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SYNTHETISCHE EVOLUTIONSTHEORIE

Die synthetische Evolutionstheorie ist eine Weiterentwicklung der darwinistischen Selektionstheorie [Überproduktion von Nachkommen, Variabilität und Selektion]. Es werden die verschiedenen Evolutionsfaktoren Mutation und Rekombination, Anpassungsselektion, Gendrift [Zufallsselektion], Migration [Genfluss] und Isolation unterschieden. Die Isolation ist für die Bildung neuer Arten verantwortlich.

Evolutionsfaktoren Als Evolutionsfaktoren bezeichnet man die Ursachen, die für die Veränderung des Genpools einer Population zu finden sind.

Die wichtigsten Evolutionsfaktoren sind:

Mutation und Rekombination Durch Mutation und Rekombination werden eine Vielzahl von unterschiedlichen Genotypen und Phänotypen geschaffen, die dann den Einwirkungen anderer Evolutionsfaktoren ausgesetzt sind. Bsp: Birkenspanner

Anpassungsselektion [Krankheitsresistenz, Flucht vor Fressfeinden…] Die Anpassungsselektion bewirkt, dass Individuen mit einer besseren Einigung mehr Nachkommen haben, als andere. Diese unterschiedliche Fitness kann sich z.B. beim Nahrungserwerb, beim Wettbewerb um einen Geschlechtspartner, bei der Flucht von Fressfeinden oder der Resistenz gegenüber Krankheiten auswirken. Natürliche Auslese durch die Umwelt. Weniger taugliche Individuen werden zurückgedrängt, besser angepasste überleben, bzw. werden begünstigt.

Gendrift (Zufallsselektion) [Naturkatastrophen…] Der Gendrift bewirkt die Veränderung von Genhäufigkeiten durch zufällige Auswahl. Rein zufällig überleben bestimmte Individuen Naturkatastrophen, wie z.B. Waldbrände, Überschwemmungen oder Erdbeben. Auch bei der Neubesiedelung eines Gebietes, z.B. einer neu entstandenen Insel, bestehen die Gründerpopulationen aus einer zufälligen Gentypkombination. Bei der Gendrift kommt es zu einer zufälligen Auswahl an Genen aus dem Genpool der Stammpopulation. Diese zufällige Auswahl kommt zustande durch das Überleben von Katastrophen, wie z.B. Brände und Überschwemmungen.

Migration (Genfluss) Migration beschreibt die Veränderungen der Gensequenzen in einer Population, die durch Zuwanderung oder Abwanderung von Individuen bewirkt werden.

Die Ein -und Auswanderung von Teilpopulationen in ein Biotop haben also Auswirkungen auf die Vielfalt des Genpools.

Isolation Unter Isolation versteht man die Trennung einer Population in Teilpopulationen, zwischen denen der Genaustausch eingeschränkt oder ganz unterbunden wird. Isolation ist die Voraussetzung für Artbildung.

2.

Die ökologische Isolation kann durch disruptive Selektion eingeleitet werden. Es entstehen polymorphe Populationen mit Anpassungen an unterschiedliche ökologische Nischen. Bei Parasiten kann z.B. die Artbildung bei ihren Wirten zur Ausbildung einer genetischen Schranke führen.

3. Wird die erfolgreiche Paarung zwischen Individuen einer Population eingeschränkt, spricht man von fortpflanzungsbiologischer Isolation. Sie kann z.B. durch Veränderungen von Kontaktstoffen [Pheromonen], Balzverhalten, Paarungszeiten oder durch genetische Unverträglichkeit bewirkt werden.

Ökologische Nische Eine Ursprungsart gelangt mehr oder weniger auf eine noch unbesiedelte Insel. Die Abwesenheit von Konkurrenzarten bietet die Möglichkeit zur Entstehung neuer ökologischer Nischen. Auch wird eine neue Funktionsstruktur oder eine neue Verhaltensweise, die eine neue, Schwellen überschreitende Lebensweise ermöglicht:

Lebensraum Nahrung + Schutz Fortpflanzungsmöglichkeiten

Stammbäume Für die Aufklärung der Verwandtschaft verschiedener Arten [Stammbaumforschung] ist der Besitz gemeinsamer abgeleiteter Merkmale von besonderer Bedeutung. Die Stammform zeichnet sich durch relative Einfachheit aus. Dessen Strukturen werden im Verlauf der Evolution beibehalten. Im Verlauf der Evolution werden die Strukturen immer komplizierter. Je weiter eine Spezialisation fortschreitet, desto mehr wird die mögliche Bandbreite evolutiver Entwicklungen eingeschränkt. Räumliche oder ökologische Isolation führt zur Aufspaltung, getrennte Tochterpopulationen können jedoch eine Zeitlang auch wieder verschmelzen, wenn sie sich noch nicht sehr weit auseinander entwickelt haben. Insbesondere bei Pflanzen kann es durch Verschmelzung von Genomteilen zur Neubildung von Arten kommen.

Homologe Merkmale Gehen auf ein gemeinsames Ursprungsmerkmal zurück Homologiekriterien: Gleichheit der Lage [innerhalb eines Bauplans], Vorhandensein von Zwischenformen und Kriterium der speziellen Qualität der Strukturen

Dollosche Regel Besagt, dass die Merkmalsphylogenie nicht umkehrbar ist Je komplizierter und polygener ein Merkmal ist, desto unwahrscheinlicher ist eine „Umkehr“ der Evolution

Parallelismus Nennt man die mehrfache Entstehung von ähnlichen Merkmalen aus einem Ursprungsmerkmal

Konvergenz Ist die Entwicklung ähnlicher Merkmale aus unterschiedlichen Ursprungsmerkmalen