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HUMBOLDT-UNIVERSITÄT ZU BERLIN

Philosophische Fakultät III


Institut Asien-Afrikawissenschaften
LFG Internationale Beziehungen in Asien und Afrika
WS 1995/1996

Ralph Kühn
Vortrag am 17. Januar 1996
PS „Konflikte in Südasien“
(Prof. Dr. D. Weidemann, Dr. E.-M. Hexamer)

Autonomiebestrebungen in der North-West Frontier Province vor dem


Hintergrund des Nationalstaatskonzeptes Pakistan
(bis Mitte der 1980er Jahre)

Gliederung:

I. Zur Staatsgründungsidee Pakistans: die Zwei-Nationen-Theorie der All India Moslem


League als Grundlage eines gedachten islamischen Nationalstaates. Überblick über die
wichtigsten innenpolitischen Entwicklungslinien Pakistans

II. Grundlagen der Autonomiebewegung in der NWFP; die sog. Paschtunistan-Frage;


Entwicklungslinien der Autonomiebewegung

+++
I.
„Islam had given birth to Pakistan, thus providing the ideological basis for a state that
lacked any of the usual prerequisites for a nation-state - territorial integrity, sense of
national community, or linguistic unity. Tribalism, regionalism (the Punjabi, Baluchi,
Sindhi, and Pashtun), and linguistic diversity (five major linguistic families and thirty-
two spoken languages) abound.“1

Ausgangspunkt der Teilung Indiens in zwei Staaten unter religiösen Kennzeichen ist die
koloniale Herrschaft Großbritanniens auf dem Subkontinent. Nach Beendigung seiner
Eroberung betrieb die britisch-indische Administration aus machtpolitischen Erwägungen

1
heraus eine zielgerichtete Instrumentalisierung und Politisierung der vorgefundenen sozialen,
wirtschaftlichen und religiösen Gegensätze zwischen den muslimischen und hinduistischen
Bevölkerungsgruppen. Teil dieses Vorgehens war u.a. die Billigung und Unterstützung der
Gründung der All India Muslim League im Jahre 1906 zur Nivellierung des Einflusses des
1885 gegründeten Indian National Congress. Die Morley-Minto-Reformen verankerten 1909
getrennte Wahlkreise und gesonderte gesetzgebende Vertretungen für Hindus und Muslime im
politischen System Britisch-Indiens. Bekräftigt wurde diese Zweiteilung politischer
Vertretung durch den Government of India Act 1919, den Government of India Act 1935 u.ä.
und gipfelte schließlich im Mountbatten-Plan zur Teilung Indiens in zwei Dominions unter
religiösen Kennzeichen 1947 und der impliziten Anerkennung der Zwei-Nationen-Theorie als
politisches Argument.

Inhalt der Zwei-Nationen-Theorie ist die Deklarierung der indischen muslimischen


Bevölkerungsgruppe als eine nationale Minderheit, der das Recht auf politische
Selbstbestimmung [= Recht auf Sezession und Eigenstaatlichkeit] nicht vorenthalten werden
dürfe.2 Sie gipfelt in ihrer Konsequenz in der Erklärung der Lahore-Konferenz der Muslim-
Liga (Forderung nach einem separaten Staat Pakistan für die indischen Muslime)3 am 23.
März 1940. Er sollte mit dem Abzug der Briten vom indischen Subkontinent auf dem
Territorium der muslimischen Mehrheitsprovinzen Punjab, Sind, Baluchistan, NWFP und
Ost-Bengalen ins Leben gerufen werden.4

1
ESPOSITO, J. L., Islam : ideology and politics in Pakistan. In: Banuazizi, A.; Weiner, M. (eds.), The
state, religion, and ethnic politics : Pakistan, Iran, and Afghanistan. Lahore [u.a.] 1987, S. 335
2
Daß die Zwei-Nationen-Theorie auch unter Muslimen nicht unumstritten war, bekräftigt u.a. AMIN,
T.: „G. M. Syed, an influential Sindhi politician, believed that the Muslim League was composed of a
clique of big landlords who, in the name of religion wanted to impose their own dominance over Sind.
He thought that under the cloak of the ‘two-nation theory’ the Punjab would dominate Sind, with
disastrous consequences for the Sindhis.“ AMIN, T., Ethno-national movements of Pakistan :
domestic and international factors, with epilogue on 1988 elections. Islamabad o. J. [ca. 1989]. S. 75.
- Vgl. auch BHUTANI, D. H., The future of Pakistan. New Delhi 1984, S. 110 ff.
3
Vgl. hierzu z.B. die z.T. recht leidenschaftliche Argumentation von ABBASI und seine Herleitung
der Existenzberechtigung eines Staates Pakistan auf Grund der historischen Entwicklung des
indischen Subkontinents: ABBASI, M. Y., The evolution of Muslim nationalism and the Pakistan
Resolution. In: Yusuf, K. F.; Akhtar, M. S.; Wasti, S.R. (eds.), Pakistan Resolution revisited. In:
Historical Studies (Pakistan) Series; 8. Islamabad 1990, S. 1 - 27. „The Hindu and Muslim
communities were based on irreconcilable religious beliefs which fostered a sentiment of
exclusiveness and separate existence even in villages and towns where they lived in their own well-
marked localities. ..., in dialectic terms, if Hindu or Muslim entity may be taken as the thesis, the other
acted on it as the antithesis ...“ ABBASI, M.Y., a.a.O., S. 3
4
Die Motivationen hierfür waren aber nicht allein religiöser Natur: „This Muslim separatism had
been reinforced by Hindu communalism generated by the activities of certain upper castes who tended
to dominate the economic life of urban and rural areas.“ SAYEED, KH. B., The historical origins of

2
Die ungeheure Vielzahl von politischen, wirtschaftlichen, sozialen und demographischen
Problemen nach der Ausrufung des unabhängigen Staates Pakistan, die in dieser Form von der
Führung der ML nicht vorausgesehen worden waren5, wirkte sich nachhaltig auf die
Vorgehensweise der mit M. A. Jinnah als Governor-General an die Regierung gelangten
Muslim League aus. Große Schwierigkeiten ergaben sich für die Muslim-Liga aus dem bis zur
Staatsgründung in ihren Reihen fehlenden Konsens über Form und Inhalt des zu errichtenden
Staatswesens.6 Ungelöst blieben u.a. auch die Probleme der Nivellierung regionaler
Differenzen innerhalb der Partei sowie der Amtssprache/n für den jungen Staat, über die große
Unklarheiten in der ML bestanden.7 Innerhalb der Partei waren die Widersprüche zwischen
säkularen und religiösen Kräften sowie den aus den muslimischen Minderheitenregionen
Indiens stammenden Parteiführern und den leitenden Funktionären der ML in den
muslimischen Mehrheitsregionen auffällig, vor allem in der Auseinandersetzung über die
zunehmende Zentralisierung der Macht durch die bzw. in der Parteispitze. Als sehr
problematisch für die ML erwies sich darüber hinaus der Umstand, daß ihre
Organisationsstrukturen hinter ihrem wachsenden politischen Einfluß und ihrer zunehmenden
Popularität zurückgeblieben waren.8

Hatte Jinnah einen säkularen Staat westlicher Prägung, d.h. eine parlamentarische Demokratie
vor Augen, dessen Legitimationsgrundlage die einigende Kraft des Islam sein sollte9,
bevorzugte eine beträchtliche Anzahl Parteifunktionäre und islamischer Würdenträger bzw.

some of Pakistan’s persistent political problems. In: Wilson, A. J.; Dalton, D. (eds.), The states of
South Asia : problems of national integration, essays in honour of W. H. Morris-Jones. London [u.a.],
Second impression 1989, S. 29
5
ALI, T., Can Pakistan survive? : the death of a state. Harmondsworth [u.a.] 1983, S. 41
6
AMIN, T., a.a.O., S. 67. - Das Problem ist wohl nach wie vor ungelöst: „Historical evidence
suggests that the rallying cry of Islam was a vital factor which contributed to the creation of Pakistan;
yet, more than thirty years of the establishment of the state, Pakistanis have not yet reached a clear
and democratic consensus as to the kind of Islamic political system that they should set up.“
SAYEED, KH. B., a.a.O., S. 27
7
AMIN, T., a.a.O., S. 67 - „Neither Jinnah (as Governor-General) nor Liaqat Ali Khan (as his prime
minister) spoke any of the languages of the country’s provinces. Liaqat spoke Urdu, but Jinnah’s first
language was English.“ ALI, T., a.a.O., S. 41
8
AMIN, T., a.a.O., S. 68
9
Nicht zu übersehen ist in den Äußerungen Jinnahs dabei eine gewisse Ambivalenz zwischen
islamischen und säkularistischen Prinzipien. So erklärte er hinsichtlich der Beratung der
wirtschaftlichen Grundlagen eines zukünftigen Muslim-Staates: „Our ideal should not be capitalistic,
but Islamic and the interests of the welfare of the people as a whole should be kept constantly in
mind.“ TALBOT, I., Planning for Pakistan : the Planning Committee of the All-India Muslim League
1943 - 46. In: Modern Asian Studies, Cambridge [u.a.], 28(1994)4, S. 881

3
Gelehrter (Ulema) einen auf ausschließlich islamischen Prinzipien beruhenden Staat. Darüber
hinaus gab es Bemühungen einer Minderheit, einen sozialistisch orientierten Staat zu
schaffen.

Nachdem sich die Kräfte um Jinnah und Liaqat Ali Khan durchgesetzt hatten, wurde zunächst
ein Parlamentssystem britischer Prägung installiert, d.h. die von der Kolonialmacht
hinterlassenen politisch-administrativen Strukturen wurden weitgehend unverändert
übernommen.10 Es wurde der Versuch unternommen, aus der pakistanischen Gesellschaft eine
einheitliche Nation mit dem Islam als Legitimationsgrundlage zu modellieren. Die oben
bereits erwähnten konzeptionellen und strukturellen Probleme innerhalb der Muslim-Liga
flossen respektive in das politische System Pakistans ein und wurden zum Ausgangspunkt
weiterer Konflikte, nunmehr auf nationaler Ebene (wobei insbesondere der Konflikt zwischen
Punjabis und Bengalis, also dem Westteil und dem Ostteil des Landes manifest und zum
beherrschenden innenpolitischen Konflikt wurde) sowie in den bzw. zwischen den Provinzen
(als Auseinandersetzung von Sindhis und Nicht-Sindhis [mit den Muhajir, den zunehmend
nach Sind immigrierenden Paschtunen und Baluchen], Punjabis und Paschtunen, Punjabis und
Baluchen).11 Bemerkenswert ist, daß es in Westpakistan kaum zum offenen Auftreten ethno-
nationalistischer bzw. ethno-regionalistischer Bewegungen gegen die Zentralregierung kam,
solange das parlamentarische System funktionierte und eine Anteilnahme der Provinzen, d.h.
von Vertretern der diversen ethnischen Gruppen, an der Ausübung an der Macht gewährleistet
werden konnte.12
Die Verwirklichung des angestrebten Einheitsstaates Pakistan (Entwicklung eines
pakistanischen Nationalbewußtseins, eines nationalen politischen und administrativen
Systems, die Schaffung der Grundlagen einer nationalen Ökonomie sowie der Aufbau
nationaler Streitkräfte) setzte in der Auffassung der herrschenden Elite (die zu einem große
Teil eben aus den muslimischen Minderheitsregionen Indiens stammte) in wachsendem Maße
die Konzentration der politischen Vollmachten bei der Zentralregierung, d.h. ihrem britisch
geprägten und geschulten administrativen/bürokratischen Apparat, voraus. Dies führte dazu,
daß föderale Prinzipien nach und nach zurückgestellt wurden. Die Folgen waren

10
SAYEED, KH. B., a.a.O., S. 28
11
AUMÜLLER spricht vom „synthetische[n] Charakter Pakistans als nationalstaatliche Einheit“ als
Ursache für die Anfälligkeit gegenüber ethnisch-regionalistischen Konflikten. AUMÜLLER, J.,
Ethnischer Regionalismus und Islam : Das Problem der politischen Legitimität in Pakistan unter
Bhutto und Zia-ul Haq. In: Ethnizität und Gesellschaft : Occasional Papers; 8. Berlin 1988, S. 19
12
AMIN, T., a.a.O., S. 78

4
schwerwiegend. „The Muslim League leaders, faced both with the internal problems and the
external threats, chose to rely on the civil service and the military. The thrust of the state
elite’s policies, in the initial years, was to strengthen the state structure as soon as possible,
primarily focussing on the army and bureaucracy. The underlying assumption was that once a
structure was built speedily, nation-building would take care of itself.“13 Der militärische und
der administrativ-bürokratische Komplex, dominiert von Punjabis und Muhajirs,
kristallisierten sich zunehmend als die einzigen stabilen Institutionen des politischen Systems
heraus und wurden schließlich zu dessen Brennpunkt - eine Entwicklung, die nicht zuletzt
durch den frühen Tod Jinnahs, die Ermordung Liaqat Ali Khans, das Auf-der-Stelle-Treten
der Verfassunggebenden Versammlung, das Ausbleiben allgemeiner demokratischer Wahlen
und die voranschreitende Paralysierung der ML durch das Unvermögen, auf die regionalen
Spezifika in den Provinzen angemessen zu reagieren, begünstigt wurde. Der Verlust der
politischen Legitimität der Muslim-Liga infolge ihrer zunehmend repressiven Innenpolitik
(wie z.B. der umfassenden Benachteiligung Ostpakistans) und die Übernahme der Macht
durch den ehemaligen Verteidigungsminister Iskandar Mirza unter Beihilfe des Militärs 1955
sowie schließlich die Machtübernahme durch das Militär selbst 1958 (durch den
Oberkommandierenden der Streitkräfte Ayub Khan) waren die Konsequenzen einer
stagnierenden innenpolitischen Entwicklung, die bereits im April 1954 zur Wahlniederlage
der Muslim-Liga in Ost-Bengalen sowie im Oktober 1954 zur Auflösung der
Verfassunggebenden Versammlung und zu der Verhängung des Ausnahmezustandes geführt
hatte. Auch die Auseinandersetzungen um die One-Unit in Westpakistan, die von vielen als
Versuch vor allem der Punjabis, ihre Dominanz daselbst zu festigen, perzipiert wurde, sind
deutliche Indikatoren für die Krise der Staatsgründungsidee und der Muslim-Liga.
Die am 23. März 1956 verabschiedete Verfassung erklärte Pakistan zur Islamischen Republik,
deren erster Präsident Iskandar Mirza mit umfangreichen Vollmachten ausgestattet war.
Inhaltlich institutionalisierte sie nicht zuletzt die „political discrimination of the Bengalis, by
denying them the weight they should have had as a majority of the population.“14
Die Machtergreifung der Militärs 1958 ist nach T. ALI schließlich die Folge des
Unvermögens des bürokratischen Apparates, eine arbeits- und lebensfähige Partei der
herrschenden Klasse hervorzubringen.15 Die Innenpolitik der Militärregierung unter Ayub16,

13
Ebenda
14
ALI, T., a.a.O., S. 49
15
ALI, T., a.a.O., S. 62
16
S. hierzu die Memoiren von AYUB KHAN, Erinnerungen und Bekenntnisse. Tübingen [u.a.] 1968,
v.a. die Kapitel VIII und XI
5
ab 1962 auf Grundlage einer auf ihn zugeschnittenen Präsidialverfassung sowie des indirekten
Wahlsystems („basic democracy“), verfolgte ein strikte Modernisierung westlicher Prägung.
Entsprechend den daraus abgeleiteten administrativen „Bedürfnissen“ favorisierte Ayub eine
streng zentralisierte Regierung, wobei er dafür sorgte, daß entscheidende Positionen im Civil
Service of Pakistan durch Armeeoffiziere besetzt werden konnten. In der Auffassung, daß der
Staat Pakistan von einer säkularen liberalen Mittelschicht gewonnen wurde17,
instrumentalisierte er den Faktor Islam unter strenger Kontrolle seiner Regierung (Einrichtung
eines Advisory Council of Islamic Ideology, 1961) unter weitgehendem Ausschluß der
konservativen Ulema, denen er vorwarf, unzureichend auf die Erfordernisse der Moderne
vorbereitet zu sein.18 Obwohl als Paschtune selbst Angehöriger einer ethnischen Minderheit,
ging Ayub Khan konsequent gegen jede Äußerung von Regionalismus und Faktionalismus
vor, negierte die Berechtigung von provinzieller Autonomie mit dem Argument, „that the
Muslim rule in the sub-continent started to decline mainly because of the weakening of the
central authority.“19 Seiner forcierten Entwicklungspolitik im wirtschaftlichen Bereich folgten
jedoch keine praktische Maßnahmen zur Lösung der weiterhin im Land virulenten sozialen
und ethnischen Probleme sowie des grundsätzlichen Gegensatzes zwischen dem Westteil und
dem Ostteil des Landes. Diese waren in großem Maße Folge der Unausgewogenheit eben
jener forcierten kapitalistischen Entwicklung, der Mißachtung regionaler Interessen und
Bedürfnisse und der mangelnden Teilhabe der untersten sozialen Schichten an den in Angriff
genommenen Reformen, wie etwa der Landreform.
Das umfassende Defizit an politischer und wirtschaftlicher Partizipation führte zu einer
breiten demokratischen Volksbewegung, in deren Ergebnis die Macht von Ayub Khan an die
Armeeführung übergeben wurde. Die neue Regierung unter Yahya Khan sah sich unter dem
allgemeinen Druck gezwungen, im Dezember 1970 erstmals in der pakistanischen Geschichte
direkte allgemeine Wahlen auszuschreiben, die von der Awami League unter Führung von
Mujibur Rahman in Ostpakistan überlegen gewonnen wurden. In Westpakistan hieß der
Wahlsieger Zulfikar Ali Bhutto, ehemaliger Außenminister Ayub Khans, der die 1967
gegründete Pakistan People’s Party anführte.
Die Nichtanerkennung dieses Ergebnisses demokratischer Willensbekundung (Bhutto hatte
sich geweigert, die Awami Liga als Mehrheitspartei anzuerkennen, wenn diese ihre
Autonomieansprüche nicht einschränke) bedeutete das Ende des Staates Pakistan in seiner

17
AMIN, T., a.a.O., S. 79
18
ESPOSITO, J. L., a.a.O., S. 337
19
AMIN, T., a.a.O., S. 80

6
ursprünglichen Form und den bisherigen Kulminationspunkt der Krise der Idee von einer
pakistanischen Nation, die bis heute nicht überwunden ist.
Am 26. März 1971 wurde die unabhängige Volksrepublik Bangladesh ausgerufen. Am 17.
Dezember 1971 kapitulierten die Armee-Einheiten der Zentralregierung vor der Übermacht
der ost-bengalischen Befreiungsbewegung Mukti Bahini und indischer Streitkräfte. Yahya
Khan wurde als Staatschef Rest-Pakistans gestürzt.
Zulfikar Ali Bhutto, der mit der Propagierung [s]eines „islamischen Sozialismus“ weite Teile
der unteren sozialen Schichten für seine Politik zu mobilisieren vermochte, wurde am 20.
Dezember 1971 Präsident und Regierungschef des nunmehr auf Sindh, Baluchistan, den
Punjab und die NWFP geschrumpften Pakistan. Vor ihm stand die schwierige Aufgabe, einem
weiteren Zerfall des Landes entgegenzuwirken, seine Legitimation als Regierungschef unter
Beweis zu stellen, die angeschlagenen politischen Institutionen des Staates neu zu formieren,
seine Wirtschaft wiederherzustellen und seine Außenbeziehungen entsprechend den neuen
Gegebenheiten zu ordnen.20 Die vorgefundenen Strukturen der pakistanischen Streitkräfte und
ihre Funktion beließ er weitgehend unangetastet.21 Das Ergebnis der Wahlen von 197022
beeinflußte Bhuttos Politik dahingehend, daß er zunächst eine mehr föderalistische Politik
verfolgte, um seine Regierung auch in den Minderheitsprovinzen Baluchistan und NWFP zu
legitimieren. War es ihm zunächst gelungen, die Zustimmung der National Awami Party zu
seinem Verfassungsentwurf zu erlangen (April 1973) und einen großen Teil der sindhischen
und punjabischen Grundbesitzer für sich einzunehmen, wurde zunehmend jedoch deutlich,
daß „im Mittelpunkt seiner Regionalismuspolitik nicht das Gewähren autonomer Freiheiten
für die einzelnen Provinzen stand, sondern eine effektive Zentralisierung des Staates im Sinne
eigener Machtentfaltung.“23 Trotz einiger Reformversuche im Agrar-, Finanz- und
Versicherungs- und Großindustriesektor (Verstaatlichung einiger Großunternehmen im
produzierenden Bereich, der Banken und Versicherungsgesellschaften) gelang es Bhutto nicht,
die weiterhin andauernden sozialen Spannungen abzubauen, denen er in wachsendem Maße
autoritär und repressiv begegnete. Seine Landreformansätze veränderten die Struktur des

20
ALI, T., a.a.O., S. 101
21
Daran änderte auch die Abberufung von Armee-Chef Gul Hasan, dem Luftwaffen-General Rahim
u.a. führenden Militärs nichts. ALI, T., a.a.O., S. 99
22
Die PPP erreichte in der Wahl zur Provinzversammlung von Punjab 119 Sitze (von 186), 30 (von
62) in Sind, 3 (von 42) in der NWFP und keinen einzigen (von 21) in Baluchistan. Zit. nach
AUMÜLLER, J., a.a.O., S. 29
23
AUMÜLLER, J., a.a.O., S. 40. - Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch an die Auflösung der
Provinzregierungen in Baluchistan und der NWFP durch Bhutto 1973 und den Bürgerkrieg in
Baluchistan 1973 bis 1977.

7
landwirtschaftlichen Sektors grundsätzlich nicht, die Förderung des staatlichen Sektors führte
nicht zum erhofften Investitions-, Arbeitsplatz- und Produktionszuwachs. Dennoch gelang
ihm mit der PPP bei den Parlamentswahlen im März 1977 erneut ein Sieg. Einmal mehr führte
jedoch die Nichtanerkennung eines Wahlergebnisses, diesmal durch die oppositionelle
Pakistan National Alliance unter dem Vorwurf von massiver Wahlfälschung, zu einer
politischen Krise, infolge derer erneut das Militär unter dem Chief of Staff Zia-ul Haq am 05.
Juli 1977 die Macht übernahm und das Kriegsrecht verhängte.
Zia’s politisches Ziel war es, den bislang unklaren Begriff einer pakistanischen Identität durch
eine umfassende Islamisierung aller gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereiche
Pakistans mit Leben zu füllen und ihm eine nachhaltig islamische Prägung zu geben. Zia-ul
Haq begründete die Legitimität seiner Regierung damit, „that it was the duty of Pakistanis as
Muslims to obey his government because it was pursuing Islamic principles.“ 24 Sich auf den
Koran und Überlieferungen des Propheten Muhammad berufend, ging er davon aus, „that as
long as the head of state followed the injunctions of Allah and his prophet, obedience became
mandatory for his subjects.“25 Gestützt auf das Militär bemühte sich Zia, eine, wie er sie
verstand, unitäre „islamische Demokratie“ unter Ausschluß politischer Parteien zu
modellieren, die eine pakistanische (=islamische) Identität (basierend auf dem panislamischen
Einheitskonzept der Ummah) hervorbringen und letztendlich die ideologische Legitimität
seines Militärregimes begründen sollte26, obwohl ihn seine Islamisierungspolitik wiederholt in
Konflikt mit der schiitischen Bevölkerungsminderheit brachte.27 Sein praktisches
tagespolitisches und strategisches Handeln, wie etwa die nachdrückliche Bevorzugung des
Urdu vor den regionalen Sprachen, verdeutlicht, daß sein Konzept kaum Platz für einen
multinationalen, wahrhaft föderalen Staatsaufbau mit regionaler bzw. lokaler Autonomie
ließ.28

24
SAYEED., KH. B., Pakistan in 1983 : internal stresses more serious than external problems. In:
Asian Survey, Berkeley, 24(1984)2, S. 220. - Vgl. auch RIZVI, H.-A., The paradox of military rule in
Pakistan. In: Asian Survey, Berkeley, 24(1984)5, S. 538
25
SAYEED., KH. B., Pakistan in 1983... ., a.a.O., S. 220
26
AMIN, T. spricht von einer „modifizierten Version“ des Ayub-Regimes (a.a.O., S. 168). - „Zias
Regime unterscheidet sich von den ersten beiden Militärdiktaturen in Pakistan dadurch, daß Zia
bewußt auf eine ideologische Legitimierung rekurriert, um die Massen in Pakistan in sein Regime
einzubinden. ... Diese Absicht, ..., ist jedoch gescheitert. Der pakistanische Staat verkörpert unter Zia
faktisch die autoritäre Variante eines islamischen Gesellschaftssystems und ist durch eine repressive
Politik gekennzeichnet.“ AUMÜLLER, J., a.a.O., S.91 f.
27
S. AHMED, M. D., Islamisierung in Pakistan. In: Conrad, D.; Zingel, W.-P. (eds.): Pakistan :
zweite Heidelberger Südasiengespräche. In: Beiträge zur Südasienforschung; 150. Stuttgart 1992, S.
71 f.
28
AMIN, T., a.a.O., S. 171 f.; AUMÜLLER, J., a.a.O., S. 52

8
Oben dargestellter Überblick über die wichtigsten Entwicklungslinien der Staatsidee und des
Staates Pakistan selbst erlauben m. E. folgendes kurzes Resümee: Das zunächst in Kraft
gesetzte föderale parlamentarische System litt darunter, daß es nicht gelang, einen
gesellschaftsübergreifenden Konsens über dieses Staatswesen Pakistan zu erzielen.29
Gleichzeitig begriff die staatliche Elite die ethnische, regionale und soziale Fragmentation der
pakistanischen Gesellschaft als Herausforderung der Staatsmacht, der sie (häufig genug
repressiv) durch verstärkte Zentralisierung der politischen Entscheidungsfindung zu begegnen
suchte, was wiederum ihre Legitimität in den Augen der Betroffenen nachhaltig in Frage
stellte. Eine nicht unwesentliche Rolle für die Bevorzugung der Zentralinstanzen dürfte sicher
die perzipierte Bedrohung Pakistans durch den Nachbarn Indien gespielt haben. Das
Bemühen, regionale Identitäten in eine einheitliche pakistanisch-nationale Identität
umzuformen bzw. umzuleiten, wurde nicht von demokratischer Willensbekundung
mitgetragen, sondern von oft autoritären Maßnahmen, wie etwa der Festlegung des Urdu als
einziger nationaler Amtssprache (neben der „Zwischenlösung“ Englisch). Von einer, wie auch
immer formulierten, von allen ethnischen und sozialen Gruppen getragenen und gelebten
„pakistanischen Identität“ kann nach wie vor keine Rede sein. Die islamische Religion hat
nicht die Rolle eines Katalysators solch einer nationalen Identität erfüllen können. Es ist
insgesamt auch nicht gelungen, ein politisches System zu entwickeln, welches auch nur
annähernd in der Lage ist, unterschiedliche politische Interessen angemessen zu befriedigen
und politische Konflikte gewaltlos zu schlichten bzw. zu lösen.

II.
„Looking at the broad picture, ..., there is more than enough evidence in the historical
record to account for the depth and power of Pashtun nationalism. Long before the
British arrived on the scene, the Pashtuns were fighting to preserve their identity
against the onslaughts of advancing Moghul emperors who ruled precariously over the
areas west from the Indus from their capital in Delhi. The ideologists of Pakistani
nationalism exalt the memory of Akbar and Aurangzeb as the symbols of a lost Islamic

29
Mitunter stellt sich ohnehin die Frage, ob ein solcher gesellschaftsübergreifender Konsens
überhaupt im Sinne der herrschenden staatlichen Elite war bzw. sein konnte.

9
grandeur in South Asia. For the Pashtuns, however, the Moghuls are remembered
primarily as the symbols of past oppression.“30

Der paschtunische Regionalismus bzw. die prononcierte Ablehnung (zentral-)staatlicher


Autorität und das Beharren auf tribaler Autonomie seitens der Paschtunen sind keine
historisch neuen Erscheinungen. Mit ihnen sahen sich nicht nur die indischen Moghul-
Herrscher konfrontiert, sondern praktisch sämtliche Herrschaften/Dynastien, die versuchten,
die paschtunischen Stämme in ihren politischen Herrschafts- bzw. Einflußbereich
einzubeziehen. Dies betrifft jeweils in verschiedenem Maße bis in die jüngste Vergangenheit
alle afghanischen Herrscher (seien es die Durrani-Dynastien, die Republik Dauds oder die
DVPA-Regierung) aber auch die britische Kolonialmacht in Indien und den Staat Pakistan.
Kriterium für das Verhältnis der Paschtunen zu der entsprechenden Instanz war bzw. ist dabei,
in welchem Umfange es den jeweiligen Machthabern gelang (gelingt) bzw. nicht gelang
(gelingt), sofern überhaupt beabsichtigt, den Interessen der paschtunischen Stämme, d.h. der
Stammeseliten, Rechnung zu tragen.

In der seit 1901 als administrative Einheit bestehenden Nord-West Frontier Province31
existierte seit 1929 die von Khan Abdul Ghaffar Khan32 gegründete Organisation Khudai
Khidmatgar („Diener Gottes“, von den Briten wegen ihrer Uniformen „Red Shirts“
genannt).33 Die Bewegung erwuchs aus dem Widerstand gegen die ursprüngliche Ablehnung
der Briten, der strategisch wichtigen NWFP politische Reformen ähnlich wie in anderen
Teilen der Kronkolonie Indien zuzugestehen34 sowie gegen die konsequente Vernachlässigung
der wirtschaftlichen Entwicklung der Region seitens der Kolonialmacht und liierte sich seit
1930 (Bewegung des Zivilen Ungehorsams) zunehmend mit dem Indian National Congress.
Die Khudai Khidmatgar waren eine paschtunisch-nationalistische Organisationen, die sich
beinahe ausschließlich auf die paschtunisch besiedelten ruralen Gebiete der zentralen Distrikte

30
HARRISON, S. S., Ethnicity and the political stalemate in Pakistan. In: Banuazizi, A.; Weiner, M.,
a.a.O., S. 285
31
Sie war bis dahin administrativ in den Punjab eingegliedert.
32
Zur Person Abdul Ghaffar Khans s. u.a. TENDULKAR, D. G., Abdul Ghaffar Khan : faith is a
battle. Bombay 1967; CHAND, A., India, Pakistan and Afghanistan : a study of freedom struggle and
Abdul Ghaffar Khan. New Delhi 1989.
33
S. u.a. JANSSON, E., The Fontier Province : Khudai Khidmatgars and the Muslim League. In:
Low, D. A. (ed.), The political inheritance of Pakistan. London [u.a.] 1991; S. 194 - 217. Interessant
ist JANSSONS Hinweis auf die Organisation „Afghan Jirga“, die Abdul Ghaffar Khan ebenfalls 1929
ins Leben rief, aber von den Khudai Khidmatgar recht bald verdrängt wurde (a.a.O., S. 202 f.).

10
der NWFP stützte.35 Ihre Führung lag in den Händen mittlerer Grundbesitzer, und sie verfügte
über eine eigene Zeitung. In dieser Periode wurde ein unabhängiger/autonomer Staat
Paschtunistan in ihren Zielerklärungen nicht erwähnt, vielmehr spricht sich die Bewegung für
eine Provinzautonomie in einem all-indischen Kontext aus.36
Nach Bekanntwerden der Teilungspläne für den indischen Subkontinent, trat ein Großteil der
paschtunischen Stammeselite37, die Massenorganisation Khudai Khidmatgar hierfür
mobilisierend, in der Nordwest-Grenzprovinz für ein Selbstbestimmungsrecht auf nationaler
anstelle religiöser Grundlage ein und forderte ein Referendum, das über die Zukunft der
NWFP entscheiden sollte. Außer der Frage nach Anschluß an Indien oder Pakistan wurde
ausdrücklich die Optionsmöglichkeit für ein unabhängiges Paschtunistan eingefordert.
Hintergrund hierfür war u.a. die Befürchtung Abdul Ghaffar Khans, daß ein Staat Pakistan
eine Dominanz von Nicht-Paschtunen gegenüber Paschtunen bedeuten würde.38 Die britisch-
indische Kolonialadministration lehnte diese Forderung strikt ab, ebenso die Vertreter
Muslim-Liga.39 Ließ sich erstgenannte hierbei nicht zuletzt von geo-strategischen Interessen
leiten (ein stabiles, starkes Pakistan als regionales Gegengewicht zu Indien und der UdSSR),
gingen letztere offensichtlich davon aus, die paschtunischen Stämme mit dem Argument des
Islam in ihren zukünftigen Staat integrieren zu können.40
Der Widerspruch der jeweiligen Interessenlagen, d.h. die Ablehnung der Teilungspläne für
Indien unter religiösen Gesichtspunkten durch die Organisation Ghaffar Khans einerseits und
die Ablehnung der Briten, ein Referendum über ein unabhängiges Paschtunistan zuzulassen,
fand seinen Ausdruck am 21. Juni 1947 in der Bannu-Resolution, verabschiedet von einer
Zusammenkunft von paschtunischen INC-Mitgliedern, Funktionären der Khudai Khidmatgar,
Mitgliedern der NWFP-Provinzversammlung und Vertretern einzelner paschtunischer
Stämme, die die Forderung nach einem „freien Staat der Paschtunen ..., dessen Verfassung auf
islamischen und republikanischen Prinzipien sowie auf Gleichheit und nationaler
Gerechtigkeit beruhen soll“41, postulierte.

34
Die Montagu-Chelmsford-Reformen wurden beispielsweise erst seit 1932 auch auf die NWFP
ausgedehnt.
35
JANSSON, E., a.a.O., S. 203
36
AMIN, T., a.a.O., S.69
37
Eine Anzahl paschtunischer Großgrundbesitzer und Stammesführer arbeitete mit der britischen
Kolonialverwaltung zusammen und erhielt von dieser z.T. umfangreiche Subsidien.
38
AMIN, T., a.a.O., S. 74
39
DJAN-ZIRAKYAR, R. R., Stammesgesellschaft, Nationalstaat und Irredentismus am Beispiel der
Paschtunistanfrage. Frankfurt am Main 1978, S. 147
40
Ebenda und ff.
41
DJAN-ZIRAKYAR, R. R., a.a.O., S. 152

11
Das Referendum, zu dem schließlich die Wähler der Nordwest-Grenzprovinz zwischen dem
06. und dem 16. Juli 1947 aufgerufen waren, forderte zur Entscheidung für einen Anschluß an
Indien oder Pakistan auf. Die Forderung nach einer paschtunischen Eigenstaatlichkeit wurde
von den Briten abgelehnt, die Frage nach einem unabhängigen oder auch nur autonomen
Paschtunistan stand dementsprechend bei diesem Referendums nicht zur Debatte. Die Khudai
Khidmatgar riefen daraufhin zum Boykott des ihrer Auffassung nach undemokratischen
Referendums auf. Da sie in Allianz mit dem Indian National Congress bereits 1937 und 1946
die Wahlen zur Provinzversammlung hatten gewinnen können, nahmen sie offensichtlich an,
das Referendum hierdurch überflüssig zu machen. Im Nachhinein wird deutlich, daß der
Boykott im Sinne der eigentlichen Ziele der Khudai Khidmatgar nur als Fehlentscheidung
bewertet werden kann, wenn auch der Anschluß der NWFP an Pakistan schließlich nur von
einem Minderheitenvotum getragen wurde. Tatsächlich nahmen nur etwa 51 % aller
Stimmberechtigten daran Teil, von ihnen stimmten jedoch beinahe 99 % für Pakistan42,
woraufhin die NWFP daselbst eingegliedert wurde. Die aus den Wahlen von 1946
hervorgegangene NWFP-Provinzregierung wurde von der (neuen) pakistanischen Regierung
aufgelöst; der NWFP-Chief Minister Dr. Khan Sahib, Mitglieder seines Provinzkabinetts und
eine große Anzahl von Aktivisten der Khudai Khidmatgar wurden in Haft genommen.
In den ersten Jahren nach der Entstehung des unabhängigen Pakistan, entwickelte die
Bewegung der Khudai Khidmatgar ihre Vorstellung von einem unabhängigen Paschtunistan
weiter, hin zu einem Konzept, das eine provinzielle Autonomie der NWFP, die man nunmehr
mit Paschtunistan (als Territorium) synonym dachte, innerhalb des pakistanischen Staates. Die
Interaktion zwischen staatlicher Elite und der paschtunischen (ethnischen/nationalen) Elite
reproduzierte immer wieder die gegenseitigen Feindbilder, Animositäten und
Bedrohungsperzeptionen. 1948 wurde schließlich die Organisation der Khudai Khidmatgar in
die Illegalität verbannt, woraufhin Abdul Ghaffar Khan, der selbst mehrfach verhaftet wurde
noch im selben Jahr die People’s Party (mit) ins Leben rief. Ihr Programm beinhaltete als

42
AHMED, M.D., Pakistanisch-afghanische Beziehungen. In: Newman, K. J. (ed.), Pakistan : 35
Jahre nach der Staatsgründung - Staatskonzept und islamisches Selbstverständnis,
Sicherheitsprobleme, Wirtschafts- und Entwicklungspolitik. In: Schriftenreihe des Deutsch-
Pakistanischen Forum e.V.; 6. Hamburg 1983, S. 221. - „At that time, there was restricted suffrage -
only 15 per cent of the total population of the NWFP were voters. Out of total 5,37,000 voters,
2,93,000 had cast their votes. Of the total valid votes polled, 2,89,000 voted in favour of Pakistan. It
indicated that only 49 per cent of the total electorated endorsed the proposal for accession of the
Province to Pakistan. ... the British accepted it as a democratic decision of the people and tagged the
NWFP to Pakistan.“ CHAKRAVARTY, S. R. The Pashtoon national movement. In: Foreign Affairs
Report, New Delhi, 25(1976)1. S. 3. - DJAN-ZIRAKYAR, R. R., a.a.O., S. 155 nennt das
Referendum im juristischen und demokratischen Sinne „wertlos“.

12
Schwerpunkte die „stabilization and security of Pakistan as a union of Socialist republics,
drawing its sanction and authority from the people through their willing consent; provision of
full and unimpared autonomy for all and establishment of cultural relations with all
neighbouring states, particulary with the Indian nation.“43 Abdul Ghaffar Khan war sich m.E.
sicher (entgegen aller Behauptungen) durchaus bewußt, mit dem Beharren auf Autonomie, die
Existenz Pakistans als Staat aufs Spiel zu setzen. Die ausdrückliche Bezugnahme auf die
sozialistische Ideologie und den Faktor Indien ist m.E. ein Indikator dafür, daß er sich zur
Durchsetzung seiner Autonomieziele Unterstützung seitens Indiens (seiner ehemaligen
Congress-Mitstreiter) und, vielleicht in Anspielung auf deren Interessen im mittel- und
zentralasiatischen Raum, auch der UdSSR erhoffte. Darüber hinaus wurde betont, daß die
Paschtunen eine eigene Nation darstellten und deren genealogischen Beziehungen sie ihren
Blick eher auf Afghanistan richten lassen sollte44, das als ein weiteres Druckmittel auf die
pakistanische Zentrale instrumentalisiert werden konnte.
1957 vereinigten sich die Provinz- bzw. Regionalparteien Sindhs, Baluchistans, Ostbengalens
und der NWFP nicht zuletzt unter dem Eindruck der One-Unit, deren Wiederauflösung
zentraler Programmpunkt wurde, zur National Awami Party (NAP). Trotz eines
gesamtpakistanischen Forderungskatalogs (Anerkennung ethnischer, kultureller, sprachlicher,
geographischer Unterschiede durch das politische System, Ausstieg aus CENTO und SEATO)
behielten die einzelnen parteitragenden Komponenten in den Provinzen ihren ausgesprochen
regionalen Charakter, wobei die NAP in der NWFP die Organisationsstrukturen der Khudai
Khidmatgar übernahm und die politische Führung in den Händen Abdul Ghaffar Khans
Familie (in Gestalt seines Sohnes Abdul Wali Khan) verblieb.45 Unter dem Begriff
Paschtunistan wurde immer mehr eine weitgehende Autonomie der Nordwest-Grenzprovinz
innerhalb eines föderalen Staates Pakistan verstanden. Trotzdem die paschtunische
Autonomiebewegung ihre soziale Basis in den ländlichen paschtunischen Siedlungsgebieten
weitgehend aufrechterhalten konnte, gelang es nur in begrenztem Umfang, unter den jungen,
gebildeten urbanen paschtunischen Mittelschichten Einfluß zu erzielen. Der Hauptgrund

43
[PYARELAL, N., Thrown to the wolves. Calcutta 1966, S.67]. Zit. nach AMIN, T., a.a.O., S. 89
44
Es ist bekannt, daß es in Afghanistan zu teilweise äußerst unfreundlichen Reaktionen auf die
Gründung des Staates Pakistan gekommen war, die (konsequenterweise) darin ihren Ausdruck fanden,
daß Afghanistan in der Vollversammlung der Vereinten Nationen zunächst gegen die Aufnahme
Pakistans hierin stimmte. Diese negative Haltung hatte ihren Ursprung nicht zuletzt darin, daß
Versuche, das Abkommen über die Durand-Linie zur Zeit des britischen Rückzuges aus Indien
zugunsten Afghanistans zu korrigieren (sprich: rückgängig zu machen), sowohl an der unnachgiebigen
Haltung der Briten, aber auch des INC und der ML scheiterten. S. u.a. AHMED, M. D., Pakistanisch-
afghanische Beziehungen.a.a.O., S. 219

13
dafür, daß eine Erweiterung der sozialen Basis hier nicht gelang, liegt darin, daß sich sowohl
der militärische als auch der bürokratische Zentralapparat Nachwuchs ausgerechnet von dort
heranzogen, wo die Autonomiebewegung ursprünglich Einfluß und Vertrauen genoß und ihr
auf diese Weise zumindest teilweise sozialen Nährboden entzog. Eine wachsende Anzahl von
Paschtunen stieg bis in höchste Positionen in Militär und Verwaltung auf (in Gestalt von
Ayub Khan sogar zum Staatschef) und begann dort im Zusammenwirken mit den nach wie
vor überrepräsentierten Punjabis und Sindhis eine politische hochwichtige Rolle zu spielen.
Dies führte u.a. dazu, daß der ständige Rückgriff auf das Argument einer angeblichen bzw.
tatsächlichen Dominanz von Nicht-Paschtunen über Paschtunen an Glaubwürdigkeit verlor
und Ämter in Bürokratie und Militär für einen nicht unerheblichen Teil der jungen gebildeten
paschtunischen Mittelschicht zunehmend attraktiv wurden.
Die landesweite Anti-Ayub-Bewegung Ende der 1960er Jahre wurde zu einem großen Teil
von ethno-nationalistischen bzw. ethno-regionalistischen Bewegungen getragen. Der Grund
dafür liegt in der Wahrnehmung der extrem unausgewogenen wirtschaftlichen Entwicklung
Pakistans als eine Politik zugunsten der Punjabis und zu Lasten der Provinzen. In der NWFP
führt die unzureichende agrarische und industrielle Entwicklungspolitik Ayubs und die
Benachteiligung/Vernachlässigung des Paschto im Bildungswesen zu einem Aufbegehren
gegen die Zentrale und zur Wiederbelebung regionalistischer Forderungen (im Sinne des
Einklagens von auf die Spezifik Bedürfnisse der NWFP als Region eingehender
entwicklungspolitischer [wirtschaftlicher und sozialer] Maßnahmen). Da sich die Paschtunen
aber „sich im Gegensatz zu Belutschen nicht vollständig vom dominierenden Punjabi-
Muhajir-Establishment entfremdet fühlten“46 - schließlich nahmen sie ja in einem gewissen
Umfang an diesem selbst Teil und fand es bei ihnen in bestimmten Maße eine wachsende
Akzeptanz - blieben ihre Ansprüche vergleichsweise moderater als die der im politischen
System Pakistans völlig unterrepräsentierten Baluchen.
Die ständige Kritik politischer und wirtschaftlicher Dominierung der NWFP durch Nicht-
Paschtunen hielt die NAP Anfang der 1970er Jahre dementsprechend nicht davon ab, bis zu
einem bestimmten Grad den Weg frei zu machen für punjabische u.a. Investitionen in der
Provinz und Urdu zur offiziellen Sprache auch der NWFP zu erklären. Im Kontext zu Bhuttos
zunächst auf Ausgleich und Legitimationsbegründung seiner Herrschaft bedachten föderalen
Politik wird deutlich, daß die Autonomiebewegung in der NWFP zu diesem Zeitpunkt
weniger von ethnisch-nationalistischen, als vielmehr wirklich regionalen Interessen bzw.

45
AMIN, T., a.a.O., S. 89

14
Bedürfnissen geprägt ist. Ein Indiz hierfür ist u.a. die Tatsache, daß die 1973 von Muhammad
Daud nach dem Sturz der Monarchie in Afghanistan wiederaufgenommene Paschtunistan-
Propaganda (im Sinne eines Paschtunistans unter afghanischer Hegemonie) in der Nordwest-
Grenzprovinz kaum auf fruchtbaren Boden fiel und Daud - nicht zuletzt in Folge davon - statt
dessen einen Ausgleich mit Bhutto zu suchen gezwungen war.47
Die radikale Abwendung Bhuttos von seiner relativ moderaten Politik gegenüber der NWFP,
vor allem aber gegenüber Baluchistan, folgte außen-, wirtschafts- und militärpolitischen
Erwägungen48 und erschütterte Bhuttos Legitimation nachhaltig. Wali Khan bevorzugte als
Repräsentant paschtunischer ruraler und urbaner Mittelschichten eine Entwicklungspolitik in
der NWFP, die einen von Paschtunen dominierten privaten Sektor zum Motor haben sollte,
der die Dominanz der Punjabis verringern sollte. Er vertrat die Auffassung, daß dieses
punjabische Übergewicht direkte Folge der vom Zentrum kontrollierten Entwicklungspolitik
sei.49 Es ist evident, daß es also weniger um einen „reinen“ politischen Interessenkonflikt
zwischen einer Provinz und der zentralstaatlichen Instanz geht, sondern es sich nicht zuletzt
um einen Konflikt von miteinander konkurrierenden Angehörigen einundderselben
wirtschaftlichen Schicht50 - freilich unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit - handelt. In
der Auseinandersetzung werden aber eben diese ethnischen Unterschiede als politisches
Instrument benutzt und wirtschaftliche und soziale Interessen „ethnisch“ formuliert und
begründet. Es handelt sich entsprechend bei der paschtunischen Autonomiebewegung (sofern
dieser Terminus hierfür überhaupt angebracht ist) zu dieser Zeit nicht um eine politisch-
nationalistische (Unabhängigkeits-)Bewegung, sondern um eine dezidiert die wirtschaftlichen
und sozialen Interessen der regionalen Elite (der Paschtunen) innerhalb des bestehenden
politischen Rahmens vertretende Bewegung.
Nach dem Putsch Zia-ul Haqs 1977 und dem Verbot politischer Parteien war die Situation in
der Nordwest-Grenzprovinz vergleichsweise ruhig. Die sonst üblichen Dissonanzen zwischen
den Zentralinstanzen und der Provinz wurden durch das Kriegsrecht und die autoritäre
Islamisierungspolitik Zia’s „aufgefangen“. Auch wurden nach der Saur-Revolution 1978 in
Afghanistan einmal mehr die militär-strategische Bedeutung der Nordwest-Grenzprovinz und
entsprechende Interessen der Zentralregieung augenfällig. Der seit der militärischen Invasion

46
AUMÜLLER, J., a.a.O., S. 47
47
Hinzufügen könnte man hier u.U. auch den Umstand, daß die Paschtunen nach/während der
Sezession Ost-Bengalens die „Gunst der Stunde“ nicht genutzt hatten.
48
AUMÜLLER, J., a.a.O., S. 48 f.
49
SAYEED, KH. B., The historical origins ... . a.a.O., S. 37
50
Ebenda

15
der Sowjetunion in Afghanistan (seit Dezember 1979) extrem angewachsene Zustrom von
Flüchtlingen nach Pakistan (zum großen Teil in die NWFP) war nicht nur Auslöser einer
verwandtschaftlich determinierten Solidarität zwischen den Paschtunen beiderseits der
Durand-Linie sondern auch einer islamisch formulierten Solidarität, die sich stark auf die
politische Situation in der NWFP auswirkte. Dies äußerte sich in den Schwierigkeiten, welche
sich für große Teile der pakistanischen Paschtunen in den Fragen nach ihrer politischen
Vorgehensweise bezüglich der Zentralregierung sowie vor allem nach ihrer Haltung (sprich:
Abgrenzung) gegenüber den als Bedrohung wahrgenommenen Geschehnissen im Nachbarland
seit dem April 1978 (und erst recht nach dem Einmarsch der sowjetischen Streitkräfte)
eröffneten: „By campaigning against the military regime, they tought they might play into the
hands of their external enemies.“51 Die Regierung Zia nutzte diese Situation, um den inneren
Druck auf das eigene politische System entsprechend abzuleiten52, zumal es trotz aller
Beistandsbemühungen im Laufe der Zeit zu wiederholten, teilweise heftigen Spannungen
zwischen den afghanischen Flüchtlingen und der einheimischen Bevölkerung gekommen ist.53
Die umfassende Unterstützung der pakistanischen Führung für den afghanischen Widerstand
war aber auch Produkt der Erkenntnis, daß davon nicht nur das Überleben der afghanischen
Widerstandsbewegung sondern nicht zuletzt die Integrität Pakistans selbst in großem Maße
abhängt.54 Während des Anhaltens des Krieges in Afghanistan wurde deutlich, daß die Sorge,
daß die afghanischen (paschtunischen) Flüchtlinge der Autonomiebewegung in der NWFP
Zulauf und Auftrieb verschaffen könnten, von der Sorge um deren (Nicht-)Rückkehr in ihre
Heimat und den damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Problemen verdrängt bzw.
zumindest überlagert wurde. Das Andauern des Krieges in Afghanistan verschlechtert die
Möglichkeiten für eine Flüchtlingsrepatriierung55 und schafft neues Konfliktpotential im
Inneren Pakistans, dessen Folgen für den Fall eines Umschlagens in einen offenen Konflikt
für Menschen und politisches System verheerend sein werden. Unter dieser Prämisse war und
ist die Beibehaltung des status quo zwischen Provinz und Zentrale, wie er sich unter den
genannten Bedingungen herauskristallisierte, d.h. die Beibehaltung eines Minimums an

51
SAYEED, KH. B., Pakistan in 1983 ... ., a.a.O., S.224
52
RIZVI, H.-A., a.a.O., S. 552
53
Vgl. u.a. FARR, G. M.; MERRIAM, J. G., Introduction. In: Farr, G. M.; Merriam, J. G. (eds.),
Afghan resistance : the politics of survival. Lahore 1988, S. 8; FARR, G. M., The effect of the Afghan
refugees on Pakistan. In: Baxter, C. (ed.), Zia’s Pakistan : politics and stability in a frontline state.
Lahore [u.a.] 1985, v.a. S. 99 ff.
54
TEGEY, H.; TEGEY, M. E., Foreword. In: Farr, G. M.; Merriam, J. G. (eds.), a.a.O., S. XII
55
Vgl. hierzu u.a. FARR, G. M., The effect ... . a.a.O., S. 106 f.

16
Föderalismus, mittelfristig unabdingbar für den Fortbestand Pakistans als politische, d.h.
staatliche Einheit.

17
Autonomiebestrebungen in der North-West Frontier Province vor dem
Hintergrund des Nationalstaatskonzeptes Pakistan
(bis Mitte der 1980er Jahre)

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