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Ökonomie und Mobilität

Nachhaltiges Wirtschaften – für Opel bedeutet das, schon heute die Grundlagen einer ökonomisch erfolgreichen Zukunft zu schaffen. Um dauerhaft profitabel zu wirtschaften, investiert das Unter- nehmen in modernste Produktionsstätten und in die Entwicklung innovativer Fahrzeuge, die höchste Qualitätsstandards erfüllen und die Sicherheit im Straßenverkehr weiter verbessern.

Aufbrüche:

Unterwegs zu neuen Zielen mit höchster Effizienz und kraftvoller Dynamik – in der Natur sind diese Eigen- schaften ebenso tragend wie in einem Unter- nehmen.

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Zukunftsprogramm Olympia

Die Grundlage des nachhaltigen Turnarounds bei Opel

Die umfassende Neuausrichtung des Unternehmens bringt Opel wieder auf Erfolgskurs: Das Zukunftsprogramm Olympia, benannt nach dem legendären Opel-Erfolgsmodell aus den 30er-Jahren, verbessert Erlöse und Kostenstruktur gleichermaßen. Die Rückkehr zur Profitabilität geschieht schnell und in Kooperation mit der Belegschaft und ihrer Vertretung.

Ökonomie und Mobilität

Tradition

und Zukunft:

„Olympia“ schlägt die Brücke zwischen den großen Erfolgen der Vergangenheit und dem Ziel der nachhaltigen Profitabilität.

Vergangenheit und dem Ziel der nachhaltigen Profitabilität. Olympia legt die Basis für ein langfristiges und

Olympia legt die Basis für ein langfristiges und nachhaltiges Wachstum – mit innovativen und überzeugenden Produkten, weiter verbesserten Serviceleistungen und einer effizienten Unterneh- mensstruktur. Dazu entwickeln und implementie- ren 17 Experten-Teams seit Sommer 2001 stra- tegische Maßnahmen, die von einem „Turnaround Office“ koordiniert werden. Über 150 Einzelinitia- tiven dokumentieren die Dynamik, mit der Opel seine Neuausrichtung vorantreibt.

Produktoffensive: Neue Konzepte, neue Modelle

Ein zentrales Element von Olympia ist die bisher beispiellose Opel-Produktoffensive: Der Auto- mobilhersteller präsentiert in den nächsten Jahren durchschnittlich alle sechs Monate ein neues Modell und erneuert so bis zum Jahr 2006 die komplette Produktpalette. Zu dieser Offensive gehört auch eine strategische Neuausrichtung des Produkt- portfolios. Das bedeutet konkret: Opel baut den Anteil neuer unkonventioneller Fahrzeugkonzepte und Nischenmodelle deutlich aus. Das Ziel ist es, in den kommenden Jahren das Produktportfolio so fortzuentwickeln, dass Opel 40 Prozent tradi- tionelle Karosserieformen wie Limousine und Caravan, 40 Prozent neue Karosserieformen wie Großraumlimousinen und neue Konzepte sowie 20 Prozent Nischenmodelle anbieten kann.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Nischenmodelle anbieten kann. Nachhaltigkeitsbericht 2002 Handarbeit für die Mobilität von morgen: Im Prototypenbau

Handarbeit für die Mobilität von morgen: Im Prototypenbau entstehen die Modelle der Zukunft.

Beispiele dieser Modelloffensive sind neben dem neuen Vectra und der Sportlimousine Vectra GTS die hoch flexible Limousine Signum, auch der Mini-Van Opel Meriva und der Opel Combo Tour. Gleichzeitig geht das Unternehmen daran, seine sportlichen OPC- und die Ressourcen schonenden ECO-Produktreihen weiter auszubauen.

Weil Opel davon ausgeht, dass in Westeuropa der Markt für Fahrzeuge mit neuen, innovativen Konzepten bis 2005 auf über vier Millionen Ein- heiten anwächst, hat dieser Teil des Produktport- folios besondere Bedeutung. Innovative Fahrzeug- konzepte überschreiten klassische Segmentgrenzen und sprechen gezielt Kunden an, die sich nicht in bestehende Kategorien pressen lassen wollen, sondern nach außergewöhnlichen Lösungen für ihre besonderen Ansprüche an individuelle Mobili- tät suchen.

Trendsetter Zafira

Bereits mit dem Opel Zafira bewies das Unterneh- men, dass es in einem sich wandelnden Umfeld Trends setzt: Der Zafira definierte ein neues Segment, das es zuvor noch gar nicht gab. In der Nische der siebensitzigen Minivans war er über Jahre allein – und außerordentlich erfolgreich. Denn er wurde weit überproportional von Kunden gekauft, die bislang nicht zur klassischen Opel- Klientel gehörten.

Neue Flexibilität in der Kompaktklasse: Meriva

An diesen Erfolg knüpft Opel nun unterhalb des Zafira in der Kompaktklasse mit dem Meriva an.

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Langer Rad- stand, hohe Silhouette: Der Opel Meriva verbindet kom- pakte Außen- maße und her-

Langer Rad- stand, hohe Silhouette: Der Opel Meriva verbindet kom- pakte Außen- maße und her- vorragenden Komfort.

Clevere Wandlungsfähigkeit, großzügiger Innen- raum und modernes Design bei kompakten Außen- maßen – das sind die Kriterien, nach denen das Unternehmen den neuen Minivan mit fünf Sitz- plätzen konzipierte. Sein innovatives „FlexSpace“- Konzept ermöglicht es, das bisher in dieser Klasse nicht erreichte Platz- und Komfortangebot im Fond sowie die Gepäckraumkapazität individuell zu gestalten. Der Clou des Fahrzeugs: Man kann im Handumdrehen und ohne Sitzausbau den Fünf- sitzer in einen geräumigen Viersitzer verwandeln. Die beiden Fond-Passagiere haben dann so großzügige Platzverhältnisse wie in der automo- bilen Mittelklasse. Wer den Laderaum in der Viersitzer-Konfiguration vergrößern will, kann die äußeren Einzelsitze im Fond unabhängig vonein- ander nach vorne schieben.

im Fond unabhängig vonein- ander nach vorne schieben. 2 0 Dank seines FlexSpace- Konzepts lässt sich

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im Fond unabhängig vonein- ander nach vorne schieben. 2 0 Dank seines FlexSpace- Konzepts lässt sich
im Fond unabhängig vonein- ander nach vorne schieben. 2 0 Dank seines FlexSpace- Konzepts lässt sich

Dank seines

FlexSpace-

Konzepts lässt sich der Fünf- sitzer ohne Sitzausbau im Handumdrehen in einen geräu- migen Viersitzer verwandeln.

Die neue Business Class: Signum

Das Potenzial zum Trendsetter hat auch der neue Opel Signum. Denn dieses Auto setzt Zeichen: Es bildet eine einzigartige Synthese aus elegantem Auftritt, hoher Fahrdynamik, ausgeprägtem individuellen Komfort für die Passagiere und außergewöhnlicher Flexibilität im Innenraum. So können die Fondsitze unabhängig voneinander jeweils um 130 Millimeter in Längsrichtung ver- schoben werden, wodurch große Beinfreiheit ent- steht. Zusätzlich lassen sich die Lehnen auf eine Neigung von 30 Grad einstellen, die Sitzposition ist dann so bequem wie in der Business Class im Flugzeug.

Außerdem haben die Opel-Ingenieure den mittle- ren Teil der Rücksitze im unteren Bereich sehr variabel gestaltet – wenn man ihn umdreht, ent- steht eine Ablagekonsole. Werden die kompletten Rücksitze nach vorne geklappt, ergibt sich eine völlig ebene Ladefläche. Und in dieser Position

Ökonomie und Mobilität

schluckt der Kofferraum nach VDA-Norm rund 1.400 Liter Gepäck.

Modernste Antriebstechnologie – unter anderem drei neue Vollaluminium-Motoren und ein neues Getriebe – sowie das Interaktive Dynamische Fahr- system IDS sorgen für Dynamik und Fahrspaß pur.

Investitionen: Grundlage der Zukunftssicherung

Die Basis der Neuausrichtung bilden Rekordin- vestitionen. Von 2002 bis 2006 investiert Opel europaweit zehn Milliarden Euro in neue Modelle, um seine Position am Markt zu stärken und nachhaltig profitabel zu arbeiten. In das neue Werk Rüsselsheim hat das Unternehmen bereits 750 Millionen Euro investiert. Die Produktions- stätte, in der seit Anfang 2002 der neue Vectra gebaut wird, gilt als das modernste Automobil-

Ungestörte

Unterhaltung:

Mit dem Rear Audio System können Fond- passagiere ein

Mit dem Rear Audio System können Fond- passagiere ein eigenes Unter- haltungspro- gramm genie- ßen –
eigenes Unter- haltungspro- gramm genie- ßen – unab- hängig von den vorne Sitzen- den.
eigenes Unter-
haltungspro-
gramm genie-
ßen – unab-
hängig von den
vorne Sitzen-
den.

werk der Welt. Dort können bis zu vier unterschied- liche Modellvarianten auf einer Linie gefertigt und deshalb die Stückzahlen flexibel der Nachfrage angepasst werden. Weiterhin kennzeichnen strikte Qualitätsfokussierung und ein ausgefeiltes Logis- tiksystem die neue Produktionsstätte.

Weiteres Beispiel für Investitionen: Das Presswerk am Produktionsstandort Bochum wird für über 50 Millionen Euro modernisiert.

Kosteneffizienz: Schlüssel zur Profitabilität

Begleitet werden diese Investitionen in die Zukunft durch eine spürbare Verbesserung der Kosten- effizienz in allen Bereichen des Unternehmens.

Vordringliche Aufgabe ist die Anpassung der Kapazität an die schwierige Marktsituation und die Schaffung noch effizienterer Strukturen. Im Rahmen des Olympia-Programms entfallen rund 2.500 Stellen. Diese Personalreduzierung ist weitgehend erfolgt und wurde ohne betriebsbe-

Die neue Business Class von Opel: Der Signum setzt Zeichen mit ele- gantem Auftritt, hoher Fahrdyna- mik, individuel- lem Komfort für die Passa- giere und außer- gewöhnlicher Flexibilität im Innenraum. Eine Synthese, mit der Opel neue Käuferschichten erschließt.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

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dingte Kündigungen größtenteils über Altersteil- zeit, Vorruhestand und mit Abfindungsprogram- men sozialverträglich gestaltet.

Im Juli 2002 erreichte die Unternehmensleitung bei den Verhandlungen zur Umsetzung von Kosten- einsparungen im Personalbereich eine in Koopera- tion mit dem Betriebsrat entwickelte Lösung, die bis zum 31. Dezember 2005 Gültigkeit hat.

Mit dieser Einigung realisiert Opel eine Kostenent-

hat. Mit dieser Einigung realisiert Opel eine Kostenent- Viel Platz für Familie und Frei- zeit: Der
hat. Mit dieser Einigung realisiert Opel eine Kostenent- Viel Platz für Familie und Frei- zeit: Der

Viel Platz für Familie und Frei- zeit: Der neue Combo Tour wen- det sich an aktive Menschen, die ein Auto mit großzügigem Raumangebot brauchen und Wert auf Fahr- komfort legen.

Kurzfristig Kosten zu senken, um Investitionen täti- gen zu können – dies ist ein wichtiger Beitrag, den Olympia leistet. Beispielsweise steuert und realisiert eine hoch spezialisierte Gruppe von europaweit 200 Ingenieuren und Experten die stän- dige Verbesserung von Fertigungsabläufen, Sys- temen und Komponenten.

Die Auswertung und Umsetzung von derzeit mehr als 4.200 konkreten Vorschlägen wird in einer vom Internationalen Technischen Entwicklungs- zentrum (ITEZ), den Werken, den Zulieferern sowie der Konzernschwester Saab und dem Partner Fiat gemeinsam genutzten Datenbank gesteuert.

Auch die Verbesse-

Olympia legt die Basis für langfristiges und nachhaltiges Wachstum

lastung im oberen zweistelligen Millionenbereich in den kommenden dreieinhalb Jahren. Auch dies ist eine Investition in die Zukunft, die das Verantwor- tungsbewusstsein aller Beteiligten dokumentiert.

Angesichts der mittelfristigen Marktentwicklungs- prognosen baut Opel ferner seine installierten Kapazitäten in Europa bis zum Jahr 2004 um 350.000 Einheiten ab. Dies erreicht das Unterneh- men vor allem durch die Einstellung einer Astra- Produktionsschicht in Bochum und gleichwertige Maßnahmen in Antwerpen.

Um die Vertriebs- und Verwaltungskosten zu ver- ringern, fasst Opel in Europa seine nationalen Vertriebsgesellschaften zusammen. Für die Kunden bleiben alle Servicefunktionen auf einem unverän- dert hohen Niveau. In der Verwaltung werden Funktionen konzentriert, bestehende Doppelfunk- tionen aufgelöst sowie Abläufe und Prozesse gestrafft. Gleichzeitig fokussiert das Unternehmen die Verantwortung für die Marke Opel in Rüssels- heim. Dies beschleunigt Entscheidungen und senkt zugleich Kosten.

rungsvorschläge aus den Reihen der Belegschaft können auf diese Weise wesentlich schneller bearbeitet werden. Zugleich sorgt die Vernetzung der verschiedenen Ideenlieferanten für weltweite Synergieeffekte. So hat das entsprechende Olympia-Team bereits im

Jahr 2001 knapp 100 Millionen Euro an Kosten- reduzierungen realisiert.

Alle Initiativen stehen unter der Leitlinie strengster Qualität und erste Erfolge sind bereits offenkun- dig: Die Zahl der Garantiefälle ging seit 1998 um 60 Prozent zurück. Zudem erzielte Opel sehr gute Ergebnisse in Qualitäts-Studien unabhän- giger Institute und in Langzeittests der Motorfach- presse.

Marke im Aufbruch: Frisches Denken für bessere Autos

„Frisches Denken für bessere Autos“ – Opels neuer Markenslogan steht für die Dynamik, Vielseitigkeit und Kreativität neuer Produkte. Als Bestandteil von Olympia dokumentiert die Kampagne Moder- nität und Zukunftsorientierung.

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Ökonomie und Mobilität

Carl-Peter Forster: „Es weht ein frischer Wind bei Opel. Mit der neuen Werbekampagne vermitteln wir das auch nach außen. In jedem Anzeigenmotiv heißt es dabei: ,Wir bauen Ihr Auto‘. Das ist ein großes Versprechen an unsere Kunden. Und das lösen wir ein.“

Auch der Blitz, Opels Traditionslogo, wurde erneu- ert. Im Zuge einer Modernisierung des Corporate

Gleichzeitig restrukturiert Opel sein Vertriebsnetz. Die Opel-Händler werden noch profitabler arbei- ten und zugleich verstärkt in die Qualität des Kundenservices investieren können. Dazu führt Opel ein neues Margensystem ein, bei dem Kun- denzufriedenheit und Leistungsstandards einen hohen Stellenwert haben.

und Leistungsstandards einen hohen Stellenwert haben. Designs ist das Emblem nun kantiger und dyna- mischer.
und Leistungsstandards einen hohen Stellenwert haben. Designs ist das Emblem nun kantiger und dyna- mischer.

Designs ist das Emblem nun kantiger und dyna- mischer. Zudem entwickelte Opel eine neue Haus- farbe, ein kräftiges Gelb, das zu einem attraktive- ren Erscheinungsbild beiträgt.

Vorteil für die Kunden: „Order to delivery“

Ein Paradebeispiel für das neue, bereichsübergrei- fende Denken, das bei Opel mit Olympia Einzug gehalten hat, ist „Order to delivery“ – ein Projekt, das mit dem Ziel gestartet wurde, die Lieferzeiten zu halbieren und dem Kunden für sein Wunsch- auto ein zuverlässiges Auslieferungsdatum zu nennen. „Order to delivery“ umfasst die Optimie- rung der gesamten Prozesskette vom Eingang des Kundenauftrages über die Materialplanung und Fertigung bis zur Auslieferung der Fahrzeuge an die Händler – schrittweise innerhalb von zwei Jahren für alle Baureihen. Neben der höheren Kundenzufriedenheit hat diese Maßnahme auch einen positiven Einfluss auf die Fahrzeuglager bei den Opel-Händlern und auf das Umlaufvermögen.

Durch Fusionen und neue Händlerverträge richtet das Unternehmen sein Händlernetz in Deutschland auf rund 470 Handelspartner und insgesamt zirka 1.850 Standorte aus. Entscheidend dabei: Auch zukünftig wird kein Kunde länger als 30 Minuten zum nächsten Opel-Standort benötigen.

Weichen sind gestellt: Olympia bringt Opel voran

Deutlich verbesserte Profitabilität liegt für das Unternehmen also in erreichbarer Nähe. Dank Olympia will Opel im operativen Geschäft schnell den Break-Even-Point erreichen. Ein Ziel, das im vierten Quartal des Jahres 2003 und für das gesamte Jahr 2004 erreicht werden soll. Beständige Profitabilität ist die Basis zukünftiger Investitionen und einer angemessenen Rendite. Dabei setzt Opel auf hochwertige Produkte und Dienstleistun- gen, erstklassige Qualität und wachsende Markt- anteile.

Variantenreich:

Der neue Vectra eröffnete die Modelloffensive. Die Stufenheck- Limousine und der sportliche Vectra GTS ka- men zum Auftakt.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

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Qualitätsoffensive zeigt Wirkung

Erfolge in Entwicklung, Produktion und Service

zeigt Wirkung Erfolge in Entwicklung, Produktion und Service Qualitätsaudit: Opel-Fachleute prüfen am Ende der

Qualitätsaudit:

Opel-Fachleute prüfen am Ende der Produktion 200 Einzel- aspekte des Fahrzeugs aus Sicht der Kunden.

Qualität hat für Opel höchste Priorität und mit einer umfassenden Qualitätsoffensive sorgt das Unternehmen dafür, dass dies von den Kunden wieder deutlich wahrgenommen wird. Die vier Eckpfeiler der aktuellen Offensive sind

absolute Qualitätsreife von neuen Modellen beim Serienanlauf,

kontinuierliche Verbesserung der laufenden Modelle,

Verbesserung und Standardisierung der Quali- tätsprozesse in allen Unternehmensbereichen sowie

enge Zusammenarbeit mit den Lieferanten und Servicepartnern.

Die Ergebnisse der Maßnahmen sind spürbar. Die Auslieferungsqualität von Opel-Fahrzeugen ist in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich gestie- gen. Aktuell sind 90 Prozent der Vertragshändler mit der Produktqualität sehr zufrieden oder zufrie-

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den. Bei den Gewährleistungsbeanstandungen hat sich Opel in den vergangenen vier Jahren um 60 Prozent verbessert. Zugleich sanken die Kosten in diesem Bereich in den letzten drei Jahren um rund 30 Prozent.

Qualitätssicherung beginnt in der Produkt- entwicklung

Um solche Fortschritte zu erzielen, beginnt die Qualitätssicherung bei Opel schon in der Konzept- phase mit der Festlegung der Qualitätsziele für das Fahrzeug und seine Komponenten. Im Entwick- lungs- und Validierungsprozess wird regelmäßig überprüft, ob diese Vorgaben erreicht werden. Im Falle von Abweichungen legen die Verantwort- lichen dann konkrete Maßnahmen fest, um die Zielvorgaben zu erfüllen.

Auch die Lieferanten werden in die Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der Qualität einbezogen. So haben sämtliche Zulieferer zerti- fizierte Qualitätsmanagement-Systeme. Ferner hat Opel einen 16-stufigen Qualitätssicherungs- prozess für die Zusammenarbeit mit den Lieferan- ten entwickelt. Er setzt bereits in der Projekt- planungsphase ein und erstreckt sich über den gesamten Produktionszyklus. Bei Opel gibt es für jedes wichtige Bauteil im Fahrzeug Projektteams, die sich aus Entwicklungs- und Qualitätsingenieuren zusammensetzen. Gemeinsam mit den Zulieferern führen sie Kapazitäts- und Qualitätstest vor dem eigentlichen Produktanlauf durch und verstärken die Kontrolle während der Anlaufphase noch.

Opel-Standorte mit zertifizierten QM-Systemen

Grundlage des Qualitätsmanagements bei Opel sind zertifizierte Systeme, die das Unternehmen an allen deutschen Produktionsstandorten eingeführt hat: Das Werk Rüsselsheim ist nach ISO 9002

Ökonomie und Mobilität

zertifiziert und führt im Jahr 2002 den neuen Qualitätsmanagement-Standard ISO 9001-2000 ein, der noch stärkeren Wert auf Kundenerwar- tungen und Kundenzufriedenheit legt. Gleiches gilt für den Standort Eisenach. Der Standort Bochum ist bereits nach ISO 9001-2000 zertifiziert und hat zudem eine Zertifizierung nach TS 16949 – einem Standard, in dem verschiedene für die Auto- mobilbranche relevante Normen wie QS-9000, VDA 6.1, EAQF und AVSQ vereinheitlicht wurden. Im Jahr 2002 wird auch der Standort Kaiserslau- tern nach TS 16949 zertifiziert, der darüber hinaus ein Qualitätsmanagement nach ISO 9002 hat. Auch das Internationale Technische Entwicklungs- zentrum (ITEZ) in Rüsselsheim besitzt ein eigen- ständiges Zertifikat für sein Qualitätsmanage- ment-System nach ISO 9001.

Darüber hinaus arbeitet Opel nach eigenen Ver- fahrensanweisungen und Qualitätsrichtlinien, die auf den Standards des GM-Verbunds basieren. Die Einhaltung dieser spezifischen Normen wird von internen, spezifisch geschulten Auditoren regelmäßig, wenigstens einmal jährlich, überprüft.

Null-Fehler-Prinzip

Insbesondere wenn neue Modelle eingeführt wer- den, wie im Jahr 2002 der neue Opel Vectra, sorgt das Unternehmen durch zusätzliche Qualitäts- checks für eine strikte Beachtung des Null-Fehler- Prinzips. So wurde aus jeder Tagesproduktion des neuen Vectra ein oder mehrere Fahrzeuge entnommen und einem eingehenden Produkt- Audit unterzogen. Das bedeutet: Die Auditoren suchten Fehler nach genau definierten Standards – und wenn sie Mängel identifizierten, wurde die gesamte Tagesproduktion auf diesen Fehler hin überprüft.

Grundsätzlich finden in den Werken Eisenach und Rüsselsheim, die nach dem Null-Fehler-Prinzip arbeiten, am Ende jedes Produktabschnittes Qua- litätskontrollen aus Kundensicht statt. Dadurch stellt Opel sicher, dass aufwändige Nacharbeiten am fertig produzierten Fahrzeug auf ein Minimum reduziert werden. Am Ende der Produktion steht eine Endkontrolle, bei der die Opel-Fachleute wie- derum aus Kundensicht 200 Einzelaspekte prüfen.

ISO Plus-Standards im Service

Auch für die Vertragshändler der Adam Opel AG existiert ein eigens entwickelter und über die Forderungen normaler ISO-Normen hinausgehen- der Standard: die Qualitätsnorm Opel ISO Plus. Die meisten Opel-Autohäuser und -Servicebetriebe

Nachhaltigkeitsbericht 2002

sind nach dieser Norm zertifiziert und werden in regelmäßigen Abständen von einer neutralen Organisation überprüft.

Durch das Qualitätsmanagement-System Opel ISO Plus werden alle Mitarbeiter eines Betriebs – von der Information bis zur Endabnahme – kon- sequent in einen kontinuierlichen Verbesserungs- prozess eingebunden. Alle innerbetrieblichen Abläufe werden sorgfältig durchleuchtet, doku-

Abläufe werden sorgfältig durchleuchtet, doku- mentiert und optimiert. Wichtigstes Ziel dabei ist die

mentiert und optimiert. Wichtigstes Ziel dabei ist die Zufriedenheit der Kunden: Die haben die Gewissheit, dass Opel ISO Plus zertifizierte Ver- tragshändler und Servicebetriebe Probleme als Ganzes betrachten und lösen, bei allen Tätigkeiten den Umweltschutz ganz obenan stellen und bei Service sowie Beratung konkrete Versprechen geben.

Präzise:

Presswerkteile

werden mit

optoelektroni-

schen Mess-

geräten über-

prüft.

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Das modernste Automobilwerk der Welt in Rüsselsheim

Investitionen für die Mobilität der Zukunft

Das Muster für die Zukunft des Automobilbaus ist in Rüsselsheim zu Hause, denn das neue Opel-Werk ist die modernste Fertigungsstätte weltweit und setzt höchste Maßstäbe in Qualität, Produktivität, Flexibilität und Ergonomie. Opel investierte die Rekordsumme von rund 750 Millionen Euro.

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Damit schuf das Unternehmen eine zentrale Grundlage für seine umfassende Neuausrichtung und sichert sich zugleich eine dauerhafte Spitzen- stellung in der Fahrzeugfertigung. Die Jahreskapa- zität des neuen hoch flexiblen Werkes liegt bei 270.000 Einheiten von bis zu vier verschiedenen Pkws. Als erstes Modell auf den Rüsselsheimer Ferti- gungslinien wird die Stufenheck-Limousine des komplett neu entwickelten Vectra produziert. 2003 folgen Signum, Vectra GTS und Vectra Caravan.

2003 folgen Signum, Vectra GTS und Vectra Caravan. Maßstäbe für das 21. Jahrhundert Der Blick in

Maßstäbe für das 21. Jahrhundert

Der Blick in die Zukunft der Automobilproduktion faszinierte hochrangige Vertreter der Bundesregie- rung und der Hessischen Landesregierung glei- chermaßen. Bei der Eröffnung des neuen Opel- Werks in Rüsselsheim im Februar 2002 sparten sie nicht mit Lob. Mit diesem Werk habe sich Opel in die Spitze des weltweiten Automobilbaus zurück- gemeldet, erklärte beispielsweise Bundeskanzler Gerhard Schröder. Und Ministerpräsident Roland Koch betonte die herausragende wirtschaftliche Bedeutung des neuen Werks für die Region und das gesamte Land.

Mit der Investition von rund 750 Millionen Euro schuf Opel in Rüsselsheim die Grundlage zukünfti- ger Erfolge – kein anderer deutscher Hersteller wendete in den vergangenen Jahren eine ähnliche Summe für den Neubau eines Werks auf. Dies ist ein Bekenntnis zur Region und zum Standort Deutschland. Zugleich stellt das Werk die jüngste Evolutionsstufe des standardisierten Produktions- systems dar, das Opel erstmals 1992 im thürin-

Nachhaltigkeitsbericht 2002

gischen Werk Eisenach verwirklichte und das die gesamte Automobilfertigung beeinflusste. Seine wichtigsten Elemente sind das Prinzip der schlan- ken Produktion und die Gruppenarbeit.

Innovativ:

Das Fünf-Finger- Layout des neuen Werks ermöglicht takt- genaue Mate- rial-Anlieferung an die Ferti- gungslinie.

„Der konsequent qualitätsorientierte Fertigungs- ablauf, Prüfverfahren mit Hochleistungslasern und natürlich das Können und der Einsatz unserer Mitarbeiter garantieren hochwertige Produkte“, betonte Carl-Peter Forster, Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG. Und zudem ist Opel nun in der Lage, noch schneller auf die sich wandelnden Wünsche der Kunden einzugehen. Denn vier ver- schiedene Modelle können auf einer Linie gefertigt werden. Diese können aufgrund der hoch flexiblen Ausrichtung der Anlagen und Organisations- strukturen im ständigen Wechsel und in praktisch beliebigem Mix produziert werden. Das erlaubt eine schnelle Reaktion auf aktuelle Marktentwick- lungen.

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Virtuelle Welt: Planung im 3D-Layout

Schon bei der Planung setzten die Opel-Ingenieure auf modernste Technologie: Das gesamte Werk entstand zunächst in virtueller Realität am Com- puter – von der Gebäudekonstruktion über die Anlagenkonzeption und den Fertigungs- wie Logistikfluss bis zur ergonomischen Optimierung der Arbeitsabläufe. Intensiv nutzten die Ingenieure

der Arbeitsabläufe. Intensiv nutzten die Ingenieure und Programmierer dreidimensional animierte Werks- und

und Programmierer dreidimensional animierte Werks- und Konstruktionspläne – so genannte 3D- Layouts – sowie innovative Simulations-Werkzeuge. Das Besondere daran: Virtuelle Mitarbeiter bauten schließlich an virtuellen Arbeitsplätzen virtuelle Autos. Mit diesem Hochtechnologie-Verfahren konnten – noch ehe der Grundstein gelegt wurde – genaue Konstruktionsdetails für die gesamte Anlage ermittelt werden. So präzise arbeiteten die Simulationsexperten, dass ihre Voraussagen höchstens ein Prozent Unterschied zur späteren Realität aufwiesen.

High-Tech im Karosserie-Rohbau:

Flexibilität mit modernen Anlagen

In den zentralen Werksbereichen Presswerk, Karosserie-Rohbau sowie Fertig- und Endmontage setzt Opel konsequent auf höchste Leistungsfä- higkeit und Produktivität durch den Einsatz von High-Tech-Anlagen. Im Presswerk kommt eine 35 Millionen Euro teure, neuartige „Saugertrans- ferpresse“ zum Einsatz: Luftgesteuerte Saugnäpfe mit frei programmierbaren Bewegungskurven

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übernehmen die Beförderung von Blechkomponen- ten zwischen insgesamt fünf Bearbeitungsstatio- nen. Die vollautomatische Anlage formt bis zu 15 Mal pro Minute aus vorgeschnittenen Blech- platinen Außenhaut-Teile wie Seitenwände, Türen oder Dächer – ein neuer Spitzenwert in der gesam- ten Automobilindustrie.

ein neuer Spitzenwert in der gesam- ten Automobilindustrie. Vision und Wirk- lichkeit: Mit Hilfe modernster Com-

Vision und Wirk- lichkeit: Mit Hilfe modernster Com- puter-Programme simulierten die Planer jeden Handgriff in der Produktion.

Im Karosseriebau fügen auf einer Hallenfläche von knapp 55.000 Quadratmetern anschließend 650 Roboter die rund 460 verschiedenen Blechteile des neuen Vectra zu einer belastbaren und ver- windungssteifen Automobilbasis zusammen. Dort haben die Opel-Ingenieure nicht nur den weltweit innovativsten Roboter- und Anlagenpark realisiert, sondern auch die fortschrittlichsten Prinzipien in Sachen Variabilität und Arbeitsorganisation umgesetzt. Flexible Fertigungszellen, in denen Roboter vollautomatisch und auf den Zehntelmil- limeter genau rund 4.500 Schweißpunkte pro Karosserie setzen, Verbindungskleber auftragen oder Blechkanten falzen, arbeiten exakt im Takt der Hauptlinie und schleusen die fertigen Karosse- riekomponenten ohne Zwischenlagerung direkt in den Fertigungsprozess ein.

Ein weiteres technisches Highlight sind die beiden Schweißstationen für die äußere Dachhaut. In dieser Anlage überprüft zunächst ein Kamera- system den offenen Karosserie-Dachausschnitt und überwacht anschließend das exakte Positio- nieren der äußeren Dachhülle. Danach verschwei- ßen zwei Hochenergie-Laser mit je vier Kilowatt

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Leistung die Außenhaut mit dem Dachrahmen. Entscheidender Vorteil gegenüber der sonst üblichen Punktverschweißung: Nacharbeiten an den Verbindungsstellen sind nicht mehr nötig – bei gleichzeitig erheblich verbesserter Stabilität der Karosserie.

Zukunftweisende Fertig- und Endmontage

Zweitgrößter Bereich des neuen Opel-Werks ist die Fertig- und Endmontage mit dem Grundriss eines halben Sterns auf 48.000 Quadratmetern. Die durch das Layout, das einem Flughafenterminal ähnelt, geschaffene intelligente Raumaufteilung ermöglicht kürzeste Wege sowohl für Mitarbeiter als auch für die Versorgung mit Material. Und zudem ist sie die Grundlage für eine effiziente Kommunikation zwischen allen Mitarbeitern in der Produktion und den Teams in angrenzenden Bereichen.

Der Stern-Grundriss der Fertig- und Endmontage mit seiner außergewöhnlich langen Außenfassade bietet enorme logistische Vorteile, denn über nicht weniger als 70 Andockstellen kann das Material direkt an den Einbauort der Montagelinie geliefert werden. Rund 80 Komponenten werden auf der Basis der exakt vorgeplanten Produktionsabfolge im benachbarten Logistik-Center oder in einem neu eingerichteten Lager für Kleinteile vormontiert und exakt dem Takt der Produktion entsprechend angeliefert. Lagerhaltung und aufwändige Vor- montagen am Band gehören mit diesem neuarti- gen Logistikkonzept der Vergangenheit an.

Vorbildliche Ergonomie

Ebenfalls unterstützt durch umfangreiche Simula- tionen entwickelten die Planer für die Fertig- und Endmontage eine Lösung, die in puncto Ergo-

die Fertig- und Endmontage eine Lösung, die in puncto Ergo-   Hochzeit: Die selbsttragende Karosserie wird
 

Hochzeit: Die selbsttragende Karosserie wird vollautomatisch mit dem Chassis

zusammenge-

Die Arbeit wird von den Mitarbeitern auf Mitfahr- bändern oder -paletten geleistet, so dass niemand mehr neben dem Auto herlaufen muss. Für alle Teile von mehr als zirka 10 Kilogramm Gewicht stehen Handhabungshilfen zur Verfügung, die die Mitarbeiter zusätzlich entlasten, was der Ge- sundheit der Mitarbeiter dient.

führt.

Bildung und Ausbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Eckpfeiler der Opel-Qualitätsstrategie

Null-Fehler-Prinzip: Qualität hat oberste Priorität

nomie zukunftweisend ist. Beispielsweise trans- portieren selbst angetriebene Förderer die Karos- serien durch die Fertigmontage und stellen auto- matisch die für den jeweiligen Montageschritt optimale Arbeitshöhe ein.

Die Überkopfmontage von Tank, Kraftstoff- und Bremsleitungen gehört in Rüsselsheim der Ver- gangenheit an. Denn diese Teile werden jetzt auf eine mobile Montageplattform gelegt, die an den Unterboden fährt und die Teile verschraubt.

Oberste Priorität besitzt im neuen Opel-Werk die Qualität aller Abläufe, Prozesse und Produkte. Die Grund- lage des effizienten Qualitätssystems bildet das Null-Fehler-Prinzip. Konkret bedeutet das: Kein Mitarbeiter im gesamten Produktionsprozess darf Fehler einer vorhergehenden Station annehmen, selbst Fehler produzieren oder diese an die folgen- de Station weitergeben.

Den Mitarbeitern steht zur Umsetzung dieses Prin- zips ein ganzes Maßnahmenpaket zur Verfügung. Das wichtigste Instrument: Im Bedarfsfall muss

Nachhaltigkeitsbericht 2002

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Hilfreicher Zugriff: Zieht ein Mitarbeiter die Andon-Leine rufen audio- visuelle Signale die Team- mitglieder zu

Hilfreicher Zugriff: Zieht ein Mitarbeiter die Andon-Leine rufen audio- visuelle Signale die Team- mitglieder zu Hilfe, um einen Fehler schnellst- möglich zu beheben.

jeder Beschäftigte den Produktionsprozess stop- pen, um die festgelegten, strengen Qualitätskrite- rien zu gewährleisten. Dies geschieht mit Hilfe des so genannten Andon-Systems: Entdeckt ein Mitarbeiter, dass es ein Qualitätsproblem gibt oder er selbst seine Operation nicht im entspre-

definierten „Standardisierten Inspektions-Prozes- ses“ (SIP) genau unter die Lupe. Am Ende der einzelnen Fertigungsabschnitte im Presswerk, dem Karosserie-Rohbau oder an zahlreichen Stellen der Fertig- und Endmontage checken die Qualitäts- sicherungs-Experten detailliert die Erfüllung sämtlicher Standards. Das bietet die Gewähr dafür, dass nur einwandfreie Ergebnisse in den nächsten Abschnitt gelangen.

Schulungen für Mitarbeiter

Weil aber das neue Werk nicht allein von der Hochtechnologie lebt, sondern die Qualität der Prozesse und Produkte ganz entscheidend von den Mitarbeitern abhängt, führte Opel das umfas- sendste Trainingsprogramm in seiner Unterneh- mensgeschichte durch. Ein internes Trainerteam

machte alle Mitarbeiter des neuen Werkes seit 1999 kontinuierlich fit für die Automobilfertigung der Zukunft. Die neuen Fertigungstechnologien, das innovative Opel-Produktionssystem und die Grundsätze der Standardisierung gehörten dabei ebenso zum Schulungsprogramm wie die Ver- mittlung der hohen Maßstäbe in Sachen Qualität, Produktivität, Arbeitssicherheit und Umwelt- orientierung. Und nicht zuletzt vermittelten die Trainer den Mitarbeitern im vergangenen Jahr die große Bedeutung von Kom- munikation und Zusammen-

arbeit für den Erfolg des neuen Werks.

Opel führte das umfassendste Trainingsprogramm in seiner Unternehmensgeschichte durch

chenden Takt ausführen kann, zieht er an der Andon-Leine, die an jeder Station der Montage- linie installiert ist. Dieser Griff löst ein akustisches und optisches Signal aus und ruft damit den Teamsprecher umgehend zu Hilfe. Kann der Fehler nicht innerhalb der Taktzeit behoben werden, bleibt das Band so lange stehen. Eine intelligente Entkopplung der Montagelinie – die insgesamt 175 Arbeitsstationen sind in Segmente von durch- schnittlich 21 Stationen aufgeteilt – sorgt dafür, dass ein solcher Stopp nicht die ganze Montage- halle betrifft.

„Die Mitarbeiter-Schulung war eine zentrale Voraussetzung für den qualitätsgesteuerten Anlauf des neuen Vectra, der einen neuen Standard im Unternehmen setzt“, erklärt Werksdirektor Arno Wiedenroth.

Zusätzlich sind in die gesamte Fertigungslinie spe- zifische Qualitätskontrollen integriert. So sorgen rund 150 robotergesteuerte Laser-Präzisionsmes- sungen für exakte Maßhaltigkeit zum Beispiel im Karosserie-Rohbau. Zudem gewährleisten flächendeckende Ultraschall-Prüfungen höchste Schweißqualität in den Fertigungszellen.

Die Mitarbeiter der Qualitätssicherung nehmen zusätzlich alle Fahrzeuge im Rahmen eines exakt

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Ökonomie und Mobilität

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Blick in die Zukunft

Hochtechnologie für die Mobilität von morgen

Modernste Computer, Hochleistungs-Software und 3D-Simulationen im Virtual-Reality-Studio gehören bei Opel zum täglichen Handwerkszeug der Entwick- lungsingenieure und Designer.

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Bei ihrer Arbeit setzen die Entwicklungsspezialisten immer stärker auf die Anwendung moderner Virtual-Reality-Technologie. Im ITEZ nutzen die Ingenieure das Hilfsmittel der 3D-Simulation im Design, im Prototypenbau, bei der Integration von Fahrzeugkomponenten sowie bei der Planung neuer Fertigungsstätten.

Virtuelle Realität für das Design

Mit dem VR-Studio (Virtuelle Realität), das über eine europaweit einmalige Konzeption und Aus- stattung verfügt, haben die Opel-Designer ein wirksames Hilfsmittel zur Umsetzung zweidimen- sionaler Skizzen in 3D-Entwürfe und zur drei- dimensionalen Darstellung von Fahrzeugen und Bauteilen aus allen Perspektiven. Die Technologie der 3D-Stereo-Projektion gibt den Designern eine Anschauung neuer Automobile in einem sehr frühen Entwicklungsstadium – lange bevor auf- wändige physische Modelle fertig gestellt sind. Wesentliche Komponenten des Systems sind ein Grafikrechner, spezielle Projektoren und aktive Brillen. Der Rechner erzeugt zwei Bilder, eines für das linke und eines für das rechte Auge. Und stellt diese mit hoher Frequenz abwechselnd dar. Die Software erlaubt es, Fahrzeuge in alle Richtungen zu drehen und dabei Farben, Reflexionen oder Darstellungen zu variieren sowie maßstäbliche Änderungen und Qualitätsbeurteilungen vorzu- nehmen.

Die Opel-Designer nutzen die 3D-Technologie auch, um Komponenten, Innenräume, aber auch ganze Fahrzeuge in Originalgröße zu evaluieren. Diese Technik ermöglicht es, Alternativen fundiert zu diskutieren, ohne jedes Mal mit viel Zeitauf- wand Prototypen aus Plastilin oder Kunststoff her- stellen zu müssen.

Integration von Fahrzeugkomponenten per Rechner

Ein weiteres wichtiges Werkzeug auf dem Weg zu einer Verkürzung der Entwicklungszeiten für neue Fahrzeuge ist das Digitale Mock Up (DMU): die computergestützte Integration von Komponenten in ein virtuelles Fahrzeugmodell. Anstatt wie früher mitunter wochenlang auf nach Zeichnungen gefertigte Musterteile für den Aufbau in einem Metallbock warten zu müssen, können die Inge- nieure heute den bestmöglichen Einbau der Kom- ponenten bereits anhand der reinen Konstruk- tionsdaten am Bildschirm ermitteln und Probleme frühzeitig erkennen und beheben. Werden dann noch Teile benötigt, so können diese mit der Rapid-

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noch Teile benötigt, so können diese mit der Rapid- 32 Prototyping-Technologie innerhalb weniger Stun- den erzeugt

Prototyping-Technologie innerhalb weniger Stun- den erzeugt werden.

Dreidimensional:

In Virtual-Reality-

Studios disku-

tieren Designer

ihre Entwürfe

und Alternativen

an Cyber-Model-

len.

Große Bedeutung hat das Digitale Mock Up zum Beispiel bei der Integration von Motorkomponen- ten. Hintergrund: Sogar Fahrzeuge der Corsa- Klasse sind heute mit Sicherheits- und Komfort- ausstattungen wie Antiblockiersystem, Klimaanlage und Automatikgetriebe ausgerüstet. Dazu kom- men stetig neue und größer dimensionierte Bau- teile zur Abgas- und Geräuschreduzierung. Kon- sequenz: Für die Raumausnutzung zählt heute jeder Millimeter. Die Entwicklungsingenieure müssen bei der Anordnung von Komponenten die im Fahrbetrieb auftretenden Aggregatbewe- gungen ebenso berücksichtigen wie die leichte Erreichbarkeit für Service-Arbeiten. Intelligentes „Packaging“ – die effiziente Aufteilung des verfüg- baren Fahrzeugvolumens – ist das A und O im modernen Automobilbau und eine traditionelle Stärke von Opel. Modelle wie der neue Vectra und der Compact Van Zafira setzen hier Bestmarken in ihren Segmenten.

Entwicklung im weltweiten Verbund

Grundlage dieses Systems ist die Sammlung sämt- licher 3D-Daten eines Fahrzeugs und seiner Bauteile. Opel nutzt das Digitale Mock Up nicht nur für Fahrzeug-Neuentwicklungen, sondern als Hilfsmittel für alle Stadien der Weiterentwicklung. Das DMU wird darüber hinaus auch in der Simu- lation der Produktion angewendet. So kann mit seiner Hilfe die „Hochzeit“ von Karosserie und Fahrwerk bereits im Voraus durchgespielt und auf mögliche Fehlerquellen hin untersucht werden.

Ökonomie und Mobilität

hin untersucht werden. Ökonomie und Mobilität Innovative Lösungen aus der internationalen Denkfabrik
hin untersucht werden. Ökonomie und Mobilität Innovative Lösungen aus der internationalen Denkfabrik
hin untersucht werden. Ökonomie und Mobilität Innovative Lösungen aus der internationalen Denkfabrik

Innovative Lösungen aus der internationalen Denkfabrik

Innovation und Hochtechnologie schaffen nachhaltige Lösungen. Das Internationale Technische Entwicklungszentrum (ITEZ) trägt mit über 6.800 Mitarbei- tern (31.12.2001) hat die Verant- wortung für Konzeption und Realisierung aller Opel/Vauxhall- und auf Opel-Technologie basierender Fahrzeuge weltweit. Darüber hinaus gehört das

Manufacturing Engineering, das heißt die Planung und der Auf- bau neuer Produktionsanlagen, sowie die Entwicklung und Ein- führung neuer Produktionstech- nologien zum Aufgabengebiet des ITEZ. Zu den Aufgaben- schwerpunkten zählen dabei die weitere Verbesserung der Um- weltverträglichkeit von Produk- tion und Produkten, die Erhö-

hung der Arbeitssicherheit und die Optimierung der Ergonomie. Die Fahrzeugentwicklung leistet zudem durch ihre Arbeit wich- tige Beiträge zur verbesserten Automobil- und Verkehrssicher- heit sowie zur Entwicklung inno- vativer Konzepte für die Mobi- lität der Zukunft.

Dreidimensionales Menschenmodell liefert Ergonomiedaten

Um den Platz des Fahrers und die Sitzposition der übrigen Mitreisenden ergonomisch sinnvoll gestalten und die entsprechenden Komfortziele erreichen zu können, setzt Opel schon im frühes- ten Entwicklungsstadium eines neuen Modells das rechnergestützte Anthropologisch-Mathe- matische System zur Insassen-Simulation ein. Das dreidimensionale Menschenmodell RAMSIS vermittelt den Ingenieuren ohne den zeitrauben- den Umweg über einen Versuchsaufbau Eindrücke darüber, wie sich die Insassen im Fahrzeug zurechtfinden.

Kernstück von RAMSIS ist ein realistisches Körper- modell mit innerem Skelettaufbau und einer Vielzahl von Gelenkpunkten. Die Datenbank um- fasst 90 realistische, statistisch abgesicherte Körperbautypen und deckt so nahezu 100 Prozent der Bevölkerung ab. Ein komplexes Animations- programm ermöglicht die Simulation von Bewe- gungsabläufen wie das Ziehen der Handbremse, Schalten, Lenken oder das Ein- und Aussteigen. Die Besonderheit: Insassenmodelle und Fahr- zeuginterieur lassen sich nicht nur von außen betrachten, RAMSIS gestattet ebenso den Blick aus der Fahrerperspektive auf die virtuelle Umwelt. Dabei berücksichtigt das System die Sehentfer- nung ebenso wie die natürliche Augenbewegung bei Kopf- und Halsdrehungen.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

bei Kopf- und Halsdrehungen. Nachhaltigkeitsbericht 2002 Lange bevor ein Modellaufbau existiert, können die

Lange bevor ein Modellaufbau existiert, können die Entwickler so die Übersichtlichkeit und Bedien- freundlichkeit von Instrumenten beurteilen sowie die Freiräume für Kopf, Schultern, Arme, Beine und Knie oder den Komfort von Ein- und Ausstieg bewerten – wichtige Kriterien beim Autokauf. Darüber hinaus lassen sich mit Hilfe von RAMSIS orthopädische Einschätzungen der Wirbelsäulen- krümmung treffen und Analysen des Haltungs- komforts sowie der Ermüdung vornehmen.

RAMSIS in Aktion:

Ein dreidimensi- onales Menschen- modell lässt erkennen, wie sich der Fahrer im Fahrzeug bewe- gen wird.

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CFD-Simulationen – Virtuelle Strömungsuntersuchungen

Ein wichtiges Hilfsmittel zur Strömungsuntersu- chung von Gasen und Flüssigkeiten ist für Opel die numerische Strömungsmechanik (Computional Fluid Dynamics, CFD). Eine spezielle Anwendung dieser virtuellen Analysemethode ist die Under- hood Thermal Management Simulation (UTM). Sie stellt am Bildschirm unter anderem die Durch- strömung des Motorraums dar und erlaubt die Temperaturberechnung der dort installierten Bauteile. So erkennen die Opel-Ingenieure genau,

Mitten im Strom:

Die Simulationen von Strömungen im Brennraum ermöglichen es, die Komponenten schon in der Planung optimal auf die spätere thermische Beanspruchung auszulegen.

auf die spätere thermische Beanspruchung auszulegen. Reduzierung der Geräuschemissionen infolge des günstigeren

Reduzierung der Geräuschemissionen infolge des günstigeren Verbrennungsvorgangs erreichen konnte.

Ein weiteres Beispiel für die Ergebnisse des intel- ligenten Einsatzes von Strömungssimulationen in der Motorenentwicklung ist die „Twinport“-Tech- nologie. Das innovative System erzielt bei kleinen Ottomotoren bis 1,6 Litern Hubraum ein Spritspar- Potenzial von bis zu sechs Prozent. Dabei bleibt der technische Aufwand übersichtlich und das neue Konzept für die Kunden erschwinglich. Mit Hilfe des Computers optimierten die Opel-Inge- nieure die Ansaugkanäle der kleinvolumigen ECOTEC-Triebwerke und die Gemischbildung vor und im Zylinder – Voraussetzung für die Reali- sierung der neuen Motorentechnik.

Schnellster Rechner der Automobilindustrie

Mit dem IBM-Supercomputer „Regatta“ nahm Opel im Jahr 2001 den ersten von insgesamt sechs neuen Hochleistungsrechnern in Betrieb. Der Com- puter gilt als derzeit schnellster Rechner in der Automobilindustrie und dient zur Simulation von Aufpralltests und zur Untersuchung der Aerodyna- mik.

Mit einer Leistung von mehr als 500 Milliarden Berechnungen pro Sekunde zählt das System zur Spitze der weltweiten Super-

Moderne Technik ermöglicht es, anhand virtueller Lösungen

fundiert Alternativen zu diskutieren

computer-Rangliste. Mit diesem

Rechnersystem können auch komplexe Simulationen „über Nacht“ durchgeführt werden, sodass das Ergebnis bereits am nächsten Morgen vorliegt. Die Folge sind kürzere Entwicklungszyklen beziehungsweise mehr Rechenläufe zur Optimierung eines Fahr-

zeugs.

ob alle Komponenten durch den eintretenden Fahrtwind optimal gekühlt werden. Wenn lokal erhöhte thermische Beanspruchungen entstehen, können bereits in einer frühen Konzeptphase, in der noch keine Prototypen für Messungen zur Verfügung stehen, gezielte Abhilfemaßnahmen eingeleitet werden.

Weitere Anwendungsfelder für CFD-Simulationen sind die Auslegung von Heizungs- und Lüftungs- einheiten sowie die Motorenentwicklung. So erreichten die ITEZ-Spezialisten bei den modernen DI-Direkteinspritzer-Dieselmotoren durch die virtuelle Darstellung des Einströmens von Ansaug- luft und Kraftstoff in die Zylinder eine nochmalige Verbesserung der Gemischaufbereitung. Die Simu- lationsdaten waren die Grundlage für strömungs- mechanische Modifikationen des Brennraums, mit denen Opel einen erhöhten thermischen Wir- kungsgrad, noch bessere Abgaswerte und eine

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Ökonomie und Mobilität

Intelligente Sicherheitssysteme

Neue Entwicklungen zum Schutz von Fahrern und Passagieren

Die Anwendung modernster Technologie leistet einen signifikan- ten Beitrag zur weiteren Optimierung der aktiven und passiven Fahrzeugsicherheit: Elektronische Assistenzsysteme und Möglich- keiten der intelligenten Verkehrssteuerung weisen den Weg in die Zukunft.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

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ESP Plus setzte neue Maßstäbe Mit der Einführung des neuen Vectra beispielsweise hielt bei Opel
ESP Plus setzte neue Maßstäbe Mit der Einführung des neuen Vectra beispielsweise hielt bei Opel
ESP Plus setzte neue Maßstäbe Mit der Einführung des neuen Vectra beispielsweise hielt bei Opel

ESP Plus setzte neue Maßstäbe

Mit der Einführung des neuen Vectra beispielsweise hielt bei Opel eine neue Generation elektronischer Fahrsicherheitssysteme Einzug. Das Interaktive Dynamische FahrSystem (IDS) der neuen Mittel- klasse-Baureihe führt erstmals die mechanischen Fahrwerkskomponenten mit den elektronisch gesteuerten Brems- und Fahrstabilitätssystemen inklusive des neuartigen ESP Plus sowie der weiter- entwickelten kennfeldgesteuerten elektrohydrau- lischen Servolenkung zu einem höchst wirksamen Sicherheitspaket zusammen. Das innovative Netzwerk definiert den Sicherheits-Standard in der Vectra-Klasse neu. Highlight des IDS-Fahrwerks- systems ist das elektronische Stabilitätsprogramm der neuesten Generation ESP Plus . Im Unterschied zu herkömmlichen Systemen bremst ESP Plus in kritischen Fahrsituationen statt nur des kurvenin- neren Hinterrades bis zu drei Räder durch gezielte Bremseingriffe ab. Das Fahrzeug wird dadurch sensibler und effektiver auf Kurs gehalten. Unter- stützt wird ESP Plus durch ein Vierkanal-ABS, die Traktionskontrolle TC Plus sowie einen umfassenden Verbund von elektronischen Bremshilfen: Mit Kurvenbremskontrolle (CBC), Bremsassistent und elektronischer Bremskraftverteilung (EBV) realisiert Opel den derzeitigen Stand der Technik.

Stabilitäts-Pro-

gramm: Leis-

tungsfähige

Sicherheitssyste-

me wie ESP Plus helfen dabei, das Fahrzeug auch in kritischen

Situationen zu

beherrschen.

das Fahrzeug auch in kritischen Situationen zu beherrschen. ESP-Bremsimpuls Radquerkräfte Giermoment schwindigkeit und
das Fahrzeug auch in kritischen Situationen zu beherrschen. ESP-Bremsimpuls Radquerkräfte Giermoment schwindigkeit und
das Fahrzeug auch in kritischen Situationen zu beherrschen. ESP-Bremsimpuls Radquerkräfte Giermoment schwindigkeit und

ESP-Bremsimpuls

Radquerkräfte

Giermoment

schwindigkeit und dem Lenkwinkel. Das Ergebnis ist eine subtile aber wirkungsvolle Unterstützung des Fahrers und somit ein weiteres Plus an aktiver Sicherheit. Basis all dieser vernetzten Systeme ist eine leistungsstarke Elektrik und Elektronik. Im neuen Vectra sorgt die zukunftsweisende CANBUS- Technologie für einen besonders schnellen Trans- port von großen Datenmengen.

Ziel von Opel bei der Entwicklung leistungsfähiger Sicherheitssysteme ist es, dem Fahrer dabei zu helfen, sein Auto auch in kritischen Situationen zu beherrschen. Die zunehmende Verkehrsdichte und steigende Endgeschwindigkeiten stellen immer höhere Anforderungen an die Reaktionsfähigkeit des Autofahrers. Hier hat die Elektronik ihre Daseinsberechtigung im Sinne einer Assistenz und Ergänzung des Menschen und seiner Möglich- keiten.

Einen Schritt nach vorne bedeutet auch die kenn- feldgesteuerte Zahnstangenlenkung mit elektro- hydraulischem Antrieb, die mit der dritten Vectra- Generation erstmals in der Mittelklasse zum Einsatz kommt. Das intelligente System dosiert die Lenkhilfe in Abhängigkeit von der Fahrzeugge-

Bester Insassenschutz für alle Klassen

Opel hat in punkto Sicherheit eine eindeutige Philosophie: Progressive Sicherheitstechnik darf nicht das Privileg teurer Oberklasse- und Luxus- fahrzeuge sein. Deshalb arbeitet Opel daran, diese Technik für alle Autofahrer bezahlbar zu machen. So sind sämtliche Opel-Pkw-Modelle

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Ökonomie und Mobilität

sind sämtliche Opel-Pkw-Modelle 36 Ökonomie und Mobilität Sicherheits- Offensive: Kopf- Seitenairbags und aktive
sind sämtliche Opel-Pkw-Modelle 36 Ökonomie und Mobilität Sicherheits- Offensive: Kopf- Seitenairbags und aktive
sind sämtliche Opel-Pkw-Modelle 36 Ökonomie und Mobilität Sicherheits- Offensive: Kopf- Seitenairbags und aktive
sind sämtliche Opel-Pkw-Modelle 36 Ökonomie und Mobilität Sicherheits- Offensive: Kopf- Seitenairbags und aktive

Sicherheits-

Offensive: Kopf- Seitenairbags und aktive Kopfstützen verbessern den Schutz der Fahr- zeug-Insassen bei Unfällen.

Voraussetzung für ein hohes Maß an passiver Sicherheit ist eine steife, aufpralloptimierte Karos- seriestruktur. Die Entwicklung der Opel-Sicher- heitsexperten auf diesem Gebiet gipfelt in der neuen Vectra-Baureihe. Die hochwirksamen Ver- formungszonen der ausgeklügelten Karosserie- konstruktion wurden mit Hilfe dreidimensionaler Computer-Simulationen entwickelt. Durch den Einsatz spezieller Stahlsorten konnte die Torsions- steifigkeit der Karosserie gegenüber dem Vectra- Vorgängermodell um 74 Prozent auf nunmehr 18.000 Newtonmeter pro Grad verbessert werden; die Biegesteifigkeit stieg um 62 Prozent. Mit einer Zugfestigkeit zwischen 1.300 und 1.500 Newton pro Quadratmillimeter bildet ein Bor-legierter Stahl, der bei den B-Säulen Verwendung findet, die Spitze im neuen Vectra.

serienmäßig mit einem umfangreichen Ensemble von modernen Rückhaltesystemen ausgestattet:

Full-Size-Frontairbags, Seitenairbags sowie Drei- punkt-Sicherheitsgurte mit Gurtschlossstraffern und Gurtkraftbegrenzern bieten optimalen Insas- senschutz. Hinzu kommen das patentierte System auskuppelnder Pedale und in fast allen Opel- Fahrzeugen aktive Kopfstützen.

Stabil: Die B-Säule des neuen Vectra trägt dank einer speziellen Legie- rung erheblich zur großen
Stabil: Die B-Säule
des neuen Vectra
trägt dank einer
speziellen Legie-
rung erheblich zur
großen Sicherheit
der Karosserie
bei.

Die Sicherheitsoffensive von Opel ging mit dem Modelljahr 2002 in eine neue Runde. Die neu entwickelten Full-Size-Kopf-Seitenairbags sind für eine Vielzahl von Modellen verfügbar, im neuen Vectra sind sie serienmäßig an Bord. Der Opel Corsa war weltweit der erste Kleinwagen, für den Kopfairbags angeboten wurden. In der Vectra-Reihe werden zudem erst- mals aktive Kopfstützen der zweiten Generation eingesetzt. Bei dieser Weiterentwicklung schwingt nicht nur die Kopfstütze selbst nach vorne, son- dern der obere Teil der Sitzrückenlehne richtet sich mit auf. Die Gefahr von Schleudertrauma-Verletzungen der Hals- wirbelsäule kann somit weiter reduziert werden.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

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Nur wer hinterm Steuer wirklich fit und konzentriert ist, kann in kritischen Situationen schnell und sicher reagieren. Deshalb spielt die so genannte „Konditionssicherheit“ heute eine wichtige Rolle bei der Sicherheitsoptimierung von Fahrzeugen. Opel legt größten Wert auf eine perfekte Ergonomie in allen Modellen. Bestes Beispiel sind die Sitze des neuen Vectra. Opel investierte 75 Millionen Euro in die Entwicklung und wurde mit dem Gütesiegel des Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) belohnt. Neben hohem Sitz- und Bedienkomfort war über- ragender Insassenschutz oberstes Ziel bei der Konstruktion der Vectra-Sitze.

Auch eine Klimaanlage bedeutet nicht nur mehr Komfort, sondern leistet vor allem einen wesent- lichen Beitrag zur Sicherheit. Die Air Condition entfeuchtet die Luft im Innenraum, was im Herbst und Winter besonders wichtig ist, wenn die Pas- sagiere mit nasser Kleidung ins Auto steigen und die Scheiben beschlagen. Im Sommer kann sich ein in der Sonne abgestelltes Fahrzeug auf bis zu 70 Grad Celsius aufheizen. Mit einer Klimaanlage lässt sich die Temperatur in wenigen Minuten auf ein erträgliches Maß abkühlen und konstant halten. Klimaanlage beziehungsweise Klimati- sierungsautomatik sind vom Corsa bis zum Omega für alle Opel-Modelle verfügbar, je nach Ausstat- tung häufig serienmäßig.

Xenon-Scheinwerfer haben die Lichttechnik in den letzten Jahren revolutioniert. Der entstehende Lichtbogen liefert im Vergleich zu einer gängigen Halogenlampe den dreifachen Lichtstrom. Die Ausleuchtung der Fahrbahn ist deutlich breiter und heller, außerdem ähnelt das Xenon-Licht in seiner höheren Farbtemperatur dem natürlichen Tageslicht und erlaubt in der Dämmerung eine schnellere Adaption des Auges vom Umgebungs- licht zum Scheinwerferlicht. Opel setzt mit dem Astra bereits ab der kompakten Mittelklasse auf die lichtstarke Technik.

Intelligente Systeme zur Unfallvermeidung

Die individuelle Sicherheit im Straßenverkehr hat drei Elemente, die sich zu einem nachhaltigen Rundumschutz ergänzen. Die elektronischen Fahrsicherheitssysteme helfen Unfälle zu vermei- den, wenn der Autofahrer in eine instabile Fahr- situation geraten ist. Geschieht dennoch ein Crash, stehen moderne Rückhaltesyteme zur Verfügung, um die Verletzungsgefahr zu minimieren. Im günstigsten Fall kommt es allerdings gar nicht erst

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Im günstigsten Fall kommt es allerdings gar nicht erst 38 zu einer kritischen Situation. Die Kommunikation

zu einer kritischen Situation. Die Kommunikation des Fahrzeugs mit externen Informations- und Leitsystemen – beispielsweise zur Stauvermeidung – erhält in der Sicherheitsforschung eine immer größere Bedeutung.

Integrierte

Services:

OnStarC@rWeb bietet Verkehrs- und Reise-Infos ebenso wie einen SOS Service Call im Notfall.

Opel beteiligt sich seit über 20 Jahren zusammen mit anderen namhaften Herstellern an nationalen und internationalen Projekten zur Entwicklung intelligenter Verkehrsinformationssysteme. Unter anderem unterstützt Opel mit maßgeblichen Beiträgen das europäische Prometheus-Programm und etliche vom Bundesforschungsministerium geförderte Feldversuche mit Verkehrsleitsystemen in deutschen Großstädten wie Berlin, Frankfurt und Bochum: Die Projekte MOTIV und WAYFLOW beschäftigen sich mit dem Mobilitätsmanagement für den öffentlichen und individuellen Verkehr in Ballungsräumen. In beiden Fällen arbeitet Opel daran, Daten und Informationen zur Verkehrsitu- ation maßgeschneidert für den Autofahrer auf- zubereiten. Im Rahmen des INVENT-Projekts ist Opel an der Entwicklung von Fahrerassistenz- systemen beteiligt, die die Umgebung des Fahr- zeugs erfassen und den Fahrer im Stop-and-go- Verkehr unterstützen.

OnStarC@rWeb-System

Mit dem OnStarC@rWeb-System hat Opel einen zukunftsfähigen Telekommunikations- und Internet-Service zur Serienreife entwickelt. Für den Compact Van Zafira und den Omega Caravan ist das System bereits seit Frühjahr 2002 bestellbar,

Ökonomie und Mobilität

andere Modelle werden folgen. OnStarC@rWeb bietet Zugriff auf Datenbanken, die Verkehrs- und Reiseinformationen bereithalten. Zudem kann das System so programmiert werden, dass es Verkehrmeldungen und Wetterberichte automa- tisch aufruft und den Fahrer frühzeitig warnt. Darüber hinaus steht dem Nutzer das gesamte Mobilitätsangebot von Opel zur Verfügung. Bei der Entwicklung von OnStarC@rWeb standen eine größtmögliche Sicherheit und damit eine leichte Bedienung von Beginn an im Mittelpunkt.

Die jüngste Innovation von OnStar ist der OnStar SOS Service Call, der rund um die Uhr einen automatischen Zugang zu standortbezogener und persönlicher Hilfe im Notfall ermöglicht. Je nach Unfallart werden Crashsensoren im Fahrzeug aktiviert, die Airbags oder die Gurtschlossstraffer auslösen. Das neue System ermittelt zeitgleich die genaue Position des Fahrzeugs über das Global Positioning System, GPS, und sendet diese mit den Fahrzeugdaten über ein Radio-integriertes Mobiltelefon an das OnStar SOS Service Center. Parallel hierzu wird eine Sprechverbindung zu einem speziell geschulten OnStar SOS Berater aufgebaut, der die erforderliche Hilfe koordiniert und den Kontakt mit den Insassen hält, bis Hilfe vor Ort ist.

In einem akuten Krankheitsfall oder wenn die Insassen des Fahrzeugs Zeugen eines Unfalls werden, können sie mit Hilfe einer SOS-Taste im Innenraum auch jederzeit manuell einen Notruf absetzen. Sollte nach Aktivierung des automa- tischen oder manuellen Notrufes ein OnStar SOS Berater mit niemandem aus dem Unfallwagen in Kontakt treten können, wird automatisch ein Rettungsteam zum Standort des Fahrzeugs dirigiert.

Der OnStar SOS Service Call kann seit Oktober 2002 bestellt werden und ist deutschlandweit überall dort verfügbar, wo die Mobilfunknetze von T-Mobile und Vodafone empfangen werden können, eplus und O2 werden ab Frühjahr 2003 angeschlossen sein.

Technik der Zukunft

Vor allem durch den verstärkten Einsatz von Elektronik wird sich die Verkehrssicherheit weiter steigern lassen. Ein großes Entwicklungspotenzial bieten dabei die Felder der elektronischen Sicherheitssysteme und der computergestützten Kommunikationstechnik.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Opel arbeitet an verschiedenen Systemen, um künftige Opel-Fahrzeuge noch sicherer zu machen.

Versuche laufen mit Lane Departure Warning (LDW), das erkennen kann, ob das Auto aus Un- achtsamkeit oder Müdigkeit des Fahrers dem Fahrbahnrand zu nahe kommt. Das System warnt mit einem akustischen und optischen Signal den Fahrer, der den Kurs rechtzeitig korrigieren kann. Adaptive Cruise Control (ACC) bremst das

korrigieren kann. Adaptive Cruise Control (ACC) bremst das Um die Ecke: Mit Adaptive Forward Lighting (AFL)

Um die Ecke:

Mit Adaptive

Forward

Lighting (AFL)

präsentiert Opel

eine wegweisen-

de Scheinwerfer-

Technologie.

AFL kombiniert

Bi-Xenon-Schein-

werfer mit einem

90-Grad-Abbie-

gelicht für Kreu- zungen und enge Biegungen.

gelicht für Kreu- zungen und enge Biegungen. Fahrzeug selbsttätig ab, wenn es zu vorausfah- renden Autos

Fahrzeug selbsttätig ab, wenn es zu vorausfah- renden Autos oder sonstigen Hindernissen einen definierten Mindestabstand unterschreitet. Ist die Fahrbahn wieder frei, beschleunigt das System auf die vorher gewählte Geschwindigkeit. Als Stauassistent kann ACC bei Kolonnenfahrt Schritt- geschwindigkeit einhalten und, wenn nötig, das Fahrzeug bis zum Stillstand abbremsen.

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