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D as schnellste Serienauto der Welt schiclet seineIl Herold - das akustische Höllen·Kom-

rnRmt" lalndigt sich mit dem mmpeln- den 1iefbass eines nahenden Transrapid an. Es steigert sich in ein saugendes pfeifen. Ent nach deo Ohren nehmen

die Augen lUD Erlebnis teil. regislriel'lllJ

in Daches. schwarzes Etwas. umgeben

\'on eintr mrrendllD Luft·Korona. Der

Veyron zoomt sich im

8ugall;

16.4

schnellen Bild~uchJaufhcran_J)Ullll ist

der Hufeisen-Grill fOrirlUlfüllend. rür einen Wimpernschla.ll.

Vorbeifahrt: Hosenbeine Dattern. L"h-

ren \·ertkkcn sich. Brillen hüpfcn auf der Nase. Eine Druckwelle entliidt sich über den Beoba<;;ht",m auf dem \\'cnd

platz Sud der Schnellbahn \'Oll Ehra-

Le!lSillll. lässt sie um sicheren SI.md ringen. Kewll noch so stabile Leilplan-

k" schützt vor deT Wirbelschlepp() <!I!S

Erst währuml sich

der Bugatti entfernt. wechselt er "om Taifun zum Automobil. Und hinterlasst ein Gefübl schauriger Faszinahon. Willh_•• ;. "_11;11" NittlSlll.ecI· ns tJ umgib!; der Welt schnellste Autobahn-Gerade ab Teil dflS V\V,Priifgeland~ (siehe Seite 138). Ein Hoo.:hsicherheitstrakt hinter Sta· cheldraht, für die Augen der Öffcntlkh- keit .'erschIOlisen. Hier schart auto mo-

V -Ab30I11listen.

W~l'

tor und sport neben dem \'eyron acht weiteM Superlath'o um sich, Die schnellsten Serien-Sportwagen der Welt. jeder für sich bereits der abs0- lute Traum: Aston Marti.n Vanquish S.

Corvette ZOG, Dortgo Viper SRT·IO, Fer-

rari S99 GTß Florano, Ford GT, La.lll- hurghini Murci6lago LP 1\40. Marccdes

SLR P<lcLaren.l'orsclJe911 ·l\lroo

Ile

mllsscu ihr Tempo·Gelubde \'or den Tachometern \'00 auto motor und sport erneuern - dem satellitengestützlen 20- System und einem GPS-Messgerat. f.inem möchte man die Test-Tortur fast ersparen: dem Aston Martin Vall· Iluish S. Hinter den kraftstrotzenden Kämpfern steht derGentlemll1l SlJOrtler mit Ilnglischer Hescrviertheit zurück. Auch in der S·Version mit härteren Fe- dern. strafferen Uiimpfem, gefühl- \'ollerer Lenkung, höberer Verdichtung und kiirzerer AchsüberseiZung fehlt dem 2+2-5ilL.er jede Rennsport·l\:en.·o- sitJI. Bis der _~nlaswrheult - und der Raunzer eines geweckten LOwell ertiint. Voluminos. gewichtig und einschüch,

tornd. Passend zum Akantara-Ambiente dringt in den gedämmten Innenraum

jedocll nur das SchnulT1!n einer Schmu·

sebue. Ehns zu gemütlich nimmt der Vanquish S Fahrt auf -sogar ein Sechs

liter mil 577 Nm Dampf hat untf!r der

Last von 1.9 Tonnen w

Oie Zuhörer honorieren die Anstren· gung. Als der perl weiße Aston mit rund 6500 Tuuren vorbeitrompetet, erinnert das an einen geglätteten Rennwugen- Sound ~·ergangener Jahre. Hohe B- Noten sind dem Englinder sicher, doch bei der A·Wertung hapert es:

Ein pur Kwbel'ol-"ellen-Umdrehungen

mehr hätte der sechste Gang schon ver

-

kämpfen.

tragen. So aber verharrt das Display bei emiichterllden 317 statt erhofften 333 kmIh. Eine ähnliche Region peilt der l'er- rari 599 GTB Fiorano lIll. Man darf sich von Pininfarinas elegantem Li·Karos- seriekleid nicht täuschen lassen, dar- unter stecLt En:ro-Technik. Dessen Sechslitorerwacht unterder t'ronthau· be mit dem Zahnenetschen eines Zer- berus. dann schließt sich der Schlund im Auspuff zunächst wieder, lässt nur noch ein unheih'olles l:Irud"ln durch. Bis man dun Höllenhund reizt. Ein aw;gefuchstel' Start·Prozedere nimml den drehwiiligen Kurzhuberef- fukti,· an die Leine, ohll@ihm Kraft zu rauben. 608 Nm zerren den Fiorano nach 3,S Sekunden aufTempo 100 - p- Dau zwei Zehntel unter der Werks· angabe und fUr einen &ewichtigen Frontmotor-Sportler mit Hockantriab sensationell. Im Gegensatz zum frü- heren Tostwagen !siehe Heft 21/20(6) blieb die Kupplung Uaglos.

lei 76GO/_1I "~reil sle~ INs MeiDl.t

621 1'$ '11$ 'eI Brn.rilmtll, hält ein flaIllIllOOdes Pladoyer für deo Saugmo- tor. Eher Eltplosionen als Verbren- nungen rammen dill zwölrKolbcn nio· der. beschleunigen die Kardanwlllle auf ihrom Weg zum Getri"he an der Hintet'" achse: im sechsten Gang eudet rlllr Ex- zess crst bei knapp 8000/min oder 335 km/h, wuder 599 unter 5Chneidendem Vollgu·Ton \'erkünd",t. Angeskhts dieser Zurschauslellur.g \'on L8isruf!85Cffizienz packt den F.rz·

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rivalen Lamborghlni der kalte Zom_ Auch Hausherr Audi kOllllte die fillSte- w Macht aus .'>ant'Agata Bologn<]Sll

nicht f!){orLicrcn: Als U' &40 trägt sie der Murci<llagu in~ dritte Jahrtausend,

Dämonischer denn je, DllS abgrunrltiefc Glirgein des 6O-Grad-VI2 wirft Zweifel auf - bewegen sich in aeinem 6,5-Lil!'! Volumen nur mech.nische Teile? Oder

~'egetienetwas Organisches in der Kur-

bclwcUcn-FillSlemis?

Sollie tatsiichlich Leoou im Mittel-

motor slecken, so entlädt sich sein Be-

wegungsdrang in 3,4 Sekunden auf 100

km/h, Wobei der Allradantrieb zwar

darüber wachl, dass dill f140·PS-Dvna-

milc. nichl in reifcnzcrslörpnde Aggres- sion kippt; den gewünschten Vorteil gegenüber FelTaris Heckantrieb bringt

er aber kaum. Zumindest bis 340 kmIh

duldet l.amborghinis Domil1ll jedoch keiDen (Fahr-IWiderstand - und unler-

IlIGATTl 16.04 VETROI lli Zylllllltf Idiel"

wie rwelleldl 'tefHllt lauteMe va

MEACEDES SlJl Md.AllEJl Ztrl

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••• VI-

malt ihren HClTSChaftsllnspruch über

die italienische V

·HollciT Illit heu·

lendor V12·SireIllJt;'.i 7flOO/min, Gel!l~sell kommentiert Porsches Oll Turbo den Hudl<lrehzahl-lVetlstreit mit duftigem Overboost dcr bei.doll BorS

Warner-·lurboladcr. 1,2 bar Uberdruck

katapultieren den ewigen Jungd}·nami.

ker aus den Startblöcken. Mit dem Allradantrieb als perma- nenter TrUtions-Aufsicht schnorchelt

Porsches Leistungsträger sr.hon Rich· tung 100 hn/h, während andere Doch die Schlupf·Sorge umtreibt. Mit un-

problematischer Jeden-Tag-Tauglichkeit

Augt er sich dem Zenit \"On 310 bnIh

entgegen -

Liter-Boxer noch im sechsten Gang bis In den roten Bereich dold:t. Erstaun- -ich dabei: Die beharrliche Entwicklung

1iieler Jahre ulIll der neue Allradantrieb torgen endli.-:h für einen verlässlichen

.::.eradeauslauf. Haben bisher die Europäer unterein- Ander 8'lfocbten. 50 U'itt nun der ame- nbnische Kontinent in den Wettstreit

wobei der Bonst den 3.6-

in. Der Dodge Viper SRT·l0!ll'!tzt auf

klassische Lei5tungselemomle. kommt

ohne teuren Schmuck aus: "ine Meta· pher der Gewalt unter der weit ausho- lenden Motorhallhc muss reichen - der

8.3·I.iter--VlO. Dank dem gigantischen Hubraum karUi er sich eine beschau- liche Uterleistung und gemäßigten Mitteldrock leisten. Obwohl er .ls Abkömmling eines Lkw·Triebwerks \'erspottet wird. hängt der Zehnzylinder will ein KennmOlar am Gas: Erst ruckelt er. dann beißt er tu - und seine Gereiztheit schütt die Neugillr auf das ßl'lJtale. Auf 500 PS und 11t Nm. Mall sollte umWche Taschll5flleler- TriCks _n BeRhlll\leilell$ beberl'$cllee, will man dem maßlos zuschlagenden Viper einen 4.3-Sekunden·Sprint ab- trotzen. Einzige 'lhtktionshHre: die 345cr-Walzen. Unter schrägem 8e<l1 prugelt der Vto-Rüpel sein ~hmo­ ment an die Kurbelwelle. ungehobelter Schllb bebt durch die Kunststoff·Karos·

serie. Schnell erweist sich der sechste Gans als unbrauchbar - er ist auf 4ao bnfh über-IeIZI. Doch leibst im Funften

stellt die Giftschlange den Tanz bei ge- hemmten 298 kmIh ein.

uch

der Ford GT wird in der letz·

ten Fahrstufeeher langsamer als schnel- ler, dreht im fünfhm Gang allerdings bei 330 km/h in den ßcgrenu!r. In der im- mer digilaler werdendun Sportwagen· Weh hinlerläs~1 der US-Bolidu eIne analoge Note - als Remake des GT 40. WeH Ford die Produktion bereits eingestellt hat. gibt n keinen Testwa· 8'ln mehr. Der autoplille Sammler Del-

lef Hubner hilft aus. -'l!:ndel 5l'!inen r~"en

15

GT samt Sohn Dennis ;als PiloteD

die Antriebswelle beim Slartversuch "e"lOdet. schickt Valer Hübner einen zweiten, weißt!n GT ins Rennen. l>

mOli MUTlII VlIIQUISH S Mit C",-" ril'" elegant ~Icn Sp8rtlicllllllt

MEIICEOfS SLR McLAllEII Der SUrtho,1 I WiIIl.bllHlhierl dil AIlsclnlssllDh

POASCHE 911 TURBO lJ1e lItos bei

I,

die w1cbtiplll {TiIC

Drltu3tllIlIfIbiert

Alubauweise senk! das C.ewicht auf

im DNJhzahl·TIelba~ssammelt sich dllr

Talent als Sportwagen fördert -

\·or

mil

die fiinf fehlCllden km./b ZW" Werban-

nandling\·erträgliche 1595 Kilogramm.

allem in der PowerNersion 7

06

gabe von J2() bemmgeh.

\ien'entiltcch.nik und 1fockensumpf-

Alu- statt Stahlrahmen sowie viel Koh-

Gleich

um zehn kmIh

hinkt der

Schmiemng bringen den alten Small-

Mercedes SLR McLaren

einem

Block-VB auf die Höhe der Zeit. Schon

lef.uer in der Kunststoff-Karosserie. Das Triebwerk: ein Sieoonliter·V8 - ohne Kompressor. TIlrho oder tril.:kroiche

·enn

es

sprechen von J34 kmfh hinterher. Mit seinem älteren Stiefbruder Fl hM dur

keit. Heu lpnd schiebt der llll-KolJlpre~­

sor soine Ladung mit 0.9 bar ill die

5.4·Liter. dann drängt dllr 8aton-Kom-

Ventil-Verstellmögl ichkeiton. StalI-

SI.R wenig gemein. Allenfalls ähnlicho

pressor den !

anghuber

in arluntypische

dessen klassischer Schub aus der Hub-

Leistung: 626 PS. Sonst wilhnt maß sich

DrehzahIJ"llßi0DllO - 0.83 bar lassen ihm keine andere Wahl.

raum-TIefe_ Im Stand munnelt d.er 427 (cubic

in der Mcf'C!!des-Welt: Der Zerrspiegel- SL ist die Ubcrhöhul1ß des AMG-Ge-

eie: .shf-llasdliN "qlittt HI FI"-

Tel".1t ~lIrva-Ny.le: und einer prickeln- den Zeitrei.'lO ins !.e MallS der Sech· uger. wobei die GT 4o-Dachkuhle rur den fahrorhelm überflüssig wurde: Der moderne Nachfolger wurde in Jede Richtung um zehn Protent groller. Die

inches) noch sein Mantra. &sI zur Sache gehl. balk'ft eI" 1011: wenn bei 4800 Touren saftige637 Nm fließen. Bei 7000/min stellt man sich dun:hgft- schüttelte Stößelstan8"n und tnnzcnde Ventile vor. bleibt dennoch auf dem Gas - weil dN Spaß so schön in die Sätti·

danhms - Vortriebs-Maximierung bei Minimiernng des Luxus-Verzichts. Da.m ein Druck auf den Startknopr. und man CI1lt.an1: Der Va-Schmied häm- Illert ruppigml Oetroit-Beat - das hat wenig von schwiibiscller Gemütlich-

Cor

elle schrumpfte dagegen. was ihr

gung beschleunigt. Kleinlich. wer da

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Fm3ri .tmtibtr .it Vflilpsbllrt lIit eÖlIeII Wmstr_

 

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Brennräume. 780 Nm wirken als mas-

siver Druck auf den Oberkörper. Dis

UbeT TemJXI300. Die l.8-Tonnco-Ab- schussrampe mit Fiinfgang-Automatik

ist

der

am

leichtesten

aUlireizbare

Dragsler der Welt. Vollgas und fertig.

So fuinncnig. wie FSP den V8-Dihator

im Zaum hält. muSli es der GasfuB IlI1iI

einmal schaffen. Der l:Iügalt; verlangt vom Fahrer kei· ne feinmotorischcn KUll5lstiicke - der nl(;hte Fuß sollte nur schwer sein. \Vlih· rellli der Allradler seiner Masse da\'on sehnah:!, verharrt die PS·Amr.eigc im Amlalurenbrett bei 1001 - der Leis-

TECHNISCHE DATEN

tungs-Referenz in der Sllpcrsportwa- gen-Klasse. Sie addiert sich AllS 16 Zy- lindern. licht L.iter Hubraum und ''let Turboladern zur maximalen Beschleu- nigungs-Dichte: Aus dem Stand bolt der W16-Gigant kurz Luft. dann dauert

der Brachial-S<;hub dank DSC-Getriebe

ohne Unterbrechung an; notdiirftig h.iJ.t der Helm die Wangen des Piloten am rechten f1ecL So müsseD d.u die Apol-

lo-Astronauten erlebt haben. '''IUe.sc:heillt lief DRlU "IeIlt llIb.·

IU, weder 1Ie13DD .De~ bl13~ t-JII. Erst

bei 380 .erlässt d'l' Bugaui die Mcta- Welt der endlosen Tempo·Steigerung

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und müht sich mit Fahrwirlersliillden ab. Als der Veyron am Wllodeplatl'. Stid in Ehra vorbeidonnert. zeigen die Mess· geräte 402 bnIh an. Weiteren rekonh-erdächtigen Vor- wartsdrang bremst an diesem 1'4 nur die stetige \\etler-VerschlechtertUlR::

Auf angefeuchtete!" Strecke lillSt sich die Vonrie!>5·Oramatik des Vevron erst ab Tempo 100 aufzeichnen. auto motor und SJXln wird den Sen>klllons-Sprint jedoch nachholen. Versprochen.

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Text; UWCus Peters

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