weichgleis benutzte Gelände liegt an der Seine am Quai Branly, an der Kreu- zung der Rue Jean Rey und der Rue de la Féderation. Das 6280 m2 umfassen- de Grundstück bietet eine großartige Aussicht nach Norden über eine große, parkähnlich gestaltete öffentliche Sport- anlage zum Eiffelturm (nur 400 m ent - fernt), das Flußufer mit den baum- gesäumten Parks, das Palais Chaillot und die berühmten Wahrzeichen der

Architekt:

Harry Seidler & Partner,

Statik:

Cabinet Bancon (Paris)

Sydney

Elektro-

Leiter:

Harry Seidler

Planung: Cabinet Trouvin (Paris)

Innen-

Partner: Peter Hirst Beratung u. „Architecte

Lichtplanung: Claude Engle (Washington)

d’opération“: Marce/ Breuer, Paris

architekt: Charles Sevigny (Paris)

Partner: Mario Jossa

Projekt-

Management: Overseas Works Branch, Department of Construc- tion (Canberra)

Statische Beratung: Pier Luigi Nervi (Rom)

Pariser Innenstadt, die in der Ferne auf- tauchen. Im Gegensatz dazu ist der Blick nach Süden nicht so überwältigend. Gegen- über der Nordseite gibt es dort keine freie Fläche. Die Aussicht ist durch die in unmittelbarer Nähe gebauten Appar- tementhäuser blockiert.

Bauprogramm Das Programm der Australischen Re- gierung sah die Errichtung zweier Ge- bäude vor, die unterschiedlichen, aber doch verwandten Zwecken dienen soll- ten:

1.das Botschaftsgebäude, das außer der Botschaft in Frankreich die au-

Gesamtkosten:FF. 113 000 000,— Gesamtgebäudefläche: 32 500 qm Fertigstellung: Dezember 1977

stralischen Gesandtschaften bei der OECD, der UNESCO etc. aufnehmen sollte, sowie die Botschafterresidenz im Obergeschoß, die für offizielle Empfänge geeignet sein mußte, 2. ein Wohngebäude mit 34 Einheiten unterschiedlicher Größe für die au stralischen Diplomaten und ihre Fa milien. Im Obergeschoß war eine zweite Botschafterwohnung vorzu sehen. Die beiden Gebäude haben getrennte Eingänge auf den gegenüberliegenden Seiten des Grundstücks, sind aber auf Erdgeschoßebene miteinander ver - bunden. Zusammen nehmen sie die Hälfte des Grundstücks ein, der übrige

nehmen sie die Hälfte des Grundstücks ein, der übrige Lage der Australischen Botschaft, vom Eiffelturm aus

Lage der Australischen Botschaft, vom Eiffelturm aus gesehen.

Teil ist parkartig angelegt. Eine Lade- fläche, eine Parkplatzanlage für 170 Wa- gen, ein Schwimmbad und ein Squash- platz sind in zwei Kellergeschossen un- tergebracht.

Städtebauliche Überlegungen Am Rande von Paris gelegen, aber doch noch innerhalb des historischen Kerns dieser Stadt, waren strenge Auflagen der verschiedenen Behörden, einsch- ließlich des Kultusministeriums, das für die ästhetischen Belange zuständig ist, zu beachten. Abgesehen von einem Höhenlimit von 31 Metern, 50 % Grundstücksbebauung und vorgeschriebenen Baumaterialien, machte das Ministerium zur Auflage, daß bei jedem Gebäudeentwurf für die- ses Gebiet die in der Nähe verlaufende mächtige Champs de Mars-Achse mit der rechtwinklig sich anschließenden Querachse zu berücksichtigen sei. Fast alle in neuerer Zeit errichteten Gebäude in diesem Gebiet erfüllten diese Forde- rung, indem sie als Rechteck gebaut und entlang dieser Achse oder im rech- ten Winkel dazu plaziert wurden. Bei den beiden Gebäuden der Botschaft war dies praktisch unmöglich, und zwar infolge der fast dreieckigen Form des Grundstücks, die eine unzweckmäßige Planung erfordert hätte, welche zudem kein befriedigendes ästhetisches Er- gebnis hätte erzielen können. Das Kultusministerium stimmte zu, daß der Präzedenzfall des Palais de Chaillot auf der anderen Flußseite mit seinen geteilten, parabolförmigen Gebäuden, die auf der Haupt- und Nebenachse des Champs de Mars liegen, diese Achsen respektierten. Der Entwurf der Botschaft erfüllt in ähn- licher Weise diese städtebauliche Auf- lage, indem er zwei (gegenüberliegen- de) viertelkreisförmige Gebäude inner - halb der Achsenlinien miteinander ver- bindet. Die sich daraus ergebenden kon- kaven und konvexen Gebäudefassaden sind so gestaltet, daß der großartige Blick und die Aussicht nach Norden voll genutzt werden können. Die Hauptbüros der Botschaftskanzlei

werden können. Die Hauptbüros der Botschaftskanzlei sind alle auf der konvexen Fassaden- seite angeordnet und

sind alle auf der konvexen Fassaden- seite angeordnet und besitzen im Ver- gleich zur Grundfläche große Fenster- flächen. Jeder Wohnraum im Wohngebäude hat den gleichen Blick, und da das Gebäude kurvenförmig von dem bestehenden Bürogebäudekomplex im Osten weggedreht ist, wird die Aussichts- begrenzung auf ein Minimum redu- ziert und gleichzeitig ein Maximum an Abgeschiedenheit erreicht. Die Bezie- hung des Gesamtkomplexes zu den Achsenlinien wird durch die her- auskragende Gestaltung der Abschlußwände betont. Die beiden gegenläufigen Kurven der Gebäude setzen das Projekt zur beste- henden Umgebung durch einen natürli- chen, schwungvollen Übergang zwi- schen den Bauten östlich der Sportan- lagen und jenen am Fluß entlang dem Quai Branly in Beziehung.

Ästhetische Überlegungen Das Hauptgestaltungsziel der viertel- kreisförmigen Gebäude ist, einen visu- ellen Kontrast oder eine Spannung durch zwei entgegengesetzt verlaufen- de Kurven zu schaffen. Von jedem Blick- punkt aus fließen positive und negative Linien gegeneinander. Es gibt historische Vorläufer in der Ver- wendung entgegengesetzt verlaufender Viertelkreise, nicht nur in der Barock- zeit, sondern auch in anderen Epochen, einschließlich der unsrigen. Bildhauer wie Norman Carlberg und der Maler Frank Stella haben Viertelkreise mit ger- adliniger Geometrie in ähnlicher Weise verbunden und verwoben. Das ästheti- sche Ziel des Gegensatzes wird betont durch die herauskragenden Endwände mit abgestuften Profilen, die inneren und äußeren tragenden Wände, die rechtwinklig zueinander angeordnet sind. Wenn man die geradlinige Anordnung der angrenzenden Gebäude betrachtet und die Achse des Eiffelturms mit ihren richtungweisenden Mauern, passen die Botschaftsgebäude in die Umgebung, aber anders als ihre Nachbarn haben

ihre gekrümmten Fassaden einen besonderen Charakter, der dem Ver- wendungszweck des Projektes ange- messen ist.

Die Botschaft Der Eingang zur Botschaft ist auf der Rue Jean Rey. Die Rue Jean Rey ist eine Einbahnstraße, und die Zufahrt zum Gebäude liegt auf dem Grundstück in Form einer geschwungenen Durch- fahrt unter dem Gebäude hindurch, durch einen monumentalen zwei Stock- werke hohen Raum. Das wichtigste Ele- ment des Eingangs ist die große, bau- mähnliche Konstruktion, die das Gebäu- de über der breiten Eingangsöffnung trägt. Da die Straßen um das Grund- stück herum ansteigen, wurde das Gebäude mit einem Wallgraben auf der tiefer liegenden Ebene errichtet, so daß Tageslicht in das untere Erdgeschoß flu- ten kann. Die Zufahrt verläuft daher über zwei Brücken an der engsten Stel- le. Manche Besucher nähern sich dem Gebäude aus Richtung Metro-Station „Bir Hakeim“. Für sie ist eine Fußgän- ger-brücke vorgesehen, die durch eine Öff-nung in der Südwest-Endwand zum Haupteingang führt. Die wichtigsten Flächen für den Publi- kumsverkehr liegen auf der Eingangs- ebene; der Empfang, eine Ausstellungs- fläche (mit Farbfotoausstellung austra- lischer Landschaftsaufnahmen), die zu einem Mehrzweckraum führt, ein Thea- terraum mit 140 Plätzen und eine Bü- cherei mit Informationszentrum. Auf sechs Stockwerken über und einem unter dem Eingang sind die verschiede- nen Einrichtungen der Botschaft unter- gebracht. Das gesamte oberste Stock- werk des Gebäudes ist als Botschafter- wohnung reserviert. Sie enthält einen zentral gelegenen großen Salon und ein Speisezimmer, die zu einer offenen Ter- rasse und weiter zum Dachgarten füh- ren. Salon und Speisezimmer sind für größere Gesellschaften vorgesehen. Schwenktüren gewähren bei Empfän- gen Zutritt. Mittelpunkt ist ein freiste- hender, gerundeter Kamin. Die Aussicht nach draußen ist bei Tag und Nacht

Perspektivische Schnittzeichnung durch die Wohngeschosse mit Ausblick auf die Umgebung. (Zeichnung Helmut Jacoby)

mit Ausblick auf die Umgebung. (Zeichnung Helmut Jacoby) Darstellung der maximalen Ausblick- winkel aus den Fenstern

Darstellung der maximalen Ausblick- winkel aus den Fenstern als Teil der vorlaufenden Funktionsstudien.

aus den Fenstern als Teil der vorlaufenden Funktionsstudien. dramatisch, ein zentraler, bepflanzter offener Hof, die
aus den Fenstern als Teil der vorlaufenden Funktionsstudien. dramatisch, ein zentraler, bepflanzter offener Hof, die

dramatisch, ein zentraler, bepflanzter offener Hof, die elegante Einrichtung und die Kunstwerke (Gemälde australischer Künstler) schaffen diese „Repräsenta- tionsfläche“ des Komplexes. Darüber hinaus sind auf dieser Etage die pri- vaten Botschafterräume untergebracht.

Das Appartementhaus Das Appartementhaus ist völlig von der Botschaft getrennt. Der Zugang erfolgt von der Rue de la Féderation. Die Planung dieses Gebäudes mit ver- setzten Etagen gewährt allen Wohnbe- reichen der 34 Wohnungen die Aussicht auf den Eiffelturm und den Fluß. Die Schlaf- räume liegen auf der gegen- überliegenden Seite zur Rue de la Féde- ration. Die langgezogene Krümmung des Gebäudes machte die Unterbrin- gung der vielen notwendigen Schlaf- räume möglich. Die Appartements sind unterschiedlich

Ansicht der beiden Fassaden des Bot- schaftsgebäudes und des Appartement- Hauses, welches rechts im Bild liegt.

groß, von einem bis zu fünf Schlafräu- men, mit Wohnräumen unterschiedli- cher Größe. In dem 9stöckigen Gebäu- de gibt es nur vier innenliegende Zugangsgalerien, die jeweils 21/2 Stock- werke auseinanderliegen. Von hier aus sind die Wohnungen über halbe Treppen aufwärts oder abwärts zu erreichen. Innerhalb der Wohnungen verbindet eine halbe Treppe die Wohn- und Schlafzonen. Die kleinsten Wohnungen sind direkt von der Zugangsgalerie aus zu erreichen und liegen zur Aussichtsseite. Die Woh- nungen auf den ersten und obersten Ebenen haben individuell gestaltete Dachterrassen, während alle anderen Wohnungen bündig mit der Fassade abschließende Balkone haben.

Konstruktion und Materialien Die Außenwände beider Gebäude be- stehen aus vorgefertigten tragenden Betonelementen, die durch Beimi- schung weißer Quarzstoffe eine dichte, keine Feuchtigkeit aufnehmende Ober- fläche haben. Die Endwände und die Wände der unteren Theaterkonstruktion sind mit grauen Bruchsteinplatten aus Limoge- Granit verkleidet. Die Fenster haben Doppelverglasung, wobei die äußere Scheibe aus grau getöntem, wärmedämmendem Glas besteht; die Rahmen sind aus dunkelgrauem, elo- xiertem Aluminium. Das Botschaftsgebäude besteht auf der Südseite aus einem Betonkern, in dem die Aufzüge, Treppen und Leitungen untergebracht sind, und einer tragen- den, verglasten Fassade aus vorgefer- tigten Elementen auf der Nordseite. Dazwischen überbrücken vorgefertigte vorgespannte Beton- T-Träger mit Spe- zialprofilen den Freiraum von 16 m. Da- durch wird ein Höchstmaß an Flexibilität bei der Unterteilung der Büroräume erreicht. In ihrer endgültigen Form er-

der Büroräume erreicht. In ihrer endgültigen Form er- möglichen sie die Verlegung von in Längsrichtung
der Büroräume erreicht. In ihrer endgültigen Form er- möglichen sie die Verlegung von in Längsrichtung

möglichen sie die Verlegung von in Längsrichtung verlaufenden Versor- gungsleitungen. Die konstruktionsmäßig sehr ausdrucksvolle, schwungvolle Lini- enführung der T-Träger ist in den Räum- lichkeiten für Publikumsverkehr auf der Eingangsebene und im Salon der Bot- schafterwohnung in der obersten Etage sichtbar. Das Wohngebäude hat vorgefertigte tragende Sichtbetonfassaden mit wei- ßen Quarzbeimischungen und Decken aus vorgefertigten Betonplatten nach dem französischen „predalle“- System. Die vorgefertigten tragenden Fassaden werden, wenn notwendig, unterbro- chen, z. B. bei den beiden Botschafter-

Bürosuiten, die große Balkone haben, bei der großen Terrasse des Botschafts- gebäudes im obersten Stockwerk und beim Haupteingang. Hier werden die großen Offnungen durch entsprechen- de, an Ort und Stelle gegossene Beton- formen überspannt oder getragen. Die Stütze des Haupteingangs überträgt die Last des darauf ruhenden gekrümmten Gebäudes auf tiefer liegende windfeste, rechteckige Träger im rechten Winkel zur Fassade. Der Übergang entsteht durch gerade Schalbretter, die eine hy- perboloide Oberfläche erzielen. In ähnlicher Weise schaffen sechs sich nach unten verjüngende Pfeiler eine Eingangsarkade unter dem Wohnge-

Zeichnung des Erdgeschosses mit Dar- stellung der Hauptzufahrt sowie eines Zwischengeschosses. Die eingezeich- neten

Zeichnung des Erdgeschosses mit Dar- stellung der Hauptzufahrt sowie eines Zwischengeschosses. Die eingezeich- neten Beleuchtungskörper wurden spä- ter zugunsten quadratischer Umi-

nair- Leuchten geändert. Der Grundriß verdeutlicht Seidlers Idee der beiden gegeneinander gestellten Viertelkreise.

Idee der beiden gegeneinander gestellten Viertelkreise. bäude. Diese übertragen die durch die gekrümmte Fassade
Idee der beiden gegeneinander gestellten Viertelkreise. bäude. Diese übertragen die durch die gekrümmte Fassade

bäude. Diese übertragen die durch die gekrümmte Fassade verursachte Last auf runde Fundamente.

Mechanische Installation Das Botschaftsbürogebäude und die oberste Wohnung im 7. Stock sind kli- matisiert. Kanäle in dem Kern versorgen die lnnenzone der Büroräume durch „moduline units“ in der Decke. Druck- luft-Steigerohre an den beiden äußer- sten Enden der gekrümmten Fassade versorgen die unter den Fenstern ange- brachten Zulufteinrichtungen aus längs- seits innerhalb des nach oben weisen- den Stegs der T-Träger angebrachten Leitungen. Zuluft- und Abluftöffnungen sind in der glatten konkaven Südwand vorhanden. Das Wohngebäude wird elektrisch be- heizt, und zwar durch Fußbodenheiz- elemente und Konvektoren unter den Fenstern. Das oberste Geschoß (9.) ist klimatisiert.

Die Beleuchtung Das gesamte Gebäude ist mit Leuchten annähernd gleicher Leuchtdichte in Dar- klight- Technik ausgerüstet. Während die Verwaltungsgeschosse mit Uminair- Leuchtstoff-Leuchten 2 x 40 Watt beleuchtet werden, die einen Ab- blendwinkel von 30° haben, sind alle übrigen Räume mit Downlights, decken- aufbaumäßig bzw. deckenbündig mon- tiert, ausgeleuchtet. Besonderer Wert wurde auf die gleichmäßige Ausleuch- tung der Wände durch Wandfluter ge- legt. Die Fotoausstellung in der Ein- gangshalle wird mit TM- Spots und Wandfluter-Vorsätzen an Stromschienen beleuchtet. Alle Leuchten wurden von ERCO geliefert.

Australien im Ausland

Harry Seidlers Australische Botschaft in Paris

von Philip Drew

Australischer Architekturkritiker, der für verschiede- ne Architektur-Zeitschriften im In- und Ausland schreibt.

Die neue Australische Botschaft in Paris ist ein Triumph für Australien und den Architekten Harry Seidler. Die Botschaft stellt nicht das Australien in einer falschen, erfundenen Art dar, es ist ein- fach eine in jeder Beziehung exzellente Architektur, ein Weltbürger in einer an- spruchsvollen, zivilisierten Stadt. Dieser ist, zugegeben, ein kecker und unge- wöhnlicher sowie zwangloser Jüngling in einer sehr vornehmen Gesellschaft. Die Gefahr dieser Situation liegt in einer von zwei Reaktionen, entweder einge- schüchtert zu werden und die Zuver- sicht zu verlieren und als Folge davon eine leblose Imitation von Paris abzuge- ben oder aus dem Gefühl der Unsicher- heit heraus eine Überreaktion mit ag- gressiver Selbst-Bejahung zu produzie- ren, welches deutlich eine Ungehörig- keit ausdrücken würde. Seidler hat kei- nes von beidem getan, anders als Sir Basil Spencer, dessen drohendes Chan- cery‘s Building in der Nähe der Porta Pia Tores von Michelangelo in Rom, 1971, allzu klar den Irrtum durch den späteren Widerhall demonstrierte. In diesem Fall hat Harry Seidler gezeigt, daß er der bessere Architekt ist.

Eine abschließende Begegnung Was das Botschaftsgebäude betrifft, war die Begegnung zwischen dem Ar- chitekten und der Stadt nicht eine zwi- schen unvereinbaren und gegensätzli- chen Persönlichkeiten, da Paris als Stadt und Harry Seidler als Architekt viele Gemeinsamkeiten haben. Um die- ses zu verstehen, ist es notwendig, über beide etwas zu sagen. Der Bau- platz der Botschaft lag in der histori- schen Nachbarschaft von Paris an der nordwestlichen Ecke des 15. Distriktes im Bereich der Achse des Champs de Mars mit seinen verschiedenen feinfüh- ligen Baustilen. Das Paris, welches Baron Haussmann 1868 hinterlassen hatte, war eine be- merkenswert homogene Stadt, er gab ihr Zusammenhalt und Klarheit durch Verbindung der grundsätzlichen bür- gerlichen Anschauungen mit einem weitangelegtem Boulevard-Netz. In

Anschauungen mit einem weitangelegtem Boulevard-Netz. In Haussmanns Umgestaltung von Paris dominieren die Straßen.
Anschauungen mit einem weitangelegtem Boulevard-Netz. In Haussmanns Umgestaltung von Paris dominieren die Straßen.
Anschauungen mit einem weitangelegtem Boulevard-Netz. In Haussmanns Umgestaltung von Paris dominieren die Straßen.

Haussmanns Umgestaltung von Paris dominieren die Straßen. Dies spiegelt die französische Vorliebe für den Culte de l‘Axe wider. Eine neue Konzeption von endlosen, baumgesäumten Stra-

ßen, eingerahmt von uniformen Häu- sern - das sind die Boulevards -, sie stammen von barocken Avenuen., die ohne die Beziehung von Bäumen und Häusern waren, ab. Haussmann lehnte

er übernimmt und verfeinert seine Prin- zipien, um als Extrakt in jeder neuen Si- tuation

er übernimmt und verfeinert seine Prin- zipien, um als Extrakt in jeder neuen Si- tuation das beste Gebäude zu finden. Dieser Einstieg, also eine Architektur von hohen Grundsätzen, erklärt beides, die Disziplin und Beständigkeit von Seidlers Architektur.

Barocke Geometrie Die Verwendung barocker Geometrie, bestehend aus alternierenden konkav- konvexen Bogen, erfüllt mehrere Zwek- ke. Erstens stellt sie eine Verbindung mit der barocken Erbschaft des Boule- vards her, zweitens folgt sie dem klas- sischen Präzedenzfall, dargelegt in den geschwungenen Flügeln des Palais

es ab, einen Kompromiß zu seinen Ideen zuzulassen, in dem mit Fassaden gespielt würde, und bestand auf einer gefälligen „uniformen“ Fassade im Stil der unaufdringlichen Renaissance-For - men, welche über ganz Paris verteilt sind. Diese beiden Faktoren, der Culte de l‘Axe und die uniformen Fassaden, denen man bei den Wohnhäusern ent- lang dem Boulevard Sebastopol (1860) begegnet, spielten bei der Definition der Form und der Fensteranlage der Australischen Botschaft die entschei- dende Rolle. Unabhängig davon findet man in Seidlers Denken eine viel tiefere Affinität mit den Werten der französi- schen Architektur, besonders einen klassischen Realismus, den man in Verbindung mit Choisy bringt. Außer- dem, Seidlers Neigung zur technischen Perfektion, welche in seinen frühen Australien-Häusern zum Ausdruck kommt, hat sein Gegenstück in der lei- stungsfähigen französischen Bauindu- strie. Seidlers natürliche Gefühle als Architekt erinnerten immer an europäi- sche Auffassungen, so daß die Möglich- keit, in Frankreich zu bauen, ihm Gele- genheit gab, mehr als bisher gewisse Wünsche, die von Anfang an in ihm waren, zu realisieren. Harry Seidler gehört zu der rationalen Gruppe inner- halb einer modernen Bewegung, seine Arbeit dient als Beispiel für die Prinzipi- en einer Vereinfachung und Konzentrati- on, die einst von Hermann Muthesius befürwortet wurden.

Vereinfachung und Konzentration In sehr realer Weise verkörpert die Au- stralische Botschaft einen Höhepunkt in Seidlers bisheriger Entwicklung, die in einem Gebäude die einzelnen Themen seines Arbeitslebens enthält. Diese Themen sind der Ausdruck einer Architektur als bauliche Form (ein ratio- nales Symptom), eine starke visuelle künstlerische Ausrichtung, die zu der Verwendung von spannungsgeladenen Kompositionen führt, Vereinfachung von Bauelementen, die wiederholte An- wendung von unterschiedlichen Ebenen in Wohnungen und kürzlich erst der

unterschiedlichen Ebenen in Wohnungen und kürzlich erst der Einsatz von Frank Stellas segmentären Bogen zur Bestimmung
unterschiedlichen Ebenen in Wohnungen und kürzlich erst der Einsatz von Frank Stellas segmentären Bogen zur Bestimmung

Einsatz von Frank Stellas segmentären Bogen zur Bestimmung von Gebäude- Kompositionen. Seidler fühlt sich nicht gedrängt, für jedes neue Projekt neue Grundsätze zu ersinnen, im Gegenteil,

Chaillot, des Place de Fontenoy und Breuers UNESCO-Haus, und drittens erhält dadurch das Kanzlei- und Wohn- gebäude eine Form, die die besten Blickwinkel freigibt, während die Rück-

seiten den einfachen Gebäuden im Sü- den der Botschaft zugewandt sind.

Die gleichmäßige Fassade Die Nordfront des Kanzleigebäudes hat eine gleichmäßige Fassade, welche an die neutralen Fassaden von Hauss- manns 1860 entstandenen Wohnhäu- sern erinnern. Die Gleichförmigkeit der Fassade des Kanzleigebäudes wird nur durch einige Punkte unterbrochen. Der Wunsch nach Gleichmäßigkeit ist durch die vertikal geschlitzte Blendwand auf dem Dachgarten der Botschafter-Woh- nung, welche den Maschinenraum der Aufzüge vor den Blicken verbirgt und ihr übriges zur Silhouette des Gebäudes tut, gesteigert worden. Die Süd-West- Fassade des Wohntraktes - wie es auch besser zu dem mehr privaten Charakter paßt- ist weniger formal als die des Kanzleigebäudes.

Struktur und Ausdruck Die Struktur und der Ausdruck des Bot- schafts-Gebäudes wurden durch Bei- träge von zwei langjährigen Mitarbeitern beeinflußt. Pier Luigi Nervi hatte eine beratende Funktion bei der Bau- aus- führung, und Marcel Breuer war für die vorgefertigte Betonfassade verant- wortlich und war „Architecte d´opéra- tion“ in Paris. Nervi steuerte die skulp- turähnliche, einem Baum gleichende Unterstützungsstruktur bei, die den Por - tico-Eingang des Kanzleigebäudes umgibt, sowie die Kolonnade kleinerer Unterstützungen im Bereich der Ein- gangsfassade des Wohngebäudes. Die extra angefertigten Beton- T- Bögen mit einer Spannweite von 16 m, die für das Kanzleigebäude verwendet wurden, ver- einen bauliche und dekorative Funk- tionen. Ähnliche Bogen wie diese mit herausgestellten Lüftungsschächten und indirekter Beleuchtung kommen in früher von Seidler errichteten Gebäuden wie dem Verwaltungsgebäude, Milsons Point (1971-73), und dem Trade Group Verwaltungsgebäude, Canberry (1970- 74), vor. Die Gliederung der Botschaft wurde durch die Ratschläge aus dem Büro von Marcel Breuer beeinflußt, dies wird besonders deutlich in den tief zurückliegenden Öffnungen der in Naturstein gehaltenen Begrenzungs- mauer des Wohntraktes. Die Wand mit ihrem heraustretenden Vorsprung wurde wohlüberlegt vorgeschlagen, um so die Verschiebung der Achse zu beto- nen. Breuer arbeitete auch als Möbel- Designer, so daß er ein besonderes Gefühl für Formen und die Betonung von Verbindungen und saubere Hand- werksarbeit hat etwas, was Seidler von Breuer übernahm und in seiner Archi- tektur benutzt hat. Dies ist besonders bemerkenswert in der sorgfältigen Detailarbeit und Modellierung der vorge- fertigten Wand-Elemente, welche in reicher Typenvielfalt vorhan-

Wand-Elemente, welche in reicher Typenvielfalt vorhan- den sind. Die abschließend geschaffe- nen Schutzhauben an

den sind. Die abschließend geschaffe- nen Schutzhauben an der Süd-West- Seite des Wohngebäudes und die Ab- schlußmauer des Kanzleigebäudes be- scheren einen guten Kontrast mit den tief zurückgelegenen Öffnungen in der Hauptfassade der Kanzlei.

Die australische Präsenz Die abschließende Analyse des Erfolges eines Gebäudes wie der Botschaft muß die Eignung und die Funktion messen. Der korrekte architektonische Anstand, der einer Botschaft zusteht, ist weniger leicht definiert als andere, mehr offen- sichtliche Kriterien. Das Gebäude sollte würdevoll und monumental sein, es sollte etwas vom nationalen Ethos über- mitteln und die Größe eines Staates porträtieren. Da die Botschaft ihrer Natur nach unpolitisch ist, sollte sie eine neutrale Arena für großzügige Zeremonien und geistige Aktivitäten sein. In nahezu allen Aspekten muß der Australischen Botschaft der Erfolg be- scheinigt werden, ihre Zuversichtlichkeit und ihr Intellekt suggerieren eine Reife, die für Australien unüblich scheint. Die 1974 getroffene Entschei-

dung der australischen Regierung, einen umfassenden Botschafts-Komplex mit Kanzleigebäude, Wohnungen für den Botschafter und Botschaftsangehörige sowie notwendigen Neben- räumen zu bauen, war ein Akt großer Voraussicht, Courage und Ideenreichtums. Die neue Botschaft ist ein bemerkens - werter Triumph für Seidler und die Au- stralische Regierung. Es ist unfraglich ein außergewöhnliches Gebäude -eines von Seidlers besten - von einem der führenden australischen Architekten und repräsentiert eine bedeutsame kul- turelle Errungenschaft für Australien.

Repräsentieren, Arbeiten, Woh- nen. Das Licht in der Australischen Botschaft in Paris

Woh- nen. Das Licht in der Australischen Botschaft in Paris Im Dezember 1977 wurde die neue
Woh- nen. Das Licht in der Australischen Botschaft in Paris Im Dezember 1977 wurde die neue
Woh- nen. Das Licht in der Australischen Botschaft in Paris Im Dezember 1977 wurde die neue
Woh- nen. Das Licht in der Australischen Botschaft in Paris Im Dezember 1977 wurde die neue

Im Dezember 1977 wurde die neue Australische Botschaft in Paris ihrer Be- stimmung übergeben. Der Architekt Harry Seidler, ein gebürtiger Österrei- cher, ist Australiens berühmtester Ar- chitekt und genießt in Australien gera- dezu einen legendären Ruf. Die Bot- schaft ist Seidler ‘s erstes Gebäude in Europa und wahrscheinlich auch sein wichtigstes. Die Beleuchtungsplanung der Botschaft übertrug Seidler Claude Engle aus Washington, einem in Ameri- ka sehr bekannten Beleuchtungsplaner, der auch in Europa schon verschiedene Gebäude projektierte, unter anderem das Centre Pompidou in Paris. Claude Engle entwickelte ein Beleuchtungs- konzept, das dann mit ERCO und Harry Seidler realisiert wurde. Unter sorgfäl- tiger Überwachung des Ingenieurbüros Cabinet Trouvin entstand eine Lichtar- chitektur, die sicherlich zu den besten Projekten zählt, die in Europa auf die- sem Gebiet zu sehen sind. Wenn ein so junger Kontinent wie Au- stralien sich ein repräsentatives Zu- hause in so einer alten Stadt wie Paris schafft, besteht immer die Gefahr, daß die Klischees, die die Europäer über Au- stralien haben, in irgendeiner Form in der Architektur durchschlagen, und wenn dies nicht der Fall ist, besteht das Risiko, daß die Architektur sich an die Kultur des Gastlandes anlehnt. Beide Risiken sind von Harry Seidler konse- quent vermieden worden, und so ent- stand eine Botschaft, die im besten Sinne einen jungen Kontinent repräsen- tiert. Für Harry Seidler ist Licht die vier- te Dimension der Architektur, und so verwundert es nicht, wenn er bereits im

Architektur, und so verwundert es nicht, wenn er bereits im Anfangsstadium seiner Planung eine präzise Vorstellung

Anfangsstadium seiner Planung eine präzise Vorstellung von der Lichtwir- kung seiner Gebäude hatte. Licht ist, um es einmal einfach auszudrücken, ein Bestandteil seines Gestaltungsre- pertoires. Damit war von der Architektenseite eine ideale Voraussetzung gegeben, in Paris an der so traditionellen Kultur der Architekturbeleuchtung anzuknüpfen und ein Beleuchtungskonzept zu ent- wickeln, das sich gleichberechtigt in die Reihe der beleuchteten Gebäude in Paris einfügt. Es war von vornherein klar, daß keine traditionellen dekorativen Beleuch- tungskörper den Anforderungen gerecht werden konnten, die in diesem Gebäu- de gestellt waren. Man entschied sich sehr schnell für die knappe Formenspra- che der Downlights, die in verschiede- nen Ausführungen durchgängig im Gebäude eingesetzt wurden. So finden wir Downlights sowohl in den Privaträu- men des Botschafters, in den repräsen- tativen Empfangsräumen des Botschaf- ters, in einem kleinen Theater der Bot- schaft wie auch in der großen Emp- fangshalle, die gleichzeitig Aus- stellungsraum ist für Großfotos, die über Australien informieren. Soweit die Downlights deckenbündig eingebaut werden konnten, wurde davon Ge- brauch gemacht. In den restlichen Räu- men wurden die Downlights in einer Aufbauversion eingesetzt, die in der gleichen mattweißen Farbe lackiert wur- den wie die Decken. Großer Wert wurde auf die gleichmä- ßige Ausleuchtung der Wände durch Wandfluter gelegt, besonders in den Bereichen, in denen Kunstwerke aufge- hängt wurden, deren Platz in der Pla- nung von vornherein berücksichtigt wurde. Von den Wohn- und Gesell- schaftsräumen hat man einen sehr schönen Blick auf den Eiffelturm, der auch nachts angestrahlt wird. Es sollte auf jeden Fall vermieden werden, daß Reflexe in den Glasscheiben durch die Beleuchtung auftraten, die den Aus- blick der Gäste am Abend hätten behindern können. Die Aufnahmen aus

Gäste am Abend hätten behindern können. Die Aufnahmen aus Außenansichten der Australischen Bot- schaft, die einen
Gäste am Abend hätten behindern können. Die Aufnahmen aus Außenansichten der Australischen Bot- schaft, die einen
Gäste am Abend hätten behindern können. Die Aufnahmen aus Außenansichten der Australischen Bot- schaft, die einen

Außenansichten der Australischen Bot- schaft, die einen Eindruck der Lichtwir- kung bei Nacht vermitteln.

diesen Räumen zeigen, daß man einen ungehinderten Ausblick reflexfrei hat und das, obwohl die Räume
diesen Räumen zeigen, daß man einen ungehinderten Ausblick reflexfrei hat und das, obwohl die Räume

diesen Räumen zeigen, daß man einen ungehinderten Ausblick reflexfrei hat und das, obwohl die Räume voll be- leuchtet sind. Der Grund liegt in der prä- zisen Begrenzung der Lichtkegel bei den Downlights. Die Wände wurden zum Teil mit Wandflutern mit Allge- brauchslampen beleuchtet, die immer dann eingesetzt wurden, wenn gleich- zeitig Bodenflächen mit auszuleuchten waren, während z. B. das Kunstwerk vor einer Sitzgruppe mit Wandflutern für Preßglaslampe, Streulinse und Kick- reflektor beleuchtet wurde, um die vor dem Kunstwerk Sitzenden nicht zu blen- den. Pflanzgruppen, die überall im Gebäude stehen, werden durch Up- lights beleuchtet, die auf dem Boden stehen und die Pflanzen von unten an- strahlen. Dadurch wird eine sehr leben- dige Wirkung erzielt, die auch beson- ders durch das Schattenspiel der Blätter an der Decke unterstrichen wird. Die Beleuchtung in den Privaträumen und in den Repräsentationsräumen wird über Dimmer kontrolliert, so daß eine intime oder eine festliche Stimmung geschaf- fen werden kann. Wände und Decken wurden durchgängig weiß gehalten,

was sehr gute Reflexionsgrade ergab, die den Räumen ein offenes und lichtes Aussehen verleihen. Dieses wird noch betont durch die sehr hellen Teppichbö- den. Während in den Arbeitsgeschos- sen und den Eingangs- räumen auf eine gleichmäßige Beleuch- tung Wert gelegt wurde, sind die Wohn- und Repräsenta- tionsräume ungleichmäßig und drama- tisch beleuchtet worden, um dadurch auch eine Abgrenzung der unterschiedli- chen Funktionsbereiche zu erhalten. Es läßt sich abschließend sagen, daß die Beleuchtung sicherlich zu einem großen Teil zum Erfolg der Architektur beiträgt.

zu einem großen Teil zum Erfolg der Architektur beiträgt. Die Beleuchtung der Fassade geschieht zum Teil
zu einem großen Teil zum Erfolg der Architektur beiträgt. Die Beleuchtung der Fassade geschieht zum Teil

Die Beleuchtung der Fassade geschieht zum Teil durch Halogenscheinwerfer, zum Teil durch Scheinwerfer für Entla- dungslampen. Die Eingangs- zone ist mit 300 Watt-Aufbaudownlights beleuchtet, während die Wände vor den Fahrstühlen mit 250 Watt- Ha- logenwandflutern beleuchtet werden.

mit 250 Watt- Ha- logenwandflutern beleuchtet werden. Ansicht des Eingangs zum Apparte- ment-Block Die Downlights

Ansicht des Eingangs zum Apparte- ment-Block Die Downlights sind auch im außenliegenden Teil der Passage eingesetzt. Die Wände im Hintergrund sind mit Wandflutern gleichmäßig aus- geleuchtet.

Der Übergang zwischen zwei Gebäu- deteilen wird mit A- Lampen- Down- lights beleuchtet, die deckenbündig ein- gebaut sind, während der Baum vor dem Fenster mit einem Quecksilber- hochdrucklampen-Scheinwerfer be- leuchtet wird.

Quecksilber- hochdrucklampen-Scheinwerfer be- leuchtet wird. Die großformatigen Fotos werden von TM- Spots mit
Quecksilber- hochdrucklampen-Scheinwerfer be- leuchtet wird. Die großformatigen Fotos werden von TM- Spots mit
Quecksilber- hochdrucklampen-Scheinwerfer be- leuchtet wird. Die großformatigen Fotos werden von TM- Spots mit

Die großformatigen Fotos werden von TM- Spots mit Wandflutervorsatz an einer Stromschiene gleichmäßig aus- geleuchtet.

Das Speisezimmer wird mit Downlights beleuchtet, die so angeordnet sind, daß sie die Konturen des

Das Speisezimmer wird mit Downlights beleuchtet, die so angeordnet sind, daß sie die Konturen des Tisches nach- zeichnen. Der Ausstrahlungswinkel ist so, daß der Fußboden gleichmäßig be- leuchtet wird, ohne daß ein Reflex im Fenster entsteht und so der beleuchte- te Eiffelturm im Hintergrund zu sehen ist. Am linken Bildrand steht eine Pflan- ze, die durch ein Up- Light beleuchtet wird, das neben dem Pflanzkübel steht (im Bild nicht sichtbar) und über ein Zuleitungskabel angeschlossen ist.

Trotz der zum Teil dramatischen Wir - kung des Lichtes behalten die Räume ihre Transparenz

Trotz der zum Teil dramatischen Wir - kung des Lichtes behalten die Räume ihre Transparenz durch die helle Wand und Deckengestaltung. Aufgrund des guten Reflektionsgrads der Decken, Wände sowie des Fußbodens wirken die Räume auch am Abend hell und freundlich.

wirken die Räume auch am Abend hell und freundlich. Wandfluter mit PAR - Lampen beleuch- ten
wirken die Räume auch am Abend hell und freundlich. Wandfluter mit PAR - Lampen beleuch- ten
wirken die Räume auch am Abend hell und freundlich. Wandfluter mit PAR - Lampen beleuch- ten

Wandfluter mit PAR - Lampen beleuch- ten das Bild hinter der Sitzgruppe auf dem Foto oben links. Mit dem gleichen Wandfluter wird das Bild neben dem Kamin beleuchtet, während ein Down- light die Sitzgruppe vor dem Kamin be- leuchtet.

ein Down- light die Sitzgruppe vor dem Kamin be- leuchtet. Verschiedene Ansichten der Wohn- und Repräsentationsräume.
ein Down- light die Sitzgruppe vor dem Kamin be- leuchtet. Verschiedene Ansichten der Wohn- und Repräsentationsräume.
ein Down- light die Sitzgruppe vor dem Kamin be- leuchtet. Verschiedene Ansichten der Wohn- und Repräsentationsräume.
ein Down- light die Sitzgruppe vor dem Kamin be- leuchtet. Verschiedene Ansichten der Wohn- und Repräsentationsräume.

Verschiedene Ansichten der Wohn- und Repräsentationsräume. Alle Räume sind mit Aufbaudownlights beleuchtet.

Verschiedene Ansichten der Wohn- und Repräsentationsräume. Alle Räume sind mit Aufbaudownlights beleuchtet. 16 17
Verschiedene Ansichten der Wohn- und Repräsentationsräume. Alle Räume sind mit Aufbaudownlights beleuchtet. 16 17

Das kleine Theater der Botschaft hat eine Betonkassettendecke, in der die Aufbaudownlights installiert sind. Vor dem Bühnenvorhang sind drei schräg- strahlende Downlights installiert, die Vorhang und Bühnenvorfeld beleuchten.

Die Wandfluter, mit PAR-Lampen be- stückt, sind so gesetzt, daß das große Wandbild gleichmäßig ausgeleuchtet ist, aber kein Licht auf das Fenster im linken Teil des Bildes fällt, so daß der beleuchtete Eiffelturm reflexfrei im Hin- tergrund zu sehen ist. Die Pflanze links neben dem Bild wird durch ein Up- Light, das auf dem Boden steht, zusätzlich beleuchtet. Dadurch ergibt sich an der Decke ein lebendiges Licht- und Schattenspiel der Blätter. Das

ein lebendiges Licht- und Schattenspiel der Blätter. Das Licht im abhörsicheren und fensterlosen Konferenzraum

Licht im abhörsicheren und fensterlosen Konferenzraum läßt sich wie in fast allen Privaträumen der Botschaft über Dimmer regeln.

fast allen Privaträumen der Botschaft über Dimmer regeln. Die Stühle um den Eßzimmer-Tisch sind ein Entwurf
fast allen Privaträumen der Botschaft über Dimmer regeln. Die Stühle um den Eßzimmer-Tisch sind ein Entwurf
fast allen Privaträumen der Botschaft über Dimmer regeln. Die Stühle um den Eßzimmer-Tisch sind ein Entwurf
fast allen Privaträumen der Botschaft über Dimmer regeln. Die Stühle um den Eßzimmer-Tisch sind ein Entwurf

Die Stühle um den Eßzimmer-Tisch sind ein Entwurf von Marcel Breuer aus den 20er Jahren, der erst jetzt von der Firma Knoll International realisiert wurde.

Australische Eingeborenenkunst an den Wänden von Empfangsräumen des Bot- schafters wird mit Aufbau- A-Lampen- Wandflutern, einer Sonderkonstruktion, beleuchtet. Diese Kunstwerke der aus- tralischen Eingeborenen sind so tief gehängt, daß die Dunkelzone an der Oberkante der Wand oberhalb der Bil- der ist.

an der Oberkante der Wand oberhalb der Bil- der ist. Der Dachgarten der Botschaft ist durch

Der Dachgarten der Botschaft ist durch Gartenspotlights beleuchtet, die die Pflanzen aus dem Dunkel der Nacht her- ausheben. Dadurch entsteht ein fließen- der Übergang von lnnenbeleuchtung über die Dachgartenbeleuchtung hin zu der beleuchteten Stadtkulisse von Paris.

Schematische

Darstellungen von

Beleuchtungs-

möglichkeiten

Schematische Darstellungen von Beleuchtungs- möglichkeiten Bildausleuchtung durch Konturenstrah- ler. Konturenstrahler

Bildausleuchtung durch Konturenstrah- ler. Konturenstrahler haben veränder- bare Lichtkegel durch verschiebbare Blenden. Das Bild wird präzise und randscharf ausgeleuchtet.

Raumausleuchtung durch zwei Down- lights. Durch die niedrig angesetzten Lichtkegel auf den Wänden ergibt sich eine dramatische intime Beleuchtung.

den Wänden ergibt sich eine dramatische intime Beleuchtung. Einfache frontale Ausleuchtung einer Skulptur. Freistehende

Einfache frontale Ausleuchtung einer Skulptur. Freistehende Skulpturen soll- ten möglichst mit zwei - vielleicht sogar drei Strahlern beleuchtet werden, die allseitig auf die Skulptur strahlen.

beleuchtet werden, die allseitig auf die Skulptur strahlen. Gangausleuchtung mit Downlights. Bil- der in einem solchen

Gangausleuchtung mit Downlights. Bil- der in einem solchen Gang sollten unterhalb der Lichtkegel plaziert wer- den.

Gang sollten unterhalb der Lichtkegel plaziert wer- den. Der gleiche Gang durch Doppelwand- fluter beleuchtet. Die
Gang sollten unterhalb der Lichtkegel plaziert wer- den. Der gleiche Gang durch Doppelwand- fluter beleuchtet. Die

Der gleiche Gang durch Doppelwand- fluter beleuchtet. Die Wände sind gleichmäßig ausgeleuchtet. Durch diese Art der Wandausleuchtung ergibt sich eine transparente Stimmung.

Ausleuchtungsprinzip einer Küche mit Downlight-Einbau oder Aufbau- und zu- sätzlicher Unterschrankbeleuchtung. Diese ist wichtig wegen der Abschat- tung durch den Oberschrank.

ist wichtig wegen der Abschat- tung durch den Oberschrank. Downlight mit 50°-Abblendwinkel. Die Leuchte ist nahe

Downlight mit 50°-Abblendwinkel. Die Leuchte ist nahe zur sitzenden Figur montiert. Der Kopf der Figur ist ober- halb des Abblendwinkels. Die Figur wird nicht geblendet.

halb des Abblendwinkels. Die Figur wird nicht geblendet. Downlight mit 40°-Abblendwinkel. Das Downlight muß weit
halb des Abblendwinkels. Die Figur wird nicht geblendet. Downlight mit 40°-Abblendwinkel. Das Downlight muß weit
halb des Abblendwinkels. Die Figur wird nicht geblendet. Downlight mit 40°-Abblendwinkel. Das Downlight muß weit

Downlight mit 40°-Abblendwinkel. Das Downlight muß weit von der sitzenden Figur montiert sein, damit der Kopf oberhalb des Abblendwinkels bleibt und Sehkomfort sichergestellt ist.

Ausleuchtung eines Raumes durch fünf Wandfluter. Gleichmäßige Wandaus- leuchtung und Bodenausleuchtung ge- ben dem Raum ein transparentes Aus- sehen. Ideale Beleuchtung für Bilder- wände oder Abschlußflächen in Räu- men. Die Raumarchitektur ist klar defi- niert. Der Raumeindruck ist licht und of- fen.

Licht muß man planen

Das untenstehende Foto zeigt einen Raum, den wir im Studio aufgebaut ha- ben, so wie ihn wohl die meisten von uns im Rohbau kennen, der eingerichtet und beleuchtet werden muß. Der Hamburger Innenarchitekt Peter Preller hat für uns diesen Raum in drei verschiedenen Stilrichtungen möbliert, und wir haben ihn nach drei verschie- denen Gesichtspunkten beleuchtet. Die Beleuchtung für den Raum war jedes - mal so ausgelegt, daß sich über Zu- und Abschalten von Lichtquellen die unter- schiedlichsten Beleuchtungseindrücke im Raum erzielen lassen. Die auf den nachfolgenden Seiten vor- gestellten Lichtlösungen machen - so

hoffen wir - klar, daß man Beleuchtung planen muß und mit geplanter Beleuch- tung ein optimales Raumerlebnis erzielt. Der Raum hat einen Grundfehler, den zentralen Deckenauslaß. Sollte Ihre Wohnung, die Sie demnächst beziehen wollen, oder das Haus, was Sie bauen, einen solchen zentralen Deckenauslaß haben, bleibt Ihnen nichts weiter übrig, als die Decke wieder aufzustemmen und die Leitungen nach sorgfältiger Pla- nung der Beleuchtung so zu verlegen, daß Sie die Leuchten dort anbringen können, wo Sie sie wirklich brauchen. Die einzige Stelle, wo Sie keinen Strom- auslaß brauchen, ist genau die, die im Raumschnittpunkt ist.

brauchen. Die einzige Stelle, wo Sie keinen Strom- auslaß brauchen, ist genau die, die im Raumschnittpunkt

Beispiel 1 Moderne Woh- nung für einen Musik- und Kunst- liebhaber

1 Moderne Woh- nung für einen Musik- und Kunst- liebhaber 774O6 (Symbol fehlt) Parabol-Strahler. 100W KSL,

774O6(Symbol fehlt) Parabol-Strahler. 100W KSL, Fassung E 27 774O6

77428(Symbol fehlt) Wandfiuter. 150W PAR 38, Fassung E 27 77428

33336(Symbol fehlt) Up-Light. 150W PAR 38, Fassung E 27 33336

27 33336 (Symbol fehlt) Up-Light. 150W PAR 38, Fassung E 27 24 77489 (Symbol fehlt) Halogen-Strahler,

24

33336 (Symbol fehlt) Up-Light. 150W PAR 38, Fassung E 27 24 77489 (Symbol fehlt) Halogen-Strahler, 300

77489(Symbol fehlt) Halogen-Strahler, 300 W HAL, Sockel R 7s

Die obenstehende Zeichnung zeigt die Lage und Position der Leuchten und Stromschienen im Raum sowie die ein- gesetzten Produkte mit ihren Produkt- nummern in den danebenstehenden Fotos. Die Beleuchtung wurde so geplant, daß die Wände gleichmäßig beleuchtet sind, um die Bilder optimal zur Geltung zu bringen. Gleichzeitig wurde die Pflanz- gruppe im Vordergrund durch ein Up- Light von unten beleuchtet und noch mal zusätzlich mit einem Parabolstrahler akzentuiert von oben beleuchtet. Das Bild im Hintergrund wird durch einen 300-Watt-Halogenstrahler beleuchtet. Die vergleichsweise hohe Be- leuchtungsstärke in dem Gang, in dem das Bild hängt, verleiht dem Raum zu- sätzliche Tiefe. Die weißen Wände und die weiße Decke sowie der relativ helle Fußboden geben dem Raum Transpa- renz und lichte Weite.

25

26 Auf diesem Foto ist zu sehen, wie sich der Raumeindruck durch Abschalten von Leuchten
26 Auf diesem Foto ist zu sehen, wie sich der Raumeindruck durch Abschalten von Leuchten

26

26 Auf diesem Foto ist zu sehen, wie sich der Raumeindruck durch Abschalten von Leuchten und

Auf diesem Foto ist zu sehen, wie sich der Raumeindruck durch Abschalten von Leuchten und Veränderung der Hel- ligkeit durch Dimmer verändert. Das Spotlight über den Pflanzen ist ausge- schaltet, und die Pflanzen bekommen ein dramatisches, fast mystisches Aus- sehen durch das Up-Light. Die Bilder im hinteren Raum sind nur noch gedimmt beleuchtet, während der Bereich der Musikanlage voll ausgeleuchtet ist. Die- ses könnte das Licht sein, was man vielleicht bei einem konzentrierten Musik- hören haben möchte, wo man sich voll auf die Musik einstellt und die Beleuchtung nur einen meditativen Cha- rakter haben soll. Die beiden Stromschienen, die rechts und links an den Wänden laufen, sind dreiphasig angeschlossen, so daß man

Wieder ist die Beleuchtungsanlage in ihrer Schaltung verändert worden. Die Stereoanlage ist jetzt ganz unbeleuch- tet. Der vordere Raum bezieht seine Dramatik durch das ausgeleuchtete Gemälde in der rechten Hälfte des Bil- des sowie durch die dramatisch aus- geleuchteten Pflanzen. Der hintere Teil des Raumes wird gleichmäßig schwach beleuchtet, während der Tisch durch ein Spotlight mit kuppenverspiegelter Glühlampe und Parabolreflektor hart

Planungshinweise:

Die Stromschienen wurden decken-bün- dig einen Meter vor der Wand ein- gebaut. Die Beleuchtung im Korridor, der im Hintergrund zu sehen ist, ist ebenfalls an einer Stromschiene ange- bracht, die auf der Achse des Korridors verläuft. Für die gleichmäßige Wand- ausleuchtung wurden Wandfluter des Typs Nr. 7 7428 eingesetzt und mit 100- Watt-PAR-Lampen bestückt. Für die Akzentbeleuchtung wurden Parabol-

drei Schaltkreise hat. Dieses erlaubt, daß der hintere Teil der linken Strom- schiene nur gedimmt ist, der mittlere Teil voll beleuchtet und die vordere Leuchte abgeschaltet ist. Bei dem rech- ten Stromschienenstrang sind zwei Strahler, die das große Bild beleuchten, abgeschaltet und nur die Strahler für die Musikanlage eingeschaltet. Diese Beleuchtungsanlage läßt sich so fein auf die Bedürfnisse und Wünsche des Benutzers einstellen, wie die Stereoan- lage sich auf die akustischen Bedürf- nisse einjustieren läßt. Die Leuchten an der Schiene sind mit jeweils 100-Watt-PAR-Lampen bestückt. In dem Parabolstrahler befindet sich eine kuppenverspiegelte 100-Watt- Lampe.

und akzentuiert beleuchtet wird. Die Bil- der zeigen, daß man einem Raum, ähn- lich wie im Theater, unterschiedliche Stimmungen nur durch Veränderung des Lichtes geben kann. Die technisch aussehende Beleuchtung integriert sich in das architektonische Konzept der Ge- samtgestaltung. Zwischen diesen drei Einstellungen lassen sich natürlich un- endliche Variationen von Beleuchtungs- stimmungen finden - je nach den Be- dürfnissen der Benutzer.

strahler des Typs Nr. 77406 verwendet. Die Beleuchtung der Pflanzen durch ein Up- Light wurde durch den Typ Nr. 33336 durchgeführt. Das Bild im Korri- dor wurde durch den kompakten Halo- genstrahler, Typ Nr. 77489, flächig beleuchtet. Die 3-Phasen-Stromschienen wurden dreiphasig angeschlossen und über Dimmer gesteuert. Diese Art der Schal- tung sollte auf jeden Fall durch einen Fachmann installiert werden.

27

Beispiel 2 Beleuchtung einer klassisch möblierten Woh- nung

Beispiel 2 Beleuchtung einer klassisch möblierten Woh- nung 8024O Downlight. 15OW A matt, ø 65, Fassung
Beispiel 2 Beleuchtung einer klassisch möblierten Woh- nung 8024O Downlight. 15OW A matt, ø 65, Fassung
Beispiel 2 Beleuchtung einer klassisch möblierten Woh- nung 8024O Downlight. 15OW A matt, ø 65, Fassung
Beispiel 2 Beleuchtung einer klassisch möblierten Woh- nung 8024O Downlight. 15OW A matt, ø 65, Fassung

8024O

Downlight. 15OW A matt,

ø 65, Fassung E 27

80287

Wandfluter. 150W A matt,

ø 65, Fassung E 27

81501

Downlight. 150W PAR 38, Fassung E 27

65, Fassung E 27 81501 Downlight. 150W PAR 38, Fassung E 27 28 7 3405k Tallon-Punktlicht-Strahler.

28

Fassung E 27 81501 Downlight. 150W PAR 38, Fassung E 27 28 7 3405k Tallon-Punktlicht-Strahler. 20

7 3405k Tallon-Punktlicht-Strahler. 20 W/12 V HAL mit Refl., Spezialfassung

Die Leuchten, die bei dieser Wohnung zum Einsatz kamen, finden Sie ebenfalls auf den obenstehenden Fotos. Die An- ordnung der Leuchten im Raum läßt sich dem Grundriß entnehmen. Dieser Raum wurde mit Downlights be- leuchtet, die bündig in der Decke einge- baut sind. Um diese Leuchten einzuset- zen, braucht man eine abgehängte Dek- ke oder einen Hohlraum über der Dek- ke, wie er bei vielen Fertighäusern zu finden ist bzw. auch in Altbauwohnun- gen, deren Decken abgehängt wurden. Die Leuchten zeichnen sich dadurch aus, daß sie blendfrei sind und an der Decke ein sehr ruhiges Bild abgeben. Auf den ersten Anschein hin sieht es so aus, als wären alle Einbauleuchten gleich. Tatsächlich weichen sie in ihrer Lichtverteilung voneinander ab und zum Teil auch in ihrer Bestückung. So sind die Leuchten, die das Bücherregal und die Bilder beleuchten, Wandfluter, die gleichzeitig Licht auf den Boden geben, während die Downlights in der Mitte tiefstrahlende Charakteristik haben. Eine Ausnahme ist das Downlight über dem Blumenarrangement. Dieses Downlight ist mit einer engstrahlenden PAR-Lampe bestückt, die es ermöglicht, die Blumen sehr dramatisch und akzen- tuiert zu beleuchten. Das Notenblatt auf dem Flügel wird durch ein im Bild nicht zu sehendes Spotlight beleuchtet, was verdeckt hinter der Wand montiert ist. Entscheidend für die Variabilität der Be- leuchtungsanlage sind auch hier die Schaltungsmöglichkeiten. Alle Leuchten werden über Dimmer geregelt, so daß eine optimale Anpassung der Licht- verhältnisse auf die Bedürfnisse der Be- wohner möglich ist.

29

30 Alle Leuchten, mit Ausnahme der Leuchte über dem Flügel und dem im Bild nicht
30 Alle Leuchten, mit Ausnahme der Leuchte über dem Flügel und dem im Bild nicht

30

Alle Leuchten, mit Ausnahme der Leuchte über dem Flügel und dem im Bild nicht sichtbaren Spotlight, sind her- untergeregelt, so daß sich eine sehr gedämpfte Atmosphäre ergibt, die dem Raum eine große Intimität verleiht. Trotz dieser Intimität sind die Sehbedin- gungen am Flügel sehr gut, Notenblatt und Tasten sind hell beleuchtet, ohne daß die Helligkeit in diesem Bereich die Atmosphäre des restlichen Raumes stört.

Auf diesem Foto sind, mit Ausnahme von drei Leuchten, die Downlights in den beiden ineinander übergehenden Wohnzimmern ausgeschaltet. Nur im Hintergrund des Korridors ist ein schwa- ches Licht zu sehen, das den Raum nach hinten abgrenzt. Das Downlight über der Pflanze strahlt mit voller Lei- stung, während die beiden Wandfluter vor dem Bild ebenfalls leicht abgedimmt sind. In dieser Beleuchtungseinstellung wirkt der Raum sehr intim und sehr gemütlich. Man spürt förmlich die Wärme. Die Welt draußen ist abge- schirmt.

Planungshinweise:

Die Downlights an der Wandzone sind ungefähr einen Meter von der Wand entfernt montiert worden. Es stand von vornherein fest, wo Bilder- und Bücher- wand hinkommen würden, so daß in der Planung berücksichtigt werden konnte, daß an diesen Stellen Wand- fluter montiert würden. Ebenfalls stand fest, daß als optischer Raumteiler die Pflanze genommen werden sollte, die man durch ein akzentuiertes Licht her- ausheben wollte. Die übrigen Down- lights sind so im Raum verteilt, daß sie eine gleichmäßige Grundausleuchtung

geben können. Die Schaltung der ein- zelnen Leuchten oder Leuchtengruppen ist so gewählt, daß ein sinnvolles Zu- und Abschalten bzw. Steuern der Hellig- keit durch Dimmer möglich wurde. Wegen geringer Einbautiefe wurden Downlights mit liegender Fassung ge- nommen, die eine Einbautiefe von 20 Zentimetern haben. Um die Downlights an die Stoffbespannung der Decke an- zupassen, wurde eine goldene Reflek- torfarbe gewählt. In einem weißen Raum könnte man auch silberne Reflek - toren nehmen.

31

Beispiel 3 Flexible Beleuch- tung für flexible Raumnutzung

Beispiel 3 Flexible Beleuch- tung für flexible Raumnutzung 32 738 TaIIon-Korbstrahler. 100W A, Fassung E 27

32

3 Flexible Beleuch- tung für flexible Raumnutzung 32 738 TaIIon-Korbstrahler. 100W A, Fassung E 27 34
3 Flexible Beleuch- tung für flexible Raumnutzung 32 738 TaIIon-Korbstrahler. 100W A, Fassung E 27 34

738

TaIIon-Korbstrahler. 100W A, Fassung E 27

34

32 738 TaIIon-Korbstrahler. 100W A, Fassung E 27 34 73823 Tallon-Punktlicht-Strahler. 20 W/12 V HAL mit

73823

Tallon-Punktlicht-Strahler. 20 W/12 V HAL mit Refl., Spezialfassung

TalIon-Parabol-Strahler. 100W KSL, Fassung E 27 20 W/12 V HAL mit Refl., Spezialfassung 738 35 802 40 Downlight. 15OW A matt, ø

738

35

TalIon-Parabol-Strahler. 100W KSL, Fassung E 27 738 35 802 40 Downlight. 15OW A matt, ø 65,
TalIon-Parabol-Strahler. 100W KSL, Fassung E 27 738 35 802 40 Downlight. 15OW A matt, ø 65,
TalIon-Parabol-Strahler. 100W KSL, Fassung E 27 738 35 802 40 Downlight. 15OW A matt, ø 65,

802 40 Downlight. 15OW A matt, ø 65, Fassung E 27

32305

Sottsass-Standleuchte. 75W R, Fassung E 27

Auch bei dieser Beleuchtungsanlage läßt sich aus dem Grundriß entnehmen, wie die Leuchten angeordnet sind und welche Strahler man benutzt hat. Die Anordnung der Stromschiene in zwei aufeinanderzulaufenden Winkeln über dem Eßtisch ist unkonventionell und er - laubt die Ausleuchtung auch eines gro- ßen Tisches, wenn viele Personen zum Essen kommen. Die Beleuchtung im vorderen Raumteil besteht aus Strah- lern mit einem Gitterkorb, die die Bü- cherwand beleuchten, sowie einem 20- Watt-Niedervolt-Halogenstrahler, der den Pflanzenbusch akzentuiert beleuch- tet. Der hintere Teil des Raumes wird mit Reflektorstrahlern, mit einer Kopf- spiegellampe bestückt, ausgeleuchtet. Alle Strahler wurden von dem franzö- sischen Designer Roger Tallon gestaltet. Die fahrbare Standleuchte im Vorder- grund ist ein Design des Italieners Etto- re Sottsass (Artikel Nr. 3 23 05). Der Flur im Hintergrund des Bildes ist mit Downlights beleuchtet, die bündig in der Decke montiert sind.

33

34 Während das Eßzimmer hell beleuchtet ist, ist der vordere Wohnteil nur ge- dimmt beleuchtet
34 Während das Eßzimmer hell beleuchtet ist, ist der vordere Wohnteil nur ge- dimmt beleuchtet
34 Während das Eßzimmer hell beleuchtet ist, ist der vordere Wohnteil nur ge- dimmt beleuchtet

34

Während das Eßzimmer hell beleuchtet ist, ist der vordere Wohnteil nur ge- dimmt beleuchtet — ein Licht, wie es die Familie vielleicht beim Abendessen wünscht. Die Pflanze, die auch hier als Raumteiler benutzt wird, wird akzen- tuiert durch die 20-Watt-Halogen-leuch- te ausgeleuchtet. Sie bildet vom Eßzim- mer aus gesehen den optischen Abschluß.

Das Licht im Eßzimmer ist ausgeschal- tet, der Strahler vor dem Fernsehappa- rat beleuchtet die Wandfläche hinter dem Fernsehapparat. Die Lesebeleuch- tung ist eingeschaltet, und das Akzent- licht beleuchtet die Pflanze zwischen Wohn- und Eßteil. Die Downlights an der Garderobe geben dem Raum opti- schen Halt.

Planungshinweise:

Für Leute, die gerne in ihren Wohnun- gen umziehen, ist die Beleuchtung mit Stromschienen und Strahlern geradezu ideal, denn es ist natürlich leichter, eine Sitzgruppe umzustellen als eine Leuch- te umzumontieren. Durch die Strom- schiene wird es aber genauso- leicht, einen Strahler zu versetzen. Ent - scheidend ist hierbei, daß wiederum viele Schaltungsmöglichkeiten gegeben sind, so daß man die Lichtstimmungen im Raum verändern kann. Vergessen Sie nicht - das Tageslicht verändert sich auch ständig, und von einem „opti- schen Verschleiß“ in der Natur hat man noch nie etwas gehört. Wichtig bei der

Planung von Wohnräumen ist die Erkenntnis, daß man fast immer Rand- zonen beleuchtet - seien es Bücherwän- de, Bilderwände oder einfach nur Wände. Deshalb sind Strahler oder Downlights, die ca. einen Meter von der Wand montiert worden sind, fast immer richtig. Man sollte sich aber auch den Effekt von Uplights zunutze machen, die wir hier vorgestellt haben und die auch in der Australischen Botschaft in einigen Räumen zu sehen sind. Uplights gibt es in verschiedenen Ausführungen und Formen, wie man den Prospektun- terlagen entnehmen kann. Im übrigen:

Geplantes Licht ist besseres Licht.

35

Schematische

Leuchtentabelle

Kurzübersicht

nach

Anwendungs-

bereichen

Wir haben auf diesen Seiten eine Zu- sammenstellung vorgenommen, die in sehr knapper Form schematisch den Einsatzbereich verschiedener Leuchten zeigt bzw. eine Aussage über ihre Licht- charakteristik macht. Dieses Schema hilft bei der Auswahl der richtigen Be- leuchtungskärper, denn diese Auswahl sollte nicht nur nach formalen Gesichts- punkten erfolgen, sondern auch in ho- hem Maß die funktionalen Möglichkei- ten des Produktes berücksichtigen. Na- türlich kann dieses Schema nicht voll- ständig sein. Es kann vor allen Dingen bei größeren Beleuchtungsanlagen eine fachmännische Planung nicht ersetzen.

sein. Es kann vor allen Dingen bei größeren Beleuchtungsanlagen eine fachmännische Planung nicht ersetzen. 36 37

36

sein. Es kann vor allen Dingen bei größeren Beleuchtungsanlagen eine fachmännische Planung nicht ersetzen. 36 37

37

Lampenübersicht

A Allgebrauchslampe Lichtstrom bei 100 W 1380 lm PAR 38 Preßkolbenlampe Lichtstrom bei 150 W
A
Allgebrauchslampe
Lichtstrom bei 100 W
1380 lm
PAR 38
Preßkolbenlampe
Lichtstrom bei 150 W
1750 lm
Geblasene
Reflektorlampe
Lichtstrom bei 60 W
500
lm
KSL
Kopfspiegellampe
Lichtstrom beii 100 W
1010
lm
HAL
Halogenglühlampe
Lichtstrom bei 20 W
300 lm

38

Die Lampenindustrie hat eine Fülle von Lampen entwickelt, die für die unter- schied- lichsten Aufgaben benötigt wer- den. Es ist unmöglich, nur mit einer Lampe alle Beleuchtungsprobleme zu lösen. Wir haben deshalb hier noch ein- mal die Lampen mit ihren technischen Daten zusammengefaßt, die für Glüh- lampenbeleuchtung eine besondere Bedeutung haben. Diese Lampen sind bei allen Händlern vorrätig bzw. kurz- fristig zu beschaffen. Sie gehören zum Standardangebot aller Lampenhersteller. Alle ERCO Produkte haben eine Kenn- zeichnung an der Leuchte, die die Maxi- malbestückung angibt. Diese kann aber unterschritten werden. Bei

Die Allgebrauchslampe ist das meistgebrauchte Leuchtmit- tel. Die abgebildete 100 W-Lampe hat einen innenmattierten Kolben von 60 mm Durchmesser und den Sockel E 27. Die elektrische Leistung reicht von 25 bis 100 W. Die Lichtver - teilung und damit die Lichtwirkung richtet sich nach der Art des verwendeten Reflektors. Um Blendungsfreiheit zu garantieren und um die größtmögliche Wirtschaftlichkeit zu erzielen, müssen diese in computerberechneter Darklight- Technik ausgeführt sein.

Die PAR-Lampe besteht aus einem Preßglaskolben und dem Sockel E 27. Sie ist für höhere mechanische Beanspruchun- gen geeignet und temperaturwechselbeständig. Die elektri- schen Leistungen reichen von 75 über 100 bis 150W. Auf der Kolbeninnenwand ist ein Reflektor aufgedampft. Je nach Type unterscheidet man zwischen den Ausführungen Flood (Ausstrahlungswinkel 40°) oder Spot (Ausstrahlungs- winkel 15°). Zur Anstrahlung von empfindlichen Waren wird die sogenannte Coolbeam- Lampe eingesetzt. Bei diesem Typ wird nur ein geringer Wärmeanteil in die Richtung des Lichtes abgestrahlt.

Auch diese Lampe hat wie die PAR-Lampe einen eingebau- ten Reflektor. Der Kolben ist aus dünnwandigem Glas gefer- tigt und daher etwas empfindlicher. Es gibt sie in den Lei - stungsstufen von 40, 60, 75,100,150,200 und 300 Watt. Sie ist leichter und preiswerter als die PAR-Lampe. Die Aus- strahlungswinkel variieren von 35 bis 80° je nach Type, die Kolbendurchmesser gehen von 50 über 60, 80, 95 bis 125 mm.

Die Kopfspiegellampe ist in der Regel mit einem Reflektor zu verwenden. In Verbindung mit Leuchten, welche eine Fokussiereinrichtung besitzen, kann je nach Lampenstellung ein enger oder breiter Ausstrahlungswinkel erreicht werden. Es gibt die Lampe mit silber- oder goldfarbener Kuppe von 25 über 40, 60 bis 100W. Der vordere Teil des Kolbens ist mit einer Reflektorschicht bedampft. Das Licht wird in Rich - tung Fassung auf einen Reflektor gebracht, wo es durch Umlenkung zurück in den Raum strahlt.

Die Halogenglühlampe für Kleinspannung 12 V bei einer Lei- stung von 20W funktioniert wie eine normale Allgebrauchs- lampe. Sie hat jedoch zusätzlich im Kolben eine kleine Menge Halogen. Hierdurch wird ihre Lebensdauer auf 2000 Stunden gesteigert, und der Kolben bleibt klar, so daß immer die ganze Lichtmenge zur Verfügung steht. Durch das im Vergleich zur Allgebrauchslampe weißere Licht wer- den die Farben der angestrahlten Gegenstände wie Schmuck oder Kunst brillanter wiedergegeben. Die links abgebildete Lampe hat einen festangebauten Spiegel. Hier- durch ist der Ausstrahlungswinkel mit l5° festgelegt.

Leuchten mit Reflektor ist darauf zu achten, daß die angegebene Lampen- bestückung eingehalten wird, da Lampe und Reflektor zusammen ein optisches System sind. Bei falscher Bestückung kann die gewünschte Lichtwirkung nicht erzielt werden, und in Extremfällen kann es zu starken Blendungen kommen.

HAL Halogenglühlampe Lichtstrom bei 20 W 300 lm

HAL Halogenglühlampe Lichtstrom bei 20 W 300 lm

HAL Haogenglühlampe Lichtstrom bei 250 W

HAL Haogenglühlampe Lichtstrom bei 250 W

4200

lm

HAL

HAL

Halogenglühlampe

Lichtstrom bei 300 W

5100

lm

Erklärungen der Textabkürzungen:

Leuchten mit diesem Zeichen sind VDE geprüft.

Erklärung der Textabkürzungen:

Diese Lampe wird ohne Spiegelreflektor geliefert. Somit ist es möglich, durch berechnete Reflektor- formen die unter- schiedlichsten Lichtverteilungen zu erzielen. ERCO hat hier- für verschiedene EDV-Programme entwickelt, die eine exak- te Berechnung der Lichtverteilung und damit der Lichtwir- kung ermöglichen. Es gibt diese Lampe in den Ausführun - gen 12 V/20 W, 12V/5O W und 24 V/ 100 W. Im übrigen gel- ten die gleichen Merkmale wie bei der auf Seite 38 unten beschriebenen Lampe.

Im Gegensatz zu den bis jetzt beschriebenen Typen wird diese Halogenglühlampe mit 220 V Normalspannung betrie- ben. Es gibt sie in den Ausführungen mit klarem oder mat- tem Hüllkolben und dem Sockel E 27. Die elektrische Lei- stung beträgt 250W. Wegen der daraus resultierenden Lichtstärke ist sie geeignet, Gegenstände besonders hell auszuleuchten. Sie ist häufig im professionellen Bereich anzutreffen, z.B. im Schaufensterbereich, in Museen oder Galerien.

Diese Halogenglühlampe ist zweiseitig gesockelt. Es gibt sie in den Leistungsstufen von 300 über 500, 750,1000,1500 bis 2000 W für die Normalspannung 220V. Die Funktionsweise dieser Lampe ist identisch mit der oben beschriebenen Type. Diese Lampe wird hauptsächlich in Flutlichtstrahlern für Außen- und lnnenbeleuchtung einge- setzt. Aufgrund der relativ niedrigen Farbtemperatur von 3000° Kelvin ist sie nicht für fotografische Zwecke geeignet.

A

= Allgebrauchslampe

R

= gebl. Reflektorlampe

Leuchten der Schutzklasse II.

HAL

= Halogenglühlampe

KSL

= Kopfspiegellampe

Zeichen für Regenschutz (Schutzart IP 23).

PAR

= Preßkolbenlampe

V

=Volt

W

=Watt

Ep

=Beleuchtungsstärke (in der Mittelachse) in Lux, bezogen auf den Lichtstrom von 1000 Lumen.

Imd

= Lumen

39

Licht-

informationen und Nachrichten

Im Lichtbericht 5 zitierten wir eine Meldung der medizinischen Fachzeit- schrift „Medical Tribune“, nach der Kunstlicht bereits ab 2000 Lux zu er - höhter Streßhormon-Konzentration im Blut führe. Infolge eines Versehens beim Umbruch wurde eine vorgesehe- ne, anderslautende Meinung nicht ge- druckt. Es handelt sich um die Aussage der Fördergemeinschaft Gutes Licht, die bereits Ende letzten Jahres mit einer Pressenotiz zu diesem Thema Stellung genommen hatte. Die bekann- ten Licht- techniker Prof. Dr.-Ing. Kroch- mann und Prof. Dr.-Ing. Hentschel hat- ten darin die Behauptung zurückgewie- sen, daß von Leuchtstofflampen gesundheitsschädliche Wirkungen aus- gehen. Anläßlich einer Tagung des Bun- des- verbandes der Augenärzte Deutschlands hatte Prof. Hollwich über eine Versuchsreihe berichtet. Dabei war bei Testpersonen, die 14 Tage in einem ausschließlich mit Leuchtstofflampen beleuchteten Raum gelebt hatten, bei einer Beleuchtungsstärke von 3500 Lux eine deutliche Veränderung des Hor - monspiegels, die zu Streß führen könn- te, registriert worden. Die FGL wies darauf hin, daß es sich hierbei um eine wirklichkeitsfremde Untersuchung handele. Die um mehr als das Vierfache des Normalen erhöhte Beleuchtungsstärke sei offensichtlich gewählt worden, um überhaupt ein meßbares Ergebnis zu erhalten. Dage- gen ergaben Versuche unter praxisge- rechten Bedingungen keine Abweichun- gen des Hormonspiegels unter künstli- cher Beleuchtung vom Normalwert bei Tageslicht.

Der Präsident des Markenverbandes, Kurt Möck, ist von der Zukunft des Markenartikels überzeugt. Weil er die Orientierung erleichtere, wolle der Ver- braucher ihn. Deshalb werde der Mar- kenverband gegen jede Schwächung des Markenschutzes, etwa bei natio- nalen Marken gegenüber der noch zu schaffenden Europa-Marke, energisch angehen. Ebenfalls hält Möck die Preis -

40

empfehlung für ein „sinnvolles Instru- ment der direkten Kommunikation zwi- schen Verbraucher und Marken- artikelhersteller‘. Der Markenverband, der im Oktober sein 75jähriges Bestehen feiern konnte, betrachtet nach wie vor den Schutz des Markenartikels als sein wesentliches Ziel.

Der Verband Deutscher Elektrotech- niker (VDE) steigerte die Zahl der Ge- nehmigungen zum Führen des VDE Prüfzeichens 1977 um 3 % auf 138000 Produkttypen. Dieser Anstieg hält auch im Jahre 1978 an. Die VDE-Prüfstelle in Offenbach beschäftigt 210 Fachleute. Das VDE-Zeichen, welches von 2530 in- und ausländischen Kunden verwandt wird, ist in 30 Staaten als Waren- oder Verbandszeichen eingetragen worden. Seit einiger Zeit vergibt der VDE auch das „GS“- Zeichen. Nach Ansicht des Verbandes kann jedoch das Zeichen „Geprüfte Sicherheit“ das umfassen- dere VDE-Prüfzeichen nicht ersetzen.

Ein einheitliches Etikett auf allen Haushaltsgeräten in der Europäischen Gemeinschaft hat die Brüsseler Kommission vorgeschlagen. Dem Ver- braucher soll damit die Möglichkeit gegeben werden, die vom Einzelhandel angebotenen Geräte besser miteinander vergleichen zu können und nach ihrem Energieverbrauch auszuwählen. In der Bundesrepublik macht der Elek - trizitätsverbrauch für Haushaltsgeräte, Beleuchtung und Fernsehen in privaten Haushalten etwa 1,6 % des gesamten Energiebedarfs der Bundesrepublik aus. Nach Meinung der Kommission könne eine Erziehung des Verbrauchers zur Auswahl stromsparender Geräte die Industrie veranlassen, noch mehr als bisher umweltfreundlichere und wirt- schaftlichere Erzeugnisse zu ent- wickeln. Wie das Bundeswirtschafts- ministerium inzwischen mitteilte, hat sich die Hausgeräte-Industrie im Rah- men des Energiesparprogramms der Bundesregierung freiwillig zu einer er-

weiterten Produktinformation ent- schlossen. Die Verbraucher werden ab diesen Herbst gelbe Etiketten auf neuen Elektrogeräten finden, die den Energieverbrauch angeben.

Einen „Musterprozeß“ im wahrsten Sinne des Wortes gewann in London die amerikanische Jeans-Firma Levi Strauss. Der Welt größter Hersteller von Freizeit-Jeans hatte die Firma Nol- ton Management Services verklagt, in Taiwan Levis Produkte in exakter Kopie hergestellt und zum Preis der echten Jeans auf den internationalen Markt gebracht zu haben. Nach langwieriger Detektivarbeit der Sicherheitsabteilung des Hauses Levi Strauss hatte man bei einer Razzia in der Fabrik in Taiwan eine Reihe von Fälschungen sicherstellen können. Im Rahmen eines Vergleiches muß Nolton rund eine Million Mark an Levi‘ s zahlen. Die Firma Levi‘ s hofft, daß durch dieses Urteil die unlauteren Wettbewerber in aller Welt abge- schreckt werden. Die englische „Finan- cial Times“ schrieb dazu: „Potentielle Musterklauer können nun darüber nach- denken, daß in der Wirtschaft Nachah- mung nicht die höchste, sondern unter Umständen die teuerste Form der Schmeichelei sein kann.“

Die Sommerzeit in den Niederlanden hat sich auch im zweiten Jahr kaum gelohnt. Die Energieeinsparung war ge- ring. In den sechs Monaten, in denen die Uhren eine Stunde vorgestellt waren, verbrauchten die 14 Millionen Holländer ebenso wie im Jahr davor lediglich 0,5 % oder umgerechnet für rund 12 Millionen Gulden weniger Elek- trizität als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Erdgasverbrauch, der mit etwa 50 % der wichtigste Energieträger in Holland ist, blieb nahezu konstant.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie schätzt, daß das Bauvo- lumen 1978 rund 180 Mrd. DM errei- chen wird. Gegenüber 1977 entspricht dies einer Steigerungsrate von ca. 4%.

Funkschutz- Dabei wurden die Störspannungen im Bereich 150 kHz bis 30 MHz gemessen

zeichen-

Genehmigungen

Ab 1. 6. 1978 gelten die neuen Bestim- mungen VDE 0875/6.77 für Funk - schutzzeichen-Genehmigungen. Damit sind die alten Bestimmungen VDE 0875/7.71 einschließlich der Änderun-

gen VDE 0875a/

den. Die neue Vorschrift ist den Richt- linien des Rates der Europäischen Ge- meinschaft zur Angleichung der Rechts- vorschriften der Mitgliedsstaaten in die- sem Fall über die Funkentstörung bei Leuchten mit Startern für Leucht- stofflampen (76/890/EWG) angepaßt. Die bisherigen Funkschutzzeichen mit dem Index N und G entfallen

74

ungültig gewor-

mit dem Index N und G entfallen 74 ungültig gewor- und in eine Tabelle nach Bild

und in eine Tabelle nach Bild 2 einge-

tragen.

gewor- und in eine Tabelle nach Bild 2 einge- tragen. Es gab drei Grenzbereiche, und zwar

Es gab drei Grenzbereiche, und zwar G (grob) für Industriegebiete, N (normal) für Wohngebiete und K (klein) zum Bei- spiel für Funkhäuser usw. Normale Leuchtstoffleuchten für den Wohnbereich durften also die Werte

von

N an keiner Stelle übersteigen,

um

die Bedingungen für das Funk -

schutzzeichen mit dem Index N zu erfüllen. Im Normalfall genügte ein

Funkentstör-Kondensator von 0,047 µF

 

der

Klasse X zwischen Phase und Null,

und werden durch das gleiche Zeichen, jedoch ohne Index, ersetzt.

und werden durch das gleiche Zeichen, jedoch ohne Index, ersetzt.

um

dieses nicht ausreichte, mußten Störschutzfilter oder symmetrische Vorschaltgeräte eingesetzt werden. Da

die Bedingungen einzuhalten. Falls

die

Praxis zeigte, daß die Messungen

doch nicht hundertprozentig reprodu-

zierbar waren, da Lampen gleichen Typs

Mit der Angleichung verbunden ist auch eine Änderung der Meßverfahren. Nach der alten Vorschrift wurde an den Leuchten die Funkstörspannung ge- messen. Um gleichmäßige Meßbedin- gungen zu schaffen, die vergleichbare Meßwerte an den verschiedenen Meß- plätzen liefern konnten, mußte eine Netznachbildung eingeschaltet werden. Für diese Netznachbildung war ein Wirkwiderstand von 150 Ohm festge- legt. Bild 1 zeigt schematisch den Meß- aufbau.

Ohm festge- legt. Bild 1 zeigt schematisch den Meß- aufbau. und vom gleichen Hersteller abweichen- de

und vom gleichen Hersteller abweichen-

de Messungen ergaben, wurde die Dämpfungsmessung eingeführt. Damit

wurde gleichzeitig eine Angleichung an

die internationalen Publikationen der

CISPR erreicht und die eingangs

erwähnten Richtlinien der EG übernom- men. Das neue Meßverfahren ist im

Bild 3 schematisch wiedergegeben.

neue Meßverfahren ist im Bild 3 schematisch wiedergegeben. Darin bedeuten G Hochfrequenz-Generator T

Darin bedeuten

G

Hochfrequenz-Generator

T

Symmetrieüberträger

VN

unsymmetrische Netznachbildung

M

Meßempfänger

L

Lampennachbildung

s

Starteranschlüsse

a-b

Netzanschluß der Leuchte

c-d

Anschlüsse der Lampennachbil- dung

Zur

Zeit gibt es Lampennachbildungen

für die Leuchtstofflampen 20, 40 und 65 W mit 38 mm ø. Alle anderen Lam-

pen werden mit einer Ersatzschaltung

gemessen.

Bei der Messung wird der Starter durch

einen Kondensator von 5000 pF ersetzt. Sodann wird vom Hochfrequenz-Gene- rator eine Spannung von möglichst 2

mV (66 dB) über den symmetrischen

Überträger und die Netznachbildung direkt an den Meßempfänger gegeben, ohne die Leuchte anzuschließen. Dann

wird die gleiche Spannung an c und d

der

Lampennachbildung eingespeist

und

von den Netzklemmen der Leuchte

a-b

über die Netznachbildung zum Meß-

empfänger gegeben. Die Differenz der beiden Spannungsmessungen ist die Dämpfung. Zum Beispiel Einspeisung 66 dB, Mes- sung an den Leuchtenklemmen 30 dB, somit 66-30=36 dB Dämpfung. Diese Messung wird nacheinander bei den Frequenzen 160, 240, 550, 1000 und 1400 kHz vorgenommen und die Wer- te in eine Tabelle nach Bild 4 einge- tragen.

und die Wer- te in eine Tabelle nach Bild 4 einge- tragen. Die Werte der Leuchten,

Die Werte der Leuchten, die die Be-

dingungen für Wohngebiete erfüllen

sollen, müssen oberhalb der N-Kurve liegen.

Die nach dieser Methode ermittelten

Meßergebnisse sind jederzeit reprodu- zierbar. Überwiegend reicht ein Funk- entstör-Kondensator mit 0,047 F Kapa- zität aus, um die Dämpfung nach N zu erreichen. Dieser Kondensator wird zwi- schen Phase und Null des Netz- anschlusses der Leuchte geschaltet, es muß ein Kondensator der Klasse X und VDE-geprüft sein.

41

Lichtraster, elektronisch gesteuert. Von Heinz Mack,1976.

Lichtraster, elektronisch gesteuert. Von Heinz Mack,1976.