You are on page 1of 26

INHALT

GLAUBE UND LEHRE IN STICHWORTEN

Koran • Hingabe und Friede • Islam als Weg • Islam: auch


eine Lebensweise • Islam ist bewußtes Leben mit Gott

GRUNDÜBERZEUGUNGEN

Grundüberzeugengen ALLAH, der Barmherzige • Keine Mohammedaner •


Islamische Kultur Glaubensartikel und Die Säulen des Islam • Glaube an die
Djhad und toleranz Offenbarungen • Vertrauen auf GOTT • Glaube und Tat •
Familienrecht Reformation = Deformation • Freiheit im Islam • Keine
Islamische
Erbsünde • Keine Bevormundung • Freiheit in Ganzheit •
Wirtschaft
Gewappnet gegen Manipulation • Frömmigkeit und Vernunft •
gestern und heute
Islam: die aufklärerische Religion
anhang
Allah mit schönsten ISLAMISCHE KULTUR
namen
Religiöses und Profanes • Die Moschee ist keine Kirche •
Kultur und Soziales • Kultur im Tauhid • weitgefaßtes
Kulturverständnis • Islam die Stadtkultur • Mystik und Kultur
• Muslime als Erben der Antike • Islam befruchtet die
Kulturen

DJIHAD UND DIE TOLERANZ

AUF DEM WEGEGOTTES

Fluchtburg der Verfolgten • Kein Zwang im Glauben •


Autonomie der Glaubensgemeinschaften • Spiritueller Djihad •
Befriedung durch Gerechtigkeit • Friede als

Ziel der Ethik • Gesetz und Verhaltensnormen •


Der Weg und Wegweiser

FAMILIENRECHT

Schutz der Familie • Bekleidung, Würde, Achtung • Chance für


Männer und Frauen • Familie als staatsfreier Raum

ISLAMISCHE WIRTSCHAFTSGRUNDSÄTZE

Statthalterschaft • Pflicht • Verantwortung • Umweltschutz •


Gerechtigkeit • Beteiligung statt Zinsen • soziale
Verantwortung • Beteiligungswirtschaft • Einschränkungen •
Islam als Alternative • die islamische Umma • Kein Paradies
auf Erden • Wichtig: Gott-Mensch-Beziehung • Träger des
Lichts • kein Rassismus, Nationalismus und Imperialismus

ISLAM GESTERN UND HEUTE

ANHANG

ALLAH HAT DIE SCHÖNSTEN NAMEN

Es gibt keine Gottheit außer Allah, Mohammed ist sein

Prophet.
Ich glaube an Allah und seine Engel und Seine Bücher und
seine Gesandten und an den Jüngsten Tag und die Bestim-
mung in ihrem Guten und Bösen von Allah dem Erhabenen
und die Auferstehung nach dem Tode.

Der Islam versteht sich als die alle vorhergehenden Religionen


vervollkommnende Religion und Lehre. Die islamische
Glaubensgemeinschaft ist durch Allahs letzte Offenbarung an
die Menschen und durch das überlieferte Vorbild des
Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) verpflichtet.

Diese letzte Offenbarung ist der Koran. Im Koran haben


Gottes Botschaften an die Menschheit ihre endgültige Fassung
gefunden. Der Koran wurde durch den Mund des Propheten
Muhammad (Friede sei mit ihm) übermittelt (die Offenbarung
als Verbalinspiration). Der Text gilt
als exakt gesichert. Dem stimmen jetzt auch die
abendländischen nichtmuslimischen Wissenschaftler zu und
schließen damit sinnentstellende Fälschungen aus.

Der Koran ist heute somit einzigartig unter den heute


verfügbaren heiligen Büchern. Die ihm vorangegangenen
Offenbarungen sind entweder nicht wortgetreu überliefert
worden und/oder verlorengegangen.

Der Koran ist authentisches, ewiges Wort Gottes. Er ist die


frohe Botschaft an die Menschheit und von erhabener
Schönheit.

Übersetzungen des Koran gelten als nichtauthentisch.


Mißverständnisse über den Islam beruhen meist auf
sinnentstellenden Übersetzungen.

Das überlieferte vorbildliche Verhalten des Propheten, seine


Äußerungen und Kommentare werden Sunna genannt, die
einzelnen Texte sind die Hadithe.

Islam selbst bedeutet freiwillige Hingabe an Gott. Diese


Hingabe bewirkt den inneren Frieden im Herzen der
Gläubigen. In dem Wort
Islam steckt die gleiche Wortwurzel wie in Salam = Friede.

Der Islam erfaßt den ganzen Menschen in allen seinen


Lebensbereichen. Islam ist auch „bewußtes Leben mit Gort".
Damit ist der Islam eine Lebensweise.

Der Islam als Weg bietet dem Menschen die Möglichkeit,


entgegen den Entfremdungstendenzen der sog. modernen
Welt zu sich selbst zu finden und seine individuellen
Fähigkeiten zu verwirklichen und voll zur Entfaltung zu
bringen. Islam ist der Weg der Höherentwicklung und
Veredelung des Menschen, der Weg in Richtung auf Gott und
zur Wahrheit. Er ist eine Chance, mit sich selbst, mit seiner
Umwelt und mit Gott in Harmonie zu leben und inneren wie
äußeren Frieden zu finden.
GLAUBE UND LEHRE

Koran • Hingabe und Friede • Islam als Weg •

Islam: auch eine Lebensweise •


Islam ist bewußtes Leben mit Gott

Es gibt keine Gottheit außer Allah, Mohammed ist sein

Prophet.

Ich glaube an Allah und seine Engel und Seine Bücher und
seine Gesandten und an den Jüngsten Tag und die Bestim-
mung in ihrem Guten und Bösen von Allah dem Erhabenen
und die Auferstehung nach dem Tode.
Der Islam versteht sich als die alle vorhergehenden Religionen
vervollkommnende Religion und Lehre. Die islamische
Glaubensgemeinschaft ist durch Allahs letzte Offenbarung an
die Menschen und durch das überlieferte Vorbild des
Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) verpflichtet.

Diese letzte Offenbarung ist der Koran. Im Koran haben


Gottes Botschaften an die Menschheit ihre endgültige Fassung
gefunden. Der Koran wurde durch den Mund des Propheten
Muhammad (Friede sei mit ihm) übermittelt (die Offenbarung
als Verbalinspiration). Der Text gilt
als exakt gesichert. Dem stimmen jetzt auch die
abendländischen nichtmuslimischen Wissenschaftler zu und
schließen damit sinnentstellende Fälschungen aus.

Der Koran ist heute somit einzigartig unter den heute


verfügbaren heiligen Büchern. Die ihm vorangegangenen
Offenbarungen sind entweder nicht wortgetreu überliefert
worden und/oder verlorengegangen.

Der Koran ist authentisches, ewiges Wort Gottes. Er ist die


frohe Botschaft an die Menschheit und von erhabener
Schönheit.

Übersetzungen des Koran gelten als nichtauthentisch.


Mißverständnisse über den Islam beruhen meist auf
sinnentstellenden Übersetzungen.

Das überlieferte vorbildliche Verhalten des Propheten, seine


Äußerungen und Kommentare werden Sunna genannt, die
einzelnen Texte sind die Hadithe.

Islam selbst bedeutet freiwillige Hingabe an Gott. Diese


Hingabe bewirkt den inneren Frieden im Herzen der
Gläubigen. In dem Wort
Islam steckt die gleiche Wortwurzel wie in Salam = Friede.

Der Islam erfaßt den ganzen Menschen in allen seinen


Lebensbereichen. Islam ist auch „bewußtes Leben mit Gort".
Damit ist der Islam eine Lebensweise.

Der Islam als Weg bietet dem Menschen die Möglichkeit,


entgegen den Entfremdungstendenzen der sog. modernen
Welt zu sich selbst zu finden und seine individuellen
Fähigkeiten zu verwirklichen und voll zur Entfaltung zu
bringen. Islam ist der Weg der Höherentwicklung und
Veredelung des Menschen, der Weg in Richtung auf Gott und
zur Wahrheit. Er ist eine Chance, mit sich selbst, mit seiner
Umwelt und mit Gott in Harmonie zu leben und inneren wie
äußeren Frieden zu finden.

GRUNDÜBERZEUGUNGEN

ALLAH, der Barmherzige •

Keine Mohammedaner •
Die Glaubensartikel • Die Säulen des Islam •

Glaube an die Offenbarungen •


Vertrauen auf GOTT • Glaube und Tat •

Reformation = Deformation •

Freiheit im Islam • Keine Erbsünde •

Keine Bevormundung •

Freiheit in der Ganzheit •

Gewappnet gegen Manipulation •

Frömmigkeit und Vernunft •


Islam: die aufklärerische Religion

Sprich: Er ist Allah, ist der Einzige.

Allah, der Ewigwährende.

Er hat nicht gezeugt.

Noch ist Er gezeugt worden.

Und keiner ist Ihm ebenbürtig! "

(Koran, Sure 112 Al-Ikhlas,


„Der Glaube ohne Vorbehalt").

Die nachstehende Übertragung dieser Sure ins Deutsche von


Friedrich Rückert vermittelt einen Eindruck von der
Sprachgewalt des Koran:

Sprich: Gott ist Einer,

Ein ewig reiner,

Hat nicht gezeugt

und Ihn gezeugt hat keiner,

Und nicht Ihm gleich ist einer.

Für den Menschen ist Allah in erster Linie der Barmherzige


und Allerbarmer, lehrt der Koran. Allah ist dem Menschen
näher als seine eigene Halsschlagader, sagt der Koran.

Die Anhänger des Islam heißen Muslime. Die

Bezeichnung Moslem ist eine Verballhornung der Bezeichnung


Muslim. Die türkische Umschreibung ist müslüman. Die
Bezeichnung „Mohammedaner" ist irreführend und
unzutreffend.

Die Grundüberzeugung der Muslime spiegelt sich in den sechs


Glaubensartikeln und den fünf Säulen des Islam wider.
Die fünf Säulen des Islam

(das tätige Bekenntnis;


der Islam als Handlung und Verhalten)

I Das Leben in der Überzeugung, daß


keine Gottheit außer Allah existiert und
Muhammad sein Prophet ist

II Das tägliche fünfmalige Gebet im


Zustand körperlicher und seelischer
Reinheit

III Das Fasten im Monat Ramadan

IV Die islamische Sozialabgabe (Zakat)

V Die Pilgerfahrt nach Mekka

Die sechs Glaubensartikel

(innere Bindung; intimer Glaubensbereich)

Der Glaube an den Einen Gott

Der Glaube an Gottes Engel

III Der Glaube an Gottes offenbarte Bücher

und den Koran als sein letztes Buch

IV Der Glaube an Gottes Propheten und an

Muhammad als Sein letzter und endgül-

tiger Gesandter

V Der Glaube an das Leben nach dem Tode

Vl Der Glaube an die göttliche Vorsehung


Die unverzichtbare Verbindung von Glaube
als intimer Bereich eines Menschen und
dem tätigen Bekenntnis ist Kennzeichnen
des Muslims: Die sechs Glaubensartikel
und die fünf Säulen des Islam sind verbind
licher Minimalkonsens unter den Gläubigen.

Einige Gedanken zu drei der islamischen Glaubensgrundsätze


sollen hier angemerkt werden:

Die Muslime glauben an den Koran, aber auch an alle anderen


Offenbarungen wie z.B. an die Psalmen des Propheten David
(Friede sei mit ihm), an die ursprüngliche Thora des
Propheten Moses (Friede sei mit ihm) oder an das
ursprüngliche Evangelium des Propheten Jesu (Friede sei mit
ihm).

Wohl an keinem Glaubensartikel hat sich die Phantasie der


Islam-Kritiker so entzündet, wie an dem Glauben an die
göttliche Vorsehung. Die Schlußfolgerung, daß durch diesen
Glauben die Muslime in ihren gesellschaftlichen und
wirtschaftlichen Aktivitäten gelähmt werden, ist falsch. Koran
und Sunna lassen keinen Zweifel an der ausdrücklichen
Verpflichtung der Muslime zu aktivem Handeln.

Der Islam richtet den Menschen nicht nur auf das Jenseits
aus. Einer islamischen Weisheit nach solle der Mensch für das
Diesseits soviel tun, als ob er ewig lebe, und für das Jenseits
soviel, als ob er morgen schon sterben würde. Der Koran
mahnt:
„...und vergiß auch nicht deinen Anteil am Diesseits!"

Dazu Goethe: „ Was die Menschen bei ihren Unternehmungen


nicht in Anschlag bringen und nicht bringen können, und was
da, wo ihre Grosse am herrlichsten erscheinen sollte, am
auffallendsten waltet - der Zufall nachher von ihnen genannt -
, das ist eben Gott, der hier unmittelbar mit seiner Allmacht
eintritt und sich durch das Geringfügigste verherrlicht."

Die Glaubensartikel sind der eine Teil, die den Muslim


definieren. Sie sind sein intimer Glaubensbereich. Der andere
Teil, der den Muslim kennzeichnet, ist sein tätiges Bekenntnis,
sein Verhalten, sein Tun. Die fünf Säulen, auf denen der Islam
aufgebaut ist und die für die Muslime Verpflichtung sind,
umschreiben in groben Zügen das tätige Bekenntnis.

Jeder Glaubensartikel und jede Säule des Islam ist Teil eines
Ganzen. Wird nur ein Artikel vernachlässigt, geleugnet,
abgelehnt oder abgeschafft, kann nicht mehr vom Islam
gesprochen werden. Eine Reformation des Islam und seiner
Lehre würde gleichzeitig Deformation bewirken.

Der Islam lehrt, daß die Menschen ohne die Last der
erdrückenden Erbsünde geboren werden. Der Mensch, der mit
Würde und Vernunft ausgestattet ist, bedarf keiner
Bevormundung und keines Vermittlers.

In seiner Verantwortlichkeit und seiner direkten


Gottesbeziehung sowie in seiner ganzheitlichen Auffassung
von Gott und Welt findet der Muslim seine innere und äußere
Harmonie und Freiheit: Diese ganzheitliche Auffassung von
Glaube und Tat, Religion und Welt, der absoluten Unteilbarkeit
Gottes und der Unteilbarkeit der islamischen Gemeinschaft ist
in der Lehre von der Einheit Gottes (arabisch: Tauhid als die
Lehre von der Einheit in der harmonischen Ganzheit)
verbindende Wahrheit für alle Muslime.

So ist der Mensch ausdrücklich auf den Einen Gort bezogen,


der ihn zu einem mündigen und verantwortungsfähigen
Wesen erhebt, das dem entmündigenden Druck ideologischer
und machtpolitischer Apparate widerstehen kann und in der
Lage ist, die vielfaltigen Manipulationen in der technokratisch
und konsumorientierten Zivilisation zu widerstehen.
In seiner ganzheitlichen Glaubens- und Lebensauffassung und
seiner ganzheitlichen Denkweise ist der Muslim auf Gott
ausgerichtet. Damit öffnet sich dem Muslim der Weg zu seiner
vollen Entfaltung. In einer intakten islamischen Gemeinschaft
ist daher auch nicht der am höchsten geachtet, der lediglich in
einem Teilbereich einen hohen Entwicklungsstand erreicht hat
(z.B. im Beruf), sondern derjenige, der sich mit „Herz" und
Vernunft um die volle Entfaltung seiner Qualitäten im Hinblick
auf Gott und seine Mitmenschen bemüht - der also nach
islamischem Verständnis fromm ist.

Es gibt wohl kaum eine Offenbarungsschrift, in der Gott so oft


und nachdrücklich an die Vernunft im Menschen appelliert wie
im Koran. Der Koran vermittelt aber auch die Erkenntnis einer
Ebene, die die Vernunft übersteigt (Metaebene der Vernunft).
Vernunft, Bildung und Frömmigkeit sind nach islamischem
Verständnis sich entsprechende und ergänzende Elemente.
Deshalb bedarf die islamische Lehre keiner „Aufklärung".

ISLAMISCHE KULTUR
Religiöses und Profanes • Die Moschee ist keine Kirche •
Kultur und Soziales • Kultur im Tauhid • weitgefaßtes
Kulturverständnis • Islam eine Stadtkultur • Mystik und Kultur
• Muslime als Erben der Antike • Islam befruchtet die
Kulturen

„Körper und Seele gehören zusammen":

Moscheekomplex des Sultan Bayazid II. (1481-1512) in Edirne

1. Medizinische Fakultät; 2. Krankenhaus; 3.


Moscheeinnenhof;
4. Moschee;

2. Wirtschaftsräume usw.

Längsschnitt und Grundriß des Krankenhauses

Die Zeichnungen wurden erstellt nach Vorlagen in Dietrich


Brandenburg,
Die Madrasa, Graz 1978 und Johannes Odenthal, Istanbul
Bursa und Edirne,
Köln 1990
Die hier nur skizzenhaft darzustellenden Grundzüge
islamischen Geistes haben bis in unsere Tage sichtbare
Zeugnisse hinterlassen. Die künstlerische, kreative Energie
der Muslime kommt wegen des Bilderverbots allerdings
weniger in großen Gemälden und Statuen zum Ausdruck als in
der Kalligraphie, der Ornamentik, der Architektur und dem
Kunsthandwerk. Das Kunsthandwerk hat einen der hohen
Kunst vergleichbaren Wert. Islamische Kunst ist nicht nur die
Kunst einer Elite, sondern sie kann von allen
Bevölkerungsschichten verstanden werden.

Das Wesen der islamischen Kunst liegt in ihrem


metaphysischen Bezug. Sie ist immer auf Gott
gerichtet, und Gott offenbart sich in Harmonie,
Schönheit und Erhabenheit. So findet der Gläu-
bige hinter allem sinnlich Wahrnehmbaren das
Eigentliche: es spiegelt sich in den Werken isla-
mischer Kunst als Schönheit und Harmonie wi-
der. Dieser metaphysische Bezug liegt allen
Daseinsformen und Handlungen der Menschen
zugrunde - nicht nur in der Kunst, sondern auch
in der Wirtschaft und der Politik.

Die enge Verknüpfung des Religiösen mit dem


Profanen in der islamischen Kunst ist daher nicht
verwunderlich. Selbst die in jedem Stadtbild
herausragenden kunstvollen Moscheen sind kei-
ne sakralen Bauten im abendländischen Sinne.
Sie sind Orte des Gebets und der Versammlung,
sie dienen der Lehre wie auch der Beratung.
Noch heute kann man erkennen, daß die Kon-
zeption des Moscheebaus weit darüber hinaus-
geht: zu den größeren Moscheen gehörten Kran-
kenhäuser, Bibliotheken, Großküchen zur Ver-
sorgung von Armen, die von keinem sozialen
Netz einer Familie getragen werden konnten. Es
gehörte die Betreuung von Reisenden, der Un-
terricht für Erwachsene und Kinder, nicht nur in religiösen
Fächern. Meist sind auch Bäder und Geschäftsräume Teile
dieser den ganzen Menschen umfassenden sozialen
Einrichtungen.

So entsteht die künstlerische Form aus dem religiösem Inhalt,


der islamischen Lebensweise und der funktionalen
Bestimmung des Tauhid, der islamischen Lehre von der
Einheit in der harmonischen Ganzheit.

Fromme Stiftungen oder die Gemeinde selbst waren oder sind


Träger dieser Einrichtungen, die einst in der Welt Zeichen
gesetzt haben. Sie sind Ausdruck eines weitgefaßten
Kulturverständnisses, das den zivilisatorischen Bereich, das
Soziale und das Verhalten und auch das Benehmen der
Muslime bewußt mit einschließt. Zur islamischen Kultur
gehören auch mystische Orden und Bruderschaften. In ihren
Blütezeiten waren sie die Lehrer und Vertrauten des Volkes.
Das Mißtrauen zwischen den orthodoxen bzw. mehr oder
weniger dogmatisch ausgerichteten Muslimen und den Sufis
lassen sich damit erklären, daß immer eine Gefahr besteht,
daß sich die Sufis zu oft in Lehre und Praxis und oft bis
zur Häresie vom Islam entfernen oder aber aus
der Religion das „Opium für das Volk" machen.
Dennoch ist es der mystisch-spirituelle Islam,
der das „Herz des Islam" besonders pflegt, der
die Geborgenheit des Islam in besonderer Wei-
se vorlebt, sogar die Wirtschaftsstrukturen prägte
und der bewußt oder unbewußt Künstler inspi-
rierte und ihren Werken die Frömmigkeit und
geistige Tiefe verlieh.

Schon nach der Festigung der islamischen Gemeinschaft


konzentrierte sich das kulturelle Leben in den schnell
wachsenden Städten. Oft entstanden aus unbedeutenden
Siedlungen blühende Städte, die schon im goldenen Mittelalter
des Islam ihre ersten Höhepunkte erlebten. Die islamische
Kultur ist seit Anbeginn eine Stadtkultur.

Bemerkenswert ist der nahezu nahtlose Übergang der antiken


Kulturen in die islamische, die damit zum Erben der antiken
Kulturen wurde. Wissenschaft, Technik und Städtebau sind
durch den Islam zu etwas Neuem und Originellen
weiterentwickelt worden.
Wo der Islam Fuß faßte, wurde er zum Überbringer einer
neuen Kultur. Er weckte die geistigen Kräfte der
überkommenen Kulturen und brachte sie als islamische Kultur
zu neuer Blüte. Die Völker zerbrachen nicht daran. Persien,
der Balkan, Malaysia, Indonesien und Spanien sind beredte
Beispiele dafür.

DJIHAD UND DIE TOLERANZ

auf dem Wege Gottes

Fluchtburg der Verfolgten •

Kein Zwang im Glauben •

Autonomie der Glaubensgemeinschaften •

Spiritueller Djihad • Befriedung durch

Gerechtigkeit • Friede als Ziel • Ethik •

Gesetz und Verhaltensnormen •

Der Weg und Wegweiser

„Und (Wir haben) euch zu Völkern und Stämmen gemacht,

daß ihr einander kennen möchtet.

Wahrlich, der Angesehenste von euch ist vor Allah der,


der unter euch der Gottesfürchtigste ist."

(Sure 49, Vers 13)

Die islamische Kultur war in ihren Blütezeiten immer ein


geistiges Kristallisationsgebilde mit eigener Faszination und
Ausstrahlung. Sie war Fluchtburg für Glaubensflüchtlinge aus
aller Welt, wie die Geschichte der Juden im islamischen
Spanien und des Osmanischen Reiches belegt. In einem
islamischen Staat können die Angehörigen anderer Religionen
„nach eigener Facon selig werden". Der Koran verbietet
ausdrücklich den Zwang im Glauben!

Eine weitreichende Autonomie der jüdischen und christlichen


Gemeinden war Ausdruck der

Toleranz von islamischen Staaten, wenn diese nach den


unverfälschten Grundsätzen der islamischen Rechtsordnung
regiert wurden und deshalb weitgehende rechtliche und
kulturelle Autonomie ihren Schutzbefohlenen gewährten.

Jemandem den islamischen Glauben aufzuzwin-gen, ist denn


auch nicht das Wesen des von Außenstehenden gern als
„Heiliger Krieg" bezeichneten Djihad. Er ist seinem spirituellen
Charakter nach in erster Linie das geistige Bemühen um die
Sache und den Weg Gottes. Er fuhrt über die Selbsterkenntnis
und die Arbeit an sich selbst zur Persönlichkeitsbildung eines
sich seiner selbst bewußten Gläubigen.

Die andere Seite des Djihad besteht in der Pflicht zur


Befriedung eines Landes zur Herstellung von Gerechtigkeit,
zur Verteidigung der Gemeinschaft und des Territoriums der
islamischen Gemeinschaft, der islamischen Werteordnung und
der islamischen Kultur.

Die islamische Lehre ist aufrichtig und kennt keine


heuchlerische, unaufrichtige oder unrealistische Auffassung
vom Kriege.
Die islamische Kriegsführung unterliegt strengen, aus den
Rechtsquellen und dem Vorbild der ersten Kalifen ableitbaren
Einschränkungen. In jedem Fall ist das Ziel der Bemühungen
der islamischen Gemeinschaft immer der Friede: der Krieg ist
die ultima ratio. Kein Krieg ist heilig.

Der Islam durchdringt alle Lebensbereiche, also das


wirtschaftliche und das familiäre Leben. Das ist in der
islamischen Auffassung von Ethik begründet, die nicht nur auf
ein schöngeistiges, verinnerlichtes Glaubensleben ausgerichtet
ist, sondern darauf abzielt, eine Ordnung des
Gemeinschaftslebens zu errichten, in der der Mus-lim im
Einklang mit Gottes Schöpfung und Gottes Schöpfungsplan
leben und wirken kann. Gleichzeitig soll der Mensch sein
Leben und Wirken im Diesseits immer auch auf das Jenseits
beziehen. Dazu bedarf der Mensch einer Richtschnur. Der
Atomphysiker Werner Hei-senberg hat das einmal so
formuliert:

„.. .Es ist die Frage nach dem Kompaß, nach dem wir uns
richten sollen, wenn wir unseren Weg durchs Leben suchen.
Dieser Kompaß hat in den verschiedenen Religionen und
Weltanschauungen sehr verschiedene Namen erhalten: Das
Glück, der Wille Gottes, der Sinn, um nur einige zu
nennen...Aber ich habe doch den Eindruck, daß es sich in
allen Formulierungen um die Beziehungen der Menschen zur
zentralen Ordnung der Welt handelt... Wenn nach den Werten
gefragt wird, so scheint also die Forderung zu lauten, daß wir
im Sinne dieser zentralen Ordnung handeln sollen."

Gottes Gebote, die aus den Rechtsquellen begründbar und


überprüfbar abgeleiteten Rechtsgrundsätze (Schari'a), sind
Wegweiser für die Menschen und helfen ihm, ihre Bestimmung
und ihr Ziel zu erreichen. Gottes Botschaft und Gottes Gesetz
- so der Koran - sollen das Leben des Menschen nicht
erschweren. Nicht-muslime sind von der islamischen
Gesetzgebung im engeren Sinne (z.B. Strafrecht,
Alkoholverbot) nicht betroffen. In einem islamischen Staat
genießen z.B. Juden und Christen weitestgehende Autonomie!

Der praktizierende Muslim begreift ihr kom-, plexes System


der Normen und Gesetze in sei- g nen weitverzweigten und
übergreifenden Verflechtungen und
Wirkungszusammenhängen als wohltuend für sich und die
Gemeinschaft. Skizzen von Teilbereichen des islamischen
Familien-rechts und einiger islamischer Wirtschaftsgrundsätze
mögen hier Denkanstöße geben.

FAMILIENRECHT

Schutz der Familie • Bekleidung, Würde,

Achtung • Chance für Männer und Frauen •

Familie als staatsfreier Raum

Das islamische Familienrecht dient dem Schutz und der


Stärkung der Familie sowie dem Obwalten der Gerechtigkeit
zwischen den Geschlechtern.
Mann und Frau sind gleichermaßen gute Geschöpfe Gottes.
Die Frau ist im Islam nicht mit dem Makel der Sünde behaftet.
Adam ist nicht nicht von seinem Weib verfuhrt worden, den
Apfel zu essen. Beide sind selbstverantwortlich gleichermaßen
schuldig geworden. Vor Gott sind Mann und Frau gleich. Die
islamischen Normen für die Bekleidung betreffen ausdrücklich
im Grundsatz islamische Männer wie Frauen gleichermaßen.
Auch die Männer werden im
Koran ermahnt, sittliche Bekleidung zu tragen. Es ist die
Glaubensüberzeugung der Mehrheit der praktizierenden
Muslime in der ganzen Welt, daß sich die islamische Frau
bedecken sollte. Die Bedeckung der islamischen Frau ist Teil
ihrer Identität und Verantwortung der Gesellschaft gegenüber.
Sie ist Schutz der Frau. Sie verhindert, daß die Frau als
sexuell aggressiv in der Öffentlichkeit mißverstanden wird. Die
Damenmode muß dennoch nicht einförmig sein, wie regionale
Besonderheiten zeigen.

Vielen islamischen Frauen und Mädchen ist die Bedeutung der


islamischen Bekleidung erst in nichtislamischen Ländern
klargeworden, wo sie meist wegen dieser Andersartigkeit in
Bildungseinrichtungen und im Beruf diskriminiert werden.
Bildungschancen und Entfaltungsmöglichkeiten werden so
verhindert, gerade von denen, die es „gut mit den islamischen
Frauen meinen". Die vieldiskutierte Frage nach der Unterdrük-
kung der islamischen Frau gewinnt so eine neue Dimension.

Merkmal der islamischen Gemeinschaft ist auch eine gewisse


Trennung der Geschlechter im
öffentlichen Leben und selbst unter befreundeten Familien,
die von Außenstehenden oft mißbilligt wird. Die Muslime
empfinden sie, wenn sie nicht in pervertierter Form
durchgesetzt wird, sogar als angenehm und manchmal sogar
als heilsames Gegenmodell für die sie umgebende
Gesellschaft.

Sittliches Verhalten dem anderen Geschlecht gegenüber und


gesittete Bekleidung dienen dem Frieden in der islamischen
Gemeinschaft und der Menschenwürde; sie schützen vor
sexuellaggressiven Handlungen, sie schützen die Ehe. Die
gegenseitige Achtung der Geschlechter gründet sich auf Liebe
und Barmherzigkeit und beruht auf den Wertmaßstäben der
islamischen Gemeinschaft. Den Männern sagt der Koran, daß
ihre Frauen für sie wie eine Bekleidung sein sollen - genauso
wie der Mann wie eine Bekleidung für die Frau sein soll (Koran
2; 187). Dieses innige Verhältnis der Ehepartner zueinander
und die strikte Gleichbehandlung der Ehefrauen sind wichtige
Voraussetzungen für eine gute Ehe. Damit ist die Mehrehe
praktisch ausgeschlossen und beschränkt sie auf
Ausnahmefälle. Außerdem kann in dem für die Eheschließung
notwendigen Ehevertrag vereinbart werden, daß eine Mehrehe
ausgeschlossen bleibt.

Keine Frau darf zur Ehe gezwungen werden. Ein Ehevertrag


ist eine der Voraussetzungen für eine Eheschließung. Bei
Einhaltung des islamischen Gesetzes bevorzugt das islamische
Familienrecht die Frau. Der Ehemann hat kein Recht auf das
Vermögen der Frau; und die islamische Frau ist immer
geschäftsfähig gewesen, was selbst in Deutschland noch in
diesem Jahrhundert nicht selbstverständlich war.

In Bezug auf die Vermeidung der Gewalt in der Ehe, ist den
Muslimen der Prophet Muhammad (a.s.) das Vorbild: Er war -
über alle Zweifel erhaben - ein guter Ehemann und Vater. Er
hat auch nie eine Frau geschlagen. Entsprechende Sure ist
kein Freibrief zur Gewaltanwendung gegen Frauen. Nur in
schwersten Fällen und letztem Ausweg ist es erlaubt, mit
leichtem Klaps die Frauen zu ermahnen. Diese Regelung soll
in erster Linie das Schlagen im Affekt (die verbrei-tetste
Reaktion) verhindern!

Heutzutage haben wieder vorislamische Sitten


in den Familien Einzug gehalten. Islamische
Frauenrechtlerinnen beginnen die islamischen Rechte der Frau
wieder zur Geltung zu bringen.

Was die vorehelichen bzw. außerehelichen Beziehungen


anbetrtifft, so sind sie nach islamischer Lehre nicht erlaubt.
Der Schutz der Familie und die Achtung und die
Verantwortung dem Partner gegenüber steht im Vordergrund.
Deswegen werden bzw. sollen die Gemeinschaft und die Eltern
es den jungen Menschen leicht machen, zu heiraten.
Sexualität hat einen hohen Stellenwert im Islam, aber:
Sexualität ist kein Konsumartikel.

Es ist in erster Linie die Familie, die ein seelischer Hort ist und
die Freiraum schafft, für die Entfaltung der Persönlichkeit, fern
von Existenzängsten und neurotischen Gefährdungen. Das
islamische Familienrecht ist Baustein einer islamischen Sozial-
und Wirtschaftsordnung.

Frauen und Männer haben in der islamischen Gemeinschaft


gleiche Entwicklungschancen, beruhend auf dem islamischen
Grundsatz der gesellschaftlichen Gleichheit der Geschlechter.
Nach islamischer Einsicht ist aber auch in Fragen der
rechtlichen Stellung von Mann und Frau

ISLAMISCHE WIRTSCHAFTS-
GRUNDSÄTZE

Statthalterschaft • Pflicht • Verantwortung •

Umweltschutz • Gerechtigkeit • Beteiligung statt Zinsen •


soziale Verantwortung • Beteiligungswirtschaft •
Einschränkungen • Islam als Alternative • die islamische
Umma • Kein Paradies auf Erden • Wichtig: Gott-Mensch-
Beziehung • Träger des Lichts • kein Rassismus,
Nationalismus und Imperialismus

Das Zentralgebiet der islamischen Politik ist nicht die


Wirtschaft. Weil das aber in den modernen
Industriegesellschaften so ist und weil der abendländische
Leser darüber Informationen sucht, soll hier auch auf einige
Grundsätze des islamischen Wirtschaftens verwiesen werden:

Die islamische Gemeinschaft kann keine wirtschaftliche oder


soziale Anspruchsgesellschaft werden. Alle Rechte, die der
Mensch bzw. der Muslim von Gott erhalten hat, sind immer an
hohe Verantwortung und Pflichten gebunden. Das gilt für die
Menschenrechte genauso wie für die Wirtschaft und das
Verhältnis des Menschen zur Schöpfung oder Umwelt.

Der Mensch ist von Gott zu Seinem Statthalter auf Erden


ernannt worden. Diese Position ist als Aufgabe und in erster
Linie eine Pflicht Gott gegenüber und kein Freibrief für die
Ausbeutung der Schöpfung.

(Koran 7;52-54) „ Siehe Euer Herr ist Allah, welcher Himmel


und die Erde in sechs Tagen erschuf; alsdann setzte Er sich
auf den Thron. Er lasset die Nacht den Tag verhüllen - sie
verfolgt ihn schnell; und Er schuf die Sonne, den Mond und
die Sterne, die Seinem Befehle fronen. Ist nicht Sein die
Schöpfung und der Befehl? Gesegnet sei Allah, der Herr der
Welten!

„Rufet euern Herrn in Demut und im Verborgenen an; siehe,


Er liebt nicht die Übertreter. "

„ Und stiftet nicht Verderben auf Erden an, nachdem sie in


Ordnung gebracht worden ward, und rufet Ihn an in Furcht
und verlangen; siehe, Allahs Barmherzigkeit ist nahe denen,
die Gutes tun."
Einer industriellen Ausbeutung der Tiere (z.B.
Massentierhaltung, nicht artgerechte Massen-tiertransporte
und industrielle Schlachtverfahren) steht die Lehre des Islam
von der Mitge-schöpflichkeit der Tiere im Wege (Koran 6;38
„Kein Getier gibt's auf der Erde und keinen Vogel, der mit
seinen Schwingen fliegt, die nicht wären Völkern gleich euch.
Nichts haben Wir in der Schrift übergangen, alsdann werden
sie zu ihrem Herrn versammelt.").

Alles Eigentum ist dem Menschen von Gott nur auf bestimmte
Zeit zum Nießbrauch anvertraut worden.

Gerechtigkeit und hohe soziale Verantwortung sowie das


Recht auf das im islamischen Sinne rechtmäßig erworbene
Eigentum sind Leitlinien, an denen sich die islamische
Wirtschaftsordnung orientiert. Unterstrichen wird diese von
Gott geforderte soziale Verantwortung für das Eigentum auch
durch das verbriefte Recht der Armen auf Hilfeleistungen der
Reichen.

Die Grundsätze sind den genannten islamischen Quellen


entnommen. Das Monopolverbot, das Zinsverbot als Teil des
Wucherverbots (Wucher= arab. Riba), so wie es in allen
Religionen und Kulturen ursprünglich gemeint war sowie die
islamische Sozialabgabe (Zakat) werden in diesem Kontext
verständlich.

Als Vorteil im Sinne einer raschen Reinvestition von


Geldkapital wird das „Riba(Verbot)-Zakat-Phänomen" als
Zusammenwirken des absoluten Zinsverbots mit dem
Zakatgebot gesehen. Mit Geld kann kein Geld verdient
werden (fehlender Geldkapitalmarkt) und durch die Zakat
wird das Geldkapital praktisch „abge-zinst" - also muß das
Geld schnell wieder in produktive Unternehmen investiert
werden, damit das Geldvermögen nicht jedes Jahr weniger
wird.

Zu den unverzichtbaren Merkmalen der islamischen


Wirtschaftsordnung gehören gewisse Einschränkungen der
Vertragsfreiheit wie beispielsweise Handels- und
Produktionsverbote für bestimmte Warengruppen (z.B.
Alkohol und sonstiger Rauschmittel).

Verträge mit einer .juristischen Person" sind, mit Ausnahme


im staatlichen Bereich, erheblichen Einschränkungen
unterworfen. So kann die An-
onymität des Wirtschaftslebens vermieden werden. An die
persönliche Verantwortung werden allerdings hohe Ansprüche
gestellt. Gesamtwirtschaftliche Bezüge werden erfahrbar.

Weiterhin gilt das Glückspielverbot und das Verbot aller


Geschäfte, bei denen nicht die Leistung, sondern die Zeit den
Gewinn bringt, sowie Geschäfte, die auf dem „Gesetz der
großen Zahl" beruhen. Das trifft für viele Versicherungen zu.

Die Errichtung eines islamischen Versicherungssystems ist


also eine ebenso neue Herausforderung an die islamische
Ökonomie wie die Errichtung einer islamischen Wirtschaft, die
im Vergleich zur Zinswirtschaft - eine Beteiligungswirtschaft
ist.

Die islamische Wirtschaft ist wegen ihres Schutzes des


rechtmäßig erworbenen Eigentums (Eigentum ist konstituives
Element der islamischen Wirtschaftsverfassung) und im
Rahmen einer sittlich bestimmten freien Preisbildung am
Markt eine sozial- und umweltverpflichtete Marktwirtschaft
(ohne kapitalistischen Sektor). Der Eingriff des Staates in die
Wirtschaft ist durch seinen ordnungsrechtlichen Rahmen
bestimmt.

In einer Zeit, in der sich Skepsis und Orientie-rungslosigkeit


ausbreiten, sehen die Muslime in ihrem Konzept alternative
Lösungsmöglichkeiten für die anstehenden sozialen bzw.
gesellschaftspolitischen Probleme. Freilich: auch die
islamische Ordnung ist nicht unproblematisch. So wird
beispielsweise wirtschaftliches Wachstum aufgrund der
einschränkenden Grundsätze eher langsamer ablaufen, dafür
aber mehr menschliches Maß bewahren.

Und es muß hier auch gesagt werden, daß mit der islamischen
Ordnung kein Paradies auf Erden versprochen wird. Die
islamische Lehre erkennt an, daß wirtschaftliche Gleichheit
unter den Menschen nicht erreicht werden kann, wohl aber
werden praktikable Rahmenbedingungen vorgegeben,
innerhalb derer ein menschenwürdiges Leben seine Grundlage
finden kann. Eine islamische Regierung wäre auch dafür als
Ordnungsmacht mit umfassenden Kompetenzen ausgestattet.
Es hängt nun davon ab, ob sich tragende Strukturen einer
modernen islamischen Gemeinschaft herausbilden und die
islamischen Wirtschaftsgrundsätze auch in einer modernen
islamischen Wirtschaft eingeführt und durchgehalten werden
können also inwieweit der nichtkapitalistische Sektor der
islamischen Marktwirtschaft entwickelt und geschützt wird und
eine überzeugende Alternative zum neoklassischen
Wirtschaftsparadigma vorgelebt werden kann. Die Muslime
könnten, ähnlich wie im goldenen islamischen Mittelalter,
auch heute wieder die Debatte über alternative und
ergänzende Wirtschaftsformen beleben und aus der
derzeitigen Sackgasse herausfuhren (vergl. die Kommunita-
rismusdiskussion). Daß sie dazu fähig waren, zeigt die
Wirtschaftsgeschichte.

Die Errichtung islamischer Staats-und Wirtschaftsstrukturen


hängt aber auch davon ab, ob und wie die Muslime wieder das
verwirklichen, was im klassischen soziologischen Verständnis
eine Gemeinschaft bildet, die in der islamischen Lehre Umma
genannt wird. Wie ein lebendiger Organismus beruht sie auf
der Gemeinschaft Gleichgestimmter, deren Zusammenhalt
und gegenseitige Verantwortung in der freiwilligen Hingabe an
Gott begründet ist. Die Umma gründet sich so auf
Gottesbezogenheit zu dem Einen und auf einem
Wertekonsens durch eben diese starke inneren
Gottesbindung.

Staatsgebilde, in denen die islamische Ethik beachtet und die


islamischen Institutionen geschützt werden, bedeuteten
heutzutage für die Muslime schon ein großer politischer
Fortschritt.

Über den Detailproblemen sollen die wesentlichen Anliegen


des Islam nicht aus dem Auge verloren werden: die Gott-
Mensch-Beziehung und die islamische Gestaltung einer
wertorientierten Gesellschaft. Der Mensch, der den Ursprung
allen Seins als in Gott begründet erkennt, akzeptiert den
Willen des allmächtigen Gottes und strebt dienend nach
Vollkommenheit und nach Erfüllung des Schöpfungsplanes.

Als demütiger Diener Gottes kann er in seinem Streben zu


dem werden, den man als „Träger des Lichtes", als Träger
einer höheren Wahrheit, eines höheren Willens bezeichnen
kann.
Im Streben nach diesen Zielen und unter islamischer
Verpflichtung werden die nationalen oder rassischen Merkmale
bedeutungslos. Von Bedeutung ist im Idealfall von nun an die
Brüderlichkeit im Islam.
ISLAM GESTERN UND HEUTE

Das islamische Gemeinwesen hat in seiner Geschichte häufig


Höhen und Tiefen erlebt. So klagte schon der große Geograph
Al-Mas'udi im 10. Jahrhundert: „... jetzt, da der Islam
geschwächt ist und seine Macht schwindet... und jeder
militärische Führer sich in seinem Gebiet selbständig macht,
und wenn auch nun unter dem Kalifat des Beherrschers der
Gläubigen, Al-Muttaqi, die Säulen des Glaubens umzustürzen
drohen und sein Fundament zu schwinden beginnt,...bleibt
der Islam letztlich immer siegreich."
Die Geschichte zeigt: Immer wenn die Muslime und ihre
Regierenden nach ihrem Glauben gelebt haben, und wenn sie
seiner Lehre und seinen Gesetzen gefolgt sind, war es der
Beginn einer großen islamischen Epoche, die aber im Zuge der
inneren Aufweichung wieder verfiel. Viele Muslime sind der
Überzeugung, daß die islamische Gemeinschaft noch nie so
tief gesunken ist wie in unseren Tagen und erinnern sich der
koranischen Mahnung:

„Allah ändert die Lage eines Volkes nicht,

ehe sie das ändern,


was in ihnen selbst ist."

ANHANG

Es heißt in einer Überlieferung des Propheten, daß die Sure


Al-Ikhlas

„Sprich:

Er ist Allah, ist der Einzige.


Allah, der Ewigwährende.

Er hat nicht gezeugt.

Noch ist Er gezeugt worden.

Und keiner ist Ihm ebenbürtig!"

(Koran, Sure 112 Al-Ikhlas,


„Der Glaube ohne Vorbehalt")

schon ein Drittel des Koran ausmache. Um den Geist des


Islam in seiner komprimierten Art zu verstehen, ist diese Sure
in der Tat sehr hilfreich. Nützlich ist aber auch, das Gottesbild
zu erfahren. Dazu dient das Studium der schönsten Na-

Die Geschichte zeigt: Immer wenn die Muslime und ihre


Regierenden nach ihrem Glauben gelebt haben, und wenn sie
seiner Lehre und seinen Gesetzen gefolgt sind, war es der
Beginn einer großen islamischen Epoche, die aber im Zuge der
inneren Aufweichung wieder verfiel. Viele Muslime sind der
Überzeugung, daß die islamische Gemeinschaft noch nie so
tief gesunken ist wie in unseren Tagen und erinnern sich der
koranischen Mahnung:

„Allah ändert die Lage eines Volkes nicht,

ehe sie das ändern,


was in ihnen selbst ist."
ANHANG

Es heißt in einer Überlieferung des Propheten, daß die Sure


Al-Ikhlas
„Sprich:

Er ist Allah, ist der Einzige.


Allah, der Ewigwährende.

Er hat nicht gezeugt.

Noch ist Er gezeugt worden.

Und keiner ist Ihm ebenbürtig!"

(Koran, Sure 112 Al-Ikhlas,

„Der Glaube ohne Vorbehalt")

schon ein Drittel des Koran ausmache. Um den Geist des


Islam in seiner komprimierten Art zu verstehen, ist diese Sure
in der Tat sehr hilfreich. Nützlich ist aber auch, dasi
Gottesbild Zu erfahren. Dazu dient das Studium der schönsten
Namen und Eigenschaften Gottes. Man erreicht einen großen
spirituellen Gewinn, wenn man über diese Eigenschaften
Gottes meditiert bzw. nachdenkt, sie sich vergegenwärtigt
und Gott damit gedenkt.
Islam

Närrisch, daß jeder in seinem Falle Seine besondere Meinung


preist!

Wenn Islam Gott ergeben heißt, in Islam leben und sterben


wir alle.

(Johann Wolfgang von Goethe)men und Eigenschaften Gottes.


Man erreicht einen großen spirituellen Gewinn, wenn man
über diese Eigenschaften Gottes meditiert bzw. nachdenkt, sie
sich vergegenwärtigt und Gott damit gedenkt.

Am Rande sei für den Außenstehenden noch auf eine fast


schon profane Bedeutung der Eigenschaften Gottes
hingewiesen. Sie haben bei der Namensgebung eines Muslims
zentrale Bedeutung. Die Eltern versuchen beispielsweise, mit
der Namensgebung den Vorbildcharakter der Eigenschaften
Gottes wie ein Wunsch und Verpflichtung zu übertragen,
wobei niemals der Name Gottes selbst übertragen wird,
sondern, dem islamischen Menschenverständnis zufolge, der
Name Gottes immer in Verbindung mit dem Zusatz
beispielsweise ,„Abd" (arab.: Diener) verwendet wird. Also
beispielsweise Abdu-Rahman=Diener des Allerbarmers. In
dieser Weise findet „Islam=Leben mit Gott" ein konkretes
Beispiel.

Die Eigenschaften bzw. „die schönen Namen Gottes" sind


gleichzeitig Vorbilder für die chalrakterliche Bildung. Der
Mensch möge i
beispielsweise auch so barmherzig handeln, wie es Gott tut;
er soll seine von Gott verliehene menschliche Würde
bewahren und angesichts des heren und allmächtigen Gottes
demütig sein und sein Maß nicht überschreiten.
Am Rande sei für den Außenstehenden noch auf eine fast
schon profane Bedeutung der Eigenschaften Gottes
hingewiesen. Sie haben bei der Namensgebung eines Muslims
zentrale Bedeutung. Die Eltern versuchen beispielsweise, mit
der Namensgebung den Vorbildcharakter der Eigenschaften
Gottes wie ein Wunsch und Verpflichtung zu übertragen,
wobei niemals der Name Gottes selbst übertragen wird,
sondern, dem islamischen Menschenverständnis zufolge, der
Name Gottes immer in Verbindung mit dem Zusatz
beispielsweise ,„Abd" (arab.: Diener) verwendet wird. Also
beispielsweise Abdu-Rahman=Diener des Allerbarmers. In
dieser Weise findet „Islam=Leben mit Gott" ein konkretes
Beispiel.

Die Eigenschaften bzw. „die schönen Namen Gottes" sind


gleichzeitig Vorbilder für die charakterliche Bildung. Der
Mensch möge
beispielsweise auch so barmherzig handeln, wie es Gott tut;
er soll seine von Gott verliehene menschliche Würde
bewahren und angesichts des heren und allmächtigen Gottes
demütig sein und sein Maß nicht überschreiten.

ALLAH
HAT DIE SCHÖNSTEN NAMEN

Gott steht im Mittelpunkt des Lebens. Und nur „Allahs sind die
schönsten Namen; So ruft ihn damit an ..." (Koran 7; 180). Er
ist der Besitzer (Al-Muta'aal) aller vorzüglichen Eigenschaften.

Gott ist absolut transzendent; nichts ist Ihm auch nur ähnlich.
Deswegen sind wir auf Seine eigenen Aussagen angewiesen,
die Er uns nicht zuletzt durch Seine Offenbarungen
zukommen ließ. Nur dadurch wird es dem Menschen möglich,
Seine Dimensionen mit dem menschlichen Verstand zu
erahnen.

„Und auf Erden gibt es für die, die überzeugt sind, Zeichen
(von Allah) und in Euch selber. Wollt ihr denn nicht sehen" ;

(Koran 51; 20-21)

Gott hat viele Namen und Eigenschaften, wovon Er uns


allerdings nur einige in Seiner Offenbarung, dem Koran,
genannt hat. Ihre Zahl
wird, einer Aussage des Propheten zufolge, mit 99
angegeben. Darüber hinaus gibt es noch weitere. Hier sind
nur die gängigen aufgelistet und kurz kommentiert, wenn es
nötig ist.

Gott gibt sich im Koran in erster Linie als ein barmherziger,


erbarmender, gütiger, vergebender und liebender Gott zu
erkennen.

Die Namen „Barmherziger", „Erbarmer", „Vergebender" und


„Verzeihender" sind deswegen die im Koran am häufigsten
genannten Namen. Selbst in den Eigenschaften Gottes, die
Seine Macht und Allgewalt beschreiben, offenbart Er sich als
der Wohlwollende, dem der Mensch sich ohne Bedenken
anvertrauen kann. Zu Ihm suchen sie Zuflucht vor allen
Unbillen des Lebens. So stellen sich die Muslime Gott vor. Und
deswegen finden sie in Gott und im Islam bzw. in der
freiwilligen Hingabe Gott gegenüber trotz der bilderlosen
Abstraktheit, Wärme, Geborgenheit und unerschütterliches
Vertrauen und Gewißheit. Deswegen gehört es zum Wesen
des Islam, daß Muslime „von Natur aus" optimistisch sein
können.

ALLAH ist also:

Ar-Rahman: der Allerbarmer.

Ar-Rahim: der Seiner gesamten Schöpfung gegenüber


Barmherzige.

Al-Ghaffar: der Allvergebende (der Sünden der Menschen, die


sich Ihm bereuend wieder zuwenden).

Al-Ghafur: der stets Vergebende.

Al-Karim: der Freigiebige Großzügige,


Gütige, der die Menschen am
Jüngsten Tag selbst für die ge-
ringsten guten Taten mit unbe-
grenzten Gutem belohnen wird.

As-Salaam: der (Inbegriff des) Friedens.


Durch Ihn und mit Ihm findet
der Mensch, die Gemeinschaft
und die Welt ihren Frieden. Für
die Menschen ist diese Wesens-
art Gottes Verpflichtung, Frie-
den zu stiften.
Al-Wahhab: Der unablässig Schenkender,
der Gewährer, der Verleiher,

der den Menschen Güter und


Wohltaten verleiht.

Ar-Razzaq: Der Versorger, der all' und je-


des versorgt.

Al-'Afuu: Der Allverzeihende.


Al-Barr: Der Wohltätige.
At-Tawwab: Der die Reue Annehmende.

Al-Wadud: Der Liebevolle, der alles mit


Seiner Liebe umfaßt.

Ar-Ra 'uf: Der Gnädige, Liebe- und Er-


barmungsvolle.

Al-Mudjib: Der (die Bitten und Gebete) Er-


hörende.

Al-Halim: Der Nachsichtige, der Milde.


As-Sabur: der Geduldige.

Al-Fattah: Der Eröffnener der Türen zum


Wissen und zum Erfolg im
Diesseits und im Jenseits.

Al-Basit: Der (Güte) Gewährende.


An-Nasir: Der Helfer.

Al-Wali: Der Schutzherr eines jeden, der


Seine Leitung sucht, der für-
sorgliche Vertraute.

Al-Latif: Der Edle, Feinfühlige, der das

feinste in allen Dimensionen er-


faßt.

As-Safi: Der Wohltätige.

Al-Mu 'min: der Verleiher der Sicherheit.

Die Sicherheit liegt letzten Endes immer nur bei Gott. Der
Bewahrer des Glaubens. j

Al-Muqiet: der alle Ernährende.


Al-Mun'im: der Gunstverleihende.

Al-Hafieth: der Beschützer und Erhalter,

der Taten Seiner Diener bis zur


Rechenschaft am jüngsten Tag.
Er ist der, ohne den es keinen
Schutz gibt und vor dem nie-
mand beschützen werden kann.
Ar-Raafie: der Erhörer der Demütigen und
Bescheidenen.

Al-Mu 'is: der Verleiher der Ehre denen,


denen tatsächlich Ehre zu-
kommt.

Al-Muqaddim: der Hervorheber, der jeman-


den nach Seinem Willen und
Gunst geistig und materiell her-
vorhebt und der die Menschheit
zu ihrer Höher- und Weiterent-
wicklung verhilft.

An-Naafi: der Wohltäter, der der Mensch-


heit alle Wohltaten dieser Weit
zukommen läßt.

Al-Muqni: der Verleiher von Reichtü-


mern.

Al-Hadi undAr-Raschied: der Führer zum

rechten Weg, ohne dessen Führung die Menschheit sich selbst


auslöschen würde.
AI- Wakiel: der Sachwalter, der Vertrau-
enswürdige, auf den man ver-
trauen kann und auf den man
sich immer verlassen kann.

Al-Hamied: Lobenswürdige, der des


Preisens würdig ist.

Al-Wasi: der mit Seiner Wohltätigkeit und Seinem Wissen


alles Umfassende.

Ad-Daar: ohne dessen Erlaubnis niemand


etwas zustoßen kann.

Asch-Schakur: der Dankbare, der Seinem


Diener auch für die kleinste Tat
große Belohnung zukommen
läßt.

Al-Matin: der Starke in der Hilfe und in


der Bestrafung.

Al-Muta'aal: der Hocherhabene, der Besit-


zer aller vorzüglichen Eigen-
schaften.
Von der Unergründlichkeit, der Größe,

Würde und Allmacht Gottes als der

tatsächliche Herrscher über Raum und Zeit,

Welt und Menschen zeugen Seine Namen:

Al-Baatin: der Verborgene, den niemand


begreifen kann, weil Er wie ein
höheres geistiges Prinzip über
den Sinnen und dem Verstand
der Menschen steht.

AI-Allem: der Allwissende, bei dem alles


Wissen vorhanden ist. Nur Er
weiß alle Geheimnisse, die dem
Menschen verborgen sind.

Al-Malik: der einzige und wahre und abso-


lute und souveräne Herrscher
und König aller Welten.

Al-Baaqi: der ewig Bleibende.


Al-Qudduus: der Heilige, der Einzigheilige.

Al-Aziz: der Allmächtige. Durch Sein


Wort hat er sogar die Welt aus
dem Nichts geschaffen.

Al-Dschalil: der Majestätische.


Dhul-Dschalali wal-lkram: derjenige, dem

allein die Majestät und die Ehre


eigen ist.

Al-Qawi: der starke Mächtige


Al-Maadschid: der Ruhmreiche
Al-Madschied: der Glorreiche

Al-Qadir undAl-Muqtadir: der All-Fähige,


der Besitzer aller Macht und

Autorität. Von ihm gehen die


Gesetze der Natur als Gesetzmä-
ßigkeit (oder auch „Gewohnheit
Gottes") und auch die Recht-
leitung und die Normen und
Gesetze für den Menschen aus.

Al-Adsiem: der Erhabene; der über allem


Erhabene.

Al-Aly: Der Erhabene.


Al-Dschabbaar: der Unterwerfer, der alles

nach Seinem Willen unterwerfen


kann und der am jüngsten Tag
alles unterwerfen wird.

Al-Kabir: der unvergleichlich Größte.


(vergl.: Allahu-akbar! - „Nur
Gott ist der Größte!")

Al-Qahhaar: der Alles-Bezwinger


Al-Waali: der einzige absolute Herrscher
Malik-al-Mulk: Inhaber aller Reichtümer

Al-Ghani: der Bedürfnislose, der nieman-


den nötig hat.

Al-Wäarith: der oder das einzige Erbe, denn


außer Ihm ist nichts beständig.

Al-Qayum: der, ohne dessen Hilfe nichts


bestehen kann. Für Seine Exi-
stenz ist Er jedoch auf nichts
angewiesen.

Al-Haiy: der aus sich selbst Lebende.

Gott zeigt sich in Seinen Namen

als der mächtige gerechte Richter und

weiser Lenker der Schöpfung.

Al-Dschaami: der alle Menschen am Jüngsten


Tag versammeln wird.

Al-Adl: der gerechte, der alles, ein-


schließlich den Menschen, mit
absoluter Gerechtigkeit richtet.

Al-Hakam: der weise Richter.


Al-Muqsit: der unparteiisch Richtende.
Al-Muntaqim: der gerechte Vergelter.

Al-Khaafid: der Erniedriger der Hoffärtigen,


Hochmütigen und zu unrecht
Stolzen.

Al-Qabid: der die Gaben nach Seinem Er-


messen zurückhält oder verteilt.

Al-Musill: der Demütiger der Unterdrücker


ihrer Mitmenschen und derjeni-
gen, die sich anmaßen, mehr
sein zu wollen als Diener Gottes.
Ar-Raqieb: der Wächter, dem nichts ent-
geht.

Al-Muhsy: der alles Aufzeichnende.

Al-Hasieb: der alles genau Berechnende


und Planende.

Al-Khabier: der Allkundige, der in die Her-


zen der Menschen schaut.

Asch-Schahled: der niemals abwesende Zeu-


ge

Al-Mu'achier: der aufschieben kann, wann Er will und


zurückdrängen, wen Er will.

Al-Hakiem: der Allweise, dessen Entscheidungen immer zum


Besten der Menschen sind, auch wenn sie es oft nicht
verstehen.

Al-Haq: der Wahrhaftige, der die absolute Wahrheit ist.

In der Schöpfung sind Seine

beeindruckendsten und schönsten Zeichen

Gottes zu sehen. So begreifen die Muslime

Gott als den

Al-Khaliq: der Schöpfer, der alles Seiende


durch eine einfache Formel
„sei!" geschaffen hat.

Al-Bary: der Erschaffer, der alles aus


dem Nichts erschuf.

Al-Mubdi: der Urheber alles Geschaffenen


aus dem Nichts.

Al-Musawwir: der Former, der allem seine


Form und schöne Gestalt gibt.
Al-Badi: der Schöpfer aller Dinge in ihrer
schönsten Form.

Al-Wadschld: der, der allen Dingen ihr Sein


verleiht.

Al-Saahir: der Offenbare, auf dessen Exi-


stenz alles Geschaffene hin-
weist.
Al-Mudschie: der Lebensspender.

Al-Mumiet: in dessen Hand der Tot ist. Nur


Er kennt die Stunde des Todes.

Al-Mu 'ied: der alles wieder zum Leben er-


weckt.

Al-Ba'ith: der die Menschen am Jüngsten


Tag wieder zum Leben erweckt.

Al-Mutakabbir: der einzig Stolze, der auf

Sein Werk mit Recht stolz sein


kann, denn Sein Werk und Er
selbst ist vollkommen.

Al-Muhaymin: der Bewahrer des Seins, der


Hüter und Beschützer.

An-Nur: das Licht (ausführlich dazu sie-


he Koran 24;35ff). Licht im
übertragenen Sinn zB. für das
stetige Wirken Gottes in Seiner
Schöpfung und nach Seinem
Schöpfungsplan. Gott hat dem-
nach nie geruht und hat Seine
Schöpfung nicht sieh selbst
überlassen.

Hier schließt sich der Kreis zu der

für die islamische Lehre bedeutungsvolle

aber schlichte Aussage über Gott im Koran.

Er ist:

Al-Awal: der Erste ohne Beginn.


Al-Achir: der Letzte ohne Ende.

Al-Waahid: der Eine, der niemanden neben


sich hat.

Al-Ahad: der Einzige, dem nichts ähnelt.


Al-Fard: der Einzelne.

As-Samad: der Ewigwährende. Die unver-


ursachte Ursache alles Seienden.

Er ist Allah, der Einzige.


Er hat immer existiert.

Er hat nicht gezeugt.

Er steht jenseits und über

allem Seienden.

Es gibt nichts, was man mit Ihm


vergleichen kann.