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Deutsch Maturvorbereitung

duc; 18. August 2004

Johann Wolfgang von Goethe – Faust

FACTSHEET

August 2004 Johann Wolfgang von Goethe – Faust FACTSHEET Vorwort Goethes Faust ist das bedeutendste Werk

Vorwort

Goethes Faust ist das bedeutendste Werk der deutschen Literatur. Von 1775 stammt Goethes Urfaust (Faust in ursprünglicher Gestalt), 1790 erschein Faust, ein Fragment und 1808 Faust, Der Tragödie Erster Teil. 1832 beendete Goethe seinen Faust, Der Tragödie Zweiter Teil. Zwei Generationen lang hat sich Goethe mit dem Stoff beschäftigt.

Biografie

Jahr

Ort

Ereignis

Alter

1749

28. August

Johann Wolfgang Goethe wird als Sohn des Kaiserlichen Rates Dr.

0

Frankfurt a.

M.

jur. Johann Kaspar Goethe, Sohn eines Schneiders, und Katharina Elisabeth, geb. Textor, Tochter des Schultheissen, in Frankfurt am Main, im Haus „Zu den drei Leiern“ am Grossen Hirschgraben gebo- ren. Die Familie ist wohlhabend; der Reichtum stammt vom Gross- vater.

1753

Frankfurt a.

Die Grossmutter schenkt den Kin-

4

M.

dern zu Weihnachten ein Puppen- theater, das von Bedeutung für Goethe wird und in seine Werke eingeht.

1759-

Frankfurt a.

Während der französischen Beset-

10

1763

M.

zung Frankfurts besucht Goethe das französische Theater und hat erste Berührungen mit der Welt der Schauspieler

1770

Strassburg

Rechtsstudium wir nach einem Blutsturz fortgesetzt und schliesst es als Lizentiat der Rechte ab, der es ihm ermöglichte, als Advokat zugelassen zu werden. Er lernt Herder und Dichter des Sturm und Drang (Jung-Stilling, Heinrich Leo-

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pold Wagner, Jakob Michael Rein-

hold Lenz) kennen. Im Strassbur- ger Kreis werden ihm Pindar, Ho- mer, die englische Dichtung, voran Shakespeare und Ossian, nahe gebracht. Herder weist ihn auf Hamann und die Volkspoesie hin. Erbegeister sich für das gotische Strassburger Münster.

1771

Strassburg

Goethe sammelt während der Strassburger Zeit, Herders Anre- gung folgend, Volksballaden.

21

1772

Wetzlar

Goethe als Praktikant am Reichs- kammergericht; verliebt sich in Charlotte Buff. Der Selbstmorde des Studienkollegen Jerusalem (30, Oktober 1772), den er kennen

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lernt, geht in den Stoff des Ro- mans Werther ein.

1782

Weimar

Er wird geadelt. Goethes Vater stirbt

33

1786

Italien

Goethe kommt am 29. Oktober in

 

Rom an. Italienische Reise.

1789

Weimar

Sohn August geboren, stirbt 1830 in Rom und wird dort beerdigt.

40

1832

Weimar

22. März: Tod Goethes in seinem 83. Lebensjahr.

82

 

Lebenslauf Johann Wolfang von Goethe

Zeitgeschichtlicher Hintergrund

Die Entstehungszeit des Faust-Komplexes reicht von 1770 bis 1832. Es war ein aussergewöhnlicher Zeitabschnitt, in dem der Komplex entstand. Goethe begann mit der Arbeit daran am Vor- abend der bürgerlichen Revolution von 1789 in Frankreich, als sich Europa durch die Aufklärung auf die geistigen und politischen Veränderungen vorbereitete. Die Arbeit wurde abgeschlossen, als die Arbeiterklasse zum ersten Male 1830 ihre Forderungen anmeldete.

Die Arbeit begann während der deutschen Sturm- und- Drang- Zeit, die eine Zuspitzung aufklärerischen Denkens bedeutete, und endete in der Zeit der Julirevolution 1830 in Frankreich. Dieser Epochenwandel lässt sich in seinem Werk Faust feststel- len.Entstanden die Szenen des Urfaust noch in der Zeit, als Fried-

richs II. von Preussen (1712-1786) Macht auf dem Höhepunkt war, so reagierte der Dichter 1830 auf die französische Julirevolu- tion, der zahlreiche weitere Aufstände in Belgien, Warschau und Italien folgten, im vierten Akt von Faust II mit der Erdbeben- Metapher. Die USA sahen sich einer beginnenden grossen Ein- wanderungswelle ausgesetzt; Kolonisationsprobleme wie in Fausts Schlussmonolog (Zweiter Teil) standen auf der Tagesord- nung. Die Französische Revolution von 1789 veränderte Europa prinzipiell. Es folgten die Herrschaft Napoleons und die Niederla- ge des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation und Preus- sen 1806, Napoleons Zug nach Russland und seine Niederlage im Befreiungskrieg 1812/13, der Wiener Kongress 1815 mit der Neuordnung Europas, die Gründung des Deutschen Bundes und

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der Heiligen Allianz. Die wenigen genannten Ereignisse machen deutlich, dass Goethes Faust-Texte parallel zur territorialen und

politischen Neuordnung Europas entstanden, die einherging mit

Veränderungen.

einschneidenden sozialen

Textanalyse und –interpretation

1770 in Strassburg fand Goethe Interesse am Faust. Die Ursache war die Bekanntschaft mit dem Puppenspiel: „Die bedeutende Puppenspielfabel des anderen (Faust, R. B.) klang und summte gar vieltönig in mir wider. Auch ich hatte mich in allem Wissen umhergetrieben und war früh genug auf die Eitelkeit desselben hingewiesen worden.“ (Goethe: Dichtung und Wahrheit).

Die Puppenspiele beginnen immer mit einem Monolog Fausts, auch Goethes Faust wird so eröffnet.

Der historische Faust gehört zu den interessantesten Gestalten der europäischen Kulturgeschichte. Er hat tatsächlich gelebt; Dokumente, darunter ein Zauberbuch Fausts, belegen das. Aber sowohl seine Herkunft als auch seine Ende sind legendär. Ge- schichtsschreibung und Sage, Dokumentarisches und Aberglaube überlagern sich ständig, zumal bereits 50 Jahre nach seinem mit dem Volksbuch von Doktor Faust eine Biographie erschien, die mehr die Legende des berüchtigten Schwarzkünstlers als die tatsächlichen Fakten eines beweglichen Humanisten nutzte, der keine Grenzen, werde die von der Kirche, noch die von der Natur gesetzten, kannte.

Etwa 1588 schrieb der Engländer Christopher Marlowe Die tragi- sche Geschichte des furchtbaren Lebens und Todes des Doktor Faust, das erste Drama über faust und gleichzeitig das erste Beispiel eines titanisch strebenden Fausts, der um den Preis seiner Seele letzte Erkenntnisse sucht. Marlowe fühlte sich wahr-

scheinlich wie Faust, wenn er in der Entstehungszeit zweimal wegen seines Atheismus vor Gericht stand und der Hinrichtung dadurch entging, dass er zuvor ermordet wurde. Goethe lernte Marlowes Werk er’s 1818 in der deutschen Übersetzung von Wilhelm Müller kennen.

Die Inhalte des Volksbuches von 1587, das in zehn Jahren 22 Nachdrucke erlebte, waren so bekannt, dass auch Goethe sie verwendete.

Wahrscheinlich stammte Faust aus bäuerlichen Kreisen, konnte aber eine Lateinschule besuchen, studierte 1483 in Heidelberg und wurde 1487 Magister. 1513 war er in Erfurt, wohnte im „An- ker“, hielt an der Universität Vorlesungen über Homer und soll dazu die Gestalten der Epen herbeigezaubert haben. Aus Witten- berg floh er zwischen 1525 und 1532, aus Ingoldstadt wurde er 1528 ausgewiesen und im Register der Ausgewiesenen aufge- führt. Erneut tauchte er 1534 bis 1536 in Nürnberg und Würzburg auf und wurde ebenfalls als „Sodomit und Nigromantico“, also einer, der mit Tieren Geschlechtsverkehr treibt und als Toten- beschwörer auftritt, verwiesen.

Neben den privaten Erlebnissen gingen soziale Erfahrungen in den Faust ein. Goethe wurde in Frankfurt Zeuge eines Prozesses gegen die Kindesmörderin Susanna Margaretha Brandt, die im Oktober 1771 zum Tode verurteilt und 1772 enthauptet wurde.

Personen

Faust

Wissenschaftler, betont wohlwollend, redet gerne, sowohl schweigsamer wie auch neugieriger Gast/Zuschauer (Auerbachs Keller, Hexenküche)

Ziel: absolute Erkenntnis, möchte ganze Welt verstehen

Mephisto

Teufel, Teil des göttlichen Werkes, will das Böse aber schafft immer das Gute, Narrenrolle ermöglicht Kritik (an Uni, Kirche), Verwandlungskünstler, hat verbindende Funktion (zieht im Hinter- grund die Fäden).

Wichtig: Teufel = Knecht Gottes, ist nicht wirklich frei!

Gretchen

Kleinbürgerlich, Idealistische Frauengestalt (Reinheit, absolute Liebe, Gläubigkeit, stark Eindringlich), realistische Eigenschaften (Lästern, träumt von Schmuck etc.), Entwicklung vom Mädchen zur Frau (leidenschaftliche Hingabe führt zu Sünde, ist aber bereit Konsequenzen zu tragen), wird zu gleichwertigen Gegnerin von Mephisto durch ihre Ideale selbst in Extremsituationen wie im Kerker.

Wagner

wissbegierig, hat wenig Gespür, Karikatur (Gelehrter ist etwas Besseres als das Volk)

Zusammenfassung

Prolog im Himmel

Die ganze Geschichte beginnt mit einer Wette zwischen Mephis- topheles und Gott. Mephistopheles hat zu beweisen, dass es leicht sei selbst ein "getreuer Knecht" vom rechten Weg abzubrin- gen.

Studierzimmer

Währenddessen verzweifelt Faust in seinem Studierzimmer an den unüberwindlich scheinenden Grenzen der abstrakten Wis- senschaften. Er berauscht sich durch Nostradamus Buch am Zeichen des Makrokosmos, das ihm die wirkende Welt der Natur- kräfte enthüllen soll, aber alles bleibt ihm endlich doch nur abge- schmackter Trug, ein blosses "Schauspiel nur". Im Zeichen des Mikrokosmos beschwört er schliesslich den Erdgeist, dessen

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mächtige flammende Erscheinung ihn aber völlig niederschmet- tert. Es ist eben doch nur der abstrakte Geist der Wissenschaft, den Faust begreift, der nun leibhaftig verkörpert als sein Famulus Wagner hereintritt. Faust spottet seiner und schickt ihn endlich verdrossen weg. Des Lebens überdrüssig will der durch Gift aus dieser engen Erdenwelt scheiden. Doch die morgendlichen Os- terglocken und Chor der Engel, ziehen mit Gewalt den Giftkelch von seinen Lippen.

Osterspaziergang

Auf einem Osterspaziergang erquickt sich Faust kurze Zeit an der erwachenden Frühlingsnatur und am ausgelassenen Treiben des Volkes. Alle rühmen Faust ob seiner uneigennützigen Hilfe bei der letzten Pestepidemie, doch eben diese Ehren trüben wieder seine Laune. Weiss er doch nur zu gut, wie wenig seine obskuren al- chemistischen Künste vermögen, wie oft er Gift statt wahrer Arz- nei verabreicht hat. Faust fühlt sich innerlich zerrissen. Schon bricht die Dämmerung herein, als Faust einen sonderbaren schwarzen Hund erblickt, der die beiden Spaziergänger um- schweift. Wagner erscheint er als ganz gewöhnlicher Pudel, doch Faust vermeint einen Feuerstrudel auf seinen Pfaden hinterdrein ziehen zu sehen.

Studierzimmer

Zusammen mit dem merkwürdigen Pudel, der beständig um seine Füsse schleicht, betritt Faust wieder sein Studierzimmer. Die tiefe Nacht, die mittlerweile herein gesunken ist, gibt seiner Seele kurzen Frieden, den nur das leise aber beständige Knurren des Pudels stört. Wenn sich die geistige Wirklichkeit schon nicht Fausts Seelenblick eröffnen mag, so vermag ihn vielleicht das geoffenbarte Wort der Heiligen Schrift weiter zu führen. Es drängt Faust, den heiligen Urtext in sein geliebtes Deutsch zu übertra- gen. Der Pudel knurrt bedenklich, dehnt sich als schwarzer Schat- ten, schwillt zur Grösse eines Nilpferds. Mit magischen Sprüchen versucht Faust das gespenstische Wesen zu bannen. Das christ- liche Zeichen zeigt Wirkung. Mephistopheles muss in seiner wahren Gestalt erscheinen. Mit Gesang wiegen seine kleinen Helfer Faust in tiefen Schlaf und Ratten ermöglichen ihm den Austritt. Ein freier Teufel kehrt des Morgens zurück. So lässt sich gut der Pakt mit Faust schliessen, dem lange schon vor allem Wissen ekelt und der sich und an den Tiefen der Sinnlichkeit berauschen will. Das kann Mephisto leicht bieten. Wenn es Me- phisto gelingt Faust in dieser Welt glücklich machen, hat dieser ihm drüben zu dienen.

Auerbachs Keller

In der feucht fröhlichen Atmosphäre von Auerbachs Keller sucht Mephisto Fausts sinnliche Bedürfnisse zu befriedigen und treibt allerlei Schabernack mit den trunkenen Gesellen, um Faust zu ergötzen. Doch der ist nur angewidert.

Hexenküche

So soll denn ein Verjüngungstrank aus berufener Hexenhand Faust helfen all die sinnlichen Genüsse nachzuholen, die er in seiner Jugend versäumt hat. Während sie auf die Hexe warten, erscheint in einem Zauberspiegel das Bild der schönen Helena,

das Faust ganz in seinen Bann zieht. Mit dem Verjüngungstrank "siehst du Helenen bald in jedem Weibe"

Strasse

Der Zaubertrank hat seine Wirkung getan und die sinnliche Be- gierdenkraft in Fausts Seele erweckt. Als er dem jungen Gret- chen, das gerade von der Beichte kommt auf der Strasse begeg- net entbrennt er sofort in heftiger Leidenschaft. Er befiehlt Mephis- to ihm die Dirne zu beschaffen. Jenem ist dabei ziemlich unwohl, denn über ein so tugendsames, unverdorbenes Geschöpf hat er kaum Macht. Doch Faust lässt nicht locker. Ein würdiges Ge- schenk soll Gretchen geneigt machen.

Abend. Ein reinliches Zimmer.

Mephisto führt Faust rasch, ohne dass Gretchen es bemerkt, in deren Kammer und versteckt ein Kästchen mit Geschmeide dort, das Gretchen, die es alsbald entdeckt ist entzückt.

Spaziergang

Mephisto ist ausser sich vor Wut. Gretchens Mutter hat den Schmuck, den sie für unheilig hält, dem Pfaffen übergeben. Faust drängt dazu ihr noch ein weiteres Geschenk zukommen zu las- sen.

Der Nachbarin Haus

Marthe Schwerdtlein, Gretchens Nachbarin, ist nun tatsächlich die ideale Kupplerin. Gretchen zeigt ihr gerade den neuen Schmuck, den sie gefunden hat, als Mephisto eintritt. Nachdem er Marthe listig vorgelogen hat, was diese insgeheim ersehnte, nämlich, dass ihr lange vermisster Ehemann in der Fremde umgekommen sei, was er selbst und ein zweiter untadeliger Zeuge beeiden könnten, ist sie sofort bereit, ein Treffen mit diesem in ihrem Garten zu vereinbaren. Geschickt sorgt Mephisto dafür, dass auch Gretchen dabei sein wird.

Strasse

Faust erklärt sich, widerstrebend zwar, bereit, als falscher Zeuge aufzutreten, wenn er dabei nur Gretchen wieder sehen kann.

Garten

Während sich Mephisto galant um Marthe bemüht kann sich Faust ungestört Gretchen nahen, die, erst noch scheu, ihm end- lich mit naiver Offenheit leise schaudernd ihre Liebe gesteht, die Faust leidenschaftlich erwidert. Die beiden küssen sich im Gar- tenhäuschen, werden dabei aber von Mephisto gestört.

Wald und Höhle

Was Faust früher nur abstrakte Naturerkenntnis war wird seinen aufgereizten Gemütskräften nun zum unmittelbaren, intensiven Erleben. Tiefer vermag Faust nun aufzufassen, was ihm der Erdgeist einst gegeben hat. Dunkel beginnt er dabei auch zu

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ahnen, dass er Gretchen ins Unheil stürzen wird, dass seine zügellose Begierde sie verderben wird. Er scheut, sie nochmals wieder zu sehen, doch Mephisto treibt ihn spöttisch weiter.

Gretchen am Spinnrade

Gretchen singt voller Sehnsucht nach ihrem Geliebten: " Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer "

Marthes Garten

So sehr Gretchen Faust liebt, so selig sie ist, als sie ihn in Mart- hes Garten wieder sieht, beunruhigt ihr tief gläubiges Gemüt doch wie es um seine Religiosität steht. Fausts überschwängli- ches Glaubensbekenntnis rührt zwar ihr Herz, aber beruhigt sie nicht ganz. Mephisto vor allem ist ihr, die sonst allen Menschen gut ist, zutiefst zuwider; sie fürchtet seine düstere Gegenwart. Gerne würde sie Faust in ihre Kammer lassen, doch fürchtet sie von der Mutter überrascht zu werden. Faust gibt ihr ein Fläsch- chen.

Am Brunnen

Lieschen zieht über Bärbelchen her, die ein Kind erwartet. Gret- chen, die Fausts Kind unter dem Herzen trägt, kann nicht mittrat- schen, ist nun selbst der Sünde bloss

Zwinger

Inbrünstig betet Gretchen vor dem Andachtsbild der Mater doloro- sa.

Nacht. Strasse vor Gretchens Tür.

Valentin, Gretchens Bruder, stellt Faust auf nächtlicher Strasse zum Zweikampf und fällt durch Faust Klinge, die durch Mephistos Zauberkraft geführt wird. Faust und Mephisto entfliehen. Gretchen sinkt weinend an der Seite ihres Bruders nieder, doch dieser weist sie, sterbend, zurück.

Dom

Angsterfüllt und aufgewühlt von Schuldgefühlen stürzt Gretchen zum Dom, Orgel und Gesang erklingen, die Stimme des Bösen Geistes ertönt. Gretchen stürzt ohnmächtig zu Boden.

Walpurgisnacht

Mephisto zieht Fausts tief erschütterte Seele auf den Blocksberg in das wüste Walpurgisnachtsgeschehen um ihn von seinen Gewissensqualen abzulenken. Flackernde Irrlichter, besenreiten- de Hexen und andere sonderbare Geister erfüllen die ganze Szenerie, die sich in ungestüm bewegten Traumbildern entrollt. Lilith erscheint, Adams erste Frau, eine schöne Hexe drängt sich lüstern an Faust heran und tanzt mit ihm – bis dieser plötzlich zur Seite schleudert und die ganze Szene erstarrt. Er hat ein seltsa- mes blasses Mädchen in der Ferne erblickt – Gretchen; ihr gan- zes Elend enthüllt sich Fausts visionären Blick

Walpurgisnachtstraum

Mephisto sucht Faust durch ein rasch inszeniertes Spektakel abzulenken. Obereon und Titanie, Ariel und Puck und andere Gestalten bevölkern die Szenerie – doch zu spät, es gelingt ihm nicht, Fausts Seele wieder einzulullen.

Trüber Tag. Feld

Faust macht Mephisto bitterste Vorwürfe, dass er sie über Gret- chens Elend im Unklaren gelassen hat. Ihre Mutter ist an dem Schlaftrunk gestorben. Vom Wahnsinn ergriffen hat Gretchen ihr Kind ertränkt und wurde deswegen in den Kerker geworfen und soll hingerichtet werden. Faust befiehlt Mephisto, alles zu ihrer sofortigen Befreiung zu unternehmen.

Kerker

Mit schauderndem Gefühl nähert sich Faust dem Kerker: Von drinnen hört man Gretchen singen. Vergeblich versucht Faust, Gretchen aus dem Gefängnis zu retten. Sie scheint ihn nicht zu erkennen, ihr Geist ist verwirrt. Doch der Anblick von Mephistos düsterer Gestalt zerreisst für einen Moment den Schleier des Wahns. Reuig befiehlt sie sich der Gnade Gottes an. Es graut ihr selbst vor Faust. "Sie ist gerichtet!" ruft Mephisto. Doch aus der Höhe ertönt eine Stimme "ist gerettet". Mit den Worten "Her zu mir!" reisst Mephisto Faust mit sich fort.

Themen

Endlichkeit der Wissenschaft

Kritik an der zu theoretischen Wissenschaft der damaligen Zeit und ihrem Stellenwert

Kritik am Ständesystem

Faust ist auf das Diesseits bezogen, das Jenseits und die Religion rücken in den Hintergrund

Status der Religion (Gretchen streng gläubig, Faust hat starke Zweifel)

Der strebende Mensch --> Weiterentwicklung

Verantwortung setzt dem Streben Grenzen

Universitätssatire (Wagner-Faust, Studenten = Ameisen die nichts durchschauen; Mephisto-Schüler, Schüler sind Dokto- ren ausgeliefert)

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Wichtige Textstellen

Vorspiel

Lustige Person (Schauspieler), Theaterdirektor und Dichter teilen ihre Ansichten über ein gutes Theaterstück mit. Faust soll nun ein solches sein. Z.T. kommen solche Ansichten während dem Stück ziemlich deutlich hervor, Bsp. Kerker-Szene wo alle Bereiche des Kosmos wieder vorkommen, wie es Theaterdirex möchte.

Prolog im Himmel

Wette zwischen Gott und Teufel, wird deutlich dass Teufel nur Knecht Gottes ist!

Nacht

Faust denkt, er sei besser als die anderen, ein Ebenbild von Gott. Sieht sich dann aber nur noch als Wurm im Dreck, will deshalb auf anderem Weg zur Erkenntnis gelangen durch Selbstmord, misslingt (wegen Osterglocken und Engelgesang).

Vor dem Tor

Hund-Szene: Faust deutet Verhalten des Hundes im übertrage- nen Sinn, sieht aber dadurch, dass er die Welt noch nicht so erkennt, wie er gerne möchte.

Wald und Höhle

Zu Beginn: Faust geniesst Wunder der Natur, hat Glücksgefühl das mit der Liebe zu tun hat. Höhepunkt von Faust I! Danach kippt Glücksgefühl, Faust möchte dass alles so bleibt, dass Mephisto nichts mehr macht. Macht Andeutung darauf, dass es kein Hap- pyend geben wird. (Antipathie zu Mephisto!)

Gretchens Stube

Seht sich nach Faust, sieht aber dass sie nie glücklich werden können. (2.Absatz S.98: Vorahnung Tod; 1. Absatz S.99: Vorah- nung verrückt zu werden; letzter Absatz S.99: sexuelle Wünsche.

Marthes Garten

Gespräch über Religion: Gretchen hat konservative Auffassung. Faust moderater, glaubt eher an Gott in Natur, ist jedoch im Di- lemma da er mit Teufel zusammen unterwegs ist. Er kann nicht unbedingt sagen, dass er an Gott glaubt. Kopf-Szene [:-) und (-: ]

zeigt, dass Mephisto ein Teil von Faust (Teufelchen in einem drin), und dass Gretchen in Faust nicht nur die gute Seite sieht.

Am Brunnen

Gespräch Lieschen- Gretchen zeigt patriarchalisches System (Vater des Kindes wird entschuldigt, Frau aber nicht. --> Wird von jungen Frauen selbst gestützt). --> Grund dass es so lange dauer- te bis Emanzipation durchgesetzt wurde.

Nacht. Strasse vor Gretchens Türe

Mephisto verleitet Faust zu Mord. Dies hat Bezug zur Wette:

Mephisto denkt, wenn sich Faust teuflisch verhält, will ihn Gott sicher nicht mehr in den Himmel aufnehmen. Gretchen hat sich verändert seit sie mit Faust zusammen ist. Valentin liebt nur das vollkommene Bild von Gretchen und das ist nicht mehr da. Also will er sich an dem rächen, der dafür verantwortlich ist.

Dom

Anspielung auf Schuld an Mutters Tod und Schwangerschaft (Z. 3777-3778 bzw. 3791) Fällt in Ohnmacht weil sie schwanger ist.

Walpurgisnacht

Irrlichter = Faust ist auf Irrweg, hat Gretchen im Stich gelassen da er auf Flucht ist wegen Mord an Valentin. Faust kommt ins Reich von Genuss und Geld, weit weg vom Weg der Erkenntnis

Walpurgisnachtstraum

Traum von Happyend, wie es bei Faust und Gretchen auch hätte sein können.

Kerker

Gretchen will nun Busse tun für alle ihre Sünden (Kindesmord, Tod von Bruder u. Mutter), Faust versteht das nicht recht, will Gretchen retten, will dass sie das einfach vergisst und neu be- ginnt.

-> Mensch muss sterben, wenn gestrebt, dann kann er von Gott gerettet werden. (fortschrittliches Gottesbild)

Epoche

Klassik (1788 – 1805)

lat. Klassik: classicus = zur ersten Steuerklasse gehörend

Renaissance: Klassik = Antik

Ausweitung des Begriffes: Klassik = musterhaft, vorbildlich

Übertragung des Begriffes

lit. -> Höhepunkt einer Entfaltung einer Nationalliteratur

Das klassische Schönheitsideal verbindet Verstand und Gefühl, Geist und Natur.

Klassik = eine kulturelle Hochleistung eines Volkes