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E Lichtbericht

Wichtige kulturelle Ereignisse, an denen ERCO beteiligt war, erforderten den bisher umfangreichsten Licht - bericht. LuxLux lucens,lucens, luxlux ludensludens - das Lichtdesign der Alten Oper, Frankfurt. Wie die Besucher die Eröffnung er- lebten. Der TM Hochleistungs-Nieder- voltstrahler senkt den Energiever - brauch. Ein persönlicher Bericht von Bernhard Paul zur Wiedergeburt des Circus Roncalli. Wir demonstrieren

verschiedene Wandbeleuchtungen. Zeitgenössische Kunst seit 1939 - die Westkunst in Köln. Ein Bericht über die Vorbereitungen für ein Museum auf Zeit, wo hohe Anforderungen an die Architektur und das Licht gestellt wurden. Die Ausstellungseröffnung und die Kunstbetrachtung sowie in Momentaufnahmen die Kunst. Kreative Lichtplanung: Abgependeltes Licht erhöht die Wirtschaftlichkeit. Licht-

informationen und Nachrichten. Raumstrukturen mit Monopoll Licht- system.

Erschienen im

November 1981

13

Licht- informationen und Nachrichten. Raumstrukturen mit Monopoll Licht- system. Erschienen im November 1981 13

Inhalt

Zu diesem Heft

 

Seite

Zweimal im Jahr machen wir den Licht-

Zu diesem Heft Alte Oper, Frankfurt Vorbemerkung

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bericht. Zweimal im Jahr stehen wir vor der Aufgabe auszuwählen, welche Themen, Objekte und Lichtplanungen dem Leserkreis vorzustellen sind. Sol-

Lux lucens, lux ludens

3-12

len wir wenige Themen groß vorstellen

Die Eröffnung

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oder viele Themen kurz abhandeln?

TM Hochleistungs-Nieder- voltstrahler

22-23

Welche Bedeutung hat bei der Aus- wahl die Aktualität? Kann eine halbjähr-

Die Reise zum Regenbogen oder Die Wiedergeburt des Circus Roncalli

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lich erscheinende Publikation über- haupt aktuell sein? Oder sollte man nicht lieber eine Dokumentation schaf- fen, die Architekten und Planern als

Wandbeleuchtung

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Nachschlagewerk‘ als Anregung dienen

Westkunst Die Vorbereitung

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kann?

Ein Museum auf Zeit Die Architektur und das Licht

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Nun - wir meinen, daß all diese Fragen ihre Berechtigung haben und bei der

Die Ausstellungseröffnung

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Realisation des Lichtberichtes berück-

Die Kunstbetrachtung

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sichtigt werden können. Das heißt, wir

Die Kunst

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wollen und können aktuell sein, nicht

Abgependeltes Licht

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im Sinne der Tagesaktualität, aber im

Lichtinformationen und

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Sinne einer Zeitaktualität.

Nachrichten Monopoll-System

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Wenn der Lichtbericht als Nachschla - gewerk benutzt wird - und wir wissen, daß dies geschieht -‚ dann ist ein wich- tiges Ziel erreicht. Das bedeutet aber eine intensive, umfassende Information über ein oder zwei Projekte pro Heft anstelle eines Potpourris verschiedener Projekte.

E

In dieser Ausgabe haben wir zum er- stenmal eine Zweiteilung bei der Vor- stellung eines Gebäudes gewählt. Luc Bernard erhielt die Aufgabe, die Archi- tektur und das Licht in der Alten Oper in Frankfurt zu fotografieren, um darzu-

Festzustellen - wie das Publikum am

ERCO Leuchten GmbH Postfach 2460 5880 Lüdenscheid W-Germany

stellen, welche Intentionen Architekten und Lichtplaner bei der Planung ver - folgten. Seine Fotos zeigen auf, mit wieviel Liebe zum Detail gearbeitet

Telefon 023 51/5 51-1 Telegramm ERCO Telex 0826722-0

Fotos: Luc Bernard, Helmut Claus, Benjamin Katz, Karsten de Riese, Jürgen Sieckmeyer, ERCO Werkfoto

wurde und wie das Licht und die Archi- tektur aufeinander abgestimmt wurden.

Eröffnungstag seine Oper annahm, das war die Aufgabenstellung für Karsten de Riese, der die Schwarz-Weiß-Reporta-

© 1981 ERCO Printed in W-Germany, Druckhaus Maack KG 5880 Lüdenscheid, Nr. 615 8111

ge fotografierte. Es war wohl zufrieden, wie man den Aufnahmen entnehmen kann. Jahrelang hatte das Frankfurter

Bürgertum für den Erhalt der Oper ge- kämpft und dann den Erhalt durchge- setzt. Jahrelang hatte man geplant und gebaut und ein Haus für alle, aber nicht für alles, wie es der Oberbürgermeister Wallmann formulierte, geschaffen.

Ein kulturelles Ereignis ganz anderer Art fand in Köln statt. Vor ein paar Mo- naten hatte man auf dem Messegelän- de in Deutz ein Museum auf Zeit ge- schaffen. Die moderne Kunst nach 1939 war zusammengetragen worden, und unter dem Titel „Westkunst erleb- te Köln einen Kultursommer von über- ragender Qualität. Eine Fernsehserie begleitete in den 3. Programmen das Ereignis, und fast 300 000 Besucher sahen sich die Ausstellung an. Die Avantgarde-Kunst von gestern und heute war populärer als viele Kritiker es wahrhaben wollen.

Thomas Mayer fotografierte die Besu- cher, die Kunst und das Licht auf der „Westkunst. Seine Aufnahmen zeigen ein manchmal ratloses, manchmal amü- siertes, aber immer interessiertes Publikum.

Die Presseberichte über die Ausstel- lung lobten das Licht ausdrücklich, was relativ selten ist, und waren kritisch über gewisse konzeptionelle Details der „Westkunst, was wohl bei einem solchen Vorhaben unvermeidlich ist.

Was hätten wir in diesem Lichtbericht noch gerne gezeigt? Die Schaubühne Berlin. Sie wurde leider nicht rechtzei- tig zum Redaktionsschluß fertig. Die Schaubühne wird ein wichtiges Stück Theaterarchitektur, das dem Theater neue Möglichkeiten eröffnet und die al- ten Guckkastenbühnen in Frage stellt. Im nächsten Heft werden wir zeigen, wie der Architekt Hans-Jürgen Sawade sie konzipiert hat.

Auch hätten wir gerne Migros in der Schweiz gezeigt. Ein Projekt für den Kommerz und nicht für die Kultur, aber

auch das scheiterte am Redaktions- schluß und bleibt daher dem nächsten Heft vorbehalten.

Bis zum nächsten Heft also!

dem nächsten Heft vorbehalten. Bis zum nächsten Heft also! Ihr Klaus J. Maack Fertiggestellt: Alte Oper

Ihr Klaus J. Maack

vorbehalten. Bis zum nächsten Heft also! Ihr Klaus J. Maack Fertiggestellt: Alte Oper Frankfurt, Architekt
vorbehalten. Bis zum nächsten Heft also! Ihr Klaus J. Maack Fertiggestellt: Alte Oper Frankfurt, Architekt

Fertiggestellt: Alte Oper Frankfurt, Architekt Schlockermann, Lichtplaner von Malotki, Min.-Dir. Weiß im Gespräch bei der Eröffnung.

Malotki, Min.-Dir. Weiß im Gespräch bei der Eröffnung. Bei Redaktionsschluß noch nicht fertig- gestellt:

Bei Redaktionsschluß noch nicht fertig- gestellt: Schaubühne Berlin. Im näch- sten Heft werden wir die Schaubühne vorstellen, die von dem Berliner Archi- tekten Hans-Jürgen Sawade gebaut wurde.

Alte Oper, Frankfurt

Alte Oper, Frankfurt Architekten Braun & Schlockermann und Partner Planer und Architekten BDA Frankfurt am Main
Alte Oper, Frankfurt Architekten Braun & Schlockermann und Partner Planer und Architekten BDA Frankfurt am Main

Architekten Braun & Schlockermann und Partner Planer und Architekten BDA Frankfurt am Main

Raum- und Bauakustik Prof. Heinrich Keilholz t Ingenieurbüro für Raumakustik, Bauakustik, Bühnen- und Elatechnik Hannover-Buchholz

Lichtplanung Lichtdesign GmbH Köln Hans T. von Malotki Hannelore Kress Gerhart Knöttig

Vorbemerkung Die Alte Oper in Frankfurt war nicht nur für die Architekten eine komplexe Auf- gabe, sondern auch für die Lichtplaner, die sehr schnell feststellten, daß dieses Projekt nicht mit Serienprodukten allein beleuchtet werden konnte. Es wurden auch eine Reihe von speziell zu ent- wickelnden Leuchten notwendig, die der Architektur formal entsprechen mußten.

Neben den Downlights, Wandflutern und Klimaleuchten, die vornehmlich dem „Licht zum Sehen“ dienen und die zu modifizieren waren, damit sie den formalen, klimatechnischen und akustischen Forderungen gerecht wer- den, mußten Lichtpunkte, Lichtstruktu- ren und Wandleuchten entwickelt wer- den, die die Funktion des festlichen „Lichts zum Ansehen“ übernehmen.

Auf der Basis der gestalterischen Vor- stellungen der Lichtdesign GmbH in Köln, die mit der Lichtplanung beauf- tragt war, wurden modifizierte Serien- leuchten und Sonderleuchten in enger Zusammenarbeit mit der Konstruktions- abteilung unseres Hauses entwickelt und den VDE-Vorschriften entsprech- end von der Firma ERCO gebaut.

Diese enge Zusammenarbeit hat sich- erlich dazu beigetragen, die schwieri- gen technischen Anforderungen, die aus der Planung eines solchen komple- xen Gebäudes erwachsen, zu lösen.

In der heißen Phase gegen Ende der Bauzeit hatten der Projektleiter von ERCO sowie die Unielektro als Abwick- ler alle Hände voll zu tun, die immer enger werdenden Termine abzustim- men, um eine saubere Logistik zu gewährleisten. Natürlich gab es bei die- sem komplexen Projekt Probleme, die von allen Beteiligten einen großen persönlichen Einsatz forderten und nur mit Fachkenntnis zu lösen waren. Für die Architekten waren die Lichtpla- ner sicher eine Bereicherung bei der Gestaltung, die auch von der Presse

Bereicherung bei der Gestaltung, die auch von der Presse gewürdigt wurde. Zeitungen - wie die Zeit
Bereicherung bei der Gestaltung, die auch von der Presse gewürdigt wurde. Zeitungen - wie die Zeit

gewürdigt wurde. Zeitungen - wie die Zeit oder die Zürcher Zeitung - lobten das Licht und das Leuchtendesign aus- drücklich.

Das Ergebnis dieser Arbeit und die Ge- danken, die ihr zugrunde liegen, wer- den auf den folgenden Seiten vorge- stellt.

liegen, wer- den auf den folgenden Seiten vorge- stellt. Lux lucens, lux ludens Lichtdesign ist ein

Lux lucens, lux ludens Lichtdesign ist ein Prinzip der Beleuch- tungsplanung, das nicht nur auf Licht- quantitäten Rücksicht nimmt, sondern Licht als Gestaltungsmittel in die archi- tektonische Planung einbezieht, seine Auswirkung auf die Architektur, auf Far- ben, auf das Material und Oberflächen berücksichtigt. Licht erzeugt grundsätzlich eine Stim- mung; und man muß davon ausgehen, daß es nicht nur unser physisches Pri- märbedürfnis nach Licht zum Sehen decken soll, sondern daß es auch auf die physiologischen und psychologi- schen Aspekte des menschlichen Wohlbefindens einwirkt.

Differenzierte Raumgestaltung erfor- dert subtile Kontrolle der Anwendungs- techniken, um maximalen visuellen Komfort bei guten Wirtschaftlichkeit und visuelle Befriedigung zu schaffen. Aufgrund neuer Lichtquellen und bes - serer elektrischer Systeme sind wir in der Lage, geplante und regelbare Ab- wechslung in das Beleuchtungsschema zu bringen, denen Vorteile klar auf der Hand liegen, nämlich visuelle Stimu- lation, Verstärkung der Sinnesfunktio- nen und Bereicherung der Reaktionen.

Lichtdesign heißt Abwechslung in die Beleuchtung zu bringen, ohne ihre Übereinstimmung mit den Funktion,

zu bringen, ohne ihre Übereinstimmung mit den Funktion, mit derStruktur und der räumlichen Gestaltung aufzugeben.
zu bringen, ohne ihre Übereinstimmung mit den Funktion, mit derStruktur und der räumlichen Gestaltung aufzugeben.

mit derStruktur und der räumlichen Gestaltung aufzugeben.

Die Alte Oper Frankfurt ist ein Pracht- bau des 19. Jh.s - entstanden in einer Zeit des Gaslichtes, in einen Zeit, wo das Design den Beleuchtungskörper im wesentlichen bestimmt war durch die formale Gestaltung von diffus abstrah- lendem Glas, in einer Zeit des roten Plüschs, des überladenen Raum- schmucks, einen muffigen, eigentlich sehr düsteren Raumstimmung.

Dies alles nachzuempfinden und zu wiederholen in liebevollen Anpassung an erhaltene und zu restaurierende

Architekturfragmente war nicht die Auf- gabe der Architekten und auch nicht die Aufgabe des Lichtdesigns.

Architekturfragmente war nicht die Auf- gabe der Architekten und auch nicht die Aufgabe des Lichtdesigns.

Die wiedererstandene historische Hülle dient heute nicht nur dem festlichen, sondern auch einem so nüchternen An- laß wie einem Kongreß. Das Haus nimmt eine Reihe unterschiedlicher Funktionen auf, deren Einfügung in das alte Gebäude drastische architektoni- sche Änderungen erforderlich machte. Die alte Zeit lebt heute nur noch im Vestibül und im historischen Foyer.

Es war die Aufgabe des Lichtdesigns, ein Thema zu variieren, ohne die Ein-

des Lichtdesigns, ein Thema zu variieren, ohne die Ein- heitlichkeit der Struktur, der Architek- tur, des
des Lichtdesigns, ein Thema zu variieren, ohne die Ein- heitlichkeit der Struktur, der Architek- tur, des
des Lichtdesigns, ein Thema zu variieren, ohne die Ein- heitlichkeit der Struktur, der Architek- tur, des

heitlichkeit der Struktur, der Architek- tur, des funktionalen Zusammenhangs aufzugeben. Es galt, Einheitlichkeit mit Abwechslung zu finden, Altes und Neu- es zu verbinden.

Eine physikalisch so komplizierte Licht- quelle wie die Halogenglühlampe, wo über eine Gasfüllung ein Kreislaufpro- zeß dazu beiträgt‘ die Wendel der Glüh- lampe zu regenerieren und eine hohe Lebensdauer zu erreichen, ist in einer Niedervoltausführung eigentlich nur noch ein winziger Lichtpunkt. Im Ge- gensatz zu anderen technischen Ent- wicklungen ist man hier zu einer Mini- mierung der Gestalt gekommen.

Korbdecke und Beleuchtung Großer Saal

1 Korbdecke, Stahl vermessingt

2 Schallreflektor, schwarz

3 Laufsteg für Wartung von oben

4 Abluftkanal, Edelstahl poliert

5 Serviceöffnung für Leuchten

6 Abluftschlauch

7 Reflektor-Downlight, 150/250W Halogen, verchromt

7 Reflektor-Downlight, 150/250W Halogen, verchromt Dieser winzig kleine Lichtpunkt, ei- gentlich ein

Dieser winzig kleine Lichtpunkt, ei- gentlich ein architektonischer Raster- punkt, bewirkt durch seine strahlende Leuchtdichte in verschiedenen Forma- tionen ein brillantes Licht, das sich über Regeleinrichtungen unterschiedli- chen Stimmungen und Raumfunktio- nen anpassen und auf die Leuchtdichte einer Kerze zurückfahren läßt. Er ist das visuelle Grundthema des „Lichts zum Ansehen“.

In den Foyers mit teilweise sehr nied- rigen Deckenhöhen, die kaum eine an- dere Lösung zuließen, wird er zu „Licht - teppichen“ in einem klaren geometrisch- en Raster formiert, wird vom polier

klaren geometrisch- en Raster formiert, wird vom polier Der große Konzertsaal für 2500 Per- sonen. ten
klaren geometrisch- en Raster formiert, wird vom polier Der große Konzertsaal für 2500 Per- sonen. ten

Der große Konzertsaal für 2500 Per- sonen.

ten Granitboden reflektiert, vervielfäl- tigt sich in verspiegelten Wandflächen und verdichtet sich in Verbindung mit Materialien wie Chrom und glänzendes Messing zu einer brillanten räumlichen Struktur im Foyer des Großen Saales - löst sich wieder auf in einzeln paarig angeordnete Lichtpunkte in den Wan- delgängen und wird so zu einer opti- schen räumlichen Führung zum Kern- punkt des Gebäudes, dem Großen Saal.

Dieser Saal ist nicht mehr wie früher der dekorüberladene prunkvolle Raum, sondern ein sehr funktionales Gebilde mit immensen Abmessungen, der auf appliziertes dekoratives Licht verzichtet und die funktionalen Architekturele- mente wie die akustisch transparente Decke und die nach akustischen Ge- sichtspunkten geformten Wandflächen für die Beleuchtung benutzt.

Reflektorleuchten für Halogenglühlam- pen 150 bzw. 250 W mit unterschiedli- chen Lichtverteilungen dienen dem „Licht zum Sehen“. Sie wurden paar- weise, auf die Modulteilung der vergol- deten Deckenkörbe bezugnehmend, in Abluftkanälen angeordnet. Die Leuch- ten wurden in den Abluftstrom einbe- zogen, um die von ihnen entwickelte Konvektionswärme abzuführen. Mit ihnen lassen sich Beleuchtungsstärken von 10 - 400 lx erzeugen.

Durch das flach einfallende Licht eng gebündelter Niedervoltglühlampen, die in Achtergruppen in den Lisenen der Wandverkleidung angeordnet sind, wird die Drahtkorbdecke indirekt angestrahlt und durch ihre golden glänzende Ober- fläche zum strahlenden, unprätentiös wirkenden Raumabschluß.

Die in den Lisenen der plastisch abge- stuften Wandverkleidung angeordneten Niedervoltleuchten kleiner Leistung betonen die Vertikale des Raums, das Licht wird verbindendes Element zwi- schen Wand und Decke, definiert den Raum und macht ihn zum Erlebnis.

Die Lichtregelanlagen der Raumbe- leuchtung gestatten zusammen mit der Bühnenbeleuchtung lichtatmosphäri- sche Einstellungen für einen Vortrag, ein Orgelkonzert, einen Kongreß, ein festliches Bankett oder ein Musical.

Im Mozartsaal, der vornehmlich für Konzertnutzung, aber auch für Vorträge und Kongresse ausgelegt wurde, wird durch die Verbindung geschwungener Glaslamellen und Halogenreizlichtern mit integrierten Downlights für die Grundbeleuchtung zusammen mit den bestimmenden Materialien des Raumes wie Holz, weißer Stuck, Messing ein beschwingter‘ leichter Raumeindruck erzielt, der sich wie im Großen Saal un-

wie Holz, weißer Stuck, Messing ein beschwingter‘ leichter Raumeindruck erzielt, der sich wie im Großen Saal
terschiedlichen Funktionen in der Licht- stimmung anpassen läßt. Der Hindemith-Saal wird geprägt durch seine
terschiedlichen Funktionen in der Licht- stimmung anpassen läßt. Der Hindemith-Saal wird geprägt durch seine
terschiedlichen Funktionen in der Licht- stimmung anpassen läßt. Der Hindemith-Saal wird geprägt durch seine
terschiedlichen Funktionen in der Licht- stimmung anpassen läßt. Der Hindemith-Saal wird geprägt durch seine

terschiedlichen Funktionen in der Licht- stimmung anpassen läßt. Der Hindemith-Saal wird geprägt durch seine treppenartig ansteigende Decke, die praktisch die Untersicht des Rangs B des Großen Saales darstellt. Es war Absicht des Lichtdesigns, durch eine indirekte Beleuchtung mit Leucht- stofflampen, die in weißen einfachen Rohren unterhalb der Deckenkörper angeordnet sind, den Saal lichter und höher erscheinen zu lassen und ihm für lang anhaltende Veranstaltungen ein Lichtklima zu vermitteln, das das Ta- geslicht nicht vermissen läßt. Zusammen mit in den Deckenkörpern eingebauten tief - breitstrahlenden

Downlights wird eine Beleuchtungs - stärke von 350 lx erzielt. Die ausschließliche Glühlampenbeleuch- tung dient Anlässen, die ein mehr inti- meres, dramatischeres Lichtklima wünschenswert machen.

Neben den beschriebenen großen Ver- anstaltungsräumen enthält das Haus eine Reihe von kleineren Mehrzweck- räumen, die verschiedenen Anlässen, wie Konferenzen, Vorträgen, Empfän- gen etc., dienen.

Bei niedrigeren Räumen, die nur kleine Fensteröffnungen haben, wurde Wert darauf gelegt, ein möglichst diffuses

haben, wurde Wert darauf gelegt, ein möglichst diffuses Glaslamellendecke Mozartsaal 1 Glaslamelle, klar, Kanten
haben, wurde Wert darauf gelegt, ein möglichst diffuses Glaslamellendecke Mozartsaal 1 Glaslamelle, klar, Kanten

Glaslamellendecke Mozartsaal 1 Glaslamelle, klar, Kanten geschliffen,

8mm

2 Halogen-Lichtpunkt, 10 W/6 V, verchromt

3 Reflektor-Downlight, 150 W Halogen, verchromt

4 Lamellenraster-Reflektorleuchte, 2 x 58 W, Messing blank, alumatt

5 Hilfskonstruktion

6 Holzdecke, cremeweiß

Lichtklima mit hohen Deckenleucht- dichten zu erzeugen, um einen Leucht- dichteausgleich zum Tageslicht zu schaffen. Dies wurde in der Ebene 2/Ost durch eine zentral angeordnete Lichtdecke mit einer Thermolux-Verglasung und darüber angeordneten regelbaren Leuchtstofflampen erreicht. Zusätzlich angeordnete Lichtpunkte mit freiab- strahlenden Glühlampen erträglicher Leuchtdichte sorgen für Glanzlichter, die für bestimmte Anlässe wünschens- wert sind. Die mittlere Beleuchtungs-

stärke liegt bei rd. 200 lx, im Bereich eines zentralen Konferenztisches bei

350 lx.

lx, im Bereich eines zentralen Konferenztisches bei 350 lx. Im Mehrzweckraum in der Ebene 2/West wird

Im Mehrzweckraum in der Ebene 2/West wird durch eine indirekte Beleuchtung, die sich in Form von Rohrleuchten zwischen die raumbe- stimmenden Unter-züge spannt und von verchromten Rohren mit 10 W/6 V Halogenlichtpunkten begleitet wird,

eine mittlere Beleuchtungsstärke von

160 lx erzielt, die im Bereich von Kon-

ferenztischen ein Maximum von 250 lx aufweist. In Raumtiefe wird die Be- leuchtung durch Wandfluter mit Halo- genglühlampen von 150 W unterstützt. Die Beleuchtung ist stufenlos regelbar.

In der Ebene 3 befinden sich zwei hohe Mehrzweckräume mit großen, nach Osten bzw. Westen gerichteten Fenstern. Die Räume wurden im historischen Stil restauriert. Sie sind in der Fassade deutlich sichtbar.

Der Stadtkonservator hat sich für den Einsatz venezianischer Glaslüster ent- schieden, die in Verbindung mit den verspiegelten Wandflächen den Räu- men ein festliches Licht geben. Die Be- leuchtungsstärke beträgt im Mittel 200 lx. Durch eine Lichtregelanlage lassen

sich unterschiedliche Lichtstimmungen für verschiedene Anlässe einstellen.

Die Abhängigkeit der Lebensdauer, des Lichtstroms und der aufgenommenen Leistung von Ha logen- und gasge- füllten Glühlampen von der Betriebs- spannung ist bekannt.

Bei einer Unterspannung von z. B. 10 ~/o sinkt der Lichtstrom auf 70 %‚ die Leistung auf rd. 85 %‚ die Lebensdauer erhöht sich jedoch auf 300 ~/o. Bei einer Nominallebensdauer von 2000 Stunden bei Niedervolt-Halogenlampen läßt sich so die statistische Lebensdau- er auf rd. 6000 Stunden im Mittel

statistische Lebensdau- er auf rd. 6000 Stunden im Mittel heraufsetzen. Dadurch werden selbst bei Glühlampen

heraufsetzen. Dadurch werden selbst bei Glühlampen wartungsfreundliche Betriebszeiten erreicht.

Die installierten Lichtregelanlagen wer- den so eingesetzt, daß sie nicht mit 100 O/~, sondern maximal nur mit 90 % ausgefahren werden. Dort, wo Glüh- lampen über fest eingestellte Trafos betrieben werden, sind diese von vorn- herein auf eine sinnvolle Unterspan- nung ausgelegt.

Die Lichtanlagen des Hauses sind wie viele andere technische Einrichtungen ein Instrument für unterschiedliche Par- tituren, von dem wir hoffen, daß man von ihm im Sinne seiner Konzeption zur Freude der Besucher Gebrauch ma- chen wird.

Die verschiedenen Foyers und Wandel- gänge in den einzelnen Ebenen werden in der Fassade am Abend deutlich sichtbar. Die Niedervolt-Halogenlicht- punkte wirken durch ihre hohe Leucht- dichte und Brillanz wie eine verbinden- de Klammer und werden als generelles Lichtthema des Hauses, festlich und

doch unprätentiös, nach außen wirk- sam. Durch die Anordnung von Halogen- wandflutern können die Kernwände, die für die Ausstellung von Kunst vor- gesehen sind, gleichmäßig hell erleuch- tet werden (vertikale Beleuchtungsstär- ke rd. 180 lx> und geben dem Haus in Verbindung mit den verschiedenen großen Fensteröffnungen trotz seiner Massivität eine gewisse Transparenz.

Bei allen Beleuchtungsanlagen, die nach außen wirksam werden, wurde im Sinne einer homogenen Nachtar- chitektur des Gebäudes Wert darauf gelegt, daß selbst da, wo funktionale

Gebäudes Wert darauf gelegt, daß selbst da, wo funktionale Räume wie Büros etc., die höhere Be-

Räume wie Büros etc., die höhere Be- leuchtungsstärken erfordern, durch An- passung der Lichtfarben von Leuchtstofflampen und zusätzliche Ver- wendung von Glühlampenleuchten ein weitgehend einheitliches Lichtklima erzielt wird.

Das äußere Erscheinungsbild der Alten Oper wird am Tag und besonders in der Nacht wesentlich mitbestimmt durch die restaurierten historischen Kandelaber und Wandleuchten.

Es war aus städtebaulichen Gründen sicherlich richtig, nicht nur die im histo- rischen Stil wiederaufgebauten Bautei- le wie die Vorfahrt, das Vestibül und die Loggia mit historischen Kandelabern und Wandleuchten zu bestücken, son- dern auch den angrenzenden Platz durch rekonstruierte Kandelaber zu be- leuchten.

„Ein Haus für alle, aber nicht für alles“, Oberbürgermeister Wallmann in seiner Eröffnungsansprache. 8 9

„Ein Haus für alle, aber nicht für alles“, Oberbürgermeister Wallmann in seiner Eröffnungsansprache.

„Ein Haus für alle, aber nicht für alles“, Oberbürgermeister Wallmann in seiner Eröffnungsansprache. 8 9
Ein Teil der verschiedenen Sonder- leuchten, die für das Gebäude ent- wickelt und gebaut wurden.
Ein Teil der verschiedenen Sonder- leuchten, die für das Gebäude ent- wickelt und gebaut wurden.
Ein Teil der verschiedenen Sonder- leuchten, die für das Gebäude ent- wickelt und gebaut wurden.
Ein Teil der verschiedenen Sonder- leuchten, die für das Gebäude ent- wickelt und gebaut wurden.
Ein Teil der verschiedenen Sonder- leuchten, die für das Gebäude ent- wickelt und gebaut wurden.
Ein Teil der verschiedenen Sonder- leuchten, die für das Gebäude ent- wickelt und gebaut wurden.
Ein Teil der verschiedenen Sonder- leuchten, die für das Gebäude ent- wickelt und gebaut wurden.
Ein Teil der verschiedenen Sonder- leuchten, die für das Gebäude ent- wickelt und gebaut wurden.

Ein Teil der verschiedenen Sonder- leuchten, die für das Gebäude ent- wickelt und gebaut wurden.

die für das Gebäude ent- wickelt und gebaut wurden. Dadurch erhält das Gebäude Raum zum Atmen
die für das Gebäude ent- wickelt und gebaut wurden. Dadurch erhält das Gebäude Raum zum Atmen
die für das Gebäude ent- wickelt und gebaut wurden. Dadurch erhält das Gebäude Raum zum Atmen

Dadurch erhält das Gebäude Raum zum Atmen - es erscheint nicht als wiedererstandenes, vereinzeltes Relikt einer vergangenen Zeit, sondern ver - mittelt den Eindruck eines im weite- sten Sinne erhaltenen Platzes, der sich wohltuend aus dem hektischen Verkehr abhebt, der an diesem Platz vorbeiflu- tet. Brunnen, Bäume, Grünanlagen und die angrenzenden Restaurants an der Ostseite des Gebäudes beleben den Platz und tragen zu seiner urbanen Verflechtung bei. Für eine Stadt wie Frankfurt, die durch die Hochhäuser der City geprägt ist und nicht selten ‚Klein-Manhattan‘ genannt wird, wird die Alte Oper und der Opernplatz sicherlich dazu beitragen, ein liebens - würdiges Fluidum zu schaffen.

Die historischen Kandelaber wurden im Sinne dieser Gedanken mit klaren und matten Glühlampen unterschiedlicher Leistung bestückt. Die Glühlampe ist sicherlich nicht die wirtschaftlichste Lichtquelle, über die wir heute verfü- gen. Es ist aber die einzige, die zur hi- storischen Auffassung paßt und die jenen Glanz und das Flair vermittelt, das wir an alten Städten schätzen.

Damit die Alte Oper auch am Abend weithin sichtbar ist, wird sie durch inte- grierte Halogenstrahler in den histori- schen Kandelabern und durch Halogen-

strahler hinter den Balustraden am obe- ren Teil des Gebäudes angestrahlt. Die Quadriga und der fliegende Pegasus werden durch Niedervoltstrahler- leuchten, die versteckt auf dem Dach angeordnet sind, hervorgehoben und sind weithin sichtbar eine Unterstrei- chung des Mottos am Tympanon der Südfassade: „Dem Wahren Guten Schoenen.‘

Hans T. von Malotki

Unterstrei- chung des Mottos am Tympanon der Südfassade: „Dem Wahren Guten Schoenen.‘ Hans T. von Malotki
Die Wandskulptur wurde von Hermann Goepfert gestaltet. Sie trägt den Titel Optophonium“. Lichtstruktur Foyer Großer
Die Wandskulptur wurde von Hermann Goepfert gestaltet. Sie trägt den Titel Optophonium“. Lichtstruktur Foyer Großer

Die Wandskulptur wurde von Hermann Goepfert gestaltet. Sie trägt den Titel Optophonium“.

Lichtstruktur Foyer Großer Saal

1 Metallspiegel, hochglanz

2 Knotenpunkt, vertikal Chrom, Verbinder Messing hochglanz

3 Halogen-Lichtpunkt, 20 W/12 V

4 Unterkonstruktion

3 Halogen-Lichtpunkt, 20 W/12 V 4 Unterkonstruktion Die Lichtstruktur wurde in sich beweg- lich konstruiert, um
3 Halogen-Lichtpunkt, 20 W/12 V 4 Unterkonstruktion Die Lichtstruktur wurde in sich beweg- lich konstruiert, um

Die Lichtstruktur wurde in sich beweg- lich konstruiert, um Bautoleranzen in begrenztem Rahmen ausgleichen zu können.

Alte Oper, Frankfurt Die Eröffnung

ausgleichen zu können. Alte Oper, Frankfurt Die Eröffnung Bereits 1951 konstituierte sich eine der ältesten
ausgleichen zu können. Alte Oper, Frankfurt Die Eröffnung Bereits 1951 konstituierte sich eine der ältesten

Bereits 1951 konstituierte sich eine der ältesten Bürgerinitiativen der Bundes- republik unter dem Titel „Rettet das Opernhaus“.

Bundes- republik unter dem Titel „Rettet das Opernhaus“. Nach 37 Jahren Wartezeit, politischen Kontroversen und

Nach 37 Jahren Wartezeit, politischen Kontroversen und Querelen gibt es die Alte Oper Frankfurt wieder, als Konzert und Kongreßzentrum.

Alte Oper Frankfurt wieder, als Konzert und Kongreßzentrum. 1964 entstand die „Aktionsgemein- schaft Opernhaus“.

1964 entstand die „Aktionsgemein- schaft Opernhaus“. Unter Oberbürger- meister Walter Möller wurde in den Jahren 197/und 1972 die grundsätzli- che Entscheidung für den Wiederauf- bau durch den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt gefällt.

Am 2B. August 1981, die Eröffnung mit Polizeischutz, aber ohne Zwischenfälle.

der Stadt Frankfurt gefällt. Am 2B. August 1981, die Eröffnung mit Polizeischutz, aber ohne Zwischenfälle. 12
Das Äußere der Alten Oper, ihre Fassa- de, ist insgesamt detailgetreu restau- riert worden, dagegen

Das Äußere der Alten Oper, ihre Fassa- de, ist insgesamt detailgetreu restau- riert worden, dagegen ist der Kern gänzlich neu konzipiert worden.

dagegen ist der Kern gänzlich neu konzipiert worden. Der Schnitt zwischen restauriertem Teil und modernem Kern

Der Schnitt zwischen restauriertem Teil und modernem Kern erfolgt schnell und ohne Übergang. Das Licht macht diese Veränderung mit und betont sie. Hier Glühlampenlicht, dort Halogenlicht.

und betont sie. Hier Glühlampenlicht, dort Halogenlicht. Nun war er da, der Eröffnungsabend. Man war versucht

Nun war er da, der Eröffnungsabend. Man war versucht - wie Kaiser Wilhelm zu sagen: So etwas können sich nur die Frankfurter leisten.

zu sagen: So etwas können sich nur die Frankfurter leisten. Für alle Frankfurter war es ein

Für alle Frankfurter war es ein gesell- schaftliches Ereignis.

Zirka 2000 Gäste waren gekommen.

schaftliches Ereignis. Zirka 2000 Gäste waren gekommen. Für die alten Frankfurter gab es ein Stück Tradition

Für die alten Frankfurter gab es ein Stück Tradition wieder, für die Neuen gab es Begegnungen.

waren gekommen. Für die alten Frankfurter gab es ein Stück Tradition wieder, für die Neuen gab
waren gekommen. Für die alten Frankfurter gab es ein Stück Tradition wieder, für die Neuen gab

Auf dem Programm stand Mahlers Symphonie Nr. 8. Die Aufführung wur- de von den 3 Programmen des Fern- sehens übertragen.

Professor Heinrich Keilholz, der die ge- rühmte Akustik plante und berechnete, konnte die Wiedereröffnung nicht mehr erleben; er verstarb im April 7987.

Die Beleuchtung im Großen Saal:

Halogendownlights, Niedervolt-Halo- genstrahler zur Beleuchtung der Decke und zur optischen Gliederung der Wände.

der Decke und zur optischen Gliederung der Wände. Der große Saal und die beiden kleine- ren
der Decke und zur optischen Gliederung der Wände. Der große Saal und die beiden kleine- ren
der Decke und zur optischen Gliederung der Wände. Der große Saal und die beiden kleine- ren

Der große Saal und die beiden kleine- ren Säle haben ihre Form weitgehend aus den an sie gestellten Anforderun- gen in raumakustischer Hinsicht erhal- ten. Als Material herrscht Naturholz vor, die Farbgebung ist überwiegend durch die gewählten natürlichen Mate- rialien bestimmt.

herrscht Naturholz vor, die Farbgebung ist überwiegend durch die gewählten natürlichen Mate- rialien bestimmt. 16 17
Der Andrang auf die Sektbar war nach dem fast 1½stündigen Konzert ver- ständlicherweise groß. In

Der Andrang auf die Sektbar war nach dem fast 1½stündigen Konzert ver- ständlicherweise groß.

dem fast 1½stündigen Konzert ver- ständlicherweise groß. In seiner Festrede hatte Oberbürger- meister Wallmann von

In seiner Festrede hatte Oberbürger- meister Wallmann von der Alten Oper als einer Begegnungsstätte für jung und alt gesprochen - bereits am Eröff- nungsabend wurde sein Wunsch erfüllt.

Festliche Stimmung spiegelt sich auch in den Gesichtern der Besucher nach der Konzert-Aufführung wider.

Gesichtern der Besucher nach der Konzert-Aufführung wider. Laß den Anfang mit dem Ende Sich in eins
Gesichtern der Besucher nach der Konzert-Aufführung wider. Laß den Anfang mit dem Ende Sich in eins

Laß den Anfang mit dem Ende Sich in eins zusammenziehn! Schneller als die Gegenstände Selber dich vorüberfliehn. Danke, daß die Gunst der Musen Unvergängliches verheißt, Den Gehalt in deinem Busen Und die Form in deinem Geist.

Johann Wolfgang von Goethe

Und die Form in deinem Geist. Johann Wolfgang von Goethe Sehen und gesehen werden. Für viele
Und die Form in deinem Geist. Johann Wolfgang von Goethe Sehen und gesehen werden. Für viele

Sehen und gesehen werden. Für viele Besucher war der Eröffnungsabend nicht nur Kunstgenuß, erstellte auch ein gesellschaftliches Ereignis von ho- hem Rang dar - die Roben der Damen sind dafür sichtbarer Ausdruck.

auch ein gesellschaftliches Ereignis von ho- hem Rang dar - die Roben der Damen sind dafür

Menschen, Gesichter, Stimmungen. Im fast übermütigen Posieren für den Fotografen drückt sich die Freude über einen gelungenen Abend aus.

Der Abendempfang nach dem Konzert ist vorbe4 doch einige Gäste genießen noch lange danach die neu erstandene Pracht „ihrer“ Oper.

lange danach die neu erstandene Pracht „ihrer“ Oper. Gedanken versunken. Überwältigt von einem ungewöhnlichen
lange danach die neu erstandene Pracht „ihrer“ Oper. Gedanken versunken. Überwältigt von einem ungewöhnlichen
lange danach die neu erstandene Pracht „ihrer“ Oper. Gedanken versunken. Überwältigt von einem ungewöhnlichen
lange danach die neu erstandene Pracht „ihrer“ Oper. Gedanken versunken. Überwältigt von einem ungewöhnlichen

Gedanken versunken. Überwältigt von einem ungewöhnlichen musikalischen Ereignis. Beeindruckt von einer archi- tektonischen Leistung, die hierzu den Rahmen lieferte.

TM-

Hochleistungs-

Niedervolt-

Strahler

Ein neues Beleuchtungssystem mit besserer Energienutzung durch Einsatz von leistungsstarken Niedervolt-Halo- gen-Glühlampen. Sie eignen sich zur anspruchsvollen Beleuchtung von Schaufenstern, Aktionszonen in Ver- kaufsräumen, Messen, Ausstellungen und Museen.

Lichtstärke über 80000 cd durch groß- flächigen Parabolspiegelreflektor.

Effektvolle Lichtakzente auch bei Tageslicht. Beste Farbwiedergabe, Ra = 100.

Aufspreizen des Strahlenbündels durch Streulinsenvorsatz möglich.

Schlierenfreie Lichtkegel ohne Umfeld- aufhellung.

Farbintensive Glas- und Cinemoid- Farbfilter.

Reduzierte Strahlungswärme durch 1 R-Filter.

Kostensparend durch bessere Nutzung der Lichtenergie.

Anschlußfertig, mit eingebautem Transformator, für das ERCO 1- und

3-Phasen-Stromschienensystem

220/380 V.

Eine neue Kombination aus leistungs- starken Niedervolt-Halogen-Glüh- lampen, großflächigen Parabolspiegel- reflektoren und Streulinsen, mit denen die Lichtbündel gestreckt werden; kon- zipiert, um Schaufenster zu beleuchten, in denen hartes Punkt- oder Streiflicht- aber auch weiches, figurenzeichnendes Licht ohne Umfeld-aufhellung benötigt wird. Deutliche Lichteffekte werden auch bei Tageslicht oder bei einer hohen Allgemeinbeleuchtung erreicht. Die optimale Energienutzung wird durch genaue Lichtführung und hohe Lichtstärken erzielt. Die Streulinse 70 536 streckt das Licht- bündel in beliebig einstellbare Rich-

tungen.Um die Strahlungswärme zu reduzieren, steht ein spezielles IR-Filter zur Verfügung. Sein Einsatz empfiehlt sich immer dann, wenn wärmeemp- findliche Waren beleuchtet werden oder der Abstand zum angestrahlten Objekt sehr gering ist. Intensive Farbeffekte werden durch hochwärmebeständige Glasfarbfilter oder durch Cinemoid-Farbfilter in Ver- bindung mit IR-Filtern bzw. Streulinsen garantiert. Die Aluminium-Druckgußgehäuse der Strahler werden mit eingefärbten Polyurethan- bzw. Epoxypolyester-

werden mit eingefärbten Polyurethan- bzw. Epoxypolyester- 1 m Abstand 2 m Abstand 2 m Abstand 2
werden mit eingefärbten Polyurethan- bzw. Epoxypolyester- 1 m Abstand 2 m Abstand 2 m Abstand 2

1 m Abstand

2 m Abstand

2 m Abstand

2 m Abstand

1 m Abstand 2 m Abstand 2 m Abstand 2 m Abstand Beleuchtumgsstärke Lichtkegeldurchmesser  

Beleuchtumgsstärke

Lichtkegeldurchmesser

2 m Abstand Beleuchtumgsstärke Lichtkegeldurchmesser   Lichtkegeldurchmesser Beleuchtungsstärke mit
 

Lichtkegeldurchmesser

Beleuchtungsstärke

mit Streulinse

Beleuchtungsstärke mit Streulinse pulvern beschichtet, wodurch die Ab- riebfestigkeit erhöht

pulvern beschichtet, wodurch die Ab- riebfestigkeit erhöht und die Schlag- festigkeit verbessert wird. Das Material der Gehäuse bietet eine hohe mechani- sche Stabilität und leitet die Wärme sehr gut ab. Die integrierten Sicherheit- stransformatoren sind mit Spezialble- chen für eine höhere Isolationsklasse ausgestattet. 100 W/24 V-Halogenlampen zeichnen sich durch hohe Lichtausbeute (20), lange Lebensdauer (2000 Stunden) und konstanten Lichtstrom über die gesam- te Lebensdauer aus.

konstanten Lichtstrom über die gesam- te Lebensdauer aus. Der Hochleistungs-Niedervoltstrahler mit vorgesetzter
konstanten Lichtstrom über die gesam- te Lebensdauer aus. Der Hochleistungs-Niedervoltstrahler mit vorgesetzter

Der Hochleistungs-Niedervoltstrahler mit vorgesetzter Streulinse streckt das Lichtbündel in eine ovale Form, deren Durchmesser aus der Tabelle zu ent- nehmen sind. Durch Verdrehen der Streulinse können Schaufensteraus- lagen in jeder Anordnung besonders wirkungsvoll beleuchtet werden. Sie sind für das Schaufenster besonders geeignet, weil gegenüber anderen Beleuchtungssystemen eine genauere Lichtführung mit wesentlich höheren Beleuchtungsstärken möglich ist. Die hohe Lichtausbeute der Niedervolt- Halogen-Glühlampen reduziert die Stromkosten.

möglich ist. Die hohe Lichtausbeute der Niedervolt- Halogen-Glühlampen reduziert die Stromkosten. 77467 77468 22 23

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möglich ist. Die hohe Lichtausbeute der Niedervolt- Halogen-Glühlampen reduziert die Stromkosten. 77467 77468 22 23
möglich ist. Die hohe Lichtausbeute der Niedervolt- Halogen-Glühlampen reduziert die Stromkosten. 77467 77468 22 23
möglich ist. Die hohe Lichtausbeute der Niedervolt- Halogen-Glühlampen reduziert die Stromkosten. 77467 77468 22 23

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möglich ist. Die hohe Lichtausbeute der Niedervolt- Halogen-Glühlampen reduziert die Stromkosten. 77467 77468 22 23
möglich ist. Die hohe Lichtausbeute der Niedervolt- Halogen-Glühlampen reduziert die Stromkosten. 77467 77468 22 23

Die Reise zum Regenbogen oder Die Wiedergeburt des Circus Roncalli

Ein persönlicher Bericht des Direktors Bernhard Paul

Ein persönlicher Bericht des Direktors Bernhard Paul Keiner hat daran geglaubt. Niemand. Ich saß in Köln

Keiner hat daran geglaubt. Niemand. Ich saß in Köln inmitten der fahlen Tri- stesse einer verlassenen Schokoladen- fabrik. in einer Halle standen ein paar Circuswagen, die einige wenige ge- treue Helfer mit viel Hingabe restau- rierten. Das war der Ausgangspunkt des Vor- habens, mit meinem Circus Roncalli von vorne, n e u zu beginnen. Keiner hat daran geglaubt. Niemand. Wohlmei- nende Freunde kamen zu Besuch und hörten mir zu, wenn ich ihnen zum Bei- spiel von holzgeschnitzten Zierzäunen, kupfergetriebenen Kandelabern an schmiedeeisernen Stützen vor- schwärmte, die das neue Circusportal zieren sollten. Sie nickten jovial mit dem Kopf, wenn ich ihnen Details aus dem neuen Programm zu schildern ver- suchte, etwa die Geschichte von dem akrobatischen Zauberfrosch, der durch einen Kuß erlöst wird und sich in eine strahlende Königin hoch zu Roß ver- wandelt. Daß meine Absichten je Wirk- lichkeit werden würden, hat keiner ge- glaubt. Niemand. Eine verhängnisvolle Situation, zum Spinner erklärt zu werden, wenn man gerade auf der Suche nach Geldgebern ist, die einem die abenteuerlich schei- nenden Ideen finanzieren helfen sollen. Ich hatte nämlich nicht nur keinen Cir- cus, sondern auch keine müde Mark. Unter solchen Voraussetzungen ist es schon mühsam, einen Bauchladen zu gründen, geschweige denn einen rich- tigen Circus mit einem Spielzeit samt Sitzeinrichtungen, zwei Nebenzelten, vierzig Wagen, Lastautos, Traktoren, Kilometern von Kabeln, Lichterketten,

Lastautos, Traktoren, Kilometern von Kabeln, Lichterketten, Zäunen, einer Theaterlichtanlage, ei- nem Tonequipment,
Lastautos, Traktoren, Kilometern von Kabeln, Lichterketten, Zäunen, einer Theaterlichtanlage, ei- nem Tonequipment,

Zäunen, einer Theaterlichtanlage, ei- nem Tonequipment, mehr als hundert Kostümen, Uniformen, Requisiten, Pla- katen und und und Es gibt wenige Projekte, zu deren Realisation eine solche Unzahl an Details nötig ist wie zu dem Unterfan- gen, einen Circus zu gründen. Keiner hat daran geglaubt. Niemand. Dabei hatte ich diesen Wahnsinn, aus dem Nichts einen Circus zu zaubern, schon einmal hinter mich gebracht. Das Ergebnis war jener in der Erinnerung der Menschen zum Mythos verklärte Circus Roncalli des Jahres 1976.

Damals hatte es der von mir als Texter und Go-Regisseur engagierte Poet André Heller geschickt verstanden, sich als Motor des Projekts feiern zu lassen.

Als das Projekt Roncalli durch dubiose Unterschlagungsaffären in den Ruin gewirtschaftet war, da wollten die an- geblichen Schöpfer der Idee mit nichts zu tun haben. Der „Poet“ war über alle Berge, erklärte immer wieder, er sei ja bloß der Texter gewesen, und ich war allein mit einer riesigen Summe Schul- den. Heute, nach der glücklichen Wie- dergeburt des Circus, läßt er keine Ge- legenheit ungenutzt verstreichen,

läßt er keine Ge- legenheit ungenutzt verstreichen, darauf hinzuweisen, einmal bei Roncalli mitgewirkt zu haben.
läßt er keine Ge- legenheit ungenutzt verstreichen, darauf hinzuweisen, einmal bei Roncalli mitgewirkt zu haben.

darauf hinzuweisen, einmal bei Roncalli mitgewirkt zu haben. Damals stand ich vor der Alternative, entweder mit der Enttäuschung eines kaputtgewirtschafteten Circus den

Rest meines Lebens zu verbringen oder mir die Ärmel hochzukrempeln und von vorne zu beginnen. Ich siedelte nach Köln, wo einige Freunde lebten, und hoffte, im kulturel- len Vakuum dieser Stadt die nötige Unterstützung für einen Neubeginn zu finden. Doch weit gefehlt. Die Kulturbürokraten Kölns erklärten mich kurzerhand zum „Wahnsinnigen“ und dachten nicht im Traum daran, mich in irgendeiner Weise — und wäre es auch nur in Form öffentlicher Anerkennung meines Plans gewesen — zu unterstüt- zen. In meinem Gepäck, mit dem ich aus Wien emigriert war, befanden sich neben den Relikten meiner circushisto-

war, befanden sich neben den Relikten meiner circushisto- rischen Sammlung auch zwei museale Circuswagen. Die Frage

rischen Sammlung auch zwei museale Circuswagen. Die Frage war, wie sich all das zu Geld machen ließ, ohne daß ich mich davon trennen mußte. So ba- stelte ich mir aus den beiden Circus - wagen eine mobile Schaubude mit viel Schnörkel, Gold und Licht, ein Panopti- kum, in dem ich meine Wachsfiguren- sammlung legendärer Künstler der Cir- cusgeschichte ausstellte. Mit diesem Panoptikum zog ich über die Jahr - märkte Deutschlands, und die Branche freute sich über den „heruntergekom- menen Ex-Direktor von Roncalli“. Das erste Geld tröpfelte wieder in die Kasse. Und ich konnte mich auf die Su- che nach alten Circuswagen machen, die meinem Idealbild von einem roman- tisch-verträumten Circus „wie aus dem Märchenbuch gerollt“ entsprachen. Meine Helfer und ich lebten in dieser Zeit unsicher, aber zufrieden, von der Hand in den Mund.

Wagen um Wagen wurde in der Dü- sternis der alten Schokoladenfabrik fer- tiggestellt. Schritt für Schritt sah ich mich meinem Ziel näherkommen. Doch keiner hat daran geglaubt. Niemand. Denn immer wieder gab es Situa- tionen, in denen es nicht mehr weiter- ging. Manchmal fehlten lächerliche hundert Mark für Farben oder Schrau- ben, um weiterarbeiten zu können, und ich verbrachte Tage‘ diese hundert

Mark zu organisieren. Oft genug erfolg- los. So mußte ich doch das eine oder andere Stück meiner Sammlung, alles Dinge, an denen ich sehr hing, verkau- fen, um für den erzielten Gegenwert profane Arbeitsmaterialien wie Eisen oder Lacke zu beschaffen. Irgendwie ging‘s also immer weiter. Bisweilen tingelte ich mit einer kleinen Künstlerschar und organisierte Pro- gramme im typischen Roncalli-Stil für Betriebsfeste, Firmenjubiläen und ähn- liche Gelegenheiten. Auch das brachte Geld.

Unter diesen Künstlern war auch der bekannte Clown Fredi Codrelli, den ich

war auch der bekannte Clown Fredi Codrelli, den ich schon seit meinen Jugendjahren be- wundert hatte.
war auch der bekannte Clown Fredi Codrelli, den ich schon seit meinen Jugendjahren be- wundert hatte.
war auch der bekannte Clown Fredi Codrelli, den ich schon seit meinen Jugendjahren be- wundert hatte.
war auch der bekannte Clown Fredi Codrelli, den ich schon seit meinen Jugendjahren be- wundert hatte.

schon seit meinen Jugendjahren be- wundert hatte. Er hätte es nicht nötig gehabt, mit mir bei solchen nicht gera- de ruhmreichen Veranstaltungen wie Jubiläumsfesten zusammenzuarbeiten.

Licht lockt die Leute an “ist eine der Devisen des Circus. Wenn Tausende von Glühbirnen

Licht lockt die Leute an “ist eine der Devisen des Circus. Wenn Tausende von Glühbirnen an der großen Front- fassade des Unternehmens in die Nacht strahlen, wirbt der Circus um Besucher für seine große Abendvor- stellung. Er sendet mit dieser Lichter- fülle einen Vorgeschmack auf Glanz und Buntheit seines Programms vor- aus. „Scheinwerfer auf!“ heißt das Kommandowort noch bevor der Spre- cher die Manege freigibt - das Spiel beginnt. Tritt der Artist mit einem Kom- pliment in den Roten Ring, hilft ihm das beste Kostüm, die geschickteste Schminke nichts, wenn ihn der Beleuchter nicht unterstützt. Die Scheinwerferbeleuchtung muß unbe- dingt auf die Arbeit der Artisten abge- stimmt sein und darf sie dabei nicht behindern. Obwohl ein nichtkünstle- rischer Faktor, hängt die Anziehungs- kraft eines Circus sehr da von ab, wie die technischen Mittel eingesetzt wer- den, die letztlich auf das Publikum eine Sonderwirkung erzielen.

Horst W. Cekan in dem Buch „ Circus“ von Rolf Lehmann.

letztlich auf das Publikum eine Sonderwirkung erzielen. Horst W. Cekan in dem Buch „ Circus“ von
letztlich auf das Publikum eine Sonderwirkung erzielen. Horst W. Cekan in dem Buch „ Circus“ von

Er wollte mir durch seine Mitwirkung Kraft geben, mir zeigen, daß er an mein Ziel glaubte - wenn auch er nicht vollends davon überzeugt war, daß es mir gelänge. Mit viel Geduld und nach drei Jahren intensiver Arbeit akzeptier- te mich Fredi auch als seinen neuen Partner. Heute sind wir gemeinsam die „Original Codrellis“: Fredi und Zippo. So kam peu ä peu wieder Circusstim- mung auf. Nach anderthalb Jahren war

damit der Circus starten könne. Nach meiner Antwort passierte — das Wun- der. Ebenso belanglos wie seine Frage war der Ton seiner nun folgenden Ant- wort. Sie veränderte mit einem Schlag die fatale Situation. „Emil“ gab mir das fehlende Geld.

Ab sofort konnten wir wieder auf Voll- dampf arbeiten. In einem Hof der alten Fabrik bauten wir unser Zelt auf und

In einem Hof der alten Fabrik bauten wir unser Zelt auf und ich allen Hindernissen zum

ich allen Hindernissen zum Trotz an je- nem „point of no return“, als mir - wieder einmal - das Geld ausging. Kurz vor dem Ziel schien es, als sei ich am Ende.

In diesen Tagen kam mein Freund, der Kabarettist „Emil“ Steinberger zu Be- such. „Emil“, der selber eine Saison lang mit dem Circus Knie durch die Schweiz reiste, verfolgte mein Vorha - ben mit freundschaftlichem Wohlwol- len. Immer wieder besuchte er mich in Köln und interessierte sich für den Stand der Arbeiten. Belanglos fragte er damals, in dieser meiner depressiven Lage, wieviel Geld denn noch fehlte,

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begannen zu proben. Ein Premierenter- min wurde festgelegt. Jetzt gab es also kein Zurück.

Fast wäre dieser Termin durch „höhere Gewalt“ verschoben worden. Mitten in unserer Endphase wurde die alte Scho- koladenfabrik von Hunderten Jugend- lichen, die den drohenden Abriß verhin- dern wollten, besetzt. Sie mauerten alle Anfahrtswege zu, verbarrikadierten die Tore. Um die Besetzer „auszuhun- gern“, sperrte die Stadt im gesamten Areal den Strom und das Wasser. Wir saßen in einer Art Falle. Siebzig Men- schen, Raubtiere, Pferde.

in einer Art Falle. Siebzig Men- schen, Raubtiere, Pferde. Wir konnten nicht weiterarbeiten. In langen, komplizierten

Wir konnten nicht weiterarbeiten. In langen, komplizierten Verhandlungen gelang es mir, einen Waffenstillstand zwischen der Stadt und den Fabrikbe- setzern auszuhandeln. Während wir Wagen für Wagen, den kompletten Cir- cus, aus dem Terrain durch eines der nun geöffneten Tore evakuierten, hielt sich die Polizei zurück und nutzte diese Situation nicht aus, in das Areal einzu- dringen, der Besetzer habhaft zu wer- den. So waren wir gezwungen, drei Wochen vor der Premiere, direkt auf unserem geplanten Spiel- und Uraufführungsort den fast fertigen Circus zu vollenden. Mitten in der Kölner Innenstadt, auf dem Neumarkt, wurde fortan gesägt, gehämmert, lackiert, geschweißt. Aus dem Spielzelt drang Circusmusik. Die Künstler probten ihre Darbietungen. Roncalli vollendete sich allmählich zum Gesamtkunstwerk: Die historischen

sich allmählich zum Gesamtkunstwerk: Die historischen Circuswagen aus Holz, nach alten Vor- bildern restauriert,

Circuswagen aus Holz, nach alten Vor- bildern restauriert, bildeten zusammen mit dem blaugelben Baumwollzelt ein Bühnenbild, eine Circuslandschaft klas- sischen wie zeitlosen Stils. Jedes Detail sollte „stimmen“. Meine Kostü- mentwürfe sollten in ihrer Ausführung den Eindruck erwecken, sie stammten aus dem Märchenbuch. Das Orchester sollte Circusmusik spielen, aber sie sollte neu und frisch sein, und den- noch in der Tradition circensischer Ton- kunst stehen. Licht in all seinen Schat- tierungen sollte jeder einzelnen Darbie- tung die optimale atmosphärische Form geben. Wir experimentierten mit 48 Theaterscheinwerfern und vier Verfolgern, diesem Ziel näherzu- kommen. Roncalli sollte ein Circus werden, der an die Tradition der Circusinszenierun- gen früherer Tage anknüpft. Den Streß und Todeskitzel herkömmlicher Circus- unternehmen wollte ich vermeiden. Vielmehr konzentrierte ich mich darauf, mit einfachen Mitteln, mit Poesie und Zartheit, unser Publikum zu verzaubern. Das Programm sollte keine langweilige Nummernfolge präsentieren, sondern eine Darbietung sollte aus der anderen entstehen. In den Reprisen der beiden Schweizer Pantomimen Pic & Pello fand ich den roten Faden im roten Ring, der sich Manege nennt. Nicht zufällig wurden diese Reprisen zu den Haupt-attraktionen des „neuen“ Circus Roncalli.

Freilich wollte ich auf die klassischen Elemente des Circus, wie Raubtier- dressur, Hohe Schule, Akrobatik, Tra- pezartistik oder klassische Clownen- trees, nicht verzichten, doch das Motto hieß „Salto vitale!“, unser Programm „Die Reise zum Regenbogen“. Dann war es soweit! Am 4. Juni 1980 hieß es Premiere! Hochverschuldet stand ich im ausverkauften Zelt, als mir Freunde eindringlich klarmachten, jetzt müsse ich aus Anlaß dieser denkwür - digen Stunde eine Rede halten. Mit zittrigen Knien taumelte ich vor das Mikrophon und stellte mich übermüdet

taumelte ich vor das Mikrophon und stellte mich übermüdet stammelnd dem Publikum als der Mann vor,

stammelnd dem Publikum als der Mann vor, der ins Gefängnis wandere, wenn dieses Experiment schiefgehe. Mittlerweile ist bekannt, daß mir das Gefängnis erspart blieb. In Köln, der Premierenstadt, ließ uns ein gewaltiger Publikumszuspruch drei Monate gastie- ren. Während andere Circusse in acht- zig Städten pro Saison spielen, brachte es Roncalli gerade auf vier. In Düssel- dorf blieb der Circus drei Monate, in München, dem letzten Gastspielort der zweiten Saison, hatte Roncalli mehr als vier Monate lang täglich ein ausver- kauftes Haus. Roncalli avancierte zum Circuswunder. Circusprinzipale aus aller Welt, von

lang täglich ein ausver- kauftes Haus. Roncalli avancierte zum Circuswunder. Circusprinzipale aus aller Welt, von 29

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Fredy Knie aus der Schweiz bis zu Irving Feld von Ringling Bros., Barnum & Bailey,

Fredy Knie aus der Schweiz bis zu Irving Feld von Ringling Bros., Barnum & Bailey, kamen angereist, diese „neue Art, Circus zu gestalten“ zu beobach- ten. Deutsche Circusunternehmen ver- suchten dagegen mit allen Mitteln, den Erfolg des kleinen Neulings zu stoppen. Ohne Erfolg. Andy Warhol jettete von New York nach Germany, um diesen „old fash- ioned circus“ zu sehen. Joseph Beuys kam genauso wie Ephraim Kishon, Rudolf Augstein, Jango Edwards oder die gesamte deutsche Bundesregie- rung. Manchmal war der Circus so intensiv im Gespräch, daß Chefredakteure von Presseorganen ihren Berichterstattern Zurückhaltung in Sachen Roncalli auf -

erlegten, damit ihr Blatt nicht zur Ron-

calli-Gazette degeneriere

wältigende Erfolg, mit dem ich in die- ser Form nie zu rechnen gewagt hätte,

Der über-

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erlaubte es mir, meine Schulden zu- rückzuzahlen; ich kann neu investieren, um Detail für Detail den Circus so zu gestalten, wie ich ihn mir vorstelle. Die Kulturfunktionäre, mit deren Hilfe ich am Beginn des Roncalli-Wiederaufbaus vergeblich gerechnet hatte, haben sich bis heute noch nicht blicken lassen. Ich bin froh darüber, daß sie mich im Stich gelassen haben. Es ist ein anderes Selbstgefühl, zu wissen, es ganz allei-

Es ist ein anderes Selbstgefühl, zu wissen, es ganz allei- ne, ohne Subventionen der öffent- lichen

ne, ohne Subventionen der öffent- lichen Hand geschafft zu haben, Man wirtschaftet verantwortungsbewußter, wenn man das eigene Geld ausgibt und nicht das der Steuerzahler. Und es war die einzige Möglichkeit, das Pro- jekt Roncalli kompromißlos so zu machen, wie ich es mir vorgestellt habe.

Ohne Schminke wären Gesicht und Körper der Artisten im grellen Scheinwerferlicht farblose Flächen. Wohl so mancher Circusfan mußte eine leichte Enttäuschung verkraf- ten, als er sein Idol erstmalig unge- schminkt aus dem Wohnwagen kommen sah. - Aus der Manegenfi- gur war plötzlich ein Privatmensch geworden.

der Manegenfi- gur war plötzlich ein Privatmensch geworden. Im Circus herrscht Maskenfreiheit; trotzdem versteht jeder
der Manegenfi- gur war plötzlich ein Privatmensch geworden. Im Circus herrscht Maskenfreiheit; trotzdem versteht jeder

Im Circus herrscht Maskenfreiheit; trotzdem versteht jeder Artist, daß

Kostüm und Beleuchtung seiner Maske

entsprechen müssen

Kostüm, Charakter und Leistung, Gestik und Requisit - sie müssen auf- einander abgestimmt sein, eine Einheit bilden. Übereinstimmung ist der Schlüssel, um die Zuschauer von der artistischen Leistung zu überzeugen.

Maske und

Das Kostüm des Artisten soll die spe- zifische künstlerische Aussage des

Für

jeweiligen Auftritts unterstützen

den Circusbesucher soll der Anblick eines Artisten auch ein ästhetisches

Erlebnis sein.

Die Texte auf dieser Seite stammen von Horst W Cekan aus dem Buch Cir- cus“ von Hoff Lehmann.

Erlebnis sein. Die Texte auf dieser Seite stammen von Horst W Cekan aus dem Buch Cir-

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Wandbeleuchtung

Downlights Die Lichtkegel einer Downlight-Be- leuchtung können bei systematischer Anordnung wie ein gewünschtes Wanddekor wirken und den Raumein- druck beleben. Es empfiehlt sich, einen Wandabstand von ca. 1 m zu wählen, um eine ausgewogene Beleuchtungs- verteilung zu erzielen.

Downlight-Wandfluter Hierbei wird die Wirkung eines Down- lights, nämlich eine gleichmäßige Bo- denbeleuchtung zu erzielen, kombiniert mit der zusätzlichen Beleuchtung des Wandbereiches oberhalb des Down- light-Lichtkegels. Dies geschieht mit Hilfe eines im Downlight integrierten elliptischen Reflektors.

Wandfluter mit Linsenoptik Aufgrund der Darklight-Reflektortechnik unterscheidet sich das Aussehen die- ses Wandfluters nicht von dem eines normalen Downlights oder eines Wand- fluter-Downlights. Die Lichtwirkung ist jedoch grundsätzlich unterschiedlich. Während beim Downlight-Wandfluter sowohl Boden als auch Wand beleuch- tet werden, richtet der Wandfluter mit Linsenoptik das gesamte Licht vorwie- gend zur Wand und beleuchtet diese vollkommen gleichmäßig vom Boden bis zur Decke.

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Der Beleuchtung von Wänden kommt in der Innenraumbeleuchtung eine generelle, im Ausstellungs- und Museumsbereich eine besondere Bedeutung zu. Im Innenraum ist die Beleuchtung der Wandbereiche ent- scheidend für den Helligkeitseindruck und die Transparenz eines Raumes und wird häufig durch eine akzentuierte Beleuchtung mit Strahlern verwirklicht.

In Galerien, Kunstausstellungen und Museen aber stellt sich die Aufgabe, Wandflächen für Exponate akzentfrei gleichmäßig und darüber hinaus beleuchtungstechnisch wirkungsvoll zu beleuchten. Gleichzeitig sollen die

wirkungsvoll zu beleuchten. Gleichzeitig sollen die Downlight 80 216 Bestückung 150 WA, matt, E27.

Downlight 80 216 Bestückung 150 WA, matt, E27. Leuchtenanordnung: Wandabstand 1,00 m, Leuchtenabstand 2,00 m.

Wandabstand 1,00 m, Leuchtenabstand 2,00 m. Downlight-Wandfluter 80 266 Bestückung 150 WA, matt, E27.

Downlight-Wandfluter 80 266 Bestückung 150 WA, matt, E27. Leuchtenanordnung: Wandabstand 1,OOm, Leuchtenabstand 1,OOm.

Leuchtenanordnung: Wandabstand 1,OOm, Leuchtenabstand 1,OOm. Wandfluter mit Linsenoptik 81 651 Bestückung 300 WR, E27.

Wandfluter mit Linsenoptik 81 651 Bestückung 300 WR, E27. Leuchtenanordnung: Wandabstand 1,OOm, Leuchtenabstand 1,OOm.

ausgestellten Objekte vor jeglicher schädlicher Strahlung geschützt wer- den und in einem Licht mit optimaler Farbwiedergabe erscheinen. Schließlich soll sich auch die Beleuchtungslösung optimal in eine gegebene Raum-archi- tektur einfügen.

Wie sich diese Anforderungen ver- wirklichen lassen, zeigen die folgenden Beispiele, fotografiert im ERCO Modell- raum auf einer Wandfläche von 3m Höhe und 6m Länge mit dem Reflexi- onsgrad 0,5. Die Bilder zeigen eine Grundbeleuchtung mit Downlights sowie 5 Varianten einer Wandfluter- beleuchtung.

Downlights sowie 5 Varianten einer Wandfluter- beleuchtung. Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke 100 lx. Mittlere
Downlights sowie 5 Varianten einer Wandfluter- beleuchtung. Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke 100 lx. Mittlere
Downlights sowie 5 Varianten einer Wandfluter- beleuchtung. Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke 100 lx. Mittlere
Downlights sowie 5 Varianten einer Wandfluter- beleuchtung. Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke 100 lx. Mittlere

Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke

100

lx.

beleuchtung. Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke 100 lx. Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke 400 lx. Mit allen
beleuchtung. Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke 100 lx. Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke 400 lx. Mit allen

Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke

400

lx.

Mit allen hier vorgestellten Leuchten- typen wird eine Wandzone gleichmäßig ausgeleuchtet. Das gewünschte Beleuchtungsniveau läßt sich durch die Wahl der entsprechenden Lampen-lei- stung, des Leuchten- bzw. Wand- abstandes oder durch das problemlose Dimmen der Glühlampen bzw. Halo- genglühlampen genau planen.

Beim Einsatz von Wandflutern wird eine sehr gute Gleichmäßigkeit der Beleuchtungsstärke bei einem Verhält - nis Leuchten-! Wandabstand von 1:1 erreicht. Wenn das Verhältnis 1,5:1 überschritten wird, muß mit einer merklichen Verminderung der Gleich-

wird, muß mit einer merklichen Verminderung der Gleich- Aufbau-Wandfluter mit Streulinse und Schaufelreflektor 85
wird, muß mit einer merklichen Verminderung der Gleich- Aufbau-Wandfluter mit Streulinse und Schaufelreflektor 85

Aufbau-Wandfluter mit Streulinse und Schaufelreflektor 85 351 Bestückung 150 W PAR 38 Flood, E27. Leuchtenanordnung: Wandabstand 1,00 m, Leuchtenabstand 1,00 m.

Wandabstand 1,00 m, Leuchtenabstand 1,00 m. Strahler-Wandfluter mit Streulinse und Schaufelreflektor 77
Wandabstand 1,00 m, Leuchtenabstand 1,00 m. Strahler-Wandfluter mit Streulinse und Schaufelreflektor 77

Strahler-Wandfluter mit Streulinse und Schaufelreflektor 77 428 Bestückung 150 W PAR 38 Flood, E27. Leuchtenanordnung: Wandabstand 1,OOm, Leuchtenabstand 1,OOm.

Leuchtenanordnung: Wandabstand 1,OOm, Leuchtenabstand 1,OOm. Halogen-Wandfluter 77 487 Bestückung 150 W HAL, matt, E27.
Leuchtenanordnung: Wandabstand 1,OOm, Leuchtenabstand 1,OOm. Halogen-Wandfluter 77 487 Bestückung 150 W HAL, matt, E27.

Halogen-Wandfluter 77 487 Bestückung 150 W HAL, matt, E27. Leuchtenanordnung: Wandabstand 1,00 m, Leuchtenabstand 1,00 m.

mäßigkeit gerechnet werden. Der Ab- stand der Wandfluter zu der zu be- leuchtenden Wand kann zwischen 0,80 m und 1,20 m liegen, je nach Leuch- tentyp und Größe des gewünschten Beleuchtungsniveaus.

tentyp und Größe des gewünschten Beleuchtungsniveaus. Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke 250 lx. Mittlere

Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke

250 lx.

Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke 250 lx. Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke 250 lx. Mittlere

Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke

250

lx.

250 lx. Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke 250 lx. Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke 350 lx.

Mittlere vertikale Beleuchtungsstärke

350

lx.

Aufbau-Wandfluter und Strahler-Wandfluter Beide Wandfluter-Versionen erzielen ihre Wirkung mit Hilfe einer technisch vollkommen abgestimmten Kombi- nation aus PAR-Lampen der Leistungen 75W, 100W und 150 W/Flood, einer speziellen Streulinse und einem Schau- felreflektor. Während die Optik des Aufbau-Wandfluters winkelmäßig fixiert ist, läßt sich das System beim Strahler- Wandfluter beliebig neigen und drehen und erlaubt somit einen flexiblen Ein- satz.

Halogen-Wandfluter Der Halogen-Wandfluter hat ein Re- flektorsystem, das speziell auf die 150 W/220 V mattierte Halogenglühlampe abgestimmt ist. Der Halogen- Wandfluter braucht nicht geneigt zu werden, so daß er sich mit seiner strengen geometrischen Form hervor- ragend in jede Raumarchitektur einfügt.

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Westkunst Die Vorbereitung

Westkunst Die Vorbereitung Prof. Oswald M. Ungers, der Architekt der Ausstellung. Richard Hamilton und James Lee
Westkunst Die Vorbereitung Prof. Oswald M. Ungers, der Architekt der Ausstellung. Richard Hamilton und James Lee

Prof. Oswald M. Ungers, der Architekt der Ausstellung.

Richard Hamilton und James Lee Byars schauen angeregt in das Vorberei- tungschaos.

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Veranstalter:

Museen der Stadt Köln

Ausstellungs-

kommissar:

Kasper Koenig Laszlo Glozer Marcel Baumgartner

Architekt:

Oswald M. Ungers

Lichtplanung: Lichtdesign GmbH Hans T. v. Malotki Dr-Ing. H. Kramer

Prof. Hugo Borger und Prof. Oswald M. Ungers bei einer Planungsbespre- chung.

Heftige Diskussion über Lichtprobleme zwischen Gerhard Richter und Hans T von Malotki und Prof.Oswald M.Ungers.

Richter und Hans T von Malotki und Prof.Oswald M.Ungers. K G. Pontus Hultén, zu der Zeit

K G. Pontus Hultén, zu der Zeit Direk- tor des Centre Pompidou in Paris, und Kasper Koenig.

Direk- tor des Centre Pompidou in Paris, und Kasper Koenig. Daniel Euren bei der Installation seiner

Daniel Euren bei der Installation seiner Arbeit.

Koenig. Daniel Euren bei der Installation seiner Arbeit. Die erste große Ausstellung in der Ga- lerie
Koenig. Daniel Euren bei der Installation seiner Arbeit. Die erste große Ausstellung in der Ga- lerie
Koenig. Daniel Euren bei der Installation seiner Arbeit. Die erste große Ausstellung in der Ga- lerie
Koenig. Daniel Euren bei der Installation seiner Arbeit. Die erste große Ausstellung in der Ga- lerie

Die erste große Ausstellung in der Ga- lerie Schmela in Düsseldorf war von Joseph Beuys zu rekonstruieren.

Nach Abschluß der Vorbereitungen die obligate Pressekonferenz zur Eröff- nung.

Kasper Koenig, Laszlo Glozer und Karl Rohrberg stellen sich den Medien. In den nächsten Tagen liest man dann viel Zustimmung, aber auch einschrän- kende Kritik.

Das Gesamturteil wird sein — nach Schluß der Ausstellung — eine der be- deutendsten Kunstausstellungen, die wohl nach dem Kriege im westdeut - schen Raum durchgeführt worden ist.

Kriege im westdeut - schen Raum durchgeführt worden ist. Ulrich Rückriem und Kasper Koenig schieben Wände
Kriege im westdeut - schen Raum durchgeführt worden ist. Ulrich Rückriem und Kasper Koenig schieben Wände

Ulrich Rückriem und Kasper Koenig schieben Wände für die Ausstellung.

Sorgfältig in Kartons verpackt wird die Composition“ von Carl Andre in der großen Eingangshalle installiert.

Die Stadt Goslar verlieh Richard Serra im September 1981 den Kaiser-Ring. Richard Serra schleudert hier flüssiges Blei in Raumwinkel. Diese Arbeit wurde nach Beendigung der Ausstel- lung zerstört.

Einer der bedeutenden Väter der Pop- Art- Claes Oldenburg- beider Arbeit.

nach Beendigung der Ausstel- lung zerstört. Einer der bedeutenden Väter der Pop- Art- Claes Oldenburg- beider
nach Beendigung der Ausstel- lung zerstört. Einer der bedeutenden Väter der Pop- Art- Claes Oldenburg- beider

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Westkunst Ein Museum auf Zeit

Die Architektur und das Licht Prof. Hugo Borger, der Generaldirektor der Kölner Museen, hat in seinem Vor - wort zum Katalog der „Westkunst“ geschrieben:

„Es wird heute gern behauptet, der Ansturm auf die Museen sei ein Resul- tat der sich ausbildenden Freizeitge- sellschaft. Sogar von der Pervertierung des Museumsgedankens ist vor die- sem allgemeinen Hintergrund die Rede. Wer dies behauptet, übersieht, daß schon die großen Kölner Ausstel- lungen am Anfang unseres Jahrhun- derts Bevölkerungszuströme auslösten. Aus unserer Sicht liegt in der Tatsache,

auslösten. Aus unserer Sicht liegt in der Tatsache, 36 Die Lichtplanung kam mit relativ wenig Leuchtenmodellen
auslösten. Aus unserer Sicht liegt in der Tatsache, 36 Die Lichtplanung kam mit relativ wenig Leuchtenmodellen

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auslösten. Aus unserer Sicht liegt in der Tatsache, 36 Die Lichtplanung kam mit relativ wenig Leuchtenmodellen
auslösten. Aus unserer Sicht liegt in der Tatsache, 36 Die Lichtplanung kam mit relativ wenig Leuchtenmodellen
auslösten. Aus unserer Sicht liegt in der Tatsache, 36 Die Lichtplanung kam mit relativ wenig Leuchtenmodellen
Die Lichtplanung kam mit relativ wenig Leuchtenmodellen aus. Es wurden drei Typen von Wandflutern eingesetzt
Die Lichtplanung kam mit relativ wenig
Leuchtenmodellen aus. Es wurden drei
Typen von Wandflutern eingesetzt —
Halogenwandfluter an der Stromschie-
ne sowie Wandfluter mit Linse und
Kickreflektor für die PAR 38-Lampe und
Einbauwandfluter mit Allgebrauchs-
lampe. Dazu kamen Downlights und
Spotlights für freistehende Skulpturen.
Für die Grundbeleuchtung wurde eine
Lichtdecke mit Leuchtstofflampen ein-
gesetzt, auf die die Stromschienen für
die Strahler montiert waren. Es wurde
von Fall zu Fall entschieden, welche
Leuchten und in welcher Kombination
eingesetzt wurden. Die Entscheidung
wurde von den Lichtplanern in Zusam-
menarbeit mit den Ausrichtern der Aus-
stellung gefällt.
Stromschienen
Wallwasher, 150 W, Halogen,
E27
Einbau-Downlight, 100 W,
A-Lampe, imatt
Einbau-Wallwasher, 100 W,
A-Lampe, imatt
Wallwasher, 100 W, PAR 38,
Flood
Spotlight, 100 W, PAR 38,
Spot/Flood
Reflektor-Leuchten, Emaille,
breitstrahlend, 500/1000 W,
A-Lampe, E40
Indirekt abstrahlende Rohr
leuchten für Leuchtstofflampen
Velum mit freistrahlenden
Leuchtstofflampen, weiß,
Warmton deluxe.

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Westkunst Die Ausstellungs- eröffnung

Westkunst Die Ausstellungs- eröffnung daß die Museen und die von den Museen konzipierten Ausstellungen inzwischen wieder

daß die Museen und die von den Museen konzipierten Ausstellungen inzwischen wieder weite Kreise der Bevölkerung zu mobilisieren vermögen, eine der großen Leistungen des jün- geren Museumswesens. Unter diesem Aspekt war die Ausstellung ‚West- kunst‘ vor allem zu sehen. - Neben dem Erlebnis der Gegenwartskunst auch Wissen über die Kunst der Gegenwart zu vermitteln, das Entste- hen, Wachsen, sich Verändern, Konti- nuität und Widerspruch in der Kunst zwischen 1939 und 1972 darzustellen und zu beschreiben und somit Kennt - nisse der Bedingungen zu vermitteln, unter denen Kunst entstand und ent- steht.“ Eine Ausstellung steht und fällt mit der Präsentation der Kunstwerke. Prof. Oswald M. Ungers hat einen von der üblichen Messepraxis abgesetzten, autonomen, architektonischen Rahmen dafür geschaffen, der in seiner rationa- listischen Einfachheit „den Bildern läßt, was der Bilder ist“. Damit hat er sich an die Zielsetzung der Ausstellungsmacher gehalten, durch eine extreme Zurückhaltung der inszenatorisch-darstellerischen Mittel die Vermischung der Methoden von Kunst und Rezeption zu vermeiden, da- mit ein möglichst direkter Kontakt zum Werk entstehen konnte. Zu seinem Entwurf für die Ausstellung „Westkunst“ hat Oswald M. Ungers geschrieben:

„Die räumliche und konstruktive Hülle für die Ausstellungsfläche war vorge- geben. Sie bestand aus drei Messe- hallen und einem Stützenraster von 6 x 6 m. Der Grundriß für das‚ Museum

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von 6 x 6 m. Der Grundriß für das‚ Museum 38 auf Zeit‘ war der Versuch,
von 6 x 6 m. Der Grundriß für das‚ Museum 38 auf Zeit‘ war der Versuch,

auf Zeit‘ war der Versuch, diese Vor - gaben gestalterisch umzusetzen. Hier- bei kam es vor allem darauf an, einen Raumeindruck zu schaffen, der sich wesentlich von der üblichen Ausstel- lungs- und Messearchitektur unter- scheidet. Es sollte eine in sich schlüs- sige und eigenständige Raummor - phologie in dem vorgesehenen Rah- men entstehen. Die räumliche Verwandlung des Grund- risses vollzieht sich in einer morpholo- gischen Abfolge von gleichwertigen Kabinetten (4-Stützen-Säle) für histo- rische Positionen der Ausstellung über individuelle Poché-Räume für spezielle Präsentationen zu den beiden Aus- stellungssälen - dem Säulensaal des Eingangs und dem hierzu antitheti- schen ‚labyrinthischen‘ Saal - bis schließ- lich zur Ausstellungshalle mit einer fle- xiblen Nutzung für Kunst heute. Dieses Spektrum der räumlichen Ab- folge, die sich aus dem Prinzip des dia- lektischen Gegensatzes erklärt, er - möglicht auch eine den Objekten und Inhalten angemessene Nutzung der einzelnen Bereiche. Die Unterschied- lichkeit der Themen wird zum Prinzip des Plans selbst und damit gleichzeitig zum Modell für das räumliche Konzept eines Museums, das auf begrenzte Zeit erfahrbar wird.“

Licht für die Westkunst-Ausstellung zu planen, deren Spannweite und Umfang (800 Objekte, 10000 m2 Fläche) so reich gefächert war wie die Kunst der letzten 40 Jahre und dabei individuell auf jedes Kunstwerk mit seinem tota- len Anspruch einzugehen, abzuwägen

mit seinem tota- len Anspruch einzugehen, abzuwägen wieviel Licht aus dem Kunstwerk kom- men muß und
mit seinem tota- len Anspruch einzugehen, abzuwägen wieviel Licht aus dem Kunstwerk kom- men muß und

wieviel Licht aus dem Kunstwerk kom- men muß und wieviel Licht auf das Kunstwerk treffen soll, war unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten prak- tisch nicht möglich. Es war klar, daß der Besucher durch die Kunst einem permanenten intellek- tuellen Wechselbad ausgesetzt sein würde und im Sinne des Ungerschen Architekturkonzeptes die Beleuchtung, neben ihrer Primärfunktion genug Licht zum Sehen zu schaffen, visuelle Ruhe vermitteln, quasi ein kontemplatives Lichtklima schaffen mußte. Diese vi- suelle Konstanz wurde erreicht durch eine alles überspannende Lichtdecke. Ein Velum wurde zwischen die die

überspannende Lichtdecke. Ein Velum wurde zwischen die die Die Diffusität der Lichtdecken sorgte gleichfalls für die

Die Diffusität der Lichtdecken sorgte gleichfalls für die vertikale Beleuch- tungsstärke, die für die Betrachtung von Kunstwerken auf vertikalen Flächen notwendig ist, sie lag, den ICOM-Empfehlungen folgend, zwi- schen 150 und 180 Lux vertikal. Durch das Wegschalten der Leucht- stofflampen in den Wandbereichen konnte in solchen Räumen, wo aus konservatorischen Gründen die Be- leuchtungsstärke zurückgenommen werden mußte, ohne Störung des visu- ellen Gesamteindruckes die vertikale Beleuchtungsstärke auf 60-80 Lux zurückgenommen werden. Die diffuse Beleuchtung, als die Aus-

stellung in ihrer Gesamtheit zusammen- fassendes visuelles Grundthema, durf- te natürlich nicht das einzige Mittel der Beleuchtung bleiben, denn dies hätte sicherlich zu einer ermüdenden Mono- tonie geführt, die einen Führungsrund- gang von mindestens 2,5 Stunden zu einer „tour de force“ gemacht hätte. Es galt, durch vorsichtiges Setzen von Akzenten auf Skulpturen oder solchen Bildern, deren „Lichtinhalt“ eine ande- re spektrale Zusammensetzung des Lichtes erfordern, atmosphärische Ab- wechslung in die Szene zu bringen.

Da bei Ausstellungen bis zur letzten Minute vor der Eröffnung geändert

bis zur letzten Minute vor der Eröffnung geändert Stützenteilung aufnehmenden „Unter - züge‘ gespannt.
bis zur letzten Minute vor der Eröffnung geändert Stützenteilung aufnehmenden „Unter - züge‘ gespannt.
bis zur letzten Minute vor der Eröffnung geändert Stützenteilung aufnehmenden „Unter - züge‘ gespannt.
bis zur letzten Minute vor der Eröffnung geändert Stützenteilung aufnehmenden „Unter - züge‘ gespannt.

Stützenteilung aufnehmenden „Unter - züge‘ gespannt. Dadurch wurden ruhi- ge, quadratische, architekturbezogene Lichtflächen geschaffen, deren Kontu- ren durch die über dem Velum liegen- den, freiabstrahlenden Leucht- stofflampen der Lichtfarbe weiß deluxe (4000 K> durch Licht nachgezogen wurden. Dadurch wurde die ruhige, graphische Wirkung der Deckenflächen unterstrichen. Die diffusierende Wir- kung des Velums sorgte für eine fast gleichmäßige Ausleuchtung der Flächen und gab ihnen jene psycholo- gische Transparenz, die notwendig war, um den relativ niedrigen Räumen die lastende Wirkung zu nehmen.

Trotz der Menschenmengen, die bei der Eröffnung sich drängten, war das Urteil über die Auswahl der Kunstwer - ke schon am ersten Abend durchweg positiv. Viele Bilder aus Privatbesitz sah

man zum erstenmal seit Jahren wieder in der Öffentlichkeit.

Abend durchweg positiv. Viele Bilder aus Privatbesitz sah man zum erstenmal seit Jahren wieder in der

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Westkunst Die Kunstbetrach- tung

Westkunst Die Kunstbetrach- tung Kritisch bemerkt wurde, daß in der Ausstellung, die doch die Kunst nach
Westkunst Die Kunstbetrach- tung Kritisch bemerkt wurde, daß in der Ausstellung, die doch die Kunst nach

Kritisch bemerkt wurde, daß in der

Ausstellung, die doch die Kunst nach

1939

zeigen wollte, die Zeit zwischen

1970

und 1980 fehlte. Geldmangel und

Platzmangel war die Begründung, aber Besucher und Fachleute waren mit die- ser Erklärung nicht zufrieden.

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wird, Kunstwerke miteinander in Bezug gesetzt werden, der erst im fertigen Raum inszeniert werden kann, wurden weiße Stromschienen als Quadrate oder im richtigen Abstand der Wand- abwicklung folgend, unterhalb der Lichtdecken, angeordnet.

Diese Stromschienen gestatteten uns, eng- oder breitstrahlende Strahler oder Wandfluter unterschiedlicher Lei- stungsstufen den Kunstwerken, zusam- men mit den Ausstellungsmachern, zu- zuordnen, und wenn auch nicht für jedes Kunstwerk optimal, so doch in etwa auf die Bildstimmung, die Tex- turen und Farben einzugehen.

auf die Bildstimmung, die Tex- turen und Farben einzugehen. Nur so war es möglich, z. B.
auf die Bildstimmung, die Tex- turen und Farben einzugehen. Nur so war es möglich, z. B.

Nur so war es möglich, z. B. das Licht, das den Bildern eines Max Beckmann innewohnt, trotz des neutralen, diffu- sen Lichtklimas der Leuchtstofflampen hervorzuholen, oder jene fast mysti- sche Aura der Bilder eines Barnett Newman zur Wirkung kommen zu las- sen. Einige der installierten Stromschie- nen haben wir letztendlich nicht be- nutzt, weil wir bei tagelangen Proben entdecken mußten, daß oft für manche Kunstwerke „weniger mehr ist“ und das Auge trotz geringer Beleuchtungs- stärken besser sensibilisiert wird. Hinzu kam, daß durch die starke Betonung der warmen Farbtöne durch das Glüh- lampenlicht einige Kunstwerke in ihrer

durch das Glüh- lampenlicht einige Kunstwerke in ihrer Hin und wieder kann man auch mit der
durch das Glüh- lampenlicht einige Kunstwerke in ihrer Hin und wieder kann man auch mit der

Hin und wieder kann man auch mit der modernen Kunst spielen, wie hier zum Beispiel Pingpong.

Gesamtfarbwirkung und in ihrer Stim- mung stark verfälscht würden. Die visuelle Ruhe, die das Beleuch- tungssystem der Westkunst ver - mittelte, kam nicht zuletzt dadurch zustande, daß die diffusen Lichtdecken tageslichtähnlich flächig wirkten, keine Einsicht in Beleuchtungskörper ge- währten — die Downlights und Wall- washer in den sich verengenden und niedrigeren Zwischenräumen der 4- Stützen-Säle einen spürbaren Wechsel des Lichtklimas bei guter Abschirmung der Lichtquelle bewirkten und die ein- gesetzten Strahlerleuchten und Wand- fluter unprätentiös und einfach in ihrer Gestalt waren, dort wo notwendig, den

und einfach in ihrer Gestalt waren, dort wo notwendig, den Kunstwerken in ruhiger Anordnung zugeordnet wurden
und einfach in ihrer Gestalt waren, dort wo notwendig, den Kunstwerken in ruhiger Anordnung zugeordnet wurden

Kunstwerken in ruhiger Anordnung zugeordnet wurden und die indirekte Beleuchtung der Giebel räume in Form von Rohrleuchten mit integrierten Stromschienen die Räume ent- sprechend ihrer architektonischen Absicht auch lichttechnisch „er- höhten“. Lichtgestaltung für Museen ist keine Aufgabe für diejenigen, die keine Zeit haben, um zu sehen, sich mit den aus- zustellenden Kunstwerken auseinan- derzusetzen. Bei aller Flexibilität und Schnelligkeit der Montage, die heutige elektrische Systeme für Beleuchtungs- zwecke bieten, bedarf es immer des subtilen Eingehens auf das zu beleuch-

bedarf es immer des subtilen Eingehens auf das zu beleuch- tende Objekt und des Hervorholens der
bedarf es immer des subtilen Eingehens auf das zu beleuch- tende Objekt und des Hervorholens der
bedarf es immer des subtilen Eingehens auf das zu beleuch- tende Objekt und des Hervorholens der

tende Objekt und des Hervorholens der dem Kunstwerk innewohnenden Inhal- te.

Einer geschmäcklerischen, sogenann- ten effektvollen, planlosen Anstrahlung von Objekten muß hier nicht nur aus konservatorischen Gründen der Kampf angesagt werden. Es gilt, sich dem reichhaltigen Angebot an Lichtquellen und Leuchten unterschiedlicher Lei- stung, Lichtverteilung und spektraler Energieverteilung sinnvoll zu bedienen und die Möglichkeiten der feinen licht- technischen Differenzierung und Nuan- cierung, die das Angebot der Industrie bietet, zu nutzen.

cierung, die das Angebot der Industrie bietet, zu nutzen. Nicht zuletzt sollte erwähnt sein, daß in
cierung, die das Angebot der Industrie bietet, zu nutzen. Nicht zuletzt sollte erwähnt sein, daß in

Nicht zuletzt sollte erwähnt sein, daß in einem Museum oder in einer Aus - stellung lichttechnische Werkzeuge möglichst unauffällig, zurückhaltend und geordnet eingesetzt werden müs- sen, damit die individuelle Erfahrung am Gegenständlichen, die das Verhält- nis zwischen einer in das Bewußtsein dringenden Vorstellung und den sie begleitenden Gefühlselementen modi- fiziert, in den Hintergrund tritt oder gänzlich ausgeschaltet wird, sobald es sich um die Betrachtung eines Kunst- werkes handelt.

Hans T. von Malotki

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Westkunst Die Kunst

Westkunst Die Kunst Westkunst war weder eine historische Ausstellung noch eine strenge „Retro- spektive“. Unsere

Westkunst war weder eine historische Ausstellung noch eine strenge „Retro- spektive“. Unsere Fragestellung hieß vielmehr: Wenn wir heute für die Gegenwartskunst eine große, enga- gierte Ausstellung konzipieren wollen, wie weit müssen wir zurückblicken:

Wo beginnt die „zeitgenössische Kunst“ unserer Jahre?

Wir hätten so beginnen können, wie es nach unzähligen Darstellungen der neueren Kunst erwartet wird: 1945. Kunst nach dem Krieg. Dies assoziiert einen Neubeginn: Kunst nach der Stun- de Null. In dieser Frage wollten wir ausdrücklich und repräsentativ Geschichtsbewußtsein demonstrieren. Die Entscheidung, mit 1939, dem Beginn des Krieges, zu beginnen, er- wies sich für die Ausstellung als außer- ordentlich fruchtbar. Für Kunst und Künstler der Moderne beginnen mit jener chaotischen Zeit die Schicksalsjahre einer folgenreichen Umorientierung.

Der Titel der Ausstellung hat als Schlagwort provozierend gewirkt.

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„Westkunst“ ist, so wie diese Formel von uns verstanden wurde, keine von der Politik abhängige Kunstdemon- stration, sondern eine aufs kontroverse Schlagwort gebrachte Zusammenfas- sung: Sie bezeichnet in geographischer Definition jene radikale Kunst, die sonst mit unterschiedlichen Beinamen als Avantgarde-Kunst angesprochen wird. Die Ausstellung, die den Zusammen- hang von moderner Kunst und Zeit- geschichte einmal jenseits der Stile und Ismen nachzuweisen suchte, be- gann mit einem „Panorama 1939“. Das Drama der Moderne zeigt sich intensiv am Spätwerk jener „Klassiker“, die

zeigt sich intensiv am Spätwerk jener „Klassiker“, die durch politische Ereignisse betroffen wurden. Es zeigt sich,
zeigt sich intensiv am Spätwerk jener „Klassiker“, die durch politische Ereignisse betroffen wurden. Es zeigt sich,
zeigt sich intensiv am Spätwerk jener „Klassiker“, die durch politische Ereignisse betroffen wurden. Es zeigt sich,

durch politische Ereignisse betroffen wurden. Es zeigt sich, daß Paul Klee, Kandinsky, Schwitters und Beckmann in ihrem Spätwerk auf die Herausfor- derung der neuen Situation spontan und höchst überraschend reagieren. Dies gilt in besonderer Weise für Mon- drian im New Yorker Exil. Die Emi- gration vieler bedeutender Künstler aus Deutschland und Frankreich nach Amerika bewirkt, daß sich New York

zum lebendigsten Kunstzentrum dieses Zeitabschnitts entwickelt.

Im zweiten Hauptteil der Ausstellung wurde die neue Kunst in Europa und in den USA mit Werkgruppen und in monographischen Einheiten vorge- stellt: Fautrier, Dubuffet, die frühe Akti- vität der Gruppe COBRA neben Wols und Giacometti in Paris; auf der ande- ren Seite in New York: Gorky, De Kooning, Still und - raumgreifend -die Entwicklung von Pollock. Auch die dokumentarische Verarbeitung bezog sich auf den Entstehungszusammen- hang und blieb in Werkstattnähe. Vor dem Hintergrund der fünfziger

blieb in Werkstattnähe. Vor dem Hintergrund der fünfziger Jahre zeigte und überprüfte die Aus- stellung die
blieb in Werkstattnähe. Vor dem Hintergrund der fünfziger Jahre zeigte und überprüfte die Aus- stellung die
blieb in Werkstattnähe. Vor dem Hintergrund der fünfziger Jahre zeigte und überprüfte die Aus- stellung die

Jahre zeigte und überprüfte die Aus- stellung die „Abstrakte Kunst als Welt- sprache“: Wie aus den Einzelleistun- gen genialer Außenseiter eine Aka- demisierung der Avantgarde abgeleitet

wurde, wie die öffentliche Geltung der informellen, tachistischen, abstrakt- expressionistischen Kunst institutio- nalisiert wurde. Die „Galerie“ aus die- sem Bereich ist ein Beitrag zur Wir- kungsgeschichte der Moderne gegen Ende der fünfziger Jahre, während die Präsentation des internationalen Wett- bewerbs für das „Denkmal des unbe- kannten politischen Gefangenen“ den Beginn des Jahrzehnts im Schatten des kalten Krieges vergegenwärtigte. Aber auch andere Aspekte der Kunst in den fünfziger Jahren wurden in intensiven Ausschnitten vorgestellt: Francis Bacons Variationen über „Van Gogh auf dem Weg zur Arbeit“ repräsen-

über „Van Gogh auf dem Weg zur Arbeit“ repräsen- tieren die figurative Kunst zur Zeit der

tieren die figurative Kunst zur Zeit der Abstraktion, reflektieren aber auch die noch wirksame existentialistische Hal- tung der Nachkriegszeit.

Mit dem Stichwort „Ausstieg aus dem Bild“ wurde die Wende gegen 1960 angezeigt. Happening‘ Fluxus. Aktio- nismus sind die extremen Ausdrucks- formen der allgemeinen Veränderung künstlerischer Arbeit, die in diesem

Veränderung künstlerischer Arbeit, die in diesem dritten Hauptteil der Ausstellung kon- zentriert vorgeführt

dritten Hauptteil der Ausstellung kon- zentriert vorgeführt wurden. Der Eng- länder Hamilton und die Amerikaner Rauschenberg und Johns bilden den Auftakt für jene sechziger Jahre, für die neue Techniken, Materialien, Metho- den, die Manipulation und das Öffnen des Bildes zum Objekt repräsentativ scheint. Das optimistische Jahrzehnt wird in seinen Kontrasten begriffen und dargestellt. Wiederum sind es Werk- gruppen von einzelnen Künstlern, die den Vorzug vor stilistischen Übersich- ten erhalten. Das Werk des früh ver- storbenen Yves Klein wurde in sei- ner Vielfalt exemplarisch präsentiert, ebenso wurden etwa Oldenburgs „The

Store“ und Warhols „Disaster“-Bilder gezielt herausgehoben, nicht aber „Nouveau Réalisme“ und „Pop Art“ in Breite gezeigt.

Der Mai-Revolte 1968 in Paris ging auch in der Kunst eine Bewußtseins- änderung voraus. Die „Neue Sensibi- lität“, die Neigung zur Geste, Selbst- prüfung, Reflektion der Kunst, Ent- materialisierungen, Verweigerungen, die Suche nach Mythen und nach Mythos, eine neue Fähigkeit, sich zu engagieren‘ charakterisiert die Kunst- wende. In unserer Ausstellung wurden dafür Werke aus dem Umkreis der „Arte povera“ und die Rekonstruktion

der ersten Galerieausstellung von Beuys herausgehoben. Hier wurden Perspektiven von künstlerischen Hal- tungen und Methoden aufgezeigt, die erst Mitte der 70er Jahre in einer brei- ten und oft spektakulären Entfaltung zum Tragen kamen. Es ging uns darum, diese Wurzeln in ihrer Aktualität offen- zulegen.

Es war für uns selbstverständlich, daß eine Bestandsaufnahme - in unserem Fall von drei Jahrzehnten zeitgenös- sischer Kunst seit 1939 - nur aus der Auseinandersetzung mit der jetzt ent- stehenden Kunst heraus produktiv sein kann. Deshalb ergänzten wir die

Kunst heraus produktiv sein kann. Deshalb ergänzten wir die WESTKUNST durch die Ausstellung HEUTE, einer Momentaufnahme
Kunst heraus produktiv sein kann. Deshalb ergänzten wir die WESTKUNST durch die Ausstellung HEUTE, einer Momentaufnahme
Kunst heraus produktiv sein kann. Deshalb ergänzten wir die WESTKUNST durch die Ausstellung HEUTE, einer Momentaufnahme

WESTKUNST durch die Ausstellung HEUTE, einer Momentaufnahme mit Beiträgen von 32 Künstlern.

Prof. Kasper Koenig

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Abgependeltes

Licht

Abgependeltes Licht Die Holländer sind bekannt als kluge und sparsame Kaufleute mit einem aus- geprägten

Die Holländer sind bekannt als kluge und sparsame Kaufleute mit einem aus- geprägten Wirtschaftlichkeitsdenken.

Die auf diesen Seiten vorgestellten An- lagen sind alle in Holland installiert und zeichnen sich durch einige gemeinsa- me Merkmale aus: Immer sind die Be- leuchtungsanlagen abgependelt. Sie machen sich die Tatsache zunutze, daß Licht im Quadrat der Entfernung ab- nimmt bzw. zunimmt. Dadurch wird ei- ne signifikante Verbesserung der Wirt- schaftlichkeit erreicht, denn die instal- lierte Leistung pro Quadratmeter kann so niedriger gehalten werden.

Die vorgestellten Beispiele sind sehr unterschiedlich. Ein Ausstellungsraum für Schmuck, zwei unterschiedliche Büroräume und ein Farbmusterungs- raum wurden ausgewählt. Es wurden Monopollschienen mit Domotec-Strah- lern eingesetzt, Visionair-Leuchten und Mastertube-Leuchten. Die Visionair- Leuchten strahlen direkt-indirekt ab, die Mastertube-Leuchten direkt und natür - lich die Strahler auch.

Für die Planung dieser Anlagen war ERCO Lighting Nederland verantwort- lich.

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Anlagen war ERCO Lighting Nederland verantwort- lich. 44 In einigen Bereichen wurden unter die Stromschienen noch

In einigen Bereichen wurden unter die Stromschienen noch Mastertube-Rohre gehängt.

Drijfhout, Nes, Amsterdam, Schmuckgroßhandel/. An Metallprofilen abgehängte Mono- poll-Stromschienen mit Logotec- Strahlern. Architekt: Irem Fontein, Amsterdam.

Die abgependelte Monopoll-Strom- schienen-Konstruktion hängt unter ei- nem Lichtgewölbe und ist an Oberzü- gen befestigt.

An der Stromschiene sind Logotec- Strahler montiert, die mit RAR 38-Lam- pen bzw. Niedervoltlampen bestückt sind.

mit RAR 38-Lam- pen bzw. Niedervoltlampen bestückt sind. Elsevier, Sloterdijk, Amsterdam, Verlagsgesellschaft.
mit RAR 38-Lam- pen bzw. Niedervoltlampen bestückt sind. Elsevier, Sloterdijk, Amsterdam, Verlagsgesellschaft.

Elsevier, Sloterdijk, Amsterdam, Verlagsgesellschaft. Visionair-Leuchten an Pendeln. Architekt: Büro Half und Mulder, Amsterdam.

Visionair-Leuchten an Pendeln in direkt- indirekt abstrahlender Ausführung be- leuchten diese Büroarbeitsplätze.

Ausführung be- leuchten diese Büroarbeitsplätze. Der Büroraum ist mit einigen Compu- terterminals bestückt,
Ausführung be- leuchten diese Büroarbeitsplätze. Der Büroraum ist mit einigen Compu- terterminals bestückt,
Ausführung be- leuchten diese Büroarbeitsplätze. Der Büroraum ist mit einigen Compu- terterminals bestückt,

Der Büroraum ist mit einigen Compu- terterminals bestückt, die eine beson- dere Anforderung an die Qualität des Lichtes im Sinne der Reflexblendungs - freiheit stellen.

des Lichtes im Sinne der Reflexblendungs - freiheit stellen. Auf diesem Foto kann man sehr gut

Auf diesem Foto kann man sehr gut die Anordnung der Visionair-Leuchten und ihre Wirkung auf den Arbeitsplatz sehen. Der Bildschirm des Computer- Terminals ist reflexblendungsfrei.

und ihre Wirkung auf den Arbeitsplatz sehen. Der Bildschirm des Computer- Terminals ist reflexblendungsfrei. 45

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Farben sehen ist die wichtigste Sehauf- gabe in diesem Unternehmen. Farb- proben müssen verglichen werden,

Farben sehen ist die wichtigste Sehauf- gabe in diesem Unternehmen. Farb- proben müssen verglichen werden, und Ausfallmuster auf den Tischen brauchen die gleiche Lichtqualität wie die Farbproben an den Wänden. Um eine optimale Qualität zu erreichen, braucht man neben hervorragenden Farbwiedergabeeigenschaften auch sehr hohe Beleuchtungsstärken, die durch das abgependelte Karree über dem Besprechungstisch erreicht wer- den.

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Karree über dem Besprechungstisch erreicht wer- den. 46 Sikkens, Leiden und Sassenheim, Farbenlieferant Hochkant
Karree über dem Besprechungstisch erreicht wer- den. 46 Sikkens, Leiden und Sassenheim, Farbenlieferant Hochkant

Sikkens, Leiden und Sassenheim, Farbenlieferant Hochkant abgehängte Mastertube. Architekt: A. van Ruiten.

Senkrecht gestellte Mastertuberohre sieht man sicherlich selten. Sie sind hier so aufgehängt, um optimales Licht zu geben zur Beurteilung von Farb- feldern.

optimales Licht zu geben zur Beurteilung von Farb- feldern. R.B.C., Keizersgracht, Amsterdam, Bank Mastertube und

R.B.C., Keizersgracht, Amsterdam, Bank Mastertube und Monopol!. Architekt: Büro Veenendaal + Bos, Amsterdam.

und Monopol!. Architekt: Büro Veenendaal + Bos, Amsterdam. Die niedrigen Leuchtdichten der Mastertube-Reflektoren

Die niedrigen Leuchtdichten der Mastertube-Reflektoren wirken sich wohltuend auf den Sehkomfort aus.

Mastertube-Rohre, die durch Monopoll- Rohre verbunden sind, laufen sauber auf die Stütze im Raum zu. Um aus diesem Altbau ein modernes Büro zu machen, wurde auch hier die Beleuch- tung abgehängt‘ wobei man die Stüt- zen als Bezugslinien wieder aufnahm.

zu machen, wurde auch hier die Beleuch- tung abgehängt‘ wobei man die Stüt- zen als Bezugslinien
zu machen, wurde auch hier die Beleuch- tung abgehängt‘ wobei man die Stüt- zen als Bezugslinien
zu machen, wurde auch hier die Beleuch- tung abgehängt‘ wobei man die Stüt- zen als Bezugslinien
zu machen, wurde auch hier die Beleuch- tung abgehängt‘ wobei man die Stüt- zen als Bezugslinien

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Lichtinformationen und Nachrichten

Einen Anstieg des Stromverbrauchs in der öffentlichen Versorgung um 1,3 ~/o auf rund 307 Mrd. kWh meldete für 1980 die Vereinigung Deutscher Elek- trizitätswerke (VDEW). Das niedrigere Wirtschaftswachstum und der Produk - tionsrückgang in der stromintensiven Grundstoffindustrie werden als Gründe für den geringen Zuwachs angegeben.

Der Lichtplaner Edison Price, mit dem ERCO eng zusammenarbeitet, wurde mit der Medaille des American Institute of Architecture geehrt. Die Auszeich- nung wurde in Anerkennung seiner Ver - dienste um die Integration der Be- leuchtung in die Architektur verliehen.

Marcel Breuer, Architekt und ehemali- ger „Bauhaus“-Meister ist im Alter von 79 Jahren in New York verstorben. Das UNESCO-Gebäude in Paris und das Whitney-Museum of Modern Art zählen zu seinen bekanntesten Bauwerken. Während seiner „Bauhaus“-Zeit hatte Breuer die legendären Stühle aus ge- bogenen Stahlrohren entworfen.

Josef Beuys, der als „Mann mit dem Filzhut weltbekannte Künstler, signierte im Rahmen der Vernissage „Werbung als Kunst“ in der Düsseldorfer Galerie Denise René - Hans Mayer eine dop- pelseitige Anzeige der Firma ERCO. Eine Jury von sieben Kultur-Redakteu- ren sowie dem Galeristen Hans Mayer hatte aus über 400 Anzeigen, Plakaten und Dia-Präsentationen u. a. zwei ERCO Anzeigen ausgewählt. Auf eine davon schrieb Beuys folgenden Kom- mentar: „Mein ganzes Leben war Wer- bung, aber man sollte sich einmal dafür interessieren, wofür ich geworben habe.“

Die deutsche Elektroindustrie behaup- tete trotz des Wettbewerbsdrucks im Jahre 1980 ihre internationale Spitzen- stellung. Auf den Auslandsmärkten wurden Elektroerzeugnisse im Wert von 39,8 Mrd. DM abgesetzt, der Ge- samt-Produktionswert stieg um 8,5 O/~ auf 92,3 Mrd. DM.

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Für freifinanzierte Miet- und Eigen- tumswohnungen müssen in Groß- städten mit mehr als 500 000 Einwoh- nern z. Z. Mietpreise von durchschnitt- lich DM 10,60 pro Quadratmeter ohne Nebenkosten bezahlt werden. Die Mie- ten sinken im Umland der Großstädte um bis zu 6 %dieser Werte. Viele Mie- ter zahlen bereits heute fast ein Drittel ihres Nettoeinkommens als Wohnungs- miete. Diese Zahlen, die allerdings nicht auf einer repräsentativen Umfra- ge beruhen, verlauteten aus dem Bun- desbauministerium.

Der Designer Emilio Ambasz, der zu- sammen mit Giancarlo Piretti für ERCO die Strahlerserie Logotec gestaltete, ist in Amerika anläßlich der 100. Jahres - tagung der Architectural League zum Präsidenten dieser Vereinigung von Architekten, Künstlern und Designern ernannt worden.

Der Deutsche Ladenbau-Verband teil- te mit, daß diese Branche, die 1980 etwa 800 Mio. DM umsetzte, unter Kostendruck gerät. In besonderem Maße schlägt die Preissteigerung für Stahl, von der seit Anfang des Jahres ein Anstieg um 25 %verzeichnet wur - de, zu Buche.

Während des Kongresses DESIGN ‘81, der von drei internationalen Ver - bänden in Helsinki durchgeführt wurde, zeigte die Firma ERCO auf Einladung des Organisationskomitees eine Multi- vision zum Thema „Management und Design“ Zusätzlich präsentierte der Kommunikations-Designer Horst H. Baumann mit finanzieller Unterstützung von ERCO und dem finnischen Ver- triebs-partner Thömte sein Laser- LandscapeProjekt. Die Vorführungen stellten zugleich die erste Laser-Projek- tion im Freien in Skandinavien dar und wurden von den Medien wie aber auch von den Einwohnern Helsinkis mit großer Aufmerksamkeit bedacht.

Für den Gestaltkreis im BDI (Bundes- verband der Deutschen Industrie), ein

Arbeitskreis zur Förderung des Designs in der Industrie, wurde Klaus J. Maack zum stellvertretenden Vorsitzenden ge- wählt. Der Vorsitzende dieses Gremi- ums ist Dr. Arend Oetker, der auch Vor- sitzender des Internationalen Design- Zentrums in Berlin ist. Die Wahl fand am 11. Juni 1981 statt.

Die Gesellschafterversammlung der Rosenthal Porzellan- und Glas AG wählte am 10. Juli 1981 Klaus J. Maack, Geschäftsführer der ERCO Leuchten GmbH, zum Mitglied des Aufsichtsrates.

Die Hochschule für Gestaltung in Ulm, die nach dreizehnjährigem Bestehen im Jahre 1968 geschlossen wurde, soll im Berliner Bauhaus-Archiv ihr museales Nachleben finden. Die Materialien und Archiv-Bestände, auf deren Gewinn das Berliner Institut hofft, sollen 1985 in einer Ausstellung präsentiert werden.

Die Logotec-Strahlerserie. die von Emilio Ambasz und Giancarlo Piretti gestaltet wurde, ist erneut ausge- zeichnet worden. Die amerikanische Fachzeitschrift lndustrial Design hat die Produkte für würdig befunden, in das jährlich von dieser renommierten Publi- kation veröffentlichte Jahrbuch „Desi- gner‘s Choice“ aufgenommen zu wer - den. Die Jury traf ihre Entscheidung aufgrund „der außergewöhnlichen Funktionalität, Ästhetik und Qualität des Designs“.

Im Lichtbericht 12 hatte sich in dem Artikel über Regelbausteine auf Seite 33 ein Druckfehler eingeschlichen. Fäl- schlicherweise wurde von „H-Siche- rungen“ gesprochen‘ richtig muß es „L-Sicherungen“ heißen. Wir bitten um Entschuldigung.

Monopoll-

System

Das Monopoll-Lichtsystem vervollstän- digt Monopoll-Stromschienen und Monopoll-Standsystem. Alle Teile sind untereinander austauschbar bzw. er- gänzen sich gegenseitig. Die 50-mm- Monopoll-Stromschiene wird durch Quer-, Längs- und Strukturverbinder mit Leuchteneinheiten für Leuchtstoff- lampen, Glühlampen oder Halogen- lampen zur dreidimensionalen Licht- struktur. Das Rohr mit 50 mm Außen- durchmesser ermöglicht elegante, leich- te Substrukturen, die sich unauffällig den jeweiligen räumlichen Gegeben- heiten anpassen lassen und trotzdem, geplant eingesetzt, gezielt Beleuch- tungsaufgaben wahrnehmen können.

Der Aufbau von Strukturen basiert auf einem Rastermaß von 600 mm. Strom- schienen, Leerprofile und Leuchten- systeme ergänzen sich mit den erfor- derlichen Verbindungsteilen zu 600 mm oder einem Vielfachen davon, also 1200,1800 oder 2400 mm.

Die Verbindungsteile bestehen aus Zinkdruckguß, um die für die statische Sicherheit erforderlichen Toleranzen und die hohe Oberflächengüte zu ge- währleisten. Alle Teile sind in der Län- ge geteilt. Die mechanischen Kräfte werden von der Oberschale aufgenom- men. Die elektrischen Anschlüsse sol- len nach dem mechanischen Aufbau und Ausrichten der Anlage durchge- führt werden. Die Unterschalen (außer beim Strukturverbinder) dienen zur Ab- deckung der Verdrahtung. Bei Anlagen mit mehreren Etagen empfiehlt es sich, jeweils bei der obersten (bei abgehäng- ten> oder untersten (bei Standan- lagen> erst die mechanische und danach die elektrische Installation abzu- schließen, ehe die nächste Ebene installiert wird.

Alle Leuchteneinheiten sind anschluß- fertig verdrahtet und mit Anschluß- klemme ausgerüstet. Die Einheiten für Leuchtstofflampen und Tropfenlampen sind für Durchgangsverdrahtung vor - verdrahtet. Durch Lösen der Verbin-

vor - verdrahtet. Durch Lösen der Verbin- dungsschraube innerhalb der Verbin- dungsteile können alle

dungsschraube innerhalb der Verbin- dungsteile können alle Einheiten je- weils um 150 bis 3600 gedreht werden.

Die Verbindungsteile lassen sich auch mit der Monopoll-Stromschiene des bewährten ERCO Dreiphasen-Strom- schienensystems verbinden. Hier ist zu beachten, daß vor mechanischer Ver - bindung mit den Verbindungsteilen die Einspeisung für die Monopoll-Strom- schiene (Art.-Nr. 12 550 und 12 551> in die Stromschiene eingeführt wird. Damit erschließt sich dieses System auch für den Einsatz aller ERCO Strah1er mit Adapter.

Wie die Stromschienen bestehen auch die Leuchteneinheiten aus strangge- preßtem Aluminiumprofil. Das Profil wird je nach Einsatzbedarf weiß oder bronze pulverbeschichtet oder glänzend poliert geliefert - übrigens alle Verbin- dungsteile auch.

Besondere Lichteffekte erfordern be- sondere Leuchten. Die Leuchtstofflam- penversion gibt es für 26-mm-Leucht- stofflampen 18, 36 oder 58 W mit opa -

ler, bündig abschließender Acrylab- deckung oder mit offenem Blend- schutzraster in Darklighttechnik aus opalem oder rauchgrauem Polycarbo- nat. Dieses Blendschutzraster steht leicht über und verstärkt die filigrane Wirkung der Leuchtstoffeinheit, insbe- sondere wenn die opale Einheit einge- setzt wird. Monopoll-Leuchte mit frei- strahlender Leuchtstofflampe ermög- licht Betonung der Strukturen, bei Ein- satz der Lochblende wird das Licht dif - fus gegen die Decke oder je nach Aus- richtung gegen die Wand gestrahlt. Das Piktogrammgehäuse wird unter die 18- oder 36-W-Leuchtstoffeinheit einge- hängt.

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Titel und Rücktitel spiegeln den Ge- staltungskontrast in der Alten Oper. Auf der Titelseite Halogenlicht, auf dem Rücktitel Glühlampenlicht.

den Ge- staltungskontrast in der Alten Oper. Auf der Titelseite Halogenlicht, auf dem Rücktitel Glühlampenlicht.