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Das Wörterbuch des NLP

Absicht -> Gute Absicht


Accessing cues -> Zugangs-Hinweise
Affirmationen
Als ob
Analog
Analoger Anker -> Gleitanker
Analoges Markieren
Änderungs-Techniken
Angleichen -> spiegeln
Anker
Anker entmachten -> Anker löschen
Anker kollabieren -> Anker verschmelzen
Anker löschen
Anker setzen
Anker stapeln -> Stapel-Anker
Anker testen
Anker verketten -> Ketten-Anker
Anker verschmelzen
Äquivalenz -> Komplexe Äquivalenz
As if-Frame -> Als ob
Assoziiert
Assoziierungs-Techniken
Atem
Auditiv
Augenbewegungen
B

Backtrack
Bagel-Modell
Bail out -> Unterbrecher
Basisannahmen des NLP -> Grundannahmen des NLP
Bateson-Lernkategorien
Bateson-Lernstrategie
Bedeutungs-Reframing
Behavio(u)r Generator -> Neues Verhalten
Behaviorismus
Belief
Between time
Bevorzugtes Repräsentations-System
Bewegungs-Anker
Bewußte (In)Kompetenz -> Lern-Stadien
Bewußtsein
Beziehungs-Reframing
Block -> Stuck state
Boden-Anker
Boden-Zeit-Linie
Breaker -> Unterbrecher

Calibrated loops -> Kalibrierte Schleifen


Chaining -> Ketten-Anker
Change history -> History change
Chunking
Circle of Excellence
Collapsing anchors -> Anker verschmelzen
Columbo-Technik
Computer-Metapher des Geistes
Core state
Core transformation -> Imperative S.Analyse
Cross-pacing -> Überkreuz-Spiegeln

Denken
Deskriptive Regeln
Digital -> analog
Dissoziieren
Dissoziierungs-Techniken
Dritte Position
Down-time
Durch-Zeit

Eingebettete Befehle
Eingebettete Fragen
Einheitliche Feldtheorie
Erinnerungen -> Gedächtnis
Erste Position -> W.Positionen
Exaktes Wahrnehmen -> Genaues Wahrnehmen

F
Fähigkeiten
Filter -> Wahrnehmungs-Filter
Fokus d.Bewußtseins
Frage-Techniken
Frame
Führen
5-4-3-2-1-Methode
Führungs-System -> Leit-System
Future pace

Gedächtnis
Gefühle
Genaues Wahrnehmen
Generalisierung -> Verallgemeinerung
Gestalt
Gestaltungs-Ebenen -> Logische Ebenen
Glaubenssatz
Gleit-Anker
Glücks-Anker
Grundannahmen des NLP
Gustatorisch
Gute Absicht

Haptisch
Hierarchie von Kriterien -> Werte
Hindernisse
History change
Hypnotische Sprache

Identität
Ideomotorische Bewegungen
Imperative Selbst-Analyse
Indirekte Suggestionen
Informations-Sammlung
Inhalts-Reframing
Inkongruenz
Innerer Dialog
Innere Repräsentation
Innerer Zustand
Installieren
Integration
Intention -> Gute Absicht
Interferenzen -> Hindernisse
Intervention
In-Zeit

Johari-Fenster

Kalibrieren
Kalibrierte Schleifen
Kapazität -> Fähigkeiten
Kern der Persönlichkeit
Ketten-Anker
Kinästhetisch
Kinästhetisches Selbst
Kognitive Psychologie
Kollaps-Anker -> Anker verschmelzen
Kommunikations-Techniken des NLP
Komplexe Äquivalenz
Konfusion
Kongruenz
Kontext
Kontext-Reframing
Konversations-Postulate
Körper
Körper-Sprache
Körper-Wahrnehmung
Kraft-Quelle -> Quelle
Kriterien
Kritiker(in)
Kulturelles NLP
Kurzschließen

Laterale Augen-Bewegungen
Leading -> Führen
Leit-System
Lern-Stadien
Lern-Stile
Lern-Zyklus -> Lern-Stadien
Life Line -> Zeit-Linie
Logische Ebenen
Lokaler Anker -> Raum-Anker
Loop -> Kalibrierte Schleife

Manipulation
Mapping
Mapping around
Matchen
Mechanistisches Welt-Bild
Mehrfache Beschreibung
Mentoren-Technik
Meta
Meta-Botschaft
Meta-Mirror -> Meta-Spiegel
Meta-Modell der Sprache
Metaphern
Meta-Programme
Meta-Spiegel
Milton-Modell
Mirroring -> Spiegeln
Misch-Physiologie
Mismatchen
Mitgehen -> Spiegeln
Modalverben
Modaloperatoren
Modalitäten
Modell
Modell der Welt -> Welt-Bild
Modellieren
Moment of Excellence
Moment of Importance
Multiple Beschreibung -> Mehrfache Beschreibung
Muskelspannungen

Negative Befehle
Neues Verhalten erzeugen
Neuprägung
Neurologie
Neurologische Ebenen -> Logische Ebenen
Nominalisierung
Nonverbale Kommunikation -> Körpersprache
Notation des NLP
New Behaviour Generator -> Neues Verhalten

Oberflächen-Struktur der Sprache


Olfaktorisch
Onkel-John-Geschichten
Ökologie
Ökologischer Check

P
Pacing
Parental Time-Line
Person -> Identität
Personale Identität
Phobie
Physiologie
Placebo-Effekt
Polaritäten
Polare Reaktionen
Positive Absicht -> Gute Absicht
Positiver History Change
Pragmagraf. Swish-Design
Prädikate
Prägung
Präskriptive Regeln
Präsuppositionen -> Vorannahmen
Primäres Repäsentations-System -> Bevorzugtes R.-S.
Problem-Physiologie
Problem-Zustand
Propriozeptive Empfindungen
Prozeß
Punch-Reframing

Quelle

Rapport
Raum-Anker
Realist
Referenz
Referenz-Erfahrung
Referenz-System
Reframing
Regeln
Re-imprint -> Neuprägung
Repräsentations-Systeme
RepSysteme der Sprache
Ressourcen
Ressourcen-Fokus
Ressourcen-Physiologie
Ressourcen-Zustand

Satir-Kategorien
S.C.O.R.E-Modell
Sechs-Stufen-Reframing
Selbst-Anker
Selbst-Bild
Selbststeuerung
Selbstwert
Sensorische Systeme -> Sinnes-Kanäle
Separator -> Unterbrecher
Sex und NLP
Sinnes-Kanäle
Six-Step-Reframing -> Sechs-Stufen-Reframing
Sleight-of-Mouth-Patterns
Sorting Styles -> Meta-Programme
Soziale Identität
Soziales Panorama-Modell
Spiegeln
Standard-Swish
Stapel-Anker
State of excellence -> Moment of excellence
Stimme
Strategie
Strategie erkunden
Strategie installieren
Strategie-Swish
Stuck State
Submodalitäten
Swish
Swish-Design
Symptom-Reframing
Synästhesie
System-Matrix

Taktil
Teile
Through time
Tiefenstruktur der Sprache
Tilgung
Time Frame
Time-Line -> Zeit-Linie
Trance
Trans-derivationale Suche
Transfer
Transformations-Grammatik
Traumata-Techniken
Träumer(in)
Tu-so-als-ob-Rahmen -> Als ob

Überkreuz-Spiegeln
Überlappen
Überzeugungen -> Beliefs
Ultrakurzzeit-Therapie
Umfassungswörter
Umwelt
Unbewußtes
Und-Haltung
Unified Field Theory
Universalquantoren
Unterbrecher
Untereigenschaften
Up-Time
Ur-Credo
Ursache-Wirkung -> Beliefs
Utilisation

VAKO
Verallgemeinerung
Verbindung -> Zugehörigkeit
Verdecktes Arbeiten
Vergangenheit
Verhalten
Verhaltensflexibilität
Verhaltenshinweise -> Zugangshinweise
Verhandlungs-Reframing
Verketten mehrerer Anker -> Ketten-Anker
Versöhnungs-Physiologie
Versteckte Befehle -> Eingebettete Befehle
Versteckte Fragen -> Eingebettete Fragen
Verzerrung
Vierte Wahrnehmungs-Position
Viszerale Körperempfindungen
Vollständige Sätze -> Wohlgeformte Sätze
Vorannahmen

Wahrnehmungs-Ebenen -> Repräsentations-Systeme


Wahrnehmungs-Filter
Wahrnehmungs-Positionen
Wahrnehmungs-Training -> Genaues Wahrnehmen
Wahrnehmungs-Typen
Walt-Disney-Strategie
Warum-Fragen
Weg von
Welt-Bild
Werte
Wieder-Prägung -> Neuprägung
Wohlgeformt
Wohlgeformte Sätze
Wohlgeformtes Ziel

Zeit
Zeit-Linie
Zeit-Linie der Eltern
Zeit-Orientierung
Zeit-Rahmen
Zeit-Verzerrung
Ziel
Ziel-Arbeit
Ziel-Bild
Ziel-Konflikt
Ziel-Physiologie
Ziel-Rahmen
Ziel-Satz
Ziel-Zustand
Zitate
Zugangs-Hinweise
Zugangs-System
Zugehörigkeit
Zweite Position
Zwischen-Zeit
Gestalt ein geschlossenes Ganzes, dessen Teile in gegenseitiger
Abhängigkeit stehen und das mehr darstellt als die Summe seiner
Teile. Der Gestaltpsychologe Köhler definierte Gestalt "als solche
Gebilde (Melodien, Raumgestalten, Gedanken), die als Ganze
spezifische Eigenschaften haben und deshalb mit gutem Recht als
Einheiten aufzufassen sind." Die Gestaltpsychologe behauptet, daß
das Gehirn die Realität nur in Gestalten wahrnehmen kann. Als
Beleg gelten u.a. die sogenannten Sinnestäuschungen, z.B. die
bekannten Kipp-Bilder, bei denen immer eine andere Gestalt
"wahrgenommen" wird.

Gestalt-Therapie

Gestaltungs-Ebenen Logische Ebenen

Glaubenssatz, Belief Ein Glaubenssatz ist der sprachliche Ausdruck


von etwas, an das jemand glaubt, was jemand für wahr hält.
Glaubenssätze sind für NLP ein Ausdruck innerer Modelle, die
jede Person andauern entwirft und andauernd entwerfen muß, um
sich in der Welt zu orientieren. Glaubenssätze in der NLP-
Terminologie sind ein alltägliches Phänomen. Sie haben mit
Glaubenssätzen im religiösen Sinn nichts zu tun (Religiöse
Glaubenssätze sind ein Sonderfall der Glaubenssätze in der NLP-
Bedeutung).Wir haben es in diesem Lexikon vorgezogen, für den
NLP-Begriff von Glaubenssatz das englische Wort Belief zu
verwenden.

Gleit-Anker Ein Berührungs-Anker (kinästhetischer Anker) mit


einer gleitenden Bewegung z.B. mit den Fingerkuppen am Oberarm.
Gleit-Anker können in einer kleinen Bewegung bestehen, z.B. ein
paar Zentimeter, oder in einer großen Bewegung entlang einer
Körperlinie, z.B. von der Armbeuge bin zu den Knöcheln. Gleit-
Anker können manchmal sehr wirksame Anker sein, besonders auch,
wenn ungewohnte Körperberührungen gewählt werden. Anleitung
für einen Gleit-Anker zum Intensivieren von Gefühlen

Glücks-Anker Ein Selbst-Anker und ein Stapel-Anker, der sich


auf Glücks-Zustände bezieht. Angenommen der Selbst-Anker besteht
darin, Daumen und Zeigefinger der linken Hand zusammenzupressen
und die Hand leicht zu drehen. Der Anker wird so gesetzt: Sie
machen diese (oder eine andere frei gewählte) Bewegung in Alltag
immer dann, wenn Sie etwas erleben, was in Ihnen viel oder wenig
"Glück" auslöst (wenn Sie sich über etwas freuen, über etwas lachen,
stolz sind, usw.). Jedes dieser (kleinen oder großen) Ereignisse wird
auf die gleiche Art geankert. Mit der Zeit verfügen Sie über einen
sehr wirkungsvollen Selbst-Anker. Ein Glücks-Anker ist
hervorragend geeignet, unerwünschte innere Zustände zu verändern.
Er wird dann aktiviert, wenn Sie Ihren inneren Zustand positiv
verändern wollen (z.B.: wenn Sie sich über etwas ärgern und diesen
Ärger beenden wollen). In vielen Fällen kann die Aktivierung eines
Glücks-Anker den inneren Zustand auf eine kleine Weise verändern,
die innerlich angenehm erfahren wird. ( Anker verschmelzen)

Grundannahmen des NLP Eine Menge von Annahmen, die


grundlegende Beliefs des NLP zum Ausdruck bringen. Welche
Annahmen als Grundannahmen des NLP gelten, ist nach Richtung
und Schule unterschieden. Typische Grundannahmen sind:
(1) Die Landkarte ist nicht das Territorium.
(2) Jede Person hat alle Ressourcen, die sie zum Erreichen ihrer Ziele
benötigt.
(3) In Kommunikation gibt es keine Fehler, sondern nur Ergebnisse.
(4) Die Bedeutung der Kommunikation ist das Resultat, das erzielt
wird.
(5) In guter Kommunikation gibt es nur Gewinner.
(6) Jeder Mensch ist einzigartig.
(7) Jeder Mensch hat sein eigenes Modell der Welt.
(8) Jedes Individuum ist als Person in Ordnung. Hinterfragt wird nur
die Angemessenheit seines Verhaltens.
(9) Jedes Verhalten ist in irgendeinem Kontext nützlich.
(10) Ich bin verantwortlich für mein Verhalten.
(11) Wenn etwas nicht funktioniert: Hör damit auf und probier etwas
Neues.
(12) In jeder Situation gibt es mindestens drei Wahlmöglichkeiten.
(13) Körper und Geist sind eine Einheit.
(14) Individuen haben zwei Ebenen der Kommunikation: die
bewußte und die unbewußte Ebene.
(15) Widerstand ist eine Aussage über die Inflexibilität des
Kommunikators.

Die Frage, welche dieser Annahmen jemand für nützlich erachtet und
in welchem Ausmaß jemand fähig ist, sie in das eigene Leben zu
integrieren, bildet einen wichtigen Bestandteil einer ernsthaften
Auseinandersetzung mit NLP.

Gustatorisch bezieht sich auf den Geschmack oder das Schmecken,


eines der Sinnes- bzw. Repräsentations-Systeme des NLP.

Gute Absicht, positive Absicht, positive Intention Das Teile-


Konzept des NLP beruht auf der Annahme, daß alle "Teile" im
Unbewußten eine positive Funktion ausüben, - daß also, dem was sie
tun, eine positive Intention zugrundeliegt. Die Idee der guten Absicht
ist eine Arbeitshypothese für viele Änderungs-Techniken des NLP.
In den Techniken des Reframings wird diese Hypothese als
Faktum eingeführt. Das heißt eine Person, die z.B. den Prozeß des
Sechs-Stufen-Reframing oder des Symptom-Reframing auf ein
Problem anwendet, wird nicht gefragt, ob der "Teil", der sie ärgert,
stört oder Schmerzen verursacht, möglicherweise eine "gute Absicht"
haben könnte, sondern sie wird gefragt, was die "gute Absicht"
dieses "Teils" ist. Die Antworten, die dabei kommen, werden in den
Techniken des Reframings nicht hinterfragt, abgewertet oder
lächerlich gemacht, sondern für bare Münze genommen. Reframings
dieser Art beziehen sich in der Regel auf die logische Ebene des
Verhaltens. Es wird gesagt, daß dem "Teil", der für dieses Verhalten
verantwortlich ist, eine positive Absicht zugrundeliegt. Diese
Absicht wird in Erfahrung gebracht und akzeptiert. Punktum.

Auf der Ebene der Beliefs sieht die Sache anders aus. Absichten,
die hier geäußert werden ("Ich mache das, weil ") werden kritisch
hinterfragt, weil diese Beliefs genau das Problem sein können. Dies
bezieht sich nicht nur auf "bewußt" geäußerte Beliefs, sondern auch
auf Beliefs, die erst in einem längeren Prozeß des Nachfragens vom
"Unbewußten" ans Tages-Licht gebracht wurden. Das kritische
Hinterfragen von "Absichten" auf der Ebene der Beliefs (eine
logische Ebene, die der Ebene des Verhaltens übergeordnet ist),
bezeichnet somit auch eine Grenze für die Anwendbarkeit
bestimmter Techniken des Reframings: manchmal schmoren die
Reframings im Saft der eigenen Beliefs.

Darüberhinaus beschreibt das Prinzip der guten Absicht eine


grundsätzliche Einstellung Menschen gegenüber. Dem Verhalten
anderer eine positive Absicht zu unterstellen, auch wenn wir sie nicht
"verstehen", kann Kommunikation qualitativ verbessern. Dazu ist es
nützlich, die Ebene des Verhaltens von der Ebene der Person, der
Identität, zu trennen. Auf der Verhaltens-Ebene geht es um Regeln,
um Normen - und um Sanktionen, falls die Regeln und Normen
überschritten werden. Auf der Personen-Ebene geht es um den
Kern der Person, ihre eigentliche Identität. Auf der Verhaltens-Ebene
ist es notwendig, anderen klare Grenzen zu setzen (und ihre
Überschreitung zu ahnden). Auf der Verhaltens-Ebene geht es um
Bedingungen, - vielleicht um Bedingungen, die notwendig sind, will
eine soziale Gemeinschaft überleben. Auf der Ebene der Person, des
Kerns der Person, geht es nicht um Bedingungen. Die Würde von
Menschen ist nicht an Bedingungen geknüpft (eine der Grund-Ideen
der Demokratie). Auf der Ebene der Person ist jede Person in
Ordnung, auch wenn ihr Verhalten nicht in Ordnung ist. Diese
Einstellung ist geeignet, Energie zu sparen, den Fokus auf die
eigentlichen Ziele, und nicht auf Nebenschauplätze (den Kampf
gegen die schlechten anderen) zu richten. "Feinde" (als Personen) hat
nur, wer sich Feinde innerlich konstruiert. Einstein hat einmal gesagt,
die wichtigste Frage ist, ob wir in einem feindlichen oder in einem
freundlichen Universum leben. Das Märchen vom Tempel der
tausend Spiegel.
Lern-Stile. Arten des Lernens. In NLP gibt es unterschiedliche
Modelle zur Erkundung individueller Lernstile. Beispiel sind das
bevorzugtes Repräsentationssystem, das Leit-System, das
Referenz-System, Lern- Strategien oder Meta-Programme.

Lern-Zyklus Lern-Stadien

Life Line Zeit-Linie

Logische Ebenen Die logische Ebenen, auch neurologische Ebenen


oder Gestaltungs-Ebenen genannt, sind ein einfaches hierarchisches
Modell von fünf oder mehr Ebenen. Im ursprünglichen Ansatz von
Dilts handelt es sich um fünf Ebenen: (1) die Umwelt (enviroment
and external constraints), (2) das Verhalten (behavior), (3) die
Fähigkeiten (capability), (4) die Überzeugungen (belief systems) und
(5) die Identität (identity).

(1) Jedes Ereignis findet in einere bestimmten Umwelt statt. Das ist
die Umgebung, der zeitliche und räumliche Kontext, die äußeren
Umstände, die äußeren Auslöser. Die Ebene der Umwelt enhält alle
äußeren Bedingungen, die auf eine Person einwirken. Die
Phänomene der Umwelt sind äußerlich mit den Sinnen erfahrbar.
Umwelt ist sinnlich beschreibbar. Umwelt kann mit den Fragen
"wo?", "wann?" "wer?", "wer noch?" in Erfahrung gebracht werden.

(2) Die Ebene des Verhaltens bezieht sich auf alle Aktionen und
Reaktionen einer Person, die von außen, durch andere Menschen,
wahrnehmbar sind: das Verhalten dieser Person, ihr Tun, ihr
Handeln, ihre Worte, ihre Stimmwahl, ihre Gestik, ihre Bewegungen,
ihre Motorik, ihre Atmung. Auch Verhalten kann mit sinnes-
spezifischen Begriffen beschrieben werden. Hier geht um das Was:
"was wird getan?".
(3) Die Fähigkeiten sind kognitive Prozesse, die eine Person
durchläuft, damit ein bestimmtes Verhalten möglich wird. Es geht
um das Können und Denken, auch um das Bewußtsein über diese
Fähigkeiten. Fähigkeiten und Fertigkeiten werden in NLP auch mit
den Strategien und Meta-Programmen beschrieben. Die Frage
dazu ist das "Wie?": wie führt jemand Tätigkeiten aus, welche
inneren Prozesse und Programme laufen ab? Die Ebene der
Fähigkeiten und alle folgenden Ebenen sind von außen sinnlich nicht
direkt wahrnehmbar. Alle Aussagen über diese Ebenen bei anderen
Menschen sind Interpretationen äußerer Beobachter.

(4) Die nächste Ebene sind die Beliefs, die Glaubenssätze, die
Überzeugungen, die Werte, die inneren Kriterien, die dem Handeln
(bewußt und unbewußt) zugrundeliegen, auch die höchsten Werte
und eigentlichen Motive einer Person. Hier geht es um die Leit-
Ideen, die Menschen für wahr halten und die Menschen als Motive
für den Einsatz ihrer Fähigkeiten anwenden. Menschen setzen
Fähigkeiten, die sie besitzen, nur dann ein, wenn entsprechende
Glaubenssätze und Kriterien vorhanden sind, die den Einsatz dieser
Fähigkeiten erlauben. Glaubenssätze sind Interpretationen aus
früheren Erfahrungen. Glaubenssätze sind individuelle Theorien,
warum etwas so und nicht anders ist. Diese Ebene wird erfragt durch.
"Warum?", Wofür?, "Was ist wichtig?".

(5) Die fünfte Ebene ist die Ebene der Identität: das Selbst-Bild,
die Vorstellungen, die Menschen von sich als ganze Person in ihrem
Verhalten, in ihren Fähigkeiten und in ihren Überzeugungen meist
unbewußt mitkonstruieren. Identität ist eine hohe Ebene von
Interpretationen: die Interpretation zahlreicher Interpretationen
vergangener Erfahrungen. Identität - mit den Polen der personalen
und der sozialen Identität - kann auch als besonderes Belief
gedacht werden: ein Belief, das Menschen auf sich selbst anwenden,
das zentrale Modell über sich selbst. Die Frage dazu ist."Wer bin ich
(wenn ich diese Beliefs, Fähigkeiten, lebe)?".

(6) In vielen Ansätzen wird das Modell der logischen um eine


weitere Ebene (bei manchen auch unterteilt in mehrere Ebenen)
ergänzt. Diese "letzte" (und wichtigste) Ebene ist eine
"überindividuelle Ebene". Sie beinhaltet die Vorstellungen,
Gedanken, Beliefs von Menschen über etwas, das mehr ist als sie als
Person, das ihre Individualität überschreitet. Hier geht es um die
Zugehörigkeit zu etwas Größeren oder Höheren, - für manche: die
spirituelle Ebene, umfassende Visionen, der Sinn des Lebens,
Lebensaufgaben, eine Mission, das Erleben von core state oder der
Quelle. Menschen, die ihr Bewußtsein auf die Inhalte dieser Ebene
richten, fühlen sich anderen Menschen, der Menschheit insgesamt,
der Natur, dem Leben, einer umfassenden Idee oder dem Göttlichen
verbunden. Auf der Ebene der Zugehörigkeitgeht es um die "großen
Fragen" im Leben: Warum leben wir? Warum sind wir hier? Was ist
der Sinn des Lebens? Kurzfassung zu den Fragen zu allen Ebenen

Gundl Kutschera unterscheidet die Ebene der Beliefs von der Ebene
der Werte und ordnet die Werte über den Beliefs. Werte werden von
ihr als "spezielle Überbegriffe von Glaubenssätze" definiert: "Sie
sind die treibende Kräfte dafür, warum etwas wichtig und
lohnenswert ist - was der Sinn des Lebens ist". Ihre Einteilung geht
so: (1) Umfeld, (2) Verhalten, (3) Fertigkeiten und Fähigkeiten, (4)
Belief-Systeme (Glaubenssätze) , (5) Werte, (6) Spiritualität, Kraft-
Quelle. Sie assoziiert dabei (2) mit Lernen 1, (3) mit Lernen 2, und
(5) mit Lernen 3 in den Bateson-Lern-Kategorien.

Das Modell der logischen Ebenen ist eines der zentralen Modelle des
NLP, wie es sich heute präsentiert. Es wird unterschiedlich
interpretiert und unterschiedlich angewandt. Der gemeinsame
Gedanke, der in allen Interpretationen zu finden ist, ist der Gedanke
einer Hierarchie. Die logischen Ebenen sind eine Klassifikation von
"äußeren" und "inneren" Phänomenen hinsichtlich ihrer Wichtigkeit
und ihrer Bedeutung. Es wird immer davon ausgegangen, daß
höhere" Ebenen "niedrigere" Ebenen beeinflussen und steuern. Eine
Veränderung auf einer höheren Ebene verändert die
darunterliegenden Ebenen. Personen, die z.B. ihre Beliefs oder ihre
Identität verändern, verändern "automatisch" ihre Fähigkeiten und
ihr Verhalten. Jede Ebene in diesem Modell bestimmt, welche
Veränderungen auf den Ebenen unter ihr möglich sind. Ein
Reframing, angewandt auf Verhalten, kann an die Grenze der Beliefs
stoßen und dadurch (wenn mächtige hindernde Beliefs dem neuen
erwünschten Verhalten entgegenstehen) wenig oder nicht wirksam
sein.

Im allgemeinen versucht man in NLP, bei einer Veränderungs-Arbeit


auf der höchsten logischen Ebene zu beginnen, die für das jeweilige
Problem Sinn ergibt. (Wer unter einer Spinnen-Phobie leidet, braucht
in der Regel seine Identität nicht verändern). Die Frage, welche
Ebene die richtige für Veränderungs-Arbeit ist, kann allgemein nicht
beantwortet werden. Sie hängt von vielen Faktoren ab, die auch die
Persönlicheit des Beraters oder der Beraterin und die Art der
Beziehung und der Kommunikation mit dem Klienten, der Klientin
betreffen. Bemühungen über Änderungen auf einer zu niedrigen
Ebene können ins Leere gehen. "Wenn der Klient auf der Ebene der
Identität glaubt, er habe es letztlich nicht verdient von der Schmach,
eine Suchtpersönlichkeit zu sein, erlöst zu werden, dann ist jeder
Versuch verlorene Liebesmühe, ihm z.B. auf der Ebene des
Verhaltens helfen zu wollen, sein Ziel zu erreichen" (Thies Stahl).

Das hierarchische Modell der logischen Ebenen darf nicht im Sinne


einer kausalen "Einbahn-Straße" mißverstanden werden. "Hohe"
Ebenen bilden sich nicht im luftleeren Raum, sondern basieren auf
Erfahrungen und "Beweisen". Der Glaubenssatz "ich kann nicht
schwimmen" (Ebene 4) wird in der Regel mit mangelnden
Fähigkeiten (Ebene 3) zu tun haben. Schwimmen zu lernen (sich
diese Fähigkeit anzueignen) verändert "automatisch" den
Glaubensatz, wie jemand hier über seine Fähigkeiten denkt. Inke
Jochims schlägt eine pragmatische Unterscheidung nach
"angemessenen" und "unangemessenen" Beliefs vor. Ein
unangemessener Glaubenssatz wäre zum Beispiel: "Ich kann nicht
schwimmen lernen", eine Konstruktion der Zukunft, die (vermutlich)
auf unüberprüften Vorannahmen beruht. "Daher ist die
Reihenfolge der Veränderungsarbeit, wenn man einem
angemessenen Glaubenssatz verändern will: erst das Erlernen einer
neuen Fähigkeit, dann verändert sich auch der Glaubensssatz ohne
weitere Interventionen. Aber wenn man einen unangemessenen
Glaubenssatz verändern will, dann gilt: erst die Veränderung des
Glaubenssatzes, dann das Erlernen einer neuen Fähigkeit".

Das Modell der logischen Ebenen ist (wie auch das Beispiel zeigt)
ein Instrumentarium zur Klassifikation von Problemen und von NLP-
Techniken, die zur Lösung empfohlen werden. Beispiele für typische
Zuordnungen sind:
(1) Ebene der Umwelt: die meisten Techniken der Ziel-Arbeit, wie
Problem- und Zielbestimmung und der Ziel-Rahmen.
(2) Verhalten: die meisten Anker-Techniken, wie Anker
verschmelzen, die Techniken des Reframing, wie das Sechs-
Stufen-Reframing und das Symptom-Reframing.
(3) Fähigkeiten: die drei Wahrnehmungs-Positionen, die Meta-
Programme, Techniken der Veränderung und Installation sowohl von
Mikro- wie von Makro- Strategien, wie z.B. die Bateson-
Lernstrategie.
(4) Beliefs: alle Techniken der Veränderung von Beliefs, für
manche auch die Walt-Disney-Strategie.
(5) Identität: History change, Neuprägung, Übungen im Rahmen
der Imperativen Selbst-Analyse und des Sozialen-Panorama-
Modells, in machen Fällen auch die Änderung der inneren Zeit-
Linie.
(6) Zugehörigkeit: Core transformation, Installieren der Quelle,
Ur-Credo-Prozeß.
Diese Zuordnungen dürfen nicht überinterpretiert werden. Manche
Zuordnungen sind strittig und werden in der Literatur zu NLP auch
anders vorgenommen. Im konkreten Fall kann oft nicht gesagt
werden, welche der logischen Ebenen tatsächlich durch eine
Intervention tangiert wird. Änderungs-Prozesse geschehen auf vielen
Ebenen, und vieles davon bleibt unbewußt.

Das Modell der logischen Ebenen kann sowohl für den Vergleich
von Problemen und Techniken als auch zur Beschreibung der
Dimensionen eines Problems oder eines Ziels verwendet werden. In
der Ziel-Arbeit kann es generell nützlich, sein, die verschiedenen
Ebenen explizit anzusprechen. Das Modell der logischen Ebenen ist
gut geeignet, die Dimensionen bestehender Probleme und möglicher
Ziele in einem umfassenden Sinn zu beschreiben. Darüberhinaus
kann es bestehende Ziele zusätzlich anreichern und vertiefen. Robert
Dilts hat dazu eine Intervention entwickelt (er nennt sie "logical level
alignment", wir bezeichnen sie "Integration der logischen Ebenen").
Dabei geht es darum, für ein bestimmtes Ziel die einzelnen Ebenen
in folgender Reihenfolge anzusprechen (und assoziiert zu erleben):
Umwelt - Verhalten - Fähigkeiten - Beliefs - Identität -
Zugehörigkeit- Identität - Beliefs - Fähigkeiten - Verhalten - Umwelt
(in der Regel macht man das mit Boden-Ankern). Man durchläuft
also eine Kette von außen - innen - außen und vom konkreten zum
allgemeinen Kontext und zurück. Diese Intervention stellt konkrete
Ziele, z.B. auf der Verhaltens-Ebene, in einen umfassenden
Zusammenhang. Dadurch wird meist eine stärkere Motivation und
zusätzliche Energie für das Ziel aktiviert. Diese Technik kann auch
für Teams oder Partner angewandt werden, vor allem dann, wenn es
um große umd wichtige Entscheidungen geht (Es kann ein tiefes
Erlebnis sein, diese Übung für eine wichtige Frage gemeinsam mit
seiner, ihrem PartnerIn zu machen). Hilfreich ist es, die Identität
(Ebene 5) als Metapher auszudrücken (der Klient, die Klientin
findet eine Metapher für sich selbst: "Ich bin wie ...") und sich für die
Zugehörigkeit (Ebene 6) ein Symbol schenken zu lassen, das man in
die Hand nimmt und auf der Reise zurück bis zur Umwelt mitnimmt.
Übungs-Anleitung dazu.

Lokaler Anker Raum-Anker

Loop bedeutet Schleife, kalibrierte Schleife


Meta-Spiegel Robert Dilts hat vorgeschlagen, die drei traditionellen
Wahrnehmungs-Positionen durch eine vierte Position zu ergänzen,
die er Meta-Spiegel (meta mirror) nennt. Der Meta-Spiegel ist eine
Meta-Position zu den drei anderen Positionen. Vom Meta-Spiegel (in
einer NLP-Intervention meist als Boden-Anker definiert) kann das
Beziehungsmuster zwischen dritter und erster Position erkundet
werden: die Art, wie die dritte Person mit der ersten Person umgeht,
z.B. ob sie übertrieben kritisch ist. Dilts meint, daß eine Reflexion
über diese Interaktion einen "Spiegel" abgibt, wie sich Menschen
selbst behandeln (welche Beziehung sie zu Ihrem Selbst-Bild) haben.
Die vierte Position dient dazu, diese Beziehung zu erkunden. Dazu ist
es hilfreich, von der Interaktion von dritter und erster Position zu
abstrahieren, sich von den dabei beteiligten Gefühlen zu
dissoziieren und dieses (innere) System von außen zu erkunden.
Übungs-Anleitung

Milton-Modell Das Milton-Modell ist nach Milton Erikson benannt.


Das Milton-Modell beschreibt, wie sprachlich Tilgungen,
Verallgemeinerungen und Verzerrungen als Prozeß-Elemente so
eingesetzt werden können, daß der Zuhörer die konkreten Inhalte aus
seiner Erfahrungs-Welt hinzufügt. Das Milton-Modell ist ein Katalog
von Sprach-Muster, um den inneren Zustand einer Person zu
spiegeln, Zugang zu unbewußten Ressourcen zu bekommen und
eine Person sprachlich zu führen. Es besteht aus zwei großen
Teilen: (A) einer Umkehrung des Meta-Modells und (B) zusätzlichen
Elementen hypnotischer Sprache.

(A) Das Milton-Modell ist die Umkehrung der Sprachmuster aus dem
Meta-Modells (es wird auch inverses Meta-Modell genannt). Im
Meta-Modell will man die Tiefen-Struktur erkunden. Das Ziel ist
die Gewinnung präziser Informationen. Die Sprache ist konkret und
genau. Im Milton-Modell will man Personen in innere Zustände
führen: die Sprache ist kunstvoll vage und ungenau. Im Meta-Modell
werden jene Sprachmuster hinterfragt, die als "Verletzung des Meta-
Modells" gelten. Im Milton-Modell werden diese Sprachmuster
bewußt angewandt. Beim Meta-Modell will man die Tiefen-Struktur
entdecken. Beim Milton-Modell will man auf der Oberflächen-
Struktur bleiben.

Der Katalog der Sprach-Muster des Milton-Modell folgt dem Katalog


aus dem Meta-Modell. Es geht um den Einsatz von Tilgungen,
Verallgemeinerungen undVerzerrungen.Tilgungen lassen
Informationen weg: "Es ist so interessant" (unspezifisches Subjekt,
unbestimmter Inhaltsbezug) "immer wieder wahrzunehmen"
(unspezifische Verb), "daß es besser ist" (Vergleich, Bewertung)
"die Neugierde" ( Nominalisierung). "zu wecken".

Ein anderes Beispiel: "Jeder" (Universalquantor) "kann"


(Modaloperator der Möglichkeit) "und jeder muß" (Modaloperator
der Notwendigkeit) "diesen Sätzen Bedeutung geben. Und indem
Sie das tun, haben Sie gerade etwas sehr Wichtiges erfahren"
(komplexe Äquivalenz). "Und genau das macht es Ihnen leicht"
(Ursache-Wirkungs-Konstrukt) "zu verstehen" (gewagte
Vorannahme!, gleichzeitig Gedankenlesen), "wie all das natürlich in
Ihr Unbewußtes eingefügt werden kann, ohne daß Sie wissen, wie
dies geschieht". Kurzüberblick über diese Sprach-Muster.

(B) Daneben zählen zum Milton-Modell eine Reihe weiterer


hypnotischer Sprach-Mustern. Beispiele sind: eingebettete Befehle,
eingebettete Fragen, negative Befehle, Konversations-
Postulate, Vorannahmen oder Zitate.

Die Sprachmuster des Milton-Modells kann man im Alltag oft


beobachten. Im NLP geht es darum, (1) die Sprachmuster des Milton-
Modells zu kennen, (2) die Sprachmuster des Milton-Modells bei
anderen zu entdecken, (3) die Sprachmuster des Milton-Modells
gezielt einzusetzen. .

Mirroring spiegeln

Misch-Physiologie Physiologie, die eine Person bei einer


erfolgreichen Änderungs-Technik zeigt. Eine Misch-Physiolgie tritt
in dem Augenblick auf, bei dem sich Problem- und Ressourcen-
Zustand mischen, z.B. bei der Technik des Anker-Verschmelzen.
Wenn jemand in seiner Vorstellung eine problematische Situation mit
Ressourcen anreichert, dann "vermischen" sich beide Zustände und
eine eigene Physiologie als Mixtur von Problem- und Ressourcen-
Physiologie wird sichtbar. Das Auftreten einer Misch-Physiologie ist
ein Zeichen, daß einen innere Umorientierung stattfindet.

Mismatchen, Mismatching Gegenteil von matching, in beiden


Bedeutungen:
(1) Das Verhalten einer Person bewußt nicht spiegeln, um
Rapport zu brechen oder zu beenden.
(2) eines der (komplexen) Meta-Programme. Beim Mismatching
wird die Aufmerksamkeit auf das gelenkt wird, was ungleich oder
unähnlich ist.

Mitgehen Wörtliche Übersetzung des Englischen pacing. Spiegeln.

Modalverben Modalverben sind die Verben: wollen, sollen, müssen,


dürfen können und mögen. In NLP wird dafür meist der Ausdruck
Modaloperator verwendet.

Modaloperatoren Modaloperatoren (im Englischen modal operators)


modifizieren den Inhalt eines anderen Verbes: "Sie können sich das
merken". Modaloperatoren werden meist in zwei Gruppen unterteilt:
in Modaloperatoren der Notwendigkeit (müssen, sollen, ) und in
Modaloperatoren der Möglichkeit (dürfen, können, ).
Modaloperatoren sind ein Hinweis für verinnerlichte präskriptive
Regeln, und damit oft für einschränkende Beliefs. Sätze mit
Modaloperatoren gelten als Verletzungen des Meta-Modells. Sie
werden meist den Verallgemeinerungen zugeordnet.

Modalitäten Mit Modalitäten meint man im NLP die fünf (meist zu


vieren zusammengefaßten) Sinnes-Kanäle (die Sinnes-
Modalitäten). Die Submodalitäten sind die Untereigenschaften.

Modell Der Ausdruck Modell findet sich in NLP in mehreren


Bedeutungen.

(1) Bewußtsein ist ein ungeheurer Auswahl-Prozeß: jede


Repräsentation, alles was wir wahrnehmen, denken, fantasieren, ist
nur ein Modell. Wir sind nicht fähig, die Welt so wahrzunehmen,
"wie sie ist", sondern wir können die Welt nur in Form innerer
Landkarten, innerer Modelle erfahren. Eine Landkarte ist nicht das
Territorium. Wir kennen das Territorium unserer Welt nur in Form
unserer Landkarten der Welt. Landkarten wählen aus: sie betonen
bestimmte Aspekte und blenden andere aus. Landkarten sind
Wahrnehmungs-Filter Landkarten enthalten Beliefs und
Vorannahmen, die als solche nicht erkannt werden.

Modelle zu bauen ist ein natürlicher Vorgang. Wir bauen die ganze
Zeit Modelle von der Welt, von anderen, von uns selbst. Jede innere
Repräsentation über innere und äußere "Tatbestände" ist ein Modell.
Jeder Akt der Wahrnehmung ist auf unbewußter Ebene eine Modell-
Bildung.Wahrnehmen heißt für wahr nehmen. Wie Menschen
Modelle im allgemeinen machen, beschreibt NLP im Meta-Modell
der Sprache.
(2) NLP ist ein praktischer Ansatz. NLP liefert praktische Handlungs-
Anleitungen und konkrete Prozeß-Schritte, die auf konkrete
inhaltliche Probleme angewendet werden können. NLP hat aufgrund
seiner Tradition (NLP hat sich im nicht-akademischen Bereich
entwickelt) und aufgrund seiner konstruktivistischen Basis kein
großes Interesse an der Schaffung von "Theorien". NLP präsentiert
sich oft als "theorieloser Ansatz" - und legt gleichzeitig Wert auf
seine empirische Überprüfbarkeit. (In meiner Ausbildung habe ich die
Trainer mit dem Spruch genervt: "NLP hat keine Theorie, aber diese
Theorie kann man testen"). Die Ansicht, NLP sei theorielos, wird
langsam revidiert und mittlerweilen gibt es auch im deutschen
Sprachraum fundierte theoretische Arbeiten von und zu NLP.
(Tatsächlich hat NLP theoretische Tiefe, viele Implikationen sind
aber noch nicht erforscht). Die scheinbare Theorielosigkeit in NLP
hat auch mit der pragmatischen Wurzel des NLP zu tun. Der
amerikanische Pragmatismus (die Hauptströmung der Philosophie der
USA in diesem Jahrhundert) versteht alle Begriffe und Theorien
(auch wissenschaftliche Begriffe und Theorien) nicht als
Widerspiegelungen, als Abbilder einer "äußeren Realität", sondern als
Mitteln, die sich durch soziale Konventionen gebildet haben. Modelle
in NLP sind Theorien im einem pragmatischen Wissenschafts-
Verständnis. Grinder und Bandler gehen noch weiter und grenzen
ihre Modelle von "Theorie" (was ist das?) strikt ab. Sie argumentieren
dabei in der Denk-Tradition des amerikanischen Pragmatismus: "Ich
wähle bewußt den Ausdruck "Modell" im Gegensatz zu dem Begriff
"Theorie". Ein Modell ist einfach eine Beschreibung, wie etwas
funktioniert, ohne Festlegung, warum es so sein mag. Eine Theorie
hat die Aufgabe, eine Rechtfertigung dafür zu liefern, warum
verschiedenen Modelle anscheinend mit der Realität übereinstimmen.
Wir sind Modellbauer und bitten Sie, diese Arbeit als ein Modell zu
beurteilen, unabhängig davon, ob es wahr oder falsch, richtig oder
unrichtig, ästhetisch oder unästhetisch ist. Sie sollten herausfinden,
ob es etwas nützt oder unnütz ist."

(3) Ein Modell ist die Person, die von einer NLP-erfahrenen Person
modelliert wird (siehe unten). Modell hat hier die Bedeutung von Vor-
Bild.

Modell der Welt Welt-Bild

Modellieren, modeling Modellieren ist der Prozeß des Ab- und


Nachbildens menschlicher Höchstleistungen. Modellieren ist ein
Kernstück des NLP. Das NLP begann als 1972, als John Grinder und
Richard Bandler anfingen, sich gegenseitig zu modellieren und dann
andere erfolgreiche Therapeuten modellierten. Dabei ging es nicht um
eine Erklärung der "Ursachen" hervorragender Leistungen (in NLP
oft Exzellenz genannt), sondern um das "Wie": was sind die Muster
erfolgreicher Menschen? Welche inneren Prozesse laufen dabei ab?
Was genau müßte jemand denken und tun, um die gleichen Resultate
zu erzielen?

Ein vollständiger Modellierungs-Prozeß umfaßt drei Phasen:

(1) Die Phase der Informations-Sammlung beim Modell. Die


Methoden dazu können sein: (a) ein Modell befragen, (b) es
veranlassen, exzellente Tätigkeiten zu tun oder davon zu sprechen
und dabei genau zu beobachten, welche inneren Prozesse ablaufen,
(c) eine Identifikation mit einem Modell (das können auch fiktive
Personen sein) aus der zweiten Wahrnehmungs-Position. Dabei
werden u.a. das Verhalten, die Physiologie, die Beliefs und
Werte, die inneren Zustände, die Strategien und Meta-
Programme eines Modells erkundet. Durch Identifikation und
Nachspielen wird versucht, diese inneren und äußeren Prozesse, so
gut dies geht, im eigenen Verhalten und Erleben nachzuvollziehen.
Das Ziel ist die Erreichung eines körperlichen und inneren Zustand,
bei dem man glaubt, gleiche oder ähnliche Ergebnisse erzielen zu
können.
(2) In der zweiten Phase wird versucht, das komplexe (äußere und
innere) Verhalten des Modells auf seine Kern-Elemente zu
reduzieren. Dies kann dadurch ereicht werden, indem gewisse
Elemente weggestrichen werden, um herauszufinden, was wesentlich
ist und was nicht. In dieser Phase formt sich ein bewußtes
Verständnis der "Funktionsweise" des Modells.

(3) In der letzten Phase werden die Kern-Elemente in eine Struktur


gebracht, meist Strategie genannt. NLP ist immer darauf aus,
komplexe Verhaltensmuster und komplexe innere Prozesse (a) in
einfache Zusammenhänge zu übersetzen, die man sich selbst und
anderen erklären kann, und (b) in einfachen Prozeß-Schritten
festzuhalten, die man sich selbst und anderen lehren kann. NLP geht
davon aus, daß Exzellenz erlernt und trainiert werden kann.
Strategien erkunden, Strategien installieren.
Belief Ein in NLP üblicher Begriff für Überzeugungen,
Einstellungen, Glaubenssätze. Beliefs sind Verallgemeinerungen
über "die Welt", über andere Personen und über uns selbst (unser
Verhalten, unsere Fähigkeiten, darüber, wer wir sind). Beliefs
bezeichnen alle Überzeugungen von Menschen, denen ein
Wahrheitscharakter zugeschrieben wird. Beliefs sind Überzeugungen,
nach denen wir leben. Beliefs sind Interpretations-Muster, mit denen
wir unsere Sinnes-Erfahrungen ordnen. Beliefs sind
Wahrnehmungs-Filter, die die ungeheure Fülle von Informationen
aus der Außen-Welt ordnen. Ohne Beliefs wären wir nicht in der
Lage, die Welt sinnvoll wahrzunehmen und ihr Bedeutung zu geben.
Beliefs entstehen auf einer sehr hohen (abstrakten) Ebene der
Verarbeitung von Sinnes-Eindrücken. Beliefs sind Interpretationen
von Wahrnehmung, verdichtete Erfahrung.

Beliefs können als Regeln verstanden werden. Inke Jochims


unterscheidet hier (nach Dilts) zwischen (1) präskriptiven und (2)
deskriptiven Regeln.
(1) Präskriptive Regeln sind Regeln, die ein Verhalten
vorschreiben, was in einem besonderen Kontext erlaubt ist und was
nicht. Präskriptive Regeln sind Normen, Werturteile, soziale Regeln,
"Beliefs über Grenzen". Sie sind rational nicht begründbar und
werden meist nonverbal vermittelt. Präskriptive Regeln wurden von
einer Autorität formuliert und sind oft mit intensiven Gefühlen
verbunden.
(2) Deskriptive Regeln sind Beliefs über Zusammenhänge,
Interpretations-Muster über Zusammenhänge, kombinierte
Beschreibungen von Ereignissen. Einschränkende deskriptive Beliefs
äußern sich in der Regel als Verletzungen des Meta-Modells. Sie
können meist als Verzerrungen anhand der Kategorien "komplexe
Äquivalenz" und "Ursache-Wirkung" identifiziert werden (Inke
Jochims definiert sie als Verallgemeinerungen).
Dilts beschreibt zwei Hauptformen, wie sich deskriptive Beliefs
sprachlich äußern: (1) als kausale Beziehungen ("A verursacht B"),
und (2) als Bedeutungs-Beziehungen ("A bedeutet B").
(1) Ursache-Wirkungs-Beliefs suggerieren, daß das das Auftreten von
A das Auftreten von B bewirkt: "Häufiges Bildschirm-Schauen
verursacht Glücks-Gefühle". "Dieses Lexikon macht Sie klug."
Kausale Beliefs suggerieren einen Zwang: es muß so sein. Kausale
Interpretationen sind für innere Zustände und soziale Beziehungen
fast immer inadäquat. Für unerwünschte innere Zustände bedeuten
sie eine Einschränkung der Wahl-Freiheit: "Du machst mich traurig".
Beliefs dieser Art torpedieren den Gedanken der Selbst-Steuerung:
innere Zustände erscheinen als von außen determiniert. Im sozialen
Bereich aktivieren kausale Beliefs Macht-Illusionen und schreiben
Opfer-Täter-Rollen fest.
(2) Bedeutungs-Beziehungen verbinden Beschreibungen mit
Schlußfolgerungen: "Wenn Sie das verstehen" (eine Beschreibung
A), "dann bedeutet das, daß Sie O.K. sind" (eine Schlußfolgerung B).
Die Suggestion hier ist: wenn die Beschreibung A wahr ist, dann ist
auch der daraus gezogene Schluß B wahr. Beliefs dieser Art beruhen
nach Inke Jochims auf zwei Irrtümern: (a) aus einer Beschreibung
kann man nicht zwingend eine Schlußfolgerung ziehen ("Weil Du
mich so ansiehst, hast Du mich nicht lieb!"), (b) Beschreibungen
(Sinnes-Eindrücke) und Schlußfolgerung (Interpretationen) werden
gleichgesetzt, obwohl sie anderen logischen Ebenen angehören.

NLP räumt Beliefs einen umfassenden Stellenwert ein. Wir brauchen


soziale Regeln, wir brauchen Vorstellungen über Ursache-Wirkungs-
Zusammenhänge und wir müssen Ereignissen Bedeutung geben.
Beliefs beschreiben, wie sich Menschen in der Welt orientieren.
Ohne Beliefs könnten wir nicht leben, weil wir vollkommen
orientierungslos wären. Bewußtsein ist ein Auswahl-Prozeß. Alles,
was wir denken und tun, ist von Beliefs strukturiert. Beliefs sind
machtvolle Wahrnehmungs-Filter. Wir nehmen nicht das wahr,
was ist ist, sondern das, was wir glauben, was ist. NLP geht von einer
engen Wechselwirkung von Beliefs und Wahrnehmung, sowie von
Beliefs und Verhalten aus. NLP als Theorie von subjektiven
Erfahrungen ist das Studium dieser Wechselwirkungen, bei sich und
bei anderen.

Beliefs entstehen nach Gundl Kutschera: (1) in intensiv empfundenen


Situationen, (2) durch kognitives Wissen, (3) durch Ergebnisse, die
wir in der Vergangenheit erzielt haben, (4) indem wir klare Ziele
setzen. 0'Conor und Seymour beschreiben die Herkunft von Beliefs
so: "Glaubenssätze und Einstellungen entspringen vielen Quellen -
aus Erziehung, Modellieren von bedeutsamen anderen Menschen,
Vergangenheitstraumen und wiederholten Erfahrungen. Wir
entwickeln Glaubenssätze dadurch, daß wir unsere Erfahrungen mit
der Welt und mit unseren Mitmenschen generalisieren, das heißt,
Verallgemeinerungen ableiten. Woher wissen wir, aus welchen
Erfahrungen wir generalisieren sollen? Einige Einstellungen kommen
fertig aus der Kultur und der Umgebung, in die wir hineingeboren
werden. Die Erwartungen der bedeutsamen Menschen, die in unserer
Kindheit um uns sind, prägen uns Glaubenseinstellungen ein. Hohe
Erwartungen (vorausgesetzt, sie sind realistisch) bilden Kompetenz.
Niedrige Erwartungen flößen Inkompetenz ein. Wenn wir noch jung
sind, glauben wir, was uns gesagt wird, denn wir haben keine
Möglichkeit, es zu überprüfen. Diese Glaubenssätze können
überdauern, ohne durch unsere späteren Leistungen modifiziert zu
werden."

NLP klassifiziert Beliefs nicht nach wahr oder falsch, sondern nach
nützlich oder schädlich. NLP kennt keinen Wahrheits-Begriff. NLP
überprüft nicht die Richtigkeit von Beliefs (wie könnte man das
tun?), sondern die möglichen Folgen von Beliefs: welche
Auswirkugen hat es, wenn ich überzeugt bin, erfolglos zu sein,
welche, wenn ich überzeugt bin, erfolgreich zu sein?
Übungsanleitung für das Studium begrenzender Beliefs. NLP
klassifiziert die Wirkungen von Beliefs in Hinblick auf Ziele,
Kriterien und Werte. Beliefs können Ziele fördern und Beliefs
können Ziele verhindern. NLP hat diesen Gedanken auf sich selbst
angewandt und einen Katalog von fördernden Grundannahmen des
NLP erstellt, mit dem sich alle, die ernsthaft NLP betreiben,
auseinandersetzen (und auseinanderzusetzen haben).

Beliefs sind eine der logischen Ebenen des NLP. Als


übergeordnete Ebene reguliert sie die Ebenen der Fähigkeiten und
des Verhaltens. Auch die übergeordneten Ebenen der Identität
und der Zugehörigkeit können als Beliefs definiert werden. Auf der
Ebene der personalen Identität sind alle Vorstellungen über uns
selbst enthalten, unsere Selbst-Bilder, unsere Beliefs über uns, was
wir glauben, wer wir wirklich sind. Die Ebene der Zugehörigkeit
beinhaltet alle Überzeugungen über etwas, was mehr als unsere
Individualität, unsere Person ist. NLP ist das Studium der
Wirkungsweise von Beliefs: wie übergeordnete Beliefs
untergeordnete Beliefs, Fähigkeiten und Verhaltensweisen
beeinflussen und wie diese wiederum auf höhere logische Ebenen
rückwirken.

NLP hat viele Techniken entwickelt, um Beliefs zu erkunden und


Beliefs zu verändern. Für die Erkundung von Beliefs sind
insbesondere die Frage-Techniken des Meta-Modells, Warum-
Fragen sowie die Untersuchung von Vorannahmen geeignet.
Umfangreiche Anleitung zum Studium der langfristigen Wirkungen
von Beliefs. Fast alle Änderungs-Techniken des NLP sind
geeignet, unerwünschte Beliefs in einer Richtung, die mehr den
eigenen Zielen entspricht, zu verändern. Mit Hilfe der Neuprägung
ist es oft möglich, auch tiefsitzende (und in Vergessenheit geratene)
Beliefs aus der Kindheit bewußt zu machen und nachhaltig zu
verändern. Beliefs werden in NLP auch mit den Methoden des
Reframings, insbesondere des Punch-Reframings (Sleight-of-
Mouth-Patterns) verändert. In NLP gibt es eigenes Set von
Interventionen, die "Belief-Änderungen" genannt werden. Dabei geht
es darum, die innere Vorstellung, die mit einem hinderlichen Belief
verbunden ist, zu erkunden und zu verändern. Von besonderer
Bedeutung sind die Belief-Änderungen durch direkte Veränderungen
von Untereigenschaften ( Anleitung 1, Gundl Kutschera,
Anleitung 2, Walter Ötsch) spwie der Belief-Änderungen mit Hilfe
von Boden-Ankern ( Anleitung dazu) (eine Varinate: Belief
Change Cycle, Anleitung dazu) bzw. der Boden-Zeit-Linie (
Übung dazu) .

NLP ist praktizierter Konstruktivismus. Der Belief-Gedanke ist der


zentralste theoretische Gedanke des NLP. Er besagt, daß alles, woran
wir glauben, alles, das für uns existiert, alles, was wir für wahr
halten, jede Art von Bedeutungs-Gebung nicht zwingend aus den
Umständen, aus unserer Lebens-Geschichte, aus der Umwelt folgt,
sondern innerlich konstruiert wird, ein Konstrukt ist. Im englischen
Wort BeLIEf ist LIE, die Lüge, enthalten. BeLIEfs sind keine Lügen
im wörtlichen Sinn, aber sie sind immer nur mögliche Deutungen, die
auch anders ein könnten. Im deutschen Wort ÜBER-Zeugung ist ein
anderes Wort-Spiel enthalten. ÜBER verweist auf eine Meta-
Ebene: dem was ist, wird noch eine Ebene hinzugefügt, die Ebene der
Deutungen, der Interpretationen. Zeugung ist ein sehr machtvolles
Wort. So wie Vater und Mutter ein Kind zeugen, so zeugen wir mit
unseren ÜBER-Zeugungen die Realität, in der wir leben.

Das Belief-Konzept des NLP ist die Basis jeder Änderungs-Arbeit


im NLP. Weil alles innerlich konstruiert ist, ist es prinzipiell möglich,
alles zu verändern. In der praktischen Arbeit, in der tatsächlichen
Erfahrung, kann immer nur ein kleiner Teil von Beliefs verändert
werden. Viele Beliefs, die unser Leben auf grundlegende Weise
regeln, sind uns nicht bekannt. Beliefs, die nicht bekannt sind,
können nicht als Beliefs erkannt und verändert werden. Die
machtvollsten Beliefs sind Vorannahmen, die uns nicht bekannt
sind. Unsere Art, zu denken und zu leben, wird von Vorannahmen
reguliert, die uns nicht bekannt sind. Das Ziel der Selbststeuerungs-
Techniken des NLP ist die schrittweise Entdeckung hinderlicher
Vorannahmen, ihre Überprüfung, ihre Veränderung, die Konstruktion
neuer Vorannahmen und ihre Integration ins Leben. Der Belief-
Gedanke des NLP ist ein tiefer Gedanke. Er beinhaltet ein
lebenslanges Lern-Programm, wo wir immer mehr lernen, in welcher
Weise wir unser Leben, seine Sonnen- und Schatten-Seiten, seine
Erfolge und Dramen, durch unsere Beliefs gestalten. Den Belief-
Gedanken als kognitiven Gedanken zu "verstehen", - und versuchen,
ihn in sein Leben zu integrieren, sind zwei Paar Schuhe. Viele
NLPler reden von Beliefs, meinen aber nur die Beliefs der anderen
(die nicht ihre eigenen Beliefs sind). Den Belief-Gedanken auf sich
selbst anzuwenden (oder versuchen, es zu tun oder sich darum zu
bemühen), liegt auf einer anderen Ebene. Wie können wir diesen
Prozeß beschleunigen? Was würde es bedeuten, den Belief-Gedanken
auf den Belief-Gedanken anzuwenden? Ein Märchen zum Belief-
Gedanken
Anker Ein Reiz, auf den eine Person auf eine bestimmte Weise
reagiert. Natürliche Anker sind z.B. Farben, die uns in eine
bestimmte Stimmung versetzen, Musik, die uns aktiviert oder
beruhigt oder ein Geruch, der uns an ein bestimmtes Ereignis
erinnert. Das Wort Anker kommt von anchormen, das sind
prominente Moderatoren in Talkshows. Allein das Auftreten eines
bestimmten Anchorman soll das Publikum veranlassen sich diese
Sendung anzusehen. Werbung ist ein gutes Beispiel für die Wirkung
von Anker. Werbung produziert sinnliche Reize: Bilder von
sympathischen Menschen und schönen Landschaften, das Logo des
Produktes, markante Stimmen, ein einprägsamer Satz, Musik. All das
soll positive Gefühle hervorrufen. Die Werbe-Industrie versucht,
diese Anker oft und oft zu setzen. Das Gehirn lernt so die einzelnen
Elemente als Einheit zu kodieren: auf unbewußte Weise werden der
Slogan, das Logo, die Stimmen, die Musik und das Gefühl
miteinander verbunden. (Das Gehirn lernt eine Synästhesie). Beim
Kaufen soll diese Synästhesie aktiviert werden. Wir sehen das Logo
des Produktes und - ohne daß uns dies zu Bewußtsein kommt - wird
die gesamte Einheit von Sehen, Hören und Fühlen innerlich aktiviert.
Das Logo des Produktes wirkt als visueller Anker, der visuelle Reiz
führt zu einem positiven Gefühl: der Kunde kauft.

Das Konzept der Anker stammt aus dem Behaviorismus, wo


Menschen als Reiz-Reaktions-Automatismen beschrieben werden.
NLP als pragmatischer Ansatz verwendet die behavioristische Idee
konditionierter Reize auf vielfältige Weise, ohne dabei das
Menschen-Bild des Behaviorismus und seine Idee einer
unbegrenzten Manipulation von Menschen zu übernehmen.
Anwendungen von Anker im NLP sind:

(1) das Studium natürlicher Anker im Alltag, die uns - automatisch


und meist unbewußt - die ganze Zeit in die eine oder die andere
Richtung lenken. Für die Erkundung von Problemen kann es nützlich
sein, die genauen Anker zu kennen: was genau löst die schlechte
Stimmung aus, wenn ich mit diesen Menschen zusammen bin? NLP
konzentriert sich dabei auf die sinnlichen Aspekte: was genau muß
ich sehen, hören, um in dieses Gefühl zu kommen? Anleitung zu
einer Analyse Ihres Arbeitsplatzes auf positive und negative Anker.

(2) Anker werden im NLP verwendet, um Zugang zu persönlichen


Ressourcen zu schaffen. Eine Beraterin B kann z.B. einen Klienten K
immer dann in einer bestimmten Weise berühren (z.B. auf die
Schultern tippen), wenn K an ein schönes Erlebnis denkt und dabei
eine Ressourcen-Physiologie zeigt. Nach einigen Wiederholungen
"sitzt" der Anker: immer wenn B K auf genau dieselbe Weise (und
sei es nur scheinbar unabsichtlich) berührt, verändert sich die
Physiologie von K auf wahrnehmbare Weise. Damit hat B ein
Instrumentarium, um K gezielt in seine Ressourcen zu führen. In
NLP werden Anker systematisch eingesetzt, um Wirkungen bei
anderen und bei sich selbst zu erzielen. Wenn K diesen Prozeß mit
sich selbst macht, spricht man von Selbst-Anker. Selbst-Anker
können ein hervorragendes Instrumenarium der Selbst-Steuerung
sein. Glücks-Anker.

(3) Mit NLP können Menschen lernen, im Alltag klare Anker zu


installieren und bewußt zu setzen. Ein Beispiel ist der Einsatz
räumlicher Anker, z.B. im Büro oder bei einem Vortrag, mit genau
definierten inneren Zuständen. Ein anderes Beispiel ist der pointierte
Einsatz des Körpers. Körper-Sprache in Kommunikation kann auf
andere als Anker wirken und die Präsentation eigener Ideen und
Vorschläge erleichtern.

(4) Das Anker-Konzept des NLP schafft ein Verständnis für viele
zwischenmenschliche Prozesse im Alltag: wie Personen sich selbst
und andere beeinflussen, indem sie - oft unbewußt - innere Zustände
steuern. Von besonderer Wichtigkeit ist die Kenntnis von Anker, die
andere auslösen und die auf mich eine Wirkung ausüben. Die
Fähigkeit, kalibrierte Schleifen zu erkennen, ist die Vorbedingung,
um sie bewußt und zielgerecht zu verändern.

(5) Viele Änderungs-Techniken des NLP zielen darauf hinaus,


natürliche Anker, die unerwünschte Reaktionen hervorrufen (z.B.
immer, wenn jemand laut mit mir redet, werde ich ärgerlich), in ihrer
Wirkung abzuschwächen oder zu löschen. Die Standard-Technik ist
das Anker löschen: Dabei werden zwei Anker gesetzt: der negative
(die laute Stimme) und ein positiver Anker, der mit Ressoucen
verbunden ist (z.B.: Quelle). Werden dann beide Anker
gleichzeitig aktiviert, dann verschmelzen beide Anker und der
positive Anker kann den negativen Anker überlagern, so daß er in
seiner Wirksamkeit gemildert oder gänzlich gelöscht ist.

Anker entmachten Anker löschen

Anker kollabieren Anker verschmelzen

Anker löschen Der Prozeß, bei dem ein Anker, der eine
unerwünschte Wirkung ausübt, in seiner Wirkung gemildert oder
aufgehoben wird. Anker löschen geschieht in NLP (1) durch bewußte
Techniken und (2) unbewußt, automatisch - als Begleit-Prozeß
anderer NLP-Interventionen.

(1) Im ersten Fall ist notwendig, einen Anker und seine Wirkung
bewußt zu kennen (viele Anker wirken unbewußt). Anleitung:
Welche positiven und negativen Anker hat Ihr Arbeitsplatz?. Das
Bewußtwerden eines Ankers kann in manchen Fällen schon genügen
um seine Wirkung entscheidend zu schwächen. Die Standard-
Technik des NLPs für das bewußte Löschen von Anker ist das
Anker verschmelzen. Dabei wird. ein Anker, der unerwünschte
Wirkungen ausübt, durch einen stärkeren Anker überlagert, der mit
erwünschten inneren Zuständen verbunden ist. Anleitung zum
Löschen eines negativen Ankers, Gruppenübung zum Löschen
eines auditiven Ankers

(2) Anker löschen geschieht als automatischer Begleit-Prozeß bei


vielen Änderungs-Techniken des NLP. Wenn es z.B. gelingt, in
einer Neuprägung eine traumatische Situation aus der Kindheit
durch kraftvolle Ressourcen anzureichern (z.B. dem kleinen Kind,
das verletzt worden ist, imaginativ Schutz und Liebe zu geben), dann
können eine Vielzahl starker Anker in ihrer weiteren Wirksamkeit
geschwächt oder gänzlich aufgehoben sein. Eine traumatische
Prägungs-Situation ist eine Situation, bei er eine Person es nachhaltig
lernt, auf einen äußeren Reiz (z.B. die laute Stimme des Vaters) in
einer ganz bestimmten Weise zu reagieren (z.B. mit einem inneren
Rückzug und Kopfschmerzen). Dieser Prozeß kann ein
automatischer, unbewußter Prozeß werden: die Person reagiert im
weiteren Leben auf laute Stimmen männlicher Autoritäts-Personen
meist mit innerem Rückzug und Kopfschmerzen. Eine erfolgreiche
Neuprägung kann diese Automatik unterbrechen. Der Anker (die
laute männliche Stimme) hat für das weitere Leben andere
Auswirkungen als Kopfschmerzen zu produzieren.

Anker setzen, ankern Der Prozeß, bei dem gewünschtes Verhalten


mit einem bestimmten sinnlichen Reiz verknüpft wird, - das
gewünschte Verhalten oder der erwünschte innere Zustand wird also
verankert. Anker setzen kann in jedem Repräsentations-System
erfolgen. Alles, was sinnlich wahrnehmbar ist, kann ein Anker sein.
Visuelle Anker können Gesten sein, ein Blick, das Foto aus dem
Urlaub, das Logo eines Produktes, ein bestimmter Platz in der
Wohnung. Beispiele für auditive Anker sind Musikstücke, Stimmen,
Zitate, Räuspern oder Worte, die mit einer bestimmten Lautstärke
oder einem eigenen Tonfall analog markiert werden.
Kinästhetische Anker sind z.B. Berührungen durch andere oder wenn
wir uns selbst in einer bestimmten Weise berühren. Auch Geruch
oder Geschmack können wirkungsvolle Anker sein: der Geruch
dieser Person, in die ich damals so verliebt war

Bei vielen NLP- Interventionen sind kinästhetische Anker Teil des


Prozesses (d.h. explizit in den Prozeß-Anweisungen zu finden)
oder sie werden begleitend verwendet, z.B. um einen schnellen
Zugang zu bestimmten inneren Zuständen zu finden. Starke
positive Anker (z.B. Quelle) können für Veränderungs-Prozesse
generell als Schutznetz dienen. Sie werden am Anfang einer Übung
gesetzt. Sollte der Klient oder die Klientin im Verlauf der NLP-
Beratung in unerwarteter und unerwünschter Weise mit negativen
Gefühlen assoziiert sein, dann kann der positive Anker aktiviert
werden, um das Herausführen aus dem negativen Zustand und den
Aufbau eines wirksamen Unterbrechers zu erleichtern.

Beim Setzen von kinästhetischen Ankern ist u.a. zu beachten:


(1) Rapport. Ohne Rapport ist es schwierig, eine andere Person zu
ankern (weil sie vielleicht innerlich etwas anders macht als intendiert
ist) und ohne Rapport sollte keine andere Person geankert werden
(NLP soll kein Manipulations-Instrument sein).
(2) Wo, an welcher Stelle des Körpers soll der Anker gesetzt
werden? Anker sollen an einer sicheren und erreichbaren Stelle
gesetzt werden. Aus Rapport-Gründen ist es nützlich, den Klienten
oder die Klientin vorher um Erlaubnis zu fragen, wo eine Berührung
angenehm ist.
(3) In welcher Weise, mit welchem Druck und mit welcher Intensität
soll der Anker gesetzt werden? Hier geht es wiederum um Rapport
und um klare Anker, d.h. um eindeutige Körper-Signale.
(4) In welchem Moment? Am elegantesten ist das Anker in der Phase
des "Hineingehens" in einen Zustand, d.h. bis zum Höhepunkt des
Erlebens, zu setzen. Dabei wird nicht nur der Zustand, sondern der
Prozeß des Hineingehen in diesen Zustand verankert. Genau dieser
Prozeß soll später durch das "Abfeuern" des Ankers ausgelöst
werden.
(5) Wie lange? Die Berührung, die den Anker ausmacht, darf nur für
die Dauer des Vorhandenseins des inneren Zustandes erfolgen,
ansonsten kann der Anker (unabsichtlich) wieder gelöscht werden.

Anker setzen soll präzise erfolgen: ein Anker soll mit einem genau
definierten inneren Zustand verbunden sein. Dazu muß der Coach
exakt die dazupassende Physiologie kennen und fähig sein, sie
genau wahrzunehmen. Anker setzen ist eine der Basis-Techniken des
NLP, mit vielen Varianten und Modifikationen. Selbst-Anker,
Stapel-Anker, Glücks-Anker, Gleit-Anker, Anker
verschmelzen. Räumliche Anker Boden-Anker

Anker stapeln Der Prozeß, bei dem ein Stapel-Anker gesetzt wird.

Anker testen Ein etablierter (gesetzter) Anker wird in seiner


Wirksamkeit überprüft, indem der Coach (Berater, Therapeut) den
Auslöser aktiviert und der Klient mit genau dem geankerten Zustand
reagiert - und zwar unabhängig davon, in welchem Zustand der
Klient ist, wenn der Coach diesen Anker einsetzt. Die Wirkung des
Ankers wird daran gemssen, ob der Coach die dazupassende
Physiologie wahrnehmen kann.

Anker verketten Der Prozeß, bei dem ein Ketten-Anker gesetzt


wird.

Anker verschmelzen, Anker kollabieren Der Prozeß bei dem zwei


Anker mit unterschiedlichen internen Erfahrungen gleichzeitig
aktiviert werden. Der stärkere Anker dominiert und es entsteht etwas
Neues. Anker verschmelzen ist eine bekannte NLP-Intervention.
Dabei werden, getrennt voneinander,
(1) zuerst ein negativer Anker (z.B. eine Erinnerung an ein
unerwünschtes Ereignis) und
(2) dann ein positiver Anker (z.B. eine Ressource, die man sich bei
diesem Ereignis gewünscht hat) gesetzt,
(3) beide Anker getrennt voneinander, in ihrer Wirkung überprüft
(getestet) und
(4) anschließend gleichzeitig aktiviert ("abgefeuert").
Wenn der positive Anker der stärkere Anker ist (z.B. weil er länger
und intensiver gesetzt wurde, weil er eine intensivere Erfahrung
verkörpert oder weil er ein Stapel-Anker ist), dann "überlagert" er
den negativen Anker. Der Verschmelzungs-Vorgang kann mit
intensiven physiologischen Reaktionen (z.B. erröten, durchatmen,
schwitzen) verbunden sein und kann unterschiedlich lang dauern
(einige Sekunden bis einige Minuten). Das Ende des
Verschmelzungs-Vorgangs kann von einem geschulten Beobachter
meist exakt identifiziert werden ( Versöhnungs-Physiologie).
Wenn dieser Prozeß erfolgreich abläuft, dann kann der negative
Anker in seiner weiteren Wirksamkeit entscheidend geschwächt oder
gänzlich gelöscht sein. Anleitung zum Verschmelzen zweier
kinästhetischer Anker, Übungs-Anleitung zur Integration zweier
dissoziierter Physiologien.
Gleitender Anker

Intensivieren von Gefühlen

Ziele: Intensivierung eines Ressourcezustandes (Gefühle sind nicht


an- oder abzuschalten, sondern verstärken sich gleitend).

Weitere, verdeckte Ziele: Rapport; Pacing-Leading; Anker setzen.

Historische/allgemeine Metapher: Medikamente wirken nicht


sofort, sondern "gleitend". Der Schmerz läßt langsam nach.

Persönliche Metapher:

Übungsablauf:

● Ihr Übungspartner findet einen Inneren Zustand (I.Z., Wert),


den er noch intensiver erleben möchte, in dem die
Submodalitäten der Quelle erkennbar sind (z.B. I.Z. von
Geborgenheit).
● Sie führen nun Ihren Partner in die Situation (VAKOG),
erfragen die einzelnen Submodalitäten und bitten ihn, jede
dieser Submodalitäten zu verstrken
(größer/heller/farbiger/lauter/leiser etc.).
● Nach jedem Ausprobieren einer SM wieder zur
Ausgangssituation zurückkehren.
● Fragen Sie ihn, ob und in welcher Art diese Veränderungen
sein Gefühl intensivieren.
● Merken Sie sich die 3 wichtigsten, am intensivsten
wirkenden Submodalitäten.
● Führen Sie Ihren Partner nun wieder bewußt in die
ursprüngliche Situation und ersuchen Sie ihn, die erste
wichtige Submodalität (z.B. Helligkeit) zu verändern, indem
Sie Ihren Partner anleiten, die Situation heller und heller
werden zu lassen, bis Sie durch Kalibrieren feststellen, daß
ein Optimum erreicht ist. Setzen Sie am Arm Ihres Partners
mit einer gleitenden Bewegung einen Anker (gleitender
Anker).
● Wiederholen Sie die Prozedur mit der zweiten und dritten
Submodalität.
● Führen Sie Ihren Partner wieder in die Situation ein und
benutzen Sie dabei den gleitenden Anker. Die Situation wird
jetzt intensiver erlebt.

Übungsdauer: 15-20 Minuten

Gruppengröße: 2 Personen

Auswertung im Plenum: Erfahrungen austauschen. Was war Ihnen


beim Führen/Geführtwerden angenehm, was unangenehm?

Anwendungsmöglichkeiten: Für all jene, die mehr und intensiver


fühlen wollen; zum Verstärken von Gefühlen.

Quellenangabe: Gundl Kutschera, Tanz zwischen Bewußt-


sein und Unbewußt-sein. NLP-Arbeits- und Übungsbuch,
Paderborn 1994. Copyright Junfermann 1994. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Sechs-Stufen-Reframing Das Standard-Verfahren des
Reframings, von Bandler und Grinder ursprünglich in sechs Schritte
unterteilt (mittlerweilen wird es in bis zu neun Schritte aufgeteilt).
Die sechs Schritte sind:

(1) Das störende Verhalten, die störende Reaktion identifizieren.


Reframing ist für Symptome auf der Verhaltensebene geeignet.
Beispiele: ein Verhalten, das jemand aufgeben will (wie
Schüchternheit oder zuviel essen), eine Gewohnheit,
Körpersymptome (wie Beklemmungszustände in Gegenwart
bestimmter Menschen), innere Stimmen (die z.B. in bestimmten
Sitautionen jemanden übermäßig kritisieren). Dabei ist es günstig,
das Verhalten möglichst exakt und spezifisch zu benennen. (Es ist
allerdings auch möglich, das Sechs-Stufen-Reframing ausschließlich
auf der Prozeß-Ebene durchzuführen, d.h. der Coach leitet die
einzelnen Schritte an, ohne eine Kenntnis vom Inhalt zu haben). Vage
Wünsche, wie "ich möchte glücklich sein!" sind für das Sechs-Stufen-
Reframing nicht geeignet. Reframing ist geeignet für Verhalten, das
eine Person aufhören will. (D.h. - wie immer im NLP - es müssen
vorher die Ziele geklärt sein).

Schon in dieser ersten Phase erfolgt eine erstes Reframing: Es wird


ein fiktiver "Teil" konstruiert, dem die Verantwortung für das
störende Verhalten zugeschrieben wird. D.h. meine Schüchternheit
oder meine Kopfschmerzen, unter denen ich leide (die ich weghaben
will), werden einem Teil, der im Unbewußten agiert, zugeschoben,
der sie ohne mein bewußtes Einverständnis produziert hat. Dies wird
vom Berater / von der Beraterin durch die Wortwahl unterstützt: "Der
Teil, der Sie schüchtern werden läßt", "Der Schüchti-Teil", usw.

(2) Mit dem Symptom-Teil wird Kontakt aufgenommen. Da der


Symptom-Teil als Teil des Unbewußten gilt, wird er gefragt, ob er
bereit ist, mit dem Bewußtsein zu kommunizieren. Implizit wird
damit erreicht, daß der Klient / die Klientin irgendeine Vorstellung
von dem Teil entwirft (meist irgendwo innerhalb des Körpers), die
jedoch in der Regel nicht direkt angesprochen wird. Der Kontakt mit
dem Symptom-Teil kann auf verschiedene Arten geschehen. In den
meisten Anleitungen zum Sechs-Stufen-Reframing wird ein Ja/Nein-
Signal vorgeschlagen. Dies kann ein Körpergefühl sein (eine
Empfindung an einer Körperstelle hat die Bedeutung von "Ja", eine
andere von "Nein"), ein Bild, ein Wort, ein Klang usw. Es ist auch
möglich, sich den Symptom-Teil visuell außerhalb des Körpers
vorzustellen (als Symbol, als Person, als Tier, ... ) und mit dieser
Vorstellung direkt - wie mit einer Person - zu kommunizieren (all
dies hängt stark von den Suggestionen des Coach ab).

Für Ja/Nein-Signale hat Alexa Mohl folgende Klassifikation


entwickelt: (a) Kommt auf die Frage nach der Bereitschaft zur
Kommunikation mit dem Bewußten kein Signal, wird die Frage
wiederholt, ein Bedeutungs- Reframing gemacht und der Prozeß
beendet. (b) Kommt ein Nein-Signal, wird die Frageform und die
innere Haltung zu diesem "Teil" überprüft. Kommt wieder ein Nein,
wie (a). (c) Kommt ein unklares oder mehrdeutiges Signal, wird
nochmals gefragt. (d) Kommen mehrere Signale, werden sie als
unterschiedliche "Teile" reframt und gebeten, mit einer Stimme zu
sprechen. (e) Meldet sich das Körper-Symptom, wird der Symptom-
Teil gefragt, welche Absicht er damit verfolge und gebeten, dieses
Signal abzuschwächen. (f) kommt ein Ja-Signal, geht der Prozeß
weiter.

(3) Der Symptom-Teil wird im nächsten Schritt nach seiner guten


Absicht befragt. Dazu ist es notwendig, das Verhalten von der
Intention zu trennen. Dies kann direkt angesprochen werden ("Du
bist verantwortlich für X"). Im Anschluß daran wird nach der "guten
Absicht", "dem positiven Sinn in meinem Gesamtsystem", usw.
gefragt. Fragen und Antworten können in mehreren Runden ablaufen.
Unverständliche Antworten werden mit dem Meta-Modell
hinterfragt. Nein-Signale werden in dieser Phase reframt ("Das
Unbewußte hat seine Gründe, die positive Absicht dem Bewußten
nicht mitzuteilen") und nicht weiter beachtet.

Bei all dem empfiehlt sich eine respektvolle Einstellung zum


Symptom-Teil, eine Haltung von: "Ich würdige das, auch wenn ich es
nicht verstehe". Im Abschluß an diesen Schritt wird der Symptom-
Teil gefragt, ob er neugierig sei, neue Verhaltensweisen für seine
positive Absicht kennenzulernen.

(4) Der vierte Schritt ist der Kontakt mit einem weiteren "Teil", dem
"kreativen Teil". Als Zwischen-Schritt muß manchmal ein kreativer
Teil erst etabliert werden (manche Menschen glauben, sie seien nicht
kreativ). Möglichkeiten dazu sind (a) sich an fünf kreative
Situationen zu erinnern und das zu ankern, (b) eine kreativen Teil
autoritativ zu behaupten ("Kein Mensch verhält sich immer wie ein
Automat"), oder (c) das Modellieren einer kreativen Person.

Der Kontakt mit dem kreativen Teil kann auf unterschiedliche Weise
erfolgen:
(a) assoziiert, d.h. man geht in den inneren Zustand von
Kreativität und denkt hier ("läßt sich vom Unbewußten schenken") an
neue Möglichkeiten, an neue Verhaltensweisen für die positive
Absicht des Symptom-Teils.
(b) Viele Varianten des Sechs-Stufen-Reframings schlagen eine
dissoziierte Kontaktnahme mit dem kreativen Teil vor. Man kann
hier (ba) das "Ich" bitten, mit dem kreativen Teil Kontakt
aufzunehmen oder (bb) den Symptom-Teil direkt. Letzteres kann als
bewußter (man "sieht" zu, man erlebt bewußt, wie die beiden Teile
miteinander in Kontakt treten) oder als unbewußter Vorgang ablaufen
(der Symptom-Teil wird gebeten, wegzugehen, mit dem kreativen
Teil Kontakt aufzunehmen und wieder zu kommen). All dies kann
auf einer sprachlichen oder auf einer nicht-sprachlichen Ebene
geschehen, z.B. die beiden Teile werden durch Licht verbunden und
mit dem Licht fließen die guten Ideen vom kreativen zum Symptom-
Teil.

Nachdem dieser Kontakt stattgefunden hat, wird der Symptom-Teil


gefragt, (a) ob er die neuen Verhaltensweisen dem Bewußtsein
mitteilen will (das ist nicht immer notwendig und sinnvoll) (es
entpricht den Grundannahmen des NLP, hier zumindest drei neue
Möglichkeiten zu suggerieren) und (b) ob er in Zukunft bereit ist, die
Verantwortung dafür zu übernehmen.

(5) Der nächste Schritt ist der traditionelle Öko-Check des NLP,
hier angewandt auf alle anderen "Teile" im Unbewußten. Die
Kontaktaufnahme mit diesen Teilen kann in all den Varianten
erfolgen, die in (4) genannt wurden. Das Ziel ist das Einverständnis
aller anderen Teile bzw. das Überprüfen möglicher Einwände. Bei
Signalen wird nachgefragt, ob es sich um einen Einwand handelt.
Gibt es Einwände, wird jeder "Teil", der einen Einwand erhebt, wie
ein Symptom-Teil behandelt und die Schritte (3) bis (5) auf ihn
angewandt.

(6) Der letzte Schritt ist das übliche Future pace. (Die Reihenfolge
von Schritt 5 und 6 wird in manchen Anleitungen auch vertauscht).
Hier wird meist dem unbewußten Teil direkt die Verantwortung für
die praktische Umsetzung des neuen Verhaltens übertragen. Weigert
sich der Teil, dies zu tun, können (a) neue Ideen in Wiederholung von
Schritt (4) erkundet werden, (b) eine Unterstützung anderer Teile
versucht werden, (c) gefragt werden, ob eine Unterstützung durch das
Bewußtsein gewünscht wird, usw. Am Schluß des Prozesses kann der
Symptom-Teil verabschiedet und eventuell eine neuerliche Kontakt-
Aufname in der Zukunft vereinbart werden. Zusammenfassung
dieser Beschreibung, Kurzform in neun Schritten
Selbst-Anker Ein Anker, den sich eine Person selbst setzt, meist in
Form eines kinästhetischen Ankers: eine Körper-Haltung, eine
Bewegung, eine Berührung. Als Beispiel wird auf einen Glücks-
Anker verwiesen.

Selbst-Bild Vorstellung über sich selbst als eigene Person, das innere
Modell der Identität und der personalen Identität.

Selbststeuerung Die Fähigkeit, seinen eigenen inneren Zustand


frei wählen zu können, in "seinem Haus" der "eigene Chef", die
"eigene Chefin" zu sein. Selbststeuerung, selbstbestimmtes und
eigenverantwortliches Handeln, beinhaltet viele Fähigkeiten, z.B.:
(1) sich von einem schlechten Zustand zu dissoziieren,
(2) sich gegen unerwünschte Anker wirkungsvoll abzugrenzen,
(3) den inneren Dialog zu kontrollieren,
(4) frei zu sein, mit den vielen Polen in sich zu spielen,
(5) seinen Körper wahrzunehmen,
(5) seine eigenen Überzeugungen und die Überzeugungen anderer als
Beliefs zu erkennen,
(6) seine persönliche Identität aus sich heraus, unabhängig von
äußeren Leistungen und Erfolgen zu definieren.

Alle Änderungs-Techniken, des NLP, auf sich selbst angewandt,


sind geeignet, eines oder mehrere dieser Fähigkeiten zu schulen. Sich
in Selbststeuerung zu üben, kann nur ein langfristiges Ziel sein. Es
erfordert dauernde Aufmerksamkeit und ein geduldiges Üben im
Alltag.

Die wichtigste Fähigkeit zur Selbststeuerung ist die Selbst-


Wahrnehmung, die Selbst-Beobachtung. Viele Menschen verändern
die ganze Zeit ihren inneren Zustand, ohne dies bewußt zu merken.
Bewußtsein ist ein Auswahlprozeß. Ein selbst-bewußtes Bewußtsein
kennt seinen eigenen inneren Zustand und erfaßt bewußt seine
Veränderungen. In der Selbst-Beobachtung richtet sich der Fokus
des Bewußtsein auf einen Meta-Standpunkt, auf einen Prozeß-
Standpunkt in Bezug auf die Inhalte des Bewußtseins. Die Prozeß-
Techniken des NLP sind hervorragend geeignet, diese Fähigkeit zu
schulen. In jeder Prozeß-Anweisung zu jeder NLP-Technik ist
stillschweigend ein Meta-Standpunkt zu allen anderen inneren
Zuständen, die Gegenstand der Technik sind, enthalten. Dieser
Standpunkt wird, ohne daß davon gesprochen wird, bei jeder NLP-
Intervention geschult. Je mehr sich Menschen in ihrer Selbst-
Beobachtung schulen, desto mehr werden sie fähig (nach und nach in
einem langsamen Lern-Prozeß) sich selbst und ihre Zustände zu
steuern. NLP, richtig verstanden und richtig praktiziert, ist ein
hervorragendes Mittel, um schrittweise Selbststeuerung zu lernen.

Selbstwert Die Wertschätzung, das Gefühl, die Bedeutung, die


Wichtigkeit, die jemand sich selbst entgegenbringt. Selbstwert im
Sinne von Satir entsteht durch die Akzeptanz der verschiedenen
Teile in uns und all der Gefühle, die dazu gehören. Selbstwert ist
Ausdruck innerer Kommunikations-Prozesse, z.B. der Art, wie der
innere Dialog eingesetzt wird. Der Selbstwert einer Person
manifestiert sich in ihrem Selbst-Bild. Das Selbst-Bild ist ein Modell
und als Modell kann es verändert werden ( personale Identität).
Menschen mit hohem Selbstwert haben viele Teile in sich integriert
und leben kongruent. Der Kontakt zur Ebene der Zugehörigkeit,
der höchsten der logischen Ebenen des NLP, ist geeignet,
Selbstwert zu erhöhen. Dazu kann es hilfreich sein, den Zugang zur
Quelle und zu core states im Alltag zu üben. Das Ziel der
Selbststeuerungs-Techniken von NLP ist eine Person mit hohem
Selbstwert.
Sensorische Systeme Sinnes-Systeme

Separator, Separator-state Unterbrecher

Sex und NLP Wir suchen Leserinnen und Leser, die uns dieses
Stichwort schreiben.

Sinnes-Kanäle, Sinnes-Systeme, Modalitäten, Sinnes-Modalitäten


Mit Modalitäten meint man im NLP die fünf (meist zu vieren
zusammengefaßten) Sinnes-Kanäle (die Sinnes-Modalitäten), also die
Unterscheidung, ob es sich um visuelle (den Sehsinn betreffende),
um auditive (den Hörsinn betreffende), um kinästhetische (den
Körpersinn, die Körperempfindungen betreffende), um olfaktorische
(den Riechsinn betreffende) oder um gustatorische (den
Geschmackssinn betreffende) Wahrnehmungen handelt. Abgekürzt
und zusammengefaßt werden die Sinnes-Kanäle in der Notation
des NLP oft mit [V,A,K,O]. Hier werden die olfaktorischen und
gustatorischen Wahrnehmungen unter O zusammengefaßt (was
aufgrund der anatomischen, physiologischen und neurologischen
Nähe beider Wahrnehmungsmodalitäten zwar sinnvoll erscheint, aber
als Strategie für Kochen den Leserinnen und Lesern nicht
empfohlen wird).

Die intensive Beschäftigung mit, und die deutliche formale


Unterscheidung nach Sinnes-Modalitäten im System des NLP geht
auf seine Vorbilder Perls, Satir und Erickson zurück. Fritz Perls
sprach von "Löchern in der Person", und meinte damit, daß es
Menschen gibt, die ganze Wahrnehmungs-Bereiche, bzw. sämtliche
Wahrnehmungen eines Sinnesorganes in bestimmten Kontexten
oder bei bestimmten Themen vollständig ausblenden - ein Umstand,
der aufs engste mit der speziellen Problem-Konstruktion
zusammenhängt. Auch Virginia Satir hat besonders darauf geachtet,
wie die Menschen ihre Sinnesorgane einsetzen, wen sie z.B. in einer
Familienskulptur sehen oder hören können, wen sie gefühlsmäßig
wahrnehmen und evt. sogar auch, wen sie "gut riechen" können.
Milton H. Erickson hat die Sinnes-Systeme seiner Klienten in hohen
Maße beachtet und sie für den therapeutischen Prozeß effektiv
eingesetzt. (Dies kann an vielen Transkripten von Tranceinduktionen
und von psychotherapeutischen Interventionen gezeigt werden).

Die Aufteilung der Sinneswahrnehmungen in Sinnes-Kanäle


entspricht im NLP der Aufteilung der Gesamt-Repräsentationen, die
sich ein Mensch von der Welt macht (wie er seine innere
Landkarte, sein Modell der Welt gestaltet), in die
Repräsentations-Systeme. Die Aufteilung inSinnes-, bzw.
Repräsentations-Systeme wird von einigen Vertretern (wie hier unter
dem Stichwort Denken) so weit durchgehalten, daß die Existenz
von "sinnes-unspezifischen Kognitionen", wie Gedanken,
Denkinhalte, Erinnerungen oder Antizipationen, bestritten wird. Sagt
z.B. jemand: "ich denke mir das und das so und so", so werden seine
Zugangs-Hinweise Hypothesen darüber zulassen, in welcher der
fünf Sinnes-Modalitäten er "gedacht" hat.

Six-Step-Reframing Sechs-Stufen-Reframing

Sleight-of-Mouth-Patterns Sleight-of-Hand ist ein Taschenspieler-


Trick. Sleight-of-Mouth-Patterns sind kurze, pointierte
Redewendungen. Sie werden vor allem eingesetzt, um Beliefs
kraftvoll zu reframen. Sie werden hier unter dem Stichwort
Punch-Reframing erklärt.
Sorting Styles, Sortier-Programme Gemeint sind die
Wahrnehmungs-Filter. Eine Klassifikation dazu findet sich in den
Meta-Programmen (Die Ausdrücke Sorting Styles und Meta-
Programme werden oft gleichbedeutend verwendet).

Soziale Identität Die Gesamtheit der Repräsentationen und


Beliefs einer Person über ihre Stellung in sozialen Systemen: die
Konstruktion von Zugehörigkeit oder Nicht-Zugehörigkeit, von
Rollen, Gruppen, Geschlecht usw. Soziale Identitäten können im
NLP durch Anwendung der Meta-Programme auf soziale
Gegebenheiten erkundet werden: ob jemand z.B. matching oder
mismatching mit bestimmten Gruppen praktiziert, sich mit anderen
vergleicht, sich polarisierend wahrnimmt, usw. Im Sozialen
Panorama-Modell wird die soziale Identität vor allem durch den
Abstand und die Größe des Selbst-Bildes im Vergleich zu anderen
Personen, Gruppen und Systemen im sozialen Panorama erkundet.
Auf diese Weise kann direkt in Erfahrung gebracht werden, welcher
Gruppe sich eine Person zugehörig fühlt und wo sie sich als nicht
zugehörig sieht (In-Group und Out-Group-Konstruktionen). Als
zentrale kritische Variable für die Autoritäts-Konstruktion von
Menschen gilt dabei die horizontale Ebene in Augenhöhe. Personen,
die oberhalb dieser Ebene repräsentiert werden, werden als Autorität
erlebt (unterhalb das Gegenteil). Im Extremfall werden andere
Personen als überragend groß konstruiert: das Gefühl für das eigene
Selbst (und seine Wichtigkeit) schwindet und Menschen reagieren
"schüchtern", "überwältigt", "unterwürfig", usw. (Vermutlich
identifiziert sich das Gehirn mit dem größten Bild einer Person, die
es repräsentiert).

Die soziale Identität kann wie alle anderen Beliefs mit den Belief-
Änderungs-Techniken des NLP gezielt verändert werden. Im
Sozialen Panorama-Modell (siehe unten) wird vorgeschlagen, den
Ort, die Größe und andere Untereigenschaften von Personen,
Gruppen und Systemen im Sozialen Panorama zu verändern.
Soziales Panorama-Modell Eine Weiterentwicklung durch Lucas C.
Derks (Niederlande). Das Soziale Panorama-Modell (SPM)
beschreibt die soziale Repräsentation von Menschen, wie wir uns die
soziale Welt, alle sozialen Systeme innerlich vorstellen. Das SPM ist
ein Werkzeug, um die sozialen Modelle von Menschen zu erkunden
und zu verändern. Das Soziale-Panorama-Modell geht von der
Hypothese aus, daß sich die meisten Menschen ihre Beziehungen zu
anderen Menschen in Form einer inneren Landschaft vorstellen.
Diese Landschaft wird "soziales Panorama" genannt. Das Selbst (das
Selbst-Bild) steht dabei in der Mitte, umgeben von allen anderen
Personen und Gruppen, die im Leben eine Rolle spielen. Bild dazu.

Eine NLP-erfahrene Person kann das Soziale Panorama-Modell einer


anderen Person auf einfache Weise so erkunden:
(1) Bitten Sie die Person, die Augen zu schließen.
(2) Fordern Sie die Person auf, an "alle Menschen auf der Welt" zu
denken.
(3) Fordern Sie die Person anschließend auf, an eine einzelne Person
oder an eine bestimmte Gruppe zu denken (z.B.: Familie,
Arbeitskollegen, alle Männer oder alle Frauen).
(4) Fragen Sie die Person, wo sie sich innerlich diese Person oder
diese Gruppe vorstellt: vorne, hinten, links, rechts, oben, unten?
(5) Erkunden Sie den genauen Ort (Richtung, Entfernung) dieser
Vorstellung.
(6) Erfragen Sie anschließend weitere Untereigenschaften, wie
Helligkeit, Farben, Körpergröße oder Gefühle.

Das Soziale Panorama-Modell basiert auf zwei Grund-Ideen:


(1) "Ort = Beziehung". Die räumliche Positionierung anderer
Menschen im sozialen Panorama entscheidet über die Art der
Beziehung, die wir mit ihnen konstruieren.
(2) Das soziale Panorama ist die primäre oder Basis-Repräsentation
sozialer Beziehungen. Sie ist die Vorlage, das Layout für unser
soziales Handeln. Es gibt keine tiefere Struktur dahinter.

Nach dem SPM sind die Richtung und Distanz (in der wir uns andere
Menschen vorstellen) die wichtigsten sozialen Untereigenschaften.
Wir repräsentieren vermutlich unsere sozialen Beziehungen ganz
fundamental in einer räumlichen Ordnung: wir sehen, hören und
fühlen Personen innerlich in und aus einer bestimmten Richtung und
in und aus einer bestimmten Distanz. Die vertikale Positionierung
(die Körpergröße anderer Personen verglichen mit dem Selbst) ist
meist direkt mit Status und Selbstwert-Gefühlen verbunden. Wer sich
andere Personen in seinem Sozialen Panorama-Modell größer als
sich selbst vorstellt, fühlt sich meist diesen Personen unterlegen,
weniger wertvoll und ordnet sich selbst einen geringeren Status zu.

Die räumlichen Repräsentationen sozialer Beziehungen dürften für


die Konstruktion der Wirklichkeit ähnlich bedeutsam sein, wie die
Repräsentation der Zeit in Form der inneren Zeit-Linie. Dies
könnte auch den Erfolg von Techniken und Therapien erklären, die
direkt mit der lokalen Repräsentation von Personen arbeiten, wie im
Sculpturing, beim Familienbrett, im Psychodrama, bei der
Familienrekonstruktion oder bei Familienaufstellungen. Das Soziale
Panorama-Modell könnte damit auch für die Verbindung und
wechselseitige Integration von NLP und systemischen Ansätzen
bedeutsam sein.

Spiegeln, pacing, pacen, mitgehen, angleichen Spiegeln ist die


NLP- Methode, um raschen Rapport mit einer Person zu
bekommen. Beim Spiegeln paßt sich ein Kommunikator (eine
Kommunikatorin) an Teile des beobachten Verhaltens einer Person
an. Spiegeln kann sprachlich oder nichtsprachlich geschehen.
Nonverbales Spiegeln bedeutet, die Physiologie des anderen
nachzumachen, z.B. die Körperhaltung, Bewegungen der Hände, den
Gesichtausdruck oder den Rhythmus des Lidschlages. Sehr
wirkungsvoll ist es, im gleichem Rhythmus zu atmen: beide
Körper "schwingen auf einer Wellenlänge" und ein tiefer Rapport
kann entstehen. Nonverbales Spiegeln (das tatsächlich oder auch nur
in Gedanken geschieht) ist eine gute Anleitung, die Innen-Welt
anderer Menschen zu erfahren, um z.B. die zweite Wahrnehmungs-
Position zu aktivieren.

Verbales Spiegeln bedeutet, die verbale konstruierte Welt des


anderen zu betreten und dort zu verweilen. Ein NLP-geschulter
Kommunikator ist fähig, die sprachlichen Prädikate das anderen zu
erkennen und seine Sprache dem bevorzugten Repräsentations-
System des Gegenüber anzupassen. Spiegeln in der Sprache bedeutet
auch
(1) eine Anpassung der Untereigenschaften der Sprache, wie der
Tonhöhe, der Lautstärke, des Sprech-Tempos und und der
Klangfarbe,
(2) sprachlich das zu würdigen, was ein anderer sagt (d.h. z.B. das
Wort "aber" durch das Wort "und" zu ersetzen),
(3) die Verwendung gleicher Phrasen, z. B. im Back-track,
(4) die Übernahme ganzer Sprach-Sequenzen, die z.B. die
Motivations- oder Entscheidungs- Strategie ausdrücken.

Spiegeln ist ein natürlicher Prozeß, der im Alltag oft beobachtet


werden kann. Wir spiegeln die ganze Zeit und je sympathischer oder
interessanter uns andere sind, desto mehr spiegeln wir sie. Spiegeln
ist die Begleit-Erscheinung von Rapport. Es eröffnet gleichzeitig die
Möglichkeit, ein Gespräch aktiv zu steuern, d.h. vom Spiegeln zum
Führen überzugehen. Das NLP-Prinzip von Spiegeln und und Führen
(pacing und leading) ist die Grundlage jeder Art von Änderungs-
Technik: zuerst ist es notwendig, den anderen zu spiegeln, seine Welt
zu betreten, mit ihm in Rapport zu kommen, erst dann kann der
andere in eine bestimmte Richtung, z.B. in einen anderen inneren
Zustand, geführt werden. Führen bedeutet auch, das eigene Verhalten
so zu verändern, daß die andere Person folgt, z.B. langsamer zu
atmen und zu beobachten, ob die andere Person auch beginnt,
langsamer zu atmen. Diese Sequenz gilt in NLP als Indiz für tiefen
Rapport und wird von NLP-erfahrenen Personen eingesetzt, um die
Tiefe des Rapports auf sinnlich wahrnehmbare Art zu testen.

Standard-Swish Die Haupt-Variante der Swish-Techniken. Beim


Standard-Swish wird ein visuelles Problem-Bild schnell durch ein
visuelles Ziel-Bild ersetzt. Das Problem-Bild zeigt das, was der
Klient /die Klientin K sieht, wie er /sie mit dem unerwünschte
Verhalten beginnt, z.B. anfängt, Nägel zu beißen oder nach einer
Zigarette zu greifen. Das Ziel-Bild ist ein Bild von K, wo er / sie frei
von dem Zwang ist. Das Bild soll einen Zustand zeigen, wo die
gewünschte Verhaltens-Änderung bereits geschehen ist.

Der Klient sieht zunächst das Problem-Bild (Bild Nr.1) in normaler


Größe und Helligkeit. K soll genau das sehen, was es zu sehen gibt,
wenn er / sie auf "Autopilot" schaltet, d.h. wenn der Zwangs-
Automatismus zu laufen beginnt. In die untere linke oder rechte Ecke
dieses Bildes wird dann das positive Selbst-Bild verkleinert und
verdunkelt eingesetzt. (Richard Bandler hat in Bezug auf die Ecken
im Laufe der Jahre unterschiedliche Vorlieben bei seinen
Demonstrationen entwickelt). Der eigentliche Swish ist eine
blitzschnelle Veränderung der beiden Bilder, gleichzeitig und in
gleichem Tempo: das Bild Nr.1 wird kleiner und dunkler, das Bild
Nr. 2 größer und heller. Durch die simultane Veränderung zweier
Untereigenschaften wird die innere Aufmerksamkeit vom Bild Nr.1
abgezogen und im gleichen Tempo auf das Bild Nr.2 hingelenkt. Die
ursprüngliche Reaktion (der Autopilot, die Zwangs-Automatik)
verliert an Intensität, während die positive Reaktion auf das
Selbstbild zunimmt. Der Zwang zu der unerwünschten Handlung soll
durch einen "Sog" zum positiven Selbst-Bild ersetzt werden. Nach
Richard Bandler bekommt das Gehirn dabei die Meta-Botschaft:
"Hier nicht, da entlang!"

Die Verbindung zwischen den beiden Bildern entsteht durch die zwei
gleichzeitig ablaufenden Untereigenschafts-Veränderungen. Die
Nutzung der beiden visuellen Untereigenschaften Größe und
Helligkeit des Bildes beim Standard-Swish ist nach Connirea und
Steve Andreas ungefähr bei 70% der Klienten erfolgreich (in
"Gewußt Wie"). (Für die restlichen Fälle wird eine andere Swish-
Technik empfohlen). Anleitung zu einem Standard-Swish.

Stapel-Anker Mehrere Ereignisse, mehrere innere Zustände


werden mit dem selben Anker versehen, werden auf gleiche Art
geankert. Auf ein und denselben Anker werden also verschiedene
Erfahrungen, Erinnerungen, Zustände, ... "übereinandergestapelt".
Eine Person kann z.B. im Alltag, immer wenn sie etwas mit "Freude"
erfährt (ein schönes Ereignis, ein Lob, eine freudige Überraschung,
ein positiver Gedanke, ... ) eine bestimmte Handbewegung machen.
Viele Erfahrungen von "Freude" sind dann mit dieser Handbewegung
gekoppelt ( Glücks-Anker). Stapel-Anker aktivieren verdichtete
Information aus einer Vielzahl von Erlebnissen und Referenz-
Erfahrungen. Stapel-Anker können sehr wirkungsvolle Instrumente
sein, um einen schnellen Zugang zu Ressourcen, auch in
belastenden Situationen, zu erlangen.

State of excellence Ein Top-Zustand Moment of excellence

Stimme Die Untereigenschaften der Stimme sind eines der


Zugangs-Hinweise, mit denen auf innere Prozesse rückgeschlossen
werden kann. Visuelle Menschen reden oft sehr schnell, meist in
einer hohen Tonlage, manchmal auch nasal oder mehr gepreßt.
Langsames Sprechen mit Pausen deutet auf kinästhetische Prozesse
hin. Stimme in Mittellage, mit gleichmäßigem, rhythmischen Tempo
und einer klaren Aussprache können auditive Repräsentationen
begleiten.
Regeln Regeln sind Anleitungen, Vorschriften. Präskriptive Regeln
sind Regeln über Verhaltensweisen, was sozial richtig ist.
Deskriptive Regeln beschreiben Zusammenhänge, z.B. Ursache-
Wirkungs-Konstruktionen. Es ist sinnvoll und hilfreich, Beliefs als
Regeln zu verstehen.

Re-imprint, Reimprint Neuprägung

Repräsentations-Systeme Als Repräsentations-Systeme werden in


NLP die Wahrnehmungs-Systeme bezeichnet, mit denen wir die
Umwelt wahrnehmen. Es sind die fünf Sinne: das Sehen (das visuelle
System, visuell), das Hören (auditiv), das Fühlen (kinästhetisch), das
Riechen (olfaktorisch) und das Schmecken (gustatorisch), -
abgekürzt: VAKOG oder VAKO. Der Tast-Sinn (taktil, haptisch)
wird nicht als eigener Sinn behandelt, sondern dem Fühlen, den
Körper-Empfindungen, zugeordnet.

Das Modell der Repräsentations-Systeme ist der Kern des NLP. Es


basiert auf zwei Annahmen.
(1) Wir nehmen über unsere Sinne an der Umwelt teil. Wahrnehmen
bedeutet, daß wir innerlich sinnliche "Bilder" (Seh-, Hör-, Fühl-,
usw. "Bilder") konstruieren.
(2) Diese "Bilder" beschreiben die grundlegende Ebene des
Bewußtseins. Sie gilt in NLP als Basis, als Form aller mentalen
Operationen. Alle mentalen Operationen können auf Repräsentations-
Systeme reduziert werden und alle mentalen Operationen bauen auf
Repräsentations-Systemen auf. Die Ebene der Repräsentations-
Systeme ist die Basis-Ebene für alles, was wir uns bewußt machen
können. "Denken" bedeutet nach NLP, "die Sinne innerlich zu
nutzen". NLP geht davon auf, daß jede mentale Operation, der wir
uns bewußt werden können, sinnlicher Natur ist und durch sinnliche
Elemente gestaltet und zusammengesetzt ist. "Denken" ist im NLP
immer sinnliches Denken.
Das Modell der Repräsentations-Systeme ist damit auch ein Modell
der vorsprachlichen Ebene, auf der alle anderen Verarbeitungs-
Schritte aufbauen. Alle weiteren Ebenen basieren auf dieser Ebene
und sind von ihr abhängig. Die vorsprachliche Ebene ist unendlich
reichhaltiger als die sprachliche Ebene (Inke Jochims). Das NLP-
Modell der Repräsentations-Systeme ist ein "logisches Modell, das
hochkomplexe kognitive und präkognitive Vorgänge so vereinfacht
darstellt, daß sie im therapeutischen Alltag nützlich angewandt
werden können" (Alexa Mohl). Die Repräsentations-Systeme
beschreiben ein mentales Modell des Bewußtsein. Dieses Modell ist
ein Erfahrungs-Modell, das jede Person erfährt, die NLP-Techniken
auf sich selbst anwendet. Ob und in welcher Weise es als
wissenschaftliches Modell anzusehen ist, ist weitgehend ungeklärt.
(Die hat auch damit zu tun, was jemand unter "wissenschaftlichen
Modellen" versteht, - nachdem im 20. Jahrhundert das
mechanistische Welt-Bild zerstört worden ist). Von Bedeutung ist
auch, daß der Zusammenhang des Modells der Repräsentations-
Systeme mit neurologischen Modellen des Gehirns weitgehend
unerforscht und ungeklärt ist.

Die Repräsentations-Systeme bilden den Rahmen, dem in NLP jede


innere Erfahrung (jede Erfahrung ist eine innere Erfahrung)
zugeordnet wird. Wahrnehmen und Imaginieren wird in NLP nicht
prinzipiell getrennt. Die Unterschiede liegen nicht auf der Prozeß-
Ebene der Repräsentations-Systeme, sondern in einer inhaltlichen
Interpretation dieser Ebene. Etwas "Äußeres" zu sehen, bedeutet das
visuelle System "extern" zu nützen, etwas zu imaginieren, es "intern"
zu nützen, usw. (Ob eine Person eine visuelle Repräsentation als
"intern" oder "extern" interpretiert, das heißt ihre Wirklichkeits-
Konstruktion, hängt wiederum von spezifischen sinnlichen
Elementen ab. Sie können für eine konkrete Person exakt erkundet
werden. Referenz-System).
Die Repräsentations-Systeme werden in NLP in weitere Prozeß-
Elemente unterteilt, die Submodalitäten oder Untereigenschaften
genannt werden. Beispiele für visuelle Untereigenschaften sind die
dominanten Farben, die Art des Lichtes, für auditive das Tempo oder
den Rhythmus, usw. Liste von Untereigenschaften.
Repräsentations-Systeme und Untereigenschaften gelten im NLP als
die allgemeinen Prozeß-Elemente für jedes innerliche Konstrukt.

NLP verfügt damit über eine vereinheitlichte Prozeß-Sprache für das


Bewußtsein. Notation des NLP. Das Modell der Repräsentations-
Systeme ist das grundlegende Modell des NLP. In NLP geht es
immer um das Bewußtwerden und Bewußtmachen von
Repräsentations-Systemen und Untereigenschaften, - bei anderen und
bei sich selbst. Die Wahrnehmungs-Techniken des NLP zielen darauf
hinaus, die Repräsentations-Systeme bei anderen zu erkennen und so
einen schnellen Zugang zur inneren Welt anderer zu bekommen.
NLP-geschulte Personen sind geübt, durch genaues Wahrnehmen
der Physiologie anderer Personen eine Vielzahl von Zugangs-
Hinweisen zu erfassen, die exakte Informationen über die
Repräsentations-Systeme und die inneren Zustände anderer
Personen enthalten. Bekannte Beispiele sind die Repräsentations-
Systeme der Sprache (siehe unten) und das Augen-Muster-Modell
des NLP. Sie erlauben es beispielsweise, die Problem-, Ziel-,
Ressourcen- oder Versöhnungs-Physiologie anderer Personen
exakt zu erkunden.

Alle Änderungs-Techniken des NLP können auf Veränderungen


von Repräsentations-Systemen und Untereigenschaften
zurückgeführt werden. In den Selbst-Steuerungs-Techniken geht es
um das Bewußtwerden der Repräsentations-Systeme und der
Untereigenschaften eigener Konstruktionen und der Freiheit, sie
gezielt zu verändern.
Repräsentations-Systeme der Sprache Viele Worte in unserer
Sprache spiegeln sinnliche Elemente wider. Wenn jemand von einer
"glänzenden Idee" spricht, dann beschreibt er ein inneres visuelles
Bild. "Diese Idee ist für mich stimmig", sagt eine andere Person und
drückt damit etwa Auditives aus. NLP basiert auf der Annahme, daß
solche Aussagen nicht metaphernhaft gemeint sind, sondern reale
innere Prozesse widerspiegeln. Sprache (die Repräsentations-
Systeme der Sprache) und inneres Erleben (die Repräsentations-
System) korrespondieren miteinander. Die Repräsentations-Systeme
der Sprache drücken sich in sinnes-spezifischen Worten aus, die
Prädikate genannt werden. Sie liefern einen Aufschluß darüber,
welches Repräsentations-System eine Person eben verwendet.
Beispiele für Sätze in unterschiedlichen Repräsentations-Systemen,
Beispiele für Prädikate.

Ressourcen sind im NLP alles, was der Erreichung gewünschter


Ziele dient. Ressourcen können äußerer oder innerer Natur sein.
Äußere Ressourcen sind z.B. andere Menschen oder finanzielle
Mittel. Innere Ressourchen sind Qualitäten, die jemand als Teil
seines Potentials besitzt, z.B. Verhaltensweisen, Kenntnisse,
Fähigkeiten, Einstellungen, Beliefs, über andere Menschen oder
über die Aufgabe, Selbst-Bilder ( Identität), Strategien, Meta-
Programme, usw. NLP ist Ressourcen-orientiert. Eine der
Grundannahmen des NLP ist, daß jede Person alle Ressourcen in sich
hat, um ein befriedigendes und erfolgreiches Leben zu führen. NLP
lenkt damit den Fokus auf das Potential von Menschen: das, was am
positiven Entwicklungsmöglichkeiten in jedem Menschen vorhanden
ist, aber in bestimmten Situationen und Kontexten nicht
automatisch oder selbstverständlich zur Verfügung steht.

NLP kennt viele Techniken, um nicht ressourcevolle Situationen (


stuck states) in ressourcevollen Situationen zu verwandeln. Der
Erleben von nicht-ressoucevollen Zuständen ("Problemen") dient bei
NLP (im Unterschied zu anderen psychologischen oder
therapeutischen Richtungen) nur zurInformationsgewinnung und
erfolgt im Regelfall sehr kurz. In in allen Änderungs-Techniken
geht es darum, sich (oder andere) zuerst wirksam vom Erleben nicht-
ressourcevoller Zustände zu dissoziieren. Das Ziel ist immer, das
Bewußtsein vom Problem-Fokus auf einen Ressourcen-Fokus zu
lenken. In vielen Fällen werden Ressourcen dadurch aktiviert, daß
der Fokus des Bewußtseins auf Erinnerungen gelenkt werden, wo
genau die gewünschte Ressource erlebt wurde. Eine Person, die z.B.
einem Vorgesetzten gegenüber wenig selbstbewußt auftritt, kann sich
selbst (oder geführt durch eine NLP-kundige Person) einüben, in der
Begegnung mit ihrem Vorgesetzten Erinnerungen an Ereignisse zu
aktivieren, wo sie selbst sehr selbstbewußt gewesen ist (meist in
einem ganz anderen Kontext, wie z.B. beim Sport). Weil jede Person
Referenz-Erfahrungen über gewünschte Ressourcen hat (jeder und
jede war schon einmal in seinem/ihrem Leben selbstbewußt,
überzeugend, energievoll, ruhig, ... usw.), deshalb kann jede Person -
so die Überzeugung von NLP - lernen, diese Ressourcen in
Situationen einzusetzen, wo sie scheinbar nicht verfügbar sind.

Ressourcen-Fokus, -Physiologie, -Zustand Bewußtsein ist ein


Auswahl-Prozeß. In jeder Sekunde können wir unseren Geist auf
viele unterschiedliche Phänomene richten. Im Ressourcen-Fokus
wird die innere Aufmerksamkeit auf Ressourcen ausgerichtet. Ein
starker Ressourcen-Fokus bedingt einen Ressourcen-Zustand, außen
erkennbar durch eine Ressourcen-Physiologie.

Ressourcen können überall gefunden werden: in unserer


Vergangenheit ( Positiver History change), in der Gegenwart und
in der Zukunft. Ressourcen können wir in uns und außerhalb von uns
entdecken. Ressourcen können auf jeder logischen Ebene aktiviert
werden. Starke Ressourcen sind mit hohen Werten, mit einem
gutem Selbst-Bild ( personale Identität) und mit dem Zugang zur
Ebene der Zugehörigkeit, aktiviert in der Quelle und in core
states, verbunden.
Taktil bezieht sich auf berühren und tasten und auf den Tast-Sinn.
Taktile oder haptische Empfindungen enstehen aus dem Ertastung
von Oberflächen-Strukturen von dem, was berührt wird. In NLP wird
der Tast-Sinn nicht als eigener Sinnes-Kanal aufgefaßt, sondern
dem Fühlen, dem kinästhetischen System, untergeordnet.

Teile In NLP oft verwendete Metapher für Einheiten im


Unbewußten, um über abgegrenzte, scheinbar unabhängige
Programme, Strategien und Verhalten einer Person zu sprechen.
Teile sind in NLP immer "unbewußte Teile" bzw. "Teile des
Unbewußten". (Man spricht auch von "Teilen der Person auf der
unbewußten Ebene" oder von "unbewußten Persönlichkeitsanteile").

John Grinder und Richard Bandler weisen ausdrücklich darauf hin


("Neue Wege der Kurzzeittherapie"), daß nahezu alle
Psychotherapien die Person des Klienten in Teile oder Anteile
aufteilen. (Beispiele sind die Transaktionsanalyse, die
Psychoanalyse, die Gestalttherapie und die Familientherapie nach
Virginia Satir). In NLP werden "Teile" immer eindeutig in einen
größeren Verstehens-Zusammenhang eingeordnet. Teile führen eine
Art von Eigenleben und sind gleichzeitig immer in ein System mit
anderen Teilen eingebunden. Teile haben eine genau definierte
Aufgabe, eine Funktion im System-Ganzen einer Person. Diese
Aufgabe, diese Funktion wird in NLP immer positiv interpretiert.

Teile werden in NLP oft wie Personen bezeichnet und wie Personen
behandelt. Man spricht auch von der "guten Absicht" eines Teiles,
als ob es sich um eine Person mit eigenem Willen handeln würde.
Daneben gibt es auch ein eher klinisches Teile-Konzept in NLP. Der
klinisch-psychoanalytischen Tradition folgend spricht man auch von
einem sekundären Gewinn (oder auch sekundärem
Krankheitsgewinn). Beide Aspekte des Konzeptes "Teil" (der
anthropomorphisierende und der eher klinische) können im Sechs-
Stufen-Reframing und im Verhandlungs-Reframing ( Übung: "Das
alte und das neue Ich") studiert werden. Manchmal wird der Begriff
"Teil" auch in der Bedeutung eines "fremden Teils" verwendet, - im
Sinne einer "fremden Energie", die weggeben werden sollte. (
Übungsanleitung dazu).

Through time (Durch-Zeit) Eine Variante der inneren Zeit-Linie:


Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liegen außerhalb der Person
Zeichung zu Zeit-Linien

Tiefenstruktur der Sprache Sprache, die sinnliche Erfahrungen in


hohem Maße widergibt. Durch die Prozesse von Tilgung (siehe
unten), Generalisierung und Verzerrung wird daraus die
Oberflächen-Struktur der Sprache gebildet. Genaueres unter Meta-
Modell der Sprache.

Tilgung Prozeß der Überführung der Tiefen-Struktur in die


Oberflächen-Struktur der Sprache, bei dem einzelne Elemente
"getilgt" werden bzw. nicht ins Bewußtsein treten. Tilgungen
bewirken unvollständige innere Landkarten: wesentliche
Informationen fehlen. Im Meta-Modell der Sprache werden
Tilgungen spezifisch hinterfragt. Im Milton-Modell werden
Tilgungen bewußt in der Sprache eingesetzt.

Tilgungen werden in NLP meist in fünf Gruppen unterteilt: (1)


unspezifische Subjekte, unbestimmter Inhaltsbezug, unbestimmte
Substantive, (2) unspezifische Verben, (3) Vergleiche, (4)
Bewertungen und (5) Nominalisierungen.
(1) Zur ersten Gruppe gehören Sätze wie: "Man kann sich am
Bildschirm entspannen.", "Surfen ist ganz in Ordnung.", "Den
Usern gefällt das Lexikon.". Im Meta-Modell wird empfohlen,
solche Sätze zu hinterfragen, mit: "Wer genau?", "Was genau?",
"Welche?" usw.
(2) Bei Sätzen mit unspezifischen Verben fehlt das 'Wie'. Beispiele:
"Er veränderte sich am Bildschirm", "Sie zwang sich
weiterzulesen". Klärende Fragen sind: "Wie genau geschieht das?",
"Wie?", "Wodurch?", "Auf welche Weise?", "Wann?".
(3) Bei Vergleichen fehlt der Bezug: "Dieses Lexikon ist gut", "Hier
finden sich die besseren Leser". Nützliche Fragen sind:
"Verglichen womit?", "Besser als wer?", "Gemessen woran?", "In
Bezug auf was?".
(4) Bewertungen sind ähnlicher Natur (und treten oft als Vergleiche
auf): "Offensichtlich sind diese Seiten nützlich", "Sie sind
wißbegierig". Bewertungen werden geklärt, indem man fragt: "Für
wen offensichtlich?", "Nach welchen Standard?", "Worauf?".
(5) Nominalisierungen schließlich sind Hauptwörter, die von
Prozeßwörtern abgeleitet sind. Ein Prozeß erscheint wie ein
statisches Ding: die Liebe, die Beziehung, das Gedächtnis, das
Wissen: "In der Beziehung zum Leser wird Wissen transportiert
und das Gedächtnis geschult". Klärung kann erfolgen, indem die
fehlende Information nachgefragt wird: "Wer behauptet das?", "Wie
denn?", "Wer genau?", "Was genau?".

Tilgungen, bei denen es um vergangene Informationen geht,


beziehen sich nach Inke Jochims vor allem auf folgende Elemente:
auf (1) Personen: Wer tat etwas?, (2) Objekte: Wem oder was wurde
dabei etwas getan?, (3) Raum: Wo geschah etwas?, (4) Zeit: Wann
geschah etwas?, (5) Methoden: Wie wurde etwas getan?, (5)
Optionen: Welche Möglichkeiten gab es? und (6) Anzahl: Wie oft?
Wieviel?
Syntaktische Konstruktionen, die auf getilgtes Material hinweisen,
sind: (1) Verben, (2) Adjektive und Adverbien, (3) Komparative und
Superlative und Modaloperatoren (Letztere werden meist den
Verallgemeinerungen zugeordnet).

Time Frame, Zeit-Rahmen Gefühle können einen


unterschiedlichen Zeit-Rahmen, eine anderen Zeit-Bezug haben.
"Bedauern" bezieht sich meist auf die Vergangenheit, "unruhig" oft
auf die Gegenwart, "erwartungsvoll" meist auf die Zukunft.

Time-Line Zeit-Linie

Trance Im NLP wird Trance mit Milton H. Erickson definiert als


Zustand hochfokussierter, nach innen gerichteter Aufmerksamkeit.
Dem Prozess einer Herbeiführung einer Trance nennt man Trance-
Induktion, die therapeutische Nutzung desselben nennt man Trance-
Utilisation.

Die meisten, wenn nicht alle NLP-Interventionen beeinhalten als


integrale Bestandteile Trance-Induktionen und Trance-Utilisationen.
(Beispiele sind History Change, Moment of excellence,
Phobie-Techniken, die verschiedenen Arten des Reframings,
Anker verschmelzen, Neues Verhalten generieren, Neuprägung,
Walt Disney-Technik, usw.) Die Einbeziehung von Hypnose, von
Trancezuständen und hypnotischen Phänomenen ist eines der großen
Verdienste der NLP-Begründer Bandler und Grinder. Sie haben
damit das Lebenswerk von Milton H. Erickson mit den innovativen
Vorgehensweisen und Konzepten von Virginia Satir und Fritz Perls
verbunden. (Milton Erikson nützte Hypnose und Trance systematisch
für die klinische-therapeutische Praxis, vgl. Milton-Modell). Ein
Beispiel für eine Trance-Induktion.

Trans-derivationale Suche "Derivativ "bedeutet "durch Ableitung


entstanden". Die Trans-derivationale Suche (auch abgekürzt mit
TDS) ist eine kinästhetische Erinnerungs-Strategie. Ausgehend
von einem körperlich erlebten inneren Zustand (einem Gefühl)
wird in der Vergangenheit eine Referenz-Erfahrung gesucht. Diese
Methode ist ein Standard-Ansatz von NLP zur Erkundung der
Vergangenheit, insbesondere in der Aktivierung von Ressourcen.
Die Annahme dabei ist, daß zu jedem positiven inneren Zustand, den
wir denken können, eine Referenz-Erfahrung aus der Vergangenheit
existiert, - sonst wären wir nicht in der Lage, diesen Begriff zu
verstehen. Kinästhetische Erinnerungs-Strategien werden auch bei
der Neuprägung eingesetzt, um das ursprünglichen Prägungs-
Erlebnis (oft in der frühen Kindheit) ausfindig zu machen.

Transfer Die Übertragung einer Ressource (wie einer Fähigkeit,


eines Verhaltens, einer Einstellung) in die Zukunft. Der Ausdruck
Transfer findet sich in NLP in zwei Bedeutungen: (1) im Sinne des
Future Pace, bei dem die Ziel-Konstruktion mit der Konstruktion der
Zukunft verknüpft wird, (2) im Sinne eines chunking-ups auf einen
weiteren oder allgemeinen Kontext in der Zukunft: "Wenn Sie sich
vorstellen, daß Sie diese Fähigkeit, in der Zukunft leben können, was
wird sich dann in Ihrem Leben noch verändern?".

Transformations-Grammatik Die Sprachlehre des


Sprachwissenschaftlers Noam Chomsky. Sie beschreibt die Regeln,
wie die Tiefen-Struktur und die Oberflächen-Struktur der Sprache
zusammenhängen. Dieser Gedanke findet sich (in einer sehr vagen
Übersetzung) im NLP- Meta-Modell der Sprache.

Traumata-Techniken Ein Trauma ist ein intensives negatives


Erlebnis (oft in der Kindheit), das zu einer negativen Prägung
führt. NLP hat dazu das Konzept der Neuprägung entwickelt.
Daneben gibt es eine Klasse von Interventionen, die Traumata-
Techniken genannt werden. Als Beispiel wird auf die Timelie
Traumata-Technik der beiden Andreas verwiesen. (Übungs-
Anleitung dazu)

Träumer(in) Einer von drei Zuständen bei der Walt-Disney-


Strategie. Im Zustand des Träumens entstehen neue Ideen, Visionen
und Ziele.

Tu-so-als-ob-Rahmen Als ob
Überkreuz-Spiegeln Eine besondere Art des Spiegelns, und zwar
(1) in einem anderen Repräsentationssystem oder (2) mit einer
anderen Art von Bewegung. Beispiele: (1) Der Atem-Rhythmus
einer Person wird durch meinen Sprech-Rhythmus gespiegelt. (2)
Der Sprech-Rhythmus einer Person wird von einer gleichschnellen
(unmerklichen) Bewegung meiner Hand begleitet. Kreuzspiegeln ist
eine effektive Methode, um Rapport herzustellen.

Überlappen ein Prozeß, von dem eine Person durch Sprache von
einem Repräsentations-System in ein anderes geführt wird. Am
Beginn wird das Leit-System oder das bevorzugte
Repräsentationssystem angesprochen, um sprachlich Rapport zu
bekommen (z.B. eine Szene visuell beschrieben), dann wird auf ein
anderes System (z.B. das auditive System) übergegangen. Durch
Überlappen soll eine volle innere Erfahrung vermittelt werden,
indem eine Synästhesie (möglichst viele Repräsentatations-
Systeme) konstruiert wird. Die Vorstellung und das innere Erleben
wird dadurch plastischer und realer, die Person erlebt einen
bestimmten inneren Zustand mehr assoziiert.

Überzeugungen Beliefs

Ultrakurzzeit-Therapie Bezeichnung von Richard Bandler für eine


sehr kurze Phobie-Technik mit visueller Dissoziation und Musik
als Ressource. Dabei wird (1) die phobische Reaktion dissoziiert
als Film erlebt, (2) der Film im zweiten Durchgang mit lauter
Zirkusmusik unterlegt, und (3) im dritten Durchgang getestet, ob das
ursprüngliche unangenehme Gefühl noch vorhanden ist.

Umfassungswörter Umfassungswörter, meist Universalquantoren


genannt, sind Wörter wie: alle, keine, jeder, sämtliche, nirgends,
niemals, nichts. Sätze mit diesen Wörtern sind
Verallgemeinerungen, sie verletzen das Meta-Modell.

Umwelt Mit Umwelt bezeichnet man im NLP die "Außen-Welt":


andere Menschen, das Umfeld, in dem Verhalten passiert. Umwelt ist
die erste der logischen Ebenen des NLP.

Unbewußtes NLP hat kein entwickeltes Modell des Unbewußten,


unterscheidet jedoch in seiner Sprache und in vielen Techniken
(insbesondere beim Reframing) bewußte von unbewußten
Prozessen (Zwei-Instanzen-Theorie). Das NLP-Konzept vom
Unbewußten beruht nach Alexa Mohl u.a. auf folgenden Prinzipien:
(1) Es gibt ein Unbewußtes.
(2) Bewußte und unbewußte Prozesse unterscheiden sich nicht
prinzipiell. Beide werden anhand der NLP-Begriffen von
Repräsentations-Systemen und Untereigenschaften beschrieben.
(3) Die Grenze zwischen dem Bewußten und dem Unbewußten ist
keine prinzipielle Grenze. Die Grenze ist flexibel und eher graduell.
(4) Das Unbewußte wird prinzipiell positiv interpretiert. Auf der
Ebene des Unbewußten herrscht das Prinzip der guten Absicht.
(5) Das Unbewußte ist mächtiger als das Bewußte, weil es (a) die
meisten Lebensprozesse steuert, und (b) dem Bewußten nicht direkt
zugänglich ist. Daten zum Auswahl-Prozeß des Bewußtseins.
(6) Das Unbewußte hat eine Struktur, meist "Teile" genannt. Diese
"Teile" organisieren "Verhalten", um "positive Absichten" zu
erfüllen.
(7) Es ist möglich, mit dem Unbewußten Kontakt aufzunehmen.
(8) Wie sich eine Person dabei ihr Unbewußtes vorstellt ist für die
Arbeit mit dem Unbewußten nicht von Belang (z.B. in Form von
Symbolen, Personen oder einer Landschaft), ebenso nicht ihre
sprachliche Bezeichung (als "Teile", "Tendenzen",
"Persönlichkeitsaspekte" usw.) sowie das individuelle Belief-
System zum Unbewußten ("Geist", "Seele", "überpersönliches
Wissen", "die Weisheit des Körpers", usw.)
In diesem Konzept werden dem Unbewußten nach Gernot Schauer
u.a. folgende Funktionen zugesprochen:
(1) Das Unbewußte speichert alle wichtigen Informationen, die auf
eine Person das ganze Leben einströmen. Dies kann z.B. im Meta-
Modell der Sprache im Unterschied von der Oberflächen- und der
Tiefenstruktur studiert werden. Die reichhaltigen Informationen der
Tiefenstruktur sind oft unbewußter Natur und können durch
geeignete Fragen einer Person bewußt zugänglich gemacht werden.
(2) Das Unbewußte organisiert die psychische Stabilität einer Person
(im Fremdwort: ihre psychophysische Homöostase), indem es dem
Bewußten manche Informationen zugänglich macht und manche
nicht. Das Unbewußte kontrolliert also den Informationsstand des
Bewußten. Traumatische Erfahrungen aus der Kindheit z.B. werden
oft "vergessen" (in der Psychoanalyse sagt man "verdrängt") und z.B.
im Prozeß einer Neuprägung dem Bewußtsein wieder zugänglich
gemacht.
(3) Das Unbewußte kann durch bestimmte Ereignisse angesprochen
werden und dadurch zum Auslöser innerer Änderungs-Prozesse
werden. Ein Beispiel ist die hypnotische Sprache, wie es das
Milton-Modell beschreibt. Sie wirkt direkt auf das Unbewußte und
kann von dort Einfluß auf das weitere Verhalten einer Person
ausüben. In manchen Techniken des NLP, wie dem Reframing,
bittet das Bewußte das Unbewußte direkt oder erteilt ihm Aufträge,
die Verantwortung für Änderungs-Prozessse zu übernehmen, die in
der Zukunft automatisch, ohne aktiven Einfluß des Bewußten,
geschehen sollen.

Und-Haltung In NLP geht es niemals darum, ein Verhalten als


negativ zu bewerten und durch ein anderes, positiv gedachtes,
Verhalten zu ersetzen. (Das wäre eine Oder-Haltung). In NLP wird
der Wert jedes Verhaltens betont. Eine der Grundannahmen des
NLP ist: "Jedes Verhalten ist in irgendeinem Kontext nützlich". Es
geht darum, automatische Reaktionen zu unterbrechen und die
Freiheit zu erlangen, jenes Verhalten zu wählen, das für einen
Kontext als passend erachtet wird. Die Und-Haltung in NLP ist
Ausdruck eines polaren Denkens, wie es in seinem Teile-
Konzept zu finden ist. Sie kann insbesondere an den Ansätzen des
Reframings studiert werden.

Unified Field Theory, Einheitliche Feldtheorie (die Übersetzung


"Vereinigtes Feld" ist m.E. falsch). Ein Begriff, mit dem Dilts und
Epstein versucht haben, Elemente des NLP in einem einfachen
Schema zusammenzufassen (Der Begriff selbst ist m.E. überzogen:
die heutige Physik verfolgt das ehrgeizige Ziel, eine einheitliche
Feldtheorie unter Einschluß aller Kräfte und Elementar-Teilchen zu
erreichen) System-Matrix des NLP.

Universalquantoren Universalquantoren, auch Umfassungswörter


genannt, sind Wörter wie: alle, keine, jeder, sämtliche, nirgends,
niemals, nichts. Sie sind ein Zeichen dafür, daß eine Person zu sehr
verallgemeinert. Im Meta-Modell des NLP wird vorgeschlagen,
Verallgemeinerungen zu hinterfragen, auch um die spezifischen
Erfahrungen zu erkunden, die die Referenz-Erfahrung für die
Gültigkeit der Verallgemeinerung abgibt. Sätze wie "Frauen sind
dumm", "Männer sind aggressiv" enthalten stillschweigend einen
Universalquantor, weil alle Frauen und alle Männer gemeint sind.

Unterbrecher, Separator, Separator State, Bailout, Breaker,


Breaker State NLP-Technken weisen einen schnelle Wechsel
innerer Zustände auf. Im Heraus-Führen aus einen Zustand, bevor
ein neuer Zustand aktiviert wird, ist es immer notwendig, einen
"Unterbrecher" zu setzen: den Klienten / die Klientin zu veranlassen,
sich von diesem Zustand zu dissoziieren. Dazu ist es notwendig,
den Wechsel der Physiologie genau wahrzunehmen. Für einen
Unterbrecher sind alle Dissoziierungs-Techniken des NLP
geeignet.

Untereigenschaften, Submodalitäten Unterteilungen der


Repräsentations-Systeme in kleinste Prozeß-Elemente. Visuelle
Untereigenschaften sind z.B. die Farbe innerer Bilder, ob es eine
Bewegung zu sehen gibt oder nicht. Auditive Untereigenschaften
sind die Lautstärke oder der Rhythmus, usw. Die Untereigenschaften
gelten in NLP als die grundlegenden Komponenten von
Bewußseins-Prozessen. Alles, was wir uns bewußt machen können,
ist eine Mixtur von Untereigenschaften. Liste von
Untereigenschaften

Vieles in NLP ist (ihrem pragmatischen Ansatz folgend) nichts


"Eigenständiges", sondern aus anderen Richtungen entommen. Der
Ansatz der Untereigenschaften ist der (vermutlich) bedeutsamste
eigenständige Beitrag von NLP zu einer Theorie des Bewußtsein
(Diesen Beitrag hat Richard Bandler geleistet). Der Erfolg des NLP
beruht zu einem großen Teil auf einem klaren Verständnis, wie
bedeutsam Untereigenschaften für die Konstruktion unserer
subjektiven Realität sind. Alles in NLP kann auf Repräsentations-
Systeme und Untereigenschaften zurückgeführt werden. Jede
Intervention in NLP läuft letztlich auf einen Wechsel von
Untereigenschaften hinaus. Die zentrale Frage für die Selbst-
Steuerung könnte sein: von welchen Untereigenschaften wird mein
Bewußtsein dominiert?

Neben dieser allgemeinen Wchtigkeit gibt es (auf einer konkreteren


Ebene) ein Set von Techniken, wo die Prozeß-Anweisung in einer
direkten Veränderung von Untereigenschaften besteht. Beispiele sind
die Techniken des Belief-Änderns mit Untereigenschften
(Anleitung dazu) oder die Arbeit mit den Untereigenschaften von
Top-Zuständen, wie der Quelle. Ein Beispiel: Scham-und
Schuldgefühle mit den Untereigenschaften der Quelle heilen.

Up-Time Gegenteil von down-time: der Fokus der


Aufmerksamkeit ist auf außen, auf die Umwelt, auf andere
Menschen gerichtet. Ich bin nicht auf mein Innenleben, meinen
inneren Dialog konzentriert: die Aufmerksamkeit richtet sich voll
nach außen. Die Fähigkeit zu Up-time ist eine der
Vorausbedingungen für genaues Wahrnehmen und für Rapport.

Ur-Credo, Ur-Credo-Prozeß Eine Weiterentwicklung des NLP


durch Wolfgang Bernard. Das Ur-Credo ist das grundlegende
Belief, das unsere personale Identität organisiert. Es ist der
Grundbaustein unseres Ich-Bewußtseins, welches sich in der frühen
Kindheit entwickelt, - eine der grundlegenden Vorannahmen, über
die selten reflektiert wird.

Im Ur-Credo-Prozeß geht es darum, dieses Grund-Belief zu


entdecken (bewußt zu machen) und zu überschreiten. Dieses Prozeß
beruht auf zwei Annahmmen:

(1) Die Konstruktion des Ur-Credos in der frühen Kindheit ist ein
wünschenswerter Prozeß, der ein "normales" Funktionieren in der
Gesellschaft erlaubt. Im Kern geht es dabei um die Konstruktion
einer "trennenden Identität", welche bewirkt, daß sich der Mensch
als vom anderen und von der Umwelt getrennt erlebt. Sie öffnet dem
Kind den Zugang zur Fähigkeit der Repräsentation und zu all dem,
was für ein Leben in der Gemeinschaft notwendig ist.

(2) "Für den Erwachsenen hingegen wird sie das Haupthindernis,


wenn er sich seiner Ursprünge erinnern will und seine Erfüllung
anstrebt." (Wolfgang Bernard).
Das Ur-Credo wird im Ur-Credo-Prozeß (ein längerer geleiteter
Prozeß) "entdeckt", in dem sich eine Person (im Gegensatz zu
herkömmlichen NLP-Techniken) bewußt und intensiv mit ihren
"Schatten-Seiten" assoziiert. (Dabei werden die Dissoziierungs-
Techniken des NLP gezielt eingesetzt und bilden die Voraussetzung
für diesen Prozeß). Im Ur-Credo-Prozeß sollen die Strukturen der
Identität vorübergehend aufgehoben werden und ein besonderer
innerer Zustand erreicht werden, der "vorsinnliche Wahrnehmung"
genannt wird. "Es handelt sich um die Wahrnehmung unseres
Ursprungs und all dessen, was in jedem Augenblick aus ihm
erwächst. Vorsinnliche Wahrnehmung ist ein Ausdruck für das
Unausdrückbare: die Dimension der ungefilterten Wahrnehmung, die
alle Phänomene, wahrgenommene und nicht wahrgenommene,
existierende und nicht existierende, vereint. Wir sind mit ihr geboren
und mußten sie vergessen, um unser Ichbewußtsein, unsere Identität
entwickeln zu können. Durch gezielte Vorgehensweisen können wir
den Boden dafür bereiten, diese in Vergessenheit geratene, alles
miteinander versöhnende Wahrnehmung in uns wiederzuentdecken"
(Wolfgang Bernard).

In diesem Zustand eines intensiven Erlebens von Zugehörigkeit


werden Menschen sich ihres "essentieller Wertes" bewußt: ihrer
Einzigartigkeit, ihres "Wesens", - jener Aspekte, die Connirae
Andreas als Core States beschreibt.

Ursache-Wirkungs-Beliefs Unterklasse der deskriptiven Beliefs.

Utilisation, utilisieren Im Englischen heißt to utilize nutzbar


machen, auswerten. Der Begriff Utilisation wird in NLP in
verschiedener Weise verwendet:

(1) Utilisation ist einer der Grundbegriffe in der Hypnotherapie nach


Milton Erikson, eine der Wurzeln des NLP. Er besagt, daß der
Therapeut versuchen soll, die Eigenschaften und Eigenheiten des
Klienten für therapeutische Ziele einzusetzen. Dazu ist es notwendig,
das Verhalten des Klienten genau zu beobachten und es vorerst zu
akzeptieren, so eigenartig es sein mag. Bandler und Grinder haben
dieses Prinzip in prozeßorientierte Anweisungen übersetzt, u.a. in die
Techniken des Spiegelns (pacing) und Führens (leading), des
Reframings und in das Milton-Modell. Das Prinzip der
Utilitisation kommt auch in den Vorannnahmen des NLP zum
Tragen, z.B. in dem Satz, daß jede Person alle Ressourcen in sich
hat, die sie braucht, um ihre Ziele zu erreichen.

(2) In einer anderen Verwendung bedeutet Utilisation den gezielten


Einsatz von Erkenntnissen, Fähigkeiten, Verhalten , ... So spricht
man von der Utilisation von Strategien, die vorher erkundet
wurden. Utilisieren bedeutet hier, Strategien oder Strategie-
Elementen bewußt für die eigene Ziele einzusetzen.
Absicht gute Absicht

Accessing cues Zugangs-Hinweise

Affirmationen Im Lateinischen heißt affirmatio Bejahung. In NLP


wird der Ausdruck Affirmationen für suggestive, meist kurze Sätze
verwendet, die einen positiven und bejahenden Sinn haben, wie z.B.:
"Ich bin am Bildschirm ruhig und gelassen." Affirmationen können
ein wirksames Mittel sein, innerlich einen Ressourcen-Fokus zu
aktivieren. In der NLP- Ziel-Arbeit werden oft Ziel-Sätze in
prägnanter und kurzer Weise als Affirmationen formuliert. Der Wert
von Affirmationen zeigt sich in der (innerlichen und äußeren)
Reaktion einer Person, die sie hört oder liest. Wirkungsvolle
Affirmationen können den inneren Zustand schnell verändern
(Wechsel von der Problem- zur Ressourcen-Physiologie).
Affirmationen beeinflussen den inneren Dialog, das innere
Zwiegespräch, das viele Menschen andauernd haben. Dem inneren
Dialog kommt eine große Wirkung für die Konstruktion unserer
Realität zu. Wir erklären uns innerlich andauernd, was gerade
wichtig ist, was um uns herum passiert, wie andere Menschen sind,
wer wir selbst sind. Welche Gedanken schwirren jetzt in Ihrem Kopf
herum? Durch welche Affirmationen könnten Sie diese ersetzen?
Liste von Affirmationen.

Als ob Die Simulation eines gewünschten Ziels oder auch eines


Zustandes, den jemand erreichen will. Ziele in NLP sind imaginierte
Ziele. "Als ob" ist Bestandteil jeder Ziel-Arbeit in NLP. Eine
Person versetzt sich dabei innerlich assoziiert in den Zustand, ALS
OB das Ziel schon erreicht wäre. "Was gibt es da zu sehen, zu hören,
zu spüren .......". Wenn es nicht möglich ist, ein Ziel sinnlich-konkret
zu simulieren, sich gedanklich und im Erleben zu konstruieren, dann
wird dieses Ziel - so die Ansicht von NLP - nicht erreicht werden.
Wenn es nur möglich ist, sich ein Ziel vage vorzustellen, dann wird
es vermutlich nur vage erreicht werden. Das Ziel der Ziel-Arbeit in
NLP ist die Konstruktion einer konkreten sinnlichen Simulation und
das Training für einen leichten Zugang zum Ziel-Zustand.

Die Technik des ALS OB wird auch verwendet: (1) um ein Ziel
ökologisch zu überprüfen. Das kann auch an der Physiologie im
Ziel-Zustand abgelesen werden. Möglicherweise treten bei
Erreichung des Zieles neue Probleme auf, d.h. die Ziel-Arbeit bedarf
weiterer Schritte und das Ziel muß modifiziert werden. (2) um
kreative Lösungen für die Erreichung des Zieles zu erkunden. Der
Ziel-Zustand ist ein Ressourcen-Zustand, in dem der Zugang zum
kreativen Potential leichter gelingt. Eine typische Technik ist die
Simulation des Zieles (assoziiert im Ziel sein) und von da auf die
Gegenwart oder das Problem zu blicken und sich die Frage zu
stellen: "Was habe ich genau gemacht, um dieses Ziel zu erreichen?"
Übung: vom gegenwärtigen zum künftigen Zustand.

Analog Die Gegensatz-Paare analog und digital werden in der


Sprache des NLP in zumindest drei Bedeutungen verwendet: (1) als
Beschreibung der inneren Welt der Repräsentations-Systeme
generell, (2) zur Klassifikation von Untereigenschaften und (3) zur
Klassifikation von - von außen beobachtbaren - Kommunikations-
Verhalten.

(1) Eine analoge Uhr, eine Ziffernblatt-Uhr, zeigt die Zeit in Form
eines Kreises, eine digitale Uhr in Form von Ziffern. In der analogen
Darstellung besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der
Strecke, die der Zeiger zurücklegt, und der Zeit, die verstrichen ist.
Je weiter die Zeit voranschreitet, desto weiter schreitet der Zeiger
voran, auf seinem Weg um das Ziffernblatt herum Analoge
Darstellungen sind mehr sinnlicher Natur, digitale Darstellungen
mehr logischer Natur. NLP beschreibt die Repräsentations-
Systeme prinzipiell als analoge Systeme. Vorsprachliches
"Denken", wie es sich auf der Ebene der Repräsentations-Systeme
manifestiert, ist nach NLP prinzipiell analoger Natur. In NLP geht es
um die Erkundung und Veränderung der analogen Elemente der
Repräsentations-Systeme und ihrer Untereigenschaften.

(2) Die zweite Begriffs-Verwendung bezieht sich auf eine


Klassifikation von Untereigenschaften. Manche
Untereigenschaften haben analoge Qualitäten, z.B. die Helligkeit, der
Kontrast, die Größe und die Entfernung innerer visueller Bilder.
Analog bedeutet hier kontinuierlich veränderbar (dychoton), wie auf
einer Skala (ein Bild kann heller oder dunkler sein). Im Gegensatz
dazu sind manche Untereigenschaften nur diskontinuierlich
veränderbar (wie der Wert 0 oder 1 in der digitalen Informations-
Verarbeitung). Digitale Unterscheidungen sind z.B. dissoziiert versus
assoziiert, lokalisiertes versus ganzheitliches Körper-Gefühl oder die
Stereo- oder Mono-Qualität eines Hör-Erlebnisses.

(3) Mit analogem Kommunikations-Verhalten ist die Informations-


Vermittlung gemeint, die durch das Senden und Empfangen der
Körper-Sprache geschieht (Haltung, Mimik, Gestik, Stimmqualität
etc.). Mit digitalem Kommunikations-Verhalten ist die Informations-
Vermittlung gemeint, die durch das Aussprechen und Verstehen von
Worten und Sätzen geschieht. (Hier gilt wieder die Analogie von
analoger und digitaler Uhr). Wenn man nach dem Meta-Modell
des NLP davon ausgeht, daß die verbale Sprache innere Zustände
transportieren will, dann ist die analoge Körper-Sprache prinzipiell
präziser als die digitale verbale Sprache. In einer analogen
Abbildung werden Struktur- und Intensitäts-Merkmale des
"Territoriums" in der "Landkarte" gespiegelt, wie bei der Zeit-
Strecke und der Strecke des Zeigers auf der Uhr. Eine geballte Faust
und schlagende Gesten in der Körper-Sprache spiegeln demnach
einen innerer Zustand, z.B. den Wunsch, tatsächlich zuzuhauen.
Analoge Kommunikation ist demnach weniger störanfällig, als die
digitale, zumindest in der zwischenmenschlichen Kommunikation.
Dieses mag dazu geführt haben, daß in der Kommunikationstheorie
und in der Praxis der Psychotherapie in den letzten Jahrzehnten die
digitale Kommunikation der analogen Kommunikation untergeordnet
wurde, was deren Wahrheitgehalt, deren Authentizität anbelangte. Im
NLP werden analoge und digitale Kommunikationsanteile als Para-
Botschaften und nicht als Meta-Botschaften (in der Bedeutung von
übergeordnet) betrachtet.

Analoger Anker Gleit-Anker

Analoges Markieren Der Einsatz sinnlicher Elemente, wie


Lautstärke, Schrift-Bild oder einer Geste, um ein bestimmtes Wort in
einem Satz oder eine bestimmte Sequenz in einer Präsentation zu
betonen. Man kann damit Informationen auf einer unbewußten
Ebene geben, ohne dies bewußt anzusprechen, z.B. ihr SEHEN zu
lenken, daß SIE automatisch HIERHER schauen. Analoges
Markieren in der Sprache ist Teil des Milton-Modells.

Änderungsarbeit 1. und 2. Ordnung

Änderungs-Techniken Die Gesamtheit aller NLP- Interventionen,


bei denen ein Problem nachhaltig verändert werden soll. Dazu
gehören u.a.: Anker verschmelzen, Reframings, History
change, Neuprägung, alle Techniken unter Verwendung der
(äußeren) Zeit-Linie und alle Techniken zur Veränderung von
Meta-Programmen und von Strategien.

Die meisten Änderungs-Techniken des NLP sind in einen Abfolge


von sechs Prozeß-Schritten eingebettet. Diese sechs Schritte geben
einen Rahmen für die Zuordnung von NLP-Techniken ab. Es sind
dies: (1) das Problem erkunden, (2) sich vom Problem dissoziieren,
(3) das Ziel festlegen, (4) Ressourcen für das Problem erkunden, (5)
aktivieren und (6) damit das Problem verändern.

Diese sechs Schritte beziehen sich auf drei Bereiche: auf einen
Problem-Bereich PB, auf einen neutralen Bereich NB und einen
Ressourcen-Bereich RB.
(1) Im ersten Schritt wird das Problem und der Problem-Zustand
erkundet. Dies erfolgt im PB, oft assoziiert, d.h. der Klient oder
die Klientin befindet sich im Problem-Zustand. Die Phase des
Assoziiert-im-Problem-sein wird in NLP in der Regel kurz gehalten.
Es geht nicht darum, belastende Gefühle und Situationen zu
aktivieren, sondern um das Sammeln von Informationen.
(2) Im nächsten Schritt geht es darum, sich vom Problem und vom
Problem-Zustand zu disoziieren, d.h. vom Problem innerlich
wegzugehen (vom PB in den NB). Damit wird ein Unterbrecher
für den Problem-Zustand geschaffen. Die Dissoziation vom Problem
ist entscheidend für eine Veränderung-Arbeit mit NLP.
(3) Ist die Ist-Analyse beendet, geht um die Ziel-Arbeit, d.h. um
die Festlegung eines Zieles nach den Ziel-Kriterien des NLP.Ziele
in NLP sind imaginierte Ziele. je mehr sich eine Person mit ihrem
Ziel beschäftigt, desto mehr kommt sie in einen Ziel-Zustand, der
ein Ressourcen-Zustand ist, d.h. vom NB in einen RB.
(4) Ein Ziel ist etwas, das noch nicht erreicht ist, d.h. es gibt
innerliche Hindernisse. Sind diese erkundet (als eigener Prozeß
oder als Teil der Problem- oder Ist-Analyse), dann geht es darum,
jene Ressourcen zu ermitteln, die helfen können, bestehende
Hindernisse zu beseitigen (wiederum im NB oder im RB).
(5) Der nächste Schritt ist die Aktivierung der Ressouren, die für das
Ziel hilfreich sind. Die geschieht in NLP meist durch ein assoziiertes
Erleben eines Ressourcen-Zustandes, z.b. durch Aktivierung einer
Erinnerung.
(6) Im letzten Schritt wird dieser Zustand (als körperliches Erleben
und/oder mit seinen Untereigenschaften) in das ursprüngliche
Problem hineingegeben. Das Ziel der Veränderungs-Arbeit in NLP
ist die Veränderung der inneren Repräsentation des Problems
(meist ergänzt durch ein Future pace).

Angleichen (pacen, pacing) spiegeln


Referenz-Erfahrung Eine Erfahrung aus der Vergangenheit, die
als"Beleg" oder als "Beweis" für einen inneren Zustand, eine
Fähigkeit oder ein Belief dient. Wenn ich zu mir sage: "Ich bin
eine interessante Person" und ich aktiviere das Gefühl dazu, dann
erinnere ich mich (meist schnell) an Ereignisse, wo ich genau dieses
Gefühl und das dazupassende Belief hatte. Diese Erinnerungen sind
meine Referenz-Erfahrungen, die mir "beweisen", daß mein Belief
"richtig" ist. (Gefühle zu aktivieren und nach Ereignissen in der
Vergangenheit zu suchen, beschreibt die Technik der trans-
derivationalen Suche. Sie dient der Ermittlung von Referenz-
Erfahrungen).

Referenz-System Das Repräsentations-System, mit dem intern die


Richtigkeit einer Erfahrung, die Wahrheit abgerufener Informationen
überprüft wird. Eine Person reagiert z.B. auf die Frage nach einem
Ereignis aus ihrer Vergangenheit mit folgender Erinnerungs-
Strategie: (1) zuerst wird die Frage innerlich kommentiert (auditives
Leit-System), (2) dann visuell repräsentiert (visuelles
bevorzugtes System) und (3) das Ergebnis gefühlsmäßig überprüft.
Diese Person verfügt also über ein kinästhetisches Referenz-System.
In vielen Fällen ist das Referenz-System unbewußt. Es kann u.a.
durch genaues Wahrnehmung der Augenmuster erkundet
werden.

Reframing, reframen Die Bedeutung, die ein Ereignis, eine


Aussage, ein Verhalten, ein Glaubenssatz, ein Auslöser, ein Reiz hat,
hängt vom Kontext, vom Rahmen ab, in den wir es hineinstellen,
den wir ihm geben. Frame ist der Rahmen. Reframing bedeutet, einen
neuen Rahmen zu konstruieren, eine neue Bedeutung zu geben. Ein
Bild kann in einem neuen Rahmen ganz anders aussehen und anders
wirken. Wird ein Problem reframt, dann bekommt dasselbe Ereignis,
eine neue Bedeutung: neue Reaktionen und neues Verhalten werden
möglich. Reframing bezeichnet den Prozeß des Umdeutens: des
Einnehmens einer neuen Perspektive, einer neuen Art der
Wahrnehmung, einer neuen Interpretation.

Generell wird in NLP nach (1) Kontext-, (2) Bedeutungs- und (3)
Inhalts-Reframing unterschieden (in manchen Fällen ist diese
Einteilung nicht brauchbar).
(1) Beim Kontext-Reframing wird direkt der Rahmen verändert. Ein
Problem wird einen neuen Rahmen gestellt, wo es als Problem
verschwindet. Eine scheinbare Ressource wird in einen neuen
Rahmen gestellt, wodurch sie zum Problem wird. Ein Beispiel für
ersteres: Ein Vater hält seine Tochter für "aggressiv". Man könnte
den Vater fragen: in welchem Kontext könnte "die Fähigkeit, sich
durchzusetzen und sich zu wehren, wenn sie belästigt wird" nützlich
und willkommen sein?
(2) Beim Bedeutungs-Reframing (auch Inhalts-Reframing genannt)
bleiben Kontext und Situation erhalten, aber die Bedeutung wird
verändert. Ein Beispiel: Eine Mutter ärgert sich über die Fußabdrücke
ihrer Kinder am Teppich. "Fußabdrücke auf dem Teppich" haben für
Sie die Bedeutung: "Niemand respektiert mich." Eine neue
Bedeutung könnte sein: "Fußabdrücke auf dem Teppich" haben die
Bedeutung: "Liebe Menschen sind im Haus".
3) Der Ausdruck Inhalts-Reframing wird in NLP unterschiedlich
verwendet. Manche AutorInnen setzen diesen Ausdruck mit
Bedeutungs-Reframing gleich: es geht um die inhaltliche Bedeutung
einer Aussage und die Veränderung des Bedeutungs-Inhaltes. Für
andere ist der Ausdruck Inhalts-Reframing ein Überbegriff mit dem
Kontext- und dem Bedeutungs-Reframing als Sonderfälle. Beide
Reframings können nämlich nur dann durchgeführt werden, wenn der
Coach den Inhalt (den Wortlaut) der problematischen Aussage kennt.
D.h. im Unterschied zu anderen NLP-Interventionen kann der Coach
nicht alleine auf der Prozeß-Ebene agieren, sondern muß auch
gewisse Inhalte des Problems kennen.

NLP hat eine Vielzahl von Reframing-Techniken entwickelt, z.T. von


anderen Richtungen übernommen, und sie in einfache Prozeß-
Anleitungen übersetzt. Beispiele sind:
(1) das Punch-Reframing (Sleight-of-Mouth-Patterns), ein Liste
von Sprach-Mustern zum schnellen Uminterpretation von Aussagen,
(2) das Verhandlungs-Reframing, dessen Struktur sowohl für
innere Konflikte ("zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust") als
auch für Verhandlungen mit anderen Menschen hilfreich sein kann,
(3) das Symptom-Reframing, geeignet für den Umgang mit Körper-
Symptomen, wie Krankheit,
(4) das Paar-Reframing, angewandt für Konflikte bei Partnern (
eine Übungs-Anleitung dazu) oder
(5) Techniken, die sich gut zur Selbststeuerung eignen, wie die
Übung "Aus Fehlern lernen" ( Anleitung dazu).

Die meisten Reframing-Techniken des NLP beinhalten zwei


Konzepte:
(1) das Konzept der Teile: unerwünschtes Verhalten nach außen
(wie z.B. Agressivität) oder nach innen (z.B. Krankheit) wird einem
"Teil" im Unbewußten zugeordnet. Dieser Teil wird vom
"restlichen Ich" abgetrennt und mit ihm (wie mit einer fremden
Person) Kontakt aufgenommen, und
(2) das Konzept der guten Absicht: unerwünschten, störenden und
unverständlichen "Teilen" wird - als grundlegende Vorannahme -
eine positive Intention unterstellt, auch wenn dies auf den ersten
Blick nicht erkennbar sein mag. Das Umdeuten besteht darin, diese
positive Absicht herauszufinden, bewußt zu machen und in neues
Verhalten umzusetzen.

Das Standard-Verfahren des Reframings ist das Sechs-Stufen-


Reframing. Die sechs Stufen sind:
1) Das, was stört, identifizieren (ein Verhalten, eine Symptom, innere
Stimmen, andere Personen, etc.)
(2) Kontakt mit dem dafür verantwortlichen Teil herstellen
(3) Die gute Absicht dieses "Teils" herausfinden
(4) Kontakt mit dem kreativen "Teil" herstellen und neue
Verhaltensweise für das ursprünglich Störende finden
(5) Ökologie-Check, ob alle anderen "Teile" im Unbewußten
einverstanden sind
(6) Future Pace.
(Die Reihenfolge von Schritt 5 und 6 wird auch manchmal
vertauscht). Eine ausführliche Erklärung finden Sie im Stichwort
Sechs-Stufen-Reframing.

Sich in der Kunst des Reframings zu üben, ist ein hervorragendes


Training, innerlich flexibel zu werden. Wenn alle Deutungen, die wir
Menschen machen, nur Konstrukte ohne Wahrheits-Anspruch sind,
dann kann jede Deutung, (auch die, and die wir lange geglaubt haben)
verändert, umgedeutet werden. Deutungen sind Beliefs und die
Reframing-Techniken des NLP sind gut geeignet, den Belief-
Gedanken zu illustrieren. "Reframing ist auch das entscheidende
Element im kreativen Prozeß", meinen Bandler und Grinder, "da es
die Fähigkeit ist, ein ganz gewöhnliches Ereignis in einen neuen
Rahmen zu stellen, der nützlich oder unterhaltsam ist." Witze
basieren fast immer auf Reframings. Einige (nicht so ernst
gemeinte?) Reframes zu Therapie, Beratung und NLP.
Swish-Design, individualisierter Swish. Eine bekannte Variante
einer Swish-Technik. Im Unterschied zum Standard-Swish ist das
Problem-Bild nicht irgendeine visuelle Repräsentation, die das
zwanghafte Verhalten oder das dahinterliegende Belief ausdrückt,
sondern genau jene visuelle Repräsentation, die ein Teil der
Strategie ist, die zu dem zwanghaften Verhalten führt. Man erkundet
dazu das innere Bild, das dem unerwünschten Verhaltens-Ablauf
zeitlich unmittelbar vorausgeht. Es geht also um die Erkundung eines
"Auslöser-Bildes", das zu der Strategie führt, die es zu ändern gilt.
Dieses Auslöser-Bild wird einem positiven Selbst-Bild (eine Person,
die frei von diesem Zwang ist) gegenübergestellt und geswisht. Das
Ziel dieser Technik ist es, die automatische Konstruktion des inneren
Bildes, das zum zwanghaften Verhalten führt, zu unterbrechen und
durch ein positives Selbst-Bild zu ersetzen. Übungs-Anleitung
dazu. Details zu dieser Technik sind auch im Stichwort Standard-
Swish zu finden.

Symptom-Reframing Eine Sonderform des Reframing, meist in


der Variante des Sechs-Stufen-Reframings, angewandt auf Körper-
Symptome. Übungsanleitung dazu.

Synästhesie Synästhesie bedeutet im Griechischen Mitempfinden. In


der Medizin wird damit ein Sinnes-Eindruck bezeichnet, der durch
einen nichtspezifischen Reiz ausgelöst wurde (z.B. ich reibe mir die
Augen und "sehe" Sterne). In NLP ist eine Synästhesie eine spontane
Verbindung zwischen mehreren Repräsentations-Systemen. Dies
kann gleichzeitig oder nacheinander, in einer Abfolge, geschehen.
Synästhesien können bewußt oder unbewußt auftreten. Eine Person
besitzt z.B. für Erinnerungen ein auditives Leit-System und ein
visuelles bevorzugtes Repräsentations-System. Sich an etwas zu
erinnern, bedeutet für diese Person, unbewußt eine sequentielle
Synästhesie vom auditiven zum visuellen System zu konstruieren. Es
gibt viele Beispiele für gleichzeitig auftretende Synästhesien: die
Gefühle beim Sehen von Farben, die "Klangfarbe" von Musik, die
"schrillen" Farben eines Bildes, die "Wärme" von Rot oder die
"Kälte" von Blau.

Alle Erlebnisse und Erfahrungen, bei denen wir voll assoziiert


sind, erleben wir in einer Synästhesie. In NLP werden für positive,
erwünschte Zustände Synästhesien bewußt konstruiert, z.B. für einen
Moment of Excellence, für Ziel-Bilder, den Zugang zu core
states oder zur Quelle. Je mehr Repräsentations-Systeme dabei
beteiligt sind, desto reichhaltiger und intensiver ist das Erleben. Die
Grundregel im NLP lautet: für erwünschte Zustände Synästhesien
aufbauen und für unerwünschte Zustände Synästhesien abbauen.
Intensive stuck states können kurzfristig verändert werden, wenn
es gelingt, die Synästhesien. dieses Zustandes zu erkunden und die
einzelnen Repräsentationen räumlich zu trennen. (Die Methode des
Auflösen von Synästhesien wird unter den Dissoziierungs-
Techniken beschrieben).

System-Matrix des NLP Eine einfache Klassifikation von


Dimensionen des NLP als Zusammenfassung des Persönlichkeits-
Modells von Dilts und Epstein. Die Matrix besteht aus drei
Dimensionen:
(1) den fünf logischen Ebenen,
(2) den drei Zeit-Ebenen (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft)
und
(3) den drei Wahrnehmungs-Positionen (erste, zweite und dritte
Position).
Damit erhält man in der visuellen Vorstellung einen Würfel mit 45 (3
mal 5 mal 3) Elementen. Die Matrix dient u.a. als diagnostisches
Werkzeug zur Problem-Analyse, z.B. in folgender Form: es besteht
ein Problem in der Gegenwart auf der Umweltebene, welches in
assoziierter Form und in Wahrnehmungs-Position 1 mit intensiven
negativen Emotionen begleitet ist. Die Ursache dafür liegt in einer
traumatischen Erfahrung der Vergangenheit, in welchem sich ein
bestimmter Wert in Identifikation mit einer Bezugsperson
(Position 2) entwickelt hat (nach Gernot Schauer).
Verhalten NLP kennt einen zweifachen Verhaltens-Begriff.
(1) Verhalten ist jede menschliche Lebensäußerung innerer und
äußerer Art, "das reicht von Mikroverhalten, wie
Augenbewegungen, Veränderungen der Stimme oder
Atemfrequenz bis zu Makroverhaltensweisen, wie Streiten,
Erkranken und Fußballspielen" (Robert Dilts).
(2) Im Modell der logischen Ebenen bezeichnet Verhalten nur das,
was an einer Person von außen beobachtet werden kann, wie z.B.
physische Aktionen, Handlungen, das Tun. Typische
Verhaltenselemente sind Körperhaltung, Gesten, die Art des
Redens, wie Spiegeln (pacing) stattfindet, beobachtbare
Strategien, usw.

Verhaltensflexibilität Die Fähigkeit, sein Verhalten so zu


verändern, um gewünschte Ziele zu erreichen. Alle Änderungs-
Techniken von NLP dienen auch dem Ziel, auf Reize von außen frei,
selbstbewußt und zielgerecht zu reagieren. Verhaltens-Flexibilität ist
ein Kern-Element von NLP. John Grinder schlägt vor, jeden Abend
vor dem Einschlafen den Tag Revue passieren zu lassen und sich
vorzustellen, man hätte auf wichtige Reize von außen auf drei andere
Weisen reagiert.

Verhaltenshinweise Zugangs-Hinweise

Verhandlungs-Reframing Eine Sonderform des Reframings, bei


dem zwei innere "Teile" miteinander in Konflikt liegen ("Zwei
Seelen wohnen ach in meiner Brust"). Meist treten diese beiden
"Teile" gleichzeitig auf und stören sich gegenseitig: "Immer, wenn
ich im Internet surfe, denke ich mir, ich sollte wieder etwas
arbeiten", Und: "Immer, wenn ich arbeite, möchte ich lieber im
Internet surfen". Die Lösung für einen solchen Konflikt basiert in
NLP auf den generellen Prinzipien des Reframings: (1) beide "Teile"
sollen sich kennenlernen, (2) gegenseitig ihre gute Absicht
erzählen, (3) sich gegenseitig würdigen und (4) beratschlagen, in
welcher Weise eine Zusammenarbeit - unter Beachtung ihrer
Absichten - auf einer höheren Ebene möglich wäre.

Das typische Verhandlungs-Reframing basiert auf folgenden


Schritten:
(1) Das Problem nennen, die beiden "Teile" identifizieren und
voneinander trennen (z.B. in Form von Booden-Ankern).
(2) Jeden "Teil" getrennt nach seiner positiven Absicht befragen.
(3) Diese positive Absicht würdigen.
(4) Jedem "Teil" von der positiven Absicht des anderen "Teil" zu
erzählen, ihn veranlassen, sie zu würdigen und dies dem anderen
"Teil" zur Kenntnis bringen.
(5) Eine Lösung im "Dialog" mit den "Teilen" erarbeiten, wo sich
beide "Teile" gegenseitig tolerieren oder zur Zusammenarbeit bereit
sind. Bei dieser "Verhandlung" können auch die genauen
Bedingungen der Abmachung festgelegt werden.
(6) Öko-Check mit allen anderen "Teilen" im Unbewußten.
(7) Die Besiegelung des Vertrages in Form eines Rituals: vom
Händedruck bis zu Verschmelzung beider "Teile" im Körper,
(8) Future pace.

In gewissem Sinne wohnen immer mindestens zwei Seelen in unser


Brust. Jede Person, die sich für NLP interessiert, und NLP-Seminare
besucht, kennt zwei "Teile" in sich:
(1) einen "Teil", der eine Sehnsucht nach Veränderungen hat, und
der Lust hat, mit dem Bewußtsein zu spielen, neue Erfahrungen zu
machen und Ziele zu setzen, und
(2) einen anderen "Teil", der die Hindernisse zu den Zielen
verkörpert, - auf einer allgemeinen Ebene: jener "Teil", der für die
Organisation des Bewußtseins, so wie es eben ist, verantwortlich ist,
der das Alte bewahren will und keine Veränderung anstrebt.
Auf der Ebene der Identität kann dieser Zwiespalt als das "alte"
und das "neue Ich" bezeichnet werden. Übung: das alte und das
neue Ich.

Verketten mehrerer Anker Prozeß, bei dem ein Ketten-Anker


gesetzt wird.

Versöhnungs-Physiologie Eine Physiologie, die dann beobachtet


werden kann, wenn einer Person bewußt wird, daß ein Problem-
Verhalten nicht nur negativ zu bewerten ist, in bestimmten
Kontexten sinnvoll und unverzichtbar ist, d.h. also positiv zu
bewerten ist: die Person ist mit sich, mit ihrem Verhalten "versöhnt".

Versteckte Befehle, versteckte Fragen Eingebettete Befehle


Eingebettete Fragen

Verzerrung Der Prozeß bei dem bestimmte Teile der Welt von der
Repräsentation der Welt ausgeblendet werden. Wir erleben z.B.
bestimmte Menschen als aggressiv, ohne bewußt zu sein, daß diese
Menschen vielleicht liebevolle Eltern sind. Verzerrung ist eine der
Verletzungen des Meta-Modells der Sprache. Verzerrungen
bezeichnen den Prozeß, bei dem bestimmte Teile der Tiefen-Struktur
der Sprache entfernt werden, so daß sie an der Oberflächen-Struktur
nicht mehr aufscheinen. Negative Selbst-Bilder sind oft durch
Verzerrungen gekennzeichnet. Wenn eine Person von sich selbst z.B.
sagt: "Ich bin ein schlechter Surfer", dann "vergißt" sie oft die
Umstände, bei denen diese Aussage eine gewisse Berechtigung hat
bzw. all jene vielen Umstände und Erfahrungen, bei denen diese
Person sehr wohl in der Lage ist, das Gegenteil zu leben.

Verzerrungen werden in NLP meist als sprachliche Äußerungen von


Beliefs aufgefaßt und in vier Gruppen unterteilt:
(1) Komplexe Äquivalenzen (Komplexe Äquivalenz liegt vor, zwei
verschiedene Aussagen in einer solchen Weise miteinander
verbunden sind, das man sie für gleichbedeutend hält): "Wenn Du
nicht aufhörst, mit dem Computer zu spielen, dann hast Du mich
nicht gern." Komplexe Äquivalenzen werden im Meta-Modell
geklärt, indem die Gleichsetzung direkt befragt wird.
(2) Ursache-Wirkungs-Konstrukte: "Ich würde jetzt gern aufhören
zu lesen, aber ich bin zu träge,", "Diese Sätze machen mich
fertig". Mehr an Tiefen-Struktur können Fragen bewirken, wie:
"Was müßte passieren, damit dies nicht stimmt", "Wie verursacht
denn das eine das andere?", "Wie machen Sie das, das das bei Ihnen
so ist?" ,
(3) Vorannahmen, oft in Form von "weil", "wenn, "falls": "Wenn
Du klug wirst, wirst Du das alles verstehen" (die Vorannahme ist.
"Du bist nicht klug"). Hier kann man die Vorannahmen direkt
hinterfragen: "Wie kommst Du darauf?", "Was führt Dich dazu
anzunehmen, daß ", - und
(4) Gedankenlesen: "Der Autor sollte doch wissen, daß ich das
nicht mag". Fragen sind: "Woher kann ich das wissen?", "Wie
wissen Sie das?".

Inke Jochims definiert Verzerrungen als innere Landkarten, bei


denen die Relationen oder die Beziehungen zweichen den Elementen
anders abgebildet sind, als dies dem Gebiet entspricht. Verzerrungen
sind Landkarten mit falschen Maßstäben. Hier gibt es zwei Arten
von Verzerrungen. (1) Dispositionsprädikate, das sind Aussagen, die
auf Möglichkeiten in der Zukunft hinweisen: "Computer-Sucht ist
heilbar", und (2) Nominalisierungen, ansonsten den Tilgungen
zugeordnet.

Vierte Wahrnehmungs-Position Eine Erweiterung des


traditionellen Modells der drei Wahrnehmungs-Positionen durch
eine vierte Position. Zwei Möglichkeiten sind:
(1) im Sinne des Meta-Spiegels: eine Meta-Position zu den drei
Wahrnehmungs-Positionen, von der aus die Interaktionen zwischen
erster und dritter Position analysiert werden.
(2) im Sinne einer Wir-Position als Position zwischen der ersten und
der zweiten Position, wo das Geneinsame des Systems (auch
gefühlsmäßig) wahrgenommen werden kann.

Viszerale Körperempfindungen Die viszeralen


Körperempfindungen (als ein Teilbereich der Kinästhetik)
entsprechen im NLP am ehesten dem, was in anderen
Therapieformen oder umgangssprachlich "Gefühle" genannt wird. Es
handelt sich um das Feedback, das die Nerven dem Gehirn über den
Zustand der inneren Organe übermittelt (viscera sind im Lateinischen
die Eingeweide). Die Medizin beschreibt "Gefühle" (im NLP
Kinästhetik genannt) als komplexe Mischung aus propriozeptiven,
viszeralen, haptisch/taktilen Körper-Empfindungen, sowie aus
Temperatur- und Schmerz-Empfingungen aus dem Körper-Inneren
und der -Körper-Oberfläche.

Vollständige Sätze Wohlgeformte Sätze

Vorannahmen, Präsuppositionen (1) in der Bedeutung von


Grundannahmen. Grundannahmen des NLP
(2) in der Bedeutung von Vorannahmen, die nicht bekannt sind bzw.
nicht explizit gemacht sind. Unbekannte Vorannahmen sind
insbesondere für hinderliche Beliefs relevant. Präsuppositionen
bilden ein System von Glaubenssätzen, die einen schädlichen
Glaubenssatz stillschweigend fundieren. Vorannahmen können
Vermutungen, Ideen, Schlüsse, ... sein, die eine Person für wahr hält
und daher nicht mehr mit ihren Sinnen überprüft. Die meisten
Vorannahmen, nach denen wir leben, sind uns nicht bewußt.
In NLP werden Vorannahmen aus sprachlichen Äußerungen
erschlossen. Sprachliche Äußerungen auf der Oberflächen-Struktur
der Sprache, die Präsuppositionen "erzeugen", werden
Präsuppositions-Auslöser genannt. Diese Sprach-Muster können
bewußt eingesetzt werden. Im Satz "Gab es nicht irgendeine Zeit in
Ihrem Leben, wo Sie sehr glücklich waren?" ist die Vorannahme
enthalten, daß es eine solche Zeit gegeben hat.
Identität Eine Vorstellung, ein inneres Bild, ein Gespür dafür, daß
wir Kontinuität besitzen, daß wir tagaus, tagein dieselben sind. In
NLP wird der Begriff Identität meist mit den Begriffen Person, Selbst-
Bild und Selbstwert-Gefühl gleichgesetzt. NLP konzentriert sich
dabei auf die Repräsentation von Identität, auf das Selbst-Bild, auf
die Vorstellung, die wir von uns haben, auf das, wovon wir glauben,
daß wir "wirklich" sind. Identität bezeichnet so das vermutlich
wichtigste Belief jedes Menschen, das Überzeugungs-System, das
eine Person für sich selbst für wahr erachtet und das in einer
grundlegenden Art und Weise die Wahrnehmung und die inneren
Prozesse einer Person strukturiert. In NLP wird traditionellerweise die
Einzigartigkeit und Individualität jeder Person betont. NLP
konzentriert sich damit auf die personale Identität. Erweiterungen
von NLP, wie das soziale Panorama-Modell betonen demgegenüber
die soziale Identität von Menschen, die Art, wie sich Menschen im
Vergleich zu anderen Menschen innerlich repräsentieren. Personale
und soziale Identität können als zwei Pole in den Identitäts-
Konstruktionen von Menschen gesehen werden, die stets gleichzeitig
vorhanden sind und sich wechselseitig beeinflussen und bedingen.
Das Ziel von NLP ist die Einheit einer Person, ihr innerer
Zusammenhalt, ihre Kongruenz. Das Teile-Konzept des NLP legt
demgegenüber den Fokus auf innere Widersprüche und
widerstrebende Subsysteme in einer Person. Werden die Teile in einer
Person betont, dann löst sich die Identität in verschiedenen Teil-
Identitäten auf, die in verschiedenen Kontexten ihre Wirkung
entfalten. In NLP ist man darauf aus, widersprüchliche Teile zu
erkennen und auf einer übergeordneten Ebene zu integrieren.

Identität in der Bedeutung von Einzigartigkeit und Kontinuität ist eine


der logischen Ebenen des NLP. Als übergeordnete Ebene (so die
Annahme) reguliert sie die untergeordneten Ebenen der (anderen)
Beliefs, der Fähigkeiten und des Verhaltens von Menschen.
Identität erscheint hier als Ausdruck einer inneren hierarchischen
Organisation. Der Ebene der Identität kommt dabei die Aufgabe zu,
die Einheit einer Person herzustellen (zu konstruieren). Ein geeignetes
Selbst (ein Selbst, das sich als Einheit repräsentiert) ist fähig, innere
Konflikte zu lösen und "nach außen", im sozialen Bereich, als
abgegrenzte Person mit anderen Personen kongruent zu agieren.

In NLP gelten Identitäts-Konstrukte, wie alle anderen Konstrukte als


prinzipiell veränderbar. Manche Techniken des NLP, wie
Neuprägung oder Prozesse, die mit der inneren Zeit-Linie arbeiten,
können nachhaltigen Einfluß auf die Identität einer Person bewirken.
Weiterentwicklungen des NLP, wie Core Transformation und Ur-
Credo-Prozeß, ziehen auf die Erkundung des Kerns der
Persönlichkeit und ihrer Veränderung.

Ideomotorische Bewegungen Das Wort ideomotorisch kommt aus


dem Lateinischen und bedeutet Eigenbewegungen. Nach dem
Fremdwörterlexikon werden ideomotorische Handlungen unmittelbar
ohne Beteiligung des Willens, durch entsprechende Vorstellungen
ausgelöst. Ideomotorische Bewegungen sind kleine unwillkürliche
Bewegungen, wie ein Zucken eines Fingers, eines Gesichtsmuskels
oder das Wippen eines Fußes. Der geschulte NLP-Anwender erkennt
durch genaues Wahrnehmen minimale körpersprachliche Signale
und gibt ihnen eine personenspezifische Bedeutung für den
Kommunikations-Prozeß und den inneren Zustand von
Kommunikations-Partnern. Regelmäßige ideomotorische
Bewegungen sind für Überkreuz-Spiegeln gut geeignet.
Kalibrieren Kalibrieren bedeutet wörtlich eichen. Auf meinem
Bildschirm erscheint von Zeit zu Zeit ein Insert, in dem mir
mitgeteilt wird, daß der Bildschirm seit soundsoviel Tagen nicht
"kalibriert" wurde. Gebe ich den Befehl zum Kalibrieren ein, dann
werden die Parameterwerte, die den Bildschirm regeln (wie
Helligkeit, Farbauflösung, Kontraste) neu eingestellt, der Bildschirm
wird neu geeicht.

Kalibrieren in der NLP-Sprache bezieht sich auf den


Kommunikationsprozeß. Wenn ich eine Person kalibriere, dann stelle
ich mich auf diese Person ein. Kalibrieren verlangt die Fähigkeit,
durch genaues Wahrnehmen nonverbaler Signale den inneren
Zustand einer Person (oder einer Gruppe) zu erkennen und sich
präzise darauf einzustellen. Kalibrieren heißt den inneren Zustand zu
kennen, indem die dazupassende Physiologie wahrgenommen
wird. Beim Kalibrieren konzentriert sich ein geschulter Beobachter
auf exakte Details im beobachteten Verhalten einer Person, wie dem
Rhythmus von Körperbewegungen oder des Atems. Kalibrieren ist
eine der Basis-Technik des NLP. Sich auf eine Person präzise
einzustellen, verlangt die Fähigkeit, sich nach außen zu
konzentrieren ( up-time). Kalibrieren ist die Voraussetzung dafür,
sich mit dem eigenen Körper und mit der eigenen Stimme einer
anderen Person anzupassen, sie zu spiegeln, und mit ihr in
Rapport zu gehen. In vielen NLP-Prozessen ist das Kalibrieren des
Problem-Zustands ein wichtiger erster Schritt für eine erfolgreiche
Intervention. Die NLP-geschulte Kommunikatorin erlangt dadurch
exakte Kenntnis über die Problem-Physiologie, wie sich eine
Person dabei bewegt, wohin sie schaut, wie sie atmet, usw. Den
inneren Zustand einer Person zu kalibrieren, bedeutet sich von
diesem Zustand ein exaktes inneres Bild zu machen, es sich innerlich
einzuprägen und dazu eine gefühlsmäßige Vorstellung zu entwickeln
(z.B. durch Einnahme der zweiten Wahrnehmungs-Position durch
die Kommunikatorin). Dieses Bild und das darin enthaltene Wissen
ist ein Referenzpunkt für die weitere NLP-Intervention, an dem ihre
wahrscheinliche Wirksamkeit getestet wird. Wird z.B. am Ende der
Intervention der Problem-Zustand noch einmal aktiviert, so muß die
Kommuniktorin durch erneutes Kalibrieren deutlich wahrnehmbare
Unterschiede feststellen können, z.B. veränderte Bewegungen oder
ein anderes Atem-Muster. Sind keine Unterschiede erkennbar oder
gehen die Unterschiede nicht in die gewünschte Richtung, dann weiß
die Kommunikatorin, daß die angewandte NLP-Intervention wenig
Wirkung oder vielleicht sogar eine gegenteilige Wirkung haben
kann.

Kalibrierte Schleifen, calibrated loops Ein unbewußter


Kommunikations-Prozeß, in dem eine Person auf Auslöser einer
anderen Person gleichsam automatisch reagiert. Eine kalibrierte
Schleife ist eine sich ständig wiederholende Sequenz, wo der
Kommunikationspartner A einen Anker setzt, worauf Partner B
mit einer Problem-Physiologie reagiert. Mit kalibrierter Schleife
meint man im NLP das, was in anderen Ansätzen auch Interaktions-
oder Kommunikations-Sterotypien oder Interaktions- oder
Kommunikations-Redundanzen heißt. Kalibrierte Schleifen können
bei A und B gleichzeitig auftreten. A setzt einen Anker für B, B
reagiert mit einem bestimmten Verhalten, was für A zum Anker für
genau dem Verhalten wird, was am Anfang der Schleife stand, usw.

Ein Beispiel für eine visuelle kalibrierte Schleife ist ein


ausgestreckter Zeigefinger (visueller Anker), der immer wieder beim
Kommunikations-Partner eine Problem-Physiologie mit verminderter
Atmung, etc., induziert (oder eine einseitig hochgezogene
Augenbraue oder ein bestimmter Blick). Ein Beispiel für eine
auditive kalibrierte Schleife ist eine Zunahme der Lautstärke,
vielleicht verbunden mit einer Steigerung der mittleren Tonhöhe. Gut
geeignet für die Installation kalibrierter Schleifen (Wollen Sie Ihre
Fähigkeit, jemanden zu ärgern, verbessern?) sind auch bestimmte
Reizworte, oder auch Redewendungen, bzw. einleitende Floskeln
wie "Weißt Du, äh, ....", die jedes Mal eine Problem-Physiologie
beim Kommunikations-Partner induzieren (Dabei genau auf die
Wirkung achten!). Die Problem-Physiologie kann sehr
unterschiedlich sein: manchmal nimmt der Muskeltonus eher ab
(Erschlaffung), manchmal nimmt er eher zu (Anspannung).
Gemeinsam ist den Problem-Physiologien, die Interaktions-Partner
in Clinch-Situationen zeigen, die Verminderung der Frequenz und
der Tiefe der Atmung (oder auch ein Stocken oder ein Anhalten
des Atems).

Kapazität Fähigkeiten

Kern der Persönlichkeit Die Vorstellung, daß es ein "innerstes


Wesen" einer Person gibt. Den Kern der Persönlichkeit wollen
unterschiedliche Weiterentwicklungen des NLP erkunden. Beispiele
sind die Imperative Selbst-Analyse, die Core transformation oder
der Ur-Credo-Prozeß. Sie alle basieren auf der Annahme, daß der
Kern der personalen Identität auf der über- oder vor-personalen
Ebene der Zugehörigkeit liegt.

Ketten-Anker Eine bewußt gesetzte Kette von Ankern (z.B.


hintereinander auf den fünf Knöchel einer Hand), die es erlauben ein
Spektrum innerer Zustände nach und nach zu durchwandern. Ein
Beispiel ist folgende Kette: (1) stuck state, (2) Zweifel, (3)
Erleichterung, (4) Freude, und (5) Selbstvertrauen. Ein wirkungsvoll
gesetzter Ketten-Anker, der einige male gesetzt ist, kann die Tendenz
zu einer Automatik entwickeln, - d.h. der Organismus hat gelernt auf
den ersten Reiz (in unserem Fall: den stuck state) gleichsam
automatisch mit einem Prozeß zu reagieren, die schließlich zu einem
Zustand von Selbstvertrauen führt. Der gesamte Prozeß kann sehr
schnell ablaufen, vielleicht in 10 Sekunden.
Ketten-Anker können kinästhetischer (z.B. Berührung), visueller
(z.B. Zeichen), auditiver Art (z.B. durch Abfolge unterschiedlicher
Töne), usw. sein.

Kinästhetisch bezieht sich auf Körper-Eindrücke, Körper-


Sensationen, Körper-Empfindungen, Gefühle, innere körperliche
Zustände. Im NLP wird der Ausdruck kinästhetisch in einem sehr
weiten Sinn verwendet. Er umfaßt jede Art von Gefühlen und
Emotionen, alle Arten von körperlichen Eindrücken, - in der Regel
auch inklusive der körperlichen Sensationen auf der Haut, wie
berühren. Kinästhetik im NLP bezeichnet den Gesamtbereich der
Körperempfindungen. Die Medizin unterscheidet hier die
propriozeptiven Empfindungen (von den Bewegungs-Organen), die
viszeralen Empfindungen (aus dem Körper-Inneren), die
haptisch/taktilen Empfindungen (von der Körper-Oberfläche), sowie
auch Temperatur- und Schmerz-Empfindungen. Die Kinästhetik ist
eine der fünf (im NLP meistens zu vieren zusammengefaßten)
Sinnes-Kanäle (auch Modalitäten genannt). Kinästhetische
Eindrücke (und Vorstellungen) sind eines der Repräsentations-
Systeme im NLP, untergliedert nach einzelnen
Untereigenschaften. Typische kinästhetische Untereigenschaften sind
der Ort von Gefühlen im Körper, ihr Rhythmus, ihre Intensität,
Wärme-Empfindungen oder -Vorstellungen oder Eindrücke und
Empfindungen von hart oder weich, glatt oder rauh, feucht oder
trocken. Liste von Untereigenschaften.

Kinästhetisches Selbst Ein Gefühl im Bauch zum eigenen Selbst-


Bild, als Ausdruck der personalen Identität.

Kognitive Psychologie Anmerkungen zur kognitiven Psychologie


finden Sie unter dem Stichwort Computer-Metapher des Geistes.
Kollaps-Anker Anker verschmelzen

Kommunikations-Techniken des NLP NLP beschäftigt sich mit


der Kommunikation mit anderen und mit sich selbst, d.h. alle
Techniken des NLP sind definitionsgemäß Kommunikations-
Techniken. Unter Kommunikations-Techniken im engeren Sinn sind
alle Techniken gemeint, die unmittelbar der Verbesserung der
Kommunikation mit anderen dienen. Beispiele sind: (1) genaues
Wahrnehmen, (2) kalibrieren, (3) spiegeln, (4) führen, (5) die
Herstellung von Rapport, der Wechsel in den Zuständen von (6)
assoziiert und (7) dissoziiert sein, (8) das Augenmuster-Modell,
(9) der Einsatz von Ankern, (10) die Verwendung wechselnder
Wahrnehmungs-Positionen, sowie der Einsatz (11) des Meta-
Modell und (12) des Milton-Modells. Die Kommunikations-
Techniken des NLP werden in der Ausbildung zum NLP-Practitioner
vermittelt. Ihr Einsatz im Alltag verlangt in der Regel ein längeres
Training.

Komplexe Äquivalenz Äquivalenz kommt vom Lateinischen aequi-


valeo: gleich wert sein. Komplexe Äquivalenz liegt vor, wenn zwei
verschiedene Aussagen in einer solchen Weise miteinander
verbunden sind, das man sie für gleichbedeutend hält: "Wenn Du
nicht aufhörst, mit dem Computer zu spielen, dann hast Du mich
nicht gern." Komplexe Äquivalenzen gelten als Verletzungen des
Meta-Modells. Sie werden meist den Verzerrungen zugeordnet
(Inke Jochims definiert sie als Untergruppe der
Verallgemeinerungen). Komplexe Äquivalenz ist eine Form der
sprachlichen Äußerung von Beliefs.

Konfusion Verwirrung, Der Zustand von Verwirrung, Verwirrtheit,


Unklarheit oder Unsicherheit. Konfusion kann ein inneres
Hindernis für die Erreichung von Zielen sein: es fehlt an Klarheit
über die Ziele und die dazu notwendigen Schritte. Konfusion entsteht
nach Bandler oft dann, wenn wir über zuviel anstatt zu wenig
Informationen verfügen. Konfusion wird im NLP manchmal bewußt
eingesetzt, um einen Lernprozeß zu ermöglichen. Beispiele sind
Elemente des Milton-Modells und des Punch-Reframings. In der
Trance-Arbeit nach Milton Erikson (einer der Wurzeln des NLP)
findet sich eine Liste von Konfusions-Techniken. Beispiele sind
Sätze mit mehreren Verneinungen ("Ich weiß nicht, ob Sie nicht
wissen, daß das das Nichtwissen mancher Worte im Lexikon
nichts zu bedeuten hat."), zwei hintereinandergestellte Sätze, bei
dem ein oder mehrere Worte zugleich das Ende des ersten und der
Beginn des zweiten Satzes sind ("Sie lesen diese Sätze sind leicht
zu verstehen"), mehrdeutige Worte oder bewußt undeutlich
ausgeprochene Worte. Diese Techniken sollen das Bewußtsein
verwirren, es mit mehr Informationen füttern, als es sinnvoll
verarbeiten kann. Es klammert sich dann - so die Theorie - an den
Sinn, der ihm durch die Suggestionen angeboten wird.

Kurze Konfusionphasen können bei NLP-Interventionen manchmal


genau in dem Moment beobachten werden, in dem zwei
widersprüchliche Anker verschmelzen ( Misch-Physiologie).
Konfusion dieser Art ist ein Indikator für einen Lernprozeß auf einer
tiefen Ebene.
Fähigkeiten Die Beherrschung einer Klasse von Verhaltensweisen,
das Wissen, wie man etwas macht. Fähigkeiten ist eine der
logischen Ebenen. Dabei wird der Ausdruck Fähigkeiten im Sinne der
kognitiven Prozesse verstanden: wie jemand denkt, welche
Strategien ablaufen, welche Meta-Programmen verwendet werden.
Fähigkeiten dieser Art sind von außen nicht direkt beobachtbar (wie
Verhalten).

Filter Wahrnehmungs-Filter

Fokus der Aufmerksamkeit, Fokus des Bewußtseins Eine


Metapher, um die enorme Auswahl-Leistung des Bewußtseins zu
verdeutlichen: "Bildlich gesprochen ist unser Bewußtsein einem
Bühnen-Scheinwerfer ("spot light") vergleichbar, der das Gesicht
eines einzigen Schauspielers grell erleuchtet, während sich alle
übrigen Personen, Gegenstände und Kulissen eines riesigen
Bühnenraumes im tiefsten Dunkel befinden. Der Scheinwerfer kann
gewiß wandern, aber es würde sehr lange dauern, bis er uns, eines
nach dem anderen, sämtliche Gesichter des im Dunklen verharrenden
Chores enthüllt hätte. Diese erst seit kurzem bekannte Tatsache hat
für alle Bereiche des menschlichen Lebens größte praktische
Bedeutung." (Trincker 1966 nach Norretranders 1994, 192).

NLP nimmt diese Tatsache ernst. Bewußtsein wird hier als


Auswahl-Prozeß aus einer Fülle von Möglichkeiten definiert. NLP
studiert, auf welchen Fokus das eigene Bewußtsein und das
Bewußtsein anderer Menschen gerichtet ist. Beispiele sind der
Problem-, der Ressourcen- oder der Ziel-Fokus. Beliefs, Meta-
Programme und Werte gelten in NLP als wichtige Faktoren, die
den Fokus des Bewußtseins in eine bestimmte Richtung lenken. Alle
polaren Modelle des NLP beschreiben Typologien von
Aufmerksamkeit, z.B. die Einteilung nach assoziiert und
dissoziiert, nach up-time und down-time, nach den drei
Wahrnehmungs-Positionen oder den Klassifikationen der Walt-
Disney-Strategie. Führen bedeutet in NLP immer, den Fokus des
Bewußtseins auf ein bestimmtes Gebiet der sogenannten Bühne des
Lebens zu richten. Das Ziel der Selbststeuerungs-Techniken von
NLP ist das bewußte Steuerung des inneren Scheinwerfers.

Frage-Techniken des NLP NLP hat im Meta-Modell der Sprache


einen umfangreichen Katalog von Fragen aufgestellt, die es
ermöglichen, vage und unklare Sprach-Muster zu hinterfragen und
damit (meist in kurzer Zeit) präzise und klare Informationen zu
bekommen. Dies ist insbesonders zur Problem- und Ziel-
Bestimmung wichtig.

Frame, Framing Frame ist der Rahmen, die Bedeutung für eine
Aussage, ein Handlung, ein Ereignis. Framing bedeutet etwas in einen
Rahmen zu stellen, ihm Bedeutung zu geben. Wir können nur das
wahrnehmen, was für uns Bedeutung hat, was wir vorher in einen
bedeutungsgebenden Rahmen gestellt haben. Bedeutungsgebung ist
ein normaler Prozeß. Wir machen diesen Prozeß die ganze Zeit. Jeder
Akt der Wahrnehmung ist ein Akt der Bedeutungsgebung.Wir bilden
die ganze Zeit Modelle von der Welt, Modelle von anderen
Menschen und Modelle über uns - und ohne diesen Prozeß wären wir
orientierungslos und unfähig zu handeln. Weil in diesem Prozeß nur
Modelle entstehen, ist jeder Frame, jeder Rahmen, jede
Bedeutungsgebung prinzipiell veränderbar. Reframing bedeutet,
einen neuen Rahmen zu konstruieren, eine neue Bedeutung zu geben.

Führen Führen (auch leaden oder leading genannt) wird in NLP in


einer (1) allgemeinen und einer (2) spezifischen Bedeutung
verwendet.
(1) In der allgemeinen Bedeutung stimmt er mit dem englischen lead
überein, - ein Begriff, der im angloamerikanischen Sprachraum einen
positiven Beiklang hat. In Kommunikation zu führen bedeutet auch,
zu wissen, was man will, d.h. über ein Ziel zu verfügen. Das Ziel
gibt die Richtung vor, wohin das Führen führen soll. NLP als
Anleitung für Beratung, Coaching und Therapie ist führungs-
orientiert. Der Berater, der Coach, der Therapeut läßt die Dinge nicht
treiben, sondern agiert gezielt, indem er oder sie gezielt Fragen stellt,
gezielt Hypothesen entwirft oder gezielt Interventionen anbietet und
durchführt. NLP hat sich in seiner Anfangszeit vor allem als Kurzzeit-
Therapie verstanden und kurze, wirkungsvolle Interventionen
entwickelt. Alle Techniken des NLP sind Prozeß-Anweisungen, die
nur wirken können, wenn die Person, die diese Techniken durchführt,
sich selbst oder andere gezielt führen kann. NLP betont die
Verantwortung des Therapeuten (der Therapeutin), gezielt Prozesse
zu erkennen und zu verändern. Diese Verantwortung ist nicht auf den
Therapie-Kontext beschränkt. Sie trifft letztlich jeden Menschen. Ein
bekannter Slogan im NLP besagt, daß es nicht möglich ist, nicht zu
kommunizieren. Dies bedeutet auch, daß es nicht möglich, andere
nicht zu beeinflussen. Es ist nicht möglich, andere nicht zu führen.
Alles, was wir tun, jeder Satz, jede Handlung kann andere Menschen
beeinflussen und kann auf andere große Wirkungen haben. Anhand
des Milton-Modells kann der Einfluß von Sprache im Alltag
studiert werden: wie wir uns andauernd durch scheinbar harmlose
Sprach-Wendungen in innere Zustände führen. Zwei Beispiele:
Kinder zu erziehen oder Unterricht zu geben, ist ein riskanter Job,
weil ein einziger Satz das Leben eines Menschen verändern kann.

NLP ist ziel-orientiert. Sich an Ziele zu orientieren, bedeutet sich am


Führen zu orientieren, Verantwortung zu übernehmen und Risiken
einzugehen. In guten NLP-Ausbildungen (es soll auch schlechte
geben) werden die Pole von Führen und Führen lassen bewußt
geübt. Kongruente Personen verfügen über die Fähigkeit, andere zu
führen, Verantwortung zu übernehmen und sich von anderen führen
zu lassen, ihnen Vertrauen zu geben. Die Kommunikations-
Techniken des NLP bieten die Anleitung, andere wirkungsvoll zu
führen. Die Selbststeuerungs-Techniken des NLP bieten die
Anleitung, sich selbst wirkungsvoll zu führen.

(2) In einer spezifischeren Bedeutung beschreibt Führen im NLP


einen Prozeß, bei dem eine Person ihr Verhalten ändert (z.B.
langsamer redet), worauf diese Person mit ihrem Verhalten folgt (d.h.
ebenfalls im Reden langsamer wird). Führen dieser Art kann nur
gelingen, wenn ein bestimmte Intensität an Kontakt mit dieser Person
vorhanden ist. (Im NLP wird das Rapport genannt). NLP basiert auf
dem Prinzip des Pacing und Leadings, des Angleichens und Führen,
des Spiegelns und Führen. Dieses Prinzip beschreibt zwei Phasen
guter Kommunikation. In der ersten Phase geht es darum, die Welt
des anderen zu betreten, mich ihr anzugleichen, sie zu spiegeln. Wenn
ich z.B. im dem Rhythmus rede, wie eine andere Person atme, dann
spiegle ich den inneren Rhythmus dieser Person. Ich werde ihr
ähnlich und gehe in einen ähnlichen inneren Zustand. Dies ist eine
der Möglichkeiten, um Rapport zu erreichen. Wenn ich nach einer
gewissen Zeit meinen Sprech-Rhythmus verändere (z.B. langsamer
rede) und die andere Person beginnt ebenfalls langsamer zu sprechen,
dann führe ich diese Person (auf eine unmerkliche und wirksame
Weise) in einen anderen inneren Zustand (sie kann dabei ruhiger
werden). Gelingt dieses Führen, dann ist dies ein Zeichen für das
Vorhandensein von Rapport. NLP-erfahrene Personen wenden diesen
Check in Kommunikation routinemäßig an. Wenn sie erkennen, daß
es möglich ist, mit dem Körper zu führen, dann ist vielleicht der
Zeitpunkt gekommen, auch im Gespräch die Führung zu übernehmen,
und z.B. ein Anliegen vorzubringen.

Fünf-vier-drei-zwei-eins-Methode, 5-4-3-2-1-Methode Eine


Trance-Anleitung, die Bandler und Grinder vorgeschlagen haben.
Fünf sinnlich wahrnehmbare Tatbestände werden nacheinander
aufgezählt, worauf ein innerer Zustand angesprochen wird: "Du sitzt
auf Deinem Sessel (1), während Du meine Stimme hörst (2) und das
Sonnenlicht von außen wahrnimmst (3). Von Ferne hörst Du ein
Rauschen (4) und spürst, wie Deine Füße den Boden berühren (5) und
Du kannst anfangen, es Dir wohlergehen zu lassen". In der nächsten
Sequenz werden vier sinnlich wahrnehmbare Tatbestände
angesprochen. Es folgen zwei Suggestionen, dann 3 plus 3, usw. - bis
schließlich ein sinnlicher Tatbestand von fünf Suggestionen begleitet
wird. Dieser Prozeß lenkt die Aufmerksamkeit von der Außen-Welt (
up-time) nach und nach auf die Innen-Welt ( down-time).

Die 5-4-3-2-1-Methode ist ein gutes Beispiel für die Prinzipien von
Spiegeln (pacing) und Führen (leading). Werden sinnlich
wahrnehmbaren Tatbestände angesprochen, denen der Klient
innerlich zustimmen kann, dann beschreibt der Therapeut mit eigenen
Worten etwas, was der Klient innerlich konstruieren muß, will er den
Sinn der Worte verstehen: der Therapeut beschreibt die Innen-Welt
des Klienten. Der Klient, der seine Aufmerksamkeit auf etwas richtet,
was unleugbar vorhanden ist, entwickelt eine Ja-Haltung zu den
Worten des Therapeuten. Dadurch entsteht Rapport und in dieser Ja-
Haltung kann Führen gelingen: der Klient akkzeptiert die
angebotenen Suggestionen, die seinen inneren Zustand in eine
bestimmte Richtung lenken.

Varianten dieser Methode sind "oder-Verknüpfungen" ("Ich weiß


nicht, ob Du, während Du auf Deinem Sessel sitzt (1), meiner Stimme
zuhören willst (2) oder lieber nach außen in die Sonne schaust (3), ...
aber ich weiß gewiß, daß Du es Dir hier gutgehen lassen willst.") oder
kausale Verknüpfungen ("Da Du hier auf Deinem Stuhl sitzst (1) ,
kannst Du meine Stimme hören (2), ... und all dies bringt Dich in eine
angenehme Stimmung").

Führungs-System Leit-System
Future pace, future pacing (1) Der Prozeß, bei dem eine Person ihre
Zukunftsvorstellungen für einen bestimmten Kontext, eine bestimmte
Aufgabe, usw. erkundet. Future pace ist ein Standard-Verfahren des
NLP am Schluß von Änderungs-Techniken. Angenommen, es ging
über ein Problem X (z.B. mein Verhalten meinem Chef gegenüber)
und die Technik bezog sich auf eine Situation Y (z.B. die
wöchentliche Referenten-Besprechung mit dem Chef). Zum Abschluß
der NLP-Intervention wird mein Zukunfts-Bild über Y befragt: Wie
stelle ich mir jetzt die nächste Besprechung vor? Was gibt es da zu
sehen, zu hören, zu fühlen? Wie nehme ich mich wahr? Wie werde
ich agieren, etc?. Die Vorstellung, die jetzt entwickelt wird, gilt als
Test für die Qualität und Intensität der erfolgten Intervention. Eine
positive Zukunfts-Vorstellung nach einer NLP-Intervention ist ein
Indiz dafür, daß die gewünschte Veränderung natürlich und
automatisch eintreten kann. Eine negative Zukunfts-Vorstellung ist
ein Indiz dafür, daß die verwendete NLP-Intervention wenig
Auswirkung auf das tatsächliche Verhalten in der Zukunft ausüben
wird.

(2) Der Ausdruck Future Pace wird auch in der Bedeutung einer
bewußt konstruierten Verbindung eines Zieles mit der Zukunft
verwendet. (Das wird manchmal auch als Transfer bezeichnet). Dabei
es geht - im Unterschied zu ersten Bedeutung von Future Pace - um
die bewußte Gestaltung von Zukunfts-Bildern und ihre Verfestigung
in der Zeit. Der größte Feind ist, so könnte man sagen, die mangelnde
Erinnerung: wir vergessen im Alltag nur allzuoft unsere Ressourcen
und unsere Ziele. Mit dem bewußten Future pace soll sichergestellt
sein, daß die gewünschte Veränderung nicht nur um Beratungs-
Kontext, sondern auch im Alltag auftritt. Möglichkeiten dazu sind: (1)
die Imagination des Zieles für konkrete Zukunfts-Situationen, (2) die
Verknüpfung des Zieles mit der inneren Zeit-Linie, (3) das
Befragen von mindestens drei konkreten Anwendungs-Möglichkeiten
für die Fähigkeiten, Verhaltensweisen, , die im Ziel enthalten sind, (4)
das Einüben der Veränderung als innerer Strategie, bei dem schon
jetzt ein externer Reiz festgelegt wird, der die Erinnerung an das Ziel
aktivieren soll, (5) die Installation einer innere Instanz (im
Unbewußten), die automatisch für die gewünschte Veränderung
sorgen soll.
Zeit-Linie der Eltern Eine Form der Neuprägung, die auf die
Eltern und ihr Leben erweitert wird. Übungs-Anleitung dazu.

Zeit-Orientierung Menschen haben eine unterschiedliche Vorliebe


für Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft.
Vergangenheitsorientierte Menschen erzählen gerne Geschichten,
geben sich nostalgisch und beziehen ihre Standards aus der
Vergangenheit. Änderungen müssen versucht und getestet werden,
bevor sie akzeptiert werden. Gegenwartsorientierte Menschen leben
mehr im Hier und Jetzt, lieben sofortige Belohnungen und
entwickeln meist keine langfristigen Ziele. Zukunftorientierte
Menschen planen, arbeiten und leben für die Zukunft, mnachmal
auch oft Kosten von Gegenwarts-Erfahrungen und -Erlebnissen. Die
drei Orientierungen beschreiben Pole, die Menschen in
bestimmten Kontexten oder immer leben. Wie immer in NLP geht
es um den Wert jedes Poles und um den Versuch, die Vorteile jedes
Poles für sich erfahrbar zu machen und sie zu nützen.

Zeit-Rahmen, Time Frame Gefühle können einen


unterschiedlichen Zeit-Rahmen, eine anderen Zeit-Bezug haben.
"Bedauern" bezieht sich meist auf die Vergangenheit, "unruhig" oft
auf die Gegenwart, "erwartungsvoll" meist auf die Zukunft.

Zeit-Verzerrung Subjektiv erleben wir Zeit sehr ungleich: Zeit


vergeht manchmal "wie im Flug" und manchmal "schlagen wir uns
die Zeit tot". Nach NLP sind dafür unterschiedliche
Repräsentationen und Untereigenschaften verantwortlich. Wer
weiß. wie er innerlich "schnelle" und "langsame Zeit" konstruiert,
kann die Zeit in seinem Erleben bewußt verzerren. Dies kann in
manchen Fällen hilfreich sein, z.B. um in wenigen Minuten innerlich
über viel Zeit zu verfügen, Simulationen für ein kommendes
Ereigniss zu machen, um sich so auf alle Möglichkeiten
vorzubereiten. Übungs-Anleitung zum unterschiedlichen Erleben
von Zeit.

Ziel NLP ist ziel-orientiert. In NLP konzentriert man sich nicht - im


Unterschied zu anderen beraterischen und therapeutischen
Richtungen - auf die Probleme und ihre (vermeintlichen) Ursachen,
sondern auf ein Ziel. Das Ziel ist die Lösung für das Problem. Es
geht nicht vorrangig um die Ursachen-Analyse von Problemen,
sondern um die Konstruktion von Zielen, die ein Klient oder eine
Klientin für sich in Eigen-Kompetenz mit Hilfe eines Beraters oder
einer Beraterin festlegt. Ziele sind auf einer Prozeß-Ebene
definiert, sie verkörpern einen Ressourcen-Zustand. Ziele sind in
NLP nicht inhaltlich vorgegeben. Sie werden vom Berater oder der
Beraterin niemals inhaltlich festgelegt. Das Ziel ist die Erhöhung der
Eigen-Kompetenz des Klienten oder der Klientin. Ziele sind
persönliche Ziele, die jede Person für sich, in ihrer
Eigenverantwortung und mit ihren Werten festlegt..

Ziele im NLP sind imaginierte Ziele, Vorstellungen, was eine Person


in einer bestimmten Zeitspanne erreichen will, Imaginationen für die
Zukunft. Ziele sind kein Wünsche, z.B. der Wunsch im Casino zu
gewinnen. NLP beschäftigt sich mit wohlgeformten Zielen, das
sind Ziele, die bestimmten Kriterien des Ziel-Rahmens genügen.
Beispiele sind:
(1) Eigen-Kompetenz. Ziele enthalten keine Wünsche an andere
Menschen, ihr Verhalten zu ändern. NLP lenkt den Fokus auf das
Potential jedes Menschen: auf das, was selbstbestimmt verändert
werden kann.
(2) Positiv formuliert. Auf der vorsprachlichen Ebene der
Repräsentations-Systeme gibt es kein Nicht. Wer sich wünscht, mit
dem Rauchen aufzuhören, repäsentiert sich innerlich das Rauchen
(und bleibt damit zum Teil im Problem-Fokus gefangen). Positiv
formulierte Ziele schließen Negationen ("Ich möchte nicht so
depressiv sein!") und Vergleiche ("Ich möchte energievoller sein.")
aus.
(3) situations-spezifisch. Ziele sind konkret, auf einen genauen
Kontext bezogen und keine vagen Wünsche, wie "Ich möchte
glücklich sein!".
(4) sinnesspezifisch-konkret. Ziele enthalten ein genaues, sinnlich
konkretes Kriterium für ihre Erfüllung: Was muß ich sehen, hören,
fühlen, - um zu wissen, daß mein Ziel erreicht ist ?

Ziel-Arbeit Die Summe aller Maßnahmen, die in NLP für die


präzise Bestimmung eines wohlgeformten Zieles gesetzt werden.
Dies umfaßt u.a. den Fragen-Katalog des Ziel- Rahmens, die
Aktivierung des Ziel-Zustandes unter Einschluß des Ökologie-
Checks sowie das Erkunden von Hindernissen für das Ziel.

Ziel-Bild Eine innere Vorstellung von dem Ziel. Eine Person sieht
sich im Ziel in einem Zustand, wo das Ziel schon ereicht ist. Bei der
Ziel-Arbeit wird typischerweise ein Ziel-Bild dissoziiert entworfen
und dann assoziiert als Ziel-Zustand erlebt. Das "Hineingehen"
in das Ziel ist ein guter Check, ob das Ziel auch ein richtiges Ziel ist.
Längere Übung dazu: Ziele erreichen auf der Boden-Zeit-Linie

Ziel-Physiologie Die Physoiologie, die eine Person entwickelt, wenn


sie an das Ziel denkt und sich vorstellt, assoziert im Ziel zu sein.
Das Märchen vom Tempel der tausend Spiegel

In einem fernen Land gab es vor langer, langer Zeit einen Tempel
mit tausend Spiegeln und eines Tages kam, wie es der Zufall so will,
ein Hund des Weges. Und der Hund bemerkte, daß das Tor zum
Tempel der tausend Spiegel geöffnet war und vorsichtig und
ängstlich öffnete er das Tor und ging in den Tempel hinein. Und
Hunde wissen natürlich nicht, was Spiegel sind und was sie
vermögen und nachdem er den Tempel betreten hatte, glaubte er sich
von tausend Hunden umgeben. Und der Hund begann zu knurren und
er sah auf die vielen Spiegeln und überall sah er einen Hund, der
ebenfalls knurrte. Und er begann die Zähne zu fletschen und im
selben Augenblick begannen die tausend Hunde die Zähne zu
fletschen und der Hund bekam es mit der Angst zu tun. So etwas
hatte er noch nie erlebt und voller Panik lief er, so schnell er konnte,
aus dem Tempel hinaus. Dieses furchtbare Erlebnis hatte sich tief in
das Gedächtnis des Hundes vergraben. Fortan hielt er es als
erwiesen, daß ihm andere Hunde feindlich gesinnt sind. Die Welt
war für ihn ein bedrohlicher Ort und er ward von anderen Hunden
gemieden und lebte verbittert bis ans Ende seiner Tage.

Die Zeit verging und wie es der Zufall so will, kam eines Tages ein
anderer Hund des Weges. Und der Hund bemerkte, daß das Tor zum
Tempel der tausend Spiegel geöffnet war und neugierig und
erwartungsvoll öffnete er das Tor und ging in den Tempel hinein.
Und Hunde wissen natürlich nicht, was Spiegel sind und was sie
vermögen und nachdem er den Tempel betreten hatte, glaubte er sich
von tausend Hunden umgeben. Und der Hund begann zu lächeln und
er sah auf die vielen Spiegeln und überall sah er einen Hund, der
ebenfalls lächelte - so gut Hunde eben lächeln können. Und er
begann vor Freude mit dem Schwanz zu wedeln und im selben
Augenblick begannen die tausend Hunde mit ihrem Schwanz zu
wedeln und der Hund wurde noch fröhlicher. So etwas hatte er noch
nie erlebt und voller Freude blieb er, so lange er konnte, im Tempel
und spielte mit den tausend Hunden. Dieses schöne Erlebnis hatte
sich tief in das Gedächtnis des Hundes vergraben. Fortan hielt er es
als erwiesen, daß ihm andere Hunde freundlich gesinnt sind. Die
Welt war für ihn ein freundlicher Ort und er ward von anderen
Hunden gern gesehen und lebte glücklich bis ans Ende seiner Tage.

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Ziel-Rahmen Ein Katalog von Fragen und Anleitungen für
wohlgeformte Ziele. Fragen-Katalog zum Ziel-Rahmen, Großer
Ziel-Rahmen unter Verwendung von Meta-Programmen.

Ziel-Satz Ein Merksatz, der in knapper Form ein Ziel und seine
Qualitäten in Ich-Form beschreibt. Ziel-Sätze wirken selbst-
hypnotisch. "Ich bin ruhig und gelassen!" Übliche Kriterien sind:
(1) positive Frmulierung: keine Negationen und Vergleiche,
(2) in Eigenverantwortung: keine Wünsche an andere, und
(3) in Gegenwart formuliert: keine Zukunft oder Konjunktive.

Ziel-Zustand Der innere Zustand bei der Vorstellung, man sei im


Ziel und habe das Ziel ereicht.

Zitate Ein Sprachmuster, in dem eine Botschaft in Form eines


Zitates verkleidet wird. Elegant erzählte Zitate erlauben es, jeder
Person jede Botschaft zu sagen, die man sagen will, ohne einen
Konflikt, eine Verstimmung usw. zu riskieren. Will ich zum Beispiel
eine Person loben, von der ich weiß, daß sie direktes Lob wenig mag,
so kann ich das in Form eines Zitates versuchen: "Herr Meyer, also
wissen Sie, was mir vor vierzehn Tagen passiert ist, da habe ich im
Zuge jemanden getroffen, - leider habe ich mir seinen Namen nicht
gemerkt, der hat mir erzählt, wie gut sie dieses Projekt gemacht
haben. Der hat gesagt: "Der Meyer ist wirklich ein tüchtiger
Arbeiter!", usw. Wenn es darum geht, die Botschaft wirklich an den
Mann (in unserem Fall: an den Herrn Meyer) zu bringen, dann ist es
nützlich, die Pointe analog zu markieren und durch genaues
Wahrnehmen ihre Wirkung zu studieren. Erzielt die Pointe keine
Wirkung, kann sie noch einmal erzählt werden. (Beispiele für
boshafte Pointen überlasse ich der Phantasie des Lesers / der
Leserin).

Ein anderer Ausdruck für Zitate in NLP ist "Onkel John-Geschichte",


wobei Onkel John die Person ist, die das Zitat (angeblich) gesagt hat.
Zitate gelten in NLP als Teil des Milton-Modells.

Zugangs-Hinweise, Zugangs-Signale Zugangs-Hinweise (im


Englischen accessing cues) sind nach außen sichtbare non-verbale
Hinweise, die es einem Beobachter deutlich machen, über welches
der fünf Repräsentations-Systeme sich eine Person eine bestimmte
Erfahrung (eine Erinnerung, eine Vergegenwärtigung, eine
Phantasie, eine Vorstellung oder eine Antizipation) zugänglich
macht, bzw. in welchem Repräsentations-System sie sich gerade
befindet oder "aufhält". Zugangshinweise sind oft nur kleine Details
im beobachtbaren Verhalten einer Person. Sie werden im
Wahrnehmungs-Training von NLP als Indikatoren verwendet,
welches Repräsentations-System eine Person zur Zeit vorrangig nützt
( Bevorzugtes Repräsentations-System, Leit-System Referenz-
System). Typische Beispiele sind: Augenbewegungen, Atmen,
Muskelspannungen, nonverbale Elemente in der Sprache, Gesten,
Körperhaltung

Die Zugangshinweise entdeckten Bandler und Grinder, als sie über


längere Zeit das Meta-Modell der Sprache ausprobierten, und sich
in ihren therapeutischen Interventionen auf die entsprechenden
Fragetechniken beschränkten. Sie hatten dabei sehr viel ihrer
bewußten Aufmerksamkeit frei, um den Klienten zu beobachten,
denn die Meta-Modell-Fragen konnten sie quasi automatisch stellen.
Während dieser Experimente fiel ihnen auf, daß ihre Klienten häufig
in Worten des Sehens, Hörens oder Fühlens berichteten, wenn es um
bestimmte Problemkontexte ging. Eines Tages sagten sie (John
Grinder meinte, er wisse nicht mehr, ob er oder Richard es gewesen
sei): "Laß und doch einmal so tun, als ob jemand, der in visuellen
Worten spricht, innerlich auch tatsächlich sieht, d.h. sich visuelle
Repräsentationen vergegenwärtigt!" Aus diesem Als-ob -Frame
entstand die Klassifikation der Augenmuster, die später durch andere
Zugangs-Hinweise ergänzt wurde. Diese Annahme gilt heute als eine
der Basis-Postulate des NLP.

Zugangs-System Das Repräsentations-System, mit dem sich


jemand Informationen intern zugänglich macht. Leit-System

Zugehörigkeit, Verbindung Die sechste der logischen Ebenen,


die Ebene, bei der Menschen sich auf etwas beziehen, was mehr ist
als sie als Person. Eine Konstruktion, bei der eine Person ihre reine
Individualität überschreitet. Hier geht es um die Zugehörigkeit zu
etwas Größeren oder Höheren, - für manche: die spirituelle Ebene,
umfassende Visionen, der Sinn des Lebens, Lebensaufgaben, eine
Mission, das Erleben von core state oder der Quelle. Menschen,
die ihr Bewußtsein auf die Inhalte dieser Ebene richten, fühlen sich
anderen Menschen, der Menschheit insgesamt, der Natur, dem
Leben, einer umfassenden Idee oder dem Göttlichen verbunden. Auf
der Ebene der Verbindung geht es um die "großen Fragen" im
Leben: Warum leben wir? Warum sind wir hier? Was ist der Sinn
des Lebens?

(Bei all folgt NLP als Prozeß-Theorie strikt dem Belief-


Gedanken und nimmt zu Antworten auf diese Fragen inhaltlich nicht
Stellung. NLP ist keiner Ideologie, keinem religiösen oder
spirituellen Glaubenssystem verbunden. NLP nimmt dazu eine
Meta-Ebene ein: NLP studiert die Wirkungen von
Glaubenssystemen).

Zweite Position Die zweite der drei Wahrnehmungs-Positionen:


das Erleben einer Situation aus der Perspektive einer anderen Person.

Zwischen-Zeit (between time) Eine Variante der inneren Zeit-


Linie: Vergangenheit und Zukunft werden wie ein V angeordnet, die
Gegenwart liegt in der Person Zeichung zu Zeit-Linien
Zielrahmen

1.) Themenliste

Schreibe soviele Ziele oder Probleme auf die Dir einfallen.


Geh möglichst ins Detail.

Wähle Dir ein Ziel aus und frage Dich, was muß ich alles
können, um dieses Ziel zu erreichen: überlege Dein
Verhalten, Deine Einstellungen.

2.) Mach einen Spaziergang und laß dich zu jeder Frage an einem
anderen Platz nieder.

Wo bin ich jetzt?

Wo will ich hin?

Was muß ich glauben?

Was sind die nächsten Schritte?

3.) Was ist Dein Ziel? (positiv formuliert / in Eigenverantwortung)

4.) Woran erkennst Du, daß Du das Ziel erreicht hast? (sinnlich
genau)

5.) Kontextbestimmung für das Ziel: wann, wo, mit wem, wie oft ?

6.) Wie wirkt sich Dein Ziel auf alle anderen Lebensbereiche aus?
7.) Halte nochmal alle Auswirkungen auf folgende Bereiche fest:

Ich mit mir alleine

Partnerschaft

Hierarchie in Familie (Eltern / Kinder)

alle Bereiche in Beruf und Arbeit

Freundeskreis

Alle anderen sozialen Kontakte

8.) Zeitaspekt des Zieles: kurz- mittel- oder langfristig

9.) Welche Aswirkungen ergeben sich aus dem Ziel auf die kurze,
die mittlere und die lange Sicht?

10.) Allgemeine - konkrete Ziele

Was bedeutet Dein Ziel auf einer allgemeinen Ebene?

Was bedeutet Dein Ziel auf einer konkreten Ebene?

11.) Was ist Deine Motivation Dein Ziel zu erreichen?

12.) Welche Konsequenzen hat Dein Ziel?

13.) Woran mußt Du glauben, damit Du Dein Ziel erreichst?


14.) Was ist das Gute am jetzigen Zustand? Was gibst Du auf?
Welchen Preis mußt Du zahlen um das Ziel zu erreichen?

15.) Warum hast Du das Ziel noch nicht erreicht?

16.) Welche Ressourcen hast Du jetzt schon, um das Ziel zu


erreichen? Welche sind die wichtigsten?

17.) Wer kann Dich unterstützen?

18.) Was sind die nächsten Schritte um Dein Ziel zu erreichen?

19.) Die logischen Ebenen zum Ziel

Umfeld

Verhalten

Fähigkeiten

Einstellungen, Werte

Identität

Zugehörigkeit

20. Vier plus Drei:

Was wird geschehen, wenn Dein Ziel verwirklicht ist?


Was wird geschehen, wenn Dein Ziel nicht verwirklicht wird?

Was wird nicht geschehen, wenn Dein Ziel verwirklicht ist?

Was wird nicht geschehen, wenn Dein Ziel nicht verwirklicht ist?

Was hat Dich bisher daran gehindert, Dein Ziel zu erreichen?

Was müßte sich insbesondere im einzelnen ändern, damit Du nicht


mehr gehindert wirst, Dein Ziel zu erreichen?

Was wird Dein persönlicher Nutzen sein, wenn Du das Ziel erreicht
hast?

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Großer Zielrahmen mit Meta-Programmen

A) Wahl des Lösungsraumes

1. Spezifischer Ziel-Satz

2. Welche Lösungsversuche wurden bisher unternommen?

3. Gab es dabei hinderliche Überzeugungen über die Aufgabe / über


mich / über andere?

4. Wie lauten die neuen förderlichen Einstellungen darüber?

5. Welche Beispiele aus meinem Leben kenne ich als Belege für die
Gültigkeit dieser Einstellungen?

B) vom müssen zum wollen

6. Wozu gibt mir die neue Aufgabe Gelegenheit?

7. Was kann ich bei der Lösung der Aufgabe lernen bzw.
ausprobieren?

8. Was hat für mich bei der Lösung der neuen Aufgabe einen so
großen Reiz / so hohen Wert, daß ich mich entscheide, die Aufgabe
lösen zu wollen?

C) meine Fähigkeiten nutzen

9. Welche Fähigkeiten habe ich bei den bisherigen


Lösungsversuchen noch nicht voll eingesetzt?
10. Was hindert mich meine Fähigkeiten voll einzusetzen?

11. Aufzählung von Beispielen, wo ich die relevanten Fähigkeiten


automatisch einsetze, ohne darüber nachzudenken.

D) Feedback nützen

12. Welche wertvollen Informationen sind in früheren


Lösungsversuchen enthalten?

13. Wie lassen sich diese Informationen in die Lösung einbauen?

E) Wahl der Referenz-Perspektive

14. Wie weiß ich, daß das Ergebnis gut ist? Aus mir oder aus
anderen?

15. Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich, wenn ich die weniger
vertraute Perspektive wähle?

F) chunk

16. Gehe ich vom Großen aus (Grundidee / generelles Ziel) und
komme dann Schritt für Schritt zu den Details oder fange ich an
einem konkreten Punkt an und lasse dann die Idee oder die
Gesamtstruktur wachsen?

17. Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich, wenn ich umgekehrt


vorgehe?

G) Ähnlichkeiten und Unterschiede nützen


18. Diese Aufgabe ist so ähnlich wie ... (Analogie, Metapher)

19. Wie haben Sie diese Aufgaben gelöst?

20. Was können Sie davon auf die jetzige Aufgabe übertragen?

21. Was ist neu an dieser Aufgabe (verglichen mit anderen) und was
kann ich daher zum ersten mal ausprobieren?

H) Wahl des Lösungstempos

22. Wie mache ich es, wenn ich mich entscheide, die Aufgabe
schnell zu lösen?

23. Wie mache ich es, wenn ich mich entscheide, die Aufgabe
langsam zu lösen?

I) manchmal allein / manchmal mit anderen

24. Will ich die Aufgabe alleine lösen?

25. Wie kann ich mir Tips / Unterstützung/ Ratschläge von anderen
holen?

26. Will ich die Aufgabe mit anderen lösen / im Team ?

27. Wie kann ich andere dafür gewinnen?

28. Wie ist die Aufgabenverteilung?


29. Wie erfolgt die gegenseitige Unterstützung?

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Gedächtnis Die Fähigkeit, Sinneswahrnehmungen, Erfahrungen und
Bewußtseins-Inhalte zu registrieren, über längere oder kürzere Zeit zu
speichern und bei Bedarf wieder zu reproduzieren. In der Regel wird
nach Kurzzeit- und Langzeit-Gedächtnis unterschieden. Das Kurzzeit-
Gedächtnis umfaßt nur wenige Informationseinheiten (meistens wird
gesagt: 7 plus/minus 2). Der größte Teil des Gedächtnisses macht das
Langzeit-Gedächtnis aus. In ihm sind Ereignisse und Vorstellungen
über Tage, Monate und Jahre gespeichert. Das Langzeit-Gedächnis
hat mit der Konstruktion von Zeit zu tun ( Zeit-Linie) und muß
auch mit der Konstruktion von Identität zu tun haben: wenn wir am
Morgen aufwachen, erinneren wir uns, wer wir sind. Ein Teil des
Langzeit-Gedächtnisses ist unbewußter Natur, d.h. oft nicht bewußt
zugänglich (Der Neurologe Wilder Penrose hat in den dreißiger
Jahren nachgewiesen, daß eine Reizung der Hirnrinde durch
schwache elektrische Ströme Erinnerungen an weit zurückliegende
Ereignisse aktivieren kann, die vorher als "vergessen" gedacht
wurden). Die flexible Natur des Langzeit-Gedächtnisses kann in NLP
an Verfahren studiert werden, die mit der eigenen Vergangenheit zu
tun haben, z.B. am positiven History Change oder bei der
Neuprägung. Dabei wird ein innerer Zustand in der Gegenwart
aktiviert, - beim positiven History Change eine Ressource (z.B. das
Gefühl, kompetent zu sein), bei der Neuprägung ein stuck state
(z.B. das Erleben eines negativen Selbst-Bildes in der Gegenwart von
(vermeintlichen) Autoritäts-Personen). In diesem Zustand stellt sich
jemand vor, jünger und jünger zu werden (meist unter Verwendung
einer Zeit-Linie am Boden, d.h. es wird eine Strecke abgeschritten),
wobei der Fokus des Bewußtseins auf alle jene Ereignisse in der
Vergangenheit gerichtet sind, die zu dem Ausgangs-Zustand passen.
In vielen Fällen ist es möglich, dabei Erinnerungen aus der sehr
frühen Kindheit ins Gedächtnis zu rufen, die vorher "unbekannt"
waren (d.h. das Paradies der Kindheit oder Verletzungen der Kindheit
wiederaufleben zu lassen).

NLP hat keine eigene Gedächtnis-Theorie entwickelt, sondern greift


pragmatisch auf verschiedene Ansätze zurück. Wie immer im NLP
spielen dabei die Repräsentations-Systeme eine bestimmende
Rolle. Für Lernen und Gedächtnis ist die Unterscheidung nach Leit-
System (das System, das den Zugang zum Informationsabruf sucht),
bevorzugtem Repräsentations-System (das System, das meist
bewußt ist und das sich auch in der Sprache spiegelt) und Referenz-
System (das System, das entscheidet, ob die abgerufenen Information
als wahr oder als falsch gedeutet wird) bedeutsam. NLP bietet ein
breites Spektrum von Verfahren, die beim Lernen und Lehren zur
Steigerung der Gedächtnis-Leistung eingesetzt werden können.
Beispiele sind das Erkunden fördernder und hindernder Lern-Stile,
Lern-Strategien und Beliefs (für Lehren und Lernen bzw. für
einzelne Lernthemen) und ihre Veränderung.

Gefühle Unter Gefühlen versteht man in NLP meist die körperlichen


Empfindungen, das körperliche Erleben. Dies wird dem
kinästhetischen System zugeordnet (das kinästhetische System wird
manchmal als "Gefühls-System" interpretiert). NLP hat keinen
eigenen Gefühls-Begriff. Gefühle sind für NLP nichts eigenes,
sondern etwas, das immer vorhanden ist. Jede Person hat nach NLP
dauernd Gefühle. Jede Repräsentation ist prinzipiell eine
Synästhesie - und kann als solche bewußt gemacht werden. Jeder
innere Vorgang hat nach NLP eine gefühlsmäßige Komponente.
Denken und Fühlen gelten hier als Einheit. Auch sogenannte
abstrakte Operastionen, wie das "Verstehen" einer mathematischen
Formel sind gefühlsmäßige Vorgänge. "Verstehen" ist ein
kinästhetisches Prädikat und für viele Menschen ist "Verstehen"
tatsächlich ein gefühlmäßiges Erleben. Kognitive Aspekte von
Gefühlen können in NLP auch an den Meta-Programmen studiert
werden.

Gefühle sind Bestandteil jedes inneren Zustandes. NLP will die


Selbststeuerung aktivieren, die Fähigkeit von Menschen, erwünschte
Gefühle assoziert erleben zu können und, sich von unerwünschten
Gefühlen dissoziieren zu können. In vielen NLP-Interventionen, wo
es um einen raschen Wechsel von Zuständen und Gefühlen geht,
werden diese Fähigkeiten trainiert. NLP hat Verfahrensweisen
entwickelt, um auch mit sehr intensiven Gefühlen umgehen zu
können. Beispiele sind (1) die Technik des Auflösen von
Synästhesien (beschrieben unter den Dissoziierungs-Techniken),
(2) die Trauer-Strategie ( Anleitung dazu) oder (3) Interventionen
zu Scham- und Schuld-Gefühlen ( Anleitung dazu).

Genaues Wahrnehmen NLP-geschulte Personen trainieren sich auf


die exakte Wahrnehmung von Details bei einem Gesprächs-Partner.
Sie nehmen z.B. wahr, in welcher Weise sich das Atem-Muster, die
Pupillen-Größe, das Sprechtempo und Muskelspannungen beim
Gegenüber in einem Gespräch verändern und können darauf gezielt
reagieren. Liste zum Training. Exaktes Wahrnehmen ist
dieGrundlage und Vorbedingung zum Kalibrieren. Durch genaues
Wahrnehmen können eine Vielzahl von Zugangs-Hinweisen in
Erfahrung gebracht werden, die eine Auskunft über den inneren
Zustand und über innere Prozesse bei Kommunikations-Partnern
geben. Typische Beispiele sind das Erkunden der Problem-, Ziel-
, Ressourcen- und Versöhnungs-Physiologie. Exaktes
Wahrnehmen ist die Vorbedingung für die bewußte Gestaltung von
Kommunikations-Prozessen, z.B. durch spiegeln (pacing) und
führen (leading).

Generalisierung Verallgemeinerung
Between time (Zwischen-Zeit) Eine Variante der inneren Zeit-
Linie: Vergangenheit und Zukunft werden wie ein V angeordnet, die
Gegenwart liegt in der Person Zeichung zu Zeit-Linien

Bevorzugtes Repräsentations-System Das bevorzugte oder primäre


Repräsentations-System ist jenes Repräsentations-System, das
Menschen im allgemeinen oder in bestimmten Kontexten
vorrangig verwenden. Nicht alle Menschen besitzen eine eindeutig
erkennbares bevorzugtes Repräsentations-System, manche Menschen
haben in verschiedenen Kontexten verschiedene bevorzugte Systeme.
Wer aufmerksam auf die Sprache und ihre Prädikate achtet, wird
feststellen, daß viele Menschen alle Sinnes-Systeme in Sprache
transportieren. Von bevorzugtem Repräsentations-System spricht
man dann, wenn ein Sinnes-System eindeutig dominant ist, wenn
eine Person z.B. in der Mehrzahl der Fälle visuelle Prädikate
verwendet. In diesen Fällen spricht man auch von Wahrnehmungs-
Typ, z.B. dem visuellen Typus. Das bevorzugte Repräsentations-
System ist vom Leit-System (das System, mit dem man sich
Informationen intern zugänglich macht) und vom Referenz-System
(das System, mit dem man den Wahrheitsgehalt von Informationen
überprüft) zu unterscheiden. Zwei Tests zum Erkennen Ihres
Wahrnehmungs-Typus

Bewegungs-Anker Ein kinästhetischer Anker, bei dem eine


Körper-Bewegung (ein leichtes Schaukeln, eine Drehung der
Schulter, ein Heben des Kopfes, ) mit einem erwünschten inneren
Zustand verankert ist. Bewegungs-Anker sind meist Selbst-Anker,
d.h. eine Person ankert sich selbst mit dieser Körper-Bewegung.
Bewegungs-Anker werden bei vielen NLP-Interventionen
systematisch eingesetzt, z.B. indem eine Person aufgefordert wird,
(1) sich an eine Ressource zu erinnern, (2) dies assoziiert zu
erleben, und (3) in diesem Zustand den Körper so zu bewegen, daß
die Erfahrung auf eine natürliche Art noch intensiver und
reichhaltiger wird. Gesetzte Bewegungs-Anker erlauben in der Regel
einen leichten Zugang zu der geankerten Ressource. Sie sind ein
effizientes Mittel, um Personen rasch in einen Ressourcen-Zustand
zu führen. Bewegungs-Anker sind auch als Selbst-Anker für den
Alltag hervorragend geeignet. In diesem Falle wird man (1) eine
sozial akzeptierte Bewegung wählen und (2) die entsprechende
Bewegung so minimalisieren (z.B. die Schultern nur zwei Zentimeter
zu drehen), daß sie von ungeschulten Personen nicht wahrgenommen
wird. Glücks-Anker Moment of Excellence

Bewußte Inkompetenz, Bewußte Kompetenz Das zweite und dritte


Stadium des Lern-Zyklus.

Bewußtsein Bewußtsein kann man nicht definieren. Was ist für Sie
Bewußtsein? Welche Vorstellung haben Sie vom Bewußtsein?
Bewußtsein ist die Fähigkeit, sich etwas bewußt zu sein (eine Schein-
Definition). Was Bewußtsein ist, wissen wir nicht. Wir können es
erleben und erfahren. NLP kennt viele Instrumente, unser
Bewußtsein zu erkunden und zu verändern.

Der wichtigste Gedanke dabei ist der Gedanke der Auswahl.


Bewußtsein ist ein Auswahl-Prozeß. Die bewußte Wahrnehmung ist
ein winziger Ausschnitt der Informationen, die wir dauernd über die
Sinne aufnehmen und innerlich verarbeiten. Das Auge sendet pro
Sekunde mindestens 10 Millionen Bit an das Gehirn, die Haut 1
Million, das Ohr 100.000, der Geruchsinn weitere 100.000 und der
Geschmacksinn ungefähr 1000 Bit. Alles in allem sind das mehr als
11 Millionen Bit/Sekunde. Im Bewußtsein erscheint ein unglaublich
winziger Teil, vielleicht 10 Bit/Sekunde: ein Millionstel dessen, was
wir über die Sinne aufnehmen. Wenn Sie in den Spiegel schauen und
sich selbst sehen, sehen Sie in jedem Augenblick bewußt nur ein
Millionstel von dem, was es zu sehen gibt.
Die bewußte Wahrnehmung hat mehr mit Erinnern zu tun als mit
Informations-Aufnahme. Das Gehirn hat (so schätzt man) eine
Billion Nervenzellen, das sind tausend Milliarden, eine Eins mit 12
Nullen. Diese Billion Nervenzellen sind durch mindestens eine
Trillion Verknüpfungspunkte verbunden, Synapsen genannt, das sind
tausend Billionen. Jede dieser Synapsen hat sehr viele, vielleicht 100
Freiheitsgrade. Das Gehirn ist wie ein riesige Kosmos, der sein
Eigenleben führt. Nur ein überraschend kleiner Teil beschäftigt sich
direkt mit Wahrnehmungsprozessen. Kaum mehr als einige
Millionen Nervenzellen haben mit der periphären Sensorik, den
Sinnesorganen und der Motorik zu tun. Die zentrale
Erregungsverarbeitung und Auswertung wird hingegen von
mindestens 500 Milliarden Zellen bewerkstelligt, d.h. auf jede
Nervenzelle, auf jedes Neuron, das primäre Sinneseindrücke
verarbeitet, kommen rund 100.000 Neurone, die diese "Information"
weiterverarbeiten: überprüfen, unterdrücken, mit Erfahrungen
vergleichen. Das Gedächtnis ist das größte Sinnesorgan.
Wahrnehmen ist Umgestalten von Informationen anhand von
Erinnerungen, Modellierung von Informationen anhand erlernter
Wahrnehmungs-Filter.

Bewußtsein hat mit einer enormen Auswahl zu tun. Bewußte


Wahrnehmung ist keine Informations-Aufnahme aus der "Außen-
Welt". Bewußtsein hat fast nichts mit der ursprünglichen Information
zu tun. Bewußtsein ist ein Modell-Bildungs-Prozeß. Wenn das
Bewußtsein die Welt erlebt, dann sind die Dinge längst gedeutet.
Bewußtsein ist kondensierte Modell-Bildung. Wenn wir auf die
Welt sehen, sehen wir nicht die Welt, sondern unser Modell der
Welt, unsere Beliefs über die Welt. Wenn Sie in den Spiegel
schauen, sehen Sie Ihr Modell über sich selbst. Wir sehen nicht, was
wir wahrnehmen, sondern das, was wir wahrzunehmen glauben. Wir
erleben die Welt nicht als rohe Daten. Daten als solche sind nutzlos
und unverständlich. Wahrnehmen ist Bedeutungsgebung,
Interpretation. Bewußtsein ist Modell-Bildung. Modelle entstehen
nach NLP aus Tilgung von Information, aus Verzerrung von
Information und aus dramatischen Verallgemeinerungen.

Das Bewußtsein ist eine kleine Insel im Meer des Unbewußten.


Der größte Teil der Information, die der Mensch verarbeitet, wird
vom Bewußtsein nicht erfaßt. Wir sehen in jedem Augenblick mehr
als uns bewußt ist. "Das Bewußtsein macht einen sehr viel
geringeren Teil unseres Seelenlebens aus, als uns bewußt ist - weil
wir kein Bewußtsein davon haben, wovon wir kein Bewußtsein
haben." (Julian Jaynes). In jedem Augenblick sind mehr
Informationen verfügbar als uns bewußt sind. Was bleibt ihnen
unbewußt, wenn Sie sich im Spiegel sehen?

Beziehungs-Reframing Eine Sonderform des Reframings,


angewandt auf Konflikte in einer Partnerschaft. Typische Schritte
sind: (1) Die Festlegung des Themas. (2) Eine Vereinbarung über ein
Meta-Ziel: wir wollen uns auf etwas Neues einigen. (3) Identifikation
einer oder mehrer kalibrierter Schleifen für einen typischen Streit
zum Thema. (4) Bewußtmachen und Analyse dieser Schleifen aus
einer Meta-Position. (5) Erkunden der jeweiligen guten Absicht
hinter dem Verhalten. (6) Gegenseitige Würdigung dieser Absicht.
(7) Erarbeitung neuer Verhaltensweisen, in denen diese Absicht ohne
Streit gelebt werden kann. (8) Treffen einer Vereinbarung. (9)
Future pace. Übungsanleitung dazu.

Block ein Problem-Zustand, der innerer Zustand einer Blockade,


in NLP meist als stuck state bezeichnet.

Boden-Anker Boden-Anker sind ein Sonderfall räumlicher Anker,


wo Plätzen im Raum eine bestimmte Bedeutung zugeschrieben wird.
Ein Boden-Anker ist ein Anker, bei der eine Stelle am Boden mit
einem bestimmten inneren Zustand verankert ist. Boden-Anker
sind im NLP weit verbreitet. Viele Änderungs-Übungen des NLP
werden mit Boden-Ankern durchgeführt, d.h. Plätze am Boden
werden als Boden-Anker aufgebaut. In vielen Fällen genügt ein
einmaliges Ankern eines bestimmten Platz am Boden: immer wenn
eine Person diesen Platz im Verlauf einer NLP-Intervention betritt,
ist an ihrer Physiologie deutlich erkennbar, daß sie innerlich genau
diesen Zustand erfährt. Beim Ankern wird dabei (1) eine bestimmte
Stelle am Boden festgelegt (gedanklich oder durch eine Markierung,
z.B. durch Zettel), (2) dieser Platz betreten, (3) auf diesem Platz
assoziiert ein bestimmter Zustand erlebt und (4) dieser Platz
sprachlich für den weiteren Verlauf der Übung eindeutig festgelegt,
z.B. als "Problem-Platz", "Ort der Ruhe", "Ort des Zweifels", "Platz,
wo Sie drei Jahre alt waren", usw.

Die Arbeit mit Boden-Anker hat für den Berater (die Beraterin) und
den Klienten (die Klientin) viele Vorteile.
(1) Boden-Anker erlauben es, innere Zustände sehr präzise zu
definieren und exakt zu erleben. Eine Person, die einen (vorher
festgelegten) Boden-Anker für sich nützen will, muß in vielen Fällen
nichts anders tun, als diesen Platz zu betreten und jene Körperhaltung
einzunehmen, die diesem Zustand entspricht.
(2) Damit sind Boden-Anker eine Instrument, um einen raschen
Zugang zu genau definierten inneren Zustände zu finden, und
(3) sie exakt von anderen Zuständen zu trennen, indem dieser Platz
verlassen und ein anderer Platz eingenommen wird.
(4) Dabei verfügt der Berater (die Beraterin) über klare Kriterien, um
zu kontrollieren, ob bestimmte Prozeß-Schritte tatsächlich gemacht
werden, weil jedem Ort eine eindeutige Physiologie zugeordnet ist.
(5) Diese Kriterien erlauben es einer geübten Person (die auf
genaues Wahrnehmen trainiert ist), auch komplizierte NLP-
Interventionen (wo es immer um innere Prozesse geht) mit mehreren
Personen gleichzeitig durchzuführen.
Einfache NLP-Methoden mit Boden-Anker sind der Circle of
Excellence oder die Übung vom gegenwärtigen zum künftigen
Zustand. Beispiele für komplexere NLP-Interventionen mit mehreren
Zuständen und mehreren Boden-Ankern sind:
(1) die Walt-Disney-Kreativitäts-Strategie (mit zumindest drei
Boden-Ankern für die Zustände des Träumers, des Realisten und des
Kritikerns),
(2) Übungen zur Entschärfung von Konflikten mit anderen Personen
unter Verwendung der drei Wahrnehmungs-Positionen oder
(3) des Meta-mirrors,
(4) die Verwendung von Mentoren oder
(5) der Bateson-Lernstrategie für stuck states, die durch neue
Ideen angereichert werden sollen,
(6) komplexere Übungen zum Ändern von Beliefs, z.B. unter
Verwendung von vier Boden-Positionen ("Innere Kraft",
"Sicherheit", "Kann sein/muß nicht sein", "altes Belief") Übungs-
Anleitung dazu, oder der Belief Change Cycle (Anleitung dazu)
(7) Interventionen zur Integration von Teilen, wie dem "alten" und
dem "neuen Ich" Übungs-Anleitung dazu, oder
(8) Interventionen, mit denen Ziel-Zustände mit Hilfe der
logischen Ebenen verstärkt und integriert werden sollen, sowie
(9) alle Methoden unter Verwendung der Boden-Zeit-Linie.

Boden-Zeit-Linie Bei der Boden-Zeit-Linie wird eine Linie am


Boden markiert (gedanklich oder mit Karten, einer Schnur usw.) und
dieser Linie eine Zeit-Interpretation gegeben. Eine bestimmte Stelle
auf dieser Linie hat die Bedeutung der Gegenwart, in eine Richtung
geht es in die Vergangenheit, in die andere in die Zukunft. Die
Boden-Zeit-Linie vernüpft das Konzept der Boden-Anker mit dem
Konzept der Zeit-Linie. Boden-Anker sind ein hervorragendes
Instrument, um Erinnerungen an vergangene Erlebnisse und
Vorstellungen über künftige Ereignisse zu aktivieren und
systematisch zu nützen. Sie erlauben in besonderer Weise diese
Erinnerungen und Vorstellungen exakt und abgegrenzt assoziiert
und dissoziiert zu erleben. Viele Vorgangsweisen des NLP werden
heute mit Boden-Zeit-Linien durchgeführt. Bekannte Beispiele sind:
History change, Positiver History change, Phobie-Techniken,
Traumata-Techniken und Neuprägung oder die Verwendung der
Boden-Zeit-Linie bei der Ziel-Arbeit ( Übungsanleitung dazu).

Breaker, Breaker-State Unterbrecher


Laterale Augen-Bewegungen Seitliche Bewegungen der Augen,
ungefähr in Augenhöhe. Sie werden im NLP- Augen-Modell als
Zugangs-Hinweise für das auditive System interpretiert.

Leading, leaden Ein oft verwendeter Ausruck für den NLP-Begriff


Führen.

Leit-System Das Leitsystem (auch Führungs-System genannt) ist


jenes Repräsentations-System, mit dessen Hilfe sich ein Mensch
intern Informationen zugänglich macht. Das Leitsystem
unterscheidet sich manchmal vom bevorzugten Repräsentations-
System. Ein Beispiel sind die Prozesse beim Erinnern. Frägt man
eine Person nach einer vergangenen Erfahrung, dann kann sein, daß
eine Person zuerst ein visuelles Bild aktiviert und dann innerlich den
Dialog hört, der damals gesprochen wurde. (Diese Sequenz nennt
man in NLP Erinnerungs-Strategie). Das visuelle System ist hier das
Leitsystem, das auditive das bevorzugte System. Das visuelle Bild
wird hier benötigt, um sich die Erinnerung überhaupt zugänglich zu
machen, das weitere "Denken" erfolgt dann im auditiven System. Ein
Leit-System, das vom bevorzugten System abweicht, ist in der Regel
ein unbewußtes System: der Prozeß des Zugangs zu Informationen
läuft auf einer unbewußten Ebene ab. Das Leit-System anderer
Menschen kann an der Körperhaltung, der Gestik, der Atmung
und an den Augen-Bewegungen erkannt werden.

Lern-Stadien Abfolge von vier Lern-Phasen für die Aneignung


gewohnheitsmäßiger Fähigkeiten und Eigenschaften. Stadium 1:
unbewußte Inkompetenz, 2: bewußte Inkompetenz, 3: bewußte
Kompetenz, und 4: unbewußte Kompetenz.

(1) Das erste Stadium bezeichnet eine Phase, wo wir (bewußt) nicht
wissen, daß wir nichts wissen. Viele Menschen wissen z.B. nicht,
daß es möglich wäre, ihr eigenes Verhalten in Gegenwart von
Personen gegenüber, die für sie problematisch sind (z.B. ein Chef,
der sie einschüchtert), frei wählen zu können. Sie glauben, daß ihr
eigenes Verhalten nur eine Reaktion auf das Verhalten des Chefs ist,
d.h. der Chef bestimmt letztlich ihr Verhalten. Würde der Chef sich
ändern (z.B. freundlicher sein), dann könnte sie ihm gegenüber freier
agieren (Das Muster in diesem Spiel lautet: "Ich könnte schon, aber
die anderen lassen mich nicht!"). Wenn Menschen in dieser Phase
verharren, gibt es für sie nichts zu lernen. Der Fokus des
Bewußtseins liegt auf dem "Problem" (dem Chef), dem die Ursache
für das eigene Verhalten zugeschrieben wird. Die eigene
kommunikative Inkompetenz erscheint dabei nicht als "Problem".

(2) In der zweiten Phase wird das "Problem" umdefiniert: der Fokus
verlagert sich vom "außen" (dem Chef) zum "innen", den eigenen
Möglichkeiten. Eine Person "entdeckt" zum Beispiel, daß andere
Kollegen überhaupt kein Problem mit dem Chef haben und ist
neugierig zu lernen, was diese Kollegen tun: was ihre Strategien
sind, welche inneren Prozesse dabei ablaufen, wie sie auf das
unfreundliche Verhalten des Chefs reagieren. In dieser Phase wächst
das Bewußtsein, daß es etwas zu lernen gibt, es formulieren sich
auch schon erste Ziele, es fehlen aber noch die Fähigkeiten, um
diese Ziele in praktisches Verhalten umzusetzen.

(3) In der nächsten Phase weiß die Person genau, welche Fähigkeiten
ihr abgehen, sie kennt Methoden, die fehlenden Fähigkeiten zu üben
und sie erlangt darin bewußte Kompetenz. Angenommen, es geht
darum, sich gegen die Kritik des Chefs abzugrenzen, und die Person,
um die es geht, übt sich darin, sich wirkungsvoll zu dissoziieren,
vielleicht begleitet von einem Selbst-Anker, der das Gefühl von
Abgegrenztheit und Schutz aktiviert. Bewußte Kompetenz bedeutet,
im Angesicht und vor dem Chef an diese Ressourcen zu denken
und sie bewußt anzuwenden.
(4) Nach einiger Zeit kann das Kommunikations-Muster dem Chef
gegenüber verändert sein: unsere Person fühlt sich in der
Anwesenheit ihres Chefs selbstbewußt und sicher. Die Techniken
und Fähigkeiten, die sie bewußt trainiert hat, werden spielerisch und
automatisch angewandt. Sie sind unbewußt geworden und das
Bewußtsein ist frei, sich neuen Lern-Möglichkeiten zuzuwenden.

Die vier Lern-Stadien bezeichnen einen natürlichen Prozeß, den wir


schon oft erfahren haben. Ein Baby ist sich nicht bewußt, daß es
nicht aufrecht gehen kann (Phase 1). Es merkt, daß andere Menschen
gehen können und möchte sie nachahmen, verfügt aber noch nicht
über die Fähigkeit, den eigenen Körper entsprechend zu koordinieren
(Phase 2). Es übt sich oft und oft im Aufstehen und Gehen und muß
dabei sein ganzes Bewußtsein auf die ungewohnten Körper-Abläufe
konzentrieren (Phase 3), bis es schließlich fröhlich herumläuft und
dabei an etwas anderes denken kann (Phase 4).
Äquivalenz Komplexe Äquivalenz.

As if - Frame Als ob

Assoziiert Der NLP-Ausdruck für ganz da sein, intensiv in einem


Zustand sein, voll auf etwas konzentriert sein. Wenn ich mich über
etwas intensiv freue oder wenn ich sehr verärgert bin, dann bin ich
assoziiert. Sich zu assoziieren beschreibt den Prozeß des
"Hineinsteigens" in den Zustand des Assoziiert-Seins. Assoziiert sein
kann die Gegenwart betreffen (ganz im Körper sein, intensive
Gefühle verspüren, voll im Hier und Jetzt sein, ganz dabei sein) oder
sich auf die Vergangenheit oder die Zukunft beziehen. Assoziiert sein
hat immer mit Zugehörigkeit zu tun: in einer Situation voll präsent
sein, mit meinen Gefühlen verbunden sein, usw. Assoziierte
Erinnerungen sind Erinnerungen, wo eine Person das damals
Geschehene für sich so aktiviert, als ob sie mit ihrem eigenen Augen
die Szene sehen würden (visuell assoziiert) oder mit ihren eigenen
Ohren das hören würden, was es damals zu hören gab (auditiv
assoziiert) und ihre damaligen Gefühle so spüren würde, als ob dieses
Geschehen jetzt stattfinden würde (kinästhetisch ist immer assoziiert).

Das Gegenteil von assoziiert ist dissoziiert. Dissoziiert heißt


innerlich Abstand zu haben, sich einer Situation nicht zugehörig zu
fühlen. Eine dissoziierte (visuelle) Erinnerung ist eine Erinnerung, wo
eine Person die damalige Szene von außen betrachtet, d.h. sie sieht
sich selbst, was sie damals getan hat, oder was ihr damals zugestoßen
ist, sie hört von außen, was es dabei zu hören gegeben hat, usw.
Dissozierte Erinnerungen sind von weniger intensiven oder gar
keinen Gefühlen begleitet. Assoziiert und dissoziiert sind
Polaritäten. Menschen sind unterschiedlich geübt, in bestimmten
Kontexten assoziiert oder dissoziiert zu sein. Für Beratung und
Therapie sowie für Selbststeuerungs-Zwecke werden im NLP
Assoziierungs- und Dissoziierungs-Techniken systematisch
eingesetzt.

Assoziierungs-Techniken Prozesse, die bewirken, daß eine Person


mehr assoziiert ist. Diese Prozesse können in allen Repräsentations-
Systemen ablaufen. Visuell (auditiv) sich zu assoziieren bedeutet,
eine Szene ganz mit den eigenen Augen zu betrachten (mit seinen
eigenen Ohren zu hören). Eine visuell (auditiv) assoziierte Erinnerung
ist eine Erinnerung, bei der sich eine Person vorstellt, sie würde das
Geschehen mit ihren eigenen Augen (mit ihren eigenen Ohren)
wiederererleben. Visuelle und auditive Assoziation bedingt die
erlebnismäßige Konzentration auf visuelle und auditive
Untereigenschaften. Dabei kann es hilfreich sein, sich jene
Untereigenschaften ins Bewußtsein zu rufen, die innerlich die stärkste
Wirkung ausüben. Sie sind in der Regel ein hervorragendes
Instrumenatrium, sich schnell zu assoziieren (z.B. um einen
Moment of Exzellence oder die Quelle zu aktivieren). Zusätzlich
kann man sich vorzustellen, diese Untereigenschaften (z.B. Farben
oder Musik) würden in den eigenen Körper hineinfließen und ihn
ausfüllen (das hat oft eine starke Wirkung).

Sich kinästhetisch zu assoziieren bedeutet, sich auf Körper-Gefühle


zu konzentrieren und diese zu verstärken. Eine gute Methode ist es,
(1) sich auf jene Körperstelle zu konzentrieren, wo das Körper-Gefühl
am stärksten ist, (2) die spezifischen Untereigenschaften dieses
Gefühls zu erkunden, (3) zu verstärken und (4) dann mit dem Atem
über den ganzen Körper zu verteilen. Gefühle sind immer mit einem
spezifischen Atem-Muster verbunden. Genau in diesem Atem-Muster
zu atmen, kann eine gute Strategie sein, Ereignisse assoziierter zu
erleben. Gefühle und die dazupassende Atmung versetzen den Körper
in einen bestimmten inneren Rhythmus. In vielen Fällen ist es
möglich, den inneren Rhythmus von Gefühlen zu erfahren. Viele
Menschen erleben dies in Form einer Welle, die durch den Körper
geht. Um sich schnell mehr zu assoziieren, kann es hilfreich sein, sich
diese Welle vorzustellen und dann die Höhe und den Rhythmus
dieser Welle zu verändern. Typischerweise wird in einer Richtung das
Gefühl stärker, in einer anderen schwächer. Ein Beispiel: ich denke
an "Begeisterung", aktiviere mein Körper-Gefühl dazu, erkunde die
Welle und mache sie größer und schneller. Dies bewirkt bei mir, daß
ich noch begeisterter werde, - bei einer anderen Person vielleicht das
Gegenteil (Wie ist das bei Ihnen?).

Mehrere Repräsentations-Systeme gleichzeitig zu erleben, d.h. eine


Synästhesie zu konstruieren, hat immer die Wirkung, mehr
assoziierter zu ein: das Erleben wird reichhaltiger und intensiver. Die
Konstruktion von Synästhesien wird in NLP routinemäßig für
positive, erwünschte Zustände angewandt. Dies gilt in besonderem
Maße für Vorstellungen, die eine besondere Wirkung entfalten sollen,
z.B. Ziel-Bilder, Moments of Excellence, core states oder die
Quelle.

Atem Die Art des Atems ist eines der Zugangs-Hinweise des NLP.
Atem zu beobachten, bedarf eines weichen (defokusierten) Blickes:
der Fokus der Augen ist vor oder hinter eine Person gerichtet. In
dieser Art des Sehens wird der Körper als Ganzes wahrgenommen:
der Atem-Rhythmus, in dem der Körper schwingt, ist so leicht
erkennbar (Man kann es üben, den defokusierten Blick in einem
Gespräch schnell ein und auszuschalten). Kennzeichnen von visuellen
internen Vorgängen können hohes und flaches Atmen in der Brust
sein und ein Atem, der manchmal aussetzt. Tiefes, volles Atmen in
der Brust ist ein Indiz für kinästhetische Prozesse. Bei intensiven
Gefühlen ist oft eine heftige Atmung zu beobachten. Innerer Dialog
ist oft von regelmäßigem Atmen mit dem Zwerchfell oder der ganzen
Brust begleitet. Spontanes Ausatmen oder Gähnen kann ein Zeichen
plötzlicher Zustands-Änderungen (body shift) sein.

Atmen ist ein interessanter physiologischer Prozeß, weil er


unbewußt abläuft und bewußt leicht gesteuert werden kann. Innere
Zustände sind immer mit einem bestimmten Atem-Muster verbunden.
Auf Atmung zu achten ist eines der treffendsten Zugangs-Hinweise
für innere Zustände. Im Zugang zu einem guten Zustand, wie
Moment of Excellence, ist es immer hilfreich, sich das Atem-Muster
genau zu merken und es zu üben.

Auditiv bezieht sich auf hören, auf den Hör-Sinn, eines der Sinnes-
Systeme und auf das Hören, eines der Repräsentations-Systeme des
NLP.

Augenbewegungen, Augen-Muster Die (oft unbewußten)


Augenbewegungen von Menschen können ein Zugangs-Hinweis
dafür sein, in welchen Repräsentations-Systemen innere Prozesse
ablaufen. In NLP gibt es ein einfaches Modell mit sechs Positionen,
das am besten anhand einer Zeichnung erklärt werden kann. Dieses
Modell darf nur als grober Orientierungsrahmen gedacht werden (Bei
Linkshändern kann es seitenverkehrt sein) und kann im Einzelfall
nicht zutreffend sein. Fragen zum Erkunden der Augen-Muster bei
anderen Personen. In der Anwendung des Modells ist immer nach
Leit-System, bevorzugtem Repräsentations-System und Referenz-
System zu unterscheiden.

Wichtiger als die mechanische Anwendung des NLP-Augen-Modells


ist der grundlegende Gedanke, der hinter dem Modell steht: auf
Augenbewegungen bei anderen Menschen sorgsam zu achten und
ihnen für innere Prozesse eine systematische Bedeutung zu geben.
Wenn z.B. eine Person von einem Problem spricht und dabei mit
ihren Augen (und sei es nur für Augenblicke) immer in die gleiche
Richtung und auf den gleichen Ort schaut, dann ist dieser Ort im
inneren Raum bedeutsam und kann für Veränderungs-Prozesse
systematisch genutzt werden (dasselbe für mögliche Lösungen und
Ziele). Die Wahrnehmung von Augen-Bewegungen ist auch für die
Erkundung persönlicher Strategien hilfreich. Um die oft schnellen
Bewegungen der Augen bewußt erfassen zu können, ist ein Training
im genauen Wahrnehmen notwendig.
Moment of Excellence Der NLP-Ausdruck für einen Top-Zustand,
das Erleben einer Situation, in denen viele Ressourcen vorhanden
waren, ein besonderer innerer Zustand. Beispiel sind Erlebnisse
von Freude, Kreativität, Energie oder Zustände, in denen eine Person
sich kraftvoll, mutig, erfolgreich, gefühlt hat. Ein Moment of
Excellence ist immer mit einem positiven Selbst-Wert, mit einer
positiven Vorstellung über die eigene Identität verbunden. In NLP
wird der Zugang zu Moments of Excellence trainiert. Das Ziel ist, im
Alltag genau jene Ressourcen zur Verfügung zu haben, die unseren
persönlichen Moments of Excellence entsprechen.

Kurzanleitung, um einen Moment of Excellence zu nutzen:


(1) sich an eine Ressource erinnern ("Denk an eine Situation, in der
Du Dich sehr wohl und angenehm gefühlt hast, und/oder sehr
erfolgreich warst, und/oder all Deine Ressourcen zur Verfügung
gehabt hast.")
(2) mit allen Sinnen erleben ("Du schaust Dir diese Situation mit
Deinem inneren Auge an, siehst was es dort zu sehen gibt, die
Menschen, die Dinge, die Farben, den Ort . Du hörst hin, was es dort
zu hören gibt, die Stimmen von anderen, Deine Stimme, Geräusche,
Töne. Du riechst hin, was es dort zu riechen gibt. Du spürst hin, wie
angenehm das war, wie Du Dich fühlst").
(3) in eine Bewegung umsetzen ("Und dann kreierst Du aus all dem
eine Bewegungsfolge, die zu diesem Erlebnis natürlich dazupaßt und
die das Erlebte für Dich wiedergibt"), d.h. einen Bewegungs-
Anker setzen.
(4) eine Bezeichnung finden ("und wählst dir ein Kennwort oder
einen Satz, der dich an diesen Moment of Excellence erinnert.").
(5) Future pace ("in welcher Situation kannst Du diesen inneren
Zustand brauchen?"). Übungs-Anleitung dazu Anleitung zum
Löschen eines negativen Ankers mit einem Moment of Excellence.
Eine andere Möglichkeit wird unter dem Stichwort Circle of
Excellence beschrieben.
Moment of Importance Ein Moment of Excellence, bei dem der
innere Zustand von Wichtig- und Wertvoll-Sein aktiviert wird. Der
Moment of Importance soll helfen, ein positives Selbstwert-Gefühl
im Alltag verfügbar zu haben. personale Identität.

multiple Beschreibung mehrfache Beschreibung

Muskelspannungen Wahrnehmbare Spannungen im Körper sind


eines der Zugangs-Hinweise für inneres Erleben. NLP-geübte
Personen achten genau auf Muskel-Spannungen von
Kommunikations-Partner und Veränderungen im Verlaufe eines
Gesprächs. Spannungen in Schultern, im Hals und manchmal im
Bauch sind ein Indiz für visuelle Prozesse, ebenso, wenn Schultern
und Hals nach vorne gestreckt sind. Entspannte Muskeln und
fallende Schultern deuten oft auf kinästhetische Aufmerksamkeit hin.
Auditive Prozesse sind oft durch gleichmäßige Muskelspannungen
gekennzeichnet, oft ist ein Kopf zur Seite geneigt.
Kongruenz Die Übereinstimmung verbaler und nonverbaler
Elemente in der Kommunikation. Bei einer Person, die kongruent ist,
stimmen der Inhalt der Botschaft mit der Körpersprache und mit
den auditiven Untereigenschaften der Botschaft überein. Alle
kommunikativen Aspekte, wie die Worte, der Tonfall oder die
Körpersprache passen zueinander. Sie transportieren die gleiche
Botschaft. Inkongruenz bedeutet demgegenüber einen Widerspruch,
z.B. zwischen dem Gesagten und dem Verhalten.

Kongruente Menschen haben widerstrebende innere Teile in sich


integriert: ihre Beliefs, ihre Strategien und ihr Verhalten sind
in Übereinstimmung. Kongruenz ist eine der Satir-Kategorien im
Kontrast und Gegensatz zu den vier Kategorien von inkongruenter
Kommunikation. Das Ziel der Änderungs-Techniken des NLP ist
die Erlangung oder Wiederherstellung von Kongruenz in bestimmten
Situationen. Das Ziel der Selbststeuerungs-Techniken von NLP ist
die Schaffung einer kongruenten Persönlichkeit.

Kontext Der Ausdruck Kontext wird in NLP in einem zweifachen


Sinne verwendet: (1) als die Umstände, der Rahmen für ein
bestimmtes Ereignisses, und (2) als die Umstände oder der Rahmen,
den eine Person um ein Ereignis herum mitdenkt oder mitkonstruiert.

(1) In der ersten Begriffs-Verwendung spricht man vom Kontext der


Arbeit, der Partnerschaft, der Freunde, usw. Kontexte sind Lebens-
Umstände, Lebens-Bereiche. Alle Menschen leben in vielen
Kontexten, mit vielen Rollen. NLP hat kein fixes Persönlichkeits-
Modell, in dem Sinn, daß Menschen so oder so sind. NLP betont die
Kontext-Abhängigkeit des Verhaltens: in dem einen Kontext sind
Menschen vielleicht mutig oder liebevoll, in dem anderen Kontext
ängstlich oder aggressiv. Menschen, die in einem Kontext einen
Pol leben, leben in einem Kontext den anderen. Alle Modelle des
NLP, die Typen von Persönlichkeiten beschreiben (wie das
bevorzugte Repräsentations-System, Strategien oder Meta-
Programme) sind als kontext-abhängige Modelle zu verstehen, die
keine oder nur eingeschränkte Aussagen über eine Person als ganzes
erlauben.

(2) In der zweiten Bedeutung bezeichnet der Kontext einer Situation


nicht die "objektiven" Umstände, sondern die subjektive
Interpretation, der subjektive Rahmen, in dem ein Ereignis
eingebettet ist. Wahrnehmen bedeutet, etwas Bedeutungsvolles für
wahr zu nehmen, etwas Bedeutung zu geben, etwas in einen Kontext
zu stellen. Die Konstruktion eines Kontextes ist ein alltäglicher
Prozeß menschlicher Modell-Bildung (wie ihn auch das Meta-
Modell beschreibt). Jeder Kontext, den Menschen für wahr erachten,
ist auch ein konstruierter Kontext, eine Bedeutungs-Gebung, die
auch anders sein könnte und die von anderen Menschen auf eine
andere Weise vorgenommen wird. NLP geht davon aus, daß das
Verhalten jeder Person Sinn ergibt , wenn es im Kontext der Realität
dieser Person interpretiert wird.

"Probleme", die sich Menschen konstruieren, sind oft deshalb


Probleme, weil sie in einem spezifischen Kontext konstruiert
wurden. Kontext oder Rahmen heißt im Englischen Frame. Die NLP-
Techniken des Reframings basieren auf der Idee der Beliebigkeit
von Kontext-Konstrukten und der Möglichkeit, sie zu verändern.

Kontext-Reframing Beim Kontext-Reframing wird ein Problem in


einen neuen Rahmen gestellt, d.h. reframt. Mehr dazu unter
Reframing.

Konversations-Postulate. Konversations-Postulate sind Ja/Nein-


Fragen, die statt einer Antwort normalerweise eine bestimmte
Reaktion bewirken. Beispiele: "Wissen Sie, wie spät es ist?",
"Können Sie die Tür schließen?", "Klingelt das Telefon?".
Konversations-Postulate sind keine wirklichen Fragen.
Üblicherweise werden solche Fragen nicht mit einer Ja/Nein-
Antwort, sondern mit einer Handlung beantwortet: Man sagt, wie
spät es ist, macht die Tür zu, Konversations-Postulate sind versteckte
Befehle. Sie gelten in NLP als Teil des Milton-Modells. "Können
Sie im Lexikon weiterlesen?", "Werden Sie uns gleich oder erst
später ein Feedback geben?"

Körper NLP geht von der Einheit von Körper und Geist aus. Fast
alle körperlichen Vorgänge werden vom Unbewußten reguliert.
Die Gesamtheit der Körper-Empfindungen werden in NLP dem
kinästhetischen Sinnes-System zugeordnet. Genaues Wahrnehmen
bezieht sich auf die Körper-Signale anderer Menschen und ihrer
Physiologie. NLP-geschulte Personen achten auf die Zugangs-
Hinweise des Körpers, um Informationen über innere Prozesse
anderer Menschen zu bekommen. Innere Zustände sind zugleich
körperliche und geistige Zustände, sie äußern sich auch in einer
bestimmten Atmung und einer bestimmten Art, den Körper zu
bewegen. Diese Tatsache wird im Konzept der Bewegungs-Anker
verwendet, um Körper-Bewegungen mit erwünschten inneren
Zuständen zu koppeln, sie miteinander zu verankern.

Körper-Sprache Die Körper-Sprache anderer Menschen enthält


erstaunlich viele Informationen, die Auskunft geben über ihre
Befindlichkeit, ihren inneren Zustand und ihre inneren Prozesse. Die
Menge an Informationen, die in Körper-Signalen enthalten ist, ist
unvorstellbar groß. Rein quantitativ betrachtet, senden wir in jeder
Sekunde 10 Millionen Bit an die Umwelt. (Nach der Erlanger Schule
davon 32 Prozent über das Skelett, 26 Prozent über die Hände, 23
Prozent über die Sprachmuskeln und 19 Prozent über das Gesicht).
Die Menge an Informationen, die wir über verbale Sprache
transportieren, ist demgegenüber verschwindend klein. Die verbale
Informations-Vermittlung macht einen winzigen Teil aller
Informationen aus. Wir "reden" fast nur mit dem Körper und fast gar
nicht mit der Sprache. Die Sprache des Körpers sagt viel mehr als die
der Rede. Bewußtsein ist ein Auswahl-Prozeß und kulturell sind
wir trainiert, bewußt auf die wenigen Informationen, die in Worten
enthalten sind, zu achten und den riesigen Kosmos der Körper-
Sprache nicht wahr-zu-nehmen (vielleicht eine Auswirkung des
mechanistischen Welt-Bildes). Was "sehen" Sie, wenn Sie sich im
Spiegel ansehen?

Kommunikation zwischen zwei Personen ist ein Informations-


Austausch in folgenden Größen-Ordnungen. Jede Person sendet über
ihren Körper 10 Millionen Bit pro Sekunde. Jede Person empfängt
über ihre Sinne mindestens 10 (vielleicht sogar 100 oder 1000)
Millionen Bit pro Sekunde (Die genauen Zahlen sind umstritten,
spielen aber für das Argument keine Rolle). Dazwischen steht das
Bewußtsein, das ungefähr 10 Bit pro Sekunden an Informationen
enthält: höchstens ein Millionstel der Informationen, die wir
bekommen und die wir aussenden, ist uns bewußt. Wie nehmen viel
mehr Bits auf und wir geben viel mehr Bits ab, als uns überhaupt
bewußt wird.

Daraus kann ein interessanter Schluß gezogen werden: "Andere


Personen wissen mehr als wir selbst, da ihnen über unsere Körper-
Sprache die Millionen Bit/Sekunde in unserem Gehirn zugänglich
sind, die nicht in unser Bewußtsein gelangen." (Norretrander).
Andere Personen wissen potentiell viel mehr über uns, als wir über
uns selbst wissen. Dieses Wissen wird über Körper-Sprache
transportiert. Wesentliche Teile unserer Persönlichkeit existieren
jenseits unserer eigenen Aufmerksamkeit, sind aber für alle anderen
vorhanden und sichtbar. (Ist das Johari-Fenster 2 unvorstellbar
groß?).
In NLP trainieren sich Menschen, Signale des Körpers
wahrzunehmen, die im kulturellen Wahrnehmungs-Training
verborgen bleiben. Körper-Signale werden in NLP Zugangs-
Hinweise genannt. Liste von Zugangs-Hinweisen, die Sie
trainieren können. Manche Personen, die dieses Training ernsthaft
betreiben, haben den Eindruck, "eine neue Welt zu betreten", wo sie
Informationen wahrnehmen und Informationen aussenden, die
andere bewußt nicht erfassen. John Grinder und Richard Bandler
haben einmal zu einem Klienten gesagt. "Wir kommunizieren
besser mit ihrem Unbewußten als sie selbst."

Körpersprachliche Informationen werden manchmal als Meta-


Botschaften über verbale Botschaften definiert. In NLP wird dies
nicht im Sinne einer Hierarchie gedeutet, wenn beide Botschaften
zueinander inkongruent sind. D.h. es wird nicht der Standpunkt
vertreten, die nonverbale Botschaft sei "wahrer" als die verbale
Botschaft. NLP interpretiert hier die "Meta"-Botschaft als "Para"-
Botschaft: die beiden widersprüchlichen Botschaften stehen
gleichberechtigt nebeneinander. Sie sind Ausdruck von nicht
zusammenpassenden Teilen des Welt-Bildes einer Person: ein Teil
wird verbal-sprachlich, der andere körper-sprachlich transportiert.
(Vgl. damit auch die Technik des Kurzschließens).

Körper-Wahrnehmung Körper-Wahrnehmung bedeutet Körper-


Bewußtsein zu haben, sich seines Körpers bewußt zu sein. Weil wir
unser Bewußtsein in jedem Augenblick auf tausend verschiedene
Phänomene richten können, können wir uns unseres Körpers mehr
oder weniger bewußt sein. Die Intensität, mit der wir unseren Körper
erfahren, kann sehr unterschiedlich sein. Körper-Bewußtsein
bedeutet ein Modell über den eigenen Körper, eine innere Landkarte
präsent zu haben. Diese Landkarte ist nicht konstant, sondern ändert
sich dauernd. Manchmal verfügen wir nur über ein reduziertes
Körper-Modell, wir sind uns unseres Körpers nur wenig bewußt,
weil das Bewußtsein auf andere Inhalte gerichtet ist. Das Modell des
Körpers verfügt dann (um in der visuellen Metapher zu bleiben) über
weiße Flecken, - wie in den alten Landkarten, in denen das
unbekannte Gebiet als weiße TERRA INCOGNITA eingetragen
war. Körper-Bewußtsein ist die Fähigkeit, in den Körper
"hineinzusehen" (visuell), in ihn "hineinzuhorchen" (auditiv), ihn "zu
spüren" (kinästhetisch).

Menschen sind unterschiedlich trainiert, zu ihrem eigenen Körper


Zugang zu haben und ihn wahr-zu-nehmen. Ein Großteil der NLP-
Techniken kann nur dann wirksam durchgeführt werden, wenn
Menschen in einer gewissen Intensität ihren Körper wahrnehmen
können. (Ein Beispiel ist das "Horchen" auf Körper-Signale für
Ja/Nein-Botschaften im Sechs-Stufen-Reframing). In NLP wird
die Fähigkeit zur Körper-Wahrnehmung positiv interpretiert. Körper
und Unbewußtes gehören zusammen: Körper-Wahrnehmung fördert
den Zugang zum Unbewußten, zu seinen Teilen und ihren guten
Absichten. In NLP geht es nicht darum, "im Körper zu versinken"
oder "sich seinen Gefühlen hinzugeben". NLP betont das Moment
der Selbst-Steuerung, eines produktiven Umgangs mit den
Gefühlen. Erwünschte Gefühle können verstärkt werden, in dem
Menschen assoziierter ihr Erleben genießen ( Assoziierungs-
Techniken des NLP). Unerwünschte Gefühle können abgeschwächt
werden, in dem Menschen sich von ihrem Erleben mehr
dissoziieren ( Dissoziierungs-Techniken des NLP).

Viele NLP-Techniken sind geeignet, die Fähigkeit zur Körper-


Wahrnehmung zu schulen und zu verbessern. Ein Beispiel ist die
sogenannte trans-derivationale Suche nach Ressourcen (Diese
Technik wird bei vielen NLP-Interventionen angewandt): hiuer
werden Gefühle aktiviuert, um so Zugang zu Ressourcen aus der
Vergangenheit zu bekommen. Viele NLP-Techniken beinhalten
einen schnellen Wechsel innerer Zustände, die immer auch
körperliche Zustände sind. Je mehr und je öfter Menschen den
Zugang zu ihren Ressourcen, wie Moment of Excellence oder
Quelle, schulen, desto leichter fällt es ihnen, ihren Körper
wahrzunehmen, sensibel zu sein und auf seine Bedürfnisse zu achten.
Meta-Modell der Sprache. Sprache ist ein Modell. Das Meta-Modell
des NLP ist ein Modell über Sprache, - ein Modell, wie Menschen auf
eine unbewußte Art Sprach-Modelle entwerfen. Das Meta-Modell des
NLP basiert auf der Annahme, daß es drei Ebenen gibt, die
miteinander in Wechselwirkung stehen: (1) eine vorsprachlichen
Ebene der Erfahrung, (2) eine Tiefen-Struktur der Sprache und (3)
eine Oberflächen-Struktur der Sprache.

(1) Die Ebene der Erfahrung hat mit der vorsprachlichen Ebene der
Repräsentations-Systeme zu tun, mit dem inneren Erleben, den
inneren Zuständen. Dieses Erleben kann bruchstückhaft in das
kulturelle und gesellschaftlich geformte Medium der Sprache
übersetzt werden (nur für Teile unserer Erfahrung verfügen wir über
Begriffe). (2) Die Tiefen-Struktur der Sprache drückt eine Sprache
aus, die so nahe als möglich an der ursprünglichen Erfahrung ist. Sie
ist eine reichhaltige Sprache mit vielen sinnlichen Informationen.
(z.B. der Satz: "Ich sitze in diesem Raum auf einem harten Stuhl,
mein Körper ist vorgebeugt, ich spüre meine Füße kaum und
blinzle in einen Bildschirm, auf dem Schrift zusehen ist, die
Informationen über NLP enthalt."). (3) Im Alltag verwenden wir
demgegenüber die Oberflächen-Struktur: eine Sprache, die sich weit
vom dem ursprünglichen Erleben entfernt hat. (Wir sagen vielleicht:
"Ich surfe im NLP-Lexikon".)

Das Meta-Modell der Sprache beschäftigt sich mit dem


Zusammenhang von Oberflächen- und Tiefen-Struktur der Sprache.
Diese Unterscheidung wurde 1973 von dem Sprachwissenschaftler
Noam Chomsky vorgeschlagen. Chomsky geht davon aus, daß die
beide Strukturen durch beschreibbare Überführungsregeln
zusammenhängen, die Rückschlüsse von der Oberflächen- auf die
Tiefen-Struktur erlauben (das ist der Kern seiner Transformations-
Grammatik). Bandler und Grinder haben diese Idee (in einer sehr
einfachen Analogie, die nicht streng-wissenschaftlich interpretiert
werden darf) auf den Kommunikations-Bereich übertragen und daraus
das Meta-Modell entwickelt. Das Meta-Modell ist ein Modell, wie
Menschen Sprach-Modelle und Modelle überhaupt bilden. Das Meta-
Modell ist ein Modell über Bewußtsein und Denken generell. Das
Meta-Modell beschreibt Grund-Gedanken des NLPs.

Erfahrung und Sprache, Tiefen-Struktur und der Oberflächen-Struktur


unterscheiden sich nach dem Meta-Modell durch drei Prozesse: (1)
Tilgung, (2) Verallgemeinerung und (3) Verzerrung.
(1) Tilgung entsteht aus einer mangelnden Wahrnehmung der Welt:
nur ein Teil von dem, was (nach dem Standpunkt einer anderen
Wahrnehmung!) vorhanden ist, wird wahrgenommen. Der Rest wird
nicht bewußt aufgenommen. Er wird getilgt und erscheint nicht in der
Sprache. Ein Beispiel: im Satz "Ich habe Angst" sind viele Umstände
getilgt, die meine Angst ausmachen.
(2) Verallgemeinerungen sind Generalisierungen: eine spezifische
Erfahrung wird auf eine ganze Klasse von Erfahrungen übertragen.
Der Satz "Niemand liebt mich" überträgt den Tatbestand, der
vielleicht für einige Menschen gelten mag, auf alle Menschen.
(3) Verzerrungen entstehen, wenn alte Modelle so dominant sind,
daß sie durch neue Fakten schwer oder kaum zu korrigieren sind.
Weil alle Wahrnehmung modell-abhängige Wahrnehmung ist, ist
Verzerrung ein alltägliches Phänomen. Von Verzerrung im engeren
Sinn spricht man im NLP insbesondere dann, wenn das Wirken
hinderlicher Beliefs beobachtet werden kann (dabei wird
vorausgesetzt, daß die Person, die beim anderen eine Verzerrung
behauptet, über ein reicheres Modell der Welt verfügt!). Der Satz
"Peter mag mich nicht" verzerrt die Realität insoferne, als unklar
bleibt, nach welchen Kriterien er gültig ist und welche neuen
Ereignisse ihn ungültig machen können.

Das Meta-Modell ist eine nützliche Landkarte, wie Sprache


funktioniert. Es besteht in seiner praktischen Anwendung aus:
(1) einem Katalog von "Verletzungen des Meta-Modells": das sind
häufig zu beobachtende Sprach-Muster, die Tilgungen,
Verallgemeinerungen und Verzerrungen beschreiben (Es gibt in NLP
kein allgemein akzeptiertes Schema für die Zuordnung einzelner
sprachlicher Muster zu diesen drei Kategorien, - ein Tatbestand, der
für die praktische Arbeit mit dem Meta-Modell unwichtig ist und
keine Auswirkungen hat). Die Kenntnis dieser Muster erlaubt es, die
drei elementaren Prozesse menschlicher Modell-Bildung im Alltag
bei anderen und bei sich zu erkennen. Liste dazu, und
(2) einem Katalog von sprachlichen Reaktionen auf diese
"Verletzungen". Mit diesen Reaktionen soll beim Gesprächspartner
einen Prozeß in Richtung Tiefen-Struktur ausgelöst werden. Im Meta-
Modell wird zum Beispiel vorgeschlagen, auf den Satz "Niemand
liebt mich" mit den Fragen "Niemand?" oder "Wirklich keiner?" zu
reagieren. Liste dazu.

Das Meta-Modell ist ein wirkungsvolles Instrument in alltäglicher


Kommunikation. Es kann u.a. für folgende Zwecke angewandt
werden:
(1) zum Sammeln von Informationen, z.B. darüber, worin ein
behauptetes Problem nun wirklich besteht. Die Informationen, die wir
mit Sprache austauschen, sind oft vage und mehrdeutig. Das Meta-
Modell schärft die Sinne für die Gefahren einer vagen Sprache und
gibt Anleitungen für eine präzise Sprache.
Das Meta-Modell wird in NLP in der Ziel-Arbeit immer
angewandt, um ein Problem genau zu erkunden und um konkrete
Ziele und präzise Ziel-Sätze zu formulieren.
(2) zum Klären von Bedeutungen. Sprache, die sich auf innere
Zustände bezieht, ist oft eine persönliche Sprache (z.B.: was versteht
jemand wirklich unter "glücklich sein"?). Mit dem Fragen-Katalog
des Meta-Modells können personenspezifische Bedeutungen erkundet
und für sich selbst und für andere "übersetzt" werden.
(3) zum Vermeiden von "Gedankenlesen", d.h. von vorschnellen
Interpretationen auf dem Hintergrund der eigenen Erfahrungen und
Beliefs. Mit dem Meta-Modell wird die Einstellung geschult: "Das,
was andere sagen, ist nur ein Modell und dieses Modell ist anders als
mein Modell".
(4) zum Erkunden von Einschränkungen und hinderlichen Beliefs,
d.h. von verdeckten Vorannahmen. Dies kann z.B. im Beratungs-
Kontext von großem Nutzen sein, weil viele Probleme durch Beliefs
verursacht sind, die nicht als Beliefs erkannt werden.
(5) zur exakten Kenntnis eigener Tilgungen, Verzerrungen und
Verallgemeinerungen und damit zum Studium des eigenen
Bewußtseins.
(6) um ein Gespräch am "Köcheln" zu halten, ohne das Thema zu
wechseln. Das kann in einer Beratung nützlich sein, wenn der/die
BeraterIn noch keine Hypothese über das Problem gefunden hat. Mit
dem Fragen-Katalog des Meta-Modells wird der Ball immer wieder
an den/die KlientIn zurückgespielt. Das Meta-Modell ist auch ein
Instrument, um andere Menschen im Gespräch wirkungsvoll zu
führen.
(7) zum Entschärfen von Provokationen. Das Hinterfragen der Tiefen-
Struktur entzieht Provokationen die Wirkung. Mit dem Meta-Modell
kann man auch das Punch-Reframing (Sleight-of-Mouth Pattern)
unterlaufen.
(8) zum Gewinnen neuer Wahlmöglichkeiten, d.h. neuer
Ressourcen. Das Bewußtwerden der Tiefen-Struktur von Sätzen und
Gedanken aktiviert in vielen Fällen einen Ressourcen-Fokus.
Das Meta-Model ist damit mehr als ein nützliches Instrumentarium,
um gezielt Informationen zu sammeln. Die Anwendung des Meta-
Modells und seiner Frage-Techniken ist in vielen Fällen bereits eine
Intervention, die den inneren Zustand von Menschen verändern kann.
Simples Nachfragen ist manchmal schon eine massive Intervention.

NLP-erfahrene Menschen wenden das Meta-Modell in


Kommunikation routinemäßig an, insbesondere zur exakten Problem-
und Ziel-Bestimmung. Das Einüben in die Fragen des Meta-Modells
begünstigt die innere Haltung des Neugierigseins und des
Nachfragens und der Einstellung, den anderen für ihre Gedanken und
ihre persönlichen Welten Raum zu geben. Was uns andere in ihren
Worten erzählen, gibt für sie sicherlich Sinn, aber wir wissen nicht,
wie weit wir sie wirklich verstanden haben. Mit dem Meta-Modell
schulen sich Menschen, nicht vorschnell auf Worte zu reagieren,
sondern zu tun, als ob sie nichts wüßten, und oft und gezielt
nachzufragen ( Columbo-Technik). Dies eröffnet sowohl die
Möglichkeit für wirksamen Rapport als auch die Chance, sich von
anderen und ihren Beliefs wirkungsvoll abzugrenzen.

Metaphern Im NLP ein Sammelbegriff für Geschichten, Märchen,


Parablen, Mythen, Vergleiche, Analogien. Metaphern sind Teil des
Milton-Modells. Märchen und Geschichten zu erzählen ist eine
wirkungsvolle verbale Strategie. Gute Kommunikatoren erzählen die
ganze Zeit Geschichten. Mit Metaphern ist es möglich, indirekt zu
agieren: Probleme anzusprechen, Ziele zu nennen und Lösungen
vorzuschlagen, ohne das dies direkt angesprochen wird. Metapher
geben sich sanft und können eine enorme Sprengkraft haben.

In NLP werden Metaphern bewußt eingesetzt und ihr Einsatz geübt.


(Metaphern gelten das Teil des Milton-Modells). Dies reicht vom
Einsatz metaphorischer Vergleiche ("Im Lexikon zu surfen ist wie
von einer Insel zu einer andern zu hüpfen") und metaphorischen
Äußerungen (z.B. wird zur Äußerung: "NLP ist eigenartig" gesagt:
"Bevor die Schwalben nach Süden fliegen, suchen sie aufgeregt
ihren Schwarm") bis hin zu komplexen Metaphern zur Lösung von
Problemen. Dabei wird eine Problem-Struktur mit einer erwünschten
Lösung in eine Metapher übersetzt. (Isomorphe Metapher-
Geschichten. Isomorphie bedeutet gleiche Struktur). Der Klient hört
ein Märchen zu seinem Problem, zu seiner "Geschichte", und gibt
diesem Märchen einen Sinn. Dabei wird, so die Theorie, bewußt und
unbewußt eine Such-Prozeß für Lösungen aktiviert und so ein Zugang
zu verborgenen Ressourcen eröffnet. Eine Fall-Beispiel dazu:
"Die Katze und der Papagei". Eine Metapher zum Belief-
Gedanken: Das Märchen vom Tempel der tausend Spiegel.
Calibrated loops Kalibrierte Schleifen

Chaining, chaining anchors Ketten-Anker

Change history, changing history History change

Chunking, chunks Chunks sind die Größenordnungen, in denen


Informationen organisiert werden. Chunking ist ein Ausdruck in der
Computer-Sprache. Es bedeutet, komplexe Informationen in einzelne
Bits zu zerlegen. Chunking im NLP bezeichnet die Organisation und
Zusammenfassung menschlicher Erfahrungen in einzelne Einheiten
oder Chunks. Im großen Chunk ist der Fokus auf allgemeine und
abstrakte Informationen gerichtet, im kleinen Chunk auf spezifische
und konkrete Informationen. Chunking down und Chunking up
bezeichnet den Prozeß, bei dem der Fokus von groß zu klein bzw.
vom Kleinen zum Großen wandert. Im chunking down wird eine
große Menge an Informationen in kleinere und handlichere Einheiten
zerlegt und im Detail studiert. Im chunking up werden kleinere
Einheiten zu größeren zusammengefaßt und in einem größerem
Kontext studiert.

Chunking down ist oft eine angemessene Strategie, um komplexe


und schwierige Aufgaben zu bewältigen. Die bewußte Konzentration
auf kleine Chunks kann für große Ziele und langfristige Projekte
hilfreich sein. Chunking up hilft in machen Fällen, aus einem stuck
state herauszukommen und das Problem auf einer höheren Ebene, in
einem größeren Zusammenhang zu studieren. Chunks bezeichnen
eines der Meta-Programme des NLP. Die Kenntnis, auf welchen
Chunks einzelne Personen bestimmte Aufgaben üblicherweise
angehen, kann für die Zusammenarbeit in einem Team nutzbringend
sein.
Circle of Excellence Ein Moment of Excellence, der mit einem
Boden-Anker verbunden ist. Dabei stellt sich eine Person einen Kreis
am Boden vor. Der Bereich innerhalb des Kreises wird mit einem
Moment of Excellence verankert und mit zusätzlichen
Untereigenschaften angereichert (z.B. eine bestimmte Farbe oder
Musik). Am günstigsten ist die Konstruktion einer Synästhesie: z.
B. einen kinästhetischen Selbst-Anker mit einer visuellen
Vorstellung zu verbinden und dabei an ein Code-Wort zu denken.
Ein Circle of Excellence ist eine wirkungsvolle Methode, um rasch
in einen Ressourcen-Zustand zu kommen. Personen können sich
trainieren, im Alltag, wenn immer dies erforderlich ist, (1) sich ihren
Kreis mit ihren Untereigenschaften vorzustellen, (2) mit einem
Schritt diesen Kreis zu betreten und (3) diesen Zustand zu erfahren.
Ein Circle of Excellence ist auch geeignet, um unerwünschte Anker
zu löschen. Dabei wird eine Person veranlaßt, (1) ihren Circle of
Excellence aufzubauen, (2) zu testen, (3) sich neben den Kreis zu
stellen, von Problemen und Zielen zu sprechen, und (4) immer dann,
wenn eine Problem-Physiologie beobachtet wird, rasch in den
Kreis zu treten und den Ressourcen-Zustand zu aktivieren. Auf diese
Weise kann auch der rasche Zugang zu den Ressourcen des Circle of
Excellence im Alltag geübt werden. Übungs-Anleitung

Collapsing anchors Anker kollabieren, Anker verschmelzen

Columbo-Technik Die Columbo-Technik geht auf Inspektor


Columbo, den Helden einer amerikanischen Endlos-Serie, zurück.
Bei der Columbo-Technik nimmt sich eine Person ganz zurück, sie
agiert wenig ichhaft, gibt den anderen viel Raum, arbeitet mit
Understatements und Entschuldigungen und agiert scheinbar
nebenbei und zerstreut. In der Haltung, die Inspektor Columbo
vermittelt, kann man andere Personen respektvoll führen
("Verzeihen Sie bitte, da habe ich auf einmal eine Idee, ich weiß
nicht, ob das eine gute Idee ist, aber erlauben Sie es mir trotzdem,
daß ich " usw. ). Dies kann (die passende innere Einstellung
vorausgesetzt) eine gute Basis sein, um unauffällig und unbemerkt
NLP-Techniken anzuwenden und sehr zielgerichtet zu handeln.

Inspektor Columbo selbst ist ein gutes Modell für manche


Kommunikations-Techniken des NLP. Inspektor Columbo löst seine
Kriminalfälle, indem er u.a. (1) genau wahrnimmt, (2) gezielt
nachfragt, d.h. das Meta-Modell verwendet, (3) andere ablenkt und
Trancen induziert, indem er das Milton-Modell einsetzt, (4)
dabei unbemerkt Anker setzt, (5) ständig den Prozeß beobachtet,
d.h. auf der Meta-Ebene präsent ist, (6) wirksame Unterbrecher
setzt, (7) Interpretationen anbietet (er entschuldigt sich, spielt den
Verwirrten, ... ), die es anderen ermöglichen, seinem ungewöhnliches
Verhalten Sinn zu geben, und (8) abgegrenzt von anderen seinen
inneren Zustand selbst bestimmt. Lediglich Columbos Outfit hat es
bislang verhindert, daß er von der NLP-Gemeinde heiliggesprochen
wurde.

Computer-Metapher des Geistes. Ein Computer ist eine Maschine


zur Manipulation von Symbolen. Computer sind wie universelle
Maschinen, durch Programmierung können sie zu beliebigen
speziellen Maschinen gemacht werden. Ein Computer ist definiert
durch ein Programm. Ein Programm ist ein logisch geordnetes
System und zwar unabhängig von seiner physischen Grundlage. Die
Unabhängigkeit von der physischen Manifestation, von der
Hardware des Computers, führte dazu, den Computer als Analogon,
als Metapher für den menschlichen Geist anzusehen. In der
Psychologie wird diese Metapher von der kognitiven Pychologie
vertreten. Sie hat heute den Behaviorismus weitgehend verdrängt
und übt einen enormen Eifluß auf fast die gesamte Neurobiologie
aus. Die kognitive Psychologie versteht den Menschen als ein
informationsverarbeitendes System, das Daten nach bestimmten
Regeln transformiert. Dieses System wird in Analogie zur
Informationsverarbeitung in einem Computer gesehen. "Die Aufgabe
eines Psychologen, der die menschliche Kognition verstehen will, ist
analog derjenigen eines Menschen, der entdecken will, wie ein
Computer programmiert ist", schrieben Miller, Galanter und Pribram
im Jahre 1973 (Autoren, die im NLP einen guten Ruf besitzen). Der
Kognitionspsychologe agiert wie ein Programmanalytiker, er will
einen Bericht geben über die Art, in der sich Information im
Menschen fortpflanzt.

Die kognitive Psychologie steht im engen Zusammenhang mit dem


Forschungsprogramm der "künstlichen Intelligenz". Sein Ziel ist es,
reale Computer zur Simulation von Gehirnvorgängen zu
programmieren. Dabei wird angenommen, daß das menschliche
Gehirn ausschließlich nach formal-logischen Prinzipien funktioniert.
Jedes Neuron wird als kleiner Computer, als Mini-Maschine
definiert. Das gesamte Gehirn gilt als logisches Netz von Neuronen,
als komplizierte deduktive Maschine. Als Beispiel für die "harte"-
Künstlicher-Intelligenz-Variante wird auf Marvin Minsky verwiesen.
Minsky, ein konsequenter Materialist, schrieb 1985 in seinem Buch
"Mentopolis" "Es besteht nicht der geringste Anlaß daran zu
zweifeln, daß Gehirne Maschinen mit einer gewaltigen Zahl von
Einzelteilen sind, die in perfekter Übereinstimmung mit den
Gesetzen der Physik funktionieren. Soweit wir wissen, ist unser
Geist nur ein komplexer Prozeß." Daß der Geist eine Maschine ist,
steht außer Zweifel. Es geht nur um die Frage, was für eine Maschine
der Geist ist: "Die schwerwiegenden Probleme bestehen darin, daß
uns unsere geringe Erfahrung mit Maschinen von derartiger
Komplexität noch nicht erlaubt, mit Erfolg über sie nachzudenken".

Die Computer-Metapher des Geistes ist Ausdruck des


mechanistischen Welt-Bildes, wo alles als Maschine gedeutet wird.
Im mechanistischen Welt-Bild ist Bewußtsein das große Rätsel. In
der Geschichte dieses Welt-Bildes wurde immer die technisch
fortgeschrittenste Maschine als Analogon für den menschlichen
Geist genommen. Descartes beschrieb die Interaktion von Körper
und Geist durch Hebeln und Fäden (das, was im Gehirn denkt, macht
den Körper beweglich wie ein Marionetten-Spieler eine Puppe). Im
19. Jahrhundert glaubte man, der Geist sei eine komplizierte Dampf-
Maschine (mit kleinen Ventilen im Gehirn. Zischt es in Ihrem Gehirn
auch manchmal?) Heute ist man auf den Computer gekommen - und
in hundert Jahren wird man über die Computer-Metapher des Geistes
genauso lachen, wie wir über die Dampfmaschinen-Metapher lachen.

Die Computer-Metapher des Geistes ist für NLP bedeutsam. Sie


findet sich in vielen NLP-Texten und ist auch im Wort
"Programmieren" enthalten. Die Computer-Metapher des Geistes hat
die Anfangs-Zeit des NLP geprägt (und ist vielleicht teilweise für
den Erfolg in dieser Phase verantwortlich). Man kann zeigen, daß die
Computer-Metapher des Geistes grundlegend falsch ist (ein elegantes
Argument verwendet die Unvollständigkeits-Sätze von Gödel, wo
mit den Mitteln der formalen Logik eine prinzipielle Grenze des
formal-logischen Denkens bewiesen wird). NLP heute widerspricht
dem mechanistischen Welt-Bild und der Computer-Metapher des
Geistes. NLP widerlegt alle Annahmen dieses Welt-Bildes. Die
Methoden des NLP sind eine Möglichkeit, auf praktische Weise das
mechanistische Welt-Bild und seine Grenzen zu überschreiten und
damit zu experimentieren. NLP heute basiert auf konstruktivistischen
Ideen. Im Konstruktivismus gilt der Geist als das primäre Phänomen.
Er ist nicht durch äußere Vorgänge erklärbar und schafft eine Welt
für sich. In NLP studieren wir, wie wir durch Vorgänge und Prozesse
in der Welt "innen" die Welt "außen" gestalten und beeinflussen.

Core state Bezeichnung für Quellen-Zustände im Rahmen der


Core transformation. Connirae Andreas (Core Transformation.
Reaching the Wellspring Within, Real People Press 1994) beschreibt
fünf Gruppen von Quellen-Zuständen, denen ihrer Meinung nach
eine allgemeine Bedeutung zukommt: (1) "Sein" (being): die direkte
Erfahrung der Gegenwart, voll da sein, sich als ganz gegenwärtig
erleben, sich ganz erleben, voll im Hier und Jetzt sein. (2) "Innerer
Friede" (inner peace): ganz in innerer Ruhe sein, eine innere Stille
genießen, voll in sich ruhen. (3) "Liebe" (love): bedingungslose
Liebe schenken, bedingungsloses Geliebtwerden erfahren,
umfassende Liebe erleben. (4) "Akzeptanz" (OKeness): das Gefühl,
ganz o.k. zu sein, Selbstwert ohne jedes Tun oder Leistung erleben,
seinen Eigenwert intensiv spüren, das Gefühl haben"Ich bin
liebenswert, weil ich lebe". (5) "Einheit" (oneness): die Erfahrung
der Verbindung zur Natur, zu den Menschen, zu Gott, das Erleben
umfassender Einheit, das Gefühl, mit allem eins zu sein.

Diese Quellen-Zustände sind durch sechs Kriterien gekennzeichnet:


(1) Es handelt sich um Seins-Zustände (bei denen nichts getan
werden muß und bei dem nicht von außen passieren muß). (2) Sie
haben keine äußeren Ursachen (wie: "ich bin glücklich, weil das
geschehen ist"). Sie können zu jedem Zeitpunkt unabhängig von
äußeren Umständen erlebt werden. (3) Sie sind nicht reflexiv (wie:
ich liebe mich). (4) Sie enthalten keine spezifischen Gefühle, wie
hoffnungsvoll, stolz, befriedigt, (5) Sie enthalten ein spürbares
körperliches Erleben, das die ganze Person ergreift. (6) Sie sind der
Endpunkt in einer Kette von "sich noch besser fühlen". Auf die
Fragen: "Was könnte noch wichtiger sein?" gibt es keine Antwort
bzw. es werden die Konsequenzen des Quellen-Zustandes
beschrieben (z.B. "mein ganzes Leben würde sich ändern").

Core transformation Imperative Selbst-Analyse

Cross-pacing Überkreuz-Spiegeln.
Positive Absicht gute Absicht

Positiver History Change Beim History Change geht es um das


Kennenlernen und Auflösen einer belastenden Situation aus der
Vergangenheit. Ausgangspunkt ist meist ein negatives Gefühl, das in
seine Ursprünge in der Jugend oder in der Kindheit zurückverfolgt
wird. Beim Positiven History Change wird diese Technik mit einem
positiven Inhalt eingesetzt. Ausgangspunkt ist eine Ressource (die
z.B. für ein Ziel benötigt wird),wie das Gefühl von Freiheit. Mit
diesem Gefühl geht es in der Erinnerung zurück und man sammelt
alle Ereignisse, die zu diesem Gefühl passen.(Es wird also ein
bestimmter "roter Faden" im Leben aufgerollt).

Der Positive History Change ist ein Gegenpol zu den Techniken des
History Change und der Neuprägung. History Change und
Neuprägung aktivieren die "Hölle der Kindheit", der Positive History
Change das "Paradies der Kindheit". Kinder können intensiv
genießen, ganz im Hier und Jetzt leben und vollkommen glücklich
sein. Ein Positiver History Change ist geeiget, das Bild über die
eigene Vergangenheit positiv zu verändern. Übungs-Anleitung.

Prädikate Prädikate sind sinnespezifische Wörter, die mit einem


Repräsentations-System korrespondieren. Wir verwenden Worte, um
unsere Erfahrungen zu beschreiben ( Meta-Modell der Sprache).
D.h. die Wahl der Worte wird uns einen Hinweis liefern, welches
Repräsentations-System eine Person eben verwendet. "Ich sehe den
Punkt, auf den es Dir ankommt" gibt eine andere Information als "Ich
verstehe Dein Anliegen". Liste von Prädikaten. Mehr unter
Repräsentations-Systeme der Sprache. Die gewohnheitsmäßige
Verwendung einer Sorte von Prädikaten (z.B. visuelle Prädikate) gibt
einen Hinweis auf das bevorzugte Repräsentations-System einer
Person. Um sich einer Person anzugleichen, sie zu spiegeln, ist es
günstig, Prädikate ihres bevorzugten Repräsentations-Systems zu
verwenden. Beim Sprechen vor Publikum oder im Unterricht ist es
günstig, eine ausgewogene Mischung von Prädikaten zu benutzen.

Pragmagrafisches Swish-Design, Pragmagraphic Swish Design


Pattern. (welcher deutsche Ausdruck wäre hier passend?) Eine
komplexe Variante einer Swish-Technik, entwickelt von Robert
Dilts und Todd Epstein. Im Unterschied zum Standard-Swish und
zum Swish-Design ist das Ziel-Bild kein direktes (positives) Selbst-
Bild, sondern eine Situation, in der der Klient in der Lage ist, frei und
kreativ beliebige andere Verhaltensweisen wählen zu können. Beim
Problem-Bild geht es in dieser Variante nicht um das "wahre"
Auslöser-Bild (das durch Befragen ermittelt wird), sondern um eine
innere Repräsentation, die im ursprüngliche Ablauf der
problematischen Strategie eine auslösende Funktion gehabt haben
könnte. Anders als beim einfachen Swish-Design, bei dem der Coach
versucht, diejenigen inneren Repräsentationen herauszufinden, die
direkt als Auslöser angesehen werden können, macht man beim
Pragmagraphic Swish Design Pattern einen "Umweg" über die
Gefühle. Die automatische zwanghafte Reaktion wird dabei als
Abfolge (Strategie) von gefühlsmäßiger (kinästhetischer) Reaktionen
gedacht: ein Gefühl K1 "verursacht" ein anderes Gefühl K2 usw. Die
Prozeß-Schritte dieser Technik sind:

(1) Im ersten Schritt versucht man, das Gefühl K1 zu erkunden, das


bei dem zwanghaften Verhalten auftritt: jenes Gefühl, das eine Person
erlebt, wenn sie dieses Verhalten tun "muß".
(2) Im zweiten Schritt wird eine zeitliche Kette in die Vergangenheit
konstruiert: was macht diese Person unmittelbar bevor K1 auftritt und
welches Gefühl K2 ist damit verbunden? Danach soll der Klient seine
Reaktion erkunden, die unmittelbar vor K2 kommt und das Gefühl K
3, das damit verbunden ist. Die Konstruktion dieser Gefühls-Kette
enthüllt meist einen Ablauf, der in Regel außerhalb der bewußten
Wahrnehmung stattfindet. (Klienten stoßen manchmal auf Gefühle,
die sie bewußt noch niemals mit dem zwanghaften Verhalten in
Verbindung gebracht haben).
(3) Im nächsten Schritt wird das Ziel konstruiert: ein Zustand von
Wahlmöglichkeiten und Kreativität und die speziellen Gefühle K4,
die mit diesem Zustand einhergehen.
(4) Dann werden die kritischen Untereigenschaften der visuellen
Repräsentationen zu K3 und K4 erkundet, die beide gemeinsam
haben.
(5) Mit Hilfe dieser kritischen Unteriegenschaften und einer
gemeinsamen, nicht-kritischen Untereigenschaft erfolgt dann der
Swish. Dabei wird das visuelle Bild, das zu K3 paßt durch das
visuelle Bild ersetzt, das zu K4 paßt - frei nach dem Bandler'schen
Motto "Durchsage an's Gehirn: Nicht da geht es längs (nach K2 und
K1), sondern da längs (nach K4)!"

Diese Technik orientiert sich - im Unterschied zu anderen Swish-


Techniken, die vor allem mit visuellen Bilder arbeiten - an den
Gefühlen. Dabei scheint es unerheblich zu sein, ob die visuellen
Untereigenschaften des Bildes zu K3 dem "wahren" Auslöser-Bild
(das bei dieser Technik nicht in Erfahrung gebracht wird) entsprechen
(und ein Teil der Strategie sind, die das zwanghafte Verhalten
hervorgebracht hat), oder ob sie erst im Prozeß der Befragung aus
dem Gefühl K3 entstanden sind bzw. vom Coach induziert wurden.
Der "Autopilot" (die automatische Reaktion, die zum dem
unerwünschten Zwangs-Verhalten führt) wird dabei in jedem Fall
verändert. Möglicherweise hat diese Veränderung damit zu tun, daß
in der Befragung erst eine Assoziation zwischen der Kinästhetik K3
und der dazugehörenden visuellen Repräsentation konstruiert wird
(ebenso für K4).

Das pragmagrafische Swish-Design ist gut geeignet, die sekundären


Gewinne zu erkunden, die mit dem ursprünglichem Zwangs-
Verhalten verbunden sind. (K3 gibt meist einen deutlichen Hinweis
darauf).
Prägung, Imprint Ein Prozeß, bei dem ein Verhalten in einen
Organismus "eingebrannt" oder geprägt wird. Entdeckt wurde dieses
Phänomen von dem Verhaltensforscher Konrad Lorenz. Lorenz fand
heraus, daß Graugänse während einer kritischen Phase in den ersten
Tagen ihres Lebens "geprägt" werden: sie machen sich ein "inneres
Bild" von ihrer Mutter und ihrer Spezies. Was immer die junge Gans
in dieser Phase sieht, erhält, wenn es sich bewegt, die Bedeutung
"Mutter", ob es nun die wirkliche Gänsemutter ist, ein Ball oder
Konrad Lorenz selbst. Viele der von Lorenz aufgezogenen Gänse
hielten ihn für die Mutter und glaubten, sie gehören der gleichen
Spezies an wie er. Dieses Konzept wurde auch auf die Psychologie
übertragen. Prägungserfahrungen sind intensive Erlebnisse, oft in der
frühen Kindheit, die eine Person nachhaltig formen. Robert Dilts
bezeichnet damit Erfahrungen, die das Verhalten und die Beliefs
eines Menschen nachhaltig und intensivst beeinflussen. Negative
Prägungen (die oft unbewußt wirken und "vergessen" wurden),
werden im NLP mit der Technik der Neuprägung erkundet und in
ihrem Erinnerungs-Bild verändert. Dies kann eine intensive Erfahrung
sein, mit oft dramatischen Resultaten und bleibendem Wert.

Präskriptive Regeln Präskriptive oder normative Regeln sind Regeln


über soziale Verhaltensweisen: was in einem bestimmten Kontext
angebracht und was nicht. Präskriptive Regeln sind nicht rational
begründbar. Sie werden meist nicht explizit verbal, sondern implizit
nonverbal vermittelt. Präskriptive Regeln sind Beliefs.

Präsuppositionen Vorannahmen

Primäres Repräsentations-System Bevorzugtes Repräsentations-


System

Problem-Fokus, Problem-Physiologie, Problem-Zustand Das


Erleben eines Problems, das sich in einer entsprechenden Physiologie
ausdrückt. Eine Person zeigt ihre Problem-Physiologie, wenn sie von
ihrem Problem spricht, sich an eine Situation erinnert (oder sich eine
Situation in der Zukunft vorstellt), die nicht zu ihrer Zufriedenheit
abgelaufen ist (ablaufen wird). Problem-Physiologien können
genau wahrgenommen werden, sind jedoch bei jedem Menschen
unterschiedlich. In NLP versucht man immer - im Unterschied zu
anderen Ansätzen - Menschen aus einem Problem-Zustand aktiv
herauszuführen, sie von ihrem Problem zu dissoziieren. Das
Belief dazu ist, daß es in diesem Zustand nichts zu lernen gibt, bzw.
alles, was es zu lernen gibt, schon gelernt wurde. Problem-Zustände
werden in NLP nur zur (kontrollierten) Informationssuche verwendet.
Als Beispiel wird auf die Prozeß-Instruktionen für die Technik der
Neuprägung verwiesen, wo es NLP-erfahrenen Personen gelingt,
gezielt und wirkungsvoll mit intensiven negativen Zuständen (wie
Erinnerungen an traumatische Erlebnisse in der Kindheit) umzugehen.

Propriozeptive Empfindungen, propriozeptives Feedback Die


propriozeptiven Empfindungen werden in der Medizin, neben den
viszeralen, den haptischen, bzw. taktilen Empfindungen und den
Temperatur- und Schmerzempfindungen zu den Bereichen der
Gesamtkörper-Empfindungen gerechnet. (Im NLP wird all das unter
dem Begriff der Kinästhetik zusammengefaßt). Das propriozeptive
Feedback besteht aus den Impulsen der Propriorezeptoren (das sind
Nerven, die in einem ausführenden Organ enden und dessen
Eigenreflexe auslösen). Sie vermitteln uns Informationen über die
Körperhaltung, über Bewegungen des Körpers oder einzelner
Körperbereiche: Wir fühlen, in welcher Körperhaltung wir sind oder
welche Bewegungen wir machen, ohne daß wir dazu gezwungen
wären, uns selbst dabei zuzuschauen (visuell) oder uns von anderen
Leuten erzählen (auditiv) zu lassen, was wir tun. Wir fühlen es
(kinästhetisch) dank dem propriozeptiven Feedback.

Prozeß-Ebene, Prozeß-Perspektive, Prozeß und Inhalt Der Inhalt


ist, was getan wird, - der Prozeß das Wie. Was jemand sagt, ist der
Inhalt, die Wörter, - wie jemand etwas sagt, der Prozeß. Mit NLP will
man innere und äußere Kommunikations-Prozesse verstehen. Einer
der großen Vorteile von NLP ist die Orientierung auf die Prozeß-
Ebene. Es ist z.B. möglich, eine NLP-Beratung durchzuführen, ohne
die Inhalte eines Problems im Detail zu kennen. (Dies wird manchmal
verdecktes Arbeiten genannt). Überspitzt formuliert: wenn eine
Person K (der Klient, die Klientin) einer Person B (dem Berater, der
Beraterin) erzählt: "Ich habe ein Problem mit der Person C im
Kontext X", so kann B (ein entsprechendes Können vorausgesetzt) K
durchaus wirksam helfen, ohne viel mehr von dem Problem zu wissen
(Dies steht durchaus in Widerspruch zu der gängigen NLP-Ideologie
einer langen Informations-Sammlung). B konzentriert sich dabei
ausschließlich auf Prozeß-Elemente: Welche Physiologie zeigt K
im Reden über das Problem? Welche Zugangs-Hinweise sind im
stuck state zu beobachten? Welche Ressource könnte fehlen? Wie
reagiert K auf vorgeschlagene Ziele und Ressourcen? Welche
Hindernisse sind erkennbar?, usw. B könnte schließlich eine
Änderungs-Technik anbieten und bei all dem strikt auf der Prozeß-
Ebene bleiben.

Die Konzentration auf die Prozeß-Ebene von Kommunikation hat


viele Vorteile im Beratungs-Prozeß.
(1) B kann sich ganz auf den Prozeß konzentrieren und wird durch
Inhalte nicht abgelenkt.
(2) Die Prozeß-Ebene erlaubt den Schutz der Integrität und Intimität
von K. K kann über belastende, intime und peinliche Probleme
"arbeiten", ohne genau sagen zu müssen, um was es "wirklich" geht.
(Ein Teilnehmer in einem Seminar hat einmal gesagt: "NLP ist wie
Striptease ohne sich auszuziehen.")
(3) Dies kannfür B zusätzlich hilfreich sein, weil es die Abgrenzung
zu den Problemen von K erleichtert, - eine Vorausbedingung für eine
effiziente Beratung.
(4) Prozeß-Instruktionen fördern die Mitarbeit von K, weil K aktiv
den Inhalt, der nicht vorgegeben wird, selbst konstruieren muß.

Die Wahrnehmung der Prozeß-Elemente von Kommunikation


erfordert die Schulung eines Meta-Standpunktes, unabhängig und
zusätzlich zu den Inhalten von Kommunikation. Die Konzentration
auf Prozeß-Aspekte von Kommunikation bedingt eine spezielle
Denkweise, die im Umgang mit NLP-Techniken erworben werden
kann. Anleitungen zu NLP-Übungen (wie sie auch in diesem Lexikon
zu finden sind) sind Prozeß-Anleitungen. Sie beschreiben Prozeß-
Schritte, die eine erfahrene Person machen kann. Die meisten
Änderungs-Techniken des NLP können bei jedem Prozeß-Schritt
unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt bei diesem Schritt
fortgeführt werden (dabei muß B immer auf den inneren Zustand
von K achten).

Punch-Reframing, Sleight-of-Mouth-Patterns Eine Liste von


Sprachmustern, um schnell einen Aussage zu reframen. Diese
Muster wurden Anfang der 80er Jahre von Robert Dilts beschrieben.
Dilts beobachtete, daß Richard Bandler im Gespräch wiederkehrende
Strukturen benutzte, um fehlgeformte Glaubenssätze von
Gesprächspartnern zu verändern.

Punch-Reframing ist eine Möglichkeit, im Gespräch


Veränderungsarbeit machen zu können. Die Sprachmuster des Punch-
Reframings sind rhetorische oder formale Mittel, um mit bereits
identifizierten Beliefs zu arbeiten. Sie verändern die Beziehung
zwischen einzelnen Elementen des Glaubenssatzes. Sleight-of-Mouth-
Patterns sind Vorschläge, wie man das, was man mitteilen möchte, in
eine nützliche Form bringen kann.

Die Wirkungsweise der einzelnen Sprach-Muster orientiert sich an


den Arbeiten des Mathematikers Polya, der herausfand, unter welchen
Bedingungen Menschen bereit sind, ihre Glaubenssätze aufzugeben
oder zu modifizieren. Er argumentierte, daß Menschen, wenn sie sich
entscheiden etwas zu glauben oder nicht zu glauben, sich vor allem an
Wahrscheinlichkeiten orientieren. Wenn etwas nach ihrer
Einschätzung wahrscheinlich ist, wird es für wahr gehalten, als wenn
es eher unwahrscheinlich ist. Durch bestimmte formale
Interventionsformen, wird unabhängig vom Inhalt, suggeriert, daß ein
Glaubenssatz weniger wahrscheinlich ist, als angenommen. Da
Glaubenssätze nicht an der aktuelle Erfahrung überprüft werden, und
da es nicht möglich ist, einen Glaubenssatz zu ändern, indem man ihn
logisch widerlegt, sind Sleight-of-Mouth-Patterns eine Möglichkeit,
Glaubenssätze zu ändern, indem man für wahr gehaltenes
unwahrscheinlich erscheinen läßt. Die Muster des Punch-Reframings
werden vor allem bei vor allem bei Beliefs eingesetzt, die das Meta-
Modell in Bezug auf Ursache-Wirkung und auf komplexe
Äquivalenz verletzen. Ausführliche Beschreibung der 14 Sprach-
Muster von Robert Dilts mit Beispielen.

Quelle Bezeichnung für eine innere Vorstellung, die in besonderem


Maße eine Person in einen Ressourcen-Zustand führt. Die Quelle
ist oft die Vorstellung einer (realen oder fiktiven) Landschaft, ein
Platz in der Natur, ein besonderer Ort. Die Quelle ist wie eine
Tankstelle. Sich diesen Ort vorzustellen, "sich in die Quelle zu
begeben", d.h. diese Vorstellung assoziiert zu erleben, hat die
Wirkung, sich energievoll und voller Kraft zu fühlen. Die Quelle
beschreibt einen core state, die Erfahrung von Zugehörigkeit. Sie
hat mit der höchsten der logischen Ebenen zu tun. Die markanten
Untereigenschaften der Quelle (z.B. ein bestimmtes Licht, eine Musik
oder ein Geruch) verfügen über besondere Wirkungen auf eine
Person. Sie sind hervorragend als Ressource für viele
Interventionen geeignet, z.B.
(1) dem Ändern von Beliefs mit Hilfe von Untereigenschaften,
(2) dem Standard-Swish,
(3) der Befreiung von unerwünschten intensiven Gefühlen, wie
Scham- und Schuld-Gefühle ( # Übungs-Anleitung dazu)
(4) oder der Verwandlung "fremder Teile" in uns ( Übungs-
Anleitung dazu).

Personen, die die markanten Untereigenschaftem ihrer Quelle kennen,


können in der Regel ihre Ziele deutlich verbessern (in jedem
großen Ziel sollten die markanten Untereigenschaften der Quelle zu
finden sein). Ein Ziel der Selbststeuerungs-Techniken des NLP
könnte es sein, den raschen Zugang zur Quelle im Alltag
sicherzustellen. Anleitung für eine Trance zur Quelle.
Mehrfache Beschreibung Die unterschiedliche Beschreibung des
gleichen Tatbestandes, aus unterschiedlichen Perspektiven, mit
unterschiedlichen Inhalten. Wenn alle Wahrnehmung durch
Wahrnehmungs-Filter getrübt ist, dann gibt es keine "wahre"
Beschreibung von etwas, sondern eine Vielzahl möglicher
Beschreibungen, die alle eine gewisse Plausibilität haben können.
Effiziente Kommunikation bedingt auch die Fähigkeit, sogenannte
"Tatsachen" mehrfach beschreiben zu können und einen Zugang zur
Beschreibung anderer Menschen zu finden. NLP präsentiert eine
Reihe von Modellen und Verfahren, die zur Mehrfach-Beschreibung
geeignet sind. Beispiele sind der Unterschied zwischen einer
assoziierten und einer dissoziierten Beschreibung, das Modell der
Wahrnehmungspositionen, die Meta-Programme oder die
Verfahren des Reframings.

Mentoren-Technik Ein Mentor ist ein Ratgeber, ein Berater, ein


wohlwollender weiser Freund. Bei der Mentoren-Technik des NLP
werden reale oder fiktive Mentoren als Ressource genutzt. Dies
können Personen sein, die jemand kennt, von denen er/sie gehört
oder gelesen hat, Personen aus Romanen oder Filmen, Märchen-
Figuren, Tiere, Pflanzen, mystische Gestalten oder abstrakte Wesen
(alles, was im Belief-System des Klienten / der Klientin Platz hat
und Sinn macht. In NLP werden fiktive Wesen nicht als "real",
sondern als metaphernhafte Beschreibungen von Teilen im
Unbewußten interpretiert). Die Mentoren-Technik eignet sich für
stuck states, die mit neuen Ideen angereichert werden sollen. Sie
wird in der Regel mit Hilfe von Boden-Ankern durchgeführt. Die
wichtigsten Schritte sind:
(1) Das Problem assoziiert erleben,
(2) sich vom Problem dissoziieren,
(3) Mentoren bestimmen,
(4) dissoziiert befragen oder assoziiert aus einer zweiten
Wahrnehmungs-Position erleben und durch die Mentoren neue Ideen
für das Problem bekommen, und
(5) alle neuen Ressourcen ins Problem (an den Ort des Problems)
hineinbringen (und das Verschmelzen der Anker genießen).
Anleitung zur Übung "Die drei Mentoren".

Meta Das Wort Meta kommt aus dem Griechischen und wird meist
in der Bedeutung von über, ober- oder außerhalb verwendet (die
zusätzliche Bedeutung "neben" findet sich im NLP-Begriff Meta-
Botschaft, siehe unten). Das Meta-Modell des NLP ist ein Modell
über menschliche Modell-Bildung generell. Eine Meta-Position ist
eine Position außerhalb einer anderen Position, von der über sie
reflektiert werden kann. Im Modell der Wahrnehmungs-Positionen
ist die dritte Position eine Meta-Position zu den ersten beiden. Der
Meta-Spiegel, die vierte Position, ist eine Meta-Position in Bezug auf
erste und dritte Position. Die Fähigkeit, eine unendliche Zahl von
Meta-Positionen und Meta-Ebenen entwerfen zu können, ist eine
grundlegende Fähigkeit des Bewußtseins, das immer wieder über
die Inhalte einer bestimmten Ebene von einer höheren Warte aus
reflektieren kann. Effiziente Kommunikation bedeutet auch, auf
Inhalte zu achten und gleichzeitig eine Meta-Position zu aktivieren,
d.h. Prozesse zu erkennen. Die Prozeß-Techniken des NLP
aktivieren generell eine Meta-Position zum aktuellen Geschehen. Die
Selbststeuerungs-Techniken des NLP fördern die Fähigkeit, zu
sich selbst und seinen inneren Zuständen eine Meta-Position
einzunehmen.

Meta-Botschaft Das Wort Meta-Botschaft findet sich in NLP in


zweifacher Bedeutung.

(1) Eine Meta-Botschaft ist eine Botschaft über eine Botschaft. Jede
Information, die eine Person gibt, enthält vielfältige Informationen
über die Botschaft selbst. Beispiele sind die Art der Botschaft (ob es
sich z.B. um einen Liebes-Brief oder um einen Droh-Brief handelt),
über den Status (z.B. in einer sozialen Hierarchie) und den inneren
Zustand von Sender und Empfänger. Mit jeder Botschaft wird ein
Kontext angesprochen oder neu festgelegt, in dem die Botschaft
ausgetauscht wird. Die Meta-Botschaften von Botschaften werden in
vielen Fällen durch nonverbale Signale, durch die Körper-Sprache,
transportiert, z.B. durch den Tonfall, mit der jemand etwas sagt, oder
durch Körperhaltung und Gesten, die einen Satz begleiten.
Kongruenz bedeutet die Übereinstimmung von Botschaft und Meta-
Botschaft.

(2) Als Meta-Botschaft wird in der Folge der Untersuchungen von


Gregory Bateson und den anderen Mitgliedern des MRI (Mental
Research Institutes) der nonverbale Teil einer Kommunikation
bezeichnet, wenn er mit dem verbalen Teil im Konflikt steht. Eine
Meta-Botschaft in dieser Bedeutung ist immer eine inkongruente
Botschaft. "Meta"-bedeutet hier nicht übergeordnet, in Sinne eines
hierarchischen Verhältnisses (der nonverbale Teil ist die "Wahrheit",
der verbale Teil ist "gelogen"), sondern mehr eine "Para"-Botschaft:
beide Botschaften stehen gleichberechtigt nebeneinander. Sie sind
Ausdruck von nicht zusammenpassenden Teilen des Welt-Bildes
einer Person. Einen Teil dieses Welt- oder Selbstbildes, bzw. der
"inneren Landkarte" wird im verbalen Teil deutlich (Jemand sagt ich:
"Ich liebe dich"), ein anderer Teil wird im Nonverbalen deutlich:
seine Stimme drückt Verzweiflung oder Wut aus. Die Interpretation
als Para-Botschaft findet ihren praktischen Ausdruck in der Technik
des Kurzschließens.

Ist der Körperausdruck oder die Stimmqualität nicht in


Übereinstimmung mit den Worten des Kommunizierenden, so gehen
Therapeuten anderer Schulen davon aus, daß der nonverbale Teil der
Kommunikation die "Wahrheit" übermittelt und der verbale Teil
quasi "gelogen" ist. Damit wird ein eigenartiger Wahrnehmungs-
Filter installiert, der eine detektivistische oder inquisitorische
Haltung Klienten gegenüber begünstigen kann. Sagt ein Klient etwa:
"Ich liebe meine Frau wirklich", ballt dabei die Hände zu Fäusten
und spricht mit harter Stimme, dann sagt der Therapeut vielleicht
"Ich höre ZWAR, daß Sie sagen, sie lieben sie, ABER (mit
Zeigefinger und Blick auf die Hände des Klienten gerichtet) was
haben wir denn hier?!" NLP vermeidet solche Spiele.

Meta mirror Meta-Spiegel


Wahrnehmungs-Positionen Die bewußt oder unbewußt
eingenommene Pespektive, aus der eine Situation erlebt wird. NLP
kennt traditionellerweise drei Wahrnehmungs-Positionen, die als
erste, zweite und dritte Wahrnehmungs-Position bezeichnet werden.

(1) Die erste Position ist das Erleben ganz aus der eigenen Innen-
Perspektive, assoziiert mit der eigenen Rolle, den eigenen
Gedanken und Gefühlen. In der ersten Position ist die Wahrnehmung
direkt, unmittelbar und unvermittelt: ich sehe mit meinen Augen,
höre mit meinen Ohren und fühle meine Gefühle in dieser Situation.
Es ist das ungefilterte, eigene Erleben aus der eigenen Innen-
Position. Ich bin ganz ich selbst, in Kontakt mit meinem Körper und
meinen Gefühlen. Ich erlebe eine Situation ganz aus mir.

(2) Die zweite Position ist die Wahrnehmung einer Situation aus der
Perspektive einer anderen Person. Ich schlüpfe "in die Schuhe" einer
anderen Person und erlebe die Welt aus der Warte dieser Person: ich
sehe mit den Augen dieser Person, höre mit ihren Ohren und fühle
aus der Perspektive des anderen. Ich stelle mir vor, wie es wäre, die
Situation als diese Person zu erleben und was ich da wahrnehmen
könnte. Die Fähigkeit zur zweiten Position ist eine natürliche
Fähigkeit. Im Klischee sind es Eltern, die "instinktiv" die
Bedürfnisse eines kleines Kindes "erraten". In der zweiten Position
imaginieren sich Menschen die Innen-Perspektive anderer
Menschen. Sie sind von ihrem eigenen Erlebnis dissoziiert und mit
dieser Person assoziiert. Sie tun so, als ob sie eine andere Person
wären.

(3) Die dritte Position schließlich entspricht der Wahrnehmung einer


außenstehenden Person, die von außen die Situation betrachtet. In
der dritten Position gehe ich in die Haltung eines Beobachter, der
ohne große Gefühle von außen eine Situation wahrnimmt. Ich sehe,
höre und denke wie ein neutraler Beobachter, der eine
Kommunikations-Situation beobachtet. In der dritten Position bin ich
von den Gefühlen der Innen-Position (der ersten Position) und den
Gefühlen anderer (der zweiten Position) dissoziiert. Im Klischee ist
dies ein "objektiver Wissenschaftler", der von außen ein System
analysiert, dem er sich nicht zugehörig fühlt und von dem er glaubt,
daß er nicht ein Teil davon ist. Die dritte Position ist eine Meta-
Position zu den beiden anderen Positionen. In der Distanz zur ersten
und zurzweiten Position können die Interaktionen zwischen mir und
anderen Personen erkundet werden, und z.B. kalibrierte Schleifen
in Erfahrung gebracht werden.

Das Modell der drei Wahrnehmungs-Positionen kann durch die


Schaffung beliebiger Meta-Positionen erweitert werden. Robert Dilts
hat den Meta-Spiegel als vierte Position und als Meta-Positionen
zu den drei anderen Positionen definiert. Der Meta-Spiegel dient der
Erkundung des Beziehungsmuster zwischen dritter und erster
Position: der Art, wie die dritte Person mit der ersten Person umgeht.

Das Modell der drei Wahrnehmungs-Positionen spielt für die


Kommunikations-Techniken des NLP eine große Rolle. Erfolgreiche
Kommunikatoren beherrschen die Fähigkeit, alle drei Positionen
einnehmen zu können. Sie können Kommunikations-Situationen aus
allen drei Perspektiven erfahren. Dabei geht es um eine ausgewogene
Balance zwischen allen drei Positionen. Sie können als dreifache
Polaritäten definiert werden. Menschen unterscheiden sich auch
danach, in welchen Kontexten sie - gleichsam automatisch -
welche der drei Positionen bevorrangt einnehmen. In NLP wird der
Wert jeder Position betont, weil es in jeder Position etwas zu
erfahren gibt, was den beiden anderen Positionen verborgen ist. Der
Wert der ersten Position ist die Fähigkeit, ganz assoziiert sein zu
können und auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Der Wert der
zweiten Position sind soziale Fähigkeiten: den Standpunkt und die
Bedürfnisse anderer zu erkennen, zu respektieren und für andere da
zu sein. Der Wert der dritten Position ist die Fähigkeit, dissoziiert
sein zu können, sich aus dem emotionalen Sog von Situationen
befreien zu können. In der dritten Position sind Menschen fähig,
Kommunikations-Strukturen zu erkennen und zu analysieren, Muster
zu entdecken, Strategien und Meta-Programme in Erfahrung zu
bringen.

Jede Wahrnehmungs-Position ist ein Gewinn und jede Position kann


gleichzeitig eine Hindernis sein. Kommunikations-Konflikte sind
nach NLP durch ein Mißverhältnis der drei Positionen
gekennzeichnet. Wird die erste Position zu sehr betont, können
Menschen zu starke Selbst-Sortierer sein, unfähig zur Wahrnehmung
der Welten anderer oder unfähig, sich selbst von den eigenen
Gefühlen zu distanzieren und sich selbst aus einer Außen-Position
Feedback zu geben. Menschen, die zu sehr in der zweiten Position
leben, leben nicht ihr Leben, sondern das anderer Menschen. Dies
kann mit einem geringen Selbstwert und einer schlechten
personalen Identität verbunden sein. Ist die dritte Position zu
dominant, so kann dies mit einem mangelnden Zugang zu den
eigenen Gefühlen, einem Mangel an Genuß-Fähigkeit, am
assozierten Erleben schöner Momente verbunden sein.

Mit NLP können Menschen lernen, verschiedene Perspektiven


einzunehmen und alle drei Positionen abwechselnd zu erleben. Das
Ziel ist Flexibilität: die Fähigkeit, eine Kommunikations-Situation
mehrfach beschreiben und erleben zu können.
(1) Ein verstärktes Erleben der ersten Position kann durch alle
Assoziierungs-Techniken trainiert werden.
(2) Die Anleitung zur zweiten Position ist (a) die Imagination der
gewünschten Person und (b) zu tun als ob man diese Imagination
wäre. Manchmal ist es hilfreich, die zwei Prozeß-Schritte bewußt zu
trennen:
(a) sich diese Person dissoziiert (z.B. in zwei Meter Abstand)
vorzustellen und sich dabei auf typische Verhaltens-Merkmale, wie
Körperhaltung, Bewegung, Gesten, der Art des Redens, der Art der
Kleidung, zu konzentrieren. Dabei genügen in vielen Fällen vage
Eindrücke, eine Ahnung, das könnte so oder so sein.
(b) in diesen imaginierten Körper "hineinzugehen": genau diese
Körperhaltung einzunehmen, sich genau so zu bewegen, so zu reden
oder sich das vorzustellen, usw. (Manche Personen stellen sich vor,
sie würden in den Körper "hineinschlüpfen" oder diesen Körper "wie
einen Taucher-Anzug anziehen"). Dabei kann dies so erfahrene
Körper-Gefühl eigenartig sein (z.B. auch, wenn es sich um eine
Person des anderen Geschlechts handelt).
(3) Die dritte Position wird durch die Dissoziierungs-Techniken
gefördert. Weil es viele Arten von dritter Position gibt, ist es oft
hilfreich, bewußt positive Eigenschaften in diese Position zu geben:
z.B. die Vorstellung von einem kompetenten Schauspiel-Direktor,
der die Performance seines Lieblings-Schauspielers begutachtet, oder
eine sachkundige Regisseurin, ein selbstbewußter Kinobesucher, ... .
Dabei kann es hilfreich sein, in der eigenen Körperhaltung die
Dissoziierung zu betonen: z.B. die Hände zu verschränken, den
Körper zurückzulehnen, usw.

In jedem Fall soll mit jeder der drei Positionen ein klar erkennbare
und deutlich unterscheidbare Physiologie verbunden sein. Oft sind
kleine Veränderung in der Körperhaltung geeignet, den Zugang zu
einer der drei Positionen zu finden. Dies kann im Alltag nützlich
sein. NLP-erfahrene Menschen können sich trainieren, im Alltag
(z.B. bei Gesprächen) rasch die Positionen zu wechseln, und z.B. -
ohne das dies auffällt - für kurze Zeit die zweite oder die dritte
Wahrnehmungs-Position zu aktivieren. Die Informationen, die hier
gewonnen werden, können in vielen Fällen hilfreich sein, auch
schwierige Kommunikations-Situationen zu bewältigen. Das Modell
der drei Wahrnehmungs-Positionen kann direkt in einer
Kommunikations-Situation, als auch für die Vor- und Nachbereitung
wichtiger Situationen genützt werden.
Die typische Prozeß-Anweisung, hier am Beispiel eines
Kommunikations-Konfliktes, geht über neun Schritte.
(1) Das Thema und eine typische Szene festlegen und die
Kommunikations-Partner benennen. Wenn es sich um einen Konflikt
handelt, ist auf eine wirkungsvolle Dissoziierung vom Konflikt zu
achten. Meist werden die drei Positionen als Boden-Anker
etabliert. Sind mehrere Personen an der Szene beteiligt, kann es
nützlich sein, die zweite Position nach mehreren Personen zu
unterteilen.
(2) Die erste Position aktivieren. Typische Fragen dazu sind: "Wie
geht es mir da?", "Wie denke ich da über mich?", "Wie denke ich da
über die anderen Personen?", "Wie denke ich über die Situation?".
(3) Dasselbe für alle zweite Positionen.
(4) Die dritte Position einnehmen und aktivieren: die Szene mit den
Augen eines neutralen und kompetenten Beobachters / einer
neutralen und kompetenten Beobachterin von außen betrachten, den
Dialog zwischen der ersten und allen zweiten Personen von außen
zuhören, usw. Die Interaktionen der ersten und der (oder den)
zweiten Person(en) von außen analysieren. Typische Fragen sind:
"Was machen die 1. und 2. Person, daß immer wieder das Gleiche
abläuft?", "Welche Anker werden hier von wem gesetzt?", "Wie
reagieren die anderen darauf?". usw. Das Ziel ist ein besseres
Verständnis des Systems und die Erkundung kalibrierter Schleifen
zwischen allen Akteuren.
(5) Aus der dritten Position: das Ziel für die Kommunikations-
Situation festlegen und die fehlenden Ressourcen für die erste
Person erkunden.
(6) Eine oder mehrere Ressourcen (an einem neuen Ort am Boden)
aktivieren und in die erste Position hineinbringen.
(7) Die beiden letzten Schritte, falls erforderlich, auf alle anderen
Personen in dieser Situation anwenden. (Bei schweren Konflikten
besteht oft eine innere Hemmung dies zu tun. Warum soll ich
meinem "Feind" eine Ressource geben? Hier kann es hilfreich sein,
sich klar zu machen, daß es nicht um den "Feind", sondern nur um
mein Modell über den "Feind" geht, und zu fragen, ob es dem
gewählten Kommunikations-Ziel nützen könnte, das eigene Modell
über den "Feind" zu verändern.)
(8) Ein abschließender Check aus der ersten und / oder der dritten
Position: "Wie wird die Szene jetzt innerlich wahrgenommen?",
"Was hat sich verändert?".
(9) Future Pace. Übungsanleitung dazu.
Zeit-Linie, Time Line In NLP wird der Ausdruck Zeit-Linie in
zweifacher Weise verwendet. Wir wollen Sie die (1) äußere und die
(2) innere Zeit-Linie nennen.

(1) Bei der äußeren Zeit-Linie wird die innere Zeit-Linie (siehe unten)
in den eine Person umgebenden äußeren Raum projiziert. D.h.
bestimmte Orte im Raum werden zeitlich interpretiert (in der NLP-
Sprache: als räumliche Anker installiert). Die Zeit-Linie erscheint hier
als "materialisierte, verräumlichte Zeitlinie". Meist geschieht dies in
Form der Boden-Zeit-Linie: eine Linie, die am Boden ausgebreitet
wird. Ein Punkt auf dieser Linie repräsentiert die Gegenwart, eine
Richtung die Vergangenheit, die andere die Zukunft. Das Abschreiten
dieser Linie bzw. das Denken an bestimmte Orte auf dieser Linie
entspricht einem assoziierten bzw. dissoziierten Erleben
vergangenener bzw. künftiger Ereignisse. Das Konzept der Boden-
Zeit-Linie ist im heutigen NLP weit verbreitet. Boden-Zeit-Linien
sind ein effizientes Instrument, um zeitliche Erfahrungen
systematisch zu nützen, sie assoziiert oder dissoziiert (meist in
schnellem Wechsel) zu erleben und Ressourcen gezielt zeitlich zu
verschieben. Bekannte Beispiele für NLP-Interventionen unter
Verwendung der äußeren Zeit-Linie sind: History change,
Positiver History change, Phobie-Techniken, Trauma-Techniken
und Neuprägung sowie die Zeit-Linie der Eltern ( Übungs-
Anleitung dazu).

(2) Die innere Zeit-Linie ist eine Linie, die nur innerlich, in der
persönlichen Repräsentation von Menschen zu finden ist. Sie ist das
NLP-Konzept für die Art, wie wir uns die lineare Zeit vorstellen.
Die innere Zeit-Linie ist eine visuelle Linie (ergänzt durch auditive
und kinästhetische Qualitäten) in einem fiktiven, meist
dreidimensionalen Raum. Orte auf dieser Linie haben einen
systematischen Zeit-Bezug. Die Linie selbst verkörpert den Fluß der
Zeit von der Vergangenheit bis zur Zukunft. Die innere Zeit-Linie
und die zeitliche Konstruktion von Ereignissen (die dauernde
Zuordnung zu dieser Linie) ist meist unbewußter Natur. Sie kann
durch gezieltes Befragen schnell erkundet und bewußt gemacht
werden.Welches Zeit-Konzept besitzen Sie? Eine Anleitung, um
Ihre innere Zeit-Linie zu erkunden.

Die Konstruktion von Zeit ist demnach vor allem visueller Art: die
zeitliche Zuordnung von Ereignissen wird durch eine Art "inneres
Sehen" vermittelt. Ereignisse werden nach diesem Ansatz deshalb als
vergangene oder zukünftige Ereignisse interpretiert, weil wir sie
innerlich einem bestimmten Ort auf der Zeit-Linie zuordnen. Ein und
dieselbe Imagination (z.B. die Vorstellung, beim Frühstück zu sitzen)
wird zeitlich je nach dem Ort gedeutet, an dem sie auf der inneren
Zeit-Linie erscheint. Zeit wird damit durch eine räumliche
Vorstellung repräsentiert.

Die innere Zeit-Linie ist für die Realitäts-Konstruktion von Menschen


von zentraler Bedeutung. Zeit ist ein zentrales Element der Realität,
wie sie die meisten Menschen für wahr halten. Die innere Zeit-Linie
sagt viel über die Persönlichkeit aus. Knicks in der Zeit-Linie stehen
in der Regel für einschneidende Erlebnisse im Leben. Wechselnde
Untereigenschaften auf der Zeit-Linie sind immer bedeutungsvoll. So
können z.B. manche Strecken-Abschnitte in unterschiedliche Farben
getaucht sein und andere Gefühle auslösen. Hat Ihre innere Zeit-
Linie helle und dunkle Teile? Könnte es für Ihre innere Welt
nützlich sein, dies zu verändern? Machen Sie folgendes: Immer, wenn
Sie einen dunklen Bezirk entdecken, machen Sie ihn heller. Wenn
Ihnen das schwer fällt, nehmen Sie ein Ereignis, das Ihnen nicht
wichtig ist. Machen Sie es zuerst dunkler und dann heller. Wenn
Ihnen das gelingt, wird es Ihnen bei allen anderen Ereignissen
gelingen.

NLP kennt eine einfache Klassifikation von drei typischen inneren


Zeit-Linien: (1) die In-Zeit (in time), (2) die Durch-Zeit (through
time) und (3) die Zwischen-Zeit (between time).
(1) Von In-Zeit spricht man, wenn die Zeit-Linie in der Achse vorne /
rückwärts durch den Körper hindurchgeht, d.h. ein Teil der Zeit liegt
hinter der Person. Die Vergangenheit befindet sich dabei meistens
rückwärts, die Zukunft vorne.
(2) Die Durch-Zeit schließlich bezeichnet alle Zeit-Linien, die zur
Gänze außerhalb des Körpers sind. Vergangenheit, Gegenwart und
Zukunft liegen außerhalb der Person und können betrachtet werden,
ohne daß die Person den Kopf verdrehen muß. Die Zeit kann von
rechts nach links oder auch von links nach rechts verstreichen. Auch
die Gegenwart wird von außen betrachtet, meistens liegt sie direkt vor
(und / oder unterhalb) der Betrachterin oder dem Betrachter.
(3) Die Zwischen-Zeit ist eine Abwandlung der Durch-Zeit, wobei die
gesamte Zeit-Linie mit Ausnahme der Gegenwart (sie befindet sich
innerhalb des Körpers) im Beobachtungsfeld vorne liegt.
Zeichnung zu den drei Zeit-Linien

Einige Informationen zur In-Zeit und zur Durch-Zeit:


(1) Bei der In-Zeit fließt die Zeit meist von hinten nach vorne oder
von unten nach oben. Ein Teil der Zeit ist dem direkten Blick
verborgen: "Die Vergangenheit liegt hinter mir". Der Zugang zur
Vergangenheit ist damit schwieriger. Erst durch bewußtes Umdrehen
und Fokussieren werden Ressourcen aber auch Mißerfolge aktiviert.
Menschen, die in dieser Zeit-Variante leben, können unangenehme
Ereignisse meist gut hinter sich lassen. Auf der anderen Seite können
Sie Erfolge oft nicht lange genießen. Der Blick ist auf die Zukunft
gerichtet (Die idealen Kunden für die Ziel-Arbeit im NLP?). In-Zeit-
Personen leben oft intensiv im Hier und Jetzt, ohne viel Gefühl für die
aktuelle Zeit. Sie vermeiden es, Fristen zu setzen, und wenn, dann
sind es oft (unrealistische) zu frühe Termine. Verabredungen werden
oft verspätet eingehalten, weil das Gespür für die Zeit weniger
entwickelt ist. (Dies wird oft dem "arabischen Gefühl für Zeit"
zugesprochen). Entscheidungen werden nicht gerne getroffen bzw.
hinausgezogen, weil sich Menschen mit diesem Zeit-Konzept nicht
auf die Zukunft festlegen wollen. Erinnerungen werden meist
assoziiert abgerufen: die Person geht in der Zeit einfach zurück und
ist dann "in der Zeit" da.

(2) Bei der Durch-Zeit fließt die Zeit von rechts nach links oder von
links nach rechts. Die gesamte Zeit, Vergangenheit, Gegenwart und
Zukunft ist im Blickfeld. Die Zeit verläuft kontinuierlich und ist
immer außerhalb des Körpers. Der Zugang zur Vergangenheit ist
leicht möglich. Positive und negative Erinnerungen können schnell
aktiviert werden. Erfolg und unangenehme Erlebnisse halten lange an.
In diesem Zeit-Konzept ist alle Zeit präsent und Menschen entwickeln
ein gutes Gespür für die Zeit. Sie wissen meist genau, wie spät es jetzt
ist und entwerfen für Projekte realistische Zeit-Vorgaben.
Verabredungen werden meist pünktlich eingehalten: Zeit ist kostbar.
Durch-Zeit-Menschen können gut planen. Sie rufen Erinnerungen
meist dissoziiert ab: sie sehen, hören und fühlen sich selbst von
außerhalb.

Tad James und Wyatt Woodsmall fassen sechs Möglichkeiten


zusammen, die Zeit-Linie für therapeutische Veränderungen zu
nützen. "Jeder Weg wird", so die beiden Autoren, "große
Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Betreffenden haben.
(1) Die Beseitigung von Erinnerungen: ein Ereignis aus der Zeit-Linie
herausnehmen, in die Sonne explodieren lassen und durch ein
vorteilhafteres Ereignis ersetzen.
(2) Die Veränderung von Ereignissen aus der Vergangenheit (durch
Anreicherung mit Ressourcen).
(3) Die Beseitigung negativer Gefühle, z.B. über die Zeit-Linie
schweben bis 15 Minuten vor ein Ereignis, das Schuldgefühle auslöst
und von diesem Zeitpunkt auf die Gegenwart sehen.
(4) Die Zerstörung von Ereignissen durch Phobie-Techniken.
(5) Die Schaffung altrnativer Zukünfte.
(6) Die Veränderung der Form der inneren Zeit-Linie, z.B. von der In-
Zeit zur Durch-Zeit.
Drei Formen der inneren Zeit-Linie

1. Die In-Zeit (in time)

Die Zeit-Linie verläuft in der Achse vorne / rückwärts durch den


Körper hindurch und ein Teil der Zeit liegt hinter der Person. Die
Vergangenheit wird meist hinter sich, die Gegenwart im Körper und
die Zukunft meist vor sich konstruiert.

2. Die Durch-Zeit (through time)


Die Durch-Zeit bezeichnet alle Zeit-Linien, die zur Gänze außerhalb
des Körpers sind. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liegen
außerhalb der Person und können betrachtet werden, ohne daß die
Person den Kopf verdrehen muß. Die Zeit kann von rechts nach links
oder auch von links nach rechts verstreichen.

3. Die Zwischen-Zeit (between time)

Die Zwischen-Zeit ist eine Abwandlung der Durch-Zeit, wobei die


gesamte Zeit-Linie mit Ausnahme der Gegenwart (sie befindet sich
innerhalb des Körpers) im Beobachtungsfeld vorne liegt.

Fragen, mit denen Sie Ihr Zeit-Konzept erkunden können

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Innerer Dialog Wir reden die meiste Zeit innerlich mit uns. Wir
hören die meiste Zeit innere Stimmen. Wir führen oft einen inneren
Dialog. Der innere Dialog gilt in NLP als auditive (digitale und
konstruierte) Repräsentation: es gibt etwas zu hören. Dem inneren
Dialog kommt eine große Bedeutung für die Konstruktion unserer
subjektiven Realität zu. Bewußtsein ist ein Auswahlprozeß und
dieser Auswahl-Prozeß wird durch unseren inneren Dialog begleitet
und gesteuert. Im inneren Dalog erklären wir uns, was wichtig und
bedeutend ist und welche Deutung wir Ereignissen geben.

Nach NLP kann der innere Dialog meist an einer Bewegung der
Augen nach links unten wahrgenommen werden. Der innere Dialog
tritt oft in Form eines Zwiegesprächs auf, in Form von Phantasie-
Dialogen mit anderen Menschen. Ein belastender innerer Dialog
kann ein Ausdruck eines "Kampfes" unterschiedlicher Teile in
einer Person sein. Die Inhalte des inneren Dialogs drücken die
Beliefs eines Menschen aus, daß was jemand für wahr, wichtig oder
bedeutungsvoll hält. Der innere Dialog ist vielen Menschen
unbewußt. Es lohnt sich, sich seines inneren Dialoges bewußt zu
werden und zu üben, den inneren Dialog bewußt zu steuern.

NLP untersucht den inneren Dialog einer Person anhand seiner


auditiven Untereigenschaften. Der innere Dialog kann durch eine
Änderung dieser Untereigenschaften in seiner Wirksamkeit auf den
inneren Zustand einer Person entscheidend verändert werden. Für
die Konstruktion eines erwünschten inneren Dialoges sind alle
auditiven Assoziierungs-Techniken geeignet. Erwünschte positive
Inhalte werden in NLP durch geeignete Affirmationen und Ziel-
Sätze geschaffen und geübt. Zur Milderung eines unerwünschten
inneren Dialoges (z.B. von übermächtigen inneren Kritikern) sind
alle auditiven Dissoziierungs-Techniken geeignet. Das Ziel der
Selbststeuerungs-Techniken des NLP ist auch eine aktive und
bewußte Kontrolle des eigenen inneren Dialoges im Alltag.

Innere Repräsentation, interne Repräsentation Im Bewußtsein


kreierte Informationsmuster. In NLP wird der sinnliche Zugang zur
Welt betont. Alle inneren Repräsentationen (wie Wahrnehmung,
Tagträume, Erinnerungen, Zukunftsvorstellungen,...) sind sinnlicher
Art und laufen in einem oder mehreren Repräsentations-Systemen
ab: in Form visueller Bilder, auditiver Ton-oder Klang-"Bilder",
gefühlsmäßigen (kinästhetischen) Sensationen, Geruchs- oder
Geschmacks-Eindrücken oder -Vorstellungen. (Mehr dazu unter
Repräsentations-Systemen). In NLP werden die inneren (sinnlichen)
Repräsentationen in Einzelbausteine zerlegt, die
Untereigenschaften genannt werden; z.B. die Helligkeit des Lichts,
die dominanten Farben etc. ( Liste von Untereigenschaften). Alle
Änderungs-Techniken des NLP laufen letztlich auf eine
Veränderung von Untereigenschaften hinaus. Das Ziel der
Selbststeuerungs-Techniken des NLP ist das Bewußtwerden innerer
Repräsentationen (und ihrer Untereigenschaften) und ihre gezielte
Beeinflussung im Alltag.

Innerer Zustand Ein Sammel-Begriff für die innere Befindlichkeit,


das innere Erleben, die Summe der gesamten Erfahrung in jedem
beliebigen Augenblick, ob jemand z.B. motiviert, energievoll, ruhig
oder deprimiert ist. Innere Zustände sind immer zugleich körperliche
und geistige (seelische) Zustände. NLP untersucht ein breites
Spektrum innerer Zustände: von stuck states auf der einen Seite
(das Erleben, in einem negativen, bedrückenden Zustand gefangen zu
sein) bis zu Top-Zuständen, meist Moment of Excellence genannt.
NLP-geübte Personen erkennen durch genaues Wahrnehmen von
Zugangs-Hinweisen innere Zustände bei anderen Menschen, auch
ohne daß diese explizit darüber reden.
Alle Modelle des NLP sind eine Klassifikation innerer Zustände. In
Beratung, Coaching und Therapie wird versucht, innere Zustände bei
anderen zu erkennen, bewußt zu machen, nachzuvollziehen und zu
verändern. Standard-Fragen zum Bewußmachen innerer Prozesse
sind: "Wie machen Sie das?", "Welche inneren Prozesse aktivieren
Sie jetzt?", "Was genau müßte ich machen, daß ich auch in diesem
Zustand bin?", "Was müßte ich tun, daß es mir genauso geht, daß ich
genauso denke und genauso handle?". Die Produktion innerer
Zustände gilt in NLP als komplexes und faszinierendes Phänomen,
das im Detail untersucht wird. NLPler richten ihr Augenmerk u.a.
auf folgende Fragen: Welche inneren Prozesse laufen in welchen
Repräsentations-Systemen ab?, Welche Untereigenschaften spielen
eine wichtige Rolle?, Welche Strategien sind erkennbar?, Welche
Meta-Programme werden aktiviert? Welche Wahrnehmungs-
Filter können erkannt werden?, Welche Beliefs werden für wahr
gehalten?, Welches Selbst-Bild wird aktiviert?, usw.

Mit den Methoden des NLP untersuchen Menschen bei sich und bei
anderen die Auslöser innerer Zustände: ob und wie sie durch innere
oder äußere Ereignisse "verursacht" werden. Der Einfluß äußerer
Ereignisse wird durch das Anker-Konzept erfaßt. Anker können
kalibrierte Schleifen auslösen und erwünschte oder unerwünschte
Regelkreise in Gang setzen.

Der innere Zustand ist eine entscheidende Schlüssel-Variable für die


Beeinflussung von Verhalten im NLP. NLP betont die
Zustandsabhängigkeit von Verhalten. Verhaltens-Training in NLP ist
immer Zustands-Training, wie die Imagination von Ziel-Bildern
und die Vorstellung, man könne (früher) belastend elrlebte
Situationens in einem Ressourcen-Zustand erleben. NLP wendet
sich strikt gegen die Alltags-Theorie, der viele Menschen anhängen,
innere Zustände seien letztlich von außen verursacht: durch die
eigene Geschichte, andere Menschen, äußere Erfolge oder
Mißerfolge, - durch Glück, die Sterne, die Gene oder das Schicksal.
NLP betont das Potential im Menschen, seine potentiellen
Fähigkeiten, innere Zustände selbstbestimmt zu gestalten. Nur auf
äußere Umstände einwirken zu wollen, kann unter Umständen sehr
energieraubend sein. In der der Gedanken-Welt des NLP lernen
Menschen, ihre inneren Prozesse zu erforschen, wie sie äußeren
Ereignissen eine bestimmte Bedeutung geben und wie scheinbare
Automatismen in Gang gesetzt und am Leben erhalten werden. Das
Ziel der Selbststeuerungs-Techniken des NLP ist das
Bewußtwerden innerer Zustände und die Schukugn der Fähigkeit,
innere Zustände immer mehr selbst zu gestalten.

Installieren NLP-Techniken, durch die neues Verhalten oder neue


Strategien leichter verfügbar gemacht werden sollen. siehe:
Strategien installlieren.

Integration Der Begriff Integration (von lat. "Wiedereingliederung)


wird im NLP
(1)im Kontext des Begriffes Dissoziation gebraucht: etwas, was
dissoziiert (oder separiert) ist (egal, ob vom Therapeuten so
vorgefunden oder durch eigenes Handeln kreiiert) wird integriert.
Die Integration dissoziierter Physiologien hilft dem Klienten (wobei
der Therapeut entsprechende Anker benutzt), Fähigkeiten und
Ressourcen in Kontexte zu transferieren, in denen er vor dieser
Integration von diese Ressourcen und Fähigkeiten dissoziiert war
(Die bekannteste Form dieser Technik ist das History change).
Übungs-Anleitung dazu.

(2) Gelegentlich spricht man im NLP, wie in der Gestalttherapie, von


einer Integration abgespaltener (Persönlichkeits-) -Teile.

Intention gute Absicht


Interferenzen Hindernisse

Intervention Überbegriff über alle Maßnahmen und Prozesse im


NLP, die eine Person mit sich oder anderen bewußt macht, um innere
oder äußere Wirkungen zu erzielen. Interventionen bezeichnen die
Anwendung bestimmter, abgegrenzter Prozeß-Schritte, die in einer
mehr oder weniger vorgegebenen Reihenfolge gemacht werden. (Als
Beispiel wird auf das Sechs-Stufen-Reframing verwiesen). Die
Abfolge dieser Schritte wird in NLP oft "Übung" genannt, eine
Bezeichnung, die sich vermutlich aus dem Seminar-Kontext
entwickelt hat. Interventionen können wenige Schritte umfassen (wie
das Ankern einer Person mit einer Geste) oder bis zu mehren
Dutzend Schritte umfassen. Die Zahl der Schritte ist für die
Zeitdauer von Interventionen nicht entscheidend. Interventionen mit
vielen Schritten dauern in der Regel lange (bis zu einigen Stunden
oder mehreren Beratungs-Einheiten). NLP kennt auch Interventionen
über mehrere Schritte (wie z.B. die Installation von Strategien), die
in sehr kurzer Zeit (manchmal unter einer Minute) passieren können.
NLP in der Tradition als Kurz-Zeit-Therapie ist auf zeitsparende
Interventionen konzentriert. Manche NLP-Techniken sind eine
effiziente Zusammenfassung von Prozeß-Schritten, die anderen
therapeutischen Richtungen eine beachtlich längere Zeit erfordern.
(Als Beispiel wird auf die Neuprägung in der Definition von Dilts
verwiesen, wo der Kern einer Familien-Rekonstruktion in einer
Intervention von vielleicht ein halben oder einer Stunde zu finden
ist).

Steve und Connirae Andreas definieren NLP als eine Schachtel, in


der drei andere Schachteln enthalten sind. Die Schachteln sind
nacheinander zu öffnen. Die äußerste Schachtel ist der Rapport.
Ohne Rapport ist NLP unwirksam. Ist Rapport hergestellt, kann man
die nächste Schachtel öffnen und die Ziele klären. Die Ziele geben
die Richtung für die Anwendung von NLP-Techniken an. Ohne ein
Ziel weiß man nicht, was man ändern will und man hat keine
Kriterien für die Überprüfung eines möglichen Erfolges. Die nächste
Schachtel ist die Ökologie: wie paßt das Ziel mit anderen Zielen in
der Person und mit Zielen anderer Menschen zusammen, die als
wichtig erachtet werden? Muß es modifiziert werden, in welcher
Weise? Wenn das geklärt ist, kommt man zur letzten Schachtel, dem
Kern des NLP: seine Änderungs-Techniken.

Die NLP-Begriffe "Intervention", "Technik" und Führen haben für


manche Menschen einen negativen Beigeschmack: sie klingen nach
Manipulation. NLP als "Programmierungs-Ansatz" grenzt sich
manchmal in seinem Sprach-Gebrauch gegen diese Interpretation
nicht klar genug ab. Dies hat auch mit seiner Nähe zur Computer-
Metapher des Geistes und zum mechanistischen Welt-Bild zu tun,
die in der Anfangs-Zeit des NLP häufig vertreten wurden. NLP im
Verständnis vieler Menschen, die NLP heute praktizieren und
weitergeben, widerspricht dieser Ideen-Welt zutiefst. NLP heute hat
mit seiner Selbst-Interpretation aus der Anfangs-Zeit wenig zu tun.
NLP heute widerspricht der Computer-Metapher und dem
mechanistischen Welt-Bild. Die "Techniken" des NLP sind kein
Ausdruck eines rein technischen Verständnisses der Welt. Die
"Techniken" des NLP sind nicht NLP. NLP-Techniken sind keine
magischen Praktiken, die man nur auf andere anzuwenden hat. NLP
funktioniert NICHT. Menschen funktionieren. NLP ist ein Modell
um zu verstehen, wie Menschen, ausgestattet mit Bewußtsein, mit
der Fähigkeit zur Selbststeuerung, funktionieren.

In-Zeit (In Time) Eine Variante der inneren Zeit-Linie: die


Vergangenheit wird meist hinter sich, die Gegenwart im Körper und
die Zukunft meist vor sich konstruiert. Zeichung zu Zeit-Linien
Johari-Fenster Eine Klassifikation von Wissen, dargestellt in Form
einer 2x2-Matrix. Dabei wird das "was ich weiß" mit dem "was die
anderen wissen" kombiniert. Die vier Fenster sind: (1) "ich weiß / die
anderen wissen", (2) "ich weiß nicht / die anderen wissen", (3) "ich
weiß / die anderen wissen nicht", und (4) "ich weiß nicht / die
anderen wissen nicht". In Feld 2 findet die größte Lernmöglichkeit
statt. (Wir transportieren z.B. mit unserer Körper-Sprache eine
riesige Menge an Informationen, die uns nicht bewußt ist. Andere
Menschen wissen potentiell viel mehr über uns als wir selbst).
Affirmationen zu Kreativität

* Ich bin kreativ. Ich bin es immer gewesen.

* Ich kann alles an mir akzeptieren.

* Ich schätze die Fülle des Wissens in mir.

* Mein kreativer Teil hilft mir gerne.

* Ich kann alles aus verschiedenen Richtungen betrachten.

* Ich bin flexibel und schöpferisch.

* Ich kann jedes Ergebnis als Feedback nehmen und daraus lernen.

* Ich kann jede Erfahrung positiv nützen.

* Ich kann das Kind in mir auf erwachsene Weise leben.

* Ich hab alle Fähigkeiten in mir, um meine Ziele zu erreichen.

* Ich bin es wert, meine Ziele zu erreichen.

* Mein Unbewußtes denkt für mich.

* Ich vertraue auf die Kraft meines Unbewußten, die richtigen


Lösungen zu finden.

* Ich genieße es, mich lebendig zu fühlen und neue Ideen zu


erschaffen.
* Ich stelle die richtigen Fragen.

* Mein Leben ist ein kreativer Ausdruck meiner Ideen.

* Ich bin liebevoll zu mir und meinen Ideen.

* Andere Menschen helfen mir , meine Ideen umzusetzen.

* Ich bin von kreativen Menschen umgeben und lerne von ihnen.

* Ich kann jeden Tag etwas Wichtiges lernen.

* Lernen ist für mich wie ein Spiel.

* Ich spüre den Lerntrieb in mir.

* Mein Leben wird jeden Tag schöner.

* Mein Unbewußtes sagt mir, was zu tun ist.

* In jeder Situation kann ich auf viele Weisen reagieren.

* Ich bereichere das Leben anderer.

* Kreativität breitet sich wie ein Licht in mir aus.

* Ich verströme kreative Energie.

* Ich lebe in einem kreativen Kosmos.


* Ich bin stolz auf meine guten Ideen.

* Ich schöpfe aus meiner Tiefe.

* Um mich herum gibt es genug Kreativität.

* Jeder Tag bringt etwas Interessantes.

* Ich lebe ein kreatives Leben.

* Ich finde leicht den Zugang zu meiner Kreativität.

* Die Kreativität der Natur umgibt mich.

* Mein Körper ist kreativ.

* Je mehr ich lerne, desto leichter lerne ich.

* Ich gestalte die Zukunft.

* Je älter ich werde, desto mehr kann ich so leben, wie ich es
wirklich will.

* Ich setze mir hohe Ziele, weil ich wertvoll bin.

* Ich lebe in einer freundlichen Welt.

* Das Universum ist für mich da.

* Ich bereichere die Welt, indem ich Neues erschaffe.


* Mein Geist und mein Körper unterstützen sich gegenseitig.

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Andrea Ötsch 1996.
Oberflächen-Struktur der Sprache Sprache, wie sie geäußert wird,
abgeleitet von der Tiefen-Struktur und verformt durch die drei
generellen Prozesse der Tilgung, Verallgemeinerung
(Generalisierung) und Verzerrung. Genaueres unter Meta-
Modell der Sprache.

Olfaktorisch bezieht sich auf Riechen oder den Geruch, eines der
Sinnes- bzw. Repräsentations-Systeme.

Onkel-John-Geschichten Wenn irgendwo zu lesen ist. > Onkel


John hat gesagt: "Sie dürfen ruhig weiterlesen!"< so ist das eine
Onkel-John-Geschichte, weil hier eine Aufforderung in ein Zitat
gekleidet war.

Ökologie Den Begriff Ökologie hat NLP aus der systemischen


Familientherapie und der Systemtheorie übernommen. Er bezeichnet
hier wie dort die Unversehrtheit, die Integrität eines Systemes als
Ganzes. In NLP spricht man von (1) der Ökologie einer Person. Hier
gilt eine Person mit ihren vielen Teilen als System. Es geht um die
persönliche Ökologie. (2) der Ökologie eines interpersonellen
Systemes. Hier gilt eine Familie, eine Organisation, eine Institution
als System) und (3) der Ökologie einer Situation (eigentlich als
Teilbereich der persönlichen Ökologie): die Ökologie einer
beruflichen Situation, die Ökologie der finanziellen Situation etc.
Ökologie ist ein wichtiges Prinzip in NLP. Änderungen in einem
Lebensbereich können Auswirkungen auf alle Lebensbereiche haben.

Ökologischer Check, Ökologie-Check, Öko-Check Die


Überprüfung individueller Ziele und individuellen Verhaltens auf
ihre Auswirkungen auf andere Kontexte und größere Systeme, wie
auf die Familie, auf Kollegen in der Arbeit, auf die Politik oder die
Umwelt. NLP kennt- im Gegensatz zu ihren Vorläufern
(Gestalttherapie, Familientherapie, Hypnosetherapie etc.) explizite
Handlungsanweisungen, bzw. auch Wahrnehmungs-Filter
(Organisationsprinzipien, Begriffe, Konzepte), mit denen der
Kommunikator / Coach / Therapeut überprüfen kann, ob die
Auswirkungen seines eigenen Tuns für seinen Klienten ökologisch
sind. Diese Überprüfung nennt man im NLP den Öko-Check.

Ein Öko-Check kann durch verschiedene Methoden erreicht werden.


Eine wichtige Methode ist, bei einer Änderungs-Technik auf
Inkongruenz-Phänomene zu achten. Inkongruenzen können als
innere Einwände (bzw. innere Botschaften von einwanderhebenden
Teilen des Unbewußten) interpretiert werden. Ein ökologischer
Check verfolgt das Ziel, diese Einwände in Erfahrung zu bringen, zu
würdigen und zu nutzen. Das Prinzip solcher Instruktionen kann im
Sechs-Stufen-Reframing studiert werden.

Ein ökologischer Check ist ein systematischer Bestandteil jeder


Ziel-Arbeit im NLP. Dabei geht es auch um die Erkundung der
Konsequenzen eines Zieles aus unterschiedlichen Wahrnehmungs-
Positionen: aus der zweiten Position (auf andere Personen) und aus
der dritten Position (auf ein System). Ein Öko-Check soll auch
klären, ob andere Personen Ressourcen für angestrebtes Ziel sind
oder ob sie das Ziel eher behindern werden. Tauchen im Ökologie-
Check Bedenken auf, dann muß das Ziel so lange verändert werden,
bis die Bedenken angemessene Berücksichtigung finden.
Phobie, Phobie-Technik Eine Phobie ist eine "unvernünftige" Angst
vor bestimmten Situationen, Menschen, Tieren, Gegenständen.
Phobien sind z.B. Angst vor dunklen oder überfüllten Räumen oder
vor Schlangen oder Spinnen. Phobien sind automatisch und schnell
ablaufende Reaktionen mit unangenehmen, manchmal sehr intensiven
Empfindungen: "Immer, wenn ich eine Spinne sehe, ekelt es mich!".
Für NLP ist das Problem einer Phobie die zu starke Assoziation.
Personen, die an phobischen Reaktionen leiden, sind mit ihrem
Zustand zu stark assoziiert. Sie sind in ihrem Erleben gefangen und
fühlen sich unfähig, sich davon zu distanzieren (und z.B. darüber
nachzudenken, daß von einer Spinne in der Regel keine Bedrohung
ausgeht).

NLP hat Phobie-Techniken entwickelt, die manchmal andauernde


Wirkungen haben können. In der Regel handelt es sich um sehr kurze
Interventionen (auch Ultrakurzzeit-Therapie genannt) Diese
Verfahren bestehen in ihrem Kern aus zwei Schritten: (1) sich eine
phobische Situation in einer sehr dissoziierten Weise in Erinnerung
zu holen, und (2) die so betrachtete und von außen erlebte Szene
imaginativ in irgendeiner Weise zu verändern, die innerlich als
positiv und weniger bedrohlich erlebt wird.
Varianten für (1) sind: (a) eine einfache Dissoziation; z.B. im Kino
einen Film betrachten, in welchem diese Szene gespielt wird, (b) eine
zweifache Dissoziation, z.B. vom Projektor-Raum sich selbst im
Zuseherraum beobachten, wie man den Film auf der Leinwand sieht.
Varianten für (2) sind: (a) eine oder mehrere Untereigenschaften
des Films verändern. Beispiele: mit lauter Zirkusmusik unterlegen, in
einen Schwarz-Weiß-Film verwandeln, den Film rückwärts laufen
lassen, sehr schnell oder sehr langsam, in Zeitlupe, ablaufen lassen.
(b) der Person (sich selbst) im Film eine Ressource geben, wie: einen
Schutzschirm, ein hilfreiches Symbol oder mit Farbe umhüllen.
Konkrete Phobie-Techniken reichern diese zwei Schritte, je nach
Problemlage, mit zusätzlichen anderen Schritten an. Anleitung zu
einer Phobie-Technik mit zweifacher Dissoziation, Anleitung zu
einer Phobie-Technik mit Ressourcen-Anker, Anwendung dieser
Techniken auf Traumata.

Physiologie Die Medizin unterscheidet nach Physiologie und


Pathologie. Physiologie ist die Lehre von den normalen (gesunden)
Lebensvorgängen, Pathologie die Lehre von den Krankheiten. In NLP
wird der Ausdruck Physiologie zweifach verwendet:

(1) Physiologie bezeichnet alles, was mit dem phyischen Körper (im
Unterschied zum psychischen Geschehen) zu tun hat. Die Physiologie
einer Person umfaßt alles, was durch genaues Wahrnehmen von
außen beobachtet werden kann, d.h alle Zugangs-Hinweise, wie
Körperhaltung, Atmung, Lippengröße, Gesichtsfarbe,
Muskelspannungen, Augen-Bewegungen, alle auditiven
Untereigenschaften der Stimme, die gesamte Körper-Sprache. NLP
geht von der Einheit von Körper und Geist aus. Die Physiologie eines
Menschen hat einen direkten Einfluß auf seine kognitiven Prozesse
und auf seinen inneren Zustand. Kleine Veränderung in der
Physiologie (z.B. den Kopf ein klein bißchen höher halten) können
auf eine großen Einfluß auf die innere Befindlichkeit ausüben. Im
Anker-Konzept des NLP wird der direkte Zusammenhang von Körper
und innerem Zustand erfahren. In den Selbststeuerungs-Techniken
des NLP geht es auch um die Schulung von Körper-Wahrnehmung
und dem bewußten Einsatz des Körpers für die eigene Befindlichkeit.

(2) Physiologie ist der körperliche Gesamt-Eindruck, der sich auf


einen bestimmten inneren Zustand bezieht. Thies Stahl unterscheidet
nach Problem-Physiologie, Ziel-Physiologie, Ressourcen-
Physiologie, Versöhnungs-Physiologie und Misch-Physiologie.

Placebo-Effekt Das Wort "placebo" kommt aus dem lateinischen und


bedeutet "ich werde gefallen". Ein Placebo ist ein Heilverfahren (eine
Pille, eine Spritze, ein chirurgischer Eingriff, ein
psychotherapeutisches Verfahren), das keine "wirkliche" Wirkungen
hat (z.B. eine Pille, in der nur Traubenzucker enthalten ist). Ein
Placebo-Effekt entsteht, wenn ein Placebo nachweisbare Wirkungen
hervorruft (z.B. Schmerzen lindert), ohne das ein genauer Wirkungs-
Mechanismus bekannt ist. Placebo-Effekte werden vor allem durch
psychische Faktoren "erklärt": von den Erwartungen der Patienten,
den Ruf einer Behandlungsmethode, oder dem Glauben des Arztes an
seine eigene Diagnose. Placebo-Effekte sind in Hunderten
Untersuchungen genau erforscht. Man weiß z.B. daß die Größe, Form
oder Farbe einer Pille einen systematischen Einfluß auf ihre
Wirksamkeit haben kann. Fast jedes Verfahren kann - im
entsprechenden Setting verabreicht- bei gut 30 - 40 Prozent der
Patienten (je nach Suggestion) toxische (giftige) oder heilende
Wirkungen hervorrufen. Vermutlich handelt es sich um ein generelles
Problem jeder "Behandlungsmethode" (inklusive NLP!). In der
Gedanken-Welt des NLP sind Placebo-Effekte ein Indiz für die
Wirksamkeit mentaler Repräsentationen, im besonderen von
Beliefs, von Framings und von hypnotischer Sprache (z.B.
verkörpert durch die Autorität des Arztes, der unverständliche
Fremdworte mit hohem Prestige-Gehalt verwendet). Milton-
Modell.

Polaritäten Das Fremdwörter-Lexikon definiert Polaritäten als


"Gegensätzlichkeiten bei wesensmäßiger Zusammengehörigkeit". Ein
polares Denken konstruiert gegensätzliche Begriffe nicht als
"Widersprüche", sondern als Pole, die wie der Nord- und der Südpol
grundsätzlich zusammengehören und nicht für sich alleine existieren
können. Viele Begriffs-Paare im NLP-Begriffe sind sinnvoll als
polare Begriffe zu verstehen. Beispiele sind die "Gegensätze" von
assoziiert und dissoziiert, von up-time und down-time, der
unterschiedlichen Wahrnehmungs-Positionen, der drei Zustände im
Walt-Disney-Modell und vieler Meta-Programme. NLP versteht
diese "Gegensätze" als Teile, die sich nur oberflächlich
widersprechen, aber "wesensmäßig" zusammengehören. Jeder Teil ist
auch in seiner Beziehung zu anderen Teilen definiert und kann nicht
isoliert für sich bestehen. Bei behaupteten "Gegensätzen" können
immer Elemente des scheinbaren Gegenteils entdeckt werden. Das
polare Denken über "Gegensätze" in der "Innen-Welt" basiert auf
einer grundsätzlichen UND-Haltung. Niemand kann (nicht einmal für
einen genau definierten Kontext) in seinem Verhalten und Denken
ausschließlich einem Pol zugeordnet werden. NLP verwendet keine
Persönlichkeits-Modelle, wo Menschen in starre Kästchen eingesperrt
werden. NLP betont die Kontext-Abhängigkeit von Personen.
Menschen, die in bestimmten Kontexten mehr den einen Pol
aktivieren (z.B. bei Konflikten oft assoziiert sind), leben in einem
anderen Kontext den anderen Pol (d.h. sind hier bei Konflikten meist
dissoziiert). Das Wissen um die Automatik eines Poles (d.h.: in einem
bestimmten Kontext, mit bestimmten Ankern wird automatisch ein
Pol aktiviert) birgt die Lernchance, auch in diesem Kontext einen
leichten Zugang zum anderen Pol zu finden. NLP will niemals den
einen Pol durch den anderen ersetzen (das wäre eine ODER-Haltung).
Das Ziel ist eine Person, die fähig ist, jeden Pol frei wählen zu
können. Jeder Pol ist eine Ressource, dessen Wert immer betont
wird. Das polare Denken ist die Grundlage der Teile-Arbeit im NLP,
insbesondere in den Techniken des Reframings.

Polare Reaktionen, polarity response Manche Personen sind auf


Mismatching spezialisiert: sie nehmen (in manchen Kontexten)
mehr und deutlicher das wahr, was abgeht, fehlerhaft ist oder nicht
einem Ideal oder einem Ziel entspricht. Polarity response ist eine
Reaktion auf das, was beim Mismatching wahrgenommen wird. Eine
polare Reaktion ist eine gegenteilige Reaktion. Eine Person mit
diesem Reaktions-Muster kann oft dadurch motiviert werden, indem
das Gegenteil angesprochen wird ( Meta-Programm: weg von). Das
Interesse eines Polarity-Responder kann geweckt werden, wenn er
etwa hört: "Ein NLP-Lexikon wird Sie sicher nicht interessieren". Im
Milton-Modell werden für Personen mit polaren Reaktionen
eingebettete Befehle vorgeschlagen, wobei der Befehl mit der Stimme
analog markiert werden soll: "Ein NLP-Lexikon wird sie sicher
nicht interessieren."
Vom gegenwärtigen Zustand zum Zielzustand

Übung mit zwei Boden-Ankern

1. Wähle zwei Plätze aus, einen für den gegenwärtigen Zustand


( Platz A) und einen für den Zielzustand (Platz B)

2. Stell dich auf den Platz A und schau dir dein Ziel genau an.
Entscheide dich, ob du dieses Ziel wirklich erreichen willst.

3. Tu so als ob du das Ziel schon erreicht hättest und stell dich auf
Platz B.

Erlebe wie du dich fühlst, wenn du im Ziel bist.

● Was ist um dich herum, was ist alles passiert?


● Wie ist dein Verhalten?
● Was siehst du, was gibt es zu hören?

Wie hört sich deine Stimme an?

Genieße diesen Zustand.

4. Dann wende dich dem Platz A zu und schau dir den Weg von A
nach B an.

● Was waren die wichtigsten Schritte um dein Ziel zu


erreichen?

Was ist zu tun, damit du weißt, du bist am Weg zum Ziel?


5. Geh wieder auf Platz A.
Schau dir mit dem Wissen um die notwendigen Schritte dein Ziel an.

6. Geh den Weg bis zum Ziel ganz in deinem Tempo.

Treten Hindernisse auf diesem Weg auf, dann wiederhole die


Schritte 4 bis 6.
Gib dir dann aus dem Platz B Tips, wie du die Hindernisse umgehst,
vermeidest oder veränderst.

7. Im Ziel genießt du den Erfolg angekommen zu sein.


Erlebe noch einmal, wie es dir im Ziel geht (VAKO).

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Denken NLP verwendet keinen eigenen Begriff "Denken".
"Denken" wird (so die Meinung vieler NLP-Autoren) in
Repräsentations-Systeme und Untereigenschaften zerlegt und in
diesen Elementen studiert. Denken kann in jedem Repräsentations-
System erfolgen: in Form von Seh-, Hör-, Fühl-, Riech- oder
Schmeck-"Bildern". An etwas Vergangenes zu denken, bedeutet,
sich die sinnlichen Qualitäten des ursprünglichen Erlebens ins
Bewußtsein zu rufen: Was gab es da zu sehen, zu hören, zu fühlen,
zu ...? NLP studiert auch die sinnlichen Komponenten sogenannter
abstrakter Vorstellungen, z.B. die inneren Prozesse beim "Denken"
an eine mathematische Formel. (Abstrakte und digitale "Gedanken"
werden in NLP generell auf konkrete und analoge "Bilder"
zurückgeführt). Mathematisches Denken erfolgt in vielen Fällen in
Form visueller innerer Bildern unter Verwendung symbolischer
nonverbaler Konzepte (Hadamard, The psychology of invention in
the mathematical field, 1945). Mathematiker allgemein sind
Personen, die in hohem Maße auf Visualisierungen trainiert sind, und
fähig sind, ihre inneren Bilder stabil zu halten. Ein Beispiel, das die
meisten Menschen nachvollziehen können, ist der Zahlenraum, sagen
wir von 1 bis 100. Für viele Menschen ist das tatsächlich ein
visueller Raum, manchmal mit unterschiedlichen Farben
ausgekleidet, und oft sind die Zahlen in ihrer Reihenfolge durch eine
gedachte Linie verbunden (Wie ist das bei Ihnen?). Ein anderes
Beispiel ist die Zeit-Vorstellung. Zeit wird von fast allen
Menschen in Form einer gekrümmten Zeit-Linie repräsentiert.
Eine Erinnerung zeitlich zu datieren, bedeutet ihr einen Ort auf
dieser Linie zuzuweisen, - begleitet von Elementen in anderen
Repräsentations-Systemen, z.B. mit bestimmten Gefühlen.

Abstraktes "Denken" hat manchmal auch vorrangig gefühlsmäßige


Komponenten. Einstein z.B. hat sich (so hat er das einmal formuliert)
intensiv das Körper-Gefühl vorgestellt, das er hätte, würde er auf
einem Lichtstrahl reiten, - und hat so "gesehen", daß die
Gegenstände dann in ihrer Ausdehnung schrumpfen werden. In
vielen Fällen ist beim "Denken" das auditive Element vorherrschend,
d.h. "Denken" bedarf der Vorstellung einer inneren Stimme, oft im
Dialog mit anderen inneren Stimmen. Der innere Dialog tritt in
vielen Fällen auf, in denen wir in "negativen Gedanken" gefangen
sind, in denen wir einen stuck state aktivieren (oft blicken dann
Personen nach links unten Augen-Muster). Das Bewußtwerden
und die Kontrolle des inneren Dialogs ist ein zentrales Element der
Selbststeuerungs-Techniken von NLP.

Deskriptive Regeln sind Regeln, die beschreiben, wie zwei


Ereignisse zusammenhängen, z.B. als Ursache-Wirkungs-Aussage.
Deskriptive Regeln sind Schlußfolgerungen vom Besonderen zum
Allgemeinen, Verallgemeinerungen, Beliefs.

Digital Gegenteil von analog.


Haptisch bezieht sich auf berühren und tasten und auf den Tast-Sinn.
Haptische oder taktile Empfindungen enstehen aus dem Ertastung
von Oberflächen-Strukturen von dem, was berührt wird. In NLP wird
der Tast-Sinn nicht als eigener Sinnes-Kanal aufgefaßt, sondern
dem kinästhetischen System zugeordnet.

Hierarchie von Kriterien Werte

Hindernisse (Interferenzen) Innere Prozesse, die ein Problem


aufrechterhalten. Hindernisse erlauben es nicht, ein gewünschtes Ziel
zu erreichen. Nach Robert Dilts sind sieben Arten von Hindernissen
bedeutsam, wozu er folgende Ressourcen vorschlägt:
(1) Hindernis Konfusion: keine Klarheit in Bezug auf die Ziele und
die dafür benötigten Schritte. Ressourcen: Informations-
Sammlung, Meta-Modell.
(2) Hindernis Inhalt: Festgefahreneinsein in nicht-relevanten
Inhalten. Ressourcen: genaues Wahrnehmen, Herausfinden der
relevanten Wahrnehmungs-Filter.
(3) Hindernis Katastrophen: alte Traumata und negative Prägungen
aus der persönlichen Vergangenheit. Ressourcen: Anker löschen,
dissoziieren, Neuprägung.
(4) Hindernis Vergleiche: unangemessene Erwartungen oder
Kriterien. Ressourcen: Wechsel der chunks, Neues Verhalten
generieren.
(5) Hindernis Konflikt: Inkongruenz, verstecke Bedingungen,
Sekundärgewinn. Ressourcen: Reframing, Rapport,
Verhandlungsfähigkeiten.
(6) Hindernis Kontext: festgefahrene Verhaltensmuster
(Teufelskreis). Ressourcen: Flexibilität im Verhalten, genaues
Wahrnehmen.
(7) Hindernis Zweifel: Unsicherheit darüber, ob das Ziel erreicht
werden kann. Ressourcen: Future pacing, Belief ändern,
Swish.

History change History change, auch change history oder changing


history genannt, ist eine NLP-Technik, um Erinnerungen (die in der
Gegenwart immer noch belastend sind) positiv zu verändern, so daß
sie weniger gegenwarts-wirksam sind. Die "Veränderung der
persönlichen Geschichte" basiert auf der Tatsache, daß Bewußtsein
ein Auswahl-Phänomen ist: jede Erinnerung an eine Situation ist
auch etwas Konstruiertes und weil sie konstruiert ist, kann sie
verändert werden. Dazu ist es lediglich notwendig, sich diese
Erinnerung ins Bewußtsein zu holen und sie mit Ressourcen
anzureichern. Eine typische Anleitung geht so:
(1) Aktivieren und ankern Sie (bei einer anderen Person) ein
belastendes Gefühl, das diese Person verändern will.
(2) Führen Sie diese Person mit diesem Anker zurück in die
Vergangenheit.
(3) Sammeln Sie dabei Erinnerungen, wo dieses Gefühl aufgetreten
ist, bis zu einer Erinnerung, die als erste Erinnerung gedeutet wird.
(4) Setzen Sie einen kräftigen Unterbrecher.
(5) Machen Sie eine doppelte Dissoziierung: z.B. die Person sieht
sich selbst im Kino sitzen, wo auf der Leinwand die erste Erinnerung
zu sehen ist.
(6) Bereichern Sie die erste Erinnerung mit Ressourcen, bis die
Situation nachhaltig positiv verändert ist.
(7) Führen Sie die Person - der Erinnerungs-Kette entlang - zurück in
die Gegenwart.
(8) Future Pace. Übungs-Anleitung dazu.

Hypnotische Sprache Hypnose ist ein anderer Ausdruck für


Trance. Hypnotische Sprache ist eine Sprache, die andere Menschen
suggestiv in bestimmte innere Zustände führt. Hypnotische Sprach-
Muster werden in NLP im Milton-Modell zusammengefaßt.
Negative Befehle Eine Botschaft wird durch analoges Markieren
in einem Satz vermittelt, der scheinbar das Gegenteil besagt: "Sie
brauchen sich selbst nicht gernhaben, um den Wert um NLP zu
erkennen." Indirekt negative Auträge können wie positive Aufträge
wirken. NLP geht davon aus, das das Unbewußte keine
Negationen "denken" kann (dies findet sich auch in der Forderung,
Ziel-Sätze ausschließlich positiv zu formulieren). Im Milton-
Modell werden negative Befehle verwendet, um Ziele indirekt
anzusprechen. "Bitte nicht im Lexikon weiterblättern, bevor Sie
nicht diesen Satz zu Ende gelesen haben!"

Neues Verhalten erzeugen, Neues Verhalten generieren, New


Behavio(u)r Generator Ein Prozeß, bei dem eine Person eine
Situation erkundet, bei dem sie sich nicht so verhält, wie es ihren
Zielen entspricht, und sie dann mit Ressourcen anreichert. Neues
Verhalten erzeugen ist eine der Standard-Techniken des NLP mit
vielen Varianten. Beispiele:
(1) die Aktivierung einer Erinnerung, bei dem ein leichter Zugang zu
dieser Ressource möglich war,
(2) tun als ob diese Ressource jetzt vorhanden wäre,
(3) eine andere Person finden, die für diese Situation als "Modell"
dienen könnte. Dazu sind viele Varianten möglich: (a) Das Verhalten
einer (realen) erfolgreichen Person erkunden und sie modellieren,
(b) sich ein Modell gedanklich vorstellen, mit ihm in Dialog treten
und es nach konkreten Tips befragen, (c) sich neben diese
Vorstellung stellen, alle Einzelheiten von dem Modell auf sich
übertragen und mit den Ressourcen des Modells die problematische
Situation von außen kommentieren oder von innen erleben, (d) sich
assoziiert als dieses Modell erleben, d.h. eine zweite
Wahrnehmungs-Position aktivieren und als diese Person die
Situation von außen oder von innen erleben. Übungs-Anleitung
dazu.
Neuprägung, Wieder-Prägung, Re-Imprinting Ein komplexes
Interventions-Muster, das Robert Dilts entwickelt hat. Sein Ziel ist
es, negative Prägungs-Situationen (wie traumatische Erlebnisse) aus
der Vergangenheit (meist Kindheit oder Pubertät) zu erkunden und
ihrer weiteren Wirkung zu berauben. Prägungen (imprints) sind
nach Dilts bedeutsame Erfahrungen aus der Vergangenheit eines
Menschen, die zu einem festen Belief von sich selbst geführt
haben. Prägungen sind eingeprägte und prägende Erfahrungen, die
die Identität einer Person nachhaltig beeinflußt haben und immer
noch beeinflussen. Eine negative (traumatische) Prägung bewirkt,
daß eine Person in ganz bestimmten Kontexten (ohne daß ihr dies
meist bewußt ist) selbst genau jenes Verhalten zeigt, unter dem sie in
der entsprechenden Szene ihrer Vergangenheit gelitten hat. Das
Prägungs-Erlebnis hat sich als inneres "Bild" (in allen
Repräsentations-Systemen) so intensiv eingeprägt, daß es durch
entsprechende Anker in der Gegenwart immer wieder aktiviert
werden kann.

Bei einer Neuprägung wird (A) zuerst die Prägungs-Situation in


Erfahrung gebracht, (B) näher erkundet, (C) mit Ressourcen
angreichert und (D) mit der Gegenwart verbunden.

(A) Ausgangspunkt einer Neuprägung ist ein einschränkendes Belief,


ein stuck state, ein Hindernis für ein Ziel, usw., das vom
Klienten/der Klientin K assoziiert erlebt wird. Dieses Gefühl,
begleitet von der entsprechenden Physiologie, wird durch den
Coach/Therapeuten/die Therapeutin T geankert. Während T den
Anker hält, stellt sich K vor, immer jünger und jünger zu werden. K
aktiviert dabei Erinnerungen, die zu diesem Zustand passen, bleibt
bei jeder Erinnerung nur kurz und geht innerlich weiter (wird diese
Suche mit Hilfe eines Boden-Zeitlinie unternommen, dann geht A
auch physisch weiter). (K erfährt also eine Regression, K unternimmt
eine intensive trans-derivationale Suche). Das Ziel ist die
Erkundung jener Situation, wo dieses Gefühl zum ersten Mal im
Leben aufgetreten ist (Dies gilt als Prägungs-Situation. Die Suche
nach der Prägungs-Situation kann u.U. einige Zeit dauern). In vielen
Fällen werden hier Erinnerungen aktiviert, die dem Gedächtnis
verborgen waren, und die mit intensiven negativen Gefühlen (z.B.
Scham-Gefühlen) verbunden sind. Die Kunst von T besteht darin,
darauf zu achten, daß K im Prozeß bleibt (daß er/sie mit dem
ursprünglichen Gefühl verbunden bleibt) und gleichzeitig dafür zu
sorgen, daß K nicht voll assoziiert in eines dieser Erlebnisse
"hineingeht". Die erste Szene kann getestet werden, indem K in der
Erinnerung noch weiter zurückgeht und in Erfahrung bringt, ob
dieses Gefühl (dieser Körper-Zustand) in noch früheren
Erinnerungen zu finden ist. (In manchen Fällen werden dabei
"Erinnerungen" an die ganz frühe Kindheit oder sogar im Mutterleib
aktiviert. Prägungs-Erlebnisse können auch aus dieser Zeit
stammen). Das Ziel ist es, eine konkrete Szene zu finden, in der das
ursprüngliche Gefühl aufgetreten ist. Auf diese Szene beziehen sich
die Schritte (B) und (C).

(B) Im nächsten Schritt wird die Prägungs-Situation genau erkundet.


Dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Wichtig ist auf
jeden Fall zu verhindern, daß K vollends und so tief in die Szene
regrediert, daß sie mit ihren unangenehmen und schmerzhaften
Gefühlen einfach nur wiedererlebt wird. Dazu ist es notwendig,
gleich nach der Erkundung der Szene oder etwas später, einen
wirksamen Unterbrecher zu setzen und eine Dissoziation
aufzubauen, die eine gewisses Zeit stabil gehalten werden kann. Die
Erkundung der Szene, der näheren Umstände, welche Personen hier
beteiligt waren, kann aus dieser dissoziierten Perspektive oder auch
assoziiert (mit der Möglichkeit, sich jederzeit dissoziieren zu
können) erfolgen. Aus der Außen-Position können auch die Folgen
der Prägungs-Sitaution für das weitere Leben befragt werden. In
vielen Fällen wird durch die Regression in die Kindheit ein "roter
Faden" im Leben erkennbar: wie all diese schmerzlichen
Erfahrungen zusammenhängen und um ein einziges Thema kreisen.

Ein wichtiger Teil der Erkundungs-Phase ist die Erkundung der


Innen-Perspektive aller beteiligten Personen, auch der Täter. In der
Regel geschieht dies durch das Einnehmen der ersten (für das
jüngeres Selbst) und der zweiten (für alle anderen Personen)
Wahrnehmungs-Position. Wiederum geht es darum, diese Positionen
nur zur Informations-Gewinnung zu nützen, nicht aber "in die Hölle"
hineinzugehen und dort zu bleiben. K geht also als erwachsener,
ressourcevoller Mensch in die Szene der Vergangenheit hinein, und
nimmt Rapport zu allen Beteiligten auf. (Kann K dabei diese
Ressourcen des Erwachsenen-Selbst nicht halten, muß T Hilfe dafür
anbieten, die notwendigen Ressourcen für diesen Schritt zu
organisieren).

Die Erkundungs-Phase wird solange unternommen, bis K ein


gewisses Verständnis über das Verhalten und die Reaktionen aller
Beteiligten entwickelt hat. Dieses Verständnis kann unmmittelbar
aus dem Einnehmen der Innen-Positionen kommen, z.B. zu erleben,
aus welchen Zwängen ein Täter als Person gehandelt. Meist wird
hier auch die eigentliche Intention, die verborgene positive Absicht,
der Beteiligten erkundet. (K fragt so lange nach, bis alle Schichten
von Absichten durchdrungen sind und die gute Absicht zum
Vorschein kommt).

Diese positive Intention bezieht sich auch auf K selbst, auf seine
Reaktion, das Tun und das Denken in dieser Szene. Hier wird
angenommen, daß das jüngere Selbst (egal, was passiert ist) eine
gewisse Wahl-Freiheit gehabt hat. Es hat z.B. mit Rückzug, mit
Schweigen, mit Körper-Symptomen oder mit einer bestimmten
Interpretation reagiert, aus dem dann das prägende Belief entstanden
ist. In dieser Phase findet das Reframing im Prozeß der
Neuprägung statt, d.h. das Verhalten aller Beteiligten in der Szene,
einschließlich des jüngeren Selbstes, "erscheint in einem anderen
Licht", es bekommt eine neue Bedeutung (K zeigt dabei T mit einer
Versöhnungs-Physiologie an, daß er/sie diesen Schritt einer
Umstrukturierung von Bedeutungen innerlich durchlaufen hat).

(C) Im nächsten Schritt wird die Prägungs-Situation weiter positiv


verändert, indem von außen in alle Beteiligten, sofern dies nötig ist,
Ressourcen hineingebracht werden. Dies kann direkt geschehen
("Was hätte diese Person damals gebraucht, um anders reagieren zu
können?" und / oder auf die positive Absicht Bezug nehmen ("Wie
hätte diese Person ihre eigentliche Absicht besser umsetzen
können?"). Diese Ressourcen werden aktiviert (z.B. durch
Einnehmen eines passenden Ortes auf der Boden-Zeitlinie) und den
Beteiligten (assoziiert) "gegeben" (Dabei verschmelzen jeweils
zwei Anker). Dieser Prozeß geht über mehrere Stufen. K überprüft
(unter Umständen mehrmals), ob die Beteiligten mit ihrem neuen
Verhalten und mit den neuen Verhaltensweisen der anderen
Beteiligten zufrieden sind. Dies gilt auch und vor allem für das
jüngere Selbst. Ist das der Fall, erlebt K die nunmehr veränderte
Szene nochmals assoziiert in allen Repräsentations-Systemen,
zuerst in den Wahrnehmungspositionen der Beteiligten und zuletzt in
der Wahrnehmungsposition des jüngeren Selbstes. (Hierbei achtet T
darauf, ob K kongruent in allen Positionen eine Ressourcen-
Physiologie zeigt. Wenn nein, werden aus der dissoziierten Position
heraus zusätzliche Ressourcen in die Szene hineingebracht, -
solange, bis von außen betrachtet und von innen erlebt, alle
Beteiligten mit dem, was in der Szene passiert und wie sie sich
verhalten können, zufrieden sind).

(D) In der letzten Phase wird die veränderte Prägungs-Sitution mit


der Gegenwart (oder auch mit der Zukunft) verbunden. K geht dabei
assoziiert in die neue Situation heinein, aktiviert und erlebt alle
Ressourcen, die jetzt in der Szene enthalten sind, und unternimmt mit
diesem Gefühl den Weg zurück in die Gegenwart (Science-Fiction-
Fans nennen diesen Prozeß "back to the future"). In vielen Fällen
werden jene Erinnerungen wieder aktiviert, die auf der Reise von der
Gegenwart in die Vergangenheit erlebt wurden: das Leben wird "neu
geschrieben", der "rote Faden" wird neu aufgerollt. (Dieser Prozeß
kann einige Zeit dauern). Wurde die Neuprägung für ein Hindernis
zu einem Ziel gemacht, so ist es hilfreich mit diesem Gefühl bis
jenem Zeitpunkt in der Zukunft zu gehen, wo das Ziel erreicht ist
und den Weg ins Ziel zu genießen.

Die Technik der Neuprägung gilt für viele als einer der Höhepunkte
des NLP. (Eine Sonderform ist die Neuprägung der Eltern.
Ausführliche Übungs-Anleitung dazu). Neuprägung ist eine
Erweiterung und Kombination der Techniken History change,
Phobie-Technik, Neues Verhalten erzeugen (new behavior
generator) und Reframing. Sie verlangt die Beherrschung aller
NLP-Methoden und soll nur von NLP-erfahrenen Personen
durchgeführt werden. Sie ist in der Regel ein tiefgehendes Erlebnis
und kann oft nachhaltige Auswirkungen auf das Verhalten und die
Identität einer Person ausüben. Übungs-Anleitung 1 (Walter
Ötsch), Übungs-Anleitung 2 (Alexa Mohl).
Meta-Programme, Sorting Styles Meta-Programme sind
Programme über Programme, wie einzelne Strategien. Meta-
Programme sind Klassifikationen über häufig wiederkehrende
Eigenarten eines Menschen. Meta-Programme sind systematische,
gewohnheitsmäßig ablaufende Prozesse, die meist nicht bewußt sind.
Eine Person motiviert sich zum Beispiel in vielen Lebens-Bereichen
dadurch, daß sie - in ihrer inneren Konstruktion - von etwas weg
geht: sie befolgt, ohne dies zu wissen das Meta-Programm "weg
von".

Meta-Programme sind dauerhafte Wahrnehmungs-Filter. Sie


formen unsere Persönlichkeit und bilden Strukturen unserer
Orientierung im Beruf und im Privatleben. Meta-Programme sind
vermutlich durch Prägungen enstanden. Sie sind tief im
Unbewußten verankert. Das NLP bietet Möglichkeiten, diese
grundlegenden Muster unserer Persönlichkeit bewußt zu machen und
bei Bedarf zu verändern.

NLP kennt zwei unterschiedliche Varianten von Meta-Programm-


Katalogen:

(A) Die ursprüngliche Variante stammt von Robrt Dilts und wurde
von Roger Bailey erweitert. O'Connor und Seymour (in der Tradition
dieser Variante) unterscheiden sieben Meta-Programme:
(1) proaktiv - reaktiv. Proaktive Menschen setzen Handlungen und
initiieren Neues. Reaktive Menschen warten, daß andere tun. Sie
lassen die Dinge mehr geschehen und wollen zuerst verstehen und
analysieren, bevor sie handeln.
(2) hin zu - weg von. Hin-zu-Menschen werden durch positive
Ziele motiviert. Weg-von-Menschen gehen von Problemen weg. Sie
wollen eher Probleme vermeiden als Ziele erreichen.
(3) Innenorientierung - Außenorientierung bzw. Innen-Referenz -
Außen-Referenz. Menschen mit innerer Referenz entscheiden nach
ihren eigenen Maßstäben, außenorientierte Menschen eher nach den
Maßstäben anderer.
(4) Option - Verfahren. Optionsorientierte Menschen wollen
Wahlmöglichkeiten haben und können gut Alternativen entwickeln.
Verfahrensorientierte Menschen können gut vorgegebenen
Verfahrens-Richtlinien folgen.
(5) allgemein - spezifisch. Allgemein orientierte Menschen fühlen
sich im großen Chunk mehr wohl. Spezifisch orientierte Menschen
sind darauf geschult, auf Details zu achten.
(6) Gemeinsamkeiten - Unterschiede. Menschen, die matchen,
achten bei Vergleichen auf Gemeinsames und Ähnliches. Menschen,
die mismatchen, achten bei Vergleichen auf Unterschiede.
(7) Überzeugungs-Muster
(7a) Überzeugungs-Kanal: durch welches Repräsentations-System
wird jemand von der Wahrheit oder Existenz von etwas eher
überzeugt, - ob eine Person einen Beweis eher sehen, hören, lesen
oder tun muß.
(7b) Modalität: in welcher Art wird jemand überzeugt, - wie oft
müssen Informationen kommen, damit jemand überzeugt ist, mit
welcher Konsequenz oder in welchem Zeitraum.

Tad James und Wyatt Woodsmall bezeichnen diese Kategorie von


Meta-Programmen als "komplexe Meta-Programme". (Sie haben
dazu eine Liste von 21 Meta-Programmen vorgelegt).

(B) Die zweite Variante von Meta-Programmen lehnt sich an die


"Psychologischen Typen" von C.G. Jung (1923) an, die später als
"Myers-Briggs-Typen" weiterentwickelt wurden. Tad James und
Wyatt Woodsmall bezeichnen sie als "einfache Meta-Programme".
Sie umfassen vier Kategorien:
(1) Äußeres Verhalten: introvertierter vs. extravertierter Typus
(2) Innere Prozesse: intuitiver vs. Empfindungs-Typus
(3) Innere Zustaände: Denktypus (dissoziiert) vs. Fühl-Typus
(assoziiert)
(3) Adaptive Raktion: Beurteiler vs. Wahrnehmer

Die Meta-Programme beschreiben Pole in Menschen. In NLP


werden sie nicht als starre Persönlichkeits-, sondern als
kontextabhängige Merkmale eines Menschen gedeutet: in einem
Kontext wendet jemand dieses Meta-Programm, in einem anderen
sein scheinbares Gegenteil an. In NLP geht es um das
Bewußtmachen der Meta-Programme bei sich und bei anderen, in
unterschiedlichen Kontexten. Es kann z.B. sehr interessant sein, die
Unterschiede in den Meta-Programmen in individuellen Erfolgs- und
Mißerfolgs-Kontexten zu studieren. Ziel-Rahmen mit Meta-
Programmen.
Strategie Der Ausdruck Strategie wird in NLP in einer zweifachen
Bedeutung verwendet, - ich bezeichne sie als (1) Mikro- und als (2)
Makro-Strategien.
(1) Mikro-Strategien sind schnell ablaufene Sequenzen
sinnesspezifischer Aktivitäten, die in einem geordneten Muster
auftreten. Strategien dieser Art beziehen sich auf "Routine-
Tätigkeiten" des Geistes. Wenn Menschen z.B. Entscheidungen
treffen, dann aktivieren sie (unbewußt) ihre Entscheidungs-Strategie,
eine Sequenz, eine Abfolge bestimmter innerer Prozesse. Eine Person
hat z.B. folgende Entscheidungs-Strategie: Eine Person stellt sich
visuell die Alternativen vor (visuell konstruiert), frägt sich dann, was
ihr besser gefällt (innerer Dialog) und entwickelt ein Gefühl zu der
gewählten Variante (kinästhetische Repräsentation). Ein solche
Sequenz kann sehr schnell ablaufen, vielleicht in drei Sekunden.
(Konkrete Strategien werden in der Notation des NLP dargestellt).

Wir haben viele solche Strategien, z.B. um uns zu erinnern, zu


motivieren, um ein Buch zu lesen, zu lernen oder kreativ zu sein.
Viele Strategien sind gut und wirksam, manche Strategien sind
schlecht und unwirksam. NLP hat Instrumentarien entwickelt, um
Strategien zu erkunden und zu verändern (siehe unten).

(2) Der Ausdruck Strategie wird in NLP oft auch in einem


allgemeineren Sinn verwendet. Hier sind Strategien komplexe
Verhaltensmuster oder Handlungs-Sequenzen (die, wenn überhaupt,
als Bündel von Mikro-Strategien aufgefaßt werden können). Man
spricht z.B. von der Walt-Disney-Kreativitäts-Strategie, der
Bateson-Lernstrategie oder der Strategie für Trauer (Übungs-
Anleitung dazu)

Strategie erkunden, Strategien evozieren, Strategien auspacken


NLP kennt verschiedene Methoden um herauszufinden, welche
Mikro-Strategie eine Person für eine bestimmte Tätigkeit anwendet.
Beispiele sind:
(1) auf die Sprache und ihre Prädikate achten. Eine Person, die z.B.
eine Entscheidung so begründet:" Ich habe mir Ihren Bericht
angesehen und mich dabei gefragt, was darin Neues enthalten ist. Ich
habe das Gefühl, daß Sie hier gute Arbeit geleistet haben" enthüllt
(vermutlich) folgende Entscheidungs-Strategie: Visuell erinnert -
Innerer Dialog - Gefühl.
(2) auf die Augen-Bewegungen achten. Es ist wahrscheinlich, daß
der eben erwähnte Satz von den Augen-Bewegungen begleitet wird,
wie sie im NLP-Augenbewegungs-Modell zu finden sind.
(3) auf andere Zugangs-Hinweise achten, wie auf Gesten,
Veränderungen des Atems und der Körperhaltung.
(4) gezielt nachfragen. Eine Strategie kann auch dadurch erkunden
werden, daß eine Person angeleitet wird, diesen Prozeß (z.B. bei
einer Entscheidung) langsam (zeitverzögert) zu wiederholen und zu
beschreiben. (In der Regel wird durch die Wiederholung und das
langsame Erleben dieser schnell ablaufenden Vorgänge die Strategie
nicht verändert. Personen, die auf genaues Wahrnehmen trainiert
sind, können meist jedesmal dieselbe Strategie erkennen).

Strategie installieren Eine Strategie zu installieren, bedeutet, einer


Person eine Strategie (die sie noch nicht in ihrem Repertoire hatte) so
verfügbar zu machen, daß diese Strategie in Zukunft "automatisch"
ablaufen kann. Möglichkeiten dazu sind
(1) der Einsatz eines Ketten-Ankers (bei der die einzelnen Glieder
der "Kette" einzelnen Schritten in der neuen Strategie entsprechen)
oder
(2) das bewußte Einüben in die Strategie-Sequenz. Hier wird z.B.
eine Person angehalten, ihren Körper in Einklang mit den Zugangs-
Hinweisen der neuen Strategie zu verändern (z.B. mit den Augen
genau die "richtigen" Bewegungen zu machen).

Strategie-Swish Eine Strategie ist eine Abfolge von


Repräsentationen. Jeder Übergang von einer Repräsentation zu einer
anderen (z.B. von einer visuellen zu einer kinästhetischen
Repräsentation) kann als "natürlicher Swish" aufgefaßt werden, weil
die Aufmerksamkeit blitzschnell (wie bei den Techniken des
Swish) von einer Repräsentation zu einer anderen wechselt. Für einen
Stratgeie-Swish muß man ein "kritisches" Strategie-Element in der
Strategie, die zu einem unerwünschten Verhalten führt, kennen. (Ein
"kritisches" Element tritt notwendigerweise und immer in der
unerwünschten Strategie auf). Ist ein solches Element bekannt, so
kann man von diesem Element aus den Klienten aus der betreffenden
Strategie "heraus-swishen", indem man es so behandelt, wie das
Auslöser-Bild bei den Swish-Varianten Standard-Swish oder
Swish-Design - und von ihm aus eine Verknüpfung von
Untereigenschaften zu einem positiven Selbst-Bild installiert.

Stuck State Bedeutet wörtlich übersetzt: festgefahrener oder


festgezurrter Zustand. Ein Problem-Zustand, in dem eine Person
feststeckt, der für sie ein "Problem" darstellt. Probleme sind oft durch
bestimmte Auslöser, bestimmte Anker gekennzeichnet. Immer
wenn dieser Anker aktiviert wird (z.B.: jemand spricht laut mit mir)
tritt eine bestimmter unerwünschter Zustand ein(z.B. fühle ich mich
klein). Ein stuck state weist eine spezifische Physiologie auf (
Problem-Physiologie) Er ist meist auch körperlich von einem Gefühl
von Starre begleitet: ich fühle mich starr und wenig flexibel. Die
Änderungs-Techniken des NLP zielen darauf ab, stuck states positiv
zu verändern.

Submodalitäten Die Repräsentations-Systeme sind die


Modalitäten, ihre Prozeß-Elemente die Submodalitäten. Das
deutsche Wort dafür sind Untereigenschaften. Liste von
Untereigenschaften.
Wahrnehmungs-Ebenen Repräsentations-Systeme

Wahrnehmungs-Filter Alles was wir an der Welt rings um uns


wahrnehmen, ist kein Abbild der Welt, sondern ein Konstrukt, eine
Konstruktion. Bewußtsein ist ein enormer Auswahl-Prozeß, bei
dem einzelne Aspekte erkannt und andere nicht erkannt werden.
Wahrnehmen ist ein Filterprozeß, - wie eine Brille, bei der bestimmte
Arten des Lichts durchgehen und andere nicht. Der Filter-Prozeß der
Wahrnehmung ist allgemein bekannt. Wenn jemand ein neues Auto
kauft, dann "sieht" er nach dem Kauf mehr Autos dieser Marke,
nimmt die Werbung bewußter wahr, usw. Der Kauf eines Autos (für
die meisten eine größere Entscheidung) hat den Wahrnehmungs-
Prozeß verändert: ein neuer Filter wurde wirksam.

NLP geht davon aus, daß alle Modelle, die Menschen entwerfen,
"gefilterte" Modelle sind. Das Meta-Modell des NLP ist ein
allgemeines Modell der Modell-Bildung bei Menschen. Danach gibt
es drei große Arten von "Filter-Prozessen": Tilgung,
Verallgemeinerung und Verzerrung. Die Frage-Techniken des
Meta-Modells dienen auch dazu, einige der Filter-Prozesse, wie sie
sich in Sprache spiegeln, bewußt zu machen, und Anleitungen zu
einer "weniger gefilterten Sprache" zu geben.

Neben dem Meta-Modell der Sprache gibt es in NLP eine Vielzahl


von Modellen, um Wahrnehmungs-Filter zu studieren und zu
verändern. Beispiele sind die Repräsentations-Systeme im Denken
und in der Sprache, die drei Wahrnehmungs-Positionen, der
Unterschied zwischen assoziiert und dissoziiert und alle Meta-
Programme, die als Katalog von Wahrnehmungs-Filtern gelten.
Wirksame Wahrnehmungs-Filter sind die Beliefs, die Werte und
die personale Identität einer Person. NLP offeriert eine Reihe von
Änderungs-Techniken, die eine direkte Veränderung der
Wahrnehmung bewirken können.

Ein wichtiger Gedanke von NLP ist die Zustandsabhängigkeit der


Wahrnehmung. Die Art, wie wir bestimmte Ereignisse, bestimmte
Menschen und uns selbst wahrnehmen, hängt in hohem Maße von
unserem inneren Zustand ab. Die Selbststeuerungs-Techniken
des NLP zielen darauf hinaus, den Wahrnehmungs-Prozeß in einer
Weise zu verändern, wie es unseren Zielen und Werten mehr
entspricht.

Der Filter-Prozeß der Wahrnehmung wird in allen


konstruktivistischen Theorien betont. NLP ist praktizierter
Konstruktivismus. In NLP studieren wir die Veränderung von
Wahrnehmungs-Filtern bei anderen Personen und bei uns selbst.
Weil alle Wahrnehmungen gefilterte Wahrnehmungen sind, sind alle
Gedanken über die Welt, alles, was wir für "wahr" halten, keine
Abbilder der Welt, sondern nur unsere Überzeugung, unsere Beliefs.
NLP unterscheidet nicht nach "wahren" oder "falschen" Beliefs und
nicht nach "wahrer" oder "falscher" Wahrnehmung. Ein spannender
Punkt an NLP ist das Studium der Wechselwirkung von Beliefs und
Wahrnehmung im Alltag: wie unsere Wahrnehmungs-Prozesse durch
unsere Beliefs strukturiert werden und wie neue Beliefs durch neue
Wahrnehmungen entstehen. In NLP wird die Plastizität und
Veränderbarkeit von Beliefs und Wahrnehmungen betont. Alle
Techniken, die Beliefs verändern, zielen auch darauf hinaus,
Wahrnehmungsprozesse zu verändern.

Wenn man den Belief-Gedanken des Konstruktivismus ernst nimmt,


dann ist die Filter-Metapher selbst eine unglückliche Metapher.
Modell-Bildung, wie sie im Meta-Modell beschrieben wird, ist
kein "Filter-Prozeß", sondern etwas anderes: "Filter haben nur eine
einzige Funktion, nämlich die, eine Substanz aus einer anderen
herauszufiltern. Ein Kaffeefilter filtert die Kaffeereste aus dem
flüssigen Kaffee-Wasser-Gebräu. Der Kaffee ist im Wasser gelöst.
Im Falle der Modellbildungs-Prozesse würde das bedeuten, daß sie
nur die Funktion hätten, schon vorhandene Informationen von
anderen zu trennen oder "herauszufiltern". Tatsächlich handelt es
sich um erlernte Methoden, Modelle zu konstruieren. Symbole oder
Sinneseindrücke haben "an sich" keine Bedeutung, sie bekommen
erst Bedeutung während eines bedeutungsgebenden Prozesses.
Welche Bedeutung sie bekommen, entscheidet sich unter anderem
durch die Art der angewandten Modellbildung-Prozesse. Die
Modellbildungs-Prozesse sind keine "Filter", sondern Methoden auf
der Basis von Sinneseindrücken, um Bedeutung zu konstruieren."
(Inke Jochims).
Das soziale Panorama

Copyright Lucas Derks 1996, E-mail: iep@pi.net.


Rapport In der Militär-Sprache ist ein Rapport eine Meldung. In der
Textilkunde ist Rapport ein regelmäßiges Muster in einem gewebten
Stück. In NLP bezeichnet Rapport eine unmittelbare Verbindung
zwischen Menschen. Rapport beschreibt eine intensive Beziehung in
der Kommunikation, das Erleben eines Kontakts, eines Gleichklangs,
manchmal auch Resonanz genannt. Das Ziel der Kommunikations-
Techniken von NLP ist die Herstellung von Rapport in
Kommunikation.

Rapport basiert auf der inneren Einstellung von Respekt für den
anderen. Allein mit dieser Haltung können im Alltag die "Techniken"
des Spiegelns (pacing) beobachtet werden, die NLP zur Herstellung
von Rapport empfiehlt. Spiegeln (pacing) bedeutet, dem anderen
ähnlich zu werden, sich ihm anzugleichen, seine Welt zu betreten. Je
tiefer der Rapport zwischen zwei Menschen, desto mehr gleichen sich
ihre Körper und Stimmen "wie von selbst" einander an: sie
"schwingen auf der gleichen Welle", sie sind in Kontakt, in
Resonanz. In Resonanz mit jemanden zu sein, beschreibt einen
bestimmten inneren Zustand, den NLP-geschulte Personen für sich
genau kennen.

In NLP wird die Fähigkeit, mit anderen in Rapport zu treten,


systematisch geschult. Elemente dieser Schulung sind die Fähigkeit
der konzentriertes Wahrnehmung nach außen ( up-time), der
genauen Wahrnehmung minimaler Zugangs-Hinweise und des
Kalibierens der Physiologie des oder der Gesprächs-PartnerIn. Die
Standard-Technik ist das Spiegeln. Eine subtile und wirkungsvolle
Art, den Grad von Rapport in Kommunikation zu testen, ist den
Körper oder die Stimme zu verändern, und zu beobachten, ob und in
welchem Ausmaß die andere Person diese Veränderung mitmacht (
Führen als Rapport-Check).

Darüberhinaus wird die Fähigkeit zu Rapport in NLP durch ein


Verständnis von Ideen gefördert, die manchen NLP-Techniken
zugrundeliegen. Beispiele sind: (1) der Belief-Gedanke: allen
Meinungen einen Glaubens- und keinen Wahrheits-Charakter
zuzuschreiben. Dies kann die Fähigkeit fördern, "unverständliche"
Beliefs anderer Menschen mehr zu respektieren. (2) der Reframing-
Gedanke, Verhalten und Absicht zu trennen. Dies kann die Fähigkeit
fördern, mit unerwünschtem Verhalten anderer konstruktiver
umzugehen. (3) der Gedanke der Tiefen-Struktur der Sprache, der
dem Meta-Modell zugrundeliegt. Dies kann die Fähigkeit fördern,
fremde Innen-Welten zu erforschen (und sie weniger kritisch zu
bewerten).

Räumlicher Anker, Raum-Anker, lokaler Anker Die Verwendung


räumlicher Elemente, wie bestimmter Plätze am Boden, bestimmte
Räume, Gesten in eine bestimmte Richtung, usw. als Anker.
Räumliche Anker kommen in Form von Boden-Ankern bei vielen
NLP-Techniken zum Einsatz. Beispiele sind Interventionen mit den 3
Wahrnehmungs-Positionen, mit der Walt-Disney-Strategie,
Neuprägung und die Technik der Belief-Veränderung mit lokalen
Ankern ( Anleitung dazu). Das bekannteste Beispiel räumlicher
Anker ist das Konzept der Boden-Zeit-Linie mit vielen
Anwendungen.

Realist Einer von drei Zuständen bei der Walt-Disney-Strategie.


Im realistischen Zustand sollen die Ideen, Visionen und Ziele aus der
Phase des Träumens in einen konkreten Plan gegossen werden.

Referenz Referenz bedeutet Beziehung. Innere und äußere Referenz


gelten in NLP als eines der (komplexen) Meta-Programme. Bei
innerer oder interner Referenz entscheiden Menschen nach eigenen
Maßstäben. Bei äußerer oder externer Referenz richten sich
Menschen nach den Maßstäben anderer. Menschen, die sich stark
nach anderen ausrichten, repräsentieren sich diese Personen in ihrem
sozialen Panorama als sehr groß. Übungs-Anleitung zur
Stärkung der inneren Referenz
Backtrack Eine Technik des Spiegelns (Pacings). Im Gespräch
mit einer Person oder in Präsentationen wird eine Zusammenfassung
des Gesagten gemacht, wobei bestimmte Schlüsselworte mit
demselben auditiven Untereigenschaften verwendet werden, die
die andere Person oder andere Personen ursprünglich verwendet
haben.

Bagel-Modell Das Bagel-Modell (im Englischen B.A.G.E.L. Model


geschrieben), von Robert Dilts vorgeschlagen, ist eine Liste von
Kriterien, um innere kognitive und physiologische Zustände zu
erkunden. Die Buchstaben bedeuten: B für Body posture:
Körperhaltung, A für Accessing cues: Zugangs-Hinweise, G für
gestures: Gesten, E für Eye movements: Augen-Bewegungen, L
für Language patterns: Sprach-Muster, wie Meta-Modell und
Milton-Modell.

Bail out Unterbrecher

Basisannahmen des NLP Grundannahmen des NLP

Bateson-Lernkategorien

Bateson-Lernstrategie Eine Änderungs-Technik, die Robert Dilts


für einen stuck state vorgeschlagen hat, in der es einer Person
schwer fällt, neue Ideen und neue Lösungsmöglichkeiten zu
entwickeln. (Dilts hat diesen Prozeß durch Modellieren von
Gregory Bateson entwickelt). Die Pointe dabei ist
(1) die Übersetzung eines Problems (z.B. aus der Arbeit) in ein
"Problem" aus einem Ressourcen-Bereich (z.B. eine sportliche
Aktivität, die der Klient oder die Klientin K gerne macht,
(2) das Bewußtwerden, welche Lösungen K im Ressourcen-Bereich
routinemäßig anwendet und
(3) die Rückübersetzung dieser Lösungen für das ursprüngliche
Problem. Übungsanleitung dazu.

Bedeutungs-Reframing Beim Bedeutungs-Reframing wird die


Bedeutung eines Problems im gleichen Kontext verändert. Mehr
dazu unter Reframing.

Behavio(u)r Generator Neues Verhalten generieren

Behaviorismus Von 1913 bis etwa 1970 eine der Hauptrichtungen in


der Psychologie. Der Behaviorismus vertrat die Meinung, die
Psychologie dürfe sich nur mit dem von außen beobachtbaren
Verhalten von Mensch (und Tier) beschäftigen. Der Behaviorismus
untersucht, wie äußere Reize (stimuli) ein bestimmtes (äußerlich
beobachtbares) Verhalten (reponses) hervorruft. Der Behaviorismus
untersucht nichts "im Menschen". Es gibt hier keine "Innen-Welt".
Die Behavioristen lehnen es ab, das Verhalten des Menschen aus
Gedanken, Gefühlen, Absichten oder anderen geistigen Prozessen zu
erklären. Der Mensch ist hier eine biologische Maschine, ein reiner
Reiz-Reaktions-Mechanismus.

NLP als pragmatischer Ansatz hat die Reiz-Reaktions-Idee in Form


des Anker-Konzeptes übernommen. Viele Anker-Techniken des
NLP gehen auf behavioristische Verfahren zurück. NLP hat damit,
so könnte man sagen, den Behaviorismus auf der Ebene der
Techniken integriert. Auf der theoretischen Ebene eignet sich der
Behaviorismus jedoch nicht für eine Fundierung von NLP. Dies hat
viele Gründe.
(1) NLP ist das praktische Studium des eigenen Bewußtseins. Der
Behaviorismus lehnt den Begriff Bewußtsein als unwissenschaftlich
ab (oder führt Bewußtseins-Phänomene immer auf Verhalten
zurück).
(2) NLP-erfahrene Menschen üben sich darin, sich des eigenen
Bewußtseins und seiner Repräsentationen immer mehr bewußt zu
werden. Der Behaviorismus lehnt alle Methoden einer "Innen-Schau"
(Introspektion) ausdrücklich ab.
(3) NLP betont das Potential im Menschen, seine potentielle Freiheit,
sein eigenes Leben nach seinen Werten zu leben. Im
Behaviorismus sind die Menschen konditionierte Apparate ohne
freien Willen.
(4) NLP hat einen umfassenden Lern-Begriff. Der Behaviorismus
kennt nur Lernen 1 ( Bateson-Kategorien).
(5) NLP schließlich basiert auf dem Belief-Konzept. Der
Behaviorismus glaubt immer noch an das Konzept einer "objektiven
Wissenschaft"
Swish Swish ist eine Interventions-Technik, die Richard Bandler
erfunden hat (Er hat sie einmal als die wirkungsvollste NLP-Technik
bezeichnet). Bei einem Swish werden zwei innere Bilder (zwei
visuelle Repräsentationen) sehr schnell ausgetauscht. Swish ist im
Englischen ein lautmalendes Phantasiewort (to swish), daß sich im
Deutschen am besten mit "zischen" übersetzen läßt. Ein zischendes
Geräusch entsteht, wenn sich zwei Dinge schnell aneinander
vorbeibewegen. Genau diese Vorstellung wird bei der Technik des
Swish aktiviert: ein Bilder bewegt sich schnell von einem Ort weg
und ein anderes Bild zischt an diesen Ort. (Das ganze dauert
vielleicht zwei Sekunden). Diese Bewegung wird oft durch den
Coach, der diese Technik anleitet oder die Person, die dies in einer
Selbst-Anleitung macht, mit Gestensprache oder Zisch-Lauten
unterstützt. (Richard Bandler zischte mit seinem Mund, um dem
Klienten zu signalisieren, wie schnell er diese Technik innerlich
ausführen sollte).

Die Technik des Swish basiert auf zwei Bildern:


(1) ein Bild, das das Problem beinhaltet (ich sehe assoziiert das,
was es beim Beginn des Problems zu sehen gibt, z.B. mein Griff zu
der Zigarette, oder ich sehe dissoziiert mich selbst, wie ich rauche)
und
(2) ein Bild, das das Ziel enthält (ich sehe mich selbst, wie ich etwas
anderes mache, das mir gefällt), - wobei sich das Ziel-Bild inhaltlich
immer auf das Problem-Bild bezieht: es soll es ja ersetzen.

Swishen bedeutet, daß die Aufmerksamkeit schnell vom Problem-


Bild zum Ziel-Bild gelenkt wird. Im Standard-Swish wird:
(1) das Problem-Bild als großes und helles Bild entwickelt,
(2) das Ziel-Bild als kleines dunkles Bild in eine Ecke des Problem-
Bildes plaziert und
(3) mit Husch und Swish das kleine dunkle Ziel-Bild größer
gemacht, sodaß es das Problem-Bild bedeckt, welches gleichzeitig
verblaßt und verschwindet. Anleitung zu einem Standard-Swish.
Die Grund-Idee dieser Technik wurde in vielen Varianten
abgewandelt. Beispiele:
(1) Beide Bilder stehen in einer gewissen Entfernung nebeneinander.
Das Problem-Bild entschwindet nach hinten, das Ziel-Bild kommt
blitzschnell nach vorne und nimmt das Gesichtsfeld ein.
(2) Beide Bilder stehen nebeneinander. Die Augen wandern
blitzschnell hin und her, dazwischen wird geblinzelt und der innere
Bildschirm geleert.
(3) Das Problem-Bild wird in die linke Handfläche projiziert, das
Ziel-Bild in die rechte. Die linke Hand wird ausgestreckt vor das
Gesicht gehalten, die rechte hinter den Kopf. Mit einer raschen und
powervollen Handbewegung (die linke Hand geht nach hinten, die
rechte nach vorne) schießt das Problem-Bild durch den Kopf und das
Ziel-Bild wird gleichzeitig nach vorne gerückt ("Handflächen-
Swish").
(4) Das (kleine) Ziel-Bild rast aus der Zukunft nach vorne und steht
groß in der Gegenwart, während das (große) Problem-Bild klein wird
und in die Vergangenheit abzischt.(Dabei aktiviert man das Bild der
inneren Zeit-Linie).
(5) Das Problem-Bild hat in der Mitte ein Loch, durch das das Ziel-
Bild zuerst durchschimmert und dann ins Ziel-Bild explodiert (die
Schweizer nennen das "Löchli-Swish").
(6) Ebenso, aber jetzt geht es um eine Aufgabe, die man zu Ende
bringen will, aber in Augenblick keine rechte Lust hat (Problem-
Bild). Das Ziel-Bild zeigt etwas, auf das man Heißhunger hat (eine
"Obsession", wie Schokolade für manche Menschen. Bandler hat
diese Variante auch Godiva chocolate-pattern genannt). Das Ziel-
Bild scheint durch das Loch im Problem-Bild so stark durch, daß das
Problem-Bild (die Aufgabe) attraktiv wird. Das Loch wird schnell
geschlossen, aber nur so schnell, daß die Anziehung erhalten bleibt.
Bei all diesen Varianten wird der Swish in der Regel meist
hintereinander durchgeführt, vielleicht dreimal oder fünf oder zehn
mal.
Die Swish-Techniken eignen sich für zwanghaftes Verhalten, wie
Nägelkauen, rauchen oder zuviel essen oderfür Beliefs, die Zwänge
beinhalten. Zwanghaftes Verhalten kommt nach NLP dadurch
zustande, daß automatisch ein inneres Bild produziert wird, von dem
eine große suggestive Kraft ausgeht. Bilder mit diesen Wirkungen
sind - in ihrer visuellen Repräsentation - große, helle und nahe
Bilder. Bei Swish wird ein großes, helles und nahes Zwangs-Bild
blitzschnell durch ein großes, helles und nahes Ziel-Bild ersetzt.
Durch diesen Vorgang soll, so die Theorie, der alte unerwünschte
Zwangs-Automatismus durch einen neuen erwünschten Zwangs-
Automatismus ersetzt werden.

In Bezug auf die verwendeten Bilder kann man (1) den Standard-
Swish, (2) das Swish-Design, das (3) pragmagrafische Swish-Design
und (4) den Strategie-Swish unterscheiden.
(1) Beim Standard-Swish wird ein innerlich oder äußerlich (durch
den Coach) erzeugtes Problem-Bild genommen, das beim Zwangs-
Verhalten zu sehen ist oder zu diesem Verhalten paßt.
(2) Beim Swish-Design oder individualisiertem Swish geht es um
jene visuelle Repräsentation, die unmittelbar vor dem zwanghaften
Verhalten vorhanden ist, d.h. um das "Auslöser-Bild", das den
Zwang "verursacht". Man will dabei die Mikro- Strategie zum
zwanghaften Verhalten unterbrechen.

Beide Varianten verwenden als Ziel-Bild ein positives "Selbstbild":


ein Bild, das den Klienten als eine Person zeigt, für die das
unerwünschte Verhalten kein Problem mehr ist. Dieses Selbstbild
soll eine "Sog"-Wirkung erzeugen, gleichsam ein neuer Zwang,
genau dieses Selbst zu werden.
(3) Im pragmagrafischen Swish-Design wird eine Gefühls-Kette
erkundet, die unbewußt vor dem zwangshaften Verhalten abläuft.
Das "auslösende Gefühl" wird in ein (konstruiertes) visuelles Bild
übersetzt und mit einer Vorstellung geswisht, wo der Klient / die
Klientin in der Lage ist, frei und kreativ beliebige andere
Verhaltensweisen wählen zu können (es geht also nicht direkt um ein
positives Selbst-Bild).
(4) Beim Strategie-Swish wird der Übergang von einer
Repräsentation zu einer anderen in einer Strategie (Strategien sind
Abfolgen von Repräsentationen) als "natürlicher Swish" interpretiert
und durch einen "konstruierten Swish" ersetzt.

Die Swish-Techniken des NLP sind in vielen Fällen trotz oder wegen
ihrer kurzer Dauer äußerst wirkungsvoll. Bei allen Swish-Arten wird
eine unerwünschte innere Repräsentation so mit einer erwünschten
Repräsentation verbunden, daß ein neuer "Zwang" entstehen soll:
immer wenn später die unerwünsche Repräsentation auftaucht, soll
quasi automatisch die erwünschte Repräsentation in das
Unbewußte "hineingeswischt" werden. In den Ablauf der alten
zwanghaften Handlung wird eine neue nützliche Automatik
eingebaut: ich sehe z.B., wie sich meine Hand meinem Gesicht
nähert, z.B. zum Nägelbeißen oder zum Rauchen, und "denke"
automatisch und intensiv an das Ziel-Bild (wie ich sein werde, wenn
ich das entsprechende Problem überwunden habe). Die Erfolge
dieser Technik sind manchmal erstaunlich. In manchen Fällen ist
eine einzige kurze Swish-Intervention geeignet, langbestehendes
zwanghaftes Verhalten abzulegen.

Man kann die Swish-Techniken sowohl als Variante einer Arbeit mit
Untereigenschaften als auch einer Strategie-Arbeit auffassen.
Ein erfolgreicher Swish verbindet zwei vorher nicht verbundene
Repräsentation mit Hilfe von Untereigenschaften, d.h. es wird eine
neue Strategie bzw. ein neues Strategie-Element installiert.

Für den Erfolg dieser Technik sind neben dem Einüben (vorher) und
der Nacharbeit (nachher) vor allem drei Bedingungen wichtig: (1)
die Auswahl des Problem-Bildes, (2) die Art der Verknüpfung der
beiden Bilder und (3) der Aufbau des positiven) Selbst-Bildes.

(1) Die Auswahl des Problem-Bildes beim Swish. Das Problem-Bild


(das Bild Nr.1, auch Auslöser-Bild genannt) oder allgemein die
auslösende Repräsentation soll ein assoziiertes visuelles Bild (oder
ein assoziiertes Erleben in einem anderen Repräsentations-System)
sein. Es soll genau zeigen, was dem inneren Erleben unmittelbar vor
Einsetzen des "Autopiloten" (die Zwangs-Automatik wird
eingeschaltet) entspricht. Wichtig ist dabei die Wahl des richtigen
Repräsentations-Systems. Der "Autopilot" kann nicht nur durch
einen visuellen Eindruck ausgelöst werden (man sieht, wie eine Hand
eine Zigarette zum Mund führt), sondern auch durch einen
kinästhetischen Eindruck (man fühlt die Zigarette oder die
Zigarettenpackung). Möglich ist auch ein olfaktorischer Auslöser
(der Geruch der noch nicht angezündeten Zigarette) oder ein
auditiver Auslöser (das Geräusch das durch das Öffnen und
Manipulieren mit der Zigarettenschachtel entsteht). (Bei multiplen
Auslösern ist es manchmal wichtig, den Swish mit den
verschiedenen Auslösern in den unterschiedlichen Sinnes-Systemen
zu wiederholen).

(2) Die Art der Verknüpfung der beiden Bilder. Für die Verknüpfung
der Repräsentationen im Swisch kann der Therapeut / Coach die
Größe/Helligkeits-Verknüpfung des Standard-Swishes anwenden,
oder er kann genaue Informationen darüber sammeln, welche der
unzählig möglichen Verknüpfungen sich bei seinem Klienten
anbieten. Er kann ein Design machen für den geplanten Swish (
Swish-Design), indem er entweder (a) den Klienten direkt fragt, wie
er Repräsentation 1 und Repräsentation 2 verbinden könnte, oder (b)
sich selbst Möglichkeiten ausdenkt und prüft, ob der Klient sie -
möglichst mit Vergnügen, Neugierde oder Interesse - ausführen
kann, oder (c) in anderen Strategien des Klienten nachforscht, ob
dieser Vorlieben hat in Bezug auf bestimmte submodale
Verknüpfungsweisen. (Er würde dann das tun, was Richard Bandler
beim Informationssammeln über die Besonderheit einer Strategie
gemacht hat: "Bei einer Strategie, die man notiert hat, wie z.B. "V-
>A->K", interessiert mich am meisten, was in den Pfeilen passiert!")
Strategie-Swish.

(3) Der Aufbau des Selbstbildes beim Swish. Beim Aufbau des
Selbstbildes für einen Swish sind neben den Hinweisen zur
Wohlgeformtheit des Selbstbildes (wie sie Steve und Connerea
Andreas in ihrem Buch "Gewußt wie" geben) nach der Erfahrung
eines der Autoren (Thies Stahl) noch zwei weitere wichtig: Es soll
(a)"physiologisch reflektieren" und (b) "symbolisierungsflexibel-
redundant" sein.
(a) "physiologisch reflektieren". Damit ist folgendes gemeint: wenn
der Klient oder die Klientin sich das Selbst-Bild innerlich ansieht,
muß von außen eine Ressourcen-Physiologie zu beobachten sein
und die Frage "Ist er/sie anziehend?" muß kongruent bejaht
werden. Ist dies nicht der Fall, ist folgende Hypothese angebracht: Es
gibt einen oder mehrere Teile, die wichtige sekundäre Gewinne
des alten Verhaltens vertreten. Diese Gewinne sind im neuen Selbst-
Bild nicht oder zu schwach vertreten, worauf mit einem
(nonverbalen) Einwand reagiert wird. Um diese Einwände zu
würdigen und um eine volle Ressourcen-Physiologie zu erreichen,
kann der Coach C u.a. folgende Phänomene des Klienten / der
Klientin K nützen oder auch einbauen:
(aa) Asymmetrie, z.B. der Beinhaltung: "Während Du weiterhin das
Bild anschaust, schlage mal deine Beine andersherum übereinander
und laß dich überraschen, wie es sich verändert, in seinen
Untereigenschaften und in seinem Inhalt."
(ab) Ideomotorik: "Während du das hier (z.B. rechter Finger
streichelt linken Handrücken) weitermachst, achte genau darauf, wie
sich dein Bild verändert, wenn du es mehr (weniger, bzw. gar nicht
mehr) machst."
(ac) Inkongruenzen, z.B. eine auditive oder kinästhetische Kritik
zu dem visuellen Bild (Einwände in Form von "Meta-auditiven oder
Meta-kinästhetischen-Repräsentationen"): "Diese Stimme, mit der du
dein Selbstbild kommentierst (bzw. diese Gefühl zum Selbstbild), tue
einmal so, als enthielte sie/es wertvolle Information und Energie, die,
je mehr du sie für die Anreicherung deines Selbstbildes nutzt,
...JETZT, desto mehr wieder in den Hintergrund treten kann,
während du dir erlaubst, die überraschenden Veränderungen in
deinem Selbstbild einfach so zu genießen, ohne verstehen zu müssen,
was sie bedeuten."
(ad) Symptome (z.B. Nackenverspannung): "Vielleicht gestattest du
mir, während du das Bild weiterhin anschaust, hierdurch (C berührt
K oder massiert den Nacken von K) dein Bild etwas zu verändern.
Wird es noch anziehender so?"
(ae) Die Haltung, und damit auch die Physiologie, verändern lassen,
in der K das Selbstbild zu visualisieren versucht (z.B. hinstellen,
hinsetzen, hinlegen lassen). Ein Beispiel für eine Variation der
Haltung ist ein Klient, der beim unbefriedigenden Versuch, sein
Selbstbild zu visualisieren, in der Haltung eines zum Duell bereiten
Cowboys dastand, und der auf die Aufforderung hin, so zu tun, als
ziehe er plötzlich, sein Selbstbild plastischer, beweglicher und vitaler
sah. Bei Brillenträgern kann C deshalb K sowohl in die "Brille auf "-
als auch in die "Brille ab"-Physiologie hineinhypnotisieren und die
dabei auftretenden Phänomene nützen (utilisieren). Zwischen Kurz-
Sichtigkeit und Selbstbild-Wahrnehmung besteht oft ein enger
Zusammenhang: man will oder kann sich "nicht sehen". So sagte ein
Klient z.B., als er die Brille abnahm, das Selbstbild sei näher und
attraktiver - was er auch physiologisch zeigte. Diese Veränderungen
in den Untereigenschaften konnten dann systematisch genutzt
werden, um das Selbst-Bild zu stabilisieren und um noch fehlende
Sekundär-Gewinne zu berücksichtigen.
(af) Interaktionsphänomene, z.B. Äußerungen von Unbehagen,
Ärger, aber auch Komplimente oder Flirtangebote: "Vielleicht kannst
du (das, was hier zwischen uns eben passiert ist = C benennt es),
nehmen, als Produkt und Botschaft deines/unseres Unbewußten, um
dein Selbstbild damit noch in Bezug auf deine Möglichkeiten zu
bereichern, mit einer solchen Situation hier umzugehen, insofern sie
interessant sind für das, was du in der Zukunft können willst, wenn
(das unerwünschte Verhalten = C benennt es) kein Problem mehr für
dich ist."
(ag) Kontexteinbeziehung: K versucht (meist unbewußt, manchmal
in einer ritualisierten Weise) während der Visualisierung des
Selbstbildes den Kontext, die Hier-und-Jetzt-Umgebung,
einzubeziehen. Versucht K z.B. sein Selbstbild an einer Stelle im
Raume mit offenen Augen zu visualisieren, an der sich seine reale,
gegenwärtige Gestalt spiegelt, so kann ihm C etwa folgende
Prozeßinstruktionen geben: "Und während Du weiterhin vor Deinem
geistigen Auge das Du ansiehst, das Du bald sein wirst, möchte ich,
daß Du ganz einfach, ohne es zu verändern, registrierst, in welcher
Weise Du Dein Spiegelbild dort wahrnimmst. Nimm (wenn K durch
leichtes Nicken etc. anzeigt, daß das angesprochene Phänomen
nunmehr bewußt verarbeitet wird) diese Dir im Moment verfügbare
Information, Energie, Erkenntnis etc., laß das Spiegelbild im Kontext
hier Hintergrund werden und erlaube Deinem Selbstbild, in der Art,
wie er schaut, sich bewegt, die Gesten, die er benutzt, die Mimik, die
er zeigt, dieses Wissen oder diese Information auszudrücken
(Physiologiewechsel abwarten).

(b) symbolisierungsflexibel-redundant. Hier geht um Flexibilität


bezüglich der Möglichkeiten, die sekundären Gewinne des alten
Zwanges auszudrücken. Wenn K einen Weg gefunden hat, die
sekundären Gewinne im Selbstbild symbolisch (durch Gesten,
Bewegungen etc.) abzubilden, dann soll ihm/ihr geholfen werden,
aus diesem einen Weg mehrere andere Wege zu entwickeln. Diese
Alternativen sollen nebeneinander existitieren (sie sind redundante
Abbildungsweisen). Das Selbstbild soll variabel sein bzw. variabler
werden. Dies bezieht sich u.a. auf folgende Bereiche (vgl. damit auch
die entsprechenden Meta-Programme. Es geht auch um eine
Flexibilität in Bezug auf Meta-Programmme):
(ba) Selbst, Andere und Kontext: "In der Weise, wie du jetzt
erkennst, daß der/die es kann, also daran, daß in deinem Bild dieser
Kontext, bzw. diese anderen Person(en) wichtig sind... (C wartet ein
Nicken ab!), kannst du diese Art und Weise, es zu erkennen,
umändern, umformatieren, so daß du es auch an ihm/ihr selbst, an
seinem/ihrem Gesicht (an seinen/ihren Bewegungen, etc.) erkennen
kannst, daß er/sie es gut kann?" Ein wohlgeformtes Selbstbild beim
Swish ist kontextunabhängig, es darf für die Demonstration der
Fähigkeiten, die für das neue Verhalten notwendig sind, an keinen
spezifischen Kontext gebunden sein.
(bb) Haltung, Mimik, Gestik, ideomotorische und ganzkörperliche
Bewegungen, Gesichtsausdruck, Körperausdruck: "So wie du jetzt in
der Haltung erkennen kannst, da er/sie das gut kann, kannst du das
auch sehen, wenn du ihn/sie in Bewegung sieht... Gibt es eine
spezielle Bewegung, oder irgendein anderes gewisses Etwas, an dem
du es auch sehen kannst?"
(bc) Repräsentationssysteme: "Bringe all die Informationen, die jetzt
in dem Bild sind, in eine Darstellung deiner Stimme, bzw. in eine
kinästhetische Darstellung!" (Eventuell kritische Untereigenschaften
mitübersetzen).
(bd) Ass.-Diss.-Flexibilität: "Wenn du es assoziiert kannst, mache es
jetzt bitte dissoziiert!"
Der Standard-Swish

1. Identifizierung des Kontextes


"Stelle bitte einmal fest, wo etwas bei Dir nicht in Ordnung ist, oder
wo Du in der Klemme steckst. Wo oder wann würdest Du Dich
gerne anders verhalten oder anders reagieren als bisher? Du könntest
etwas wie Nägelkauen wählen, oder auch so etwas wie Wutanfälle,
die Du auf Deinen Partner bekommst."

2. Identifizierung des auslösenden Kontextbildes


"Jetzt möchte ich, daß Du herausfindest, was Du in dem Moment
tatsächlich siehst, der dem unerwünschten Verhalten unmittelbar
vorausgeht. Wenn Dir das schwerfällt, kannst Du Dir eventuell
helfen, indem Du tatsächlich das tust, was dem zu verändernden
Verhalten vorausgeht, um herauszufinden, wie das aussieht."
(Das Bild sollte assoziiert sein)

3. Schaffung eines Zielbildes


"Mache Dir nun ein zweites Bild davon, wie Du in Deinen eigenen
Augen anders aussehen würdest, wenn Du die gewünschte
Veränderung bereits erreicht hättest. Ich möchte, daß Du dieses Bild
so lange abänderst, bis es für Dich außerordentlich attraktiv ist - ein
Bild, das Dich sehr stark anzieht."
(Das Bild sollte dissoziiert sein)
(Die Physiologie sollte strahlend sein)

4. Ökologie-Check
"Bevor Du den Swish ausführst, überprüfe bitte, ob es irgendwelche
Einwände gibt, das unerwünschte Verhalten auf diese Weise zu
überwinden. Wenn ja, verzichte auf die Veränderungarbeit oder
suche Dir ein anderes unerwünschtes Verhalten, mit dem Du einen
Swish machen könntest!"
5. Swish
"Mache nun mit den beiden Bildern den S w i s h. Beginne damit,
daß Du das auslösende Bild des Kontextes groß und hell siehst. Setze
dann ein kleines dunkles Bild der Zielvorstellung in die untere rechte
Ecke. Das kleine dunkle Bild wird größer werden und das erste Bild
ganz bedecken, welches gleichzeitig ebenso schnell verblassen und
schrumpfen wird, wie Du S w i s h sagen kannst. Lösche dann die
ganze Bildfläche oder öffne die Augen.
"Wiederhole den Swish insgesamt fünfmal. Vergewissere Dich, daß
Du nach jedem Mal das innere Bild löschst."
(Der Prozeß sollte schnell ablaufen)

6. Test 1
"Stelle Dir nun das erste Bild vor. Was passiert?"
(Wenn das schwierig ist, hat es funktioniert)

7. Test 2
"Wenn es möglich ist, solltest Du Dich jetzt den Reizen aussetzen,
die in dem auslösenden Kontextbild dargestellt sind. Falls das alte
Verhalten beim Test noch vorhanden ist, solltest Du ein paar Schritte
zurückgehen und das Swish-Muster erneut durchführen. Versuche
herauszubekommen, was Du noch tun könntest, um den Prozeß
erfolgreich ablaufen zu lassen."

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Zauberlehrling. Das NLP-


Lern- und Übungsbuch, 2. überarbeitete Auflage, Paderborn
1993. Mit freundlicher Genehmigung des Junfermann-
Verlages.
Manipulation Die Beeinflussung anderer Menschen für eigene
Zwecke und Ziele auf Kosten der anderen und gegen den Willen und
die Interessen anderer. NLP wird manchmal der Vorwurf der
Manipulation gemacht. Auf diesen Vorwurf zu antworten, ist ein
interessanter Tatbestand, weil NLP-Ideen auf NLP angewandt
werden:

(1) NLP ist kein Ding, sondern ein Prozeß. Zu sagen NLP ist so und
so, impliziert eine Nominalisierung, d.h eine Verletzung des
Meta-Modells. NLP ist nicht so oder so, sondern ein Prozeß, bei dem
Menschen die Ideen, Techniken und Verfahrensweisen des NLP in
Kommunikation mit anderen anwenden und entwickeln. Kein
Kommunikations-Prozeß ist an sich manipulativ. Sprache z.B. ist ein
Prozeß. Ob Sprache manipulativ ist oder nicht, hängt von vielen
Faktoren ab, die nicht in der Sprache allein liegen.

(2) NLP gibt es nicht, sondern nur Beliefs über NLP. Jede Person,
die von NLP gehört hat, NLP anwendet, NLP weitergibt, macht dies
in ihrem Deutungs-Zusammenhang, im Kontext ihrer Erfahrungen,
die sie mit NLP gemacht hat. Die Autoren dieses Lexikons teilen hier
(im Kontext ihrer Erfahrungen) folgende Überzeugung: Eine
Minderheit von Personen, die NLP anwenden und dafür werben,
macht dies in einer Art, die uns manipulativ erscheint (manchmal
nicht so sehr durch die Worte, sondern durch das Verhalten: die Art,
wie NLP präsentiert wird). NLP erscheint hier als Bündel von
Techniken, mit denen das Verhalten anderer Menschen effizient und
unbemerkt gesteuert werden könne. Hier wird insbesondere an
manchen Kommunikations-Techniken sowie am Anker-Modell
des NLP angeknüpft, oft auch in Verbindung mit dem Menschen-
Bild des Behaviorismus, welches Menschen als - von außen
lenkbare - Reiz-Reaktions-Mechanismen beschreibt.

Die meisten Personen, die heute NLP praktizieren und lehren,


verstehen (das ist unser Belief) NLP in einem ganz anderen
Deutungs-Zusammenhang. "Effiziente" Kommunikation entsteht vor
allem aus einer inneren Haltung, in der die Integrität und der Wert
von Kommunikations-Partnern betont wird. Dies kann z.B. an der
Interpretation der Sprach-Muster des Milton-Modells studiert
werden. Sie dienen dazu, andere Menschen ganz gezielt in bestimmte
innere Zustände zu führen, d.h. sie z.B. zu "manipulieren", in
Kontakt mit ihren Ressourcen zu kommen. In der Erikssonschen
Hypnotherapie (die Basis für das Milton-Modell), wird das Prinzip
der Kooperation zwischen Klient und Therapeut betont. (z.B.:
Gilligan, Therapeutische Trance, 1991). Elemente sind: die Integrität
und Kongruenz des Therapeuten, die Konstruktion einer
gemeinsamen "interpersonellen Trance" zusammen mit dem
Klienten, die respektvolle Annahme der Welt des Klienten und die
Suche nach Ressourcen in dieser Welt, so sonderbar sie sein mag.
Die NLP-Strategien des Spiegelns (pacing) und Führens
(leading) gelten in diesem Kontext ausdrücklich als Kooperations-
Strategien, in strikter Abgrenzung zu Macht- und Kontroll-
Interpretationen.

Die Macht-und Kontroll-Metapher ist ein Element des


mechanistischen Welt-Bildes, das als kulturelles Grund-Belief den
Alltag vieler Menschen beherrscht. Die Computer-Metapher des
NLP, welche auch im Wort "Programmieren" anklingt, kann dieses
Welt-Bild fördern und unbewußt aktivieren. Im mechanistischen
Welt-Bild sind "innen" und "außen" prinzipiell getrennte Bereiche.
In einer solchen Welt zu handeln, bedeutet, auf etwas "außerhalb von
mir" einzuwirken, auf etwas, was von mir prinzipiell getrennt ist.
Handeln heißt hier, etwas "Äußerliches" zu verändern, es zu steuern,
es zu manipulieren. Manipulation, Herrschaft und Macht sind
systematische Elemente im Denkens und Handeln dieses Welt-Bildes
(z.B. "Wissen ist Macht"). Menschen, die in dieser (verbreiteten)
Denkweise gefangen sind, unterliegen einer Macht-Illusion, für die
(oberflächlich betrachtet) Teile von NLP brauchbar sind.

NLP als konstruktivistischer Ansatz kritisiert das mechanistische


Welt-Bild auf eine praktische Weise. Je mehr wir lernen und je mehr
wir verstehen, in welcher Weise wir unsere Welt, die Wahrnehmung
unserer Welt durch unsere Beliefs und unsere Wahrnehmungs-
Filter gestalten (wofür viele Änderungs-Techniken des NLP
hervorragend geeignet sind), desto mehr verschwinden die strikten
und prinzipiellen Grenzen zwischen "innen" und "außen". Dies ist
ein langsamer Prozeß, in der es für jede Person, die sich darin übt
(das ist unser Belief) noch viel zu lernen gibt. Erfaßt er nach und
nach größere Bereiche, sind seine gesellschaftlichen und kulturellen
Auswirkungen noch nicht absehbar.

In dieser Interpretation erscheint NLP vor allem als Sammlung


effizienter Verfahren zur Steuerung des eigenen Bewußtseins, zur
Selbststeuerung, was eine nicht-manipulative Einstellung zur "Welt"
bedingt. Die eigentliche (und lohnendere) "Manipulation", um die es
hier geht, ist die "Eigen-Manipulation", das Einüben in der bewußten
Steuerung der Innen-Welt, der Gedanken und Gefühle, - sowie das
Studium, welche Resultate und Auswirkungen auf andere damit
erzielt werden. In diesem (lebenslangen) Lern-Prozeß üben sich
Personen darin, Zugang zum Kern ihrer Persönlichkeit zu finden,
zu ihren core states, zu ihre Quelle, - und all dies in ihrem Alltag
mehr und mehr zu leben. In dieser Entwicklung ist (so die Hoffnung
vieler Menschen, die NLP für nützlich halten), eine "ethische
Kontrolle" eingebaut: das Einüben und Praktizieren (manchmal sehr)
effizienter Kommunikations-Techniken im Kontext der eigene
Werte, in Rapport und im Erleben von Zugehörigkeit.

Mapping eine Sonderform des Kalibrierens, wo das bevorzugte


Repräsentations-System und die Augen-Muster erkundet werden.
Mapping around Der Prozeß des Erforschens der logischen
Ebenen, eine Anwendung der Techniken der Informations-
Sammlung

Matchen, Matching (1) Im Sinne von spiegeln: sich anpassen an


Teile des Verhaltens einer anderer Person, um Rapport zu
bekommen. (2) eines der Meta-Programme. Matching ist ein
innerer Sortier-Mechanismus, bei dem die Aufmerksamkeit auf das
gelenkt wird, was gleich oder ähnlich ist. Eine Person, die matching
als Wahrnehmungs-Filter verwendet, sortiert (meist unbewußt)
innerlich nach den Kriterien von Gleichheit und Ähnlichkeit.
Analyse des Arbeitsplatzes auf positive und negative Anker
(nach Josef Weiß)

1. Arbeitsplatz vorstellen
Nehmen Sie eine entspannte Haltung ein. Falls Sie sich nicht an
Ihrem Arbeitsplatz befinden, stellen Sie sich vor, Sie sind dort.

2. Anker entdecken
Überprüfen Sie Ihre Umgebung mit allen Sinnesorganen auf die
Reize und die Erlebnisqualität, die diese in Ihnen auslösen. In welche
Zustände bringen sie Sie, in angenehme, vielleicht sogar einen
Moment of Excellence oder in eher unangenehme? Prüfen Sie
sorgfältig:
Sehen Sie sich um, was es dort zu sehen gibt und wie das auf Sie
wirkt!
Hören Sie bewußt auf die Geräusche, Töne und Klänge und wie
diese auf Sie wirken!
Fühlen Sie, wie Sie auf Ihrem Stuhl sitzen, ob er bequem oder
unbequem ist!
Riechen und schmecken Sie, was immer Sie dort auf diese Weise
wahrnehmen und überprüfen Sie dabei Ihre Gefühle!

3. Negative Anker entfernen


Wenn Sie bei dieser Untersuchung etwas wahrnehmen, was in Ihnen
ein unangenehmes Erleben auslöst, haben Sie einen negativen Anker
entdeckt, den Sie, wenn möglich, entfernen oder auflösen sollten.

4. Positive Anker vermehren


Wenn Sie bei dieser Untersuchung etwas wahrnehmen, was in Ihnen
ein angenehmes Erleben auslöst, haben Sie einen positiven Anker
entdeckt. Wenn Sie sich vorstellen können, daß es etwas gibt, wobei
Sie sich noch wohler fühlen, wenn Sie es hier sehen, hören, fühlen
riechen oder schmecken könnten, dann haben Sie zusätzliche Anker
entdeckt, die Sie sich, wenn möglich, an diesem Ort auch zugänglich
machen sollten.

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Zauberlehrling. Das NLP-


Lern- und Übungsbuch, 2. überarbeitete Auflage, Paderborn
1993. Mit freundlicher Genehmigung des Junfermann-
Verlages.
Negative Anker löschen

1. Der Coach fragt: "Welchen negativen Anker wollen Sie löschen?"


Der Anker wird sinnlich-exakt erkundet.

2. Der Coach löst den Anker nach den Anleitungen des Klienten aus:
er sagt z.B. einen bestimmten Satz mit einem bestimmten Tonfall,
macht eine Geste oder spielt eine Person. Der Klient modelliert den
Coach solange, bis die Wirkung des Ankers klar erkennbar ist.

3. Unterbrecher.

4. Diesen Anker testen.

5. Der Coach fragt: "Welches Erlebnis (welchen Moment of


excellence, MoE) wollen Sie diesem Anker entgegenstellen?"

6. Der Coach führt den Klienten intensiv in dieses Erlebnis und


ankert es.

7. Den MoE-Anker testen.

(Die Intensität des MoE-Ankers muß stärker sein als der negative
Anker).

8. Der Coach bittet den Klienten, an den negativen Anker zu denken


und sich diese Situation intensiv vorzustellen.

9. Wenn der Klient assoziiert ist, löst der Coach den Anker für MoE
aus und bleibe eine Weile bei dem Anker.

10. Zeit für den Verschmelzungsprozeß geben.


11. Unterbrecher

12.Future pace

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Einen negativen auditiven Anker löschen

Übung in einer Dreiergruppe:


A ist der Klient, B aktiviert den negativen auditiven Anker, C
aktiviert den positiven auditiven Anker.

1. Der negative Anker wird gesetzt: B mit A:

a) B befragt A:

● Welchen Situation möchtest Du verbessern? Stell Dir diese


Situation vor.
● Welche auditiven Anker können diese Situation auslösen?
● Welche auditiven Anker können diese Situation verstärken?

b) A trainiert B auf einen negativen auditiven Anker.

c) Gemeinsam wird die Intensität des Ankers überprüft.

2. Der positive Anker wird gesetzt: C mit A:

a) C befragt A:

● Welchen Moment of Excellence (MOE) willst Du diesem


Anker entgegenstellen?
Stell Dir diese Situation lebhaft vor.

b) C ankert diesen MOE kinästhetisch.


c) C überprüft die Intensität dieses Ankers.

Hinweis: Der positive Ankers muß intensiver wirken als der negative
Anker !!

3. Der negative Anker wird gelöscht:

a) B löst den negativen Anker aus (eventuell: mehrmals).

b) C löst kurz darauf den positiven Anker aus und bleibt dabei.

B und C lassen A Zeit, den Verschmelzungsprozeß zu erleben!

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Anker verschmelzen (kollabieren)

für zwei kinästhetische Anker (Anker A und Anker B)

1. Negative Situation (Gefühl oder Verhalten ) finden. Assoziiert


erleben (der Coach merkt sich die Physiologie). Anker A setzen.
Unterbrecher.

2. Anker A testen (anhand der Physiologie überprüfen).


Unterbrecher.

3. MOE (Moment of Excellence) intensiv aktivieren und assoziiert


erleben (VAKO). Anker B setzen. Unterbrecher.

4. Anker B testen (überprüfen). Unterbrecher.

5. Intensität der beiden Situationen befragen. MOE muß intensiver,


d.h. stärker sein.

6. Negativen Anker auslösen und kurz darauf den positiven Anker


auslösen.

● Mit den beiden Ankern dabei bleiben, bis die


Verschmelzung ihren Höhepunkt überschritten hat. Wechsel
in der Physiologie beobachten.

7. Zuerst den negativen Anker loslassen, dann den positiven.

8. Laß Deiner Partnerin / Deinem Partner noch Zeit sich neu zu


strukturieren.

9. Future pace
Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.
Copyright Walter Ötsch 1996.
Integration zweier dissoziierter Physiologien

1. Rapportcheck

Ihr überprüft die Berührungspunkte für eure kinästhetischen Anker.


Wichtig ist ein neutraler physiologischer Zustand eures Klienten,
wenn ihr ihn oder sie berührt.

2. Induktion der Physiologie I

a) Identifikation der ersten Situation:


Gehe bitte innerlich in eine Situation, dir typisch ist für dich in
dem einen Zustand bzw. bei der einen Tätigkeit.

b) V.A.K.O.-Hypnose:
Dann hypnotisiert ihr euren Klienten unter Hinweis auf alle
Sinnessysteme in diese Situation hinein. Was gibt es dort zu sehen,
... zu hören, ... zu fühlen, ... zu riechen ... und zu schmecken?

In a und b ankert ihr fortwährend synchron zur Zu- und Abnahme der
Physiologie.

3. Separator-State

4. Induktion der Physiologie II

Ihr induziert die zweite Physiologie wie in Schritt 2 und ankert


während der V.A.K.O.-Hypnose.

5. Separator-State und Test der Anker


6. Integration

a) Instruktion/Vorankündigung:
Wollen wir ein Experiment machen? Oder alternative
Formulierungen. Wichtig sind Prozeßinstruktionen, die euch
erlauben, mit beiden Ankern zu spielen.

b) Anker benutzen:
Ihr benutzt beide Anker, um dem Klienten zu helfen, beide
Physiologien zu mischen.

c) Lösen der Anker:

Wenn die Integration "unterwegs" ist, das heißt, wenn Anteile beider
Physiologien zu sehen sind, laßt ihr die Anker los. Ihr könnt dann
sagen, nimm dir Zeit, die Situation innerlich so zu gestalten und zu
vollenden, daß du maximal zufrieden bist, und komm dann zurück
hierher.

7. Kongruenz-Check

Wenn euer Klient aus der Trance zurückkommt, fragt ihr: Bist du
zufrieden mit dem, was du eben getan hast? Dabei achtet ihr darauf,
ob die Antwort kongruent und die Haltung symmetrisch ist.

Wenn nein, macht ihr ein Kurz-Reframing über das Finden von
Kontexten und Konsequenzen oder eines der Berater-Modelle.

8. Future Pace

Ihr fragt den Klienten: So eine Situation wird in der Zukunft ähnlich
wieder auftreten, oder? Hier solltet ihr beide Physiologien sehen
können, im integrierten Zustand.

Quellenangabe: Thies Stahl, Triffst du 'nen Frosch unterwegs


... . NLP für die Praxis, 6. Auflage, Paderborn 1995.
Copyright Junfermann 1995. Mit freundlicher Genehmigung
des Junfermann Verlages.
Imperative Selbst-Analyse Eine Anwendung von NLP auf den
"Kern der Persönlichkeit", entwickelt von Leslie Cameron-Bandler.
Das imperative Selbst ist ein Selbst, das - meist auf verborgene
Weise - die Motive und Absichten eines Menschen lenkt
("imperativ" bedeutet "befehlend"). In der imperativen Selbst-
Analyse, abgekürzt, ISA, soll dieses Selbst erkundet werden. Damit
soll eine erhöhte Wahlfreiheit erreicht werden, sich selbst über dieses
Selbst und seine Zwänge hinausentwicklen zu können. Die
imperative Selbst-Analyse ist die linguistische Beschreibung der
Kernmuster der persönlichen Organisation eines Menschen, ein
umfassendes Modellieren der ganzen Person. Die Erkundung des
Imperativen Selbst wird ermöglicht durch eine komplexe Sammlung
von Informationen über die Gefühle / Stimmungen und die darin
enthaltenen Lebensthemen eines Menschen. In der ISA geht es nicht
um eine einzelne Emotion, sondern um ein ganzes Set von
Emotionen.

Das imperative Selbst drückt sich auch in einer "Scheinfrage" oder


"Scheinaussage" aus. Die Scheinfrage ist eine Zusammenfassung der
grundlegenden Beliefs, der Grundüberzeugungen eines Menschen
(Core Beliefs) in einem Satz oder einer Frage. So stellt sich jemand
beispielsweise völlig automatisch und unbewußt in allen Situationen
immer wieder die Frage: "Kann ich hier jemanden helfen?" Diese
Frage wirkt als machtvoller Wahrnehmungs-Filter. Sie zwingt ihn
dazu, in einer bestimmten Weise zu denken, zu fühlen und zu
handeln. Ein anderes Beispiel: Wenn sich jemand fragt: "Weiß ich,
wie ich es richtig tun kann?", so drückt sich in dieser Frage die
Überzeugung aus, daß es einen richtigen Weg gibt, Dinge zu tun und
daß die Aufgabe nur dann erledigt werden sollte, wenn man den
richtigen Weg kennt, sie zu erledigen.

Schein-Aussagen und Schein-Fragen stehen nach der ISA im Dienste


von "Grundmotiven" (Leitmotiven) einer Person. Diese
Haupttriebkräfte werden häufig spürbar als eine Art innerer Zwang
oder Druck. Die Erfüllung dieser Motive stellt das höchste Ziel, den
höchsten Wert dar, für dessen Verwirklichung ein Mensch sich
(oft erfolglos) einsetzt. Solche Triebfedern sind zum Beispiel
Freiheit, Sicherheit, Macht, innerer Frieden, ein Gefühl von
Zugehörigkeit, sich ganz lebendig zu fühlen. Ob diese dringenden
Wünsche überhaupt erfüllbar sind und ob sie in einer konkreten
Situation erfüllt werden, bestimmt darüber, ob die Person sich
unglücklich und unzufrieden fühlt, oder ob sie ihr Leben als Blühen
und Gedeihen empfindet.

Die ISA besteht aus drei Phasen:


(1) In der Erkundungs-Phase erzählt der Klient von verschiedenen
Ereignissen, die in seinem Leben wichtig waren. Der
Therapeut/Coach frägt immer nach den Motiven und versucht ein
allgemeines Muster, einen roten Faden, hinter den Berichten zu
erkennen. Der Klient soll die Erkundung seiner Persönlichkeit auf
eine angenehme Weise erleben: er bekommt einen Zugang zu dem,
was für ihn im Leben eigentlich zählt. Er entdeckt Gedankengänge,
Vorstellungen, Wünsche, die in seiner Seele gut bewahrt
möglicherweise Jahrzehnte schlummerten, ohne daß sein
Bewußtssein eine Ahnung davon hatte, daß genau diese Werte sein
Handeln im Innersten die ganze Zeit über bestimmten. Die
Entdeckung des imperativen Selbst ist in der Regel mit einem Gefühl
der Erleichterung und einem tiefen Verständnis für die eigene
Lebensgeschichte verbunden.
(2) Das Verständnis des inneren Lebenszusammenhanges bildet das
Fundament für den Aufbau eines umfassenden neuen
Selbstverständnisses (Selbstkonzept), das dem Leben des Klienten
die Qualität des Blühens und Wachsens ermöglicht. Dazu gehört:

● Das Erleben des eigenen Wertes, des naturgemäß eigenen


Einflusses und der Fähigkeit zu lernen - in allen Situationen
und unabhängig von der Anwesenheit anderer Menschen,
unabhängig auch von der Kompetenz, die der Mensch im
Augenblick besitzt.
● Die Etablierung und Aufrechterhaltung von Kriterien und
Verhaltensweisen, die dazu führen, daß sich jemand gut
behandelt, und dazu, daß andere wissen, wie sie ihn gut
behandeln können.

(3) Der dritte Schritt besteht im Aufbau eines neuen Imperativen


Selbsts, in dem die erfolgreichen Anteile des alten aufgehoben sind
und das dem Klienten auf ökologische Weise ermöglicht, mehr von
dem zu leben, was er ist und was er werden kann. Das Ziel ist die
Schaffung einer neuen Landkarte und einer neuen personalen
Identität.

Indirekte Suggestionen Alle Methoden, mit denen innere Zustände


anderer Personen beeinflußt werden sollen, ohne dies direkt
anzusprechen. Indirekte Suggestionen können verbaler und
nonverbaler Art sein. Der bewußte Einsatz des Körpers, z.B. um eine
Person in ihrem Atem-Rhythmus zu führen ist ein Beispiel für eine
nonverbale indirekte Suggestion. Beispiele für verbale indirekte
Suggestion sind eingebettete Befehle, eingebettete Fragen,
negative Befehle und Zitate. In NLP werden verschiedene Formen
von indirekten verbalen Suggestionen im Milton-Modell
zusammengefaßt.

Informations-Sammlung Prozeß der Erkundung der inneren und


äußeren Wirklichkeit anderer Menschen. Am Beginn einer NLP-
Beratung (einer NLP-Therapie, eines NLP-Coachings, ...) steht
immer eine ausführliche Informations-Sammlung unter Einsatz aller
Kommunikations-Techniken des NLP. Aus diesen Informationen
formt die Beraterin oder der Berater eine Hypothese über den Kern
des Problems und mögliche Abhilfen. Erst dann ist es sinvoll, eine
der Änderungs-Techniken des NLP anzuwenden. In NLP wird
(jedenfalls in der Theorie) der Phase der Informations-Sammlung
große Bedeutung beigemessen. Ein oft verwendeter Slogan für die
zeitliche Aufteilung in einer NLP-Beratung ist: "90 Prozent
Information und 10 Prozent Intervention".

Inhalts-Reframing Beim Inhalts-Reframing, meist Bedeutungs-


Reframing genannt, wird die Bedeutung eines Problems im gleichen
Kontext verändert. Mehr dazu unter Reframing.

Inkongruenz, inkongruent Gegenteil von Kongruenz, kongruent.


Inkongruenz ist z.B. gegeben, wenn die verbalen und die
nonverbalen Signale nicht übereinstimmen. Bei simultaner
Inkongruenz geschieht die Nichtübereinstimmung gleichzeitig. Ein
Bekannter sagt z.B. "Ich freue mich, daß ich Dich sehe" und geht
dabei mit dem Körper etwas zurück. Bei sequentieller Inkongruenz
geschieht die Nichtübereinstimmung hintereinander, z.B. wird eine
verbale Aussage durch eine nachfolgende nonverbale Äußerung
wieder aufgehoben. Jemand sagt: "Ich freue mich auf diese Aufgabe"
und schüttelt anschließend den Kopf. Inkongruenzen können sich
auch in in der Stimme ausdrücken, wenn Inhalt und
Untereigenschaften (wie Klang, Betonung, Lautstärke) nicht
miteinander übereinstimmen. Inkongruenzen sind oft Ausdruck eines
inneren Konfliktes, bei dem zwei oder mehrere Teile miteinander
streiten. Eine einfache Klassifikation von vier Arten inkongruenter
Kommunikation (in der Definition von Virginia Satir) findet sich in
den Satir-Kategorien. Die Wahrnehmungs-Techniken des NLP
zielen auch darauf hinaus, inkongruentes Verhalten zu erkennen und
darauf angemessen zu reagieren. Das Ziel der Veränderungs- und
Selbststeuerungs-Techniken des NLP ist die Herausbildung einer
kongruenten Persönlichkeit.
Pacing, Pacen Im Englischen bedeutet to pace im gleichen Schritt
gehen. Der NLP-Begriff pacing, von J. Grinder und R. Bandler
geprägt, bedeutet das Spiegeln des verbalen und nonverbalen
Verhaltens in Kommunikation, um schnellen Rapport zu erzielen.

Parental Time-Line Eine Form der Neuprägung unter


Einbeziehung der Lebensgeschichte der Eltern, wobei die
persönliche Boden-Zeit-Linie um eine Zeit-Linie für die Eltern
erweitert wird. Übungsanleitung dazu.

Person Identität

Personale Identität Die Summe der Repräsentationen und


Beliefs einer Person über ihre Einzigartigkeit als einmaliges
Individuum. Auf der sprachlichen Ebene kann die personale Identität
nach Lucas Derks auf sechs verschiedene Arten ausgedrückt werden:
(1) "Ich bin X" (wobei X ein Synonym ist), z.B. "Ich bin ich", (2)
"Ich bin Y" (Y = mein Name), z.B. "Ich bin Walter", (3) "Ich bin wie
Z" (Z = eine Metapher), z.B. "Ich bin wie ein Eichhörnchen", (4)
"Ich bin U" ( U = eine persönliche Eigenschaft), z.B. "Ich bin
kreativ", (5) "Ich bin ein V" ( V = ein Name für eine soziale
Kategorie), z.B. "Ich bin ein NLP-Trainer",. (6) "Ich bin ein wW"
(wobei w eine bewertete Eigenschaft in einer sozialen Kategorie W
ist), z.B. " Ich bin ein guter NLP-Trainer". (1-6 beschreiben auch ein
Spektrum von der personalen zur soziale Identität.)

Im Sozialen Panorama-Modell wird die personale Identität durch


zwei gleichzeitige Repräsentationen definiert: durch ein Selbst-Bild
und durch das kinästhetische Selbst. Das Selbst-Bild ist eine visuelle
Vorstellung von sich selbst, d.h. ein dissoziiertes Bild der eigenen
Person (begleitet von Elementen in anderen Repräsentations-
Systemen, wie einem inneren Dialog). Im Unterschied zu anderen
dissoziierten Bildern über die eigene Person (wie bei der Erinnerung
an ein vergangenes Ereignis) kommt dem hier definierten Selbst-Bild
ein genereller, allgemeiner Status zu. Es gilt nur dann als (relativ
kontextfreies) Identitäts-Bild, wenn es zugleich von einem Körper-
Gefühl im kinästhetischen Selbst begleitet ist. Das kinästhetische
Selbst ist definiert als ein Gefühl, das auf einem kleinen (meist eng
abgegrenzten) Bereich des Körpers konzentriert ist. Gewöhnlich tritt
es im Bauch auf: der Ki-Punkt im Aikido, etwas unterhalb des
Nabels. ( Bild dazu). Starke oder schwache personale Identitäten
unterscheiden sich nach der Intensität, mit der eine Synästhesie
zwischen dem Gefühl (dem kinästhetischem Selbst) und dem Selbst-
Bild auftritt. Diese Synästhesie gilt als die entscheidende kritische
Variable. Die zentrale Veränderungs-Technik ist die Änderung des
Selbst-Bildes, wobei ein verstärktes positives Gefühl im
kinästhetischen Selbst als Kontroll-Variable gilt.

Wollen Sie Ihr Selbst-Bild verbessern? Die Standard-Technik geht


so:
(1) Aktivieren Sie ihr Selbst-Bild. Denken Sie an sich selbst und
stellen Sie sich selbst visuell außerhalb von Ihnen vor. Halten Sie die
Distanz und die Größe dieses Bildes fest.
(2) Machen Sie Ihr Selbst-Bild größer und lassen Sie es näher
kommen. Nehmen Sie dabei Ihr Gefühl im kinästhetischen Selbst
wahr. In welcher Weise verändert sich dabei Ihr Selbstwertgefühl?
Welche Gedanken über Sie selbst kommen Ihnen dabei spontan in
den Sinn? Manche Personen beschreiben es als interessante (und
intensive) Erfahrung, das Selbst-Bild näher und näher kommen zu
lassen und schließlich assoziiert zu erleben.
Liste von Untereigenschaften

Visuell (Sehen)

● Ein Bild (Foto) / Film


● Dissoziiert (ich sehe mich)/ Assoziiert (ich bin im Bild, ich
sehe mit meinen Augen)
● Bei dissoziierter Vorstellung: Ort im Gesichtsfeld,
Entfernung, Größe des Bildes, Form der Bildes, Art des
Rahmens
● Schwarz/ Weiß, die wichtigsten Farben
● Tageszeit, Jahreszeit
● Lichteinfall, von wo ?
● Art des Lichts
● Dreidimensional / Zweidimensional (wie Foto)
● Helle und dunkle Teile
● Klare und verschwommene Teile, Kontrast
● Bewegung (Art, Tempo, Rhythmus) / keine Bewegung

Auditiv (Hören)

● Von wo Töne, Klänge, Geräusche, Stimmen,


● Stereo / Mono
● Stimmen von wem
● Monoton oder Melodie
● Geschwindigkeit, Tempo, Rhythmus
● Klangfarbe
● Lautstärke
● Tonlage
● Tonalität
● Modulation (Betonung einzelner Teile)
● Innere Stimmen: alle auditiven Untereigenschaften dazu
● Modalverben: ich darf, kann, muß, soll, ...
Kinästhetisch (Fühlen, spüren, berühren)

a) Gefühlseindruck der Vorstellung:

● Temperatur
● feucht / trocken
● weich / hart
● glatt / rauh

b) Körperausdruck der Person (en):

● Körperhaltung / Bewegung / Gestik


● sicher / gelassen / freudig
● woran erkennt man diese Gefühle ?

c) Mein Körper-Gefühl bei dieser Vorstellung:

● Ort im Körper (eine Stelle / überall)


● ruhig / Bewegung (von wo nach wo ?)
● Druck (von innen / von außen) / Kribbeln /...
● Intensität
● Welle zu diesem Gefühl (Tempo, Höhe)
● wie oben a)

Olfaktorisch (Riechen)

● riecht wie ..., riecht nach ...

Gustatorisch (Schmecken)

● schmeckt wie ..., schmeckt nach ...


Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.
Copyright Walter Ötsch 1996.
Dissoziieren, dissoziiert sein Gegenteil von assoziieren und
assoziiert sein. Dissoziieren bedeutet: Abstand haben, nicht voll
dabei sein, nicht zugehörig sein, innerlich Distanz halten, eine Meta-
Position einnehmen. Die Fähigkeit, sich zu dissoziieren ist eine der
Grund-Techniken des NLP. Sie ist auch eine der Vorbedingungen,
um mit sich oder mit anderen Personen eine der Änderungs-
Techniken des NLP anwenden zu können. Am Ausgangspunkt steht
meist die Vorstellung oder das Erleben eines Problem-Zustandes (
stuck state), der positiv verändert werden soll. NLP schreibt dem
Erleben des Problem-Zustands keinen Eigenwert zu. Das, was es in
diesem Zustand zu lernen gab, wurde schon erlernt. Einen Problem-
Zustand assoziiert zu erleben, dient in NLP lediglich der
Informations-Gewinnung und dauert meist nur kurz. Im Anschluß
daran wird sofort eine Dissoziation von diesem Zustand versucht, -
d.h. eine Person leitet sich selbst an oder wird von einer anderen
Person angeleitet, "aus dem negativen Zustand heraus zu gehen".
Erst im dissoziierten Zustand beginnt die Ziel-Arbeit für diese
Situation und die Anreicherung des Problems (der Problem-
Konstruktion) mit Ressourcen.

Dissoziierungs-Techniken Prozesse, die bewirken, daß eine Person


mehr dissoziiert ist. Die Dissoziierungs-Techiken des NLP sind das
Gegenstück zu den Assoziierungs-Techniken des NLP. Beide
können in allen Repräsentations-Systemen ablaufen. Visuell
(auditiv) sich zu dissoziieren bedeutet, eine Szene von außen zu
betrachten (von außen zu hören). In der visuellen Dissoziation einer
Erinnerung sehe ich mich, wie ich da dies tue. Ich betrachte die
Szene von außen wie einen Film oder ein Foto. In der auditiven
Dissoziation einer Erinnerung höre ich von außen, aus Distanz, was
es da zu hören gab. Wenn ich in dieser Szene selbst gesprochen habe,
dann höre ich in einer disoziierten Erinnerung meine Stimme aus
Distanz, von weit weg.
Eine visueller Dissoziation wird in den meisten Fällen möglich,
wenn eine Person die Szene, um die es geht, weit weg und / oder
nach unten schiebt. In der visuellen Dissoziation betrachte ich eine
Szene, die sehr weit weg (im Extremfall am Horizont) oder weit
unten ist: Ich bin auf einem hohen Berg, sitze in meinem Lieblings-
Ufo, auf einer Wolke, auf einem großen Adler, und betrachte weit
unten im Tal die Szene und sehe mich selbst, was ich damals getan
habe. Andere Beispiele sind, sich vorzustellen: (1) man sei hinter
einer dicken Glasmauer und könne so die Szene betrachten, (2) man
sei mit einer schützenden Licht-Hülle umgeben, (3) man befände
sich hinter einer Hülle aus Bienenwaben, könne durch die Waben
durchsehen und in den Waben bleibe die negative Energie hängen,
die von der Szene da vorne ausgehe, (4) man befände sich hinter
einer Licht-Schranke, die alle schädlichen Strahlen aufhält, usw.

In sehr belastenden Erinnerungen oder bei Szenen, die jemanden


"überfallen" (die Person muß immer daran "denken") kann eine
doppelte oder dreifache Dissoziation hilfreich sein. Bei der doppelten
Dissoziation wird eine weitere Meta-Ebene konstruiert: ich (aus
Ebene 3) betrachte mich (in Ebene 2), wie ich dasitze und auf das
Geschehen in Ebene 1 schaue, wo ich zu sehen bin. In der dreifachen
Dissoziation gibt es eine zusätzliche vierte Ebene, usw. Mehrfache
Dissoziationen sind in beliebiger Zahl möglich.

Für eine auditve Dissoziierung ist oft eine Veränderung des


inneren Dialogs nützlich. Hier werden die Untereigenschaften
innerer Stimmen erkundet (Von wo kommen sie her? Aus dem
Körper oder von außen? Wo genau stelle ich mir den Ort dieser
Stimmen vor? Handelt es sich um männliche oer weibliche
Stimmen? Laut oder leise?) und anschließend verändert (z.B. sich
vorzustellen, die Stimmen kämen von weit weg, sie würden
langsamer oder schneller sprechen, usw.).

Kinästhetische Dissoziation wird durch eine Veränderung des


Körpers ermöglicht. In vielen Fällen genügt es, den Körper etwas zu
verändern, vielleicht etwas zurückzunehmen, um sich von der
aktuellen Situation dissoziieren zu können (und z.B. fähig zu sein,
die Situation aus der dritten Wahrnehmungs-Position zu
analysieren). Dissoziieren im Alltag kann durch bestimmte Gesten
oder Körper-Bewegungen erreicht und trainiert werden, z.B. durch
einen Selbst-Anker. Eine Kombination von visueller und
kinästhetischer Dissoziierung ist folgendes Verfahren: (1) Stellen Sie
sich eine belastendes Körper-Gefühl (den Knödel im Bauch, das
Kopfweh) visuell in ihrem Körper vor (als Ding, wie den Knödel, als
Symbol, ), (2) Geben oder werfen Sie diese visuelle Vorstellung aus
Ihrem Körper (Nehmen Sie den Knödel in die Hand und werfen Sie
ihn weit weg), (3) Betrachten Sie dieses Ding von außen (Blicken Sie
auf den Knödel, der weit entfernt ist). Eine andere Methode, die oft
hilfreich ist, ist die Veränderung der Körper-Welle von Gefühlen, die
bei den Assoziierungs-Techniken beschrieben wurde.

Eine schnelle Dissoziierung von inneren Zuständen wird oft möglich,


wenn die Aufmerksamkeit bewußt nach außen gerichtet ist ( up-
time). Dieses Verfahren findet bei vielen NLP-Interventionen
Anwendung, wo es um einen schnellen Wechsel innerer Zustände
und einen raschen Zugang zu wirkungsvollen Unterbrechern geht.

Sehr massive schlechte Zustände (akute stuck states) sind oft durch
eine Synästhesie visueller, auditiver und kinästhetisher
Repräsentationen gekennzeichnet. Gelingt es, diese Synästhesie
aufzulösen, so können Menschen sich rasch dissoziieren und sich so
aus ihrem schlechten Zustand befreien. Eine einfache Anleitung
dazu, - in der Anwendung auf eine Person, die in einem stuck state
gefangen ist:
(1) Erkunden Sie die visuelle, auditive und gefühlsmäßige
Repräsentation des stuck states dieser Person. Sie stellt sich z.B. die
belastende Situation visuell vor (d.h. sie sieht eine Szene), hört in
ihrem Kopf einen lauten Dialog und verspürt ein Gefühl von
Übelkeit im Bauch.
(2) Geben Sie diese drei Repräsentationen aus dem Körper hinaus
und weisen Sie ihnen drei weit voneinander getrennte Plätze zu.
Veranlassen Sie die Person, sich z.B. vorzustellen, die belastende
Szene sei weit oben am Himmel zu sehen, der Dialog käme von weit
rechts und das Gefühl der Überkeit sei weit links plaziert.
(3) Lenken Sie die Aufmerksamkeit der Person in schnellem
Wechsel hintereinander auf diese drei Plätze. Deuten Sie in keiner
bestimmten Reihenfolge mit dem Finger auf die drei Orte und
nennen Sie dazupassende Stichworte, wie "Sehen", "Hören",
"Fühlen". Dabei soll die Person ihre Aufmerksamkeit blitzschnell
zwischen den drei Orten wechseln lassen.
In der Regel kann dabei eine Phase von Konfusion (Verwirrung),
gefolgt von einer deutlichen Veränderung der Problem-
Physiologie beobachtet werden.

Dritte Position Die dritte der drei Wahrnehmungs-Positionen: das


Erleben einer Situation vom Standpunkt eines unbeteiligten
Beobachters.

Down-time Gegenteil von up-time: mit sich selbst, mit seinem


Innen-Leben beschäftigt sein. Die Aufmerksamkeit ist nach innen
gerichtet, z.B. auf innere Bilder, auf Gefühle, auf den inneren Dialog.
Die "Außen-Welt" bleibt dabei weitgehend ausgeblendet. Die
Fähigkeit zu down-time ist eine der Vorbedingungen für die
Erkundung innerer Repräsentationen, der Grundlage des NLP.

Durch-Zeit (through time) Eine Variante der inneren Zeit-Linie:


Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liegen außerhalb der Person
Zeichnung zu den Zeit-Linien
VAKO oder VAKOG Kurzformel für die wichtigsten
Repräsentations-Systeme: Visuell (sehen), Auditiv (hören),
Kinästhetisch (fühlen), Olfaktorisch (riechen) und Gustatorisch
(schmecken). Notation des NLP.

Verallgemeinerung Prozeß der Überführung der Tiefen-Struktur in


die Oberflächen-Struktur der Sprache, bei dem Elemente eines
spezifischen Kontextes zu Elementen eines umfassenderen
Kontextes werden. Eine bestimmte Erfahrung repräsentiert dabei alle
Erfahrungen einer ganzen Kategorie. Die innere Landkarte wird
damit vage und unbestimmt. Wer z.B. Erfahrungen mit Personen
einer bestimmten Berufsgruppe auf alle Personen dieser Gruppe
überträgt, verallgemeinert und konstruiert ein ungenaues Modell.
Verallgemeinerungen drücken sich meist durch Universalquantoren
(auch Umfassungswörter genannt) aus. Das sind Wörter wie: alle,
keine, jeder, sämtliche, nirgends, niemals, nichts: "Internet-Surfer
sind nervöse Menschen". In manchem Fällen sind
Universalquatoren im Satz nur implizit enthalten: "Surfen ist
ungesund", "Computer sind Zeitverschwendung" ( Zeit).

Verallgemeinerungen sind besondere Sprach-Muster. Sie werden in


NLP im Meta-Modell hinterfragt und im Milton-Modell bewußt
angewandt. Das Meta-Modell empfiehlt als Reaktion auf
Verallgemeinerungen:
(1) direktes Nachfragen (mit fragendem Ton wiederholen: "Alle?".
"Immer?"),
(2) übertreiben ("Glauben Sie wirklich, daß jeder einzelne
Surfer...?"),
(3) Gegenbeispiele befragen ("Kennen Sie einen Surfer, bei dem das
nicht zutrifft?") oder
(4) die zugrundeliegende Referenz-Erfahrung direkt zu befragen
("Wann haben Sie das beobachten können?").
Verallgemeinerungen werden in NLP meist in drei Gruppen
unterteilt: (1) Universelle Quantifizierungen, erkennbar an
Universalquantoren, (2) Modaloperatoren der Möglichkeit und (3)
der Notwendigkeit. Modaloperatoren oder Modalverben sind Worte
wie: wollen, sollen, müssen, dürfen, können und mögen.
Modaloperatoren definieren Grenzen in inneren Landkarten. Sie sind
ein Hinweis auf einschränkende Beliefs: "Ich kann nicht
aufhören, im Lexikon zu lesen". Im Meta-Modell werden
Modaloperatoren folgenermaßen hinterfragt: "Was würde passieren,
wenn Sie es täten?", "Wer oder was hält Sie davon ab?", "Was
würde passieren, wenn Sie es nicht täten?".

Inke Jochims rechnet die Modaloperatoren zu den Tilgungen.


Verallgemeinerungen werden hier in 10 Kategorien unterteilt:
(1) Universalquantoren,
(2) fehlender Bezugsindex: "Surfer sind so",
(3) unspezifische Verben: "Machen Sie es sich beim Lesen
gemütlich",
(4) Semantische Fehlgeformtheiten, gekennzeichnet durch "aber":
"Ich würde gern aufhören zu lesen, aber es geht jetzt nicht",
(5) Symmetrische und asymmetrische Prädikate (Prädikate, bei denen
das Gegenstück wahr bzw. falsch ist. Im Satz "Ich sehe auf den
Bildschirm" ist die Beziehung zwischen mir und dem Bildschirm
asymetrisch. Das Gegenstück "Der Bildschirm sieht auf mich" ist
falsch. Im Satz "Der Autor spricht innerlich mit den Lesern" ist
symmetrisch, weil der Satz "Die Leser sprechen innerlich mit dem
Autor" auch richtig ist.) Symmetrische Prädikate, bei denen die
Symmetrie der Beziehung geleugnet wird, verletzten das Meta-
Modell.
(6) verlorener Performativ (Sprache spricht immer auch Handeln an.
Beim verlorenen Performativ geht der Akteur verloren): "Es ist
falsch, zulange auf den Bildschirm zu starren",
(7) semantische Fehlgeformtheit, das sind Landkarten mit falschen
Struktur-Aussagen: "Wenn Sie den Knopf links oben drücken,
erscheint am Bildschirm ein blauer Stern".
(8) Komplexe Äquivalente und
(9) Ursache-Wirkungs-Konstrukte, als die beiden Hauptformen, in
denen Beliefs sich sprachlich äußern, und
(10) Gedankenlesen.
In dieser Terminologie haben Verallgemeinerungen auch mit Beliefs
zu tun, bzw. Beliefs sind als spezifische Verallgemeinerungen
definiert (andere Autoren ordnen die sprachlichen Äußerungen von
Beliefs den Verzerrungen zu).

Verbindung Zugehörigkeit

Verdecktes Arbeiten Der Einsatz von NLP ausschließlich auf der


Prozeß-Ebene, ohne daß die Probleme, um die es geht, inhaltlich
angesprochen werden. Prozeß und Inhalt.

Vergangenheit Für NLP gibt es keine "objektive" Vergangenheit.


Zeit ist etwas Konstruiertes (und wird im Konzept der inneren Zeit-
Linie studiert und - wenn nötig - verändert). Jede persönliche
Erfahrung kommt durch Wahrnehmungs-Filter zustande. Jede
Erinnerung ist eine gefilterte Erinnerung, wo das Bewußtsein
bestimmte Apekte auswählt und andere unterdrückt. Als
Konstruktivist könnte man sagen: "Unsere Erinnerungen stammen
nicht aus der Vergangenheit, sondern wir konstruieren uns
unsere Vergangenheit durch unsere Erinnerungen."
Vergangenheit wird in der Gegenwart konstruiert. Die Konstruktion
der Vergangenheit kann in der Gegenwart verändert werden. Die
persönliche Geschichte eines Menschen, besser: das persönliche
Modell von der eigenen Geschichte, gilt für NLP als nichts
Gegebenes. Die Veränderung der persönlichen Geschichte kann vor
allem an den Techniken des History change, des Positiven
History Change und der Neuprägung studiert werden. Werte in
der Vergangenheit finden
Das Augenmuster-Modell des
NLP

VK Visuell Konstruiert (visuelle Bilder)

VE Visuell Erinnert (visuelle Bilder)

AK Auditiv Konstruiert (Klänge, Geräusche, Töne, Worte)

AE Auditiv Erinnertt (Klänge, Geräusche, Töne, Worte)

K Kinästhetisch (Empfindungen, Gefühle, Geruch, Geschmack)

ID Innerer Dialog (auditiv digital, "Nachdenken", "Zwiegespräch")

Fragen zum Erkunden der Augenmuster


Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.
Copyright Walter Ötsch 1996.
Fragen zum Erkunden der Muster von
Augenbewegungen

Bild zu den Augenmustern

Visuell erinnert (Ver)

Welche Farbe haben die Augen deines Partnrs / deiner Partnerin?


Welche Farbe hat dein Auto?
Wo hat du mich heute das erste mal gesehen?
Wie viele Zimmer hat euer Wohnung?
Wen hast du heute beim Frühstück zuerst gesehen?
Wo hat du dich das letzte mal im Spiegel gesehen?

Visuell konstruiert (Vk)

Stell dir eine giftgrüne Kuh vor.


Wie würdest du aussehen, wenn du dreißig Kilo schwerer wärst?
Wieviel ist 88 geteilt durch 4?
Wie würdest du als Fernsehstar auftreten?
Wie glaubst du, schaut ein echter Marsmensch aus?
Wirst du im hohen Alter weiße Haare haben?

Auditiv erinnert (Aer)

Worüber hast du heute beim Frühstück gesprochen?


Wie klingt die Stimme deines Partners / deiner Partnerin?
Hat dein Auto irgendein besonderes Geräusch?
Hast du ein Lieblingslied?
Wann hast du das letztemal herzhaft gelacht?
Hörst du gerne Kirchenglocken?
Auditiv konstruiert (Ak)

Wie würdest du als Opernstar singen?


Stell dir vor, du stehst neben einem Flugzeug, das startet.
Laß in Gedanken einen Plasterstein auf eine Glasvase fallen. Was
hörst du?
Wie wirst du als alter Mensch reden?
Wie glaubst du, sprechen Marsmenschen?
Wie klngt dein Lieblingslied, wenn es ganz schnell gesungen wird?

Kinästhetische Vorstellungen (K)

Fühlt sich dein rechter oder dein linker Arm kälter an?
Stell dir einen heißen Tag in der Sahara vor.
Kannst du manchmal richtig lustig sein?
Wie wirkt schwüles Wetter auf dich?
Wie fühlt es sich an, eine Katze zu streicheln?
Frierst du leicht?

Innerer Dialog auditiv (Aid)

(Fragen, die zum Grübeln, Nachdenken, Fantasiegesprächen führen)

Möchtest du einmal jemanden richtig deine Meinung sagen? Was


würdest du da sagen?
Gibt es etwas, wo du dich schwer entscheiden kannst?
Bist du manchmal in einem Zweispalt. Um was geht es da?
Über was grübelst du gerne?
Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.
Copyright Walter Ötsch 1996.
Bateson-Lernstatrategie

Diese Technik erfolgt meist mit Hilfe von drei Boden-Ankern:


dem Problem-Ort, einem neutralen Ort und einem Ressourcen-Ort.

1. Die drei Orte werden festlegt.

2. Die Problem-Situation wird (am Problem-Ort) kurz assoziert


erlebt.

3. Der Klient oder die Klientin K dissoziiert sich vom Problem und
geht auf den neutralen Ort.

4. Am neutralen Ort wird erkundet, welche Ressource für das


Problem hilfreich wäre (z.B. Wendigkeit, Freude, Ausdauer usw.).

5. Am neutralen Ort wird eine Referenz-Erfahrung aus der


Vergangenheit gesucht, wo K diese Ressource gelebt hat. Hier ist es
günstig, einen anderen Kontext als im Problem zu wählen.

● Angenommen das Problem besteht in einer Aufgabe, die im


Beruf zu lösen ist. Als Ressourcen-Kontext könnte hier z.B.
eine sportliche Aktivität hilfreich sein.

6. Die Ressource wird am Ressourcen-Ort aktiviert (z.B. durch eine


Erinnerung), günstig ist auch ein dazupassender Bewegungs-Anker,
der bis zum Ende der Übung beibehalten wird.

● K macht eine Bewegung, die zu dieser sportlichen Aktivität


paßt.

7. K betrachtet am Ressourcen-Ort von außen das Problem (K bleibt


dabei im Ressourcen-Zustand), und übersetzt das Problem (aus dem
Problem-Kontext) in ein analoges "Problem" im Ressourcen-
Kontext.

● Angenommen, im Problem geht es um eine stressige


Situation am Arbeitsplatz. K könnte jetzt gefragt werden:
"Gibt es bei dieser sportlichen Aktivität auch manchmal
stressige Situationen"?

K findet eine Analogie, eine Ähnlichkeit für das Problem: "das


Problem dort ist so wie hier", "das wäre so, wie wenn ich hier ...".

● Beispiel: "Das Problem dort ist so, wie wenn ich hier, beim
Schifahren, auf eine Eispiste gerate."

Dabei muß ein "Problem" gewählt werden, für das K gute Lösungs-
Strategien verfügbar hat.

8. Am Ressourcen-Ort spielt K für sich innerlich diese


"problematische" Situation (die Eispiste) durch und erkundet, welche
Lösungs-Strategien (Verhalten, Fähigkeiten, Einstellungen, ...) er
oder sie gleichsam automatisch anwendet (ein "Problem" in einem
Ressourcen-Kontext wird oft nicht als Problem definiert).

● z.B.: "Wenn ich auf eine Eispiste gerate,


1. dann nehme ich mein Tempo zurück,
2. denke mir, jetzt muß ich aufpassen,
3. fahre vorsichtig außen herum,
4. freue mich über mein kluges Verhalten,
5. komme wieder auf eine gute Piste und
6. es geht mit Schwung weiter."

9. K bleibt im Bewegungs-Anker, nimmt die Lösungen-Strategien


mit und geht zum Problem-Ort. K erlebt dort assoziiert das Problem,
erzählt sich selbst die Lösungs-Strategie aus dem Resssourcen-
Bereich und findet für jeden Schritt eine passende Analogie (die
Analogie wird rückübersetzt).

● z.B.: "Das Tempo rückzunehmen, würde hier bedeuten, mit


der Arbeit aufzuhören, zu denken, jetzt muß ich aufpassen,
würde hier bedeuten, zu überlegen, was wirklich meine
Proritäten sind," usw.

10. Die neuen Möglichkeiten werden am Problem-Ort simuliert und


innerlich erlebt.

11. Future Pace

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Welt-Bild, Welt-Modell Die innere Landkarte, die Repräsentation
von dem, was für uns als real und wirklich gilt. NLP betont die
Einzigartigkeit des Welt-Modells jeder Person, geformt von
einzigartigen Erfahrungen und personenspezifischen Wahrnehmungs-
Prozessen. Der Ausdruck Welt-Modell wird unterschiedlich
verwendet.
(1) Er bezeichnet das innere Modell einer Person für einen
bestimmten Kontext oder eine bestimmte Aufgabe, ihre mentale
Landkarte, - wie eine Person die Welt hier sieht, hört, fühlt,...
(2) Der Ausdruck Welt-Bild wird auch in einem abstrakteren Sinn
verwendet: als die Gesamtheit dessen, was für eine Person allgemein -
und generell - "real" ist, sozusagen die allgemeine "Sicht" der Welt,
über andere, über die Realität.

Welt-Bilder können auf verschiedenen Ebenen studiert werden: auf


der rein persönlichen Ebene, auf der Ebene einer Familie, einer
Firma, einer Altersgruppe usw. ( Soziales Panorama-Modell). Die
allgemeinste Ebene ist die Kultur. Das Welt-Bild einer Kultur ist
das allgemeinste und verbindlichste "Bild" von Realität insgesamt,
die kulturellen Überzeugungen über das, was die meisten Menschen
für wirklich und real halten. Das (offizielle) Welt-Bild unserer Kultur
ist das mechanistische Welt-Bild. NLP ist eine praktische Kritik
dieses Welt-Bildes, weil durch NLP-Techniken alle Basis-Annahmen
dieses Welt-Bildes in Frage gestellt und verändert werden können.

Werte, Werte-Hirarchie, höchster Wert Werte bezeichnen im NLP


das, was einem Menschen wirklich wichtig ist, was ihm Bedeutung
gibt, was ihn motiviert. Werte sind z.B. "Friede", "Freude",
"Gerechtigkeit" oder "Liebe". Werte sind auf einem hohen Chunk.
Sie bezeichnen etwas Übergeordnetes, etwas Allgemeines. Werte sind
Ausdrücke, die Konzepte von Lebensqualität beschreiben. Werte sind
nicht einfach Begriffe. Ein Wert ist etwas, das eine Person körperlich
intensiv erfaßt. Werte von A bis Z.
Die sprachliche Verpackung von Werten sind Nominalisierungen.
Sie sind auf hohen logischen Ebenen angesiedelt. Was Werte auf
der Ebene des Verhaltens bedeuten, muß erst geklärt werden. Gleiche
Werte (die Personen mit den gleichen Worten belegen), können auf
der Ebene des Verhaltes Verschiedenes bedeuten. Werte werdn in
einer persönlichen Sprache erzählt. Gleiche Worte bezeichnen hier
meist Unterschiedliches.

Werte treten typischerweise in einer Hierarchie auf. Der höchste Wert


bezeichnet jenen Wert, dem in einem bstimmten Kontext die erste
Priorität zukommt. Höchste Werte werden durch Befragen erkundet.
Dabei wird eine Person gefragt, ob Wert A wichtiger als Wert B sei
bzw. ob A das Vorhandensein von B bedingt (in diesem Fall ist A ein
höherer Wert als B). Werte in der Vergangenheit finden

Wieder-Prägung Neuprägung

Wohlgeformt Etwas, das bestimmten Kriterien für seine Form


genügt.

Wohlgeformte Sätze Sätze, bei denen die Tiefen-Struktur der


Sprache vollständig und explizit erkennbar ist. Meta-Modell.

Wohlgeformtes Ziel Ein Ziel, das bestimmten Kriterien des Ziel-


Rahmens genügt. Joseph 0'Connor und John Seymour definieren ein
wohlgeformtes Ziel anhand von sieben Kriterien: (1) positive
Formulierung, d.h. keine Negationen, (2) aktive Beteiligung, d.h.
unter Eigenkontrolle, (3) spezifisch, in einem genauen Kontext, (4)
ein sinnlich wahrnehmbarer Beweis für die Erfüllung des Zieles, (5)
das Vorhandensein von Ressourcen, (6) eine angemessene Größe,
d.h. der richtige chunk, (7) die Überprüfung der Ökologie, d.h.
der Auswirkungen auf andere Menschen und Systeme.
Belief ändern mit Untereigenschaften

A) Erkundung

1. Anker für Ressource

2. UE des hinderlichen Beliefs (HB) erkunden.

● Liste über alle Repräsentations-Systeme anlegen

3. Unterbrecher

4. UE des förderlichen Beliefs (FB) erkunden.

● Liste über alle Repräsentations-Systeme anlegen

5. Markante Unterschiede anhand der Liste festhalten.

● Die drei wichtigsten Unterschiede markieren.

B) Intervention

6. Die erste 1 Untereigenschaft aus dem Bild vom FB wird in das


Bild vom HB hineingebracht.

● Das Ziel ist eine Verbesserung des Bildes des HB.


Kalibrieren!
● Sollte eine Verschlechterung des Bildes des HB auftreten:
diese UE sofort wieder aus HB herausnehmen!
7. Dasselbe mit der zweiten un der dritten Untereigenschaft.

● Dabei bleibt das Bild des FB unverändert. Verändert wird


nur das Bild des HB.
● Dies solange, bis eine erkennbare Verbesserung im Bild des
HB eingetreten ist.

8. Das gesamte Bild von FB wird auf das Bild von HB gebracht.

C) Das neue Belief .

9. Am Ort des (umgewandelten) HB ensteht - von selbst, ein


Geschenk vom Unbewußten - ein neues Belief.

● Dieses neue Belief aktivieren und erleben.

10. Future Pace

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Werte in der Vergangenheit finden

Ziele: Natürliche Schritte finden, wie Sie Ihre Werte erleben können.

Weitere, verdeckte Ziele: Belief: "Wir haben alles schon in uns."


Sprachmuster üben.

Historische/allgemeine Metapher: Das Austauschen von


Erinnerungen war - vor dem Fernsehzeitalter - ein wesentliches
Element des menschlichen Miteinanders.

Persönliche Metapher:

Übungsablauf:

● Wenn Sie Lust haben mitzumachen, schließen Sie Ihre


Augen und lassen Sie Ihre Gedanken zu all den Plätzen Ihrer
Vergangenheit wandern, wo Sie Ihren Wert (z.B. "Liebe"
oder "Lebensfreude") gelebt haben. Vielleicht waren Sie
dabei manchmal allein, manchmal mit anderen, manchmal in
der Natur, manchmal in einem Raum. Finden Sie, was all
den Situationen gemeinsam ist, wählen Sie die Erinnerung,
die für Sie im Moment am intensivsten ist. Finden Sie, was
für Sie wesentlich ist, um Liebe (bzw. Lebensfreude etc.)
spüren zu können. Ist es eher hell in der Erinnerung, sind die
Farben kräftig oder eher pastellfarben, ist viel oder wenig
Bewegung da, sehen Sie eher verschwommen oder klar und
deutlich, hören Sie etwas oder ist Stille da, gibt es bestimmte
Gerüche? Wie ist Ihre Körperhaltung, Ihr Atem, wie fühlen
Sie Ihre Gesichtsmuskeln?
● (Gehen Sie möglichst viele Submodalitäten durch).
● Nehmen Sie sich Zeit und genießen Sie diese Erinnerungen.
Mit welchem Verb können Sie das, was Sie im Körper
spüren, benennen? Ist es eher: fließen, schwingen, kribbeln,
pulsieren?
● Schreiben Sie die Wahrnehmungen aller Sinneskanäle genau
auf.
● Nun haben Sie Ihre ganz persönlichen Schritte, Ihr ganz
persönliches "Rezept": Wenn Sie Ihre Gedanken mit all den
gefundenen Eigenschaften wie: Farbe, Helligkeit usw.
ausstatten, und Ihren Körper (Atem, Gesichtsmuskeln) in
diese Position bringen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß
Sie Ihren Wert (z.B. Liebe oder Lebensfreude) in sich spüren
und keine äußeren Ersatzmittel dafür benötigen werden.
● Schreiben Sie Ihren Wert auf (Nominalisierung) und ein
dazu passendes Verb, z.B. "in Liebe schwingen" oder "in
Lebensfreude pulsieren"

Übungsdauer: 20-30 Minuten pro Person

Gruppengröße: 2-3 Personen

Auswertung im Plenum: Unterschiedliche Werte und


Submodalitäten vergleichen.

Anwendungsmöglichkeiten: Zum Verwöhnen; zum Lernen der


1.Position; für Menschen, die gerne über Werte reden, sie aber
schlecht spüren können.
Quellenangabe: Gundl Kutschera, Tanz zwischen Bewußt-
sein und Unbewußt-sein. NLP-Arbeits- und Übungsbuch,
Paderborn 1994. Copyright Junfermann 1994. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Aneignung neuer Fähigkeiten, Übung der Grundform

1. Zielbestimmung
"Was möchtest Du gerne tun können?"
"Welche Fähigkeit (x) möchtest Du besitzen?"
"Formuliere ein Ziel (Y), d.h. die Funktion eines
Persönlichkeitsanteils (X), der für Dich automatisch
Verhaltensweisen organisiert, um dieses Ziel zu erreichen!"

2. Vergegenwärtigung früherer Erfahrungen


"Verschaffe Dir Zugang zu allen zurückliegenden Erlebnissen, in
denen Du x oder etwas Ähnliches gemacht hast. Mache Dir alle
Erfahrungen zugänglich, in denen Du das getan hast, was Du jetzt
systematisch oder häufiger tun willst. Vergegenwärtige Dir jedes
Erlebnis und verschaffe Dir Zugang zu allen Aspekten des
Verhaltens x oder den Elementen von x. Durchlebe diese
Erinnerungen in allen Sinneskanälen."

3. Aufbau eines Entwurfs


"Mache Dir bildhafte Vorstellungen darüber, wie Du Dich verhalten
würdest, wenn Du gerade das Verhalten demonstrierst, was dieser
Persönlichkeitsanteil Dich tun lassen wird, um das Ziel Y zu
erreichen."

a. visuell-auditiver Entwurf
"Als erstes lasse einen dissoziierten, visuell und auditiv konstruierten
Film entstehen."

b. visuell-auditiv-kinästhetischer Entwurf
"Sobald Du eine ganze Sequenz vor Augen hast, mit der Du
zufrieden bist, gehe in das Bild hinein, durchlaufe die ganze Sequenz
noch einmal von innen und fühle, wie das ist, wenn Du Dich so
verhältst."
c. Korrektur des Entwurfs
"Wenn Du unzufrieden bist, gehe zurück zu Schritt 3a und verändere
den Film. Setze das solange fort, bis Du mit der Phantasie von außen
und von innen zufrieden bist."

4. Ökologie-Check
"Überprüfe, ob irgendein anderer Teil Deiner Persönlichkeit etwas
dagegen einzuwenden hat, daß Du einen Teil haben wirst, der
verantwortlich dafür sein wird, aus der Phantasie Wirklichkeit zu
machen. Stelle sicher, daß Du in allen Sinneskanälen überprüfst,
damit Du alle Teile findest, die Einwände haben."

a. Signal verdeutlichen
"Dann bitte jeden einwanderhebenden Teil, das Signal für "ja" zu
intensivieren und für "nein" abzuschwächen."

b. Positive Funktion erfragen


"Frage, welches die Funktion des einwanderhebenden Teiles ist, was
er für Dich tut."

c. Einwand oder Befürchtung erfragen


"Falls die Funktion Dich nicht erkennen läßt, welchen Einwand der
Teil hat, frage nach, was genau der Einwand oder die Befürchtung
ist."

d. Schriftlicher Überblick über einwanderhebende Teile,


Funktionen, Einwände und Befürchtungen
Stellen Sie eine komplette Liste aller Teile auf, die Einwände haben,
und notieren Sie ihre Funktionen!

5. Berücksichtigung aller Einwände


"Stelle alle Teile, die Einwände haben, zufrieden."
a. Reformulierung des neuen Teils
"Definiere den Teil, den Du schaffen willst, neu, so daß Du alle
Funktionen und Befürchtungen der Teile, die Einwände haben,
berücksichtigst."

b. Entwicklung einer modifizierten visuell-auditiven-


kinästhetischen Phantasie
"Gehe zurück zu Schritt 3 (Aufbau eines Entwurfs) und entwickle
eine neue oder veränderte Phantasie, die die Befürchtungen aller
Teile, die etwas einzuwenden haben, berücksichtigt."

c. Endkontrolle
"Überprüfe mit jedem Teil, daß diese neue Repräsentation des
Verhaltens des neuen Teils nicht mit einer der Funktionen kollidiert,
und stelle sicher, daß alle zufriedengestellt sind."

6. Übernahme von Verantwortung


"Bitte Deine unbewußten Ressourcen, diese Phantasie zu analysieren
und die wesentlichen Bestandteile zu extrahieren. Dein Unbewußtes
soll diese Information für den Bau des Teils benutzen und ihm
Existenz verleihen: Hole Dir alles, was Du brauchst, aus dieser
Phantasie, damit Du einen Teil von Dir bauen kannst, der das mit
Leichtigkeit und hervorragend tun kann und auch zu jedem
Zeitpunkt, in dem es notwendig ist."

7. Future-Pace
"Prüfe den Teil, um sicherzustellen, daß er vorhanden ist:"

a. Test 1
"Gehe nach innen und frage ihn, ob er da ist."

b. Test 2
"Stelle Dir eine zukünftige Situation vor und überprüfe, ob der neue
Teil Dich das neue Verhalten zeigen läßt."
Überbrücken Sie in alle Zukunft, mehrmals. Sorgen Sie dafür, daß
sich der Teil verhaltensmäßig engagiert, um herauszufinden, ob er
angemessen reagiert.

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Zauberlehrling. Das NLP-


Lern- und Übungsbuch, 2. überarbeitete Auflage, Paderborn
1993. Mit freundlicher Genehmigung des Junfermann-
Verlages.
Parental-Time-Line

Zeitlinie über Generationen

Ziele: Muster, die über Generationen weitergegeben worden sind,


unterbrechen.

Weitere, verdeckte Ziele: Ändern und Neufinden von


Familienbeliefs; Schwierigkeiten, die immer wieder kommen,
effektiv verändern.

Historische/allgemeine Metapher: "Der Apfel fällt nicht weit vom


Stamm."

Persönliche Metapher:

Übungsablauf:

● Lassen Sie Person A einen Platz im Raum festlegen, der für


A der Punkt der Gegenwart ist. A wählt dann von dort aus
rückwärts gerichtet den Platz für den Zeitpunkt ihrer
Zeugung und stellt sich auf diesen, so daß A ihr Leben seit
der Zeugung vor sich sieht. Fragen Sie nun Person A, auf
welcher Seite (leicht hinter ihr) ihr Vater und auf welcher
ihre Mutter steht. Von diesen beiden ausgehend, führt
jeweils deren Zeitlinie, identisch wie die von A, bis zum
Zeitpunkt der Zeugung zurück.
● Lassen Sie A nun zum Platz der Zeugung des einen
Elternteils zurückgehen und spüren, was die Beteiligten (die
Großeltern) gebraucht hätten. A verschenkt diese Werte nun
an die Beteiligten. Dann geht A das Leben dieses Elternteils
mit den neu hinzugekommenen Werten durch, bis zu dem
Zeitpunkt seiner eigenen Zeugung.
● Gleiches für den anderen Elternteil.
● Lassen Sie die Person A spüren, wie sie nun selbst all diese
Werte bei ihrer Zeugung mitbekommt und damit ihr Leben
bis zum Punkt der Gegenwart transformieren.
● Wenn A bei der Gegenwart angekommen ist, läßt sie all das
mit einem "Hush" in die Zukunft fließen und sieht/spürt, wie
sich die Zukunft verändert. Am Punkt der Zeugung
überprüfen, welche Werte zusätzlich hilfreich wären und ins
bisherige Leben und die Zukunft mitnehmen (s.o.), bis alle
Situationen bereinigt sind.
● Future-Pace und Test.

Übungsdauer: ca. 45 Minuten

Gruppengröße: 2 Personen

Auswertung im Plenum: Wie war es für Sie, Eltern und Großeltern


neu zu erleben? Wie fand der Versöhnungsprozeß statt? Welche
neuen Beliefs haben Sie gefunden?

Anwendungsmöglichkeiten: hinderliche Beziehungsmuster


bereinigen, bei beruflichem Versagen.

Quellenangabe: Gundl Kutschera, Tanz zwischen Bewußt-


sein und Unbewußt-sein. NLP-Arbeits- und Übungsbuch,
Paderborn 1994. Copyright Junfermann 1994. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Neuprägung (Reimprint)

mit Hilfe einer Boden-Zeit-Linie

A- Erkunden des Prägungs-Erlebnisses

1 - Zeit-Line am Boden festlegen, auf Gegenwart stellen und


Zielvorstellung aktivieren.

2 - Was hält Dich zurück? Gefühl dazu aktivieren, Körperanker


setzen

3 - Mit dem Körperanker auf der Zeit-Line zurückgehen

(Assoz.) Erinnerungen sammeln, wo dieses Gefühl vorhanden war

Jede Erinnerung wie in einem Fotoalbum speichern - und


weitergehen

Bis in die erste Erinnerung (Prägungs-Erlebnis: PE)

4 - Dies aus 1. Position (assozziert) erleben

5 - Wirksamer Unterbrecher

B - Änderung des Prägungs-Erlebnisses

6 - Von der Zeit-Line weg an einen neutralen Ort (NO),

PE aus 3. Position (dissoz. zu PE) erkunden


7 - Von NO Ressourcen für 1. Person (in PE) erkunden

8 - Diese Ressourcen aus der Vergangenheit auf der Time-Line


aktivieren, ankern

9 - und in 1. Pos. in PE hineinbringen und Veränderung erleben

10 - aus NO Änderung in PE von außen erkunden

11 - Schritte 6 bis 10 für zusätzliche Ressourcen (für 1. Person )


wiederholen

(andere Ressourcen-Orte auf der Zeit-Line)

12 - in PE die 2. Position für andere beteiligte Personen (meist


Eltern) erleben.

13 - Schritte 6 bis 10 für Ressourcen für die anderen Personen aus


PE

+ all dies solange, bis PE nachhaltig positiv verändert ist. +

C - Neue Ressourcen in die Gegenwart bringen

14 - 1. Position in PE aktivieren, neue Gefühle erleben, ankern

15 - Mit diesem Anker die Zeit-Line zurück

alle Erinnerungen (Schritt 3) vom Unbewußten verändern lassen

16 - bis zur Gegenwart. Das neue Gefühl für das Ziel genießen
17 - auf der Zeit-Line zum Ort des Zieles (in der Zukunft) hingehen
und

das Ziel assoziiert erleben

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Re-Imprinting, Übung nach Robert B. Dilts

1. Identifizierung einer Sackgasse


"Was hindert Dich daran, Dein Ziel zu erreichen?"
(Identifizieren Sie spezifische Gefühle, Worte oder Bilder, die mit
einer Sackgasse assoziiert sind, in der A mit einer
Veränderungsarbeit nicht weiterkommt).

2. Ankerung des Gefühls und Regression


"Nimm Dir einen Moment Zeit, dieses Gefühl (diese Worte, dieses
Bild) wahrzunehmen. (Ankern! Und weiterhin den Anker halten)
Nimm das Gefühl (...) in gehe damit zurück in der Zeit zu
Erlebnissen und Erfahrungen, in denen Du auch dieses Gefühl(...)
hattest!"
(Lassen Sie A am Gefühl (an den Worten oder dem Bild) bleiben,
d.h. halten Sie den Anker und lassen Sie A zurückerinnern bis zu
dem frühesten Erlebnis, das mit der Sackgasse verbunden ist).

3. Identifizierung der prägenden Situation(en)


"Wo bist Du in diesem Erlebnis? Wer ist außer Dir an dieser
Erfahrung beteiligt? Was siehst Du? Was hörst Du? Was fühlst Du?"

4. Identifizierung der einschränkenden Glaubenssätze


"Welche Glaubenssätze bildest Du über Dich in der Situation?"
(Während A noch in dem assoziierten, regredierten Zustand ist,
veranlassen Sie sie oder ihn, die Generalisierungen oder
Glaubenssätze auszusprechen, die aus dieser Erfahrung gebildet
wurden).

5. Dissoziation
"Ich möchte Dich jetzt bitten, auf dieses Erlebnis zurückzublicken,
wie auf einen Film, in dem Du Dich selber siehst als jüngere Person,
die diese Erfahrung durchmacht. Wenn Du möchtest, laß den Film in
großer Entfernung ablaufen, und bleibe Dir dessen bewußt, daß Du
hier sicher und bequem sitzt."
(Dissoziieren Sie A von der Erfahrung. Ermöglichen Sie A, das
Erlebnis zu beobachten, als wenn er oder sie einen Film von sich
selbst anschaut).

6. Folgen des Prägeerlebnisses erfragen


"Wie hat sich das Erlebnis und der betreffende Glaubenssatz auf
Dein weiteres Leben ausgewirkt?"

7. Identifizierung der positiven Absicht


"Entstand der Glaube, den Du in dieser Situation gebildet hast, nur
aus der Erfahrung selber oder haben andere Leute zur Bildung dieses
Glaubens beigetragen?"
Wenn aus der Erfahrung: "Kannst Du Dir eine positive Absicht
vorstellen, daß Du diesen Glaubenssatz gebildet hast?"
Wenn andere Leute: "Wollte die betreffende Person die Folgen des
Prägeerlebnisses, oder hatte sie vielleicht eine ganz andere, positive
Absicht?"
(Lassen Sie A die positive Absicht des Sackgassengefühls finden.
Wenn im Prägeerlebnis bedeutsame andere Personen beteiligt sind,
lassen Sie A auch die positive Absicht von deren Verhaltensweisen
finden. Das kann geschehen, daß man die Leute im Erlebnisbild
direkt fragt).

8. Integration von Ressourcen und Formulierung neuer


Glaubenssätze
- "Was bräuchte die andere Person, um anders reagieren zu können?"
- "Hast Du selber jemals diese Ressource gehabt und erfolgreich
eingesetzt?"
- "Vergegenwärtige Dir die Ressource!" (Ankern!)
- "Nimm die Ressource, gehe in die Prägesituation und gib sie der
anderen Person! Bemerke, was macht diese Person jetzt anders? Wie
reagiert das jüngere Selbst? Welche Glaubenssätze baut es auf?"
- "Vergegenwärtige Dir, wie wären die Dinge im Folgenden anders
verlaufen, wenn Du damals diese Erfahrung hättest machen
können?"
- "Was bräuchte das jüngere Selbst, um anders reagieren zu
können?"
- "Hast Du jemals im späteren Leben diese Ressource gehabt und
erfolgreich eingesetzt?" (Ankern!)
- "Nimm die Ressource, gehe in die Prägesituation und gib sie dem
jüngeren Selbst! Bemerke, was macht es jetzt anders? Welche
Glaubenssätze baut es auf?"
- "Vergegenwärtige Dir, wie wären die Dinge im Folgenden anders
verlaufen, wenn Du damals diese Erfahrung hättest machen
können?"

(Lassen Sie A Ressourcen finden für jede der am Prägeerlebnis


beteiligte Person. Lassen Sie diese Ressourcen im dissoziierten
Zustand integrieren und durchspielen, wie das Prägeerlebnis anders
abgelaufen wäre, wenn der betreffenden Person die Ressource zur
Verfügung gestanden hätte. Lassen Sie A das nacheinander für jede
einzelne Person durchführen und stellen Sie sicher, daß die
Ressourcen ausreichen, um die Erfahrung zu verändern. Wenn nicht,
gehen Sie zurück zu Schritt 4, um weitere wichtige positive
Absichten oder Ressourcen zu identifizieren).

9. Re-Assoziationen
"Ich möchte, daß Du nochmal zurückgehst und in das Erlebnis
hineingehst. Erinnere Dich, Du hast der wichtigen Person die nötige
Ressource gegeben. Nun möchte ich, daß Du zurückgehst hinter die
Augen der anderen Person. Sieh, was Du sehen würdest. Sage, was
Du sagen würdest. Nimm Dir alle Zeit, die Du brauchst, um das zu
Ende zu führen und dann komme hierher zurück!" -
"Und dann möchte ich, daß Du zurückgehst in das Erlebnis und Dich
mit Deinem jüngeren Selbst vereinigst. Nimm die Ressourcen mit
(Ankern) und schau jetzt durch seine Augen und durchlaufe die
ganze Situation mit den Ressourcen."

(Lassen Sie A die Prägeerfahrung aus der Perspektive aller wichtigen


Personen, die an der Erfahrung beteiligt waren, erleben. Lassen Sie
A das Erlebnis aus den Augen dieser Menschen sehen. Lassen Sie
das Re-Imprinting damit beenden, daß Sie A in das eigene jüngere
Selbst assoziieren und die neue veränderte Erfahrung erleben lassen,
bis die neue Erfahrung genau so stark ist wie die ursprüngliche
Prägung).

10. Reformulierung der neuen Glaubenssätze


"Wie würdest Du jetzt Deinen neuen Glauben formulieren?"
(Bitten Sie A, die Glaubenssätze gemessen an diesen assoziierten
Erfahrungen neu zu formulieren).

11. Aufhebung der Regression


"Dann möchte ich Dich jetzt bitten, mit Deinen veränderten
Erfahrungen und mit Deinen veränderten Glaubenssätzen die
folgenden Jahre Deines Lebens bis heute zu durchlaufen. Und
vielleicht kannst Du auf Deinem Weg in die Gegenwart noch einige
andere Erfahrungen anders erleben und bewerten. Nimm Dir die
Zeit, die Du dazu brauchst!"
(Lassen Sie A mit ihrem neuen Glaubenssystem durch die Zeit zur
Gegenwart zurückkommen, und dabei an andere spätere Ereignisse
in seinem oder ihrem Leben denken, in denen das neue
Glaubenssystem zu veränderten Erfahrungen geführt hätte).

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Zauberlehrling. Das NLP-


Lern- und Übungsbuch, 2. überarbeitete Auflage, Paderborn
1993. Mit freundlicher Genehmigung des Junfermann-
Verlages.
Die Ganzheit von Beliefs in drei Teilen erkennen und ändern

Ziele: Es sollen die Konsequenzen des begrenzenden Beliefs bewußt


gemacht und eine Motivation zur Änderung des Beliefs erreicht
werden.

Weitere, verdeckte Ziele: Bewußtmachen, daß Beliefs nichts mit


der Wirklichkeit zu tun haben.

Historische/allgemeine Metapher: Oft erreichen wir Ziele und


bemerken, daß das Ergebnis nicht das ist, was wir wollten.

Persönliche Metapher:

Übungsablauf:

Beliefs ändern: 1. Teil

● Benennen Sie Ihre begrenzenden Beliefs und schreiben Sie


sie auf.
● Wählen Sie 5 Beliefs, die Sie am stärksten einschränken.
● Schreiben Sie alle Konsequenzen auf, die ein Beibehalten
dieser 5 Beliefs mit sich bringt.
● Was haben Ihnen diese Beliefs in der Vergangenheit
gebracht?

Beantworten Sie folgende Fragen, während Sie das volle Gewicht


dieser Beliefs im gesamten Körper spüren:

● "Was haben Sie diese einschränkenden Beliefs gekostet?"


● "Was haben Sie aufgrund dieser Beliefs verloren?"
● "Auf wie viele Arten haben Sie sich durch diese Beliefs
selbst betrogen?"
● "Auf wie viele Arten haben diese Beliefs Ihre Beziehungen
beeinflußt?"
● "Wie geht es Ihnen, wenn Sie daran denken, welche
Beziehungen Sie hätten haben können, wenn Sie diese
einschränkenden Beliefs nicht gehabt hätten?"
● "Welche unangenehmen Emotionen erleben Sie durch diese
Beliefs täglich?"
● "Wieviel Energie haben Ihnen diese Beliefs abverlangt?"
● "Wie viele Dinge haben Sie wegen dieser Beliefs nicht
begonnen? Wie fühlen Sie sich damit?"

Was werden diese einschränkenden Beliefs Sie in der Zukunft


kosten? Gehen Sie 5 Jahre in die Zukunft und nehmen Sie die oben
aufgeführten Fragen dorthin mit. Welche Konsequenzen haben diese
Beliefs hier? Beantworten Sie folgende Fragen:

● "Was werden diese Beliefs Sie die nächsten 5 Jahre kosten?


"
● Schauen Sie - 5 Jahre in der Zukunft - in den Spiegel. Wie
schauen Sie aus?
● Wieviel haben Sie durch diese Beliefs nicht in Angriff
genommen? Wie haben diese Beliefs Ihre Lebensqualität
vermindert und Ihren Wert weniger und weniger werden
lassen?
● Ihre Karriere? Was sonst noch?
● Gehen Sie 10 Jahre in die Zukunft und beantworten Sie die
Fragen erneut.
● Gehen Sie 20 Jahre in die Zukunft, stellen Sie die obigen
Fragen und zusätzlich:
● "Wo sind Sie angekommen, wie sehen Sie aus, wie
beweglich sind Sie?"
● "Sind andere gerne mit Ihnen zusammen?"
● "Wie weit haben Sie Ihre Werte vergessen?"
● "Wieweit sind Sie ein Modell für die Kinder?"
● "Welchen Schaden haben diese einschränkenden Beliefs
Ihnen zugefügt?"
● "Wie sehr bedauern Sie, daß Sie diese einschränkenden
Beliefs vor 20 Jahren nicht geändert haben?"
● "Ist Ihr Leben ein Beispiel oder eine Warnung für andere
gewesen?"

Beliefs ändern: 2.Teil

Ändern Sie Ihren inneren Zustand. Wie in einem Märchen haben Sie
einen Wunsch frei und können sich ein bestimmtes Gefühl (inneren
Zustand) wünschen, das Sie schon immer wollten. Lassen Sie sich in
einen freudigen, verspielten, begeisterten, kraftvollen Zustand
bringen!

Benennen Sie gegenteilige, bereichernde Beliefs.

Betrachten Sie Ihre einschränkenden Beliefs, streichen Sie sie durch


und schreiben Sie ein neues bereicherndes Belief darunter, das die
gegenteilige Konsequenz des alten Beliefs hat.

Beispiel: Einschränkendes Belief: "Niemand ist gerne mit mir


zusammen."

Bereicherndes Belief: "Jeder mag mich."

Meine 5 neuen bereichernden Beliefs sind: (aufschreiben)

Die Konsequenzen meiner neuen Beliefs sind: (aufschreiben)


Beliefs ändern: 3.Teil

Future-Pace der neuen Beliefs - neue Möglichkeiten für die Zukunft


sehen. Gehen Sie 5 Jahre in die Zukunft und erleben Sie voll
assoziiert all das Vergnügen und die Freude der Konsequenzen
dieser neuen Beliefs.

Wenn Sie in der Zukunft sind und zurückschauen, beantworten Sie


folgende Fragen:

● "Wie hat sich durch diese neuen Beliefs Ihr Leben in den
letzten fünf Jahren bereichert?"
● "Wie gut fühlen Sie sich damit?"
● "Inwieweit sind durch diese neuen Beliefs Ihre Beziehungen
verbessert - freudiger und angenehmer geworden?"
● Schauen Sie in den Spiegel und fragen Sie sich: "Wie
kommt es, daß ich so gut aussehe?"
● "Wieviel konnten Sie aufgrund dieser neuen Beliefs
beginnen und beenden?"
● "Was können Sie zu sich selber sagen, was Sie sich vorher
nicht getraut haben? Was können Sie sehen, hören und
fühlen, was Sie vorher nicht konnten? "
● "Was haben die Kinder durch diese neuen Beliefs gewonnen,
und wieweit sind Sie dadurch ein anderes Modell für sie?
Wie wird dadurch die nächste Generation beeinflußt?"

Gehen Sie 10 Jahre in die Zukunft und genießen Sie alles Vergnügen
und all die Freude.

Gehen Sie 20 Jahre in die Zukunft und genießen Sie, wie frei und mit
wieviel Freude Sie Ihre Werte mit anderen Menschen leben.

Gehen Sie 40 Jahre in die Zukunft und wenn Sie auf Ihr Leben
zurückschauen, seien Sie dankbar, stolz und glücklich und freuen Sie
sich darüber, daß Sie vor 40 Jahren jene Beliefs geändert haben.

Übungsdauer: 45 Minuten

Gruppengröße: 1-5 Personen oder Großgruppe

Auswertung im Plenum: Wie geht es Ihnen jetzt mit Ihren


gewählten Beliefs? Vergleichen der Erfahrungen.

Anwendungsmöglichkeiten: Den großen Rahmen der inneren


Landkarte finden. Für Personen, die an Beliefs-Änderungen
zweifeln.

Quellenangabe: Gundl Kutschera, Tanz zwischen Bewußt-


sein und Unbewußt-sein. NLP-Arbeits- und Übungsbuch,
Paderborn 1994. Copyright Junfermann 1994. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Kraft-Quelle Quelle.

Kriterien Der Wert oder Standard, nach dem eine Person


Entscheidungen trifft oder Aussagen über sich selbst oder über
andere, über Situationen, Probleme, usw. tätigt. Kriterien zeigen an,
was einem Menschen wichtig ist, was ihn motiviert. Von Werten
spricht man in NLP eher, wenn übergeordnete Wichtigkeiten
gemeint sind, wie etwa "Freude am Leben", "Selbstverwirklichung",
"Wahrhaftigkeit" oder "Gerechtigkeit", Von Kriterien spricht man
eher, wenn spezielle Wichtigkeiten in einem speziellen Kontext
gemeint sind, wie etwa ein bestimmter Aspekt in der Arbeit. Näheres
unter Werten.

Kritiker(in) Einer von drei Zuständen bei der Walt-Disney-


Strategie. Der Kritiker ist dafür zuständig, dem Plan des Realisten
ein Feedback aus einer Außen-Position zu geben.

Kulturelles NLP NLP ist traditionell auf das Individuum


konzentriert, es dient in der Regel der Verbesserung individueller
Lebens-Qualität. Die Übertragung von NLP auf soziale
Gegebenheiten ist noch wenig erforscht. Kulturelles NLP beschreibt
den Versuch, Grundannahmen, Ideen, Konzepte und Techniken des
NLP auf Kulturen anzuwenden. Unter Kultur verstehen wir hier
große soziale Gebilde, die über eine längere Zeit andauern, wie die
Kultur des Mittelalters, der Neuzeit oder der Aborigines. Kulturelles
NLP will zum Verständnis unterschiedlicher Kulturen beitragen und
einige Aspekte der Dynamik und Weiterentwicklung von Kulturen
erhellen. Dazu ist inbesondere der Belief-Gedanke geeignet. Er
besagt, daß jede Art von Wahrheits- oder Wirklichkeits-Konstruktion
nur eine Modell-Bildung, eine Konstruktion ist. Beliefs können auf
verschiedenen Ebenen studiert werden, wie rein pesönliche Beliefs
oder die Beliefs einer Grupee oder einer sozialen Schicht. Kulturelle
Beliefs sind beliefs, die die meisten Mitglieder einer Kultur teilen.
Kulturelle Beliefs beinhalten die "fundamentalen Wahrheiten" einer
Kultur, - das, was die Menschen einer Kultur als letzte Wahrheit
erachten, das, was als "eigentliche Wirklichkeit" definiert ist. Im
Mittelalter zum Beispiel glaubten die Menschen, daß sie in einer
Welt aus hierarchisch geordneten Ebenen lebten, die Gott erschaffen
hat. Ein Kleriker zum Beispiel wurde einer höheren Ebene
zugeordnet als ein Bauer und man glaubte, daß diese Ebenen
wirklich existieren und Unterschiede zwischen Menschen
beschreiben, die so real sind wie die Unterschiede zwischen
vrschiedenen Arten von Tieren. Wenn viele Menschen eine solche
Überzeugung teilen, dann wird sie "real", weil die meisten ihr
soziales Leben danach ausrichten. Kulturelle Beliefs geben die
Orientierung für ein "normales" Leben in einer Kultur vor. Sie
beschreiben die "Selbstverständlichkeiten" einer Kultur, ihre
geheimen Vorannahmen, - das, worüber die meisten Menschen
nicht nachdenken (über Selbstverständlichkeiten denkt man nicht
nach).

Kulturelle Beliefs lenken die Wahrnehmung im Alltag: ein Keriker


wurde im Mittelalter als "wertvoller" wahrgenommen als ein Bauer.
Wenn beide, Bauer und Kleriker, dieses Belief teilen, dann
konstruieren sie gemeinsam eine soziale Realität, die ihnen
selbstverständlich vorkommt. Von außen betrachtet, erscheint die
soziale Hierarchie des Mittelalters absurd: aus unserer Perspektive
handelt es sich um ein Herrschafts-System, wo Kleriker über Bauern
unrechtmäßig Macht ausüben. Im Kontext der Kultur geht es nicht
um "Herrschaft", sondern um eine legitime Ordnung, die in Ordnung
ist.

Für jede Kultur kann ein enger Zusammenhang ihrer Realitäts-


Definition (jede Kultur muß definieren, was sie für "real" hält) mit
ihrer Ziel-Definition - mit dem, was die großen (kulturellen) Ziele
sind - gezeigt werden. Wenn Menschen gemeinsam etwas für real
halten, an irgendeine Wirklichkeit glauben, dann konstruieren sie
gemeinsam ein gewaltiges Ziel-Bild, das ungeheure Energien
freisetzt. Im Mittelalter glaubten die Menschen an Gott und die
Seele. Das kulturelle Ziel war "ein frommes Leben", "edel" zu
werden. Wenn die Menschen aufhören, an diese Realität zu glauben,
dann lenken sie ihre Energien kollektiv auf andere große Ziele: sie
wollen zum Beispiel reich werden, viele Dinge besitzen und viel
konsumieren (im Mittelalter was all das verpönt, und Menschen, die
diesen Zielen nachjagten, wurden verachtet).

Diese Überlegungen können auch für unsere Kultur relevant sein.


Welche Annahmen liegen unseren Ansichten über die "eigentliche
Wirklichkeit" zugrunde? An welche Realität glauben wir? Was sind
die geheimen Vorannahmen unserer Kultur? Welche kulturellen
Beliefs teilen wir? Wie sind diese Beliefs geschichtlich gewachsen
und wie verändern sie sich? Welche Auswirkungen hat das auf den
Alltag? Einige Gedanken dazu finden Sie unter dem Stichwort
mechanistisches Welt-Bild.

Kurzschließen Mit Kurzschließen bezeichnet man im NLP eine


spezielle Art des Spiegelns (Pacing). Angenommen, eine Person A
zeigt ein inkongruentes Verhalten. Eine andere Person B wendet
die Technik des Kurzschließens an, wenn sie den verbalen Teil der
Inkongruenz von A in ihr nonverbales Verhalten und den
nonverbalen Teil in ihr verbales Verhalten übernimmt (klingt
komplizierter als es ist). Angenommen A sagt freundliche Worte und
ballt dabei die Fäuste. B spiegelt die Inkongruenz von A, indem sie
wütende Worte mit offenen Armen sagt. In vielen Fällen kann
folgende Reaktion von A beobachtet werden: (1) A drückt die eine
Seite der Inkongruenz kongruent aus (A wird zum Beispiel verbal
und nonverbal "freundlich"). A identiziert sich sozusagen mit der
einen Seite seiner Polarität. (2) Danach wird A die andere Polarität
kongruent ausdrücken (A wird zum Beispiel verbal und nonverbal
"wütend"), identifiziert sich also mit der anderen Seite. Die
gleichzeitige (simultane) Inkongruenz wird auf diese Weise von A in
eine stufenweise (sequentielle) Inkongruenz überführt.

Das Kurzschließen als Technik ist Ausdruck der Tatsache, daß im


NLP nicht davon ausgegangen wird, daß das nonverbale Verhalten
"meta" zum inkongruenten verbalen Verhalten steht: ihm also
übergeordnet ist. NLP interpretiert beide Verhalten als "Para"-
Botschaften, wobei "para" gleichwertig nebeneinanderstehend
bedeutet.

Die Technik des Kurzschließens leistet B auch wertvolle Dienste, um


eigene Wahrnehmungs-Filter zu überprüfen. Kurzschließen
anzuwenden bedeutet in gewissen Sinne, mit der Inkongruenz einer
anderen Person zu spielen: B ist frei von dem Konflikt in A. Kann B
den nonverbalen Teil von A nicht verbal spiegeln (oder umgekehrt
den verbalen Teil nicht nonverbal), dann hat B nicht genug Abstand
zum Problem von A (B ist in gewissen Sinn involviert). Zwei
Möglichkeiten des Involviert-Seins: (1) Der Konflikt, der in dieser
speziellen Inkongruenz von A deutlich wird, spiegelt direkt eine
Inkongruenz von B wider. (2) B kann mit dem verbalen oder dem
nonverbalen Teil der Inkongruenz noch nicht adäquat umgehen.
(Wenn also jemand in seiner näheren Umgebung genau den Teil
zeigt, mit dem B nicht umgehen kann, wird er meist zu starke
Gefühle - als seine eigene Reaktion auf diese Inkongruenz -
entwickeln). Das Unvermögen, "kurzzuschließen", kann B zum
Anlaß nehmen, eigene unaufgelöste Themen als Projektionen zu
erkennen.
Wahrnehmungs-Training Genaues Wahrnehmen

Wahrnehmungs-Typen Manche Menschen verwenden allgemein


oder in bestimmten Situationen ein bestimmtes Repräsentations-
System so häufig, daß man von einem bevorzugten
Repräsentations-System sprechen kann. Personen, die z.B. das
visuelle Repräsentations-System bevorzugen, gehören dem visuellen
Wahrnehmungs-Typ an. Die Wahrnehmungs-Typen werden in NLP
anhand von Zugangs-Hinweisen identifiziert, insbesondere durch
sprachliche Prädikate und Augenbewegungen. Wollen Sie
herausfinden, welchem Wahrnehmungs-Typus Sie angehören?
Zwei kleine Tests dazu Beispiele für Konflikte, wenn der Partner
ein anderer Wahrnehmungs-Typus ist.

Walt-Disney-Strategie Eine Kreativitäts-Strategie, die Robert Dilts


durch Modellieren von Walt Disney entwickelt hat. Die Walt-
Disney-Strategie ist ein Modell für produktive Kreativität: eine
Kreativität, die sich in konkreten Ergebnissen niederschlagen soll.
Sie basiert auf drei Phasen, die unterschiedlichen inneren
Zuständen entsprechen: (1) die Phase des Träumers (der Träumerin),
(2) die Phase des Realisten (der Realistin) und (3) die Phase des
Kritikers (der Kritikerin).

(1) Der Träumer (die Träumerin) ist ein Zustand, in dem neue Ideen
entstehen und fließen. Hier konstruieren sich Menschen fast keine
Grenzen und Einschränkungen. Es geht um Ideen, Gedanken,
Phantastereien, - nicht darum , was davon verwirklicht werden kann.
Der Träumer entwickelt Ziele und Visionen. Er ist vor allem
visuell und konstruiert visuelle Zukunfts-Bilder. Er ist assoziert im
Zustand des Träumens und konstruiert dissoziierte Zukunfts-Bilder
(wo eine Person sich selbst in der Zukunft sieht).
Nach Dilts und Epstein kann die Fähigkeit zu "träumen" gedanklich
trainiert werden, z.B. (a) indem man habitualisierte Vorgänge im
Alltag (Dinge, die ganz automatisch ablaufen, wie Zähneputzen)
gedanklich anders ablaufen läßt, (b) sich gedanklich vorzustellen,
daß Dinge ganz anders funktionieren, (c) Dinge mit der linken Hand
zu tun (für Linkshänder mit der rechten Hand), (d) ungewohnte
Körperhaltungen oder Bewegungen zu machen, und dabei an
Lösungen zu denken. NLP-Ideen im engeren Sinn sind z.B. (a) sich
etwas total Nutzloses ausdenken, die Repräsentations-Systeme und
Untereigenschaften dieser Vorstellung erkunden, und dann die
Untereigenschaften solange verändern, bis etwas Wertvolles darin
entdeckt werden kann. (b) alle Augen-Positionen rasch
nacheinander durchgehen und sich dabei beobachten, in welcher
Stellung neue Ideen kommen, (c) geignete Kreativitäts- Strategien
anhand der Augenmuster rasch nachvollziehen, z.B. mehrmals im
Kreis die Abfolge: Visuell konstruiert - visuell erinnert - Innerer
Dialog - Gefühl - Visuell konstruiert, usw. (Diese Vorschläge finden
sich in: Dilts & Epstein, Tools for Dreamer).

(2) Im Zustand des Realisten oder der Realistin ist der Fokus des
Bewußtsein auf das konzentriert, was realistisch machbar ist und was
nicht. Der Realist vollzieht im assoziierten Zustand das (oder Teile
davon) nach, was der Träumer dissoziiert in der Zukunft getan hat.
Der Realist simuliert eine Gegenwart. In dieser Simulation
entwickelt er einen konkreten Plan für die Ideen und Visionen aus
dem Zustand des Träumens. Der Realist denkt logisch und erstellt
einen logisch strukturierten Plan, z.B. wird ein Ziel in Detailziele
zerlegt, die wichtigsten Schritte festgehalten, Aufgaben festgelegt
und verteilt. Der Realist ist vor allem kinästhetisch: er überprüft mit
seinem Gefühl den Zukunfts-Entwurf des Träumers und stellt sich
gedanklich vor, daß er mit seinem Körper und seinem Tun
realistische Handlungen in der Gegenwart setzt.
(3) Der Kritiker oder die Kritikerin ist ein Zustand, in dem eine
Person von ihrem Projekt dissoziiert ist. Der Kritiker ist eine Meta-
Position, von der aus der bisher entwickelte Plan überprüft wird. Im
Abstand zu dem eigenen Vorhaben und distanziert von sich selbst,
wird nüchtern überprüft, ob irgendetwas vergessen wurde und ob es
irgendetwas gibt, was die Durchführung des Planes verhindern
könnte. Der Kritiker arbeitet vor allem auf dem auditiven Kanal: er
aktiviert den inneren Dialog, hört auf seine innere Stimmen und
fragt sich, was alles noch verbessert werden kann. Dieser Zustand hat
viel mit der Vergangenheit zu tun, weil auch Erfahrungen aus der
Vergangenheit aktiviert werden.

Das Modell des Träumers, des Realisten und des Kritikers beschreibt
drei innere Zustände und Haltungen, die jede Person in sich kennt.
Man kann sie auch als dreifache Polaritäten definieren. NLP betont
den Wert jedes dieser drei Zustände: Um zum Beispiel Ziele zu
finden ist es sinnvoll die Träumerin, den Träumer in uns zu
aktivieren, um die Ziele zu verwirklichen ist es wichtig, der
Realistin, dem Realisten den Plan erstellen zu lassen und der
Kritikerin, dem Kritiker die Kompetenz der Überprüfung zu geben.
Jeder dieser Zustände kann als Teil im Unbewußten definiert
werden. Wie immer in NLP geht es um einen geordneten und
zielgerichteten Umgang von Teilen. Bei erfolgreichen Personen
wurde festgestellt, daß sie die drei Zustände klar voneinander trennen
und allen drei Haltungen denselbe Stellenwert zumessen.

Das Walt-Disney-Modell liefert auch eine einfache Klassifikation


von Menschen. Manche Menschen leben (in einem bestimmten
Kontext) mehr einen dieser Pole. Jemand ist z.B. mehr mit dem
Träumer vertraut. Dieser Person wird es leicht fallen, viele Ideen zu
entwickeln. Meist ist sie sehr begeisterungsfähig, allerdings wird
selten etwas konsequent umgesetzt. Jemand anderer ist eher Realist:
konsequent im Erledigen von Angelegenheiten, zielführend in der
Umsetzung, aber vielleicht nicht so kreativ, wenn es darum geht,
neue Wege zu entwickeln. Der Wert von Menschen, die sich auf das
Kritisieren spezialisiert haben, wird oft gering geschätzt. Ihr Fokus
ist auf das Fehlende gerichtet: sie wissen meistens, warum etwas
nicht geht, was falsch an dem Ganzen ist, was fehlt und was man
noch besser machen könnte. Für die Arbeit in einem Team kann es
hilfreich sein, dieses Modell zu kennen und Menschen nach ihrer
Spezialisierung koordiniert einzusetzen (und zum Beispiel den
üblichen Streit zwischen Träumer und Kritiker zu unterbinden).

Das Modell von Träumer-Realist-Kritiker ist in NLP als Kreativitäts-


Technik für ein konkretes Projekt bekannt. Die Prozeß-Schritte
sind: (1) Die drei Zustände für sich, ohne Bezug zum Projekt
nacheinander und getrennt voneinander aktivieren, in der Regel
mittels Boden-Anker. (2) Den Träumer aktivieren, an das Projekt
denken und neue Ideen, Ziele und Visionen finden, (3) Den Realisten
aktivieren und die Ergebnisse des Träumers in einen konkreten Plan
umsetzen. (4) Den Kritiker aktivieren und den Plan von außen
kritisch durchleuchten und hinterfragen. (5) Ist der Kritiker nicht
zufrieden, hat der Träumer neue Inhalte, über die er nachdenken
kann, es geht weiter zum Realisten und zum Kritiker. D.h. die
Schritte (2) bis (5) werden - immer in der Reihenfolge Träumer-
Realist-Kritiker - solange wiederholt, bis der Kritiker beim letzten
Plan keine Schwachstellen mehr erkennen kann. Übungs-
Anleitung 1 (Walter Ötsch), Übungs-Anleitung 2 (Alexa Mohl),
Übungs-Anleitung 3 (Gundl Kutschera)

Warum-Fragen Viele Alltags-Gespräche über "Probleme" münden


oft in Warum-Fragen, in Fragen nach den Ursachen der Probleme,
wer daran Schuld ist. Eine NLP-geschulte Person versucht, Warum-
Fragen, so gut dies geht, zu vermeiden. Warum-Fragen gelten als
Verletzung des Meta-Modells: sie führen nicht zur
Tiefenstruktur des Problems, sondern lediglich zu Ursachen-
Wirkungs- Beliefs (diese Beliefs können das eigentliche Problem
sein). Warum-Fragen bewirken in der Regel eine Verschlechterung
des inneren Zustandes jener Person, die unter einem Problem
leidet. Mit der Frage nach dem Warum wird der Problem-Fokus
aktiviert. Längeres Warum-Fragen kann den Problem-Fokus deutlich
verstärken. Warum-Fragen führen zu einer verstärkten
Assoziierung mit dem Problem. Werden dabei noch lange Ursache-
Wirkungs-Ketten aufgebaut, kann dies die vermeintliche Schwere
des Problems vergrößern. Das Problem wird "einzementiert":
"schuld" sind andere Personen, ein System, eine Struktur, die
Gesellschft, die Sterne oder die Gene. Dabei wird der Fokus nicht
auf das eigene Potential gelenkt, auf das, was den
Handlungsspielraum einer Person, die unter einem Problem leidet,
erweitern könnte. NLP billigt Warum-Fragen nur dann einen
positiven Stellenwert zu, wenn es darum geht, Ursache-Wirkungs-
Beliefs ausfindig zu machen. Dies ist manchmal erforderlich, wenn
das innere Hindernis für das "Problem" auf der Ebene der Beliefs
liegen und dieses erst erkundet und bewußt gemacht werden müssen.

Weg von Ein Meta-Programm. Manche Menschen motivieren


sich, indem sie von etwas weg gehen, z.B.: "Nur kein Mann, der
diese Eigenschaft hat". Der Fokus des Bewußtseins ist dabei auf
das halb-leere Glas gerichtet.
Belief-Änderungen mit Hilfe von Submodalitäten

Ziele: Ordnung des Gehirns kennenlernen; störendes Belief ändern


und neues Belief wahrmachen.

Weitere, verdeckte Ziele: Kalibrieren; Rapport; Submodalitäten für


subjektive Wirklichkeit finden.

Historische/allgemeine Metapher: Menschen, die nach einem


Herzinfarkt ihr Leben ändern.

Übungsablauf:

● Wählen Sie ein störendes Belief (z.B. "Ich muß alles unter
Kontrolle haben").
● Finden Sie die dazugehörige VAKOG-Repräsentation und
die entsprechenden Submodalitäten, die für die subjektive
Wirklichkeit verantwortlich sind. Merken Sie sich den Ort
des Bildes und mindestens eine weitere SM und spüren Sie
das massive starke Gefühl von Bestimmtheit im Körper.
● Finden Sie dann eine neutrale Repräsentation "kann/kann
nicht" (z.B. "Es ist egal, ob ich den gelben oder den blauen
Zahnputzbecher nehme") und dazu Repräsentation, Ort und
Submodalitäten.
● Nehmen Sie im nächsten Schritt ein positives Belief sowie
eine dazugehörige Repräsentation, die Submodalitäten und
das entsprechende Körpergefühl von Bestimmtheit.
● Schieben Sie nun das Bild des störenden Beliefs weit nach
hinten, bis es soweit entfernt ist, daß Sie es kaum noch
erkennen können.
● Jetzt ist es Ihre Aufgabe, das Bild mit dem störenden Belief
ganz schnell auf die Position des "kann/kann nicht "-Bildes
zu plazieren. Das kann z.B. geschehen, indem Sie ein
imaginäres Gummiband zu Hilfe nehmen, das Sie sich an
Ihrer Stirn befestigt vorstellen. Das Bild mit dem störenden
Belief übernimmt die Submodalitäten des "kann/kann nicht"-
Bildes und Sie lassen sich ein neues Belief schenken. Das
entmachtete Bild mit dem störenden Belief verschwindet
zurück nach hinten.
● Führen Sie nun das Bild mit seinem neuen Belief ruckartig
auf den Platz des positiven Beliefs - es nimmt die
entsprechenden SM an, wodurch es stimmig und wahr wird.
● Test
● Future-Pace

Übungsdauer: 30 Minuten

Gruppengröße: 2 Personen oder Großgruppe

Auswertung im Plenum: Neue Beliefs überprüfen; Beliefs wurden


"wahr " gemacht und sind somit Wirklichkeit geworden.

Anwendungsmöglichkeiten: "Chaos " erkennen und Ordnung neu


prägen.

Quellenangabe: Gundl Kutschera, Tanz zwischen Bewußt-


sein und Unbewußt-sein. NLP-Arbeits- und Übungsbuch,
Paderborn 1994. Copyright Junfermann 1994. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Belief ändern mit vier Boden-Anker

Anordnung der Boden-Anker:

In einer Reihe hintereinander, in jeweils ein bis zwei Schritten


Abstand, werden vier Plätze am Boden markiert (z.B. mit Hilfe von
Zetteln).

1. Der Ort der "inneren Kraft"


2. Der Ort von "sicher"
3. Der Ort von "kann sein / muß nicht sein"
4. Der Ort von "alt"

Es ist günstig, die Übung immer mit Blick zum Ort der "inneren
Kraft" zu machen.
Die Strecke von "alt" bis "innere Kraft" kann auch als Zeit-Linie von
der Vergangenheit ind die Zukunft interpretiert werden.

Das alte und das neue Belief müssen vor der Übung bekannt sein.

Anleitung:

1. den Ort von SICHER verankern:

"Stell Dir etwas vor, was für Dich vollkommen sicher ist."

● z.B. daß morgen die Sone aufgeht.

2. den Ort von KANN SEIN / MUß NICHT SEIN verankern:

"Stell Dir etwas vor, was für Dich so oder so sein kann ."
● z.B. ob Du heute Abend das oder das essen wirst.

● 3. am Ort von ALT das alte Belief aktivieren.

4. Mit diesem Gefühl auf den Ort von KANN SEIN / MUß NICHT
SEIN gehen.

"Es kann sein, es muß nicht sein!"


Zeit für den Verschmelzungs-Vorgang lassen.

5. Von der Linie weggehen und

6. den Ort von INNERE KRAFT verankern:

"Erinnere Dich an etwas, wo Du voller innerer Kraft warst."

7. Kurzer Unterbrecher.

8. Am Ort von KANN SEIN / MUß NICHT SEIN das neue Belief
aktivieren.

"Es muß nicht sein, es kann sein!"


Diesen Anker wirken lassen.

9. Mit dem neuen Belief auf den Ort von SICHER gehen.

10. Mit dem neuen Belief über den Ort von INNERE KRAFT in die
Zukunft gehen.
Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.
Copyright Walter Ötsch 1996.
Belief - Change - Cycle

(Belief ändern mit Bodenankern)

Benötigte Bodenanker

1. Ausstellungsraum (Raum für mögliche neue Glaubensinhalte)

2. Raum der positiven Versuchung (Raum, in dem Offenheit für


neuen Glauben deutlich spürbar ist)

3. Standort (Raum des momentan als sicher Geglaubten)

4. Raum des Zweifels (Raum, in dem der Zweifel schon deutlich


spürbar ist)

5. Rumpelkammer (Raum ehemaliger Glaubenssätze, Vor-


Annahmen etc.)

6. Metaposition

Bei jedem Ort ist eine intensive Gesamtrepräsentation - VAKOG -


wichtig.

Die Schritte im einzelnen:


A: Identifiziere den problematischen Belief

B: Finde neue, alternative und attraktive Beliefs im


Ausstellungsraum

C: Suche im Ausstellungsraum einen Belief aus, den Du für möglich


hältst und nehme ihn zum Raum der positiven Versuchung mit.

D: Den alten Belief aus dem Standort (Jetzt) in den Raum des
Zweifels mitnehmen.

E: Beurteilung und oekologischer Check von der Metaposition aus.

F: Den alten Belief in die Rumpelkammer legen.

Ziele der Übung:

- Entmachten negativer Beliefs

- Entdecken möglicher neuer Beliefs

- Anstoßen des Belief-Veränderungs-Prozesses

Lerneffekt: Mut zur Instabilität


Beispiel: "Sport ist Mord!" oder "Geld ist schmutzig!", ...

Finde im Raum 1 alternative und attraktive Beliefs (z.B. Sport macht


beweglich., Sport schafft Freunde., Sport bringt Begegnung mit der
Natur. ....).

Einen Belief (auf Zettel o.ä.) aussuchen, der für möglich gehalten
wird, und in den Raum der positiven Versuchung mitnehmen.

Es folgt Schritt D und E (evtl. mit Veränderungen).

Alten Belief in die Rumpelkammer.

Endgültiger Check auf Metaposition.

Variation: Finde für einen bestimmten Lebensbereich oder


Arbeitsbereich die einschränkenden bzw. freisetzenden
Glaubenssätze (GS), die Dir spontan zu den jeweiligen Räumen
einfallen.

1. Schritt: Welche GS könnten (sollten, müßten ...) von Raum 1 in


Raum 2 (Check auf Metaposition)?

2. Schritt: Welche GS könnten ... von Raum 3 in Raum 4 (Check auf


Metaposition)?

3. Schritt: Welche GS könnten ... von Raum 2 in Raum 3 (Check auf


Metaposition)?
4. Schritt: Welche GS könnten ... von Raum 4 in Raum 5 (Check auf
Metaposition)?

5. Schritt: Gesamtcheck auf Metaposition!

Lerneffekte:

Glaube an Entwicklungsmöglichkeit wächst. Eigenverantwortung für


eigene Veränderungen und deren Machbarkeit werden erfahrbar.
Oekologie bleibt im Gegensatz zu vielen anderen Belief-Change-
Techniken in einem hohen Maße berücksichtigt.

Idee: Robert Dilts. Variationen von Annegret Hallanzy und Helmut


Beck.

Helmut Beck 1997 (E-mail)


Belief ändern auf der Lebens-Linie

Sie benötigen für diese Übung fünf Positionen (räumliche Anker am


Boden):

auf der Zeit-Linie: (1) Gegenwart, (2) Vergangenheit und (3)


Zukunft

neben der Zeit-Linie: (4) Meta-Position zur Vergangenheit und (5)


Meta-Position zur Zukunft.

1. Gegenwart:
Das negative Belief sagen. Den Satz wirken lassen.

● Beispiel: Ich kann nicht gut rechnen

2. Vergangenheit:
Das negative Belief in der Vergangenheitsform sagen.
Den Satz wirken lassen.

● Beispiel: Ich konnte nicht gut rechnen.


Ich habe früher nicht gut rechnen gekonnt.

3. Meta-Position zu Vergangenheit:
Das negative Belief in der Vergangenheitsform aus einer Außen-
Position sagen. Den Satz wirken lassen.

● Beispiel: Sie hat früher nicht gut rechnen gekonnt

4. Meta-Position zu Zukunft:
Das positive Belief in der Zukunftsform aus einer Außen-Position
sagen.
Den Satz wirken lassen.

● Beispiel: Sie wird gut rechnen können

5. Zukunft:
Das positive Belief in der Zukunftsform sagen. Den Satz wirken
lassen.

● Beispiel: Ich werde gut rechnen können

6. Gegenwart:
Das positive Belief in der Gegenwart sagen. Den Satz wirken lassen.

● Beispiel: Ich kann gut rechnen

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Andrea Ötsch 1996.
Den eigenen Wahnehmungstyp erkennen (nach Josef Weiß)

Übung 1:

Denken Sie an Ihr Zähneputzen von heute morgen! An was erinnern


Sie sich spontan?
- Sehen Sie ein Bild, wie Sie im Bad stehen? Oder Ihr eigenes Bild
im Spiegel?
- Hören Sie die Geräusche des Zähnebürstens oder des fließenden
Wassers?
- Fühlen Sie die Zahnbürste im Mund oder Ihre Hand am
Waschbecken oder der Apparatur?
- Kommt Ihnen eher der Geruch oder Geschmack der Zahnpasta?

Übung 2:

Halten Sie Ihren Zeigefinger und Ihren Mittelfinger der rechten Hand
in Form eines V nach oben. Nehmen Sie sich Zeit für diese Übung
und schütteln Sie nach jedem Schritt Ihre Hand wieder nach unten
aus.

1.
Stellen Sie sich bitte bildhaft vor, wie sich ein unsichtbarer Faden um
Ihre beiden Finger wickelt ... und sie immer mehr zusammenbindet.
... Ihr Zeigefinger ist nun eng an Ihren Mittelfinger angebunden ...,
und Sie sehen, daß der Faden sie fest zusammenhält. ... Während Sie
dieses imaginäre Bild vor Augen haben, zählen Sie langsam bis drei.
Dann versuchen Sie, Ihre Finger wieder zu öffnen. - Fällt es Ihnen
schwer, Ihre Finger auseinander zu bewegen, sind Sie ein visueller
Typ.

2.
Halten Sie, nachdem Sie Ihre Hände ausgeschüttelt haben, wieder
beide Finger nach oben und bewegen Sie sie bei geschlossenen
Augen langsam aufeinander zu. In dem Moment, in dem beide
zusammentreffen, denken Sie sich ein Geräusch, das sich so anhört,
wie wenn eine schwere Tresortür ins Schloß fällt. ... Ihre Finger sind
nun fest miteinander verschlossen. ... Zählen Sie langsam bis drei,
und versuchen Sie dann, Ihre Finger zu öffnen. - Ist dies mit
Schwierigkeiten verbunden, sind Sie ein auditiver Typ.

3.
Schütteln Sie Ihre Hand wie nach Schritt 1 wieder aus, und halten
Sie dann beide Finger in geöffneter Haltung nach oben. Jetzt stellen
Sie sich bei geschlossenen Augen vor, daß die Innenseite beider
Finger mit einer Klebemasse eingeschmiert sind. Sie spüren den
Kleber richtiggehend auf der Haut, und während Sie Ihre Finger
schließen, drückt er sich noch etwas zurecht. ... Ihr Zeigefinger ist
nun fest an Ihren Mittelfinger angeklebt. ... Zählen Sie langsam bis
drei. Versuchen Sie jetzt, Ihre Finger wieder zu öffnen. - Gelingt
Ihnen das nicht sofort, sind Sie ein kinästhetischer Typ.

4.
Halten Sie nach dem Ausschütteln beide Finger in gewohnter V-
Haltung nach oben, und stellen Sie sich nun bei geschlossenen
Augen einen wohlriechenden Duft vor. Dieser Duft wird rund um
Ihren Zeige- und Mittelfinger immer dichter. ... Während Ihre Finger
sich schließen, hält der intensiv und gut riechende Duft Ihre Finger
nun fest umschlossen. ... Zählen Sie langsam bis drei, und versuchen
Sie dann, Ihre Finger wieder zu öffnen. - Gelingt Ihnen das nur mit
Schwierigkeiten, sind Sie ein olfaktorischer Typ.
Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Zauberlehrling. Das NLP-
Lern und Übungsbuch, 2. überarbeitete Auflage, Paderborn
1993. Mit freundlicher Genehmigung des Junfermann-
Verlages.
Schule des Wünschens - Übung der erweiterten Form

(Intervention für Konflikte zwischen zwei Partnern oder zwei


Parteien)

1. Rapport
"Seid ihr beide damit einverstanden, daß ich zwischen euch
vermittle, um euch zu helfen, schneller oder wirksamer euer Ziel zu
erreichen?"
(Ansprechen, worum geht es. Eventuell ein Kode-Wort für den
Konflikt finden, um negativen Anker aufzuheben)

Bei Nein: Identifikation und/oder unerledigte Geschäfte klären etc.


Bei Ja: (eindeutige Ja-Physiologie muß kommen) weiter zu 2.

2. Arbeitsvereinbarung (outcome frame)


"Seid ihr beide bereit, etwas zu lernen, um mit diesem Konflikt und
überhaupt mit Konflikten so umzugehen, daß sichergestellt werden
kann, daß ihr beide davon einen Gewinn habt?"

Bei Jein und Nein: Einzelarbeit(en):


Transformation von Einwänden in explizite Bedingungen,
Reframing der Einwände oder ein anderes Vorgehen

Bei Ja: weiter zu 3.

3. Erlaubnis zum Unterbrechen?


"Könnt Ihr es akzeptieren, wenn ich euch an bestimmten Stellen
unterbreche, um euch zu helfen, sinnvoller oder schneller an euer
Ziel zu kommen?"

Bei Jein und Nein: Einzelarbeit(en):


Einwände in Bedingungen transformieren,
Reframing der Einwände (bewußt oder unbewußt),
Neuformulierung der Frage des Beraters (Anker?)

Bei Ja: (Eindeutige Ja-Physiologie muß kommen) weiter zu 4.

4. Beziehungsdefinition
"Würdet ihr beide sagen, daß ihr eine Beziehung miteinander habt, in
der einer Wünsche an den anderen haben darf, in der Forderungen
gestellt werden dürfen und in der über Wünsche verhandelt werden
kann?"

Bei Jein und Nein: Einzelarbeit(en):


Einwände in Bedingungen verwandeln,
Reframing der Einwände,
Arbeit an Glaubenssystemen

Bei Ja: weiter zu 5.

5. Mit einem Partner beginnen


"Wer fängt an?"
"Ist das für dich (den anderen) in Ordnung?"

Bei Nein: neue Vorschläge und verhandeln

Bei Ja: weiter zu I.

I. Formulierung des ersten Wunsches durch A

An A wenden: "Wenn ich dich richtig verstanden haben, lautet deine


Kritik (dein Vorwurf) B gegenüber ... . Vorwürfe drücken etwas
negativ aus, was positiv als Wunsch formuliert werden kann. Was
wünschst du dir eigentlich von B? Was ist der eigentliche Wunsch,
der hinter deiner Kritik oder hinter deinem Vorwurf steckt? Was
meinst du damit konkret auf der Verhaltensebene?"

a. linguistischer Check
Ist die Formulierung "wohlgeformt"?

Bei Nein: Intervention(en) zur Sicherstellung der Wohlgeformtheit


des Wunsches

b. physiologischer Check
Gibt es eine kalibrierte Schleife mit Problemphysiologie?

Bei Ja: Veränderung der kalibrierten Schleife durch Paar-Reframing,


oder Verwandlung des Reizes, bzw. der Reaktion in einen Wunsch

Verwandlung des Reizes in einen Wunsch:

An den Sender des Auslösereizes wenden und Ihre Wahrnehmung


verbalisieren: "Es gibt also etwas, was du in bestimmten
Augenblicken an deinem Partner wahrnimmst und das du mit dem
Etikett versiehst ... (zitieren), und was in dir ein intensives Erleben
auslöst." Sender weiter fragen: "Kannst du dieses Erleben nehmen
und so damit umgehen, daß du daraus einen Wunsch formulierst, den
du an deinen Partner richten könntest?"

Verwandlung der Reaktion in einen Wunsch:

An den Sender des Auslösereizes wenden und Ihre Wahrnehmung


verbalisieren: "Es gibt also etwas, was du in bestimmten
Augenblicken an deinem Partner wahrnimmst und das du mit dem
Etikett versiehst ... (zitieren)". Dann an den Empfänger wenden: "...
und was in dir ein intensives Erleben auslöst...", und fortfahren:
"Kannst du dieses Erleben nehmen und so damit umgehen, daß du
daraus einen Wunsch formulierst, den du an deinen Partner richten
könntest?"

Bei Ja auf Ia. und Nein auf Ib.: weiter zu II.

II. Verständnis beim Partner B überprüfen (Evidenz-Prozedur)


An B wenden: "Angenommen, du wärst bereit, A diesen Wunsch zu
erfüllen, wüßtest du dann genau, wie du dich verhalten müßtest, um
den Wunsch von A zu erfüllen?"

Bei Jein: Hinweis des Vermittlers, daß die Frage im Konjunktiv


formuliert wurde

Bei Nein: bei nicht ausreichenden Informationen neue Informationen


einholen
bei kalibrierter Schleife diese entsprechend ändern:
Verwandlung des Reizes, bzw. der Reaktion in einen Wunsch

Bei Ja: weiter zu III.

III. Bereitschaft beim Partner B einholen


An B wenden: "Wenn du jetzt also genau weißt, wie du dich
verhalten müßtest, wenn du den Wunsch von A erfüllen wolltest, bist
du bereit, A den Wunsch zu erfüllen?"

Bei Ja: weiter zu V.


Bei Jein und Nein: zu IV.

IV. Bedingungen und Einschränkungen von B bearbeiten


An B wenden: "Gibt es Bedingungen oder Einschränkungen, unter
denen du A den Wunsch doch erfüllen würdest?"

Bei Ja: Welche?


Sind die Bedingungen und Einschränkungen sofort akzeptierbar?

● Bei Ja: zurück zu III (mit Bedingungen und


Einschränkungen)
bei Ja: weiter zu V.

Bei Nein: parallel oder sequenziell zurück zu I.


Bedingung von B wird zum Wunsch von B an A

● Bei Jein: Einzelarbeit mit B: Reframing des Zögerns oder


Nichtbenennenkönnens

Bei Nein: Exploration des Meta-Bedürfnisses von B, = Induktion der


"7.-Himmels"-Physiologie

Meta-Bedürfnis von B wird zum Wunsch von B an A?

● Bei Ja: Arbeitsvereinbarung für Wunsch von B an A


gegeben?
● Bei Ja: Neuer Wunsch von B an A
● Bei Nein: 4. Beziehungsdefinition gegebe
● Bei Ja: Neuer Wunsch von B an A
● Bei Nein: Exploration des Metabedürfnisses von A =
Induktion der "7.-Himmels"-Physiologie.
Alternativer Wunsch?
● Bei Ja: Arbeitsvereinbarung für alternativen Wunsch
gegeben?
● Bei Ja: Neuer Wunsch von A an B
■ Bei Nein: 4.

Beziehungsdefinition
gegeben?
■ Bei Ja: Neuer Wunsch von
A an B
● V. "Besiegelungsritual" des Paares, Future Pace für den
Verhaltensentwurf von B
"Habt ihr beide schon mal in der Vergangenheit eine
Vereinbarung getroffen und eingehalten? Wie habt ihr das
gemacht?"
"Könnt ihr beide sicherstellen, daß ihr beim nächsten Mal,
wenn ihr es braucht, euch gegenseitig respektvoll an diese
Verhandlungsarbeit erinnert?"
● Bei Nein: "Müssen zusätzliche Bedingungen oder
Einschränkungen integriert werden?
● Bei Ja: zurück zu IV. (erweitert)

Bei Ja: zu VI.

VI. "Des Teufels Advokat"


Nach Zustandekommen der Einigung beiläufig fragen: "Ja, aber was
ist, wenn ... (irgend etwas auftaucht, was die Sache erschwert oder
gar unmöglich macht)?"Oder:
"Nein, ich glaube nicht, daß das funktionieren wird, es erscheint mir
alles zu durchsichtig und schwach..."

Bei Zusammenbruch der Einigung mit einer veränderten


Arbeitsvereinbarung (Outcome-Frame) weiterarbeiten.

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Meisterschüler. Der


Zauberlehrling, Teil II. Das NLP-Lern und Übungsbuch,
Paderborn 1996. Copyright Junfermann 1996, Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Das alte und das neue Ich

Verhandlungs-Reframing mit Boden-Ankern auf der Zeit-Linie.

Es gibt vier Orte. Den Ort der Gegenwart (auf der Zeit-Linie), den
Ort des neuen Ichs (Ort der Zukunft auf der Zeit-Linie), den Ort des
alten Ichs (Ort der Vergangenheit auf der Zeit-Linie) und einen
neutralen Ort (außerhalb der Zeit-Linie, am besten auf der Höhe der
Gegenwart, mit gleichem Abstand zum Ort des alten Ichs und zum
Ort des neuen Ichs).

Übungs-Anleitung:

1. Lege die vier Plätze am Boden fest.

2. Stell Dich auf die Gegenwart und schau Dir Dein Ziel und damit
verbunden Dein neues Ich an.
Willst Du dort hin? Spüre die Motivation nach vorne.

2. Lenk Deine Aufmerksamkeit wieder auf die Gegenwart und spüre


körperlich etwas, was Dich hindern könnte, auf das Ziel loszugehen.
Aktiviere diese Gefühl.

3. Geh mit diesem Gefühl zurück an die Stelle des alten Ichs.
Aktiviere das alte Ich.

4. Lenke in diesem Zustand Deine Aufmerksamkeit auf die Stelle des


neuen Ichs. Wie denkt das alte Ich über das neue Ich?

5. Wirksamer Unterbrecher.

6. Stell Dich auf den Platz vom neuen Ich und aktiviere das neue Ich.
7. Lenke in diesem Zustand Deine Aufmerksamkeit auf die Stelle des
alten Ichs. Wie denkt das neue Ich über das alteIch?

8. Wirksamer Unterbrecher.

9. Stelle Dich auf den neutraler Ort (Außenposition). Sorge dafür,


daß Du dissoziiert von beiden Ichs bist. Erkunde in dieser Haltung
die beiden Ichs. Nimm Ihre Unterschiede wahr.

10. Befrage jedes Ich (getrennt voneinander) nach seiner guten


Absicht.
Was ist die gute Absicht des alten Ich? Was ist die gute Absicht des
neuen Ich?

11. Erzähle jedem Ich (getrennt voneinander) von der guten Absicht
des anderen Ichs (des anderen Teils). Frage jedes Ich, o es die gute
Absicht des anderen Ichs würdigen und schätzen kann. Wenn ja:
erzähle das dem anderen Ich. Wenn nein: frage, unter welchen
Bedingungen, Garantien, zusätzlicher Hilfe, ... dieser Teil den
anderen wertschätzen könnte.

12. Unternimm nun von der Außen-Position eine Verhandlung mit


beiden Ichs. Das Ziel ist die Zusammenarbeit der beiden Ichs. Frage
die beiden Ichs, unter welchen Bedingungen sie bereit wären, eine
teilweise Zusammenarbeit einzugehen. Erforsche die genauen
Bedingungen eines Vertrages, dem beide zustimmen können.

13. Nimm bei all dem immer wahr, ob und wie sich in diesem
Verhandlungs-Prozeß Deine Vorstellung über die beiden Teile
verändert? Hat sich Ihre Körper-Größe verändert (für den Fall, daß
Du Dir diese Teile als Personen vorstellst), sind sie sich näher
gekommen?
14. Wenn die Verhandlung abgeschlossen ist: stell Dich auf den Ort
der Gegenwart und bitte beide Teile, sich in angemesserener Weise
neben, hinter, ... oder in Dir (in Deinem Körper) zu positionieren,
wie es dieser Vereinbarung entspricht. Laß Dir bei dieser Integration
Zeit.

15. Wenn die Integration abgeschlossen ist. Wende Dich dem Ziel zu
(dem Ort der Zukunft) und geh mit dieser Energie ins Ziel.

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Ziele erreichen auf der Bodentimeline

I. Ziel entwickeln

1. Ziel formulieren
Finde ein wünschenswertes Ziel, das du zum Beispiel in fünf Jahren
erreicht haben möchtest.

2. Kompetenzbereich überprüfen
Mach dir klar, ob du dein Ziel aus eigenen Kräften erreichen kannst.

3. Kontext bestimmen
Überlege, wo, wann, wie und mit wem du dein Ziel erreichen willst
und ob dein Ziel in einen passenden Zusammenhang eingebettet ist.

4. Ökocheck
Stell dir vor, du hast dein Ziel erreicht. Gibt es etwas, worauf du bei
der Zielerreichung verzichten mußt? Wenn ja, mach dir klar, ob du
das willst. Überlege, was deine Zielerreichung für Partner, Kinder
oder Freunde oder deine berufliche Situation bedeutet. Gibt es andere
mögliche negative Folgen deiner Zielerreichung.

5. Bodentimeline auslegen
Suche dir jetzt einen Ort, der die Gegenwart markieren soll.
Bestimme von hier ausgehend entsprechend deiner inneren
Zeitvorstellung, wo entlang die Vergangenheit und wohin sich deine
Zukunft erstreckt.

6. Zielbild aufbauen
Tritt in der Gegenwart auf deine Zeitlinie, schaue auf die Zukunft
und stelle dir vor, du hast dein Ziel erreicht. Entwirf einen Film, der
dich zeigt, wie du dein Ziel erreicht hast. Überprüfe diesen Film, ob
er dir gefällt, und nimm Veränderungen vor, bis er dir ganz und gar
gefällt.

7. In die Zukunft gehen


Wenn du diesen Film zu deiner Zufriedenheit entworfen hast, begib
dich jetzt in Richtung Zukunft bis vor den Zeitpunkt, an dem du dein
Ziel erreichen möchtest.

8. Ins Zielbild assoziieren


Gehe jetzt in diese Zielvorstellung hinein und erlebe, wie es sich
anfühlt, das Ziel erreicht zu haben. Überprüfe nochmals, ob du ganz
zufrieden bist. Wenn du etwas findest, was dir nicht gefällt, nimm
Veränderungen vor, bis dir das Erleben ganz und gar gefällt.

9. Bedeutung der Zielerreichung wahrnehmen


Begib dich weiter in die Zukunft, um wahrzunehmen, was es für dein
weiteres Leben bedeutet, daß du dieses Ziel erreicht hast.

10. Blick auf den Weg zum Ziel


Schau aus dieser Position zurück in Richtung Gegenwart und mach
dir klar, wie du dein Ziel erreicht hast. Welche Schritte hast du
gemacht, um dein Ziel zu erreichen? Was hast du gut gemacht?
Welche Dinge waren schwieriger? Vielleicht kommen dir in dieser
Position Ideen, wie du den Weg zum Ziel am besten zurücklegen
könntest? Vielleicht fallen dir neue Möglichkeiten ein, die dich auf
dem Weg unterstützen könnten.

11. Auf den Weg machen


Gehe jetzt zur Gegenwart zurück und schaue von dort aus noch
einmal auf dein Ziel.

II WEG ZUM ZIEL GESTALTEN

1. Den Weg assoziiert überprüfen


Bewege dich langsam von der Gegenwart aus in Richtung Ziel und
prüfe, wie leicht oderklar, wie sicher der Weg für dich ist. Ist er
anstrengend oder läßt er sich spielerisch bewältigen, gibt es Schritte
mit besonderenSchwierigkeiten oder Herausforderungen. Wenn du
schwierige Abschnitte auf deinem Weg zum Ziel entdeckst, markiere
sie.

2. Den Weg dissoziiert überprüfen


Wenn du schwierige Abschnitte auf dem Weg zum Ziel entdeckt
hast, tritt neben deine Timeline und betrachte die kritischen
Abschnitte genauer:

3. Positive Absichten von Schwierigkeiten und fehlende


Ressourcen erkennen
Mach dir bei jedem kritischen Abschnitt klar, worin die
Schwierigkeit besteht. Fehlen dir Ressourcen oder gibt es gute
Absichten der Schwierigkeiten? Wenn du eine positive Absicht
hinter einer Schwierigkeit entdeckst, mach dir bewußt, auf welchen
anderen Wegen du diese positive Absicht ebenso gut und sicher
erreichst. Wenn dir Ressourcen fehlen, mach dir bewußt, was du dort
benötigst.

4. Ressourcen dissoziiert entdecken


Wenn dir eine fehlende Ressource bewußt wird, begib dich nun
neben deiner Timeline in RichtungVergangenheit und finde dort
Situationen in deinem Leben, in denen du die benötigte Ressource
zur Verfügung hattest.

5. Ressourcen assoziiert vergegenwärtigen


Wenn du eine solche Ressource entdeckt hast, mach sie dir
verfügbar, indem du an dem entsprechenden Punkt in deine
Timelinehineingehst und dir vergegenwärtigst, was du dort erlebt
hast.
6. Ressourcen integrieren
Wenn du dir auf diese Weise deine Ressource verfügbar gemacht
hast, gehe auf deiner Timeline über die Gegenwart hinaus in die
Zukunft bis zu dem Punkt, an dem du sie brauchst und integriere sie
in der betreffenden Situation. Hole dir auf diese Weise alle
Ressourcen, die du benötigst und integriere sie in den betreffenden
Situationen auf dem Weg zum Ziel, bis du den Weg mit Leichtigkeit
gehen kannst.

7. Auf den Weg machen


Gehe jetzt zur Gegenwart zurück und schaue von dort aus noch
einmal auf dein Ziel. Wie weißt du, wann es Zeit ist, sich auf den
Weg zu machen?

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Meisterschüler. Der


Zauberlehrling, Teil II. Das NLP-Lern- und Übungsbuch,
Paderborn 1996. Copyright Junfermann 1996. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Strategie für Trauer

Abschied und Neubeginn

Ziele: Verstorbene neu finden, damit sie gefühlsmäßig mit uns sind,
und alle Qualitäten, die Sie mit der verstorbenen Person erlebt haben,
in Zukunft auch mit anderen Menschen gelebt werden können;
Partner oder Freunde verabschieden, so daß es eine Versöhnung
geben und man öfter an die positiven gemeinsamen Erlebnisse
denken kann; nach einer Fehlgeburt, Schwangerschaftsabbruch usw.
(zuerst müssen die dazugehörigen Beliefs überprüft werden). Wenn
Kinder aus dem Haus gehen.

Weitere, verdeckte Ziele: Innere Ordnung erkennen; Beliefs-


Reframing über Tod und Leben.

Historische/allgemeine Metapher: Der Umgang mit dem Tod in


anderen Kulturen (z.B. bei den Indianern).

Persönliche Metapher:

Übungsablauf:

● Bauen Sie zu Ihrem Übungspartner B Sicherheit auf und


stellen Sie Rapport her.
● Person B stellt sich die Person 1 vor, die sie verabschieden
möchte, die in der inneren Repräsentation "weg" ist.
Repräsentation mit allen Submodalitäten - VAKOG -
Unterbrechen.
● Person B stellt sich eine Person 2 vor, die er gern mag, die
aber nicht anwesend ist, von der B aber weiß, daß sie in
seinem Leben "da" ist. Repräsentation mit allen
Submodalitäten - VAKOG - Unterbrechen.
● Unterschiede angleichen: Lassen Sie B die Person 1 an den
Platz geben, an dem sich Person 2 befand. Berücksichtigen
Sie dabei alle Submodalitäten. Lassen Sie B Zeit, damit der
Prozeß sich vollziehen kann und B die Person 1 als "da"
erlebt - hier findet die Aussöhnung statt.
● Gemeinsame Teile in die eigene Zukunft integrieren: B läßt
sich für jede Fähigkeit der Person 1, die er verabschieden
möchte, für jeden Wert, den er mit ihr erlebt hat, ein Symbol
mit dem dazugehörigen Gefühl schenken und läßt dieses in
die eigene Zukunft einfließen. Gehen Sie derart Symbol für
Symbol durch.
● Test: Person 1 ist versöhnt und alle gemeinsamen Qualitäten
sind trotz Abwesenheit dieser Person für B lebbar.

Übungsdauer: 30-40 Minuten pro Person

Gruppengröße: 2 Personen; beliebig viele Personen

Auswertung im Plenum: Wie geht es Ihnen jetzt, wenn Sie an


Person 1 denken? Welcher Prozeß hat stattgefunden? Was hat sich
alles mitverändert?

Anwendungsmöglichkeiten: Bei Trennung, Scheidung, Tod, wenn


Kinder aus dem Haus gehen, Schwangerschaftsabbruch, Fehlgeburt.
Quellenangabe: Gundl Kutschera, Tanz zwischen Bewußt-
sein und Unbewußt-sein. NLP-Arbeits- und Übungsbuch,
Paderborn 1994. Copyright Junfermann 1994. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Changing History

Veränderung der persönlichen Geschichte

0. Anker testen
(Neutralen Berührungsreiz finden und überprüfen)

1a. Problem genau bestimmen lassen


"Du möchtest etwas verändern in Deinem Leben. Was ist das? Wann
tritt dieses Problem auf? Wo? Mit wem? Wie oft? Unter welchen
Bedingungen? Wie verhältst Du Dich dabei?"

1b. Kurzreframing
"Unter welchen Bedingungen möchtest Du lieber das alte Verhalten
zur Verfügung haben?"

1c. Ökologie-Check
"Wenn Du gelernt haben wirst, dieses Problem zu bewältigen,
könnten sich aus dieser Fähigkeit negative Konsequenzen ergeben?
Wenn ja, wie wirst Du damit umgehen?"

1d. Problemsituation bestimmen lassen


"Suche Dir aus den verschiedenen Situationen eine aus, an der Du
jetzt arbeiten möchtest!"

1e. Problemsituation vergegenwärtigen lassen


"Wo bist Du in dieser Situation? Wie ist Deine Körperhaltung
dabei)"

● - visuell ("Was hast Du gesehen?")


● - auditiv ("Was hast Du gehört?")
● - kinästhetisch ("Welche Gefühle hast Du gehabt?")"
(Problemphysiologie und wichtige Formulierungen merken!)

2. Separator (Rausholen in die Gegenwart)

3. Ressource suchen
"Was hättest Du tun können, um mit dieser Situation besser fertig zu
werden? Kannst Du Dir etwas vorstellen, eine Eigenschaft, eine
Fähigkeit oder eine Erfahrung, mit der Du die Situation besser
bewältigt hättest?"
oder:
"Hast Du heute Fähigkeiten, Eigenschaften oder Erfahrungen, mit
denen Du damals die Situation besser bewältigt hättest?"

4. Ressource vergegenwärtigen und verankern


"Vergegenwärtige Dir eine Situation, in der Du diese Ressource
erfolgreich eingesetzt hast?"

Situation genau beschreiben lassen und dabei ankern:

● - "Wo bist Du in dieser Situation


● - Wie ist Deine Körperhaltung dabei
● - visuell ("Was siehst Du?")
● - auditiv ("Was hörst Du?")
● - kinästhetisch ("Welche Gefühle hast Du?")"

(Ressourcenphysiologie und wichtige Formulierungen merken!)


oder:
"Kennst Du jemanden, der über diese Fähigkeit verfügt, wie verhält
der sich?"
(Verhalten genau beschreiben lassen!)

5. Situation verändern lassen


"Ich möchte, daß Du Dir Deine Ressource vergegenwärtigst (Anker
drücken und wichtige Formulierungen wiederholen) und mit diesem
Gefühl in die Problemsituation hineingehst (wichtige
Formulierungen wiederholen), und daß Du im Bewußtsein Deiner
Fähigkeiten die Problemsituation so lange veränderst, bis Du ganz
zufrieden bist. Wenn Du damit fertig bist, kommst Du hierher
zurück."
(Darauf achten, daß die Mischphysiologie auftritt)

6. Test (ohne Anker)


"Betrachte vom jetzigen Zustand aus die ursprüngliche Situation".
(Mischphysiologie muß kommen! Wenn das Problem durchschlägt,
war nichts)

7. Future-Pace (ohne Anker)


"Stelle Dir bitte eine zukünftige Situation vor, in der Du in die
gleiche Lage gerätst. Schau Dir bitte an, wie Du Dich dort verhältst"
(Mischphysiologie muß kommen)

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Zauberlehrling. Das NLP-


Lern- und Übungsbuch, 2. überarbeitete Auflage, Paderborn
1993. Mit freundlicher Genehmigung des Junfermann-
Verlages.
Circle of Excellence, Übung

1. Moment of Excellence bestimmen


Ich möchte dich bitten, eine Situation in deinem Leben zu finden, in
der du alle deine Ressourcen voll verfügbar hattest.
2. Circle of Excellence einrichten
Ich möchte, daß du dir vor dir auf dem Boden einen Kreis vorstellst
und eine Farbe für ihn auswählst.

3. Moment of Excellence vergegenwärtigen und im Circle ankern


Dann vergegenwärtige dir jetzt die Situation, in der du deine
Ressourcen voll verfügbar hattest. Mach dir klar, was es dort zu
sehen gibt. Was kannst du hören? Und wenn du das siehst und hörst,
vergegenwärtige auch, was du fühlst. Und sobald dieses Gefühl
wieder voll da ist, tritt in den Kreis auf dem Boden, den du dir eben
vorgestellt hast.

4. Auf die Metaposition zurücktreten (Separator)


Tritt jetzt bitte wieder zurück und komm aus dem Kreis heraus.

5. Testen
Gehe nun wieder in den Kreis hinein und nimm aufmerksam wahr,
wie intensiv er die Gefühle deines Moments of Excellence wieder
aufleben läßt.

6. Verketten
Und jetzt möchte ich dich bitten, daß du jedesmal, wenn ich dir auf
die Schulter tippe, sofort in den Kreis hineintrittst und den Moment
of Excellence wieder erlebst.

7. Zielzusammenhang suchen
In welcher zukünftigen Situation möchtest du diesen exzellenten
Zustand zur Verfügung haben? Mach dir bewußt, wie die Dinge in
dieser Situation ablaufen würden und mache dir vor allem klar,
woran du erkennst, daß es Zeit ist, diese Ressource zur Verfügung zu
haben.
(Sobald A beginnt, eine Problemphysiologie zu zeigen, tippt B auf
die Schulter von A, als Signal für A, in den Kreis zu treten. B
beobachtet A, um sicher zu sein, daß A den Moment of Excellence
schnell entwickelt.)

8. Testen
Komm bitte wieder aus dem Kreis heraus und erzähle mir etwas über
die zukünftige Situation, die du eben gewählt hast. Wo wird das
sein? Wann wird das sein? Wer wird sonst noch dabei sein? ... Und
was geschieht jetzt, wenn du daran denkst, was in dieser Situation
bislang falsch gelaufen ist?
(Kurzes Auftauchen von Problemphysiologie mit Übergang in eine
Mischphysiologie muß kommen)

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Meisterschüler. Der


Zauberlehrling, Teil II. Das NLP-Lern- und Übungsbuch,
Paderborn 1996. Copyright Junfermann 1996. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Mechanistisches Welt-Bild Das Welt-Bild der Neuzeit seit dem 17.
Jahrhundert. Die Grund-Aussage des mechanistischen Welt-Bildes
ist einfach: alles ist eine Maschine. Was ist eine Maschine? Eine
Maschine besteht (nach Carolyn Merchant):
(1) aus Einzelteilen,
(2) die miteinander kausal-funktinal verbunden sind.
(3) Diese Verknüpfungen sind logisch beschreibbar: es gibt einen
Bauplan. Eine Maschine ist ein logisch geordnetes System. Sie
verkörpert Ordnung und Regelmäßigkeit. Alles ist determiniert, alles
kann berechnet werden.
(4) Eine Maschine ist ein "Ding", das von anderen "Dingen" getrennt
ist. Sie kann von außen manipuliert werden und verleiht dem
Manipulator Macht.
(5) Jeder Teil der Maschine kann getrennt analysiert werden. Die
Summe der Informationen über die Einzelteile und ihre
Verbindungen ergibt die Gesamtheit der Informationen über die
Maschine.
(6) Eine Maschine kann durch (diskrete) Sinnes-Daten erforscht
werden. Alles an der Maschine kann gemessen werden.

Im mechanistischen Welt-Bild werden dieses Aussagen auf ALLES


übertragen. Danach gilt:
(1) Die Natur besteht aus diskreten Teilchen, wie Atome oder
Elementar-Teilchen (atomistische Ontologie),
(2) die durch einen Kausal-Zusammenhang miteinander verknüpft
sind.
(3) Diese Verbindungen können formal-logisch beschrieben werden.
Es gibt einen Bauplan (Naturgesetze). Die Welt ist ein logisch
geordnetes System. Sie verkörpert Ordnung und Regelmäßigkeit.
Alles in der Natur kann mit den Mitteln der formalen Logik und der
Mathematik beschrieben werden.
(4) Subjekt und Objekt sind radikal getrennt. Die Welt (die Objekte)
kann von außen (von den Subjekten) manipuliert werden. Die
Subjekte bekommen dadurch Macht über die Welt: über die Natur,
über Dinge, über andere Subjekte (die wie Objekte behandelt
werden). Wissen ist Macht.
(5) Die Natur kann in ihre kleinsten Einzelteile zerlegt werden. Jedes
Einzelteil kann getrennt analysiert werden. Die Summe der
Informationen über die Einzelteile und ihre Verbindungen ergibt die
Gesamtheit der Informationen über die Natur (methodologischer
Reduktionismus).
(6) Alle Aspekte der Natur sind quantitativer Art. Alles ist meßbar.
Sinnes-Daten sind diskrete Meßdaten (erkenntnistheoretische
Voraussetzung).

Das mechanistische Welt-Bild hat viele Aspekte. Es ist eine


philosophisches und wissenschaftliches Gedanken-Gebäude mit
unzähligen Varianten - von Descartes (seinem Begründer) bis hin zur
modernen kognitiven Psychologie (auf die sich viele Vertreter des
NLP berufen) und der künstlichen Intelligenz-Forschung (wo
manche den menschlichen Geist als Maschine nachbauen wollen).
Der wichtigste Einfluß des mechanistischen Welt-Bildes ist sein
Einfluß auf den Alltag, auf die Alltags-Wahrnehmung der meisten
Menschen. Das mechanistische Welt-Bild ist das grundlegende
Belief unserer Kultur, die heimliche Vorannahme vieler
Menschen, ihr wichtigster Wahrnehmungs-Filter. Die meisten
Menschen (WIR ALLE!) haben in einem langen intensiven Lern-
Prozeß über viele Jahre hinweg gelernt, die Welt genauso
wahrzunehmen, wie es das mechanistische Welt-Bild beschreibt: für
uns gibt es "Dinge", getrennt von uns, den leeren Raum, die lineare
Zeit. Es gibt Kausalität und Naturgesetze (alles andere ist "Zufall")
und wir selbst sind so etwas wie "Dinge", isoliert und radikal
getrennt von allem um uns herum. Das mechanistische Welt-Bild
beschreibt die "eigentliche Realität", die "eigentliche Wirklichkeit".
Das mechanistische Welt-Bild ist ein gewaltiges Belief, dessen
Auswirkungen den meisten Menschen in unserer Kultur nicht
bewußt sind.

Das mechanistische Welt-Bild beschreibt die Welt, "wie sie ist". Sie
lenkt damit den Fokus des Bewußtseins auf bestimmte Aspekte der
Welt und blendet andere Aspekte systematisch aus. Bewußtsein ist
ein Auswahl-Prozeß und in der Kultur der Maschine haben
Menschen gelernt, ihre Welt genauso wahrzunehmen, wie es das
mechanistische Welt-Bild beschreibt. Ist das Bewußtsein von
Menschen auf etwas Bestimmtes ausgerichtet, dann definieren sie
sich selbst ein Ziel. Ist eine ganze Kultur auf bestimmte Aspekte
der Welt ausgerichtet, dann definiert sie sich ein gewaltiges
kulturelles Ziel, das die Energien vieler Menschen bündelt. Das
mechanistische Welt-Bild ist ein gewaltiges Ziel-Bild. Seine
Handlungs-Anleitung ist, "mehr" von der "Welt" zu bekommen:
mehr Dinge, mehr Geld, mehr Macht, mehr Prestige. Die "offizielle"
Lebens-Orientierung vieler Menschen folgt unmittelbar aus dem
Welt-Bild, an das sie glauben.

Der springende Punkt beim mechanistischen Welt-Bild ist die Frage


des Bewußtseins. Das mechanistische Welt-Bild kann Bewußtsein
nicht definieren und nicht erklären. Das Bewußtsein ist das große
Rätsel im mechanistischen Welt-Bild. Bewußtsein ist hier immer nur
ein "Zweit-Phänomen", abgeleitet von der "realen Außen-Welt". In
der kognitiven Psychologie ist die Computer-Metapher des Geistes
verbreitet, - das Belief, der Geist (das Bewußtsein?) sei so etwas wie
ein Computer (eine Maschine zur Manipulation von Symbolen). NLP
als Neuro-Linguistisches PROGRAMMIEREN ist mit dieser
Metapher verbunden. NLP basiert damit, so könnte man sagen, auf
einem mechanistischen Bild der Welt und des menschlichen Geistes
(und der darin enthaltenen Intention, die Welt und andere Menschen
zu manipulieren).

Tatsächlich ist NLP eine praktische Kritik des mechanistischen Welt-


Bildes. NLP betrachtet das menschliche Bewußtsein, den
menschlichen Geist, als eigenständiges Phänomen, das nicht durch
die "Außen-Welt" alleine erklärt wird (wie im Anker-Konzept,
abgeleitet aus dem Behaviorismus, einer alten Variante eines
mechanistischen Welt-Bildes in der Psychologie). Für NLP ist das
Bewußtsein ein Phänomen eigener Art, mit eigenen
Gesetzmäßigkeiten, eigenen Methoden zuseiner Erkundung und
eigenen Handlungs-Anleitungen. NLP beschäftigt sich mit der
Theorie und Praxis des menschlichen Bewußtseins. NLP konzentriert
sich auf Phänomene, die das mechanistische Welt-Bild nicht erklären
kann. NLP nimmt die subjektive Realität, das menschliche
Bewußtsein, ernst. Die "Techniken" des NLP sind Anleitungen zum
Erkennen und zur bewußten Gestaltung des eigenen Bewußtseins
(ein selbst-bezüglicher Vorgang) und des Bewußtseins anderer
Menschen.

NLP widerspricht in seiner praktischen Arbeit wichtigen Aspekten


des mechanistischen Welt-Bildes:
(1) NLP arbeitet manchmal, wie in der Ziel-Arbeit, mit der
Symbolik von "Dingen". "Dinge" im menschlichen Erleben sind
mehr als nur ihre naturwissenschaftlichen Aspekte.
(2) Für NLP gibt es keinen "leeren Raum". Menschen "bevölkern" in
ihrer Innen-Welt den Raum um sich herum die ganze Zeit mit
inneren "Bildern", vor allem mit visuellen und auditiven "Bildern"
(Das Modell der Augen-Bewegungen dient zur Erkundung dieser
"Bilder". Im Sozialen Panorama-Modell wird die Konstruktion der
sozialen Welt als Konstruktion einer fiktiven Landschaft, bevölkert
mit Menschen, beschrieben).
(3) für NLP ist die Existenz der linearen Zeit kein "objektiver
Tatbestand". NLP studiert die subjektive Konstruktion von Zeit in
Form der inneren Zeit-Linie. Zeit ist für NLP nichts Fixes. Zeit ist
variabel, sie kann verzerrt und bewußt gestaltet werden.

(4) Für NLP ist der menschliche Körper keine Maschine.


Krankheiten gelten hier als Botschaften von Teilen aus dem
Unbewußten, deren Bedeutung erkannt werden kann. Heilung wird
möglich, wenn die Botschaft des Körpers und seine gute Absicht
auf andere Weise gelebt werden kann.
(5) Für NLP ist die Identität einer Person nichts Fixes, wie ein
"Ding" mit vorgegebenen Eigenschaften. NLP hat einen plastischen
Identitäts-Begriff, der Identitäts-Begriffen im Rahmen des
mechanistischen Welt-Bildes widerspricht.
(6) NLP überschreitet im Modell der logischen Ebenen den rein
individuellen Ich-Begriff. Menschen konstruieren eine Ebene der
Zugehörigkeit, auf der sie ihr Bewußtsein auf etwas "Über-
Individuelles" richten. Hier geht es um eine Verbindung, in der
Menschen fähig sind, die behauptete radikale Trennung mit dem,
"was um uns herum ist" (die Subjekt-Objekt-Trennung) manchmal
und zeitweise aufzuheben. (Das Ich, das sich von der Welt getrennt
erlebt, ist letztlich eine Illusion).
(7) NLP hat einen Werte-Begriff, der der "offiziellen"
(materialistischen) Lebens-Orientierung im mechanistischen Welt-
Bild widerspricht. Menschen richten in ihrem Erleben ihre Ziele
nicht ausschließlich auf "äußere" Erfolge (oder auf "äußere Macht"),
sondern auf "innere" Erlebnis-Qualitäten, auf das Erleben bestimmter
innerer Zustände.

Der wichtigste Gedanke des NLP, der das mechanistische Welt-Bild


widerlegt, ist der Belief-Gedanke. NLP identifiziert sich nicht mit
religiösen, wissenschaftlichen oder sonstigen Glaubens-Systemen.
NLP widerspricht auf der Inhalts-Ebene jedem Welt-Bild, weil es
keinen Wahrheits-Begriff (im Sinne einer absoluten Wahrheit) und
keinen Realitäts-Begriff (im Sinne einer objektiven Realität) kennt.
NLP beschäftigt sich nicht mit der Ebene des Inhalts von Beliefs,
sondern mit der Meta-Ebene von Beliefs: mit der Entdeckung von
Beliefs, mit dem Studium der Wirkung von Beliefs, mit der
Veränderung von Beliefs. Welt-Bilder sind Beliefs. NLP ist
praktizierter Konstruktivismus, wo das mechanistische Welt-Bild auf
eine praktische Weise überschritten wird.
Weil das mechanistische Welt-Bild (immer noch) das Welt-Bild
unserer Kultur ist, leistet NLP damit seinen Betrag zu einer
Transformation unserer Kultur, wo wir uns kollektiv langsam neuen
Realitäts-Bildern zuwenden. NLP ist Teil einer kulturellen
Transformation, deren gesellschftlichen Auswirkungen nicht
absehbar sind.
Eingebettete Befehle, eingebettete Kommandos In einer Rede oder
in einem Gespräch werden Kommandos oder Befehls-Phrasen
eingebaut und analog markiert. Eingebettete Befehle können SIE
vielleicht nachdenklich machen, etwas zu TUN, ohne ES wirklich zu
tun. Eine elegante Art ist es auch, eingebettete Befehle in Zitate zu
kleiden: "Meine Freunde haben mich mit den Worten ermutigt:
ENTWICKLE DEINE EIGENEN GEDANKEN ZU NLP, was ich
immer versucht habe, zu beherzigen". Eingebettete Befehle gelten als
Teil des Milton-Modells.

Eingebettete Fragen Eingebettete Fragen sind in eine Aussage


eingebettet: "Warum machen Sie das, hat mich unlängst jemand
gefragt, und ich habe gesagt: Glauben Sie nicht, daß viele Menschen
an einem NLP-Lexikon Interesse haben werden?". etc. Diese Art des
Sprachgebrauchs ermöglicht es, Fragen auf eine subtile Art zu
stellen, ohne daß die Frageform und der Inhalt der Frage als solche
offen präsentiert (und thematisiert) wird. Die Wirkung eingebetteter
Fragen kann durch analoges Markieren verstärkt werden:
"Glauben Sie nicht, daß viele Menschen AM NLP-LEXIKON
INTERESSE HABEN werden?" Eingebettete Fragen können, wie
eingebettete Befehle, als indirekte Suggestionen wirken. Milton-
Modell.

Einheitliche Feldtheorie Dilts und Epstein haben unter der


Bezeichnung Unified Field Theory Elemente des NLP in einem
einfachen Schema zusammengefaßt (Ich halte den Begriff für zu
hoch gegriffen: die heutige Physik verfolgt das ehrgeizige Ziel, eine
einheitliche Feldtheorie unter Einschluß aller Kräfte und Elementar-
Teilchen zu erreichen). System-Matrix des NLP.

Erinnerungen, Erinnern Gedächtnis


Erste Position Die erste der drei Wahrnehmungs-Positionen: das
Erleben einer Situation aus der eigenen Innen-Position, in Kontakt
mit den eigenen Bedürfnissen und Gefühlen.

Exaktes Wahrnehmen Genaues Wahrnehmen


Satir-Kategorien. Ein von Virginia Satir entwickeltes
Kommunikations-Modell, das Grinder und Bandler in der
Anfangsphase des NLP untersucht haben. Es umfaßt fünf
Kommunikations-Typen: (a) vier Formen, wie Menschen in
Kommunikation mit anderen ihr Selbstwertgefühl schützen, wenn es
bedroht ist und (b) ein kongruentes Muster (bei dem Menschen auf
allen Kommunikationskanälen übereinstimmende Botschaften
senden). Jede dieser Formen ist gekennzeichnet durch eine besondere
Körperhaltung, eine spezifische Gestik, begleitende Körpergefühle
und eine besondere Sprache.

Die vier ersten Kategorien sind:


(1) das versöhnende Muster: ich bitte um Zustimmung, innerlich
fühle ich mich wertlos.
(2) das anklagende Muster: ich mache Vorwürfe, innerlich fühle ich
mich unverstanden.
(3) das rationalisierende Muster: ich spiele den kühlen Experten,
innerlich fühle ich mich verletzlich.
(4) das ablenkende Muster: ich spiele den Clown, innerlich fühle ich
mich alleine.
Genaue Beschreibung der Satir-Kategorien.

Mit den Satir- Kategorien lassen sich sowohl Individuen als auch
soziale Systeme beschreiben. Es handelt sich dabei nach Satir nicht
um invariante Charakterstrukturen, sondern eher um Muster, wie
Menschen unter Streß reagieren. Die Kenntnis der Satir-Kategorien
erlaubt oftmals eine schnelle Orientierung in streßhafter
Kommunikation und erste Vermutungen über die Gefühlslage von
Menschen, die die Streß-Muster anwenden.

Nach Satir bilden die vier Streß-Muster ein gemeinsamens


Subsystem. Sie faßt es so zusammen:
"Selbstwert: gering. Kommunikation: indirekt, unklar, unspezifisch,
inkongruent, beschwichtigend, anklagend, rationalisierend,
ablenkend (entwicklungshemmend). Regeln: versteckt, unpassend,
unmenschliche Regeln bleiben starr, Veränderungen haben sich
bestehenden Regeln anzupassen und zu unterwerfen,
Einschränkungen der Meinungsäußerungen. Ergebnis: unglücklich,
chaotisch, unangemessen, zerstörerisch. Der Selbstwert wird immer
mehr in Frage gestellt und ist immer stärker auf die Unterstützung
durch die Außenwelt angewiesen."

Das kongruente Muster definiert Satir so: "Selbstwert: hoch.


Kommunikation: direkt, klar. spezifisch, übereintimmend, kongruent
(entwicklungsfördernd). Regeln: offen, entsprechend, menschlich,
die Regeln werden geändert, wenn es erforderlich ist, volle Freiheit
zur Meinungsäußerung. Ergebnis: Bezug zur Realität, angemessen,
konstruktiv. Der Selbstwert wird ständig zuverlässiger und
zuversichtlicher, er erhält immer mehr Basis für die Persönlichkeit".

S.C.O.R.E-Modell Eine Klassifikation die Robert Dilts


vorgeschlagen hat. Die Buchstaben stehen für (1) Symptome, (2)
Causes (Ursachen des Symptomes), (3) Outcome (Ziel,
wünschenswerter Zustand), (4) Ressourcen und (5) Effekte und
Auswirkungen des Ziels. Diese Klassifikation kann genützt werden,
um einen einfachen Überblick über einige Änderungs-Techniken
des NLP zu bekommen.
Zeit Zeit ist eines der Fundamente von Realität. Die zeitliche
Einordnung von Ereignissen ist eine der wichtigsten inneren
Operationen, mit denen wir Realität konstruieren. Zeit scheint für die
meisten Menschen etwas absolut Reales zu sein. Eine erstaunliche
Tatsache ist, daß es keinen besonderen Zeit-Sinn gibt, so wie wir
über einen besonderen Sinn für das Sehen, Hören, Schmecken,
Riechen und Tasten verfügen. Die moderne Zeitforschung betont,
daß es keine Hinweise darauf gibt, daß uns einen Sinn für zeitliche
Wahrnehmung angeboren sei. NLP berücksichtigt diese Tatsache.
Zeit wird in NLP als etwas Konstruiertes gedacht. In NLP studiert
man auch, wie Menschen Zeit konstruieren. Zeit taucht in NLP auf
der vorsprachlichen Ebene der Repräsentationen nicht auf. Zeit ist
kein primäres Attribut innerer Konstrukte: Zeit ist keine
Untereigenschaft von Repräsentationen. Zeitliche Vorstellungen und
zeitliche Einordnungen ergeben sich aus einer spezifischen
Kombination von Untereigenschaften, die bei einzelnen Menschen
durchaus unterschiedlich sein kann.

Allgemein kann man nach objektiver und subjektiver Zeit


unterscheiden. Die objektive Zeit ist die Zeit der klassischen Physik,
Newton's "wahre, mathematische und absolute Zeit." Die subjektive
Zeit ist die Zeit, wie wir sie innerlich erleben: bei manchen
Ereignissen geht die Zeit schnell, bei manchen scheint es, als ob die
Zeit stillstehen würde.

Die objektive Zeit gilt als "objektives" (subjektiv nicht


veränderbares) Merkmal der Welt. Zeit existiert in diesem Konzept
unabhängig von Ereignissen und unabhängig von subjektiven
Repräsentationen von Ereignissen. Zeit ist objektiv meßbar. Es gibt
den Maßstab der Zeit und diesem Maßstab können alle "äußeren"
Ereignisse zugeordnet werden. Zeit ist lineare Zeit. Zeit kann in
gleichartige (homogene) Zeiteinheiten zerlegt werden. Zeit fließt
immer von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft.
Die Vergangenheit ist unwiederruflich vorbei. Sie ist "objektiv"
fixiert und kann nicht verändert werden. Die Dimension der Zeit ist
wie eine Dimension im physikalischen Raum (man spricht auch vom
"Zeit-Raum"). Zeit ist damit eine universelle, unpersönliche
Kategorie. Sie hat nichts mit Menschen zu tun. Zeit existiert
unabhängig von Ereignissen und unabhängig von Menschen. Die
objektive Zeit ist ein wesentliches Charakteristikum des
mechanistischen Welt-Bildes. Weil es das offizielle Welt-Bild
unserer Kultur (immer noch) ist, glauben die meisten Menschen an
dieses Zeit-Konzept. Die Vorstellung der Existenz der linearen Zeit
ist einer der großen kulturellen Beliefs unserer Zeit.

NLP beschäftigt sich mit der subjektiven Zeit, mit der inneren
Repräsentation von Zeit. Mit NLP kann man alle Aspekte von Zeit
studieren, und zwar immer, wie Menschen sie innerlich konstruieren.
Wichtige Anwendungen dabei sind:

(1) das Studium des zeitlichen Erlebens von Ereignissen: ob wir die
Empfindung einer "schnellen" oder einer "langsamen Zeit" haben.
Wollen Sie Ihr Erleben von Zeit studieren? Machen Sie
Folgendes:
(a) Halten Sie eine Hand vor das Gesicht und geben Sie dem Abstand
die Bedeutung von "einer Minute" (dies kann von wenigen
Zentimetern bis Armlänge sein).
(b) Denken Sie innerlich: "Das ist eine Minute!".
(c) Geben Sie Ihre Hand weiter weg und stellen Sie sich vor, für eine
Minute wäre "mehr Raum" vorhanden. Welche Wirkung übt diese
Vorstellung auf Sie aus?
(d) Lassen Sie die Strecke von einer Minute noch größer werden.
Wie weit ist es angenehm? (Mutige Seminar-Teilnehmer erweitern
die Strecke bis zum Horizont und berichten von sehr
unterschiedlichen Erfahrungen. Manchen befürchten, auf so einfache
Weise zu mystischen Erlebnissen zu kommen. Warnung:
Mißbrauchen Sie das Internet nicht!).
Eine andere Möglichkeit, Ihre Zeit-Repräsentationen zu studieren,
bietet der Vergleich zweier Erinnerungen hinsichtlich ihrer
Untereigenschaften: die Erinnerung A (wo die Zeit "stillstand") und
die Erinnerung B (wo die Zeit "wie im Flug verging"). Diese
Informationen können verwendet werden, um Zeit bewußt zu
verzerren, d.h. um Zeit - je nach Wunsch - "schnell" oder "langsam"
vergehen zu lassen. Damit kann man lernen, unangenehme
Ereignisse schneller vergehen zu lassen, angenehme Ereignisse mehr
zu genießen oder innerlich über viel Zeit "in kurzer Zeit" zu verfügen
(z.B. um Simulationen für ein kommendes Ereignis zu machen und
so alle möglichen Varianten durchgespielt zu haben). Übungs-
Anleitung zum unterschiedlichen Erleben von Zeit.

(2) Die Repräsentation von Zeit generell. NLP hat dazu das Konzept
der inneren Zeit-Linie entwickelt. Sie besagt, daß sich (fast) alle
Menschen Zeit visuell als eine Linie vorstellen. Ereignisse werden
innerlich dieser Linie zugeordnet, wobei Orte und Strecken auf
dieser Linie zeitlich interpretiert werden. Das Konzept der Zeit-Linie
ist eine der grundlegenden Konzepte, mit der NLP die Konstruktion
von Realität erklärt. Die individuelle Zeit-Linie ist ein wichtiges
Persönlichkeits-Merkmal. Sie sagt viel über die Art aus, wie sich
Menschen im Leben orientieren. Anleitung zum Erkunden Ihrer
inneren Zeit-Linie.

(3) Die Veränderung der Vergangenheit. NLP als


konstruktivistischer Ansatz gibt der Vergangenheit keinen
"objektiven" Status. Weil Zeit konstruiert ist, ist alles, was wir als
Vergangenes denken, konstruiert - und damit prinzipiell veränderbar.
Bewußtsein ist ein Auswahl-Prozeß. Unsere Erinnerungen an
Vergangenes sind nur ein Modell, erfahren unter
Wahrnehmungs-Filtern und durch unsere Beliefs geformt.
Belastende Erinnerungen sind in NLP nichts "Objektives", sie
können - jedenfalls im Prinzip - verändert werden. NLP kennt viele
Techniken, Erinnnerungen und Sichtweisen aus der Vergangenheit
zu verändern. Bekannte Beispiele sind: History Change,
Posititiver History Change, Phobie-Techniken, Trauma-
Techniken und Neuprägung. In den meisten Fällen werden diese
Techniken unter Verwendung einer Boden-Zeit-Linie
durchgeführt, bei der eine Strecke am Boden eine zeitliche
Interpretation bekommt (Die innere Zeit-Linie wird auf den Boden
gelegt und als räumlicher Anker installiert).

Eine interessante Frage ist, wie objektive Zeit (die "offizielle" Zeit)
und die subjektive Zeit (die "rein persönliche" Zeit) miteinander
zusammenhängen. Wir erleben innerlich keine gleichartigen Zeit-
Einheiten und wir erleben Zeit nicht unabhängig von Ereignissen und
unserem eigenen Leben. Die Erfahrung der Zeit (jede Erfahrung ist
eine subjektive Erfahrung) widerspricht scheinbar dem Konzept
einer objektiven Zeit. Gleichzeitig glauben die meisten Menschen an
die Existenz der objektiven Zeit. Die Lösung für dieses (Schein-)
Rätsel ist einfach. Im NLP-Konzept der inneren Zeit-Linie kann
für jede Person der Zusammenhang von subjektiver und objektiver
Zeit studiert werden. Das "Objektive" an der subjektiven Zeit-Linie
ist, daß (fast) alle Menschen Zeit in Form einer Strecke, einer Linie,
repräsentieren. Das Form-Element verkörpert die objektive Zeit, alle
anderen Untereigenschaften (z.B. sind oft manche Strecken-
Abschnitte in helle, manche in dunkle Farben getaucht) sind rein
individueller Natur. Die Tatsache, daß (fast) alle Menschen Zeit
innerlich als Linie konstruieren, ist Ausdruck des mechanistischen
Welt-Bildes, das viele Aspekte unseres Alltags reguliert. Im
kulturellen NLP kann man die Zeit-Repräsentationen anderer
Kuturen studieren. (Im Mittelalter z.B. hatten die Menschen keine
Zeit-Linie, sondern einen Zeit-Kreis bzw. eine Zeit-Spirale. Es gab
keine objektive Zeit in unserem Sinne, weil die eigentliche Realität
(Gott und die Seele) nichts mit Zeit zu tun hatte).
(4) Die Konstruktion der Zukunft. NLP ist auf Ziele orientiert, d.h.
zukunfts-orientiert. Ziele sind imaginierte Ziele. NLP geht davon
aus, daß es eine wichtige Rolle spielt, welche Vorstellungen wir über
unsere eigne Zukunft besitzen. Zukunfts-Vorstellungen sind wichtige
Wahrnehmungs-Filter. Zukunftsvorstellungen beeinflussen das
Handeln in der Gegenwart und das Handeln jetzt hat Auswirkungen
auf das, was in Zukunft sein wird. Zukunft ist für NLP etwas, das
bewußt konstruiert werden kann, und Zukunft ist für NLP etwas, das
bewußt konstruiert werden soll. Das Mittel dazu ist die Ziel-
Arbeit. Die Ziel-Arbeit des NLP ist eine Handlungs-Anleitung zu
aktiven Konstruktion persönlicher Zukünfte.
Scham- und Schuldgefühle heilen

Balance zwischen den eigenen Normen und denen anderer erreichen

Ziele: Scham- und Schuldgefühle umwandeln, so daß wir wieder


Achtung vor uns selbst haben können. Erkennen der eigenen Normen
und diese annehmen oder korrigieren, so daß sie besser zu unserem
Selbstwert passen.

Weitere, verdeckte Ziele: Den natürlichen Schutzschild


(Kraftquelle) finden.

Historische/allgemeine Metapher: Beispiele von Menschen in


Extremsituationen.

Persönliche Metapher:

Übungsablauf:

2 Personen A, B (eventuell ein Beobachter C).

● A fragt B: "An was denken Sie, wenn Sie sich schämen?"


Finden Sie Situationen, für die Sie sich schämen, und
machen Sie die Submodalitäten (SM) bewußt. Beispiele für
SM: andere Menschen sind viel größer als wir selbst
und/oder sagen etwas Mißbilligendes; häufig ist die
Vorstellung dunkel und starr.
● Ressource-Erlebnis finden: Denken Sie an eine Situation, in
der Sie eine Norm anderer verletzt haben, sich aber nicht
schämten. Finden Sie dazu die SM.
● Machen Sie die Unterschiede der SM (Kodierung) zwischen
"Scham" und "Ressource-Erlebnis" bewußt: Sehen Sie diese
Erlebnisse an unterschiedlichen Orten und in
unterschiedlicher Entfernung?
● Stellen Sie fest, wie groß Sie und alle anderen Menschen,
sowohl in Ihrem "Scham-" als auch in Ihrem "Ressource"-
Erlebnis sind. Stellen Sie fest, ob jedes Erlebnis ein Film
oder ein unbewegtes Bild ist, in Farbe oder schwarzweiß etc.
● Achten Sie darauf, ob Sie bei Ihrem Ressource-Erlebnis
irgendeinen durchsichtigen Schutz-Schild haben.
● Wandeln Sie "Scham" in ein "Ressource"-Erlebnis um:
Stellen Sie sicher, daß das Selbst in dem Bild so aussieht,
wie Sie tatsächlich aussehen (z.B. sehen sich manche nackt -
in diesem Fall ziehen Sie sich Kleider an).
● Machen Sie sich jetzt entweder größer (oder die anderen
Menschen kleiner), bis Sie alle gleich groß sind.
● Verändern Sie den Platz, an dem sich Ihr "Scham"-Bild
befindet - bringen Sie es zu der Stelle, an der sich Ihr
"Ressource"-Erlebnis befindet. Oft ändern sich dadurch
andere Kodierungsunterschiede (SM).
● Ändern Sie alle weiteren Kodierungen (SM), die notwendig
sind, um "Scham" zu einem "Ressource"-Erlebnis werden zu
lassen. Das kann heißen, daß Sie das Erlebnis in einen Film
verwandeln, farbig machen oder etwas anderes ändern.
● Falls Sie einen persönlichen Schutzschild haben, achten Sie
darauf, daß dieser vorhanden ist. Ist keiner vorhanden,
möchten Sie vielleicht einen hinzufügen.
● Test: Haben Sie jetzt bezüglich Ihrer beiden Erlebnisse
dieselben ressourcevollen Gefühle? Wenn nicht, finden Sie
weitere Unterschiede in den SM (Kodierung) und gleichen
Sie diese an.
● Beurteilen Sie Ihre Normen: Fragen Sie sich, welche Norm
Sie verletzt haben. Fragen Sie sich weiter, ob es eine Norm
ist, die Sie für sich einhalten wollen oder nicht. Wenn nicht,
welche Norm will ich für mich einhalten?
● Future-Pace: Das Gelernte in die Zukunft integrieren. Stellen
Sie sich zukünftige Situationen vor, in denen
Normunterschiede auftauchen, und finden Sie neue
Verhaltensmöglichkeiten.
● Generalisieren Sie das Gelernte zurück in die Vergangenheit.
Lassen Sie alle Schamerlebnisse der Vergangenheit
vorbeiziehen bis zurück zum frühesten Erlebnis in Ihrer
Kindheit. Bringen Sie alle neuen Fähigkeiten dorthin, so daß
auch in dieser Situation die neue Kodierung stattfinden kann.
Vielleicht spüren Sie, was sich im Körper dabei verändert.
Wenn Sie wieder in der Gegenwart sind, können Sie
zurückschauen und feststellen, was alles anders ist.
● Nun bewegen Sie sich in die Zukunft und erleben Sie, wie
Sie anders reagieren und wie Sie andere Einstellungen
haben, wenn Sie Normen, denen Sie nicht zustimmen,
geschützt begegnen können und andere nicht verletzen
müssen.

Übungsdauer: 60 Minuten

Gruppengröße: 2-3 Personen

Auswertung im Plenum: Erfahrungen austauschen; Vergleichen der


Schutz-Schilde und der unterschiedlichen Kodierung (SM).

Anwendungsmöglichkeiten: Für Personen mit festgefahrenen


Normen von "richtig" und "falsch"; für Personen mit geringem
Selbstwertgefühl.
Quellenangabe: Gundl Kutschera, Tanz zwischen Bewußt-
sein und Unbewußt-sein. NLP-Arbeits- und Übungsbuch,
Paderborn 1994. Copyright Junfermann 1994. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Sinnlich genaues Wahrnehmen (Sehen)

Liste zum Trainieren

Kopf insgesamt, Kopfhaltung

Gesicht, Gesichtsfarbe

Porentiefe

Falten

Augen

Falten um Augen

Augenbrauen

Öffnung der Lider

Rhythmus von Lidschlag

Glanz in den Augen

Pupillengröße

Wohin Augen schauen (Ort / Abstand)

Mund
Lippenstellung

Öffnung des Mundes

Zunge

volle Lippen - schmale Lippen

Falten um den Mund

Gesamte Mimik

Atmung

Brust - Bauch

Tiefe

Rhythmus, Tempo

Hände

Haltung

Deuten in Richtung (rechts - links, oben - unten)

Rhythmus

Mikrobewegungen
Gesamte Gestik

Schultern

Heben, senken

Körperhaltung insgesamt

Asymmetrien (rechts - links)

Mikrobewegungen

Füße

Fußstellung

Rhythmus

Mikrobewegungen

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Drei Positionen

Ziele: Entmachten von Filtern; Konfliktlösung; Referenzwechsel;


negative Assoziationen entmachten.

Weitere, verdeckte Ziele: Pacing; Leading; Ankern; Rapport;


Assoziieren/Dissoziieren; Assoziiert-sein in der Quelle; bewußt ein-
und aussteigen.

Historische/allgemeine Metapher: Theater, Rollenspiele

Persönliche Metapher:

Übungsablauf:

● Finden Sie eine negative Situation, die Sie mit einer anderen
Person erlebt haben. Legen Sie für die Positionen 1, 2 und 3
drei Ankerplätze auf dem Boden fest.
● 1. Position: Spüren Sie sich selbst in der Konfliktsituation
(assoziiert).
● 2. Position: Spüren Sie die andere am Konflikt beteiligte
Person (assoziiert).
● 3. Position: Seien Sie assoziiert in Ihrer Quelle, finden Sie
eine Bewegung, die dies symbolisiert (Anker), und sehen Sie
sich mit der anderen Person als Beobachter.
● Finden Sie eine Metapher für den dissoziierten Zustand, z.B.
eine Glaswand, einen Vorhang o.ä., damit Sie, derart
geschützt, die Szene ansehen können, wie die beiden
Personen sich in der Konfliktsituation bemühen. Lassen Sie
diese Szene dann schnell soweit rückwärts laufen, bis ein
Zeitpunkt erreicht ist, an dem Sie und die andere Person
noch in einem guten Zustand waren.
● Sammeln Sie jetzt Informationen und mobilisieren Sie die
Ressourcen:
● In der 1.Position: Was brauchen Sie (welche inneren
Zustände, Werte, wie beispielsweise Liebe, Vertrauen,
Respekt)?
● In der 2.Position: Was braucht die andere Person (welche
inneren Zustände, Werte - oft sind es dieselben wie in der
1.Position)?
● Auf einem neutralen Platz: Wo haben Sie in der
Vergangenheit diese inneren Zustände/Werte schon einmal
gehabt (eigener Anker)?
● Bringen Sie nun diese Ressourcen aus der Vergangenheit in
die Positionen 1 und 2, bis die beteiligten Personen all das
haben, was Sie brauchen (unternehmen Sie keine
"halbherzigen" Versuche!).
● In der 3.Position: Überprüfen Sie noch einmal und schauen
Sie, wie sich das Ziel und die Verhaltensmöglichkeiten
verändert haben.
● Future-Pace: Wie ist es, wenn Sie dieser Person das nächste
Mal begegnen?
● Test: Das negative Gefühl ist nicht mehr möglich.

Übungsdauer: 20-30 Minuten

Gruppengröße: 2-3 Personen

Auswertung im Plenum: Wichtig: wie steigen Sie ein, wie aus?


Welche Rolle war Ihnen bekannt - und welche eher fremd?
Strategien und Möglichkeiten anderer Teilnehmer kennenlernen.

Anwendungsmöglichkeiten: bei privaten und beruflichen


Konflikten; für Personen, die vorwiegend in einer Position leben und
für jene, die schlecht den Privat- und Arbeitsbereich trennen können.
Quellenangabe: Gundl Kutschera, Tanz zwischen Bewußt-
sein und Unbewußt-sein. NLP-Arbeits- und Übungsbuch,
Paderborn 1994. Copyright Junfermann 1994. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Beispiele für den Fragenkatalog des Meta-Modells

A: Eine Aussage, die das Meta-Modell "verletzt"

F: Vorschlag für eine Frage, die zur Tiefen-Struktur hinführen kann.

Unspezifische Zeitwörter:

A: Ich kann damit umgehen. F: Wie genau kannst Du damit


umgehen?

A: Ich fühle mich wie gelähmt. F: Wie genau ?

A: Ich wurde bei der Entscheidung übergangen. F: Wie genau ?

A: Er bemüht sich redlich. F: Wie genau ?

Unspezifische Hauptwörter:

A: Die Verkehrssituation hat sich verbessert. F: Wie genau hat sich


das verbessert ?

A: Der Wohlstand ist gestiegen. F: Was genau ?

A: Die Arbeitsbedingungen haben sich verändert. F: Was genau ?

A: Jeder ist für eine menschengerechte Stadt. F: Für was genau ?


Modaloperatoren: (sollen, wollen, können, müssen, dürfen)

A: Das kann ich unmöglich sagen. F: Was würde passieren, wenn ...
?, Was hindert dich daran, ... ?

A: Wir dürfen nichts mehr fordern. F: (wie oben)

A: Wir müssen das heute noch erledigen. F: (wie oben)

A: Wir sollen nicht zu spät kommen. F: (wie oben)

Nominalisierungen

A: Ich bereue meine Entscheidung, diese Wohnung gekauft zu


haben. F: Du bereust, dich zu entscheiden, diese Wohnung zu haben?
Oder: Was hindert dich daran, die Entscheidung zu ändern ?

A: Unser Schrecken hemmt uns. F: Was hindert euch, nicht


erschreckt zu sein ? Was würde passieren, wenn ihr nicht erschreckt
wäret ?

A: Immer diese Langeweile ! F: Du langweilst dich ?, Wie machst


du es, daß du dich langweilst ?

A: Ich trage die Verantwortung. F: Wie machst du es, dich


verantwortlich zu fühlen?, Was hindert dich, dich nicht ... ?, Was
würde passieren, wenn du dich nicht ... ?

Verallgemeinerungen
A: Man kann niemandem vertrauen ? F: Niemandem ?

A: Alle Politiker sind korrupt. F: Alle ?

A: Es hilft alles nichts. F: Alles ? Nichts ?

A: Es ist immer das gleiche mit dir. F: Immer ?

Unbestimmter Inhaltsbezug

A: Es gehört sich nicht, ständig nachzufragen. F: Für wen gehört es


sich nicht, ?

A: Aus Fehlern wird man klug. F: Wer wird aus Fehlern klug ?

A: Das ist nicht richtig. F: Für wen ist es nicht richtig ?

A: Es ist das beste, sich dumm zu stellen. F: Für wen ist es das beste
?

Ursache - Wirkung

A: Mein Chef macht mich wütend. F: Wie macht er dich wütend ?,


Ist das die einzige mögliche Reaktion ?

A: Meine Frau stimmt mich fröhlich. F: Wie stimmt sie dich fröhlich
?

A: Allein, wenn ich den schon sehe, wird es mir schlecht. F: Wie
macht er das ?
A: Er zwingt mich, unnachgiebig zu sein. F: Wie zwingt er dich ?

Gedankenlesen

A: Mein Mann denkt nie an mich. F: Wie weißt du das ?

A: Ich weiß, was für dich das beste ist. F: Wie weißt du das ?

A: Er mag mich nicht. F: Wie weißt du das ?

A: Mit diesen Bemerkungen habe ich ihn geärgert. F: Wie weißt du


das ?

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Neurologie Die Lehre vom Aufbau und der von der Funktion des
Nervensystems, inbesondere des Gehirns.

Neurologische Ebenen Logische Ebenen.

Nominalisierung Nominalisierungen sind abstrakte Hauptwörter, die


kein Ding, sondern eine Tätigkeit, einen Prozeß bezeichnen.
Beispiele: Verwirrung, Beziehung, Hoffnung, Ablehnung, Mißerfolg,
Treue. Nominalisierungen kommen wie ein Ding daher, sind aber
keines. Der Ausdruck Beziehung suggeriert, daß es ein Ding namens
Beziehung gibt, die man: "haben" kann (wie ein Auto), an der man
"arbeiten" muß (wie ein Bildhauer an einer Statue), die man
"aufnehmen" kann (wie einen Gegenstand vom Boden) und die man
"abbrechen" kann (wie einen Ast). Tatsächlich gibt es überhaupt
keine "Beziehung". Es gibt lediglich einen Prozeß zwischen
Menschen, die sich aufeinander in einer besonderen Weise beziehen.
Ein Prozeß ist etwas Dynamisches, wie ein Fluß, der immer in
Bewegung ist. In jedem Augenblick kann dieser Fluß eine andere
Windung nehmen, dahin oder dorthin fließen. Wie unsere
"Beziehung" aussieht, wie wir sie erleben, hängt vom aktuellen
Prozeß ab, von den Interaktionen, die (innerlich oder äußerlich)
genau jetzt ablaufen. Nominalisierungen suggerieren etwa Fixes,
etwas Statisches und je mehr dies jemand für bare Münze nimmt,
desto weniger Handlungs-Möglichkeiten existieren.
Nominalisierungen gelten in NLP als Verletzungen des Meta-
Modells. Sie werden meist den Tilgungen zugeordnet.
Nominalisierungen werden hinterfragt, indem die Prozeß-
Komponente explizit gemacht wird. Im Milton-Modell werden
Nominalisierungen bewußt eingesetzt, um andere gezielt in innere
Zustände zu führen.

Nonverbale Kommunikation Körper-Sprache


Notation des NLP NLP hat eine eigene Schreibweise entwickelt, um
konkrete Prozesse auf der Ebene der Repräsentations-Systeme
schriftlich festzuhalten. Bei dieser Schreibweise wird für jedes der
fünf Sinne eine Variable verwendet:
V - für das visuelle Repräsentations-System (Sehen)
A - für das auditive Repräsentations-System (Hören)
K - für das kinästhetische Repräsentations-System (taktile und innere
Körper-Empfindungen)
O - für das olfaktorische Repräsentations-System (Riechen)
G - für das gustatorische Repräsentations-System (Schmecken)

Um zu markieren, ob jemand gerade externe oder interne


Infomrationen verarbeitet, werden die Variablen mit hochgestellten
Indizes versehen:
e - für externe Signale
i - für intern erzeugte Signale, z.B. Erinnerungen oder konstruierte
Bilder und Geräusche

Erinnerungen und Konstruktionen werden mit tiefgestellten Indizes


markiert:
r - für erinnerte Signale
c - für konstruierte Signale

Auditive Signale werden durch tiefgestellten Indizes gekennzeichnet:


d - für digitales auditives Erleben (Worte)
t - für rein tonales auditives Erleben.

A, gefolgt von einem hochgestellten i und einem tiefgestellten t


bedeutet z.B., daß jemand in sich hineinhört (er erinnert sich z.B. an
seine Lieblings-Musik). Die Notation des NLP findet vor allem in
der Darstellung konkreter Mikro- Strategien Anwendung.

New Behavio(u)r Generator Neues Verhalten generieren


Fragen zu den logischen Ebenen

Umfeld

WO ? WANN ?

Verhalten

WAS möchte ich da tun ?

WIE verhalte ich mich da?

Was könnte jemand von außen an mir beobachten?

Fähigkeiten

WIE möchte ich das tun ?

Welche Strategien und Meta-Programme wende ich da an?

Einstellungen, Beliefs

Welche Einstellungen habe ich da ?

(der Sache / anderen / mir gegenüber)

Wie denke ich da über mich?

Was ist mir da wichtig?


Welche Werte lebe ich da?

Identität

Wer bin ich da?

Welches Selbst-Bild habe ich da von mir ?

Dazu ein Gleichnis / eine Metapher / eine Analogie:

"Ich bin wie "

Zugehörigkeit

Welche Vision steckt hinter dem Ziel ?

Wem fühle ich mich da verbunden?

Übergeordnetes ...

Dazu ein Symbol.

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Eine Ressource stabilisieren und generalisieren

A. Ressourcevolle Situation genau bestimmen

1. Eine ressourcevolle Situation finden


Gibt es eine Situation in deinem Leben, die dir Freude bereitet hat,
aus der du einen Gewinn an Kraft geschöpft hast?

2. Von der Metaebene aus beschreiben


Worum geht es in dieser Situation?

2a. Metaposition bestimmen


Wenn du dir diese Situation noch einmal anschauen möchtest, von
welchem Ort in diesem Raum möchtest du sie dir anschauen?

2b. Metaposition einnehmen


Dann stelle dich bitte an diesen Platz.

2c. 1. Position bestimmen


Wo in diesem Raum siehst du jetzt diese Situation?

2d. Situation beschreiben


Wenn du jetzt von hier aus diese Situation betrachtest, was siehst du
dort und was hörst du?

3. Situation erleben
Dann möchte ich dich jetzt bitten, in die Situation hineinzugehen und
dir zu vergegenwärtigen, was du in dieser Position erlebst.

● Wie ist deine Körperhaltung?


● Wie nimmst du die Umgebung wahr?
● Was siehst du?
● Was hörst du?
● Was fühlst du?
● Gibt es auch einen typischen Geruch oder Geschmack?

B. Neurologische Ebenen nach oben durchlaufen

1. Von der Verhaltensebene aus beschreiben


Dann möchte ich dich jetzt bitten, einen Schritt vorzutreten und dir
klarzumachen, wie du dich in dieser Situation verhältst.

● Was tust du?


● Wie sprichst du?
● Was für ein Gefühl rufst du in dir wach?
● Gibt es noch etwas darüber zu sagen, wie du dich verhältst?

2. Von der Fähigkeitenebene aus beschreiben


Dann möchte ich dich jetzt bitten, noch einen Schritt vorzutreten und
dir zu vergegenwärtigen, was du kannst, um dich so zu verhalten.
Welche Fähigkeiten kommen in diesem Verhalten zum Ausdruck?
Welche dieser Fähigkeiten, die in deinem Verhalten zum Ausdruck
kommen, ist dir die wichtigste?

3. Von der Überzeugungsebene aus beschreiben


Dann tritt jetzt bitte noch einen Schritt vor und mache dir bewußt,
was dir daran wichtig ist, über solche Fähigkeiten zu verfügen.
Welche Überzeugung leitet dich, solche Fähigkeiten zu mobilisieren.
Was motiviert dich, ein solches Verhalten zu zeigen. Was ist dir
wichtig daran, so etwas zu tun?

4. Von der Identitätsebene aus beschreiben


Wenn du jetzt noch einen Schritt vortrittst, bitte ich dich, dir zu
überlegen, was du für eine Person bist, die das tut, die solche
Fähigkeiten besitzt und sich von solchen Überzeugungen leitet läßt.
Was macht dich als Person aus? Wer oder wie bist du? (Metapher,
Symbol finden lassen) Wenn du dir von dir ein Bild malen solltest,
was für ein Bild wäre das?

5. Von der Zugehörigkeitsebene aus beschreiben


Tritt bitte noch einen Schritt vor und mache dir klar, wovon eine
solche Person, wie du beschrieben hast, ein Teil ist. Welchem
größeren Zusammenhang fühlst du dich als diese Person zugehörig.
Welches ist das Ganze, dem du angehörst?

6. Ankern
Welches Gefühl kommt in dir auf, wenn du dir klarmachst, welchem
größeren Ganzen du angehörst?
Laß dieses Gefühl sich in dir ausbreiten, so daß du ganz von ihm
durchdrungen bist.

C. Neurologische Ebenen nach unten durchlaufen


(dabei die Ergebnisse sprachlich aufnehmen und zurückmelden)

1. In die Identitätsebene zurückgehen


Nimm jetzt soviel wie möglich von diesem Gefühl und dem
Bewußtsein des größeren Ganzen, von dem du ein Teil bist, mit und
gehe in die nächste Position zurück. Sei ganz aufmerksam und
mache dir klar, ob sich etwas verändert hat und ob du jetzt noch
etwas Neues entdeckst, was dazugekommen ist. Was macht dich als
Person aus? Wer oder wie bist du?

2. In die Überzeugungsebene zurückgehen


Nimm jetzt soviel wie möglich von diesem Gefühl und von diesem
Bewußtsein, wer oder wie du bist, mit und gehe in die nächste
Position zurück. Sei ganz aufmerksam und mache dir klar, ob sich
etwas verändert hat und ob du jetzt noch etwas Neues erkennst, was
dazugekommen ist. Welche Überzeugung entdeckst du? Gibt es
etwas Zusätzliches, von dem du erkennst, das es dich motiviert? Was
ist dir noch wichtig daran über das hinaus, was du schon
wahrgenommen hast?

3. In die Fähigkeitenebene zurückgehen


Nimm jetzt soviel wie möglich von diesem Gefühl und von diesen
Überzeugungen mit und gehe in die nächste Position zurück. Sei
ganz aufmerksam und mache dir klar, ob sich etwas verändert hat
und ob du jetzt noch etwas Neues erkennst, was dazugekommen ist.
Welche neuen Fähigkeiten werden dir jetzt bewußt, die du hast?

4. In die Verhaltensebene zurückgehen


Nimm jetzt soviel wie möglich von diesem Gefühl und von diesen
Fähigkeiten mit und gehe in die nächste Position zurück. Sei ganz
aufmerksam und mache dir klar, ob sich etwas verändert hat und ob
du jetzt noch etwas Neues erkennst, was dazugekommen ist.
Entdeckst du jetzt noch etwas Neues an dem, was du tust und wie du
dich verhältst?

5. In die 1. Position zurückgehen


Nimm jetzt soviel wie möglich von diesem Gefühl und von diesem
Verhalten mit und gehe in die nächste Position zurück. Sei ganz
aufmerksam und mache dir klar, ob sich etwas verändert hat und ob
du jetzt noch etwas Neues erkennst, was dazugekommen ist.

Vergegenwärtige dir, was du in dieser Position jetzt erlebst.

● achte auf deine Körperhaltung


● nimm deine Umgebung wahr, ob sich etwas verändert hat
● schau, was siehst du?
● höre auf das, was zu hören ist.
● was fühlst du jetzt?
6. Auf die Metaebene zurückgehen
Sieh dir diese Reihe an und mach dir klar, wie es jetzt aussieht.

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Meisterschüler. Der


Zauberlehrling, Teil II. Das NLP-Lern- und Übungsbuch,
Paderborn 1996. Copyright Junfermann 1996. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Werte von A bis Z

Achtung
Aktivität
Altruismus
Anerkennung
Ausgeglichenheit
Bildung
Charisma
Demokratie
Distanz
Disziplin
Ehre
Ehrlichkeit
Einfluß
Erfolg
Familie
Freiheit
Freude
Freundschaft
Frieden
Gastlichkeit
gehobener Lebensstil
Gerechtigkeit
Geschmack
Geselligkeit
Gesundheit
Glaube
Gleichheit
Glück
gute Laune
Harmonie
Heiterkeit
Herkunft
Höflichkeit
Identität
Individualismus
Jungfräulichkeit
Kameradschaft
Klugheit
Kompetenz
Kreativität
Lässigkeit
Liebe
Macht
Menschlichkeit
Mitgefühl
Mut
Nachkommen
Nachsicht
Nähe
Natur
Objektivität
Offenheit
Ordnung
Persönlichkeit
Pflichtbewußtsein
Phantasie
Pracht
Pragmatismus
Pünktlichkeit
Rechtmäßigkeit
Redegewandtheit
Reichtum
Ruhe
Ruhm
Sauberkeit
Selbstverwirklichung
Sexualität
Sicherheit
Sparsamkeit
Stärke
Tapferkeit
Tatkraft
Toleranz
Treue
Überlegenheit
Überzeugung
Umweltschutz
Unabhängigkeit
Unparteilichkeit
Verantwortung
Vergnügen
Vernunft
Vertrauen
Wahrheit
Wechsel
Weisheit
Weitblick
Zärtlichkeit
Zeitlosigkeit
Zugehörigkeit
Zusammenarbeit

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Zauberlehrling. Das NLP-


Lern und Übungsbuch, 2. überarbeitete Auflage, Paderborn
1993. Mit freundlicher Genehmigung des Junfermann-
Verlages.
Schätze aus der Kindheit holen

(Positiver History change)

Übung auf einer Boden-Zeit-Linie

1. Lebenslinie festlegen

Stelle Dir - vom einem neutralen Ort aus - Deine Lebenslinie (Zeit-
Linie) vor:
mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

2. In der Gegenwart das Ziel aktivieren

Stelle Dich auf der Lebenslinie auf den Ort der Gegenwart. Blicke in
die Zukunft., auf den Zeitpunkt, wann Dein Ziel erreicht sein wird.
Stelle Dir dort Dein Ziel-Bild vor. Nimm von außen wahr, was es in
dieser Zukunfts-Vorstellung zu sehen, zu hören, zu fühlen gibt. Sieh
Dich selbst im Ziel. Nimm insbesondere Deine Körperhaltung wahr.
Stelle Dir intensiv Dein Lebensgefühl vor, wenn Du Dein Ziel
erreicht hast.

3. Umdrehen

Dreh Dich um und schau auf Deine Vergangenheit. Bitte Dein


Unbewußtes Dir Erinnerungen zu schenken, wo Du jene Fähigkeiten,
die Dir für Dein Ziel helfen, bereits erfahren hast.

4. Schätze sammeln

Gehe langsam auf der Lebenslinie in die Vergangenheit. Du wirst


jünger und jünger und sammelst diese schönen Erfahrungen. Du
kannst bei jeder Erfahrung eine Weile stehen bleiben und sie
genießen. Gehe anschließend zur nächsten Erfahrung weiter.

Das Ziel der Übung ist die Aktivierung positiver und angenehmer
Erfahrungen. Mache einen Bogen oder steige über jene Erfahrungen
hinweg, die vielleicht weniger nützlich für Dein Ziel sind. Wenn Du
in eine unangenehme Erinnerung kommst, dann gehe aus dieser
Erinnerung heraus. Gehe zurück zu Deiner letzten schönen
Erinnerung und aktiviere sie. Stelle sicher, daß Du wieder in einem
guten inneren Zustand bist. Verändere Deine Körperhaltung. Gehe
von dort wieder zurück in Deine Vergangenheit. Mache anschließend
einen Bogen um die weniger nützliche Erinnerung.

5. Aufschreiben

Wenn Du willst, kannst Du an den neutralen Ort gehen und Dir die
schönen und hilfreichen Erinnerungen aufschreiben.

6. Zurück in die Zukunft

Stelle Dich auf den Ort Deiner ersten schönen Erinnerung. Gehe
nochmals in dieses Erlebnis hinein. Drehe Dich anschließend in
Richtung Gegenwart. Gehe auf der Lebenslinie zurück bis zur
Gegenwart und dann bis zum Ziel in der Zukunft. Erlebe nochmals
all diese schönen Erinnerungen und nimm sie bewußt in Dein Ziel
mit. Stelle Dir einen Rucksack vor oder einen Bauchladen, wo Du
diese Erinnerungen hineinsteckst und mitnimmst. Gehe bis in Dein
Ziel. Nimm all Deine Schätze mit Dir mit. Sie helfen Dir, leicht und
sicher Dein Ziel zu erreichen. Genieße anschließend noch einmal
Deinen Zustand im Ziel und die Fülle Deiner Schätze in Dir.
Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.
Copyright Walter Ötsch 1996.
Prädikate

Repräsentations-Systeme in der Sprache

Visuell:

Bild, sehen, vorstellen, hell, leuchtend, blau, Perspektive, Einblick,


klar, finster, düster, glänzend, verschwommen, hell, strahlend,
dunkel, ausmalen, Umriß, Entfernung, Größe, eckig, Nebel, zeigen,
weitsichtig, Rücksicht, Horizont, scheinen, leuchten, sichtbar.....

Auditiv:

Ton, hören, lauschen, verstehen, klingen, summen, sagen, rufen, laut,


schreien, sprechen, leise, Stimme, fragen, Einklang, Rhythmus,
Musik, Knall, stöhnen, pfeifen, ratschen, stimmig, kreischen,
brummen, Krach, läuten, brüllen, surren, nachfragen,

Kinästhetisch:

Gefühl, fühlen, spüren, Kontakt, weich, rauh, glatt, schwer,


empfinden, unsensibel, drücken, Gewicht, Temperatur, biegen,
Intensität, stark, sensibel, spannend, erleben, annehmen, hängen,
greifen, körnig, feucht, glatt, rauh, begreifen, streicheln, anfassen,
anrühren, Berührung,

Olfaktorisch / gustatorisch:

bitter, salzig, duftend, riechen, süß, sauer, beissend, frisch, schal,


modrig,verfault, fad, rauchig, scharf, parfümiert, stinkig, duftig,
Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.
Copyright Walter Ötsch 1996.
Die Sleight-of-Mouth-Patterns nach Robert
Dilts

Übersicht:

1. Redefinieren / neudefinieren (Redefine)


2. Konsequenz (Consequence)
3. Absicht (Intention)
4. "Chunk down" - spezifischer werden
5. "Chunk up" - allgemeinere Aussagen bilden
6. Gegenbeispiel (Countre-Example)
7. Ändern des Zieles (Another Outcome)
8. Analogie (Analogy)
9. Rekursion (Apply to Self)
10. Hierarchie der Kriterien (Hierarchy of Criteria)
11. Ändern des Kontextes (des "Rahmens") (Change Frame
Size)
12. Meta-Aussage (Meta Frame)
13. Modell der Welt (Model of the World)
14. Bedeutungsbildender Prozeß (Reality Strategy)

Vorbemerkung:

Sleight-of-Mouth-Patterns werden vor allem bei Glaubenssätzen


genützt, die folgende Meta-Modell-Verletzungen enthalten: a)
Ursache-Wirkung, b) Komplexe Aequivalenz.

Die Ausgangssätze (das erste Beispiel ist von Robert Dilts):


1. Krebs N verursacht Tod (Y). (Ursache-Wirkung)

2. Wenn sie mich besucht M, bedeutet das, daß sie sich um mich
kümmert (Y). (Komplexe Äquivalenz)

● Die Form des ersten Beispieles ist: Auf X folgt


notwendigerweise Y, X verursacht Y.
● Die Form des zweiten Beispieles ist: X ist Evidenz für die
Schlussfolgerung Y.

Redefinieren/Neudefinition (Redefine)

Es wird eine neue Aussage formuliert.In dieser bekommt ein Teil des
Satzes, entweder X oder Y, eine neue Bedeutung. Damit werden
entweder mit X mehrere Möglichkeiten oder mit Y alternative
Bedeutungen assoziiert. Diese Methode ist im NLP auch als
Reframing bekannt.

a) Die Ursache oder das Verhalten (die Evidenz) wird neu definiert:
Allgemeine Formel für X: Es ist nicht X, es ist ...

a1) Es ist nicht Krebs, der den Tod verursacht, es ist das
Zusammenbrechen des Immunsystems. (Es gibt viele Ursachen für
eine Wirkung.)

a2) Es ist nicht, daß sie dich besucht, es ist die Art, wie sie sich
verhält, wenn sie dich besucht, die zeigt, ob sie sich um dich
kümmert. (Es gibt viele Möglichkeiten, eine Handlung zu
interpretieren.)
b) Die Wirkung oder das Kriterium (die Theorie) wird neu definiert.
Allgemeine Formel für Y- Es ist nicht Y, es ist ...

b1) Krebs verursacht nicht den Tod, er löst möglicherweise


mangelnden Lebenswillen aus - und das können auch Glaubenssätze
wie dieser.

b2) Es ist nicht unbedingt ein echtes "Kümmern", wenn sie dich
besucht, es kann auch Pflichtgefühl sein.

Konsequenz (Consequence)

Häufig macht sich ein Sprecher die Konseqünzen seines


Glaubenssatzes (wie wird er aufgrund seines Glaubenssatzes sich
fühlen oder handeln, wie wird er andere behandeln) nicht bewußt.
Die Aufmerksamkeit des Sprechers wird also auf eine mögliche
positive oder negative Konsequenz seines Glaubenssatzes gelenkt.
Dieses Sleight-of-Mouth-Pattern verändert nur den Inhalt, nicht die
Struktur des Glaubenssatzes.

a1) Glaubenssätze wie dieser tendieren dazu, zu Sich-selbst-


erfüllenden Prophezeiungen zu werden, denn die Leute hören auf,
andere Optionen in Betracht zu ziehen.

a2) Ein solcher Glaubenssatz kann dazu führen, daß du von jedem,
der dich mal besucht, auch annimmst, daß er sich um dich kümmert,
und das kann zu bösen Überraschungen führen.
Absicht (Intention)

Dieses Muster lenkt die Aufmerksamkeit des ersten Sprechers auf


den Zweck, die positive Intention seines Glaubenssatzes, letztlich:
die Motivation hinter seinem Glaubenssatz. Dem Sprecher wird
deutlich gemacht, welche Erfahrungen ihm ein solcher Glaubenssatz
ermöglicht und welche nicht.

a1) ich weiß, daß Sie sich vor falschen Hoffnungen schützen wollen,
aber so hindern Sie sich daran, irgendeine Hoffnung zu empfinden.

a2) So erlaubst du dir nicht, herauszufinden, wer sich tatsächlich um


dich sorgt

"Chunk down" - spezifischer werden

Eines der Elemente des Glaubenssatzes (X oder Y) wird auf


detailliertere (spezifischere) Aussagen oder auf einen geringeren
Abstraktionsgrad reduziert. Man findet aus der Menge der
Referenzgegenstände, auf die sich die ursprüngliche Aussage
bezieht, ein Detail, das spezifisch genug ist, um die Beziehung
zwischen den beiden Elementen des Glaubenssatzes zu verändern.

a) Ein Beispiel für die Anwendung auf Y:

a1) Welchen Grad von Tod verursacht jede einzelne Krebszelle?


a2) Welcher der Momente, in denen sie dich besucht hatte, bedeutete
das meiste Kümmern?

"Chunk up" - allgemeinere Aussagen bilden

Ein Element des Glaubenssatzes wird zu einer.- größeren Klasse


generalisiert, so daß die Beziehung n zwischen den einzelnen
Elementen des Glaubenssatzes verändert wird.

a) Die Beispiele sind Beispiele für die Anwendung auf X:

a1) Verursacht eine Aenderung in einem kleinerem Teil des Systems


automatisch eine Zerstörung des ganzen?

a2) Wenn jemand nun jeden Tag käme und den ganzen Tag bliebe,
würdest du dann annehmen, daß er sich um dich kümmert?

Gegenbeispiel (Counter-Example)

Es wird ein Gegenbeispiel gesucht, in welchem die Beziehung


zwischen den einzelnen Elementen des Glaubenssatzes nicht dieselbe
ist wie die, die in dem ursprünglichen Glaubenßatz formuliert wurde.
Allgemeine Formel:
a) X und nicht Y

Beispiele:
a1) Es gibt viele Berichte von Leuten, die von Krebs geheilt wurden
(X = Krebs haben; nicht Y = nicht sterben)

a2) Ich kenne eine Menge Menschen, die gar keine Zeit haben, mich
regelmäßig zu besuchen, aber wenn es mir schlecht geht, kümmern
sie sich um mich. (Nicht X = manche Menschen haben keine Zeit
Besuche zu machen; Y = kümmern sich)

Zweite mögliche Formel:


b) Nicht X und Y Beispiele: b1) Krebskranke sterben häufig eher an
ihrer Behandlung oder an ihrer Diagnose, als an Krebs. (Nicht X =
[nicht] an Krebs; Y = sterben)

b2) jeder Mensch hat schon einmal Besuche gemacht und sich nicht
wirklich um denjenigen gekümmert, der besucht wurde. (X Besuche
machen; Y = sich nicht kümmem.)

Aendern des Zieles (Another Outcome)

Die vom Sprecher angenommene unbedingte Richtigkeit oder


Wahrheit des Glaubenssatzes wird in Frage gestellt. Die
Aufmerksamkeit des ersten Sprechers wird auf eine neue lohnende
Möglichkeit gelenkt, eine, deren er sich noch nicht bewußt gewesen
ist.

a) Beispiel für die Anwendung auf Y:


a1) Es geht nicht darum, was den Tod verursacht, sondern darum,
was das Leben lebenswert macht.

a2) Es geht nicht um die Quantität der Zeit, die man miteinander
verbringt, es geht um die Qualität.

Analogie (Analogy)

Metaphern oder Analogien erzählen eine Geschichte, in der die


Beziehung zwischen den Elementen zu Beginn der Metapher die
gleiche Struktur hat wie die ursprüngliche Aussage, und dann wird
diese Beziehung durch die Metapher verändert, so daß die Beziehung
am Ende neu gesehen werden kann.

a1) Krebs ist wie ein Feld mit Gras und weiße Zellen sind wie
Schafe. Wenn Streß die Menge der Schafe reduziert, nimmt das Gras
überhand und überwuchert alles. Füge mehr Schafe hinzu und es
wird die ökologische Harmonie wiederhergestellt.

a2) Es gab einmal eine böse Fee, die besuchte die Leute. Sie gab
ihnen das Gefühl, daß sie sich um sie kümmerte. Wenn die Leute ihr
glaubten, begann sie, ihnen unnütze Dinge zu verkaufen. Glaubst du,
das war echte Sorge um das Wohlergehen desjenigen, die sie
besuchte?
Rekursion (Apply to Self)

Es wird eine neue Aussage formuliert, bei der die im ursprünglichen


Glaubenssatz genannten Kriterien auf den Glaubenssatz selbst
angewandt werden. Wenn das alte Kriterium abwertend war, wird es
nun selbst abgewertet, wenn es positiv war, wird es positiv verstärkt.

a) Die Beispiele sind Beispiele für die Anwendung auf X:

a1) Dieser Glaubenßatz hat sich wie Krebs über die Jahre hin
ausgebreitet.

a2) Du könntest dich mehr darum kümmern, wer dich besucht und
wer nicht.

b) Die Beispiele sind Beispiele für die Anwendung auf Y:

b1) Es ist tödlich, an diesem Glaubenssatz zu stark festzuhalten.

b2) Es kann sinnvoll sein, die Leute zu besuchen, die dich besuchen.

Hierarchie der Kriterien (Hierarchy of Criteria)

Es wird eine neue Aussage formuliert, in der ein "höheres", also


umfaßenderes Kriterium verwendet wird, um den ursprünglichen
Glaubenssatz in einem anderen, nicht mehr so bedeutsamen Licht
erscheinen zu lassen.
a) Die Beispiele sind Beispiele für die Anwendung auf Y:

a1) Findest du nicht, daß es wichtiger ist, auf den Sinn oder Inhalt
eines Lebens zu fokussieren, als darauf, wie lange es dauert?

b2) Denkst du nicht, daß es wichtiger ist, Vertrauen zu erleben,


anstatt bloß Besuche?

Ändern des Kontextes (des "Rahmens") (Change Frame


Size)

Der erste Glaubenssatz wird in einer neuen Aussage in einen


größeren oder kleineren Zeitrahmen gestellt, auf mehr oder weniger
Leute bezogen oder es wird eine kleinere oder größere Perspektive
hergestellt.

a) Die Beispiele sind Beispiele für die Anwendung auf X:

a1) Würden Sie es mögen, wenn Ihr Sohn/Ihre Tochter/Ihr Arzt


diesen Glaubenssatz hätte? Wenn jeder so denken würde, würden wir
niemals ein Heilmittel gegen Krebs finden. (Andere Perspektive)

a2) Es mag kurzfristig schön sein, Besuche zu bekommen, aber


langfristig ist mehr nötig, um das Gefühl zu bekommen, daß sich
jemand um einen kümmert. (Zeit).
Meta-Aussage (Meta Frame)

Der ursprüngliche Glaubenssatz wird in einer neenn Aussage in


einen Zusammenhang mit dem momentanen, persönlichen Prozeß
oder Erleben des ersten Sprechers gebracht. Wer fähig ist, in die
"zweite" Wahrnehmungsposition zu gehen und eigene Gefühle von
denen des anderen zu trennen, kann dieses Sleight-of-Mouth-Pattem
benutzen. Letztlich wird ein Glaubenssatz über den ursprünglichen
Glaubenssatz aufgebaut.

a1) Du glaubst das, weil dir ein Modell fehlt, das dir erlaubt, alle die
komplexen Variablen zueinander in Beziehung zu setzen, die bei
Leben und Sterben eine Rolle spielen.

a2) Du wünscht dir, daß sich jemand um dich kümmert, deshalb


glaubst du, daß es mit Besuchen getan ist.

Modell der Welt (Model of the World)

Der ursprüngliche Glaubenssatz wird aus einem anderen "Modell der


Welt' heraus neu interpretiert. Das bedeutet: Der zweite Sprecher
findet ein Modell der Welt, in welchem die Beziehung zwischen den
von dem ersten Sprecher genannten Elementen (X und Y) anders
gesehen wird.

a) Die Beispiele sind Beispiele für die Anwendung auf X:

a1) Sehr viele Ärzte sind der Ueberzeugung, daß wir fast immer
mutierte Zellen im Körper haben und daß nur in den Fällen, wenn
das Immunsystem schwächer wird, ein Problem entsteht.

a2) ich glaube nicht, daß ein bestimmtes Tun die Evidenz für ein
Gefühl ist.

Bedeutungsbildender Prozeß (Reality Strategy)

Der zweite Sprecher fragt nach den Prämissen und/oder den Fakten,
von denen der ursprüngliche Glaubenssatz abgeleitet wurde:

a) Die Beispiele sind Beispiele für die Anwendung auf X:

a1) Wie würdest du wissen, daß das nicht stimmt?

a2) Wie/Woran erkennst du, wer sich wirklich um dich kümmert?

Quellenangabe: Inke Jochims, NLP für Profis. Glaubenssätze


und Sprachmodelle, Paderborn 1995. Copyright Junfermann
1995. Mit freundlicher Genehmigung des Junfermann-
Verlages.
Submodalitäten-Scanning des eigenen Körpers

1.Position des Quellenzustands (Resonanz) mit Hilfe von SM finden,


festigen und bewußt machen

Ziele: Aus der 2.Position ganz in die 1.Position finden; von


Fremdbestimmung zu Selbstbestimmung kommen; fremde Teile,
innere Tyrannen entmachten (Gefühle von 2.Position).

Weitere, verdeckte Ziele: Resonanz noch fühlbarer machen; heilen


lassen; inneren Zustand ändern; Verantwortung für inneren Zustand
übernehmen; verändern mit SM; Milton-Modell.

Historische/allgemeine Metapher: Reinigungsritual bei den


Indianern.

Persönliche Metapher:

Übungsablauf:

● Sicherheit aufbauen und Rapport herstellen.


● Lassen Sie von den Zehen her goldene Flüssigkeit in den
ganzen Körper fließen.
● Lassen Sie Ihr Krafttier und Ihre Helfer kommen.
● Das Unbewußte sucht den Körper nach fremden Teilen (von
2.Position) ab, die noch an Ihnen hängen oder in Ihnen sind.
● Fragen Sie die fremden Teile, was sie Sie lehren wollen,
warum Sie es ihnen erlaubt haben, hier zu sein. Was
brauchen die fremden Teile, damit sie gehen können? Was
brauchen Sie, damit Sie sie gehen lassen können?
● Stellen Sie sich an Ihrer linken Seite einen Lichtstrahl vor,
der zur Quelle führt. Lassen Sie die fremden Teile (Gefühle)
durch diesen Lichtstrahl zurück ins Licht (SM) ziehen, dort
entscheiden sie selbst über ihre Zukunft.
● Der Lichtstrahl sucht den ganzen Körper nach weiteren
fremden Teilen ab, reinigt ihn und füllt ihn dort mit Licht,
wo sich diese fremden Gefühle (Teile/Tyrannen) befunden
haben.
● Posthypnotische Suggestion: z.B. "In der Nacht, während
Sie schlafen, werden alle notwendigen Angleichungen
getroffen, so daß Sie als Ganzheit gewahrt bleiben.

Übungsdauer: ca. 45 Minuten

Gruppengröße: beliebig viele Personen in Trance

Auswertung im Plenum: am nächsten Morgen

Anwendungsmöglichkeiten: Wir sind ein Teil vom Ganzen und das


Ganze ist in uns. Wir können lernen damit umzugehen, indem wir
uns vor fremden Gefühlen schützen und uns von ihnen reinigen.

Quellenangabe: Gundl Kutschera, Tanz zwischen Bewußt-


sein und Unbewußt-sein. NLP-Arbeits- und Übungsbuch,
Paderborn 1994. Copyright Junfermann 1994. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Trance-Gleichnis für die Kraftquelle finden

Ziele: Persönliche Metapher (Gleichnis) für eine Quelle finden -


Auftanken; eigene Resonanz finden; eigene Kraftquelle finden.

Weitere, verdeckte Ziele: Beschenken lassen; in Verbindung sein,


dazugehören, ohne etwas tun zu müssen; Geborgenheit erleben;
Resonanz noch fühlbarer machen; heilen lassen; inneren Zustand
ändern; Verantwortung für inneren Zustand übernehmen; verändern
mit SM; Milton-Modell.

Historische/allgemeine Metapher: Mutter Theresa; Manager

Persönliche Metapher:

Übungsablauf:

● In Trance führen und dabei die kursiv gesetzten Metaphern


und Symbole mit eigenen Worten gestalten.
● Sicherheit und Rapport aufbauen.
● Sich in einem Boot sicher fühlen (Boot bringt uns zwischen
den Welten hin und her)
● bis zu einer verschlossenen Tür am Grund (Tiefe) bringen
lassen.
● Finden Sie den Schlüssel (Eigenverantwortung und
Entscheidung) zur verschlossenen Tür.
● Gehen Sie den langen Gang (Verbindung von zwei
Realitäten)
● zu Ihrem Raum (Schutz, Platz, Sicherheit, Geborgenheit)
hier entdecken Sie die Türe zur Quelle (Öffnung) und entscheiden,
hineinzugehen schrittweise zu assoziieren.

● Verbindung von Quelle und Raum herstellen (Türe offen


lassen), die SM der Quelle in den Raum fließen lassen.
● Machen Sie es sich in Ihrem Raum bequem (Geborgenheit,
Sicherheit, Ruhe, Freude, Vertrauen in sich selbst spüren).
● In dieser Ruhe wird Ihnen ein Zielbild für jedes vorher
gewählte Ziel geschenkt.
● Zurückgehen durch den Gang, Türe versperren (Kraftquelle
ist Ihr ganz persönlicher Ort), ins Boot steigen und zurück
nach oben bringen lassen. Posthypnotische Suggestionen:
"Je weiter Sie zum Licht nach oben kommen, desto mehr
freuen Sie sich, daß Sie leben" oder ähnliches.

Übungsdauer: 30-45 Minuten

Gruppengröße: 2 Personen oder Großgruppe

Auswertung im Plenum: Wichtig: Balance halten zwischen dem,


was bewußt gemacht wird und was im Unterbewußten bleiben soll.
Eventuell Kraftquelle malen, integrieren und gegenseitig vorstellen.

Anwendungsmöglichkeiten: Vergangenheit hilft uns, ein positives


Selbstbild aufzubauen.

Quellenangabe: Gundl Kutschera, Tanz zwischen Bewußt-


sein und Unbewußt-sein. NLP-Arbeits- und Übungsbuch,
Paderborn 1994. Copyright Junfermann 1994. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Anleitung, um Ihre innere Zeit-Linie zu erkunden

Um das Konzept der Zeit-Linie verständlich zu machen, lade ich Sie


zu einem Selbstexperiment ein. Sein Ziel ist die Erkundung der
eigenen individuelle Zeit-Linie.

Dazu müssen Sie einige Fragen beantworten und sich dabei


beobachten, an welchem imaginativen Ort Sie sich die jeweilige
Antwort vorstellen.

Beginnen Sie mit Fragen aus der nahen Vergangenheit. Was haben
Sie gestern abend gemacht? Denken Sie an ein einzelnes Ereignis
von gestern abend und beobachten Sie, wo im inneren Raum Sie
dieses Ereignis spontan plazieren. Angenommen, sie sind gestern
abend mit dem Auto gefahren. Stellen Sie sich visuell vor, wie und
wo Sie Auto gefahren sind (d.h. Sie sehen sich selbst , das Auto, die
Landschaft, usw.) Wenn Sie daran denken, an welchem Ort vor oder
hinter Ihnen stellt sich diese Vorstellung ein? Ist das eher rechts oder
links, oben oder unten?. Akzeptieren Sie den ersten Eindruck, auch
wenn er Ihnen seltsam vorkommen mag.

Versuchen Sie eine ungefähre Zuordnung nach Richtung und


Entfernung.

Haben Sie Ihre erste Erinnerung innerlich an einem Ort festgehalten,


dann kann der Zeitbezug schrittweise erweitert werden. Erinnern Sie
sich an eine Begebenheit vor einer Woche, dann vor einem Monat,
vor einem Jahr, aus Ihrer Kindheit. Halten Sie für jede Erinnerung
den gedachten inneren Ort fest. Versuchen Sie, mehrere
Erinnerungen aus unterscheidlichen Zeitpunkten gleichzeitig zu
denken. Erfahrungsgemäß entsteht eine Systematik im Zeit-Bezug.
Im Normalfall handelt es sich um eine gekrümmte Linie, die
irgendwo im Raum (auch hinter Ihnen) verlaufen kann. Diese Linie
ist Ihre Zeit-Linie in Bezug auf die Vergangenheit. Einzelne Orte auf
der Linie kommt eine andere Zeitinterpretation zu.

Im nächsten Schritt geht um die Imagination der Zukunft. Denken


Sie an eine konkrete Situation, die morgen eintreten kann. Wo ist der
Ort dieser Zukunftsvorstellung? Denken Sie nachließend an
Zukunftsvorstellungen, die immer weiter von heute entfernt sind.
Was kann in einer Woche, in einem Monat, in einem Jahr, in zehn
Jahren sein? Halten Sie jeweils den inneren Ort fest. Wo und in
welcher Entfernung sind Ihre Zukunftsvorstellungen angesiedelt? Sie
kommen so zu Ihrer Zeit-Linie für die Zukunft.

Im letzten Schritt geht es um die gesamte Zeit-Linie, um Ihre


Gesamtkonstruktion von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Verbinden Sie nun an Ihre Zeit-Linie für die Vergangenheit und die
Zukunft. Wie sieht diese gesamte Linie aus? Ist sie wie eine Gerade
oder mehr wie ein Fluß mit vielen Windungen? Denken Sie dann an
die Gegenwart, vielleicht daran, daß Sie eben jetzt diesen Text
lesen. Verläuft die Zeit-Linie am Ort der Gegenwart durch Ihren
Körper hindurch? Oder ist Ihre Zeit-Linie immer außerhalb Ihres
Körpers und Sie und Ihre Zeit-Linie sind immer getrennt? Für diesen
Fall: befinden Sie sich oberhalb oder unterhalb der Zeit-Linie?

Zeichnen Sie Ihre Zeit-Linie auf.


Vergleichen Sie Ihre Zeit-Linie mit dem im Lexikon genannten drei
typische Arten von Zeit-Linien:
Zeichnung zu den drei Arten

Von In-Zeit spricht man, wenn die Zeit-Linie in der Achse vorne /
rückwärts durch den Körper hindurchgeht. Die Vergangenheit
befindet sich dabei meistens rückwärts, die Zukunft vorne.

Die Zwischen-Zeit ist eine Abwandlung der In-Zeit, wobei die


gesamte Zeit-Linie mit Ausnahme der Gegenwart (sie befindet sich
innerhalb des Körpers) im Beobachtungsfeld vorne liegt. Die Zeit
kann von rechts nach links (wie eingezeichnet) oder auch von links
nach rechts verstreichen.

Die Durch-Zeit schließlich bezeichnet alle Zeit-Linien, die zur


Gänze außerhalb des Körpers sind. Auch die Gegenwart wird von
außen betrachtet, meistens liegt sie direkt vor (und / oder unterhalb)
der Betrachterin oder dem Betrachter.

Welche Variante trifft auf Sie zu?

Wenn Ihre Zeit-Linie in keines dieser Schema paßt: ich lade Sie ein,
mir dies mitzuteilen. Interessant wird es immer, wenn die einfachen
NLP-Modelle nicht passen. Vielleicht gibt es für Sie und für mich
etwas zu entdecken. Schreiben Sie mir!
Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.
Copyright Walter Ötsch 1996.
Interne und externe Referenz

1. Interne Referenz
"Tu zunächst so, als ob Du eine interne Referenz hast. Ich werde
gleich etwas zu Dir sagen, und da Du ein internes Referenzsystem
hast, bist Du die Person, die entscheidet oder bewertet, was ich sage
.... nämlich:
Wenn Du jeden Tag eine halbe Stunde lang einen Kopfstand in
Richtung Norden machst, wird das Deine Lebensqualität sehr
verbessern.
Beachte, welche Erfahrung Du machst, wenn Du dies von einem
internen Referenzsystem aus betrachtest, beurteilst und entscheidest.
Du beurteilst und entscheidest das!"

2. Externe Referenz
"Nun tu vorübergehend so, als ob Du eine externe Referenz hast und
ICH bin diese externe Referenz. Denke daran, daß dies nur für eine
gewisse Zeit der Fall ist. Du wirst Deine eigene
Entscheidungsfähigkeit leicht zurückbekommen, sobald Du dies
ausprobiert hast. Im Moment bin ICH Deine externe Referenz. Du
weißt im voraus, was immer ICH auch sage, ist wahr ....nämlich:
Wenn Du jeden Morgen mindestens fünf Minuten lang das mittlere C
summst, wird Dich das in größere Harmonie mit dem Universum
bringen.
Beachte, welche Erfahrungen Du machst, während Du dies mit einer
externen Referenz betrachtest, beurteilst und entscheidest."

3. Unterschiede in den Submodalitäten


"Überprüfe die Submodalitäten Deiner beiden Erfahrungen in allen
drei Sinneskanälen. Typisch sind Position, Größe und Helligkeit im
visuellen, mehrere Stimmen im auditiven und Anspannung im
kinästhetischen System. Überprüfe jedoch aufmerksam!"

4. Aufbau einer internen Referenz


a. Entsprechende Situation identifizieren
"Denke an eine Situation, in der Du mehr external orientiert warst als
es Dir lieb war, als Du z.B. dem Rat von jemandem folgtest und es
nicht gut ausging."

b. Ökologie-Check
"Gibt es Einwände dagegen, in dieser Situation stärker internal
orientiert zu sein?"
(Evtl. Einwände berücksichtigen)

c. Interne Referenz aufbauen

"Gehe zu dieser Zeit zurück und entwickele eine Repräsentation von


dem, was die andere Person Dir sagte. Verwandle dann diese
Repräsentation in die Formen, die den Submodalitäten Deiner
internen Referenz entsprechen. (Laß z.B. das Bild schrumpfen, sich
weiter weg und nach unten bewegen. Installiere eine kritische
Stimme, die das Gesagte hinterfragt und prüft ...)

5. Future-Pace
"Überlege, ob Du in näherer Zukunft wieder in eine ähnliche
Situation kommst. Mache Dir eine Repräsentation von dem, was der
andere in dieser Situation zu Dir sagt. Überprüfe, ob diese
Repräsentation der Deiner internen Referenz entspricht!" (Wenn
nicht, einüben!!!)
Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Zauberlehrling. Das NLP-
Lern- und Übungsbuch, 2. überarbeitete Auflage, Paderborn
1993. Mit freundlicher Genehmigung des Junfermann-
Verlages.
Die drei Mentoren

Übung mit Boden-Ankern

Abkürzungen:

NP: Neutrale Position

M1: Ort des ersten Mentors

M2: Ort des zweiten Mentors

M3: Ort des dritten Mentors

RS: Ort der Ressourcen-Situation

VS: Ort der verbesserungswürdigen Situation

Die Übung ist gut geignet für eine verbesserungswürdige Situation


VS, bei der Du irgendwie "feststeckst" und die durch neue Ideen
bereichert werden soll.

Anleitung:

1. Lege vorerst die 6 Orte fest, z.B. mit Zettel am Boden oder Plätze
im Freien.

2. Stelle Dich auf die NP und denke an die verbesserungswürdige


Situation. Stelle Dir eine konkrete Begebenheit aus der
Vergangenheit vor. Lege innerlich das Bild dieser Begebenheit auf
den Platz VS. Nimm von außen wahr, was es in dieser Erinnerung zu
sehen, zu hören, zu fühlen gibt. Nimm insbesondere Deine
Körperhaltung wahr.

3. Stell Dich für kurze Zeit auf VS und erlebe diese Erinnerung so,
als ob sie jetzt geschehen würde. Nimm exakt die entsprechende
Körperhaltung ein. Nimm auch kurz ein - vielleicht unangenehmes -
Gefühl wahr.

4. Stell Dich wieder auf NP. Verändere Deine Körperhaltung. Geh


vollkommen aus dem Gefühl in VS heraus. Bewege Dich und
schüttle Dich. Stelle Dir zwischen Deinem Ort jetzt und VS eine
Glasmauer vor. In NP bist Du geschützt und vollkommen sicher.
Bevor Du den nächsten Schritt machst, stelle fest, daß Du von VS
vollständig dissoziierst bist. Du kannst VS von außen in einer
neutralen und interessierten Haltung beobachten und bleibst dabei in
einem guten inneren Zustand.

5. a) Bleib auf NP stehen. Betrachte jetzt VS: Welche Eigenschaft,


Fähigkeit, innere Einstellung, Verhaltensweise etc. würde Dir in VS
gutttun? Was davon ist das wichtigste? Was wünscht Du Dir am
meisten?

b) Denke jetzt an jemanden, der in hohem Maße genau diese


Eigenschaft, Fähigkeit usw. verkörpert und der Dir als Mentor
(Berater/in, Ideengeber/in) helfen kann. Ein Mentor kann eine Person
sein, die Du kennst oder gekannt hast, eine Person aus der
Geschichte, aus einem Film oder einem Roman, ein Fantasie-Wesen,
ein Schutzengel, ein Tier, eine Pflanze, oder .

c) Stelle Dir diesen Mentor auf M1 vor. Nimm von außen die
Körperhaltung, die Bewegung der Hände, den Gesichtsausdruck, die
Ausstrahlung Deines Mentors wahr.
6. Stelle Dich auf M1 und gehe in den Körper des Mentors hinein.
Erlebe Deinen Mentor von innen. Mach die Körperhaltung, die
Bewegung der Hände, den Gesichtsausdruck, die Ausstrahlung
Deines Mentors nach. Erlebe das Lebensgefühl des Mentors.

(Wenn im Hineingehen ein unangenehmes Körpergefühl aktiviert


wird, dann gehe von M1 wieder auf NP. Bewege Dich und schüttle
Dich, bist Du wieder in einem guten inneren Zustand bist. Dein
Unbewußtes hat Dir gesagt, daß dieser Mentor für Dich nicht
geeignet ist. Such Dir einen anderen Mentor).

7. Du bist jetzt Dein Mentor. Blicke als Mentor nach vorne auf VS
und gib Dir da vorne Ratschläge, Ideen, Tips. Erzähle aus Deiner
Lebenserfahrung als Mentor, was in VS verändert werden kann.
Merke Dir diese Ratschläge.

8. Stelle Dich auf NP und wiederhole den Schritt 6 für irgendetwas


anderes, was Dir in VS guttun würde. Laß Dir dafür einen zweiten
Mentor einfallen. Denke Dir diesen zweiten Mentor am Ort M2.

9. Stelle Dich auf M2 und wiederhole die Schritte 6 und 7 für den
zweiten Mentor.

10. Stelle Dich auf NP und wiederhole den Schritt 6 für irgendetwas
ganz anderes, was Dir in VS guttun würde und was Dir bislang noch
nicht eingefallen ist. Welche ganz andere Eigenschaft, Fähigkeit
würde Dir in VS helfen? Laß Dir dafür einen dritten Mentor
einfallen. (Versuche es auch mit Mentoren des anderen Geschlechts).
Denke Dir diesen dritten Mentor am Ort M3.

11. Stelle Dich auf M3 und wiederhole die Schritt 6 und 7 für den
dritten Mentor.
12. Stelle Dich auf RS. Deine drei Mentoren stehen hinter Dir und
Du spürst ihre Ausstrahlung. Stelle Dir dann vor, daß die drei
Mentoren auf Dich zukommen und Dich am Rücken sanft berühren.
Höre die Ratschläge der drei Mentoren, jeder mit seiner Stimme. Laß
diese Botschaften in Deinen Körper einströmen. Genieße diesen
Zustand. Verteile das gute Körpergefühl im Ausatmen in Deinen
ganzen Körper. Merke Dir Dein Atemmuster. Verbleibe für den Rest
der Übung genau in diesem Atemmuster.

13. Gehe jetzt von RS zu VS. Erzähle dir selbst die Botschaften
Deiner Mentoren. Laß den Verschmelzungsprozeß geschehen. Nimm
alles Neue in dieser Situation wahr. Schau Dich um, höre zu und
fühle, was jetzt alles anders ist. Genieße Deine Fähigkeit, neue Ideen
zu erfahren und Situationen auf selbstbestimmte Weise zu verändern.

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Meta-Mirror nach Robert Dilts

1. Problempartner suchen
Denke an einen Menschen in deinem Leben, mit dem du deiner
Meinung nach große Schwierigkeiten hast.

2. Das Verhalten des anderen benennen (aus der 1. Position)


Stelle dir vor, diese Person stünde hier direkt vor dir, und du
betrachtest sie aus deiner Position heraus. Benenne das Verhalten
dieser Person, das die Kommunikation mit ihr für dich so schwierig
macht. Es könnte beispielsweise "unsensibel", "abwertend",
"konkurrierend" oder "inkongruent" sein.

3. Das eigene Verhalten benennen (von der Metaposition)


Gehe dann in die von der Beziehung dissoziierte Metaposition und
betrachte dein eigenes Verhalten in der Beziehung zu dieser Person.
Wie würdest du dein eigenes Verhalten benennen? Ist es
beispielsweise "hilfreich", "wütend", "ängstlich" oder anders?

4. Systemische Abhängigkeit beachten (von der Metaposition)


Bleibe in der Metaposition und achte darauf, wie dein Verhalten
praktisch mit dem Verhalten der anderen Person zusammenhängt, es
auslöst oder verstärkt. Stelle dir die Frage, wie würde die andere
Person sich verhalten, wenn du nicht da wärest? Würde die andere
Person ihre Verhaltensweise auch ohne deine Anwesenheit
aufrechterhalten?

5. Neue Verhaltensweisen erwägen (von der Metaposition)


Denke darüber nach, welche anderen Möglichkeiten du hast, sonst
noch auf jene Person zu reagieren. Könntest du deine
Verhaltensweisen dieser Person gegenüber verändern? Weißt du,
weshalb du dein Verhalten dieser Person gegenüber beibehältst?
6. Das eigene Verhalten sich selbst gegenüber benennen (von der
4. Metaposition)
Jetzt möchte ich dich bitten, einen weiteren Schritt zur Seite zu tun in
eine vierte Metaposition, von wo aus du dich selbst in dieser
Interaktion betrachten kannst. Wie behandelst du (das Selbst auf der
inneren Metaposition) dich selbst (das Selbst deiner äußeren ersten
Position) in dieser Interaktion? Beispielsweise "forcierend",
"wütend", "verurteilend", "kreativ". Stelle fest, auf welchen
neurologischen Ebenen, Verhalten, Fähigkeit, Glaubenssätze,
Identität, die verschiedenen Reaktionen auftauchen. Überprüfe
danach, inwiefern deine Reaktion auf dich selbst ein Spiegel davon
ist, wie der andere Mensch sich dir gegenüber verhält. (Stelle dann
fest, wie dein äußeres Selbst auf die Reaktion deines Selbst der
inneren Metaposition reagiert.)

7. Positionentausch (von der 4. Metaposition)


Prüfe, wie es ist, wenn du deine Reaktion aus der Metaposition auf
dich selber jetzt aus der ersten Position auf den anderen richtest, und
wie es ist, wenn du deine Reaktion aus der ersten Position auf den
anderen von der Metaposition aus auf dich selber richtest. Achte
aufmerksam darauf, wie diese Vertauschung das System und die
Bedeutung der Reaktionen verändert.

8. Selbstwahrnehmung (aus der 2. Position)


Gehe nun in die Position der anderen Person. Sieh dich selber mit
den Augen der anderen Person und nimm wahr, wie dein Verhalten
aus dieser Perspektive erscheint. Was benötigst oder willst du aus der
Sicht der anderen Person von dir selbst?

9. Re-Assoziation (in die veränderte 1. Position)


Gehe in die durch die Reaktion der dritten Position veränderte erste
Position zurück und achte darauf, wie sich deine Reaktionen und
deine Sichtweise verändert haben.
10. Fortsetzung
Fahre fort, die Perspektiven zu wechseln, und füge verschiedene
Reaktionsmöglichkeiten (auf der jeweils richtigen Ebene) hinzu, bis
du das Gefühl hast, daß die Beziehung ausgewogener ist.

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Meisterschüler. Der


Zauberlehrling, Teil II. Das NLP-Lern- und Übungsbuch,
Paderborn 1996. Copyright Junfermann 1996. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Sprachliche Muster des Milton-Modells

Tilgungen

● ... und du freust dich


● ... und du fühlst dich wohl
● ... es ist angenehmer, sich bequem hinzusetzen
● ... offensichtlich kannst du das besonders gut
● ... erstaunlicherweise

Modaloperatoren

● ... du mußt das gar nicht beachten


● ... es ist nicht notwendig, die Augen zu öffnen
● ... es ist möglich, mit offenen Augen in Trance zu gehen
● ... du kannst dich entspannen
● ... du bist in der Lage, dich wohlzufühlen
● ... du bist fähig, daraus zu lernen

Nominalisierungen

● ... Neugier ... Wissen ... Lernen


● ... eine tiefe Entspannung
● ... eine tiefe Empfindung

Generalisierungen

● ... man ... Umstände ... Bedürfnisse

Universalquantoren

● alle ... jeder ... irgendein ... nichts ... niemand ... nirgends
Verlorener Performativ (allgemeine Urteile)

● ... es ist leicht ... es ist angenehm ... es ist wahr


● ... das ist die richtige Art zu entspannen
● ... es ist gut, seine Gedanken loszulassen

unbestimmte Verben

● ... du kannst geschehen lassen


● ... du kannst fühlen, empfinden
● ... du kannst loslassen
● ... du kannst tun
● ... du kannst dir erlauben

kausales Modellieren

● ... und ... während ... im Verlauf ... danach ... bevor ... indem
... das macht ... das verursacht ... das bringt dich ... das
bewirkt ... das zwingt ... das verlangt ... je mehr, desto mehr
...

Gedankenlesen

● ... und während du dich immer wohler fühlst, wirst du


merken, wie ...
● ... und du fragst dich vielleicht, wie ...
● ... und du weißt vielleicht ...
Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Meisterschüler. Der
Zauberlehrling, Teil II. Das NLP-Lern- und Übungsbuch,
Paderborn 1996. Copyright Junfermann 1996. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Beispiele zum Meta-Modell

Unvollständige Zeitwörter

Wir haben uns immer bemüht


Ich kann mit ihm nicht umgehen.
Ich fühle mich wie gelähmt.
Das bringt nicht.
Das geht nicht.

Unvollständige Hauptwörter

Es sollte wirklich etwas gemacht werden.


Ich kann sie ja verstehen.
Mir ist das alles zuwider.
Die Verkehrssituation hat sich verbessert.
Jeder ist für eine menschengerechte Stadt.

Nominalisierungen

Immer diese Langeweile.


Ich trage die Verantwortung.
Ich habe Angst.
Wir sichern die Arbeitsplätze.

Verallgemeinerungen (Generalisierungen)

Man kann niemanden vertrauen.


Alle Politiker sind korrupt.
Es hilft alles nichts.
Es ist immer das Gleiche mit Dir.
Immer diese Langeweile.

Modalwörter (sollen, wollen, können, müssen, dürfen)

Das kann ich unmöglich sagen.


Wir dürfen nicht mehr fordern.
Wir müssen das erledigen.
Wir sollen nicht zu spät kommen.

Sie wollen doch auch mithelfen.

Unbestimmte Verben

Er hat mich verletzt.


Meine Frau will mich ärgern.
Ich zeige ihr doch, daß ich sie mag.
Wir haben uns immer bemüht.
Ich kann damit nicht umgehen.

Unbestimmter Inhaltsbezug

Das würde mir gut tun.


So etwas macht man nicht.
Es ist mir peinlich.
Jeder hat manchmal solche Gefühle.
Das behaupten alle über dich.
Tilgung/Löschung

Ich habe ein Problem.


Ich fürchte mich.
Sie sucht sich immer das Beste aus..
Ich war in einer Beratung.
Es fällt mir schwer zu sprechen.

Ursache - Wirkung

Dein Jammern ärgert mich.


Sein Auftreten macht mir Angst.
Ich bin enttäuscht weil du nicht kommen willst.
Deine Kleidung stört mich.
Sie macht mir viel Kummer.

Gedanken lesen

Er / Sie sollte doch wissen, daß ich das nicht mag.


Wenn er mich wirklich liebt, dann tut er es nicht.
Mit diesem Thema will ich dich nicht belästigen.
Das würde sie überfordern.
Du denkst nie an die Konsequenzen.

Verlorene Zitate

Brave Mädchen tun das nicht.


Das ist nicht seriös.
Ein richtiger Mann kann sich durchsetzen.
Eigenlob stinkt.
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Ein Beispiel für eine isomorphe Metapher-Geschichte

Im Folgenden möchte ich Ihnen eine Metapher vorstellen, die für


eine siebzigjährige Frau geschrieben wurde, die hohen Blutdruck
hatte. Ich vermutete, daß ein bestimmtes Verhalten zu dieser
körperlichen Reaktion zumindest beitrug. Diese Frau war ihr ganzes
Leben lang sehr tüchtig und sehr willensstark. Als sie im hohen Alter
merkte, daß ihre Kräfte langsam nachließen, gab sie ihre Ansprüche,
wie ihr Haushalt zu organisieren sei, nicht auf, sondern bestimmte
ihren Mann für Tätigkeiten, die sie selber nicht mehr ausführen
konnte. Da der jedoch seinen Lebensabend genießen wollte,
entwickelte er Widerstände gegen die ihm von seiner Frau
übertragenen Aufgaben. Er investierte sehr viel Zeit in morgendliche
Körperpflege, las ausgiebig die Zeitung, bevor er sich zu
irgendwelchen Aufgaben aufraffen wollte. Und diese Aufgaben
führte er sehr nachlässig aus. Das ärgerte seine Frau über alle Maßen.
Ihr Gesprächsstoff mit mir bestand zuletzt nur noch in zornigen
Anklagen gegen die Faulheit ihres Mannes.

Ich wollte darauf hinwirken, daß diese Frau das Verhalten ihres
Mannes anders wahrnehmen konnte. Statt sich über seine "Faulheit"
zu ärgern, sollte sie die positive Seite seiner "Putzsucht" erkennen.
Außerdem wollte ich erreichen, daß sie sich freuen konnte, ihn
immer noch bei sich zu haben. Notwendige Hilfeleistungen ihres
Mannes sollte sie mit List durchsetzen.

Als Ressource wählte ich ihre Intelligenz und ihre Neugier. Sie hatte
oft berichtet, was sie mit ihrer Intelligenz hätte im Leben erreichen
können, wenn es in ihrer Jugend für sie Ausbildungschancen
gegeben hätte.

Da sie Tiergeschichten liebte, wählte ich für die Metapher diese


Inhaltsebene. Das Eheverhältnis drehte ich um. Für sie wählte ich
einen Papagei, der die Satirkategorie "Ankläger" spiegelt. Für ihren
Mann wählte ich eine Katze.

"Die Katze und der Papagei"

Du weißt sicher, daß es Menschen gibt, die an Seelenwanderung


glauben. Sie sind davon überzeugt, daß sie in ihrem früheren Leben
irgendein Tier gewesen sind oder eine Pflanze. Nun kann man davon
halten, was man will. Ich jedenfalls habe gehört, daß es einen fernen
Stern geben soll, auf dem leben noch keine Menschen, sondern nur
Tiere. Daran ist ja nichts Ungewöhnliches. Auch unsere
Wissenschaftler sind davon überzeugt, daß es auf anderen Sternen
lebende Wesen gibt. Und sie suchen danach. Das Seltsame an der
Geschichte, die ich gehört habe, ist jedoch, daß die Tiere sich dort
auf dem fremden Stern so verhalten, als wären sie Menschen, d.h. sie
können sprechen und arbeiten und viele andere Dinge, die auf
unserem Planeten nur die Menschen können. Das Kurioseste aber ist,
daß die Tiere auf jenem Stern in der Regel Mischehen eingehen.
Zum Beispiel ist es dort nicht ungewöhnlich, wenn ein Elefant eine
Tigerin heiratet und eine Kuh einen Eisbären. Was die sich dabei
denken, weiß ich nicht.

Die Geschichte, die ich gehört habe, handelt von einem Papagei, der
sich mit einer Katze vermählt hatte. Sie liebten sich sehr, aber
trotzdem gab es Probleme. Und auch das ist ja eigentlich nicht
ungewöhnlich, wenn man bedenkt, wie verschieden dieses Ehepaar
war. Man stelle sich vor, ein prächtiger bunter Papagei und eine
graue Katze. Aber der äußere Unterschied zwischen den beiden war
gar nicht das Problem. Vielmehr gab es deshalb Schwierigkeiten,
weil beide in ihrem Wesen so verschieden waren. Die Katze war
ganz zufrieden mit der Wahl, die sie getroffen hatte. Nur der Papagei
war es nicht so ganz. Nicht, daß er sich nach einer anderen Partnerin
sehnte, nein, das war es nicht. Er wollte nur, daß die Katze nicht so
eigenwillig sein sollte, wie sie als Katze nun mal war. Es gab halt
einige Dinge im Verhalten der Katze, die der Papagei nicht ausstehen
konnte, z.B. daß sie jeden Morgen so ausgiebig ihr Fell pflegte.
Während er bereits früh aufgestanden war, das Frühstück bereitet
hatte und schon viele andere Dinge erledigt hatte, war sie immer
noch beim Pfötchenlecken, mit Ohrenputzen und Schwanzglätten
beschäftigt, und ließ sich so viel Zeit, wie sie mochte. Der Papagei
regte sich dann fürchterlich auf und zeterte, daß sie sich doch
gefälligst beeilen sollte, da sie noch etwas zu erledigen hatte. Aber
die Katze ließ sich Zeit. Sie war ganz einfach faul, drehte sich gerne
herum und schnurrte vor sich hin, las die Zeitung und hörte und sah
nichts, was um sie herum geschah. Das führte dazu, daß der Papagei
sich um alles selber kümmern mußte; denn bis er der Katze
klargemacht hatte, was zu tun war, und sie aufgescheucht hatte, um
die Sache zu erledigen, verging viel zu viel Zeit. Deshalb tat er die
notwendigen Dinge lieber selber. Dann brauchte er sich auch nicht
zu ärgern und aufzupassen, ob sie es auch richtig machte.

Das Dumme war aber, daß der Papagei in letzter Zeit einen lahmen
Flügel bekommen hatte. Er konnte den Haushalt und den Garten, und
auch die Werkstatt nicht mehr allein versorgen. Es war jetzt einfach
notwendig geworden, die Katze zu Arbeiten heranzuziehen. Die sah
das auch ein und erklärte sich zur Hilfe bereit. Aber sie konnte ihr
Wesen nicht ändern. Sie sah immer noch nicht, wo Arbeit notwendig
war, und hörte immer noch nicht richtig zu, wenn der Papagei ihr
irgend etwas erklärte. Das brachte den Papagei zur Raserei. Selbst
wenn er ihr einen Auftrag gab, und sie ihn besorgen ging, geschah es
oft, daß sie zurückkam, und die Hälfte war verkehrt. Der Papagei
raufte sich dann seine Kopffedern und schrie und krächzte, was sie
mit diesem Katzenvieh wohl anfangen sollte. Dabei hatte es schon
ungeheure Mühe gekostet, sie überhaupt vom Frühstückstisch
aufzuscheuchen und loszuschicken, daß er schon fast
zusammenbrach, so viel Kraft kostete es. Und dann kam diese Katze
mit so etwas zurück! Der Papagei war ganz verzweifelt. Die Katze
kümmerte sich weiterhin um nichts, lag faul herum, putzte sich, fraß
ungeheure Mengen und schlief dann wie ein Bär. Und er konnte tun
und machen, sie dachte gar nicht daran, sich zu ändern. Das machte
ihn ganz krank. Sein Flügel tat ihm weh und er jammerte und
versuchte immer wieder, sie zur Veränderung ihres Verhaltens zu
bringen. Aber an der Situation änderte sich nichts. Sein Ärger nahm
und nahm kein Ende.

Da kam eines Tages der Fuchs zu Besuch. Da der Papagei wußte,


daß der Fuchs ein kluges Tier war, klagte er ihm sein Leid und fragte
um Rat.

"Da kann ich helfen", sagte der Fuchs."Sage mir, was du willst. Ich
könnte z.B. die Katze fressen, dann bist du sie los." - "Nein, nein",
sagte der Papagei, "dann wäre ich ja allein. Ich will sie schon
behalten." - "Dann könnte ich sie vielleicht beißen zur Strafe für ihr
ekelhaftes Verhalten." - "Nein, das ist auch nicht gut", sagte der
Papagei. "Dann ist sie krank und ich muß sie pflegen." - "Und was
hältst du davon, wenn ich einen jungen Kater auf sie hetze, der sie
auf Trab bringt?" "Das finde ich auch nicht gut. Sie könnte auf
falsche Gedanken kommen und dann bin ich sie auch los. Nein, du
sollst etwas tun, damit sie sich ändert, daß sie sich nicht mehr
solange putzt, und nicht so faul ist und sich mehr kümmert und hilft,
damit ich mich nicht mehr ärgern muß."

"Das steht nicht in meiner Macht", sagte der Fuchs. "Gott hat die
Tiere jedes mit einem bestimmten Wesen und mit einem bestimmten
Charakter ausgestattet, und das kann man nicht ändern. Aber für dich
wüßte ich ein Mittel."

"Für mich ein Mittel? Wieso für mich? Ich muß mich doch nicht
ändern! Das Problem ist die Katze!" - "Ja", sagte der Fuchs. Aber es
gibt trotzdem ein Mittel für dich." Der Papagei zögerte, weil ihm das
nicht einleuchtete. Aber da Papageien klug und neugierig sind, war
er einverstanden. "Und was ist das für ein Mittel?" - "Ganz einfach",
sagte der Fuchs, "du brauchst dich nur zu bücken und durch die
Beine zu sehen." - "Was soll das?" schimpfte der Papagei. "Versuchs
nur", sagte der Fuchs, "und erzähle mir, was du siehst." Der Papagei
bückte sich und guckte durch seinen Beine. "Ich sehe, was ich sonst
auch sehe, sagte er, nichts hat sich geändert." - "Sieh' genau hin",
sagte der Fuchs. Der Papagei versuchte es nochmals. "Hhm, ja, ich
sehe den Tisch, die Stühle, den Schrank, die Blumen, na ja, aber alles
anders herum. Es steht alles auf dem Kopf." - "Na, also, dann ist dir
auch geholfen", sagte der Fuchs. Wenn du dir aus einer solchen
Haltung heraus deine Katze anschaust, wird sich dein Problem
lösen." Und er verabschiedete sich höflich.

Als er weg war, fing der Papagei an, sich wieder zu ärgern über den
dummen Rat, den der Fuchs ihm gegeben hatte. Was sollte das
ändern, die Katze umgekehrt anzuschauen. Aber da er, wie gesagt,
neugierig war, probierte er es. Zunächst konnte er nichts Wichtiges
feststellen, wenn er das graue faule Ungeheuer durch seine Beine
betrachtete. Dann merkte er aber plötzlich, daß sich doch etwas
verändert hatte. Ihm wurde klar, daß er sich nicht mehr ärgern
konnte. Zunächst wollte er es nicht glauben und versuchte, Ärger in
sich hochkommen zu lassen. Es ging nicht. Und es ging darum nicht,
weil ihm bei diesem Anblick ganz andere Gedanken in den Sinn
kamen. Wenn er sich jetzt die Putzsucht seiner Katze durch die Beine
ansah, dachte er: "Eigentlich habe ich eine feine Frau, wie sie nicht
jeder Papagei hat. Sie wirkt so jugendlich, und wie ihr Fell glänzt!"
Und dann freute er sich. Und wenn er sich ihre Faulheit auf diese
Weise ansah, dachte er: "Sie verausgabt sich nicht, sie spart ihre
Kräfte, also wird sie mir lange erhalten bleiben, und ich werde nie
einsam sein." Und er war froh darum. Und wenn er sie jetzt ansah,
wie sie sich um nichts kümmerte, dachte er: "Sie braucht mich, ohne
mich kann sie nicht leben, und so wird es bleiben." Und dann
lächelte er zufrieden.

Und noch etwas änderte sich. Wenn Dinge zu tun waren, die er nicht
tun konnte, schimpfte und scheuchte er sie nicht mehr. Er war listig
geworden. Er überlegte sich immer, wie er sie mit List dazu bringen
konnte, das zu tun, was er wollte, denn er war ja klug. So fiel ihm
ein, eine Maus auszusetzen, wenn sie Staub wischen sollte und keine
Lust dazu hatte. Dann sauste sie hinter der Maus her durch die ganze
Wohnung und wischte so ganz nebenbei mit ihrem flauschigen
Schwanz allen Staub weg. Dann feixte der Papagei sich eins, sah
dem Spiel zu und überlegte sich gleich ein neues. Außerdem war er
auf die Idee gekommen, was wohl geschähe, wenn er seiner Katze
einmal vorführte, wie es ist, wenn jemand sich so verhält wie sie. Er
kümmerte sich also nicht mehr um alles, putzte sich morgens auch
etwas ausgiebiger und fing an, ein bißchen faul zu werden. Und er
war ganz überrascht, was für eine Wirkung das auf seine Katze hatte.

Daß der Papagei sich nicht mehr ärgerte, hatte noch andere
überraschende Folgen. Die Nachbarn wurden aufmerksam. "Was für
ein hübscher, angenehmer und freundlicher Vogel er doch ist",
sagten sie. "Immer lacht er und hat lustige Dinge zu erzählen." Und
sie rissen sich darum, seine Freunde zu sein.

Und so lebte der Papagei froh dahin, pfiff ein Lied, versammelte
seine Freunde um sich und lebte mit der Katze zufrieden zusammen,
ich glaube, bis heute. Denn auf dem Stern, von dem ich berichtete,
gibt es, glaube ich, keinen Tod. Jedenfalls habe ich es so gehört."

Die Wirkung dieser Metapher war überraschend. Der Blutdruck der


alten Dame normalisierte sich, so daß sie keine Medikamente mehr
brauchte. Dieser Zustand hat bis heute, das sind nahezu 10 Jahre
nach der Intervention, angehalten. Interessant war auch, daß sie mir
wenig später berichtete, was sie sich alles (listig) ausgedacht hatte,
um ihren Mann zu notwendigen Hilfeleistungen zu bewegen.
Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Meisterschüler. Der
Zauberlehrling, Teil II. Das NLP-Lern- und Übungsbuch,
Paderborn 1996. Copyright Junfermann 1996, Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Moment of Excellence

1. Ressource-Situationen finden

Denke bitte an drei Situationen in deinem Leben, in denen du ein


Maximum deiner Fähigkeiten zur Verfügung hattest. Situationen, in
denen du in einer excellenten Verfassung warst, oder wie immer du
das nennen willst. Und zeige mir an, wenn du die erste, zweite, dritte
gefunden hast.

2. Auswahl der Situation

Jetzt möchte ich, da du von diesen drei Situationen eine auswählst,


die du im Moment am schönsten findest. Sie sollte nach Mîglichkeit
hier darstellbar sein. Die Situation sollte nicht im Hier und Jetzt sein,
sondern aus der Erfahrung des Klientens stammen.

3. Darstellung der Situation

a) im Präsens ansprechen:
Gehe bitte in deiner Vorstellung in den Moment der Situation,
wo sie am schönsten ist. Wo bist du da?

b) in die Situation hypnotisieren:


Wie ist deine Körperhaltung dabei? Ihr laßt den Klienten
möglichst die identische Körperhaltung einnehmen.

c) V.A.K.O.-Hypnose:
Was siehst du, wenn du in dieser Haltung in dem Moment bist?
Was hörst du, fühlst du, riechst du und schmeckst du?
Wiederholt am besten jeweils die Informationen, die ihr schon habt,
verbunden mit "während", und fragt dann nach den
Wahrmehmungen im jeweils nächsten Repräsentationssystem.
d) Prozeinstruktionen:
Wenn ihr durch alle Repräsentationssysteme durch seid, sagt ihr
einfach: Gehe bitte noch einmal in die Situation hinein und
vergegenwärtige dir, was der absolut schönste Moment ist.
Zusätzlich könnt ihr sagen: Du kannst auch diesen schönsten
Moment in deiner subjektiven Zeit länger machen, auch wenn
du objektiv nur eine Sekunde drin bist. Mache ihn subjektiv
länger und genieße ihn. Dabei achtet ihr noch einmal voll auf die
Physiologie und auf kleine Bewegungen, die vielleicht dazugehören.

4. Separator-State

5. Instruktionsfeedback

Jetzt gebt ihr das, was ihr physiologisch beobachtet habt, als
detaillierte Instruktion. Dabei modelliert ihr euren Klienten in die
entsprechende Physiologie mit den dazugehörenden
ideomotorischen, also unbewußten Bewegungen. Ziel ist es,
diejenigen zu instruieren, die der Klient benutzen kann, um die
Moment-of-Excellence-Physiologie zu kommen, vermittelt über
diesen jetzt bewußt verfügbaren kinästhetischen Selbstanker.

6. Future Pace

Suche dir eine Situation in der Zukunft aus, wo du diese


Erfahrung gerne zur Verfügung hättest. Und mache ein kleines
Ritual oder irgendetwas, was sicherstellt, da du dich in dieser
Situation an diese Bewegung (den Selbstanker) erinnerst.

7. Pre-Reframing

Ihr macht ein vorbeugendes Reframing für die Situationen, in denen


es noch nicht ökologisch wäre, diese Moment-of-Excellence-
Physiologie zur Verfügung zu haben.

Quellenangabe: Thies Stahl, Triffst du 'nen Frosch unterwegs


... . NLP für die Praxis, 6. Auflage, Paderborn 1995.
Copyright Junfermann 1995. Mit freundlicher Genehmigung
des Junfermann Verlages.
Das kinästhetische Selbst

K: Das kinästhetische Selbst ist ein Gefühl, das auf einem kleinen
(meist eng abgegrenzten) Bereich des Körpers konzentriert ist.

Gewöhnlich tritt es im Bauch auf: der Ki-Punkt im Aikido, etwas


unterhalb des Nabels.

Das Gefühl bezieht sich auf das Selbst-Bild (V) und wird von einem
inneren Dialog (A) begleitet.

Copyright Lucas Derks 1996, E-Mail: . iep@pi.net


Phobietechnik

1. Erste Dissoziation:
"Ich möchte, daß Du Dir vorstellst, Du säßest in der Mitte eines
Kinos und könntest auf der Leinwand ein Schwarz/weiß-Foto sehen,
das Dich selbst zu einem Zeitpunkt unmittelbar vor Eintreten der
phobischen Reaktion zeigt."

2. Zweite Dissoziation:
"Dann möchte ich, daß Du aus Deinem Körper heraustrittst und zum
Projektionsraum des Kinos hinaufschwebst, von wo aus Du Dich
selbst dabei beobachten kannst, wie Du Dich selbst auf dem
stehenden Bild anschaust. Von dieser Position aus kannst Du also
sehen, wie Du selbst in der Mitte des Kinos sitzt, und Du kannst
Dich selbst außerdem auf dem Foto auf der Leinwand sehen."

3. Film ab:
"Nun möchte ich, daß Du dieses Foto auf der Leinwand in einen
Schwarz-Weiß-Film verwandelst und diesen Film anschaust vom
Anfang bis kurz nach dem Ende der unangenehmen Erfahrung."

4. Assoziation und Rücklauf in Farbe:


"Wenn Du zum Ende kommst, möchte ich, daß Du den Film als Bild
oder als Dia anhältst, in das Bild hineinspringst und den Film
rückwärts ablaufen läßt. Die Leute werden alle rückwärtslaufen, und
alles wird in umgekehrter Reihenfolge ablaufen, genau wie wenn
man einen Film zurückspult - nur wirst Du in dem Film sein. Laß ihn
in Farbe rückwärtslaufen und mach dies in nur ein oder zwei
Sekunden."

5. Test 1:
"Überlege nun, wovor Du eine Phobie hast. Siehst Du, was Du sehen
würdest, wenn Du tatsächlich dort wärst?"
6. Test 2:
"Kannst Du hier in der Nähe einen Ort finden, wo Du die Wirkung
testen kannst?"

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Zauberlehrling. Das NLP-


Lern- und Übungsbuch, 2. überarbeitete Auflage, Paderborn
1993. Mit freundlicher Genehmigung des Junfermann-
Verlages.
Phobie-Technik mit Ressourcenanker

0. Anker testen

1. Eine gefühlsmäßig stark unangenehme Situation finden


"Gibt es eine Situation, in der Du starke unangenehme Gefühle erlebt
hast, die Du verändern möchtest?"
(Dafür sorgen, daß A nicht in die Problemsituation hineingeht!)

2. Kurzreframing
"In welchen Situationen ist es sinnvoll, gefühlsmäßig in dieser Weise
und in diesem Ausmaß zu reagieren?"

3. Eine Ressource für die Problemsituation finden


"Welche Fähigkeit könnte Dir helfen, die Situation anders zu
erleben?"

4. Ressource vergegenwärtigen lassen und ankern


"Wann hast Du diese Fähigkeit schon mal zur Verfügung gehabt?
Was ist das für eine Situation ...

● - was siehst Du?


● - was hörst Du?
● - was fühlst Du?
● - vielleicht gibt es auch einen typischen Geruch oder
Geschmack?"

5. A sich dissoziieren lassen


"Stell Dir vor, irgendjemand hätte die Problemszene mit der
Filmkamera aufgenommen, und Du nimmst Dir jetzt vor, diesen
Film anzusehen. Du sitzt gemütlich im Zuschauerraum eines Kinos...
und jetzt beginnt der Film ..."
Anker drücken !!!

"Und jetzt fängt der Film an zu laufen und Du schaust ihn Dir an ...

● - Du siehst ... (Schilderung wiederholen)


● - Du hörst ... (Schilderung wiederholen)
● - und Du fühlst Dich dabei ganz .... (Ressource)

(wenn vorhanden, auf Geruchs- und Geschmacksdimensionen


hinweisen)

6. A sich assoziieren lassen


"Und jetzt stell Dir vor, es wäre möglich, in einen laufenden Film
einzusteigen. Geh noch mal zurück an den Anfang. Der Film beginnt
wieder zu laufen. Und Du entschließt Dich noch mal mitzuspielen.
Du gehst die kleine Treppe zur Bühne hoch ..."

Anker drücken !!!

"... und steigst einfach ein auf eine Art, die Dir gefällt. Nimm
Beziehung auf oder gehe ganz hinein und erlebe die Situation noch
einmal ganz neu ...

● - Schau sie Dir an ...


● - Hör genau hin ...
● - Was fühlst Du jetzt ...

(Mischphysiologie muß kommen)

7. Transfer in die Zukunft (Future-Pace) ohne Anker


"Kannst Du Dir vorstellen, daß Du in nächster Zeit in eine ähnliche
Situation kommst ..."
(Situation vorstellen lassen, auf Mischphysiologie achten)

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Zauberlehrling. Das NLP-


Lern- und Übungsbuch, 2. überarbeitete Auflage, Paderborn
1993. Mit freundlicher Genehmigung des Junfermann-
Verlages.
Timeline Traumatechnik - nach C. und St. Andreas

1. Bodentimeline auslegen
Suche dir in diesem Raum einen Ort, der für dich die Gegenwart
markieren soll. Bestimme von hier ausgehend entsprechend deiner
inneren Zeitvorstellung, wo entlang die Vergangenheit und wohin
sich deine Zukunft erstreckt.

2. Phobisches Erleben dissoziiert erinnern


Blicke zurück auf deine Vergangenheit und erinnere dich an drei
unangenehme Ereignisse mittleren Ranges. Gehe dann zu dem Ort
des jüngsten Ereignisses auf eine Position neben deiner Timeline und
schau dir das erste Bild dieses Ereignisses kurz wie auf einem
kleinen Schwarz/weiß-Fernseher an.

3. Dissoziation in schwarz/weiß
Bleibe in dieser Position und lasse deine Erinnerung als einen
Schwarz/weiß-Film ablaufen. Schau ihn dir bis zum Ende an und
halte ihn dann an.

4. Re-Assoziation rückwärts und in Farbe


Tritt dann wieder auf deine Timeline und steige in dieses Bild ein.
Lasse dann das Geschehen schnell in Farbe rückwärts bis zum
Anfang des Geschehens ablaufen.

5. Dissoziieren und zweites und drittes Ereignis verändern


Tritt dann wieder aus deiner Timeline heraus und verfahre mit dem
zweiten und dritten Ereignis wie mit dem ersten.

6. Sichtung des Gedächtnisses


Jetzt möchte ich dein Unbewußtes bitten, in deiner Vergangenheit
auf einer unbewußten Ebene alle anderen Ereignisse deines Lebens
durchzusichten und die unangenehmen Erlebnisse von jenen zu
trennen, die neutral oder angenehm waren. Mit den unangenehmen
werden wir dann etwas Bestimmtes machen. Dein Unbewußtes kann
dir ein Signal geben, um dir mitzuteilen, wann es mit der Durchsicht
fertig ist. Du könntest etwas hören, oder irgend etwas sehen, oder
einfach ein Gefühl bekommen, fertig zu sein.

7. Unbewußte Veränderung der unangenehmen Erlebnisse

a. Gelerntes bewahren
Und jetzt können diese Erlebnisse so verändert werden, daß du alle
Lernerfahrungen, die du bewahren möchtest, behalten kannst, nur
verbunden mit neuen Gefühlen.

b. Erster Teil der Phobietechnik mit dem unangenehmen


Erleben durch das Unbewußte
Du hast vorhin erlebt, was geschieht, wenn wir mit der
Phobietechnik arbeiten. Du hast dich selbst in einiger Entfernung
gesehen und konntest dich beim Anschauen des Films wohlfühlen, so
als ob das alles vor langer Zeit einer anderen Person geschah. Dein
Unbewußtes hat das auch erlebt. Und jetzt kann dein Unbewußtes
dieselbe Vorgehensweise auf all diese unangenehmen Erlebnisse in
der Vergangenheit anwenden. Es ist gut, daß dein Unbewußtes weiß,
wie die Phobietechnik funktioniert, weil die Prozesse auf der
unbewußten Ebene viel schneller ablaufen. Und ich weiß nicht, wie
schnell dein Unbewußtes all deine unangenehmen vergangenen
Erlebnisse gründlich verändert, indem es aus ihnen dissoziierte
kleinere Bilder macht, die Farbe herausnimmt und sie weiter
wegschiebt. Auf der unbewußten Ebene kannst du bemerken, wie
diese Erinnerungen, wenn sie alle aufeinanderfolgend in der Zeit
angeordnet sind, so daß du sie alle auf einmal sehen kannst, nicht
mehr bedeutsam zu sein scheinen, weil dein Unbewußtes weiß, wie
es mit unangenehmen Dingen umgehen muß.

c. Rückwärts von der Gegenwart aus durch die Vergangenheit


gehen.
Und es gibt noch etwas, was dein Unbewußtes tun kann, so daß du
dich völlig von den Gefühlen lösen kannst, die du in diesen
Erlebnissen hattest. Um dies zu bewirken, kann dein Unbewußtes all
deine vergangenen Erlebnisse, die dein Leben von seinem Beginn bis
jetzt enthält, in der richtigen Reihenfolge in einer Linie aufreihen.
Und all die unangenehmen Erlebnisse, die du gerade verändert hast,
können klar abgegrenzt sein, vielleicht neben den anderen. Und jetzt
kannst du vielleicht darauf achten, wie die ganze Reihe mit
vergangenen Ereignissen hinter dich wandert. Du bist hier in der
Gegenwart, und wenn du dazu bereit bist, kannst du sehr schnell
rückwärts durch alle unangenehmen Erlebnisse gehen, die du jemals
hattest, und dich dabei völlig von ihnen lösen.

8. Neukodierung der angenehmen Erlebnisse

a. Angenehme vergangene Erlebnisse assoziiert


Und jetzt möchte ich, daß du dein Unbewußtes bittest,
sicherzustellen, daß du alle angenehmen und ressourcevollen
Erlebnisse, die du in deiner Vergangenheit hattest, voll erleben und
genießen kannst. Du kannst jetzt beginnen, entweder bewußt oder
unbewußt, alle angenehmen vergangenen Erlebnisse zu bemerken.
Und du kannst dich vergewissern, daß es sich bei ihnen um
großformatige Farbfilme handelt, so daß du die Auswirkungen
fühlen kannst, die Freude, die Kraft und Stärke, die davon ausgehen.

b. Vergangenheit ordnen, angenehme Erlebnisse markieren,


durch die Vergangenheit zur Gegenwart gehen
Und um dich zu befähigen, noch mehr mit deinen vergangenen
angenehmen Erlebnissen in Verbindung zu kommen, kann dein
Unbewußtes noch einmal alle deine vergangenen Erlebnisse vom
Anfang deines Lebens an bis jetzt ordnen. Dein Unbewußtes kann
alle deine angenehmen Erlebnisse so kennzeichnen, daß ihnen
besondere Aufmerksamkeit zuteil wird. Und nachdem alle deine
angenehmen vergangenen Erlebnisse in einer Reihe angeordnet sind,
möchte ich dich jetzt bitten, vom Anfang deiner Timeline aus durch
alle diese Erlebnisse zu gehen, und zwar vorwärts, um mit deinem
ganzen Körper mit den Ressourcen jedes Erlebnisses in Verbindung
zu kommen, so daß die ressourcevollen Gefühle dich ganz
durchdringen.

9. Die Lernerfahrungen mit in die Gegenwart bringen


Du hast jetzt deine Vergangenheit in einer bedeutenden Weise neu
organisiert. Und du kannst diese Veränderung in deine Gegenwart
mitnehmen, so daß du, wenn irgend etwas Unangenehmes geschieht,
das Gefühl haben kannst, als ob es da drüben passiert und ohne große
Bedeutung ist. Und wenn irgend etwas Angenehmes geschieht,
kannst du ganz im Erleben sein und es voll genießen.

10. Future-Pace
Und jetzt möchte ich dich bitten, auf deiner Timeline in die Zukunft
zu blicken und eine kritische Situation zu finden. Gehe in diese
Situation hinein und nimm aufmerksam wahr, wie sich die Dinge
dort entwickeln. Komm danach zum Jetzt zurück, schau wieder auf
deiner Timeline in die Zukunft und finde eine angenehme Situation.
Gehe auch in diese Situation hinein und erlebe, wie sich die Dinge
dort entwickeln.

11. Ökocheck
Nimm dir jetzt so viel Zeit, wie du brauchst, um diese Veränderung
zu integrieren, und vergewissere dich dabei, daß diese Veränderung
für dich als Person und für deine sozialen Beziehungen völlig
ökologisch ist. Dein Unbewußtes kann immer Berichtigungen
vornehmen, um die Veränderungen noch besser funktionieren zu
lassen.
Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Meisterschüler. Der
Zauberlehrling, Teil II. Das NLP-Lern- und Übungsbuch,
Paderborn 1996. Copyright Junfermann 1996. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Aus Fehlern lernen, Übung:

1a. Problem genau bestimmen


"Du hast eine Situation erlebt, mit deren Verlauf oder Ausgang Du
nicht zufrieden gewesen bist. Was ist das für eine Situation? Worum
geht es dabei? Wann tritt diese Situation auf? Wo? Mit wem? Wie
oft? Unter welchen Bedingungen? Wie hast Du Dich dabei
verhalten?"

1b. Kurzreframing
"In welchen Situationen möchtest Du das alte Verhalten
beibehalten?"

1c. Ökologie-Check
"Was würde sich verändern, wenn Du lerntest, solche Situationen
besser zu bewältigen? Könnten sich daraus Probleme ergeben? Wenn
ja, wie könntest Du solchen Konsequenzen vorbeugen oder mit ihnen
umgehen?"

1d. Problemsituation vergegenwärtigen


"Wo bist Du in der Problemsituation? Wie ist Deine Körperhaltung
dabei?

● visuell ("Was siehst Du?")


● auditiv ("Was hörst Du?")
● kinästhetisch ("Welche Gefühle hast Du?")"

("Problemphysiologie" merken! Wichtige Formulierungen


festhalten!)

2. Separator-State (Rausholen in die Gegenwart)


3. Ressource suchen
"Was hättest Du tun können, um mit dieser Situation besser fertig zu
werden? Kannst Du Dir etwas vorstellen, eine Eigenschaft, eine
Fähigkeit oder eine Erfahrung, mit der Du die Situation besser
bewältigt hättest?"

4. Ressource vergegenwärtigen
"Vergegenwärtige Dir eine Situation, in der Du diese Ressource
erfolgreich eingesetzt hast?"

Situation genau beschreiben lassen:

● - "Wo bist Du in dieser Situation


● - Wie ist Deine Körperhaltung dabei
● - visuell ("Was siehst Du?")
● - auditiv ("Was hörst Du?")
● - kinästhetisch ("Welche Gefühle hast Du?")"

(Ressourcenphysiologie merken! Wichtige Formulierungen


festhalten!)

oder:
"Kennst Du jemanden, der über diese Fähigkeit verfügt, wie verhält
der sich?"
Verhalten genau beschreiben lassen und wichtige Formulierungen
festhalten)

5. Situation verändern
"Ich möchte, daß Du Dir Deine Ressource vergegenwärtigst
(wichtige Formulierungen wiederholen) und damit in die
Problemsituation hineingehst (wichtige Formulierungen
wiederholen), und daß Du im Bewußtsein Deiner Fähigkeiten die
Problemsituation so lange veränderst, bis Du ganz zufrieden bist.
Wenn Du damit fertig bist, kommst Du hierher zurück."

(Darauf achten, daß die Mischphysiologie auftritt!)

6. Testen
"Betrachte vom jetzigen Zustand aus die ursprüngliche Situation!".
(Mischphysiologie muß kommen! Wenn das Problem durchschlägt,
war nichts!)

7. Future-Pace
"Stelle Dir bitte eine zukünftige Situation vor, in der Du in die
gleiche Lage gerätst. Schau Dir bitte an, wie Du Dich dort verhältst."
(Mischphysiologie muß kommen).

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Zauberlehrling. Das NLP-


Lern- und Übungsbuch, 2. überarbeitete Auflage, Paderborn
1993. Mit freundlicher Genehmigung des Junfermann-
Verlages.
(Nützliche ?) Reframings zu Therapie, Beratung und NLP

Ein Fragebogen zum Üben

(frei nach den Fragebögen, wie sie im Tagebuch 1966-1971 von Max
Frisch zu finden sind)

1. Die therapeutische Praxis

Halten Sie sich für einen guten Therapeuten/Coach,.. ? Wenn ja,


warum?

Trainieren Sie Ihre Klienten lieber auf das, was Sie selbst gut können
oder auf das, was Sie können möchten?

Nach Ihrer Scheidung: Halten Sie sich jetzt für besser geeignet, eine
Eheberatung durchzuführen?

Können Sie andere gut pacen oder sind Sie eher eine Führernatur?

Zeigt sich in Ihrer therapeutischen/beratenden,.. Praxis ein


persönlicher Stil oder bevorzugen Sie selbstbewußte Klienten?

Halten Sie sich für einen guten Trainer / Trainerin, wenn Sie das
Problem des Klienten / der Klientin verstanden haben oder
bevorzugen Sie lieber Klienten, die sich nicht klar ausdrücken
können?

Möchten Sie Ihr eigener Klient sein?

Wenn Sie mit Klienten immer dieselben Erfahrungen machen:


denken Sie, daß es an den Klienten liegt, d.h. halten Sie sich
infolgedessen für einen Menschenkenner?

Bewundern Sie Ihre Klienten? Wenn nein: warum nicht?

2. Suche nach Gründen für die Wirkungen von NLP

Wenn Ihre Therapie / Beratung erfolglos war: suchen Sie die Schuld
eher bei sich, bei Ihren Klienten oder dessen Eltern?

Glauben Sie zu wissen, wodurch Sie bei anderen Veränderungen


hervorgerufen haben und wenn Sie dann herausfinden, wodurch dies
tatsächlich verursacht wurde: zweifeln Sie an Ihren Fähigkeiten als
Therapeut/Coach/Trainer,..?

Ihr Klient erreicht ein Ziel, das Ihnen gänzlich unrealistisch


vorgekommen ist. Welcher Ursache schreiben Sie dies zu:

● dem Zufall?
● Ihrer Therapie?
● der Steigerung des astralätherischen
Schwingungskoeffizienten in Europa, wie auch beim Fall der
Berliner Mauer zum Vorschein kam?

3. Grundsätzliches

Welche Probleme löst eine gute Therapie?

Hätten Sie von sich aus Therapie erfunden?

Befürworten Sie eine Therapie ohne Therapeuten?


Können Sie sich eine Welt ohne Therapie vorstellen?

4. Privates

Gesetzt den Fall, Sie glauben an die Wirksamkeit von NLP und
haben Freunde, die diesen Glauben (Belief) nicht teilen: verändert
sich dadurch eher Ihre Freundschaft oder Ihr Glaube an NLP?

Wenn Sie einem schwierigen Klienten nach einigen Jahren zufällig


begegnen: wechseln Sie die Straßenseite oder heucheln Sie
Interesse?

5. Ziele

Beneiden Sie manchmal Tiere, die ohne Ziele auszukommen


scheinen, wie Fische in einem Aquarium?

Wenn sich ein privates Ziel endlich erfüllt hat: wie lange finden Sie
in der Regel, es sei ein richtiges Ziel gewesen; d.h. daß die Erfüllung
soviel bedeutet, wie Sie jahrzehntelang gemeint haben?

Gesetzt den Fall, Sie unterscheiden zwischen den eigenen Zielen und
den Zielen, die andere in Sie setzen: bedrückt es Sie mehr, wenn sich
die ersteren oder die letzteren nicht erfüllen?

Sextens

Wann glauben Sie, daß Sie NLP-Techniken mehr nötig haben:

vor, während oder nach der Liebe?


7. Resümee

Ist Reframing noch ein Problem für Sie?

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Andrea Ötsch 1996.
Repräsentations-Systeme in der Sprache

Fünf Beispiele für unterschiedliche Formulierungen

Beispiel 1:

Bedeutung: Ich verstehe Dich (nicht).

Kinästhetisch: Ich habe (nicht) das Gefühl, daß das, was Du sagst,
richtig ist.

Visuell: Ich sehe (nicht), was Du meinst.

Auditiv: Ich höre Dich (nicht) deutlich.

Beispiel 2:

Bedeutung: Ich möchte Dir etwas mitteilen.

Kinästhetisch: Ich möchte, daß Du etwas von dem spürst.

Visuell: Ich möchte Dir etwas zeigen (ein Bild davon geben).

Auditiv: Ich möchte, daß Du sorgfältig auf das hörst, was ich Dir
sage.
Beispiel 3:

Bedeutung: Beschreibe mit mehr von Deiner gegenwärtigen


Erfahrung

Kinästhetisch: Laß mich mit Deinem Gefühl in Kontakt kommen.

Visuell: Beschreibe mir deutlich, was Du jetzt siehst.

Auditiv: Erzähle mir genauer, was Du jetzt sagen möchtest.

Beispiel 4:

Bedeutung: Ich mag die Erfahrung, die wir beide jetzt machen.

Kinästhetisch: Das gibt mir ein gutes Gefühl. Ich habe ein gutes
Gefühl bei dem, was wir tun.

Visuell: Jetzt sehe ich das ganz deutlich.

Auditiv: Das hört sich für mich wirklich gut an.

Beispiel 5:

Bedeutung: Verstehen Sie, was ich sage ?

Kinästhetisch: Ist das, womit ich Sie eben in Kontakt bringe, Ihrem
Gefühl nach richtig?
Visuell: Sehen Sie, was ich Ihnen deutlich machen will?

Auditiv: Hört sich das, was ich Ihnen sage, für Sie gut an?

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Die fünf Satir-Kategorien

1. Das beschwichtigende Muster: der Versöhner, die


Versöhnerin

Worte: wenn doch, könnte, würde, darf ich, wenn nur, allem
zustimmend, Gebrauch von Einschränkungen: "Ja, aber", "Wenn Du
möchtest, dann könnten wir ", "Wir" statt "ich"

Stimme: weinerlich, leise

Sprache: Gedankenlesen

Gesten: nach oben geöffnete Handfläche

Karikatur: Ja-Sager, unterwürfig

Gedanken und Gefühle: "Ich bin nichts wert", "Ich fühle mich
wertlos", "Ich bin ein nichts"

Frühe Erfahrung: existentielle Bedrohung

Erscheinungsbild: versucht, die Erwartungen anderer zu erraten und


zu erfüllen, selbst wenn diese widersprüchlich sind.

Anlehnungsbedürfnis: "Wenn der das macht, dann ist das was"

Wagt nicht: eigene Entscheidungen zu treffen, Ärger oder Wünsche


zu äußern, kontroversielle Standpunkte einzunehmen.

Versteckt Bedürfnisse vor sich selbst.


Fähigkeit: Einfühlungsvermögen

Lernchance: sich selbst wichtig nehmen, sich abgrenzen

2. Das anklagende Muster: der Ankläger, die Anklägerin

Worte: alles, es muß, immer, wie kannst Du nur, anklagend,


fordernd, tadelnd, "Du bist schuld "

Stimme: angespannt durch die Muskulatur, hart, laut, schrill oder


gepreßt

Sprache: Verallgemeinerungen (immer, nie, nie wieder, )

Gesten: ausgestreckter Zeigefinger oder geballte Faust

Behauptung kausaler Zusammenhänge: "Weil ich damals so dumm


war nachzugeben, habe ich jetzt den Undank."

Karikatur: Diktator, Tyrann, nimmt nur sich selbst wichtig

Gedanken und Gefühle: "Ich bin einsam und erfolglos"

Frühe Erfahrung: Nichterfüllung existentieller Bedürfnisse, hat früh


um etwas kämpfen müssen, tiefe Sehnsucht nach Anerkennung

Erscheinungsbild: Angriff, andere abqualifizierend, Vergeltung,


verletzend

denkt nur an sich selbst, sorgt für Aufruhr, versucht ständig, seine
Sichtweise zu beweisen, Fehler-Suche, stellt seine Gewichtigkeit
heraus (anstatt zu einer Lösung beizutragen), hört nicht auf andere,
unterbricht oft

verbirgt seine Bedürfnisse vor anderen, mißtrauisch

hegt ständig Pläne aus, wie anderen etwas zurückbezahlt werden


kann.

Fähigkeit: Selbstbehauptung

Lernchance: Vertrauen

3. Das rationalisiernde Muster: der Computer

Worte: vernünftig, logisch, man, es

Stimme: monoton, leblos

Sprache: Erlebnisinhalt wird gelöscht, Nominalisierungen

statt: "Ich sehe " : "Man kann sehen ", statt: "Frau X sagt " : "Man
sagt "

Gesten: keine oder sehr korrektes Verhalten

Karikatur: Klischee eines Beamten, Wissenschaftlers,

Gedanken und Gefühle: "Ich fühle mich leicht ausgeliefert", "Ich


fühle mich verletzlich"
Frühe Erfahrung: Kein Körperkontakt, Musterschüler, Leistung wird
belohnt, Durchhalten !, Gefühle werden weggeredet

Erscheinungsbild: wenig Bewegung, monotone Sprache

Körperkontakt ist bedrohlich

Reden werden gehalten, Gefühle werden nicht gezeigt

denkt in Richtig/Falsch-Kategorien

verweist auf andere Quellen

verleugnet emotionale Bedürfnisse vor anderen und sich

Fähigkeit: Intellekt

Lernchance: Körper und Vielfalt des Lebens entdecken, Kreativität

4. Das ablenkende Muster: der Clown

Worte: ablenkend, ohne Bezug, belanglos

Stimme: klingt wie ein "Singsang", richtet sich ins "Nirgendwo",


schwingt oft ohne Beziehung zu den Worten hin und her

Sprache: kein Dialog, Beispiel: "Wie geht es Dir in der neuen


Arbeitsstelle?", Antwort: "Axh, weißt Du schon, daß ich ein neues
Auto habe?"
Körper: in ständiger Bewegung

Karikatur: Clown, "Klassenkasperl"

Aussage zu Erfahrungs-Bereich:

Gedanken und Gefühle: Gefühle von Einsamkeit und


Sinnlosigkeit,"Niemand macht sich etwas aus mir", "Für mich ist
kein Platz", "Niemand kümmert sich um mich".

Frühe Erfahrung: häufiger Wechsel von Bezugspersonen oder


Regeln

Erscheinungsbild: wirkt zunächst witzig und komisch, später können


einem die "Witze" auf die Nerven gehen.

häufiger Themenwechsel, Vermeidung alles Konkreten

Nichts wird abgeschlossen. Wo etwas beendet und geregelt erscheint,


wird etwas plötzlich neu aufgenommen.

Es wird auf Worte reagiert und nicht auf Aussagen.

Emotionale Bedürfnisse werden ignoriert.

Fähigkeit: Spontaneität, Unterhalter

Lernchance: Sicherheit

5. Das kongruente Muster


Kongruenz bedeutet nach Satir, daß die Worte genau das
widerspiegeln, was Du fühlst, daß Dein Körper und Dein
Gesichtsausdruck Deinen Worten entspricht und daß Dein Verhalten
mit all dem übereinstimmt.

Kongruenz kommt nach Satir aus der Grundhaltung:

Ich bin wertvoll (hoher Selbstwert)


Andere sind wertvoll. Hinterfragt wird nur das Verhalten.
Alle Menschen können reifen und wachsen.
Alle Menschen können auf ihren eigenen Beinen stehen und
für sich selbst sprechen und handeln.
Jeder Mensch ist einmalig. Menschen sind in manchen
Aspekten gleich, in anderen verschieden.
Alle Menschen können kompetent und kreativ sein und
können sich mitteilen und vertrauensvoll sein.

Räumliche und körperliche Position bei Kommunikation: Gesichter


zugewandt, in Augenhöhe, in Reichweite der Arme

Aufmerksamkeit: Alle Sinne offen und voller Bewußtheit

Verständlichmachen durch klare und verständliche Worte

Die gewünschte Bedeutung verständlich machen und verstehen.

Abstraktes konkret und Verallgemeinerungen spezifisch machen und


seine Bedeutung zu Dir, mir, hier, jetzt und der bestimmten Situation
verdeutlichen.

Teilhaben lassen und teilnehmen.


Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.
Copyright Walter Ötsch 1996.
Six-Step-Reframing, Übung der Grundform

0. Problemverhalten (= X) suchen lassen


"Gibt es ein Verhalten oder eine Gewohnheit in Deinem Leben, die
Du ändern möchtest?"

1. Problemverhalten genau bestimmen


z.B.
Ist es genau x, das Dich stört, oder ist x nur ein Teil des Problems?"
"Stört x Dich immer oder nur manchmal?"
"Ist x in bestimmten Situationen angemessen?"
"Worum geht es dabei genau?" (evtl. VAKO-Hypnose)

2. Kontakt mit dem unbewußten Teil aufnehmen


"Ich werde Dich gleich bitten, nach innen zu gehen und Dich an Teil
X zu wenden und zu fragen, ob er bereit ist, mit Dir in Deinem
Bewußtsein jetzt zu kommunizieren?

Du kennst die verschiedenen Möglichkeiten dieses Teils, Dir


Botschaften zu senden:

● - Bilder können kommen,


● - Worte oder Klänge, die Du hören kannst, oder
● - Körperempfindungen

Dann bitte ich Dich jetzt: Gehe nach innen und wende Dich an Teil
X und frage ihn, bist Du bereit, mit mir in meinem Bewußtsein jetzt
zu kommunizieren?"

Verschiedene Möglichkeiten:

2a. Kein Signal


Wenn kein Signal kommt, A die Frage wiederholen lassen!
Wenn auch daraufhin nichts kommt, Bedeutungsreframing anbieten:
"Es ist sicher nicht der Zeitpunkt, dies Problem anzugehen. Dein
unbewußter Teil hat sicher guten Grund, sich zu weigern, mit Dir zu
sprechen. Vielleicht will er Dich schützen. Es ist sicher besser, es
später noch einmal zu versuchen."

2b. Nein-Signal
Wenn ein Signal kommt, das A als Nein begreift, nachfragen: "Wie
hast Du eben den unbewußten Teil angeredet?" Wenn A auf eine
wenig respektvolle Weise Kontakt aufgenommen hat, hinweisen:
"Wenn Du so mit Deinem Unbewußten geredet hast, ist es nicht
verwunderlich, daß es sich weigert." Auffordern: "Sprich zu Deinem
Unbewußten wie zu einem guten Freund oder einem Menschen, den
Du liebst. Gehe noch mal nach innen und frage, ob es bereit ist."
Wenn auf die erneute Frage wieder ein Nein kommt, dann
Bedeutungsreframing anbieten wie bei a.

2c. "Jein-Signal"
Wenn ein Signal kommt, das A als Zögern oder "Jein" oder Zweifel
begreift, klären: "Offenbar bestehen Bedenken. Wende Dich bitte an
den Teil und frage, ob es solche Bedenken gibt. Dann bitte um ein
eindeutiges Signal."

2d. Mehrere Signale


Wenn mehrere Signale kommen, reframen: "Da sind offenbar
mehrere Teile involviert. Bitte die Teile, als Team
zusammenzuarbeiten und als eine Stimme zu reden."

2e. Symptom als Signal


Wenn das beklagte Körpersymptom als (ein schmerzhaftes) Signal
kommt, anweisen: "Frage Teil X, welche Absicht er damit verfolgt
und bitte ihn, ob er dieses Signal so abschwächen kann, daß Du mit
ihm darüber kommunizieren kannst."
2f. Ja-Signal
Wenn ein Signal kommt, das A als eindeutiges Ja begreift, Ja-Signal
und Nein-Signal etablieren: "Sage Teil X, daß Du seine Botschaften
genau verstehen möchtest und bitte ihn dann darum, für ein JA dieses
Signal zu verstärken und für eine NEIN dieses Signal
abzuschwächenWenn unklare Signale kommen, nochmals um
eindeutige Signale bitten lassen.

3. Positive Funktion erkennen


"Dann gehe jetzt nach innen und frage Teil X, ob er bereit ist, seine
Absicht mitzuteilen, die er mit dem Verhalten x verfolgt."

Verschiedene Möglichkeiten:

3a. Ja-Signal
"Dann bitte Teil X jetzt, Dir seine Absicht mitzuteilen."
Nach der Mitteilung, Frage ans Bewußtsein: "Kannst Du das
akzeptieren?" Bei Nein, weiterfragen lassen: "Dann frage Teil X
bitte, was er Gutes für Dich tut, wenn er diese Absicht verfolgt." So
lange fortfahren, bis in einer akzeptierten positiven Funktion eine
gemeinsame Basis für das Unbewußte und das Bewußte von A
vorhanden ist.
Wenn diese positive Funktion bewußt geworden und akzeptiert ist,
Bereitschaft zu neuen Wegen erfragen lassen: "Gehe nach innen und
frage Teil X, ob er bereit ist, auch andere Wege zu gehen, wenn diese
Wege ebenso sicher, brauchbar und effektiv sind wie x." Bei Ja mit
Punkt 4 fortfahren.

3b. Nein-Signal
Wenn ein Nein-Signal kommt, Bedeutungsreframing anbieten: "Dein
Unbewußtes hat sicher einen guten Grund, Dir seine Absicht nicht
mitzuteilen. Es will Dich wahrscheinlich schützen oder es möchte
nicht, daß du in sein Handeln eingreifst."

4. Kontakt mit dem kreativen Teil aufnehmen und um neue


Wege bitten
"Hast Du so etwas wie einen kreativen Teil, der Ideen für Dich
entwickelt?"

Verschiedene Möglichkeiten:

4a. Bei Nein


Wenn A auf obige Frage mit Nein antwortet, haben Sie die
Möglichkeit, fünf kreative Situationen, in denen A Lösungen für
Probleme gefunden hat, vergegenwärtigen zu lassen und zu ankern.
Sie können A dann versichern, daß A damit einen kreativen Teil
besitzt und bitten, das zu akzeptieren.
Wenn A auf obige Frage mit Nein antwortet, können Sie versuchen,
A einen kreativen Teil unterzuschieben mit der Frage: "Verhältst Du
dich immer rezeptiv?" (Da kommt immer ein Nein), und der
Schlußfolgerung daraus: "Das heißt, Du wählst aus, also hast Du
einen kreativen Teil!" Fragen Sie A, ob diese Schlußfolgerung
akzeptabel ist.
Wenn A auf obige Frage mit Nein antwortet, können Sie versuchen,
zu modellieren: "Kennst du jemanden, der kreativ ist? Stelle ihn Dir
vor, wie er drei andere Möglichkeiten nennt, wie man die positive
Absicht auch anders sicherstellen könnte als mit dem Verhalten x."

4b. Bei Ja
"Dann geh bitte nach innen und frage Teil X, ob er bereit ist, zum
kreativen Teil zu gehen und sich drei Wege nennen zu lassen, die das
Verhalten x ersetzen, aber genau so sicher, brauchbar und effektiv
sind wie x, um seine Absicht zu erfüllen." Bei Ja fortfahren mit 4b2.

4b1. Nein-Signal
Wenn auf diese Frage ein Nein kommt, fortfahren: "Geh nach innen
und frage Teil X, welche Zusicherungen er braucht, um das tun zu
können." oder: "Gehe nach innen und frage Teil X, ob es Teile gibt,
mit denen er sich verbünden möchte. Vielleicht wäre beispielsweise
ein Kontakt mit dem listigen Teil angebracht."

4b2. Ja-Signal
"Dann geh wieder nach innen und bitte Teil X, sich drei neue Wege
nennen zu lassen, die das Verhalten x ersetzen, die aber genau so
sicher, verfügbar und wirksam sind wie das Verhalten x. Und wenn
Du sie bekommen hast, sende mir bitte ein Ja-Signal."
Warten bis das Ja-Signal kommt, dann weiter bei Schritt 5.
(Wenn sich bei diesem Schritt Widerstände geltend machen, A
anweisen, Teil X zu bitten, mit dem kreativen Teil über die Wege zu
verhandeln und diese solange zu modifizieren, bis Teil X
einverstanden ist.)

5. Einwände überprüfen (Ökologie-Check)


"Gehe noch mal nach innen und prüfe aufmerksam mit allen Sinnen,
sieh Dich um, hör Dich um und streck Deine Fühler aus, ob es Teile
gibt, die Einwände gegen die neuen Verhaltensweisen erheben!"
Wenn ein Signal kommt, fragen lassen, ob das ein Einwand ist. Bei
Ja zu Teil X und zum kreativen Teil schicken, um die Alternativen so
modifizieren zu lassen, bis der Einwand berücksichtigt ist. Auf diese
Weise nach weiteren Einwänden forschen und bearbeiten, bis es
keine Einwände mehr gibt.

6. Verantwortung übernehmen (Future-Pace)


"Gehe noch einmal nach innen und frage Teil X, ob er eine
Vorstellung hat, in welcher Zeitspanne das Problem gelöst sein
könnte. Frage ihn dann, ob er bereit ist, dafür die Verantwortung zu
übernehmen, diese drei neuen Wege in der von ihm vorgeschlagenen
Zeitspanne auszuprobieren."
6a. Nein-Signal
Bei Nein veranlassen Sie A zunächst, Teil X weitere Vorschläge zu
machen, z.B. die Zeitspanne zu modifizieren, oder sich mit Teilen zu
verbünden, die mithelfen könnten, das Problem zu lösen. Vielleicht
wird von Teil X bei der Problemlösung auch die Unterstützung durch
das Bewußtsein gewünscht.
Wenn es trotz Ihrer Bemühungen bei Nein bleibt, müssen Sie zurück
zu Schritt 5 und die Einwände nochmals überprüfen oder sogar
zurück zu Schritt 4, um neue Wege suchen zu lassen.

6b. Ja-Signal
"Traust Du Deinem unbewußten Teil X zu, diese Wege
auszuprobieren, die Ihr eben erarbeitet habt?"
Bei nein: "Dann laß Dich überraschen!"

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Zauberlehrling. Das NLP-


Lern und Übungsbuch, 2. überarbeitete Auflage, Paderborn
1993. Mit freundlicher Genehmigung des Junfermann-
Verlages.
Six-Step-Reframing (... in neun Schritten)

1. Rapportcheck und Integration der X- und Nicht-X-Physiologie

2. Ideen Säen

a) Trennung von Bewußtsein und Unbewußtem:


Du willst vom Bewutsein her nicht, da dieses Verhalten X in
bestimmten Situationen immer wieder auftritt? Wenn die
Antwort Ja lautet, kommt das Angebot: das ist dein Unbewußtes
bzw. unbewußte Teile, die dafür zuständig sind, da X unter
bestimmten Bedingungen passiert.

b) Hierarchie:
Der unbewußte Teil ist mächtiger als das Bewußtsein.

c) Zuverlässigkeit:
Der unbewußte Teil hat noch nie vergessen, X zu machen, wenn
der Kontext dafür gegeben war.

d) Klugheit:
Der unbewußte Teil ist klüger als das Bewußtsein, denn er kennt
im Gegensatz zum Bewußtsein die Stimuli, die im
entsprechenden Kontext X auslösen. Er kennt sich außerdem in
der systematischen Vernetzung der Lebensbereiche aus und
weiß, in welchem er welche Ermöglichungs- und Schutzfunktion
erfüllt.

e) Trennung von Absicht und Verhalten:


"Wie" der unbewußte Teil etwas tut (X) ist nicht identisch mit
dem "Wofür" bzw. dem "Wozu". Das "wo" repräsentiert "das
Beste", was der teil tunkann, um das "Wozu" sicherzustellen.
Hier wird die erste positive Konnotation fallen. Es gibt unbewußte
Teile, die das Problemverhalten organisieren, und die sind auch für
etwas verantwortlich. Offensichtlich wird das in der Versöhnungs-
Physiologie.

3. Signal etablieren
Gehe bitte nach innen (oder alternative Formulierungen als
Tranceinduktion), stelle sicher, da du genau den Teil ansprichst,
der für X zuständig ist, und frage ihn einfach: "Bist du bereit,
hier und jetzt mit mir im Bewußtsein (neu) zu kommunizieren."
Moment, bevor du es tust ... wenn du innerlich sichergestellt
hast, da genau der Teil angesprochen wird, machst du
Sendepause, denn du kannst dann vom Bewußtsein nichts mehr
richtig oder falsch machen, sondern brauchst dich nur
überraschen zu lassen, wie der Teil kommunizieren wird; wird er
dir was vor das innere Auge oder Ohr schicken, vor die Nase
oder den Mund oder ins Körpergefühl?

4. Ja-/Nein-Bedeutung etablieren
Gehe bitte noch mal nach innen und bedanke dich bei dem Teil
für diese neue Kooperation. Und dann bitte ihn noch, das Bild
(oder das Geräusch, das Gefühl, den Geschmack oder Geruch)
nochmal zu schicken oder es intensiver zu schicken oder es
irgendwie zu verändern, so daß du genau weit, er schickt das als
Ja-Signal. So daß du später genau weit, wie kommuniziert er dir
Ja und wie Nein. Deshalb bitte ihn einfach um ein Blanko-Ja-
Signal.

5. Absicht des Teiles bekannt?


Jetzt frage ihn: "Weiß ich jetzt alles im Bewußtsein, was du mit
dem X für mich getan hast? Weiß ich jetzt deine ganze
Absicht?"

Wenn die Antwort Ja lautet, fragt ihr: Jetzt bist du erwachsen genug,
das in deinem Leben selbst sicher zu stellen; was mußt du tun, um
die Funktion des Teiles selbst zu erfüllen? Am Schluß der Arbeit
macht ihr ein Future Pace.

Wenn die Antwort Nein lautet, könnt ihr sagen, die unbewußten
Teile tun eines immer, neben allem, was sie für den Menschen
tun, sie schützen das Bewußtsein auch vor zu vielen
Informationen. Es kann ja durchaus sein, da der Teil deines
Unbewußten, der für das X immer zuständig war, sagt: "Nein, es
gibt noch etwas, was ich für dich tue, und ich möchte zur Zeit
nicht, da du das voll weißt. Wenn du es wüßtest, wenn ich
zulassen würde, da du es voll wissen würdest, könnte es sein, daß
du durch alte Schmerzen nochmal durch mußt." Es kann auch
sein, daß er sagt: "Dein bewußtes Denken in Bezug auf die
Kontexte und die Zusammenhänge zu anderen Lebensbereichen,
in denen das X wichtig ist, ist so eingeschränkt, daß ich nicht
zulassen kann, daß du mir mit deinen eingeschränkten bewußten
Denkschemata dazwischenfunkst."

6. Induktion der kreativen Physiologie


Weißt du, da du einen kreativen Teil hast?

Wenn auf die Frage hin nicht ein spontaner Wechsel in der
Physiologie mit mehr Kreativität und Bewegung kommt, könnt ihr
sagen: Du kennst Situationen, in denen du dich in einer
bestimmten Weise verhalten hast, und noch während du dich so
verhältst oder kurz hinterher wird dir plötzlich klar, daß du
genau das Richtige getan hast, zum richtigen Zeitpunkt, in der
richtigen Reihenfolge, ohne sich das vorher bewußt zurechtgelegt
zu haben. Und da hast du gewußt, der kreative Teil ist da und
arbeitet für dich.

7. Konferenz des unbewußten Teils mit dem kreativen Teil


Bitte den Teil, der für das Verhalten X zuständig war, eine
Konferenz zu haben mit dem kreativen Teil, was immer die tun,
oder wo immer die sind, spazierenzugehen oder sich gegenseitig
zu besuchen, wo sie günstigste Arbeitsbedingungen haben, um
gute Einfälle zu kriegen und eine gute Kommunikation
miteinander zu haben.
Du sagst also zu dem Teil: "Gehe in Konferenz mit dem
kreativen Teil, unterrichte den kreativen Teil, was du tust, was
du für mich immer getan hast, so daß der das genau weiß. Und
dann nimm von den vielen Ideen, die der kreative Teil einfach
fördert, jene, wie du diese Absicht anders umsetzen kannst in
meinem Leben, die mindestens genauso effektiv ist oder
effektiver sind als das X für das, was du da tust und getan hast.
Nimm von den vielen Ideen, die er fördert, diejenigen, wo du
sicher bist, die sind nicht nur genauso effektiv, sondern viel
effektiver. Und suche die aus. Und zeige mir jedesmal mit
deinem Ja-Signal, wenn du jeweils eine ausgesucht hast, die nicht
nur genauso effektiv ist, sondern möglicherweise sogar viel
effektiver. Und schicke mir jedesmal das Ja-Signal, wenn du eine
ausgesucht hast, und nimm mindestens drei."

8. Verantwortung

Jetzt danke bitte dem X-Teil für die neue Form der
Zusammenarbeit; das ist ja enorm, da er das macht, das ist ja
nicht selbstverständlich. Danke auch dem kreativen Teil.
Was wäre vom Bewußtsein her eine gute Zeitschätzung, daß der
Teil, der immer mit dem X gearbeitet hat, diese drei neuen Wege
ausprobiert und nutzt. Kannst du mal eine Zeitschätzung sagen,
daß er die einfach ab jetzt in deinem täglichen Leben
ausprobieren und auf Effektivität hin überprüfen kann?

Nun frage den Teil, der immer mit dem X gearbeitet hat: "Bist
du bereit, für die nächsten ... (Tage, Wochen, Monate,
entsprechend der Zeitschätzung) ... ab jetzt, die Verantwortung
dafür zu übernehmen, daß das neue Verhalten, diese neuen
Wege in meinem Verhalten auftreten werden, genauso
automatisch und zuverlässig und unabhängig von meinem
Bewußtsein wie vorher das X?"

9. Ökocheck

Nun frage noch: "Gibt es irgendeinen Teil auf der unbewußten


Ebene, der einen Einwand hat, da diese drei neuen Wege in
meinem Leben stattfinden und auftreten werden? Ab jetzt."
Wenn sich Teile melden, soll jeder eine Konferenz mit dem
kreativen Teil machen und sich sagen lassen, wie er arbeiten kann, so
daß die drei neuen Wege auftreten kînnen.

Quellenangabe: Thies Stahl, Triffst du 'nen Frosch unterwegs


... . NLP für die Praxis, 6. Auflage, Paderborn 1995.
Copyright Junfermann 1995. Mit freundlicher Genehmigung
des Junfermann Verlages.
Symptom-Reframing

1. Den Symptom-Teil identifizieren

+ Unangenehmes Körper-Gefühl (Symptom) aktivieren

+ als Symbol vorstellen

+ das Symbol aus dem Körper geben

2. Kontakt mit dem Symptom-Teil

+ Dissoziiert Kontakt aufnehmen

+ Frage: "was kann ich tun, daß es Dir gut geht?"

3. Gute Absicht

+ Frage: "Ist das Deine gute Absicht oder gibt es noch etwas
anderes?"

+ Frage: "Bist Du neugierig, neue Ideen kennenzulernen, mit denen


Du diese gute Absicht in Zukunft noch besser leben kannst?"

4. Kreativer Teil

+ Bitte um Kontaktaufnahme mit dem kreativen Teil

+ zum kreativen Teil gehen lassen


+ wenn der Symptom-Teil die Botschaften des kreativen Teiles
kennt:
Frage: "was davon willst Du mir erzählen und was davon möchtest
Du besser im Unbewußten belassen ?"

5. Öko-Check

+ Bitte um Kontaktaufnahme mit allen anderen Teilen im


Unbewußten und fragen, ob alle Teile für die neuen
Verhaltensweisen einverstanden sind.

+ wenn nicht:
noch einmal Schritt 4 gemeinsam mit dem Teil, der Einwände hat.

+ am Schluß:
Bitte an den Symptom-Teil, in Zukunft für die neuen Alternativen
Verantwortung zu übernehmen und sie "unbewußt, automatisch und
effektiv" wirksam werden zu lassen.

6. Future Pace

Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.


Copyright Walter Ötsch 1996.
Tranceinduktion - Muster

Du schaust ...
und siehst...
und hörst ...
und nimmst ............. wahr,
und vielleicht kannst du deinen Atem spüren,
wie du einatmest und ausatmest,
und du beginnst, dich wohlzufühlen,

Dein Blick ...


und du siehst ...
und bemerkst vielleicht ...
deine Augenlider können schwer werden, und zufallen,
vielleicht siehst du jetzt innere Bilder,
und während du spürst, wie dein Rücken die Lehne berührt,
kommt vielleicht eine gewisse Müdigkeit in dir auf,
und du fühlst innerlich, wie du dich entspannst.

Du hörst ...
und nimmst wahr, wie ...
deine Brust hebt sich und senkt sich wieder,
und mit jedem Atemzug entspannst du dich weiter,
deine Augen sind geschlossen,
und du gehst weiter und entspannst dich immer mehr
und erlebst deine eigene Art von Trance.

Du hörst, wie dein Atem einströmt und ausströmt


und während du dich immer weiter entspannst,
fühlst du die Lehne in deinem Rücken,
und die Temperatur in deinen Händen,
vielleicht spürst du auch den Stoff, der deine Beine bedeckt,
und während du dich immer weiter entspannst,
kannst du diese Entspannung genießen,
du fühlst dich wohl,
und du weißt, daß du zurückkommen kannst,
wann immer du willst,
und du kannst deine Art von Trance erleben und genießen.

Und ich werde jetzt von 1 bis 10 zählen,


und bei jedem Schritt wirst du dich noch ein bißchen wohler fühlen,
und wenn ich bei 10 angelangt bin,
kannst du tief Luft holen,
und du wirst dich noch entspannter fühlen...

Und vielleicht kommt dir jetzt eine Erinnerung


an ein schönes Erlebnis aus der Vergangenheit,
ein Ereignis, das vielleicht lange zurückliegt,
oder vielleicht auch nicht so lange,
das aber so schön war,
daß du den Wunsch hast,
es noch einmal zu genießen,
und dabei alles noch einmal zu sehen,
was du gesehen habst,
alles zu hören, was damals zu hören war,
alle Gefühle noch einmal zu erleben,
die du damals gefühlt hast,
vielleicht gab es auch einen typischen Geruch oder
Geschmack in diesem Erlebnis,
den du wachrufen kannst,
Um das alles noch einmal zu genießen
mit allen Sinnen.

Und wenn du dieses Erlebnis noch einmal voll ausgekostet hast,


möchte ich dich bitten, hierher zurückzukommen.
Ich werde von 10 rückwärts zählen,
und bei jedem Schritt wachst du ein kleines Stück mehr auf.
Und ich möchte, daß du die Augen nicht eher öffnest,
als bis ich bei 1 angelangt bin.
Und dann wirst du frisch, munter und gestärkt zurückkomen."

Langsam von 10 bis 1 rückwärts zählen.

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Meisterschüler. Der


Zauberlehrling, Teil II. Das NLP-Lern- und Übungsbuch,
Paderborn 1996. Copyright Junfermann 1996. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Liebesstrategie

Wenn wir verliebt sind, werden alle fünf Sinne -


Repräsentationssysteme (VAKOG) - durchgängig gelebt. Mit der
Zeit wird das Verliebtsein jedoch meist weniger und weniger und es
scheint, daß für jeden ein bestimmtes Signal (Repräsentationssystem)
vom Partner notwendig ist, damit wir uns geliebt fühlen. Entweder
ist es ein bestimmter Tonfall (auditiv) oder ein bestimmter Blick
(visuell) oder eine bestimmte Berührung (kinästhetisch), die uns sagt,
daß uns der/die andere wirklich liebt. Selten sind es die
Sinneskanäle, die für die jeweilige Person die gewohntesten und
häufigsten sind. Wenn z.B. jemand viel und gerne von anderen
berührt und umarmt wird, ist Berührung nicht das Signal für
"wirkliche Liebe". Vielmehr kann ein bestimmter Tonfall oder Blick
entscheidend sein, der dieses ganz bestimmte Gefühl auslöst.
Entscheidend ist, herauszufinden, was die Kriterien sind, warum wir
eine bestimmte Person zum Partner wählen.

Beispiele

Visuelle Frau und auditiver Mann: Sie beschwert sich, daß er sie
nicht mehr liebt. Er ist entrüstet und fragt, ob es nicht genug sei,
wenn er da ist und ihr sagt, wie sehr er sie mag und sich freut, mit ihr
zu sein. Sie brüllt fast: "Nein! Früher hast Du mir Blumen
mitgebracht, hast Dich für mich besonders angezogen und schau, wie
Du jetzt dasitzt und ausschaust!" Beide fühlen sich in ihrer Welt
nicht verstanden.

Visueller Mann und auditive Frau: Er kauft ihr schöne Dinge, geht
mit ihr in Restaurants und Ausstellungen, Theater usw. Sie
beschwert sich, daß er sie nicht richtig liebt, weil er ihr schon ewig
nicht mehr gesagt hat, daß er sie liebt. Er ist entgeistert und fragt:
"Was, schau doch, was Du alles hast und was wir alles zusammen
gesehen haben?" Frau: "Ja, aber Du sagst es nie." Mann: "Schau, wie
ich Dich anschaue." Frau: "Ja, aber Du sagst es nie." Mann: "Sagen
ist nichts wert, wenn man es nicht sehen kann." Frau: "Schau mich
nicht so an, als ob ich nur ein Stück Fleisch wäre." Sein Stimmton
wird aufgebrachter und aufgebrachter, was ihr mehr und mehr den
Beweis liefert, daß er sie doch nicht mehr mag.

Auditiver Mann und kinästhetische Frau: Der Mann sagt: "Ich


mag Dich!" Die Frau möchte berührt werden und sitzt traurig da.
Mann: "Hörst Du nicht, ich lieb Dich, es ist schön, daß Du da bist."
Sie beginnt fast zu weinen. Mann: "Was ist los, hörst Du mich
nicht?" Erst nach längerem Drängen sagt sie: "Ich weiß nicht." Sie
will ihn berühren, er zuckt zurück und sagt: "Kannst Du nicht
sprechen, kannst Du nicht sagen, was Du brauchst." Sie denkt sich,
wenn er es nicht merkt und nur redet und redet und mich nie mehr
berührt, was ist dann noch übrig?

Kinästhetischer Mann und visuelle Frau: Er kommt nach Hause


und will sie umarmen. Sie stößt ihn weg und schimpft, daß er so
schlampig herumläuft, seine Tasche wieder am falschen Platz
abgelegt hat und seine Schuhe noch trägt. Zudem besitzt er noch die
Frechheit, sie so unmöglich zu berühren. Sie fragt ihn, wann er sie
das letzte Mal ausgeführt oder ihr Blumen mitgebracht hat. Er sagt:
"Ich möchte Dich nur berühren und halten und mich mit Dir freuen."
Sie: "Schau mich doch einmal an, bevor Du mich berührst!"

Wie viele Ehen gehen wegen derartiger Unstimmigkeiten


auseinander. Könnten durch Schulung diese
Meinungsverschiedenheiten (persönliche innere Strukturen)
verstanden und als Bereicherung benutzt werden?
Quellenangabe: Gundl Kutschera, Tanz zwischen Bewußt-
sein und Unbewußt-sein. NLP-Arbeits- und Übungsbuch,
Paderborn 1994. Copyright Junfermann 1994. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Walt-Disney-Kreativitäts-Übung

mit vier Boden-Ankern

Die Übung ist gedacht für ein konkretes Projekt, ein konkretes
Vorhaben.

Abkürzungen:

NP: Neutrale Position

T: Ort des Träumers / der Träumerin

R: Ort des Realisten / der Realistin

K: Ort des Kritikers / der Kritikern

Übungs-Ablauf:

1. Lege vorerst die 4 Orte fest, z.B. mit Zettel am Boden oder Plätze
im Freien. Lege K in einiger Entfernung zu T und R.

2. a) Stelle Dich auf die NP. Laß Dir von Deinem Unbewußten eine
Erinnerung schenken, wo Du intensiv im Zustand des Träumers / der
Träumerin warst.

Stell Dir diese Erinnerung an T vor. Nimm von außen wahr, was es
in dieser Erinnerung zu sehen, zu hören, zu fühlen gibt. Nimm
insbesondere Deine Körperhaltung wahr.

b) Stell Dich auf T und erlebe diese Erinnerung so, als ob sie jetzt
geschehen würde. Nimm exakt die entsprechende Körperhaltung ein.
Mach eine kleine Bewegung, die zu dieser Körperhaltung paßt, und
die Dich noch mehr in diesen inneren Zustand hineinführt.

3. Wiederhole die Schritte 2.a und b entsprechend für den Realisten /


die Realistin.

4. Wiederhole die Schritte 2.a und b entsprechend für den Kritiker /


die Kritikerin.

5. Stelle Dich auf NP und erinnere Dich kurz an Dein konkretes


Projekt.

6.a) Stell Dich auf T und erlebe nochmals die Erinnerung, wo Du so


intensiv im Zustand des Träumers / der Träumerin warst. Nimm
exakt die Körperhaltung ein und mach die dazupassende kleine
Bewegung.

b) Wenn Du voll in dieser Erinnerung bist: dann denke an Dein


Projekt und laß Dir von Deinem Unbewußten Ideen, Vorstellungen,
Fantasie-Bilder etc. schenken. Entwirf ein Ziel für Dein Vorhaben.

7.a) Stell Dich auf R und erlebe nochmals die Erinnerung, wo Du so


intensiv im Zustand des Realisten / der Realistin warst. Nimm exakt
die Körperhaltung ein und mach die dazupassende kleine Bewegung.

b) Wenn Du voll in dieser Erinnerung bist: dann denke an die Ideen


Deines Träumers / Deiner Träumerin und laß sie von Deinem
Unbewußten in eine Ordnung bringen. Denke an die zeitliche
Abfolge, den Überblick, die Details. Entwirf einen Plan für Dein
Vorhaben.
8.a) Stell Dich auf K und erlebe nochmals die Erinnerung, wo Du so
intensiv im Zustand des Kritikers / der Kritikerin warst. Nimm exakt
die Körperhaltung ein und mach die dazupassende kleine Bewegung.

b) Wenn Du voll in dieser Erinnerung bist: dann schau Dir / hör Dir /
fühl Dir den Plan Deines Realisten / Deiner Realistin an. Wie
beurteilst Du diesen Plan? Was gefällt Dir daran? Was wurde noch
nicht berücksichtigt? Wo sind Lücken? Gib Dir ein konstruktives
Feedback zu Deinem Plan.

9. Stell Dich auf T und versetz Dich wieder in den Zustand des
Träumers / der Träumerin. Erzähle diesem Teil die Lücken Deines
Planes und laß Dir dazu von Deinem Unbewußten neue Ideen
schenken.

10. Stell Dich auf R und versetz Dich wieder in den Zustand des
Realisten / der Realisten. Erzähle diesem Teil die neuen Ideen und
laß Dir dazu von Deinem Unbewußten einen geänderten Plan
schenken.

11. Stell Dich auf K und versetz Dich wieder in den Zustand des
Kritikers / der Kritikerin. Erzähle diesem Teil den geänderten Plan
und laß Dir dazu von Deinem Unbewußten ein konstruktives
Feedback schenken.

Wenn der Kritiker / die Kritikerin Lücken im Plan entdeckt:

Wiederhole die Schritte 9, 10 und 11 solange, bis der Kritiker / die


Kritikerin mit dem letzten Plan völlig einverstanden ist.
Quellenangabe: Linzer Akademie für konstruktives Lernen.
Copyright Walter Ötsch 1996.
Walt-Disney-Strategie, Übung

1. Problem bestimmen
Ich möchte dich bitten, als Thema für die Kreativitätsstrategie ein
Problem zu finden, das du lösen möchtest oder eine Aufgabe, für
deren Bewältigung dir Ideen einfallen müssen. Suche dir als Anker
für den Träumer, den Realisten und den Kritiker drei Orte im Raum
aus, an denen du liegen, sitzen oder stehen kannst. Du kannst drei
unterschiedliche Plätze in einem Raum oder auch in drei
verschiedenen Räumen wählen.

2. Träumerstrategie ankern
Denke dann an eine Situation in deinem Leben, in der du kreativ
warst, eine Situation, in der dir viele Ideen eingefallen sind oder eine
Situation, in der du ein Problem auf eine einfallsreiche Art gelöst
hast. Wenn du eine solche Situation gefunden hast, gehst du in deine
Träumerposition und erlebst diese kreative Situation noch einmal mit
allen Sinnen. Laß alle Bilder, die du in dieser Situation siehst, wieder
aufkommen, höre alles, was es zu hören gibt, folge dem Lauf Deiner
Gedanken und erlebe die Gefühle dieser Situation. Wenn du mit dem
Wiederaufleben deiner sinnesspezifischen Repräsentationen der
kreativen Situation deine kreativen Ressourcen und Strategien als
Träumer an diesem konkreten Ort geankert hast, verlasse diese
Position.

3. Realistenstrategie ankern
Denke danach an eine Situation in deinem Leben, in der du
sorgfältige Überlegungen angestellt hast, um eine Idee in die Tat
umzusetzen. Das kann eine eigene Idee oder die einer anderen
Person oder Institution gewesen sein. Denke an eine Situation, in der
du aus einer Idee einen Plan gemacht hast, wie du die Idee wirksam
in die Tat umsetzen könntest. Wenn du eine solche Situation
gefunden hast, gehe in die gewählte Realistenposition und erlebe
diese Situation noch einmal mit allen Sinnen. Laß alle Bilder, die du
in dieser Situation siehst, wieder aufkommen, höre alles, was es zu
hören gibt, folge dem Lauf deiner Gedanken und erlebe die Gefühle
dieser Situation. Wenn du mit dem Wiederaufleben deiner
sinnesspezifischen Repräsentationen der Situation realistischen
Planens deine realistischen Ressourcen an diesem konkreten Ort
geankert hast, verlaß diese Position.

4. Kritikerstrategie ankern
Um deine Kritikerstrategie zu ankern, erinnere dich an eine Situation
in deinem Leben, in der du einen Plan oder ein Projekt auf
konstruktive Weise beurteilt und kritisiert hast, eine Situation, in der
du die Stärken und die Schwächen dieses Planes wahrgenommen,
und auch die Probleme klar erkannt hast. Es kann wiederum ein
eigener Plan oder eines deiner eigenen Projekte gewesen sein oder
ein Projekt von anderen. Wenn du eine solche Situation gefunden
hast, gehe in die Kritikerposition hinein und erlebe diese Situation
noch einmal mit allen Sinnen. Laß wiederum alle Bilder, die du in
dieser Situation siehst, wieder aufkommen, höre alles, was es zu
hören gibt, folge dem Lauf deiner Gedanken und erlebe die Gefühle
dieser Situation. Wenn du mit dem Wiederaufleben deiner
sinnesspezifischen Repräsentationen der Situation konstruktiven
Kritisierens deine Ressourcen und Strategien kritischer Urteilskraft
an diesem konkreten Ort geankert hast, verlaß diese Position.

Du hast damit den Träumer, den Realisten und den Kritiker an drei
verschiedenen Orten geankert.

5. Träumerposition einnehmen
Nimm nun das Problem, das du lösen oder die Aufgabe, die du
bewältigen möchtest. Gehe in die Position des Träumers und laß
deinen Ideen freien Lauf. Träume. Laß deine Gedanken los. Was
auch immer dir einfallen mag, um das Problem zu lösen, laß es zu.
Jede Idee ist erlaubt, je phantastischer, desto besser. Je mehr Ideen
dir einfallen, desto bessere Ergebnisse wirst du bekommen. Verlaß
dann diese Position.

6. Realistenposition einnehmen
Gehe als nächstes in die Position des Realisten und denke darüber
nach, wie du deine Einfälle umsetzen könntest. Organisiere deine
Ideen. Wie könnte man diese Gedanken verwirklichen? Was müßte
sich verändern, damit sie Wirklichkeit werden können? Wenn du
einen realistischen Plan oder realistische Pläne hast, gehe wieder auf
die Position außen.

7. Kritikerposition einnehmen
Mit dem Plan oder den Plänen gehst du nun als nächstes in die
Position des Kritikers, um zu überprüfen und zu bewerten. Fehlt
irgend etwas? Wo sind Schwachstellen? Kannst du ihn allein
umsetzen oder brauchst du die Mitarbeit anderer? Was hätten diese
anderen davon, dich zu unterstützen? Ist die Sache interessant? Zahlt
sie sich aus?

8. Zweiter Durchlauf
Gehe nach der Kritik deines Plans zurück in die Träumerposition und
laß dir neue Ideen einfallen, wie du all das berücksichtigen kannst,
was du vom Realisten und Kritiker erfahren hast. Gehe weiter durch
die drei Positionen, bis der Plan in jeder Position Zufriedenheit
auslöst.

Quellenangabe: Alexa Mohl, Der Meisterschüler. Der


Zauberlehrling, Teil II. Das NLP-Lern- und Übungsbuch,
Paderborn 1996. Copyright Junfermann 1996. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Kreativitätsstrategie von Walt Disney

Ziele: Kreativitätsstrategie; Verbindung und Gebrauch der rationalen


und der intuitiven Gehirnhälfte; Ziele realisieren, planen.

Weitere, verdeckte Ziele: Referenzwechsel: "rein/raussteigen",


Tanz vom Bewußt-sein und Unbewußt-sein.

Historische/allgemeine Metapher: Walt Disney und seine Art, sich


seinen Traum zu erfüllen.

Persönliche Metapher:

Übungsablauf:

● Setzen Sie ein Ziel, das Sie erreichen möchten.


● Nehmen Sie die Position des Träumers ein. Finden Sie eine
Situation in der Vergangenheit, in der Sie geträumt haben
(Tag- oder Nachttraum). Der Träumer läßt alle Visionen
kommen, die mit dem Ziel zusammenhängen. Traum
ansehen und hineinsteigen (Anker für Träumer und
Physiologie).
● Unterbrechen. Aus dem Träumer-Zustand herausführen
(Separator-State).
● Nehmen Sie die Position des Realisten ein. Finden Sie eine
Situation in der Vergangenheit, in der Sie erfolgreich geplant
haben. Der Realist zerlegt den Traum (Visionen) in kleinste
Schritte und ordnet die Schritte zu einem realisierbaren Plan.
Hierzu benötigen Sie etwas Zeit.
● Unterbrechen. Aus dem "Realisten" herausführen (Separator-
State).
● Nehmen Sie dann die Position des Kritikers ein. Finden Sie
eine Situation in der Vergangenheit, in der Sie eine andere
Person konstruktiv kritisiert haben. Der Kritiker betrachtet
den Plan, kritisiert und sucht alle Schwachstellen. Anker.
● Wiederholen Sie dieses Spiel so lange, bis der Kritiker
zufrieden ist.

Übungsdauer: 20-30 Minuten pro Person

Gruppengröße: 2-3 Personen

Auswertung im Plenum: Welche Rolle war Ihnen vertraut? Welche


war für Sie fremd? Wie sind Sie von einer Rolle in die andere
gekommen? Wie haben Sie die eine abgelegt (herausgestiegen) und
die andere angenommen (hineingestiegen)?

Anwendungsmöglichkeiten: Phantasien und Träume bewußt in die


Realität bringen. Wenn jemand schlecht eigene Gefühle und fremde
Gefühle auseinanderhalten kann. Unterschiede von Resonanzerleben
bewußt machen: es ist in allen Rollen (Träumer, Realist, Kritiker)
möglich. Einige Submodalitäten sind gleich und einige
Submodalitäten unterscheiden klar die Rollen.

Quellenangabe: Gundl Kutschera, Tanz zwischen Bewußt-


sein und Unbewußt-sein. NLP-Arbeits- und Übungsbuch,
Paderborn 1994. Copyright Junfermann 1994. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.
Zeitverzerrung

Ziele: Zeit verlangsamen und Zeit schneller vergehen lassen.


Zeitlupe einbauen; Zeit ist eine subjektive Empfindung.

Weitere, verdeckte Ziele: Vorbedingung für das Herausholen von


Strategien, da diese schnell und unbewußt ablaufen.

Historische/allgemeine Metapher: In einer "Schlange" (Stau)


stehend kann einem eine Viertelstunde wie eine Ewigkeit erscheinen.
Ein schöner Abend kann ganz schnell "verfliegen".

Persönliche Metapher:

Übungsablauf:

● Lassen Sie vor Ihrem inneren Auge eine Uhr oder ein
Zifferblatt entstehen, das für die normale, objektive Zeit
steht. Die Uhr hat einen eingebauten Wecker.
● Lassen Sie vor Ihrem inneren Auge ein zweites, möglichst
lustiges Zifferblatt entstehen, das die subjektive Zeit
repräsentiert. Diese Uhr soll einen Knopf haben, mit dem
man sie unterschiedlich einstellen kann.
● Stellen Sie sich nun beide Uhren zugleich vor, wobei das
Bild der Uhr, die die subjektive Zeit anzeigt, transparent
über dem Bild der "Normaluhr" liegt.
● Stellen Sie die obenliegende (subjektive) Uhr auf eine
Viertelstunde, die darunterliegende objektive Uhr auf zwei
Minuten ein. Nach Ablauf der zwei Minuten sollte diese
klingeln.
● Gehen Sie nun in Ihre Quelle, ruhen Sie sich eine
Viertelstunde lang aus und genießen Sie es. Die objektive
Uhr wird nach zwei "objektiven" Minuten klingeln.
● Schauen Sie sich Ihren Lieblingsfilm - der zwei Stunden
dauert - in drei Minuten an (subjektive Zeit: drei Minuten;
objektive Zeit: zwei Stunden).

Übungsdauer: 20 Minuten in Trance

Gruppengröße: ab 2 Personen

Auswertung im Plenum: Wo kann es hilfreich sein, Zeit zu


verzerren? Wie sind Ihre Erfahrungen damit?

Anwendungsmöglichkeiten: Für Menschen, die das Gefühl haben,


nie genug Zeit zu haben. Zum Lernen verschiedener Rhythmen:
Wenn der eigene Rhythmus eher schnell ist und deswegen eine
Zusammenarbeit mit Partnern, die langsamer sind, sehr schwierig ist.

Quellenangabe: Gundl Kutschera, Tanz zwischen Bewußt-


sein und Unbewußt-sein. NLP-Arbeits- und Übungsbuch,
Paderborn 1994. Copyright Junfermann 1994. Mit
freundlicher Genehmigung des Junfermann-Verlages.