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GEDICHTE AUS DEM BAROCK & ALLGEMEINES ZUR GEDICHTINTERPRETATION

Form + Inhalt –> Aussageabsicht

ÄUßERE FORM

Zeilenzahl, -länge; Strophen

[1600-1720]

REIM

Waise

Eine einzelne Zeile ohne Reim

Binnenreim

der Reim zweier Wörter innerhalb derselben Verszeile; Reim in der Mitte der Zeile;

Schüttelreim

ein Doppelreim bei dem die Konsonanten vor den zwei Reim- vokalen der ersten Zeile in umgekehrter Reihenfolge in der zweiten Zeile auftreten; z. B.: "Wir wünschen eine heile Welt,/die auch noch eine Weile hält." oder "Du bist/Buddhist." oder "Schwesterlein/ Lästerschwein." Verspaar mit Konsonantenvertauschung.

Kreuzreim

gekreuzte Reimstellung nach dem Schema ababcdcd; Reim, bei dem sich die erste Zeile (einer Strophe) mit der dritten und die zweite mit der vierten reimt.

Paarreim

der Reim zwischen jeweils zwei aufeinander folgenden Versen

(aa bb cc

)

männlicher Reim

weiblicher Reim

= stumpfer Reim; ein Reimpaar mit betonter Endsilbe

(z. B

Tór/

zuvór)

= klingender Reim; mit dem Ton auf der vorletzten Silbe,

z. B

lében/

gében

Kettenreim

nach dem Schema aba, bcb, cdc usw., der dreizeilige Strophen verbindet; Grundform der Terzette in Sonett und Terzine.

Dialektreim

unreiner Reim: Entweder die Vokale oder die Konsonanten sind nicht identisch, sondern nur ähnlich (Gebr-üll/st-ill; n-eige/ Schmerzensr-eiche; H-aus/sch-aust). Der unreine Reim beruht oft auf besonderen Dialektverhältnissen.

Halbreim

unreiner Reim, bei dem sich nur die Vokale decken, nicht aber die Konsonanten; Syn: Assonanz; z.B. ”Segen“ und ”Leben“.

Reiner Reim

Die Reimwörter sind vom letzten betonten Vokal ab in der Aussprache vollkommen identisch. Im Schriftbild können sie gelegentlich trotzdem voneinander abweichen, z. B. nahm/kam.

Umarmender Reim

Verschränkter Reim

umschließender Reim; Je ein Paarreim wird von zwei untereinander reimenden Zeilen eingeschlossen

(abba cddc

)

Drei verschiedene Reime durchdringen einander (abc abc oder abc bac)

Stab|reim

Gleichheit des Anfangsbuchstabens mehrerer aufeinander folgender Wörter (bes. in der germanischen Dichtung); Syn. Alliteration; (z. B. Kind und Kegel, Haus und Hof)

Enjambement

Zeilensprung metrische Brechung; Übergreifen eines Satzes in die nächste Verszeile, Zeilensprung

RHYTHMUS

Silbe

die kleinste lautliche Einheit einer Sprache.

betonte und unbetonte –

I

Vers|fuß

kleinste rhythm. Einheit eines Verses, z. B. Jambus, Trochäus…

Jambus

– I

Versfuß aus einer unbetonten und einer betonten Silbe

Trochäus

I –

Versfuß aus einer langen, betonten und einer kurzen, unbetonten Silbe

Daktylus

I – – Versfuß aus einer langen, betonten und zwei kurzen, unbetonten Silben

Anapäst

– – I Versfuß aus zwei unbetonten und einer betonten Silbe

Lautqualität

2 verschiedene Laute

Lautquantität Vokallänge

KNITTELVERS

meist vierhebige Jamben mit Paarreim

GEDANKLICHER AUFBAU

das lyrische Ich

sprachliche Besonderheiten:

Bilder

Symbol

Sinnbild, bildhaftes Zeichen, das einen tieferen Sinn ausdrückt

Emblem

Sinnbild

Vergleich

meistens mit "wie"

Metapher

bildlicher Vergleich [ohne "wie"]

Zäsur

Pause innerhalb eines Versfußes, die durch das Ende eines Wortes oder eines Sinnabschnitts entsteht; in der neueren Verslehre der merkliche Einschnitt innerhalb eines Verses, der durch eine syntaktische Pause entsteht (etwa durch den Beginn eines neuen Satzes). -> Verstärkung einzelner Gedanken

Metonymie

eine rhetorische Figur, die das eigentlich Gemeinte durch einen anderen Begriff zum Ausdruck bringt; Vertauschung bedeutungsverwandter Begriffe, z. B. »Brot« für »Nahrung« -> Spezialfall: pars pro toto: für Teil eines Ganzes, z.B: "da isch keine Nase zu sehen".

Zeugma

die Verbindung eines Prädikats mit mehreren gleichgeordneten Objekten, von denen aber nicht alle sinnmäßig dazu passen, z. B.:

"Er nahm Hut, Stock, Revolver, Abschied und sich das Leben." Die grammatische Zuordnung ist zwar richtig, aber die Zuordnung der Begriffe ist falsch; Stilfigur, bei der ein Satzteil (meist das Prädikat) nur einmal gesetzt wird, obwohl es mehrmals stehen müsste

Allegorie

in Literatur und Kunst die bildliche Umschreibung eines Begriffs, Vorgangs oder Zustandes, meist durch Personifikation (z. B. Liebe als Amor, Tod als Sensenmann, Angst als Furie); bildhafte, gleichnishafte Darstellung eines Begriffs oder Vorgangs mit Personifizierung; Zusammenstellung mehrerer Symbole zu einem feststehenden Begriff; z.B. Justizia

Katachrese

Verbindung von nicht zusammenpassenden bildl. Ausdrücken, Stilblüte, Bildbruch, z. B.: der Zahn der Zeit wird auch über diese Wunde Gras wachsen lassen

Sonett

Gedicht aus zwei vier– und zwei dreizeiligen Strophen

A|exandriner sechsfüßiger, jambischer, gereimter Vers mit 12 oder 13 Silbe