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BRITISH NEWSFLASH MAGAZINE

Special Edition

Der Menschenwürde-Aktivist Michael Heise:

"Die Wahlfreiheit Widerstand zu unterlassen, habe ich nicht !"


Ein couragierter Mann in Worten kaum zu beschreiben

Original-Worte des Menschenwürde-Aktivisten und Autors Michael Heise: "Schöner wird


er nicht der Alte." Autor, Schriftsteller, freischaffender Maler, Menschenwürde-Aktivist,
liebender Vater und Ehemann. Fotos: DM/and

von Andreas Klamm

Karlsruhe / Speyer. 24. November 2007. Der Menschenwürde-Aktivist Michael Heise


(66) ist ein wahrlich couragierter Mann, in Worten kaum richtig zu beschreiben.
Gleich welche Liste seiner Tätigkeiten und Aktionsfelder dargestellt werden würde,
es könnte immer nur eine Liste der Teile der Aktionsbereiche von Michael Heise aus
Speyer am Rhein, eine Momentaufnahme sein, die einen kleinen Teilbereich des
außergewöhnlichen Wirkens und Leben eines Mannes darstellt. Seine bewegende
Biographie schrieb er in "Wege nach Georgia" nieder. Das Buch erschien 1999 im
Triga Verlag Gelnhausen. Seit 14. September 2007 befindet sich der

Impressum / Editorial © 1986, 2000, 2007 by Editor: Andreas Klamm, Journalist,


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Menschenwürde-Aktivist Michael Heise aus bislang offiziell nicht bekannten


Gründen in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt in Karlsruhe. Im
kommmenden Jahr wird der von Michael Heise 1968 gegründete Schreibdienst für
die Menschenwürde, PER ASPERA, 40 Jahre.

Michael Heise ist ein Allround-Talent in neu-deutscher Sprache und Lebenskünstler


zumindest teilweise zusammengefasst: Geschäftsmann, PR-Fachmann, Autor von neun
Büchern, Künstler, freischaffender Maler, Gründer und alleinverantwortlicher Leiter des
internationalen Schreibdienstes für die Menschenwürde PER ASPERA mit Sitz in Speyer
und einer Zweigniederlassung in Indien, welcher zudem weltweit für die Wahrung der
Menschenwürde und Einhaltung der Menschenrechte tätig ist. Werke des Künstlers
Michael Heise sind in verschiedenen deutschen und amerikanischen Museen und
Stiftungen zu finden, unter anderem im Museum of Modern Art in New York (USA) . Die
Autorin Andrea Llyod-Jones beschreibt ihn als "Der Inbegriff des versöhnten
Widerspruchs."

Michael Heise gilt in der Rechtsliteratur "als der höchstverurteilte Bagatelltäter der
Bundesrepublik Deutschland. Sein Fall wird ein Beispiel dafür, wie Justiz nicht arbeiten
sollte." Mit einer leitenden Justiz-Vollzugsbeamtin, Barbara, flüchtete er in der
Vergangenheit durch die halbe Welt nach Amerika. Damit nicht genug: Michael Heise und
die Justizbeamtin auf der Flucht geben sich das "Ja-Wort", heiraten und werden ein
Ehepaar.

In den Vereinigten Staaten von Amerika war Michael Heise auch auf der Flucht unter
anderem als erfolgreicher Geschäftsmann, Mitarbeiter einer Gaststätte, Künstler,
Unternehmer, Erzieher und Autor tätig. Obgleich er von den deutschen Behörden und
Interpol gesucht wurde, arbeitete er mit einem Künstlernamen für rund vier Monate auch
als Polizist und Assistent eines amerikanischen Sheriffs.

Wenn wundert es da noch, dass auch ein Eintrag über den gleichen Michael Heise bei
"Who is Who in der Bundesrepublik Deutschland", einer biographischen Sammlung und
Enzyklopädie, welche Lebensläufe von Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik,
Wissenschaft, Kultur und Kunst beinhaltet, zu finden ist (mehr dazu bei www.whoiswho-
verlag.ch ).

Doch damit immer noch nicht genug: Michael Heise ist auch mit seinen Freunden in
Amerika und Nürnberg, ein Helfer für gefangene, arme und behinderte Menschen in
schwerster Not.

Die Kunstwerke des Malers Michael Heise kennen einige Menschen wohl besser als die
Werke des Francois Villion Abälard. Der Künstlername leitet sich ab von Francois Villon
und Peter Abälard, beide sind literarisch-inhaltliche Vorbilder von Michael Heise. Im Land,

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das für seine "unbegrenzten Möglichkeiten" bekannt ist, Amerika, studierte Michael Heise
und absolvierte unter schwierigsten Lebensumständen seine Abschlüsse an angesehenen
amerikanischen Universitäten mit Erfolg. Insgesamt rund 20 Jahre verbrachte Michael
Heise überwiegend in den amerikanischen Bundesstaaten Kalifornien, New Mexiko und
Arizona. Im Jahr 1982 wird er als Hopi-Indianer adoptiert und wird in der Welt der
friedliebenden Indianer "Mah ah Te" genannt, was soviel bedeutet, wie "der mit dem
Adler" fliegt.

An den Gerüchten in diversen Internetforen, die im Zusammenhang mit der Verhaftung


von Michael Heise über angebliche "Nebenfrauen" erschienen sind, ist nichts dran. Das
bestätigte Anke Heise, seit 2003, neue Ehefrau von Michael Heise und ein Freund der
Familie bei einer Fernseh-Produktion von Petra Karl und Dirk Grund sowie des
internationalen Medienprojektes IBS Independent Broadcasting Service Leeds (IBS
Television Leeds), das der internationalen Völkerverständigung und der Förderung
behinderter Journalisten, Medien-Produzenten und Menschen seit 1986 dient.

Horst Beck, ein guter Freund der Familie seit 1995, bestätigte in den Fernseh-Interviews:
"Die Gerüchte um angebliche Nebenfrauen sind absurd. Es gibt keine Nebenfrauen." Anke
und Tochter Denise Heise lieben ihren Ehemann und Vater und hoffen, dass dieser noch
vor dem Weihnachtsfest als freier Mann zurück in die Dom- und Kaiserstadt Speyer am
Rhein in den Kreis seiner Familie kommen darf. Der Privatmann Michael Heise ist
mehrfach liebender Familienvater. Anke Heise bestätigte: "Ich bin die einzige Ehefrau,
neben mir gibt es keine andere Ehefrau."

Berührungen hatte er mit einem "Bluebird". Diese besondere Begegnung beschreibt der
Autor Michael Heise in seiner Biografie "Wege nach Georgia". Beim "Bluebird" handelt es
sich um eine der relativ wenigen Drossel-Gattungen, die nur auf dem amerikanischen
Kontinent zu finden sind. Die attraktiven Vögel tragen ein blaues oder blau-rotes Gefieder.
Die weiblichen "Bluebirds" sind weniger bunt als die männlichen Vogeltiere. In der Größe
zwischen männlichen und weiblichen Bluebirds gibt es keine nennenswerte Unterschiede.
Aus dieser besonderen Erfahrung entstand das Buch mit Lyrik „Berührungen“.

Vor wenigen Jahren, 1996, kehrte Michael Heise aus Amerika zurück nach Deutschland,
"obgleich er sich in Amerika im "Cradle of the gods" beheimatet und verbunden fühlt.", so
schreibt eine Helferin und sehr gute Bekannte des Menschenwürde-Aktivisten, Monika
Riemer aus Nürnberg.

Über sich selbst schreibt Michael Heise: "Ich handle, ohne Ängste und Abwägungen,
Rücksichten auf Kinder und Verwandte. Meine Eltern zogen nach Österreich um meinen
"Wirkungen" auszuweichen, mit meinen Schwestern habe ich seit Jahrzehnten nicht mehr
gesprochen, mit manchen von meinen Kindern habe ich schmerzlich wenig Kontakt und
meine frühere Ehefrauen und jetzige Ehefrau haben alle ein Stück vom Himmel und ein

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Stück der Hölle gesehen. Ich bin wie ich bin. Ich tue was ich muss. Die Wahlfreiheit
Widerstand zu unterlassen, habe ich nicht."

Wenn der Menschenwürde-Aktivist Michael Heise eine Rede spricht oder Briefe schreibt,
nimmt er kein Blatt vor dem Mund. Große Aufmerksamkeit fanden seine deutlichen und
kritische Worte zum traurigen Anlass des Todes des 20jährigen André Kirsch aus Speyer
am Rhein, der im April 2007 verhungerte. Michael Heise kritisierte sehr scharf das
Geschehen, das Versagen der Gesellschaft und warnte bei einer gewaltfreien und
friedlichen Demonstration, Politiker und Menschen in Deutschland: "Nicht jeder Mensch
wird sich brav in die Ecke legen und verhungern."

Mir schrieb der Autor und Schriftsteller noch im Sommer des Jahres 2007 aus der Freiheit
in Speyer: "Manchmal sind Sie noch - nicht bös gemeint - blauäugig (aber nicht mehr
unschuldig) wie ein Kind. Ich kann Ihnen (obwohl es mich nichts angeht) nur raten, Ihr
Mäntelchen nicht nach dem (Honorar)Wind zu hängen. Man muss eine Identität erkennen,
ein Markenzeichen. Klamm = steht für ...... Mit Ihrem G8-Bericht, den Hartz IV-
Einschätzungen sitzen sie zwischen allen Stühlen. Sie sollten sich über Ihr Weltbild (mit
der Offenheit des Wandels durch Wissenswachstum und Erfahrung selbstverständlich) im
Klaren sein und das zur Grundlage Ihrer Berichterstattung machen. Bleiben Sie stehen.
Beziehen Sie Position. Wehren Sie sich. Wehren Sie sich gegen Ausgrenzung aus
staatlicher Hilfe, der Krankenklasse, der Gesellschaft. Wehren Sie sich gegen die
Krankheit und gegen Leute, die sie als journalistische Hure missbrauchen wollen.
Beziehen sie Position und Sie werden aus dieser Position heraus Freunde und ein
Netzwerk finden, dass sie trägt und in dem Sie eine Bereicherung sind."

"Mah ah Te", der Mann, der "mit dem Adler fliegt", mein Freund? Naja -, die Worte, die mir
der couragierte Mann und alte Herr schrieb sind wahrlich nicht Worte, die wie
"Liebkosungen" klingen, doch eben sehr offen und direkt. In all den Jahren, in denen ich
seit 1984 als Journalist und zudem seit 1986 als Verleger und Herausgeber von British
Newsflash Magazine tätig bin, hat mir kein einziger Mensch bislang geraten: "Wehren Sie
sich gegen Leute, die sie als "journalistische Hure" missbrauchen wollen". Nur ein Mensch
schrieb mir bisher solche Zeilen: Michael Heise, ein Mann, den ich beim Versuch, ein
kleines Portrait zu schreiben kaum in die richtigen Worte fassen kann, denn irgendwo fehlt
immer ein oder mehrere wichtige Teile, die diesen Mann umfassend und gut beschreiben
könnten.

Auf den ersten Blick hätten die direkten Worte von Michael Heise wohl jeden Reporter und
Journalisten "rasend", ausnahmsweise in einem anderen Sinne als den bekannten Begriff
eines "rasenden Reporters" gemacht. Bei näherer und genauerer Betrachtung, sind die
Worte, die wie Pfeile in das Mark treffen, eine Ermahnung, Erbauung und Hilfe für mich.

Im Leben des Speyerer Menschenwürde-Aktivisten gibt es nicht nur Sonnenseiten,

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sondern auch dunkle Schattenseiten. Für Bagatellen wurde er unverhältnismässig hoch


verurteilt. Sein Fall wurde ein Beispiel dessen wie die Justiz nicht arbeiten sollte. Im
Gefängnis von Butzbach kam es zur Eskalation. Michael Heise trat in den Hungerstreik
und wurde unter Menschen-verachtenden Umständen auf einem "Folter"-Stuhl gefesselt
zwangsernährt. Den Strafvollzug bezeichnet er als "vom System her falschen
Strafvollzug". Auch im Jahr 2007 will sich Michael Heise nicht in Deutschland "hinrichten"
lassen, sondern notfalls auch noch mit 66 Jahren in den Hungerstreik treten. Aus der
Justizvollzugsanstalt Karlsruhe schrieb er vor wenigen Tagen: "Es geht nicht um mich,
sondern schlicht um die Darstellung des Problems, mit welchen Lügen man hinter Gittern
verschwinden kann, und dass auf der Basis von Lügen durch Behörden das eine latente
Gefahr für ALLE MENSCHEN ist. Darum geht es."

Der Schriftsteller, Autor und Menschenwürde-Aktivist mag viele Rollen wahrnehmen, nur
eine Rolle gewiss nicht: Die Rolle eines gewöhnlichen Gefangenen in der
Justizvollzugsanstalt in Karlsruhe. Bereits vor Jahren pflegte Michael Heise schriftliche
Korrespondenz mit dem Anti-Apartheid-Kämpfer und ersten "schwarzen" Staats-
Präsidenten von Südafrika, Nelson Mandela (90). In Amerika begegnete der Autor, Bill
Clinton, der wenige Jahre später Präsident der Vereinigten von Amerika wurde. In Amerika
hatte der Schriftsteller eine persönliche Begegnung mit der Schauspielerin, Tänzerin und
Schriftstellerin Shirley MacLaine, die ihm, so beschreibt er in seiner Biographie, besonders
wichtig ist.

Als Autor erarbeitete sich Michael Heise einen guten Namen mit Sachbüchern, Belletristik-
und Lyrik-Werken. Als Maler wird er mit Themenmalerei, Acryl-Werken und Aktionskunst
bekannt. Zudem war der Mann, der vor wenigen Jahren, die Domstadt Speyer am Rhein
zu seiner Wahlheimat machte, Mitglied der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N.
(London) – dort hofft er auf eine baldige Wiederaufnahme - und ist Begründer der
Gefangenenzeitung "Das Megaphon".

In der Justizvollzugsanstalt Butzbach initiierte Michael Heise in Zusammenarbeit mit


Mitarbeitern der Justizbehörden bereits vor Jahren ein Kunstprojekt von gefangenen
Menschen.

Seine Biographie, "Wege nach Georgia", die er in gemeinsam mit der Autorin und
Sozialpädagogin Andrea Llyod-Jones im Jahr 1999 publizierte, erschien im TRIGA-Verlag,
Gelnhausen, (ISBN 3-89774-034-6 (Hardcover), ISBN 3-89774-033-8 (Pb),1. Auflage
1999).

Die letzten Worte dieses Beitrages kommen von zwei Frauen, die Michael Heise lieben.
Ehefrau Anke und Tochter Denise: "Michael, bitte verzichte auf den Hungerstreik, viele
Menschen in Not brauchen Deine Hilfe, wir wünschen uns und hoffen sehr, dass Du noch
vor dem Weihnachtsfest bei uns zuhause in Speyer sein wirst. Wir lieben Dich."

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Bitte um Solidarität

Ute-Maria Graupner:
"Verbrüderung ist möglich um Michael Heise zu helfen"

Karlsruhe. (red). Ute-Maria Graupner bittet im Namen von Hand-in-Hand e.V.


Nürnberg, um Solidarität unter jenen, die für Michael Heise, den Gründer von
peraspera-international, eine Haftverschonung bewirken möchten. Monika Riemer,
ebenfalls vom Verein Hand-in-Hand e. V. in Nürnberg regt an, die von Nelson
Mandela vorgegebene Möglichkeit einer individuellen Handhabe mitein zu beziehen.
Ute-Maria Graupner: "Es war unter anderem Nelson Mandela und sein Wirken, das
Michael Heises politisches Bewusstsein mit geprägt hat. "Wir wissen, dass er mit
ihm korrespondiert hatte.", so Monika Riemer.

Nelson Mandela hatte den Friedensnobelpreis für seine einzigartige, politische Idee und
seine persönliche Leistung für die Wahrung der Menschenrechte erhalten.

Er hatte erkannt, dass politisches Bewusstsein eine Verbindung von Psychologie und
Politik notwendig macht, um der Würde des Menschen gerecht zu werden und in sich
selbst Frieden zu erzeugen.

Schon in jungen Jahren wies Nelson Mandela in seiner Tätigkeit für den ANC auf die
gegen die Schwarzen verübte Gewalt hin. Später während seiner Tätigkeit als

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Staatspräsident plädierte er für eine Begnadigung der Täter, die sich zu ihren Gewalttaten
bekannten und aufrichtig bereuten. Er hatte im April 1996 die Truth and Reconciliation
Commission, eine Wahrheits- und Versöhnungskommission, gegründet. Darin wurde er
eines der demokratischen Merkmale von Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit gerecht,
indem die Verbrüderung zwischen Apartheidsgegnern und Opfern der Apartheid
ermöglicht werden konnte.

Der Grundgedanke der Kommission lautete:

„Vergeben ohne zu vergessen“. "Die Demokratie ist der beste Weg der
Wiedergutmachung,“ waren Nelson Mandelas Worte.

Was bedeutete das praktisch für den einzelnen Bürger von Südafrika? Die Unterdrückung
der Schwarzen musste allgemein bekannt und die mit den Gräueltaten verbundenen
Emotionen durften nicht verdrängt werden, damit sich dieses Gewaltpotenzial nicht in
umgekehrter Richtung fortsetzte. Das heißt auch, dass Motivation und Vorgehensweise
der Täter dazu nicht nur untersucht, sondern auch von ihren Opfern verstanden werden
mussten. Mandela wusste, dass nur so auch Vergebung möglich sei und künftig
Gewaltfreiheit garantiert würde. Diese Erfahrungen, den damit verbundenen, seelischen
Schmerz auszuhalten ohne zu verbittern und die Energie, sich weiter für andere
Menschen einzusetzen, erwecken größte Bewunderung.

Mandela lehrt uns, Menschenrechtsverletzungen und schmerzhafte Erfahrungen nicht zu


verdrängen, sondern sich mit ihnen auseinanderzusetzen, um darin nicht im Widerstand
mit ihnen zu stehen. Sein politisches Bewusstsein ist vom Glauben an die dem Menschen
innewohnende Kraft geprägt, scheinbar Unerträgliches zu überwinden. Dies ist den
Worten seiner Rede von 1994 zum Amtsantritt als neuer Staatspräsident zu entnehmen.
Nicht nur unverdrängtes Leid sollte ans Licht kommen, sondern auch die versteckte Größe
des Menschen. Aus dieser Kraft, diesem Licht, wie er sie nannte, kann dann die Fähigkeit
zur Vergebung erwachsen. Damit meinte er, dass jegliche Menschenrechtsverletzung zur
bloßen Erinnerung an die Vergangenheit werden und niemals wiederkehren würde.
Gewalt und Hass kann man nicht mit Gewalt und Hass bekämpfen; damit pflanzen sie sich
nur fort. Dieser Gedanke ist Bestandteil eines politischen Bewusstseins, das sich an
(Psycho-)Logik orientiert.

Aus der Antrittsrede von Nelson Mandela 1994 :

"Unsere tiefste Angst ist nicht,


dass wir unzulänglich sind,
unsere tiefste Angst ist,
dass wir unermesslich machtvoll sind.
Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit.

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Wir fragen uns: "Wer bin ich eigentlich, dass ich leuchtend, hinreißend, begnadet
und phantastisch sein darf?”

Wer bist du denn, es nicht zu sein?


Du bist ein Kind Gottes.
Wenn du dich klein machst,
dient das der Welt nicht.
Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun,
wenn du schrumpfst,
damit andere um dich herum sich nicht verunsichert fühlen.
Wir wurden geboren,
um die Herrlichkeit Gottes zu verwirklichen,
die in uns ist.
Sie ist nicht nur in einigen von uns:
Sie ist in jedem Menschen.
Und wenn wir unser eigenes Licht erstrahlen lassen wollen,
geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis,
dasselbe zu tun.
Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreit haben,
wird unsere Gegenwart ohne unser Zutun
andere befreien."

Natürlich ist die Aufdeckung der grausamen Auswirkungen der Apartheid den meisten
ihrer Opfer nicht leicht gefallen. Viele können selbst heute die Schuld den Misshandlern
und Mördern ihrer Familienmitglieder nicht erlassen. Trotzdem war die Kommission zur
Versöhnung einer der wirkungsvollsten Einrichtungen zur Verhinderung neuer Gewalt.
Man kann niemandem vergeben, wenn man nicht bereit ist, den eigenen Schmerz zu
fühlen. Zudem ist es unmöglich, die Gnade eines anderen anzunehmen, ohne sich zu
seinen Gräueltaten zu bekennen, sich mit seinen Handlungsmotiven für sie
auseinanderzusetzen und die damit verbundenen, eigenen Emotionen wahrzunehmen, um
die verübten Menschenrechtsverletzungen bereuen zu können. Das, psychologisch
betrachtet, schwierig zu behandelnde Schuldgefühl wird zwar erst einmal laut, aber in der
Vergebung ist auch die eigne Wiedergutmachung der Schuld enthalten. Sie wurde durch
Mandelas Vorgehen nicht der weißen Rasse als jahrelange Bürde auferlegt.

Was bedeutet Nelson Mandelas Vorbildfunktion, für die er mit dem Friedensnobelpreis
honoriert wurde, für das eigene, politische Bewusstsein?

Gerade wir Sympathisanten von Michael Heises politischer Tätigkeit erkennen, dass es
noch immer Menschenrechtsverletzungen gibt, selbst in einer Demokratie, wie der der
Bundesrepublik Deutschland. Wir fragen uns vielleicht, weshalb sich das Engagement für
die Wahrung der Menschenrechte so schwer umsetzen lässt? Wir entdecken, dass es zu

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vielen Kontroversen darüber kommt, wie ein Menschrechtsaktivist, wie Michael Heise, zu
unterstützen sei, damit ihm endlich Haftverschonung zuteil wird. Und sicher
sind gerade jene Sympathisanten Michael Heises mit Mandelas Wirken vertraut, an dem
sich auch er orientiert. Müssten wir uns nicht auch fragen, womit wir eine einheitliche
Sicht- und Vorgehensweise verhindern? Müssten nicht auch wir an uns selbst beobachten
können, welche Aspekte zu Gewaltfreiheit beitragen können?

Es besteht Grund zur Besorgnis, dass die Anklage Michael Heises nicht gerechtfertigt ist,
Besorgnis, dass subtil dem Menschenrechtsaktivisten die politische Stimme unter einem
unpolitischen Vorwand genommen werden soll, dass dieser mit Hungerstreik darauf
reagiert, und dass Vertreter von Gesetz und Ordnung, den Gedanken der Unantastbarkeit
der Würde des Menschen nicht ausreichend verinnerlicht haben.

Und aktuell scheint diese Sorge oder gar Angst zu neuen Anklagen - ja selbst zur
gegenseitigen Anklagen – zu führen, dass das Vorgehen der Unterstützer für Michael
Heise, sich ungünstig für ihn auswirken könnte. Die Internetplattformen der
Sympathisanten von Michael Heise sind voll mit Meinungsäußerungen und darin
liegenden Beurteilungen.

Es ist folgerichtig, dass eine Beurteilung aus der persönlichen Sicht doch einer Anklage
jener gleichkommt, die eben nicht so handeln, wie man es selbst für günstig betrachtet.
Anklagende Formulierungen tragen bereits kleine Wurzeln von Gewalt in sich, die sich
schon in der Wortwahl zeigen kann. Sie machen den Widerstand gegen die Ideen und
politischen Handlungen der anderen deutlich. Sie sind kaum wahrnehmbare Signale
dessen, dass es da doch im Verbogenen Angst gibt, dass eine Ansicht, die wir nicht teilen
können, zu Unglück, zu Misserfolg oder zu weiterer Benachteiligung führt.

Nelson Mandela hatte erkannt, dass nur die Befreiung von den eignen Ängsten dazu
beiträgt, dass „unsere Gegenwart ohne unser Zutun andere befreit.“ Diese Gegenwart ist
als eine Präsenz zu verstehen, die sich daran orientiert, die Dinge ans Licht zu bringen. So
dass auch versteckte Handlungsmotive, damit verbundene Emotionen nicht verdrängt
bleiben und einen inneren Widerstand gegen sie erzeugen. Er selbst war in der Lage,
ohne Widerstand gegen seine schmerzlichen Erfahrungen und die Angst vor ihrer
Wiederholung mit Vergebung - also mit einer ganz besonderen Art der
Widerstandslosigkeit - zu reagieren. Damit Hass nicht Hass und Anklage nicht
Gegenanklage erzeugt.

Meinungsäußerungen mitschwingen, die auf den Internetplattformen nachzulesen sind:


Sie das Maß der Menschrechtsverletzungen und der Gewalt, dem die Opfer der Apartheid
ausgesetzt waren, ist im Vergleich zu den Verletzungen, die unser politisches System in
unserer Psyche hinterlässt, viel schwerer zu ertragen. Und auch bei uns scheint es
Verletzungen zu geben. Sie werden deutlich durch Empörung und Sorge, die in den

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bewusst wahrzunehmen und zur eigenen Entwicklung von politischem Bewusstsein zu


nutzen, müsste doch in unserem immer noch demokratischen, satten Nest leicht möglich
sein, um sich damit an Nelson Mandelas Vorgabe zu orientieren.

Denn die Zeiten einer Résistance durch Gewalt sind überholt, Demokratie ist zu einem
Wert geworden in der Welt. Ein Widerstand, wie die Französische Revolution, hat ja
bereits unser Bewusstsein geprägt. Heute orientiert es sich an den historisch
nachfolgenden, psychologischen Erkenntnissen und bestimmt längst auch politisches
Bewusstsein.

Der Hinweis auf Mandelas Idee, Politik mit Psychologie zu verbinden, soll darauf
aufmerksam machen, wie sehr doch politisches Engagement von den individuellen
Voraussetzungen abhängt, die auch im unbekannten Bereich einer Persönlichkeit ruhen.
Dass es immer notwendig ist, auch die Gefühle bei sich wahrzunehmen, die zu
(Menschenrechts-)Verletzungen beitragen können. Dass es sinnvoll ist, über eine
Kongruenz zu verfügen, das persönliche Verhalten mit den Gedanken von Humanismus in
Einklang zu bringen, und dass zur Bildung von politischem Bewusstsein auch das eigene
„private“ Bewusstsein dazu gehört. Wie weit bei der Kenntnisnahme der persönlichen
Seite, auch das Bedürfnis nach Vergebung für sich und andere auftritt, möge jedem selbst
überlassen sein.

Ich bin auch nicht der Meinung, dass Michael Heise, der eher als ein Robin Hood und
weniger als ein Nelson Mandela tätig ist, den Vertretern der Rechstaatlichkeit verzeihen
möge. Aus eigner Erfahrung weiß ich allerdings, dass Vergebung eine persönliche
Entlastung, die Sicherheit einer eigenen Handhabe und eine Beruhigung von Gefühlen,
wie Zorn und Ohnmacht, bedeutet hatte.

Ich möchte lediglich an das Vorbild, Nelson Mandela, erinnern, bei uns selbst zu beginnen,
sich bewusst zu werden, was in uns steckt um damit Frieden in die eigne Persönlichkeit zu
verankern.

Denn dann ist eine Verbrüderung möglich, um Menschen, wie Michael Heise, zu helfen.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit."

Ute-Maria Graupner von Hand-in-Hand e.V. Nürnberg

3mnewswire.org

Weitere Informationen auch bei http://www.regionalhilfe.de/freemichaelheise

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Haben wir ein Zweiklassenrecht?

Zur Rechtsprechung in Deutschland und den


Fall Michael Heise von Per Aspera
Von Peter Christian Nowak, Journalist

Berlin / Karlsruhe. (15. November 2007). Wie Rechtsprechung in Deutschland - und


nicht nur in Deutschland - funktionieren kann, sei nochmals an folgenden Fall
erinnert. Der Leser möge für sich selbst die Frage beantworten, ob Recht auch
immer zu Recht gesprochen wird und ob es nicht Konstellationen gibt, in denen die
Rechtsprechung sich Zweifel gefallen lassen muß. Zweifel an der Rechtskultur in
Deutschland - Haben wir ein Zweiklassenrecht?

Der Vodafone-Skandal

Die herrschende Wirtschaftselite und die Justiz demonstrieren offen ihre Verachtung
gegenüber der Gesellschaft. Wen wundert da der Zorn der Mehrheitsgesellschaft, die sich
in der Sehnsucht nach Recht und Gerechtigkeit verzehrt?

Gegen die Zahlung von 3,2 Millionen Euro, was gerade zwei Monatsgehältern des
angeklagten Deutschen-Bank-Chefs Josef Ackermann entspricht, konnte dieser als freier
und unbescholtener Bürger den Gerichtssaal verlassen. Der Mitangeklagte ehemalige
Mannesmann-Chef Klaus Esser kommt mit 1,5 Millionen Euro davon, der Ex-
Aufsichtsratsvorsitzende Joachim Funk mit einer Million, und der Ex-IG-Metall-Chef Klaus
Zwickel wird eine Geldauflage von 60.000 Euro verschmerzen müssen.

Das Düsseldorfer Landgericht hatte im Vorfeld mit den Rechtsanwälten der Angeklagten
einen Deal ausgehandelt, der gegen eine Zahlung von insgesamt 5,8 Millionen Euro den
Freispruch der sechs Angeklagten bewirkte. Man muss nur die Summe der
Millionenprämien und Abfindungen in Höhe von 60 Millionen Euro, die sich die
Angeklagten Anfang 2000 im Aufsichtsrat von Mannesmann bewilligt hatten, mit der jetzt
verordneten Geldauflage vergleichen, um einen Eindruck davon zu bekommen, für
welchen Spottpreis sich Mitglieder der Wirtschafts- und Finanzelite vor Gericht freikaufen
können. Konfrontiert mit dem Vorwurf des "Freikaufens" verwies der Vorsitzende Richter
Stefan Drees auf die Strafprozessordnung und machte dabei einige, sehr aufschlussreiche
Bemerkungen:

Jedes Jahr würden vor deutschen Gerichten Tausende Verfahren gegen Auflagen
eingestellt, sagte Drees und fügte hinzu: "Es bedarf keiner näheren Darlegung, dass die in
diesen Fällen Angeklagten ganz überwiegend nicht über besonders hohe Einkünfte oder

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Vermögen verfügen." Daraus leitete eine Begründung ab, die zynischer nicht sein könnte:

Aufgrund des Gleichheitsgebots im Grundgesetz müsse diese Chance aber auch


"begüterten Angeklagten" zur Verfügung stehen. Ferner gab Drees zugunsten der
Angeklagten zu bedenken, diese seien durch den Prozess "und das überragende
öffentliche Interesse" über eine lange Zeit hinweg "einer überdurchschnittlichen Belastung
ausgesetzt gewesen". Der Ausgang des Verfahrens sei genau so offen gewesen, wie die
Frage, ob die Angeklagten überhaupt Untreue begangen oder vorsätzlich gehandelt
hätten. Zur Höhe der Geldauflage sagte Drees: "Es mag angesichts der heute erzielten
Spitzenverdienste unverständlich sein, sie ist aber geltendes Recht." Das Landgericht
Düsseldorf stützte sich bei seinem Urteil auf den Paragraphen 153a der
Strafprozessordnung, in dem es unter anderem heißt, Geldauflagen sollten dazu geeignet
sein, "das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung zu beseitigen", und sie dürften der
"Schwere der Schuld" nicht entgegenstehen.

Ackermanns Verteidiger, Eberhard Kempf, einer der teuersten Wirtschaftsanwälte und


bezeichnenderweise ehemaliger Maoist, begründete seinen Antrag zur Einstellung des
Verfahrens mit der dreisten Behauptung: "Das öffentliche Interesse an der Aufklärung des
Geschehens ist weitgehend befriedigt".

In Wirklichkeit ist die Einstellung des Mannesmann-Prozesses in der breiten Öffentlichkeit


auf keinerlei Verständnis gestoßen. Die Tageszeitungen und Onlineforen waren voll von
empörten Leserbriefen. Vielfach wurde das bekannte Sprichwort zitiert: "Die Kleinen hängt
man, die Großen lässt man laufen". Meist waren die Kommentare jedoch weitaus schärfer
und nahmen direkten Bezug auf die tiefe soziale Spaltung in Deutschland. Ein Leserbrief
in der Berliner Zeitung gab z.B. folgenden, durchaus einleuchtenden Ratschlag: "Es ist
sehr erfreulich zu lesen, dass Herr Ackermann und die anderen Beschuldigten gegen eine
Geldzahlung frei sind. Das bedeutet ja auch, dass künftig ein Mensch mit normalem
Einkommen oder gar ein Hartz-IV-Empfänger gegen Zahlung von einem Cent jederzeit
von unseren Gerichten frei zu sprechen ist. Ich empfehle allen, die vor Gericht stehen,
einen entsprechenden Antrag zu stellen, unter Hinweis auf die in Düsseldorf getroffene
Entscheidung.

Gleiches Recht und damit gleiche finanzielle Belastung für alle! Gerecht und verständlich
wäre im Fall Ackermann eine Zahlung aus seiner eigenen Tasche in Höhe von 140
Millionen Euro gewesen." Die ziemlich plötzliche Wende und Einstellung des Prozesses ist
Umständen geschuldet, die bisher wenig in Medien behandelt wurden. Zum einen ging es
um das Ansehen der Deutschen Bank und ihres Chefs im Besonderen. Für beide stand
einiges auf dem Spiel. Bei einer rechtskräftigen Verurteilung hätte Ackermann abtreten
müssen, dies hätte einige gewichtige Folgen für die Deutsche Bank gehabt. Ulrich Hocker,
der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapiere (DSW),
begrüßte die Entscheidung mit den Worten: "Es musste ein Ende gefunden werden, das

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Schaden von der Deutschen Bank abwendet - dies ist jetzt geschehen" (Tagesspiegel).
Damit bleibe Ackermanns Position unangefochten.

Viele Insider sind gar der Auffassung, der durchgestandene Prozess habe Ackermanns
Position in der Bank sogar noch weiter gestärkt. Wie zu erwarten war, wurde der
"Freispruch zweiter Klasse" von der Finanzelite einhellig begrüßt.

Fest steht auch, dass der Kuhhandel sorgfältig hinter den Kulissen eingefädelt wurde.
Staatsanwälte und Angeklagte hatten wochenlang im Geheimen über die Höhe der
Ablasszahlungen gefeilscht. Alle Beteiligten wollten weitere Untersuchungen und mögliche
Anklagen verhindern. Ackermann, Esser, Zwickel und Co, weil sie durchaus mit
Haftstrafen hätten rechnen müssen.

Die Staatsanwaltschaft und das Gericht, weil sie den gesamten Sachverhalt samt
Zeugenaussagen usw. neu hätten aufrollen müssen und dafür, wie sie behaupteten, Jahre
gebraucht hätten. Nunmehr dauerte der zweite Mannesmann-Prozess zur Überraschung
aller nicht Eingeweihten ganze sechs Tage. Der Vorsitzende Richter hatte ursprünglich
immerhin 26 Verhandlungstage vorgesehen. Welche Bedeutung hatte nun dieser
Prozess? Sicherlich muss man ihn als eine Farce betrachten. Aber er war mehr als das, er
hat dem Publikum in anschaulicher Weise das Ausmaß der sozialen und rechtlichen
Ungleichheit in diesem Land vor Augen geführt.

Die angeblich neutrale bürgerliche Gerichtsbarkeit hat sich selbst als das vorgeführt, was
sie immer war - als eine Klassenjustiz. Bereits bei den vorgezogenen Neuwahlen 2005, als
die Schröder-Regierung den Bettel hinwarf und damit dem Drängen der Wirtschaft folgte,
eine noch rechtere Regierung zu installieren, hatten sich das Bundesverfassungsgericht
und der Bundespräsident für diese undemokratische Lösung ausgesprochen.

Nach über drei Jahren geht nun ein Prozess zu Ende, der oftmals als spektakulärster
Wirtschaftsstrafprozess der Nachkriegszeit bezeichnet wurde. In der juristischen
Auseinandersetzung ging es um die Bewertung von Zahlungen an Manager in
Millionenhöhe. Während der Übernahmeschlacht um Mannesmann durch den britischen
Mobilfunkkonzern Vodafone im Jahr 2000 waren durch umstrittene Entscheidungen des
Aufsichtsratspräsidiums der Mannesmann AG Bonuszahlungen von knapp 60 Millionen
Euro an den damaligen Vorstandsvorsitzenden Klaus Esser, der allein gut 30 Millionen
kassierte, den Aufsichtsratsvorsitzenden Joachim Funk (4,6 Millionen Euro) und 18
weitere ehemalige Vorstandsmitglieder und deren Angehörige beschlossen worden.

Auch der damalige IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel sowie der Betriebsratsvorsitzende


Jürgen Ladberg hatten diesem Aufsichtsratpräsidium angehört und das Ganze abgenickt.
Das Landgericht Düsseldorf musste Ende Oktober den Mannesmann-Prozess wieder
aufnehmen, nachdem es 2004 alle Angeklagten freigesprochen hatte. 2005 hatte der

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Bundesgerichtshof diese skandalösen Freisprüche aufgehoben und eine Neuauflage des


Prozesses angeordnet. Die Begründung der Karlsruher Bundesrichter war
unmissverständlich: Die Freisprüche seien fehlerhaft, die Beweiswürdigung voller Lücken.
Im Gegensatz zum Landgericht sahen die BGH-Richter bei den Angeklagten Ackermann,
Esser und Zwickel "den Tatbestand der Untreue verwirklicht". Aufsichtsräte seien "nicht
Gutsherren, sondern Gutsverwalter", hieß es in der Begründung. Nachdem der Prozess
nun endgültig eingestellt worden ist, stellte die Süddeutsche Zeitung die verblüffte Frage:

"Was ist denn nun erlaubt und was nicht in den höchsten Gremien der Wirtschaft? Was ist
den jetzt mit der konkreten Umsetzung der Aussage des Dritten Strafsenats in Karlsruhe,
es sei ‚schlechterdings nicht vorstellbar’, dass sich die in führenden Positionen der
deutschen Wirtschaft tätigen Angeklagten ‚für berechtigt gehalten haben könnten, in
Millionenhöhe willkürlich über das ihnen anvertraute Gesellschaftsvermögen verfügen zu
dürfen’?" Das Düsseldorfer Gericht und seine Angeklagten haben diese Frage eindeutig in
ihrem Sinne entschieden.

Dagegen nimmt sich "der Fall Michael Heise"geradezu als ein Bagatellfall aus. Warum
aber bei Herrn Heise die Haftgründe ausreichen und bei Herrn Ackermann und Herrn
Esser und Co. beispielsweise nicht, ist mir vorläufig noch ein Rätsel. Da hat die Justiz
noch eine Bringschuld zu erfüllen. Oder doch eine Zweiklassenjustiz?

Weitere Informationen zu diesem Thema und weiteren Themen:

Peter Christian Nowak, Redaktion: !Tacheles - Im Namen des Volkes?!

http://www.gfa-ludwigshafen.de und http://www.tacheles-im-namen-des-volkes.de

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Im Einsatz für die Menschenwürde

Sprecherin der Nelson Mandela Foundation: "Michael Heise Kampagne ist wichtig"

Michael Heise (sitzend) schreibt für die Wahrung der Menschenrechte und die
Einhaltung der Menschenrechte. Foto: DM

Houghton (Südafrika) / Berlin / Karlsruhe. 15. November 2007. Eine Sprecherin der
Nelson Mandela Stiftung (Foundation) in Südafrika bedauerte in einem an die
Nachrichtenagentur 3mnewswire.org übermittelten Schreiben, an den seit 14.
September 2007 aus bislang nicht offiziell bekannten Gründen inhaftierten
Menschenwürde-Aktivisten, Michael Heise (66) aus Speyer am Rhein, die
"Kampagne von Michael Heise" nicht unterstützen zu können, "was jedoch nichts
an der Wichtigkeit" seiner Kampagne nehme.

Nelson Mandela (90), der frühere Anti-Apartheid-Kämpfer Südafrikas und erste schwarze
Präsident des Landes, hat bereits im Juni 2007 seinen Rückzug aus den Aktivitäten des
öffentlichen Lebens angekündigt. Dem früheren Staatspräsidenten gehe es gut. Er
verbringe seinen wohl verdienten Ruhestand mit großer Freude im Kreise seiner Familie.

Er plane jetzt seinen kompletten Rückzug in den Ruhestand. "Doch dies nimmt nichts von

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der Wichtigkeit der Kampagne von Michael Heise. Wir bedauern, dass Nelson Mandela
die Aktion nicht unterstützen kann.", teilte eine Sprecherin der Nelson Mandela Foundation
in Südafrika mit. Der Menschenwürde-Aktivist Michael Heise befindet sich zur Zeit in
Untersuchungshaft in der Justiz-Vollzugsanstalt Karlsruhe.

Bereits vor mehreren Jahrzehnten hatten der frühere Staatspräsident Südafrikas, Nelson
Mandela und der Menschenwürde-Aktivist Michael Heise schriftliche Korrespondenz. Von
der damaligen Anstaltsleitung wurde der Briefkontakt zu Nelson Mandela allerdings
untersagt mit der Begründung: "Der Inhalt der Briefe verstößt gegen Sicherheit und
Ordnung. Die Briefpartner tauschen Theorien aus, wie man totalitäre und faschistische
Regime stürzen kann und vergleichen herbei die demokratische Regierung der
Bundesrepublik Deutschland und die von Südafrika mit solchen Regimen."

Gegen das Briefkontakt-Verbot erhob der heute 66jährige Menschenwürde-Aktivist aus


Speyer am Rhein damals Klage beim Oberlandesgericht. Das Oberlandesgericht verfügte
"Die Anhaltung der Korrespondenz ist zu recht erfolgt." Daraufhin legte Michael Heise
Verfassungsbeschwerde wegen der "Verletzung des Rechtes auf Briefverkehr" ein. Das
Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe nahm diese Beschwerde jedoch nicht an. Rund
zwei Jahrzehnte später wurde Nelson Mandela als Staatsgast in Bonn mit allen Würden
und Ehren empfangen.

Heise schrieb in seinem autobiographischen Buch "Wege nach Georgia", erschienen 1999
im Triga-Verlag Gelnhausen, dass er vermute, "der einzige Straftäter der Erde zu sein,
dessen Resozialisierung durch einen Nobelpreisträger und Staatspräsidenten "erheblich
gefährdet" werde."

Unterdessen teilte eine Freundin von Michael Heise mit, dass sich Michael Heise über
jeden Brief, den er erhalte sehr freue. Die vorläufige Postanschrift von Michael Heise
lautet: Michael Heise, JVA Karlsruhe, Riefstahlstr. 9, 76133 Karlsruhe

Mehr Informationen zum Thema:

www.regionalhilfe.de/freemichaelheise

http://118242.homepagemodules.de/t929f72...-in-U-Haft.htm l

www.britishnewsflash.de/f36-Sonde...hael-Heise.html

3mnewswire.org

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Zweiklassenrecht oder wird der Rechtsstaat demontiert?

Michael Heise: "Petitionen sind sinnlos"


Ein Menschenwürde-Aktivist will sich in Deutschland nicht "hinrichten" lassen

von Andreas Klamm

London / Berlin / Karlsruhe. 18. November 2007. "Petitionen sind sinnlos.", dies
erklärte der Menschenwürde-Aktivist und Autor Michael Heise aus Speyer am Rhein
in einem offenen Brief aus der Justizvollzugsanstalt Karlsruhe, der bei www.gfa-
ludwigshafen.de, der Gemeinschaft für Aufklärung bereits zum Wochenende
veröffentlicht wurde. "Petitionen für mich sind, mit Verlaub, sinnlos. Petitionen
richten sich immer an die Legislative, die aber darf - und das ist auch gut so - auf
die Executive (leider kommt das durch Bestechung dennoch vor) keinen Druck
ausüben in laufenden Verfahren. Es geht nicht um mich, sondern schlicht um die
Darstellung des Problems, mit welchen Lügen man hinter Gittern verschwinden
kann, und dass auf der Basis von Lügen durch Behörden das eine latente Gefahr für
ALLE MENSCHEN ist. Darum geht es.

Nicht darum, wie mehr oder weniger großartig ich bin. Ich würde gerne das Engagement
der Leute auf die Arbeit von PER ASPERA und auf Aktionen gegen solchen gerichtlichen
Staatsterror richten, statt den Michael Heise zu beweinen. Auch die Hungerstreik-Aktion
hätte ja kein Ziel, das in meiner Person und einer Verbesserung oder Veränderung dort
liegen würde, sondern nur um Druck auszuüben auf die Politik, solche Dinge durch
Gesetzgebung so einzuschränken, dass sie unmöglich sind.", erklärte Michael Heise, der
sich seit 14. September 2007 aus nicht offiziell bekannten Gründen in der
Untersuchungshaft befindet.

Seinen eigenen Angaben zufolge bestünde "Fluchtgefahr". Die Gründe weswegen


Fluchtgefahr bestehen könnte sind offiziell nicht bekannt. Es befinden sich zahlreiche
Gerüchte im Umlauf, die zum großen Teil jedoch als falsch, Stimmungsmache und
Verleumdungskampagne gegen Michael Heise aufgedeckt werden konnten. In diversen
Foren wurde von "Nebenfrauen" berichtet, die der 66jährige Michael Heise haben solle.

Ein Freund der Familie und der Ehefrau von Michael Heise bestätigte der
Nachrichtenagentur 3mnewswire.org am Samstag in einer telefonischen Anfrage: "An den
Gerüchten um angebliche Nebenfrauen von Michael ist absolut nichts wahr. Die Gerüchte
sind auch der Ehefrau bekannt. Diese Gerüchte sind absoluter Unsinn."

Aus nicht sicherer Quelle wurde bekannt, dass Michael Heise möglicherweise wegen des

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"Verdachtes auf Betrug" im Zusammenhang mit internationalen Finanzgeschäften


verhaftet wurde. Möglicherweise könnten sich ein oder mehrere Investoren "betrogen
fühlen." Die Verträge laufen jedoch, den Angaben von Michael Heise Anfang November
zufolge, bis zum Jahr 2010.

Zudem läuft seit rund 2 1/2 Jahren ein Verfahren mit dem weltgrößten Pharmakonzern
Pfizer New York, (Vereinigte Staaten von Amerika), aus dem Michael Heise,
möglicherweise hohe Schadensersatzansprüche zustehen könnten, womit er dann in der
Lage wäre, Investoren, die Zweifel haben befriedigen zu können. Die Informationen
weswegen sich das Verfahren bereits auf rund zweieinhalb Jahre ausdehnt, sind offiziell
nicht bekannt.

Bereits in der Vergangenheit hatte der Menschenwürde-Aktivist Michael Heise, eigenen


Angaben entsprechend, "Probleme mit den Justizbehörden in Karlsruhe."

Bereits vor Jahren wurde berichtet: "In der Rechtsliteratur gilt er als der höchstverurteilte
Bagatelltäter der Bundesrepublik Deutschland. Sein Fall wird ein Beispiel dafür, wie Justiz
nicht arbeiten sollte.

Was ihm in den Gefängnissen widerfährt, spricht den Menschenrechten Hohn. Jetzt gibt
eine brillant geschriebene, von der ersten bis zur letzten Seite packende Biographie
erstmals einen umfassenden Überblick über sein Leben, seine Arbeit, seinen gewaltfreien
Widerstand gegen einen "Strafvollzug, der vom System her falsch ist", und seinen
unermüdlichen Kampf für die Respektierung der Würde aller Menschen.

Michael Heise wurde erstmals inhaftiert 1970 und ist der Inbegriff des versöhnten
Widerspruchs.

In der Asozialität seiner Gefängniszelle entwickelt sich sein Sinn für soziale Gerechtigkeit
und sein politisches Bewusstsein. Ohne akademische Abschlüsse wird er zu einem von
den Medien viel beachteten, von den Justizbehörden gefürchteten Anwalt der
Gefangenen, der sich auch nicht scheut, offen über die Beziehungen des Strafvollzugs
zum Faschismus zu schreiben und zu reden."

Auf offizielle telefonische und schriftliche Presse-Anfragen von Journalisten und einer
Nachrichtenagentur reagierten bislang weder die Staatsanwaltschaft noch das etwagige
zuständige Gericht.

Noch vor wenigen Monaten, am 27. August 2007, bat der Menschenwürde-Aktivist und
Gründer von Per Aspera, Michael Heise (66), damals noch in Freiheit aus Speyer am
Rhein, darum eine internationale Petition zu zeichnen. Damals schrieb er: "Petitonen
dieser Art zu zeichnen ist beschämend wenig, aber immerhin etwas....". Die Petition wurde

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von mehreren Hundert Menschen unterzeichnet um Kindes-Missbrauch in einem außer-


europäischen Staat zu beenden.

"Anstatt mich hinrichten zu lassen"

Der Menschenwürde-Aktivist Michael Heise kündigte Anfang November in einem


öffentlichen Brief an: "Anstatt mich von der Justiz langsam hinrichten zu lassen, in
irgendwelchen Drecklöchern zu vegetieren, werde ich - auch insofern schließt sich der
Kreis - unmittelbar nach Beendigung des Rechtsweges zur Haftfrage in Hungerstreik
treten und bin dann nach spätestens drei Wochen erfahrungsgemäß nicht mehr
ansprechbar.

Da es eine Zwangsernährung zum Glück nicht mehr gibt, werde ich danach in Ruhe
sterben. Dieses Sterben bekommt nur dann noch einen positiven Sinn für die
Menschenrechte, wenn Ihr alle dafür sorgt, dass die von mir hier dargestellten
Zusammenhänge sichtbar werden. Dies ist keine Strafsache wie jede andere, sondern
eine kaum kaschierte Hinrichtung. Lasst nicht zu, dass diese ohne Aufsehen möglich ist.
Ihr kennt ja meine Devise:

Wer wegschaut, ist immer mitschuldig."

"Superpapa" und ehemaliger FDP-Pressesprecher nimmt Kontakt mit Richtern und


Staatsanwälten in Karlsruhe auf

Unterdessen liegt der Redaktion der Nachrichtenagentur 3mnewswire.org ein Schreiben


von Professor Jürgen Hass, einem ehemaligen FDP-Politiker und Pressesprecher der
FDP vor, welches dieser an Richter und Staatsanwälte in Karlsruhe in der Angelegenheit
Michael Heise mittels email übermittelte. Professor Jürgen Hass gilt als umstritten in
politischen Kreisen.

Er ist mit weit mehr als 350 Adoptivkindern auch als "Superpapa" bekannt. Er bietet sich
armen Frauen als Adoptiv-Vater an und ermöglicht es diesen "financial child support",
meint Kindergeld aus Deutschland, zu erhalten. Professor Jürgen Hass und
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) sind sich zumindest in einem Punkt einig:
Das außergewöhnliche Engagement von Professor und "Superpapa" Jürgen Hass könnte
nur durch eine Gesetzes-Änderung beendet werden und diese Gesetzesänderung gibt es
nicht, berichten die Kollegen einer großen britischen Zeitung.

Das Motto des Professors und Pressesprechers Jürgen Hass ist: "Lieber schlichten, statt
richten. Wenn die Guten nicht kämpfen, siegt das Böse."

NRV: „Große Justizreform“ – Die Justizminister der Länder wollen den Rechtsstaat

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demontieren"

Michael Heise ist im Kampf um elementare Grund- und Menschenrechte, Gerechtigkeit


und Demokratie keineswegs allein. Bernd Matthes von www.milanstation.de
veröffentlichte im Frühjahr einen Aufruf für eine Initiative für eine durch das Volk zu
beschliessende Verfassung.

Bereits Anfang Januar 2007 reichte der Autor Hans-Jürgen Graf (Nürnberg) schriftliche
Beschwerde gegen Deutschland wegen der möglichen Verletzungen von
Menschenrechten beim EU-Menschenrechtskommissar Thomas Hammarberg in
Strasbourg (Frankreich) ein. Diese Beschwerde wurde von mehr als 100 Menschen
mitunterzeichnet. Hörspiel-Produzent Thomas Müller aus Nürnberg machte ebenso bereits
zu Jahresbeginn auf möglicherweise bestehende Gefahren des Demokratie-Abbaus in
Deutschland in einem vierteiligen Fernseh-Interview mit IBS Independent Broadcasting
Service, Television Leeds (England, United Kingdom) und in einem Beitrag des Zweiten
Deutschen Fernsehen (ZDF) aufmerksam.

Der Online-Redakteur Dirk Grund aus Ludwigshafen berichtet bei www.alg2-hartz4.de


über fragwürdige Praktiken eines Privatunternehmens zur Arbeitsintegration. Zudem gibt
es kaum noch zählbare Bürger-Bewegungen, die sich für Grund- und Menschenrechte und
für die Demokratie in Deutschland couragiert engagieren.

Die Fernseh-Produzentin und Moderatorin Petra Karl ("Tacheles im Namen des Volkes")
beklagte im Zusammenhang der schweren Notlage einer polnischen Mutter mit Kind "Baby
Nicola sucht Arbeit", schwerste soziale Miss-Stände in Deutschland und auch die NRV
Neue Richtervereinigung in Berlin, Richter und Staatsanwälte warnten deutlich vor der
Demontage des Rechtsstaates.

Bereits am 11. Juli 2006 warnte die Neue Richtervereinigung davor, dass möglicherweise
der Rechtsstaat in Gefahr sein könne. In einer Pressemitteilung teilte die Neue
Richtervereinigung, ein Zusammenschluss von Richtern, Richterinnen, Staatsanwälten
und Staatsanwältinnen mit Sitz in Berlin mit:

"Auf ihrer Frühjahrskonferenz haben die Justizminister der Länder Anfang Juni
mehrheitlich Beschlüsse für eine sogenannte „Große Justizreform“ gefasst. Kernstück ist
die sogenannte „Funktionale Zweigliedrigkeit“, mit der die Justizminister Rechtsmittel
abbauen wollen, und zwar bei den Zivilgerichten, im Bereich der Strafgerichtsbarkeit, bei
den Arbeitsgerichten und bei den Sozialgerichten. Die Neue Richtervereinigung lehnt eine
solche Demontage des Rechtsstaats in Deutschland entschieden ab.

Die Neue Richtervereinigung weist darauf hin, dass Rechtsmittel zum Kern jedes
rechtsstaatlichen Systems gehören, in Deutschland genauso wie in allen anderen

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europäischen Staaten.

Der Begriff „Funktionale Zweigliedrigkeit“ verschleiert die Zielrichtung der Justizminister,


denen es allein um einen Abbau von Rechtsmitteln geht, zu Lasten der rechtssuchenden
Bürger. Die sogenannte „funktionale Zweigliedrigkeit“ ist in Wahrheit eine Funktionale
Eingliedrigkeit, da die Bürger in weiten Bereichen nach den Vorstellungen der
Justizminister überhaupt keine Möglichkeit mehr haben sollen, gerichtliche
Entscheidungen durch Rechtsmittel sachlich überprüfen zu lassen.

Das gilt für die vorgesehene „Zulassungsberufung“ bei den Zivilgerichten und bei den
Arbeitsgerichten genauso wie für die geplante „Annahmeberufung“ bei der Mehrzahl der
Strafurteile von Amtsrichtern.

Wilfried Hamm, Sprecher der Neuen Richtervereinigung: „Die sogenannte funktionale


Zweigliedrigkeit ist erschreckend. Die Justizministerkonferenz plant den mit Abstand
weitreichendsten Abbau von Rechtsmitteln in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg.

Noch nie haben sich Justizminister in Deutschland zu einer solchen Demontage des
Rechtsstaats verabredet.

Es gibt keine sachliche Rechtfertigung für ein solches Vorhaben. Die Kostenargumente
der Justizminister sind absurd. Die Justizminister haben noch nicht einmal den Versuch
einer Kostenberechnung unternommen. Im Gegenteil hat die Evaluation der letzten
Zivilprozessreform gezeigt, dass im Bereich des Berufungsrechts bereits jetzt bis an die
Grenze des Vertretbaren Einschränkungen gegriffen haben. Außerdem gibt Deutschland,
was jeder Justizminister seit der Studie des Europarats von Dezember 2004 weiß, nicht zu
viel sondern zu wenig Geld für den Rechtsstaat aus.“

Hamm weist allerdings auch auf einen Hoffnungsschimmer hin, der sich aus den
Beschlüssen der Justizministerkonferenz ergebe: „Erstmals haben die sachlichen
Argumente von Richtern und Rechtsanwälten und aus vielen anderen Bereichen der
Gesellschaft Wirkung gezeigt und einen Teil der Justizminister zu einem Umdenken
veranlasst. Die entscheidenden Abstimmungen der Justizminister sind äußerst knapp
verlaufen, zum Teil mit 8 zu 7 Stimmen.

Eine starke Minderheit unter den Justizministern hat sich dem geplanten massiven
Rechtsmittelabbau zumindest teilweise widersetzt. Wir fordern diese Minister auf: Erheben
Sie Ihre Stimme auch in der Öffentlichkeit, um erheblichen Schaden für den Rechtsstaat in
Deutschland abzuwenden.“
www.nrv-net.de/main.php?id=161&pr...&lv_id=88&fg_id= 3mnewswire.org

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